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P. T. MAGAZIN 04/2013

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

Magazin für Wirtschaft und Gesellschaft. Offizielles Informationsmagazin des Wettbewerbs "Großer Preis des Mittelstandes" der Oskar-Patzelt-Stiftung

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Offizielles Magazin<br />

des Wettbewerbes<br />

„Großer Preis<br />

des Mittelstandes“ P.T.<br />

www.pt-magazin.de<br />

<strong>MAGAZIN</strong><br />

für Wirtschaft und Gesellschaft<br />

Vertrauen<br />

gibt’s nicht zum Nulltarif –<br />

Über Dollars, Bundestag, Steuern,<br />

Versicherungen & Straßenverkehr<br />

US-Aufschwung<br />

Die vermeintliche Reindustrialisierung<br />

der Weltmacht<br />

Nachfolgeregelung<br />

So verkaufen Sie Ihr<br />

Unternehmen richtig<br />

Steuerhinterziehung Deluxe<br />

Schenken, Erben, Steuern<br />

vermeiden<br />

Versicherungen der Zukunft<br />

Denkanstöße für eine<br />

konservative Branche<br />

9. Jahrgang | Ausgabe 4 | <strong>2013</strong> | ISSN 1860-501x | 3 Euro


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Was ist Vertrauen?<br />

Was für eine dumme Frage, werden<br />

Sie denken, das weiß doch jedes Kind:<br />

Ohne ein Mindestmaß an Vertrauen<br />

ist weder Kommunikation noch Zusammenarbeit<br />

möglich. In einer Welt ohne<br />

Vertrauen herrscht totales Misstrauen,<br />

Gesinnungsterror. Eine solche Welt ist<br />

die Hölle. Diese Hölle gab es auf Erden<br />

schon öfter. Gesellschaften, in denen<br />

„Die Gedanken sind frei“ nur für Gedanken<br />

galt, die nicht „böse“ waren. Gesinnungsterror<br />

führte zu Scheiterhaufen,<br />

Konzentrations- und Vernichtungslagern<br />

und Gulags. Und oft begann<br />

„Der Weg zur Knechtschaft“ (Friedrich<br />

August von Hayek) mit den besten<br />

Absichten.<br />

Unser Alltag ist durchdrungen von<br />

gegenseitigem Vertrauen. Für uns ist<br />

das meist völlig selbstverständlich. Wir<br />

nehmen das so wenig wahr, wie der<br />

Fisch das ihn umgebende Wasser. Wenn<br />

wir am zweiten Tag im Hotel nach<br />

einem Spaziergang unseren Zimmerschlüssel<br />

verlangen, erwarten wir, dass<br />

der Azubi an der Rezeption uns nicht für<br />

Betrüger hält. Im Restaurant erwarten<br />

wir eine unbeschwerte, lockere Atmosphäre.<br />

Würde der Kellner ständig hinter<br />

uns stehen, damit wir nicht die<br />

Zeche prellen, ginge uns das ziemlich<br />

auf die Nerven. Und beim Arzt erwarten<br />

wir selbstverständlich, dass dieser alle<br />

nötigen Ausbildungen und Lizenzen hat<br />

und uns nicht – wie der Hochstapler<br />

Gerd Postel – einen Arzt bloß vorspielt.<br />

Unser Mitarbeiter Heiner K. (Name<br />

geändert) ist chronisch krank und<br />

steht auf der Warteliste für eine Nierenspende.<br />

Er vertraut darauf, dass bei<br />

diesem System alles mit rechten Dingen<br />

zugeht. Er vertraut darauf, dass<br />

er solange dreimal wöchentlich zur<br />

Blutwäsche gehen kann, bis er „an der<br />

Reihe“ ist und ein passender Spender<br />

gefunden ist. Die Ärzte, die im Organspende-Skandal<br />

Wartelisten manipulierten,<br />

missbrauchten sein Vertrauen.<br />

Doch auch die Journalisten, deren<br />

skandalisierende Berichterstattung die<br />

Spenderbereitschaft dramatisch einbre-<br />

chen ließ, missbrauchten das Vertrauen<br />

von Heiner K. Denn seine Chancen sind<br />

durch die Art dieser Berichterstattung<br />

noch weiter gesunken.<br />

Im vorliegenden P.T. Magazin Nr.<br />

4/<strong>2013</strong> nähern wir uns dem Thema Vertrauen<br />

von mehreren Seiten. Fiat Money<br />

ohne Deckung ist – Vertrauen auf Gott.<br />

Solange wir alle bunte Papierscheine<br />

als Geld ansehen, können wir damit<br />

einkaufen. Wie lange dies für den Dollar<br />

noch gilt, ist nach Paul Craig Roberts<br />

völlig offen.<br />

Vor einem Jahr berichteten wir im<br />

Beitrag „Aufstand der Scheinheiligen“<br />

über regelwidrige Abstimmungen im<br />

Bundestag. Bundestagsvizepräsident<br />

Hermann Otto Solms (FDP) versucht im<br />

vorliegenden Heft mit einem Namensartikel<br />

Vertrauen in die parlamentarische<br />

Arbeitsweise zurückzugewinnen.<br />

„Den Politikern“ wird immer weniger<br />

vertraut, wie Europas größte Verbraucherstudie<br />

ergab. Feuerwehrleute, Krankenschwestern,<br />

Piloten sind die drei<br />

vertrauenswürdigsten Berufe Deutschlands.<br />

Wer Risiken absichern will, muss<br />

Versicherungen vertrauen. Wie offen<br />

deren Zukunft selbst ist, beschreibt<br />

Dozent Jörg Wallner.<br />

Sollten sich alte und neue Unsicherheiten<br />

zu einer „Misstrauensgesellschaft“<br />

weiter verdichten, dann sieht<br />

Ansgar Lange die „(Wut)Bürger auf den<br />

Barrikaden“. Kein Wunder, wenn sogar<br />

90 Prozent der Steuerbescheide bei<br />

Schenkungsvorgängen falsch sind, wie<br />

Rechtsanwalt Johannes Fiala berichtet<br />

oder sich Deutschlands Autofahrer wie<br />

Zitronen fühlen, die von konzeptionslosen<br />

Politikern ausgepresst werden,<br />

wie Prof. Arnd Joachim Garth glossiert.<br />

Es gibt wirklich viel zu tun. Packen wir es<br />

an: Im September ist Bundestagswahl. n<br />

Dr. Helfried Schmidt<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 3<br />

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Seite 42<br />

Steuerhinterziehung Deluxe<br />

Steuerpflicht bei Schenkungen - Fallstricke<br />

für Schenker, Beschenkte und Behörden<br />

Balleinladung... Seite 26<br />

… für die Auszeichnungsveranstaltungen<br />

der Oskar-Patzelt-Stiftung. Hier finden<br />

Sie das Anmeldeformular für alle Länderbälle<br />

und den Bundesball in Berlin.<br />

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Bitte senden Sie mir für folgende Veranstaltungen Karten zu:<br />

n 7. September <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Dresden<br />

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Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

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n 21. September <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Düsseldorf<br />

Preisverleihung für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/<br />

Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Rheinland-Pfalz/Saarland<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 0211 5209-0<br />

Anzahl:<br />

n 5. Oktober <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Würzburg<br />

Preisverleihung für Unternehmen aus Bayern,<br />

Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 0931 3053-819<br />

n 26. Oktober <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Berlin<br />

Name, Vorname<br />

Firma<br />

Anschrift<br />

(nicht im MARITIM proArte Hotel Berlin)<br />

Bundesball – Verleihung der Sonderpreise und Ehrenplaketten<br />

Euro 150,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 030 2033-4410<br />

Telefon-Nr.<br />

Die von mir bestellte(n) Karte(n) bezahle ich per Überweisung an:<br />

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich ZNdl Süddeutschland<br />

BLZ 740 20 100 • Konto-Nr. 830 4313<br />

(Kennwort: „Großer Preis des Mittelstandes“)<br />

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Die Karten werden ab 1. Juli <strong>2013</strong> und nach Zahlungseingang versandt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Bei Stornierung ab vier<br />

Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung berechnen wir eine Stornogebühr von 100%. Bei sonstigen Stornierungen berechnen wir<br />

eine Bearbeitungsgebühr von 20%. Generell bitten wir um Kartenrücksendung bei Stornierungen. Rechnungslegung erfolgt durch die<br />

OPS Netzwerk GmbH im Auftrag der Oskar-Patzelt-Stiftung.<br />

* ermäßigter Preis, gilt nur für Wettbewerbsteilnehmer und Partner der Oskar-Patzelt-Stiftung.<br />

Preis regulär: 240,- zzgl. MwSt., Berlin 250,- zzgl. MwSt. (Alle Preise in Euro)<br />

* * Die Reservierung der Hotelzimmer erfolgt nur direkt bei den Maritim Hotels<br />

bis spätestens vier Wochen vor Veranstaltung. (Kennwort: „Großer Preis des Mittelstandes“)<br />

Ort/Datum Unterschrift<br />

(Foto: Howard Dickins/Flickr.com)<br />

In diesem Heft<br />

Seite 10<br />

Gesellschaft<br />

6 Wirtschaftshype made in USA<br />

Die vermeintliche Reindustrialisierung<br />

der Weltmacht<br />

8 Nährboden für Korruption<br />

Die Wirtschaftskrise Europas erhöht<br />

den finanziellen Druck<br />

10 Ein schwerfälliges Verfahren<br />

Die parlamentarische Arbeitsweise<br />

muss besser erklärt werden<br />

12 Was mich nicht umbringt<br />

Asiatische Marienkäfer sind weltweit<br />

auf dem Vormarsch<br />

14 Big Data – Big Irrtum<br />

Auch der Spiegel beerdigt die<br />

Zukunft – Dabei gilt: Gewiss ist nur<br />

die Ungewissheit<br />

16 Entfesselte Bildung<br />

Das Streben nach dem individuellen<br />

Glück<br />

Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

18 Anleitung zum Unternehmens-<br />

verkauf<br />

Und für den Notfall: Tipps für eine<br />

ungeplante Nachfolge<br />

Ein schwerfälliges Verfahren<br />

Die parlamentarische Arbeitsweise<br />

muss besser erklärt werden<br />

Seite 54<br />

Phantasie schlägt Preis<br />

Wie Sie sich auf einem gesättigten<br />

Markt etablieren und der<br />

Preisschlacht ausweichen<br />

20 Unternehmens-Steuerung<br />

Viele Führungskräfte steuern ihr<br />

Unternehmen im Blindflug<br />

21 Judorolle gegen Krise<br />

Neues Risikomanagement für das<br />

resiliente Unternehmen<br />

22 Die vertrauenswürdigsten Berufe<br />

Deutsche vertrauen Apothekern,<br />

Krankenschwestern und der Feuerwehr<br />

23 Es kommt nicht auf die Größe an<br />

Die wertvollsten Städte Deutschlands<br />

in der Börsenliga<br />

Wirtschaft<br />

30 Die Zukunft der Versicherungen<br />

Herausforderungen für eine konservative<br />

Branche, die die neuen Unsicherheiten<br />

der Gesellschaft verkennt<br />

32 Schlüsseltechnologie Selbstzündung<br />

Chancen für den europäischen<br />

Markt für erdgasbetriebene Nutzfahrzeuge<br />

34 Afrikanisches Jahrhundert<br />

Südafrika’s neue Mittelschicht: jung,<br />

gebildet und konsumfreudig<br />

(Foto: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger)<br />

(Foto: Henry./Flickr.com)<br />

Die Zukunft der Versicherungen<br />

Herausforderung für eine<br />

konservative Branche<br />

36 Schwule retten Reisewirtschaft<br />

Der Tourismus profitiert von zahlungskräftigen<br />

homosexuellen Reisenden<br />

38 Bürger auf den Barrikaden<br />

Und die Politik handelt weiter nach<br />

dem Mikado-Prinzip<br />

42 Steuerhinterziehung Deluxe<br />

Vernetzte Fahrzeuge machen den<br />

Verkehr sicherer<br />

45 Autos müssen chatten<br />

Steuerpflicht bei Schenkungen - Fallstricke<br />

für Schenker, Beschenkte und<br />

Behörden<br />

46 Drohnen und Solar<br />

Wärmebildkameras vom Weltmarktführer<br />

für erneuerbare Energien<br />

50 Die richtigen Fragen<br />

Mitarbeiter mobilisieren, sie zu<br />

kostenlosen Unternehmensberatern<br />

machen und von ihnen lernen<br />

54 Fantasie schlägt Preis<br />

Wie Sie sich auf einem gesättigten<br />

Markt etablieren und der Preisschlacht<br />

ausweichen<br />

56 Die optimale Produktion<br />

Einsparpotentiale einer Dienstleistungsgesellschaft<br />

Seite 30<br />

Spezial | Regional<br />

Nordrhein-Westfalen<br />

58 Von guten Beispielen lernen<br />

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister<br />

Garrelt Duin über Mittelstandsnahe<br />

Wirtschaftspolitik<br />

59 Vom Minijobber zum Marktmanager<br />

Wer Vertrauen säht wird Leistung<br />

ernten<br />

60 Im Zeichen der Zukunft<br />

Essen ehrt seinen Mittelstand – auf<br />

dem Mittelstandsempfang <strong>2013</strong><br />

62 Mittelstand im Rampenlicht<br />

Die IHK und die regionale Servicestelle<br />

des Kreises Bonn/Rhein-Sieg<br />

küren ihren Mittelstand<br />

Lifestyle | Auto<br />

64 Ohne Gegenleistung<br />

Deutschlands Autofahrer sind Zitronen.<br />

Die Politik presst sie gerne aus.<br />

Leserbriefe | Impressum<br />

66 Lob und Kritik zum letzten Heft<br />

(Foto: vorsprach/Flickr.com)<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 5<br />

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Gesellschaft<br />

Wirtschaftshype made in USA<br />

Vater Staat belagert die Geisterstädte<br />

Derzeit veröffentlichen die Medien fast<br />

täglich Berichte, in den Vereinigten Staaten<br />

habe ein breiter wirtschaftlicher Aufschwung<br />

eingesetzt und das Land stehe<br />

vor einer allmählichen Reindustrialisierung.<br />

Vor allem der „wettbewerbsfähige“<br />

Wechselkurs des US-Dollars und die<br />

Schiefergasrevolution mit Hilfe des Frackings,<br />

die im Inland eine neue, kostengünstigere<br />

Energiequelle erschließen soll,<br />

werden als treibende Kräfte einer für die<br />

USA günstigen wirtschaftlichen Entwicklung<br />

ausgemacht. Und diese gehe zu<br />

Lasten der Schwellenländer.<br />

Medienberichten zufolge hat beispielsweise<br />

Manoj Pradhan, „Schwellenländerexperte“<br />

bei Morgan Stanley, gegenüber<br />

der Nachrichtenagentur Reuters<br />

gesagt: „Vor dem Hintergrund des Schuldenabbaus<br />

der US-Haushalte könnte es<br />

gut sein, dass Investitionen und Produktion<br />

zu einem nachhaltigen Wachstum<br />

führen. Denken Sie einen Augenblick darüber<br />

nach, was das für die Schwellenländer<br />

bedeutet: Die USA werden als Wettbewerber<br />

– nicht als Konsument – zu<br />

nachhaltigem Wachstum zurückkehren.“<br />

Ein beeindruckendes Statement. Doch<br />

wie sieht die Realität aus?<br />

Das BIP wird überschätzt<br />

Entgegen den Medienberichten steckt<br />

die US-Wirtschaft nach wie vor in der Rezession.<br />

Ein realer Aufschwung ist nicht<br />

in Sicht. Nur zwei ökonomische Kennziffern<br />

weisen auf eine wirtschaftliche<br />

Erholung hin: das offizielle reale BIP und<br />

die U-3-Arbeitslosenquote (Prozentanteil<br />

der über 25 Jahre alten Arbeitslosen an<br />

der über 25 Jahre alten zivilen Erwerbsbevölkerung).<br />

Das offizielle BIP ist um eine<br />

unrealistisch niedrige Inflationsrate deflationiert.<br />

Statt der offiziell gemeldeten<br />

Inflationsrate von zwei Prozent (CPI-U)<br />

sieht Statistiker John Williams von Shadowstats.com<br />

die wahre US-Inflationsrate<br />

aktuell bei 9,6 Prozent (er misst die<br />

Inflationsrate weiterhin anhand der Methode,<br />

mit der die US-Regierung sie noch<br />

1990 offiziell gemessen hat).<br />

Mit anderen Worten: Die Höhe des<br />

realen BIP wird überschätzt. Die U-3-Arbeitslosenquote<br />

sinkt nur deshalb, weil<br />

sie nicht all jene Arbeitskräfte mitzählt,<br />

die ihre Arbeitsplatzsuche entmutigt<br />

aufgegeben haben. Vielmehr beträgt<br />

die tatsächliche Arbeitslosenquote das<br />

Zwei- bis Dreifache der offiziell gemeldeten<br />

Quote.<br />

Die Mittelklasse löst sich auf<br />

Keine andere ökonomische Kennzahl<br />

deutet auf eine Erholung der US-Wirtschaft<br />

hin – weder die realen Einzelhandelsumsätze<br />

noch der Haus- und Wohnungsbau,<br />

das Konsumentenvertrauen,<br />

die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung<br />

oder die durchschnittlichen<br />

Wochenlöhne und -gehälter.<br />

Die realen Einkommen der Konsumenten<br />

in den USA stagnieren oder<br />

fallen sogar. Ohne wachsende Konsumnachfrage<br />

kann eine Volkswirtschaft, die<br />

von der Konsumnachfrage abhängig ist,<br />

allerdings nicht vorankommen. Die De-<br />

Industrialisierung hat den Vereinigten<br />

Staaten das Genick gebrochen. Im Zuge<br />

des Offshorings – der Verlagerung der<br />

Produktion von Waren für den amerikanischen<br />

Markt in Billiglohnländer, um<br />

Lohnunterschiede auszunutzen – wurden<br />

bereits Millionen Arbeitsplätze der<br />

amerikanischen Mittelklasse vernichtet.<br />

Die einst so dynamische Mittelklasse löst<br />

sich auf. Die Dimensionen sind gewaltiger,<br />

als das in Europa in aller Regel<br />

wahrgenommen wird: Laut Manufacturing<br />

and Technology News vom September<br />

2011 wurden in den USA innerhalb<br />

von zehn Jahren knapp 55.000 Fabriken<br />

stillgelegt. Die Zahl der Arbeitnehmer<br />

in der verarbeitenden Industrie ging um<br />

fünf Mio. Menschen zurück.<br />

Arbeitsplätze werden ins Ausland<br />

verlagert<br />

Der Arbeitsplatzabbau beschränkt sich<br />

nicht auf die Produktion von Waren.<br />

Vielmehr folgen viele Arbeitsplätze des<br />

Dienstleistungssektors den ins Ausland<br />

verlagerten Jobs des produzierenden<br />

Sektors. Innovation findet dort statt, wo<br />

produziert wird.<br />

Der Business in China Survey <strong>2013</strong><br />

der China Europe International Business<br />

School (CEIBS) nennt Zahlen: Demnach<br />

verfügen 52 Prozent der in China angesiedelten<br />

Unternehmen, die Ausländern<br />

gehören und sich an dem Survey beteiligt<br />

haben, bereits über R&D-Aktivitäten<br />

in China. Knapp zwei Drittel der<br />

aus- und inländischen Unternehmen in<br />

China planen, ihre Investitionen in R&D<br />

in den kommenden drei Jahren aufzustocken.<br />

Arbeitsplätze werden heute in den<br />

USA fast nur noch in schlecht bezahlten<br />

Service-Bereichen für den heimischen<br />

(Foto: Яick Harris/Flickr.com)<br />

Wer immer noch glaubt, die Einführung von „fiat money“ nach dem Bruch des Goldstandards durch Richard Nixon würde systematischen<br />

Finanzschocks vorbeugen, sollte zum Arzt gehen<br />

Markt geschaffen, an denen weder handelbare<br />

Güter noch handelbare Dienstleistungen<br />

entstehen, die exportiert<br />

werden können. Die „Neue Ökonomie“<br />

Amerikas ist in Wahrheit die „Offshored<br />

Economy“, stellt auch Nobelpreisträger<br />

Michael Spence fest. Die ehemaligen<br />

Einkommen von Millionen Amerikanern<br />

sind heute die Einkommen von Chinesen<br />

und Indern sowie die Kapitalgewinne<br />

der Aktionäre und die Millionen-Boni<br />

der Vorstände, die die Arbeitsplätze ins<br />

Ausland verlagert haben.<br />

Von Downtown zur Geisterstadt<br />

Mehr und mehr US-Bürger geraten in<br />

wirtschaftliche Not. Städte verfallen.<br />

Aus Downtowns werden Notowns. Die<br />

„Modern Day“ Geisterstadt Gary in Indiana<br />

ist kein Einzelfall. „Americas Newest<br />

Ghost Town“, „Ghost Towns Popping<br />

up Everywhere“ sind die Titel beklemmender<br />

Videos im Internet.<br />

Inzwischen rüstet die US-Staatssicherheitsbehörde<br />

Homeland Security<br />

auf, bewaffnet sich mit Panzerfahrzeugen<br />

und Munition. Und sie bildet Jugendliche<br />

zu FEMA Corps aus. Sind das<br />

Vorbereitungen, um soziale Unruhen<br />

niederzuschlagen? Am 7. März <strong>2013</strong> legte<br />

der republikanische US-Senator Paul<br />

Cruz dem Kongress Bill S. 505 vor – ein<br />

Gesetz, dass verbieten soll, dass Drohnen<br />

in den Vereinigten Staaten zum Töten<br />

amerikanischer Bürger eingesetzt<br />

werden. Wo bleiben Berichte dazu in<br />

den europäischen Mainstream-Medien?<br />

Aber Hauptsache, die Europäer sind über<br />

den Aufschwung der US-Volkswirtschaft<br />

und die Wunderwirkung des Frackings<br />

informiert. Die Perspektiven für einen<br />

Wiederaufbau der entindustrialisierten<br />

Volkswirtschaften, die glaubten, schlau<br />

daran zu tun, auf die Dienstleistungsbranche<br />

zu setzen, verschlechtern sich<br />

kontinuierlich. Der Wettbewerb aus<br />

China und aus anderen Schwellenländern<br />

bläst der hoch verschuldeten<br />

westlichen Welt zunehmend ins Gesicht.<br />

China arbeitet unter Hochdruck daran,<br />

die USA als Weltwirtschaftsmacht abzulösen.<br />

Amerika hat wohl kaum noch das<br />

Potenzial, das zu verhindern.<br />

Der Untergang des US-Dollars<br />

Im Gegenteil: Die Federal Reserve (Fed)<br />

fördert diese Entwicklung nach Kräften.<br />

Mit dem Aufkauf von US-Staatsanleihen<br />

und hypothekenbesicherter Finanzinstrumente<br />

monetarisiert sie alljährlich<br />

Schulden in einer Größenordnung von<br />

mehr als einer Billion US-Dollar.<br />

Gerade erst hat der Federal Reserve-<br />

Vorsitzende Ben Bernanke bestätigt: Bis<br />

auf weiteres bleibt es dabei. Ein verzweifelter<br />

Versuch, den völligen Absturz der<br />

US-Wirtschaft möglichst lange hinauszuschieben,<br />

mit dem die Federal Reserve<br />

den Wert des Greenbacks allerdings<br />

weiter untergräbt. Früher oder später<br />

muss es zur Flucht aus der US-Währung<br />

kommen. Ungeachtet der verheerenden<br />

ökologischen Folgen des Frackings, das<br />

der Umwelt hohe externe Kosten aufer-<br />

legt – sowohl die vermeintlich immense<br />

Bedeutung des Frackings für eine Reindustrialisierung<br />

der USA als auch der<br />

angeblich in der Breite einsetzende Aufschwung<br />

der US-Ökonomie sind nichts<br />

als Hypes, die den USA gut ins Konzept<br />

passen. Je mehr die Welt an den<br />

Wiederaufstieg Amerikas als führende<br />

Wirtschaftsmacht der Welt glaubt, desto<br />

eher gelingt es Washington, seine<br />

Staatsanleihen an den Finanzmärkten<br />

zu platzieren.<br />

Nichts muss Amerika so fürchten,<br />

wie den Untergang des US-Dollars als<br />

Leit- und Reservewährung der Welt. Denn<br />

dann droht Amerika die Zahlungsunfähigkeit,<br />

kann das Land seinen Konsum<br />

und seine Kriege nicht mehr mit selbst<br />

bedrucktem Papier finanzieren – das<br />

Ende der Hegemonialmacht Amerika. n<br />

Paul Craig Roberts<br />

und Johannes Maruschzik<br />

Dieser Artikel erschien zuerst ungekürzt<br />

auf www.antikrieg.com<br />

Über den Autor<br />

n Paul Craig Roberts war Assistent<br />

des Finanzministers unter Präsident<br />

Ronald Reagan. Er gilt als<br />

einer der besten sieben Journalisten<br />

der USA.<br />

6 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/20 13 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 7


Gesellschaft<br />

Korruption ist in Europas Wirtschaft immer<br />

noch überraschend weit verbreitet.<br />

Nach Meinung von 39 Prozent der Manager<br />

ist Bestechung in ihrem Land an<br />

der Tagesordnung. Slowenien, die Ukraine<br />

und Griechenland belegen einen<br />

„Diskrepanz in der Wahrnehmung von Korruption“<br />

(Grafik: ssoosay/Flickr.com)<br />

Bestechung/korruptes<br />

Verhalten sind in diesem<br />

Staat weit verbreitet<br />

Nährboden für Korruption<br />

Die Wirtschaftskrise Europas erhöht<br />

den finanziellen Druck<br />

unrühmlichen Spitzenplatz im Europa-<br />

Ranking: Dort liegt der Anteil der Befragten,<br />

die Korruption in ihrem Land für<br />

üblich halten, bei 96, 85 bzw. 84 Prozent<br />

und damit etwa auf dem Niveau von<br />

Kenia und Nigeria. Deutschland liegt<br />

mit 30 Prozent unter dem europäischen<br />

Durchschnitt. Am wenigsten verbreitet<br />

ist Korruption aber in der Schweiz: Hier<br />

geben nur zehn Prozent der Befragten<br />

an, Bestechung sei in ihrem Wirtschaftsleben<br />

gängig. Finnland und Schweden<br />

liegen jeweils bei 12 Prozent, Norwegen<br />

bei 17 Prozent.<br />

In Westeuropa hält jeder siebte Manager<br />

es in der eigenen Branche für<br />

übliche Praxis, Aufträge mithilfe von Bestechung<br />

zu gewinnen. In Deutschland<br />

sagen das immerhin noch neun Prozent<br />

der Befragten. Und erstaunlich viele Manager<br />

können sich vorstellen, in Notsituationen<br />

dem Geschäftserfolg mit unlauteren<br />

Mitteln nachzuhelfen: So halten<br />

In unserem Gebiet ist es<br />

gemeine Praxis, mit Bestechung<br />

Aufträge zu erkaufen<br />

% Zustimmungen<br />

Kenya 94 34<br />

Griechenland 84 29<br />

Südafrika 65 19<br />

Slovakei 84 41<br />

Ungarn 70 29<br />

Polen 59 22<br />

Italien 60 27<br />

Alle Befragten 57 26<br />

Großbritanien 37 6<br />

Russland 82 56<br />

Indien 69 44<br />

Deutschland 30 9<br />

Frankreich 27 7<br />

Saudi Arabien 66 46<br />

Türkei 55 39<br />

Ernst&Young)<br />

Schweden 12 4<br />

Schweiz 10 7 (Grafik:<br />

von den westeuropäischen Managern<br />

13 Prozent (Deutschland: sieben Prozent)<br />

Bestechung von Geschäftspartnern für<br />

gerechtfertigt, wenn auf diese Weise ein<br />

Unternehmen über einen Wirtschaftsabschwung<br />

hinweggerettet werden kann<br />

– obwohl die Mehrheit der Unternehmen<br />

in der Folge einiger Skandale schon<br />

umfassende Antikorruptionsregeln eingeführt<br />

haben. Zu diesen Ergebnissen<br />

kommt eine Studie der Prüfungs- und<br />

Beratungsgesellschaft Ernst & Young.<br />

Hohe Ansprüche der Investoren<br />

Trotz der lahmenden Konjunktur sind<br />

die Erwartungen an die Unternehmen,<br />

mit Umsatz- und Gewinnzuwächsen zu<br />

glänzen, hoch: 55 Prozent der deutschen<br />

Manager berichten von steigendem<br />

Druck, mit guten Quartalszahlen den<br />

hohen Ansprüchen der Investoren und<br />

Anteilseigner gerecht zu werden. In<br />

Westeuropa liegt der Anteil mit 71 Prozent<br />

noch höher.<br />

Um diesen hohen Erwartungen zu<br />

genügen, werden offenbar immer wieder<br />

auch Zahlen geschönt: So geben in<br />

Deutschland 34 Prozent der Manager<br />

an, dass Unternehmen Geschäftszahlen<br />

oftmals besser aussehen lassen, als sie<br />

tatsächlich sind. Das liegt über dem<br />

westeuropäischen Durchschnitt von<br />

31 Prozent. Besonders verbreitet ist ein<br />

solches Verhalten der Umfrage zufolge<br />

in Kroatien (58 Prozent), in Spanien und<br />

Russland (jeweils 61 Prozent) sowie in<br />

Slowenien (65 Prozent).<br />

Und wenn es darum geht, neue Aufträge<br />

zu akquirieren, ist Bestechung in<br />

einigen europäischen Ländern durchaus<br />

an der Tagesordnung. „In vielen Märkten<br />

ist die Zahlung von Schmiergeldern<br />

nach wie vor üblich“, beobachtet Stefan<br />

Heißner, Leader Fraud Investigation<br />

& Dispute Services EMEIA Central<br />

Zone bei Ernst & Young. „Die Manager<br />

international agierender Konzerne stehen<br />

in solchen Ländern vor erheblichen<br />

Herausforderungen: Wenn sie sich an die<br />

geltenden Regeln und Gesetze halten,<br />

entgeht ihnen Geschäft – mit der Folge,<br />

dass sie womöglich ihre Umsatzziele<br />

verfehlen.“<br />

8 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

Da braucht es glasklare unternehmensinterne<br />

Vorgaben, um zu verhindern,<br />

dass Mitarbeiter der Versuchung erliegen,<br />

dem Erfolg mit Schmiergeldzahlungen<br />

nachzuhelfen.“ Denn zu einer<br />

klaren Antikorruptionspolitik gibt es<br />

keine Alternative. Die Herausforderung<br />

bestehe nun darin sicherzustellen, dass<br />

die Richtlinien immer und von allen Mitarbeitern<br />

tatsächlich befolgt werden.<br />

Korruption auch in Deutschland<br />

Heißner betont, dass viele deutsche<br />

Unternehmen in den letzten Jahren<br />

massive Anstrengungen unternommen<br />

haben, Korruption im eigenen Haus zu<br />

verhindern. In der Befragung gaben 64<br />

Prozent der deutschen Manager an, das<br />

3/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 9<br />

gehobene Management habe ein klares<br />

Bekenntnis zu Antibestechungsrichtlinien<br />

abgegeben. Die Bekämpfung von<br />

Korruption bleibe eine wichtige Aufgabe<br />

für die Unternehmenslenker, so Heißner:<br />

„Nach unserer Erfahrung ist das Problem<br />

der Korruption auch in deutschen Unternehmen<br />

noch lange nicht vom Tisch.<br />

Es ist erstaunlich, dass offenbar immer<br />

noch so viele große Unternehmen auf<br />

diesem Auge blind sind.<br />

Inzwischen sollten sich die erheblichen<br />

Risiken herumgesprochen haben,<br />

die die Antikorruptionsgesetze etwa der<br />

USA und Großbritanniens auch für die<br />

Muttergesellschaften und die Auftraggeber<br />

regionaler Vertretungen mit sich<br />

bringen.“<br />

Schwächen beim Einsatz von Kontrollwerkzeugen<br />

In diesem Jahr haben 61 Prozent der<br />

deutschen (und 55 Prozent aller befragten<br />

westeuropäischen) Manager zu<br />

Protokoll gegeben, dass in ihrem Unternehmen<br />

Antikorruptionsrichtlinien<br />

bestünden.<br />

Von einer „Whistleblowing“-Hotline<br />

zum Melden von Betrug, Bestechung<br />

oder Korruption berichteten hingegen<br />

nur 45 Prozent der deutschen Manager<br />

(Westeuropa: 37 Prozent). Ob<br />

aller dings das eigene Unternehmen<br />

„Whistleblower“ – also Mitarbeiter, die<br />

Verdachtsfälle melden – im Ernstfall<br />

auch unterstützen würde, scheint vielen<br />

Beschäftigten fraglich. n<br />

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Gesellschaft<br />

Ein schwerfälliges Verfahren<br />

Die parlamentarische Arbeitsweise muss besser erklärt werden<br />

Debatten vor nahezu leeren Bänken.<br />

Fehlende Abgeordnete bei wichtigen<br />

Abstimmungen. Parteipolitische<br />

Vorgaben statt freier Gewissensentscheidung.<br />

Bei solchen Eindrücken aus<br />

dem parlamentarischen Alltag heißt es<br />

schnell, die Abgeordneten seien unfähig<br />

und faul, sie würden nur abnicken und<br />

durchwinken, was ihnen vorgesetzt<br />

wird. Obwohl ebenso platt wie falsch,<br />

prägen solche Vorurteile die öffentliche<br />

Meinung. Gegen diese Mixtur aus<br />

Unkenntnis und Anmaßung müssen<br />

wir Parlamentarier uns selbstbewusst<br />

wehren aber zugleich unsere Arbeitsweise<br />

deutlich besser darstellen und<br />

erklären.<br />

Ein modernes Arbeitsparlament<br />

funktioniert anders<br />

Auch wenn es ohne Sitzfleisch nicht geht<br />

- Kompetenz und Fleiß der Abgeordneten<br />

lassen sich nicht anhand leerer<br />

Sitze messen. Im Gegenteil: Würde das<br />

Parlament von morgens bis abends stets<br />

in voller Besetzung debattieren, käme<br />

die Gesetzgebung schnell zum Erliegen.<br />

Nicht mehr, sondern weniger würde<br />

beraten und entschieden. Winston Churchill<br />

soll gesagt haben: „Am faulsten<br />

sind die Parlamente, die am stärksten<br />

besetzt sind.“ Der Nationale Volkskongress<br />

der Volksrepublik China entspricht<br />

dem Wunschbild eines vollbesetzten Plenums.<br />

Ein modernes Arbeitsparlament<br />

Die wesentliche Arbeit des Parlamentarismus geschieht in den „Werkstätten“, den<br />

Arbeitsausschüssen und dort wird auch bereits entschieden<br />

10 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

(Foto: Lichtblick/Achim Melde)<br />

(Foto: Deutscher Bundestag/Marc-Steffen Unger)<br />

in einer Demokratie funktioniert anders.<br />

Der Deutsche Bundestag ist hochgradig<br />

arbeitsteilig organisiert. Anders könnte<br />

er seine vielfältigen Aufgaben, die weit<br />

über die eigentliche Gesetzgebungsarbeit<br />

hinausgehen, gar nicht bewältigen.<br />

Das Plenum ist die „gute Stube“ des Parlamentarismus,<br />

die wesentliche Arbeit<br />

geschieht aber in den „Werkstätten“<br />

und in der Regel wird dort auch bereits<br />

entschieden. Wenn schließlich im Plenum<br />

des Bundestages vor den Augen der<br />

Fernsehkameras öffentlich debattiert<br />

und abgestimmt wird, sind die Positionen<br />

meist schon festgelegt und die<br />

Entscheidungen getroffen. Dieser Vorlauf<br />

bleibt in der öffentlichen Bewertung<br />

und Berichterstattung weitgehend<br />

unbeachtet. So entsteht zwangsläufig<br />

ein schiefes Bild.<br />

Entgegen weit verbreiteten Vorstellungen<br />

dient die Plenardebatte weniger<br />

dazu, den politischen Gegner zu überzeugen<br />

als vielmehr die unterschiedlichen<br />

Argumente und Bewertungen<br />

in die Öffentlichkeit zu transportieren.<br />

Deshalb lässt die Geschäftsordnung des<br />

Deutschen Bundestages es auch zu, dass<br />

im Normalfall relativ wenig Abgeordnete<br />

an einer Plenumsdebatte teilnehmen.<br />

Intern Spezialist, nach außen Generalist<br />

Ein Parlament ist keine Ansammlung<br />

von Einzelkämpfern. Parlamentarische<br />

Arbeit kann nur in der Gemeinschaft<br />

politisch gleichgesinnter, nach Fraktionen<br />

formierter und nach Fach- und<br />

Sachwissen spezialisierter Parlamentsmitglieder<br />

sinnvoll erledigt werden –<br />

also in einer besonderen Form spezifischer<br />

Teamarbeit. Niemand ist in der<br />

Lage, sich pro Wahlperiode mit ca. 1.000<br />

Gesetzentwürfen, über 3.000 kleinen<br />

und großen Anfragen und etwa 2.000<br />

Anträgen zu den unterschiedlichsten<br />

Themen zu befassen. Deshalb werden<br />

die Arbeitsfelder aufgeteilt. Der Abgeordnete<br />

ist intern Spezialist, nach außen<br />

hin aber Generalist. In Berlin wird er für<br />

die Kollegen, die Fach- und Medienöffentlichkeit<br />

der sachkundige Experte. In<br />

seinem Wahlkreis und für sein Bundesland<br />

bleibt er aber der Ansprechpartner<br />

für alles und jedes. Dieser Spagat<br />

lässt sich nur mit wechselseitiger Hilfe<br />

bewältigen. Und dafür braucht es ein<br />

Mindestmaß an Vertrauen in die Kompetenz,<br />

Integrität und Verlässlichkeit der<br />

Fraktionskollegen.<br />

Langes Wochenende ohne Freizeit<br />

Wenn im Plenum die Fachpolitiker<br />

sprechen, haben sie sich zuvor in den<br />

Ausschüssen des Bundestages und den<br />

Arbeitsgruppen der Fraktionen eingehend,<br />

nicht selten monatelang, mit<br />

einem Thema beschäftigt. Sie haben in<br />

den Fraktionsvollversammlungen allen<br />

Kolleginnen und Kollegen hierzu Rede<br />

und Antwort gestanden. Währenddessen<br />

kümmern sich die übrigen Abgeordneten<br />

um andere Themen. Das kann im<br />

Büro sein, in Arbeitstreffen mit Sachverständigen<br />

aus Wirtschaft, Wissenschaft<br />

oder Gesellschaft, im Gespräch mit Kollegen<br />

oder mit Interessensvertretern.<br />

Hat ein Politiker noch zusätzliche<br />

Führungsaufgaben in den Gremien der<br />

Fraktion oder Partei, ist während der<br />

Sitzungswochen sein Terminkalender<br />

von Montag bis Freitag dicht gefüllt.<br />

Wenn er am Freitag Berlin verlässt, hat<br />

er zwar ein langes Wochenende vor sich,<br />

aber keineswegs Freizeit. Als Festredner<br />

bei Veranstaltungen und Jubiläen,<br />

bei Begegnungen und Besichtigungen<br />

vor Ort steht er seinem Wahlkreis oder<br />

Landesverband zur Verfügung. Wenn<br />

man dieses Arbeitspensum in einen<br />

Stundenlohn umrechnet, relativiert sich<br />

30,1<br />

LInke<br />

20,1<br />

SPD<br />

die angeblich so üppige Bezahlung der<br />

Parlamentarier deutlich. Bei 60 bis 70<br />

Arbeitsstunden pro Woche ergibt sich<br />

dann ein Stundenlohn in der Größenordnung<br />

eines Facharbeiters in der<br />

Automobilbranche.<br />

Mühselig und wenig populär<br />

Da ein Großteil der parlamentarischen<br />

Arbeit unterhalb der öffentlichen Wahrnehmung<br />

abläuft, ist das Bild nach<br />

außen oft lückenhaft. Das gilt besonders<br />

für die Rolle der Fraktionen, die<br />

eine Schlüsselstellung haben, wenn es<br />

darum geht, die Repräsentationsfunktion<br />

des Parlaments zu erfüllen. Die<br />

Fraktionen wirken hier als organisatorische<br />

Klammer. Grundsätzlich soll jeder<br />

einzelne Abgeordneten an der politischen<br />

Willensbildung zu allen anstehenden<br />

Themen mitwirken. In seiner<br />

Fraktion kann er auch die großen Linien<br />

der Politik beeinflussen und seiner Aufgabe<br />

gerecht werden, den Wählerwillen<br />

über die ganze Bandbreite politischer<br />

Themen zu vertreten. Entsprechend kontrovers<br />

wird mitunter diskutiert. Das ist<br />

intern häufig mühselig und nach außen<br />

wenig populär. Aber es ist wertvoll, denn<br />

der politische Streit beflügelt das Auffinden<br />

der besten Lösungen. Es würde sich<br />

lohnen, intensiv darüber nachzudenken,<br />

in welchem Umfang in einem formalisierten<br />

Verfahren auch die Diskussionen<br />

in den Fraktionsgremien öffentlich<br />

abgebildet werden könnten. Zu überlegen<br />

wäre auch, die Fach-Ausschüsse des<br />

Bundestages stärker für die Öffentlich-<br />

12,8<br />

Grüne<br />

Linke Schwänzer<br />

Versäumte Abstimmungen pro<br />

Abgeordneten nach Parteien<br />

11,3<br />

FDP<br />

keit zu öffnen, indem man das bisherige<br />

Regel-Ausnahme-Verhältnis umkehrt<br />

und Ausschusssitzungen grundsätzlich<br />

öffentlich durchführt.<br />

Diffamierung und platte Polemiken<br />

Mehr Transparenz kann Vorurteilen den<br />

Nährboden entziehen. Wir müssen die<br />

komplexen und vielfältigen Entscheidungsprozesse<br />

lebendig und lebensnah<br />

vermitteln. Hier sind erhebliche Verbesserungen<br />

möglich. Das gilt für den Deutschen<br />

Bundestag als Organ wie für jeden<br />

Abgeordneten persönlich. Ansehen und<br />

Reputation des Hauses dürfen im politischen<br />

Streit nicht leiden. Persönliche<br />

Diffamierungen müssen tabu sein. Und<br />

schließlich sind die Parlamentskorrespondenten<br />

und Berichterstatter der<br />

Medien gefordert. Sie lassen sich allzu<br />

häufig zu platten Polemiken hinreißen,<br />

auch wenn sie es besser wissen oder<br />

zumindest wissen sollten. n<br />

Hermann Otto Solms<br />

Über den Autor<br />

10,8<br />

CDU/CSU<br />

n Dr. Hermann Otto Prinz zu Solms-<br />

Hohensolms-Lich ist ein deutscher<br />

Politiker der FDP. Er war von<br />

1991 bis 1998 Vorsitzender der<br />

FDP-Bundestagsfraktion und ist<br />

seit 1998 Vizepräsident des Deutschen<br />

Bundestages.<br />

(Foto: Dr. Hermann Otto Solms)<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 11<br />

(Grafik: Focus/Statista <strong>2013</strong>)


© Minerva Studio - Fotolia.com<br />

Gesellschaft<br />

Was mich nicht umbringt<br />

Asiatische Marienkäfer sind weltweit auf dem Vormarsch.<br />

Die Invasoren setzen auf biologische Kriegsführung.<br />

Aus Menschensicht sind Marienkäfer<br />

hübsch anzusehen, harmlos und obendrein<br />

noch nützlich, denn sie fressen<br />

Blattläuse und andere Pflanzenschädlinge.<br />

Besonders gefräßig ist der Asiatische<br />

Marienkäfer alias Harmonia axyridis:<br />

Weil er bis zu 200 Blattläuse pro<br />

Tag verputzt, haben ihn findige Biobauern<br />

vor Jahrzehnten zwecks biologischer<br />

Schädlingsbekämpfung auf Felder und<br />

in Gewächshäuser geholt – erst nach<br />

Nordamerika, dann nach Europa.<br />

Doch seit den 1990er Jahren werden<br />

die kleinen Helfer selbst zum Problem.<br />

Sie vermehren sich hemmungslos und<br />

gelten mittlerweile als Musterbeispiel<br />

einer invasiven Art. Auch in Deutschland<br />

haben die Fremdlinge Fuß gefasst<br />

und machen den etwa 80 einheimischen<br />

Marienkäfern das Leben schwer.<br />

„Wenn das so weitergeht, werden viele<br />

dieser Arten verschwinden“, fürchtet<br />

Professor Andreas Vilcinskas.<br />

Der Biologe leitet das Institut für<br />

Phytopathologie und Angewandte Zoologie<br />

der Universität Gießen. 2010 hat er<br />

zudem die Projektgruppe Bio-Ressourcen<br />

am Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie<br />

und Angewandte Ökologie<br />

IME aufgebaut, deren Finanzierung das<br />

Land Hessen über das Exzellenzinitiativ-Programm<br />

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onen Euro unterstützt. „Wir wollen die<br />

enor me Biodiversität der Insekten nutzbar<br />

machen.<br />

Diese Tiergruppe verfügt über eine<br />

Vielzahl von Biomolekülen mit Potenzial<br />

für medizinische oder biotechnologische<br />

Anwendungen“, betont Vilcinskas.<br />

Effizientes Antibiotikum<br />

Invasive Arten wie den Asiatischen<br />

Marienkäfer hält der Fraunhofer-Forscher<br />

für besonders vielversprechend:<br />

„Wenn sich eine Art weltweit durchsetzen<br />

kann, dann muss sie eine starke<br />

Immunabwehr besitzen. Denn in den<br />

neuen Lebensräumen ist sie ständig<br />

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mit anderen Krankheitserregern konfrontiert“.<br />

Ein Vergleich des eingeschleppten<br />

Käfers mit zwei heimischen<br />

Arten – dem Siebenpunkt und dem<br />

Zweipunkt-Marienkäfer – gibt dem Biologen<br />

Recht: Im Reagenzglas vermag<br />

das Blut der fremdländischen Insekten<br />

Bakterien deutlich stärker abzuwehren,<br />

als das Blut der beiden europäischen<br />

Arten.<br />

Als Wirkstoff identifizierten Vilcinskas<br />

Mitarbeiter eine Substanz namens<br />

Harmonin; sie wird ausschließlich von<br />

Harmonia hergestellt und erwies sich<br />

im Experiment als effizientes Antibiotikum<br />

– unter anderem gegen die Erreger<br />

von Tuberkulose und Malaria.<br />

Harmonin ist jedoch nur eine von<br />

vielen chemischen Waffen, mit denen<br />

sich Asiatische Marienkäfer gegen<br />

Mikroorganismen zur Wehr setzen.<br />

Massive Angriffe von Bakterien kontern<br />

die exotischen Krabbler mit über 50<br />

Substanzen aus der Klasse der Peptide.<br />

Das ergaben aufwändige molekularbiologische<br />

Analysen von Dr. Heiko Vogel<br />

am Max-Planck-Institut für Chemische<br />

Ökologie in Jena.<br />

„Damit hält Harmonia den Rekord.<br />

Kein anderes Tier produziert so viele<br />

antimikrobielle Peptide“, betont Vilcinskas.<br />

So sichern sich die Invasoren einen<br />

Wettbewerbsvorteil gegenüber Siebenpunkt<br />

& Co. Doch die erhöhte Widerstandskraft<br />

erklärt noch nicht ihre<br />

enorme Durchsetzungsfähigkeit. Auch<br />

aus direkten Auseinandersetzungen<br />

mit ihren Verwandten gehen sie stets<br />

als Sieger hervor.<br />

Im Blut der Invasoren<br />

Eine verblüffende Beobachtung führte<br />

das Fraunhofer-Team zum eigentlichen<br />

Erfolgsrezept von Harmonia: Im Kampf<br />

um Nahrung und Lebensraum fressen<br />

Marienkäfer nicht selten Larven und Eier<br />

ihrer Konkurrenten.<br />

Macht sich ein Siebenpunkt-<br />

Marienkäfer über die Jugendstadien<br />

des Fremdlings her, so stirbt er daran.<br />

Vergreift sich aber ein asiatischer<br />

Käfer am heimischen Nachwuchs, so<br />

bekommt ihm das bestens.<br />

Des Rätsels Lösung liegt im Blut<br />

der Invasoren: Es ist voll mit sporenförmigen<br />

Parasiten. Sie ließen sich<br />

nach gut 18-monatiger molekularbiologischer<br />

Detektivarbeit einer Gruppe<br />

pilzähnlicher Einzeller namens Nosema<br />

zuordnen.<br />

„Inzwischen haben wir uns Asiatische<br />

Marienkäfer aus der ganzen<br />

Welt angesehen. In jeder Population,<br />

in jedem einzelnen Tier, selbst in den<br />

Eiern finden wir Mikrosporidien“, so<br />

Vilcinskas. Wenn ein Siebenpunkt ein<br />

Harmonia-Ei verspeist, infiziert er sich<br />

also unweigerlich mit den Erregern. Die<br />

Mikrosporidien vermehren sich in ihrem<br />

neuen Wirt und bringen ihn schließlich<br />

um. Warum sie ihren asiatischen Wirten<br />

nichts anhaben können, wissen die IME-<br />

Forscher noch nicht.<br />

Eine heiße Spur gibt es aber schon,<br />

verrät Andreas Vilcinskas: „Vermutlich<br />

schützen sich die Käfer mit Harmonin.<br />

Wir glauben, dass sie damit die Vermehrung<br />

der Mikrosporidien auf einem<br />

ungefährlichen Niveau halten“. n<br />

12 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 13<br />

Nominiert für<br />

Großer Preis des<br />

MITTELSTANDES<br />

(Foto: Andreas Vilcinskas/Fraunhofer IME)<br />

Überblick der Neozoen in Deutschland<br />

Säugetiere Artenzahl etabliert nicht etabliert Status fraglich BfN)<br />

-<br />

Säugetiere 22 8 14 0<br />

Vögel 163 15 138 10<br />

Naturschutz für<br />

Reptilien 14 0 13 1<br />

Amphibien 8 1 7 0<br />

Bundesamt<br />

Knochenfische 54 8 21 25<br />

Gesamt 1149 264 443 442 (Grafik:<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 13<br />

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Gesellschaft<br />

Nun widmet sich auch der Spiegel in<br />

einer Titelgeschichte dem Phänomen<br />

„Big Data“ und man hat den Eindruck,<br />

dass die Verheißungen von Big Data-<br />

Gurus bei einigen Journalisten die Sinnesorgane<br />

vernebeln. Vom Ende des<br />

Big Data – Big Irrtum<br />

Auch der Spiegel beerdigt die Zukunft – Dabei gilt:<br />

Gewiss ist nur die Ungewissheit<br />

Zufalls ist da die Rede, von der Lenkung<br />

des Lebens oder von der präzisen<br />

Vorhersage menschlichen Verhaltens.<br />

Schaut man genauer hin, sind es in<br />

der Regel aggregierte Daten, die recht<br />

nützliche aber doch simple Vorhersagen<br />

machen. Von einer Steuerung unserer<br />

Zukunft in allen Lebenslagen kann nicht<br />

die Rede sein – da sollte man den Werbebroschüren<br />

von Big Data-Anbietern<br />

schon etwas kritischer entgegentreten.<br />

Das klingt anmaßend<br />

Wenn es um die Auslastung eines Container-Hafens<br />

geht, kann die Auswertung<br />

von Daten logistische Abläufe verbessern.<br />

Kreditkartenfirmen können Kunden<br />

warnen, wenn sie ungewöhnliche<br />

Nutzungsmuster wahrnehmen, die auf<br />

betrügerische Aktionen schließen lassen.<br />

Warenbestellsysteme könnten mit der<br />

Echtzeitanalyse von Daten präziser arbeiten.<br />

Fahnder können schneller Diebe aufspüren<br />

durch die Clusterung von Bewe-<br />

Die FELUWA Pumpen GmbH liefert<br />

sechs MULTISAFE-Vierlingspumpen nach China.<br />

Die erste MULTISAFE-Pumpe in Quadruplex-<br />

Ausführung auf dem Prüfstand.<br />

Mürlenbach. Für das Großprojekt Salt Lake in der chinesischen<br />

Provinz Qinghai mit einem Auftragswert von 2,7 Millionen Euro<br />

wurden bei FELUWA sechs Pumpen der Baureihe ZGL350/250 –<br />

2K200-4DS 100HD montiert und vor Auslieferung auf dem Prüfstand<br />

erfolgreich getestet. Die ersten vierköpfigen MULTISAFE<br />

Doppel-Schlauchmembranpumpen werden in einer Kohlevergasungsanlage<br />

pro Stunde jeweils 78 m 3 Kohleschlamm mit einem<br />

Druck von 96 bar in den Reaktor speisen.<br />

Die Pumpen dienen als Speisepumpen für eine Multi-Elementanlage<br />

mit vier Brennern. Insgesamt 32 Transportkisten mit einem<br />

Gesamtgewicht von 192 Tonnen wurden im Hamburger Containerhafen<br />

nach China verschifft und beim Kunden nach einer sechswöchigen<br />

Reise eintreffen.<br />

gungsprofilen. Aber wird mein Denken<br />

über Big Data determiniert? Das klingt<br />

genauso anmaßend wie die maschinenbeseelten<br />

Börsenbubis, die über Algorithmen<br />

die Finanzmärkte steuern wollten<br />

und damit kräftig auf die Schnauze<br />

gefallen sind.<br />

Weniger Versprechungen, mehr<br />

Entwicklungen<br />

Auch hier waren es übrigens wie bei Big<br />

Data in der Regel Naturwissenschaftler<br />

(einige von ihnen konvertierten zu den<br />

sozialwissenschaftlichen Disziplinen),<br />

die sich mit ihren kruden Modellen ausgetobt<br />

haben und immer noch austoben.<br />

Angeblich krempelt Big Data zurzeit<br />

die komplette Wirtschaft um, so der<br />

Spiegel. Auf dem Personalmarkt sieht es<br />

ganz anders aus: „Die Zahl der Vakanzen<br />

steigt vor allem bei Sales und Consulting“,<br />

so der Düsseldorfer Personalberater<br />

Karsten Berge von SearchConsult.<br />

Wirklich smarte Apps muss man<br />

mit der Lupe suchen<br />

Es geht um Verkauf und sehr wenig um<br />

wirklich nutzbringende Netzintelligenz.<br />

Insofern sollten sich die Big Data-Apologeten<br />

mit ihren Versprechungen etwas<br />

mehr zurückhalten und Programme<br />

entwickeln, die man im Alltag nützlich<br />

einsetzen kann. Punktuell, situativ und<br />

nur dann, wenn ich es als Anwender<br />

auch zulasse.<br />

Die Frage ist, ob die App-Anbieter<br />

sich in diese Richtung bewegen<br />

Beispielsweise über wirklich smarte<br />

Apps, die man allerdings mit der Lupe<br />

suchen muss: „Die Kombination von Apps<br />

zu größeren Applikationen ist bislang<br />

ausgeblieben. Jede App ist autark und<br />

macht nicht viel mit anderen Diensten.<br />

Es gibt zwar einige einfache Kombinationen<br />

wie den Kalender auf dem iPhone.<br />

Aber so richtig begeistert hat mich das<br />

nicht. Man sieht nichts von komplexeren<br />

Software-Architekturen wie man das in<br />

der traditionellen Software-Entwicklung<br />

kennt. Da ist noch ziemlich viel Luft nach<br />

oben. Die Frage ist, ob die App-Anbieter<br />

sich überhaupt in diese Richtung bewegen“,<br />

so Bloggercamp-Kollege Bernd<br />

Stahl von Nash Technologies. Es müsste<br />

möglich sein, ein größeres System in<br />

einem Framework aus vielen Applikationen<br />

zusammenzubauen. Also die Überwindung<br />

der Software-Krise durch die<br />

Schaffung von einfach nutzbaren Apps.<br />

„Irgendwie klappt es mit der Modularisierung<br />

von Apps nicht so, wie man<br />

sich das anfänglich vorgestellt hat”, sagt<br />

Stahl. Von wirklich personalisierten und<br />

interagierenden Diensten sei man noch<br />

weit entfernt – mit und ohne Apps.<br />

Wir leben in einer Welt des Risikos<br />

Bislang laufen die Analyse-Systeme eher<br />

auf Cookie-Niveau und elektrisieren vor<br />

allem die Werbeindustrie. Ausführlich<br />

nachzulesen unter: Über die Sehnsüchte<br />

der Controlling-Gichtlinge: Big Data und<br />

das Himmelreich der Planbarkeit. Vielleicht<br />

sollte man eher der Empfehlung<br />

von Frank Schirrmacher folgen und sich<br />

mit den Arbeiten von Professor Gerd<br />

Gigerenzer, Direktor am Max-Planck-<br />

Institut für Bildungsforschung, beschäftigen:<br />

„Nur eines ist gewiss: Wir leben<br />

in einer Welt der Ungewissheit und des<br />

Risikos.“ Schirrmacher hält es für notwendig,<br />

sich in der Maschinenwelt stärker<br />

der Unberechenbarkeit zu widmen<br />

und seiner Intuition zu vertrauen. Das<br />

sagte er im Gespräch mit Frank Rieger<br />

und Fefe (so nach zwei Stunden und 30<br />

Minuten). n<br />

Gunnar Sohn<br />

Über den Autor<br />

n Gunnar Sohn ist Wirtschaftspublizist<br />

und Medienberater und<br />

Chefredakteur des Onlinemagazins<br />

NeueNachricht<br />

(Fotos: Gunnar Sohn)<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 15<br />

Ein mittelständisches Unternehmen<br />

mit Blick in die Zukunft!<br />

Unsere Leistungen umfassen u.a. die<br />

Qualifizierung und Requalifizierung von<br />

Reinräumen in den Bereichen Pharmazie,<br />

Industrie und Krankenhäusern durch<br />

geschultes und zertifiziertes Personal.<br />

Bereich Pharmazie :<br />

■ Dichtsitz und Leckagemessung nach<br />

EN ISO 14644 Teil 3 und VDI 2083<br />

■ Bestimmung der Reinraumklassen<br />

gemäß GMP Annex 1 Bestimmung<br />

der clean-up-Phase<br />

■ Visualisierung Strömungsverhalten<br />

■ Bestimmung Raumluftwechsel<br />

■ Messung Schallpegel und Beleuchtungsstärke<br />

Bereich Industrie:<br />

■ Dichtsitz und Leckagemessung gemäß<br />

EN ISO 14644 Teil 3 und VDI 2083<br />

■ Bestimmung Reinraumklassen gemäß<br />

EN ISO 14644<br />

■ Bestimmung clean-up-Phase<br />

■ Visualisierung Strömungsverhalten<br />

■ Messung Schallpegel und Beleuchtungsstärke<br />

Bereich Krankenhaus:<br />

■ Dichtsitz und Leckagemessung gemäß<br />

DIN 1946 Teil 4<br />

■ Messung der partikulären Belastung<br />

der Zuluft an OP-Decken gemäß<br />

DIN 1946 Teil 4<br />

■ Überprüfung Laminar<br />

■ Flow an OP-Decken<br />

■ Messung Abströmgeschwindigkeit<br />

Und in allen vorgenannten Bereichen:<br />

■ Messung Temperatur/Luftfeuchte<br />

■ Überprüfung Raumdrücke<br />

■ Auswertung und Dokumentation<br />

■ Handlungsempfehlungen<br />

Kontakt<br />

ASI Anlagen, Service, Instandhaltung GmbH<br />

Geschäftsführer: Gerhard Schade<br />

Göschwitzer Straße 22<br />

07745 Jena<br />

Tel.: 03641 686-102<br />

Fax: 03641 686-109<br />

gerhard.schade@asi-jena.de<br />

www.asi-jena.de<br />

2007 ausgezeichnet mit dem<br />

„Großen Preis des Mittelstandes“


Gesellschaft<br />

Entfesselte Bildung<br />

Das Streben nach individueller Verwirklichung<br />

Wer sich heute bilden will, braucht keinen<br />

Lehrer mehr. Jedenfalls keinen aus<br />

Fleisch und Blut. Bildung und Weiterbildung<br />

werden in Zeiten von Internet und<br />

Free Tutorials völlig neu definiert. Junge<br />

Menschen streben heute nicht mehr vorrangig<br />

nach Geld und Statussymbolen,<br />

sondern nach individueller Freiheit und<br />

persönlichem Glück. Ein individueller<br />

Lebensstil ist wichtiger als die Karriere.<br />

Nicht zuletzt das Internet ermöglicht<br />

es, dass sich dieser Wunsch zunehmend<br />

auch verwirklichen lässt. Trends wie<br />

E-Learning, Open-Education oder situatives<br />

Wissensmanagement erleichtern<br />

es, permanent und von sich aus neue<br />

Fähigkeiten zu erlernen und beseitigen<br />

frühere Grenzen beruflicher Selbstverwirklichung.<br />

Der Wunsch nach persönlicher<br />

Verwirklichung bringt Menschen,<br />

Bildungseinrichtungen und Unternehmen<br />

neue Möglichkeiten und Folgen.<br />

Bildung kostenlos, immer, überall<br />

Die Integration des Internet in unseren<br />

Alltag ist allgegenwärtig. Auch der<br />

Umgang mit dem eigenen Wissen und<br />

Fähigkeiten ist ein anderer geworden.<br />

Beim „Smart Teaching“ werden Lernfortschritte<br />

mithilfe von digitalen Tracking-Tools<br />

erfasst und ausgewertet.<br />

Bildung findet längst nicht mehr nur<br />

an Schulen statt. LearnZillion beispielweise<br />

ist eine Internetplattform, die<br />

Lehrvideos, Prüfungen und die Dokumentation<br />

des individuellen Lernfortschritts<br />

miteinander vereint. Für jede<br />

Schulstunde wird eine „Playlist“ erstellt,<br />

die neben den Schülern auch Eltern und<br />

Nachhilfelehrer bei den Hausaufgaben<br />

unterstützt. Die Hausaufgaben selbst<br />

werden automatisch bewertet und<br />

dokumentiert. Individuell abrufbare<br />

16 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

Lehrvideos stehen auch im Zentrum der<br />

Khan Academy – eine nicht-kommerziell<br />

betriebene Website. Alle Inhalte werden<br />

kostenlos zur Verfügung gestellt. Der<br />

Gründer Salman Khan hat es sich zum<br />

Ziel gesetzt, Bildung für alle Menschen<br />

kostenfrei zugänglich zu machen.<br />

Schlüssel individueller<br />

Lebensgestaltung<br />

Für den Gründer des Zukunftsinstitutes,<br />

Matthias Horx, ist die wichtigste Ressource<br />

die Aneignung von Problemlö-<br />

Hacker zerstören nicht, sondern<br />

schaffen neue Orte<br />

sungskompetenz. Mit Hilfe verschiedenster<br />

Internet-Dienste ist es heute<br />

möglich, sich einer Vielzahl beruflicher<br />

und privater Herausforderungen auch<br />

ohne vorherige institutionelle Ausbildung<br />

oder Inanspruchnahme externer<br />

Hilfe zu stellen. Das notwendige Knowhow<br />

können sich die Betroffenen auf<br />

unterschiedlichstem Wege im Internet<br />

beschaffen, selbstmotiviert und ohne<br />

formale Erlaubnis. Da durch solche informellen<br />

Bildungsmaßnahmen berufliche<br />

Werdegänge nicht mehr zwangsweise<br />

an den vorherigen Bildungsweg gekoppelt<br />

sind, können individuelle Lernentwürfe<br />

deutlich leichter realisiert werden.<br />

Hacking wird zur Kulturtechnik<br />

Die Hacker erobern den Alltag. Dabei<br />

umfasst der Begriff „Hacking“ nicht<br />

mehr nur die technikaffinen Computer-<br />

Nerds, sondern eine Lebenseinstellung.<br />

Mit gesunder Respektlosigkeit werden<br />

auf kreative Art und Weise die Regeln<br />

von Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft<br />

gebrochen. Die im Netz praktizierten<br />

Prinzipien des Teilens, Tauschens<br />

und Transformierens werden in den<br />

Alltag integriert. Hacking meint weniger<br />

die Zerstörung von etwas, vielmehr<br />

rüttelt eine junge Generation, die auf<br />

(Foto: CollegeDegrees360/Flickr.com)<br />

(Grafik: Eurobarometer 2009)<br />

Beteiligung und Transparenz setzt, am<br />

Status quo. Gehackt werden Situationen,<br />

Kampagnen und das Alltagsleben. Die<br />

Urban Hacker zerstören nicht, sondern<br />

schaffen auf fantasievolle Art neue<br />

Orte. Aus der genormten Stadt werden<br />

neue Städte der Begegnungen. Durch<br />

unzählige kleine Maßnahmen wird der<br />

öffentliche Raum personalisiert. Das<br />

Ergebnis sind höchst ungewöhnliche<br />

Sofortverbesserungen im Stadtraum<br />

ohne langwierigen Planungsaufwand.<br />

Doch sind es bei weitem nicht nur junge<br />

arbeitssuchende Individualisten, die<br />

von den Vorzügen der digitalen Revolution<br />

profitieren können. Ein zentrales<br />

Stichwort lautet „Open Education – der<br />

freie Zugang zu Lehrinhalten“. Im Zuge<br />

Als Anbieter von Systemlösungen für die<br />

Nutzfahrzeugelektronik hat sich Fahrzeugtechnik<br />

Miunske längst international<br />

einen Namen gemacht. Doch auch in<br />

der Region hat das Großpostwitzer Unternehmen<br />

einen guten Ruf. Verantwortung<br />

und Nachhaltigkeit prägen das unternehmerische<br />

Handeln der Firma –<br />

als Arbeitgeber oder Sponsor für Jugend-<br />

und Kulturprojekte ebenso wie beim<br />

Umweltschutz.<br />

So produziert Miunske seit Sommer 2012<br />

eigenen Strom. Mit einer Photovoltaikan-<br />

des technischen Fortschritts müssen althergebrachte<br />

Lehrmethoden überdacht<br />

und neue Kulturtechniken in die Ausbildung<br />

integriert werden. Das Konzept<br />

des „Flipped Classrooms” bricht daher<br />

mit der alten Lehrmethode des Frontal-<br />

Die ganze Welt im virtuellen<br />

Klassenzimmer<br />

vortrags im Klassenzimmer und ermöglicht<br />

es Schülern, die Vorträge ihrer<br />

Lehrer per Online-Video zu Hause anzusehen.<br />

Auf diese Weise sind die Schüler<br />

in der Lage, die Geschwindigkeit des<br />

Unterrichts ihrem eigenen Lerntempo<br />

lage auf dem Dach des neuen Fertigungs-<br />

und Logistikzentrums wird so viel Energie<br />

gewonnen, wie das Unternehmen<br />

selbst verbraucht. Der Neubau und weitere<br />

Hallen werden mit Erdwärme beheizt.<br />

Inzwischen läuft das nächste Bauprojekt:<br />

neue Sozialräume mit Kantine für<br />

die Mitarbeiter. Denn ihre Verantwortung<br />

gegenüber den Beschäftigten<br />

nimmt Familie Miunske besonders ernst.<br />

Natürlich stehen sichere Arbeitsplätze<br />

an erster Stelle, doch auch ein gutes sozi-<br />

anzupassen und schwierige Passagen<br />

gegebenenfalls einfach zu wiederholen.<br />

Des Weiteren besitzen neue internetbasierte<br />

Bildungsangebote das Potenzial,<br />

benachteiligten Gesellschaftsschichten<br />

einen leichteren Zugang zu Wissen zu<br />

verschaffen und tragen somit auch zu<br />

mehr Bildungsgerechtigkeit bei. Mit Hilfe<br />

von Online-Videos ist es bereits heute<br />

möglich, Universitätsvorlesungen nicht<br />

nur einem kleinen Kreis von Studenten,<br />

sondern für jedermann zugänglich im<br />

Internet anzubieten. Zukünftig reicht<br />

ein Internetzugang, um an universitäres<br />

Wissen zu gelangen und notwendige<br />

Prüfungen abzulegen. So entsteht die<br />

Vision der „ganzen Welt“ in einem einzigen<br />

virtuellen Klassenzimmer. n<br />

Nachhaltigkeit wird großgeschrieben<br />

Fahrzeugtechnik Miunske stellt sich seiner unternehmerischen Verantwortung<br />

ales Umfeld und ein partnerschaftliches Miteinander<br />

sind der Firmenleitung wichtig. Dafür<br />

setzt der Familienbetrieb auf<br />

Beständigkeit und ein langsames, aber stetiges<br />

Wachstum. Die Ausbildung von Fachkräften<br />

richtet sich nach dem eigenen Bedarf, sodass<br />

die Azubis in aller Regel übernommen<br />

werden.<br />

Firmenchef Johannes Miunske ist überzeugt:<br />

„Erfolgreich sind wir nur, wenn wir unserer unternehmerischen<br />

Verantwortung gerecht<br />

werden“.<br />

www.miunske.com


Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

Anleitung zum Unternehmensverkauf<br />

Und für den Notfall: Tipps für eine ungeplante Nachfolge<br />

Die mittelständischen Unternehmen, die<br />

zum „Großen Preis des Mittelstandes“<br />

nominiert werden zeichnen sich nicht<br />

allein durch Erfolg aus. Sie stehen für<br />

Erfolg über Generationen hinweg. Einige<br />

existieren seit Jahrzehnten, andere überdauerten<br />

bereits Jahrhunderte. Über<br />

ihr Fortbestehen entscheiden weniger<br />

Naturkatastrophen oder politische<br />

Veränderungen, sondern vielmehr der<br />

Übergang zur nächsten Generation. In<br />

Deutschland sehen sich derzeit zahlreiche<br />

Unternehmen der Herausforderung<br />

des Generationenwechsels im<br />

Chefsessel gegenübergestellt: Nach einer<br />

Umfrage des Instituts für Mittelstandsforschung<br />

Bonn werden allein in der Zeit<br />

von 2010 bis 2014 rund 110.000 Unternehmen<br />

in Deutschland übergeben. Aber:<br />

Viele Senior-Unternehmer unterschätzen<br />

das Großprojekt „Unternehmensübergabe“<br />

und bereiten die Übergabe nicht<br />

rechtzeitig vor. Wie diese professionell<br />

abgewickelt werden, welche rechtlichen<br />

Die zehn wichtigsten Tipps für den Notfall<br />

01 Bevollmächtigen Sie einen<br />

Stellvertreter<br />

02 Verfassen Sie einen Vertretungsplan<br />

und definieren Sie genaue<br />

Verantwortungsbereiche<br />

03 Hinterlegen Sie private (z. B. Pati-<br />

entenverfügung) und geschäftliche<br />

Vollmachten (z. B. Prokura)<br />

<strong>04</strong> Legen Sie Gesellschaftsverträge,<br />

Dienst- bzw. Arbeitsverträge für den<br />

Notfall zurück<br />

05 Fügen Sie dem Notfallkoffer Bank<br />

verbindungen, Kreditverträge,<br />

Versicherungspolicen ebenso bei<br />

wie Patente und Schutzrechte<br />

06 Fassen Sie wichtiges unternehmens-<br />

(Fotos: KellyB./Flickr.com)<br />

Voraussetzungen erfüllt und wie häufige<br />

Stolperfallen vermieden werden können,<br />

erläutert Dr. Christian Löhr, Rechtsanwalt<br />

und Notar der renommierten Essener<br />

Wirtschaftskanzlei Kümmerlein.<br />

P.T.: Immer mehr Unternehmer stehen<br />

vor der Frage einer sinnvollen Nachfolgeregelung.<br />

Die richtige Antwort hierauf<br />

wird aber häufig viel zu spät gesucht.<br />

Was ist der Grund dafür, dass Senior-<br />

Unternehmer die Übergabe nicht rechtzeitig<br />

vorbereiten?<br />

C. Löhr: Ein Unternehmen zu verkaufen<br />

und an einen Nachfolger zu übergeben,<br />

heißt auch loslassen zu müssen.<br />

Das fällt vielen Gesellschaftern schwer.<br />

Schließlich geht es gerade im Mittelstand<br />

häufig um das eigene Lebenswerk.<br />

Schnell setzt sich da die Überzeugung<br />

fest, keiner könne den Betrieb so gut<br />

führen wie man selbst. Viele verpassen<br />

den richtigen Zeitpunkt auch, weil sie<br />

sich selbst noch jung genug und der Auf-<br />

spezifisches Wissen zusammen<br />

(z. B. besondere Fertigungsver<br />

fahren, Rezepturen etc.)<br />

07 Listen Sie die wichtigsten Geschäfts-<br />

partner, Kunden bzw.<br />

Lieferanten auf<br />

08 Sammeln Sie alle relevanten<br />

Zugangscodes, Passwörter, PIN/<br />

TAN-Listen und legen wichtige<br />

Zweitschlüssel bereit<br />

09 Verfassen Sie eine Checkliste zum<br />

Vorgehen im Notfall<br />

10 Hinterlegen Sie den Notfallkoffer<br />

bei einem Rechtsanwalt/Notar,<br />

einem Steuerberater oder einer<br />

anderen Person ihres Vertrauens<br />

gabe gewachsen fühlen. Hinzu kommt<br />

der Arbeitsaufwand, der mit einer Unternehmenstransaktion<br />

verbunden ist.<br />

P.T.: Welche Konsequenzen kann das für<br />

das Unternehmen haben?<br />

C. Löhr: Gerät der Unternehmer unter<br />

Zeitdruck, wird häufig übereilt und<br />

irrational gehandelt. Der Betrieb wird<br />

un überlegt vielen Käufern „angepriesen“.<br />

Dadurch verringert sich der Marktwert<br />

des Unternehmens. Das gefährdet<br />

die Nachfolge und lässt im schlimmsten<br />

Fall auch den Verkauf scheitern. Für viele<br />

Unternehmer ist das von existentieller<br />

Bedeutung: Ihr Betrieb ist schließlich<br />

ihre Altersvorsorge.<br />

P.T.: Welche Gedanken sollte sich ein Verkäufer<br />

im Hinblick auf den potenziellen<br />

Käufer machen?<br />

C. Löhr: Zunächst muss der mögliche<br />

Käuferkreis definiert werden: Gibt es<br />

jemanden in der Familie, der übernimmt?<br />

Oder jemanden aus dem Management<br />

mit entsprechendem finanziellen Background?<br />

Sind strategische Investoren<br />

oder Finanzinvestoren interessiert? Oder<br />

kommt der Wettbewerber als Käufer in<br />

Frage? Sind diese Fragen erst einmal<br />

beantwortet, ist eine erste Grundlage<br />

für die Käuferansprache gelegt.<br />

Aber: Die potenziellen Käufer sollten<br />

keinesfalls wahllos kontaktiert und<br />

angefragt werden. Das macht die Transaktion<br />

kaputt. Ein professioneller Käufer<br />

erwartet eine professionelle Ansprache.<br />

Daher ist es immer sinnvoll, sich mit<br />

einem Berater abzustimmen.<br />

P.T.: Was macht denn den eigentlichen<br />

Wert des Unternehmens aus?<br />

C. Löhr: Der Wert eines Unternehmens<br />

besteht darin, finanzielle Überschüsse zu<br />

erwirtschaften. In aller Regel wird er also<br />

anhand eines Ertragswert- oder DCF-Verfahrens<br />

(Discounted-Cashflow) ermittelt.<br />

Um Überschüsse erzielen zu können,<br />

sind natürlich die werttragenden Assets<br />

des Unternehmens ein wesentlicher Faktor.<br />

Diese sind aber nicht auf die Firmengebäude,<br />

moderne Maschinen- oder<br />

Fuhrparks begrenzt. Die Qualität der<br />

Mitarbeiter, die bestehenden Kundenverträge<br />

und Aufträge, unternehmensspezifisches<br />

Wissen sowie gewerbliche<br />

Schutzrechte (z. B. Patente) sind häufig<br />

genauso wichtig. Diesen Wert bezahlt<br />

der Käufer und möchte ihn natürlich<br />

auch nach Vertragsabschluss erhalten<br />

können. Aus diesem Grund muss der Verkäufer<br />

so genannte Garantien abgeben.<br />

P.T.: Was sind typische Fehler, die<br />

gemacht werden, wenn das Projekt<br />

Unternehmensverkauf aktuell wird?<br />

C. Löhr: Der häufigste Fehler, den ich<br />

immer wieder erlebe: Es gibt kein ganzheitliches,<br />

schlüssiges Verkaufskonzept.<br />

Eine Unternehmenstransaktion ist ein<br />

komplexer, aber auch klar strukturierter<br />

Prozess. Dieses methodische Wissen<br />

fehlt vielen Verkäufern. Gerade Unternehmer<br />

aus dem Mittelstand sind hier<br />

im Nachteil: Für sie ist der Verkauf ihres<br />

Unternehmens wahrscheinlich die größte<br />

Transaktion ihres Berufslebens.<br />

P.T.: Was sind die wichtigsten rechtlichen<br />

Schritte auf dem Weg zu einem erfolgreichen<br />

Unternehmensverkauf?<br />

C. Löhr: Am Anfang steht häufig das<br />

Informationsmemorandum. Es ist quasi<br />

der „Appetitmacher“ für den potenziellen<br />

Käufer und fasst grundsätzliche<br />

Fakten zusammen. Hier sollte wohl überlegt<br />

sein, was in welcher Form öffentlich<br />

gemacht wird. Der nächste Schritt sind<br />

Vertraulichkeitsvereinbarungen, die mit<br />

interessierten Käufern geschlossen werden.<br />

Sie sollten die Bedingung sein, um<br />

weitere Interna offen legen zu können.<br />

Möchte der Interessent konkret über<br />

einen Verkauf verhandeln, wird dies im<br />

Rahmen eines „Letter of Intent“ geregelt,<br />

einer Absichtserklärung. Dieser enthält<br />

häufig auch schon erste Eckdaten der<br />

Transaktion. Hier können auch weitere<br />

Details geregelt werden, wie zum Beispiel<br />

eine vorübergehende Exklusivität<br />

der Verhandlungen.<br />

Herzstück eines jeden Verkaufsprozesses<br />

wird die „Due Diligence“ sein.<br />

Sofern der Verkäufer nicht bereits zuvor<br />

selbst eine so genannte „Vendor-Due-<br />

Diligence“ durchgeführt hat, übergibt er<br />

Hemmnisse bei der Unternehmensnachfolge<br />

dem Kaufinteressenten die von diesem<br />

angeforderten Dokumente zur Prüfung.<br />

Alle rechtlich, steuerlich und betriebswirtschaftlich<br />

relevanten Fragen werden<br />

hier genau geprüft. Schließlich sind<br />

die Ergebnisse der Due Dilligence auch<br />

Basis für mögliche Garantien, die der<br />

Verkäufer geben muss.<br />

Im Anschluss gehen beide Parteien<br />

in die Vertragsverhandlungen.<br />

P.T.: Wo liegen die größten rechtlichen<br />

Risiken einer Unternehmens-Transaktion<br />

und wie können diese vermieden<br />

werden?<br />

C. Löhr: Uns sprechen mittelständische<br />

Unternehmer oft an, wenn der Käufer<br />

und Kaufpreis aus Sicht des Unternehmers<br />

feststehen und ein entsprechender<br />

Vertrag aufgesetzt werden soll.<br />

Bis zu diesem Punkt ist aber oftmals ein<br />

wesentlicher Aspekt nicht einkalkuliert<br />

worden: der Garantiekatalog. Und hier<br />

sehe ich ein enormes Risikopotenzial.<br />

Denn in jedem ernstzunehmenden Kaufvertrag<br />

gibt der Verkäufer Garantien,<br />

zum Beispiel auf laufende Verträge mit<br />

Großkunden, auf gewerbliche Schutzrechte<br />

oder auf eine komplett lizenzierte<br />

Software. Das macht ja schließlich<br />

auch den Wert des Unternehmens aus.<br />

Erstellt wird so ein Garantiekatalog aus<br />

den Ergebnissen der Due Diligence. Die-<br />

ses Risiko muss einkalkuliert werden<br />

– auch in den Kaufpreis des Unternehmens.<br />

Sonst bleibt von der eingeplanten<br />

Altersvorsorge im Fall einer Garantieverletzung<br />

nicht mehr viel übrig.<br />

P.T.: Wann ist ein Unternehmer Ihrer<br />

Erfahrung nach optimal für einen Verkauf<br />

aufgestellt?<br />

C. Löhr: Immer dann, wenn er rechtzeitig<br />

handelt: Wenn der Unternehmer<br />

zu einem möglichst frühen Zeitpunkt<br />

beginnt, über die Nachfolgeregelung<br />

nachzudenken. Wenn er das Projekt<br />

Unternehmensverkauf mindestens fünf<br />

bis sieben Jahre vor dem geplanten Ausscheiden<br />

angeht. Dann sind die Weichen<br />

für einen erfolgreichen Unternehmensverkauf<br />

gestellt. n<br />

Über den<br />

Interviewpartner<br />

n Dr. Christian Löhr ist Rechtsanwalt<br />

und Notar bei der Essener<br />

Wirtschaftskanzlei Kümmerlein.<br />

Schwerpunkte seiner Arbeit sind<br />

neben dem Gesellschaftsrecht<br />

und dem Notariat Unternehmenstransaktionen<br />

und die Beratung<br />

bei Gesellschafterstreitigkeiten.<br />

(Foto: Dr. Christian Löhr)<br />

18 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 19<br />

46%<br />

keine<br />

Vorbereitung<br />

41%<br />

emotionale<br />

Gebundenheit kein<br />

Nachfolger<br />

37% 36%<br />

überhöhter<br />

Kaufpreis<br />

25% 25%<br />

steuerliche<br />

Belastung<br />

Altersvorsorge<br />

erhöhen<br />

7%<br />

andere<br />

(Grafik: DIHK/Statista)


Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

Unternehmens-Steuerung<br />

Kein Pilot kommt auf die Idee, sein Flugzeug ohne Instrumentenanzeige zu<br />

steuern. Viele Führungskräfte aber steuern ihr Unternehmen im Blindflug.<br />

Die Wirtschaftswelt wird immer komplexer<br />

und volatiler. Wie es Unternehmen<br />

gelingt, ihre Navigationsinstrumente<br />

den sich rasch verändernden Bedingungen<br />

anzupassen, die Steuerungsqualität<br />

zu verbessern und Instrumente zur<br />

Krisenprävention einzuführen, zeigt das<br />

im SpringerGabler Verlag neu erschienene<br />

Buch „Das Unternehmenscockpit“<br />

von Arnold Weissman, Tobias Augsten<br />

und Alexander Artmann. Von Praktikern<br />

für Praktiker geschrieben, schöpft es<br />

aus einem soliden Erfahrungsschatz<br />

konkreter Unternehmensprojekte der<br />

WeissmanGruppe.<br />

Ein nahezu unmögliches Unterfangen<br />

Wie ein Pilot im Cockpit steuern Führungskräfte<br />

ihr Unternehmen durch Turbulenzen.<br />

Ohne Instrumentenanzeige<br />

ein nahezu unmögliches Unterfangen.<br />

Buchtipp<br />

20 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

n Arnold Weissman, Tobias Augsten,<br />

Alexander Artmann: Das Unternehmenscockpit:<br />

Erfolgreiches<br />

Navigieren in schwierigen Märkten.<br />

Springer Gabler Verlag, 35,95<br />

Euro, ISBN: 978-3-8349-4126-8.<br />

Das Unternehmenscockpit bildet im<br />

Sinne einer Landkarte ein Managementsystem<br />

ab, das mit den Bereichen Markt/<br />

Kunde, Prozesse, Mitarbeiter/Lernen<br />

und Finanzen, abstrakte Strategien in<br />

Handlungen umsetzt und damit direkte<br />

Wirkung innerhalb der Organisationen<br />

entfaltet. Das Unternehmenscockpit<br />

gestaltet den gesamten Planungs-, Steuerungs-<br />

und Kontrollprozess des Unternehmens<br />

und schließt dabei die Lücke<br />

zwischen strategischer Planung und operativer<br />

Umsetzung. Es liefert nicht nur<br />

Finanzkennzahlen, sondern zeigt auf, wie<br />

das Unternehmen wirklich funktioniert<br />

und wo es zwischen verabschiedeter<br />

Strategie und formuliertem Ziel steht.<br />

Dabei lenkt das Buch den Blick auch auf<br />

qualitative Einflüsse der Zukunft – neben<br />

finanziellen Messgrößen wichtigste Indizes<br />

für die strategische Steuerung. Die<br />

Über die Autoren<br />

Unternehmensführung wird in die Lage<br />

versetzt, die Notwendigkeit strategisch<br />

relevanter Investitionen zu erkennen und<br />

diese zur Sicherung der Überlebensfähigkeit<br />

des Unternehmens auch umzusetzen.<br />

Unternehmen, die sich allein auf<br />

klassische Kennzahlen verlassen, neigen<br />

zu einer vergangenheitsorientierten,<br />

kurzfristigen Sichtweise, da traditionelle<br />

Kennzahlensysteme Spätindikatoren<br />

verkörpern und wesentliche Zusammenhänge<br />

der Wirklichkeit nicht abbilden.<br />

Das Unternehmenscockpit macht<br />

die Komplexität der strategischen Unternehmenssteuerung<br />

beherrschbar, lenkt<br />

die Aufmerksamkeit auf das Wesentliche,<br />

formuliert Ziele, macht diese messbar<br />

und versetzt den Leser in die Lage, eigene<br />

Strategien zu entwickeln und diese konsequent<br />

umzusetzen beziehungsweise<br />

deren Status stetig abzugleichen. n<br />

n Prof. Dr. Arnold Weissman ist Professor für Unternehmensführung an der Hochschule<br />

Regensburg, geschäftsführender Gesellschafter von Weissman & Cie. und Erfolgsstratege<br />

für inhaber- und familiengeführte Unternehmen.<br />

n Tobias Augsten, Gesellschafter von Weissman & Cie. und Dr. Alexander Artmann sind Experten<br />

im Bereich „Unternehmenssteuerung“ und haben Erfahrung aus über zehn Jahren beraterischer<br />

Praxis für Familienunternehmen.<br />

(Foto: faire-pi-pi/Flickr.com)<br />

Judorolle gegen Krise<br />

Neues Risikomanagement für das<br />

resiliente Unternehmen<br />

Ein heftiger Schlag ins Gesicht reißt den<br />

Judoka von seinen Füßen. Er fällt. Trainierte<br />

Kämpfer sind auf diese Situation<br />

vorbereitet. Sie beherrschen Falltechniken,<br />

um sich bei Stürzen nicht zu verletzen<br />

und schnell wieder auf die Beine<br />

zu kommen. Für Unternehmen gilt das<br />

nicht. Katastrophen wie der Super-Gau<br />

in Fukushima oder die Terroranschläge<br />

am 11. September 2001 treffen die meisten<br />

Firmen völlig unvorbereitet. Bricht<br />

der Umsatz durch eine andauernde<br />

katas trophale Störung drastisch ein,<br />

schmelzen die liquiden Mittel binnen<br />

kürzester Zeit dahin. Das Unternehmen<br />

fällt, die Insolvenz ist unvermeidbar. Der<br />

Katastrophe von 9/11 folgte eine regelrechte<br />

Pleitewelle. Nahezu alle US-Fluglinien<br />

flüchteten unter Gläubigerschutz,<br />

die europäischen Gesellschaften Sabena<br />

und Swiss meldeten Insolvenz an.<br />

Nur die Deutsche Lufthansa behauptete<br />

sich und ging nach vier Jahren Rezession<br />

gestärkt aus der Krise hervor. Im Opinion<br />

Paper „Fallen lernen“ erklären Berater<br />

der ICT-Managementberatung Detecon,<br />

welche Maßnahmen der Luftfahrtkonzern<br />

ergriff und wie sich Unternehmen<br />

auf lang anhaltende katastrophale Störungen<br />

vorbereiten, um im Ernstfall<br />

handlungsfähig und liquide zu bleiben.<br />

Frühwarnsystem für Global Player<br />

Echte Katastrophen berücksichtigt<br />

das Risikomanagement bislang nicht,<br />

da sie durch eine mathematisierende<br />

Betrachtung des Risikos als unbedeutend<br />

erscheinen. „Das ist falsch“, sagt<br />

(Foto: SOPHOCO/Flickr.com)<br />

Peter Robert Zillekens, Berater bei Detecon<br />

und Ko-Autor der Untersuchung.<br />

Die globale Ökonomie erzeugt aufgrund<br />

ihrer vielfältigen Wechselbeziehungen<br />

unvermeidbar andauernde katastrophale<br />

Störungen. „International operierende<br />

Unternehmen müssen damit<br />

rechnen, auch wenn die Eintrittswahrscheinlichkeit<br />

gering ist.“<br />

Kommt es zur Krise, muss ein Unternehmen<br />

schnell und koordiniert reagieren.<br />

Das ist nur möglich, wenn es zuvor<br />

Maßnahmen detailliert ausgearbeitet<br />

und erprobt hat. „Jeder Global Player“,<br />

sagt Zillekens, „braucht ein Frühwarnsystem.“<br />

Schlägt das Sensorium Alarm,<br />

ermittelt das Unternehmen den Schweregrad<br />

der Störung. Dann senkt es systematisch<br />

seinen Ressourcenverbrauch,<br />

um den Umsatzrückgang auszugleichen.<br />

„Es gibt vier Handlungsfelder“, erläutert<br />

Zillekens, „um die Liquidität zu schützen:<br />

Menschen, Anlagegüter, Projekte<br />

und Kontrakte.“ Unternehmen können<br />

etwa gezielt Kurzarbeit einführen,<br />

bestimmte Projekte stoppen, Anlagegüter<br />

virtualisieren und den Leistungsbezug<br />

verschiedener Ressourcen variabel<br />

gestalten. Diese Maßnahmen erhalten<br />

aber nur dann die Liquidität, wenn sie<br />

aufeinander abgestimmt oder gekoppelt<br />

werden. Die Optimierung einzelner<br />

Faktoren ist nicht sinnvoll. „Diese Aktivitäten<br />

müssen so ausgeprägt werden,<br />

dass sie gekoppelt einen Umsatzrückgang<br />

in Höhe von 20 Prozent und mehr<br />

innerhalb eines zuvor definierten Zeitraums<br />

ausgleichen“, rät Zillekens. n<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 21<br />

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Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

Die vertrauenswürdigsten Berufe<br />

Deutsche vertrauen Apothekern, Krankenschwestern und der Feuerwehr<br />

Feuerwehrleute, Krankenschwestern<br />

und Piloten sind die drei vertrauenswürdigsten<br />

Berufe Deutschlands. Das Spitzentrio<br />

hat seine hohen Vertrauenswerte<br />

in Europas größter Verbraucherstudie,<br />

durchgeführt vom Magazin Reader’s<br />

Digest, gegenüber den Vorjahren verteidigen<br />

können. Mit wenig Abstand folgen<br />

Apotheker und Ärzte. Ganz offensichtlich<br />

wissen die Deutschen genau, auf wen sie<br />

sich verlassen können, wenn es darauf<br />

ankommt. Nicht zu toppen sind da über<br />

Jahre die Feuerwehrleute. Sie schafften<br />

es in allen zwölf untersuchten Ländern,<br />

den höchsten Vertrauenswert zu<br />

Rang/Beruf Deutschland Alle Länder<br />

1. Feuerwehr 92% 92%<br />

2. Krankenschwestern 89% 82%<br />

3. Piloten 88% 86%<br />

4. Apotheker 85% 80%<br />

5. Ärzte 80% 76%<br />

17. Fußballspieler 20% 20%<br />

18. Autoverkäufer 16% 18%<br />

19. Finanzberater 14% 22%<br />

20. Politiker 10% 7%<br />

(Grafik: Reader’s Digest)<br />

erzielen. In Deutschland sprachen 92 Prozent<br />

der Befragten den Feuerwehrleuten<br />

ein „sehr hohes“ bzw. „ziemlich hohes“<br />

Vertrauen aus. Die Krankenschwestern<br />

folgen mit 89 Prozent, die Piloten mit 88<br />

Prozent, wobei für diesen Berufsstand in<br />

Deutschland erstmals ein Rückgang an<br />

Zustimmung zu verzeichnen ist. Bemerkenswert<br />

außerdem, dass die Landwirte<br />

mit 74 Prozent einen hohen Stellenwert<br />

im Vertrauen der Bevölkerung genießen.<br />

Und das ist in fast allen Ländern<br />

so. Am höchsten in den Niederlanden<br />

(84 Prozent) und in Finnland (82 Prozent).<br />

Apotheker und Ärzte erzielten in<br />

Deutschland einen Vertrauenswert von<br />

85 Prozent bzw. 80 Prozent. Auf den letzten<br />

Plätzen landeten Politiker, Autoverkäufer,<br />

Fußballspieler und Finanzberater.<br />

Vertrauen in Politiker auf Tiefststand<br />

Spannend sind einige Ergebnisse aus<br />

dem Mittelfeld. Können sich beispielsweise<br />

die Richter in Deutschland über<br />

58 Prozent Zustimmung freuen, kommen<br />

sie im europäischen Durchschnitt<br />

nur auf 39 Prozent – ein Prozentpunkt<br />

mehr als die Rechtsanwälte, deren Ruf in<br />

Deutschland mit 52 Prozent um einiges<br />

besser als im Länderschnitt ausfällt. Weiter<br />

abwärts geht es mit dem Ansehen<br />

der Finanzberater. In Deutschland ist<br />

das Vertrauen nur noch bei 14 Prozent<br />

der Befragten hoch bzw. ziemlich hoch<br />

(nach 17 Prozent im Vorjahr), im restlichen<br />

befragten Europa immerhin noch<br />

22 Prozent (Vorjahr: 26 Prozent). Gesamt<br />

gesehen schrumpfte das Ansehen der<br />

Politiker noch einmal um einen Prozentpunkt<br />

(von acht Prozent auf sieben Prozent),<br />

während es sich in Deutschland<br />

leicht verbesserte: von neun Prozent auf<br />

zehn Prozent. In den osteuropäischen<br />

Ländern zeigt sich das Vertrauen in Politiker<br />

auf einem Tiefststand. Unter 50<br />

Prozent bleiben in allen Ländern außerdem<br />

noch Reiseveranstalter, Journalisten,<br />

Gewerkschaftsführer, Fußballspieler,<br />

Autoverkäufer und Priester/Pfarrer.<br />

In Deutschland hat sich allerdings das<br />

Vertrauen bei den Kirchenvertretern im<br />

Vergleich zum Vorjahr deutlich verbessert<br />

(von 37 Prozent auf 48 Prozent) und<br />

damit liegen die Deutschen mit ihrer<br />

Zustimmung auch weit über dem Länderdurchschnitt.<br />

Vielleicht eine Folge der<br />

Bemühungen um mehr Transparenz und<br />

Verantwortung für die aufgedeckten<br />

Skandalfälle. Die Studie „European Trusted<br />

Brands <strong>2013</strong>“ beleuchtet zudem,<br />

warum Verbraucher bestimmten Marken<br />

mehr als anderen vertrauen. In den<br />

Produktkategorien von A wie Automobile<br />

bis Z wie Zahnpasta/Mundpflege<br />

stehen an der Spitze der vertrauenswürdigsten<br />

Marken: Allianz, Aral, Aspirin,<br />

C & A, Frosch, Haribo, Miele, Persil,<br />

Sparkasse, TUI, Odol, Volkswagen und<br />

Wick. Erstmals gelangten in der jährlich<br />

durchgeführten Studie Nestlé, Nordhäuser,<br />

Samsung, Schauma und Sony an die<br />

Spitze ihrer Produktkategorien. n<br />

22 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 23<br />

(Foto: Paul-Georg Meister/pixelio.de)<br />

Es kommt nicht auf die Größe an<br />

Die wertvollsten Städte Deutschlands in der Börsenliga<br />

München ist nach wie vor Deutschlands<br />

wertvollste Stadt, in diesem Jahr gefolgt<br />

von Walldorf, Leverkusen, Düsseldorf<br />

und Wolfsburg. Das ergibt die Börsenliga<br />

der globalen Strategieberatung Simon-<br />

Kucher & Partners, die seit 2005 jährlich<br />

zusammengestellt wird. München<br />

ist seit 2005 der Börsengigant auf Platz<br />

Eins: Die Werte der dortigen elf Unternehmen<br />

sind in der Summe dreimal so<br />

hoch wie die der vier nachfolgenden<br />

Städte. „München ist für große Unternehmen<br />

sehr attraktiv, hier macht sich<br />

nicht zuletzt die konsequente Industriepolitik<br />

der letzten Jahrzehnte bemerkbar.<br />

Dort gibt es auch genügend hochqualifizierte<br />

Mitarbeiter, da die Region nicht<br />

nur bei Unternehmen, sondern auch bei<br />

den Menschen sehr beliebt ist“, erklärt<br />

Dr. Georg Tacke, CEO von Simon-Kucher.<br />

Unter anderem tragen Schwergewichte<br />

wie Allianz, BMW und Siemens zum<br />

Ligaerfolg Münchens bei. Das zweitplatzierte<br />

Walldorf ist quasi schon ein Synonym<br />

für SAP und seit 2011 unter den<br />

ersten drei Städten. Ähnlich verhält es<br />

sich bei Wolfsburg mit VW. Leverkusen<br />

– im letzten Jahr noch auf Rang Acht –<br />

überrascht in diesem Jahr mit Rang Drei,<br />

dank des guten Ergebnisses des Bayer-<br />

Konzerns. Düsseldorf hat ebenfalls einen<br />

Stammplatz unter den Top-Positionen<br />

der Börsenliga: Im letzten Jahr noch auf<br />

Rang Zwei, heute auf Rang Vier. Der<br />

Verlierer in diesem Jahr ist Bonn: Die<br />

ehemalige Bundeshauptstadt fliegt zum<br />

ersten Mal in der Geschichte der Börsenliga<br />

aus den Top Fünf und ist auf Rang<br />

Sieben zu finden. „Das liegt aber nicht<br />

etwa an absolut schlechten Ergebnissen<br />

von Telekom und Post. Andere haben<br />

sich in diesem Jahr einfach besser entwickelt<br />

und sind dadurch im Ranking<br />

hochgerutscht“, so Tacke.<br />

Wirtschaftskraft auch auf dem Land<br />

Große Städte belegen in der Börsenliga<br />

nicht immer automatisch einen Spitzenplatz.<br />

Das wird am Beispiel Köln und<br />

Berlin deutlich. Deren Position ist auch<br />

in diesem Jahr mit Rang 19 für die Domstadt<br />

und Rang 24 für die Hauptstadt<br />

äußerst schwach. „Größe allein reicht<br />

nicht aus, um bedeutende Börsenunternehmen<br />

anzuziehen“, sagt Tacke.<br />

Die starke Dezentralisierung der Wirtschaftskraft<br />

ist ein typisch deutsches<br />

Phänomen. Während sich beispielsweise<br />

in Frankreich oder England die Unternehmen<br />

in einem einzigen Ballungs-<br />

PREISTRÄGER<br />

Großer Preis des<br />

MITTELSTANDES 2010<br />

raum konzentrieren, ziehen Großunternehmen<br />

in Deutschland sogar aufs<br />

Land. Bad Homburg (Rang Elf) mit Fresenius,<br />

oder Herzogenaurach (Rang 14)<br />

mit Puma und Adidas bestätigen: es<br />

kommt nicht immer auf die Größe der<br />

Stadt an. n


Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

(Fotos: Igor Pastierovik, eventDiary, Boris Löffert, Darvin Taylor)<br />

Wer einen wirklich unvergesslichen<br />

Abend erleben will, der sollte im September/Oktober<br />

zur Preisverleihung „Großer<br />

Preis des Mittelstandes“ mit anschließendem<br />

Mittelstands-Ball kommen.<br />

17:00 Uhr Sektempfang: Man trifft<br />

sich. Man redet. Man ist gespannt. 18:00<br />

Uhr Preisverleihung: Traditionell knistert<br />

der Galaabend vor Spannung: Für den<br />

wichtigsten deutschen Mittelstandswettbewerb<br />

wurden <strong>2013</strong> bundesweit<br />

4.035 Unternehmen nominiert. Doch<br />

keiner der Teilnehmer erfährt vorher,<br />

wen die über 100 Juroren in zwölf Regio-<br />

naljurys als Preisträger oder Finalist ausgewählt<br />

haben. Erst auf der glanzvollen<br />

Auszeichnungsgala werden die Auszuzeichnenden<br />

mit dem Satz „Ich bitte<br />

nach vorn...“ öffentlich bekannt gegeben.<br />

Das sind die Momente, in denen<br />

starke Frauen und gestandene Männer<br />

den Tränen nah sind – vor Glück.<br />

Die Highlights der Ballsaison<br />

Um 20:00 Uhr sorgt das Buffet für<br />

eine emotionale Pause und für kulinarische<br />

Leckerbissen. Dann, um neun,<br />

wird das Deckenlicht im Saal gedimmt.<br />

Tiefe Gongschläge, mitreißende Musik<br />

und furiose Videoclips leiten zum<br />

nächsten Teil des Abends über: zum<br />

Mittelstands-Ball. In Magdeburg und<br />

Dresden, in Berlin und Bremen, in Würzburg<br />

und Düsseldorf haben sich die<br />

Bälle der Oskar-Patzelt-Stiftung einen<br />

Ruf als wahres Highlight der Ballsaison<br />

erworben. Das Motto des Abends ist<br />

„Erfolg für Alle“ bzw. „Zukunfts-Optimisten“.<br />

Durchs Programm führen mit<br />

bewährtem Charme, Witz und Noblesse<br />

die Fernsehmoderatoren Anja Koebel<br />

bzw. Axel Bulthaupt.<br />

Dieser Faszination kann sich<br />

niemand entziehen<br />

Gleich nach dem Eröffnungswalzer erobern<br />

die Gäste die Tanzfläche. Die Band<br />

Princess Jo begleitet das Publikum durch<br />

den Abend und in romantische und rockige<br />

Tanzrunden. Angeheizt durch die spielerische<br />

Raffinesse der Musiker - jeder für<br />

sich ein exzellenter Solist - kann sich dieser<br />

Faszination niemand entziehen. Dann<br />

der Höhepunkt: Edwina de Pooter verzaubert<br />

das Publikum mit ihrer betören-<br />

den Stimme. Mehrfach tanzen sich die<br />

Damen und Herren vom Showballett<br />

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Enderlein und die 15 Ton-und Kameratechniker<br />

von Phoenix aus Dresden<br />

und BTA Video aus Berlin unterstützen<br />

die Künstler und sorgen für einen per-<br />

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Bitte senden Sie mir für folgende Veranstaltungen Karten zu:<br />

n 7. September <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Dresden<br />

Preisverleihung für Unternehmen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt,<br />

Berlin/Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 0351 216-1018<br />

n 21. September <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Düsseldorf<br />

Preisverleihung für Unternehmen aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen/<br />

Bremen, Schleswig-Holstein/Hamburg und Rheinland-Pfalz/Saarland<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 0211 5209-0<br />

n 5. Oktober <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Würzburg<br />

Preisverleihung für Unternehmen aus Bayern,<br />

Baden-Württemberg, Hessen und Thüringen<br />

Euro 140,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 0931 3053-819<br />

n 26. Oktober <strong>2013</strong>, Maritim Hotel Berlin<br />

Name, Vorname<br />

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Anschrift<br />

(nicht im MARITIM proArte Hotel Berlin)<br />

Bundesball – Verleihung der Sonderpreise und Ehrenplaketten<br />

Euro 150,– zzgl. MwSt. pro Karte*<br />

**Zimmerreservierung unter: Tel. 030 2033-4410<br />

Telefon-Nr.<br />

Die von mir bestellte(n) Karte(n) bezahle ich per Überweisung an:<br />

Raiffeisen Landesbank Oberösterreich ZNdl Süddeutschland<br />

BLZ 740 20 100 Konto-Nr. 830 4313<br />

(Kennwort: „Großer Preis des Mittelstandes“)<br />

Anzahl:<br />

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Die Karten werden ab 1. Juli <strong>2013</strong> und nach Zahlungseingang versandt. Die Anzahl der Plätze ist beschränkt. Bei Stornierung ab vier<br />

Wochen vor der jeweiligen Veranstaltung berechnen wir eine Stornogebühr von 100%. Bei sonstigen Stornierungen berechnen wir<br />

eine Bearbeitungsgebühr von 20%. Generell bitten wir um Kartenrücksendung bei Stornierungen. Rechnungslegung erfolgt durch die<br />

OPS Netzwerk GmbH im Auftrag der Oskar-Patzelt-Stiftung.<br />

* ermäßigter Preis, gilt nur für Wettbewerbsteilnehmer und Partner der Oskar-Patzelt-Stiftung.<br />

Preis regulär: 240,- zzgl. MwSt., Berlin 250,- zzgl. MwSt. (Alle Preise in Euro)<br />

* * Die Reservierung der Hotelzimmer erfolgt nur direkt bei den Maritim Hotels<br />

bis spätestens vier Wochen vor Veranstaltung. (Kennwort: „Großer Preis des Mittelstandes“)<br />

Ort/Datum Unterschrift<br />

Alle mittelständischen Unternehmer<br />

haben einmal klein angefangen. Einige<br />

werden groß und entwachsen dem Mittelstand,<br />

andere bleiben klein und wollen<br />

auch klein bleiben. Der Mittelstand<br />

ist so vielseitig wie das Leben selbst. Und<br />

doch haben sie alle eines gemeinsam:<br />

sie engagieren sich für ihre Region. Denn<br />

zwischen einem Unternehmen und seinem<br />

Umfeld herrscht eine natürliche<br />

Synergie. Eine sichere Zukunft ist das<br />

Versprechen, das sie sich gegenseitig<br />

geben.<br />

Nun ist dieser Kreislauf in einigen<br />

Regionen in Deutschland vom Hochwasser<br />

massiv gestört worden. Nicht nur Privathaushalte<br />

stehen vor den Trümmern<br />

Kraft und Zuversicht<br />

ihrer Existenz, auch Unternehmen haben<br />

ihre Produktionshallen, Lager, Fuhrparks<br />

oder auch Nutztiere verloren. Die Schäden<br />

sind immens und Versicherungen<br />

und staatliche Hilfen reichen bei weitem<br />

nicht aus, um alle Schäden abzudecken.<br />

In diesen Zeiten zeigt sich der wahre<br />

Zusammenhalt der Menschen. Wenn<br />

Mitarbeiter am Wochenende ihren<br />

Betrieb vom Schlamm befreien und<br />

Unternehmen ihren Kunden den Alltag<br />

erleichtern, indem sie z. B. kostenlos Telefonnummern<br />

umschalten, dann zeigt<br />

sich der wahre Charakter der mittelständischen<br />

Gemeinschaft. Dann zeugt auch<br />

die kleinste Geste von einem großen<br />

Herzen.<br />

Besonders dramatisch ist die jetzige<br />

Situation für diejenigen, die bereits vom<br />

Jahrhunderthochwasser 2002 betroffen<br />

STARK<br />

Wir realisieren Visionen.<br />

waren. Es ist geradezu unvorstellbar, was<br />

für eine Belastung der zweite Wiederaufbau<br />

in nur elf Jahren bedeutet. Diese<br />

Herausforderung ist nur zu bewältigen,<br />

wenn man Unterstützung von allen Seiten<br />

erhält. Mit den richtigen Menschen<br />

an unserer Seite sind wir zu Außergewöhnlichem<br />

fähig. Der Tatendrang der<br />

vielen freiwilligen Hilfen dieser Tage<br />

lässt die Menschen neuen Mut für einen<br />

erneuten Neuanfang schöpfen.<br />

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Wirtschaft<br />

Die Zukunft der Versicherungen<br />

Herausforderung für eine konservative Branche<br />

Die deutsche Versicherungswirtschaft<br />

wächst im weltweiten Vergleich auch<br />

weiterhin langsamer als der Durchschnitt.<br />

Marktsättigung reicht als Erklärung<br />

nicht aus, obgleich eine deutliche<br />

Mehrheit angibt, bei ihren Versicherungen<br />

bereits alles Nötige geregelt zu<br />

haben. Denn zugleich erklärt jeder Fünfte<br />

auf Nachfrage, nicht ausreichend abgesichert<br />

zu sein. Zeit- und Geldmangel sind<br />

dafür ebenso ausschlaggebend wie die<br />

hohe Komplexität des Themas und ein<br />

mangelndes Vertrauen zu den Anbietern.<br />

Aus Kundensicht haben sich die Versicherungsunternehmen<br />

und ihre Angebote<br />

in den letzten beiden Jahrzehnten,<br />

also nach Ende der strikten staatlichen<br />

Regulierung, nicht entscheidend verändert<br />

bzw. verbessert. Eine konservative<br />

Grundhaltung und vorsichtiger Umgang<br />

mit Innovationen sind immer noch kennzeichnend<br />

für weite Teile der Branche.<br />

Was aber während der Krise 2008 geholfen<br />

hat am Markt zu bleiben, wird heute<br />

zunehmend zum Problem, denn es hindert<br />

die Unternehmen daran, die notwendige<br />

Flexibilität und Geschwindigkeit zu<br />

entwickeln, um den immer schnelleren<br />

Veränderungen Rechnung zu tragen.<br />

Die Branche muss sich stellen<br />

Dass es auch anders geht zeigen Versicherungen<br />

wie die L&T General Insurance<br />

Company, insurethebox, die Met-<br />

Life Insurance Company oder die ERGO<br />

Direkt mit ihren laufenden Innovationsprojekten.<br />

Markttreiber sind neben<br />

Naturgefahren und technologischen<br />

Veränderungen vor allem die politischen,<br />

gesellschaftlichen und ökonomischen<br />

Entwicklungen. Standardisierungsbestrebungen,<br />

demografischer Wandel,<br />

(digitale) Transparenz und Vertrauen,<br />

tiefes Zinsniveau und Vulnerabilität an<br />

den Finanzmärkten sind hier nur einige<br />

der Stichworte für Entwicklungen und<br />

Trends, denen sich die Branche stellen<br />

muss. Und die das Potenzial haben, die<br />

Kunden-, Unternehmens- und Branchenstrukturen<br />

erheblich zu verändern<br />

und neue Märkte entstehen zu lassen.<br />

Die etablierten Versicherer werden sich<br />

sowohl in ihren heutigen als auch in den<br />

neuen Märkten mit neuen Anbietern mit<br />

neuen Leistungsangeboten und Wertschöpfungsmodellen<br />

auseinandersetzen<br />

müssen. Eine Auseinandersetzung, bei<br />

der ihre traditionelle Stärke im Bereich<br />

der Datenanalyse nicht viel helfen wird,<br />

denn Märkte, die erst neu entstehen<br />

oder geschaffen werden, lassen sich<br />

damit weder erfassen noch verstehen.<br />

Die wichtigsten Trends für Versicherer:<br />

Kundendialog/Vertrieb<br />

Wer das Internet nur als weiteren Marketing-<br />

und Vertriebskanal versteht, der<br />

verkennt das Geschäftspotenzial. Das<br />

Internet verändert die Produkte. Kunden<br />

erwarten, dass sie durch das Internet<br />

bessere Produkte bekommen.<br />

Produkte Dienstleistungen<br />

Kundenerwartungen und geändertes<br />

Kaufverhalten führen zu einer deutlichen<br />

Polarisierung des Marktes. Im Massenmarkt<br />

werden zunehmend Produkte und<br />

Dienstleistungen nachgefragt, die situationsbezogen<br />

und adaptiv auf neue Nutzungssituationen<br />

reagieren. Produkte<br />

und Dienstleistungen müssen konfigurierbar<br />

und skalierbar sein, gleichzeitig<br />

müssen die Vertriebswege und<br />

die Prozesse dahinter so schlank sein,<br />

dass dadurch kein renditeschmälernder<br />

Mehraufwand entsteht.<br />

Geschäftsmodelle<br />

Je weiter die Digitalisierung um sich<br />

greift, desto aggressiver entkoppeln Overthe-top-Angebote<br />

(OTT) das Geschäftsmodell<br />

von der Infrastruktur und drängen<br />

die etablierten Infrastrukturanbieter<br />

skrupellos an den Rand. Die Versicherungen<br />

konkurrieren nicht mehr untereinander,<br />

sondern mit der Internetbranche,<br />

die große Kompetenzvorsprünge im Verständnis<br />

des digitalen Kunden hat.<br />

Unsicherheit<br />

In neuen, bisher unbesetzten Bereichen<br />

der „Unsicherheit“ ergeben sich neue<br />

Geschäftsmöglichkeiten. Es ist offensichtlich,<br />

dass die Versicherungsbranche<br />

droht, die Zeichen des gesellschaftlichen<br />

Wandels zu verkennen. Seit<br />

einigen Jahren verzeichnet unsere Welt<br />

eine gestiegene Unsicherheit unter den<br />

Konsumenten.<br />

Diese Unsicherheit entstand deshalb,<br />

weil die Versicherungsbranche<br />

zwar nach wie vor die alten Gefahren<br />

(Feuer, Wasser, Sturm) professionell mit<br />

Rechenmodellen hinterlegt und versicherbar<br />

macht. Jedoch verkennt sie,<br />

dass die neuen Unsicherheit der Gesellschaft<br />

aus anderen Bereichen kommen:<br />

Bildung, Daten, Netzwerke, etc.<br />

Online-Vergleichsportale<br />

Im Versicherungsbereich sind Online-<br />

Vergleichsportale nicht aufzuhalten.<br />

Das Entscheidungsverhalten der Kunden<br />

geht zunehmend über Portale. Der englische<br />

Markt ist hier in der Umsetzung<br />

deutlich weiter als wir in Deutschland,<br />

z. B. können Suchportale dort bereits<br />

beauftragt werden, immer den billigsten<br />

Anbieter herauszusuchen und Verträge<br />

entsprechend umzuschichten.<br />

(Foto: vorsprach/Flickr.com)<br />

Neue Mitbewerber<br />

Google ist in den USA und in England<br />

bereits in das Vergleichsportal-Geschäft<br />

für Versicherungen eingestiegen und<br />

wird Mitte diesen Jahres voraussichtlich<br />

auch in Deutschland damit an den Start<br />

gehen. Da Google (zumindest perspektivisch)<br />

die üblichen Daten, die über die<br />

Eingabemasken abgefragt werden, mit<br />

seinem umfassende Wissen über Nutzergewohnheiten,<br />

-vorlieben etc. kombinieren<br />

kann, ist nicht nur eine bessere<br />

Qualität (im Sinne von gefühlter Relevanz)<br />

der Ergebnisse möglich, sondern<br />

auch die Entwicklung komplett neuer<br />

Versicherungsangebote - entweder als<br />

Anbieter oder als Mittler in Kooperation<br />

mit Premium-Partnern.<br />

Kampf um den POS<br />

Autohersteller bieten heute durchgehend<br />

auch Finanzierungen und Versicherungen,<br />

häufig auch im „Rundum-Sorglos-Paket“<br />

mit Garantie(verlängerungen)<br />

etc. an - und greifen damit die Agenturen<br />

der klassischen Versicherungen an.<br />

Der Innovations-Anspruch: von Best<br />

Practice zu Next Practice<br />

Die Grundlogik der Versicherungsbranche<br />

und ihrer Wertschöpfung wird heute<br />

schon in Teilbereichen durch Innovatoren<br />

angegriffen. Bestehende Erfolgsmuster<br />

der Versicherer können sehr schnell ihre<br />

Gültigkeit verlieren. Entsprechend dringlich<br />

ist die Suche nach Wegen zur Erneuerung<br />

des Geschäftsmodells, für die<br />

wiederum die Innovationsfähigkeit eine<br />

wesentliche Voraussetzung ist. Erfolgreiche<br />

Innovation verlangt neben der<br />

engen Abstimmung mit der Unternehmensstrategie<br />

und dem Commitment<br />

der Unternehmensführung nach klaren<br />

Regelungen für den eigentlichen Innovationsprozess<br />

und seine Verankerung im<br />

Unternehmen. Der Fokus kann dabei - in<br />

Anlehnung an die Typologie von Clayton<br />

Christensen - auf verschiedene Arten<br />

von Innovation gelegt werden<br />

• „Empowering Innovations“ sind häufig<br />

disruptive Innovationen, die neue<br />

Märkte schaffen oder bestehende<br />

Märk te (deutlich) vergrößern<br />

Der Kampf um die Kunden, muss auf mehreren Ebenen stattfinden<br />

• „Sustaining Innovations“ sind im Kern<br />

inkrementelle Verbesserungen von bestehenden<br />

Produkten und Dienstleistungen<br />

• „Efficiency Innovations“ reduzieren die<br />

Produktions- oder Distributionskosten<br />

für angebotene Leistungen<br />

Mit ihrer Erfahrung und ihren Kompetenzen<br />

sind Versicherungsunternehmen<br />

in der Regel gut aufgestellt, um<br />

Produkte und Dienstleistungen zu verbessern<br />

und die Effizienz der Leistungserbringung<br />

zu steigern. Aber auch für<br />

disruptive Innovationen in der Versicherungsbranche<br />

gibt es eine wachsende<br />

Zahl von Beispielen.<br />

Weitere absehbare Regelbrüche<br />

im Markt<br />

Versicherungen versichern Risiken, bevor<br />

ein Schaden eintritt. Oder auch neuerdings<br />

danach. Bsp.: ERGO Direkt: hier lassen<br />

sich Versicherungen noch abschließen,<br />

wenn der Schadensfall bereits<br />

eingetreten ist, so bei der Zahnzusatzversicherung.<br />

Versicherungen werden sich zunehmend<br />

nicht nur als Schadensregulierer,<br />

sondern zugleich als Präventionsdienstleister<br />

verstehen - etwa im Bereich der<br />

heute nicht abgebildeten Unsicherheiten,<br />

aber auch beispielsweise durch<br />

Hinweise der Telematik-Systeme für<br />

besseres, sicheres Fahren. Versicherungsunternehmen<br />

werden zu Identitätsmanagern<br />

ihrer Kunden, wenn sie sich als<br />

kompetente, wissende Dienstleister mit<br />

einer klaren Ausrichtung an Leitlinien<br />

(ethisch, gesellschaftlich, ökologisch, ...)<br />

positionieren. Die Grundlogik des Provisionsmodells<br />

wird voraussichtlich in<br />

Teilbereichen aufgelöst, wie dies etwa<br />

die Quirin-Bank als „Honorarberater“ im<br />

Finanzsektor seit einigen Jahren praktiziert.<br />

Versicherungsvertreter und -makler<br />

erhalten damit die Chance, sich sehr<br />

viel glaubhafter als „im Sinne des Kunden“<br />

handelnd zu positionieren. n<br />

Jörg Wallner<br />

Über den Autor<br />

n Dr. Jörg Wallner entwickelt als<br />

„Director Innovation Management<br />

& Consulting“ bei dem 2b AHEAD<br />

ThinkTank Innovationsstrategien<br />

und Geschäftsmodelle der<br />

Zukunft. Als Dozent lehrt er am<br />

Competence Center Digital Economics<br />

in Hamburg.<br />

(Foto: Jörg Wallner)<br />

30 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 31<br />

(Foto: library_mistress/Flickr.com)


Wirtschaft<br />

Schlüsseltechnologie Selbstzündung<br />

Chancen für den europäischen Markt für erdgasbetriebene Nutzfahrzeuge<br />

Angetrieben von Energiepreisschwankungen,<br />

verschärften Emissionsnormen<br />

und der Schiefergas-Revolution in den<br />

USA gewinnt der Markt für erdgasbetriebene<br />

Fahrzeuge erheblich an Dynamik.<br />

Von allen alternativen Erdgastechnologien<br />

üben Druckgas (CNG)- und Biomethan-Technologien<br />

den geringsten<br />

Veränderungsdruck auf die bestehende<br />

Infrastruktur aus. Bis zum Jahr 2018 dürfte<br />

der europäische Erdgasmarkt Produktionsmengen<br />

von fast 18.000 Einheiten<br />

erreichen. Laut einer aktuellen Studie<br />

von Frost & Sullivan wird der Europamarkt<br />

für mittelschwere bis schwere<br />

erdgasbetriebene Nutzfahrzeuge, Lkws<br />

und Busse eine Marktdurchdringung von<br />

geschätzten 3,4 Prozent bzw. 12,7 Prozent<br />

bis 2018 erreichen. Die Funkenzündung<br />

wird rund 90 Prozent der gewerblich<br />

hergestellten erdgasbetriebenen Busse<br />

ausmachen, wohingegen die Selbstzündung<br />

den Flüssiggas (LNG)-Lkw-Markt<br />

mit rund 60 Prozent beherrschen wird.<br />

Im Schwerlastsegment werden erdgasbetriebene<br />

Lkws mit LNG mit 75 Prozent<br />

der Verkäufe die marktdominierende<br />

Brennstoffvariante bilden.<br />

Untragbare Ausgaben<br />

„OEMs müssen den Markt sowie anwendungsfokussierte<br />

Technologien entwickeln,<br />

um den gegenwärtigen Stand der<br />

Erdgasinfrastruktur durch eine nachfol-<br />

Bestand an Erdgastankstellen in Deutschland<br />

203<br />

2001<br />

301<br />

2002<br />

379<br />

2003<br />

32 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

528<br />

20<strong>04</strong><br />

639<br />

2005<br />

723<br />

2006<br />

769<br />

2007<br />

814<br />

2008<br />

860<br />

2009<br />

(Foto: Wikimedia/CC-3.0/Latschari)<br />

von 2001 bis 2012<br />

900<br />

2010<br />

9<strong>04</strong><br />

2011<br />

906<br />

2012<br />

(Grafik: Initiative Erdgasmobilität Mineralölwirtschaftsverband/Statista)<br />

gende zukunftsfähige CNG/LNG-Infrastruktur<br />

zu ergänzen. Der Fokus sollte auf<br />

den Lieferketten liegen, um die Vorlaufkosten<br />

für diese Fahrzeuge zu senken, denn<br />

derzeit nehmen viele potentielle Kunden<br />

die Ausgaben noch als untragbar hoch<br />

wahr“, erklärt Frost & Sullivan Automotive<br />

& Transportation Consulting Analyst,<br />

Saideep Sudhakar. „OEMs und Zulieferer<br />

arbeiten jedoch unabhängig und synergistisch<br />

daran, durch eine Kombination<br />

aus vertikaler und virtueller Integration<br />

für Wachstumsdynamik in diesem sich<br />

stabil entwickelnden Marktsegment zu<br />

sorgen.“ Die Bereitschaft der OEMs, Produkte<br />

durch Technologiepartnerschaften<br />

zu differenzieren, führt zur zunehmenden<br />

Fokussierung auf Selbstzündungs- und<br />

dualen Brennstofftechnologien, so<br />

genannte Dual-Fuel-Technologies. Selbstzündung<br />

macht erdgasbetriebene Fahrzeuge<br />

langstreckentauglich, wodurch<br />

die höheren Vorlaufkosten ausgeglichen<br />

würden – allerdings unter der Voraussetzung,<br />

dass Kraftstoffinfrastruktur und<br />

Diesel-Erdgas-Preisgefälle existieren.<br />

Fokus auf die vertikale Integration<br />

In Zukunft werden die Margen für Modul-<br />

Zulieferer schrumpfen, und dasselbe wird<br />

auch bei Komponenten-Zulieferern passieren,<br />

wenn OEMs Preisdruck ausüben,<br />

sobald die Mengen anwachsen. Beschränkungen<br />

im Hinblick auf den Betriebszyklus<br />

der erdgasbetriebenen Fahrzeuge<br />

können überwunden werden, wenn<br />

gemeinschaftliche Strategien auf die Entwicklung<br />

von Fahrzeugen und Produkten<br />

abzielen, die höchste Effizienz in bestimmten<br />

gezielten Berufen und Betriebszyklen<br />

zusammen mit der notwendigen Kraftstoffinfrastruktur<br />

bereitstellen. „OEMs<br />

müssen Betriebszyklen entwickeln, die<br />

sich auf Produktplattformen konzentrieren,<br />

und mit Kraftstofflieferanten und<br />

Regierungen zusammenarbeiten, um<br />

ein günstiges Umfeld für die Annahme<br />

der erdgasbetriebenen Fahrzeuge durch<br />

Fuhrparkbetreiber zu schaffen“, rät Sudhakar.<br />

„Lieferanten müssen sich auf die<br />

vertikale Integration fokussieren, um ein<br />

nachhaltiges Wachsen und Entwickeln<br />

des Marktes zu gewährleisten.“ n<br />

Ein Traditionsunternehmen<br />

mit dem Schlüssel zum Erfolg<br />

Das Familienunternehmen WILKA<br />

Schließtechnik GmbH blickt auf eine<br />

lange Tradition zurück. Bereits seit fünf<br />

Generationen befasst sich das 1865<br />

gegründete Urgestein der Branche mit<br />

Schlössern und Schließtechnik. Angefangen<br />

bei Möbelschlössern, folgten im<br />

Laufe der Unternehmensgeschichte die<br />

Produktbereiche Rohrrahmenschlossproduktion,<br />

Türschlossproduktion, Zylinderproduktion<br />

und Elektronikzylinder.<br />

Obgleich das Unternehmen auf eine<br />

lange Tradition zurückblicken kann, hat<br />

es sich ebenso für die Zukunft aufgestellt.<br />

Am Unternehmenssitz in Velbert<br />

veränderte sich im Zuge eines Neubaus<br />

im Bereich der Produktion im letzten Jahr<br />

einiges. Ende November 2012 wurde ein<br />

neues Gebäude in Betrieb genommen.<br />

Dieses beherbergt nun die weltgrößte<br />

Räumbank für Zylinderkerne. „1.000<br />

scharfe Messer sind dort im Einsatz und<br />

schaffen eine hohe Zahl an Profilen. So<br />

fertigen wir bei optimalen Bedingungen<br />

unsere großen Schließanlagen“, erklärt<br />

Geschäftsführer Wolfgang Schlieper.<br />

WILKA bekennt sich zum Standort<br />

Deutschland und ist Teil und Mitinitiator<br />

der Schlüsselregion e.V. Das ambitionierte<br />

Ziel aller Vereinsmitglieder ist<br />

der Aufbau eines Forschungsinstituts in<br />

der Schlüsselregion Velbert/Heiligenhaus.<br />

Darüber hinaus ist WILKA auch mit<br />

einem Tochterunternehmen in Polen am<br />

Markt erfolgreich. Die WILKA Polska in<br />

Leszno beschäftigt 40 Mitarbeiter und<br />

hat sich dort seit zwölf Jahren im Premiumsegment<br />

der mechanischen Schließzylinder<br />

als Marktführer etabliert.<br />

Mitarbeiter mit einer hohen Firmen-<br />

Identifikation sind für WILKA das wichtigste<br />

Kapital. Weil Kundenzufriedenheit<br />

die Basis für Wachstum ist, setzt<br />

das Unternehmen auf seine Mitarbeiter<br />

sowie langfristige Geschäftsbeziehungen<br />

mit Lieferanten und Dienstleistern.<br />

Insgesamt 245 Mitarbeiter<br />

arbeiten am Hauptsitz in Velbert an<br />

hochwertigen Sicherheitslösungen. Die<br />

hohe Motivation der Mitarbeiter und<br />

umfassende Weiterbildungsangebote<br />

sind der Garant für eine breite und qualitativ<br />

hochwertige Produktpalette. n


Wirtschaft<br />

Afrikanisches Jahrhundert<br />

Südafrika’s neue Mittelschicht: jung, gebildet und konsumfreudig<br />

Südafrika ist seit Jahren die stärkste<br />

Wachstumsregion Afrikas und steht<br />

auch weltweit an der Spitze des Investitionswachstums.<br />

Laut Prognosen von<br />

Natürliche Konzepte für:<br />

Mit cdVet geht es uns gut,<br />

il die Natur unser Zuhause ist!<br />

LÄSTLINGSABWEHR<br />

ERNÄHRUNG<br />

PFLEGE<br />

cdVet Naturprodukte GmbH<br />

Industriestraße 11 - 13<br />

49584 Fürstenau<br />

Tel.: +49 (0) 5901 9796-0<br />

Fax: +49 (0) 5901 9796-133<br />

E-mail: info@cdvet.eu<br />

www.cdvet.eu<br />

McKinsey für das Jahr 2030 werden<br />

die 18 größten afrikanischen Städte<br />

Konsum ausgaben von 1,3 Mrd. US Dollar<br />

(ca. 1 Mrd. EUR) generieren. Nicht<br />

zuletzt durch eine immer stärker wachsende<br />

neue Mittelschicht.<br />

Die neue Mittelschicht ist jung<br />

und gebildet und stellt die Grundlage<br />

für gesellschaftlichen Wohlstand<br />

und Erfolg dar. Die Bildungselite hat<br />

in den vergangenen acht Jahren stetig<br />

an Zuwachs gewonnen. Südafrikas<br />

schnell wachsende Metropolregionen<br />

Johannesburg, Kapstadt oder Durban<br />

ziehen die neue Konsumentengeneration<br />

ganz besonders an. Sie bündeln<br />

Talente, neue Technologien und Innovationen<br />

und bieten somit einen optimalen<br />

Nährboden für zukunftsweisende<br />

Veränderungen. Auffallend positiv hat<br />

sich dabei vor allem Südafrikas schwarze<br />

Mittelschicht entwickelt. Neuen<br />

Forschungsergebnissen des UCT Uni­<br />

Die Mounting Systems GmbH in Rangsdorf ist<br />

eines der weltweit führenden Unter nehmen<br />

in der Entwicklung und Produktion von Befestigungssystemen<br />

für Solar anwendungen.<br />

Mit 20 Jahren Erfahrung gehören wir zu<br />

den innovativsten Herstellern auf diesem Gebiet.<br />

Mit höchstem Anspruch an Kundenzufriedenheit<br />

und Qualität sind wir mit über<br />

250 Mitarbeitern an unseren Standorten<br />

in Frankreich, Großbritannien und den USA<br />

sowie an unserem Hauptsitz in Rangsdorf<br />

bei Berlin tätig.<br />

lever Institute of Strategic Marketing<br />

zufolge stieg die Anzahl schwarzer Mittelschichtler<br />

von 1,7 Millionen im Jahr<br />

20<strong>04</strong> auf 4,2 Millionen im Jahr 2012.<br />

Den Europäern voraus<br />

Die jüngste Studie des Unilever Institute<br />

„4 Million and Rising“ zeigt, dass<br />

die jährlichen Ausgaben der schwarzen<br />

Mittelschicht die der weißen Mittelschicht<br />

im Jahr 2008 erstmals übertrafen<br />

und seither rasant auf aktuell<br />

400 Mrd. Rand (31 Mrd. EUR) jährlich<br />

angestiegen sind. „Trotz der Rückschläge,<br />

die Südafrika im Zuge der jüngsten<br />

Rezession erlitt, breitet sich die schwarze<br />

Mittelschicht des Landes rasch aus<br />

und ist einflussreicher und mächtiger<br />

als je zuvor“, erklärte der Direktor des<br />

Unilever Institute, John Simp son. „Im<br />

Gegensatz dazu stagnierte die weiße<br />

Mittelschicht in diesem Zeitraum<br />

ungefähr auf dem gleichen Niveau: Die<br />

Mounting Systems ist DIN ISO 9001 zertifiziert.<br />

In den letzten Jahren war das Unternehmen<br />

regelmäßig für Unter nehmens­ und<br />

Qualitätspreise nominiert und hat diverse<br />

Auszeichnungen gewonnen. Umsatz, Gewinn<br />

und Mit arbeiter zahlen wurden in den letzten<br />

Jahren ebenso nachhaltig gesteigert wie das<br />

soziale Engagement vor Ort.<br />

Mounting Systems GmbH • Mittenwalder Straße 9a<br />

D 15834 Rangsdorf www.mounting-systems.com<br />

Besuchen Sie uns bei Facebook:<br />

www.facebook.com/mountingsystems<br />

(Foto: whiteafrican/Flickr.com)<br />

weiße Bevölkerung wuchs von 2,8 Millionen<br />

im Jahr 20<strong>04</strong> auf 3 Millionen im<br />

Jahr 2012.“<br />

„Es ist ausschlaggebend für die<br />

Zukunft und die positive Entwicklung<br />

der Wirtschaft, dass dieser Markt weiterhin<br />

wächst und gedeiht. Die schwarze<br />

Mittelschicht trägt zum Aufbau einer<br />

dynamischen, stabilen Gesellschaft bei,<br />

indem sie die Qualifikationsbasis des<br />

Landes stärkt, das Angebot an Arbeitsplätzen<br />

sowie die Steuereinnahmen<br />

erhöht.“<br />

Während die Europäer sich<br />

noch sträuben<br />

Simpson erklärte weiter, eine der wichtigsten<br />

Entwicklungen, der letzten zehn<br />

Jahre sei der Vernetzungsgrad im Kundenmarkt.<br />

Schätzungen zufolge verfügen<br />

95 Prozent aller südafrikanischen<br />

Bürger der schwarzen Mittelschicht<br />

über ein Mobilfunktelefon, im Vergleich<br />

zu 64 Prozent im Jahr 20<strong>04</strong>. Dementsprechend<br />

führte das Aufkommen der<br />

Smartphones und die zunehmende Verbreitung<br />

von Breitbandverbindungen<br />

im gleichen Zeitraum zu einer Vervierfachung<br />

der Internetnutzung. Damit<br />

verbunden ist auch der starke Anstieg<br />

der Mobile Economy.<br />

Während die Europäer sich noch<br />

sträuben Bankgeschäfte mithilfe von<br />

Mobiltelefonen abzuwickeln, tätigen<br />

viele Afrikaner heute schon ganz selbstverständlich<br />

ihre Geldtransfers via Handy.<br />

Der bargeldlose Geldverkehr könnte<br />

außerdem helfen die Korruption in Afrika<br />

einzudämmen.<br />

Verändertes Konsumentenverhalten<br />

Die neue Studie zeigt außerdem bedeutende<br />

Veränderungen in der Haltung<br />

der Konsumenten gegenüber Markenprodukten.<br />

Während die Teilnehmer im<br />

Jahr 2000 dazu tendierten, sich über<br />

Marken zu definieren, gab der Großteil<br />

der Befragten in der aktuellen Studie<br />

an, Marken eher als Erweiterung ihrer<br />

Identität zu betrachten. Trotz der leichten<br />

Konjunkturdämpfung, ist dennoch<br />

ein vergleichsweise starker Konsumwille<br />

innerhalb der südafrikanischen Mit­<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 35<br />

telschicht zu verzeichnen. Immer mehr<br />

Großkonzerne erkennen dieses Potenzial<br />

und passen ihre Güter und Dienstleistungen<br />

bedarfsgerecht an. Auch die<br />

deutsche Wirtschaft hat das Potential<br />

des Landes erkannt. Südafrika ist außerhalb<br />

Europas inzwischen der siebtgrößte<br />

Handelspartner der Bundesrepublik.<br />

Deutschland steht gar an zweiter Stelle<br />

der wichtigsten wirtschaftlichen Kooperationspartner<br />

für Südafrika.<br />

Seit der Fußballweltmeisterschaft<br />

2010 verzeichnet das Land einen starken<br />

Aufwärtstrend. Im Bereich Infrastruktur<br />

und Energie werden die größten<br />

Summen investiert. Dank des guten<br />

Rufes von Produkten „made in Germany“<br />

werden auch weiterhin Aufträge<br />

an deutsche Firmen vergeben werden.<br />

Aktivitäten deutscher Unternehmen<br />

in Südafrika sind häufig das Sprungbrett<br />

in andere Länder des südlichen<br />

Afrika, wie Namibia, Angola, Tansania,<br />

Sambia oder Mozambik. Die zum Teil<br />

sehr hohen Wachstumsraten stimulieren<br />

stets mehr deutsche Unternehmen,<br />

auch in diesen Regionen tätig zu werden.<br />

Ob Hersteller von Energieanlagen,<br />

Anbieter von Lebensmitteln oder Experten<br />

im Bereich Wassertechnik, die Chancen<br />

für deutsche Unternehmen am Kap<br />

sind gut.<br />

Zu Beginn des 21. Jahrhunderts<br />

steht der Löwenstaat Afrikas auf dem<br />

Sprung in eine neue und hoffnungsvolle<br />

Zukunft. n<br />

INDIVIDUELLE SYSTEMLÖSUNGEN FÜR<br />

PHARMAZEUTISCHE PRIMÄRPACKMITTEL<br />

Remy & Geiser ist ein zukunft sorienti ertes,<br />

traditi onsreiches, mitt elständiges Unter-<br />

nehmen, das an insgesamt drei Standorten<br />

deutschlandweit pharmazeuti sche Primär-<br />

Verpackungen herstellt.<br />

An den Thüringer Standorten in Altenfeld<br />

und Hinternah werden von ca. 220 Mitar-<br />

beitern hochwerti ge Produkte aus Glas und<br />

Kunststoff hergestellt.<br />

F I N A L I S T<br />

Großer Preis des<br />

MITTELSTANDES<br />

www.remy-geiser.de<br />

Remy & Geiser GmbH<br />

Remy & Geiser Straße 1<br />

56584 Anhausen<br />

Telefon: 02639/9311-0 | Fax: 02639/1230<br />

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Die Schwerpunkte der Produkti on bilden<br />

Verschlüsse aus Kunststoff und Dosierhilfen<br />

in verschiedenen Durchmessern, die aus<br />

bis zu vier Einzelteilen bestehen können,<br />

Pipett enmonturen aus Glas und Kunststoff<br />

sowie Flaschen aus Glas.<br />

Engagierte und moti vierte Mitarbeiter<br />

arbeiten an modernen Maschinen und Anla-<br />

gen – auch unter Reinraumbedingungen.


Wirtschaft<br />

Schwule retten Reisewirtschaft<br />

Der Tourismus profitiert von zahlungskräftigen homosexuellen Reisenden<br />

Thema Gay & Lesbian Travel auf der<br />

ITB Berlin <strong>2013</strong><br />

Am Strand von Capocotta in Italien hat man<br />

bereits auf die Marktlücke reagiert<br />

(Foto: dbking/Flickr.com)<br />

(Foto: <strong>2013</strong> Messe Berlin GmbH)<br />

(Fotos: Wikimedia/CC-2.0/Anthony M.)<br />

LGBT-Reisende geben durchschnittlich 57 Prozent<br />

mehr Geld im Urlaub aus<br />

Gay-Strände sind bereits in vielen<br />

Urlaubsländern etabliert<br />

(Foto: blmurch/Flickr.com)<br />

(Foto: Globalism Pictures/Flickr.com)<br />

(Wikimedia/CC-2.0/David Sim)<br />

Schwule und lesbische Hotelgäste<br />

geben im Urlaub durchschnittlich 57<br />

Prozent mehr Geld aus als heterosexuelle<br />

Reisende. Das belegt eine aktuelle<br />

Studie des ITB Berlin Partners Community<br />

Marketing Inc., die von Rika Jean-<br />

Francois, CSR Beauftragte der ITB Berlin<br />

und Vorstandsmitglied bei der International<br />

Gay & Lesbian Travel Association<br />

(IGLTA) auf dem ITB Berlin Kongress<br />

sowie kürzlich auf einer Strategietagung<br />

von Wien Tourismus vorgestellt wurde.<br />

Insgesamt 5.700 Personen wurden bei<br />

der Umfrage von Community Marketing<br />

Inc. Ende vergangenen Jahres in den USA<br />

zu ihren Reisegewohnheiten befragt.<br />

Neben den Hotels profitiert der Studie<br />

zufolge auch die gesamte Destination<br />

von den sogenannten LGBT-Reisenden<br />

(Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender).<br />

Sonnenschein und Erholung im Urlaub<br />

am wichtigsten<br />

Die Tatsache, ob ein Reiseziel sich als<br />

freundlich („gay-friendly“) gegenüber<br />

LGBT-Urlaubern präsentiert, zählt laut<br />

der Umfrage für 40 Prozent der schwulen<br />

und für knapp ebenso viele lesbische<br />

Befragte aus den USA zu den wichtigsten<br />

Beweggründen bei der Wahl<br />

der Destination. Bei den Ansprüchen<br />

an den Urlaub liegt bei 67 Prozent der<br />

schwulen und 66 Prozent der lesbischen<br />

Reisenden das warme Wetter an der<br />

Spitze, gefolgt von kulturellen Angeboten,<br />

Strand und Kulinarik.<br />

Zu den Hauptinteressen auf Reisen<br />

zählen für über die Hälfte der Studienteilnehmer<br />

Erholung. Auf dem zweiten<br />

Platz liegt bei schwulen Reisenden mit<br />

35 Prozent der Besuch von Freunden<br />

und Familie, lesbische Paare nannten<br />

mit 32 Prozent, Zeit mit ihrer Partnerin<br />

zu verbringen. Bei der Auswahl eines<br />

Hotels zählte die Lage für 33 Prozent der<br />

schwulen und 30 Prozent der lesbischen<br />

Befragten zu den ausschlaggebenden<br />

Gründen.<br />

Der Preis landete mit rund 30<br />

Prozent bei beiden Zielgruppen auf<br />

Platz zwei. LGBT-Reisende sind sehr<br />

internetaffin: Bei der Informationssuche<br />

rund um ihre Reise vertrauen 59 Prozent<br />

der lesbischen und 54 Prozent der<br />

schwulen nordamerikanischen Reisenden<br />

auf Empfehlungen von Freunden<br />

und Familie. Danach folgen Reise-<br />

Websites. Werbung, die sich speziell an<br />

die LGBT-Zielgruppe richtet, wurde von<br />

41 Prozent der schwulen und 36 Prozent<br />

der lesbischen Reisenden bei der Suche<br />

nach Informationen genutzt.<br />

Engagement für LGBT-Reisende<br />

Die ITB Berlin setzt sich im Rahmen<br />

ihres CSR Selbstverständnisses bereits<br />

seit Jahren für Menschenrechte im<br />

Tourismus ein, also auch für Toleranz<br />

und Diversität und engagiert sich zum<br />

Beispiel als Mitglied der International<br />

Gay & Lesbian Travel Association (IGLTA).<br />

2003 präsentierten sich erstmals<br />

Aussteller aus dem LGBT-Bereich auf<br />

der weltgrößten Reisemesse. Seit drei<br />

Jahren finden im Rahmen des ITB Berlin<br />

Kongress auch Vorträge und Diskussionen<br />

zum Thema statt und LGBT-Travel<br />

wurde eines von 15 eigenständigen<br />

Segmenten auf der weltweit größten<br />

Reisemesse.<br />

Es verzeichnet seitdem eine stetig<br />

steigende Nachfrage. Heute hat die ITB<br />

Berlin das größte Angebot an LGBT-<br />

Reiseprodukten und Destinationen aller<br />

Tourismusmessen weltweit. Mit einem<br />

großen „Gay & Lesbian Travel Pavillion“,<br />

der ITB TomOnTour-Party und verschiedenen<br />

weiteren begleitenden LGBT-<br />

Events setzt die ITB Berlin ein Zeichen<br />

für Toleranz und gleiche Rechte. Mit<br />

Seminaren über LGBT-Tourismus in<br />

Indien im Jahr 2011, einem Informationsstand<br />

auf der ITB Asia 2012 in Singapur,<br />

einem LGBT-Informationstand auf<br />

der ABAV <strong>2013</strong> in Rio und internationalen<br />

Seminaren und Symposien weltweit<br />

fördert die ITB Berlin mit der ITB<br />

Academy auch die Enttabuisierung und<br />

Entwicklung dieses wichtigen Marktsegments<br />

in anderen Ländern.<br />

Wien Tourismus hat auf der ITB<br />

Berlin <strong>2013</strong> eine strategische Partnerschaft<br />

mit der ITB Berlin zum LGBT-<br />

Segment geschlossen, um dieses künftig<br />

gemeinsam global zu fördern und<br />

weiterzuentwickeln. n<br />

36 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 37<br />

(Foto: TheGirlsNY/Flickr.com)<br />

(Foto: Wikimedia/CC-3.0/Surrogacy-UK)<br />

: (Foto: Ewan-M/Flickr.com)


Wirtschaft<br />

Bürger auf den Barrikaden<br />

Und die Politik handelt weiter nach dem Mikado-Prinzip<br />

Immer mehr Bürger sind wütend.<br />

Zumeist richtet sich ihr Zorn gegen<br />

Infrastrukturmaßnahmen oder Stadtentwicklungsprojekte.<br />

Man möchte<br />

den modernisierten Bahnhof, das neue<br />

Gewerbegebiet oder einen weiteren<br />

Flughafen nicht vor der eigenen Haustür<br />

haben: frei nach dem Prinzip: „Heiliger<br />

Sankt Florian / Verschon' mein Haus /<br />

Zünd' andre an“.<br />

Warum gehen Bürger auf die Barrikaden?<br />

Diese Frage hat sich der Göttinger<br />

Politikwissenschaftler Franz Walter<br />

mit einem Team junger Wissenschaftler<br />

seines Instituts für Demokratieforschung<br />

gestellt. Untersucht wurden Bürgerproteste<br />

gegen Bauprojekte im Zuge<br />

der Energiewende, Proteste im Bereich<br />

der Bildungspolitik, die Anti-Atomkraft-<br />

Bewegung, Occupy, Anti-Euro-Proteste<br />

etc. Laut Bernhard Shaw sind alte Männer<br />

deshalb gefährlich, weil „ihnen die<br />

Zukunft egal“ ist. Dies trifft offenbar<br />

auch auf die deutsche Protestbewegung<br />

zu, die vornehmlich im Milieu der Kinderlosen<br />

stattfindet. Bürger, die dauernd<br />

in Wut sind, haben viel Tagesfreizeit.<br />

Arbeiter sind kaum unter den<br />

Protestierenden zu finden<br />

38 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

(Foto: Khairul Abdullah/Flickr.com)<br />

(Foto: Libertinus/Flickr.com)<br />

So finden sich in der Riege der Erregten<br />

besonders viele Hausmänner, Teilzeitangestellte,<br />

Freiberufler, Schüler, Pastoren<br />

und Lehrer, aber auch – siehe Shaw –<br />

eine Vielzahl an Vorruheständlern, Pensionären<br />

und Rentnern. Heutzutage sind<br />

Wutbürger meist studierte Leute, oft<br />

Ingenieure oder andere Angehörige der<br />

technischen Intelligenz. Arbeiter sind<br />

kaum unter den Protestierenden zu finden.<br />

Die Kluft zu den Angehörigen nichtakademischer<br />

Schichten wächst also.<br />

Entwicklung zur<br />

„Misstrauensgesellschaft“<br />

„Protest und Kritik sind wichtige Elemente<br />

einer lebendigen Demokratie. Ich<br />

halte es allerdings ähnlich wie Walter<br />

für problematisch, wenn wir uns hin<br />

zu einer „Misstrauensgesellschaft“ entwickeln.<br />

Ohne Medien, Lobbyisten und<br />

Parteipolitiker ist nun mal kein Staat zu<br />

machen. Nach dem Parteitag der Liberalen<br />

findet die Bundesregierung nun<br />

vielleicht endlich mal wieder die Kraft für<br />

Reformen und mutiges Regieren. Kanzler<br />

Schröder hat vor fast auf den Tag genau<br />

zehn Jahren mit seiner „Agenda 2010“<br />

bewiesen, wie man gut und nachhaltig<br />

regieren kann, ohne immer nach dem<br />

Wähler zu schielen. Unsere Wirtschaft<br />

und unser Land profitieren noch heute<br />

von den damals eingeleiteten Maßnahmen.<br />

Sollte diese Regierung weiter nach<br />

dem Mikado-Prinzip „Wer sich bewegt,<br />

hat verloren“ regieren, dann wird an<br />

greifbaren Erfolgen nicht viel übrig bleiben“,<br />

sagt der Personalexperte Michael<br />

Zondler. Das politische Geschäft ist nun<br />

einmal mühsam, und die einfachsten<br />

Lösungen sind nicht immer die besten.<br />

Es braut sich was zusammen<br />

Ein Beispiel für weit verbreiteten<br />

Unmut der Bevölkerung ist die Euro-<br />

Politik. Die „Wahlalternative <strong>2013</strong>“, die<br />

von verschiedenen Volkswirtschaftsprofessoren<br />

und konservativen Publizisten<br />

wie Konrad Adam oder Alexander<br />

Gauland getragen wird, macht zurzeit<br />

Furore. Dort sammelt sich laut FAZ der<br />

Protest von Anwälten, Professoren, Pensionären<br />

und Beamten gegen die Politik<br />

der Bundesregierung und der gesamten<br />

Euro-Rettung. „Es ist augenscheinlich,<br />

dass sich hier etwas zusammenbraut,<br />

auch wenn ein solches Bündnis aufgrund<br />

eines prominenten Zugpferds an<br />

der Spitze bei Wahlen vielleicht keine<br />

große Chance hat. Als Unternehmer ist<br />

man gewohnt, schnell Entscheidungen<br />

zu treffen. Als Volkswirtschaftsprofessor<br />

oder Journalist kann man die reine<br />

Lehre hochhalten. Da haben es Politiker<br />

schwerer. Allerdings ist die Art, wie die<br />

Politik momentan Probleme aussitzt<br />

und lieber Personalkämpfe betreibt, mit<br />

verantwortlich für das Anwachsen der<br />

„Wutbürger“. n<br />

Über den Autor<br />

Ansgar Lange<br />

n Ansgar Lange ist Politikwissenschaftler<br />

und Publizist. Er<br />

studierte Politische Wissenschaft,<br />

Geschichte und Germanistik in<br />

Bonn.<br />

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Matthias Krieger<br />

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Unternehmer | Stifter | Autor<br />

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und weiß wie man durch Begeisterung<br />

Motivation schafft.“<br />

Reinhold Messner<br />

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Unternehmen<br />

News<br />

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Produkte<br />

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Gehäusebau GmbH<br />

Wir sind der individuelle Lösungsanbieter<br />

für kundenspezifische Industriegehäuse<br />

einschließlich kälte- und klimatechnischer<br />

Sonderbau.<br />

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produzieren über 50 Sorten feinste Pralinen,<br />

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Auf 21 Jahren Firmengeschichte basiert<br />

die Erfahrung von Kästner. Das Sortiment<br />

besticht durch Sonderwerkzeuge, Vielfalt<br />

und modernste Technik. Es gelang bereits<br />

der internationale Durchbruch.<br />

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Veranstaltungen<br />

Experten<br />

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www.kompetenznetz-mittelstand.de<br />

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Seit mehr als 100 Jahren.<br />

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Ob Flughäfen, Autobahnen oder Tanklager.<br />

Die Fa. Saft entwickelt seit 1997 Instandsetzungsprodukte<br />

für Verkehrsflächen<br />

und Anlagen zum Lagern, Abfüllen und<br />

Umschlagen wassergefährdender Stoffe.<br />

www.saft-polymertechnik.de<br />

EDUR-Pumpenfabrik<br />

Eduard Redlien GmbH<br />

& Co. KG<br />

SAFT<br />

Polymertechnik<br />

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Die hochspezialisierte Pumpentechnik<br />

überzeugt mit exzellenten Ingenieurleistungen<br />

seit 1927. Innovative Kreisel- und<br />

Vakuumpumpen setzen Maßstäbe.<br />

www.edur.com<br />

OPS Netzwerk GmbH<br />

www.pt-magazin.de<br />

Die Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

www.mittelstandspreis.com<br />

OPS GmbH<br />

Netzwerk<br />

Betreibt das Kompetenznetz-Mittelstand,<br />

verlegt das bundesweite P.T. Magazin<br />

und ist Hauptsponsor des Wettbewerbs<br />

„Großer Preis des Mittelstandes“.<br />

Die Oskar-Patzelt-Stiftung mit Sitz in<br />

Leipzig nimmt sich bundesweit der<br />

Würdigung hervorragender Leistungen<br />

mittelständischer Unternehmen an und<br />

verleiht jährlich im Herbst den Wirtschaftspreis<br />

„Großer Preis des Mittelstandes”.<br />

Netzwerken auf höchstem Niveau<br />

Großer Preis des<br />

MITTELSTANDES<br />

Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

Die Arbeit im Netzwerk der Besten, im Kreis der Teilnehmer des Wettbewerbs „Großer Preis des<br />

Mittelstandes“ der Oskar-Patzelt-Stiftung entwickelt sich zum 5-Sterne-Netzwerken. Der Begriff<br />

OPWERKEN lehnt sich bewusst an die Oskar-Patzelt-Stiftung und deren Servicegesellschaft, die<br />

OPS Netzwerk GmbH, an. OPWERKEN verbindet vier Tätigkeitsbereiche:<br />

• Empfehlungsmarketing<br />

• Positionierung<br />

• Kommunizieren<br />

• Führen und Gestalten<br />

Gefragt sind Kreativität und Konsequenz in der Nutzung dieser Instrumente.<br />

Empfehlungsmarketing<br />

Zum Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ kann man sich nicht selbst bewerben, sondern<br />

muss von Dritten nominiert werden. Da es weder Teilnahme- noch Bearbeitungsgebühren gibt,<br />

kann man sich auch nicht „einkaufen“. Firmen zum Wettbewerb zu nominieren, ist daher Empfehlungsmarketing<br />

pur.<br />

Positionierung<br />

Man kann Firmenprofile auf www.kompetenznetz-mittelstand.de pflegen und mit Inhalten<br />

anreichern. Man kann sich in den Medien und Websites des Wettbewerbs präsentieren. Und<br />

man kann auf Tagungen und Veranstaltungen des Wettbewerbs auftreten, und und und… Nicht<br />

umsonst berichten bereits mehr als 40 Bücher über den Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“.<br />

Kommunizieren<br />

Man muss miteinander reden, wenn man sich wirklich kennenlernen und miteinander ins Geschäft<br />

kommen will. Dafür bieten der Wettbewerb „Großer Preis des Mittelstandes“ mit seinen Websites,<br />

Veranstaltungsformaten und Medien eine hervorragende Plattform. Natürlich auch im Web2.0:<br />

• www.youtube.com/opsnetzwerk<br />

• www.flickr.com/photos/opwerk<br />

• http://twitter.com/#!/opsnetzwerk<br />

• www.xing.com/companies/oskar-patzelt-stiftung<br />

• www.facebook.com/opwerk<br />

• http://de.wikipedia.org/wiki/Gro%C3%9Fer_Preis_des_Mittelstandes<br />

Führen und Gestalten<br />

In fünf Wettbewerbskriterien erfassen die Juryfragebögen ein Unternehmen als Ganzes und in<br />

seiner Rolle in der Gesellschaft. Bereits seit Jahren werden die Juryunterlagen daher als ergänzendes<br />

Führungs- und Managementinstrument benutzt. Das will die Stiftung künftig noch besser<br />

unterstützen. Künftig kann auf ausgewählte Unternehmensberater zurückgegriffen werden, die als<br />

„Autorisierte Berater der OPS Netzwerk GmbH“ frei tätig sind.<br />

• Christian Kalkbrenner,<br />

KALKBRENNER-Unternehmensberatung,<br />

88131 Lindau, Tel. 083 82 - 409 301,<br />

www.ub-kalkbrenner.de<br />

• Volkmar Redlich, REDLICH - Unternehmen beraten,<br />

15838 Am Mellensee, Tel.: 033703/687-78,<br />

www.redlich-beraten.de<br />

• Wolf-Helmut Sieg, Sieg-Consulting Si.C,<br />

23899 Gudow, Tel. <strong>04</strong>547 159 303,<br />

www.sieg-consulting.com<br />

• Christian Wewezow,<br />

69120 Heidelberg, Tel.: 06221- 778 20 08,<br />

www.clockwise-consulting.de<br />

• Wolfram Kuhnen, IMB GmbH & Co. KG,<br />

41516 Grevenbroich, Tel. 02181 70 54 70,<br />

www.imb-beratung.de<br />

(Satz und Layout: © OPS Netzwerk GmbH, Foto: © Andres Rodriguez/Fotolia.com)


Wirtschaft<br />

Steuerhinterziehung Deluxe<br />

Steuerpflicht bei Schenkungen - Fallstricke für<br />

Schenker, Beschenkte und Behörden<br />

Bei Schenkungen braucht niemand eine<br />

Steuererklärung abgeben, solange keine<br />

Aufforderung der Finanzverwaltung<br />

erfolgt ist. Jedoch besteht für Schenker<br />

und Erwerber die Pflicht, die Schenkung<br />

dem Finanzamt anzuzeigen (laut<br />

§30 Erbschaftsteuergesetz). Auch wer<br />

sich sicher ist, dass keine Steuer anfällt,<br />

sollte sich ein „Negativtestat“ – also eine<br />

Bestätigung, dass keine Steuer anfällt<br />

– vom zuständigen Finanzamt geben lassen.<br />

Wer besonders gewissenhaft ist, und<br />

legal diese Abgaben mindern möchte,<br />

sollte insbesondere bei Schenkung von<br />

Immobilien und Versicherungen – schon<br />

gar, wenn dabei zur Steueroptimierung<br />

Leibrenten-, Pflege- u. ä. Zusagen vorbehalten<br />

sind – einen Sachverständigen mit<br />

der Bewertung beauftragen.<br />

Schenkungssteuerpflicht bei einem<br />

Anknüpfungspunkt im Inland<br />

Meist beträgt die Steuerersparnis durch<br />

Einschaltung von Beratern ein Vielfaches<br />

(Foto: Howard Dickins/Flickr.com)<br />

der Kosten, und dies nicht nur wenn<br />

es um legale Steuervermeidung durch<br />

Gestaltungen innerhalb der Familie geht.<br />

Die deutsche Schenkungsteuer setzt<br />

alternativ voraus, dass der Schenker oder<br />

der Beschenkte oder das Schenkungsobjekt<br />

(meist eine Immobilie) sich in<br />

Deutschland befindet. Auch im Voraus<br />

bezahlter Unterhalt, wie auch eine Unterhaltsabfindung<br />

vor Eheschließung für<br />

den Fall späterer Scheidung wird zumeist<br />

als Schenkung zu behandeln sein, denn<br />

dann liegt (zeitlich) eben noch kein fälliger<br />

Anspruch auf derartigen Unterhalt<br />

vor. Schenker und Beschenkte haften für<br />

anfallende Steuern. Eine Steuerklausel<br />

im Schenkungsvertrag wird die Abgabenbelastung<br />

spürbar senken.<br />

Steuerbescheide nach 30 Jahren<br />

Erfolgt die Anzeige der Schenkung,<br />

beginnt zum darauf folgenden Jahresende<br />

eine vierjährige Verjährung. Erfährt<br />

das Finanzamt nichts von der Schenkung,<br />

so beginnt die Verjährung erst mit dem<br />

Ende des Jahres in dem der Schenker<br />

verstirbt und beträgt dann noch bis zu<br />

sieben Jahre. In der Praxis kann man dem<br />

Beschenkten nur raten, den Steuerbescheid<br />

entsprechend lange aufzubewahren,<br />

denn nach Vernichtung von Akten<br />

beim Notar und/oder Finanzamt könnte<br />

es zu Beweisproblemen kommen – und<br />

damit zur doppelten Festsetzung von<br />

Schenkungsteuer.<br />

Schenkungswiderruf bei Verarmung<br />

Vielfach besteht der Wunsch mit warmen<br />

Händen zu geben. Kommt es später<br />

jedoch zur Verarmung des Schenkers,<br />

wird der Beschenkte vielfach verpflichtet<br />

sein, einen Wertersatz zu leisten,<br />

etwa eine Geldrente als Unterhalt für<br />

den Schenker. Überraschend kann es<br />

auch dazu kommen, dass das Sozialamt<br />

diese Forderung auf Geldzahlung eintreibt<br />

– eine Rückgabe des Geschenkes<br />

beim Widerruf wegen Verarmung ist<br />

im Gesetz nicht vorgesehen. Bei Schenkungen,<br />

auch solchen unter Vorbehalt<br />

weitergehender Immobiliennutzung,<br />

bedarf es zumeist einer Regelung des<br />

Unterhaltes. Hinzu kommt die Notwendigkeit<br />

etwa beim Nießbrauchsvorbehalt<br />

die vielfachen negativen steuerlichen<br />

Folgen zu bedenken. Derartige<br />

Beratungen wird man so gut wie nie von<br />

einem Notar erwarten dürfen.<br />

Anfechtung durch Gläubiger<br />

Wer versucht, durch Schenkung den Rest<br />

seines Vermögens dem Zugriff seiner<br />

Gläubiger zu entziehen, macht sich im<br />

Zweifel genauso strafbar, wie jene Helfer<br />

aus dem In- oder Ausland die dafür<br />

Gestaltungen über Stiftungen, Trusts<br />

und Lebensversicherungen propagieren.<br />

Vielfach misslingt bereits die Rechtswahl,<br />

um beispielsweise das sogenannte<br />

Konkursprivileg im ausländischen Recht<br />

wirksam zu vereinbaren. Kommt es bei<br />

derartigen Tarnkonstrukten lediglich<br />

auch zur Steuerverkürzung, werden derartige<br />

Gestaltungen im Inland gar nicht<br />

erst anerkannt – nahezu jedwede Gestaltung<br />

einer vorweggenommenen Erbfolge<br />

durch Schenkung bleibt damit von<br />

Anfang an null und nichtig. Vielfach ist<br />

den in- und ausländischen Treuhändern<br />

ihre persönliche Haftung für Strafen und<br />

Steuern solange nicht bekannt, bis sie<br />

sich einer Vollstreckung bzw. Exekution<br />

ausgesetzt sehen. Auch die üblichen Vertragsangebote<br />

aus dem Ausland oder von<br />

der Stange erweisen sich in aller Regel<br />

als rechtlich höchst unsicher, denn sie<br />

werden üblicherweise etwa von Experten<br />

im Vertrieb und Marketing gestaltet.<br />

Rechtsfolgen sind dann häufig Anfechtung,<br />

Rückabwicklung oder Haftung auf<br />

Wertersatz. Eine Selbstanzeige scheitert<br />

vielfach daran, dass der Treuhänder im<br />

Ausland das Geld beispielsweise für die<br />

Bezahlung der Steuern erst gar nicht<br />

mehr zur Verfügung stellt.<br />

Absicherung durch Auskunft<br />

Wer bei der Gestaltung rechtlich schwieriger<br />

Sachverhalte sichergehen möchte,<br />

wird seinen steuerlichen Berater bitten<br />

müssen, eine verbindliche Auskunft vom<br />

Finanzamt einzuholen. Für den Steuerpflichtigen<br />

wird es zudem entscheidend<br />

sein, ob er den Rat angeblicher Steuerfreiheit<br />

von seinem Berater schriftlich<br />

erhält, und für den Fall eines Rechtsirrtums<br />

eine ausreichende Versicherungsdeckung<br />

besteht.<br />

90 Prozent falsche Steuerbescheide<br />

In weiten Teilen der Bevölkerung besteht<br />

ein Misstrauen gegenüber der Obrigkeit,<br />

so dass gerade solche Berater hoch<br />

im Kurs stehen, die vermeintlich legale<br />

Gestaltungen als angebliche Geheim-<br />

Tipps verkaufen. So berichtet mancher<br />

Mittelständler, dass er sein Geld bereits zu<br />

Hause in bar aufbewahrt, damit sich jeder<br />

Begünstigte eines der mit Geld befüllten<br />

namentlich beschrifteten Kuverts nach<br />

dem Todesfall einfach mitnehmen<br />

könne – denn sonst würde beim sauer<br />

verdienten Geld auch noch eine Steuer<br />

abgezogen. Nachlassverwalter, Insolvenztreuhänder,<br />

Vormünder, Betreuer, Nachlasspfleger<br />

und Testamentsvollstrecker<br />

haben dann alle Mühe solche Irrtümer zu<br />

bereinigen – faktisch als amtlich bestellte<br />

Steuereintreiber, um nicht in eigener Person<br />

in eine Steuerhaftung zu geraten.<br />

Erbschaften und Schenkungen in Deutschland<br />

141.848 141.196 133.836<br />

Willfährige Helfer bei illegaler<br />

Steuerverkürzung<br />

Seit Jahrzehnten unterhalten Finanzbehörden<br />

eigene Datenbanken, in welchen<br />

sich amtlich bekannte Helfer beim Tricksen,<br />

Tarnen und Täuschen wiederfinden<br />

– etwa weil hunderte von Tarnfirmen<br />

den gleichen Telefaxanschluss verwenden.<br />

Dann werden Scheinrechnungen für<br />

angebliche Beratungen anlässlich von<br />

Betriebsprüfungen meist sofort erkannt.<br />

Dieses Wissen der Finanzämter hat jedoch<br />

vielfach noch nicht den Weg zu den<br />

Finanzämtern für Grundbesitzabgaben<br />

und Schenkungsteuer gefunden. Würden<br />

in die üblichen Meldepflichten auch<br />

Grundbuchämter und Notare eingebunden<br />

und etwa ein bundesweiter Abgleich<br />

mit den „Onshore-Leak-Datenbanken“<br />

der Betriebsprüfer zu den üblichen Verdächtigen<br />

stattfinden, so könnte hierzulande<br />

die Steuerbelastung normaler<br />

Einkommensbezieher um geschätzt bis<br />

zu mehr als 50 Prozent gesenkt werden.<br />

50 Jahre steuerfrei leben<br />

Ein guter Kunde einer zyprischen Bank<br />

kaufte sich eine Immobilie mit Seegrund.<br />

Natürlich bedient er sich einer schein-<br />

bar anonymen Gesellschaft als Käuferin,<br />

welche durch einen weltweit (nicht<br />

nur durch Offshore-Leaks) bekannten<br />

Treuhänder vertreten wird. Seine Hausbanken<br />

– auch in Deutschland – haben<br />

ihm über 1.000 Anwälte und Steuerberater<br />

im In- und Ausland benannt, welche<br />

seit Jahrzehnten renommiert und erfahren<br />

in der nur scheinbar legalen Steuervermeidung<br />

sind. Ein Notar beurkundet<br />

den Verkauf – dass der Treuhänder einschlägig<br />

bekannt ist, kann er nicht wissen<br />

– vermutlich auch nicht der Sachbearbeiter<br />

beim Finanzamt für Schenkung<br />

und Erbschaftsteuern. Ähnlich ergeht es<br />

dem Fall beim Grundbuchamt, so dass<br />

auch keine Kommune informiert wird,<br />

einmal zu schauen, wer denn die Immobilie<br />

bewohnt und sein Welteinkommen<br />

hier zu Lande zu versteuern hätte. Der<br />

„kreative Berater“ von der Bank oder aus<br />

der Beraterzunft hatte selbstverständlich<br />

davon abgeraten, sich bei der Gemeinde<br />

ordentlich anzumelden – nicht mal als<br />

Hausmeister und Hüter des Fahrzeugparks<br />

für den meist abwesenden Hausherrn<br />

aus dem Ausland. Bis zu mehr als<br />

50 Jahre steuerfrei in Deutschland zu<br />

leben ist damit völlig problemlos – bis zur<br />

42 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 43<br />

45.449<br />

49.378<br />

42,856<br />

110.810<br />

28.718<br />

110.595<br />

2007 2008 2009 2010<br />

2011<br />

Erbschaften Schenkungen<br />

26.825<br />

(Grafik: Statistisches Bundesamt/Statista)


Wirtschaft<br />

Entdeckung. Man darf auch nicht erwarten,<br />

dass die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht<br />

so etwas beachtet,<br />

denn schließlich handelt es sich um<br />

eine Einrichtung zum Schutz der Finanzhäuser<br />

vor dem eigenen Untergang.<br />

Steuerhinterziehung Deluxe<br />

Nun gibt es die politische Meinung,<br />

dass man solche Steuerprobleme „erst<br />

international lösen müsse“, und dass es<br />

notwendig sei die Selbstanzeige abzuschaffen,<br />

oder die Strafen zu erhöhen.<br />

Diese Argumente erscheinen als Nebelkerzen,<br />

denn es bedürfte schlicht der<br />

systematischen Zusammenführung solcher<br />

Daten, die amtlich bekannt und/<br />

oder öffentlich zugänglich sind. Die<br />

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„üblichen Verdächtigen“ findet man<br />

zumeist durch Auswertung der Anklagen<br />

gegen Bank(st)er und „Berater“ der<br />

US-Steuerbehörden, ihre Vita und die<br />

Kaderschmieden deren Besuch sie sich<br />

berühmen.<br />

Keine Schenkungsteuer bezahlen?<br />

Wenn es zutrifft, dass es eine massenhafte<br />

Steuerhinterziehung ohne nachhaltige<br />

effiziente Kontrolle durch den Staat<br />

gäbe, dann wäre die Frage nach der Steuergerechtigkeit<br />

berührt. Nicht Einzelfälle<br />

in bestimmten Bundesländern, sondern<br />

die faktische Ungleichbehandlung wäre<br />

als Einladung zu verstehen, (abermals)<br />

beim Bundesverfassungsgericht die Erbschaft-<br />

und Schenkungsteuer „wegen<br />

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eines strukturellen Vollzugsdefizits oder<br />

verfassungswidriger Fehlbesteuerung“<br />

auf den Prüfstand stellen zu lassen. Frei<br />

nach dem Motto: Warum soll eigentlich<br />

der Steuerehrliche der Dumme sein? n<br />

Johannes Fiala und Peter A. Schramm Fahrer dürfen am Lenkrad nicht telefonieren.<br />

Aber ihre Autos sollten selbständig<br />

miteinander und mit Verkehrseinrichtungen<br />

kommunizieren. Das ist das<br />

Zu Johannes<br />

Fiala<br />

SYSTEMLÖSUNGEN FÜR DEN METALLBAU...<br />

n Dr. Johannes Fiala ist Rechtsanwalt<br />

mit Hauptkanzlei in München<br />

und u. a. tätig im Rechtsausschuss<br />

des Europaverbands<br />

der Selbständigen sowie an der<br />

Dualen Hochschule Baden-Württemberg<br />

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Autos sollten chatten<br />

Vernetzte Fahrzeuge machen den Verkehr sicherer<br />

klare Ergebnis eines der größten Feldversuche<br />

zur Car-to-X-Kommunikation.<br />

Forschungsinstitute, Unternehmen und<br />

öffentliche Einrichtungen testeten das<br />

gemeinsam entwickelte System simTD<br />

mit 500 Versuchsfahrern im laufenden<br />

Verkehr. Rund 120 Fahrzeuge waren ein<br />

halbes Jahr lang auf Autobahnen, Land-<br />

und Stadtstraßen in Hessen unterwegs<br />

und legten rund 1,6 Millionen Kilometer<br />

zurück. Die „Drehbücher“ mit verschiedenen<br />

Szenarien des Feldversuchs wurden<br />

maßgeblich von Verkehrstechnikern<br />

der TU München konzipiert. Sie haben<br />

auch die gesammelten Daten ausgewertet<br />

– mit einem Volumen von mehr als<br />

vier Terabyte. Dabei simulierten die Wissenschaftler,<br />

wie sich der Verkehr entwickeln<br />

würde, wenn bestimmte Anteile<br />

sämtlicher Fahrzeuge mit dem System<br />

ausgestattet wären.<br />

Elf Milliarden Euro Nutzen<br />

Das Ergebnis kann sich sehen lassen:<br />

Der jährliche volkswirtschaftliche Nutzen<br />

beträgt 6,5 Milliarden Euro durch<br />

Unfallvermeidung und weitere fünf<br />

Milliarden Euro durch Stauvermeidung<br />

und sinkende Umweltbelastung. „Die<br />

Car-to-X-Technologie ist nun bereit für<br />

den Markt“, sagt Projektkoordinator<br />

Dr. Christian Weiß. Ab 2015 soll simTD<br />

daher erstmals in der Praxis zum Einsatz<br />

kommen. Ein Korridor von Rotterdam bis<br />

Wien wird Baustellenwarnungen mithilfe<br />

dieser Technologie vornehmen. Das<br />

System des Projekts „Sichere Intelligente<br />

Mobilität – Testfeld Deutschland (simTD)“<br />

vernetzt Fahrzeuge und die Infrastruktur<br />

elektronisch miteinander. Autos und<br />

Motorräder sowie an den Straßen installierte<br />

Stationen nehmen über Sensoren<br />

das Verkehrsgeschehen und äußere Einflüsse<br />

wie die Witterung wahr. Mit einer<br />

eigens entwickelten Funktechnik, die auf<br />

dem WLAN-Standard aufbaut, tauschen<br />

sie sich unmittelbar untereinander aus.<br />

Außerdem übermitteln sie Informationen<br />

anonymisiert an eine Verkehrszentrale,<br />

die dann die Entwicklung des Verkehrs<br />

prognostiziert und steuert.<br />

Jeder zweite Unfall an Kreuzungen<br />

wäre vermeidbar<br />

Mehr als die Hälfte der Unfälle in Kreuzungsbereichen<br />

können verhindert werden,<br />

wären alle Fahrzeuge mit dem simTD-<br />

System ausgestattet. Der Assistent weist<br />

Fahrer im Stadtverkehr bereits deutlich<br />

vor einer Kreuzung auf Fahrzeuge hin,<br />

die sich aus der anderen Straße nähern.<br />

Die Fahrer werden mit simTD in die Lage<br />

versetzt, deutlich vorausschauender zu<br />

fahren. Sie bekommen auf einem Display<br />

zum einen Vorschläge für die aktuell<br />

günstigste Route und Empfehlungen wie<br />

etwa zur optimalen Geschwindigkeit für<br />

eine grüne Welle.<br />

Schnellstmögliche Reaktion<br />

Zum anderen werden die Fahrer akustisch<br />

und visuell vor drohenden Gefahren<br />

gewarnt. Beispielsweise zeigt ein Lichtsignal<br />

an, wenn ein vorausfahrendes Auto<br />

stark bremst – auch wenn sich zwischen<br />

dem bremsenden und dem eigenen Auto<br />

mehrere andere Fahrzeuge befinden. So<br />

kann der Fahrer schon reagieren, selbst<br />

wenn er die Gefahr noch gar nicht sehen<br />

kann. Frühzeitig kündigt der Assistent<br />

auch Stauenden, Rettungsfahrzeuge oder<br />

verlorene Ladung an. „Der Feldversuch<br />

hat eindeutig gezeigt, dass das System<br />

zu mehr Sicherheit, Effizienz und Komfort<br />

im Straßenverkehr führt“, sagt Prof. Fitz<br />

Busch vom TUM-Lehrstuhl für Verkehrstechnik.<br />

„Aufgrund der Informationen<br />

haben die Fahrer Geschwindigkeit und<br />

Fahrweise frühzeitiger an die Verkehrslage<br />

angepasst. Vor allem in Situationen, in<br />

denen versteckte Gefahren lauern, ist der<br />

Nutzen der Vernetzung groß.“ n<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 45<br />

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Drohnen und Solar<br />

Wärmebildkameras vom Weltmarktführer für erneuerbare Energien<br />

Thermografie-Drohnen haben sich als<br />

praxistaugliches, zuverlässiges Mittel<br />

erwiesen, Defekte von Photovoltaik-<br />

Anlagen aus der Luft zu erkennen. Solche<br />

Drohnen und Dienstleistungen bietet<br />

FLIR Systems in Zusammenarbeit mit<br />

verschiedenen Vertriebspartnern an. Die<br />

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480 Pixeln können große Solarflächen<br />

in kurzer Zeit kostensparend auf thermische<br />

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Multi Spectral Dynamic Imaging<br />

Im Auflösungsbereich bis 320 x 240<br />

Pixel bietet FLIR das Modell FLIR T440bx<br />

an. Die Kamera ist mit der innovativen<br />

Funktion „Multi Spectral Dynamic Imaging<br />

(MSX)“ ausgestattet, die für sehr<br />

detailreiche Bilder sorgt. MSX verbessert<br />

die Struktur eines Wärmebildes.<br />

Dank dieser neuen Funktion lassen<br />

sich mehr Anomalien entdecken, de-<br />

taillierte Analysen durchführen und<br />

Bewertungen im Bruchteil einer<br />

Sekunde abgeben.<br />

Sowohl auf dem Wärmebild als<br />

auch auf dem Tageslichtbild lassen sich<br />

relevante Bereiche durch einfaches Skizzieren<br />

auf dem Touchscreen der FLIR<br />

T440bx hervorheben. Ein „Sofortbericht“<br />

der Inspektion, mit Skizzen oder<br />

schriftlichen Kommentaren, kann direkt<br />

in der T440bx generiert werden.<br />

In die T440bx ist auch ein Kompass<br />

eingebaut. So wird jedem Bild automatisch<br />

beigefügt, in welche Richtung die<br />

Kamera schaut. Mithilfe dieser Funktion<br />

lassen sich mögliche Anomalien<br />

noch besser und genauer erkennen und<br />

dokumentieren.<br />

Kameras mit Vollausstattung<br />

Auflösungen mit einer noch höheren<br />

Bildqualität von bis zu 640 x 480<br />

Pixeln ermöglichen die Kameras der<br />

600er Modelle der Tbx-Serie von FLIR<br />

(T620bx und T640bx). Sie kommen bei<br />

anspruchsvollen bauthermografischen<br />

Untersuchungen zum Einsatz und eignen<br />

sich auch für die Untersuchung von<br />

photovoltaischen Solarmodulen und<br />

-anlagen. Die Kameras der Tbx-Serie<br />

von FLIR verfügen über viele speziell<br />

für Gebäudeinspektionen äußerst nützliche<br />

Funktionen:<br />

46 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

(Fotos: FLIR Systems)<br />

• Bei der Bild-im-Bild-Funktion werden<br />

Realbild und Wärmebild überlagert<br />

• Die innovative Funktion Multi Spectral<br />

Dynamic Imaging (MSX) sorgt für sehr<br />

detailreiche Bilder. MSX verbessert die<br />

Struktur eines Wärmebildes.<br />

• Die Thermal Fusion-Funktion führt<br />

Tageslicht- und Wärmebilder zusammen<br />

und bietet damit bessere Auswertungsmöglichkeiten<br />

• Ausführliche Kommentarfunktion<br />

• Permanenter Autofokus<br />

• Erkennung von Bereichen, bei denen<br />

die Anforderungen an die Gebäudedämmung<br />

nicht erfüllt werden<br />

• Mit der Funktion „Skizzierte Kommentare“<br />

erstellen Anwender Skizzen zum<br />

Bild direkt auf dem Touchscreen<br />

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• Drahtlose Übertragung von Daten<br />

eines Extech-Feuchtemessgerät zur<br />

Wärmebildkamera<br />

• Berichterstellung direkt in der Kamera<br />

• Drahtloses Senden von Bildern zu<br />

einem PC, Tablet PC oder Smartphone<br />

sowie Nutzung zur Fernsteuerung<br />

der Kamera<br />

• Ein Kompass mit dem der Anwender<br />

erkennen kann, in welche Richtung<br />

er schaut und wie zum Beispiel eine<br />

Mauer ausgerichtet ist. Diese Information<br />

kann bei Gebäudeinspektionen<br />

eine wichtige Rolle spielen.<br />

Die Kameras FLIR T620bx/T640bx verfügen<br />

außerdem über eine GPS-Funktion,<br />

mit der Wärmebildern eine Georeferenz<br />

zugeordnet werden kann, um ihre geographische<br />

Position zu bestimmen. So<br />

lassen sich mögliche Problemstellen oft<br />

einfach und genau wiederfinden. Eine<br />

Lösung mit zwei Digitalkameras ermöglicht<br />

einen stufenlosen Autofokus für die<br />

Wärmebilder.<br />

Der stufenlose Autofokus macht<br />

die FLIR T640bx zur ersten vollautomatischen<br />

Wärmebildkamera auf dem<br />

Markt. Jede Wärmebildkamera der Tbx-<br />

Serie wird mit der Software FLIR Tools<br />

ausgeliefert. Damit lassen sich Wärmebilder<br />

direkt von der FLIR Tbx-Serie<br />

auf einen PC übertragen Dort kann der<br />

Anwender dann grundlegende Funktionen<br />

zu Analyse und Berichterstellung<br />

seiner Entdeckungen ausführen. n<br />

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Mehr Potential als benötigt<br />

Über ein Zehntel der Landesfläche eignet sich<br />

prinzipiell für Windenergieanlagen<br />

In Deutschland bieten sich mehr Möglichkeiten<br />

für die Windenergie an Land<br />

als bisher angenommen. Bis zu 13,8 Prozent<br />

der deutschen Landesfläche lassen<br />

www.stahlbau-naegele.de<br />

(Foto: steve p2008/Flickr.com)<br />

sich auf der Basis der getroffenen Annahmen<br />

und modernster Anlagen nach einer<br />

neuen Studie des Umweltbundesamtes<br />

(UBA) für die Windenergie nutzen –<br />

ohne sensible Schutzgebiete erheblich<br />

zu beeinträchtigen oder Abstriche beim<br />

gesetzlichen Lärmschutz zu machen.<br />

Theo retisch ließe sich auf dieser Fläche<br />

eine Strommenge erzeugen, die den<br />

in bisherigen Szenarien angenommen<br />

Bedarf an landseitiger Windenergie<br />

übersteigt. Das zeigt: „Grundsätzlich ist<br />

für den Ausbau der Windenergie an Land<br />

mehr Platz vorhanden als wir praktisch<br />

brauchen, selbst dann, wenn man innerhalb<br />

des Erneuerbaren-Energiemixes<br />

den Anteil der Windenergie an Land vergrößert.<br />

Wir müssen das Potenzial nur<br />

zu einem kleinen Teil ausschöpfen, um<br />

unsere Klimaziele zu erreichen. Bundesweit<br />

betrachtet besteht damit ein<br />

großer Gestaltungsspielraum für den<br />

Ausbau der Windenergie an Land und<br />

für den künftigen erneuerbaren Ener-<br />

giemix insgesamt,“ sagt UBA-Präsident<br />

Jochen Flasbarth. Die Ergebnisse stellen<br />

die Windkraft auf See und deren weitere<br />

Förderung nicht in Frage. Bis zur Mitte<br />

des Jahrhunderts müsse aber darüber<br />

nachgedacht werden, in welcher Größenordnung<br />

der Ausbau der Windkraft auf<br />

See erfolgen soll.<br />

Einhundert Prozent Ökostrom<br />

Um eine vollständige Stromversorgung<br />

aus erneuerbaren Energiequellen<br />

zu erreichen, ist der Ausbau von Windenergieanlagen<br />

besonders wichtig. Die<br />

Windenergie an Land ist nach der Wasserkraft<br />

die günstigste erneuerbare Energieform.<br />

Schon heute produzieren diese<br />

Windenergieanlagen im Schnitt Strom<br />

zu acht Cent je Kilowattstunde, also zu<br />

einem Preis, der nur knapp über dem von<br />

Strom aus Kohle und Gas liegt. Derzeit<br />

sind an Land rund 30 Gigawatt Windenergie<br />

installiert, die bereits acht Prozent<br />

des deutschen Stroms liefern. Das<br />

Fraunhofer-Institut für Windenergie und<br />

Energiesystemtechnik (IWES) hat im Auftrag<br />

des UBA berechnet, welche Fläche in<br />

Deutschland sich prinzipiell für die Windenergienutzung<br />

eignet. Das Ergebnis: Es<br />

ließen sich theoretisch 13,8 Prozent der<br />

Landesfläche für Windenergieanlagen<br />

nutzen. Das entspricht einer Leistung von<br />

1.200 Gigawatt. Diese Menge übersteigt<br />

bei Weitem die Leistung an Windkraft, die<br />

das UBA im Jahr 2010 in einem Szenario<br />

zu Grunde gelegt hatte, um die Stromerzeugung<br />

zu 100 Prozent auf erneuerbare<br />

Energien umzustellen – zusammen<br />

Verteilung nutzbarer Flächen für<br />

Windenergie in Deutschland<br />

4,4%<br />

Nutzbarer<br />

Wald ohne<br />

Schutzgebiete<br />

7,9%<br />

Flächen ohne<br />

Restriktionen<br />

mit Offshore-Windenergie, Photovoltaik,<br />

Wasserkraft und Geothermie. Demnach<br />

würde man im Jahr 2050 60 Gigawatt<br />

Windenergie an Land benötigen.<br />

Neue Technik, mehr Leistung<br />

Die Berechnungen in der Potenzialstudie<br />

basieren auf folgenden zwei Anlagentypen:<br />

eine Starkwindanlage, welche<br />

über eine Leistung von 3,4 Megawatt<br />

verfügt. Ferner eine Schwachwindanlage,<br />

mit einer Leistung von 3,2 Megawatt.<br />

Mit dieser modernen Anlagentechnik<br />

lässt sich im Bundesdurchschnitt eine<br />

hohe Auslastung erzielen, von ca. 2.400<br />

Volllaststunden im Jahr. Heute liegt der<br />

Durchschnitt aller bestehenden Windenergieanlagen<br />

bei 1.700 Volllaststunden.<br />

Diese Technik ermöglicht einen verhältnismäßig<br />

geringen Abstand zwischen<br />

Windenergieanlage und Wohnbebauung.<br />

Aus den gesetzlichen Vorgaben<br />

ergibt sich für diese Windenergieanlagen<br />

ein Mindestabstand von 600 Metern.<br />

Damit lassen sich die geltenden Lärmrichtwerte<br />

auch in der Nacht einhalten.<br />

Das errechnete Flächenpotenzial ist an<br />

detaillierte Annahmen geknüpft. Neben<br />

den Siedlungsbereichen wurden Nationalparke<br />

und andere Schutzgebiete, die<br />

für den Naturschutz relevant sind, ausgeschlossen<br />

sowie Straßen, Wasserflächen<br />

und Flughäfen.<br />

10,1%<br />

Nutzbare<br />

Schutzgebiete<br />

77,6%<br />

Nicht nutzbare<br />

Flächen<br />

Stromversorgung nur mit<br />

Technologiemix<br />

In der Realität ergeben sich vor Ort noch<br />

weitere Einschränkungen des ermittelten<br />

Potenzials. „Eine bundesweite<br />

Studie kann natürlich nicht alle wichtigen<br />

Aspekte – vor allem Akzeptanz in<br />

der Bevölkerung vor Ort oder die Wirtschaftlichkeit<br />

eines konkreten Projektes<br />

– berücksichtigen“, sagt Flasbarth. Die<br />

Genehmigung einer Windenergieanlage<br />

ist letztlich immer eine Einzelfallentscheidung,<br />

die vor Ort zu treffen ist.<br />

Der UBA-Präsident warnte davor, die<br />

Ergebnisse so zu interpretieren, als ob<br />

die Windenergie an Land die anderen<br />

erneuerbaren Energietechniken in den<br />

Hintergrund dränge: „Trotz des hohen<br />

Windenergiepotenzials an Land ist die<br />

Kombination mit anderen regenerativen<br />

Energiequellen, wie Photovoltaik und<br />

Windenergie auf See, wichtig und sinnvoll.“<br />

Verschiedene Studien zeigen, dass<br />

ein hoher Anteil an erneuerbaren Energien<br />

an der Stromversorgung nur mit<br />

einem geeigneten Technologiemix<br />

erreichbar ist, um die fluktuierende Verfügbarkeit<br />

unterschiedlicher erneuerbarer<br />

Energiequellen auszugleichen. Die<br />

Potenzialstudie zeigt aber, dass beim<br />

Ausbau der Windenergie an Land Spielraum<br />

besteht. n<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 49<br />

(Grafik: Fraunhofer/IWES/Statista)<br />

Natürlich. Besser. Leben.<br />

Energie vom Dach ja.<br />

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überwiegend noch tut. Nach zehn<br />

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Wirtschaft<br />

Die richtigen Fragen<br />

Mitarbeiter mobilisieren und von ihnen lernen<br />

Um der Trägheitsfalle der Mitarbeiterzufriedenheit<br />

zu entkommen, braucht es<br />

Mobilisierungsstrategien. Und um die<br />

Mitarbeiter zu kostenlosen Unternehmensberatern<br />

zu machen, braucht es<br />

kluge Fragen. Dieser Beitrag zeigt jenseits<br />

von öden Jahresgesprächen und<br />

klassischen Zufriedenheitsfragebögen,<br />

wie das funktioniert.<br />

Wie in einem Unternehmen Exzellenz<br />

entsteht? Tom Peters, einer der weltweit<br />

angesehensten Managementdenker<br />

und Verfasser des Buches „Auf der<br />

Suche nach Spitzenleistungen“, hat das<br />

in einem Vortrag einmal wie folgt ausgedrückt:<br />

„Organisationen sind nichts<br />

weniger als Kathedralen, in denen die<br />

unterschiedlichsten Menschen mit der<br />

entfesselten Macht ihrer Fantasie, ihres<br />

Geistes und ihres angeborenen unternehmerischen<br />

Gespürs leidenschaftlich<br />

nach Spitzenleistungen streben.“<br />

Um dieses Ziel zu erreichen, kann<br />

man entsprechende Anweisungen<br />

geben – oder die Mitarbeiter fragen, wo<br />

es nur geht.<br />

50 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

Den Mitarbeitern kluge Fragen stellen<br />

Um die Ist-Situation an den einzelnen<br />

Punkten der Zusammenarbeit zu reflektieren,<br />

können Führungskräfte ihre Mitarbeiter<br />

jederzeit schriftlich befragen.<br />

Dazu legt man dem Mitarbeiter zum<br />

Beispiel folgende Fragen vor, die sich<br />

auch anonym beantworten lassen:<br />

• Was mir bei uns am besten gefällt, ist:<br />

• Was mir bei uns am meisten fehlt, ist:<br />

• Was sich an meinem Arbeitsplatz konkret<br />

verbessern ließe:<br />

• Ich biete an, folgende Aufgaben zu<br />

übernehmen:<br />

• Ich biete an, folgende Aufgaben abzugeben:<br />

• Mein größter Wunsch an meine Führungskraft<br />

ist:<br />

• Was wir für die Kunden noch tun<br />

könnten:<br />

• Warum mir unser Unternehmen so<br />

wichtig ist:<br />

• Was ich Außenstehenden über uns<br />

sagen würde:<br />

• Woran ich bei mir selber arbeiten<br />

möchte:<br />

(Foto: Jinx!/Flickr.com)<br />

• Wo ich mir Unterstützung wünsche:<br />

• Was mich bewegen könnte, noch<br />

lange hier zu bleiben:<br />

• Was ich immer schon mal sagen<br />

wollte:<br />

• Was mir besonders am Herzen liegt:<br />

• Was man beim nächsten Mal noch<br />

fragen könnte:<br />

Schließlich gibt es eine ultimative Frage,<br />

die jederzeit auch solo gestellt werden<br />

kann: Würden Sie sich heute wieder für<br />

unser Unternehmen entscheiden? Und<br />

wenn ja, aus welchen Hauptgründen?<br />

Und wenn nein, weshalb nicht?<br />

Wie die Mitarbeiterloyalität<br />

ermittelt wird<br />

Loyale Mitarbeiter sind solche, die sich<br />

engagieren, ihrem Arbeitgeber emotional<br />

verbunden sind sowie draußen als<br />

Botschafter agieren. Solche Mitarbeiterloyalität<br />

lässt sich wie folgt erfragen:<br />

• Ich kann mir gut vorstellen, noch länger<br />

hier zu arbeiten. Und dies, weil:<br />

• Ich spreche mit Dritten (Bekannte,<br />

Freunde, Kunden und anderen Stake-<br />

holdern) positiv über uns. Und dies,<br />

weil:<br />

• Ich ermutige Interessenten, bei uns<br />

Kunde zu werden. Und dies, weil:<br />

• Ich ermutige potenzielle Mitarbeiter,<br />

sich bei uns zu bewerben. Und dies,<br />

weil:<br />

• Ich tue all dies nicht, weil:<br />

Solche offenen Fragen zwingen den<br />

Mitarbeiter nicht in ein festes Antwortschema<br />

und sie degradieren ihn auch<br />

nicht zum Kreuzchenmacher.<br />

Sie geben ihm vielmehr die Möglichkeit,<br />

sich frei auszudrücken. So wird<br />

er sich intensiver mit den einzelnen<br />

Punkten auseinandersetzen – und das<br />

Unternehmen erhält brauchbarere<br />

Antworten.<br />

Fragen wie diese dienen auch dazu,<br />

den Mitarbeiter aktiv einzubinden. So<br />

gewinnt dieser das gute Gefühl, den<br />

Dingen nicht ohnmächtig ausgeliefert<br />

zu sein. Vielmehr wird er zum Mitgestalter<br />

werden und kann wertvolle Beiträge<br />

leis ten. Verantwortungsbewusstsein<br />

und auch Akzeptanz entwickeln sich<br />

dabei fast wie von selbst. Und der Führungskraft<br />

verhelfen die Antworten zu<br />

wertvollen Informationen für zukünftig<br />

bessere Arbeitsergebnisse.<br />

Sehr effizient: die Gewissenfrage<br />

Meine Lieblingsfrage in diesem Zusammenhang<br />

ist übrigens die „Gewissensfrage“,<br />

und die geht so: „Lieber Mitarbeiter,<br />

stellen Sie sich vor, Sie wären unser<br />

FERNSEHEN . INTERNET . TELEFON<br />

Unternehmensgewissen. Was würden<br />

Sie uns sagen?“ Wird die Gewissensfrage<br />

schriftlich gestellt, so kann dazu eine<br />

fiktive Person gezeichnet werden, bei der<br />

ein Engelchen und ein Teufelchen rechts<br />

und links auf der Schulter sitzen. Je nachdem<br />

lässt sich sogar ein Portraitfoto der<br />

befragten Person einbauen. Das macht<br />

die Sache noch emotionaler.<br />

Die Antworten können vieles ans<br />

Licht bringen, was man vielleicht schon<br />

immer mal gerne wissen wollte: Zum<br />

Beispiel, wie sich der Mitarbeiter in einer<br />

ganz bestimmten Situation fühlte. Oder<br />

was der Kunde dann und dann gesagt<br />

hat und aus welchem Grund. Womöglich<br />

wird der Chef so endlich auch erfahren,<br />

was gerüchtemäßig außer ihm schon<br />

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Wirtschaft<br />

(Grafik: IW Köln/Statista)<br />

54,9% 54,8%<br />

flexible<br />

Arbeitszeitmodelle<br />

Weiter-/<br />

Fortbildung<br />

34,7%<br />

Erhebung zur<br />

Mitarbeiterzufriedenheit<br />

alle wussten, und was die eigentlichen<br />

Gründe für hartnäckige Probleme<br />

sind. Sowas ist kostbar wie Gold, denn<br />

nur, wer die wahren Ursachen kennt,<br />

kann auch die richtigen korrigierenden<br />

Schritte einleiten.<br />

Engagierte Kunden geben ja oft die<br />

wertvollsten Tipps, was sich wie verbessern<br />

ließe. Und diese werden insbesondere<br />

bei den Mitarbeitern deponiert, mit<br />

denen man vertrauensvoll zusammen<br />

arbeitet. Doch das meiste davon verschwindet<br />

lieblos auf Zettel gekritzelt im<br />

Eingesetzte Maßnahmen<br />

zur Mitarbeiterbindung<br />

28,6%<br />

Gesundheitsförderung<br />

20,7% 20,4%<br />

Aufstiegsprogramme<br />

Vereinbarkeit<br />

von Familie<br />

und Beruf<br />

Verkaufskoffer, in irgendwelchen Aktenordnern,<br />

in nicht mehr auffindbaren<br />

Dateien und schließlich im Papierkorb.<br />

Weil sich „oben“ niemand für die Ideen<br />

von „unten“ interessiert.<br />

Fokussierende Fragen stellen<br />

Jeder Mitarbeiter ist auf seine Weise<br />

zu Lust auf Leistung zu motivieren. Mit<br />

fokussierenden Fragen kommen Sie seinen<br />

wahren Beweggründen am schnellsten<br />

näher – ohne ihm dabei zu nahe zu<br />

treten. Eine solche Frage geht beispiels-<br />

weise so: Welches sind die drei Dinge,<br />

die Sie sich von Ihrem Vorgesetzten am<br />

meisten wünschen?<br />

Nach dieser Frage machen Sie unbedingt<br />

eine ausführliche Pause. Lassen Sie<br />

Ihrem Gesprächspartner Zeit, in seinem<br />

Oberstübchen Klarheit zu schaffen, um<br />

seine Antwort formulieren zu können.<br />

Beantworten Sie Ihre Frage auch dann<br />

nicht selbst, wenn das etwas dauert.<br />

Seien Sie offen für alles. Denn nicht selten<br />

spürt der Gefragte latente Erwartungen,<br />

die er heraushört und womöglich dann<br />

auf erwünschte Art und Weise bedient.<br />

Mitarbeiter werden immer auch ins<br />

Kalkül ziehen, was der Chef wohl gerne<br />

hören will. Sie werden ihm sogar dann<br />

gefallen wollen, wenn es für das Unternehmen<br />

kontraproduktiv ist. Es ist eine<br />

naive Illusion, zu glauben, man bekäme<br />

von seinen Leuten die ganze Wahrheit.<br />

Denn letztlich entscheidet der Chef<br />

über das „Leben und Sterben“ eines Mitarbeiters.<br />

Noch mehr fokussierende Fragen<br />

Damit Mitarbeiter im Kern ihrer Talente<br />

arbeiten können, bieten sich folgende<br />

Fragen an:<br />

WWW.CORTRONIK.dE<br />

EIN UNTERNEHmEN dER BIOTRONIK-GRUPPE<br />

MetallkoMpetenzzentruM<br />

für die Produktion & Entwicklung von Stents in Rostock-Warnemünde<br />

Der Medizintechnikstandort in M-V durch Symbiose mit hochschulnahem Forschungsnetzwerk<br />

CORTRONIK GmbH | Friedrich-Barnewitz-Str. 4a | 18119 Rostock-Warnemünde | info@cortronik.de<br />

12,6%<br />

Programme<br />

für ältere<br />

Arbeitnehmer<br />

• Wenn es eine Sache gibt, die Sie in<br />

Zukunft unbedingt übernehmen<br />

wollten, was wäre das für Sie?<br />

• Wenn es eine Sache gibt, die Ihnen in<br />

Hinblick auf Ihre Arbeit als besonders<br />

nutzlos erscheint, die also wirklich niemandem<br />

etwas bringt, was wäre das<br />

für Sie?<br />

• Und wenn es eine Sache gibt, die wir<br />

im Interesse der Kunden unbedingt<br />

verändern sollten, was wäre da aus<br />

Kundensicht betrachtet das Wichtigste<br />

für Sie?<br />

So erhalten Sie (hoffentlich) endlich<br />

wichtige Informationen über schlechte<br />

Arbeitsplatzbedingungen, über betriebliche<br />

Zwänge, räumliche Enge, Doppelarbeit<br />

und Zeiträuber, über Kom-<br />

www.renexpo.de<br />

munikations-, Schnittstellen- und<br />

Kundenprobleme und damit über die<br />

eigene Betriebsblindheit, deren Wirkung<br />

auf die Loyalität der Mitarbeiter<br />

und Kunden Sie womöglich deutlich<br />

unterschätzt hatten. Ein weiterer Vor-<br />

Über die Autorin<br />

n Anne M. Schüller ist Europas<br />

führende Expertin für Loyalitätsmarketing.<br />

In ihrem Buch<br />

„Touchpoints“ erklärt sie Managementstrategien<br />

für unsere neue<br />

Businesswelt.<br />

teil: Sie werden schnell. Heute gefragt<br />

kann morgen schon was geändert werden.<br />

Und nicht vergessen: Ehrliche und<br />

mutige Mitarbeiter haben ein dickes<br />

Danke verdient. n<br />

Anne M. Schüller<br />

Das Hörbuch<br />

zum Thema<br />

n Anne M. Schüller: Touchpoints<br />

- Auf Tuchfühlung mit dem<br />

Kunden von heute. Managementstrategien<br />

für unsere neue<br />

Businesswelt, 8 CDs, ISBN 978-3-<br />

86936-501-5, € 49,90.<br />

Energiezukunft durch Innovation<br />

14. Internationale Fachmesse für<br />

Erneuerbare Energien & Energieeffizienz<br />

26. – 29.09.<strong>2013</strong><br />

Messe Augsburg


Wirtschaft<br />

Fantasie schlägt Preis<br />

Wege aus preissensiblen Märkten<br />

Ob Ausschreibungen, Profi-Einkäufer in<br />

Großunternehmen oder Preisvergleiche<br />

im Internet: bei manchen Aufträgen<br />

führt kein Weg am Preis vorbei. Und<br />

doch gelingt es manchen Unternehmen,<br />

diesem Ablauf erfolgreich ein<br />

Schnippchen zu schlagen, eine eigene<br />

Preisstrategie aufzubauen und dabei<br />

ansprechende Gewinne zu machen.<br />

Wecken oder bedienen Sie Bedürfnisse<br />

Die große Schraube, an der das Unternehmen<br />

drehen muss, um der Schlacht<br />

um den billigsten Preis zu entkommen,<br />

heißt Marketing. Marketing ist weit<br />

mehr als Werbung. Es ist die Kunst, ein<br />

Unternehmen nach den Bedürfnissen<br />

des Marktes zu führen.<br />

Ist der Wettbewerb groß und befinden<br />

sich die Preise im Keller, ist das<br />

als Alarmsignal erster Güte zu werten.<br />

Die Bedürfnisbefriedigung findet nur<br />

noch auf niedrigem Niveau statt. Ohne<br />

besonderes Know-how, ohne tieferen<br />

Zusatznutzen. In dieser Situation stehen<br />

prinzipiell zwei verschiedene Wege<br />

zur Verfügung. Es können sowohl vorhandene<br />

Bedürfnisse bedient als auch<br />

noch nicht vorhandene Bedürfnisse<br />

geweckt werden.<br />

Erfolgsbeispiele weisen den Weg<br />

• Das iPhone rollte einen gesättigten<br />

Markt völlig neu auf, indem es aus<br />

einem Kommunikationswerkzeug<br />

ganz konsequent ein Unterhaltungsinstrument<br />

machte.<br />

• Kein Stadtmensch hat auf einen SUV<br />

gewartet. Doch seit die Autos da sind,<br />

finden Sie reißenden Absatz. Der<br />

Gesamtmarkt SUV wächst seit Jahren.<br />

• In Luzern erfreut sich das Jailhotel<br />

Löwengraben zunehmender Beliebtheit.<br />

Urlaub in der bizarren und kargen<br />

Atmosphäre des Knasts. Wo während<br />

mehr als 135 Jahren tausende<br />

von Fluchtplänen geschmiedet wurden,<br />

genießen heute Touristen die<br />

unwirtliche Atmosphäre.<br />

Die Beispiele zeigen, dass abseits des<br />

Mainstreams genügend Möglichkeiten<br />

darauf warten, gewinnbringend umgesetzt<br />

zu werden. Sie aufzuspüren ist die<br />

Schwierigkeit dabei.<br />

Bedürfnisse werden mit<br />

der Zielgruppe verknüpft<br />

Um Ihren neuen Markt zu entdecken,<br />

können Sie in zwei Schritten vorgehen.<br />

Zunächst müssen Sie die Bedürfnisse<br />

festlegen, die Sie befriedigen wollen<br />

und dann Ihre geeignete Zielgruppe<br />

bestimmen.<br />

Step 1: Die sieben Bedürfnisse<br />

kennen und kombinieren<br />

Im Prinzip lassen sich alle Produkte und<br />

Dienstleistungen auf sieben verschiedene<br />

Bedürfnisse, die sie befriedigen,<br />

reduzieren:<br />

1. Sicherheit<br />

2. Einfachheit<br />

3. Sportlichkeit<br />

4. Vergnügen<br />

5. Wissen<br />

6. Kommunikation<br />

7. Ausdruck der Persönlichkeit<br />

Neue Lösungen lassen sich am einfachsten<br />

entwickeln, wenn Sie zwei oder drei<br />

Bedürfnisse miteinander kombinieren.<br />

Im Beispiel des iPhones sind es Kommunikation,<br />

Einfachheit und Ausdruck<br />

der Persönlichkeit. Im Falle der SUVs<br />

werden Sicherheit, Vergnügen und Aus-<br />

druck der Persönlichkeit bedient und<br />

das Jailhotel kombiniert Einfachheit,<br />

Wissen und Vergnügen.<br />

Step 2: Die Zielgruppe quantitativ und<br />

qualitativ segmentieren<br />

Für welche Gruppe von Menschen soll Ihr<br />

Angebot besonders anziehend wirken:<br />

• Welches Geschlecht haben sie?<br />

• Wie alt sind sie?<br />

• Wie leben sie?<br />

• Wo wohnen sie?<br />

• Was verdienen sie? etc.<br />

Diese Komponenten sind alle quantitativer<br />

Art. Die qualitativen Komponenten<br />

Ihrer künftigen Zielgruppe können sie<br />

wie folgt ermitteln:<br />

• Welche Vorlieben haben sie?<br />

• Was machen sie in Ihrer Freizeit?<br />

• Sind sie sportlich oder musisch interessiert,<br />

wissensorientiert oder actionbetont?<br />

• Verbringen sie ihre Zeit lieber alleine<br />

oder in Gruppen?<br />

Wenn Sie nun beide Komponenten<br />

kombinieren, haben Sie das Profil Ihrer<br />

Zielgruppe.<br />

Beispiel Reisemobilhersteller<br />

Der Reisemobilhersteller Carthago spielt<br />

auf dem Gesamtmarkt eine untergeordnete<br />

Rolle. Aber im Markt der exklusiven<br />

Reisemobile ist er in Europa der Platzhirsch<br />

mit über 60 Prozent Marktanteil.<br />

Die Kunden sind wohlhabende Best-<br />

Ager jenseits der 60, die meist schon die<br />

ganze Welt per Flugzeug bereist haben<br />

und sich nun Zeit nehmen, Land, Leute<br />

und Kulturen kennenzulernen – so präzise<br />

lassen sich Zielgruppen beschreiben.<br />

Auf diese Weise bauen sich clevere<br />

Unternehmer heute eine Monopolstel-<br />

lung im Wettbewerb auf. Wurde diese<br />

früher meist nur über das Produkt<br />

erreicht, gelingt dies heute auch über<br />

die Bedürfnisse für eine klar umrissene<br />

Zielgruppe.<br />

Und der Clou dabei: nichts ist so<br />

begehrenswert wie die Kirschen in<br />

Nachbars Garten. Also keine Sorge<br />

vor kleinen Zielgruppen, der Kreis der<br />

Bewunderer und Fans wird automatisch<br />

größer. Plötzlich kommen Kunden auf<br />

Sie zu, mit denen Sie vor ein paar Jahren<br />

nie gerechnet hätten.<br />

B2B folgt B2C<br />

Das Ganze funktioniert im B2B-Bereich<br />

ebenso wie im B2C-Markt. Suchen Sie<br />

sich auch hier die Zielgruppe heraus,<br />

die nach quantitativen und qualitativen<br />

Gesichtspunkten am besten zu Ihnen<br />

passt. Kombinieren Sie die Bedürfnisse<br />

neu und bieten Sie Ihre Leistungen und<br />

Produkte so an, dass sich in diesem<br />

Markt nur eine überschaubare Anzahl<br />

an Kunden tummelt. Wenn Sie diesen<br />

Markt dann vollständig abdecken, lassen<br />

sich die besten Preise erzielen.<br />

Beispiel Messebauer<br />

Als Messebauer könnten Sie sich z. B. auf<br />

inhabergeführte, erfolgreiche Unternehmen<br />

konzentrieren, die pro Jahr an über<br />

zehn Messen teilnehmen und denen ein<br />

gleichmäßiger, professioneller Auftritt<br />

sehr wichtig ist. Die Bedürfniskombination,<br />

die Sie bedienen, setzt sich aus<br />

Sicherheit, Einfachheit und Ausdruck<br />

der Persönlichkeit zusammen. Natürlich<br />

brauchen Sie dazu ein neues Produktpaket<br />

und vermutlich eine passende EDV-<br />

Über den Autor<br />

n Christian Kalkbrenner, Dipl.-Kfm.<br />

(univ.) verhilft Unternehmen mit<br />

seinem prämierten Strategieansatz<br />

„Bambus-Code“ zu neuen<br />

Kunden und mehr Nachfrage. Er<br />

ist Strategieberater, Autor mehrerer<br />

Fachbücher und Redner.<br />

54 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 55<br />

(Foto: Henry./Flickr.com)<br />

Lösung. Aber dann sind sie raus aus der<br />

Menge. Und können mit Fug und Recht<br />

behaupten: „Phantasie schlägt Preis“.<br />

Fazit<br />

Schaffen Sie aktiv Nachfrage. Nicht nur<br />

nach Ihren Standardprodukten, sondern<br />

auch nach neuen Produkten. Tun Sie das<br />

Unerwartete und setzen Sie einen Trend<br />

für ein fest umrissenes Marktsegment.<br />

Dann stimmt der Preis und damit auch<br />

der Gewinn. n<br />

Christian Kalkbrenner<br />

Exzellente Pumpentechnologie<br />

für internationale Märkte<br />

| Bergbau<br />

| Energiesektor<br />

| Öl & Gas<br />

| Chemische Industrie<br />

| Lebensmittel & Pharmazie<br />

| Abwasser<br />

FELUWA Pumpen GmbH | Tel. +49 (0) 6594.10-0 | www.feluwa.de


Wirtschaft<br />

Dienstleistungen sind heute die vorrangige<br />

Erwerbsquelle in den Industriestaaten<br />

und haben ein erhebliches<br />

Wachstums- und Innovationspotenzial.<br />

Eine Studie des Fraunhofer-Instituts für<br />

System- und Innovationsforschung ISI<br />

zeigt, dass durch die Integration von<br />

Dienstleistungsmodellen in die Wertschöpfungsprozesse<br />

nicht nur Wettbewerbsvorteile<br />

realisiert, sondern auch<br />

Rohstoffe eingespart werden können.<br />

Dienstleistungsmodelle (DLM) dienen<br />

der Lösung kundenspezifischer Probleme.<br />

Dabei wird die Verantwortung<br />

für bestimmte Prozesse oder Ergebnisse<br />

an einen Spezialisten delegiert, wodurch<br />

die Unternehmen ihre Aufmerksamkeit<br />

stärker auf ihre Kernkompetenzen richten<br />

können. Diese Konzentration ermöglicht<br />

den Aufbau dauerhafter Wettbewerbsvorteile<br />

und führt zu höheren und<br />

stabileren Erträgen.<br />

Es fehlt die Erfahrung<br />

Die Studie „Ressourceneinsparpotenziale<br />

durch den Einsatz von Dienstleistungsmodellen<br />

in rohstoffnahen Produktionssystemen“<br />

entstand im Rahmen des<br />

BMBF- Förderschwerpunkts „Innovative<br />

Technologien für Ressourceneffizienz –<br />

rohstoffintensive Produktionsprozesse“.<br />

Das Fraunhofer ISI befragte Experten aus<br />

56 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

Die optimale Produktion<br />

Einsparpotentiale einer Dienstleistungsgesellschaft<br />

(Foto: RDECOM/Flickr.com)<br />

den Bereichen Stahl- und Metallproduktion,<br />

Chemische Industrie/Beschichtung<br />

sowie Recycling. Dabei stellten die Wissenschaftlerinnen<br />

und Wissenschaftler<br />

fest, dass in Deutschland in den untersuchten<br />

Industrien vorrangig klassische<br />

Geschäftsmodelle eingesetzt werden,<br />

bei denen alle Eigentumsrechte sowie<br />

die Verantwortung für alle Produktionsprozesse<br />

allein beim produzierenden<br />

Unternehmen liegen. Im Gegensatz zu<br />

den klassischen Geschäftsmodellen ist<br />

bei DLM eine deutlich höhere Integration<br />

und Interaktion mit Prozessen des<br />

Kunden erforderlich, im Gegenzug profitieren<br />

sowohl Anbieter als auch Kunden<br />

von dem Modell.<br />

An den richtigen Stellen integrieren<br />

Risiken sehen die Kunden sowohl in der<br />

Abhängigkeit von Anbietern als auch<br />

im Verlust von Know-how in teilweise<br />

betriebskritischen Verantwortungsbereichen.<br />

Nicht zuletzt schrecken einige<br />

potenzielle Kunden vor dem organisatorischen<br />

Aufwand für die Einrichtung, Planung<br />

und Gestaltung der Rahmenbedingungen<br />

für DLM zurück. Die Studie zeigt<br />

jedoch, dass DLM wirtschaftlich attraktiv<br />

sind und zudem einen Beitrag zur Einsparung<br />

von Rohstoffen leisten können,<br />

wenn sie an den richtigen Stellen im Pro-<br />

zess integriert werden. Die bislang fehlende<br />

Erfahrung mit der Auslegung und<br />

Organisation von DLM erfordert eine<br />

systematische Herangehensweise an die<br />

Thematik. Das Fraunhofer ISI empfiehlt<br />

daher, in sechs Schritten vorzugehen:<br />

1. Heutige Situation<br />

In Schulungen oder Workshops lässt sich<br />

das grundsätzliche Konzept von DLM<br />

vermitteln und die Akzeptanz im Unternehmen<br />

fördern. Nach einer internen<br />

Ideengenerierung und Sensibilisierung<br />

für das Konzept ist ein Austausch zwischen<br />

Anbietern und Kunden ratsam,<br />

um mögliche DLM zielgerichtet zu diskutieren.<br />

2. Nutzenversprechen<br />

Im zweiten Schritt ist es wichtig, eine<br />

Win-win-Situation zu genieren. Kundenseitig<br />

bedeutet dies beispielsweise<br />

einen umfassenden Kostenvergleich<br />

zwischen dem DLM und dem traditionellen<br />

Geschäftsmodell.<br />

3. Ertragsmodelle und<br />

Wertschöpfungsarchitekturen<br />

Im dritten Schritt gilt es, das Ertragsmodell<br />

und die Wertschöpfungsarchitektur<br />

zu konkretisieren und eine Win-win-<br />

Situation zwischen Anbieter und Kunde<br />

zu beschreiben.<br />

4. Technische Eigenschaften<br />

Bei der Integration des DLM in die bestehenden<br />

Prozesse übernehmen insbesondere<br />

die technischen Abteilungen<br />

die Aufgabe, dass bestehende Prozesse<br />

nicht beeinträchtigt werden.<br />

5. Bewertung von Alternativen und<br />

6. Auswahl Geschäftsmodell<br />

Im fünften und sechsten Schritt werden<br />

die erarbeiteten Alternativen einander<br />

gegenübergestellt, und ein DLM wird<br />

ausgewählt. Entscheidungskriterien können<br />

Quantität und Qualität, „Total Cost<br />

of Ownership“, Abhängigkeit gegenüber<br />

einem Geschäftspartner, Nutzung externer<br />

Expertise, Know-how-Verlust, Materialeffizienz<br />

sowie die nachhaltige Sicherung<br />

der Wettbewerbsfähigkeit sein. n<br />

Mit Herz und Verstand<br />

So jung wie die Branche selbst präsentiert<br />

sich das Unternehmen BioConstruct<br />

aus Melle bei Osnabrück. Seit nun mehr<br />

als zehn Jahren entwirft und baut das<br />

Unternehmen schlüsselfertige Biogasanlagen.<br />

So unterschiedlich wie die Anforderungen<br />

der Kunden sind, so individuell<br />

erfolgt auch die Konzeption dieser<br />

umweltfreundlichen Anlagen. Fast 100<br />

Mitarbeiter verfolgen das Ziel, für jedes<br />

bioenergetische Substrat und jegliche<br />

Art von Infrastruktur, für jeden Energieversorger<br />

und – Rentabilität vorausgesetzt<br />

– für jeden landwirtschaftlichen<br />

Betrieb ein maßgeschneidertes Konzept<br />

zu entwickeln. BioConstruct zeichnet<br />

sich durch kundenspezifische Konstruktionen,<br />

von der Idee bis zur Realisierung,<br />

aus: Angefangen bei einer Wirtschaftlichkeitsprognose,<br />

der Grundlage aller<br />

Berechnungen, werden neben Art und<br />

Verfügbarkeit der benötigten Substrate<br />

auch Angaben über die Gegebenheiten<br />

des zukünftigen Standortes sowie die<br />

Verfügbarkeit von landwirtschaftlichen<br />

Flächen zur Ausbringung der ausgegorenen<br />

Substrate berücksichtigt.<br />

Umfangreiche technische Kenntnisse<br />

in verschiedensten Disziplinen sind<br />

die Grundvoraussetzung bei der Planung<br />

und Realisierung von Energieprojekten<br />

wie komplexen Biogasanlagen. Bei Bio-<br />

Construct sind Mitarbeiter aus der Landwirtschaft,<br />

der Energieanlagentechnik<br />

sowie Bauingenieure, Umwelttechniker<br />

und Angestellte aus dem Rechtswesen<br />

gefragt. Der besondere Mix aus langjähriger<br />

Erfahrung gepaart mit frischen<br />

Denkanstößen verwirklicht auch die<br />

außergewöhnlichsten Anforderungen an<br />

die jeweiligen Biogasanlagen.<br />

Energie der nächsten Generation<br />

Klimaschutz wird heutzutage großgeschrieben.<br />

Biogasanlagen von Bio-<br />

Construct erzeugen nachhaltig und<br />

sauber Strom und Wärme aus Abfällen<br />

und heimischen Rohstoffen. Die Anlagen<br />

überzeugen durch erstklassige<br />

Auslastungszahlen, können aber auch<br />

bedarfsgerecht gefahren werden. Selbstverständlich<br />

bezieht auch BioConstruct<br />

selbst ausschließlich Strom aus 100 Prozent<br />

Erneuerbaren Energien.<br />

Lösungen mit Weitblick<br />

Das Unternehmen aus Melle betreibt<br />

zudem eigene Biogasanlagen und stellt<br />

seinen Kunden das so gewonnene Knowhow<br />

zur Verfügung. Für die maximale<br />

Rentabilität und Betriebssicherheit aller<br />

erbauten Biogasanlagen werden ausschließlich<br />

Komponenten eingesetzt,<br />

die sich im langjährigen Einsatz bereits<br />

erfolgreich bewährt haben.<br />

Geplant und erbaut werden die Biogasanlagen<br />

mit Weitblick in die Zukunft.<br />

So ist es bei Anlagen von BioConstruct<br />

beispielsweise mit vergleichsweise geringem<br />

Aufwand möglich, auf alternative<br />

Substrate umzustellen. Auch wenn Biogasanlagen<br />

aus dem Hause BioConstruct<br />

langlebig und wartungsarm konzipiert<br />

werden, wird der Service nach der Errichtung<br />

groß geschrieben. Nach der erfolgreichen<br />

Beendigung des Probebetriebs<br />

fungiert das Unternehmen als Ansprechpartner<br />

und berät in Fragen zur Auswahl<br />

neuer Inputstoffe, bei der Analyse von<br />

Störungen in der Gasproduktion oder<br />

bei technischen Problemen. 365 Tage im<br />

Jahr steht das Meller Unternehmen als<br />

verlässlicher Partner zur Verfügung. n<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 57<br />

▪ Objektbau<br />

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▪ Banken<br />

▪ Serienmöbel<br />

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Telefon (0 59 01) 93 33-0, Telefax 93 33-16<br />

eMail: info@richter-moebelwerkstaetten.de<br />

Internet: www.richter-moebelwerkstaetten.de<br />

Qualität als Philosophie<br />

Vertrauen durch Kompetenz


Spezial | Regional<br />

Von guten Beispielen lernen<br />

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin<br />

über mittelstandsnahe Wirtschaftspolitik<br />

Kleine und mittlere Unternehmen<br />

sind das Kraftzentrum der Wirtschaft<br />

unseres Landes. Sie stellen mit 99,6 Prozent<br />

das Gros unserer Unternehmen,<br />

bei ihnen arbeiten 60 Prozent aller sozialversicherungspflichtig<br />

Beschäftigten.<br />

Der Mittelstand ist ein wichtiger Stabilitätsanker<br />

für unseren Wirtschaftsstandort<br />

sowie von elementarer Bedeutung<br />

für die Schaffung und den Erhalt von<br />

Arbeitsplätzen.<br />

Attraktiv und lebenswert<br />

Die Bedeutung von Investitionen des<br />

Mittelstands wird in der Öffentlichkeit<br />

häufig unterschätzt. Investitionsvorhaben<br />

der Unternehmen, oder Infrastrukturprojekte<br />

für Unternehmen, werden<br />

oft einseitig negativ wahrgenommen.<br />

Gute Politik zeichnet sich durch einen<br />

Interessenausgleich aus. Dazu müssen<br />

wir unseren Blick verstärkt auf<br />

die Chancen lenken, die erfolgreiche<br />

Unternehmen für unser Land und die<br />

Gesellschaft bieten. Wir wollen, dass<br />

Unternehmen optimal gestaltete Rahmenbedingungen<br />

für Innovation und<br />

Wachstum vorfinden und gleichzeitig<br />

auf sozial gerechtes und ökologisch verträgliches<br />

Wirtschaften achten. Unser<br />

58 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

Wirtschaftsstandort soll für die Unternehmen<br />

attraktiv und für die Menschen<br />

lebenswert sein.<br />

Eng verzahnt<br />

Diese Rahmenbedingungen schaffen<br />

wir in Nordrhein-Westfalen u. a. durch<br />

unser neues Mittelstandsförderungsgesetz.<br />

Damit werden die Interessen des<br />

Mittelstandes eng mit dem Handeln von<br />

Markenzeichen nordrhein-westfälischer<br />

Wirtschaftspolitik<br />

Politik und Verwaltung verzahnt. Ziel ist<br />

es, alle relevanten Gesetzes- und Verordnungsvorhaben<br />

der Landesregierung<br />

frühzeitig über sogenannte Clearingverfahren<br />

auf ihre Mittelstandsfreundlichkeit<br />

hin zu überprüfen.<br />

Dazu wird eine Clearingstelle Mittelstand<br />

außerhalb der Landesverwaltung<br />

eingerichtet. Mittelstandsgerechte<br />

Regelungen, flexible Verfahren und eine<br />

dauerhaft unternehmensnahe Verwaltungspraxis<br />

sollen zum bundesweit<br />

anerkannten Markenzeichen nordrhein-<br />

westfälischer Wirtschaftspolitik werden.<br />

Von guten Beispielen lernen<br />

Wie werden Unternehmen fit für die<br />

Zukunft? Wie schaffen sie den Spagat<br />

zwischen einer gleichermaßen effizienten<br />

und flexiblen Unternehmenssteuerung?<br />

Antworten auf diese Fragen gibt<br />

es viele. Daher ist es entscheidend, sich<br />

neben der Theorie auch an der Praxis<br />

zu orientieren. Das bedeutet, von guten<br />

Beispielen zu lernen - und das kann<br />

man besonders gut bei den Gewinnern<br />

des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“.<br />

Ich darf den Preisträgern<br />

schon jetzt gratulieren. Sie alle sind Vorbilder,<br />

die unserem erfolgreichen Wirt-<br />

Über den Autor<br />

n Der gebürtige Ostfriese Garrelt<br />

Duin ist seit dem 21. Juni 2012<br />

Minister für Wirtschaft, Energie,<br />

Industrie, Mittelstand und<br />

Handwerk des Landes Nordrhein-<br />

Westfalen<br />

(Foto: Ralph Sondermann )<br />

(Foto: Wikimedia/CC-SA-3.0/Raimond Spekking)<br />

Vom Minijobber zum Marktmanager<br />

Wer Vertrauen säht wird Leistung ernten<br />

Gute Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

im Unternehmen für Führungsaufgaben<br />

zu finden und zu halten ist besonders<br />

in der Dienstleistungsbranche schwierig.<br />

Das Unternehmen „Teamwork – Die Büttgen<br />

GmbH“ geht hier mit ihrem Qualifizierungsprogramm<br />

neue Wege. Über<br />

130 Minijobber haben seit 2011 dieses<br />

Programm erfolgreich abgeschlossen<br />

und Führungsaufgaben als Marktmanager<br />

übernommen. „Ich bin ausgebildeter<br />

Marktmanager des Dienstleistungsunternehmens<br />

Teamwork – Die Büttgen<br />

GmbH. Mein Werdegang dorthin (zum<br />

Marktmanager) war einfach klasse!“<br />

so berichtet Alexander B. und er fährt<br />

fort: „Ich habe beruflich gerne mal aufs<br />

falsche Pferd gesetzt und auch meine<br />

Arbeitsmoral in den vorherigen Jobs ließ<br />

zu wünschen übrig. Auch die Motivation<br />

und das Durchhaltevermögen fehlten mir<br />

oft, als ich im November 2011 bei der<br />

(Foto: Keees/Flickr.com)<br />

Firma Teamwork als Minijobber anfing.<br />

Nach kurzer Zeit wurde ich wegen guter<br />

Arbeits leistung ausgezeichnet und plötzlich<br />

ging alles ganz schnell. Mir wurde<br />

die Stelle eines Teamchefs angeboten. Ich<br />

nahm die Herausforderung an. Ich hatte<br />

mir geschworen, sie zu überzeugen. Dies<br />

war meine Chance bei Teamwork Fuß zu<br />

fassen und mich zu beweisen. Endlich<br />

hatte ich in meinem Leben das Gefühl<br />

etwas wirklich gut machen zu können.“<br />

Sie alle haben die Chance genutzt<br />

Als Lohn für seine Arbeit wurde Alexander<br />

B. für die Fortbildung zum Marktmanager<br />

vorgeschlagen und diese Fortbildung<br />

hat er erfolgreich mit einem Zertifikat<br />

abgeschlossen. „Sie möchten jeden tatkräftigen<br />

Mitarbeiter unterstützen und<br />

fördern, egal wie sein Leben vor Teamwork<br />

war!“ begründet Alexander B. seinen<br />

Werdegang. So oder ähnlich wie Alexander<br />

ging es dem Ehepaar Sergej und<br />

Gaby von M., Saide O., Saskia W. und über<br />

100 inzwischen zertifizierten Marktmanagerinnen<br />

und Marktmanagern. Es sind<br />

Menschen mit Migrationshintergrund,<br />

oder auch Menschen, die in der Selbständigkeit<br />

gescheitert sind. Menschen die<br />

keine Vollzeitarbeit gefunden haben,<br />

(Foto: martinroell/Flickr.com)<br />

Menschen die während der Elternzeit<br />

einen Nebenjob gesucht haben oder nach<br />

der Elternzeit keine passende Arbeit mehr<br />

gefunden haben. Menschen mit Berufsabschluss<br />

und Menschen ohne Berufsabschluss.<br />

Sie alle haben die Chance genutzt<br />

mehr aus sich zu machen.<br />

Fit for Future<br />

„Fit for Future“, so heißt das Programm,<br />

das Minijobbern die Chance bietet Führungsaufgaben<br />

als Vollzeitkraft oder<br />

Teilzeitkraft zu übernehmen. Hintergrund<br />

für dieses Programm war und<br />

sind die steigenden Anforderungen an<br />

den Bereich der Instore Logistik. Die langen<br />

Öffnungszeiten der Märkte erfordern<br />

eine immer größere Flexibilität. Die<br />

Qualitätsansprüche der Kunden werden<br />

immer höher und die Personalfindung<br />

immer schwieriger. Vor diesem Hintergrund<br />

wurde im Herbst 2010 durch das<br />

„Fit for Future“-Programm eine Qualifizierungsoffensive<br />

für die Teamchefs/<br />

Teamchefinnen gestartet und die Weiterbildung<br />

zum Marktmanager angeboten.<br />

Das Fortbildungsprogramm um-<br />

fasst die Themen: Administration, Führung,<br />

Instore Logistik, Auswahl und<br />

Einstellung von Mitarbeitern und<br />

(Foto: gruenenrw/Flickr.com)<br />

Mitarbeiterinnen, Zeit-und Selbstmanagement.<br />

Referenten sind erfahrene<br />

Praktiker, die diese Themen „vor Ort“ bzw.<br />

in Seminarveranstaltungen vermitteln.<br />

Nach erfolgreicher Abschlussprüfung<br />

wird das Zertifikat „Marktmanager“<br />

erteilt und der oder die Kandidat/in als<br />

Marktmanager/in für mehrere Märkte<br />

eingesetzt.<br />

Basis für eine sichere Zukunft<br />

„Die Karrierechancen im Unternehmen<br />

sind ausgesprochen gut!“ so urteilen<br />

Sergej und Gaby von M. Beide befinden<br />

sich jetzt schon wieder in einer<br />

weiteren Fortbildungsmaßnahme, der<br />

Fortbildung Teammanager. Der Teammanager<br />

ist Chef von ca. 30 Teamchefs<br />

und Marktmanagern und für ca. 300<br />

Mitarbeiter/innen verantwortlich. Ziel<br />

der Maßnahme ist es, die Führungsstrukturen,<br />

der in den verschiedenen<br />

Orten tätigen Teams so zu verändern,<br />

dass möglichst vielen Minijobbern die<br />

Chance zur Qualifizierung zum Marktmanager<br />

geboten werden kann. Zurzeit<br />

sind weitere 90 Minijobber in Ausbildung.<br />

Ende des Jahres <strong>2013</strong> werden über<br />

200 Minijobber die Zertifizierung zum<br />

Marktmanager abgeschlossen haben<br />

und damit die Basis für eine sichere<br />

berufliche Zukunft gelegt haben. n<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 59


Spezial | Regional<br />

Im Zeichen der Zukunft<br />

Essen ehrt seinen Mittelstand – auf dem Mittelstandsempfang <strong>2013</strong><br />

Flexibel<br />

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THERMO&DURO in FORM<br />

Große Bühne für den Mittelstand in Essen:<br />

Rund 500 Akteure aus dem Essener Wirtschaftsleben,<br />

der Politik und Verwaltung<br />

folgten der Einladung der EWG - Essener<br />

Wirtschaftsförderungsgesellschaft mbH<br />

(EWG) zum Essener Mittelstandsempfang<br />

<strong>2013</strong> am 6. Mai <strong>2013</strong> im Colosseum<br />

Theater Essen. Im Mittelpunkt der<br />

2008 von der EWG ins Leben gerufenen<br />

Veranstaltung stand in diesem Jahr<br />

der Strategieprozess Essen.2030. Unter<br />

dem Motto „Essen.erfolgreich“ diskutierten<br />

die geladenen Gäste, was Essen<br />

bieten muss, um auch im Jahr 2030<br />

ein gefragter Unternehmensstand-<br />

ort und attraktiver Wohn- und Arbeitsort<br />

zu sein.<br />

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Gesellschaftliche Verantwortung<br />

Dem starken Essener Mittelstand<br />

kommt dabei eine besondere Rolle zu.<br />

Essens Oberbürgermeister Reinhard<br />

Paß betonte in seiner Begrüßungsrede,<br />

dass es in Zeiten des demographischen<br />

Wandels und des Fachkräftemangels<br />

unerlässlich sei, sich auf Essens Stärken<br />

zu besinnen und Maßnahmen zu<br />

ergreifen, um die Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit<br />

des Standortes zu<br />

stärken und auf Dauer zu sichern. Deshalb<br />

sei es ihm ein besonderes Anliegen,<br />

die kleinen und mittelständischen<br />

Unternehmen und Handwerksbetriebe<br />

in den Strategieprozess Essen.2030 einzubinden:<br />

„Sie kennen den Standort,<br />

sie wissen um die Anforderungen, die<br />

ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter<br />

an den Arbeitsort stellen, sie übernehmen<br />

gesellschaftliche Verantwortung<br />

und sorgen durch die Ausbildung junger<br />

Menschen dafür, dass die Stadt<br />

zukunftsfähig bleibt. Auf ihr Wissen<br />

und ihre Erfahrungen können und wollen<br />

wir nicht verzichten“, so Paß.<br />

Die tragenden Säulen der Stadt<br />

Dr. Dietmar Düdden, Geschäftsführer<br />

der EWG - Essener Wirtschaftsförderungsgesellschaft<br />

mbH, stellte<br />

daraufhin die Bedeutung des Essener<br />

Mittelstandes für die wirtschaftliche<br />

Leistungsfähigkeit des Standortes<br />

Essen heraus: „Die rund 12.600 kleinen<br />

und mittelständischen Unternehmen<br />

und Handwerksbetriebe sind die tra-<br />

Mit<br />

dem größten<br />

Gira Revox Studio<br />

in NRW<br />

gende Säule des Wirtschaftswachstums<br />

unserer Stadt. Und das ist beachtlich.<br />

Zwischen 2008 und 2010 verzeichnete<br />

Essen beim Bruttoinlandsprodukt und<br />

bei der Bruttowertschöpfung Steigerungen<br />

von über 15 Prozent. Im Vergleich<br />

der zehn größten Städte Deutschlands<br />

ist das absolute Spitze. Im kürzlich veröffentlichen<br />

Städteranking des renommierten<br />

Hamburgischen WeltWirtschaftsInstituts<br />

HWWI gehört Essen zu<br />

den zukunftsfähigen Großstädten in<br />

Deutschland. Das verdanken wir auch<br />

dem Essener Mittelstand, der mit seiner<br />

hohen Produktivität maßgeblich zu diesem<br />

positiven Ranking unseres Standortes<br />

beigetragen hat.“ Unternehmen,<br />

die in vorbildlicher Weise außerge-<br />

Wir fördern Energieeffizienz.<br />

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(v.l.) Alexander Pramschüfer (Dipl.-Ing.<br />

Scherzer GmbH), Manuel Schneider<br />

(ratiotec GmbH & Co. KG) Reinhard Paß,<br />

Moritz Mintrop (Mintrops Land Hotel<br />

GmbH & Co.KG) Robert Schramm (Westdeutsche<br />

Farbengesellschaft Brüche &<br />

Co. GmbH & Co. KG), Harald Mintrop, Dr.<br />

Dietmar Düdden<br />

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3/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 67<br />

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wöhnliche unternehmerische Leistungen<br />

mit gesellschaftlichem Engagement<br />

verbinden, erhielten während des<br />

anschließenden Essener Unternehmertalks<br />

die gebührende Anerkennung: die<br />

Dipl.-Ing. Scherzer GmbH, die Mintrops<br />

Land Hotel GmbH & Co. KG, die ratiotec<br />

GmbH & Co. KG und die Westdeutsche<br />

Farbengesellschaft Brüche & Co. GmbH<br />

& Co. KG. Oberbürgermeister Reinhard<br />

Paß nominierte auf Vorschlag der EWG<br />

die vier Mittelständler für den „Großen<br />

Preis des Mittelstandes <strong>2013</strong>“ in der<br />

Wettbewerbsregion Nordrhein-Westfalen.<br />

Der von der Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

jährlich vergebene Preis gilt deutschlandweit<br />

als eine der begehrtesten<br />

Wirtschaftsauszeichnungen. n<br />

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Spezial | Regional<br />

Mittelstand im Rampenlicht<br />

Die IHK und die regionale Servicestelle Bonn/Rhein-Sieg küren ihren Mittelstand<br />

Die Region Bonn steht für bekannte<br />

Großunternehmen wie Deutsche Post<br />

DHL, Telekom, Postbank, oder Haribo.<br />

Doch auch hier ist der eigentliche Träger<br />

der wirtschaftlichen Entwicklung der<br />

unternehmerische Mittelstand, über<br />

den viel zu wenig bekannt ist und der<br />

zu selten im Mittelpunkt steht. Um das<br />

zu ändern, setzt sich die Oskar-Patzelt-<br />

Stiftung bundesweit mit dem Wettbewerb<br />

mittelständischer Unternehmen,<br />

Signalverstärker<br />

dem „Großen Preis des Mittelstandes“<br />

für Respekt und Anerkennung des Mittelstandes<br />

ein.<br />

Am 4. September 2012 fand aus<br />

diesem Grund im Hause der IHK Bonn/<br />

Rhein-Sieg eine Auftaktveranstaltung<br />

unter Schirmherrschaft der IHK statt.<br />

Interessierte Mittelständler wurden mit<br />

den Möglichkeiten vertraut gemacht,<br />

die die Initiative der Oskar-Patzelt-Stiftung<br />

bietet. <strong>2013</strong> findet bereits der 19.<br />

Wettbewerb statt. Bundesweit wurden<br />

diesmal 4.035 Unternehmen nominiert.<br />

Davon erreichten 670 die zweite Runde,<br />

die Juryliste. Sie stehen vor der letzten<br />

Wettbewerbshürde dieses Jahres. Denn<br />

aus diesen Firmen wählen die zwölf<br />

Länderjurys die Preisträger und Finalisten<br />

dieses Jahres aus.<br />

Für ganz Nordrhein-Westfalen sind<br />

noch 99 Unternehmen im Rennen um die<br />

begehrte Trophäe. Allein in Bonn/Rhein-<br />

Ihr Spezialist für Lichtwellenleiter-Technik.<br />

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Sieg erreichten neun der elf nominierten<br />

Unternehmen die zweite Runde. Sie wurden<br />

am 27. Mai dafür auf einer separaten<br />

Veranstaltung mit einer Urkunde zum<br />

Erreichen der Jurystufe geehrt.<br />

Während sich beim „Großen Preis<br />

des Mittelstandes“ die Firmen bundesweit<br />

messen, entwickelte der Kreis<br />

Bonn/Rhein-Sieg auf regionaler Ebene<br />

den „Ludwig“ zur Würdigung des Mittelstandes:<br />

Gerade für kleine, unbekanntere<br />

Unternehmen, die sich oft<br />

auch gar nicht trauen, sich in den Vordergrund<br />

zu stellen. Der Name ist eine<br />

Hommage an den großen Bonner Ludwig<br />

van Beethoven.<br />

Unternehmen eine Bühne bieten!<br />

So erhöhen die regionalen Unternehmen<br />

spürbar ihre Chance, vor allem<br />

in der Region bekannt zu werden. Die<br />

Idee, einen eigenen Preis ins Leben zu<br />

rufen hatte der engagierte Pressesprecher<br />

der IHK Bonn/Rhein-Sieg, Michael<br />

Pieck. Der aktive Promoter des „Großen<br />

Preises“ nimmt seine Aufgabe ernst<br />

und ist sich sicher, dass eine derart<br />

regionale Veranstaltung eben vor allem<br />

die Medien der Region interessiert, die<br />

so automatisch mit im Boot sind. „Mit<br />

einer eigenen regionalen Preisverleihung,<br />

die - unabhängig von der bundesweiten<br />

Auszeichnung - von der IHK<br />

Bonn/Rhein-Sieg und der regionalen<br />

Servicestelle in der Rhein-Sieg-Halle<br />

in Siegburg ausgerichtet wird, wollen<br />

wir unseren Unternehmen eine Bühne<br />

bieten und ihnen eine Auszeichnung<br />

für ihr Engagement zukommen lassen“,<br />

sagt Michael Pieck.<br />

Michael Pieck wird gemeinsam<br />

mit Dr. Christine Lötters (SCL Bonn und<br />

Servicestelle Bonn der Oskar-Patzelt-<br />

Stiftung), Frank Baake (Geschäftsführer<br />

Rhein-Sieg-Halle) und Michael Ramlau<br />

(Center TV) unter regionalen Gesichtspunkten<br />

die besten Mittelständler der<br />

Region auswählen. „Gewonnen haben<br />

bereits jetzt alle mitmachenden Unternehmen,<br />

denn sie leisten mit ihrer<br />

Tätigkeit einen wichtigen Beitrag zum<br />

Wachstum am Standort. Dies wollen<br />

wir mit unserem zusätzlichen ‚Ludwig‘<br />

unterstreichen“, erläutert Christine Lötters<br />

für die regionale Servicestelle.<br />

Aktives Networking ist angesagt<br />

Zur Mittelstandsveranstaltung am<br />

9. Juli, 18:00 Uhr in der Rhein.-Sieg-<br />

Halle sind alle Unternehmerinnen und<br />

Unternehmer sowie interessierte Bürger<br />

der Region eingeladen. Der Eintritt ist<br />

frei. Aktives Networking ist angesagt.<br />

„Wir sind sicher, mit der aktiven Unterstützung<br />

des ‚Großen Preis des Mittelstandes‘<br />

einen wichtigen Beitrag zur<br />

Förderung des Mittelstandes bei uns in<br />

der Region zu leisten“, betont Michael<br />

Pieck. „Nutzen Sie die Chance, die Ihnen<br />

der Wettbewerb bietet. Machen Sie sich<br />

bekannt und zeigen Sie, was der Mittelstand<br />

kann“, ergänzt Christine Lötters.<br />

Es bleibt spannend<br />

Auf die Entscheidung der Landesjury für<br />

Nordrhein-Westfalen haben die regionalen<br />

Juroren aus Bonn/Rhein-Sieg keinen<br />

Einfluss. Ganz Nordrhein-Westfalen<br />

im Blick, entscheiden die Landesjuroren<br />

unabhängig. Es bleibt daher auch nach<br />

dem 9. Juli spannend. Die nordrheinwestfälischen<br />

Finalisten und Preisträger<br />

des „Großen Preises des Mittelstandes“<br />

werden erst am 21. September in Düsseldorf<br />

ausgezeichnet. Dort werden<br />

auch die Preisträger und Finalisten aus<br />

Rehinland-Pfalz/Saarland, Niedersachsen/Bremen<br />

und Hamburg/Schleswig-<br />

Holstein gekürt. n<br />

Unternehmen aus Bonn/<br />

Rhein-Sieg in der Juryliste<br />

n Berndt & Brungs Software GmbH<br />

n Christoph Kappes – Die Erlebnisgastronomie<br />

GmbH<br />

n Forest Finance Group<br />

n Hairstylers Heaven<br />

Haircare GmbH<br />

n Katja van Leeuwen<br />

Reitferienvermittlung<br />

n Meavision Media GmbH<br />

n Pflegeteam Wentland<br />

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n sunshine&roses gmbh<br />

4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 63<br />

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Lifestyle | Auto<br />

Ohne Gegenleistung<br />

Deutschlands Autofahrer sind Zitronen.<br />

Die Politik presst sie gerne aus.<br />

Blühende Landschaften<br />

Sie sind auf dieser Doppelseite gewöhnt,<br />

über großartige, automobile Leistungen<br />

in Punkto Ingenieurskunst und Design<br />

zu lesen. Aus aktuellem Anlass der bevorstehenden<br />

Bundestagswahl in Deutschland<br />

beschäftigt uns diesmal ein anderes<br />

Thema: Der Zustand unserer Straßen,<br />

die Lösungen der gewählten Vertreter<br />

unseres Volkes aus der Politik und die<br />

Frage nach den Autofeinden in diesem<br />

Lande, obwohl jeder sechste Arbeitsplatz<br />

in Deutschland an das Automobil<br />

gebunden ist. Es fehlt an Lösungen, an<br />

Geld und am Willen.<br />

Als ich neulich auf einer der zahlreichen<br />

Berliner Straßen fuhr, die die<br />

Automobilindustrie inzwischen als Teststrecken<br />

nutzen könnten, um Schlaglochresistenz<br />

und besondere Beanspruchungen<br />

von Fahrwerken zu testen,<br />

traf ich auf ein Schild: Achtung Straßenschäden.<br />

Das erinnerte mich an die<br />

DDR, deren Straßen denen des heutigen<br />

Deutschlands glichen. Mit diesen Schildern<br />

übertrug man die Verantwortung<br />

auf den Autofahrer.<br />

Autofahrer- verteufelter Zahlmeister<br />

der Nation<br />

Hierzulande ist der Autofahrer der Zahlmeister<br />

der Nation. Er wird besteuert,<br />

bestraft, entmündigt und für dumm<br />

verkauft. Schlagloch-Slalom auf Straßen<br />

- die Infrastruktur in Deutschland wird<br />

auf Verschleiß genutzt. Die jahrzehntelange<br />

Vernachlässigung rächt sich.<br />

„Das deutsche Straßennetz wird von<br />

Jahr zu Jahr älter und älter“, kritisiert<br />

Stefan Kooths, Forscher des Kieler Instituts<br />

für Weltwirtschaft (IfW). Zehn Jahre<br />

lang reichten die staatlichen Investitionen<br />

schon nicht einmal mehr aus, um<br />

den jährlichen Verschleiß zu beheben.<br />

Waren die Straßenbeläge in Deutschland<br />

Anfang der 1990er-Jahre im Schnitt<br />

20 Jahre alt, so sind es heute bereits 26<br />

Jahre. Bei den Schienen und Wasserstraßen<br />

ist es nicht weniger dramatisch. Der<br />

harte Winter geht an die Substanz. Er<br />

fördert zutage: Die Verkehrsinfrastruktur<br />

braucht dringend Pflege. Auf einigen<br />

Straßen werden kurzerhand Spuren<br />

gesperrt, anstatt die Winterschäden zu<br />

beseitigen. Ab und an werden notdürftig<br />

Löcher gestopft, Schilder und Kegel<br />

aufgestellt. Eine nachhaltige Sanierung<br />

geben die öffentlichen Verkehrsetats<br />

nicht mehr her. Die Infrastruktur wird<br />

auf Maximal-Verschleiß genutzt.<br />

Für die Unternehmen, die auf eine<br />

gute Infrastruktur der Transportwege<br />

angewiesen sind, ist das ein Dilemma:<br />

„Die deutsche Wirtschaft ist mehr als<br />

andere von funktionierenden Verkehrsadern<br />

abhängig“, sagt Kooths – zum<br />

einen wegen der Lage im Zentrum Europas,<br />

zum anderen wegen des großen<br />

Industriesektors. Wegen der Schuldenbremse<br />

fehlt dem Staat das Geld für<br />

seine Schienen und Straßen. Die Infrastruktur<br />

wird in den kommenden Jahren<br />

enorm an Wert verlieren. Zu dieser<br />

Einschätzung kommt das IfW in seiner<br />

neuesten Mittelfristprognose.<br />

Krokodilstränen sind in der Politik ein<br />

Kommunikationsmittel<br />

Ein Grund neben Steuerverschwendungen:<br />

Um die Schuldenbremse einhalten<br />

zu können, spart der Staat vor allem<br />

bei den Investitionen, nicht aber bei den<br />

Ausgaben für Soziales und Verwaltung.<br />

Da weder Steuererhöhungen, noch neue<br />

Schulden, noch Kürzungen beim Sozialstaat<br />

politisch denkbar seien, werde<br />

sich dieser zerstörerische Trend weiter<br />

fortsetzen, erwartet das IfW. Dieser Winter<br />

war für Städte und Gemeinden teuer.<br />

Das merkt jeder Autofahrer instinktiv,<br />

wenn er nach der Schneeperiode des<br />

vergangenen Winters die Schlagloch-<br />

Tour durch seinen Heimatort fährt und<br />

Kfz-Werkstätten eine Zunahme von<br />

Geschäft für Reparaturen am Fahrwerk<br />

verbuchen. Schon jetzt weiß mancher<br />

Bürgermeister oder Kämmerer, dass<br />

seine Stadt nicht das Geld besitzt, um<br />

all die Schäden, die der Frost geschlagen<br />

hat, so auszubessern, wie dies eigentlich<br />

notwendig wäre, oder wie es im Verhältnis<br />

zum Steueraufkommen durch die<br />

Autofahrer finanziert werden könnte.<br />

Das war in den vergangenen Jahren<br />

nicht anders. Weil Städte, Gemeinden<br />

und Kreise, die 95 Prozent des Straßennetzes<br />

in Deutschland unterhalten, bei<br />

der Straßensanierung improvisierten,<br />

verkommen heute ganze Straßenzüge.<br />

An vielen Stellen wurden Löcher nur<br />

notdürftig geflickt und nicht, wie es<br />

sinnvoll wäre, substantiell erneuert.<br />

Allein im vergangenen Winter sind<br />

erneut Straßenschäden von etwa 2,3<br />

Milliarden Euro entstanden, berichtet<br />

Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra<br />

Roth (CDU). Die kommunale Verkehrsinfrastruktur<br />

ist fast im gesamten Lande<br />

unterfinanziert, dabei stellen Straßen<br />

und Verkehrswege einen bedeutenden<br />

Standortfaktor dar. Die vorausgesagte<br />

Zunahme des Güterverkehrs, Fachleute<br />

rechnen damit, dass bis 2030 der<br />

Schwerlastverkehr auf den Straßen um<br />

50 Prozent wachsen wird, gilt als finstere<br />

Prognose.<br />

Konzeptionslosigkeit heißt<br />

Steuererhöhung<br />

Was Staatshoheit besitzt, verkommt,<br />

verfällt oder wird ideologisiert. Das<br />

Bildungswesen hat es uns gelehrt bzw.<br />

sollte es uns lehren. Wenn die Ideologen<br />

in den Parteien immer mehr die<br />

Oberhand gewinnen, dann fahren wir<br />

eines Tages wieder so etwas wie einen<br />

Trabant und jede Tempoüberlegung<br />

hat sich dann sowieso erledigt, weil der<br />

Trabbi nur noch eine ideologisch vorbestimmte<br />

Höchstgeschwindigkeit fahren<br />

kann, begründet mit Klimawandel, CO2<br />

Auflagen und dem Energiegewissen der<br />

Gedankenpolizei nach Orwell.<br />

Die Politik hat „Lösungen“. Konzeptionslos<br />

wie gewohnt. Gerade erst<br />

forderte SPD-Chefideologe Sigmar<br />

Gabriel die Einführung von Tempo 120<br />

auf deutschen Autobahnen. „Der Rest<br />

der Welt macht es ja längst so“, sagte<br />

er oberschlau der „Rheinischen Post“.<br />

„Tempo 120 auf der Autobahn halte<br />

ich für sinnvoll, weil alle Unfallstatistiken<br />

zeigen, dass damit die Zahl der<br />

schweren Unfälle und der Todesfälle<br />

sinkt“, sagte Gabriel zukunftsweisend.<br />

Abgeschaut hat er das von Forderungen<br />

im autofeindlichen Grünen-Wahlprogramm.<br />

Im SPD-Wahlprogramm wurde<br />

das von Gabriel unterstützte Tempolimit<br />

nicht aufgenommen. Die SPD hatte sich<br />

auf ihrem Hamburger Parteitag 2007<br />

für ein Tempolimit von 130 Km/h ausgesprochen<br />

- aber im aktuellen Wahlprogramm<br />

taucht diese Forderung nicht<br />

auf. Bleibt also da noch ein Koalitionsversprechen<br />

an bösen Überraschungen<br />

für den Wähler?<br />

Einige Europa-Abgeordnete wollen<br />

Tempo 120 sogar in ganz Europa – Grund<br />

genug, für die Politiker hierzulande,<br />

Musterknabe zu spielen. Vielleicht gibt<br />

es dann einen Verkehrswandel neben<br />

dem Klimawandel oder eine politisch<br />

korrekte Fahrweise. In der Verkehrspolitik<br />

ist es wie in anderen Dingen<br />

der veröffentlichten Meinung der<br />

politischen Kaste. Wir bestrafen Steuersünder,<br />

aber Steuerverschwender<br />

nicht. Im Verkehrsrecht bestrafen wir<br />

Drängler, aber Behinderer nicht. Das<br />

Benzin bezahlen wir mit Mineralölsteuer,<br />

Dreistufiger Ökosteuer und der<br />

Mehrwertsteuer, aber an Geld für den<br />

Erhalt der Straßen fehlt es. Stattdessen<br />

denkt sich Herr Ramsauer (CDU) ein<br />

besonders perfides Strafsystem aus, was<br />

dem Autofahrer als Flensburg-Reform<br />

verkauft wird. Der Autofahrer wird für<br />

dumm verkauft, aber wie er sich schließlich<br />

verkaufen lässt, entscheidet jeder<br />

an der Wahlurne selbst, vielleicht gibt es<br />

Alternativen für Deutschland. n<br />

Prof. Arnd Joachim Garth<br />

Sigmar Gabriels Statement Die DDR lässt grüßen<br />

… und niemand geht auf die Straße<br />

64 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong> 4/<strong>2013</strong> P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 65<br />

(Fotos: A. J. Garth)


Leserbriefe | Impressum<br />

Leserbrief<br />

Die Zeit läuft ab<br />

Am 22. September <strong>2013</strong> ist Bundestagswahl<br />

und die „Partei der Nichtwähler“<br />

hat wieder einmal die Chance, die meisten<br />

Stimmen zu bekommen. Mit dem<br />

offenbar gerne akzeptierten Dogma, das<br />

eigene Handeln sei alternativlos, hat<br />

die Bundeskanzlerin als eine Art postmoderne<br />

Monarchin in der letzten Jahren<br />

Anhänger und Opposition wirksam<br />

gelähmt. Trotz Rekordsteuereinnahmen<br />

kennt die Verschuldung nur den Weg<br />

nach oben. Die gesamten Maßnahmen<br />

zur Bankenrettung haben die Probleme<br />

in der Gemengelage aus Bankenkrise<br />

und Staatsschuldenkrise nicht verändert.<br />

Ganz im Gegenteil: Mit den Geldkanonen<br />

der Zentralbanken rollt noch<br />

viel mehr Geld in die Finanzmärkte als<br />

im Zeitraum vor 2007.<br />

Realwirtschaftlich wirkungslos<br />

Während die meisten Teile der Presse also<br />

verkünden, endlich sei Ruhe, die Eurokrise<br />

und die Finanzkrise seien vorbei,<br />

während Kanzlerin Angela Merkel Spieler<br />

des FC Bayern herzt, Pinguine füttert<br />

und Ulli Hoeneß wieder die Hand gibt,<br />

baut sich der gesamte „Mist“, der bereits<br />

zur Finanzkrise führte, wieder auf: Die<br />

Geldkanone der EZB ist realwirtschaftlich<br />

wirkungslos, so dass man plant,<br />

den Verbriefungsmarkt wieder zu beleben,<br />

also genau jener Markt, mit dem<br />

toxische Wertpapiere um den ganzen<br />

Globus verteilt wurden. Die Geldkanonen<br />

sind zur Vermeidung der Inflation<br />

so gebaut, dass die Geldmengen nur in<br />

die Welt (der Spekulationsgeschäfte) der<br />

abgehobenen Finanzwirtschaft fließen,<br />

nicht in die Realwirtschaft. Wer Vermögen<br />

der Realwirtschaft „sicher“ anlegen<br />

will, erhält Realzinsen unterhalb der<br />

Inflationsrate. Da die Staaten die von<br />

Ihnen selbst immer mehr gegängelte<br />

Leser­Telefon: 0341 240 61­00 | Leser­Fax: 0341 240 61­66<br />

Leserbriefe auch unter www.pt-magazin.de/service/leserbriefe<br />

66 P.T. <strong>MAGAZIN</strong> 4/<strong>2013</strong><br />

(Foto: obs/dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH)<br />

Auf dem Weg ins<br />

Kanzleramt: Das<br />

Foto des Jahres<br />

2011 in der Kategorie<br />

Politik zeigt<br />

die Kanzlerin mit<br />

Gefolgschaft. Wird<br />

sie dieses Jahr<br />

wieder gewählt?<br />

Rechtsanwalt Volker<br />

Gallandi kandidiert<br />

im September als<br />

Direktkandidat der<br />

Freien Wähler im<br />

Wahlkreis 188 für<br />

den Bundestag.<br />

und abgewürgte Eigeninitiative der Privatwirtschaft<br />

ausgleichen, indem sie zur<br />

Beruhigung der Wähler Geld verteilen<br />

und Schulden machen, verzerren sie die<br />

wirtschaftliche Entwicklung weiter. Die<br />

Preise der Währungen, der Anleihen,<br />

der Aktien etc. sind staatlich manipuliert<br />

und jeder weiß, dass die staatliche<br />

Verschuldung regulär nicht rückführbar<br />

ist. Von daher überrascht es überhaupt<br />

nicht, dass z. B. das Staatsvermögen<br />

Griechenlands auf dem Markt wenig<br />

wert ist.<br />

Kontrollwahn und Moraloffensive<br />

Seit Zypern ist daher klar: Du musst<br />

kein Steuerhinterzieher sein, damit der<br />

Staat Dein Geld wegnimmt, ein Status<br />

als Steuerzahler/Rentner oder ein Konto<br />

mit 100.000 Euro bei einer Debakelbank<br />

reicht. Staat und Gesellschaft reagieren<br />

auf die logische Kapitalflucht mit Kontrollwahn<br />

und einer Moraloffensive.<br />

Die Veränderung einer Gesellschaft,<br />

bei der der Zentralstaat versagt hat<br />

und mit seiner Machtfülle gerade im<br />

wirtschaftlichen Bereich immer neues<br />

Unheil anrichtet, kann nur durch eine<br />

Belebung der Vitalkräfte von Demokratie<br />

und Wirtschaft erfolgen. Die Gemeinden,<br />

die Regionen, der Mittelstand und<br />

die dortigen Banken sind die Kraftquellen<br />

der Wirtschaft, nur diese schaffen<br />

Arbeitsplätze. Der Irrweg, Europa müsse<br />

aus einer gemischten Diktatur aus<br />

Europäischer Kommission, Regierungen<br />

und EZB bestehen, muss schnellstens<br />

korrigiert werden, durch Engagement<br />

von unten und einer Veränderung der<br />

Machtverhältnisse in Berlin. n<br />

Volker Gallandi<br />

Den ungekürzten<br />

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auf pt-magazin.de<br />

P.T. <strong>MAGAZIN</strong><br />

für Wirtschaft und Gesellschaft<br />

Impressum<br />

ISSN 1860­501x | 9. Jahrgang<br />

Ausgabe 4/<strong>2013</strong><br />

Verlag: OPS Netzwerk GmbH,<br />

Melscher Str. 1, <strong>04</strong>299 Leipzig,<br />

Tel. 0341 240 61 ­ 00, Fax 0341 240 61 ­ 66,<br />

info@op-pt.de | www.pt-magazin.de<br />

Das P. T. Magazin ist das offizielle Maga zin<br />

des Wettbewerbs „Großer Preis des Mittelstandes“<br />

der Oskar­Patzelt­Stiftung, eingetragen<br />

im Stiftungsregister des Re gierungs<br />

be zir kes Leipzig unter Nr. 2/1998.<br />

Geschäftsführer:<br />

Petra Tröger, Dr. Helfried Schmidt<br />

Redaktion:<br />

Dr. Helfried Schmidt (V.i.S.d.P.)<br />

Boris Kunofski<br />

Autoren/Interviewpartner:<br />

Tobias Augsten, Alexander Artmann, Garrelt<br />

Duin, Johannes Fiala, Volker Gallandi,<br />

Arnd Joachim Garth, Christian Kalkbrenner,<br />

Ansgar Lange, Christian Löhr, Johannes<br />

Maruschzik, Paul Craig Roberts, Helfried<br />

Schmidt, Peter A. Schramm, Anne M. Schüller,<br />

Gunnar Sohn, Hermann Otto Solms,<br />

Petra Tröger, Jörg Wallner, Arnold Weissman<br />

Korrespondenten:<br />

Bernd Schenke (Berlin)<br />

D­ROLF Becker (Halle)<br />

Satz/Layout:<br />

Frank Heinitz, Lydia Franke<br />

Cover: DAVIN TAYLOR<br />

Markenkommunikation GmbH<br />

Anzeigen:<br />

Petra Tröger (V.i.S.d.P., Anzeigenleitung)<br />

Jana Susann Wolfram, Beatrice Schulze<br />

Druck:<br />

Druckerei Vetters GmbH & Co. KG<br />

Gutenbergstraße 2, 01471 Radeburg<br />

Erscheinungsweise: 6 mal jährlich, Einzelpreis<br />

3 € inkl. 7% MwSt.; Abonnement<br />

16 € inkl. 7% MwSt. sowie inkl. Versand<br />

und Porto für 6 Ausgaben. Unser Magazin<br />

erhalten Sie in unserem Verlag sowie<br />

im Abo und in ausgewählten öffentlichen<br />

Einrichtungen.<br />

Leser-Fax: 0341 240 61 ­ 66<br />

E-Mail: redaktion@op­pt.de<br />

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unter www.pt­magazin.de. Es gilt<br />

die Anzeigenpreisliste Nr. 1/<strong>2013</strong>, gültig<br />

seit 01.11.2012.<br />

© <strong>2013</strong> OPS Netzwerk GmbH. Nachdruck<br />

nur mit schrift licher Genehmigung des<br />

Verlages.<br />

Alle Angaben ohne Gewähr. Namentlich<br />

gekennzeichnete Beiträge müssen nicht<br />

die Meinung der Redaktion wiedergeben.<br />

Der Verlag behält sich vor, Leserzuschriften<br />

bearbeitet zu veröffentlichen. Für unverlangt<br />

eingesandte Manuskripte und für<br />

Anzeigeninhalte übernehmen der Verlag<br />

oder seine Mitarbeiter keine Haftung.<br />

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