Wirtschaftsblatt 1/13 - Wirtschaftsförderung Wuppertal

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Wirtschaftsblatt 1/13 - Wirtschaftsförderung Wuppertal

26 Wuppertal

Unternehmen werben Nachwuchs

Im Rahmen des Bergischen Bildungspreises Automotive konnten erneut Oberstufenschüler und

Automobilzulieferer vernetzt werden. Potentielle Arbeitgeber und Nachwuchskräfte kommen dank

dieser Veranstaltung früh in Kontakt – und bleiben es häufig auch.

Für die Teilnehmer am Bildungspreis gab es

tolle Sachpreise wie iPads und Notebooks

Im November fand die mittlerweile achte Runde des Bergi-

schen Bildungspreises Automotive statt. 40 Schülerinnen

und Schüler der gymnasialen Oberstufe aus Wuppertal, Solingen

und Remscheid verbrachten einen Tag in einem der zwölf

Barmen geht voran

In Deutschlands ältester Fußgängerzone, dem

Werth in Barmen, ist eine ISG aus der Taufe

gehoben worden. Sie ist die territorial größte in

NRW – und die mit dem geringsten Widerspruch.

Die Immobilien- und Standortgemeinschaft

für Barmen hat ihre Arbeit aufgenommen

Vor zwei Jahren ergriff die seinerzeit neue Citymanagerin

Anna Wittmer die Initiative. Der Barmer Werbegemeinschaft

fehlten finanzielle Mittel, um ihre

Innenstadt entscheidend voran zu bringen. Auch fehlte ein

„Wir“-Gefühl. Wittmer gab den Anstoß zur Einrichtung einer

Immobilien- und Standortgemeinschaft, kurz ISG genannt. Die

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teilnehmenden Unternehmen. Vor dem Hintergrund leicht rückläufiger

Bewerberzahlen hieß die diesjährige Aufgabe: Wie kann

man den Bildungspreis bei Schülern optimaler bewerben?

Vom Wettbewerb zur Festanstellung

Internetanwendungen, Showtrucks und Printmedien wurden

dem Fachpublikum als Lösungsansätze präsentiert. Das

hohe Niveau der zwölf Vorträge machte es der Unternehmerjury

nicht leicht. „Für die jungen Menschen ist der Bildungspreis

oft der erste Kontakt in die Wirtschaft, der ihnen hinsichtlich

Aus- und Weiterbildung Türen öffnen kann“, sagt Monika Kocks

von WKW Automotive. Eine Sicht, die Martin Lietz, Projektverantwortlicher

bei der Wuppertaler Wirtschaftsförderung, nur

bestätigen kann. „In der Geschichte des Bildungspreises ist es

schon zu fünf Festanstellungen gekommen“, freut er sich.

Weitere Informationen unter

www.bergischerbildungspreis.de

erste Stufe war die Gründung eines Vereins, der gemeinsam mit

dem Dortmunder Büro „Heinze & Partner“ und in enger Zusammenarbeit

mit der Stadt ein Handlungskonzept für die künftige

ISG entwickelte. Vereinsvorstand Oliver Alberts, Kaufmann

und selbst Eigentümer von drei Gebäuden am Werth, und Anna

Wittmer stießen bei den 58 Immobilienbesitzern in der Barmer

Innenstadt auf offene Türen. Bei einer ersten Präsentation im

Juli 2011 gab es von den über 100 Besuchern das deutliche Signal

zur Umsetzung – die Widerspruchsquote betrug gerade einmal

3,18 Prozent. Versuche zur ISG-Gründung in anderen Städten

sind dort oftmals an der 25-Prozent-Grenze gescheitert. Ein beeindruckendes

wie wichtiges Ergebnis für Barmen, hängt der

Erfolg einer ISG doch von ihrer Akzeptanz vor Ort ab. So sieht es

auch Oberbürgermeister Peter Jung: „Die niedrige Quote beweist

Einigkeit in Barmen, aber auch Notwendigkeit zum Handeln.“

Ein Vorbild für weitere Stadtquartiere?

Über eine Millionen Euro stehen der ISG für die kommenden

fünf Jahre zur Verfügung. Damit sollen überregionales Marketing,

lokale Veranstaltungen und Aktionen, ein Hausmeisterservice,

Mobiliar für die Fußgängerzone sowie eine Licht- und

Projektionsinszenierung unter dem Titel „Barmer Band“ finanziert

werden. Barmen geht voran. Jetzt erhofft man sich Nachahmer

in anderen Stadtquartieren.

Weitere Informationen unter www.isgbarmen.de


Wuppertaler Schau vom Allerfeinsten

Die einen gehen, die nächsten kommen – so lässt sich die Ansiedlung der FertighausWelt Wuppertal

knapp zusammenfassen. Diese ist mehr als bloß ein Ersatz, denn es entsteht hier nun die europaweit

modernste Ausstellung von Fertighäusern mit höchster Energieeffizienz.

Wuppertal ist als Standort einer Eigenheimausstel-

lung etabliert. Seit fast 40 Jahren haben Firmen

am Eichenhofer Weg, dem künftigen Ikea-Standort,

ihre Musterhäuser präsentiert. Der vorherige Betreiber

entschied sich trotz atraktiver Flächenangebote nicht für eine

Neuinvestition in Wuppertal. Für den Weggang wird die Stadt

jedoch mehr als entschädigt.

Plusenergiehäuser auf einem Blick

Im September startet am selben Standort die „Fertighaus-

Welt Wuppertal“ mit 19 geplanten Ausstellungshäusern. 40.000

Besucher werden pro Jahr erwartet. Es wird nach Nürnberg,

Hannover und Köln die vierte FertighausWelt und die europaweit

mit Abstand modernste sein. „Es werden ausschließlich

Plusenergiehäuser gezeigt“, sagt Dirk-Uwe Klaas, Hauptgeschäftsführer

des Bundesverbandes Deutscher Fertigbau (BDF).

Ein Großteil der Ausstellerfirmen bleibt Wuppertal mit neuen

Musterhäusern treu. Eine intensive Kooperation mit der Uni-

Pünktlich zum Jahreswechsel haben wir unseren neuen

Standort im Tal bezogen. Die Suche nach einem passenden

Objekt in Wuppertal, unserer Heimat, war nicht

leicht – schlussendlich konnte aber mit der alten Winkelsträter

Fabrik an der Oberbergischen Straße ein tolles Objekt für die

netzkern AG gefunden werden. Bauen im Bestand einer alten

Fabrik und unter Wahrung der historischen Architektur ist immer

eine Herausforderung, die in

diesem Fall gut bewältigt wurde.

Raum für Wachstum

und Kreativität

Der Charakter und Charme

des Objektes gefällt uns sehr,

und den Innenausbau haben

wir selbst übernommen. Auf

rund 700 Quadratmetern hat

netzkern jetzt Platz für weite-

Referenz in Frechen: Die FertighausWelt Köln

wurde vor zwei Jahren eröffnet

versität und lokalen Unternehmen aus der Energiebranche ist

geplant, um immer neueste Technologien zeigen zu können.

Weitere Informationen unter www.fertighauswelt.de

STANDPUNKT von: Thomas Golatta, Vorstand der Internetagentur netzkern AG

Wuppertal ist unsere Heimat

res Wachstum. Bei der Flächengestaltung wurde auf moderne

Konzepte nach dem Open-Office-Prinzip gesetzt. So entstanden

neue kreative Arbeitswelten für unsere Agentur.

Produktivität und Nachhaltigkeit

Wir legen viel Wert auf Nachhaltigkeit und natürlich auch

auf Attraktivität und Wirtschaftlichkeit. Unser Team arbeitet

kreativ, und gerade bei der Planung, Konzeption und Realisierung

komplexer Internetprojekte muss das Arbeitsumfeld

stimmen. Mit Zonen für regen Austausch, modernen Arbeitsplätzen

und zahlreichen Konferenzräumen ist unserer Meinung

nach ein optimales Umfeld für hohe Produktivität und

Kreativität entstanden. Wir freuen uns schon darauf, unsere

Kunden, wie etwa Fahnen Herold, Barmenia, Montblanc oder

Bayer, hier begrüßen zu können. Unsere Begeisterung für

Wuppertal werden wir bei diesen Treffen weitertragen.

Weitere Informationen unter www.netzkern.de

Wuppertal

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Bild: Bundesverband Deutscher Fertigbau

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28 Wuppertal

Jobcenter Wuppertal zieht

auf das Luhns-Gelände

Die Mietverträge sind

unterschrieben, die ersten

Bagger bereits angerollt:

Nach den nun durchgeführten

Sanierungsarbeiten wird das

Jobcenter Wuppertal im August

dieses Jahres einen Teil des

denkmalgeschützten Luhns-

Komplexes beziehen. Neben der

Geschäftsstelle für Oberbarmen

richtet das Jobcenter in dem

Gebäude auch ein weiteres

beschäftigungsorientiertes

Stadtteilzentrum ein.

Der bisherige Standort der Jobcenter-Geschäftsstelle

am Schwarzbach

ist zu klein und nicht behindertengerecht.

„Teilweise sitzen mehrere

Mitarbeiter in einem Büro, was auch die

persönliche Beratung der Arbeitsuchenden

erschwert“, begründet Vorstandsvorsitzender

Thomas Lenz den Umzug

auf das frühere Luhns-Gelände. Im neuen

Gebäude werden auf zwei ehemaligen

Fabriketagen moderne Büroräume

eingerichtet, die den Anforderungen einer

kundenorientierten Behörde gerecht

werden. Großen Wert haben die Verantwortlichen

im behindertengerecht ausgestatteten

Gebäude auf eine großzügige

Eingangszone gelegt, in der Mitarbeiter

über Antragsverfahren informieren, Termine

vergeben und einfache Kundenanliegen

sofort erledigen können.

Mit vollem Dampf und

umfassenden Service

Gleich neben der neuen Geschäftsstelle

richtet das Jobcenter in der ehemaligen

Maschinenhalle ein zweites

beschäftigungsorientiertes Stadtteilzentrum

in der Stadt ein. „Die Halle ist ideal

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Das neue Jobcenter wird Service und

Betreuung auf zwei Etagen bieten

für unsere Zwecke. Es gibt sogar eine historische

Dampfmaschine in dem Gebäude,

die wir der Öffentlichkeit wieder zugänglich

machen werden“, zeigt sich Lenz

überzeugt. Das Konzept des Stadtteilzentrums

in Oberbarmen ähnelt dem im Arrenberg,

ohne es zu kopieren. Die neue

Einrichtung bündelt bestehende Dienstleistungen,

wie Ausbildungsvermittlung,

Arbeitgeberservice oder Jobcoaching, mit

neuen Angeboten für Alleinerziehende

oder Ausbildungssuchende, die sich an

den konkreten Bedürfnissen vor Ort orientieren.

Immer im Blick des Jobcenter-

Teams ist das Ziel, Menschen in Arbeit

oder Ausbildung zu bringen.

Dabei kommt es gerade bei der Betreuung

von jungen Menschen unter 25 Jahren

zu einem Paradigmenwechsel: „Die klassische

Einzelberatung wird zu Gunsten

von intensiven, mehrwöchigen Coachingphasen

an Bedeutung verlieren“, weist

Lenz den Weg. Das Coaching besteht dabei

aus mehreren Modulen wie Kommunikationstraining,

Bewerberwerkstatt

oder Kompetenzfeststellung. „Wir wollen

damit auch die Eigeninitiative der Menschen

stärken und deutlich machen: Jeder

kann was!“ Bei der Entwicklung des Stadt-

teilzentrums setzt das Jobcenter Wuppertal

auch auf Erfahrungen von ähnlichen

Einrichtungen in den Niederlanden. „Gerade

in der Arbeit mit arbeitslosen Jugendlichen

gibt es dort sehr erfolgreiche

Ansätze. Wir haben daher mit der Stadt

Rotterdam eine konkrete Kooperationsvereinbarung

getroffen, um voneinander

zu lernen und auch grenzüberschreitende

Projekte zu entwickeln“, so Lenz.

Neues Leben auf altem Grund

Mit dem neuen Stadtteilzentrum

wird nicht nur das Angebot für Arbeitund

Ausbildungssuchende erweitert.

Der neue Standort des Jobcenters wird

auch das Quartier beleben. Große Teile

des Luhns-Areals standen jahrelang leer,

alle Revitalisierungsversuche scheiterten

bislang. Mit dem Jobcenter hat sich

nun ein Ankermieter gefunden, dem bald

weitere Nutzer folgen könnten. Jedenfalls

gibt es für weitere Flächen auf dem Areal

konkrete Interessenten, vor allem aus der

Gesundheitsbranche.

Weitere Informationen unter

www.jobcenter.wuppertal.de


Jubiläum einer

Erfolgsgeschichte

Im Oktober ist der renommierte Wuppertaler Wirtschaftspreis zum

zehnten Mal vergeben worden. Mit den Preisträgern ist es der Jury

auch in diesem Jahr gelungen, überzeugende Argumente für den

Wirtschaftsstandort Wuppertal zu präsentieren.

Wuppertal Marketing-Chef Matthias Haschke (3. v. r.) mit den Preisträgern

2012 (v. l.): Ernst-Andreas Ziegler und Peter Steinmetz (Junior Uni), Timo

Beelow (Crossboccia) und Daniel Schulten und Thomas Golatta (netzkern AG)

Der Andrang zur zehnten Verleihung

des Wuppertaler Wirtschaftspreises

war überwältigend.

400 Gäste fanden sich Ende Oktober

zur Gala in der Glashalle der Stadtsparkasse

ein. Die Anwesenden konnten sich

von der Vitalität der Wuppertaler Wirtschaft

ein eigenes Bild machen.

Innovation zu entwickeln, die auf einer

traditionsreichen Grundlage fußen,

ist ein charakteristisches Merkmal der

bergischen Wirtschaft. In dieser Tradition

steht auch Timo Beelow, dessen Crossboccia

® GmbH als „Jungunternehmen des

Jahres 2012“ ausgezeichnet wurde.

Trendsport und Fachkräfte

Beelow entwickelte seine Idee, der klassischen

Kugelsportart Boccia neue Impulse

zu verleihen, vor drei Jahren im Hochschulsport

an der Bergischen Universität.

Mittlerweile hat sein Unternehmen über

100.000 Kugel-Sets verkauft. Wie ökonomischer

Erfolg mit einer Trendsportart

erzeilt werden kann, stand dann auch im

Mittelpunkt vieler Gespräche, die Beelow

am Gala-Abend mit den Vertretern aus

der Wuppertaler Wirtschaft führen konn-

te. Über großen Zuspruch freute sich auch

Dr.-Ing. Daniel Schulten aus dem Vorstand

der netzkern AG. Die rasant wachsende

Internetagentur wurde von der Jury zum

„Unternehmen des Jahres“ gewählt – und

erhielt unerwartet Mitarbeiterzuwachs.

„Wir haben nach unserer Auszeichnung

sehr interessante Bewerbungen erhalten

und drei Kernkräfte dazugewinnen können“,

weist Schulten auf einen erfreulichen

Nebeneffekt der Auszeichnung hin.

Leuchtturm am Wupperufer

Der „Stadtmarketingpreis“ ging in

diesem Jahr an die Junior Uni, deren Verantwortliche

einen Monat nach der Preisverleihung

auf ihrem Baugrundstück in

Unterbarmen den Grundstein für den

vielbeachteten Neubau legen konnten.

Das Gebäude, ein auch nach Ansicht von

Ministerpräsidentin Hannelore Kraft

sichtbarer Leuchtturm, der Nordrhein-

Westfalen zur Ehre gereicht, gibt den

Wuppertalern Mut zur Zukunft, so der

Tenor unter den Gästen des Abends.

Weitere Informationen unter

www.wirtschaftspreis.de

Profil

Wuppertal

Ernst-Andreas Ziegler,

Geschäftsführer Junior Uni

Die privat finanzierte Junior Uni ist

bundesweit einzigartig und ein Schatz

der Region. Am 1. Dezember wurde der

Grundstein für einen außergewöhnlichen

Neubau für die vier bis 18 Jahre

jungen Studenten gelegt. Auch dieser

wird mit privatem Geld realisiert. Das

Engagement der Initiatoren um Professor

Dr. h. c. Ernst-Andreas Ziegler wurde

in diesem Jahr mit dem Wuppertaler

Stadtmarketingpreis bedacht.

Mit Wuppertal verbindet mich…

…eine sehr emotionale Beziehung. Ich

bin begeistert von der Mentalität der

Bergischen.

Meine Lieblingsorte in Wuppertal sind…

…der Toelleturm, die Wälder um den

Dönberg und an vielen Stellen die

Wupper.

Unternehmen oder Produkte, die ich

mit Wuppertal verbinde, sind…

…allesamt Weltklasse. Ich ziehe den

Hut vor den bergischen Unternehmern

und ihren Mitarbeitern.

Der Standort Bergisches Land hat anderen

voraus, dass…

…hier der Handschlag noch gilt. Wichtiger

als schneller Erfolg sind Glaubwürdigkeit,

Nachhaltigkeit und gesamtgesellschaftliche

Verantwortung.

Das „Bergische Land“ ist für NRW

wichtig, weil...

…es nach wie vor eine der kreativsten

Ideenschmieden Europas ist.

Ich wünsche mir für Wuppertal und

das Bergische Land…

…Mut zur Zukunft. Mit noch mehr Investitionen

in Bildung – beispielsweise

in die Bergische Universität und ihre

kleine Schwester, die Junior Uni.

Weitere Informationen unter

www.junioruni-wuppertal.de

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