Special: - Eubuco Verlag

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Special: - Eubuco Verlag

MOUNTAINMANAGER 4/09 Juli 2009

© EuBuCo Verlag GmbH D-65239 Hochheim/M.

D 4945 F 40. Jahrgang Juli 2009

Meinung:

Optimismus gegen die Krise

Mountain-Manager 64:

Erich Hutter, Hochalmbahnen AG

20 Jahre Erfahrung im Anlagenbau

Special:

BERGSOMMER (1)

4/09

www.technoalpin.com


Unser Leiter für

Forschung und

Entwicklung

Daniel Eriksson ist der verantwortliche Techniker für Forschung und Entwicklung in der Lenko-Zentrale in

Östersund, Schweden. Seine Gedanken drehen sich immer um Wasser und Luft, sein Interesse dreht sich

um die Umwelt und neue Wege, die Ressourcen effi zienter zu nutzen. Und das macht er gut – Lenko Systeme

sind schon jetzt sehr umweltfreundlich. Ein Beispiel ist, dass wir als Standard ölfreie (und wartungsfreie)

Kompressoren verwenden. Ein weiteres Beispiel ist das geringe Gewicht der Schneekanonen.

In unserem Entwicklungsprozess testen wir, verbessern und testen wieder. Wir glauben an unsere Tests und

haben Erfolg damit. Bitte besuchen Sie www.lenkosnow.com oder rufen Sie uns an, damit wir Ihnen mehr

darüber erzählen können, wie Lenko Snow Intelligence TM Ihre Pisten noch schneesicherer machen kann.

Einige von Daniels Ideen werden bereits auf der Messe „Interalpin“

in Innsbruck vom 22. bis 24. April präsentiert werden.

LENKO Handels GmbH, Rettenbach 13c, A-6250 Radfeld/Tirol | Tel: +43 5338 20 111 | Fax: +43 5338 20 111 20 | www.lenkosnow.com

www.lenkosnow.com


Jetzt haben wir es schwarz auf weiß: die Wintersaison

2008/2009 war laut Statistik Austria die umsatzstärkste aller

Zeiten in Österreich. Sie brachte ein (nochmaliges) Plus von

0,6 % gegenüber der sehr starken Saison 07/08 auf insgesamt

12,19 Milliarden Euro – und nicht ein leichtes Minus wie vorausgesagt!

Allerdings ist die Zahl der Ankünfte leicht zurückgegangen

um 0,5 Prozent auf 15,1 Millionen. Im Winter 2009

verbrachten außerdem um 1,9 % mehr Österreicher ihren Urlaub

im eigenen Land, das entspricht 300 000 Nächtigungen.

„Dieser Trend gibt Hoffnung für die Sommersaison, denn das

Urlaubsverhalten der Österreicher wird das Ergebnis des Jahres

2009 maßgeblich beeinflussen“ kommentierte Wirtschafts-

und Tourismusminister Reinhold Mitterlehner die Ausgangs -

lage.

Laut Prognosen des WIFO-Tourismusexperten Egon Smeral

wird der Rückgang von ausländischen Gästen im Jahr 2009 in

Österreich geringer ausfallen als in den EU15. Das heißt, Österreich

wird Marktanteile gewinnen und aus der Krise gestärkt

hervorgehen! Grund dafür sind die touristischen Wettbewerbsvorteile

in den Bereichen Kultur, Wellness und Wintersport, sowie

die Nähe zu Quellmärkten mit hoher Reiseintensität.

Hoffnung Inlandstourismus

Die heimische Tourismuswirtschaft sieht den Sommermonaten

zuversichtlich entgegen. Die Buchungslage ist nach Auskunft

von WKÖ-Bundesspartenobmann Johann Schenner bis

jetzt nicht schlechter als im vergangenen Jahr. Die Hoffnung

für die Sommersaison liegt jetzt im Inlandstourismus und in

der Nahmärkte-Kampagne. Dabei wird der Urlaub in Österreich

bei den Einheimischen und in einigen angrenzenden

Nachbarstaaten mit dem Slogan „Wo Urlaubsglück so nahe

liegt“ beworben.

Bei den Seilbahnen in Österreich hält der Sommer ja nur einen

Anteil von ca. 8 % (mit steigender Tendenz) vom jährlichen

Branchenumsatz. Da würde selbst ein etwas schlechteres Ergebnis

die Jahresbilanzen noch nicht ins Schleudern bringen.

Danach sieht es aber gar nicht aus, weil viele Einheimische infolge

von Sparmaßnahmen eher geneigt sein werden, statt

wegzufliegen ihren Urlaub zuhause im eigenen Land zu verbringen.

Und viele Deutsche und BeNeLux-Gäste könnten Österreich

als Nahziel ebenfalls vorziehen. Dabei wären sie gar

nicht schlecht bedient. Die Alpenrepublik ist nicht nur einfach

erreichbar, sie bietet gerade im Sommer ein hervorragendes

Preis-Leistungsverhältnis für junge Familien und immer mehr

Attraktionen eingebettet in atemberaubende Naturkulisse.

Das alles bei einem hohen Standard an Sicherheit, Sauberkeit,

Umweltschutz, Wellness und Gastfreundschaft.

Nur das sonnige Urlaubswetter können wir halt nicht per Garantie

mitliefern. So wie wir die „Schneegarantie“ bereits dank

der Schneemaschinen abgeben. Dafür braucht man aber auch

keine Angst vor dem Hitzekollaps haben wie Türkei-, Griechenland-

oder Spanienurlauber. Da kann sich der Urlaub schnell in

Chefredakteur

Dr. Markus Kalchgruber

Gestärkt in den Sommer

einen Albtraum und der Wunsch nach Erholung in noch tiefere

Erschöpfung verwandeln!

Welches Risiko ist dem Gast lieber?

Man muss also künftig als Urlaubshungriger abwägen, welches

Risiko gepaart mit welchen Kosten einem lieber ist: nasskaltes

Bergwetter in den nahen Alpen oder Hitzekatastrophe im fernen

Süden. Laut einer kürzlichen Umfrage von Karmasin Motivforschung

wollen die Leute Urlaub im schönen und nahen

Österreich – gespart wird trotzdem, vor allem bei den Nebenausgaben.

Wie gut, dass es hier als Gegenmittel die seit Jahren

immer mehr zunehmenden All-Inclusive-Cards der Tourismusorganisationen

gibt – für den Gast gratis meist ab 3 Tagen Aufenthalt.

Als Folge der Krise werden die Gäste auf alle Fälle

(noch) preisbewusster.

Für uns bedeutet das: längst fällige Einsparmaßnahmen wie

z. B. bei den Energiekosten anpacken sowie mögliche Synergien

nutzen und Kooperationen bilden, um bei weniger Aufwand

und somit Kosten die gleiche oder gar bessere Leistung

bieten zu können.

Ihr kompetenter

Seilbahnpartner

Sonderkrananlagen

für Werkstätten,

Pumpenhäuser,

Seilbahnstationen

sowie

Seillieferungen und

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Carl Stahl GmbH München · Daglfinger Str. 67-69 · 81929 München

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muenchen@carlstahl.com · www.carlstahl.de

4/2009 MOUNTAINMANAGER

3


INHALT

IMPRESSUM

Internationale Zeitschrift

für Berg- und Wintersporttechnik

und bergtouristisches Management

Verlag:

EuBuCo Verlag GmbH

Geheimrat-Hummel-Platz 4

D-65239 Hochheim/M

Tel. +49(0)61 46/605–142, Fax –204

Herausgeber und Geschäftsführer:

Horst Ebel, Tel. +49(0)61 46/605–100

Chefredakteur:

Dr. Markus Kalchgruber

Mobil +43(0)6 64/1 00 21 50

E-Mail: m.kalchgruber@aon.at

Habichtweg 16, A-5211 Lengau

Anzeigenmanagement gesamt:

Joyce Hoch, E-Mail: j.hoch@eubuco.de

Tel. +49(0)61 46/605–142

Anzeigenleitung:

Otto Roman Fosateder

Mobil +43(0)6 64/4 42 06 80

Verlagsbüro Österreich:

Scherenbrandtnerhof-Str. 6, A-5020 Salzburg

Tel. +43(0)6 62/42 30 12

Fax +43(0)6 62/42 15 15

Redaktion Österreich:

Dr. Luise Weithaler

Tel. +43(0)6 62/88 38 32

E-Mail: weithaleripr@aon.at

Kirchenstr. 31, A-5020 Salzburg

Redaktion Schweiz:

Thorsten Block

Tel. +49 (0) 7 21/9 82 25 27

Fax +49 (0) 7 21/9 82 25 28

E-Mail: tbka68@aol.com

Gerwigstr. 22

D-76131 Karlsruhe

Produktion & grafische Gestaltung:

Frank Freitag c/o EuBuCo Verlag GmbH

E-Mail: f.freitag@eubuco.de

Tel. +49(0)61 46/605–160, ISDN: –232

MM-online: www.mountain-manager.com

Christian Schmickler

Anzeigenpreise:

Preisliste Nr. 32 vom 01.01.2009

Vertrieb:

Tel. +49(0)61 46/605–112

Fax Tel. +49(0)61 46/605–201

E-Mail: vertrieb@eubuco.de

Bezugspreise

Einzelpreise 9,– €

inkl. Versandkosten und ges. MwSt.

Jahresabonnement

Deutschland: 64,– € inkl. Versandkosten und

ges. MwSt./Europa: 74,– € inkl. Versandkosten

Übersee: 74,– € + Versandkosten

40. Jahrgang, 2009

ISSN 1618–3622

Nachdruck – auch auszugsweise – nur mit

Genehmigung des Verlages. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte wird keine Gewähr

übernommen.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

4

Editorial 3

Inhalt 4/5

MM-MAGAZIN

• Meinung: Fachverbände: Optimismus gegen Wirtschaftskrise 6

BERGSOMMER (1)

• Meinung: Augustin Kröll: Brauchen wir die Alpenkonvention? 10

• Skihalle Neuss eröffnet Deutschlands größten Hochseilgarten 14

• Neues Bergerlebnis für alle dank "Goliath" von Wiegand 16

• Reisetrend 2009: Wandern in den Alpen 18

• Erste Bio-Berghütte der Alpen 19

• Umweltfreundlicher Skiberg Hauser Kaibling 20

• Biosphärenpark Großes Walsertal 21

NEUE BAHNEN

• Leitner: Weltneuheit in Bozen: erste 3 S-Bahn Italiens 22

• Doppelmayr: Komfort ohne Wartezeiten 26

• Doppelmayr: Monte Popolo für Familien und Kinder 28

• CWA: Beeindruckende Ausblicke 30

• Neue Kabinenbahn auf’s Aineck 32

MARKETING & MANAGEMENT

• 64. MM-Interview: Erich Hutter, 34

Vorstand Hochalmbahnen AG Rauris

• Kundenbeziehung der Zukunft 39

• Krise braucht Krisenmanager 40

• Intelligente Kostensenkung 42

• OITAF Seminar 2009 44

TECHNIK & WIRTSCHAFT

BESCHNEIUNG

• Pumpstationen von TechnoAlpin: das Herz der Schneeanlage 46

• Kaeser: Druckluft maßgeschneidert für Beschneiung 49

• Auferstehung in Eben – ARECO ist dabei 50

• Bereits 50 SUFAG sichern Kapruner Gletscher 52

• Interfab reüssiert mit JCN 55

• Interview mit DI Gerald Reisenauer, Gemini 56

• AGRU Bio Plus: energetisierende Dichtungsbahnen 59

• Das Zeug zum legendären Schneespeier 60

• Lenko – eine Erfolgsgeschichte 63

• KSB Expertentag in Tirol 63

• Brigger & Käch: Schneeanlagen-Planung 64

• Arena GPS+ integriert den Fleet Manager zur Superlösung 66

PISTENFAHRZEUGE

• Prinoth: Husky und Bison im Wettkampfeinsatz 68

• Prinoth: Starke Position in China und Osteuropa 69

• Kässbohrer: Neuer Ersatzteil Webshop und Service Portal 70

FIRMEN NEWS

• Kässbohrer: Tipp für Gebrauchtfahrzeugkauf 33

• Carl Stahl GmbH: Ausgereifte Lösungen nach Maß 72

• Garaventas neues Kompetenzzentrum 74

• Aquasol: Nachhaltiger Erosionsschutz 75


Einen aktuellen Kommentar über den Umgang mit

der Wirtschaftskrise seitens der Bergbahnbranche sowie

allfällige Unterstützungsmaßnahmen geben in

dieser MM-Nummer die Geschäftsführer bzw. Präsidenten

der Seilbahn-Fachverbände von Österreich,

Deutschland, der Schweiz und Südtirol ab. Der Tenor

fällt in Summe überwiegend positiv aus, auch was die

kommende Sommersaison anbelangt.

lesen Sie von Seite 6 – 9

Zum Mountain Manager-Interview

Nr. 64 wurde Erich Hutter,

Vorstandsvorsitzender der Hochalmbahnen

AG Rauris, gebeten.

Hutter widerlegt das Image, das

Seilbahnen „Energiefresser“ sind.

Schon seit 1986 sind die Hochalmbahnen

energieautark, denn

sie erzeugen Strom über die

Schneileitung. Kürzlich wurde die Leistung mit dem

neuen Speichersee erhöht.

Interview von Seite 34 – 38

INSERENTENLISTE

AGRU Kunststofftechnik GmbH 48

Alpgarant 9

Alp Media 4

Brandauer Sommerrodelbahn 11

Buderus Tiroler Röhren 65

Carl Stahl GmbH 3

Cortech GmbH 33

CWA 41

HDP Gemini 18

Heliswiss International AG 38

Huesker 57

IAG 71

IDE Technologies 13

ILF Beratende Ingenieure

ZT GmbH 53

Interfab Snowbusiness GmbH U4

ITT Austria GmbH 54

Klenkhart & Partner 5

KSB 61

LENKO 2

Pool Alpin 7

R+S Group Regeltechnik 51

Saint Gobain 47

Salzmann Ingenieure 45

SUFAG 27

Sunkid 43

TechnoAlpin 1

VIV GmbH 37

Wodl Seilbahnen u. Maschinen 35

Suche/Biete

Lingg, Werner 72

Andreas Wißmiller 73

INHALT

Der Magazinschwerpunkt widmet sich dem Thema „Bergsommer –

Teil 1“ mit 6 Beiträgen, beginnend mit einem Statement von Augustin

Kröll, GF Fellhornbahn/Kleinwalsertaler BB betreffend die Alpenkonvention.

Im weiteren geht es um den größten Hochseilgarten

Deutschlands in Neuss, sowie das neue „Bergerlebnis für alle“ durch

Wie-Goliath – eine Symbiose aus Rutschturm, Aussichtswarte und Höhenrestaurant

– und den internationalen Trend 2009 „Wandern in

den Alpen“.

lesen Sie von Seite 10 – 21

Der MM4 ist die traditionelle

Schneemacherausgabe mit noch

mehr Beiträgen aus diesem in jeder

Ausgabe berücksichtigten wichtigen

Themenbereich. In 12 Artikeln

auf 22 Seiten werden sowohl aktuelle

Projekte vorgestellt als auch

Hintergrund-Interviews und Produktneuheiten

veröffentlicht. Beachtenswert

ist auch die kontroverse

Auseinandersetzung mit der

Schneehöhenmessung.

mehr darüber

von Seite 46 – 67

Erratum

Im MM 2/09 wurde auf den Seiten 26/27 ein Beitrag zum

Thema „Entwickeln sich Snowparks vom Differenzierungsmerkmal

zur Grundausstattung“ abgedruckt, wobei die

Autoren nicht vollständig genannt wurden. Das soll nunmehr

nachgeholt werden. Für den Inhalt zeichneten verantwortlich:

. Prof. Dr. Frank Daumann, Professor für Sportökonomie

an der Friedrich-Schiller-Universität Jena.

. Matthias Hess, M.A., Projektleiter bei der Schneestern

OHG, Kempten.

. Dipl.-Volksw. Markus Breuer, wissenschaftlicher Mitarbeiter

im Fachbereich Sportökonomie der Friedrich-

Schiller-Universität Jena.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

5


MAGAZIN

WIRTSCHAFT

MM: „Wie sehen Sie vor dem Hintergrund der gegenwärtig

schwierigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

die aktuelle Situation der Branche?“

Dr. Erik Wolf, GF Fachverband der Seilbahnen

Österreichs:

„Der vorherrschenden Wirtschaftskrise sehen die Seilbahnunternehmen

Österreichs durchaus optimistisch

entgegen. Eine repräsentative Befragung von 62 (der

insgesamt 261) Unternehmen im März 2009 ergab,

dass die Seilbahnunternehmen ihre Investitionsvolu-

Die Verbände in A, CH, D und Südtirol unterstützen ihre

Mitgliedsunternehmen durch unterschiedliche Maßnahmen.

Foto: BB Saalbach Hinterglemm

MOUNTAINMANAGER 4/2009

6

Die Seilbahnverbände aus

A, CH, D und I:

OPTIMISMUS

GEGEN WIRTSCHAFTSKRISE

Viele Unternehmen in Europa tragen schwer an den Auswirkungen der Wirtschaftskrise.

Der Mountain Manager hat sich bei den Verbänden in Österreich, der Schweiz,

Deutschland und Südtirol umgehört, wie die aktuelle Situation in den Ländern ist

und wie man die Zukunft sieht.

mina 2008/09 nur geringfügig (um

rund EUR 24 Mio.) auf EUR 526,2

Mio. gekürzt haben.

Die Seilbahnbranche ist eine visionäre

und innovative Branche, die

auch weiter investieren will und –

was den Umsatz betrifft – optimistisch

in die kommende Saison

geht.“

Hans Höhener, Präsident Seilbahnen

Schweiz:

„Der Schweizer Tourismus verzeichnete

2008 das beste Jahr seit 1990.

Und auch die Seilbahnbranche darf

auf ein sehr gutes Jahr zurückblicken.

An verschiedenen Orten wurden

gar Rekordergebnisse erzielt.

Insgesamt wurden durch die Seilbahnen

über 310 Mio. Passagiere

befördert und im Personentransport

ein Ertrag von rund 950 Mio.

Schweizer Franken erzielt. Die Wintersaison

2008/09 profitierte denn

auch von der vorausgegangenen

guten Konsumstimmung und so

weisen die ersten Abschlüsse und

Einschätzungen trotz eher ungünstiger

Witterungsverhältnisse im Februar

und teilweise auch März auf ein

erfreuliches Winterergebnis hin.

Über alles hat sich die wirtschaftliche

Lage der Schweizer Seilbahnbranche

in den letzten Jahren deutlich

verbessert. Entsprechend ist

auch die Investitionsbereitschaft

markant angestiegen. In den letzten

beiden Jahren, d. h. im Winter

06/07 und Sommer 07 wurden 409

Mio. Franken und im Winter 07/08

und Sommer 08 wurden 483 Mio.

Franken insbesondere in Ersatzanlagen,

Verbindungsbahnen, in den

Aus- und Umbau bestehender Anlagen

sowie in die Beschneiung investiert.

Allein der Anteil der beschneiten

Pisten ist von 2005 bis 2008 von

19 auf 33 Prozent gestiegen. Zusammenfassend

kann man festhalten,

dass die Schweizer Seilbahnen

die verbesserte finanzielle Ausgangslage

der letzten Jahre für Investitionen

genutzt haben, die ihnen

nun auch in etwas schwierigeren

Zeiten vermehrten Handlungsspielraum

verschaffen. Bis 2012 sind

in unserer Branche schweizweit weitere

Investitionsvorhaben von 1,2

Milliarden Franken geplant.“

Dipl.-Ing. Peter Huber, Vorstandsvorsitzender

VDS:

„Die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen

in Deutschland verschlechtern

sich weiterhin. Mittlerweile

ist die Wirtschaftskrise auch

auf dem Arbeitsmarkt angekommen.

Die Tourismus-Branche spürt

die Verunsicherung und die damit

verbundene Zurückhaltung der Verbraucher.

Buchungen werden immer

kurzfristiger vorgenommen.

Die deutsche Seilbahnbranche war

in der zurückliegenden Wintersai-


Dr. Erik Wolf, Österreich.

Foto: WKÖ

son von den wirtschaftlichen Entwicklungen

nicht oder nur wenig

betroffen. Wir werden im Vergleich

zum Vorjahr ein deutliches Plus bei

Gäste- und Umsatzzahlen verzeichnen.

Einzige Ausnahme bildet das

Veranstaltungsgeschäft: Hier sind

die Zahlen vor allem durch Stornierungen

großer Firmen deutlich

rückläufig.“

Siegfried Pichler, Präsident des

Verbandes der Seilbahnunternehmer

Südtirols:

„Wir können in Südtirol Gott sei

Dank auf eine erfolgreiche Wintersaison

2008/2009 zurückblicken.

Obwohl der Winter mitten in der

Wirtschaftskrise, und daher mit großer

Sorge der Seilbahnbetreiber begonnen

hat, konnten auch auf

Grund der optimalen Schneeverhältnisse,

im Vergleich zur Vorjahressaison,

die bereits als eine der

besten galt, in fast allen Skigebieten

Südtirols Zuwächse verzeichnet

werden, und zwar sowohl bei den

Auffahrten als auch bei den Einnahmen.

Sorge bereitet uns die Tatsache,

dass die Gewinnspanne auch in

unserer Branche immer kleiner wird.

Nach einer gut gelaufenen Saison

wird meistens behauptet, dass sich

die Liftbetreiber goldene Nasen verdient

hätten. Dabei werden aber

meistens nur die Erträge berücksichtigt,

hingegen die Kosten, die von

Jahr zu Jahr steigen, werden außer

Hans Höhener, Schweiz.

Foto: SBS

Acht gelassen. Der Seilbahnsektor

erfordert dauernd massive Investitionen.

Da aber die Eigenfinanzierung

durch die ständig schrumpfende

Kosten-Nutzen-Relation erheblich

eingeschränkt wird, sind größere

Investitionen oft nicht mehr tragbar.

Für besser ausgerüstete Skigebiete,

deren Erfolg gerade auf dem

Bau moderner Strukturen beruht,

bedeutet dies einen Gang zurückschalten

zu müssen, während sich

schlechter ausgestattete Gebiete

weiterhin schwer tun werden, ein

ausreichendes Qualitätsniveau zu

erreichen. Die Kosten für den Bau

von neuen Seilbahnanlagen steigen

von Jahr zu Jahr unverhältnismäßig

an, auch weil der Konzentrationsprozess

im Bereich der Seilbahnhersteller

den Wettbewerb geschmälert

hat. Aus diesem Grund werden sich

zukünftig immer mehr Seilbahnbetreiber

für die Generalrevision bestehender

Anlagen entscheiden, anstatt

diese mit neuen, modernen

Anlagen zu ersetzen. Der Wettbewerbsvorteil,

welchen Südtirol derzeit

gegenüber anderen Wintersportdestinationen

des In- und Auslandes

hat, könnte dadurch verloren

gehen.“

Chance für Bergbahnen

durch Urlaub im eigenen

Land

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Zeit, Geld, Wissen und Transparenz für die Seilbahnbetreiber

Zeit, Marktanteile, direkter Kundenzugang für die Lieferanten

MAGAZIN

WIRTSCHAFT

MM: „Rechnen Sie mit Auswirkungen für die Sommersaison

bzw.. die kommende Wintersaison?“

Dr. Erik Wolf (A):

„Der Sommer hält einen Anteil von rund 7 % am jährlichen

Branchenumsatz. Die Tendenz der letzten Jahre

ist jedoch eine steigende, da viele Unternehmungen

attraktive Sommerangebote entwickelt haben. Wir

gehen davon aus, dass dieser Trend auch heuer anhalten

wird, nicht zuletzt auch deshalb, weil viele einheimische

Gäste eher geneigt sein werden, ihren Urlaub

zuhause in Österreich zu verbringen.

In der abgelaufenen Wintersaison konnten wir sowohl

bei den Skierdays als auch bei den Kassenumsätzen

deutlich zulegen gegenüber dem Superwinter

2007/2008. Wir haben daher keinen Grund zur Annahme,

dass es im kommenden Winter krisenbedingte

Rückgänge geben wird.

Im internationalen Wettbewerb sind wir in Punkto Sicherheit,

Qualität, Komfort und Preis bestens positioniert.

Wenn wir zudem rechtzeitig und ausreichend

Schnee haben werden, dann steht einer weiteren erfolgreichen

Wintersaison nichts mehr im Wege.“

Hans Höhener (CH):

„Es ist natürlich immer schwierig die Zukunft vorauszusagen

und Prognosen für einzelne Wirtschaftszweige

abzuleiten. Die Konsumentenstimmung ist in den

letzten Monaten markant zurückgegangen, dennoch

sind der Tourismus in der Schweiz und vermehrt noch

unsere Branche gedämpft optimistisch. Die Seilbahnen

erwarten einen durchschnittlichen bis guten

Sommer, da man vor allem auch vom Naherholungstourismus

anstelle der rückläufigen Auslandbuchungen

einen gewissen Ausgleich erwartet. Dabei spielt

natürlich das Wetter eine nicht zu unterschätzende

Rolle, da der Ausflugsverkehr und damit auch die Frequenzen

der Sommerbahnen sehr stark davon abhängen.

Während Unternehmungen, die in den vergangenen

Jahren im Gruppengeschäft sehr stark auf den

Ausland- und namentlich auf den Überseemarkt setzten,

v. a. aus den USA und Großbritannien deutliche

Einbrüche erwarten, melden andere Bahnen, schwergewichtig

mit stark regionaler Verankerung, aufgrund

des bisherigen Buchungsverlaufes eine ähnliche Ausgangslage

wie im Vorjahr, wobei vermehrt günstigere

Packages gesucht werden. Für den kommenden Winter

ist man in den Aussagen und Erwartungen sehr unsicher

und zurückhaltend. Die Prognosen gehen aber

4/2009 MOUNTAINMANAGER

7


MAGAZIN

WIRTSCHAFT

von einem Rückgang aus, der allerdings nicht so stark

ausfallen sollte wie im übrigen Tourismus.“

Dipl.-Ing. Peter Huber (D):

„Wir rechnen mit Auswirkungen in der kommenden

Sommer- und Wintersaison:

. Auf der Nachfrageseite werden Verunsicherung und

spürbare finanzielle Einschnitte dazu führen, dass die

Verbraucher sparen. Am Haupturlaub wird dabei in

der Regel relativ lange festgehalten. Erstes Einsparungspotential

bieten Kurzurlaube. Davon könnten

die deutschen Seilbahnen aufgrund ihrer Gästestruktur

sehr stark betroffen sein. Andererseits sehen wir eine

Chance darin, dass sich möglicherweise mehr Urlauber

für einen Aufenthalt im eigenen Land entscheiden.

In einem zweiten Schritt wird eventuell der

Haupturlaub durch einen Kurzurlaub – im eigenen

Land – ersetzt, wovon die deutschen Seilbahnen ebenfalls

profitieren könnten. Was in Summe unter dem

Strich übrig bleibt, ist abzuwarten.

. Die Finanzierung für Seilbahnunternehmen wird zunehmend

schwieriger und teurer.“

Siegfried Pichler (I/Südtirol):

„Noch kennen wir nicht die Auswirkungen, welche

diese Krise auf den Tourismus, auch was den Winter

betrifft, haben wird. Die ersten Anzeichen wurden bereits

am Ende der vergangenen Wintersaison deutlich

und was die laufende Sommersaison betrifft, haben

sich diese Anzeichen weiter verstärkt. Trotzdem

herrscht unter den Seilbahnunternehmern gedämpfter

Optimismus was die kommende Wintersaison anbelangt.

Dies hat sich bei der jährlichen Hauptversammlung

des Verbandes der Südtiroler Seilbahnunternehmer,

welche im Juni dieses Jahres in Bozen stattgefunden

hat, herausgestellt. Vieles hängt natürlich

davon ab, wie sich der nächste Winter präsentieren

wird. Wenn so wie im vergangenen Winter wieder viel

Schnee fällt, was wir alle hoffen, so steigt die Lust aufs

Ski fahren und das würde sich sicherlich positiv auf

den Wintertourismus auswirken. Trotzdem muss die

derzeitige Situation ernst genommen und genau verfolgt

werden.

Nichtsdestotrotz bin ich persönlich sehr zuversichtlich,

dass die Voraussetzungen für den Südtiroler Winter

zukünftig gut sind.“

Ausbildung und Kostenmanagement

MM: „Wie unterstützen Sie die Bergbahnunternehmen

im Bemühen, auch weiterhin erfolgreich zu wirtschaften?

Wo sehen Sie diesbezügliche Herausforderungen?“

Dr. Erik Wolf (A):

„Trotz der sehr positiven Umsatzentwicklung ist die

Spanne zwischen Gesamtaufwendungen und Gesamterträgen

in den letzten Jahren immer geringer geworden

und viele Betriebe können nur mehr durch außerordentliche

Erträge gewinnbringend wirtschaften.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

8

Einer der Gründe für diese Entwicklung

liegt im massiven Anstieg der

Beschneiungskosten. Viele Maßnahmen

zur Kostenoptimierung bei

den Herstellungskosten, Instandhaltung

und im Personalbereich sind

bereits gesetzt worden, im Energiebereich

sehen wir aber noch ein Optimierungspotential.

Allein die steigenden

Energiepreise im Vergleich

der Wintersaison 2005/06 (EUR

56,4 Mio.) und der Saison 2006/07

(EUR 64,8 Mio.) verdeutlichen die

Sinnhaftigkeit dieser Maßnahmen.

Betrug der hochgerechnete Energieaufwand

eines Betriebstages in

der Saison 2005/06 im Schnitt EUR

1 709,–, so stieg dieser in der Folgesaison

aufgrund steigender Indices,

Energie- und Betriebsstoffkosten auf

EUR 2 331,–.

Effizientes Energiemanagement bedeutet

den gleichen Nutzen mit weniger

Energieeinsatz zu erzielen. Die

Vermeidung von Energieverlusten

und der Einsatz von energieeffizienten

Technologien im laufenden Betrieb

helfen, nicht nur die Kosten zu

senken, sondern auch wesentliche,

die Umwelt betreffende Akzente, zu

setzen.

In einem gemeinsamen Projekt, das

wir als Fachverband im Rahmen der

Seilbahntagung 2009 ins Leben gerufen

haben, wollen wir zusammen

mit unseren Mitgliedsunternehmen

ein komplexes und profitables Energiemanagement

errichten, um

künftig weitere Kosten zu reduzieren

und vorhandene Energieressourcen

noch besser nutzen zu können.

Damit nehmen die Seilbahnen Österreichs

wieder eine Vordenkerrolle

ein und werden ihrer ökologischen

Verantwortung gerecht.“

IMMER AKTUELL MIT MM ONLINE

www.mountain-manager.com

Hans Höhener (CH):

„Neben den ordentlichen, gesetzlich

institutionalisierten Investitions-

und Förderprogrammen stehe ich

finanziellen Impulsprogrammen in

wirtschaftlich schwierigen Zeiten

eher skeptisch gegenüber. Grundsätzlich

muss sich eine Branche immer

wieder aus sich selber heraus finanzieren

können. Entsprechend

benötigen wir gut ausgebildete Kader,

Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen.

Seilbahnen Schweiz hat deshalb

in den letzten Jahren der Ausbildung

insgesamt und der laufenden

Optimierung und dem Weiterausbau

der branchenspezifischen

Ausbildungsangebote ein besonderes

Augenmerk verliehen. Wir haben

dafür seit 2005 in Zusammenarbeit

mit der öffentlichen Hand

(Bund und Kantone) und mit Unterstützung

der Hersteller vermehrt

personelle und finanzielle Ressourcen

eingesetzt und wollen diese Anstrengungen

auch in den kommenden

Jahren fortsetzen. Hinzu kommt

der Ausbau der Beratungsangebote

durch den Verband, die vor allem

für kleinere und mittlere Unternehmungen

im zunehmend komplexeren

Umfeld an Vorschriften im technischen,

umwelt-, aber auch allgemein

gesellschafts- und wirtschaftspolitischen

Bereich von existentieller

Bedeutung sind. Zur Zeit erarbeitet

der Vorstand der Seilbahnen

Schweiz im Rahmen einer umfassend

ausgerichteten Verbandsstrategie

die bis 2012 anzugehenden

Ziele.“

Dipl.-Ing. Peter Huber (D):

„Der Verband unterstützt seine Mitgliedsunternehmen

mit vielfältigen

Maßnahmen und Angeboten.

Wichtig ist vor allem, dass auch die

politischen Rahmenbedingungen

unterstützend greifen, da die Seilbahnbranche

der zentrale Impulsgeber

in der Tourismusbranche ist

und als Arbeitgeber in einigen Regionen

ohne Alternative. Hierfür

setzt sich der Verband intensiv ein.

Als eher kurzfristige Maßnahme haben

wir beispielsweise in den Kom-


Dipl.-Ing. Peter Huber, Deutschland.

Foto: Bayerische Zugspitzbahn

munikationsmaßnahmen des Verbandes

auf Punkte wie „Nähe“ und

„schnelle Erreichbarkeit“ abgestellt.

Unabhängig von der Krise haben

wir neue Ausbildungs- und Schulungsprogramme

initiiert und

durchgeführt, da wir Ausbildung als

zentralen Erfolgsfaktor und wichtige

Investition in die Zukunft bewerten.“

Siegfried Pichler (I/Südtirol):

„Es gibt Gebiete, in denen dank einer

umsichtigen Nutzung der natürlichen

Ressourcen, der Möglich-

Siegfried Pichler, Südtirol.

Foto: Obereggen AG

keit funktioneller Verbindungen zu

anderen Skigebieten, einer gezielten

Investitionspolitik mit dem richtigen

Timing, einer effizienten Betriebsführung

und einem guten

Gleichgewicht zwischen Tourismusangebot

und Beherbergungsbetrieben

ein angemessener Zustrom von

Gästen erzielt werden kann. Dies ermöglicht

ein finanzielles Gleichgewicht

und sichert somit die notwendigen

Investitionen, um am Markt

weiter bestehen zu können. Es gibt

aber immer mehr Gebiete, die sich

MAGAZIN

WIRTSCHAFT

nicht in dieser Lage befinden und wo die hohen Investitionskosten

und die Abschreibungen, aber auch die

laufend steigenden Betriebskosten zu immer größeren

Schwierigkeiten führen. Die Tätigkeit dieser Gebiete

ist und bleibt jedoch unentbehrlich für die lokale Wirtschaft

und ihr Fortbestand muss auch weiterhin gesichert

sein. Der Verband der Seilbahnunternehmer

Südtirols fordert daher vom Land Südtirol eine dringende

Anpassung der Maßnahmen zur Unterstützung

des Seilbahnsektors. Weiters fordern wir von der Landesregierung

die Aufstockung der Mittel für die Tourismuswerbung,

insbesondere für die Winterwerbung.

Über viele Jahre hindurch hat der Seilbahnsektor sich

selbst und alle mit dem Tourismus verbundenen Wirtschaftsbereiche

unterstützt, die Arbeitsplätze vieler

Menschen gesichert und war – zumindest bisher – auf

keine außerordentlichen Unterstützungsmaßnahmen

angewiesen. Das könnte sich angesichts der derzeit

wirtschaftlich gespannten Lage aber ändern. Wir sind

daher der Meinung, dass es sicherlich besser wäre, sofort

einzugreifen und nicht erst nachträglich, wenn die

Seilbahnbranche bereits in der Krise steckt.“ dwl

meine SAFETY ZONE Mit Ihrer Liftkarte auf der sicheren Seite.

Besuchen Sie uns vom 26. bis 28. August auf der

www.alpgarant.com

4/2009 MOUNTAINMANAGER

9


. Ihre Mitglieder sind:

– Österreich

– Deutschland

– Schweiz

– Italien

– Frankreich

– Slowenien

– Liechtenstein

– Monaco und die EU

. Das Ziel:

Die Bewirtschaftung der Alpen sollte

in allen Alpen-Ländern weitgehend

nach den gleichen Regeln,

den gleichen Maßstäben und Richtlinien

erfolgen. In Österreich, Bayern

und der Schweiz waren die Berge

und ihre Bewohner immer zentraler

Teil der nationalen Identität.

Das führte auch zu einer teilweisen

Überfremdung und Suburbanisierung

durch alpenfremde Regionen.

Das wichtigste Ziel war wohl der

Schutz des Naturraumes und die

Förderung der nachhaltigen Entwicklung

des gesamten Alpenraums

unter Wahrung der wirtschaftlichen

und kulturellen Werte der Einheimischen

und der umliegenden Bevölkerung.

Im Mittelpunkt stand eine

nachhaltige Entwicklung: Ökologie,

Ökonomie und Soziales sollten

gleichberechtigt behandelt werden.

Was hat sich seither

politisch verändert?

Die EU hat mit einer Vielzahl von

Richtlinien aus den Bereichen „Natur“

mittlerweile ein dichtes Regelwerk

über ihre Mitgliedsländer gezogen

(Natura 2000, Vogelschutzrichtlinie,

FFH, UVP, Wasser-Rahmenrichtlinie,

etc.). Diese Richtlinien

und Vorgaben mussten in die

nationale und in die Bundesländer-

Gesetzgebung eingearbeitet werden.

So entstand ein sehr dichtes,

umfassendes, in vielen Teilen stark

überreguliertes Vorschriften- und

Gesetzeswesen.

Zusätzlich tritt nun die Alpenkonvention

auf den Plan. Sie schafft auf

einer eigenen Ebene weitere Rahmenbedingungen.

Und hier beginnt

das Problem: Denn das so ent-

standene parallele Regelwerk verdoppelt

und verstärkt in dem einen

Falle die vorhandenen Leitlinien, in

anderen Fällen ergänzt es sie – aber

oft mit weitergehend zusätzlichen

Vorschriften. Die Folge: Besonders

in Österreich und in Bayern wird es

immer schwerer, gute und nachhaltige

Lösungen zu finden, die wirtschaftlich

auch tragfähig sind, weil

vieles unklar, zu kompliziert und

überreguliert ist.

Auch dem Bürokratismus in den

Stuben der Genehmigungsbehörden

wurde damit stark Vorschub geleistet.

Aus der Alpenkonvention mit

ihren Protokollen sind, was viele

nicht wissen oder ahnen, verbindliche

Gesetze geworden. Nicht nur

Empfehlungen wie bei der Arge Alp.

Es sind einklagbare Verpflichtungen

unter den Vertragsparteien. Viele

dieser Bestimmungen sind auch auf

Landesebene z. B. durch die Verbände

einklagbar.

Dabei ist es immer wieder verblüffend,

mit welch unbesorgter Leichtigkeit

Österreich und die Bundesrepublik

Deutschland Verträge schließen,

die letztlich sogar Details ihrer

eigenen Gesetzgebung unveränderbar

festlegen und, dass dies

selbst auf höherer Ebene oft fast unbekannt

ist.

Pro und Kontra

Zurück zur Ausgangsfrage: „Brauchen

wir die Alpenkonvention?“

Viele Macher der Alpenkonvention,

die NGO’s und die vielen privaten

Umweltbüros werden diese Frage

mit einem ganz klaren Ja beantworten.

Es ist für sie ein positives Instrument,

die Alpenökologie zu stärken,

die Zukunft der Alpen zu sichern. Es

ist aber auch ein Machtinstrument

und ein umfangreiches Betätigungsfeld.

Gegner sagen: Sie ist total überzogen,

aufgrund der bestehenden EU-

Gesetzgebung und der nationalen

Gesetze überflüssig wie ein Kropf

und nicht zuletzt auch eine Gelegenheit

für Politiker und Beamte,

sich in schöner Umgebung zu treffen.

Vagabundierende Planer im

4/2009 MOUNTAINMANAGER

11


MAGAZIN

BERGSOMMER

MOUNTAINMANAGER 4/2009

12

Die Fellhornbahn

hat sogar eine

einschlägige Broschüre

aufgelegt.

Umweltbereich hätten so ein „geeignetes

Biotop“ gefunden, in dem

sie trefflich gedeihen, UVP’s produzieren,

Umweltbüros eröffnen, riesige

Kosten verursachen, die letztlich

der Endverbraucher trägt. NGO’s

haben eine wunderbare Plattform

und ein Instrument erhalten, mit

dem sie Macht ausüben und viele

Umweltfachleute beschäftigen können,

Juristen und Verwaltungsexperten

haben ein zusätzliches Aufgabenfeld

erhalten.

Alleine, dass die NGO „CIPRA einen

Vorschlag für das noch offene Protokoll

„Wasserhaushalt“ für die Vertragsparteien

ausgearbeitet hat,

spricht schon Bände!

Neben den Vorteilen der Alpenkonvention

(Kröll zählt hier 7 Punkte auf

wie z. B. „Eine Entwicklung von alpenweiten

Konzepten zum Umgang

mit Trinkwasserressourcen

und Wasserkraft ist möglich geworden“)

listet Kröll etliche Probleme

auf u. a.:

. dass eine zusätzliche Vorschriftenebene

zu Gesetzen der Bundesländer,

der Staaten und der EU eingefügt

wurde und die Kosten der Genehmigungsphase

dadurch zum

Teil sehr stark in die Höhe getrieben

werden;

. dass die ursprüngliche Absicht,

eher eine globale, eine das „Große

und

Ganze umfassende Konvention“ zu

schaffen, oft in extreme Detailfestlegungen

gemündet ist.

. dass man über den derzeitigen

Naturzustand eine Käseglocke stülpen

will, um alle Tiere, Pflanzen, Naturgegebenheiten

im gegenwärtigen

Status quo zu erhalten. Unsere

Umwelt hat sich aber im Laufe der

Jahrtausende immer wieder gewaltig

verändert und wird sich auch

weiterhin enorm ändern. Nicht jede

Änderung ist von Haus aus schlecht.

Unsere gesamte heutige Kulturlandschaft

ist nicht alleine gottgegeben

– sondern ein Ergebnis menschlicher

Eingriffe. Worauf wir freilich

achten sollen, ist die von Menschenhand

gemachte negative Beeinflussung

abzuschwächen, zu verringern

und ins Gegenteil zu verkehren. Viele

unserer Pflanzen und Tiere stammen

aufgrund der in den letzten

Jahrtausenden immer wieder stattgefundenen,

gewaltigen Klimaänderungen

aus anderen, oft weit entfernten

Ländern.

. Die Bergbevölkerung, deren Existenz

mittel- und unmittelbar vom

Tourismus abhängt, leidet unter restriktiven

Maßnahmen. Durch die

teilweise sehr einengenden Vorschriften

wird eine vernünftige wirtschaftliche

Entwicklung oft stark

behindert.

. In der Alpenkonvention wird

kaum akzeptiert, dass die Alpen seit

über 1 000 Jahren größtenteils sehr

intensiv von Menschenhand genutzt

und gestaltet wurden – Naturlandschaften

wurden zu Kulturlandschaften.

Jetzt werden diese Kulturlandschaften,

durch den Tourismus

genutzt. Entscheidend ist dabei,

dass sie nachhaltig genutzt werden!

Eine fachgerecht gebaute Piste kann

in nur fünf Jahren wieder eine hervorragende

Fläche in Bezug auf Naturschutz

sein, ob als Magerstandort

oder umfangreich Arten- und

Standortgerecht wiederbegrünt.

. Ganz vernachlässigt wird der wirtschaftliche

Aspekt. Ohne eine

florierende wirtschaftliche Entwicklung

unserer Regionen gibt es keinen

vernünftigen Umweltschutz für

sie. Die Seilbahnen sind der Motor

im alpinen Sommer- und Wintertourismus!

Die Seilbahnanlagen

und Skigebiete, aber auch die Sommergebiete,

müssen ständig verbessert

werden, um dem internationalen

Konkurrenzdruck Stand zu

halten. Dass mag aus dem Blickwinkel

unserer Hauptstädte oft schwer

verständlich sein, aber es ist definitiv

so!

Bergbahn-Akteure

bekennen sich

zur Nachhaltigkeit

Die weit überwiegende Zahl der

Bergbahn- und Skigebiets-Akteure

bekennt sich zur Nachhaltigkeit!

Das bedeutet:

. Wir arbeiten so, dass für nachfolgende

Generationen keine irreparablen

Schäden entstehen.

. Wir arbeiten zum Wohle der örtlichen

Bevölkerung, das Leben muss

in den Bergen lebenswert bleiben,

wir müssen Landflucht vermeiden.

. Wir bekennen uns zum Tourismus

als dem großen Wirtschaftsfaktor

des Alpenraums. In sehr vielen Regionen

des Alpenraums gibt es dazu

keine Alternativen.

. Nachhaltigkeit bedeutet für uns

miteinander nicht gegeneinander.

Neben den ökologischen Interessen

müssen auch die ökonomischen

und sozialen gleichberechtigt berücksichtigt

werden.

Das Fazit

. Der Schutz der Umwelt kann nur

einhergehen mit der wirtschaftlichen,

kulturellen und gesellschaftlichen

Entwicklung einer Region.

. Wir sollen uns denjenigen widersetzen,

welche die Alpenkonvention

zur reinen Verhinderung instrumentalisieren

wollen.

. Die Alpenkonvention ist letztlich

nicht in allen Bereichen ein konstruktives

Instrument und richtet

sich in ihrer oft einseitigen Anwendung

schon jetzt oft gegen die begründeten

Interessen der Alpenbevölkerung,

da ihre einseitige Auslegung

einer wirtschaftlichen Entwicklung

des Alpenraums oft entgegensteht.

. Wir wollen keine rücksichtslose Erschließung

in unseren Bergen, wir

fordern aber Rahmenbedingungen

mit Augenmaß!“

Daher lautet das Fazit bezüglich der

Alpenkonvention: Es gibt aus der

Sicht der Praktiker Positives aber leider

deutlich mehr Negatives. ak


MAGAZIN

BERGSOMMER

Skihalle Neuss

eröffnet Deutschlands größten Hochseilgarten

Skihallen erweitern ihr Angebot immer mehr auch in Richtung Sommeraktivitäten

und leisten dem Kletterboom auf ihre Weise in Großstädten

Vorschub. Jüngstes Beispiel ist die JEVER SKIHALLE in Neuss

(1,2 Millionen Besucher jährlich), die seit 1. Mai den „SalzburgerLand

Kletterpark“ als neue Outdoor-Attraktion bietet. Mit 62 imponierenden

Holzmasten – die höchsten unter ihnen 14 Meter hoch – auf 8 000 m 2

Fläche ist dies zugleich Deutschlands größter freistehender Hochseilgarten.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

14

Über 70 spannende Aufgaben in 3

bis 9 Metern Höhe, hält der Kletterpark

Neuss (145 m lang, 55 m breit)

für seine kletternden Gäste bereit.

Gleichzeitig wurde der Salzburger

Alm Biergarten erweitert, der damit

unmittelbar an das neue „Kletterpark-Paradies“

grenzt und eine perfekte

Kombination darstellt. Exklusiver

touristischer Partner ist das Salz-

burgerLand. In 7 Parcours mit 4 unterschiedlichen,

farblich gekennzeichneten

Schwierigkeitsgraden,

darunter einem speziell für Kinder

ab 6 Jahren, werden die Besucher

von Mai bis November klettern, balancieren

und hangeln können. Ein

ausgeklügeltes Geflecht aus insgesamt

vier Kilometern Drahtseil gibt

den Masten aus wetterbeständiger

In das neuartige Durchlaufsicherungssystem

eingehängt weihten die Skihallen-GF

August Pollen (2.v.l.) und Johannes

Janz (1.v.r.) mit dem Neusser Bürgermeister

Herbert Napp, Kreisdirektor

Hans-Jürgen Petrauschke und Leo Bauernberger

(3.v.l.) vom SalzburgerLand

Tourismus den Kletterpark ein.

Douglasie die nötige Stabilität. Das

Holz ist im Schwarzwald gewachsen

und besitzt aufgrund seiner ursprünglich

nordamerikanischen

Herkunft in Europa keine natürlichen

Feinde, die es frühzeitig zersetzen

könnten.

In einem zentral gelegenen Startturm

hängen geschulte Kletterparktrainer

jeden Gast mit seinem Klettergurt

in ein speziell entwickeltes

Durchlaufsicherungssystem ein.

Schon während die Kletterer auf die

gewünschte Starthöhe steigen, läuft

die Sicherung auf einem gesonderten

Stahlseil mit. Dies sorgt zu jeder

Zeit für größtmögliche Sicherheit.

„Um Spaß, Bewegung und Action

für die ganze Familie geht es in unserem

Kletterpark – nicht um sportliche

Höchstleistungen für Spezialisten.

Damit sich unsere Gäste keine

Gedanken um ihre Sicherheit machen

müssen, verwenden wir ein

einzigartiges Sicherungssystem“,

verspricht GF August Pollen. „Hinzu

kommen bestens geschulte Kletterparktrainer.

Der Kletterpark Neuss

ist ein wichtiger neuer Baustein unseres

Freizeit-Angebots. Auf der

Rückseite der Skihalle erhebt sich

zudem Europas höchste künstliche

Outdoor-Kletterwand.“

Aus pädagogischer Sicht

wertvoll

Johannes Janz und sein GF-Kollege

August Pollen sind erfahrene Kletterer

– am Felsen und im Hochseilgarten.

So war die neue Attraktion am


„Neusser Gletscher“ tatsächlich nur

eine Frage der Zeit. „Der Kletterpark

passt perfekt zu unserem Unternehmen.

Er motiviert Kinder, Jugendliche

und Erwachsene etwas zu tun,

für das man sich ein wenig überwinden

muss. Das Ergebnis ist ein intensives

Erfolgserlebnis, das auch aus

Flying-Fox Abgänge (Seilrutschen) sorgen

in sechs der sieben Parcours des

neuen Kletterpark Neuss für eine rasante

Abfahrt. Sie verfügen über ein spezielles

von der VIV- GmbH entwickeltes und

patentiertes Rollensystem und zusätzlich

ein elektronisches Sicherungssystem

(Ampel). Fotos: allrounder winter world

Bei der Eröffnungsfeier wurde ein

Schneebär zur Demo über den Parcours

geschickt.

pädagogischer Sicht gerade für Heranwachsende

äußerst wertvoll ist“,

betont Janz. Um junge Leute dahingehend

zu motivieren, bedarf es eines

sehr attraktiven Angebots, das

den nötigen Kick gibt. Dazu ist der

Kletterpark vor der Skihalle Neuss in

besonderer Weise geeignet.

Sechs Jahre ist die magische Grenze.

Sobald Kinder dieses Alter und ein

Meter Körpergröße erreicht haben,

können sie mit dem speziellen Kinder-Parcours

ins Hochseil-Abenteuer

einsteigen und den großen Kletterspaß

genießen. „Uns lag es am

Herzen, ein aktives Freizeitangebot

zu schaffen, bei dem die Kinder

nicht ständig vor dem Bildschirm

oder dem Computer sitzen, sondern

an der frischen Luft sind und

spüren, wie viel Spaß Bewegung

macht“, sagte August Pollen.

Selbsterfahrung mit

Spaßfaktor

„Eine besondere Art der Selbsterfahrung

mit hohen Spaßfaktor“ nennt

Axel Mueller-Hepburn Europas

größten freistehenden Hochseilgarten.

Er und sein Team der ViV GmbH

aus Freiburg haben den Kletterpark

in zweieinhalb Monaten errichtet.

Jeder Parcours, ob leicht oder anspruchsvoll,

sorgt für einen angenehmen

Nervenkitzel. On Top

kommt zum Abschluss in sechs der

sieben Parcours eine rasante Abfahrt

mit dem Flying Fox. Diese „Seilbahnen“

steigern das Stimmungshoch

bei jedem Kletterer noch einmal. Ein

irres Gefühl!

Die Kinder klettern durchs Spinnennetz,

schwingen sich wie Tarzan

über den Abgrund, gleiten in einem

überdimensionalen Holzbottich

über die Tiefe bis zum nächsten

Mast oder fahren in drei Metern Höhe

Schlitten! Die Eltern können gemeinsam

mit dem Nachwuchs klettern

oder sich bei einem erfrischenden

Getränk im Biergarten entspannen

und den kleinen Hochseilgängern

zuschauen.

Entwicklung zum alpinen

Komplettangebot

Auch der Geschäftsführer der Salzburger

Land Tourismus GmbH, Leo

Bauernberger, kann der neuen Attraktion

viel abgewinnen:

„Mit der Eröffnung des Kletterparks

in der Skihalle Neuss kommt ein

MAGAZIN

BERGSOMMER

Kinder können ab 6 Jahren mitmachen und haben einen eigenen

Parcours. Im Bild: Gleiten in einem überdimensionalen

Holzbottich über die Tiefe bis zum nächsten Mast.

weiteres alpines Angebot aus dem

SalzburgerLand nach Nordrhein-

Westfalen. Diese Sommer-Attraktion

sehen wir als perfekte Ergänzung

zu unserem bereits bestehenden Engagement

und als eine weitere Entwicklungsstufe

in Richtung alpines

Komplettangebot.“

Neu: das mitlaufende

Vollsicherungssystem

Beim Thema Sicherheit geht die JE-

VER SKIHALLE Neuss auch in ihrem

Kletterpark neue Wege. Durch das

innovative und erstmals in Deutschland

verwendete Durchlaufsicherungssystem

ist jeder Kletterer

durchgehend mit einem Sicherungsseil

und einem permanent

mitlaufenden Rollenglider verbunden.

Alfons Ramprecht vom TÜV

Austria prüfte den Kletterpark auf

Herz und Nieren – und war beeindruckt:

„Hier kann jeder

absolut sicher klettern. Durch das

einzigartige Sicherungssystem ist es

nicht möglich, die Parcours während

des Kletterns zu verlassen – das

gibt es nur in ganz wenigen Hochseilgärten.

Weltweit bislang einmalig

ist auch ein Ampelsystem an den

Flying Fox-Abfahrten. Eine weitere

tolle Innovation.“

Übrigens ging mit der Eröffnung

auch die passende Homepage

www.kletterpark-neuss.de an den

Start mit Informationen über Anforderungen

und Ausgestaltung der

Parcours, Preise und Öffnungszeiten,

Kindergeburtstage, Angebote

für Schulen, Firmen- und Gruppenevents

sowie weitere interessante

Aspekte. pd

4/2009 MOUNTAINMANAGER

15


Die Anregung für den Superturm löste ein Auftrag der Tate Modern Art Galerie in

London an die Fa. Wiegand aus. Im Bild die sogenannte „Panoramaröhre“.

den in Kauf genommen werden

mussten.

Warum soll sich dieser Drang nicht

auch an einem eigens gebauten

Turm an exponierter Stelle wiederholen?“,

so Wiegand weiter.

50 km Einzugsgebiet

wahrscheinlich

Ein solcher Turm bietet natürlich die

Möglichkeiten, neben Wendelrutschen

alle anderen Rutschentypen

aus dem Programm der Firma Wiegand

zusätzlich zu integrieren. Außerdem

liegt es nahe, die Spitze des

Turms als Aussichtskanzel herauszubilden,

um sowohl den Rutschgästen

als auch den nicht rutschenden

Besuchern einen herrlichen Ausblick

in die nähere und weitere Umgebung

zu ermöglichen.

Und da das Rutschen, Treppensteigen,

Aussicht genießen, ja überhaupt

den Standort zu erreichen,

Hunger und Durst auslösen, drängt

sich eine weitere Nutzung des

Turmgerüstes förmlich auf: Gastronomie!

Auch in der auf 17 m Höhe

angelegten Terrassenebene (siehe

Grafik) hat man schon eine tolle

Aussicht und kann gleichzeitig die

von ganz oben (30 m) vorbeisausenden

Rutschgäste beobachten –

während man das kulinarische Angebot

genießt.

Schlechtwetter

kein Problem

Auch schlechtes Wetter ist kein Problem

für die Nutzung, zumal die

Gäste auch einen geschlossenen

Gastraum vorfinden und die Rutschen

so ausgebaut sind, dass auch

bei Regen gerutscht werden kann.

Übrigens wird nur auf Rutschmatten

mit Fußsack gerutscht, sodass

alle Sportler ähnliche Geschwindigkeiten

erreichen.

Alles in allem dürfte diese 3er-Kombination

plus der Faktor „Weltneuheit“

eine Anziehungskraft für mindestens

50 km Einzugsgebiet entfal-

MAGAZIN

BERGSOMMER

Ein anderes noch relativ junges Produkt aus dem Haus

Wiegand, der „Hexenbesen“, kann u. a. den Wie-Goliath

gut ergänzen.

ten. Der Tourismus erfährt großräumig

eine dauerhafte Belebung,

auch und gerade in den Alpengebieten

mit traumhaften Aussichtsmöglichkeiten.

Heuer könnten

noch zwei bis drei Referenzbeispiele

vom Wie-Goliath realisiert werden,

eines davon auf der Wasserkuppe,

der Ski- und Rodelarena in der Rhön

(D), die schon über eine Sommerrodelbahn,

einen Alpine Coaster

„Rhönbob“, den Transporter „Wie-

Li“ und einen „Hexenbesen“ verfügt

(Gondeln, die per Schwerkraft

mit bis zu 25 km/h eine 300 m lange

Strecke durch den Wald fegen. Ein

weiteres Projekt dürfte im Raum

Innsbruck bald Gestalt annehmen,

mehr darf noch nicht verraten werden...

mak

4/2009 MOUNTAINMANAGER

17


MAGAZIN

BERGSOMMER

Eine Alpenüberquerung

von

Innsbruck nach

Meran ist eine

anspruchsvolle

Trekkingtour.

„ASI – Wirklich

Reisen“ bietet

diese Tour von Juni

bis inklusive

September alle

zwei Wochen an.

Fotos: ASI –

Wirklich Reisen

SCHNEEERZEUGUNG

MOUNTAINMANAGER 4/2009

18

Internationaler Reisetrend 2009:

Wandern in den ALPEN

Wander- und Trekkingreisen in den Alpen sind einer der Reisetrends 2009. Reisende

schätzen die unberührte Natur und Gastfreundschaft. Die Alpen sind für viele Europäer

leicht und auf kurzem Weg zu erreichen. Und die Alpen bieten von der leichten Almwanderung

bis zum herausfordernden Klettersteig alles, was der Naturliebhaber in seinem

Urlaub sucht.

Vor 45 Jahren vom Alpinisten Hannes

Gasser gegründet, zählt ASI

Wirklich Reisen zu den führenden

Veranstaltern von Wander-, Trekking-

und Erlebnisreisen. Das international

tätige Unternehmen aus Tirol

ist einer der wahren Spezialisten,

wenn es um Wander- und Trekkingreisen

in den Alpen geht. Ob Österreich,

Italien oder die Schweiz –

mit der ASI erlebt man die Alpen

von ihrer schönsten Seite. Alle Reisen

werden ausschließlich in Kleingruppen

durchgeführt, welche von

staatlich geprüften Berg- und Wanderführern

begleitet werden. Ein

besonderes Erlebnis bietet die ASI

mit der Alpenüberquerung zu Fuß.

Transalp zu Fuß – von

Innsbruck nach Meran

Innsbruck und Meran zählen zu den

schönsten und historisch bedeutendsten

Städten des Alpenraumes.

Blühen oberhalb von Innsbruck die

Almwiesen, so sonnt man sich in

Meran schon unter Palmen – dazwischen

die kalbenden Gletscher des

Ötztals. Per Pedes die Verbindung

zwischen diesen Gegensätzen zu suchen

– das bedeutet die Alpen zu

überqueren.

Eine Alpenüberschreitung ist ein unbändiges

Erlebnis. Das ist Herausforderung

pur, bei denen die Gletscher

und mächtigsten Gipfel die ständigen

Begleiter sind. Es ist eines der

großen Abenteuer unserer Zeit, das

eine gute Kondition und Bergerfahrung

verlangt, mit dem richtigen

Partner an der Seite aber problemlos

zu schaffen ist.

Eine der klassischen Routen der Alpenüberquerung

ist die Wanderung

von Innsbruck aus bis nach Meran.

Die zwei Metropolen Nord- und

Südtirols zu Fuß zu verbinden, das

macht man auf Pfaden, die seit Jahrtausenden

als Übergänge der

manchmal unüberwindlich scheinenden

Alpen dienen. Wandert

man von Innsbruck aus nach Meran

führt der erste Abschnitt des Weges

ins Stubaital. Von dort wechselt

man ins benachbarte Ötztal, um

über den bekannten Ötztaler Panoramaweg

ins Bergsteigerdorf Vent

zu gelangen. Spätestens seit der

Entdeckung des Ötzis ist bewiesen,

dass diese Pfäde schon seit Jahrtausenden

von Menschen benutzt werden.

Hochdruckprodukte Maschinen- und Apparatebau Ges.m.b.H

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Geführte Touren

in Kleinstgruppen

Die Alpenüberquerung von Innsbruck

nach Meran ist eine anspruchsvolle

Trekkingtour, die den

Wanderer in bekannten Hütten

übernachten lässt. Damit man sich

auf das Erlebnis des Wanderns im alpinen

Gelände mit allen Sinnen einlassen

kann, bietet z. B. der erfahrene

Reiseveranstalter „ASI – Wirklich

Reisen“, der zugleich Österreichs

größte Alpinschule ist, diese Alpenüberquerung

mit oder ohne Gepäcktransport

und Begleitung von

einem staatlich geprüften ASI-Bergführer

an. Beste Zeit, um sich dieser

Herausforderung zu stellen, sind die

Monate Juni bis September.

„Wichtig ist uns bei dieser Alpenüberquerung,

dass jeder Wanderer

durch die begrenzte Teilnehmerzahl

von maximal zehn Personen die

Möglichkeit hat, dieses einmalige

Abenteuer sehr individuell und

doch gemeinsam zu erleben“, erklärt

Ambros Gasser von der ASI.

„Zusätzlich geben wir jedem Wanderer

durch unsere 45-jährige Erfahrung

in den Alpen die Sicherheit, die

man für eine Herausforderung dieser

Art benötigt, um das Erlebnis

Mit Beginn der Wintersaison 2008/09 wurden

alle Zutaten wie Fleisch, Gemüse, Obst,

Brot, Molkereiprodukte oder Gewürze in der

Küche der Berghütte GJAID auf Bio-Qualität

umgestellt. Getränke und Spirituosen werden

derzeit durch bio-zertifizierte oder hochwertigste

und natürlich erzeugte Produkte

aus Österreich ersetzt. Zu 80 Prozent stammen

die verwendeten Erzeugnisse von österreichischen

Bio-Bauern, bevorzugt aus dem

Inneren Salzkammergut.

Ebenfalls in Bio-Qualität sind die Verbrauchsartikel

wie Papier, Reinigungsmittel usw., die

auf der GJAID zum Einsatz kommen. Im Bereich

Öle und Kraftstoffe wird nur bestmögli-

auch wirklich genießen zu können.

Individuelle Betreuung und Reisen

in Kleinstgruppen haben „ASI –

Wirklich Reisen“ zu einem der führenden

Reiseveranstalter für Wander-,

Trekking und Bergerlebnisse

gemacht.“

Almwanderungen

in der ASI-Lodge

Wer es lieber gemütlicher angeht

und die sanften Almwanderungen

sucht, der findet in der ASI-Lodge in

Steinberg am Rofan die ideale Ausgangsbasis

für erlebnisreiche Wanderungen

im Rofangebirge in der

Nähe des bekannten Achensees. Als

einer der wenigen Spezialreiseveranstalter

verfügt die ASI über ein ei-

genes Hotel, das sich speziell auf die

Bedürfnisse von Naturliebhabern

eingestellt hat. In unmittelbarer Nähe

des Hotels, das sich in einem ruhigen

Seitental des Achentales befindet,

kann man bei den schönsten

Almenwanderungen die imposanten

Berge des Rofangebirges aus

nächster Nähe erforschen. Die

4-Sterne-ASI-Lodge mit ihrer feinen

Kulinarik und der einzigartigen Architektur

und Lage gibt das übrige

dazu, um einen einzigartigen Wanderurlaub

zu garantieren. mak

i Weitere Infos:

www.asi-lodge.com

oder

www.asi.at

che umweltverträgliche Qualität eingekauft,

um Lieferanten zu unterstützen, die auf eben

diese Werte setzen. Beim Strombezug erhielt

der vorbildliche Betrieb bereits vor mehreren

Jahren das Umweltdiplom der Energie AG.

„Diese Umstellung erfolgte nicht aus wirtschaftlichen

Erwägungen, sondern weil wir

von der Notwendigkeit und Sinnhaftigkeit einer

nachhaltigen und umweltfreundlichen

Lebensweise überzeugt sind!“, erklärt GJAID-

Gastgeber Michael Haid das ungewöhnliche

Konzept.

i

Infos: www.krippenstein.com

MAGAZIN

Erste Bio-Berghütte der Alpen

Die Ski- und Berghütte GJAID am Krippenstein Hochplateau bietet ein

Konzept, das in den Alpen einzigartig ist: biologische Speisen, umweltverträgliche

Reinigungsmittel, naturschonende Energie und Kraftstoffe,

alles aus regionaler Produktion.

Bio-Qualität auf der GJAID.

Foto: OÖ Seilbahnholding

Die ****ASI-

Lodge in Steinberg

am Rofan,

ist ein architektonischesKleinod

inmitten der

unberührten Natur

des Rofangebirges.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

19


MAGAZIN

BERGSOMMER

Umweltfreundlicher Skiberg

Hauser Kaibling weidet Lämmer

(v.l.) BGM ÖR

Johann Resch,

der Obmann des

Steirischen

Schafzuchtverbandes

Walter

Schmiedhofer

und Hauser

Kaibling-GeschäftsführerArthur

Moser freuen

sich über den

Auftrieb von 700

Schafen im Skigebiet.

Fotos: Hauser

Kaibling

Mit einer einzigartigen Attraktion präsentierte sich der Hauser Kaibling

im steirischen Ennstal diesen Sommer: 700 Schafe, 1 professioneller

Schäfer und seine Hütehunde werden dafür sorgen, dass die Pisten in

der warmen Jahreszeit nachhaltig gepflegt werden. Das Projekt wird

wissenschaftlich betreut durch das LFZ Raumberg-Gumpenstein.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

20

Mit dem Auftrieb von über 700

Schafen setzt der Schafzuchtverband

mit den Hauser Kaibling Bergbahnen

neue Impulse im Bereich

der Landschaftspflege:

. Gezielte Beweidung von Alm- und

Pistenflächen des Hauser Kaiblings

. Touristischer Nutzen des Almlämmerprojektes

. Professionelle Vermarktung über

„Ennstaler Schafbauernzentrum“.

Bedingt durch den Rückgang von

landwirtschaftlichen Betrieben,

durch ständig steigende Kosten und

auch Mangel an Arbeitskräften in

der Landwirtschaft wurden auch die

Almen zunehmend weniger bewirtschaftet.

Das führt über kurz oder

lang zu dem Umstand, dass die Almen

„zuwachsen“: Zwergsträucher,

Sträucher und Bäume kommen

auf. Um dieser Entwicklung

entgegenzuhalten, hat der Steirische

Schafzuchtverband mit seinen

Partnern wie zum Beispiel der Gemeinde

Haus im Ennstal, den Hauser

Kaibling Bahnen, dem LFZ

Raumberg-Gumpenstein sowie der

Agrarbezirksbehörde Stainach ein

Almlämmer-Projekt geplant, welches

heuer nach einem sehr erfolgreichen

Sommer zum zweiten Mal

am Hauser Kaibling durchgeführt

wird.

Ökologische und

touristische Vorteile

Alleine im letzten Jahr konnte man

Erfreuliches feststellen:

. Der Boden wurde durch die Düngung

und das Festtreten um vieles

stabiler und widerstandsfähiger;

. Die Ersparnisse durch die Pistenpflege

der Schafe anstatt der ma-

MOSER GESCHÄFTS -

FÜHRER FÜR 5 JAHRE

Auf Antrag von Tourismusreferent

Landeshauptmann-Vize Hermann

Schützenhöfer wurde Anfang Mai die

Bestellung von Arthur Moser zum Geschäftsführer

der Hauser Kaibling Seilbahn-

und Liftgesellschaft m.b.H. für

weitere 5 Jahre beschlossen. Das Auswahlverfahren

wurde von der Fachabteilung

12A durchgeführt, wobei für

die ausgeschriebene Stelle 11 Bewerbungen

abgegeben worden waren.

Arthur Moser ging als sogenannter

„A-Kandidat" hervor, der alle Kriterien

erfüllt.

Moser ist bereits seit 1. November

1999 bei der Hauser Kaibling Seilbahn-

und Liftgesellschaft m.b.H. beschäftigt.

Seine Tätigkeiten reichten

vom Marketing Assistenten (1999 -

2001), Marketingleiter und Assistenten

der Geschäftsführung (2002 -

2007) über den Prokuristen (2007 -

2008) bis hin zum Geschäftsführer. In

dieser Funktion konnte er in seinem

ersten Jahr das beste Umsatzergebnis

in der Geschichte des Hauser Kaiblings

einfahren.

Arthur Moser sieht seine Ernennung

als Anerkennung und Auftrag gleichermaßen:

„Ich freue mich über die

Entscheidung und das entgegengebrachte

Vertrauen von LH-Vize Hermann

Schützenhöfer und der Steiermärkischen

Landesregierung. Ich sehe

das als Anerkennung für das, was

bisher geleistet wurde, und sehe die

Entscheidung als Auftrag weiterhin

mit einem motivierten Team die anstehenden

Projekte zu realisieren."

Mit 29 Jahren

ist Arthur

Moser einer

der jüngsten

Geschäfts -

führer in

der Seilbahnbranche.


schinellen Pistenpflege liegen ca.

bei EUR 8.000,– pro Sommer (ohne

Düngung);

. Neben der gesunden Ernährung

der Huftiere durch die sehr vielseitige

Futterzusammenstellung sorgt

das Projekt auch für eine ökologische

Pistenpflege ohne schwere

Maschinen;

Touristische Attraktion (durch die

Verbindung Almlammprojekt und

Sommercard ist der Hauser Kaibling

auch in den Sommermonaten gut

besucht). Am 26. Juli 2009 gibt es

auch ein Almlammfest im Zielgelän-

Der Award wurde mit Mitteln der

EU und des Bundesministeriums für

Wirtschaft, Familie und Jugend

(BMWFJ) finanziert. Mit der organisatorischen

Umsetzung des Awards

wurde die Österreich Werbung

(ÖW) beauftragt. 14 aufstrebende

Destinationen aus ganz Österreich

sind dem Aufruf der ÖW gefolgt

und haben sich mit ihren Projekten

zum Thema Tourismus und Naturschutz

um den EDEN Award beworben.

Bei der Finalistenrunde konnte

sich der Biosphärenpark Großes

Walsertal gegen die mitbewerbenden

Destinationen Alpenregion Gesäuse

– Nationalpark Gesäuse, Raurisertal

– Nationalpark Hohe Tauern

Salzburg durchsetzen.

Der Biosphärenpark Großes Walsertal

überzeugte die internationale Jury

unter dem Vorsitz von Dr. Erwin

de der Krummholzabfahrt Hauser

Kaibling. Dort werden die Gäste mit

kulinarischen Schmankerln vom

Ennstal Lamm verwöhnt, ein buntes

Rahmenprogramm spiegelt die

Themen „Rund um das Lamm“ wieder.

Mehrere Ziele gleichzeitig

„Vorrangiges Ziel dieses Projektes ist

es, ein qualitativ hochwertiges Produkt

zu erzeugen. Weiters die Almen

und Pisten mit Schafen ökologisch

zu „pflegen“ – somit offen zu

halten – und die enorme Artenviel-

Brunner, designierter Chefredakteur

von National Geographic Deutschland,

mit der erfolgreichen Verbindung

der Anforderungen des Naturschutzes

mit den Bedürfnissen der

lokalen Bevölkerung und der Gäste.

„Die Präsentationen haben sehr eindrucksvoll

gezeigt, wieviel Elan und

innovative Kraft aufgebracht wird,

um die einzigartige österreichische

Naturlandschaft zu schützen und

gleichzeitig für die Bevölkerung und

unsere Gäste sichtbar und erlebbar

zu machen“, so Christine Marek,

Staatssekretärin im BMWFJ.

Wertvolle Angebote

helfen beim Marketing

„Besondere Naturerlebnisse, verbunden

mit Verantwortung gegenüber

der Natur, werden von unseren

Gästen verstärkt nachgefragt.

Wertvolle Angebote in diesem touristischen

Zukunftsbereich bedeuten

für Österreich eine klare Positionierung

im internationalen Wettbewerb

und helfen uns im Tourismusmarketing.

Die vorgestellten Projekte

sind beispielgebend für die hohe

Qualität und Innovationskraft der

österreichischen Tourismusdestinationen“,

freut sich Dr. Petra Stolba,

Geschäftsführerin der ÖW.

Die Teilnahme am Award macht

sich für die Sieger-Region mehr als

bezahlt: So erhält der österreichische

Sieger von der Europäischen

Kommission ein Promotion-

Video über seine Destination, eine

Präsentation auf dem Internetportal

http://www.edenineurope.eu sowie

Vernetzungsmöglichkeiten und

Kommunikationsmaßnahmen auf

europäischer Ebene.

MAGAZIN

BERGSOMMER BERGSOMME

Biosphärenpark Großes Walsertal

gewinnt EDEN Award 2009

Biosphärenpark Großes Walsertal heißt der Österreich-Sieger

des Awards „European Destinations of Excellence“

(EDEN), den die Europäische Kommission im Jänner 2009

im Rahmen einer europaweiten Kampagne ausgeschrieben

hat. Ausgezeichnet wurde jene Destination, die Tourismus

und Naturschutz bestmöglich verbindet und gemeinsam

nachhaltige und erlebbare Tourismusprojekte

umsetzt.

falt auf der Alm zu bewahren und

dies auch touristisch zu nutzen. Und

nicht zuletzt soll dieser Almauftrieb

auch den Bauern einen Nutzen bringen!“,

so Geschäftsführer Arthur

Moser.

Partner des Projekts:

. Steirischer Schafzuchtverband

. LFZ Raumberg-Gumpenstein

. Agrarbezirksbehörde Stainach

. Hauser Kaibling Bahnen

. Gemeinde Haus

. Fleischerei Tasch

. LEADER Region Ennstal

Die Gewinner

des EDEN

Awards 2009:

Biosphärenpark

Großes Walsertal

mit StaatssekretärinChristine

Marek (3.v.r.)

und dem Juryvorsitzenden

Dr.

Werner Brunner/

Chefredakteur

National Geographic

(links

außen). Foto:

ÖW

4/2009 MOUNTAINMANAGER

21


TECHNIK

NEUE BAHNEN

MOUNTAINMANAGER 4/2009

22

LEITNER:

Weltneuheit in Bozen:

Erste 3S-Bahn Italiens sorgt

für Besucherrekorde

Die LEITNER

3S-Bahn auf den

Ritten ist seit 23.

Mai in Betrieb.

Fotos: dwl

Mit einem großen Fest und enormem

Besucherandrang wurde die neue Rittner

Seilbahn am 23. Mai 2009 in Betrieb

gestellt. Die erste 3S-Umlaufbahn Italiens

kann mit einer Reihe technischer Finessen

aufwarten und entwickelt sich immer

mehr zu einer neuen Attraktion für

Bozen.

Ein Woche vor der offiziellen Eröffnung

der 3S-Bahn von LEITNER

konnten sich Politiker und Journalisten

bei einer Testfahrt von Bozen

nach Oberbozen einen ersten Eindruck

von der innovativen Technik

verschaffen. Landeshauptmann Luis

Durnwalder bezeichnete die neue

Bahn in seinen Begrüßungsworten

als „eine wichtige Infrastruktur für

Pendler und Touristen“. Michael

Seeber, Präsident der LEITNER

TECHNOLOGIES brachte seine Zufriedenheit

mit der Umsetzung des

Projektes zum Ausdruck und beschrieb

die Konstruktion als „modernste

der Welt“ und als „weltweit

erste Dreiseil-Bahn dieser Art“. Die

Wichtigkeit der Bahn, die zum öffentlichen

Verkehrsnetz der Stadt

Bozen gehört, wird augenscheinlich,

wenn man sich die Distanzen

vor Augen hält, die im Vergleich von

Straße und 3S-Bahn zurückgelegt

werden. Auf der Straße müssen

rund 17 km gefahren werden – die

3S-Bahn führt über eine schräge

Länge von 4 560 m, die schnell,

komfortabel und umweltfreundlich

zurückgelegt wird.

Vor dem Umbau, so Landesrat Thomas

Widmann, hätten jährlich rund

100 000 Personen die Pendelbahn

benutzt. Nun habe man es sich zum


Ziel gesetzt, diese Zahl innerhalb

von drei Jahren zu verdoppeln. Aufgrund

der modernen Konstruktion

sei außerdem ein billigeres Fahren

möglich, sodass auch längere Betriebszeiten

eingeführt würden. Die

Schmalspurbahn von Oberbozen

nach Klobenstein werde ebenfalls

zweimal stündlich verkehren, anstatt

wie bisher einmal.

Auch wirtschaftlich sei die neue

Bahn ein zukunftsträchtiges Modell,

waren sich die Verantwortlichen einig,

da man ein sogenanntes PPP

(public-private-partnership)-Projekt

umgesetzt habe. Von den investierten

16 Mio. Euro wurden 12,8 Millionen

Euro von der Landesverwaltung

aufgebracht und 3,2 Millionen

von LEITNER. Die Bietergemeinschaft

aus Seilbahnbau LEITNER und

der Südtiroler Baufirma SEESTE, welche

die Ausschreibung der Südtiroler

Transportstrukturen AG/STA der

Die ursprüngliche Idee für eine Bahn auf den Ritten sah den Typus

einer Zahnradbahn vor. Nachdem die dampfgetriebene

Version zugunsten eines Stromantriebs verworfen worden war,

wurde der Bau unter Federführung von Dr. Josef Riehl 1906 begonnen.

Im August 1907 wurde der öffentliche Betrieb aufgenommen.

Ausgangspunkt der Ursprungsbahn war der Waltherplatz in Bozen.

Dann führte die Linie über die heutige Talstation der Rittner

Seilbahn über die Weinberge St. Magdalena bis Maria Saal. Die

Fahrgeschwindigkeit betrug 7 km/h, die maximale Steigung

25 %. Die Strecke war 12 km lang und überwand dabei über

985 Höhenmeter. Befördert wurden Einheimische und Gäste

sowie Materialien in beide Richtungen.

Geschichte Rittner Bahn

TECHNIK

NEUE BAHNEN

Autonomen Provinz Bozen für sich

entscheiden konnte, hat sich damit

für die kommenden 40 Jahre das

Recht erworben, Flächen neben der

Berg- und Talstation kommerziell zu

nutzen.

Innovative Technik

Die Eckdaten der Rittner 3S-Bahn

sprechen für sich: 4 560 m Länge,

950 m Höhenunterschied, eine

Fahrzeit von nicht ganz zwölf Minu-

Luis Durnwalder,

LH Südtirol,

LR Thomas

Widmann und

Michael Seeber,

Präs. LEITNER

TECHNOLO-

GIES, präsentieren

die Vorzüge

der Bahn.

Die Talstation

punktet mit einer

auffälligen

Architektur.

Nach dem 2. Weltkrieg machte sich die Überalterung der Fahrzeuge

und der technischen Komponenten bemerkbar. Vor diesem

Hintergrund entstand die Idee, die Zahnradbahn auf dem

Teilstück Bozen – Oberbozen durch eine Seilbahn zu ersetzen.

Nach einem schweren Unfall der Zahnradbahn 1964 wurde der

Seilbahnbau vehement vorangetrieben, sodass die Pendelbahn

1966 in Betrieb gehen konnte. Damit existierten nun 2 „Rittner

Bahnen“: die Seilschwebebahn von Bozen nach Oberbozen

und die Zahnradbahn am Rittener Hochplateau.

2007 feierte die Rittner Bahn ihr 100-jähriges Bestehen, nahezu

zeitgleich wurde die Modernisierung des Teilstücks „Pendelbahn“

angekündigt. Der Auftrag dazu ging an LEITNER.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

23


TECHNIK

NEUE BAHNEN

Die Bergstation

greift die Materialien

der Talstation

auf, interpretiert

sie

aber völlig neu.

Blick auf das

innovative

3S-Laufwerk von

LEITNER.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

24

ten, eine Höchstgeschwindigkeit

von 7 m/s, eine Förderkapazität von

550 Personen pro Stunde und maximal

acht Kabinen, in denen je 35

Personen Platz finden. Die Bahn ist

täglich ab 6.40 Uhr bis 21 Uhr in Betrieb,

an Sonn- und Feiertagen ab

7.10 Uhr. Im Sommer sind abends

verlängerte Fahrtzeiten vorgesehen.

Für die Modernisierung der Anlage

standen ursprünglich mehrere Varianten

im Raum:

. der Neubau einer größeren Pendelbahn

(500 Pers./Std.),

. eine 3S-Bahn auf gleicher Trasse

mit 550 P/h Förderleistung

. und selbst der Gedanke zum Wiederaufbau

der Zahnradbahn auf der

alten Trasse wurde diskutiert.

Letztlich entschied man sich für den

Bau einer 3S-Umlaufbahn, der ersten

ihrer Art für Italien und LEITNER

als Seilbahnbauer.

Das 3S-System, das LEITNER hier

erstmals umgesetzt hat, ist eine Synthese

aus der traditionellen Zweiseil-Umlaufbahn

und der Technik

des Doppeltragseiles, die den Ein-

satz von Zwischenaufhängungen

für das Zugseil zulässt und bei Pendelbahnen

bereits bestens bekannt

ist. Kernstück ist das neue LEITNER

3S-Laufwerk, das vor einem Jahr der

Öffentlichkeit vorgestellt wurde.

Sein Aufbau ist modular und durch

ein Minimum an Bauteilen ausgesprochen

wartungsfreundlich. Das

Gewicht beträgt beachtlich niedrige

1 200 kg. Dabei sind es vor allem

2 Punkte, die das LEITNER Laufwerk

auszeichnen:

. Die Fahrt durch die Stationen erfolgt

auf speziellen Stationsrollen,

die ein Durchfahren sehr enger Kurvenradien

möglich machen.

. Dazu erfolgt das Zuführen des

Zugseiles von der Seite, das Einlegen

in die Klemme hingegen von

oben. Auf diese Weise können Stationen

sehr kompakt ausgeführt

werden.

Die Vorzüge des neuen Laufwerks

machen sich allerdings auch auf der

Strecke bemerkbar und gewährleisten:

. eine hohe Laufruhe und Spurtreue

durch Zweierwippen der Laufrollen,

die um die senkrechte Achse

starr gelagert sind,

. höchste Sicherheit durch den Einsatz

von 2 Klemmen mit je zwei

Hauptfedern und durch innovative,

vereisungsgeschützte Laufrollen,

. hohe Fahrstabilität und eine

gleichmäßige Belastung der Tragseile

durch den tief liegenden Gesamtschwerpunkt.

Erreicht wurde

das durch die tiefe Position des Zugseiles

und des Anlenkpunktes für die

Kabinenaufhängung.

Sicher und bequem

Transportiert werden die Fahrgäste

in bis zu 8 Kabinen, die von LEITNER

und SIGMA speziell für diesen Einsatzzweck

entwickelt wurden. Sie

sind ausgesprochen geräumig und

für die Beförderung von jeweils 35

Personen ausgelegt, wobei 28 Sitzplätze

zur Verfügung stehen. Die

Kabinen wurden rollstuhlgerecht

ausgeführt, auch Fahrräder und Kinderwagen

können transportiert

werden. Dazu sind sie mit Kameras

und Sprechanlagen, die mit der

Bergstation verbunden sind, Rauchmeldern

und einer ansprechenden

Beleuchtung ausgestattet. Das Ein-

und Aussteigen der Fahrgäste erfolgt

bei stehender Kabine. Die


Fahrgeschwindigkeit beträgt auf

der Strecke 7 m/s und 3 m/s bei Stationsein-

und -ausfahrt („pulsierende

Umlaufbahn“). Beim Einsatz aller

8 Kabinen ist ein Intervall von 4 Minuten

möglich.

Eine Weltneuheit stellt auch das Bergesystem

der 3S-Bahn dar, bei dem

ein Abseilen der Fahrgäste nicht

mehr nötig ist. Mit Hilfe einer eigenen,

unabhängigen Rettungsbahn,

bei der jeweils 1 Wagen in der Tal-

bzw. Bergstation geparkt ist, können

die Kabinen in die Stationen gebracht

werden. Die Bergewagen

fahren auf den Tragseilen, werden

jedoch von einem eigenen Seil gezogen.

Diese Wagen kuppeln im Bedarfsfall

an die Kabinen an und ziehen

diese in die Station. Dort können

die Fahrgäste aussteigen. Die

Fahrgeschwindigkeit der Bergewagen

beträgt leer 4 m/s und beim Abschleppen

der Kabinen bis zu 3 m/s.

Die Streckenführung wurde im Vergleich

mit der Ursprungsbahn

gleich belassen, wobei die Trasse

über 7 Stützen führt. Diese wurden

aus Landschaftsschutzgründen an

den bekannten Stellen neu errichtet.

Talstation und Bergstation wurden

völlig neu gebaut. Die Architektur

im Tal besticht durch Materialien

wie Stahlbeton, Kupfer und Glas,

wobei eine auffällige ovale Grundform

gewählt wurde. Hier wurde

neben den Räumlichkeiten für die

Bahn eine 1 195 m 2 große Fläche für

die Gastronomie und den Handel

reserviert. Dazu kommen weitere

1 264 m 2 für Büroräumlichkeiten.

Direkt neben der Talstation wurde

ein Parkhaus errichtet, das auf 3

Ebenen 130 Parkplätze bietet. Insgesamt

beträgt die Kubatur im Tal

rund 12 000 m 3 .

Für die Architektur der Bergstation

wurden die gleichen Materialien

wie im Tal verwendet, also Stahlbeton,

Glas und Kupfer – die Formensprache

ist allerdings völlig unterschiedlich.

Der Bau wurde kompakt

und nahezu kubisch ausgeführt.

Hier findet die Antriebseinheit Platz,

die aus zwei 450 kW starken Asynchronmotoren

und 2 Getrieben besteht.

Ebenfalls am Berg wurden die

Notaggregate, der Antrieb für die

Bergebahn sowie die Wartungsbühne

für die Kabinen bzw. Klemmen

positioniert.

Großes Interesse

Bereits an den ersten 10 Betriebstagen

wurden 34 000 Fahrten gezählt.

Damit ist das Interesse an der

modernen Dreiseilbahn enorm.

„Den Spitzentag verzeichneten wir

natürlich am 30. Mai, dem Tag der

offenen Tür, an dem 7 000 Fahrten

registriert worden sind“, so Mobilitätslandesrat

Thomas Widmann.

Immer Hin- und Rückfahrt einge-

TECHNIK

NEUE BAHNEN

rechnet, haben damit nicht weniger

als 3 500 Ausflügler die Chance genutzt,

die neue Rittner Seilbahn kennenzulernen

und auch die alte

Schmalspurbahn zu nutzen – beides

kostenlos. Zum guten Einstieg beigetragen

hat das Bahnfest in Oberbozen,

das von den Rittner Vereinen

organisiert worden war, samt kulinarischen

Köstlichkeiten, Musik,

Kinder- und Rahmenprogramm.

dwl

Steuerungszentrale

in der Bergstation.

Die Antriebseinheit

wurde am

Berg positioniert.

Technische Daten 3S-Bahn Ritten

Seilbahnbau: LEITNER

Schräge Länge: 4 560 m

Höhenunterschied: 950 m

Höhe Umlenkstation: 273 m ü. M.

Höhe Antriebsstation: 1 221 m ü. M.

Höchstgeschwindigkeit: 7 m/s

Anzahl Kabinen auf der Strecke:

3 + 3 (+ 2 in den Stationen)

Fassungsvermögen der Kabinen:

35 Personen, davon 24 sitzend

Max. Förderleistung: 550 P/h (ausbaubar bis 740 P/h)

Fahrzeugabstand: 1,5 km

Zeit für Ein- und Ausstieg: > 3 min.

Fahrtdauer: 11,7 min.

Anzahl Tragseile: 2 + 2

Durchmesser Tragseile: 46 mm

Durchmesser Zugseil: 41 mm

Anzahl Fachwerkstützen: 7

Antriebsleistung: 2 x 450 kW

4/2009 MOUNTAINMANAGER

25


TECHNIK

NEUE BAHNEN

DOPPELMAYR/GARAVENTA:

Komfort ohne Wartezeiten

Blick auf die

Talstation, die in

niedriger Ausführung

mit

Flachdach gebaut

wurde.

Fotos: Zillertal

Arena

Zur Wintersaison 2008/09 ging in der Zillertal Arena die Wiesenalmbahn

in Betrieb, die von DOPPELMAYR gebaut wurde. In der 1. Ausbaustufe

werden mit ihrer Hilfe die Gäste bequem und schnell von Zell bis

zur Wiesenalm transportiert.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

26

Die Tourismusdestination Zell im

Zillertal besteht aus 5 Gemeinden

und bildet den Einstieg ins weitläufige

Skigebiet Zillertal Arena. Hier stehen

den Gästen insgesamt rund 165

Pistenkilometer und 51 moderne

Seilbahnen in einer Höhenlage zwischen

1 300 m und 2 505 m zur Verfügung.

Dazu kommen zahlreiche

Hütten, Schneebars und Après-Ski

Lokale, die den sportlichen Gast

auch kulinarisch verwöhnen.

In der Skisaison 2008/09 wurde die

neue Wiesenalmbahn, eine 8er-Einseilumlaufbahn

von DOPPELMAYR

in Betrieb genommen. Sie führt von

Zell auf die Wiesenalm und soll in einer

2. Ausbaustufe bis zum Karspitz

geführt werden. Wenn alle Verhandlungen

positiv verlaufen, rechnet

man hier mit einem Baubeginn

2010. „Mit unserer neuen 8er Gondelbahn

können wir unsere Gäste

noch schneller, komfortabler und

vor allem ohne Wartezeiten wieder

ins Tal bringen. Mit der zusätzlichen

Beschneiung der Sportabfahrt können

unsere Gäste bis zur Wiesenalm

ins Tal abfahren, die restliche Strecke

fährt man mit der neuen Bahn“,

so Dir. Dieter Grepl.

Daten und Fakten

Bei der 8er-Einseilumlaufbahn, die

im Auftrag der Zeller Bergbahnen

Zillertal GmbH errichtet wurde,

handelt es sich um eine völlig neu

konzipierte Bahn, für deren Planung

die Gaugelhofer & Ganyecz Seilbahnplanungs

GmbH verantwortlich

zeichnete. Für eine 8er-Kabinenbahn

fiel die Entscheidung, weil

man seinen Gästen den Einstieg ins

Skigebiet so komfortabel wie möglich

gestalten wollte. Die Bauarbeiten

zur Bahn, die nur für den Winterbetrieb

vorgesehen ist, wurden

Ende Juli gestartet, die Abnahme erfolgte

am 11. Dezember 2008.

Die Talstation wurde auf 576 m Seehöhe

errichtet. Das Gebäude wurde

niedrig gehalten, um eine möglichst

harmonische Eingliederung in

die Umgebung zu erreichen, und

mit einem Flachdach versehen. Im

Tal findet die Garagierung der Fahr-


etriebsmittel Platz. Dazu wurden

hier die hydraulische Abspannung,

das Kassenareal sowie WC-Anlagen

platziert.

In der Bergstation, die man kompakt

ausgeführt hat, wurde die Antriebseinheit

mit einer Leistung von

760 kW installiert. Die Förderleistung

beträgt 2 400 P/h, die Fahrgeschwindigkeit

6 m/s.

Auf der 1 826 m langen Strecke werden

9 Stützen passiert. Stütze 9

wurde als Doppelstütze konzipiert

(9a+b). Da der untere Bereich zwischen

den Stützen 3 und 4 sehr steil

ist, wurde eine Lawinenverbauung

des Areals notwendig. Dazu wurde

hier ein Bergeweg von rund 400 m

Länge angelegt, der mit einem Führungsseil

gesichert ist.

Mit dem Bau der neuen Aufstiegsanlage

wurde zeitgleich die Beschneiung

in der Region ausgebaut,

sodass nun auch die Pisten Nr. 1, 8,

8a und ein Skiweg bis zur Mittelstation

schneesicher sind. Insgesamt

wurden 2008 für alle Bauarbeiten

rund 15 Mio. Euro investiert.

dwl

TECHNIK

NEUE BAHNEN

Bergstation auf

1 310 m Seehöhe.

Transportiert

werden die Gäste

in CWA Kabinen

des Typs

OMEGA IV.

Technische Daten

8 MGD Wiesenalmbahn:

Talstation: 576 m

Bergstation: 1 310 m

Höhenunterschied: 734 m

Schräge Länge: 1 826 m

Förderleistung: 2 400 P/h

Fahrgeschwindigkeit: 6 m/s

AUSFÜHRENDE FIRMEN

Seilbahnbau: DOPPELMAYR

Planung: Gaugelhofer & Ganyecz

Seil: Fatzer

Kabinen: CWA

4/2009 MOUNTAINMANAGER

27


TECHNIK

NEUE BAHNEN

MOUNTAINMANAGER 4/2009

28

Am 20. Dezember 2008 wurde das

neue Skigebiet Monte Popolo in

Eben/Pongau nach nur 5-monatiger

Bauzeit seiner Bestimmung

übergeben. In Anwesenheit von Altbürgermeister

Peter Fritzenwallner,

Ernst Brandstätter, Geschäftsführer

Bergbahnen Flachau, Landeshauptmann-Stellvertreter

Wilfried Haslauer

und Bürgermeister Herbert Farmer

übernahmen Abt Bruno Hubl,

Benediktinerstift Admont, und Ortspfarrer

Pater Klaus Laireiter die feierliche

Segnung. Einheimische und

Gäste ließen sich diese Gelegenheit

nicht entgehen, sich vom neuen

Konzept selbst ein Bild zu machen.

DOPPELMAYR/GARAVENTA:

Monte Popolo

für Familien und Kinder

Rund 8 Mio. Euro haben die Bergbahnen Flachau 2008 in den

Monte Popolo in Eben/Pongau investiert. Mit einem Mix aus

neuen Bahnen und Modernisierungen sowie einem durchdachten

Konzept wurde voll durchgestartet.

Für gute Unterhaltung sorgten Andy

Piz mit seinem neuen Monte-Popolo-Song,

der Moderator und Magier

Manuel Horeth, die Kiddy-Contest

Finalteilnehmer 2007 sowie eine

Sprungshow der „Freaks on

Snow".

Zeichen gesetzt

Es war keine leichte Entscheidung

für die Verantwortlichen der Bergbahnen

Flachau, den kleinen Skiberg

in Eben zu modernisieren. Die

rettende Idee entwickelte schließlich

Seilbahnprofi Ernst Brandstätter,

der die Zukunft in einem Marketingkonzept

sah, das sich speziell an

6 CLD Popolo II Talstation.

Foto: DOPPELMAYR

Die erneuerte Doppelsesselbahn.

Foto: Melzer & Hopfner


Mit den modernen 6er-Sesseln können 2.406 P/h befördert werden.

Foto: DOPPELMAYR

Familien und Kindern ausrichtet. Ein

interessanter Mix aus Neuanlagen

und Modernisierungen vom Altbestand

geben dem heimischen Gast

das Gefühl, dass Tradition gewahrt

wurde, aber dennoch ein gewisser

Zeitgeist Platz gegriffen hat.

Kernpunkt der Investitionen war die

neue 6er-Sesselbahn Reitlehen II mit

Lederpolsterung, die von DOPPEL-

MAYR gebaut wurde. Die Anlage

führt von der Reitlehenalm auf

1 222 m bis auf eine Höhe von

1 605 m. Die Förderleistung beträgt

im Anfangsausbau 1 925 P/h und

soll dann auf 2 406 P/h erhöht werden.

Die Geschwindigkeit beträgt 5 m/s,

die Fahrzeit knapp 5 Minuten. Auf

der 1 456 m langen Strecke werden

11 Stützen passiert. Großzügige Geländeanpassungen

im Tal- und

Bergstationsbereich machen sowohl

den Zustiegs- als auch Aus-

Der Tellerlift "Topolino".

Foto: DOPPELMAYR

stiegsbereich übersichtlich. Der Antrieb

wurde als Brückenantrieb konzipiert

und am Berg platziert. Die

Spannstation befindet sich im Tal.

Umgebaut und modernisiert wurde

im Zuge der umfangreichen Arbeiten

am Konzept „Monte Popolo“

auch die Doppelsesselbahn Reitlehen

I im unteren Bereich des Areals.

Dabei wurde dem beengten Einstiegsbereich

in der Talstation besondere

Beachtung geschenkt.

Durch eine Verschiebung der Station

um ca. 10 m in Richtung Berg sowie

den Einbau eines Fahrgastförderbandes

konnte die Situation

deutlich verbessert werden.

Ein neues Seil sowie neue Sessel mit

Lederpolsterung bringen einen

stark verbesserten Fahrkomfort. Dazu

wurde ein neues Infrastrukturgebäude

realisiert, das neben Kassen,

Shop, öffentlichen WC-Anlagen

und Büroräumen auch einem groß-

TECHNIK

NEUE BAHNEN

zügigen Eventraum Platz bietet, der

auch von Vereinen genutzt werden

kann.

Die Gesamtplanung der Neu- und

Umbaumaßnahmen wurde vom

langjährigen Partner der Flachauer

Bergbahnen, dem Ingenieurbüro

Melzer & Hopfner, Bregenz, durchgeführt.

Für sämtliche Planungen in

den Bereichen Beschneiung, Pisten

und Energieversorgung zeichneten

die Flachauer Bergbahnen verantwortlich.

Das Investitionsprogramm „Monte

Popolo“, in das rund 8 Mio. Euro

flossen, sah außerdem die Installation

eines DOPPELMAYR Hochseil-

Tellerliftes auf der Reitlehenalm vor.

Die beiden Schlepplifte wurden abgetragen,

wodurch auf der erweiterten

Schlepplifttrasse eine neue

Piste realisiert wurde. Dazu kann die

gesamte Reitlehenpiste beschneit

werden. Ein Kinderland sowie ein

Funpark sind weitere Attraktionen in

Eben.

Technische Daten: 6 CLD REITLEHEN II

(Klammerwerte Anfangsausbau)

Höhe Talstation: 1 222 m

Höhe Bergstation: 1 605 m

Höhenunterschied: 383 m

Förderleistung: (1 925) 2 406 P/h

Fahrgeschwindigkeit: 5 m/s

Spurweite Strecke: 6,10 m

Schräge Bahnlänge: 1 456,27 m

Mittlere Neigung: 27,26 %

Fahrzeit: 4,96 min.

Antrieb: Berg – Brücke

Abspannung: Tal

Anzahl Fahrbetriebsmittel: (52 + 4) 65 + 5

Anzahl Stützen: 11

Motorleistung Betrieb: (391) 459 kW

Anfahren: (476) 557 kW

Seildurchmesser: 45 mm

BAUAUSFÜHRENDE FIRMEN

Generalplanung: Melzer & Hopfner

Ingenieurgesellschaft

m.b.H. & Co. KEG

Seilbahn-/Elektrotechnik: DOPPELMAYR

Förderseil: Teufelberger

Örtliche Bauleitung: Ing. Emberger Michael

Technische Daten 1-SL Topolino

Vertikale Höhe: 71 m

Schräge Länge: 290 m

Fahrgeschwindigkeit: 2,5 m/s

Förderleistung: 650 P/h

4/2009 MOUNTAINMANAGER

29


TECHNIK

FAHRBETRIEBSMITTEL

CWA:

Beeindruckende Ausblicke

Kabinen von CWA findet man heute nicht mehr nur im Rahmen alpiner Aufstiegsanlagen. Weltweit

weiß man die sprichwörtliche Schweizer Qualität bei den unterschiedlichsten Projekten zu schätzen.

Bereits 1972 konnte CWA die ersten

4-Personen-Kabinen DELUXE

nach Singapur liefern. Von 1989

bis 2003 wurde die Anlage nach

und nach modernisiert und weiter

ausgebaut. Erst fand eine Erweiterung

von 4 auf 6 Personen statt,

später kamen weitere Kabinen des

Typs OMEGA III-6 XL/BB mit Sitzen

Rücken an Rücken sowie Glasboden

dazu.

2008 erhielt CWA den Zuschlag

zur Produktion von Kabinen der 4.

Generation. Der Auftrag umfasst

67 OMEGA IV-8 LWI Kabinen, eine

VIP 7-Stern-Variante, die zusammen

mit Swarovski entwickelt

wurde, sowie eine weitere VIP-Kabine

für deren Ausstellung. Ausgeliefert

wird im Dezember 2009.

Ein Highlight dieser Anlage ist sicherlich

ihre Lage. Die Kabinen

gleiten von Mount Faber über den

Hafen, mitten durch ein Hochhaus

hinüber auf Sentosa Island. Außerdem

wird abends in den Kabinen

ein Nachtessen serviert. Jede Kabine

ist mit Tisch und Flaschenhaltern,

Glasboden sowie spezieller

Ambientebeleuchtung innen und

außen versehen. Pro Rundfahrt

wird ein Gang serviert – eine Spitzenleistung

der Küche und des

Servicepersonals, denn das Timing

muss optimal abgestimmt sein.

Die sogenannte Jewel-Box ist die

7-Sterne VIP-Kabine, ausgestattet

mit Swarovski-Kristallen in Boden,

Dach und Armaturen, Ledersitzen,

DVD-Player, Kühlschrank sowie einem

High-Tech-Soundsystem. Sie

wird vor allem für spezielle Fahrten

eingesetzt.

Unter „Jewel-Box“ versteht man eine

7-Sterne VIP-Kabine.

Fotos: CWA

MOUNTAINMANAGER 4/2009

30


Funktionalität

und Qualität

Die Barranca del Cobre, auch Kupferschlucht

oder Copper Canyon

genannt, ist eine Gebirgsformation

der Sierra Madre Occidental im mexikanischen

Bundesstaat Chihuahua.

Sie ist durch einen ehemals

starken Flusslauf entstanden und

liegt zum Teil auf einem von Tarahumara-Indianern

besiedelten Gebiet.

Das 50 km lange Schluchtensystem,

das zu den größten seiner Art in

Nordamerika zählt, bedeckt eine

Fläche von 25 000 km 2 und ist bis zu

1 800 m tief. Der Name „Kupferschlucht“

leitet sich dabei vom

kupferfarbenen Schluchtengestein

„piedra cobriza“ ab.

Eine Attraktion der Region ist die

aufwändig gebaute Eisenbahn

„Chepe“ (Chihuahua al Pacifico),

die sich entlang der Kupferschlucht

durch unwegsames Gelände

schlängelt und von Los Mochis nach

Chihuahua führt. Mit ihrer Hilfe gelangt

man die Berge hoch bis an

Stellen, von denen man atemberaubende

Blicke in die Barranca del

Cobre werfen kann. Von der Station

„El Divisadero“ aus eröffnet sich außerdem

ein Blick in ein grandioses

Schluchtenpanorama.

Von Divisadero ausgehend baut die

DOPPELMAYR/GARAVENTA-Gruppe

derzeit eine Pendelbahn auf eine

gegenüberliegende Anhöhe. Mit

ein Grund für die Erteilung dieses interessanten

Auftrags waren das ausgesprochen

effiziente Vertriebsnetz

der DOPPELMAYR/GARAVENTA-

Gruppe sowie die bereits erfolgreich

realisierten Projekte in Mexiko wie z.

B. das Cable Liner Shuttlesystem für

den internationalen Flughafen in

Mexiko City. Die Anlage, die als klassische

Aussichtsbahn realisiert wird,

überspannt ein ganzes Tal und führt

dabei stützenlos von Station zu Station.

Zur Beförderung der Fahrgäste

kommen CWA-Kabinen des Typs

VAROS zum Einsatz. In ihnen finden

60 + 1 Personen bequem Platz. Ausschlaggebend

für diese Entscheidung

waren vor allem die Funktionalität

und die hochwertige Ausführung

der Kabinen, die sie strapazierfähig

und sicher vor Vandalenakten

macht.

Da es vor Ort sehr warm ist, wurde

außerdem großer Wert auf eine op-

timale Belüftung gelegt. Zahlreiche

Lüftungsschlitze in den Kabinen sorgen

für ein angenehmes Raumklima.

Die beiden CWA Kabinen werden

Mitte August 2009 geliefert.

Anbindung an die Metro

Die baskische Metropole Bilbao

zählt rund 350 000 Einwohner, wobei

im gesamten Einzugsbereich ungefähr

eine Million Menschen lebt.

Bilbao ist die größte Stadt im Baskenland

und liegt an der Mündung

des Flusses Nervión, der in den Golf

von Biskaya fließt. Bilbao ist die

Hauptstadt der spanischen Provinz

Biskaya und eine der wichtigsten

Hafen- und Industriestädte von Spanien.

Seit den frühen 1990er Jahren

wurde hier eine erstaunliche Neukonzeption

der Innenstadt durch

berühmte Architekten durchge-

TECHNIK

FAHRBETRIEBSMITTEL

führt, die Bilbao zu einem spektakulären

touristischen Highlight macht.

Die Metro-Betriebe von Bilbao erweitern

2010 ihr Betriebsnetz mit

zwei neuen CWA-Standseilbahnwagen.

Die Stadt Santurtzi liegt an der Ría

de Bilbao in 14 km Entfernung von

Bilbao-Stadt unweit der Küste des

Golfs von Biskaya. Der Hafen von

Santurtzi ist als Äußerer Hafen von

Bilbao einer der wichtigsten Handelshäfen

in Nordspanien.

Die neue Standseilbahn wird Santurtzi

mit dem Metronetz von Bilbao

verbinden. Zum Einsatz kommen

dabei 2 moderne und formschöne

CWA-Wagen mit einem Fassungsvermögen

von jeweils 45 Personen.

Liefertermin für die beiden

Wagen ist der 20. Februar 2010.

i

Infos: www.cwa.ch

CWA-Standseilbahnwagen..

Der CWA

Kabinentyp

VAROS kommt

2009 in Mexiko

zum Einsatz.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

31


TECHNIK

NEUE BAHNEN

Neue Kabinenbahn aufs Aineck

Pistenangebot

mit neuem

Projekt.

Foto: Katschbergbahnen

Kein Jahr ohne Neuerungen bei den

Katschbergbahnen. Auch diesen Sommer

rollen die Bagger und Baufahrzeuge an.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

32

Der Katschberg hat in den letzten

Jahren eine bemerkenswerte Entwicklung

erfahren: Lifte wurden erneuert,

Abfahrten erweitert oder

neu gebaut, die Beschneiungsanlage

kann einen Totalausfall von Frau

Holle wettmachen und die Hotelinfrastruktur

wurde sowohl qualitativ

als auch quantitativ angepasst. Das

Angebot für die Gäste umfasst:

. 16 Liftanlagen modernster Technik,

. 66 km Pisten aller Schwierigkeitsgrade,

. Schneesicherheit für 100 % der

Pisten – über 400 Schneelanzen

sorgen für Schneegarantie,

. hohe Förderleistung (24 000 Personen

pro Stunde),

. kaum Wartezeiten,

. Pistengeräteflotte mit 20 Maschinen,

. Kärntner Pistengütesiegel,

. zwei beschneite Trainingspisten –

kostenlos für alle Trainingsgruppen,

. Verbindung Tschaneck – Aineck

über Skibrücke mit Förderband

etc.

Vor diesem Hintergrund verzeichnet

die Skiregion einen Aufschwung,

den die Kärntner Landesregierung

mit Wohlwollen beobachtet. „Der

Katschberg zählt heute zu den Top-

Destinationen in Österreich“, so Finanz-

und Wirtschaftslandesrat Harald

Dobernig. „Durch die neuen Investitionen

wird die Qualität des Skigebietes

weiter erhöht und ein

wichtiger Schritt in Richtung Zukunft

unternommen.“

Dieses Mal kommen die Investitionen

am Katschberg der Salzburger

Seite auf das Aineck zugute, wo die

letzten beiden Schlepplifte zum

Gipfel durch eine 8er Einseil-Umlaufbahn

ersetzt werden. Die Abfahrten

vom Aineck Richtung St.

Margarethen im Lungau waren bereits

in der Vergangenheit sehr beliebt,

umso mehr, als mit der A1 vor

zwei Jahren eine der längsten Abfahrten

Österreichs (5,5 km) dazugekommen

ist. Die Bergfahrt zurück

auf den Aineck-Gipfel erwies sich

aber als recht mühsam und konnte

nur durch dreimaliges Umsteigen

bewältigt werden. Das und die

recht betagten Sessel- bzw.

Schlepplifte machten den Aufstieg

zu einer Geduldsprobe. Unter 40

Minuten war die Strecke nicht zu

bewältigen.

Know-how

von Doppelmayr

Im kommenden Winter soll das anders

werden. Die neue Gipfelbahn,

die als 8er-Einseilumlaufbahn konzipiert

ist, ersetzt die zwei letzten

Schlepplifte und soll die Gesamtaufstiegszeit

halbieren.

Die neue Bahn erschließt ca. 30 ha

an Pisten (Hochfeld, Karabfahrt und

Snowbowle). Sie ist 1 700 m lang

und überwindet eine Höhendifferenz

von 470 m.

Die Talstation wird auf 1 750 m Seehöhe

gebaut, die Bergstation auf

2 220 m, die Förderleistung beträgt

2 400 Personen pro Stunde. Gebaut

wird die neue Bahn von Doppelmayr,

investiert werden in das Projekt

inklusive Beschneiungsanlage

rund 10,8 Mio. Euro.

„Der Katschberg zählt heute

zu den Top-Destinationen in Österreich“,

so Finanz- und Wirtschaftslandesrat

Harald Dobernig.


Gebrauchte PistenBully

kauft man nirgendwo in so

gutem Zustand und in so

großer Auswahl wie beim

Hersteller selbst. Die Kässbohrer

Geländefahrzeug

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

33


MANAGEMENT

MOUNTAINMANAGER 4/2009

34

Erich Hutter, Vorstandsvorsitzender

Hochalmbahnen AG Rauris

Vom Stromerzeuger bis zur

ersten Klimabündnis-Seilbahn

Die Greifvogelwarte mit Flugshow bei der Bergstation Hochalm

(1800 m) hat sich als Publikumsmagnet für die Sommerfrequenzen

entpuppt. Foto: TVB Rauris

Rauris im Nationalpark Hohe Tauern

wird das „Goldene Tal der Alpen“

genannt. Diese Anspielung auf die

Goldgräberzeit bekommt jetzt eine

weitere Bedeutung: Die Hochalm -

bahnen AG widerlegen das Image, dass

Seilbahnen „Energiefresser“ sind. Sie

erzeugen seit 1986 Strom mit ihrer

Beschneiungsanlage und sind seit

kurzem als einzige Bergbahn auch

Klimabündnispartner! Diese Pioniertat

bekommt jetzt für die ganze Branche

Bedeutung, die Fachverbände in A und

CH starteten bereits ein Energie -

effizienz-Projekt. Die Geschicke der

Hochalmbahnen AG leitet seit 20 Jahren

Erich Hutter als Vorstandsvorsitzender.

Kurz vor seinem Übertritt in

den Ruhestand im Herbst zieht der

Salzburger für den MM Bilanz.

Interviewpartner

Erich Hutter, Vorstandsvorsitzender

der Rauriser Hochalmbahnen

AG.

Foto: mak

SERIE: 64

Auf den Spuren des Tauerngoldes kann man sich im Goldgräbercamp begeben – ein

Angebot, dass perfekt zum Charakter des Rauriser Tales passt. Foto: TVB Rauris

MM-Frage: „Herr Hutter schildern

Sie bitte zunächst Ihren Werdegang

und eventuelle Funktionen in der

Branche.“

Hutter:

„Ich kam 1972 als Elektromonteur

bei Elin mit den Rauriser Hochalmbahnen

in Berührung und wurde

dabei überredet, als Bauleiter bzw.

Betriebsleiter zu bleiben. Ich bin also

von der Stunde „Null“ an dabei.

1982 wurde ich zum technischen

Vorstand gewählt (die Hochalmbahnen

AG hat 3 Vorstände) und

seit 1989 agiere ich als Vorstandsvorsitzender.

Weiters arbeite ich im

Salzburger Fachgruppen-Ausschuss

mit. Unsere Aktiengesellschaft setzt

sich aus 300 Rauriser Tourismusbetrieben

zusammen – vom kleinen

Privatzimmervermieter bis zum Hotelier

und der Gemeinde sowie einigen

deutschen Stammgästen – und

ist von der Gründungsidee her ein

Mittel zum Zweck gewesen. Jeder

sollte etwas dazu beitragen, den

Wintertourismus aufzubauen. Das

Konzept hat sich bewährt, der Winter

08/09 war der beste aller Zeiten

(trotz Wirtschaftskrise!).“

MM-Frage: „Wie hat sich die Rauriser

Hochalmbahnen AG seit ihrer

Gründung entwickelt, was waren die

wichtigsten Stationen?“

Hutter:

„Nach einer Fusionierung existiert

in Rauris seit 1977 nur noch eine

Bergbahngesellschaft. Der Start in

das Wintergeschäft erfolgte zu-


nächst mit Schleppliften. 1982 wurde

vom Tal aus mit dem „Waldalmlift“

ein zweiter Ast erschlossen.

1993 wurde die 6 EUB Hochalmbahn

mit 2 Sektionen als Ersatz für

den Sessellift realisiert. Dies war der

entscheidende Qualitätssprung.

2002 folgte die 8 EUB Gipfelbahn

bis auf 2 200 m als Ersatz für 2

Schlepplifte, was für eine Bahn im

Skigebiet eher eine ungewöhnliche

Lösung war. Mit der Beschneiung

haben wir uns schon relativ früh,

nämlich 1983 auseinandergesetzt,

da Rauris ein Nord-Süd-Tal ist.

Schon damals waren wir der Ansicht,

dass man die Leitungen für die

Schneeerzeugung auch noch für etwas

anderes nutzen sollte – z. B. für

Stromerzeugung, wenn man eine

Turbine anschließt! Wir haben also

bereits 1986 diese Idee umgesetzt,

die jetzt als große Neuheit kolportiert

wird!“

MM-Frage: „Hat die Stromerzeugung

mit der Schneeanlage sofort ein akzeptables

Ergebnis gebracht?“

Hutter:

„Das hat gleich gefruchtet, da wir

ein Kleinkraftwerk gebaut haben

und damit 1,4 Mio kWh/Jahr erzeugen

konnten. Heute – also viele Jahre

später – verbrauchen wir mit allen

Bahnen und Beschneiung 1,2 Mio.

kWh/Jahr. Das heißt, wir sind immer

noch autark! Allerdings verbrauchen

wir im Winter mehr, als wir erzeugen

und in die SAFE einspeisen.

Und da der Spitzenstrom etwas teurer

ist, zahlen wir letztlich doch eine

geringe Summe. Trotzdem ist die

Ersparnis von großer Bedeutung.

Was wir damals sozusagen aus der

(Finanzierungs-)Not heraus gemacht

haben, kommt uns jetzt zugute.

Als Voraussetzung braucht man natürlich

Wasser in Höhenlagen. Wir

entnehmen es auf ca. 1 400 m und

haben ein Gefälle von 300 Höhenmetern.

Damit lässt sich eine Spitzenleistung

von 250 kW/h produzieren.“

MM-Frage: „Warum ist diese Tatsache

erst jetzt in der Öffentlichkeit,

vornehmlich der Seilbahnbranche,

breit getreten worden?“

Hutter:

„Hier hat der Zufall etwas Regie geführt.

Mir brennt schon lange das

Thema Energie unter den Nägeln.

Aber letzten Herbst, als wir einen

65 000 m 3 Speicherteich auf 1 700

m angelegt hatten, gab es einen

konkreten Anlass, auf die Medien

zuzugehen, mit der Aussage: Wir

speichern nicht nur Wasser für die

(medial oft als Ressourcen-Fresser

kritisierte) Beschneiung, sondern erhöhen

dadurch die Kraftwerksleistung

und erzeugen uns den Strom

für‘s Schneemachen selbst!“ Das

funktioniert beim Teich durch die

Entleerung im Frühjahr. Die Jahresleistung

wird sich dadurch auf 1,8

Mio. kWh erhöhen. Diesbezüglich

können wir sogar die staatliche Förderung

für Leistungsoptimierung

bei Kleinkraftwerken beanspruchen!

Und da es in Rauris etliche Kleinkraftwerke

gibt, führt

das Land Salzburg, das ja

bis 2024 energieunabhängig

werden will, hier

anhand einer „Mustergemeinde“Untersuchungen

durch, was

noch verbessert werden

könnte.“

MM-Frage: „Habt ihr damit

in der Branche Impulse

gesetzt?“

Hutter:

„Ich glaube schon, dass

wir Bewegung in die

Branche hineingebracht

haben. Die Seilbahnbranche

österreichweit

macht ja jetzt auch eine

Energieuntersuchung,

da wird sicher etwas herauskommen.Erwähnenswert

ist auch, dass

wir 90 % unserer Pisten

mit Eigendruck, also ohne

Pumpen, beschneien

können und so den Kubikmeter

Schnee billiger

produzieren. Unsere Visionen

gehen aber noch

viel weiter, und zwar in

MANAGEMENT

Richtung Gratis-Energie für Elektrofahrzeuge

im Tourismus des Rauriser

Tals. Das heißt, der Gast könnte

bei einem Fahrzeugverleih ein Fahrzeug

mieten und bei den vielen

Kleinkraftwerken im Tal kostenlos

„Energie tanken“. Und zwischendurch,

während er z. B. im Restaurant

isst, kann er wieder aufladen.“

MM-Frage: „Die Rauriser Hochalmbahnen

gehören zu den „Ausgezeichneten

Sommerbahnen“ Österreichs.

Wie sieht euer Angebot derzeit aus?“

Hutter:

„Wir gehörten damals zu den ersten

"Ausgezeichneten Sommerbahnen"

und haben uns gerne auf die ca. 100

Kriterien hin testen lassen. Der Qualitätsgedanke

gefiel uns. Wir wollten

erreichen, dass sich der Gast im

Sommer einen Tag lang am Berg beschäftigen

kann. Als erstes haben

wir „Goldwaschen“ angeboten, zumal

das Thema gut zu Rauris passt

4/2009 MOUNTAINMANAGER

35


MANAGEMENT

Der neue,

65 000 m 3 große

Speicherteich

wird heuer zur

Erholungszone

für die Wanderer

ausgebaut.

Foto: Hochalmbahnen

MOUNTAINMANAGER 4/2009

36

(Tauerngold wurde im 16. Jht. abgebaut),

dann Ergänzungen durchgeführt

wie den Waldlehrpfad, Mineralienlehrweg,

Bogenschießen.

Vor ca. 4 Jahren haben wir mit einer

Falknerei beim Hochalm-Bergrestaurant

begonnen. Da wurde eine

Greifvogelwarte errichtet mit Flugvorführungen

und Vögeln „zum

Greifen nah“. Speziell für Kinder aus

der Stadt ein unvergessliches Erlebnis.

Diese Attraktion kommt sehr

gut an und sorgt für Frequenzzuwächse.

Als nächstes wird der Speicherteich

zum „Bergsee“ für Ruhesuchende

ausgebaut. Für die Kinder

soll es dann beim Restaurant einen

Wasserspielplatz geben, wo es lauter

zugehen darf.“

MM-Frage: „Ihr arbeitet also durchwegs

mit natürlichen Mitteln statt

mit künstlichen Action- und Fun-

Einrichtungen?“

Hutter:

„Wir haben einen Bezug zum Nationalpark

und dem Projekt „Bartgeier“,

die im Rauriser Tal wieder eingebürgert

wurden. In Wörth wurde

ergänzend vom Nationalpark das

Haus „König der Lüfte“ errichtet –

ein Museum, das sich dem Adler,

Bart- und Weißkopfgeier widmet –

und dazu passt unserer Falknerei

gut, wo man den lebenden Vogel

sehen kann. Wenn man sich einmal

für eine Ausrichtung entschieden

hat, muss man konsequent sein. Daher

befördern wir auch keine Fahrradfahrer

mehr auf den Berg, es wäre

eine Störung unserer wandernden

Familien und erholungssuchenden

Gäste. Alles ist aus sich selbst

heraus entstanden, ohne große Beratung.

Allerdings ist man etwas ein

„Getriebener“, man darf nicht stehen

bleiben. Künftig wird es bei uns

auch noch in Richtung „Gesunde

Bewegung“ gehen. Immer mehr

Leute wollen im Urlaub nämlich etwas

für ihre Gesundheit tun.“

MM-Frage: „Die Besucherzahl hat

sich im Sommer 2008 um 8 % gesteigert

und mittlerweile werden im Sommer

bei euch so viele Gäste gezählt

wie im Winter. Das ist für österreichische

Verhältnisse eher ungewöhnlich.

Worauf führen Sie das zurück?“

Hutter:

„Wir haben eine zweistellige Zuwachsrate

beim Sommer-Umsatz

erzielt und sind auch für den heurigen

Sommer zuversichtlich. Bei der

Salzburger Land Card (Gästekarte)

lagen wir 2008 an vierter Stelle der

Nutzung von über 200 Attraktionen

im Bundesland, an erster Stelle z. B

das Thermalbad in Hofgastein.

Auch daran kann man die Attraktivität

des Angebotes ablesen – in unserem

Fall mit Stolz. Tatsächlich ist das

Gästeverhältnis im Rauriser Tal Sommer

zu Winter 1:1, die Nächtigungen

liegen derzeit jeweils bei

170 000.

Die Bergbahn jedoch verzeichnet

im Winter 200 000 Gästeeintritte

und im Sommer 35 000. Da nähern

wir uns 18 % und das ist ein überdurchschnittlicher

Branchenwert.

Der Grund liegt in unserer o. a. Angebotsentwicklung

seit 2001, dem

Gründungsjahr der „Arbeitsgruppe

Sommerbahnen Österreich“ bzw.

unserer Zertifizierung.

Diese Auszeichnung wird natürlich

auch im Marketing eingesetzt. Dafür

muss man sich aber alle 3 Jahre

einer Überprüfung der Kriterien

stellen.“

MM-Frage: „Sie sind der Meinung,

dass die heimischen Seilbahnen den

Sommerbetrieb noch mehr forcieren

sollten. Welches Potenzial sehen Sie

noch und wie muss man agieren, um

im internationalen Wettbewerb erfolgreich

sein zu können?“


Hutter:

„Für spezielle Bereiche gibt es sehr

wohl Potenzial. Jedoch nur den Gast

bergauf transportieren und ihn

weggehen lassen, ist im Sommer zu

wenig. Man braucht tatsächlich ein

Erlebnisangebot, damit dieser Preis,

den man ja verlangen muss für die

Fahrt, mehr als Komplettpaket gesehen

wird. Also einfach eine Winterbahn

im Sommer laufen zu lassen,

ist zu wenig. Die Gäste sind heute

unglaublich verwöhnt. Ist auch kein

Wunder, wenn man bedenkt, was

einem heute bei irgendeiner Ausstellung

schon an Erlebnis geboten

wird. Was man aber macht, muss

unbedingt passend zur Region sein

und sollte möglichst eine Nische abdecken.

Und sich mit dem Budget

vertragen.“

MM-Frage: „Gibt es diesbezüglich

auch bei euch einen Entwicklungsplan

für die Zukunft im Sommergeschäft?

Wo kann es weitergehen?“

Hutter:

„Höhenerfahrung und gesunde Bewegung

im Sommer in Kombination

mit kristallklarem Wasser, das

wird künftig bei uns noch stärker hereinspielen.

Eine künftige Positionierung

könnte lauten „Tal der kristallklaren

Quellen“. Zu diesem Thema

haben wir ein EU-Projekt eingereicht

mit Darstellung unserer unzähligen

Brunnen, Beschreibung

verschiedener Gewässer, das einzigartige

Trinkwasser der Berge hervorheben,

Wasserspielplätze und Wasserfälle

bearbeiten. Die EU-Förde-

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rungsmittel dafür wurden kürzlich

zugesagt! Dann würde sich der Kreis

wieder schließen: aus Wasser wird

Energie gewonnen und mit dieser

erneuerbaren Energie fahren wir

dann mit umweltfreundlichen Elektroautos

oder E-Fahrrädern.“

MM-Frage: „Der Umweltschutz

spielt bei euch ebenfalls eine große

Rolle. Ihr seid die einzige Bergbahn

Österreichs, die sich seit Dezember

2008 als Klimabündnisbetrieb bezeichnen

darf. Wie kam es dazu und

welche Maßnahmen werden gesetzt?“

Hutter:

„Ja, wir sind zur Zeit die einzige

Bergbahn Österreichs im Klimabündnis.

Das hat sich aus unserer

positiven Energiesituation ergeben.

Damit haben wir auch schon dem

sogenannten „Ökologischen Fußabdruck“,

den Betriebe künftig ausweisen

müssen, beruhigend vorgegriffen.

Das könnte für die Seilbahnbranche

durchaus eine heikle Situation

werden, wenn nur immer mehr

Energie verbraucht, aber keine

selbst eingebracht wird. Außerdem

wäre es zur Imagekorrektur nützlich,

besonders am Sektor Beschneiung.

Wir sind stolz auf diese Auszeichnung,

die wir von der Salzburger

Landesregierung erhalten haben

und beweisen konnten, dass

Bergbahnen keine „Energiefresser“

sein müssen, sondern auch „grüne“

Zahlen in der Energiebilanz schreiben

können. Und wir werden uns

noch weitere Maßnahmen einfallen

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MANAGEMENT

lassen. Das passt alles gut zu Rauris,

denn in punkto Elektrizität sind wir

geschichtlich vorbelastet. Dank

dem Rauriser Pionier Ignaz Rojacher,

der u. a. die Wetterwarte auf

dem Hohen Sonnblick als weltweit

erste und höchstgelegene meteorologische

Beobachtungsstation errichtete,

verfügten wir schon ca.

1886 über elektrischen Strom und

Licht – vor der Wiener Hofburg!

MM-Frage: „Nun zum Winter. Die

letzte Saison brachte ein Rekordergebnis.

Wie gelingt so etwas in Zeiten

der Krise ? Oder spürt ihr die gar

nicht?"

Hutter:

„Dabei spielen einige Faktoren eine

Rolle. Es hat sich im Ort selbst und

vor allem am Bettensektor einiges

getan, es sind viele Ferienappartements

dazugekommen. Der Winter

selbst war ausgezeichnet mit viel

Naturschnee bis Mitte April und guten

Bedingungen für die Produktion

von Maschinen-Schnee. Außerdem

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Das Salzburger

Skigebiet Rauris

hat sich einen

Namen als familienfreundliches,

kostengünstiges

Juwel zwischen

den großen

Nachbarn Ski

Amadé und Europasportregion

gemacht.

Foto: Hochalmbahnen

4/2009 MOUNTAINMANAGER

37


Mag. Andreas Reiter vom ZTB Zukunftsbüro in Wien ist

ein begehrter Referent in der Tourismusbranche. Auf der

Vorarlberger Seilbahntagung sprach er darüber, mit welchen

Mehrwerten künftig der Gast überrascht werden

kann. Dies wird umso wichtiger, je mehr der Wettbewerbsdruck

auf den Tourismus-Märkten zunimmt.

Mehr denn je sind Produkt-Differenzierung

und Innovation entscheidende

Erfolgsfaktoren der Zukunft.

Die rezessive Stimmung rückt eine

wertorientierte Kunden-Beziehung

noch stärker in den Vordergrund.

Die Tourismus-Märkte sind in Bewegung,

es bilden sich immer neue Beziehungs-

und Wertschöpfungsnetze

zwischen Unternehmen, Kunden,

Partnern etc. Je mehr die Komplexität

steigt, desto unaufhaltsamer

geht der Strukturwandel zur

Netzwerk-Ökonomie voran. Die

größten Innovations- und damit

Wachstums-Potenziale entwickeln

Touristiker dort, wo verschiedene

Branchen (z. B. Tourismus, Handel,

Kreativ-Wirtschaft etc.) und Technologien

konvergieren. Auf diesen

Konvergenz-Märkten können Destinationen

und touristische Unternehmen

den Gast durch kooperative

und koopetitive Produktgestaltung

überraschen (Coopetition =

Kooperation mit dem Wettbewerber).

Cross-Marketing wird zum

entscheidenden strategischen Erfolgsfaktor

auf komplexen Märkten.

Destinationen müssen sich immer

stärker um Prozesse organisieren,

sich neuen horizontalen Kooperationen

öffnen und verstärkt Partner

wie Kunden in ihre Geschäftsmodelle

integrieren. Letztendlich aber

führt einer die Destination: der Gast.

Und dieser Gast hat heute meist widersprüchliche,

den Anbieter oft irritierende

Bedürfnisse.

Hybride Kunden:

sowohl als auch

Hybride Kunden haben in ihrem

Werteset immer ein „sowohl als

auch“, nie ein „entweder-oder“ verankert.

Sie sind enorm reiseerfahren,

haben eine hohe Informations-

Kompetenz (Internet), sind „Trüffelschweine

der Exzellenz“. Sie bleiben

immer kürzer (3,6 Tage im Sommer),

wollen dabei aber immer

mehr erleben (maximum emotion

in minimum time). Nur mit verdichteten

Angeboten – dies gelingt

meist nur in strategischen Allianzen

– können die multiplen Bedürfnisse

der Kunden befriedigt werden. Der

Touristiker agiert dabei wie ein

Glücks-Dealer – er muss die Dosis

seiner Junkies (der Gäste) ständig erhöhen.

Märkte sind Gespräche – und diese

beruhen auf den Beziehungen der

einzelnen Marktteilnehmer. Kunde

kommt von erkunden. Unternehmen

erkunden mit fein getunten

CRM-Tools die Wertigkeit ihrer Kunden,

analysieren die Verbrauchsketten

und Mobilitätsmuster, damit sie

ihre Kunden mit individuellen Lösungen

massieren können. Das Wissen

über den Kunden ist die Voraussetzung

für effiziente Kundenbindungs-Maßnahmen.

Das Ziel einer

Kundenbindungs-Maßnahme ist

aber nicht nur die Loyalität des Kunden,

sondern auch der Ermittlung

dessen Wertes. Diesen Wert mit den

eigenen Werten und Ressourcen in

Deckungsgleichheit zu bringen –

das ist strategische Herausforderung

für eine jede Destination.

Marken agieren

wertgetrieben

Erfolgreiche touristische Marken

agieren immer wertgetrieben, value

driven, sie inszenieren Mehr-Werte

für die Kunden. Sie fokussieren dabei

nicht nur auf bestehende Kunden

oder atomisieren den bestehenden

Markt in immer feinere Mikro-

Segmente. Sie sprechen auch

Nicht-Kunden mit attraktiven Mehrwerten

an. Kann man Stamm-Kunden

mit Exklusivität (VIP-Club etc.),

individualisiertem Service-Design,

Convenience-Leistungen u.a. emotionalisieren

und damit an sich „binden“,

so müssen z. B. für potenzielle

Tagesgäste verdichtete Anreize geschaffen

werden – gerade Karten

sind hier schnelle Türöffner."

MARKETING

TRENDS

Kundenbeziehung der Zukunft

DAS INFORMATIONSPORTAL

DER SEILBAHNBRANCHE IM INTERNET

Mag. Andreas

Reiter, ZTB

Zukunftsbüro

Wien.

Foto: ZTB

4/2009 MOUNTAINMANAGER

39


an Rabatte bei Lieferanten und Zinsreduktionen

bei Banken – aber sie

verzichten nicht selbst (und glauben

naiv, die anderen würden es

nicht bemerken).

. Einzelkämpfertum: Sie vertrauen

in der Krise niemandem, außer sich

selbst. In harten Zeiten sollten sie

sich einen Sparringpartner suchen.

Jemanden, der die Dinge sachlich

einschätzen kann. Denn die Krise

geht über die täglichen Anforderungen

hinaus.

. Keine Kraftquelle im Umfeld: Sie

haben weder intakte Familie noch

Partnerschaft. In der Krise gibt ein

funktionierendes privates Umfeld

Kraft. Und die braucht man. Vorsicht:

Keine gegenseitigen Schuldzuweisungen

bei Familienbetrieben!

Krise braucht

Krisenmanager

Um anstehenden Problemen vorzubeugen,

hat die Kohl & Partner Tourismusberatung

GmbH einen Kriterienkatalog

erarbeitet. Die wichtigsten

Empfehlungen:

Bewegt...

. Die Krise braucht solide Businesspläne.

Kohl & Partner rät jedem Unternehmen

für die nächsten 2 Jahre

gut durchdachte – und mit Detailplänen

hinterlegte (z. B. Mitarbeiterbudget,

Marketingplan) – Businesspläne

auszuarbeiten und diese

monatlich zu kontrollieren.

. Preissenkungen sind keine Lösung.

Wer glaubt, über Preissenkungen

seine Probleme in den Griff zu

bekommen, täuscht sich. Indexerhöhung

bei Preisen trotz Krise. Die

Kosten steigen (z. B. Energie und Lebensmittel),

eine versäumte Indexanpassung

ist nie mehr nachzuholen

und auf die Preisanpassung zu

verzichten, wird keinen ausreichenden

Anreiz für Buchungen bieten.

. Offene, partnerschaftliche Informationspolitik

gegenüber Banken.

Aktuelle Zahlen mit Soll-Ist-Vergleich,

Strategien, durchgerechnete

Investitionspläne, realistische Planrechnungen,

persönliche Gespräche

2 x pro Jahr.

. Die Motivation bei Mitarbeiten

hochhalten: Auch wenn es schwer

fällt, die Motivation im Betrieb muss

...Gäste, Herz und Verstand.

International ausgerichtet, weltweit vertreten und doch immer eins

im Focus: Menschen zu bewegen.

Die CWA Constructions, eine Schweizer Traditions-Unternehmung,

bringt Höchstleistungen - immer und überall.

Mit seil- und schienengebundenen Fahrzeugen sowie auch Spezial-

konstruktionen in Aluminium, übertreffen wir als globaler Branchen-

DESIGN CONSTRUCTION SERVICE

MARKETING

KOMMUNIKATION

in jedem Fall hochgehalten werden.

. Kein Jammern vor dem Gast. Jammern

zerstört die Gastlichkeit. Wer

vor Gästen jammert, hat schon verloren.

. Härte bei den Kosten. Alle innerbetrieblichen

Einsparungsreserven

nutzen. Ein Beispiel wäre das gründliche

Durchforsten des Mitarbeitereinsatzplanes.

. Marketing-Reserven aufspüren.

Das Marketing-Budget durchforsten

und mit kreativen Anreizen am

Markt auffallen – aber ohne Preisdumping.

Durchdachtes Stammgastmarketing

forcieren und die Beratungsqualität

am Gast verbessern.

Keinesfalls panikartig das Marketingbudget

reduzieren!

. Selbst fit bleiben. Sich selbst

durch Sport und Ernährung fit halten

– aber auch durch Weiterbildung.

Die Harmonie in der Familie

bzw. Partnerschaft pflegen.

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Kohl & Partner Tourismusberatung

GmbH

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leader marktweite Standards. Durch ständige Weiterentwicklung in

modernstem Design, zukunftsorientierten Konstruktionslösungen und

umfassenden Service.

All das, damit wir immer unser Ziel erreichen:

Die volle Zufriedenheit unserer Kunden.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

41


MANAGEMENT

BETRIEBSFÜHRUNG

Cartoon von Much. Copyright: ICG Infora Consulting Group

Kostensenkung ist zurzeit in vieler Munde. Für manche ist sie notwendig, für andere ein Schreckgespenst.

Kostensenkungsprogramme bieten die Chance, Unternehmen langfristig gut aufzustellen –

aber nur, wenn dabei die Kunden und das Geschäft im Auge behalten werden. Linear über das Unternehmen

gefahrene Kürzungsprogramme können auch Schaden anrichten! Ein Beitrag von Dietmar

Bodingbauer und Hubert Dolleschall, Mitarbeiter des Grazer Beratungsunternehmens INFORA.

Autor DI DietmarBodingbauer,

Partner der

ICG Infora

GmbH und Berater

für Organisationsgestaltung,Unternehmensentwicklung

und Geschäftsprozessorganisation.

Fotos: ICG

MOUNTAINMANAGER 4/2009

42

Intelligente Kostensenkung

statt Rasenmäherprinzip

Jeder soll seinen Beitrag leisten –

nach dieser Devise werden zurzeit

Kostensenkungsprogramme linear

über ganze Unternehmen gefahren.

Sie greifen jedoch aus mehreren

Gründen oft zu kurz. Die längerfristige

Wirkung des Rasenmäherprinzips

ist in vielen Fällen begrenzt. Es

werden häufig auch jene Einheiten

und Prozesse ausgehöhlt, die wichtig

sind, um die Kunden zufrieden

zu stellen. Außerdem werden die

Bereiche bestraft, die schon bisher

unternehmerisch agiert, keinen

Speck angelegt haben und gut trainiert

sind.

DAS INFORMATIONSPORTAL

DER SEILBAHNBRANCHE IM INTERNET

1. Den Markt im Fokus

haben

Es liegt auf der Hand und zeigt sich

gerade in schwierigeren Zeiten

deutlich: die erzielte Effizienz nützt

nichts, wenn damit die Leistung

zum Kunden verschlechtert wird.

Wenn die Umsätze einbrechen, weil

die Basis zur Erbringung der Leistungen

ausgehöhlt wurde, verpuffen

die kurzfristigen Erfolge auf der Kostenseite

sehr rasch. Effizienz und

Kundenorientierung schließen einander

aber nicht aus. Im Gegenteil:

Gerade schlanke Unternehmen

sind oft in hohem Maße auf den

Kunden ausgerichtet. Wichtig ist bei

allen Effizienzüberlegungen, die

Orientierung am Markt voranzustellen.

Nehmen Sie sich Ihre Prozesse

wieder einmal kritisch vor und Sie

werden erkennen, welche Routinen

sich eingeschlichen, welche Verbesserungsmöglichkeiten

sich angesammelt

haben und ob der Kunde

noch im Mittelpunkt steht.

2. Die Prozesse auf das

Geschäft ausrichten

Das Risiko bei schnell durchzuführenden

Kostensenkungen ist, dass

nur im bestehenden Rahmen gedacht

wird. Bevor Sie im Detail optimieren,

sollten Sie sich ein paar

grundlegende Fragen stellen, wie

zum Beispiel: Passt die Segmentierung

unserer Geschäftsprozesse

noch? Das heißt: Haben wir unser

Geschäft richtig gegliedert oder haben

sich Segmente verschoben?

Sind neue dazugekommen oder

sind Segmente im Zuge eines Nachfragerückgangs

vom Volumen her

unterkritisch geworden? Können

Einheiten in der Auftragsabwicklung

zusammengelegt werden, weil

sie ähnliche Kundenanforderungen

haben? Brauchen spezielle, neue

Aufträge eine andere Art der Abwicklung

und sind sie daher eigens

zu betrachten? Am Beispiel eines

Maschinenbauers heißt das: 80 bis

90 % der Aufträge sind Standard


und können arbeitsteilig mit hoher

Effizienz abgewickelt werden. Es

gibt aber eine zunehmende Anzahl

sehr komplexer Aufträge mit höheren

Anforderungen der Kunden.

Diese Aufträge gehen im Standardprozess

leicht schief, weil wichtige

Informationen an den Schnittstellen

verloren gehen. Sie müssen anders

„stärker projektartig“ abgewickelt

werden. Im alten Prozess verbleiben

nur noch die Standardaufträge, die

somit noch effizienter gestaltet werden

können. Ähnliche Überlegungen

können auch bei Dienstleistungsunternehmen

angestellt werden.

3. Kosten im Overhead

senken

Auch beim kritischen Durchforsten

der Zentralbereiche sollte außerhalb

der bestehenden Strukturen

gedacht werden. Querschnittsfunktionen

in Organisationen sind wichtig,

um Standards, Know-how und

Support für das Geschäft sicherzustellen.

Doch nicht jede Querschnittsfunktion

braucht einen großen

„Wasserkopf“ in der Unternehmenszentrale.

Netzwerkstrukturen

quer ¸über die Geschäftsbereiche

sind eine Alternative. Hier sind jene

Leute eingebunden, die die Anforderungen

an den Markt wirklich

kennen. Der Informationsfluss ist direkter

und die Nähe zum Markt ist

sicher gestellt. Es ist von Fall zu Fall

zu überlegen, ob eine reine Netz-

werkstruktur ausreicht, ob es formale

abteilungsübergreifende Teams

braucht oder ob eine (schlanke)

Zentralfunktion nötig ist.

4. Breite Mobilisierung

und rasches Handeln

Neben diesen strukturellen Überlegungen

sollten alle Ideen und Potenziale

der Mitarbeiter zur Kostensenkung

genutzt werden. Methoden

wie die Kostensenkungskonferenz

bringen eine rasche Mobilisierung

und nutzen die Kreativität aller

Mitarbeiter. Allerdings braucht es eine

systematische Steuerung, sonst

erarbeitet man zwar eine große Zahl

kleinerer Maßnahmen, bewegt sich

aber nur innerhalb des bestehenden

strukturellen Rahmens.

5. Klarheit und Mut in der

Umsetzung

Langwierige Konzeptarbeit könnte

den Eindruck erwecken, dass noch

genug Zeit ist und über Ideen bestimmt

noch einmal geredet werden

kann. Jetzt sollten aber rasch

Nägel mit Köpfen gemacht werden.

Die Arbeit sollte von Beginn an umsetzungsorientiert

sein. Eine Voraussetzung

dazu ist die unmittelbare

Einbindung betroffener Führungskräfte

und Mitarbeiter. Das bedeutet

frühzeitige klare Information an

die Belegschaft über die Lage, die

Einschätzung des Managements

und über das Vorhaben mit seinen

Zielsetzungen. Denn die Verände-

MANAGEMENT

BETRIEBSFÜHRUNG

rungsbereitschaft steigt mit dem

Grad der persönlichen Betroffenheit.

Wenn Manager die Verantwortung

für Kostensenkung delegieren,

wird die Umsetzung auf große Widerstände

stoßen. Die Energie fließt

dann lediglich in die Bemühungen,

zu beweisen, dass die Konzepte

nicht funktionieren.

Fazit: Stellen Sie Ihr Unternehmen

jetzt schlank und zukunftsorientiert

auf und nutzen Sie die dargestellten

Überlegungen als Instrumente für

laufendes, nachhaltiges Management

der Effizienz.

Merkmale einer Kostensenkungskonferenz

1. Workshop(reihe) mit Führungskräften

und engagierten Schlüsselpersonen.

2. Klar formulierte Ziele/Aufträge

an die Workshop-Teilnehmer.

3. Unabhängige Moderation, die

keine Eigeninteressen vertritt.

4. Intensive Vorbereitung (relevante

Auswertungen, Analysen).

5. Mischung aus gemeinsamem

Brainstorming zum Ideen generieren

und Kleingruppenarbeit zum

operativen Ausgestalten.

6. Rasch umsetzbare und messbare

Ergebnisse.

i Weitere Informationen:

ICG Infora Consulting Group GmbH

Entenplatz 1a, 8020 Graz

T: 0316/718940-25,

F: 0316/718940-40

Autor Mag. Hubert

Dolleschall,

Partner der ICG

Infora GmbH

und Berater für

Organisationsgestaltung,Unternehmensentwicklung

und

Geschäftsprozessorganisation.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

43


MARKETING

TAGUNG

Seminar O.I.T.A.F. 2009:

Richtlinie 2000/9/EG – elektrische

Seilbahnausrüstung

Dr. Heinrich Brugger, Generalsekretär der O.I.T.A.F. Ernst Rahnefeld, Konsulent und externer Sachverständiger

in Seilbahngenehmigungsverfahren.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

44

Die Interalpin in Innsbruck

bildete auch dieses Jahr

wieder den Rahmen für

ein Seminar der internationalen

Seilbahnvereinigung

O.I.T.A.F. Diskutiert wurde

das Thema „Erfahrungen

in der Anwendung der

Richtlinie 2000/9/EG bei

den elektrischen Ausrüstungen

von Seilbahnanlagen“.

Am 24. April trafen sich die Experten

der O.I.T.A.F. im Saal „Brüssel“, Kongresszentrum

Innsbruck, zum „Elektrotechnik-Seminar“.

Begrüßt wurden

die Teilnehmer von Dr. Heinrich

Brugger, Generalsekretär der

O.I.T.A.F., der sich für die zahlreiche

Teilnahme bedankte und die Seminarleitung

an Dipl.-Ing. Fredy Lang,

IWM – Inspektionsstelle Seilbahnen,

Glattbrugg/CH) übergab.

Als erster Referent zeigte Erich Megert,

SISAG, Altdorf (CH), die

„Richtlinie 2000/9/EG aus der Sicht

eines Herstellers aus der Schweiz“

auf. Er präsentierte die Rechtsgrundlagen

des Landes und ortete

Konfliktpotenzial sowohl mit den

Behörden hinsichtlich Rollenverständnis,

benannter Stellen und

Sachverständiger, mit den Betrieben

hinsichtlich Sorgfaltspflicht und

mit Herstellern in Bezug auf Zertifizierung

und Internationalität.

Ernst Rahnefeld, Konsulent und externer

Sachverständiger in Seilbahngenehmigungsverfahren,

Innsbruck (A), stellte die Sichtweise

eines Gutachters in den Mittelpunkt

seiner Ausführungen. Obwohl man

bei der Erstellung von Gutachten an

die gesetzlichen Vorgaben gebunden

wäre, komme der langjährigen

Erfahrung von Gutachtern große

Bedeutung zu. Sie bringe klare Vorgaben

an die Hersteller und häufig

zeitliche Vorteile in der Erstellung

von Prüfunterlagen.

Ernst Fuchs, Doppelmayr Seilbahnen

GmbH, Wolfurt (A), beschloss

die erste Vortragsrunde mit „Denkanstößen

für den Ersatzteiltausch

und Umbauten von Altanlagen“. Er

zeigte mit Hilfe von Praxisbeispielen

auf, dass Forderungen von Seilbahnunternehmen

nach Konformitätsbescheinigungen

und/oder einer

Konformitätserklärung häufig

nicht zu erfüllen wären.

Doppelmayr stelle in solchen Fällen

sogenannte „Auswirkungsanalysen“

für den Umbau einer Anlage

aus bzw. anstelle der Konformitätserklärung

eine „Herstellererklärung“,

in der ein mindestens gleiches

Sicherheitsniveau bestätigt

werde, wie vor dem Umbau vorhanden.


Erfahrungen aus

Deutschland, Frankreich

und Italien

Nach der Mittagspause begann die

Reihe der Referate mit Johann Disl,

TÜV Süd Industrie-Service GmbH,

München (D). Nach der Vorstellung

des Unternehmens, das auf 50 Jahre

Erfahrung bei der Überprüfung von

Seilbahnen verweisen könne, widmete

er sich der „Sicherheit moderner

Seilbahnen durch den Einsatz

zertifizierter elektrischer Sicherheitsbauteile

und Teilsysteme“. Das modulare

System der europäischen

Seilbahnrichtlinie habe große Vorteile,

wie etwa die Vermeidung von

Mehrfach-Prüfungen bei Teilsystemen

und Sicherheitsbauteilen und

sei für Standardprodukte aus einer

Hersteller-Hand gut geeignet. Darüber

hinaus würden durch sie aber

auch die Anzahl der am Projekt beteiligten

Stellen erhöht und Schnittstellen

geschaffen. Solche Schnitt-

Ernst Fuchs, DOPPELMAYR Seilbahnen GmbH. Fotos: dwl

stellen wurden als „Teil eines Systems“

deklariert, „das dem Austausch

von Informationen, Energie

oder Materie mit anderen Systemen

dient. Eine Schnittstelle wird durch

eine Menge von Regeln beschrieben,

der Schnittstellenbeschreibung.“

Das Schnittstellen-Defizit

führe dann allerdings dazu, dass ein

SEILBAHNPLANUNG

KONZEPTE UND LÖSUNGEN,

DIE BEWEGEN.

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Gefährdungsbild insbesondere bei

Auftreten eines Fehlers nicht sicher

vermieden und deshalb die Sicherheit

verringert werden könne.

Schnittstellendokumente müssten

deshalb den Anwendungsbereich

und Grenzen der Anwendung genau

definieren sowie die Anforderungen

an andere Teilsysteme. Die

Abstimmung der Schnittstellendokumente

solle zwischen dem Hersteller

und der benannten Stelle mit

der Maßgabe erfolgen, dass eine

Einbindung in die Gesamtanlage

ohne Schnittstellen-Defizite möglich

werde.

Für Frankreich gab Fabrice Jacquier,

Société SEMER, Le Fayet (F), Einblick

in die dortigen Erfahrungen von

elektrischen Sicherheitsfunktionen

bei Seilbahnen. Günter Tschinkel,

LEITNER AG, Sterzing (I), widmete

sich dem „Teilumbau der seilbahntechnischen

elektrischen Ausrüstung

einer Anlage“ an einem italienischen

Beispiel. Nach der Präsentation

der gesetzlichen Bestimmungen

stellte er den Fall einer Revision

der E-Anlage einer automatischen

Umlaufbahn vor. Die Problemstellung

lag dabei in der Klassifizierung

der Überwachungsfunktion, den

Schnittstellen und der Abgrenzung

zum Altbestand. In der Ausführung

hatte man sich als Ziele gesetzt, die

Sicherheit der Anlage möglichst

heutigem Standard anzupassen, die

Verfügbarkeit der Anlage zu erhöhen

und einem Ausfall der Sensorik

im Betrieb vorzubeugen. dwl

MARKETING

TAGUNG

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

45


TECHNIK

BESCHNEIUNG

Pumpstationen von TechnoAlpin:

das Herz der Beschneiungsanlage

Die Pump -

station Vallos

in Lenzerheide

(CH).

Fotos: Techno-

Alpin

Die maximale Wirtschaftlichkeit einer Beschneiungsanlage kann nur dann erreicht werden, wenn sie

genau auf die Kundenbedürfnisse zugeschnitten wird und ein flexibler und vielseitiger Betrieb möglich

ist. Damit von Beginn an alle Komponenten exakt aufeinander abgestimmt werden, kommt bei

TechnoAlpin alles aus einer Hand: Vom ersten Gespräch über die Planung und Umsetzung vor Ort bis

hin zur Inbetriebnahme und dem Kundenservice. TechnoAlpin kümmert sich um die Sicherstellung

der Wasserversorgung, die Verlegung von Rohrleitungen, die Installation von Lanzen und Propellermaschinen

und nicht zuletzt um die Errichtung von Kompressor- und Pumpstationen.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

46

In der Pumpstation, dem Herzstück

einer jeden TechnoAlpin Beschneiungsanlage,

kommen ausschließlich

hochwertige Komponenten

zum Einsatz: Filteranlagen von Boll

& Kirch, Pumpen von KSB und Caprari,

Kompressoren von Kaeser und

Elektromotoren von Siemens und

ABB. Den hohen Anforderungen an

die Ventiltechnik wird man mit dem

von den snow experts selbst entwickelten

Regelventil mit Lochdrossel-

kegel gerecht. Es ermöglicht eine

optimale Druck- und Durchflussregelung

in der Pumpstation, schützt

den Pumpenmotor vor Überstrom

und die Pumpe selber vor Kavitation.

Die Pumpen werden mit diesem

Regelventil optimal in der Kurve gehalten.

Bei Pumpstationen geht es um weit

mehr als nur die Pumpe selbst: Es

gilt vielmehr, bestehende oder neu

zu errichtende Gebäude gut auszu-

nutzen, mittels detaillierter Vorplanung

in 3D die Dimensionierung zu

optimieren und alle Komponenten

bestmöglich aufeinander abzustimmen.

Platzverhältnisse, Montierbarkeit

und Bedienbarkeit werden

wohldurchdacht im Voraus geplant

– nichts wird dabei dem Zufall überlassen.

Auf die Raumklimatisierung

wird dabei ebenso eingegangen wie

auf die Wartungsfreundlichkeit und

auch länderspezifische Vorgaben -


etwa zur Wasseraufbereitung - werden

berücksichtigt. Auch dem Thema

Sicherheit wird ein hoher Stellenwert

eingeräumt: So funktionieren

alle TechnoAlpin Pumpstationen

über einen Notbetrieb-Modus,

unabhängig davon, ob es sich um

manuell oder automatisch betriebene

Typen handelt. Wenn also die

Steuerung über SPS ausfallen sollte,

so sind die Grundsicherheiten und

der Betrieb dennoch jederzeit gewährleistet.

Die elektrotechnische

Steuerung durch und durch drahtbruchsicher

vorzusehen ist eine weitere

wichtige Maßnahme im Sinne

der Sicherheit.

Bauteile renommierter

Firmen

Elektrotechnische Geräte und Bauteile

stammen ausschließlich von renommierten

Firmen. So wird auf die

Produktpalette von Schneider Electric,

Siemens, ABB und Rittal zurückgegriffen;

Partner im elektronischen

Bereich sind IFM, Siemens und

Phoenix. In TechnoAlpin Pumpstationen

verfügen alle Schaltschränke

über bedienerfreundliche Displays

und/oder Touchscreens. Anstelle

der kosten- und wartungsintensiven

mechanischen Freilaufrückschlagventile

setzt TechnoAlpin auf ein

selbst entwickeltes pneumatischelektrisches

Konzept mit Federrücklauf.

Der Vorteil: Es können bei jedem

Pumpentyp dieselben Komponenten

verwendet werden, es ändern

sich nur die Druckklassen und

die Blende.

Softwaretechnisch können alle bestehenden

und neuen Pumpstationen

in die TechnoAlpin Leitsysteme

ATASS oder ATASSplus eingebunden

werden. Diese Steuerungstools

wurden vom TechnoAlpin Programmiererteam

entwickelt und sind daher

genauestens an die Anforderungen

in der technischen Beschneiung

angepasst. Über Jahre wurden laufend

Lösungen für die unterschiedlichsten

Regelsituationen entwickelt

und das System so zunehmend sicherer

gemacht. Die Steuerungen

der Pumpstationen können bei Bedarf

über Lichtwellenleiter miteinander

vernetzt werden und ermöglichen

dadurch einen Datenaustausch

in Echtzeit. Auf die Inbetriebnahme

legt TechnoAlpin besonders

großen Wert: Dabei wird

die Software auf Herz und Nieren

geprüft, und die Betriebszustände

werden anlagen- und kundenspezifisch

angepasst und mit dem Kunden

durchgespielt. Jede Steuerung

wird immer auf die jeweilige Anlage

TECHNIK

BESCHNEIUNG

und auf die Erfordernisse der Kunden

zugeschnitten programmiert.

24 Stunden-Betreuung

Egal, ob es um die Software oder

die elektrohydraulische Installation

240 Sekundenliter

wird die neue

Pumpstation in

Borovets (BUL)

im Endausbau

leisten.

Mittels Laser

werden Motor

und Pumpe

exakt aufeinander

ausgerichtet.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

47


TECHNIK

BESCHNEIUNG

In San Sicario

hat TechnoAlpin

eine vollwertige

Container-

Pumpstation errichtet

– High-

Tech auf kleinstem

Raum.

Auch in Levi,

dem nördlichsten

Weltcup-

Austragungsort,

stammt die PS

von den snow

experts.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

48

geht – durch die 25 Niederlassungen

weltweit ist TechnoAlpin immer

in Kundennähe und Serviceeinsätze

können rasch bewerkstelligt werden.

Auch wenn man sich in der Regel

auf die Technik verlassen kann,

so muss im äußerst sensiblen Bereich

der technischen Beschneiung

für den Notfall eine 24 Stunden-Betreuung

gewährleistet sein. Von der

Servicezentrale der TechnoAlpin in

Bozen aus kann man über eine VPN-

Verbesserung der Ökonomie:

• Keine Kondensation bei Wasserleitungen

(Schwitzen) durch Informationsmanschetten

• Längere Nutzungsdauer der beschneiten Pisten

• Kostenreduktion bei der Pistenerhaltung

• Reduktion des Wasserverbrauchs

• Energetisiertes Wasser ist bei höheren

Temperaturen schneibar

plus BIO DICHTUNGSBAHNEN

energetisiert nach Dr Ellmauer (EWV-System)

AGRU Kunststofftechnik GmbH | A - 4540 Bad Hall

tel: +43 (0) 7258 790 - 0 | fax: +43 (0) 7258 3863

e-mail: office@agru.at | internet: www.agru.at

Worldwide Competence

in Plastics

Verbindung (bei fehlendem Internetanschluss

in der Pumpstation

auch über ein Mobilfunkmodem

GSM, GPRS, EDGE, UMTS…) auf die

Steuerung der Pumpstation zugreifen

und entsprechende Servicemaßnahmen

durchführen.

Die Beispiele Lenzerheide

und Borovets

Eine Anlage, deren Pumpstation

beispielhaft für die obengenannten

Vorteile ist, in der Lenzerheide

(CH). 2007 hat

TechnoAlpin dort die

Pumpstation Vallos errichtet.

Dem Bau ist eine

intensive Planungsphase

in Zusammenarbeit mit

dem Ingenieurbüro und

dem Kunden in der Person

von Schneimeister

Martin Cola vorausgegangen.

Damit der Kunde

sich auch in der Zukunft

auf eine schlagfertige

Beschneiungsanlage

stützen kann, sind mögliche

Erweiterungen bereits

in der Planung berücksichtigt

worden. So

leistet die Pumpstation

im Moment 250 l/s, im

Endausbau soll sie dann

350 l/s ins Leitungsnetz

einspeisen (in ein Leitungssystem

parallel zu

den 3 anderen Pumpstationen).

Das Wasser für

die Schneeerzeugung

stammt aus einem Speichersee

mit einem Volumen

von 110 000 m 3 .

Die Leerrohre wurden direkt

in den Beton einge-

gossen, sodass kein Zwischenboden

für die Verkabelung vorgesehen

werden musste.

Im bulgarischen Borovets wurde

2008 eine Pumpstation errichtet,

die dem neuesten Stand im Bereich

des Anlagenbaus entspricht. 3 Vordruckpumpen

à 110 kW und 3

Hochdruckpumpen à 500 kW ergeben

einen Arbeitsdruck von 95 bar.

Die Rohre und Armaturen der

Druckklasse PN 100 werden damit

bis zum äußersten Limit ausgereizt.

Im Moment bringt es die Pumpstation

in Borovets auf 120 l/s, während

sie im Endausbau 240 l/s leisten

wird. Bislang stammt das Wasser zur

Beschneiung aus einem Fluss. Sobald

der 35 000 m 3 große Speicherteich

fertig gestellt sein wird, kann

das Wasser je nach Bedarf aus dem

Fluss, dem Speicherteich oder aus

beiden zusammen entnommen

werden.

Potenzial für

Kostenoptimierung

So wie die TechnoAlpin Propellermaschinen

und Schneilanzen ständig

weiterentwickelt werden, so

gibt es auch im Bereich der Pumpstationen

immer wieder Verbesserungen.

Gerade die Pumpstationen

bergen ein großes Potenzial, um die

Beschneiung sowohl im Bau, als

auch in der Wartung und im Betrieb

möglichst kostengünstig zu gestalten.

Mittlerweile kann TechnoAlpin

aus knapp 20 Jahren Erfahrung im

Anlagenbau schöpfen, und diese Erfahrung

fließt immer wieder in die

Entwicklungsarbeit ein. Allein im

letzten Jahr wurden über 150 Projekte

mit Pumpstationen realisiert.

dm


KAESER SNOWSYSTEM:

Druckluft maßgeschneidert

für Beschneiung

Druckluft stellt einen

wesentlichen Faktor für ein

optimales Schneiergebnis

dar. Ausschlaggebend ist

zum einen die Einhaltung

der technischen Para -

meter, zum anderen spielt

natürlich die Kostenfrage

eine entscheidende Rolle.

Mit dem SNOWSYSTEM

ist KAESER Kompressoren

in jeder Hinsicht ein

großer Wurf gelungen.

Die Druckluftaustrittstemperatur

bestimmt weitgehend, ob ein Kristallisationskorn

gebildet und somit

erfolgreich beschneit werden kann.

Direktgekuppelte KAESER Schraubenkompressoren

arbeiten von

Haus aus bei sehr niedrigen Betriebstemperaturen

von etwa 80°C.

Der Druckluftnachkühler, der mit einem

Radiallüfter gekühlt wird, reduziert

die Druckluft-Temperatur bei

Standardanlagen bereits auf ca 5°C

über Umgebungstemperatur. Dieser

großzügig dimensionierte Kühler

erlaubt den Einsatz der Schraubenkompressoren

für Beschneiung

ohne zusätzlichen Nachkühler. Für

das SNOWSYSTEM entwickelte

KAESER ein spezielles Regelungskonzept,

das eine Drucklufttemperatur

von 3 – 7°C gewährleistet, die

für die Beschneiung ideal ist.

Das Regelungskonzept beinhaltet

eine im Kompressor integrierte

Druckluft-Temperaturregelung, die

mittels Kühlluftmengenregelung für

den Nachkühler die Einhaltung der

eingestellten Drucklufttemperatur

sicherstellt. Der für die Raum-Temperaturregelung

benötigte Proportionalregler

samt Temperatursensor

ist ebenfalls im Kompressor integriert.

In Abhängigkeit von Raum- und

Drucklufttemperatur sorgt das Konzept

für eine stetige Regelung der

Zu-Fortluftklappen, gegenläufig zur

Umluftjalousie. Die Temperatur im

Kompressorraum wird bei einem

Sollwert zwischen 10 und max.

15°C konstant gehalten.

Die Vorteile von

SNOWSYSTEM:

. Kein zusätzlicher Nachkühler, dadurch

günstiger in der Anschaffung.

. Die gewünschte Drucklufttemperatur

im Bereich 3 – 7°C kann über

Sollwertregler im Kompressor-

Schaltschrank eingestellt werden.

. Konstante Raumtemperatur 10 –

15°C – kein Frostproblem, kein Hitzestau.

. Die Druckluft-Filtration ist betriebsfertig

am Kompressor montiert.

Die Druckluftqualität ent-

TECHNIK

BESCHNEIUNG

Innenansicht der

schlüsselfertigen

Druckluftstation

KAESER

SNOWSYSTEM.

Foto: KAESER

spricht Klasse 1 nach DIN/ISO

8573–1.

. Elektronische Kondensatableiter

sichern zuverlässige Kondensatabscheidung.

. SNOWSYSTEM kann natürlich in

jede Visualisierungs- bzw. Warte-Lösung

einbezogen werden.

. Montagezeit und -aufwand vor

Ort sind minimal.

. SNOWSYSTEM ist komplett verrohrt,

voreingestellt und werksgetestet.

Beschneiungsanwendungen sind

für KAESER ein wichtiger Markt. Die

SNOWSYSTEM-Technologie wird

bereits von Spanien bis Sibirien eingesetzt

und sorgt für ungetrübten

Pistenspaß. SNOWSYSTEM ist mit

Liefermengen zwischen 3,18 bis

42,25 m³/min lieferbar, der Betriebsdruck

reicht von 8 – 9 bar.

i Infos:

KAESER Kompressoren GmbH

info.austria@kaeser.com

www.kaeser.at

4/2009 MOUNTAINMANAGER

49


Auch im Endausbau nur

25 % Beschneiung

Die heurige erste Etappe wird die

beschneibare Fläche am Kitzsteinhorn

um 15 – 20 % auf 34 ha vergrößern.

Da jedoch insgesamt 200

Das Skigebiet der

Gletscherbahnen

Kaprun umfasst

200 ha, davon

130 ha am Gletscher.

Fotos: GLB Kaprun

ha Skifläche zur Verfügung stehen –

davon 130 ha Gletscherfläche – ist

der Beschneiungsgrad dieses Skigebietes

immer noch gering. Sogar im

Endausbau werden es „nur“ 45 bis

50 ha oder ca. 25 % sein. „Diese

sind aber notwendig, da sich der

Trend zur Warmperiode bekanntlich

fortsetzen wird. 1981/82 ist der

Gletscher zum letzten Mal gewachsen.

Seither haben wir pro Jahr

ø 1 m an Mächtigkeit verloren.

Trotzdem bestehen an der stärksten

Stelle noch 100 m. Wichtig ist für

uns, dass das Gletscherbett, sprich

der Fels, als gleichmäßige Fläche zurückbleibt.

Dann ist auch ohne Gletscher

eine gute Bewirtschaftung

möglich – Maschinenschnee vorausgesetzt“,

so Brennsteiner.

Verdreifachung

der Wasserleistung

Auf dem Weg zur Verdreifachung

der Wasserleistung wird die Pumpstation

der ersten Ausbaustufe 120

l/s beisteuern. Sie wird, wie auch die

folgenden beiden, mit je 400 kW-

Pumpensätzen von ITT Vogel ausgerüstet.

Die Elektrotechnik im Pumpwerk

stammt von Siemens, ebenso

das automatische Leitsystem, welches

jedoch nun upgedatet werden

muss. Das Wasser wird aus 1 560 m

Höhe von den Stauseen Hauptstufe

der Verbund Austrian Hydro Power

(VAHP) bezogen und von dort via

Pumpstation Grubbach bergwärts

zum Speicherteich Langwiedboden

gefördert.

Von den 50

SUFAG-Schneema

schinen werden 5

auf Schwenkarm

in exponierten Lagen

eingesetzt.

www.ilf.com

TECHNIK

BESCHNEIUNG

„Ab dort wird 2011 zur bestehenden

Pumpstation Langwiedboden I

eine neue Pumpstation Langwiedboden

II, umfassend ein großes

oberes Pumpwerk mit ca. 120 l/s,

Wasserleistung und ein unteres

Pumpwerk mit ca. 40 l/s Wasserleistung

installiert. Das Wasser wird ab

Langwiedboden für die Schneeproduktion

bergwärts bis in den Bereich

Alpincenter und weiter für die

Nachspeisung des natürlichen,

120 000 m 3 Volumen fassenden

Gletschersees auf 2 340 m verwendet.

Diesen Gletschersee weiter aufzustauen

wurde nach Abklärungen

mit der Behörde aus Naturschutzgründen

verzichtet“, informiert DI

Speckle von ILF den Mountain Manager.

„Im Bereich Gletschersee

wird über eine neue Wasserfassung

Gletschersee II neben der bestehenden

Wasserfassung Gletschersee I

und einer neuen Wasserzuführung

im Jahr 2009 eine neue Pumpstation

Gletschersee II für die Beschneiung

bergwärts des Gletschersees in

Höhen von derzeit ca. 2700 m errichtet.

Somit sieht der heurige Ausbau-Umfang

die Installation des

SCHNEEANLAGENPLANUNG

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FASZINATION ENGINEERING

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ILF Beratende Ingenieure ZT GmbH

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

53


Interfab

reüssiert mit JCN

Die Interfab Snowbusiness GmbH Innsbruck meldet einen

Großauftrag für die Lanzen-Beschneiungsanlage Rast -

kogel der Zillertaler Gletscherbahnen sowie Projekte in

Berwang und Ischgl. Weiters wurden die neue Lanze

„RUBIS EVOLUTION“ mit veränderter, geradliniger Kopfform

sowie der Hydrant „Ventil YB“ als Neuerungen in

einer Nullserie präsentiert – sozusagen ein Vorgeschmack

auf die 2010/2011.

Sehr zufrieden scheint die renommierte

Seilbahner-Familie Dengg

mit Interfab Snowbusinbess zu sein.

Anders ließe sich der neuerliche

Großauftrag für den Rastkogel mit

250 RUBIS-Schneilanzen sowie dem

Masterleitsystem Liberty von Johnson

Controls Neige kaum erklären.

In der Baustufe 1 werden 150 RUBIS

R10CC und RUBIS R6ST geliefert, in

der Baustufe 2 nochmals 100 beider

Typen. In den Jahren zuvor hatte Interfab

die Beschneiungsanlagen

Ehrwalder Alm, Hintertux und Finkenberg

für denselben Betreiber

ausgerüstet!

Projekte in Berwang

und Ischgl

Weiters kommt Interfab bei der neuen

Beschneiungsanlage „Thanellerkarlift“

in Berwang mit 60 vollautomatischen

RUBIS und SAFYR zum

Zug. Für eine zukünftige Erweiterung

sind ca. 50 Schächte mit diesen

beiden Schneilanzen vorgesehen.

Versorgt werden die Schneeerzeuger

aus dem neuen 75 000 m 3

fassenden Speicherteich und einer

Pumpstation mit bis zu 200 l/s Wasserdurchsatz

und zwei Kompressoren

á 250 kW.

Ischgl erweitert seine BSA wieder

mit JCN und zwar um 102 Stück der

neuen vollautomatischen RUBIS

R10 EVOLUTION und RUBIS R10 ST.

Damit ist diese JCN-Anlage mit nunmehr

über 800 Lanzen nicht nur die

größte im deutschen Alpenraum,

sondern auch eine der größten

weltweit.

Neuheit:

Rubis EVOLUTION

Basierend auf dem Konzept Oxygen

präsentierte Johnson Controls heuer

auf der Interalpin die RUBIS EVOLU-

TION mit folgenden Verbesserungen:

. Starttemperatur: Optimierte

Funktion im Grenzbereich (1 °C

früher als Rubis CC)

. Betriebsdruck: Minimum 18 bar

Druck

. Schneequalität: Optimierung der

Qualität in allen Betriebsarten

. Der Sprühwinkel erlaubt es, sehr

unterschiedliche Pistenprofile und

-größen abzudecken;

Vorteile der neuen Kopfform:

. Garantiert neue Leistungsergebnisse

. Verbessert den Schutz vor Vereisung

. Erleichtert die Montage / Demontage

. Erleichtert den Transport und die

Lagerung

Der neue Hydrant

„Ventil YB“

. Reduzierter Platzbedarf: H 428 *, L

323 * I 302

. Geringeres Gewicht: 14 kg

. 2 parallele Kolben: 1 für Wasser

und 1 für Luft (Wasser und Luftkreislauf

unabhängig voneinander)

TECHNIK

BESCHNEIUNG

. Entleerung des Luftkreislaufes talseitig

beim Schließen des Ventils

. Reinigung des Luftkreislaufes

bergseitig beim Öffnen des Ventils

. Getriebemotor mit variabler Geschwindigkeit

. Schrittmotor (1 einziger Endschalter)

. Reduzierte Leistung Getriebemotor:

12 W

. Schließen bei Spannungsabfall

(FMT)

. Vereinfachter elektrischer Anschluss

(2 Stecker)

. Sicherheit für Personen: 24 V

Gleichstrom (TBT)

. 3 Druckfühler (Wasserdruck kanonenseitig,

Wasserdruck leitungsseitig,

Luftdruck kanonenseitig)

Das bedeutet zusammengefasst:

. Kompaktheit: im Schacht erreichbar/zugänglich

. Innovative Technologien: Motortype

„bürstenlos“ ohne Endschalter

und Schließen bei Fehlen von

Spannung (Super-Kondensator)

. Sicherheit für Betriebspersonal:

Niederspannung 24V

. Reduzierter Energieverbrauch des

Ventils;

Die neue RUBIS

EVOLUTION

wurde von Interfab

bereits im

April auf der Interalpinpräsentiert.

Im Bild

Mitarbeiter Gerhard

Gapp.

Foto: mak

4/2009 MOUNTAINMANAGER

55


TECHNIK

BESCHNEIUNG

Die neue Doppellanze

Gemini

Aeros ist bereits

am Hintertuxer

Gletscher erfolgreich

im Einsatz.

Schneileistung bis

zu 8l/s.

Foto: Gemini

Der Hype beim Schneeanlagenbau ist

vorüber, die Zahl der Anbieter weiterhin

groß. Folglich befindet man sich in

einer Phase, in welcher der Preis immer

wichtiger wird. Denn die Unterschiede

bei den Produkten selbst sind

marginal. Da muss man schon in anderen

Bereichen wie Service, Beratung

und Komplettangebot suchen. Die Frage

ist, auf welche Zukunft wir zusteuern:

zwei, große Anbieterblöcke á la

Pistenfahrzeuge und Seilbahnen oder

bleibt die Vielfalt. Das könnte der

Markt jetzt noch bestimmen. MM-

Chefredakteur Dr. Kalchgruber führte

dazu ein Interview mit Gemini-Geschäftsführer

DI Gerald Reisenauer.

DI Gerald Reisenauer,

GF von

Gemini in Mürzzuschlag,

stellt

sich auf eine künftig

reduzierte Produktion

von

Schneigeräten ein.

Foto: mak

MOUNTAINMANAGER 4/2009

56

Interview mit DI Gerald Reisenauer,

GF von HDP Gemini:

Zukunft verlangt

weniger Output,

aber offene Systeme

MM-Frage: „Herr Reisenauer, wie ist

das letzte Geschäftsjahr verlaufen?“

Reisenauer:

„Unser Geschäftsjahr erstreckt sich

jeweils von März bis März. Von 08

auf 09 stellte sich ein leichtes Umsatzplus

von ca. 3 % auf 18 Mio. €

ein. Wir haben 650 Lanzen und 50

Propellermaschinen abgesetzt, so

wie die Jahre zuvor.“

MM-Frage: „Was waren die wichtigsten

Projekte 2008?“

Reisenauer:

„Dazu zählen die Aufträge der Zillertaler

Gletscherbahnen mit „Frau

Holle“-Propellermaschinen und der

neuen Areane-Lanze, weiters von

den Lienzer Bergbahnen, Tiroler

Zugspitzbahnen, Leoganger Bergbahnen,Neukirchen/Großvenediger,

Fisser Bergbahnen, BB Veitsch,

Liftanlagen Zahmer Kaiser, Unterbergbahnen

Kössen, Hopfgarten,

Obertauern (Gebr. Krings), in Italien

Lizzolla, Brusson, Maniva, Cimone,

Ronco Carbon, Melette, Kupres in

Bosnien-Herzegowina, Kravavec

und Rogla in Slowenien, Krynica

und Zielenic in Polen.“

MM-Frage: „Welche Entwicklung

nimmt das laufende Geschäftsjahr,

welche aktuellen Projekte stehen

an?“

Reisenauer:

„Bisher liegen derzeit Aufträge von

den Bergbahnen Katschberg,Jungholz

(Pumpstation), Skischaukel

Berwang, Hintertuxer Gletscher

(Ausbau), Hopfgarten (Erweiterung),

Großarl, Berglift Stuhleck/

Semmering, Obergurgl, Braunwald

(CH), Muju in Korea (62 Stk. Aeros)

vor. Ich schätze, dass es heuer einen

allgemeinen Auftrags-Rückgang geben

wird, und zwar nicht aufgrund

der Wirtschaftssituation, sondern

wegen einer gewissen Sättigung einerseits

und den letzten zwei relativ

kalten Wintern. Man kann auch in

den nächsten Jahren im Alpenraum

nicht mehr mit den hohen Stückzahlen

der Vergangenheit rechnen.

Auch der Aufholbedarf in Osteuropa

wird daran nichts Wesentliches ändern.

Die Nachfrage steigerte sich

von 1998 bis 2007 kontinuierlich,

seither ist der Hype erreicht. Die

großen Investitionen der Seilbahnbranche

in der Beschneiung sind


getätigt. Wir als Anbieter müssen

mit einem reduzierten Bedarf auch

leben bzw. uns darauf einstellen

können! Wer große Strukturen aufgebaut

hat, wird sich schwerer tun,

diese zurückzufahren. Aber begonnen

haben wir ja alle mit weniger

Output und haben auch gelebt!“

MM-Frage: „Gibt es einen Lanzenboom

bzw. welche Trends können Sie

erkennnen?“

Reisenauer:

„Wir sind jetzt in der Phase des bloßen

Abtauschens von den Schneigeräten.

Zusätzlich wollen die meisten

eine möglichst schlagkräftige

und vollautomatische Beschneiung

haben. Am liebsten wäre es den Betreibern,

alle 50 m einen Turm platzieren

zu können, und das möglichst

auf beiden Seiten. Kaum jemand

kann und will ja mit sehr vielen

Schneigeräten manipulieren,

daher geht der Trend eindeutig zu

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fixen Installationen – Lanzen oder

Turmmaschinen. Außerdem animiert

unser Abschreibungssystem

nach 10 Jahren zur Ersatzinvestition.

Wer jedoch eine Lanzenanlage betreibt,

braucht nach 10 Jahren nicht

investieren, weil diese für 30 oder

mehr Jahre ausgelegt ist. Dieses

Geld kann der Betreiber stattdessen

in die Infrastrukur stecken und so

am „Image arbeiten“!

MM-Frage: „Trotz der o. a. Sättigung

kommen laufend neue Lanzen auf

den Markt – siehe Interalpin. Wird

dadurch der Verdrängungswettbewerb

angefeuert oder haben tatsächlich

so viele Typen Platz?“

Reisenauer:

„Ja, es gibt sicher 30 – 40 Lanzen am

Markt. Viele versuchen sich in eine

Sogwirkung hineinzubegeben, die

längst nicht mehr existiert. Grundsätzlich

ist zu bedenken, dass es

nicht um die Lanze allein geht, son-

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TECHNIK

BESCHNEIUNG

Anlieferung der Areane-Lanzen am Hintertuxer Gletscher

mit dem Helikopter. Foto: Gemini

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

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57

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TECHNIK

BESCHNEIUNG

Der Pumpstationsbau

hat bei

Gemini 2008 an

Bedeutung gewonnen.

Foto: Gemini

Die optimierte

S20 „Frau

Holle“ als Turmlösung

in Großarl.

Foto: Gemini

MOUNTAINMANAGER 4/2009

58

dern um die ganze Peripherie. Die

Lanzen machen nur 20 % vom

Gesamtpreis einer Schneeanlage

aus. Daher ist es auch nicht so

dramatisch, wenn eine Lanze z. B.

10 % mehr kostet. Das sind vom Gesamtinvestitionsbetrag

dann nur

noch 2 %. Wichtiger für den Kunden

ist, einen guten Partner für das

komplette System zu finden.

Eine Lanzenanlage verbraucht im

Vergleich zu einer Propelleranlage

wesentlich weniger Energie. Wir liegen

mit unseren Gemini ECO sehr

gut.

Eine weitere Reduzierung des Energieeinsatzes

wäre durchaus möglich,

aber in der Praxis werden wieder

andere Nachteile wie instabiles

Schneiverhalten bei raueren Wetterbedingungen

oder Vereisungsgefahr

und kompliziertere Regelung

verstärkt. Aus diesen Gründen treiben

wir die Entwicklung in diesem

Richtung auch nicht besonders voran.“

MM-Frage: „Wie sieht derzeit eure

Lanzen-Produktpalette aus? Welches

Gerät ist für welche Anwendung vorgesehen?“

Reisenauer:

„Wir haben drei Arten von Typen in

der Produktpalette: die Gemini Aeros

mit Schwerpunkt hohe Leistung

im Grenztemperaturbereich (ab 0°C

FKT bei 70 % Luftfeuchtigkeit), die

Gemini Eco mit Schwerpunkt Funktionalität,

Einfachheit, kostengünstig

und die neue Gemini Areane mit

Schwerpunkt „große Schneemen-

ge“ – sie setzt in

der Doppelkopf-

Ausführung bis

8 l/s durch. Die

Schneier am HintertuxerGletscher

sind sehr

zufrieden mit der

Areane und haben

bereits wieder

nachbestellt.

Alle Typen gibt es

in der Variante

mit zuschaltbaren

Düsen und mit

Zentralluft oder

Rucksack-Kompressor. So kann jeder

Betreiber gemäß seinen Prioritäten

entscheiden: Preis, Grenztemperatur

oder extreme Menge. In vielen

Fällen werden die Typen auf einer

längeren Piste auch gemischt

bestellt, z. B. unten Aeros, oben

Areane oder Eco etc.“

MM-Frage: „Wie reüssiert die Propellerkanone

Frau Holle S20A nach

den Optimierungen?“

Reisenauer:

„Wir hatten früher etwas Imageprobleme

mit der damaligen S10 bezüglich

Leistungsfähigkeit. Daraufhin

wurden Verbesserungen bei der

Aerodynamik durchgeführt und die

Bedienungseinheit an der Maschine

wurde extrem vereinfacht. Die neue

S20 ist extrem gut im Grenztemperaturen

um die 0° C. Leider konnten

wir das beim Schneitest in Lech

nicht zeigen, da die Temperaturen

immer um die – 10° C lagen. Große

Referenzen sind Lienz, Hopfgarten,

Hintertuxer GLB oder Kravavec, Kupres,

Rogla. Leider dauert es einige

Zeit, bis die Kunden uns auch als

kompetenten Propellermaschinenhersteller

akzeptieren. Aber es wird

von Jahr zu Jahr besser.“

MM-Frage: „Wie entwickelt sich der

Bereich Pumpstationsbau?“

Reisenauer:

„Der Pumpstationsbau hat sich bei

uns weiterentwickelt, 15 – 20 Projekte

werden jährlich schlüsselfertig

abgewickelt. Wir haben am Sektor

Hydraulik bereits viel Know-how

aufgebaut und kommen deswegen

immer häufiger als Generalunternehmer

zum Zug. Vor allem unsere

Detailplanung, die hydr. Auslegung,

unsere große Erfahrung und die

hochwertigen Komponenten sowie

professionelle Montage garantieren

Pumpanalgen mit hohem, langem

Nutzwert. Wir erwirtschaften damit

ein Drittel vom Gesamtumsatz.“

MM-Frage: „Wie erleben Sie die derzeitigen

Prozesse am Beschneiungsmarkt

unter den Anbietern? Ist

die Entwicklung „kundenfreundlich“

und „nachhaltig“?

Reisenauer:

„Ich bin der Meinung, dass die Weitsichtigkeit

bei den Kunden in punkto

offene Steuerungssysteme oft

nicht gegeben ist. Dadurch begibt

man sich in Abhängigkeit von einem

Anbieter, die mit uns nie passieren

könnte. Denn Gemini setzt

nur ein offenes System mit einer

standardisierten Industriesteuerung

ein, die jeder Techniker weltweit bedienen

und servicieren kann. Damit

lässt sich jeder Schneeerzeuger

steuern. Solche Bindungen entsprechen

eigentlich nicht dem Zeitgeist“

MM-Frage: „Der Preisverfall dominiert

doch seit Jahren die Schneiszene.

Ist das nicht ruinös auf Dauer?“

Reisenauer:

„Das ist eine ganz normale wirtschaftliche

Entwicklung, eine kaufmännische

Tatsache. Wenn die Produktattraktivität

hoch und die Anzahl

der Hersteller klein ist, kann

man natürlich einen besseren Verkaufspreis

erwirtschaften als jetzt.

Wir setzen hier eher auf Service,

Wartung und Beratung. Global wollen

und können wir nicht mitspielen,

dafür gezielt in Österreich und

angrenzenden Alpenstaaten bzw.

Osteuropa. Wir müssen uns nicht

auf einen ruinösen Preiskampf einlassen

und könnten dank unserer

Firmenstruktur auch mit kleineren

Stückzahlen existieren.“

MM: „Herr Reisenauer wir danken.“


AGRU BIOplus steht für eine völlig

neue Generation von Dichtungsbahnen

für den Wasserbau. Durch

die beidseitig strukturierten AGRU

MICORSPIKE Dichtungsbahnen

können steile Böschungen in exponierten

Lagen standsicher gebaut

werden. Bei Speicherteichen im alpinen

Bereich ist dies von enormem

Vorteil, da sich damit die Speicherkapazität

erhöhen lässt. Das dort

gespeicherte Wasser wird während

der Wintersaison für Beschneiungsanlagen

genutzt und im Sommer

gibt es für die Bergbahnen einen

Mehrwert als touristisches Ausflugsziel.

Positive Beeinflussung

des Wassers

AGRU BIOplus Dichtungsbahnen

werden sowohl bei der Herstellung

als auch bei der Verlegung durch ein

spezielles Verfahren nach dem Wissenschafter

Dr. Hans Ellmauer energieangereichert

und sind so in der

Lage, das Wasser positiv zu beeinflussen.

Durch diese Eigenschaft heben

sich AGRU Dichtungsbahnen

klar von anderen Produkten ab.

Erstmals wurde dieses System vor

ca. 10 Jahren beim Bau des Pengelstein-Speicherteiches

in Kitzbühel

eingesetzt. Die Erwartungen an das

Produkt wurden übertroffen: „Kitzbühel

ist und war immer ein Vorreiter

bei neuen Technologien. Der

Feldversuch Kitzbühel ist einzigartig.

Der Speichersee am Pengelstein

weist bis heute keine störende Algenbildung

auf“, bestätigt technischer

Direktor Ing. Peter Rudig. Kitzbühel

hat mittlerweile fünf Speicherteiche

mit dem BIOplus System

ausgestattet!

Zahlreiche, über Jahre nachgewiesene,

ökologische und ökonomische

Vorteile machen die AGRU

BIOplus Dichtungsbahnen zu einem

essentiellen Element von Beschneiungsanlagen.

Einerseits erhöht

sich die Wasserqualität und die

Algenbildung bleibt aus. Andererseits

verändert sich die Kristallstruktur,

wodurch die Piste länger haltbar

und atmungsaktiver wird. Kosteneinsparungen

sind sowohl aufgrund

der längeren Nutzbarkeit der beschneiten

Piste, als auch durch einen

reduzierten Wasserverbrauch

zu erreichen. Energetisiertes Wasser

hat außerdem den großen Vorteil,

dass es bei höheren Wassertemperaturen

schneibar ist.

Zum Unternehmen

AGRU ist Spezialist für die Produktion

und den weltweiten Vertrieb innovativer

Kunststoffprodukte. Das

AGRU Produktportfolio reicht von

Druckrohren, die z. B. bei der Druckluftversorgung

der Schneekanonen

und Schneilanzen zum Einsatz kommen

und Halbzeugen über Betonschutzplatten

bis hin zu Dichtungsbahnen.

Dabei setzt AGRU auf einen

kontinuierlich hohen Standard und

intensive Verbesserungsarbeit.

TECHNIK

BESCHNEIUNG

AGRU BIOplus –

die energetisierenden

Dichtungsbahnen

Österreich, Zentrum des Wintertourismus. Kilometerlange Pisten, Pulverschnee, Hüttengaudi

– um in diesem wichtigen Wirtschaftszweig erfolgreich sein zu können, müssen

die Pisten bei jeder Witterung optimal beschneit und präpariert sein. Dies wird durch

die AGRU BIOplus Dichtungsbahnen unterstützt, die im oberösterreichischen Bad Hall in

einem Spezialverfahren hergestellt werden.

AGRU BIOplus Dichtungsbahnen für den Umweltschutz.

Fotos: AGRU Kunststofftechnik GmbH

Mit einem Exportanteil von 90 %

hat sich AGRU einen internationalen

Namen gemacht und sorgt vor allem

im Rohrleitungs- und Apparatebau

sowie in der Umwelt- und Bautechnik

für maximale Sicherheit und

Dichtheit – den nachhaltigen Umweltschutz

immer im Auge.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

59


TECHNIK

BESCHNEIUNG

Seit die Schweizer NESSy nach dreijähriger Entwicklungszeit zur Saison

2007/2008 erstmals „auftauchte“, definiert sie für viele die Verhältnisse

am internationalen Schneimarkt neu. Gegenüber vergleichbaren HD-Erzeugern

positionieren sich die ein- oder mehrstufigen Bächler-Lanzen

mit deutlich geringeren Luft- und damit Energieverbräuchen. Mit sehr

guten Grenztemperatur-Leistungen „schiessen“ sie dabei gleichzeitig

gegen herkömmliche ND-Propelleraggregate, die plötzlich in ihrer ureigenen

Domäne in Sachen Energieeffizienz, Anschaffungskosten und

Lärmentwicklung ganz alt aussehen.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

60

Vom Labor auf die Piste

Die Entwicklung des Neuen Energieeffizienten

Schnei-Systems verband

unter Federführung der

Schweizer Förderagentur für Innovation

– KTI – jahrelange Praxiserfahrung

mit echter Grundlagenforschung.

Auf der einen Seite der

Auf den Spuren

von NESSy

Das Zeug

zum legendären

Schneespeier

Bei erfolgreichen Vorführungen bewähren sich die NESSy-Lanzen laut Bächler vor allem auch im Grenztemperaturbereich

gegenüber konventionellen ND-Aggregaten.

Schweizer Düsenspezialist MVT AG

micro technologies aus Port bei Biel

und die Bächler Top Track AG, seit

über zwanzig Jahren im Schneeerzeuger-Vertrieb

tätig (u. a. HKD,

Top Gun) und seit 1999 mit der eigenen

HD-Technologie Vanessa am

Start. Die wissenschaftliche Model-

lierung der relevanten Schnei-Parameter

übernahmen Fluid- und Thermo-Ingenieure

der FH Nordwestschweiz

(FHNW) und Schnee-Experten

des Instituts für Schnee- und

Lawinenforschung SLF Davos. Insgesamt

drei Jahre dauerte das KTI-

Projekt mit Investitionen von rund

1,3 Millionen Franken – davon alleine

150 000 Franken für einen eigenen

Klimawindkanal. Der Anteil der

industriellen Partner Bächler und

MVT lag dabei deutlich über

700 000 Franken.

„Wie andere Hersteller haben wir

vor diesem Projekt unsere Schneilanzen-Technologie

immer wieder

aus der Praxis heraus verbessert“,

erklärt Bächler-VR Claus Dangel, der

seit 1999 gemeinsam mit Bruno

Koch den Auwer Schneebearbeitungs-Spezialisten

leitet. Bis heute

weltweit über 4 000 Vanessas boten

dafür den entsprechenden Ver-


suchsraum. „Trotz deutlichen Fortschritten

bei Schneileistung und

Energieverbrauch stießen wir jedoch

wie viele andere an die Grenzen

der konventionellen HD-Technologie.

Erst die Grundlagenarbeit

der FHNW-Ingenieure und SLF-Forscher

lieferte uns die belastbare Matrix,

mit der sich die systemspezifischen

Vorteile des Lanzen-Prinzips

mit dringend notwendigen Grenztemperatur-Qualitäten

und echten

Energieeinsparungen verbinden ließen,“

resümiert Dangel die inzwischen

patentierte praktische Umsetzung

durch Bächler und MVT.

Neuartige Düsen optimieren die

Nukleations- und Einkeimungsphasen

der Schneekristallation, wobei

die Anordnung der Nukleator- und

Wasserdüsen an den ein- oder

mehrstufigen NESSy-Lanzenköpfen

durch günstige Tröpfchen-Flugbahnen

eine volle Ausnutzung der Umgebungskälte

gewährleisten soll.

Manuell oder automatisch zuschaltbar

decken dabei die mehrstufigen

Systeme einen breiten Temperaturbereich

ab. Als kritische Praxiswerte

für den Schneibeginn mit NESSy

nennt Bächler mit 4°C Lufttemperatur

und 20-30 % Luftfeuchtigkeit

(entspr. ca. –1°C FK). Bedingungen,

wie sie bisher nur mit ND-Aggregaten

zu meistern waren.

Schottischer Umgang mit

Ressourcen

Angeblich bis zu 80 Prozent weniger

Kompressorleistung im direkten

Betriebsvergleich zu herkömmlichen

HD-Lanzen und die bei Grenztemperaturen

hinsichtlich der Anschlussleistung

von 1,7 kW (entspr.

max. 150 Nl/min Druckluft) fast

schon vernichtend bessere „Papierform“

gegenüber ND-Aggregaten

(im Schnitt: 25 bis 30 kW) – die

schottischen Namenswurzeln sind

durchaus bewusst gewählt.

Doch anders als beim sagenhaften

Urtier lassen sich die Auftritte der

Zentralschweizer NESSy inzwischen

bestens dokumentieren. Claus Dangel:

„Neben ständigen Begleitmessungen

während der Entwicklung

haben wir auch die Eigenschaften

unserer Serien-Produkte unter anderem

durch das Umweltamt Graubünden

unabhängig überprüfen

lassen.“ Dies gilt insbesondere für

die Schallmessungen, die den Bächler-Lanzen

einen besonders leisen

Betrieb bescheinigen, der nun vielfach

erstmals den HD-Einsatz auf

wohnnahen Pisten erlauben könnte.

Und auch beim umfassenden MM-

Schneitest Lech 2009 ging NESSy

erfolgreich an den Start. „Die Lecher

Ergebnisse haben unsere eigenen

Werte vollauf bestätigt, wobei

wir uns natürlich eine stärkere Berücksichtigung

des Grenztemperaturbereiches

gewünscht hätten. Die

durchweg kalten und windstillen

Wetterbedingungen stellten die

technischen Leistungsgrenzen herkömmlicher

HD-Technologien nicht

wirklich auf die Probe und boten

den Leistungsfressern im ND-Bereich

eher günstige Voraussetzungen,“

merkt der Bächler-Marketingchef

Dangel an.

Bis zu 2 Grad „wärmer“ als herkömmliche

Lanzen schneie NESSy

und gerade in diesem kritischen

Grenztemperaturbereich garantiere

der weitaus geringere Leistungsbedarf

bei vergleichbarer Schneemen-

TECHNIK

BESCHNEIUNG

ge eine 15-20fach höhere Produktivität

gegenüber einer modernen

Propeller-Maschine. Noch um das

8-10fache überträfen die neuen

Lanzen bei idealer Schneikälte die

ND-Aggregate. Claus Dangel rechnet

hoch: „Bei identischem Energieeinsatz

lassen sich mit etwa 15 NES-

Sy-Lanzen 800 bis 1 000 Meter Piste

zuverlässig beschneien.“

Breite Märkte „schlank“

erobern

Bei aller rechnerischen Theorie –

NESSy ist heute wohl sicherlich die

HD-Technologie mit dem breitesten

Anwendungsspektrum im Neu- und

Ausbau, bei Nach- und Aufrüstungen

und eben auch im Systemwechsel

bestehender Anlagen. Fast

schon gelassen optimistisch blickt

man deshalb in Auw auf die Marktchancen.

„Wer sie gesehen hat, ist davon

überzeugt!“, umreißt Claus Dangel

kurz und knapp das zentrale NESSy-

Die Bächler-Führung

rüstet auf

(v.l.): Geschäftsführer

Bruno

Koch und Verkaufsleiter

Claus

Dangel präsentieren

einen neuen

Schweiß-/

Schneidroboter

als Teil der Kapazitätssteigerung

am Standort

Auw.

Wenn der Winter Unterstützung benötigt:

PUMPEN • ARMATUREN • SYSTEME • SERVICE

für Beschneiungsanlagen - inklusive fachkundiger Beratung

bei Auslegung der hydraulischen Systeme (Referenzanlagen)

KSB Österreich GesmbH

A-1140 Wien, Rottstraße 24

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KSB ist zertifiziert nach ISO 9001:2000 / ISO 14001 / OHSAS 18001

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

61


TECHNIK

BESCHNEIUNG

Die NESSy-Lanzenkomponenten

werden bei Armec

komplett gefertigt

und mit

allen MVT-Düsen

bzw. Anschlussvorrichtungen

versehen.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

62

Marketingargument, das nach ersten

sporadischen Vorführungen

2007/2008 bereits im vergangenen

Jahr das Lanzengeschäft von Bächler

auf über 300 platzierte Einheiten

in den bisherigen Stammgebieten

Schweiz und Süddeutschland

brachte. Waren darunter noch diverse

Vanessa-Lanzen, will man sich

jetzt voll auf NESSy konzentrieren.

Rund 90 Vorführgeräte sind derzeit

weltweit im Einsatz – bereits in diesem

Jahr soll mit Komplettlanzen

und Nachrüstsätzen für bestehende

Bächler- und Fremdfabrikate die

1 000er-Marke erreicht werden. Für

2010 plant Dangel insgesamt 2 000

NESSy-Platzierungen.

Als Zielmärkte visiert Bächler natürlich

auch die großen Märkte in Russland

und China sowie Nordamerika

an, wo Nessy gerade auf der zurückliegenden

Vorführtour quer über

den Kontinent große Erfolge feierte.

Dort wie in den europäischen Märkten

fällt das „schlanke“ Vertriebsmanagement

auf. Keine eigenen Vertretungen,

Händlerunternehmen

nur in entlegeneren Marktregionen

– kompetente Ansprechpartner vor

Ort mit „direktem Draht“ in die Auwer

Zentrale sollen es richten. Claus

Dangel: „Als zentraler Hersteller/

Lieferant können wir auf eine große

Organisation verzichten, zumal wir

nahezu keinen Aftersale-Aufwand

haben. Insgesamt fallen pro Jahr

vielleicht fünfzig 50 Ersatzdüsen

an.“

Bächler versteht sich auch nicht als

Systemlieferant oder Anlagenbauer:

„Unsere Schneeerzeuger lassen sich

tatsächlich mit allen Versorgungs-

und Steuerungskonzepten kombinieren,

da müssen wir die Planer

oder Installationsspezialisten vor

Ort nicht unnötig konkurrenzieren.“

Erstmals entschied sich Bächler

jetzt im skandinavischen Markt

für die Lizenzmontage – freilich nur

für den Stahlbau. Die Kerntechnologie

aus Lanzenkopf, -rohr und Versorgungsanschlüssen

kommt weiterhin

aus der Schweiz. „Wir hatten

auch schon Anfragen von Mitbewerbern

zur Übernahme von NESSy

ins eigene Vertriebsprogramm, allerdings

in Verbindung mit eigener

Fertigung – dies mussten wir ablehnen.“

Swiss Made

mit Perspektiven

Machten die Schneeerzeuger vor

zwei Jahren noch rund die Hälfte der

Geschäftstätigkeit von Bächler Top

Track aus, sind es heute bereits 70 –

80 %. Die geplanten Verkaufsstückzahlen

würden schon 2010 die

100 %ige Auslastung der Schweizer

Stammproduktion bedeuten. Deshalb

wird derzeit insbesondere am

Standort Auw kräftig investiert.

Hier fertigen heute insgesamt 12

Mitarbeiter neben der Bächler-Pisten-

und Loipentechnik alle Stahlbau-Komponenten

der verschiedenen

NESSy-Ausführungen – die Düsen

kommen vom Westschweizer

Entwicklungspartner MVT micro

Mehrere CNC-

Fertigungszentrengewährleisten

in Emmenbrücke

die hohe

Fertigungsqualität

auch bei hohen

Stückzahlen.

Fotos: Baechler/tb

technologies. Das Fräsen, Formen,

Schweißen und Pressen der Vollalumium-Komponenten

– Lanzenkopf,

ein- oder mehrstufige Rohre und

Abschlusselemente mit Wasser- und

Luftanschlüssen – übernimmt der

angestammte Bächler-Partnerbetrieb

ARMEC Mechanik AG im nur

rund 30 Kilometer von Auw entfernten

Emmenbrücke. Der Fachbetrieb

mit hoch spezialisierten Fachkräften

und mehreren CNC-gesteuerten

Fertigungszentren lieferte auch

schon die Alu-Komponenten der

Bächler-Vanessa-Lanzen.

Ungeachtet des momentanen Erfolgs

– bei Bächler wird schon an der

NESSy-Zukunft gearbeitet: Wiederum

im Rahmen von KTI-Projekten

entsteht nicht nur ein einfach zu

handhabender Effizienzrechner auf

Basis wissenschaftlicher Schneiparameter

– intensiv wird auch an der

weiteren (wirtschaftlichen) Optimierung

der NESSy-Technologie

geforscht. „Unser Ziel bleibt die

‚0-Lösung’ im Druckluftbedarf,“

postuliert Claus Dangel. Nicht als

zukünftige Konkurrenz im eigenen

Hause sieht der Marketing-Leiter

dabei die V-Strahl-Technologie, die

unter dem Namen „Ballistic Snow“

gemeinsam mit dem australischen

Bächler-Partner Mitch Dodson vor

knapp drei Jahren erstmals vorgestellt

wurde. Mit umfassenden Feldtests

in der kommenden Wintersaison

sollen die propellerlosen Aggregate

die Serienreife erhalten und

dann unter dem Namen „Sno Tek“

als wirtschaftliche Alternative gegenüber

großen ND-Erzeugern antreten.

tb


Die Top Projekte

der Saison 2008

Nach einem erfolgreichen Ausbau

in Garmisch-Partenkirchen wurde

2008 auch bei der zweiten Ausbaustufe

Lenko vertraut. Es wurden 30

LENKO Schneeerzeuger – konkret 5

Stk. FA 540 Whisper-Quiet; 11 Stk.

FA 540 Whisper, 14 Stk. FA 540, 11

Stk. LENKO Schneilanze Orion in

Betrieb genommen. Ein weiteres

größeres Projekte des Jahres 2008

waren der Bau der Beschneiungsanlage

bei der Berchtesgadener Berg-

bahn. 13 Stk. FA 540 Whisper-

Quiet, 2 Stk. FA 540, 40 Stk. LENKO

Schneilanze Orion.

Darüber hinaus gab es Erweiterungen

bei sehr zufriedenen Lenko-

Kunden, wie zum Beispiel:

. Skilifte Lech:13 Stk. FA 540,

. Alpendorf Bergbahnen: 5 Stk. FA

380,

. Brauneck Bergbahn: 10 Stk. FA

540,

. Steinplatte-Waidring: 5 Stk. FA

540,

TECHNIK

BESCHNEIUNG

Lenko – eine Erfolgsgeschichte

Die 1992 gegründete Firma

Lenko Handels GmbH als

Tochterunternehmen der

1955 gegründeten Lenko

Snow AB blickt auf eine erfolgreiche

Vergangenheit zurück.

Firmengründer Lennart

Nilsson ist stolz, auch 2008

ein erfolgreiches Jahr abgeschlossen

zu haben.

Die LENKO Europazentrale

in

Radfeld vor der

Auslieferung

der Schnee-Erzeuger

. Bayrische Zugspitzbahn: 4 Stk. FA 540 und 9 Stk.

LENKO Schneilanze Orion,

. Stanser Skilifte: 4 Stk. FA 540 Whisper,

. Forsteralm Skilifte: 3 Stk. FA 540,

. Bergbahnen Filzmoos: 10 Stk. FA 540,

. Gerlitzen Kanzelbahnen: 5 Stk. FA 540

KSB Expertentag in Tirol

Planer und Experten aus dem Bereich Energie und Wasserwirtschaft

folgten der Einladung von KSB Österreich

zum Austausch von Know-how und Erfahrungen beim

Bau von Hochwasserschutz anlagen am 28. Mai in den Reschenhof

nach Mils.

Beim KSB

Expertentag waren

die SchwerpunktthemenHochwasserschutz

und

Pumpe als

Turbine.

Foto: KSB

Und auch für 2009 zeichnet sich bereits als erfolgreiches

Jahr ab, so Markus Granbacher von der Marketing-Abteilung.

Mit den ersten Großprojekten in Bad Leonfelden

(Sternsteinlifte) und der Skiliftgesellschaft Jungholz

ist die Produktion bereits voll im Gange. Weitere Projekte

für 2009 stehen noch an!

Das zweite Schwerpunktthema des Tages ergibt

sich aus dem Bedarf nach alternativen Energien für

die Zukunft, wofür gerade die Region Tirol hohes

Potential aufweist. KSB präsentierte „Eine gute Lösung

– die Pumpe als Turbine – und stellte zu beiden

Themen mit den Vortragenden DI Bernd Kothe und

Wolfgang Rösler 2 Experten der KSB AG zur Verfügung,

die mit Wissen und Erfahrung aus weltweiten

Projekten punkten.

Der Erfolg: ein gemeinsames Netzwerk interessierter

Teilnehmer, die auf neu gewonnene Aspekte

und einem gemeinsamen Wissensstand aufbaut.

Das Resumee von Andrea Parzer-Belmonte dazu:

„Wenn aus Vorträgen spontan Planskizzen für neue

Lösungen direkt auf den Präsentationsunterlagen

entstehen, Ideen und Erfahrungen diskutiert werden,

dann hat sich der Tag gelohnt.“

Eine schöne Geste: Der eingehobene Veranstaltungsbeitrag

geht zu 100 % an den Blinden- und

Sehbehinderten Sport Tirol!

4/2009 MOUNTAINMANAGER

63


TECHNIK

BESCHNEIUNG

Beschneiungsplaner Brigger + Käch

Integrierter Ingenieurs-Mehrwert

Seit über 30 Jahren ist die Brigger+Käch

Bauingenieure AG in der Planung von

Beschneiungsanlagen aktiv. Auch heute

noch, da diverse Schneeanlagen-Hersteller

als Generalunternehmer oder Fachunternehmen

– etwa aus dem Elektronikbereich

– planerische Dienstleistungen

mit erbringen, liegt das Büro aus

Reussbühl bei Luzern als einer der wenigen

spezialisierten „Generalplaner“ im

Schneisektor mit seinen umfassenden

und durchweg langfristig angelegten

Projekten gut auf Kurs.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

64

Seine erste Beschneiungsanlage

realisierte das Reussbühler Büro bereits

1988 in Grächen – gewissermaßen

als Begleitprojekt zur bautechnischen

Gesamtplanung der Hannigalpbahn.

War schon diese Anlage

mit ihrer damals noch eher unüblichen

fix installierten Versorgung

richtungsweisend, markiert Lenzerheide

1996 als erstes Schweizer

Bergbahnunternehmen mit einer

vollautomatischen Lanzenanlage einen

weiteren Meilenstein.

Ebenfalls seit 1988 ist Dipl.-Ing.

Franz Käch im Unternehmen, das er

nach dem Tode von Gründer Leopold

Brigger als Alleininhaber leitet.

Insgesamt zwölf Mitarbeiter beschäftigt

Brigger+Käch heute, die

neben der Planung und Realisierung

von Beschneiungsanlagen weiterhin

klassische Bauingenieur-Leistungen

in den Bereichen Wohnungs-

und Gewerbebau erbringen.

Etwa 40 bis 60 % der Geschäftstätigkeit

macht der Schneisektor pro

Jahr aus, wobei dieser Anteil weniger

durch konjunkturelle Schwankungen,

sondern durch die jeweils

anstehenden Realisierungsstufen

der zahlreichen langfristig angelegten

Entwicklungsprojekte bestimmt

wird.

Ressourcenplanung und -sicherung ist einer der Schwerpunkte von Brigger+Käch,

wie hier beim Speichersee der Elsigenalpbahnen in Frutigen

Intensive Beratungsleistungen der

Brigger+Käch-Spezialisten in nahezu

allen Projektstufen – von der Ressourcen-

und Bedarfsplanung bis

hin zur klassischen Bauleitung – machen

eine hohe Vorort-Präsenz erforderlich.

Entsprechend konzentrieren

sich die Reussbühler vorrangig

auf den Schweizer und allenfalls

süddeutschen Raum. Dabei weist

die lange und ständig aktualisierte

Referenzliste (www.brigger-kaech.

ch) Projekte in nahezu allen Höhenlagen

auf. Noch mehr als die ebenfalls

verzeichneten realisierten Pistenkilometer

beeindruckt dabei jedoch

die Nachhaltigkeit der Partnerschaften,

die Brigger+Käch mit

Kunden der unterschiedlichsten Unternehmensgrößen

pflegt.

Kundenbindung

und Innovation

„Wir planen auf Wunsch von A bis

Z“, umschreibt Dipl.-Ing. Franz

Käch kurz und knapp das umfassende

Leistungsangebot im Schneibereich,

das heute von langfristigen

Entwicklungskonzepten mit umfassenden

Bewertungsleistungen

(Wirtschaftlichkeit, UVP, etc.) über

die mehrstufige Realisierung von

Komplettanlagen, bis hin zur Ergän-

zung von neuen oder der Nachrüstung

bestehender Anlagensträngen

reicht. Nicht anders als im klassischen

Ingenieursbau versteht sich

Brigger+Käch dabei als Schnittstelle

zwischen Bauherren und ausführenden

Unternehmen.

Entsprechend paarte sich über die

Jahre die bautechnische Kernkompetenz

der bedarfs- und standortgerechten

Bemessung und Ausführung

einer langlebigen Versorgungsinfrastruktur

mit spezifischen

geo-hydrologischen Kenntnissen, in

Schneiphysik und -technologien,

sowie der Beschäftigung mit Entwicklungen

im Steuerungsbereich

und letztlich auch der Gestaltung

zeitgemäßer Skigebiets-Strukturen.

„Diese Erfahrungen sind entscheidend

für unsere Arbeit mit lokalen

Wasserexperten und den Schneimeistern

bei unseren Kunden, als

unseren wohl wichtigsten Ansprechpartnern

für die Ausgangsplanung

und den späteren Betrieb,“

unterstreicht Franz Käch. Gleichzeitig

sichere das Knowhow auch die

Wirtschaftlichkeit der Investitionen:

„Grundsätzlich gestalten wir unsere

Planung ‚offen’ gegenüber allen

weiteren Schritten unserer Bauherren“.


Vor allem hier unterscheide man

sich als „Generalplaner“ heute von

„Generalunternehmern“ etwa aus

den Reihen der Schneitechnik-Hersteller

oder Teilprojektanten aus

dem Elektronik- oder Hydraulik-Bereich,

die aus nachvollziehbaren

Gründen gewisse Technologien bevorzugten.

Die gelte sowohl für die

grundsätzliche Bedarfsplanung und

entsprechende Ressourcenbereitstellung

als auch für die Bemessung

und Steuerungsarchitektur der

Wasser/Luft-Infrastruktur: „Unsere

transparenten Gesamtkonzepte

binden die Auftraggeber in der Realisierung

einzelner Stufen nicht an

uns, ebenso lassen sich unsere heute

grundsätzlich ‚hybrid’ ausgeführten

Pump- und Kompressor-Stationen

über die offene SPS-Technologie

problemlos an neue Steuerungen

anpassen.“

Offene Architektur

Die offene Architektur erlaubt ebenso

die problemlose Einbindung neuartiger

Schneeerzeuger, wie einen

reibungslosen Wechsel von Pum-

www.trm.at

www.gussrohre.com

pen- oder Kompressoren. Gerade

hinsichtlich der langen Standzeit

fachmännisch verlegter Rohrsysteme

ist dies eine wichtige Voraussetzung

für die nachhaltige Wirtschaftlichkeit

von Beschneiungsanlagen.

So erneuerte Brigger+Käch auf

2007/2008 die Pumpen auf seiner

zwanzigjährigen Grächener Premie-

Schneesicher!

TECHNIK

BESCHNEIUNG

ren-Anlage und verdoppelte dabei

die Pumpenleistung des heute auf

insg. 8 Kilometer angewachsenen

Beschneiungsnetzes auf 270 m 3 /h.

Dabei konnten alle 1988 fix verlegten

Rohrleitungen weiter benutzt

werden. tb

Mit einer Versorgungsleitung aus duktilem Gusseisen

und der längskraftschlüssigen VRS ® -T-Verbindung

bis 100 bar.

VRS ® -T

Planung von

A-Z(ermatt): von

Brigger+Käch

stammt das

langfristige Beschneiungs-Gesamtkonzept

mit

derzeit insgesamt

drei Speicherseen

und

zehn Pumpstationen

mit insg.

6 000 kW Leistung.

Alle Erweiterungen

der

letzten fünf Jahre

wurden durch

das Reussbühler

Büro realisiert.

Fotos:

Brigger+Käch

Schneeanzeige_d.indd 1 4/2009 MOUNTAINMANAGER

26.06.2009 10:51:36

65


TECHNIK

SCHNEEHÖHENMESSUNG

PowerGIS reagiert auf Verunsicherungen

am Markt durch Wettbewerber

ARENA GPS+

Schneehöhenmessung integriert

Fleet Manager zur Superlösung

Seit der letzten Interalpin ist die Verwirrung

in punkto Schneehöhenmessung

perfekt. Etliche Anbieter behaupten inzwischen,

über ein solches System zu verfügen

– frägt man jedoch genauer nach,

bekommt man wenig bis gar keine Informationen.

Kein Wunder, denn bis auf ein

einziges System, nämlich das ARENA GPS+

von der Salzburger Firma PowerGIS, kann

keiner auf wirkliche Referenzen verweisen!

Das sind alles Fahrtenschreiber-Lösungen,

die sich zum größten Teil auf die altbekannte

Radarsonde von Sensors & Software

stützen. Und mit Radar kann man

weder mobile Messungen durchführen

noch auf Veränderungen der Schneekonsistenz

richtig reagieren.

Nun ergreift PowerGIS die Initiative und

hilft den vielen Betreibern, die bereits den

„Fleet Manager“ in ihrer Pistenfahrzeug-

Flotte einsetzen: die beiden „Welten“ werden

zusammengeführt, so dass es künftig

nur noch eine einzige Gesamtlösung für

das SNOWmanagement gibt – nämlich

das neue ARENA GPS+ !

MOUNTAINMANAGER 4/2009

66

ARENA SNOWmanagement – EINE Lösung für ALLES.

Die Salzburger Firma PowerGIS hat immer die Schneehöhenmessung

als oberste Priorität im Visier gehabt

und die Entwicklung aus dieser Zielsetzung heraus betrieben.

Das ist ein Einzelfall. Alle anderen Systeme sind

sozusagen „Anhängsel“ an Fahrtenschreiber-Lösungen,

wie man sie seit Jahren kennt. Weil es jetzt eben

dem Zeitgeist entspricht oder man auf einen fahrenden

Zug aufspringen will, bieten etliche Firmen als „Option“

das Werkzeug „Schneehöhenmessung“ an – allerdings

wie o. e. zum größten Teil auf Radar-Basis, die

noch nie richtig funktioniert hat. Einer der es versucht

hat wie z. B. Zeno Kastlunger von den Bergbahnen St.

Vigil am Kronplatz, hat in der vergangenen Saison ARE-

NA GPS+ getestet und wird im kommenden Winter

schon zwei Maschinen mit diesem System betreiben.

Radar nicht geeignet für diese Zwecke

Allen anderen sei gesagt, was Prof. Dr. Walter Randeu

von der Technischen Universität aus Graz in seinen For-


schungen herausgefunden hat: „Immer wenn man stationär

misst, also an Ort und Stelle, kann man z. B. Ultraschall

oder Radar gut verwenden. Wenn jedoch eine

Messung mobil passiert und es vielleicht auch noch einen

Höhenunterschied gibt oder sich gar die Konsistenz

vom Schnee verändert – dann wird man mit einer Radarlösung

beim jetzigen Stand der Technik scheitern!

Das funktioniert nur mit GPS wirklich.

PowerGIS stellt ab Juli sogar einen neuen Mitarbeiter ein

(DI Christian Enzinger), der bei Prof. Randeu die Thematik

Schneehöhemessung studiert hat und bestens

Bescheid weiß!

Nur ARENA GPS+ hat

viele funktionierende Referenzen

Für eine gut funktionierende Schneehöhenmessung

mit ARENA GPS+ existieren hingegen schon viele Referenzen,

beginnend beim Pionier Planai-Hochwurzen-

Bahnen Schladming bis zu den Bergbahnen Hochzeiger

in Jerzens, den Kitzbüheler Bergbahnen, Arlberger

Bergbahnen, Bergbahnen St. Vigil uam.

Jedoch wird der Markt durch die vielen Ankündigungen

verunsichert und das ist schlecht! Denn es steckt doch

für die Pistenbetreiber grundsätzlich viel wirtschaftliches

und qualitatives Potenzial in der Praxis von

Schneehöhenmessungen. PowerGIS-Geschäftsführer

Robert Sölkner hat sich daher entschlossen, das Problem

an der Wurzel zu packen: Er wird den Fleet Manager,

den ja alleine in Österreich etwa 30 Bergbahnunternehmen

in den Pistenfahrzeugen verwenden, in das

System ARENA GPS+ integrieren. Und somit ein neues

Werkzeug bieten, mit dem man alle Aspekte zum Thema

SNOWmanagement abdeckt. Das heißt, wer schon

den Fahrtenschreiber hat, der setzt einfach ARENA

GPS+ drauf. Wer noch keinen einsetzt, der kauft mit

dem neuen ARENA GPS+ eine Komplettlösung für alle

wichtigen Themen: Schneehöhenmessung und Fahr-

TECHNIK

SCHNEEHÖHENMESSUNG

Für die Arena GPS+ Schneehöhenmessung

gibt es bereits

viele Referenzbeispiele.

WebGIS Pistenplan

Fotos: PowerGIS

tenschreiber-Daten (Logistik, Betriebsdaten, etc.) – und

in weiterer Folge auch die Visualisierung der Schneeanlage

sowie Wetterinformationen, also meteorologische

Daten. Das ergibt in Summe ein perfektes Werkzeug

zum Thema „SNOWmanagement“, um das es ja eigentlich

in letzter Konsequenz geht.

Die neue Gesamtlösung für alle

Um diesen Schritt gehen zu können, hat sich PowerGIS

mit der Firma HALE Elektronik aus Salzburg, dem Fleet

Manager Generalimporteur, zusammengetan. HALE

und PowerGIS arbeiten intensiv an der Integration der

beiden Systeme (Datenkommunikation etc.). Daher ist

garantiert, dass eine wirklich funktionierende Gesamtlösung

entsteht. Und es ist ein kundenfreundlicher

Weg, da PowerGIS nicht noch einen weiteren Fahrtenschreiber

entwickelt, der nur unnütze Investitionen bei

denen verursachen würde, die bereits so ein elektronisches

Werkzeug haben. Diese Bergbahngesellschaften

können das Geld für bessere Zwecke hernehmen und

stattdessen 1:1 die Schneehöhenmessung des neuen

ARENA GPS+ draufsetzen.

Aus Daten Informationen machen

Wie Robert Sölkner versichert, wird zur kommenden

Wintersaison bereits die erweiterte Version von ARENA

GPS+ verfügbar sein. Dann beginnt eine neue Dimension

von SNOWmanagement. Eine, in der es nur noch

ein einziges, umfassendes Analyse-Werkzeug gibt. Eine,

die aus Daten echte Informationen macht. Genau genommen

ist so etwas ein „Must Have“ für alle mittleren

und großen Pistenbetreiber. mak

4/2009 MOUNTAINMANAGER

67


TECHNIK

PISTENFAHRZEUGE

MOUNTAINMANAGER 4/2009

68

PRINOTH international:

Starke Position in China

und in Osteuropa

Trotz schwieriger wirtschaftlicher

Rahmenbedingungen konnte

PRINOTH seine Marktpräsenz

weiter ausbauen. Erfolge

kann man u. a. in China und

Osteuropa verbuchen.

V. l. Zhao Xinhai, Junior Direktor von Shenyang Sport College,

und Richard Huibiao, Niederlassungsleiter von MWI.

Foto: PRINOTH

Universiade in China

PRINOTH war nicht nur der heimliche

Star bei der WM in Val d’Isère,

sondern auch bei der 24. Winter-

Universiade im nordostchinesischen

Harbin. Diese „Olympiade der Studenten“

ist nach den Olympischen

Spielen die zweitgrößte Wintersportveranstaltung

weltweit.

An den drei Austragungsorten Yabuli,

Harbin Sport College und Shenyang

Sport College befinden sich

bereits PRINOTH-Flotten. Für die

Universiade eigens geliefert wurden

die Modelle Everest Power Winde

und Husky, letzterer für das Präparieren

der Loipen. Bei starkem Wind

und Temperaturen bis zu –30 Grad

stellte das Präparieren der Pisten eine

besondere Herausforderung für

Mensch und Maschine dar.

Lieferung und technische Betreuung

erfolgten durch den PRINOTH-

Partner M. Waily International Ltd.

(MWI), der in China mit 3 Standorten

präsent ist. MWI war übrigens

auch Partner von LEITNER Ropeways

bei der Errichtung des Skigebietes

Saibei Duolemeidi.

Die Universiade 2009 ist ein deutliches

Zeichen dafür, dass PRINOTH

seine starke Position am chinesischen

Markt weiter ausgebaut hat.

Osteuropa: Aufwärtstrend

trotz Wirtschaftskrise

Bulgarien und Rumänien sind die

jüngsten Mitglieder der Europäischen

Union. PRINOTH konnte sich

auch auf diesen beiden Wachstumsmärkten

gut positionieren.

Bulgarien hat in den letzten Jahren

viel in den Skitourismus investiert.

Trotz Wirtschaftskrise gehen die In-

vestitionen weiter, die Errichtung

neuer Skigebiete ist geplant. Nach

Bulgarien wurde neben zahlreichen

Gebrauchtfahrzeugen ein Everest

Power Winde verkauft. Er ging an

den langjährigen PRINOTH-Kunden

Borovets im Rilagebirge. Ein Everest

Power Winde und ein Everest Parkdesigner

gingen nach Rhodopi an

Chepelare. Dieses in den 60er Jahren

gegründete Skigebiet startete

2008 mit einer Expansionsoffensive.

PRINOTH und sein bulgarischer

Partner EWCG sind stolz darauf, diesen

wichtigen Kunden mit Maschinen

beliefert zu haben.

In Rumänien ist die Entwicklung

nicht so stark ausgeprägt, aber dennoch

spürbar. Die Investitionen der

vergangenen Jahre werden weitergeführt,

vor allem im Norden des

Landes an der Grenze zur Ukraine

entstehen neue kleinere Skigebiete.

Professionalisierungsinitiative

für Driver

Damit Maschinen bei Bedarf mit Höchstleistungen punkten, braucht es

bestens ausgebildete Fahrer, die ihr Können einbringen. PRINOTH leistet

zur Professionalisierung der Fahrerinnen und Fahrer nun ab Herbst mit

den „Test Drive Days“ einen wesentlichen Beitrag.

Speziell ausgebildete Instruktoren vermitteln in theoretischen und praktischen

Ausbildungseinheiten das professionelle Agieren in spezifischen

Situationen sowie einen ökonomischen und effizienten Umgang mit dem

Pistenfahrzeug. Die Ausbildung erfolgt in Kleingruppen, wobei zahlreiche

praktische Übungen direkt mit dem Pistenfahrzeug durchgeführt

werden.

Die systematische Heranführung der Driver an das Thema Pistenpräparierung

sollen nicht nur die Pistenqualität und -sicherheit erhöhen, sondern

auch die Kosten im Bereich Präparierung senken helfen. Schließlich kann

der Ausbildungsstand des Drivers wesentliche Faktoren der Pistenpräparierung

wie Effizienz, Treibstoffverbrauch, Reparaturhäufigkeit oder Lebensdauer

des Pistenfahrzeuges mit beeinflussen.

Mit den „Test Drive Days“ setzt PRINOTH verstärkt auf die Qualifikation

der Fahrerinnen und Fahrer in den Skigebieten. Die „Test Drive Days“

können deshalb auch von allen Fahrerinnen und Fahrern besucht werden.

Detailinformationen dazu sind unter www.prinoth.com abrufbar.


PRINOTH:

Husky und Bison

im Wettkampf-Einsatz

Für PRINOTH stellen Wettkampfeinsätze

wichtige Erfahrungen dar, da

die Ansprüche sowohl an die Zuverlässigkeit

der Fahrzeuge, als auch an

die Loipenqualität besonders hoch

sind. Der erfolgreiche Einsatz beim

Weltcup in Antholz, bei den Italienmeisterschaften

in Schlinig und vor

allem die positiven Rückmeldungen

der Veranstalter zeigen, dass sich

Husky und Bison in ihren Bereichen

bestens bewährt haben.

Weltcup in Antholz

Zwei Husky sorgten beim Biathlon

Weltcup in Antholz in den italienischen

Alpen vom 21. bis zum 25.

Jänner 2009 für perfekte Loipen.

Rund 50 000 Menschen nutzten

diese Gelegenheit und besuchten

sowohl die Wettkämpfe als auch das

reichhaltige Rahmenprogramm.

Zwischen PRINOTH und dem dortigen

Biathloncenter besteht ein ausgezeichnetes

Verhältnis. So wurde

Antholz für das Jahr 2009 als Testcenter

für Loipenfahrzeuge ausgewählt,

die dort im Rahmen der Produktentwicklung

und -pflege ausführlich

getestet werden.

Ende März wurde etwa vor Ort ein

Bison mit Spurgerät vorgestellt, der

bei Betreibern und Athleten nach

ausgiebigen Tests gleichermaßen

TECHNIK

PISTENFAHRZEUGE

PRINOTH sorgte im letzten Winter für optimale Wettkampfbedingungen im Lang -

laufbereich. Gleich bei zwei wichtigen Biathlon-Veranstaltungen in den Alpen stellten

Husky und Bison ihr Know-how unter Beweis.

PRINOTH sorgte für beste Bedingungen bei Biathlon-Wettkämpfen in Antholz und Schlinig.

Der Husky im Einsatz. Fotos: PRINOTH

Anklang fand und sehr positiv bewertet

wurde.

Italienmeisterschaften

in Schlinig

Ein als Loipengerät ausgestatteter

Bison war bei den Biathlon-Italienmeisterschaften

vom 26. bis zum

29. März 2009 in Schlinig im Einsatz.

Dieses Fahrzeug wurde von

PRINOTH eigens für diese Veranstaltung

zur Verfügung gestellt.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

69


TECHNIK

PISTENFAHRZEUGE

Christof Heim

präsentiert den

neuen Online-

Shop für Kässbohrer

Original-

Ersatzteile.

Foto: Kässbohrer

Geländefahrzeug

AG

Kässbohrer Geländefahrzeug AG:

Neuer Ersatzteil-Webshop

und Service-Portal online

Rechtzeitig zur Interalpin 2009 hat die Kässbohrer Geländefahrzeug AG,

Laupheim, ihren neuen Ersatzteil-Webshop und ein Service-Portal online

gestellt. Über den neuen Ersatzteil-Webshop können PistenBully-Kunden

nun noch schneller ihr Original-PistenBully-Ersatzteil via Internet

beziehen. Mit der neuen Service-Site stellt Kässbohrer ein umfassendes

Online-Support-Zentrum mit präzisen, aktuellen und zielgruppengerechten

Informationen zur Verfügung.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

70

Schneller Weg zu Pisten-

Bully Original-Ersatzteilen

„Schnell war der PistenBully Ersatzteilservice

schon immer“, so Christof

Heim, Leiter Ersatzteilvertrieb,

„doch die Tage der guten alten CD

ROM für Ersatzteile waren einfach

gezählt. Eine Marktstudie hatte gezeigt,

dass die Kunden ein tagesak-

tuelles Angebot, das nur per Internet

möglich ist, fordern.“

Der PistenBully Ersatzteil-Webshop

bietet den Kunden eine komfortable

und einfache Userführung. Beinahe

intuitiv wird der User Schritt für

Schritt zum gewünschten Ersatzteil

geführt. Der Einstieg erfolgt zunächst

über die Fahrgestell-Num-

mer. Um zukünftige Bestellvorgänge

zu erleichtern, ist es möglich, einen

kundenindividuellen Fuhrpark

mit eigenen Flottennummern zu

definieren.

Besonders kundenfreundlich ist das

„automatische Gedächtnis“ des PistenBully

Ersatzteil-Webshops: Bestellungen

werden archiviert und

Folgebestellungen können ohne

großen Aufwand mit einem Klick

ausgelöst werden. Zudem lassen

sich unter dem Benutzernamen individuelle

Hinweistexte hinterlegen.

Lieferung der Ersatz -

teile bleibt dezentral

organisiert

Die PistenBully Kunden erwarten

vom Marktführer beste Betreuung:

Die Lieferung der PistenBully Ersatzteile

ist daher nach wie vor dezentral

organisiert, um schnellstmöglich


eim Kunden zu sein und den direkten,

persönlichen Kontakt auch zukünftig

sicherzustellen. Bei der Online-Anmeldung

nennt der Kunde

seinen persönlichen PistenBully-Servicepartner.

Die Lieferung wird im

jeweiligen Land durchgeführt. Kässbohrer

bleibt damit der Unternehmensphilosophie

„Der Kunde im

Focus“ treu.

Die Vorteile des PistenBully Ersatzteil-Webshops

auf einen Blick:

. Fahrzeugbezogene Teiledefinition.

. Umfangreiche Suchmöglichkeit.

. Artikelbezogene Hinweise und

Einbautipps.

. Tagesaktuelle Dokumentation.

. Archivierung von Bestellungen.

Kunden fordern tages -

aktuelle Informationen

und Support

Ein zeitgemäßes, ansprechendes

Design, eine klare Informationsstruktur

und die Bereitstellung umfassender

elektronischer Kundenservices

– das waren die Ziele, welche

sich Kässbohrer auch bei der

Konzeption und Entwicklung des

neuen PistenBully Service-Portals

gesetzt hatte. „Das Service-Portal

wurde anhand des Feedbacks von

Kunden entwickelt, die eine elektronische

Anlaufstelle für Antworten

und Hintergrundinformationen zu

ihren technischen Fragen einforderten“,

kommentiert Albert Arbogast,

Gebietsleiter Technischer Kundendienst.

„Dieses zentrale Portal verschafft

den Kunden einen einfachen

und schnellen Zugang zu Produkt-

und Serviceinformationen, liefert tagesaktuelle

Supportangebote und

jede Menge Tipps und Tricks rund

um die PistenBully-Pflege und -Wartung,

die helfen Kosten zu sparen.

Schon auf der Startseite sieht der

Kunde die TOP 10 der neuesten Einträge.

Die komfortable Volltextsuche

führt schnell zum gewünschten

Suchergebnis. Es kann außerdem

auch nach Fahrgestellnummer und

Baugruppe selektiert werden.

Nicht nur der PistenBully Kunde

profitiert von der leistungsstarken

Datenbank-Lösung, auch die Pisten-

Bully Service-Techniker sind zukünftig

mit deutlich leichterem Gepäck

in Form eines Laptops unterwegs.

Das PistenBully Service-Portal auf einen

Blick:

. Zentraler Zugang zu Produkt-

und Serviceinformationen.

. Tagesaktuelle Supportangebote.

. Zugriff rund um die Uhr, 365 Tage

im Jahr.

. Schnellstmögliche Verfügbarkeit.

. PDF-Dokumente zum schnellen

Download.

. Direkte und effiziente Kommunikation.

Schnell und direkt,

rund um die Uhr

Neben technischen Innovationen

zählt Kundennähe zu den wichtigsten

Erfolgsfaktoren von PistenBully.

„Kundennähe bedeutet in der heutigen

Zeit nicht nur eine enge persönliche

Kundenbeziehung zu pflegen“,

so Albert Arbogast, „es bedeutet

auch moderne Kommunikationsmittel,

die uns dem Kunden

noch schneller näher bringen, effizient

einzusetzen. Viele intensive

Gespräche mit unseren Kunden in

den vergangenen Monaten haben

gezeigt, dass nicht nur die junge

Generation professionelle Online-

Plattformen als echte Arbeitshilfe

schätzt.“

Die Zugriffszahlen auf die beiden

neuen PistenBully Online-Portale

geben Arbogast Recht. Beide Angebote

sind eine perfekte Ergänzung

der bestehenden Kundeninformation

und -kommunikation und werden

schon jetzt weit über die Erwartungen

hinaus genutzt. Sowohl der

PistenBully Ersatzteil-Webshop als

auch das Service-Portal stehen in

Deutsch und Englisch zur Verfügung.

TECHNIK

PISTENFAHRZEUGE

4/2009 MOUNTAINMANAGER

71


TECHNIK

FIRMEN NEWS

Carl Stahl GmbH München:

Ausgereifte

Lösungen

nach Maß

Kundennähe, bester Service und höchste Qualität

sind die Ziele, die von den engagierten Mitarbeitern

der Carl Stahl GmbH München in der täglichen Arbeit

umgesetzt werden. Dabei wird bei allen Produkten

und Dienstleistungen Wert auf ein herausragendes

Preis-/Leistungsverhältnis gelegt.

Die Fundgrube

Gebrauchte Doppelmayr

Schlepplift-Teile aller Art

An- und Verkauf

Instandsetzung v.

Doppelmayr

Schleppgehängen

Werner Lingg

Buchenberger Str. 34

87480 Weitnau Allg.

Tel. 00 49 (0) 163/4 57 47 70

Fax. 00 49 (0) 83 75/81 36

Handy: 00 49(0)1 63/4 57 47 70

E-Mail: siegrid.braun@skilift-weitnau.de

MOUNTAINMANAGER 4/2009

72

Sonderkrananlage

CS- PK6. Fotos:

Carl Stahl GmbH

München

Die Entwicklung der Carl Stahl GmbH München reicht

bis ins Jahr 1629 zurück, sodass man sich zu Recht als eines

der ältesten Münchner Unternehmen bezeichnen

darf. Die ursprüngliche Seilerei wurde 1839 von Joseph

Schwaiger übernommen, seine Witwe erweiterte das

Unternehmen um eine neue Produktionsstätte, ein Verkaufsgeschäft,

eine Fabrik sowie ein Grundstück in

Daglfing und machte den Betrieb unter dem Namen

„Schwaiger’s Witwe“ zum Begriff. 1994 schloss sich das

Unternehmen dann der Carl Stahl-Gruppe an.

Die Leistungen reichen von Seilkonfektionen über Maschinen-

und Stahlbau bis hin zu Konstruktion und

Montagen. Allein im Jahr 2008 wurden über 3 000 Lastaufnahmemittel

konstruiert und gebaut. Der Jahresumsatz

lag im gleichen Zeitraum bei über 11,5 Mio. Euro.

Zu den besonderen Produkten von Carl Stahl München

gehören u.–a. die SM-Hebeklemmen und die bewährte

Greencable-Fassadenbegrünung aus eigener Entwicklung

und Fertigung.

Seit vielen Jahren ist das Unternehmen ein geschätzter

Partner in der Seilbahnbranche und seit Oktober 2006

nach der Seilbahnrichtlinie 2000/9/EG zertifiziert. Zum

umfangreichen Lieferprogramm gehören u. a. Förderseile

für Seilbahnen und Schlepplifte und deren Montage.

Geprüft, gewartet und repariert werden nach den

gültigen Normen und Vorschriften:

. Anschlagmittel,

. Handhebezeuge,

. Krananlagen,

. Lastaufnahmemittel,

. Magnete,

. persönliche Schutzausrüstung gegen Absturz,

. Scherenhubtische (Hebebühnen),

. Ladebrücken und fahrbare Rampen,

. Flurförderzeuge, Gabelstapler, Gabelhubwagen,

. elektrische Anlagen und Betriebsmittel,

. AURAS Schmutzwasser-Tauchpumpen,

. kraftbetriebene Fenster, Türen und Tore.


Dabei ist man auch gerüstet, auf Sonderwünsche der

Kunden eingehen zu können. Als Resultat stehen maßgeschneiderte

Lösungen zur Verfügung, die sich in der

Praxis bereits vielfach bewährt haben.

Neue Sonderkransysteme

Vor kurzem hat die Carl Stahl GmbH München mit dem

Geschäftsbereich „Bau von Sonderkransystemen“ zu

ihren bekannten Agenden ein weiteres Standbein hinzugefügt.

Dabei werden am Standort München auf den

Kunden zugeschnittene Kransysteme für spezielle

Transport- und Logistikanforderungen geplant, entwickelt

und gefertigt.

Die schon bekannten Kransysteme wie Säulen- und

Wandschwenkkrane von 125 kg bis 5 000 kg werden

nun durch die neuen erweiterbaren Kransysteme für linearen

und flächendeckenden Transport ergänzt. Die

Systeme mit den Bezeichnungen CS-EP Einschienenportal,

CS-E Einschienenbahn und CS-PK1 sind für den

linearen Transport ausgelegt. Dazu werde flächendeckende

Kransysteme angeboten, wobei CS-PK3 für ein

freistehendes 2 Schienenportal mit einem Hängekransystem

steht, das sowohl mit Hand- oder elektrischen

Hebezeugen betrieben werden kann. Außerdem gibt es

noch 2 weitere Systeme mit den Bezeichnungen CS-

PK5 und CS-PK6. Beide Carl Stahl Systeme basieren auf

freistehenden Portalrahmen, die je nach Bodenbeschaffenheit

einzusetzen sind.

Neu ist auch der Bereich „Sonder-Krane für Beschneiungsanlagen“.

Um die aufwendige Technik in den

Pumpstationen immer einsatzbereit zu halten sowie Antriebsmotoren

und Wasserpumpen schnellstens auswechseln

zu können, benötigt man den individuellen

Hängekran mit Hebezeug. Die Carl Stahl GmbH München

fertigt individuell für jede Pumpstation den passenden

Hängekran, je nach Wunsch handbetrieben

oder elektrisch und auch mit der dazugehörigen Kranbahn.

Sonderkran handbetrieben

„mit extrem

kurzer Katze“

in der Pumpstation

Sölden.

TECHNIK

FIRMEN NEWS

Besonderheit der Carl Stahl

Kransysteme

Obwohl die aktuelle Norm keine Begrenzung der vertikalen

und horizontalen Verformungen fordert, ist eine

Durchbiege-Begrenzung der Kranbahn unbedingt

notwendig. Um einen störungsfreien und verschleißarmen

Kranbetrieb zu gewährleisten, hat man deshalb

die Durchbiegung der Kranbahnen auf 1/600 beschränkt.

Damit sind eine einwandfreie Funktion der

Krananlagen sowie Verschleißbegrenzungen der Radsätze

und Schienen sichergestellt.

Selbstverständlich kann man die Durchbiegungswerte,

wenn es erforderlich ist, auch nach oben z. B.

1/700 oder höher verändern. Die Stahlkonstruktion

kann also je nach Bedarf entsprechend steifer ausgelegt

werden.

i Infos:

www.carlstahl.com

Wißmiller

Pistenraupen

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Andreas Wißmiller

Bachäckerweg 9

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Tel: 0049 (0) 1608037872

Fax: 0049 (0) 82619392

E-Mail: aw.kfz@t-online.de

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4/2009 MOUNTAINMANAGER

73


TECHNIK

FIRMEN NEWS

Garaventa lud nach Goldau

Neuer Raum für Kompetenzen

Über 1 600 Kunden, Partner, Mitarbeiter

und deren Angehörige konnte Garaventa

Mitte Mai an zwei Tagen in seinem neuen

Kompetenzzentrum Spezialbahnen begrüßen.

Unter dem Motto „Behind the

Scene“ wurden nicht nur die umfangreichen

Neu- und Umbauten am Standort

Goldau präsentiert, sondern mit teils aufwändig

gestalteten Stationen auch spektakuläre

Bahnen und Projekte auf der

ganzen Welt thematisiert.

MOUNTAINMANAGER 4/2009

74

Effizienzsteigerung

erreicht

Insgesamt 20 Millionen Franken investierte

Garaventa in die Erweiterung

und Erneuerung der Büro- und

Produktionskapazitäten des traditionsreichen

Standorts Goldau. Notwendig

wurde diese Anpassung

durch die dynamische Entwicklung

des dortigen Kompetenzzentrums

Spezialbahnen, das innerhalb der

Doppelmayr/Garaventa-Gruppe für

die Konzeption und Umsetzung von

Pendel- und Standseilbahnen sowie

Spezialkonstruktionen verantwortlich

zeichnet.

Im Frühling 2007 fand der Spatenstich

statt, bereits Ende Dezember

2008 konnte das neue Büro- und

Werkgebäude bezogen werden. Auf

rund 8 400 m 2 Gebäudefläche bieten

jetzt vier Geschosse neuen

Raum für Technik, Planung und Verwaltung

mit alleine 130 neugeschaffenen

modernen Büroarbeitsplätzen.

Der Neubau ersetzt Teile

der alten Werkshallen, sorgt mit seiner

modernen Konzeption für eine

deutliche Effizienzsteigerung im

laufenden Betrieb und schuf zusätzliche

räumliche Ausbauressourcen

auf dem Areal. Insgesamt beschäftigt

die Garaventa AG mit Hauptsitz

in Rotkreuz derzeit an vier weiteren

Schweizer Standorten 325 Mitarbeiter.

Schweizer Technik

für die ganze Welt

Natürlich bildete das moderne Arbeitsumfeld

mit diversen Stationen

einen der Schwerpunkte beim zweitägigen

„Blick hinter die Kulissen“.

Besondere Highlights setzten jedoch

auch die sogenannten „Hotspots“,

mit denen die Organisatoren

prominente Beispiele aus der

Doppelmayr/Garaventa-Welt mit

insgesamt über 16 000 installierten

Anlagen in über 80 Ländern ins

Licht rückten.

In teilweise landestypischer Dekoration

– z. B. ein Beduinen-Zelt für die

urbane 15-Personen-Gondelbahn

im algerischen Constantine – informierten

ausführliche Präsentationen

über die technischen Besonderheiten

der einzelnen Projekte, die

mit ihren Superlativen selbst gestandene

Seilbahner ein ums andere

mal verblüfften. Die ganze Bandbreite

zeigten dabei so unterschiedliche

Realisierungen wie die

3S-Bahn „Peak 2 Peak“ im kanadischen

Olympia-Ort Blackcomb

Whistler, die Groß-Pendelbahnen

Portland und Jackson Hole oder die

400-Personen-Standseilbahn „Ocean

Park“ in Hong Kong. Die seilgestützte

Förderbandtechnologie RopeCon,

die im jamaikanischen

Mount Olyphant über 3,4 Kilometer

eine Förderleistung von 1 200 t/h

Bauxit erreicht sowie die beiden

nicht minder spektakulären Bauseilbahnen

der Kraftwerke Linth-Limmern

im schweizerischen Lintahl

mit Maximallasten von 30 bzw. 40

Tonnen rundeten die Technikschau

ab. tb

Technik begeistert: Am „Hotspot“ Linth-Limmern im neuen

Stahlbaubereich wurde ein Lastengehänge der beiden Bauseilbahnen

gezeigt, die beim Kraftwerksbau im schweizerischen

Linthal zum kombinierten Lasten- und Personentransport eingesetzt

werden. (Fotos: Garaventa AG)

Der Neubau des Kompetenzzentrums „Spezialbahnen“ von

Garaventa in Goldau wurde Mitte Mai vorgestellt.


Geotextilien aus Naturfasern haben

sich für ingenieurbiologische Verbauungsmethoden

als hervorragende

Lösung vielfältiger Erosionsprobleme

etabliert. Dabei eignen

sich Kokosgewebe, die besonders

langlebig und mechanisch stabil

sind, für derartige Anwendungsgebiete

ganz besonders.

Neu errichtete Böschungen entlang

von Skipisten oder direkt auf Skipisten

werden nach Herstellung des

Planums mit aquasol Kokosgewebe

abgedeckt und fachgerecht befestigt.

Anschließend wird das Saatgut gemischt

mit Dünger und eventuellen

Zuschlagstoffen im Anspritzverfahren

aufgebracht. Mit dieser Methode

wird eine nachhaltige Begrünung

erreicht.

Auf diese Weise werden die wertvollen

Feinteile in der Böschung gehalten.

So wird die Basis für eine flächendeckende

Vegetation gelegt.

Erosionsschäden werden mit dieser

Methode weitgehend verhindert.

Das aufgebrachte Saatgut sowie

wertvolle Feinteile werden nicht

ausgespült und halten die Oberfläche

stabil.

Nachwachsender Rohstoff

– Kokosfaser

Kokos gilt als eine der härtesten

Holzfasern überhaupt. Der Ligninanteil,

der die Härte einer Holzfaser

bestimmt, ist bei Kokosfasern mit

rund 46 % sehr hoch. Im Vergleich

dazu liegt der Ligninanteil von Jute

oder etwa Baumwolle bei ca. 10 %.

Daraus resultiert auch eine erhöhte

Lebenserwartung der Kokosfaser.

Der Zeitraum bis zur Verrottung des

Kokosgewebes ist je nach Einbauart

unterschiedlich und kann mit ca. 5

bis 10 Jahren angegeben werden.

Kokosfasern werden aus dem Faserpolster

gewonnen, der sich rund

um den Kern der Kokosnuss befindet.

Natürliche Vorkommen von Kokospalmen

sind die Tropengebiete. Da

Kokospalmen immer wieder in ausreichender

Zahl nachwachsen, wird

bei der Gewinnung der Kokosfaser

auch kein Raubbau an der Natur betrieben

und nur wenig Energie verbraucht.

Die Qualität des fertigen Gewebes

wird erheblich von der Auswahl der

entsprechenden Fasern beeinflusst.

Hochwertige Gewebe können nur

mit Fäden der höchsten Qualitätsstufe

erreicht werden. Die Fäden

brauchen daher auch die beste

Qualität des eigentlichen Rohstoffes

– der Kokosfaser.

Sicherheit bei Planung

und Anwendung

Für Bauherren und Planer stellen

sich zum Thema Erosionsschutz und

Begrünung immer wiederkehrende

Fragen. Daraus resultierende Unsicherheiten

bei der Produktauswahl

sollen mit einer neu erschienen Broschüre

abgebaut werden. „HANG

902“ – Hinweise für die Anwendung

von Naturfaser Geotextilien – wurden

gemeinsam mit kompetenten

Partnern erarbeitet und sollen als

Hilfsmittel bei der täglichen Arbeit

dienen. Auf Anforderung sendet

Aquasol gerne ein Exemplar von

„HANG 902“ zu.

i Infos:

Aquasol Handelsges.m.b.H.

A-1200 Wien

Jägerstraße 14

Tel: +43 (1) 3321192

Fax: +43 (1) 3320051

www.aquasol.at

TECHNIK

BEGRÜNUNG

AQUASOL:

Nachhaltiger Erosionsschutz mit

Geogittern aus Naturfasern

Geotextilien haben in den letzten Jahren im Landschaftsbau immer mehr Bedeutung

erlangt. Die Aquasol Handelsges.m.b.H. ist dafür der richtige Ansprechpartner.

Begrünung einer

Schanze mit

Geotextilien.

Fotos: Aquasol

Pistenbegrünung

in Sotschi.

4/2009 MOUNTAINMANAGER

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