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ss_thailand_d.pdf - marina.ch - das nautische Magazin der Schweiz

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Die Rückkehr ins

wahre Paradies

Die Inselwelt im Andaman-Golf zwischen Phuket und

dem thailändischen Festland ist ursprünglich und natürlich,

geprägt von der Freundlichkeit ihrer Einwohner. Eine

Traumdestination, um eine Yacht zu chartern und in diesem

Insellabyrinth zu segeln.

Unterwegs mit der

Dschunke Suwan Macha im

Golf von Andaman. Am Strand

von Koh Phak Bia (oben).


TexT: Sandrine Moirenc

FoToS: caMille Moirenc

die luft ist heiss und ein feuchter Wind streicht uns

durch die Haare. eben erst angekommen aus europa,

sind wir noch eingemummt in unsere winterliche

Kleidung. Hier ist Sommer. Thailand liegt nur wenig

nördlich des Äquators. auf dem Steg der Yacht Haven

Marina, zwanzig Minuten vom Flughafen Phuket entfernt,

werden wir mit einem Begrüssungscocktail

empfangen: von Sehr, dem Kapitän, von Saen, dem

Koch und von dudi, dem Matrosen. die dschunke

«Suwan Macha» liegt stolz vor uns, bereit, mit den

morgendlichen Winden in See zu stechen. doch wir

haben im Moment nur eines im Kopf: Badehose anziehen

und Sonnencrème auftragen, um die heimatliche

Kälte und die 13 Flugstunden, die uns in dieses

subtropische Paradies gebracht haben, möglichst

rasch zu vergessen. Während die leinen unseres

neuen Zuhauses gelöst werden, geniessen wir den

Moment auf den herrlich nach orchideen duftenden

Matratzen, welche auf dem Teak-deck bereit liegen.

das Meer ist ruhig und die leichte Brise aus der

falschen richtung: also machen wir uns unter Motor

auf den Weg. «Suwan Macha bedeutet Goldfisch», er-

läutert der Kapitän. Wir lassen unsere Blicke schweifen

und schaukeln sanft durch den andaman-Golf richtung

ao Phang nga-nationalpark, östlich von Phuket.

eine herrliche Umgebung. Unsere dschunke ist

wirklich einmalig schön. Gebaut wurde die Suwan

Macha in Bangkok. ihr dschunkensegel besteht, ganz

in thailändischer Tradition, aus fünf Bahnen mit

durchgehenden latten aus Bambus. es sind grosse

cher, der Wind ist in diesen Breiten nie zu stark.

Eine wilde Welt

nach 12 kurzen Meilen tauchen vor uns aus dem dunst

der Hitze unzählige riesenhafte Felsspitzen auf. Wie

himmlische Wächter ragen sie majestätisch aus dem

Wasser. Man gelangt in den Park wie in einen Tempel:

die herrschende ruhe hilft, sich dieser gleichzeitig filigranen

und rohen natur zu öffnen. die über 40 Kalkspitzen

breiten sich in Form von Zuckerhüten, Totems

oder Menhiren auf einer Fläche von 400 Quadratkilometern

im Meer aus. Vor langer Zeit haben Verwerfungen

auf dem Festland dazu geführt, dass riesige

Felsblöcke ins Meer gestürzt wurden und diese geometrischen

Figuren entstehen konnten. Und alle sind

sie mit einer üppigen Vegetation bewachsen. Wir

nähern uns der insel Phanka, einem 385 Meter hohen

Prisma, am Fusse ausgewaschen durchs Meerwasser.

doch noch eindrücklicher als diese erosionen sind die

Wände voller Stalaktiten. Und vielerorts hat das Wasser

richtige Höhlen ausgewaschen, überzogen mit

eindrücklichen Kalkschichten. einige von ihnen sind so

gross, dass genügend Sonnenlicht für eine entdeckungsreise

eindringen kann. eine weitere Überraschung:

Bei ebbe – in diesem Gebiet der erde gibt es

einen Tidenhub von zwei Metern – tauchen überall

wunderbare kleine Strände auf, die leicht mit dem

dinghy erreicht werden können. Wir ankern in der nähe

des riffs. Kann man sich etwas Schöneres vorstellen,

als in einer derart einmaligen Umgebung ein thailändisches

essen zu geniessen? Saen hat für uns Frühlingsrollen

mit Schweinefleisch und reis mit rosinen zubereitet,

dazu einen rohkost-Salat mit süssem essig,

nudeln an einer crevetten-Soja-Sosse, einen gegrillten

White Snapper und zur nachspeise schliesslich eine

auswahl an exotischen Früchten – aufgeschnitten und

präsentiert, wie es nur die Thais verstehen. Wenn das

Paradies existiert, dann sieht es definitiv so aus.

Seenomaden in Gipsy Village

Wir setzen unsere entdeckungsreise fort in diesem

paradiesischen insellabyrinth. die insel Yaï und ihre

lagune zeigen sich in ihrer atemberaubenden Schönheit.

Bald sind wir mitten im riff. nach weiteren zwei

Stunden erreichen wir Koh Panyee, eine der wenigen

bewohnten inseln. das Wasser ist hier nur wenig tief,

besonders bei ebbe, und die dschunke kann nicht am

Quai anlegen. Mit dem dinghy – als Variante würden

auch Taxi-Boote der einheimischen zur Verfügung

stehen – gelangen wir trotzdem an land. Hier haben

sich zweihundert muslimische Familien, Seenomaden,

AsiA mArine

Mit der Dschunke «Suwan Macha» hat die damalige Firma Thai Marine Leisure im Andaman-

Golf das Charter-Geschäft begonnen. Das war 1985. Die Suwan Macha ist ganz aus Holz und

nach den Plänen des Architekten Dimitri de Forestier in thailändischer Tradition gebaut.

Dschunken waren ursprünglich Lastschiffe, die der Richtung des Windes folgten. Die Ladung

diente gleichzeitig als Ballast, um die Dschunke vor dem Kentern zu bewahren. Die fünf Bahnen

des Segels weisen darauf hin, dass es sich um eine original thailändische Takelung handelt.

Die Chinesen beispielsweise hatten im Allgemeinen sieben Bahnen.

Die Schale der Suwan Macha hat allerdings keine echte Dschunken-Form. Normalerweise sind

diese als Rundspant gebaut, doch die Suwan Macha hat – um die Leistung unter Segel zu ver-

bessern und die Stabilität zu erhöhen – eine modernere Rumpfform. Schliesslich fehlt ihr

heutzutage normalerweise die zusätzliche Ladung als Ballast.

Heute verchartert die Firma Asia Marine zwei weitere Dschunken für Flussfahrten auf dem

Festland bis Phuket. Sie bietet auch gut ausgerüstete Yachten mit und ohne Besatzung aus einer

Flotte von 10 bis 28 Meter langen Schiffen an, ebenso wie motorisierte Katamarane. Weitere

Informationen über das Angebot und die Preise:

www.asia-marine.net

Die Dschunke Suwan Macha,

gebaut nach thailändischer

Tradition. Der schwimmende

Markt (links) gehört ebenfalls

zum thailändischen Kulturgut.

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seaside 87


Gipsy Village in der Bucht von

Phang Nga auf Koh Panyee.

Traumhafte Buchten, kristall-

klares Wasser: Phi Phi Don und

Phi Phi Lee (unten).

segeln im AndAmAn-golf

Phuket liegt zwischen zwei Ozeanen: dem Pazifischen und dem Indischen. Die

Windbedingungen sind moderat, Hurrikane und Tropenstürme sind nicht zu be-

fürchten. Was die Törnplanung betrifft, sollte man sich an den beiden Monsun-

zeiten orientieren. Von November bis April herrschen Winde aus nord-östlicher

Richtung vor. Von Mai bis Oktober bläst ein Wind aus Süd-West.

Navigiert wird im Andaman-Golf normalerweise auf Sicht, von Insel zu Insel. Die

Distanzen sind nicht besonders gross, Meilentörns sind hier fehl am Platz.

Eine weitere Besonderheit ist, neben den zu berücksichtigenden Gezeiten, die

geringe Wassertiefe. Mit Ausnahme einiger weniger Stellen mit 80 Metern Tiefe,

ist das Meer hier realativ flach.

niedergelassen. in Häusern auf Pfählen, direkt an der

Küste. Vom empfangssteg aus erstreckt sich das dorf

nach links mit einer restaurant-Front, wo fangfrischer

Fisch genossen werden kann und nach rechts mit Häusern,

welche gegen den grossen austernpark hin ausgerichtet

sind. am Quai wartet eine beinahe unüberblickbare

Menge von «long tail boats» auf Kunden.

diese berühmten und kuriosen thailändischen Boote,

die motorisiert sind mit einem alten, lauten Zwei-Takt-

Motor und angetrieben werden von einer langen

starren Welle, welche gleichzeitig als Steuer dient. im

dorf selber bietet der Markt, betrieben von den Frauen,

Textilien, Schmuck, lebensmittel und kleine Kunsthandwerke.

daneben eine Schule, eine Moschee, eine

Telefonkabine, alle mit Strom aus Windkraft. Hier spielt

sich das leben ab, zwischen Tourismus, Fischerei und

kommunaler Solidarität.

Einsames Meer, einsame Strände

einen Tag später und 30 Meilen weiter erreichen wir die

inselgruppe chang lat. Kurz vor Sonnenaufgang führt

uns Kapitän Sehr nach Ko Yawasan zu einem unvergesslichen

Schnorchelabenteuer. Hier ist das anlegen kein

Problem, das Wasser ist tief genug. dennoch kommt

man genügend nahe heran, um direkt vom Schiff aus zu

schnorcheln. in diesem Unterwasser-Paradies begegnet

uns ein Feuerwerk an Farben und Formen: Papageienfische,

White Snapper, kunstvolle Korallen und sogar ein

Kugelfisch, die giftigste delikatesse der Welt.

Und wie wenn der Schönheit noch nicht genug wäre,

bringt uns die Suwan Macha später auf Ko Thap und

Ko dam Khwan: zwei kleine inseln und ein unglaublicher

Strand. Und das alles nur für uns. Hier braucht

man nicht Millionär zu sein, um einen derartigen

luxus erleben zu können. das Meer ist am Steigen,

doch wir haben noch zwei Stunden, um diesen unglaublich

weissen Sandstrand zu geniessen, bevor er

ein weiteres Mal im Meer versinkt. auf einmal ziehen

bedrohliche Wolken auf. die Sonne gleissend, so dass

die ganze Schönheit der landschaft um uns herum in

ein kontrastloses Blenden getaucht wird. Bald erreicht

die regenfront unsere dschunke. eine gute Gelegenheit,

das deck vom Salzwasser säubern zu lassen.

Während zwanzig langen Minuten prasselt der regen

auf uns nieder und unser Schiff wird dabei auf Hochglanz

poliert. der regen stoppt so abrupt, wie er eingesetzt

hat. die ruhe kehrt zurück und wir können

uns kaum satt sehen an der Schönheit und Klarheit

der gereinigten natur um uns herum.

Schönheit in Reinzustand

Wir nehmen Kurs auf die berühmten inseln Phi Phi

lee und Phi Phi don. etwa 60 Meter entfernt vom

Ufer gehen wir vor anker – um unangenehmen Überraschungen

während der nacht und bei sinkendem

Meerespiegel vorzubeugen.

am nächsten Morgen locken uns der duft von frischem

Toast und gebratenen eiern aus den Kojen.

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90

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Thai Muang

Ban Tha Nun

Thalang

Patong

Patong Beach

Kata Beach

Tha Yu

Ko

Racha Yai

Rawai

Phang Nga

Takua

Thung Ao Luk

Phuket

Ko

Racha Nai

Thum

Phlo

Ko

Yao

Noi

Lo Po

Noi

Laem Sak

Ko Yao

Ko

Yao

Yai

Lo Pa

Lai Ok

A n d a m a n S

Ko Phi

Phi Don

Ko Phi

Phi Le

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T H A I L A N D

Krabi

Ko Si

Boya

Ko Jum

Khlong

Thom

Si Bo Ya

Ban

Laem

Trang Bang Suat

Ko Lanta

Ko Lanta

das Panorama, das sich uns von deck aus bietet,

ist absolut magisch: Zwischen zwei grossen Kalk-

pfeilern erblicken wir nui Bay, ein unbeflecktes Stück

Paradies: unglaublich sauberes Wasser vor weissem

Strand, dahinter tropischer Wald in sanftem Grün.

Gegenüber von nui Bay liegt Monkey Bay, weniger

versteckt und touristischer. am Strand, gesäumt von

kunstvoll geneigten, wilden Palmen, ziehen die affen

unsere aufmerksamkeit auf sich. in einem Kasten im

weissen Sand sind Bananen gestapelt. Sie können zur

Fütterung der quirligen Makaken gekauft werden.

Später legen wir vor dem dorf an der ao lohdalum

Bay an, einer Touristenhochburg. Hier nutzen wir die

Gelegenheit, unser Gepäck mit allerlei Kunsthandwerk-Souvenirs

anzufüllen und eine wunderbare

Kokosmilch zu geniessen. doch bei allem Shoppingrausch

dürfen die Gezeiten nicht vergessen werden.

Wir gingen zum Glück genügend weit draussen vor

anker. das Stück bis ans land mussten wir im dinghy

und den rest bis ins dorf zu Fuss zurücklegen.

Zu einem Besuch von Phi Phi don gehört natürlich

auch ein Besuch der Maya Bay. Hier kann man problemlos

vor anker gehen, um dann schwimmend

oder – einmal mehr – per dinghy an land zu gelangen.

der weltberühmte Strand diente als Kulisse zu

«The Beach», dem Film mit leonardo dicaprio und

Virginie ledoyen. aus der unermesslichen anzahl

Videos zu schliessen, die hier verkauft werden, scheinen

die Thailänder äusserst stolz zu sein auf diesen

drehort. die Kehrseite: nur wer zeitig vor den ganzen

Touristenströmen da ist, kann die einmaligkeit und

Schönheit dieses Strandes, eingebettet in ein rund

aus Felsen, für sich geniessen. Für uns heisst es hier

abschied nehmen von dem Paradies auf erden: eine

zweistündige Fahrt im Fährboot bringt uns zurück

aufs Festland in die Yacht Haven Marina. Sehr, Saen

und dudi verabschieden uns mit ihrem typischen

warmherzigen lächeln – was den abschied und

die Vorstellung an das kalte europa nicht wirklich

einfacher macht.

infos

Thailändisches Fremdenverkehrsamt der

Schweiz für weiterführende Informationen

und Unterlagen. www.tourismthailand.ch.

Tägliche Non-Stop-Flüge der Thai Airways

ab Zürich nach Bangkok, von dort weiter

nach Phuket. www.thaiair.ch. Ebenfalls täg-

lich fliegt die Swiss. www.swiss.ch.

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