Die ersten deutschen Übersetzungen englischer Lustspiele im ...

scans.library.utoronto.ca

Die ersten deutschen Übersetzungen englischer Lustspiele im ...

— 28 — übersetzt.*' Wenn wir uns das enge Verhältnis zwischen Haller und Michaelis vorstellen und die Tatsache, daß Haller zu dieser Zeit der Herausgeber dieser Zeitung war, beachten, so können wir diese Behauptung als entscheidend betrachten. Der Über- setzer des „Rückfalls" ist unbekannt. Obgleich das Stück un- gefähr zur selben Zeit wie der „Agamemnon'' in Göttingen erschien, wurde es in der G. Ztg. als das Werk eines ,, ge- schickten Ungenannten" besprochen. Erinnern wir uns, daß Michaelis gerade in diesen Jahren dem deutschen Publikum die drei oben genannten Übersetzungen lieferte, so könnten wir ge- neigt sein daraus zu schließen, daß der ,, Rückfall" auch von ihm stammte. Aber deshalb, weil die G. Ztg. es nicht sagt und weil die Methode der Übersetzung entschieden von der des „Sorglosen Ehemann", wie wir unten zeigen werden, ab- weicht, können wir behaupten, daß Michaelis nicht der Über- setzer war. Der Mann, dessen Anregung wir diese Übersetzungen ver- danken, war Albrecht von Haller, der das Werk empfahl und den Universitäts- Buchdrucker Abraham Vandenhoeck (f 1750) bewog, sie zu drucken. Das Verhältnis zwischen beiden Männern war so, daß Vandenhoeck die Herausgabe unternahm und Haller die Auswahl der zu übersetzenden Werke überließ. Durch diese Annahme allein können wir die Vorrede zu ,,Clarissa" erklären, die folgendermaßen beginnt: „Es sind die Geschicke der Clarissa dem Verleger dieser deutschen Übersetzung, so bald sie in Eng- land herauskamen, von solchen Männern angepriesen und ihm angerathen worden eine deutsche Übersetzung davon zu besorgen, auf deren Urtheil er sich völlig verlassen konnte Der eine unter denen, dessen Rath er folgete, zog die Clarissa der mit so vielem Beyfall aufgenommenen Pamela vor:^ und weil dieser Mann von dem grössten und besten Theil Deutschlands für den grossesten Kunstrichter unserer Zeit in den schönen Wissenschaften ange- sehen wird; und diejenigen Stücke, die er bisher (obgleich spar- * Vgl. Gott. Gel. Ztg. 1748 S. 274: „Doch können wir nicht läugnen, dass wir der jüngeren Schwester einen Vorzug vor der älteren geben. Sie ist noch viel witziger, sie verfällt nicht in ernsthafte und trockene Regeln, sie hat insbesondere sich keine solche Fehler wieder die Schaamhaftigkeit vorzuwerfen, als wohl die Pamela bey ihrer sonst guten Absicht sich zur Last hat legen lassen müssen."

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine