Boltenhagener-Einblicke 2-2013
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SwinGOLF Ein echter<br />
Freizeitspaß für die ganze Familie<br />
Diese junge SwinGolf Anlage ist eine Attraktion für die ganze Familie. Im Jahre 2007 war die erste Saison auf dem Gelände<br />
in Redewisch, Ausbau 16. Nach einigen Jahren mit einer provisorischen Unterbringung konnte im Oktober 2012 mit dem Bau<br />
einer professionellen Unterkunft und einem Café für die Innen- und Außengastronomie begonnen werden. Eröffnung und<br />
Einweihung mit Pastor Busch erfolgte dann Ostern <strong>2013</strong>. Ein besonderes Sporterlebnis für jedermann auf diesem<br />
Erlebnishof an der Steilküste von Boltenhagen. Genießen Sie in dem neuen Café mit Terrasse umgeben von Getreidefeldern<br />
und Meer hausgemachten Kuchen und Torten sowie Kaffeespezialitäten und Erfrischungsgetränke.
Fortsetzung von S.1<br />
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
SwinGolf in Boltenhagen<br />
SwinGolf ist ein echter<br />
Freizeitspaß für die ganze<br />
Familie. Ziel des Spiels ist es,<br />
einen Ball mit 52 Millimetern<br />
Durchmesser mittels eines<br />
Schlägers mit drei<br />
unterschiedlichen Schlagflächen<br />
mit möglichst wenig Schlägen<br />
vom Abschlag über eine größere Spielbahn in ein Loch zu befördern.<br />
SwinGolf ähnelt dem traditionellen Golf, hebt sich aber von diesem<br />
durch eine Reihe von Merkmalen ab:<br />
Keine teure Clubmitgliedschaft oder spezielle Kleiderordnung erforderlich:<br />
es kann sofort nach einer kurzen Einweisung auf dem<br />
Platz gespielt werden<br />
die Bahnen sind kürzer (70 bis 266 Meter Länge), die<br />
Löcher deutlich größer<br />
man spielt nur mit einem Universalschläger, statt einem<br />
ganzen Schläger-Set<br />
die Bälle sind größer, weicher (daher ungefährlicher) und<br />
schwimmfähig<br />
der Preis für ein SwinGolf Match ist um ein vielfaches<br />
günstiger als beim Golf<br />
"Swin" ist eine von alten bäuerlichen Spielen abgeleitete Erfindung<br />
aus Frankreich. 1982 entwickelte Laurent de Vilmorin den Swin-<br />
Schläger und den Swin-Ball für die Spieler, die den Sport auf<br />
rustikalem Gelände ausüben wollen. Die Bewegung, der "Swin(g)",<br />
ist ähnlich wie beim traditionellen Golf und lässt es zu, den Ball mit<br />
einem Schlag bis zu 100 Meter weit zu schlagen. Gerade bei<br />
Nichtgolfern fand diese neue Idee großes Interesse und löste bald<br />
einen wahren Trend aus. 1987 interessierten sich die französischen<br />
Schulbehörden für SwinGolf als zusätzliche Schuldisziplin und seit<br />
1991 kennen Tausende von Kindern diesen spannenden und<br />
interessanten Sport. In unserem westlichen Nachbarland gibt es<br />
schon über 30 SwinGolf-Anlagen, in Österreich und der Schweiz ist<br />
der Sport populär.<br />
EINLADUNG – EINLADUNG - EINLADUNG - EINLADUNG<br />
Damit Sie das alles auch einmal selbst erleben, lädt Familie Hoff die<br />
interessierten Bürger und Bürgerinnen aus Boltenhagen zu einem<br />
einstündigen kostenfreiem Schnuppergolfen ein. Am 24. und 25.<br />
August <strong>2013</strong> sind Sie herzlich eingeladen.<br />
EINLADUNG – EINLADUNG - EINLADUNG - EINLADUNG<br />
Impressum:<br />
"<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong>"<br />
Rosenweg 15<br />
23946 Ostseebad Boltenhagen<br />
Telefon 0172-4511479<br />
Mail: boltenhagener-einblicke@online.de<br />
Herausgeber: Redaktionskollegium<br />
Swen Bertram, Jörg Gniwotta, Thomas Nohr,<br />
Hartmut Okken, Wolfgang Seidel, Reiner Sommer.<br />
Die Beiträge sind Meinungen der jeweiligen Autoren.<br />
Gestaltung/Layout: Hartmut Okken<br />
Hartmut Okken<br />
2<br />
Mit den <strong>Boltenhagener</strong>n verbunden<br />
„Man darf nicht den Glauben<br />
an die Menschheit verlieren.<br />
Die Menschheit ist wie ein<br />
Ozean; wenn einige Tropfen<br />
des Ozean schmutzig sind,<br />
dann wird der Ozean deshalb<br />
nicht schmutzig.“<br />
(Mahatma Gandhi)<br />
Gut für unsere Gemeinde ist eine Opposition,<br />
sie existiert seit Jahren schon.<br />
Das Bürgerforum ist stets mit den <strong>Boltenhagener</strong>n verbunden,<br />
mit ihnen wird viel Schlechtes überwunden.<br />
In ihren Reihen gute Leute sitzen,<br />
die in der Bevölkerung ihre Ohren und dann den Bleistift spitzen.<br />
Sie treten stets für die Wünsche der Einwohner ein,<br />
aber bei einigen in der Gemeinde darf das nicht sein.<br />
Eine konstruktive Kritik können die nicht vertragen,<br />
unsachlich und beleidigend wird zurückgeschlagen.<br />
Die Initiative darf hier die Opposition nicht ergreifen,<br />
nur Einzelne im Ort wollen bestimmen und entscheiden.<br />
Alle Vorschläge wurden bisher niedergeschlagen,<br />
so ist das mit der Demokratie in Boltenhagen.<br />
Auch für die Wiederaufnahme der Amtsfreiheit<br />
des Ortes kämpft sie nach wie vor,<br />
so steht ihr noch schwere Arbeit bevor.<br />
Das Bürgerforum legt die Finger auf viele Wunden,<br />
denn der Ort soll wieder gesunden.<br />
Alle oppositionellen Kräfte wollen mitgestalten<br />
und die Demokratie aufrecht erhalten.<br />
In die Gemeinde soll einziehen ein neuer Geist,<br />
der Demokratie, Gerechtigkeit und Anstand heißt.<br />
Bürger, lasst uns in diesen Tagen<br />
noch offen unsere Wünsche sagen:<br />
Die Kinder froh am Wasser lärmen,<br />
Schwäne übers Wasser schwärmen.<br />
Der Storch auf den Wiesen spähend steht,<br />
des Ortes Lebens friedlich geht.<br />
Und sein Geschick in guten Händen,<br />
die alles jetzt zum Guten wenden.<br />
Das alles geht nicht von allein,<br />
beherzte Bürger müssen sein.<br />
Das Bürgerforum wünscht gute Zeiten<br />
in Boltenhagen ohne streiten. Günni
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Willkommen an der See <strong>2013</strong><br />
Wir freuen uns über die zahlreichen Besucher, die seit zwei<br />
Jahrhunderten ins Ostseebad pilgern. Sie kamen zu Wasser, zu<br />
Lande, nur nicht aus der Luft, obwohl in den dreißiger Jahren<br />
in Tarnewitz ein Flugplatz errichtet wurde. Den hatte man aus<br />
militärischen Gründen so gut versteckt, dass selbst eigene<br />
Flieger ihn manchmal verfehlten und ein erfrischendes Bad<br />
nahmen.<br />
In der Neuzeit wurde man dieser Seebadtradition gerecht und baute<br />
auf dem ehemaligen Flugplatz eine Hotelanlage eine Marina und<br />
einen Fischereihafen. Tiefflieger, die baden gingen, zeigten sich<br />
dennoch in Form von Spekulanten und Möchte-gerne-Investoren.<br />
Das Baden im offenen Meer kam noch als Unsitte 1770 in England<br />
auf. Nicht hundert Jahre später, sondern 1803 rumpelte vom Grafen<br />
Bothmer initiiert, der erste Badekarren an den <strong>Boltenhagener</strong><br />
Strand. Er war nicht die Erfindung des Verderbens. Keiner kannte<br />
damals Solarien und Wellness. Niemand relaxte hinter leeren P+R<br />
Bussen zum Strand und wieder retour. Man nahm damals keine<br />
englischen Anleihen, wenn es mit dem eigenen Latein zu Ende<br />
ging.<br />
Die Bauern, in Unkenntnis über die englische Badekultur, fragten<br />
damals entsetzt: "Wer hat denn den Karren ans Wasser gerollt?"<br />
Einem Karren, der eher einem Zubringer fürs Schafott ähnelte.<br />
Beim 50. Badekarren, der um 1900 am Strand auftauchte,<br />
verhielten sich immer noch einige Bauern skeptisch den Fremden<br />
und ihren Logiegebärden gegenüber. Als arme Schweine dachten<br />
sie: Wer die Sau im Stalle hat, braucht nicht die Ferkel aus der<br />
Stadt!"<br />
Doch unbemerkt von bäuerlicher Ungläubigkeit vollzog sich ein<br />
historischer Moment, der einen gewaltigen Trog erschuf, an dem<br />
sich Vermieter, Verwaltungen, gar ganze Generationen der<br />
Tourismusbranche sättigten. Der Trog blieb über Jahrhunderte der<br />
gleiche, die Schweine wechselten. Als Gesundheitsfanatiker zu<br />
Hauf in den Badeort strömten, entstand ein weiterer Trog mit dem<br />
Namen „Kurtaxe". Kurfürst und Vermieter traf ein kollektiver<br />
Geistesblitz: "Es gehören zu den schönsten Sachen, die Reisen,<br />
die die anderen machen“.<br />
Eine langanhaltende Wechselbeziehung zwischen Vermietern und<br />
Gästen begann. Die Städter zogen in die Scheunen und Ställe,<br />
während die Bauern in den Wohnräumen ohne Abzug<br />
dahinräucherten. Mit den Jahren wechselten die Besucher in die<br />
renovierten Stuben und die Gastgeber schliefen mit dem lieben<br />
Vieh. Da stellten die Bauern auch Gemeinsamkeiten zwischen den<br />
zahlenden Gästen und ihren Kühen fest, die geben keine Milch,<br />
sondern man nimmt sie ihnen weg.<br />
Ein „unterkunftsbezogener Fremdenverkehr“ war damit geboren.<br />
Die Bauern merkten auch, dass sie bald nur noch im eigenen Saft<br />
schmorten. Pensionen, Ferienwohnungen und Hotels mussten her.<br />
Das löste einen Bauboom aus, der sich wie eine Seuche über<br />
Jahrhunderte ausbreitete. Erst die Wende 1990 erzeugte eine<br />
wahre Bau-Explosion. Das Antlitz der Gemeinde veränderte sich<br />
nachhaltig. Einige<br />
3<br />
Investoren lauerten mit beutegierigem Blick hinter jeder Hecke,<br />
bereit den Boden zu ergattern. Wie sagte B. Brecht: „Erst kommt<br />
das Fressen und dann die Moral."<br />
Nun hatten die dümmsten Bauern nicht mehr die größten Kartoffeln,<br />
sondern die besten Baugrundstücke. Ein Acker verwandelte sich<br />
erst kürzlich in ein bauplanerisches Welcome Center. Im ersten<br />
Anflug erschien es wie ein Luftschloss, das aus dem verschleierten<br />
Nebel einer Gefälligkeitsplanung empor stieg. Oder hatte vielleicht<br />
ein Fuchs seine Pfoten im Spiel. Irgendwie stank das auch so.<br />
Benebelt schwärmten einige Kritiker: Wir steuern aus einer lichten<br />
Vergangenheit in eine betonierte Zukunft. Aber die gute alte Zeit<br />
war auch mal die angeblich schlechte heutige Zeit.<br />
Nun sind wir ein Teil des Gesundheitslandes MV. Auch wenn der<br />
Patient Boltenhagen ein wenig angeschlagen erscheint, endet es<br />
nicht in einem „Systemkontrollierten Ableben“ mit Bonuszahlungen.<br />
Gesundungs- Initiativen werfen ihre Schatten voraus. Die Medizin<br />
lautet: Keine neuen Eigentums- und Ferienwohnungen auf den<br />
übersättigten Markt schleudern.<br />
Investitionen gehören in die Infrastruktur, in den Strand, in<br />
Angebote für Familien und Kinder und nicht zuletzt in eine<br />
Begegnungsstätte besonders für Senioren. Die haben den Karren<br />
den Berg hinaufgezogen und nun da es bergab geht, lässt man sie<br />
fallen, oft in die Altersarmut.<br />
Wir bleiben ein Tourismusstandort, komme was da wolle. Darum<br />
nützt kein feilschen und faules Gerede. Befürwortung und Erhaltung<br />
der bestehenden Ferienwohnungen sind nur mit Änderung der Bpläne<br />
durchzusetzen. Wer sich der historisch gewachsenen<br />
Vermietung in der Neuzeit entgegenstellt, fällt zurück in das<br />
bäuerliche Denken der Vergangenheit.<br />
Jemand sagte mal: Wir stehen auf den Schultern vieler<br />
Generationen. Von da oben lässt es sich sehr gut nach vorne<br />
schauen und nicht rückwärts denken. Unser Seeheilbad steht in<br />
voller Blüte und nach der turbulenten Entwicklung der letzten 22<br />
Jahre können wir stolz verkünden:<br />
„ Willkommen an der See!"<br />
Hier erwartet sie ein<br />
sanftes Reizklima, unberührte Natur<br />
und rührige Einwohner, die es gewohnt sind, als beherzte<br />
Gastgeber zu agieren. Mit typisch mecklenburgischem Humor<br />
geben sie schon mal grünes Licht, wenn auch noch die rote Lampe
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
brennt. In der Realität wird das Ostseebad getragen von allen, die<br />
hier wohnen, egal wie lange schon.<br />
Nur die Ortsgruppe der CDU versteht dies nicht und klassifiziert in<br />
Alt - und Neubürger. Die Neubürger haben gefälligst das „Maul" zu<br />
halten. Diese wiederum haben von der Ortsgruppe die Nase voll.<br />
Wir pflegen die Streitkultur, es fördert die Kommunikation und das<br />
Denkvermögen. Der Star dieser Show ist längst ausgemacht. Als<br />
amtierender Bürgermeister gießt er lauthals Öl ins Feuer.<br />
Feingefühl indes tritt nur im Schweigen zutage.<br />
Nichts auf Erden ist so schwer zu halten, wie den Mund. Dafür<br />
sollte jeder bei seinem Aufstieg die Widersacher respektieren, man<br />
könnte ihnen beim Abstieg wieder begegnen.<br />
Wir empfangen unsere Touristen und laden sie auf eine<br />
Entdeckungsreise in die einzigartigen Landschaften ein. Das<br />
Punktesystem der Gemeindesünder und den Ort der<br />
Gemeindevertretung verraten wir nicht. Die Bürger gehen da auch<br />
nicht mehr hin, zumal sie dahinter gekommen sind, dass sie da<br />
nicht mehr vorkommen. Einmal dort gewesen, dann ist es überall<br />
schön. Dabei heißt es, die Vertretung und die Wähler sind<br />
sozusagen verheiratet miteinander. Aber beide haben davon noch<br />
keinen Gebrauch gemacht. Was hat sie zur inneren Scheidung<br />
bewogen? Die Ehe.<br />
Der Gemeindevorsteher gibt Antworten auf Fragen, die keiner<br />
gestellt hat. Nur eins erfragt niemand. Was sind Abhängigkeiten?<br />
Wenn man das Steuergeld, das bald nicht mehr da ist, für Leute<br />
ausgibt, die man schlecht kennt, um sich „Lieb Kind“ bei Menschen<br />
zu machen, die einen eigentlich nicht mögen. Rutscht die Führung<br />
der Gemeinde den Bach runter? Von allen Seiten viel Wasser aber<br />
kein Fisch. Böse Zungen unken: Dort, wo sie sind, werden sie nicht<br />
gebraucht. Wo sie gebraucht werden, wollen sie nicht sein. Der<br />
Gemeindevorsteher bestreitet dies mit endlosen Abgesängen.<br />
Seine Anhänger klatschen frenetisch Beifall. Der Vorsteher könnte<br />
sich in allen Tonarten vergreifen, sie würden es für eine Umwälzung<br />
der Musik halten. Motiviert trällert er: „Ich bin der, der ich bin und<br />
der bleib ich auch“. Das alles erscheint lächerlich, und nur weil einer<br />
über den FDP-Vertreter lacht, weil er nicht über die SPD weinen<br />
wollte. Im Ansehen sind wir auf jeden Fall besser als die<br />
Tageszeitung uns darstellt. Provinzgezänk und Banalitäten<br />
rauschen durch den Pressewald. Einige urige Typen betreiben<br />
fleißig Öffentlichkeitsarbeit. Manche stehen täglich in der Zeitung<br />
und das mit beiden Beinen. Dennoch sollte man sich den Blick ins<br />
Leben nicht mit einer Zeitung versperren. Aber alle wissen: Durch<br />
die „unabhängige Presse" werden weder Menschen noch die Natur<br />
nachhaltig verändert. Das liegt allein in unseren Händen. Vielleicht<br />
gibt es deshalb Bestrebungen, einen 2. CDU-Ortsverband ins<br />
Leben zu rufen. Gegenüber Hiddensee wäre dies ein enormer<br />
Fortschritt. Dort wurde der CDU-Ortsverband aufgelöst, während<br />
wir dann das „Doppelte Lottchen“ haben. Solche Entwicklungen<br />
lassen beim amtierenden Bürgermeister den Gedanken reifen, ins<br />
Exil nach Klütz zu gehen.<br />
Dem Flair des Ostseebades verdanken wir jahrelange<br />
Besucherströme. Dorfidylle werden mehr geliebt als<br />
Großstadthektik mit S- und U- bahn. Wohin sollten diese Züge bei<br />
uns auch hinfahren? Wir begnügen uns mit dem Park- & Ride-<br />
System. Eine bewegungsorientierte ABM (Arbeitsbeschaffungsmaßnahme)<br />
für wen auch immer. Tolle Kleinbusse mit getönten<br />
Scheiben und lockeren Werbeslogan. Die Ruhe der Angestellten<br />
lässt die Unwirtschaftlichkeit des Systems vergessen. Die Manager<br />
spekulieren auf die Tatsache, dass viele Menschen besser sehen<br />
als denken können. Auf jeden Fall ein Schlag gegen Lärmpegel und<br />
sonstige Raserei. Die niedlichen Kleinstbusse erreichen ihre<br />
Höchstgeschwindigkeit höchstens beim Abschleppen. Ein<br />
4<br />
Gemeindevertreter hält bei diesem Tempo das Steuer fest in der<br />
Hand. Er blickt erstarrt, als wollt er sagen, ich kann das Tempo<br />
nicht vertragen. Die Gäste fahren komischerweise lieber die großen<br />
Parkplätze im Ortskern selbst an. Deshalb eröffnete heimlich und<br />
kostenfrei ein neuer Wiesenparkplatz vor dem Zirkus seine Pforten.<br />
Die Strandinitiative „Rettet den Strand" zeigte Präsenz und lockte<br />
die Gäste weg von den Stellplätzen ans Meer. Sogar Prominenz<br />
vom Ministerium und Naturschutz folgten ihren Lockrufen. Sie<br />
sahen die Steine am Strand nicht als Steine des Anstoßes an. Sie<br />
fanden nicht den Stein der Weisen, brachten aber ein Paket von<br />
unterstützenden Maßnahmen mit. Die Größen der Gemeinde fielen<br />
fasst aus allen Wolken, was die „Kleinen“ von der Initiative auf die<br />
Beine stellten.<br />
Der Willkommensgruß an Gäste und Prominente erwies sich als so<br />
nachhaltig, dass Einwohner verschollen geglaubte Verwandte zu<br />
Besuch bekamen. Ein einheimischer Spaßvogel sinnierte: Ist es im<br />
Sommer schön und warm, kommt die Verwandtschaft frisst dich<br />
arm. Ist es im Herbst lau und heiter, kommen sie wieder und<br />
fressen weiter.<br />
Nach Monaten der touristischen Flaute hörte man allerorts: „Hurra<br />
wir leben noch."<br />
Der Tourismus gleicht einem nachwachsenden Rohstoff. Es bedarf<br />
viel Pflege und vor allem sollte keiner reinreden, außer Hinz und<br />
Kunz. Doch die Menschen verhalten sich überall gleich. Schaut auf<br />
unsere Kinder und Enkel, sie sind das Spiegelbild aller<br />
Bevölkerungsschichten. Die Gruppen aus dem Hort und<br />
Kindergarten sind überall anzutreffen. Sie diskutieren mit ernsten<br />
Gesichtern, träumen vor sich hin, um schließlich zu großen Taten<br />
auszuholen. Andere sind Herbstnaturen, sehr stürmisch und<br />
machen viel Wind. Es wird geschubst, gestritten, umarmt und<br />
versöhnt. Nur ein unruhiger Knirps schrie lauthals. „Je kleiner der<br />
Mann desto größer die Worte“. Alles wie im richtigen Leben.<br />
Die Erzieherinnen sind Feldwebel und gute Fee in einer Person. Sie<br />
schnurren oder knurren, schon schlendern die Kleinen Hand in<br />
Hand zurück ins Quartier zum Essen fassen. Für die Mäuse ist die<br />
Miezekatze das größte Tier.<br />
Die Vermieter und Gastgeber indes begrüßen, beköstigen und<br />
umsorgen die Touristen. Ja sie lecken sie fast ab. Was können sie<br />
noch machen, ohne pervers zu werden? So stehen wir quasi Hand<br />
in Hand vor den Toren des Seebades und verkünden:<br />
„ Willkommen an der See!" Wolfgang Seidel
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
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Wenn Sie für Vorstellungen bis 7.9.<strong>2013</strong> eine Eintrittskarte ihrer<br />
gewünschten Kategorie kaufen, erhalten Sie mit unserem<br />
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Wie können Sie gewinnen?<br />
Senden Sie uns eine E-Mail an:<br />
Verlosung-Piraten-Openair@online.de<br />
Einsendeschluss ist der Do. 15. August <strong>2013</strong>, 24.00 Uhr<br />
Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.<br />
und schildern Sie uns Ihre Meinung zu der Publikation<br />
„<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong>“. Was hat Ihnen gefallen, was könnten wir<br />
besser machen.<br />
Die Gewinner werden per E-Mail benachrichtigt.<br />
Verlosung Verlosung Verlosung Verlosung Verlosung<br />
„Boltenhagen: Luftkurort?<br />
Kurverwaltung hat entdeckt,<br />
dass schlechtes Klima<br />
krank machen kann – wie<br />
etwa durch Schadstoffe in<br />
B der Luft oder Allergien,<br />
deshalb gewinnt ein<br />
gesundes Klima immer<br />
mehr an Bedeutung.<br />
Wussten Sie schon …. ?<br />
Das Leitungsduo des Eigenbetriebes Kurverwaltung / Bauhof der<br />
Gemeinde Ostseebad Boltenhagen, hat einen Antrag auf „staatlich<br />
anerkannter Luftkurort“ gestellt!<br />
5<br />
Begründung :<br />
Durch Strandablagerungen und Strandanschwemmungen speziell<br />
an Wochenenden, wenn keine Reinigung des Strandes erfolgt,<br />
sowie das Vorhandensein einer illegalen ortsnahen Mülldeponie,<br />
ziehen belastende Düfte durch die Orte und „erfreuen“ Gäste und<br />
Einwohner mit einem „lieblichen“ Geruch ! So eine Luftqualität kann<br />
nicht jedes Ostseebad bieten und rechtfertigt daher diese Auszeichnung!!!<br />
(Satire ist, wenn keiner lacht.)<br />
Jörg Gniwotta<br />
Von der Vergangenheit eingeholt! Barrein: Wer soll<br />
das bezahlen, wer hat so viel Geld?<br />
Haftungssumme:<br />
zwischen 720.000 Euro und<br />
1.950.000 Euro.<br />
Nur:<br />
„Vergessen“ im Finanzhaushalt<br />
<strong>2013</strong> bis 2016?<br />
„Der Fall Barrein kann noch viel Geld kosten!“ so lautete eine<br />
Überschrift zum Komplex „Barrein“ in der Ausgabe der Ostsee<br />
Zeitung vom 19.Februar <strong>2013</strong>. Und genau das scheint sich zu<br />
bewahrheiten. Anzunehmen ist, dass die Gemeinde zwischen<br />
720.000 Euro bis zu 2 Millionen Euro als Schadenersatz zu<br />
leisten hat. Der Fraktionsvorsitzende und Haushaltsexperte der<br />
CDU, Hans-Otto Schmiedeberg, kommentierte in der OZ-<br />
Ausgabe: „Wenn wir so weiter verfahren, können wir ruhig in<br />
die Zukunft sehen – trotz Barrein“. Sachverständig erklärt er<br />
weiter: „Derzeit können wir mit keinen Betrag planen, weil keine<br />
konkrete Forderung vorliegt“. Können die Bürger der Gemeinde<br />
also ruhig schlafen und die Sachverwaltung über die Finanzen<br />
der Gemeinde dem Hans-Otto Schmiedeberg und seinem Bruder<br />
Christian Schmiedeberg treuhänderisch überlassen?<br />
Damit kommen wir auch zum „Barrein-Komplex“, der im Finanzplan<br />
der Gemeinde Ostseebad Boltenhagen <strong>2013</strong> bis 2016 von den,<br />
dem Gemeinwohl der Gemeinde verpflichteten Politikern, völlig<br />
ausgeblendet wird. Würden wir eine in den USA bereits vorhandene<br />
Datenbank (Truth Teller = Wahrheitssager“) einsetzen,<br />
könnten wir seine Behauptung beurteilen. Die „Wahrheitssager“-<br />
Datenbank leistet folgendes: Wenn der Politiker lügt, wird in der<br />
rechten Spalte die rote Anzeige „Lüge“ erscheinen, sollte die<br />
Aussage stimmen, erscheint die blaue Inschrift "Wahrheit".<br />
Nachfolgend die Barrein-Fakten, die alle Gemeindevertreter,<br />
kennen sollten:<br />
Grundurteil Landgericht Schwerin 5 O 85/06 vom 16.04.2010,<br />
in dem die Klägerin (Barrein) eine Schadenssumme in Höhe<br />
von 716.547,19 Euro beziffert. In diesem Urteil bestätigt das<br />
Landgericht: „…Schadenersatzforderung … ist … dem<br />
Grunde nach gerechtfertigt …“<br />
In der OZ-Ausgabe vom 26.05.2011 wurde gemeldet, dass<br />
das Oberlandesgericht Rostock ein Vergleichsangebot zur<br />
Leistung von Schadenersatz zu zahlen von der Gemeinde an<br />
die Klägerin Barrein in Höhe von 720.000 Euro vorgelegt hat.<br />
Die Gemeindevertreter haben diesen Vorschlag abgelehnt.<br />
In der OZ vom 01.12.2012 ist eine Aussage des Vorsitzenden<br />
Richters, Wilfried Thomas, der Zivilkammer 5 im Landgericht
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Schwerin zu lesen: „…Die Gemeinde will sich nicht<br />
vergleichen, sie will verurteilt werden…“.<br />
Der vorsitzende Richter bestätigt weiter: „Es ist rechtmäßig<br />
festgestellt, dass die Gemeinde Schadenersatz zahlen<br />
muss…“. Zu klären ist lediglich die Höhe. Der OZ-Ausgabe<br />
ist zu entnehmen, dass die Barrein-Forderung auf<br />
Schadenersatz 1,9 Millionen Euro beträgt.<br />
In der Zwischenzeit wurde die Gemeinde in einem Teilurteil<br />
zur Zahlung von Schadenersatz verurteilt. Soweit wir Sachstandskenntnisse<br />
haben, hat der Rechtsanwalt der Gemeinde<br />
Boltenhagen im Auftrag des amtierenden Bürgermeisters<br />
jeweils Einspruch eingelegt.<br />
Durch die Einbuchung<br />
einer „Rückstellung “ für<br />
die Barrein-Schadenersatzverpflichtung<br />
in die<br />
Eröffnungsbilanz auf den<br />
01.01.2012 in Höhe von<br />
etwa 700.000 Euro<br />
(mitgeteilt in der Sitzung der<br />
Gemeindevertretung vom<br />
16.05.<strong>2013</strong>) ist die Schuld<br />
hinreichend<br />
„konkretisiert“. Über die<br />
Verpflichtung der Bildung von Rückstellungen bei wahrscheinlicher<br />
Inanspruchnahme soll hier nicht weiter eingegangen werden. Ein<br />
kompetenter Finanz-ausschussvorsitzender sollte wissen, dass<br />
diese Verbindlichkeit durch Zahlung auszugleichen ist. Und zum<br />
Zahlungsausgleich sind im Zeitraum <strong>2013</strong> bis 2016 keine Angaben<br />
zu finden.<br />
Weitere vorliegende Informationen lassen den Schluss zu, dass die<br />
Gemeinde auf Anraten des Rechtsanwaltes plant, den Prozess zu<br />
verzögern. Die Mitglieder der Gemeindevertretung, die diesen Weg<br />
möglicherweise befürworten, wissen auch, dass sie damit ein<br />
Sonderkonjunkturprogramm für den Rechtsanwalt auflegen. In<br />
den Haushaltsplan <strong>2013</strong> wurden an Rechts- und<br />
Beratungskosten 70.000 Euro für das Jahr eingestellt.<br />
Soweit wir informiert sind, haben an den letzten Gerichtssitzungen<br />
weder der amtierende Bürgermeister Christian Schmiedeberg noch<br />
die Leitende Verwaltungsbeamte Pardun vom Amt Klützer Winkel<br />
teilgenommen haben. Und auch die Verursacher der Schadenersatzverpflichtung,<br />
der ehemalige Bürgermeister Hans-Dieter<br />
Schultz (SPD) und die damalige verantwortliche Kämmerin<br />
Christiane Meier (CDU) waren bei den letzten Verhandlungen nicht<br />
zugegen.<br />
Es stellt sich nun die Frage, wenn der ehemalige Bürgermeister<br />
verantwortlich ist, wer zahlt dann den Schadenersatz? Das haben<br />
die Gemeindevertreter in der Vergangenheit eindeutig geklärt!<br />
In einer Sitzung hat die Gemeindevertretung den Ex-<br />
Bürgermeister Schultz von der Schadenersatzleistung<br />
freigestellt.<br />
Wer hat das nun zu bezahlen? Die Gemeindevertreter, die Herrn<br />
Schultz einen „Persilschein“ ausgestellt haben? Nein! Wir! Die<br />
Bürger Boltenhagens! Wir haben das Unvermögen und die<br />
Fehleinschätzungen der <strong>Boltenhagener</strong> Gemeindevertreter auszugleichen.<br />
Mit unseren Steuermitteln! Erschwerend kommt hinzu,<br />
dass die Finanzplanung für die Jahre <strong>2013</strong> bis 2016 zeigt, dass die<br />
Gemeindekasse nur durch Kreditmittel wieder aufgefüllt werden<br />
kann. Dafür sind zukünftig Zinsen zu bezahlen.<br />
6<br />
Was haben sich die Lokalpolitiker dabei gedacht, unser schönes<br />
Ostseebad Boltenhagen in diese finanzielle Schieflage zu bringen?<br />
Warum haben die ehemaligen Bürgermeister Schulz und Meier, der<br />
Vorsitzende der Gemeindevertretung und amtierende Bürgermeister<br />
Christian Schmiedeberg und der Finanzausschuss-vorsitzende<br />
Hans-Otto Schmiedeberg nicht den Verkaufserlös aus dem Verkauf<br />
des „Barrein-Grundstückes“ in Höhe von 1.282.000 Euro (Verkauf<br />
am 22.03.2005) dazu verwandt, um mit Barrein eine<br />
einvernehmliche und für den Haushalt der Gemeinde verträgliche<br />
Lösung herzustellen? Der Vertrag Gemeinde/Barrein hätte<br />
bereits im April 1998 gegen Zahlung der bis dahin<br />
entstandenen Kosten und Vertragsschäden aufgelöst werden<br />
können.<br />
Steigt die Schuldsumme<br />
täglich um Zinsen in Höhe<br />
von 200 Euro? Uns liegen<br />
Informationen vor, dass<br />
von den Barrein-<br />
Rechtsanwälten sogar 530<br />
Euro Zinsen täglich<br />
gefordert werden!<br />
Nach unseren Informationen wird die in der Gemeindevertretung<br />
vertretene Zählgemeinschaft Bürgerforum Ostseebad Boltenhagen<br />
(BfB) und WGB einen Untersuchungsausschuss „Barrein“<br />
beantragen und im Amt Klützer Winkel Einsicht in die Akten zum<br />
Prozess Barrein verlangen. Dieses Verlangen ist unerlässlich, um<br />
die Verantwortlichen endlich zum Handeln zu bewegen.<br />
Swen Bertram<br />
Privatinitiative: Eine gute Idee!<br />
Strandkörbe für Rollstuhl-Fahrer !<br />
Hier informieren wir in<br />
Zukunft wo Einheimische und<br />
Urlauber barrierefreie und<br />
behinderten- gerechte<br />
Angebote im Ostseebad<br />
Boltenhagen finden.<br />
An vielen Stränden an der<br />
Ostsee hat man Probleme<br />
mit dem Rollstuhl am Strand<br />
zu fahren, weil die Zufahrten<br />
zum Strand nicht befestigt<br />
sind. In Boltenhagen an<br />
den Strandaufgängen 8<br />
und 21 sind für Rollstuhlfahrer<br />
behindertengerecht<br />
Zuwegungen eingerichtet.<br />
Hier können Rollstuhlfahrer<br />
ohne fremde Hilfe über einen<br />
befestigten Plattenweg die<br />
Strandkörbe erreichen.<br />
Swen Bertram
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Swen Bertram berichtet: Neues aus Tollhagen<br />
Swen Bertram schreibt für<br />
die <strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong><br />
vorzugsweise Kommentare<br />
zu dem <strong>Boltenhagener</strong><br />
Haushalt aber manchmal<br />
auch Satirisches, so wie<br />
jetzt:<br />
Moderne<br />
Straßenleuchtentechnik in Tollhagen<br />
Der Straßenbau soll im Sommer in der Tollwitzer Chaussee<br />
beginnen und hält auch gleich eine brandneue Innovation für<br />
Tollhagen bereit. Parallel zum Straßenbau werden neue<br />
Trinkwasserleitungen verlegt und das ist kein Zufall. Die neuen<br />
Trinkwasserleitungen werden mit den vorhandenen Straßenleuchten<br />
verbunden und sorgen für Straßenbeleuchtung. In den<br />
modernen Trinkwasserrohren sind kleine Schaufelräder installiert,<br />
die durch die Wasserströmung in Gang gesetzt werden und durch<br />
ihre Rotation Strom erzeugen. Dieser Strom wird in die<br />
Straßenleuchten geleitet und bringt sie zum Leuchten. Das Aqua-<br />
Lux-System (ALS) funktioniert nur mit LED Technik, denn die<br />
kleinen LED Leuchten benötigen nicht so viel Strom wie die<br />
herkömmlichen Leuchten. Das ALS verursacht praktisch keine<br />
Energiekosten. Die Investition wird sich in circa vier Jahren<br />
amortisiert haben. Einen kleinen Haken hat die neue Technik aber<br />
doch. „Wenn kein Wasser abgenommen wird, wird kein Strom<br />
produziert“, so der Bauhofvorarbeiter und Projektleiter W.Nothing<br />
vom Bauhof Tollhagen. In der Trinkwasserleitung muss das<br />
Wasser fließen.<br />
Aber auch diese kleine Kinderkrankheit kann man leicht<br />
ausgleichen. Wenn Vati abends noch einmal mit dem Hund gehen<br />
möchte, muss Mutti eben noch<br />
einmal auf die Toilette gehen,<br />
damit mit der Spülung auf der<br />
Straße das Licht angeht.<br />
Die neue Technik bekommt<br />
man natürlich nicht geschenkt.<br />
Der Straßenbauabschnitt im<br />
Ortsteil Tollwitz wird mit der<br />
ALS Technik deutlich teurer als<br />
in den bisherigen Abschnitten in Tollhagen.<br />
Die Anwohner dürfen aber diese kleinen Stromerzeuger für den<br />
privaten Haushalt mit nutzen. Mit dem Anschluss an den<br />
heimischen Sicherungskasten können der Fernseher, die<br />
Kaffeemaschine und das Wohnzimmerlicht mit dem Einlassen des<br />
Badewassers mit betrieben werden.<br />
Die Finanzen in Tollhagen sind gerettet! Für die nächsten<br />
Jahrzehnte!<br />
Wie aus gut unterrichteten Kreisen in Erfahrung gebracht werden<br />
konnte, hat der Bürgermeister Tollhagens einen Vertrag abschließen<br />
können, der schlagartig alle finanziellen Probleme der<br />
Gemeinde lösen wird. Seit einiger Zeit wird heftig über den Atomausstieg<br />
diskutiert. Neben der Unglücksgefahr ist noch immer nicht<br />
das Endlager des Atommülls geklärt. Die Bundesregierung will in<br />
den kommenden Jahren weitere Standorte prüfen. Dem ist jetzt der<br />
geschäftstüchtige Bürgermeister zuvor gekommen. Er hat der<br />
verantwortlichen Firma für die Endlagerung des Atommülls ein<br />
7<br />
Grundstück verpachtet, das für die Endlagerung ideal geeignet ist.<br />
Auf dem Feld in Ortsteil Tollwisch-Ausbau wurden bereits vor<br />
Jahren Erdbodenprobebohrungen durchgeführt um damals<br />
festzustellen, ob dort eine Therme errichtet werden kann. Im<br />
Rahmen dieser Begutachtung hat man festgestellt, dass sich dort<br />
eine besondere Steinschicht befindet, die ausgehöhlt werden kann<br />
und dann hervorragend für die Endlagerung für den Atommüll<br />
geeignet ist.<br />
Die Bauarbeiten für die Endlagerung<br />
beginnen bereits im Juli <strong>2013</strong>. Der<br />
Bürgermeister hat sich mit dem<br />
Endlagerbetreiber auf eine Jahrespacht<br />
in Höhe von 15 Mio. Euro geeinigt. Der<br />
Betreiber wird seinen Sitz nach Tollhagen verlegen und damit eine<br />
Gewerbesteuereinnahme von etwa 1 Mio. Euro pro Jahr sichern.<br />
Damit sind mit einem Wisch alle Haushaltssorgen vom Tisch. Den<br />
Haushaltskritikern hält er vor: „Es geht den Kritikern nicht um das<br />
Wohl der Gemeinde sondern einzig und allein darum, den nicht aus<br />
ihren Reihen stammenden Bürgermeister zu beschädigen. Mit der<br />
Ansiedelung eines Endlagers werden alle Probleme unserer<br />
Gemeinde für die nächsten Jahrzehnte gelöst. Wir können heute<br />
schon die Haushaltpläne für die nächsten 20 Jahre vorlegen.“<br />
Die Endlagerung des Atommülls stellt keine Gefahr für die Umwelt<br />
und Bevölkerung dar, das versicherte der Betreiber ausdrücklich.<br />
Das Endlager hat noch einen tollen Nebeneffekt: Die Wärme, die<br />
der Atommüll abgeben wird, reicht aus, um alle Tollwischer Straßen<br />
eisfrei zu halten. Damit werden weitere Winterdienstkosten<br />
eingespart. Gleichzeitig kann die Abwärme genutzt werden, um das<br />
geplante Thermalbad ganzjährig mit 33 Grad warmen Wasser zu<br />
versorgen. Dort können die Gäste entspannen und „neue Energie“<br />
tanken.<br />
Allerdings:<br />
Einen Haken hat dieser Deal: Ein Investor aus Boltenhagen hat vor<br />
12 Monaten ein Stück Rasenbegleitgrün vor der Zufahrt zur<br />
künftigen Lagerstelle erworben und verhandelt über eine<br />
Beteiligung an den künftigen Einnahmen. Tollhagens Bürgermeister<br />
dazu: „Wie in vielen anderen Fällen werden wir unter Ausschluss<br />
der Öffentlichkeit auch hier eine Lösung finden“.<br />
Hinweis des Autors:<br />
Alle Beiträge sind frei erfunden. In der Realität kann es solche<br />
Handlungen nicht geben. Genauso wie es keine Gemeinde<br />
Tollhagen, keinen Ortsteil Tollwitz sowie Tollwisch-Ausbau und<br />
schon gar nicht das ALS Aqua-Lux-System gibt. Einen<br />
Rasenbegleitgrün-Investor gibt es deshalb natürlich auch nicht.<br />
Jörg Gniwotta berichtet: Neues aus Tollhagen<br />
Jörg Gniwotta schreibt über<br />
Tollhagens Bauhof:<br />
In Tollhagen ist alles wie<br />
überall, aber eben anders!<br />
Neue Erkenntnisse aus<br />
Tollhagen<br />
Tollhagen lässt sich geographisch einordnen, denn es liegt<br />
irgendwo im landschaftlich schönen Bundesland Mecklenburg–<br />
Vorpommern.<br />
Wie jede Kommune hat auch Tollhagen einen eigenen Dienstleistungsbetrieb<br />
und auch private Betriebe. Dabei gibt es einen
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
wesentlichen Unterschied, denn ein privater Betrieb wird nach<br />
betriebswirtschaftlichen Gesichtspunkten geführt und ein<br />
kommunaler Betrieb auf der Grundlage der Vorgaben der<br />
öffentlichen Hand, also finanziert er sich größtenteils aus Steuermitteln<br />
der Bürgerinnen und Bürger der Gemeinde und daher sollen<br />
diese Dienstleistungen auch allen Einwohnern zu Gute kommen.<br />
Aber dieser kommunale Dienstleistungsbetrieb, der unter anderem<br />
für Ordnung und Sauberkeit in den Arealen der Kommune sorgen<br />
soll, hat hausgemachte Probleme:<br />
ein Leitungsduo, das mit der Führung des Eigenbetriebes<br />
überfordert ist, was sich wie folgt darstellt,<br />
die Ordnung, Sauberkeit und Lagerhaltung auf dem eigenen<br />
Geländen ist mangelhaft, was auch für das direkte Umfeld<br />
zutrifft und wird von Gästen und Einheimischen nur<br />
kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen,<br />
der Zugang zu diesem Betrieb ist fast jedem möglich und<br />
wird auch vielen Unberechtigten gewährt, egal ob an<br />
Wochenenden oder Sonn- und Feiertagen,<br />
auch spricht man ständig von personeller Unterbesetzung,<br />
hat aber gleichzeitig die Möglichkeit für Dritte aktiv zu<br />
werden (Baumfällungen und vieles andere mehr), aber bei<br />
welcher Vergütung?<br />
es besteht keine Materialbestandskartei und kein Fahrzeug<br />
hat ein Fahrtenbuch in welches der Nutzer, die erbrachte<br />
Leistung und der Verbrauch an Treibstoffen täglich<br />
eingetragen werden muss sowie die technische Wartung.<br />
Außerdem macht sich für diesen Betrieb negativ bemerkbar die<br />
häufige Abwesenheit des Vorgesetzten in der Arbeitswoche, was er<br />
dann an Wochenenden mit kurzzeitigen Besuchen mit PKW in der<br />
Lagerhalle ausgleicht. So bleiben auch arbeitsrechtliche Fragen /<br />
Notwendigkeiten auf der Strecke (nachweisbare Arbeitsschutzbelehrungen,<br />
Koordinierung von Tagesaufgaben und ähnliches)!<br />
Natürlich gibt es ein System für die Leitung eines Eigenbetriebes<br />
Kurverwaltung / Bauhof nach der Prämisse:<br />
„ Wissen ist Macht, nichts wissen macht nix!“<br />
Alle Beiträge sind frei erfunden und es sollte mit dem Teufel<br />
zugehen, sollte es doch eine Kommune Tollhagen mit gleichen<br />
oder ähnlichen Problemen geben!!!<br />
JörgGniwotta<br />
8<br />
Ist Boltenhagen gut gewappnet?<br />
Nachdem Boltenhagen im Juli<br />
2011 seine Amtsfreiheit<br />
aufgegeben hat, möchte das<br />
Seeheilbad nun ein<br />
gemeindeeigenes Wappen<br />
führen. Da wird es aber endlich<br />
Zeit, wird sich so mancher<br />
sagen, nicht wissend, dass<br />
ohnehin jede natürliche und<br />
juristische Person ein eigenes<br />
Wappen wählen und führen<br />
darf. Bereits im Herbst 2012<br />
wurde nun ein externer Grafik-<br />
Designer damit beauftragt, ein<br />
genehmigungsfähiges<br />
Gemeindewappen zu entwerfen, das in seiner geschichtlichen<br />
Entwicklung begründet ist. Übrigens, die obige Abbildung<br />
findet sich am Turm des Welcome-Centers in der Ostseeallee,<br />
den allermeisten auch als Kurhaus bekannt.<br />
Boltenhagen soll endlich, mehr als 17 Jahre nach einem<br />
entsprechenden Erlass des Innenministeriums, ein eigenes<br />
Wappen bekommen.<br />
Wunderbar, endlich ist mal Kreativität gefragt. Nun da wollen wir<br />
nicht abseits stehen und uns gerne auch einbringen, konstruktiv<br />
selbstverständlich. Gemeinsam stöbern wir in alten Unterlagen und<br />
Prospekten, denn wohlgemerkt: Die Botschaft des Wappens soll in<br />
seiner geschichtlichen Entwicklung begründet sein.<br />
Und schnell werden wir auch fündig. Manch älterem Zeitgenossen<br />
wird es sicher noch so oder so ähnlich in Erinnerung sein. In einer<br />
Broschüre der Badeverwaltung Boltenhagen von 1935 taucht ein<br />
ähnliches Bild mit dem Seeschwalbenpaar auf. Auch auf Briefbögen<br />
vor 1945 sowie auch in der Zeit bis zur Wende ist das<br />
Seeschwalbenpaar präsent.<br />
Das Motiv und seine<br />
Interpretationsmöglichkeiten<br />
überzeugen uns. Wir müssen es<br />
also nur noch den Regeln der<br />
Heraldik anpassen.<br />
Das Schild unseres Entwurfes wird<br />
durch waagerechte Linien<br />
aufgeteilt. Im oberen Drittel wird<br />
das Seeschwalbenpaar als<br />
natürliche, Gemeine Figur<br />
angeordnet. Die aufgehende<br />
Morgensonne stellt ebenfalls eine natürliche Gemeine Figur dar. Sie<br />
wird im mittleren Drittel positioniert. Das untere Drittel des Schildes<br />
symbolisiert, hervorgehoben durch waagerechte Linien, das sanfte<br />
Meer. Nach den heraldischen Regeln, wird auch unser Wappen<br />
hinsichtlich der Farbgebung einfach gehalten sein. Gold, Silber und<br />
zwei reine Farben von Blau sollen es sein. Ihre Anordnung<br />
zusammen mit den Gemeinen Figuren schafft die gewünschte<br />
starke Kontrastwirkung, die das Wappen schon aus großer<br />
Entfernung erkennbar werden lässt.<br />
Eine schöne Idee, unser Wappen. Stolz vor Glück, einen<br />
Boltenhagens Gegenwart und Vergangenheit repräsentierenden<br />
Entwurf erarbeitet zu haben, wenden wir uns mit dieser Idee an den<br />
amtierenden Bürgermeister Schmiedeberg. Nachfolgend zitieren wir<br />
auszugsweise aus unserem Anschreiben.
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
„Sehr geehrter Herr Schmiedeberg, grundsätzlich begrüßen auch<br />
wir von der WGB, dass Boltenhagen ein eigenes Gemeindewappen<br />
bekommen soll. Eine gute Idee, steht doch das Wappen im<br />
Allgemeinen für Zugehörigkeit, Gemeinsinn, Verbundenheit etc.<br />
Jedoch möchte ich darauf hinweisen, dass leider keiner der angedachten<br />
Entwürfe (hier „amtliche“ Entwürfe, Anm. d. Verf.) unseren<br />
Vorstellungen von einem einmaligen, unverwechselbaren Symbol<br />
mit hohem Identifikationsgrad entspricht. Das Identitätsstiftende und<br />
uns alle Verbindende kommt unserer Meinung nach überhaupt nicht<br />
zum Ausdruck. Die in den Vorschlägen verwendete Symbolik<br />
(Gemeine Figuren) findet sich so in dieser oder jener Anordnung<br />
genauso wie auch die Farbgebung in vielen anderen Wappen<br />
wieder. Obwohl jeder der Vorschläge Einmaligkeit an sich<br />
symbolisiert, sollten wir uns überlegen, was Boltenhagen in<br />
Wirklichkeit repräsentiert, wofür es eigentlich steht bzw. stehen<br />
könnte.“<br />
In der Folge setzten wir uns dann mit den „amtlichen“ Entwürfen<br />
sowie mit ihren verschiedenen möglichen und unmöglichen<br />
Interpretationen auseinander. Einige dieser Entwürfe waren ja auch<br />
in der OZ abgebildet, und jeder mag seine eigene Meinung dazu<br />
haben.<br />
Weiter weisen wir auch darauf hin, dass Boltenhagen seit mehr als<br />
200 Jahren durch den Fremdenverkehr geprägt wurde. Nicht die<br />
Fischerei stand im Mittelpunkt des Broterwerbes, sondern die<br />
Landwirtschaft. Die Fischerei im Hauptberuf kam erst mit Gründung<br />
der DDR auf, hat somit also keine historisch begründbare<br />
Tradition im Seeheilbad, wie ältere <strong>Boltenhagener</strong> zu berichten<br />
wissen.<br />
Am Ende unseres Schreibens werben wir für unseren Entwurf wie<br />
folgt:<br />
„Hellblauer Himmel, blaue, silbern stilisierte Meereswellen, die<br />
goldene, aufgehende Sonne leicht rechts am Horizont und ein<br />
silbernes Seeschwalbenpärchen über allem. Das wäre in jedem Fall<br />
eine Symbolik, die an Tourismus, Erholung und Natur erinnert. Und<br />
Nachhaltigkeit kann man sogar auch noch hinein interpretieren, da<br />
sich das Seeschwalbenpärchen auch heute noch dem<br />
aufmerksamen Frühaufsteher zeigt. Und während Möwen als Motiv<br />
doch wenig taugen und doch mehr für zänkisches Geschrei,<br />
Zerstrittenheit, Gier und Eigennutz stehen würden, so steht das<br />
Seeschwalbenpärchen für Gemeinsinn und absolute Standorttreue<br />
und Treue im Allgemeinen. Auch Vertrauen und Zuneigung<br />
symbolisieren diese Vögel, deren Beziehung ja bekanntermaßen<br />
ein Leben lang hält. Und das wollen wir doch alle, dass sich unsere<br />
Gäste jedes Jahr aufs Neue bei uns heimisch und vertraut,<br />
geborgen und umsorgt fühlen, und deswegen auch immer gerne<br />
wiederkommen.<br />
Und außerdem, Seeschwalben im Wappen hat schließlich noch<br />
niemand in Deutschland. Und vielleicht wäre es auch sinnvoll, zwei<br />
Seeschwalbenpärchen im Wappen darzustellen, die symbolisch für<br />
die nun vier miteinander verbundenen Ortsteile stehen würden, in<br />
denen unsere Gäste gerne im Urlaub sind.<br />
Möglich wäre also Vieles, wenn man um Vorschläge bitten würde.<br />
Wir sollten die <strong>Boltenhagener</strong> mitreden zu lassen. Sie wollen auch<br />
hier gefragt und gehört werden, und nicht nur weil jeder Bürger<br />
möglicherweise seine eigene Meinung hat. Die <strong>Boltenhagener</strong><br />
müssen in die Entscheidungsfindung mit einbezogen werden.<br />
Ich schlage deshalb vor, die Entwürfe im Kurhaus für wenigstens<br />
vier Wochen auszustellen, um der Bevölkerung so die Möglichkeit<br />
zu geben, sich hierzu zu äußern. Und dabei sollte es nicht bleiben!<br />
9<br />
Die <strong>Boltenhagener</strong> müssen auch aufgefordert werden, selbst<br />
Vorschläge zum Ortswappen zu entwickeln und auszuarbeiten.<br />
Vielleicht kommen ja noch bessere Vorschläge, auf jeden Fall<br />
werden diese kostenlos sein.“<br />
Unser Alternativentwurf für ein Wappen<br />
Sonne und Meer = Tourismus<br />
Seeschwalbenpaar = für Verbundenheit = Familie/ Natur/ Fischfang<br />
Farbgebung:<br />
Sonne – Gold<br />
stilisierte Wellen – Silber<br />
Seeschwalbenpaar – Silber<br />
Hintergrund: Himmel – helles<br />
Himmelsblau<br />
Vordergrund: Meer –<br />
Meer blau, Azur o. dgl.<br />
Vorschlag: Reiner Sommer und Thomas Nohr, WGB<br />
Mag sein, dass unser Vorschlag nicht ganz den Vorstellungen eines<br />
Heraldikers entspricht, oder denen des amtierenden<br />
Bürgermeisters. Im Vergleich zu altbackenem Steuerrad und<br />
Flunder mit Eichenlaub wirkt unser Entwurf doch modern, geradezu<br />
zeitlos. Vielleicht ist unser Vorschlag nicht der Weisheit letzter<br />
Schluss. Er sollte aber aufzeigen was möglich wäre, wenn man<br />
auch mal die Bevölkerung mitmachen ließe, anstatt ihr nur ein paar<br />
flache Entwürfe zum Abhaken vorzulegen. Und die ausgelegten<br />
Listen präsentierten sich in etwa so, wie einst die Listen für die<br />
Wahl der Kandidaten der Nationalen Front. Auch auf den<br />
„Wappenlisten“ konnte nur Zustimmung angekreuzt werden. Eine<br />
Ablehnung der Entwürfe war jedenfalls nicht möglich, keine Spalte<br />
war dafür vorgesehen. Und so verwundert auch das Ergebnis nicht.<br />
159mal Zustimmung.<br />
Aber, erst recht in einer Demokratie muss es möglich sein, auch<br />
NEIN sagen zu können.<br />
Die nur dürftige Teilnehmerzahl bei diesem Ankreuzverfahren<br />
erklärt sich damit von selbst. Möglicherweise hatten die Entscheider<br />
zu große Sorge, dass ihre Vorschläge mit großer Mehrheit<br />
abgelehnt werden könnten? Insgesamt wurden nur 159 Kreuzchen<br />
in vier Januarwochen auf den ausgelegten „Wahllisten“<br />
hinterlassen. Eine sehr bescheidene Zahl in Anbetracht von mehr<br />
als 2000 Wahlberechtigten zuzüglich des Personenkreises der bis<br />
zu 14jährigen, denen man testweise auch eine Wahlbeteiligung<br />
zugestanden hatte. Je nachdem wie man nun die Kreuze auf den<br />
Wahlzetteln interpretieren möchte, lag hier die „Wahlbeteiligung“<br />
von unter 10 bis 5%. Offenbar war es für die Bevölkerungsmehrheit<br />
nicht von Interesse, einem der drei von der Gemeindevertretung<br />
ausgewählten Entwürfe, durch ihre Teilnahme am<br />
Ankreuzverfahren Legitimation zu verleihen.<br />
Wer nun meint, der erste Mann im Dorfe, würde so viel Mitarbeit<br />
und Unterstützung dankbar annehmen, sah sich einmal mehr getäuscht.<br />
Statt freundlicher und moderater Worte…, aber lesen Sie<br />
selbst sein Antwortschreiben, dass wir Ihnen im Originalstil nicht<br />
vorenthalten möchten.
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
„Sehr geehrter Herr Nohr, vielen Dank für Ihre umfangreichen Ausführungen.<br />
Man wird es nie allen recht machen können. Da werden<br />
Sie mir sicherlich zustimmen. Insbesondere den "Querulanten" und<br />
"Besserwissern"! Wenn Sie an der letzten Gemeindevertretersitzungen<br />
teilgenommen hätten, wüssten Sie, dass Ihr Vorschlag, die Bürger<br />
zu beteiligen, die Gemeindevertretung bereits signalisiert hat und<br />
im nächsten Hauptausschuss ( 15.11.) das Verfahren gemeinsam<br />
abgestimmt werden soll.<br />
Leider war im nichtöffentlichen Teil weder jemand vom BfB noch die<br />
WGB anwesend. Übrigens, ist Ihre Abwesenheit in letzter Zeit ist sehr<br />
auffällig. Durch ständige Abwesenheit kann Kommunalpolitik nicht<br />
tatsächlich und wirklich betreiben werden. Ihr Vorgänger - der<br />
offensichtlich aus sein Amt getrieben wurde - war da wesentlich<br />
aktiver. Ich habe auf der letzten Sitzung ausdrücklich alle<br />
Gemeindevertreter gebeten zum HA zu kommen. Vielleicht schaffen<br />
wir es einmal gemeinsam für unser Ostseebad was auf den Weg zu<br />
bringen. Ich freue mich auf Ihr Erscheinen. Also, Mitmachen!! Nicht<br />
nur meckern!!! Bis morgen!! MfG Schmiedeberg Christian“<br />
Inhaltlich muss man auf solch Getöse nicht antworten, jedoch als<br />
Besserwisser, Querulant und Meckerer verhöhnt zu werden, ist<br />
schon ein starkes Stück. Besonders von einem, der sich doch auf<br />
das Votum seiner Mehrheitsfraktionen stützt, der also ganz und gar<br />
nicht auf die Mit- und Zuarbeit anderer angewiesen ist, und diese<br />
das auch deutlich spüren lässt. Und vielleicht verstehen Sie jetzt<br />
liebe Leserinnen und Leser, dass man sich solchen Jargon nun<br />
wirklich nicht zwingend zumuten muss.<br />
Im Übrigen haben wir hier in Boltenhagen ganz andere Probleme,<br />
zu deren Lösung es unserer vollsten Aufmerksamkeit sowie<br />
Sachverstandes und Weitsicht bedarf. Gerade auch in Anbetracht<br />
der Tatsache, dass sich der amtierende Bürgermeister Christian<br />
Schmiedeberg zu der Aufforderung an die Baubehörde verstieg,<br />
nun auch in anderen Wohngebieten gegen die Ferienvermietung<br />
vorzugehen, stellt sich doch ernsthaft die Frage, ob unser<br />
Boltenhagen mit einem derartigen Politstil für die<br />
Herausforderungen der Zukunft gut gewappnet ist.<br />
Reiner Sommer, Thomas Nohr WGB<br />
Gemeindevertretung verabschiedet den Haushalt<br />
<strong>2013</strong> mit einem Fehlbetrag von 620.100 Euro<br />
Die Jahresfehlbeträge des<br />
Haushaltes summieren sich<br />
in der Periode <strong>2013</strong> bis 2016<br />
auf 1.075.400 Euro. Na und?<br />
Die Lösung? Es werden<br />
Gebäude und Grundstücke<br />
für 1.780.000 Euro verkauft!<br />
Abbildung<br />
Trotz einer Ergebnisverschlechterung um 711.100 EUR (im Vorjahr<br />
2012 betrug der Jahresüberschuss noch 91.000 EUR) verkündete<br />
der CDU-Fraktionsvorsitzende und Finanzausschussvorsitzende<br />
Hans-Otto Schmiedeberg: „Wir haben null Euro Schulden Euro pro<br />
Einwohner und das soll so bleiben“. Er forderte mit dieser<br />
zukunftweisenden Aussage die <strong>Boltenhagener</strong> Gemeindevertreter<br />
auf, dem Haushaltsentwurf <strong>2013</strong> zuzustimmen. Zur Verwunderung<br />
einiger Gäste stimmten mit Ausnahme der Vertreter des BfB/WGB<br />
die Gemeindevertreter der CDU, SPD, DIE LINKE, FDP, HANSE<br />
und ein parteiloses Mitglied ohne Einschränkungen dem Haushalt<br />
vollinhaltlich zu. In der Sitzung am 16.05.<strong>2013</strong> gab der Finanzausschussvorsitzende<br />
Schmiedeberg die folgenden Planungsdaten<br />
für <strong>2013</strong> und Zukunftseinschätzungen für 2014 bis 2016 bekannt:<br />
10<br />
1. Haushaltsfehlbetrag <strong>2013</strong> 620.100 Euro<br />
2. Haushaltsfehlbetrag 2014 293.000 Euro<br />
3. Haushaltsfehlbetrag 2015 213.000 Euro<br />
4. Haushaltsfehlbetrag 2016 213.000 Euro<br />
Die geplanten Fehlbeträge summieren sich für den Zeitraum <strong>2013</strong><br />
bis 2016 auf schwindelerregende 1.075.400 Euro. Hierzu erklärte<br />
Hans-Otto Schmiedeberg: „Im nächsten Jahr müsse … überlegt<br />
werden, ob zum Beispiel der Bauhof verwaltungs- und<br />
finanztechnisch bei der Kurverwaltung bleiben könne…“<br />
Was er damit meint? Für 2014 soll „überlegt werden“, ob teure<br />
Fehlentscheidungen, verursacht durch den amtierenden<br />
Bürgermeister und weitere verantwortliche Gemeindevertreter bei<br />
der Angliederung des Bauhofes an den Kurbetrieb, korrigiert<br />
werden. Welche Fehler gemeint sind? Durch die Angliederung<br />
werden Leistungen des Bauhofes für die Gemeinde teurer, und<br />
zwar um 19 % (dabei handelt es sich um Umsatzsteuern, die an<br />
das Finanzamt abzuführen sind). Für den Zeitraum vom 01.07.2011<br />
bis 31.12.<strong>2013</strong> sind deshalb Mehrkosten in Höhe von etwa 80.000<br />
Euro aufgelaufen, die dem Finanzamt als Umsatzsteuern zufließen.<br />
Der Geldabfluss an das Finanzamt hätte verhindert werden können,<br />
wenn der amtierende Bürgermeister und das Amt Klützer Winkel für<br />
einen geringen Kostenaufwand vor der Bauhofausgliederung beim<br />
Finanzamt eine verbindliche Auskunft über eine steuerliche<br />
Beurteilung angefordert hätten. Bis heute sind Leistungen weiter<br />
umsatzsteuerpflichtig. Wann soll das geändert werden? Jeder<br />
weitere Monat der Untätigkeit verursacht Kosten in Höhe von<br />
mindestens 3.000 Euro!<br />
Nicht nur, dass Leistungen des Bauhofes wegen der Umsatzsteuerpflicht<br />
um 19% teurer sind; insgesamt ist der der Bauhof zu<br />
teuer. Die Kosten für Bauhofleistungen für die Gemeinde sind von<br />
169.500 Euro im Jahr 2010 auf 192.300 Euro in 2012 und weiter auf<br />
265.000 Euro in <strong>2013</strong> gestiegen. Dieser Anstieg ist nicht<br />
nachvollziehbar und der Bürger fragt sich, welche teuren<br />
Mehrleistungen werden eigentlich vom Bauhof seit 2011 erbracht,<br />
die eine derartige Kostensteigerung rechtfertigen? Fragt man<br />
Bürger, ist zu hören, für weniger Geld gab es früher mehr<br />
Leistungen.<br />
Warum die gewählten Verantwortungsträger nicht ohne Verzug alle<br />
Hebel in Bewegung setzen, die Bauhofkosten-Explosion zu<br />
bekämpfen, bleibt das Geheimnis des amtierenden Bürgermeisters.<br />
Weiterhin ungeklärt bleibt, warum die Einnahmen für die<br />
Zweitwohnungssteuer von 286.000 Euro im Jahre 2009 auf 164.000<br />
Euro im Jahr <strong>2013</strong> fallen sollen. Gibt es seit 2009 weniger<br />
Wohnungen, die der Zweitwohnungssteuer unterliegen? Oder ist es<br />
ganz einfach so, dass das Amt Klützer Winkel – aus welchen<br />
Gründen auch immer- keine Steuerbescheide erstellt? Warum sorgt<br />
der amtierende Bürgermeister Christian Schmiedeberg nicht dafür,<br />
dass die Zweitwohnungssteuerbescheide erstellt werden?<br />
Damit kein falscher Eindruck entsteht, natürlich werden die<br />
Verantwortlichen tätig, nur eben etwas später, nicht sofort. „Im<br />
nächsten Jahr müsse … überlegt werden …“, so Hans-Otto<br />
Schmiedeberg. Das ist doch schon etwas! In Abwandlung auf eine<br />
bekannte Redensart meint das vielleicht: „Was Du heute kannst<br />
besorgen, das verschiebe … auf morgen“.<br />
Die BfB-Fraktionsvorsitzende Erika Werner lehnte den Haushaltsentwurf<br />
rigoros ab und betonte, dass die Verwaltung Amt Klützer<br />
Winkel bereits zur Vorbereitung der Finanzausschusssitzung vom<br />
04.04.<strong>2013</strong> den folgenden Ausblick für die Zukunft vorgelegt hat:<br />
„Zum gegenwärtigen Zeitpunkt werden im Finanzplanungszeitraum<br />
die liquiden Mittel ausreichen, um den Finanzhaushalt
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
auszugleichen. Die Gemeinde wird jedoch in den kommenden<br />
Jahren planmäßig einen Finanzmittelfehlbetrag ausweisen. Das<br />
bedeutet, dass die Gemeinde auf lange Sicht nicht in der Lage sein<br />
wird, ihre laufenden Auszahlungen aus laufenden Einzahlungen zu<br />
finanzieren.“<br />
Frau Werner forderte: „Bei einem solchen Attest liebe Mitglieder in<br />
der Gemeindevertretung sollten Sie etwas genauer nachdenken, ob<br />
eine Zustimmung zu diesem Haushalt in Richtung Überschuldung<br />
die richtige Entscheidung ist.“<br />
Mit Ausnahme der BfB-Gemeindevertreter wurde, wie üblich, nach<br />
dem „JA-SAGER-PINZIP“ abgestimmt. Der Duden gibt dazu<br />
folgende abwertende Erklärungen: „Erfüllungsgehilfe, Erfüllungsgehilfin,<br />
Mitläufer, Mitläuferin, williger Vollstrecker, willige Vollstreckerin“.<br />
Wer in ein kommunales Amt gewählt wurde, steht gegenüber<br />
seinen Wählern in der Pflicht, für die Bürger ansprechbar und bereit<br />
zu sein, sich Bürgerfragen zu stellen. Deshalb, jeder Bürger kann<br />
die Möglichkeit nutzen, sich vom Gemeindevertreter „seines<br />
Vertrauens“ über den Haushalt <strong>2013</strong> und dessen finanzielle<br />
Auswirkungen aufklären zu lassen.<br />
Swen Bertram<br />
Wer mehr verzehrt als er gewinnt, der muss nachher mit den<br />
Mäusen essen. Sprichwort<br />
Arbeitsalltag in der Gemeindevertretung (GV )<br />
--- Wunsch und Wirklichkeit ---<br />
BfB: Wir beantragen… GV: abgelehnt<br />
BfB: Man könnte doch… GV: abgelehnt<br />
BfB: Es wäre zu bedenken… GV: abgelehnt<br />
BfB: Wir stellen den Antrag… GV: abgelehnt<br />
WGB: Unser Wappenvorschlag… GV: abgelehnt<br />
Aussage des Stv. Bürgermeisters und GV Vorsitzenden Chr.<br />
Schmiedeberg am 14. Nov. 2012 :<br />
Zitat: Vielleicht schaffen wir es einmal gemeinsam für unser<br />
Ostseebad was auf den Weg zu bringen. Ich freue mich auf<br />
Ihr Erscheinen. Also, Mitmachen!! Nicht nur meckern!!!<br />
Zitatende.<br />
Hartmut Okken<br />
Wenn man sich vornimmt, den ganzen Tag<br />
nichts zu erreichen und das dann auch<br />
schafft - hat man dann was erreicht oder<br />
nicht?<br />
Ja, wer weiß, wer weiß!<br />
11<br />
Boltenhagen: Haushaltsplan <strong>2013</strong><br />
WELCOME-CENTER<br />
Totale Verwirrung! Oder<br />
Absicht? Baut die Gemeinde<br />
ein eigenes Welcome-Center<br />
oder wird das Grundstück<br />
südlich der Straße zum<br />
Klärwerk als Ergänzung an<br />
einen Investor verkauft?<br />
In der Sitzung des Bauausschusses am 29.04.<strong>2013</strong> erklärte der<br />
SPD-Gemeindevertreter Hans-Dieter Schultz wortreich, dass die<br />
Gemeinde Ostseebad Boltenhagen in Wichmannsdorf ein<br />
Welcome-Center in Ergänzung zu dem Welcome-Center nördlich<br />
der Straße zum Klärwerk/Sportplatz errichten werde. Beide Center<br />
würden durch einen Kreisel getrennt und mit einer Brücke<br />
verbunden.<br />
Für wenn war die Botschaft bestimmt? Wer soll glauben, dass die<br />
Gemeinde Ostseebad Boltenhagen in eigener Regie ein Welcome-<br />
Center planen, errichten und betreiben wird? Wer das glaubt, glaubt<br />
auch, dass ein Zitronenfalter Zitronen falten kann.<br />
Finanzmittel zum Bau eines gemeindeeigenen Welcome-Centers<br />
waren weder im Investitionsplan <strong>2013</strong> noch im Finanzplan der<br />
Jahre <strong>2013</strong> bis 2016 der Gemeinde Ostseebad Boltenhagen zu<br />
ermitteln.<br />
Soll etwas Wesentliches ausgeblendet werden? Nämlich, dass<br />
möglicherweise bereits Vereinbarungen über eine Grundstücksübertragung<br />
des gemeindeeigenen Grundstücks als Bauland mit<br />
einem privaten potentiellen Welcome-Betreiber getroffen wurden.<br />
Vorher muss natürlich aus dem Ackerland Bauland werden! Das ist<br />
nicht möglich? Abwarten! Die Gemeinde bemüht sich um den<br />
Ankauf einer Teilfläche zur Errichtung eines Kreisels. Es gibt dazu<br />
Informationen, dass die Verkäuferin nur dann den Kreisel-<br />
Notarvertrag unterzeichnet, wenn als Koppelungsgeschäft gleichzeitig<br />
für das restliche Ackerland auf der nördlichen Seite der<br />
Straße zum Klärwerk von der Gemeinde Baurecht erteilt wird.<br />
Wird das alles eine Parteibucharchitektur?<br />
So oder ähnlich könnte das Welcome-Center aussehen. „Klein-<br />
Prora“ in Boltenhagen. Bild von: Dr. Uwe Holzmüller Hamburg/Boltenhagen
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Wann erklärt der amtierende Bürgermeister zweifelsfrei, wann und<br />
ob die Gemeinde Ostseebad Boltenhagen ein eigenes Welcome-<br />
Center als Ergänzung zum privat betriebenen Welcome-Center<br />
planen und betreiben will und aus welcher Quelle die Finanzierung<br />
erfolgen soll. Jeder Bürger kann sich seinen eigenen Reim aus<br />
diesem Vorgang machen und sich Gedanken machen, wozu ein<br />
Welcome-Center mit insgesamt 2.600 m² Fläche und 12 Meter<br />
Höhe ab OK mit zwei Vollgeschossen erforderlich ist.<br />
„Dieses Verbergen der Absicht ist wie Ostern: Je besser die Eier<br />
versteckt sind, desto größer ist die Freude, sie zu entdecken.“<br />
Hark Bohm, (*1939), deutscher Schauspieler und Regisseur,<br />
Swen Bertram<br />
„Boltenhagen: Investitionsplan <strong>2013</strong><br />
oder Verkauf von Tafelsilber?“<br />
„Umgerubelt!“: 440.000<br />
Euro Kassenplus im Jahr<br />
<strong>2013</strong>. Dafür müssen<br />
Grundstücke im Wert von<br />
1.780.000 Euro verkauft<br />
werden.<br />
Am 16.05.<strong>2013</strong> informiert der<br />
Finanzausschussvorsitzende<br />
die Gemeindevertreter und die<br />
Abbildung<br />
Gäste über eine –seiner Meinung nach – erfreuliche Entwicklung<br />
des Finanzhaushaltes. Er konnte mitteilen, dass der<br />
Finanzhaushalt mit einem Plus von 440.000 Euro zu einer<br />
Erhöhung der Finanzmittel per 31.12.<strong>2013</strong> führen wird. Das sind<br />
wahrlich traumhafte Zahlen die vorgestellt wurden – zu schön, um<br />
wahr zu sein! Andere amtszugehörige Gemeinden des Amtes<br />
Klützer Winkel benötigen Kreditmittel, um ihren Haushalt für <strong>2013</strong><br />
zu finanzieren und Boltenhagen kann mit dem geplanten Zuwachs<br />
per 31.12.<strong>2013</strong> ein Finanzpolster in Höhe von 1.654.757 Euro<br />
aufweisen.<br />
Es ist dem Finanzausschussvorsitzenden Hans-Otto Schmiedeberg<br />
und dem amtieren Bürgermeister Christian Schmiedeberg im<br />
Zusammenarbeit mit dem Amt Klützer Winkel gelungen, einen für<br />
<strong>2013</strong> geplanten Jahresfehlbetrag in Höhe von 620.100 Euro<br />
(Ergebnishaushalt) zu einem Plus von 440.000 Euro im Finanzhaushalt<br />
<strong>2013</strong> „umzurubeln“ .<br />
Beweist das vorgelegte Ergebnis, dass die Gemeindevertreter und<br />
auch die Bürger Boltenhagens über alle Einzelheiten des Zustandekommens<br />
des Zahlenwerkes informiert wurden, oder sind wichtige<br />
Details nicht vorgetragen worden? Deshalb ist eine Analyse<br />
erforderlich, um alle Zweifel auszuräumen.<br />
Zum besseren Verständnis zwei kurze Begriffsdefinitionen: Der<br />
Ergebnishaushalt umfasst die erwarteten Aufwendungen und<br />
Erträge im Haushaltsjahr ( besser bekannt als Gewinn- und<br />
Verlustrechnung).Im Finanzhaushalt werden alle für das Haushaltsjahr<br />
erwarteten / geplanten Ein- und Auszahlungen erfasst. Im<br />
Ergebnishaushalt sind zum Teil Aufwendungen enthalten, die nicht<br />
zu Auszahlungen führen (z.B. Abschreibungen auf Vermögensgegenstände)<br />
und deshalb natürlich keinen Niederschlag im<br />
Finanzhaushalt finden. Der Finanzhaushalt dient unter anderem<br />
der Investitions- und Liquiditätsplanung.<br />
12<br />
Die Verwaltung und der Finanzausschussvorsitzende haben den<br />
Investitionsplan <strong>2013</strong> für Boltenhagen vorgestellt:<br />
INVESTITIONSPLAN - Boltenhagen Ausgaben<br />
Ausgabenwirksame Investitionen<br />
IM HAUSHALTSJAHR <strong>2013</strong> Euro<br />
Ausbau Tarnewitzer Chaussee 345.000,00<br />
Erschließung Mariannenweg 125.000,00<br />
Zuwegung Lesehalle 120.000,00<br />
Ausgleichmaßnahmen Am Reeck 54.000,00<br />
Baumaßnahme Garage Feuerwehr 105.000,00<br />
Zuschuss KITA 99.000,00<br />
Diverses 158.100,00<br />
GESAMT 1.006.100,00<br />
Die genannten Projekte zeigen, für welche Projekte im Jahr <strong>2013</strong><br />
Geld zur Verfügung gestellt werden soll.<br />
Ebenfalls im Investitionsplan <strong>2013</strong> sind Vermögensobjekte gelistet,<br />
die die Gemeinde im Jahr <strong>2013</strong> verkaufen will und zu Einnahmen<br />
führen sollen:<br />
INVESTITIONSPLAN - Boltenhagen Einnahmen<br />
VERKAUF VON GRUNDSTÜCKEN UND GEBÄUDEN<br />
IM HAUSHALTSJAHR <strong>2013</strong> Euro<br />
Gewerbegrundstück Tarnewitz 400.000,00<br />
Bauland in Wichmannsdorf 250.000,00<br />
Gebäude/Grundstück Friedr.-Engels-Str. 270.000,00<br />
Gebäude/Grundstück altes Verwaltungsgebäude 800.000,00<br />
Diverses 60.000,00<br />
GESAMT 1.780.000,00<br />
Insbesondere die geplanten Verkäufe von noch gemeindeeigenen<br />
Grundstücken und Gebäuden wurden bei der Vorstellung des<br />
Investitionsplanes sowohl vom Haushaltsausschussvorsitzenden<br />
als auch vom amtierenden Bürgermeister völlig ausgeblendet. Es<br />
gab keine Informationen darüber, warum Vermögenswerte in Höhe<br />
von 1.780.000 Euro urplötzlich zum Verkauf stehen. Es gab selbst<br />
auf die Anfrage, um welches Grundstück es sich in Wichmannsdorf<br />
handelt, keine Antwort. Warum nicht? Was ist der Grund, warum ist<br />
es erforderlich, Vermögen in dieser Größenordnung zu veräußern?<br />
In der Schifffahrt würde man dazu sagen, es wird Ballast über Bord<br />
geworfen, um ein Schiff, das auf eine Sandbank aufgelaufen ist,<br />
wieder manövrierfähig zu machen. Ist das stolze Touristenschiff<br />
M/S „Gemeinde Ostseebad Boltenhagen“ unter Führung des<br />
derzeitigen Steuermannes vom Kurs abgekommen?<br />
Die Gemeinde hat am 01.01.<strong>2013</strong> einen Kassenbestand in Höhe<br />
von 1.214.457 Euro und verbessert den Kassenbestand zum<br />
31.12.<strong>2013</strong> um 440.000 Euro auf 1.654.757 Euro. Um diesen<br />
Stand zu erreichen, werden Vermögenswerte in Form von Grundstücken<br />
und Gebäuden im Wert von 1.780.000 Euro verkauft, Unter<br />
diesen Umständen ein Investitionsvolumen von 1.000.000 Euro zu<br />
planen ist nicht großartig als positive Leistung herauszustellen.<br />
Aber: was ist das für eine Leistung, Vermögen von 1.780.000 Euro<br />
gegen einen Überschuss von 440.000 Euro auszutauschen? Wo ist<br />
die Differenz geblieben, nämlich 1.340.000 Euro?<br />
Der Planungszeitraum bis 31.12.2016 zeigt unter Berücksichtigung<br />
des Verkaufs der gelisteten Vermögenswerte einen positiven<br />
Kassenbestand von 972.575 Euro und ohne Berücksichtigung des<br />
Verkaufs der Vermögenswerte einen negativen Saldo von<br />
807.243,00 Euro. Sobald der Saldo negativ wird, sind zur
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Finanzierung von Investitionen und Ausgaben Kredite aufzunehmen.<br />
So hat am 16.05.<strong>2013</strong> der Vorsitzende des Haushaltsausschusses,<br />
Hans-Otto Schmiedeberg, der für Belobigungen der Verwaltung<br />
Amt Klützer Winkel bekannt ist, geäußert: „…dass das Amt Klützer<br />
Winkel nicht fehlerfrei arbeitet …“. Das Zitat geht noch weiter:<br />
„Diese Situation hat es mit der damaligen Kämmerin - Frau Kathrin<br />
Dietrich - nicht gegeben“<br />
(Über die „Verdienste“ der ehemaligen Kämmerin Dietrich kann<br />
man ausführlich im Prüfbericht des Gemeindeprüfungsamtes vom<br />
07.09.2010 nachlesen!).<br />
Welche negativen Auswirkungen haben die nicht berücksichtigten<br />
Barrein-Schadenersatzforderungen auf den zukünftigen Kassenbestand<br />
der Gemeinde? Wenn das gelistete Vermögen (1.780.000<br />
Euro) im Jahr <strong>2013</strong> verkauft wird, dann reduziert sich der Kassenbestand<br />
per 31.12.2016 auf 272.575 Euro. Ohne Verkauf der<br />
Grundstücke erhöht sich das Kassenminus auf 1.507.243 Euro.<br />
Hinzu kommt, dass in kommenden Jahren Investitionen nur noch im<br />
geringen Umfang getätigt werden können: In der derzeitigen<br />
Planung sind vorgesehen für 2014 = 510.500 Euro, für 2015 =<br />
103.900 Euro und für 2016 = 100.400 Euro. Investitionen in den<br />
Strand sowie Erneuerungen oder Renovierung der öffentlichen<br />
Toiletten können dann ohne Aufnahme von Krediten nicht<br />
finanziert werden. Dazu der Finanzausschussvorsitzende Hans-<br />
Otto Schmiedeberg-CDU: „Wir haben null Euro Schulden pro<br />
Einwohner, und das soll so bleiben.“ Dazu passt ein Zitat aus<br />
Goethes Faust: „…. Die Botschaft hör’ ich wohl, allein mir fehlt der<br />
Glaube…“<br />
Mit Ausnahme der Gemeindevertreter des Bürgerforums, Erika<br />
Werner und Wolfgang Seidel, hat offenbar kein weiteres<br />
Gemeindevertretungsmitglied verstanden welche Auswirkungen die<br />
Zustimmung zu dem Haushaltsentwurf haben wird. Dazu passt ein<br />
weiteres Zitat und zwar von Albert Einstein: „Der Horizont der meisten<br />
Menschen ist ein Kreis mit dem Radius 0. Und das nennen sie ihren<br />
Standpunkt.“<br />
Swen Bertram<br />
Litauen: Eine erlebnis- und lehrreiche Begegnung<br />
Erika und Günter Werner<br />
aus Redewisch berichten<br />
von ihrer Reise nach<br />
Visaginas. Einer Stadt im<br />
Nordostens Litauens am<br />
größten See des Landes,<br />
des Druksiai-Sees.<br />
Vom 5. bis 9.Juni waren wir auf<br />
Einladung des<br />
Seniorenverbandes in Visaginas (ca. 22.000 Einwohner), einer<br />
kleinen Stadt im Nordosten Litauens. Gleich der erste Tag in<br />
Visaginas begann mit einem Höhepunkt. Wir waren eingeladen in<br />
einer Seniorenbegegnungsstätte, in einem ehemaligen<br />
Kindergartengebäude. Besonders beeindruckt waren wir von der<br />
Tatsache, älteren Menschen eine Möglichkeit zu geben, sich zu<br />
treffen, sich zu beschäftigen und miteinander fröhlich zu sein. Wir<br />
wurden begrüßt durch die Gesangs- und Tanzgruppe dieses<br />
Treffpunkts und verbrachten in gemütlicher Runde bei Gesprächen<br />
und gemeinsamen Singen unbeschwerte Stunden.<br />
13<br />
Dieses Gebäude enthielt viele weitere Möglichkeiten, sich zu<br />
betätigen. z.B. der Handarbeitszirkel strickte im vergangenem Jahr<br />
100 Paar Wollsachen zum Verschenken, Senioren können dort<br />
Fremdsprachen– und Computerkurse besuchen. Sie schneidern<br />
ihre Kostüme für die öffentlichen Auftritte selbst. Sie malen,<br />
zeichnen, tanzen und festigen in Sportgruppen und an Trainingsgeräten<br />
ihre Gesundheit. Auch eine Sauna, ein Frisiersalon und ein<br />
Massageraum werden für ein geringes Entgelt oder sogar kostenlos<br />
angeboten. Eine Seniorin schuf eine interessante, kleine Heimatstube,<br />
um den nachwachsenden Generationen der verschiedenen<br />
Nationalitäten eine Identität zu geben und ihnen zu zeigen, wie ihre<br />
Vorfahren lebten.<br />
Besonders beeindruckend war für uns die Freundlichkeit,<br />
Herzlichkeit und Hilfsbereitschaft untereinander. Und wir durften<br />
daran teilhaben. Das war nur eine von vielen weiteren<br />
Begegnungen mit Senioren der Stadt Visaginas. Unser Traum ist,<br />
dass so etwas in kleinerem Rahmen auch in Boltenhagen entstehen<br />
könnte. Gut geeignet wäre dafür ein Zentrum auf dem Gelände der<br />
ehemaligen Gemeinde- und Kurverwaltung, da das Areal auch<br />
reichlich Platz bietet für altersgerechte Wohnungen und durch<br />
andere Möglichkeiten ergänzt werden könnte, z.B. ein Kurmittelzentrum.<br />
So hätten die circa 900 Senioren unseres Ortes auch eine<br />
Möglichkeit, sich zu treffen oder mit Kindern und Jugendlichen<br />
zusammen zu sein. Auch für die Gäste Boltenhagens wäre so eine<br />
Begegnungsstätte im Zentrum des Ortes recht attraktiv. Aber leider<br />
steht das Gebäude zum Verkauf.<br />
Eine weitere Entdeckungsfahrt nach Litauen ist für September <strong>2013</strong><br />
geplant. Informationen unter: 038825-26134 (Roswitha Beil).<br />
Erika und Günther Werner<br />
Warum sagten NDR2 und NJOY Großveranstaltung im<br />
Ostseebad Boltenhagen<br />
ab?<br />
Kurdirektorin Hörl: „Wir sind<br />
begeistert, dass an einem<br />
Wochenende gleich beide<br />
großen Radiosender NDR 2<br />
und N-JOY mit ihren tollen<br />
Veranstaltungen nach Bolten-<br />
hagen kommen”.<br />
Mit einer Pressenotiz vom 26.04.<strong>2013</strong> 17:03 Uhr sagte die NDR-<br />
Informationsstelle die für Freitag, 5.Juli, und Sonnabend, 6.Juli,<br />
geplante Konzertereignisse „stars@ndr2-live“ und “N-JOY the Beach“<br />
aus organisatorischen Gründen ab.
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
In der Pressenotiz teilte der<br />
amtierende Bürgermeister,<br />
Christian Schmiedeberg, als<br />
Erklärung mit: „Die Zeit ist<br />
uns davon gelaufen, wir<br />
haben nicht rechtzeitig alle<br />
notwendigen Schritte<br />
einleiten können“.<br />
Welche Voraussetzungen und<br />
Genehmigungen hätte die<br />
Kurverwaltung als Veranstalter<br />
erbringen müssen?<br />
Bereitstellung von circa 200 Stück WC-Anlagen<br />
Strom-, Wasser- und Abwasserversorgung sowie Müllbeseitigung<br />
Genehmigung nach Versammlungsstättenverordnung<br />
Genehmigung für gastronomische Verkaufsstände<br />
aussagefähiges Veranstaltungskonzept<br />
Sicherheits- und Verkehrskonzept<br />
Foto HL-LIVE.DE: NDR stars@ndr2 in Travemünde-Brügmanngarten am 06.07.<strong>2013</strong><br />
mit 25.000 Musikfans.<br />
Am 18.04.<strong>2013</strong> wurde während einer Veranstaltung im Kur- und<br />
Festsaal mitgeteilt, dass dem Amt Klützer Winkel keine<br />
Antragsunterlagen der Kurverwaltung vorliegen. Nach Auskunft<br />
des NDR hätte Boltenhagen für jede der Veranstaltungen mit<br />
20.000 Besuchern rechnen können.Am 05.07.<strong>2013</strong> 20.000 Gäste,<br />
am 06.07.<strong>2013</strong> nochmals 20.000 Zuschauer! Und kein<br />
Sicherheits- und Verkehrskonzept und keine Antragsstellungen<br />
des Veranstalters? Wer trägt dafür die Verantwortung? Die<br />
Kurverwaltung Kurdirektorin Hörl? Oder auch der amtierende<br />
Bürgermeister und die Gemeindevertreter, die noch am 18.04.<strong>2013</strong><br />
mit Mehrheit die Durchführung der Veranstaltungen forderten.m<br />
25.04.<strong>2013</strong>, also einen Tag vor der NDR-Absage, wurde im<br />
Hauptausschuss der Gemeinde ein neuer Vorschlag eingebracht,<br />
nämlich die Veranstaltung im Bereich der Wohlenberger Wiek<br />
stattfinden zu lassen. Zu erfahren war, dass die Kurdirektorin Hörl<br />
diesen Vorschlag mit „gut“ bewertete. Weiter war aus dem<br />
Hauptausschuss zu hören, dass Kritik an der Arbeitsweise der<br />
Kurdirektorin geübt wurde. Ihre Art für diesen Fall sei<br />
„kontraproduktiv“ gewesen. Während der Ausschusssitzung<br />
wurden Zweifel laut, ob der Strand für derartige Veranstaltungen<br />
geeignet sei.<br />
Nachdem die Konzerte im Ostseebad Boltenhagen aus<br />
organisatorischen Gründen abgesagt werden mussten, wurde in<br />
Travemünde ein neuer Veranstaltungsort gefunden. Anders als<br />
Boltenhagen, hat Travemünde: „…mit einem kompetenten<br />
Veranstaltungssupport überzeugt … ", sagte Torsten Engel,<br />
14<br />
NDR 2 Programmchef. Für alle die es interessiert: Die Konzert-<br />
Veranstaltungen haben nicht am Ostsee-Strand in Travemünde<br />
stattgefunden (Zweifel im Hauptausschuss: „… ob der Strand für<br />
derartige Veranstaltungen geeignet sei….“). Also, es geht auch<br />
ohne Strandnutzung! Warum hat die erfahrene Event-Veranstalterin<br />
und Kulturdirektorin Hörl diese Alternative nicht eingeplant?<br />
Die Absage des NDR aufgrund der „kontraproduktiven“<br />
Arbeitsweise der Kurdirektorin (so die Kritik im Hauptausschuss)<br />
und des fehlenden Veranstaltungskonzeptes und Sicherheits- und<br />
Verkehrskonzeptes war keine gute Werbung für den<br />
Tourismusstandstandort Ostseebad Boltenhagen.<br />
Außerdem, wie viel Geld wurde für das Projekt, das nicht<br />
durchgeführt werden konnte, aufgewendet?<br />
Wir sollten aber fair bleiben und die Kurdirektorin Hörl auch an dem<br />
zurzeit laufenden Projekt: P+R-Service messen, sie kann beweisen,<br />
ob Aussagen und verantwortliches Handeln übereinstimmt: „Ich<br />
kenne mich mit Zahlen aus, entwickele gern Ideen, organisiere<br />
Veranstaltungen…“ (so eine Erklärung von Frau Hörl In einer PR-<br />
Anzeige vom 23.04.2012 mit dem Titel „Mit vielen Wassern<br />
gewaschen“ ). Und weiter dazu Frau Hörl in der OZ vom<br />
21.12.2011:: „Die Kombination von Wirtschaftsjuristin und<br />
Erfahrungen im Event-Bereich ist für den Posten des<br />
Kurdirektors, denke ich, nicht schlecht…“<br />
Stimmt! Nun wissen wir endlich, wie das System Management<br />
by Zufall in Boltenhagen funktioniert!<br />
Bereits vor dem Saisonstart<br />
der Liga zeigte das Team<br />
des SV Boltenhagen in<br />
einem Freundschaftsspiel<br />
gegen den SV Klütz eine<br />
vielversprechende Leistung.<br />
Swen Bertram<br />
Beurteile einen Menschen lieber nach seinen Handlungen als nach<br />
seinen Worten; denn viele handeln schlecht und sprechen<br />
vortrefflich. (Matthias Claudius)<br />
Freundschaftsspiel SV Boltenhagen gegen<br />
SV Klütz-Alte Herren<br />
Endlich durfte unsere Mannschaft wieder ran und zeigte – obwohl noch<br />
in der Sommerpause – am 19.07.<strong>2013</strong> vor heimischer Kulisse in dem<br />
2 x 35 Minuten Freundschaftsspiel gegen die Alte Herren-Mannschaft<br />
des SV Klütz eine ansprechende Leistung, die zum Saisonstart ein<br />
gutes Abschneiden in der Liga erwarten lässt. Trainer Frank Dietrich hat<br />
die folgenden Spieler für das Kräftemessen mit dem SV Klütz<br />
aufgeboten: Stefan Werner, Monti Feldt, Timm Dietrich, Mario<br />
Dieckmann, David Dittmer, Matthias Beckert, Stefan Kalkhorst, Martin<br />
Nix, Mark Werner, Jonny Fink, Sebastian Rohne, Steve Müller und Jan<br />
Felix. Der SV Boltenhagen begann das Spiel beherzt und setzte den SV<br />
Klütz unter Druck. Die Routiniers des SV Klütz standen tief in der<br />
Abwehr und machten es mit zunehmender Spieldauer unserer<br />
Mannschaft schwer, die herausgespielten Chancen zu verwerten. Als<br />
die Klützer auf Offensive umschalteten, hatte unsere junge Mannschaft<br />
nichts mehr entgegenzusetzen und verloren das Spiel mit 2:4. Trotzdem<br />
konnten die Zuschauer mit der gezeigten Leistung zufrieden sein.<br />
Swen Bertram
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Die Bürgermeisterei der<br />
Gemeinde Ostseebad Boltenhagen<br />
Als Bürgermeister haben zu<br />
Sitzungen in Boltenhagen<br />
schon eingeladen: W. Nix,<br />
E.Giewald, H.O.Schmiedeberg<br />
und natürlich auch der<br />
amtierende Bürgermeister.<br />
Für welchen Bürgermeister<br />
entscheidet sich das Amt<br />
Klützer Winkel bei der<br />
nächsten Veranstaltung?<br />
Entsprechend der Kommunalverfassung für das Bundesland<br />
Mecklenburg - Vorpommern hat jede Gemeinde einen hauptamtlichen<br />
oder einen ehrenamtlichen Bürgermeister - denken wir !<br />
Weit gefehlt, denn in der Gemeinde Ostseebad Boltenhagen haben<br />
wir deren viele und so auch entsprechende Stellvertreter !<br />
Demokratisch gewählt, aber aus personal-politischen<br />
Interessen „kaltgestellt“, hat die Gemeinde als Bürgermeister<br />
O. C l a u s<br />
Stellvertreter ist C. Schmiedeberg, man kann ihn<br />
auch amtierenden Bürgermeister nennen, jedoch laut<br />
bestimmter Printmedien und „Journalisten“ ist er auch<br />
manchmal Bürgermeister<br />
dann hat die Gemeinde noch den Bürgermeister<br />
H.-O. Schmiedeberg<br />
auch den Bürgermeister W. Nix hat die Gemeinde noch,<br />
der auch gleichzeitig stellvertretender Kurdirektor ist, laut<br />
lokalem Printmedium noch Bauhofleiter, was aber nicht sein<br />
dürfte, da er dann laut § 25(1) 1. der Kommunalverfassung<br />
Mecklenburg –Vorpommern, nicht als Gemeindevertreter<br />
fungieren dürfte,<br />
wenn Sie denken das war es, I r r t u m – jetzt haben in der<br />
Gemeinde Ostseebad Boltenhagen auch noch den<br />
Bürgermeister E.Giewald<br />
Damit verändert sich dann auch die Person des 1.Stellvertreters<br />
C. Schmiedeberg, denn nun wird auch die 2. Stellvertreterin B.<br />
Bräuning zum 1. Stellvertreter !<br />
Derartige chaotische Zustände können Sie in der Gemeinde<br />
Ostseebad Boltenhagen auch in anderen Beschlüssen finden, da<br />
werden Bebauungspläne überplant, ohne vorher die z.Zt. gültigen<br />
außer Kraft zu setzen, da nehmen Ausschussvorsitzende an Ab-<br />
stimmungen teil, obwohl die Entscheidungen Sie persönlich<br />
betreffen !<br />
In den Einladungen des Amtes Klützer Winkel zu Sitzungen lädt als<br />
Bürgermeiser mal W.Nix und auch E. Giewald sowie H.-O.<br />
Schmiedeberg mit der Unterschrift als „Bürgermeister“ ein.<br />
Natürlich lädt auch der amtierende Bürgermeister ein. Nach<br />
welchem Verfahren dabei das Amt Klützer Winkel vorgeht? Das<br />
wissen die auch nicht! Oder?<br />
So geht es eben in der „Demokratie“ in der Gemeinde Ostseebad<br />
Boltenhagen !<br />
Jörg Gniwotta<br />
15<br />
Bauleitplanung leicht gemacht<br />
Was Sie schon immer über<br />
Bauleitplanung wissen wollten,<br />
sich aber nie getraut haben zu<br />
erfragen, hier finden Sie möglicherweise<br />
die Antworten auf die<br />
Mysterien <strong>Boltenhagener</strong> Bauleitplanung.<br />
Was für den einen eine<br />
scheinbar unendliche Geschichte,<br />
ist für den anderen überhaupt kein<br />
Problem. Das ist nicht möglich,<br />
sagen Sie? In Boltenhagen schon,<br />
denn gewusst wie und Vitamin B, wie Beziehungen, sind auch hier<br />
der Schlüssel zum „Erfolg“.<br />
Jeder Mensch möchte in seinem Leben etwas erreichen. Die allermeisten<br />
tun das auch auf ehrliche Art. Das ist in Boltenhagen nicht<br />
anders als im Rest der Republik.<br />
Während manche ihre Ersparnisse lieber in teure Autos, Luxus, in<br />
Tinnef und Tand jedweder Art stecken, investieren andere Menschen<br />
lieber in ihre Zukunft. Da geht es z.B. um mehr Bildung, einen höheren<br />
Schulabschluss oder auch um den Aufbau eines eigenen Geschäftes.<br />
Manche Menschen nehmen dafür viele Mühen in Kauf, während sich<br />
andere dagegen für den einfachen Weg entschieden haben. Sie<br />
arrangieren sich lieber mit dem System, sind bereits Teil desselben<br />
geworden. Thomas Manns Untertan lässt grüßen. Aber auch hier gibt es<br />
vermeintliche „Gewinner“. Es sind aber nur wenige. Die meisten jedoch<br />
bleiben Verlierer und viele davon merken es nicht einmal. Das System<br />
bevorteilt ausschließlich bedingungslose Gefolgschaft, und grenzt<br />
diejenigen aus, die sich dem Regime verweigern, auch weil sie sich mit<br />
eigenen Ideen und Entwürfen einbringen und ihr Leben selbst gestalten<br />
wollen.<br />
Auch in Boltenhagen gibt es solche Menschen, Leute die sich nicht<br />
anpassen, sich nicht wegducken und schon gar nicht vom rechten Weg<br />
abbringen lassen. Es sind Leute die eben nicht warten, sondern selbst<br />
etwas unternehmen, um für sich und die Familie eine eigene Existenz<br />
aufzubauen. Auf ehrliche Art. So investieren sie ihre Wünsche und<br />
Hoffnungen zusammen mit ihrem bisschen Geld in eine gute Idee, die<br />
Zukunft zu sichern. Manchmal braucht es dafür dann aber auch eine<br />
eigene Immobilie und am besten gleich ein eigenes Grundstück.<br />
Bild 1 B-Plan Nr.23-1.Änderung – 16500€ und 4Jahre Planungszeit<br />
Mit einer guten Idee ist die Finanzierung<br />
schnell geklärt. Ein passendes<br />
Grundstück wird schon<br />
bald gefunden und kann gekauft<br />
werden. Da hier die entsprechenden<br />
Flächen aber für<br />
Wochenendhäuser vorgesehen<br />
sind, man jedoch ein eigenes<br />
Geschäft aufbauen möchte, muss erst mal ein Antrag auf Änderung des<br />
Bebauungsplanes (B-Plan) gestellt werden. Nach „bereits“ nur 3,5<br />
Jahren! und mehr als 16000€ Planungskosten! haben die Eigentümer<br />
seit dem Frühjahr 2011 immerhin einen B-Plan, der es ihnen gestattet,
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
den vorhandenen Ferien Bungalow zu Geschäftsräumen umbauen zu<br />
dürfen. Selbstverständlich musste dafür aber noch eine<br />
Baugenehmigung durch die Eigentümer beantragt werden. 500€ und ein<br />
weiteres halbes Jahr wurden noch einmal investiert, sodass Anfang<br />
September 2011 nach umfangreichen Umbauarbeiten endlich das<br />
eigene Geschäft eröffnet werden konnte. Die Beharrlichkeit der<br />
Eigentümer und die tolle Unterstützung aus dem Freundeskreis haben<br />
ein Ergebnis geschaffen, das sich als echte Bereicherung für das<br />
gesamte Umfeld der Tarnewitzer Huk sehen lassen kann. Klein und<br />
fein, so wie es einem Seebad geziemt.<br />
Nun wird sich mancher Leser fragen, sind 16500€ Planungskosten und<br />
etwa vier Jahre Planungszeit nicht ein bisschen viel, nur für einen<br />
kleinen Umbau? Zu teuer sagen Sie? Zu lange Planungszeit? Wir<br />
meinen auch. Das muss aber nicht sein, denn es geht auch anders.<br />
Und dafür braucht es noch nicht einmal das eigene Geld. Wie so etwas<br />
abläuft, lässt sich beispielhaft darstellen, anhand jüngeren Geschehens<br />
durch die <strong>Boltenhagener</strong> „Planungshoheit“, vertreten durch den<br />
langjährig angestellten „Ortsplaner“ B. und den Vertretern der<br />
Mehrheitsfraktionen um den amtierenden Bürgermeister Christian<br />
Schmiedeberg herum.<br />
Abermals soll ein B-Plan geändert werden. Diesmal soll es der B-Plan<br />
Nr.18a (Wichmannsdorf) sein. Es wäre bereits die 3.Änderung<br />
innerhalb von sechs Jahren. Wichmannsdorf wäre damit formell einer<br />
der Schwerpunkte im <strong>Boltenhagener</strong> Baugeschehen. Wundern dürfte<br />
das niemanden, residiert doch hier der Gemeindevertreter,<br />
Bauausschußvorsitzende, Bauhofleiter und stellvertretende Kurdirektor<br />
W. Nix. Seit Jahren steuert er von hier das Baugeschehen, natürlich<br />
„unparteiisch“ wie er selbst gerne betont und es seinerzeit auch<br />
geschworen hatte.<br />
Das ortsbekannte Planungsbüro B. diktiert nun das Ziel der 3.Änderung.<br />
Vordergründig besteht es darin, „die Entsorgung des anfallenden<br />
Niederschlagswassers planungsrechtlich“ zu ermöglichen und zu<br />
sichern. Da stellt sich aber doch gleich die Frage, warum man erst jetzt,<br />
nach mehr als 6 Jahren, das Problem mit der Regenentwässerung<br />
regeln möchte. War denn nicht schon bei Aufstellung des<br />
Ursprungsplanes in 2006 bekannt, dass die geplante starke<br />
Überbauung in Wichmannsdorf sowie die dortige Topographie und<br />
Geologie zwangsläufig zu Problemen mit der „ordnungsgemäßen<br />
Niederschlagsbeseitigung“ führen würde? Ein sorgfältig arbeitendes<br />
Planungsbüro hätte das bereits schon damals erkannt und auf die mit<br />
hoher Wahrscheinlichkeit zu erwartenden Probleme hingewiesen.<br />
Warum das erforderliche Entwässerungskonzept seinerzeit nicht<br />
erarbeitet wurde, weiß allein nur das Planungsbüro zu beantworten. Das<br />
hüllt sich aber in Schweigen, wohl wissend, dass damit der B-Plan<br />
durch die Gemeinde überhaupt nicht hätte rechtskräftig gemacht<br />
werden dürfen. So könnte dieser B-Plan vielleicht sogar noch zu einem<br />
weiteren Fall fürs Oberverwaltungsgericht werden.<br />
Augenscheinlich geht es bei dieser Planänderung also nur um<br />
„Leitungsrechte“ und Niederschlagsentwässerung, aber geht es<br />
überhaupt darum? Oder geht es hier vielleicht um etwas anderes,<br />
größeres? Vergleicht man einmal den Ursprungsplan (Bild 2) mit dem<br />
neuen Entwurf (Bild 3), fallen nämlich sofort einige interessante, auf den<br />
ersten Blick nur unscheinbare Änderungen auf. Es gibt mindestens fünf<br />
Abweichungen. Die Auflösung finden Sie am Ende des Berichtes.<br />
16<br />
Bild 2 Auszug aus dem Ursprungsplan (B18a) mit Festsetzungen<br />
Der beauftragte Planer gibt hierzu jedoch selbst die Stichworte. Er<br />
möchte nebenbei auch „zwischenzeitlich erfolgte bauliche Entwicklungen,<br />
die durch die planungsrechtlichen Inhalte des rechtskräftigen<br />
Bebauungsplanes Nr.18a genehmigt wurden, in den Bestand“ mit<br />
aufnehmen. Na, nun ist doch alles klar? Nein? Selbst als Fachmann<br />
muss man diesen Satz zweimal lesen, und es beschleicht einen<br />
irgendwie das Gefühl, es könnte sich dabei um eine bewusst irreführende<br />
und Tatsachen verschleiernde Formulierung handeln, denn zu<br />
den planungsrechtlichen Inhalten zählen u.a. die Lage und Größe der<br />
Baufenster, Trauf- und Firsthöhen sowie auch die Geschossigkeiten.<br />
Offensichtlich sollen nun mehrere, nicht durch den B-Plan gedeckte<br />
Erweiterungen, im Windschatten einer vermeintlichen<br />
“ordnungsgemäßen Niederschlagsbeseitigung“ nachträglich legalisiert<br />
werden. Auf wessen Kosten geht das eigentlich?<br />
Bild 3 Auszug aus der 3.Änderung des B-Planes 18a, Dez. 2012<br />
Und es fällt auch auf, wenn seinerzeit alles rechtens beantragt und auch<br />
so gebaut worden wäre, müsste man für die einzelnen betreffenden<br />
Grundstücke die „planungsrechtlichen Inhalte“ nicht extra wieder<br />
ändern. Warum sollen dann also auf den bereits bebauten Flurstücken<br />
31/1 und 31/2 die Baufenster maßlos erweitert werden? Damit vielleicht<br />
nicht auffällt, dass auf dem noch unbebauten Flurstück 59/2 eine<br />
geradezu unverschämte Erweiterung der bebaubaren Fläche um etwa<br />
650qm ermöglicht werden soll? Und dabei handelt es sich hier<br />
ausweislich immer noch um „Acker- und Wiesenflächen“ im<br />
Außenbereich, auch ausgewiesen durch den Flächennutzungsplan (s.<br />
Bild 4, Fläche gelb schattiert). Auch fällt auf, dass durch die
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
beabsichtigte Bebauung dieser Außenbereichsflächen ein gesetzlich geschütztes<br />
Heckenbiotop (B) zum Zwecke der Befahrung gleich mit zerstört<br />
werden soll.<br />
Bild 4 Auszug aus dem Flächennutzungsplan, Wichmannsdorf<br />
Nach umfangreichen Recherchen einiger betroffener Anwohner konnte<br />
in Erfahrung gebracht werden, dass bereits vor zwei Jahren, also noch<br />
zu Zeiten des Amtes Boltenhagen, gemeinsam mit dem Landkreis und<br />
dem Zweckverband eine einvernehmliche Lösung zur<br />
Regenentwässerung erarbeitet wurde. Umso unverständlicher ist nun,<br />
warum das Amt Klützer Winkel einen B-Plan ausgelegt hat, der den mit<br />
den anderen Behörden getroffenen Absprachen genau entgegensteht<br />
und dem darum die wasserrechtliche Genehmigung auch nicht erteilt<br />
werden kann. Auch würde der vorgelegte Entwurf, die Rechte einzelner<br />
Bürger beschränken. Warum also hält sich das Amt nicht an die<br />
Vereinbarungen mit den anderen Behörden? Oder hat sich die<br />
„Planungshoheit“ nicht an die Vereinbarungen halten wollen, und das<br />
Amt etwa zu diesem Entwurf gedrängt? Und wer übernimmt eigentlich<br />
hier die Kosten für den fehlerhaften Entwurf, der nun erneut ausgelegt<br />
werden soll?<br />
Auch stellt sich nunmehr die Frage, warum für das Verlegen einer<br />
einfachen Regenwassersammelleitung unter die Straße, dies war<br />
nämlich das Ergebnis der gemeinsamen Abstimmungen, der B-Plan<br />
überhaupt geändert werden muss? Auch ist fraglich, warum der<br />
Planungsbereich nördlich der Dorfstraße einfach aufhört? Gehören<br />
diese Anwohner etwa nicht mehr zu Wichmannsdorf? Sind diese<br />
Grundstücke nun vom amtlichen Entwässerungskonzept ausgespart,<br />
und warum eigentlich?<br />
Warum wohl sind sogar die einfachsten Dinge in Boltenhagen immer so<br />
kompliziert? Geht es bei dieser B-Planung wirklich um das Wohl der Allgemeinheit,<br />
oder sollen hier möglicherweise nur Einzelinteressen<br />
bedient werden? Und wer bezahlt das Ganze überhaupt? Nun, die paar<br />
Nutznießer sind es wohl kaum, wohl eher soll hier einmal mehr die<br />
Allgemeinheit zur Kasse gebeten werden. Und genau hier fängt auch<br />
der Skandal an, da mit der beabsichtigten 3.Änderung, die eigenen<br />
Bebauungswünsche auf Ackerland im Außenbereich nicht nur<br />
nachträglich legitimiert, sondern auch deutlich erweitert werden sollen.<br />
Und das nicht mal auf eigene Kosten. Das Ganze erinnert irgendwie an<br />
die Werbung eines bekannten Brillenhändlers: „Und mein Papa hat<br />
keinen Pfennig dazu bezahlt.“<br />
Nun liebe Leserinnen und Leser, Sie sehen selbst, einen B-Plan zu<br />
ändern muss also nicht lange dauern und erst recht nicht teuer sein.<br />
Wenn man auf der „richtigen“ Seite steht, ist das alles kein Problem.<br />
Und das es hier so schnell geht, ist schließlich auch kein Wunder. Die<br />
17<br />
meisten Wichmannsdorfer wissen nämlich ganz genau, wem das<br />
betreffende Flurstück 59/2 gehört. Die meisten wollen hierzu aber nix<br />
sagen, und so bleibt das Ganze für Uneingeweihte weiterhin ein<br />
Geheimnis, für die meisten allerdings ein offenes.<br />
Auflösung: Änderung der Geschossigkeit von I auf nunmehr keine<br />
Angabe, womit II-Vollgeschosse ermöglicht werden, Firsthöhe von 8 auf<br />
10m, Baufeld im Flurstück 59/2 um etwa 650qm erweitert, Baufenster in<br />
diesem Bereich verschoben und vergrößert.<br />
Privatiniative: Leuchtturm in Tarnewitz<br />
Das Denken ist wie ein<br />
Leuchtturm in der Nacht: Es<br />
weist dir den Weg durchs<br />
Leben, vorausgesetzt, es ist<br />
angeschaltet. Zitat von:<br />
Sigrun Hopfensperger<br />
(*1967)<br />
Eine lobenswerte Privatinitiative<br />
Thomas Nohr<br />
Wenn ein Baum Probleme bereitet, weil er vielleicht zu alt<br />
geworden ist, oder seine Äste absterben und damit eine Gefahr für<br />
das öffentliche Leben darstellt, was kann man dann tun?<br />
Vielleicht gibt Ihnen der „Leuchtturm von Tarnewitz“ eine<br />
entsprechende Antwort! Auf dem Grundstück Ostseeallee 110<br />
musste eine Pappel aus obengenanntem Grund gefällt werden. Mit<br />
Genehmigung des Ordnungsamtes hat Familie Wenzel-Grollmisch<br />
sich der Aufgabe angenommen und in Eigeninitiative eine<br />
sehenswerte Attraktion geschaffen.<br />
Zuerst wurde die Pappel bis auf den Stamm entästet und<br />
anschließend der Stamm bis fast zur Wurzel geschält, so dass nur<br />
noch ein gelblich-weißer Stamm stand, mit einer Höhe von ca. 12<br />
Meter. Kunden und Gäste wurden dann befragt, was für ein Motiv<br />
man aus dem Stamm, passend zu Boltenhagen damit darstellen<br />
könnte. Es gab diverse Vorschläge, doch als Favorit ergaben sich<br />
dann Fisch oder Leuchtturm. Mehrheitlich kam dann der Leuchtturm<br />
ins Rennen und wie gesagt so getan, ging man ans Werk und hat<br />
damit dem Ortsteil Tarnewitz ein wahres Kleinod „geschenkt“!<br />
Es ist einfach gut gelungen und sehr werbeträchtig. Alle Kosten und<br />
Arbeiten haben die Grundstücksbesitzer selbst getragen bzw.<br />
geleistet. So viel Eigeninitiative wäre in der Gemeinde Ostseebad<br />
Boltenhagen im größeren Umfang wünschenswert und würde auch<br />
dem Image der Gemeinde gut bekommen.<br />
Jörg Gniwotta
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
PARK + RIDE – geht<br />
das zu weit?<br />
Im Prinzip ist gegen den<br />
Park + Ride Verkehr nichts<br />
einzuwenden! Im Gegenteil!<br />
Fragen zum Ablauf und der<br />
Organisation sind aber zu<br />
stellen!<br />
Die Gemeindevertretung der Gemeinde Ostseebad Boltenhagen<br />
hat beschlossen, unter der Federführung der Kurverwaltung Ost-<br />
seebad Boltenhagen, speziell unter Leitung der Kurdirektorin<br />
C. Hörl, in der Saison Mai – September <strong>2013</strong>, ohne Vorlage einer<br />
Kostenkalkulation, probeweise einen Park + Ride-Verkehr zwischen<br />
Wichmannsdorf (Ortseingang von Klütz) und Tarnewitz (Ortseingang<br />
von Wismar) einzuführen.<br />
Dazu wurden 3 Kleinbusse mit je einer Kapazität von 8 Sitzplatzen<br />
für Gäste geleast, ab 01.05.<strong>2013</strong>! Die Kleinbusse haben ihre<br />
Stellplätze auf den platzbedürftigen Bauhof der Gemeinde.<br />
Gleichzeitig stellen auch die Beschäftigten des P+R-Verkehrs ihre<br />
Privatfahrzeuge auf dem Gelände ab und wenn notwendig (?) sind<br />
dort zusätzliche Personen tätig, wie z.B. der Betreiber des P+R-<br />
Verkehrs und manchmal auch Gemeindevertreter, die sich in dieses<br />
Geschäft gedrängt haben. Aber warum auch, soll nur Einer der<br />
Nutznießer sein?<br />
Hat man auch bedacht, wie der Versicherungsschutz für die sich<br />
auf dem Gelände des Bauhofes aufhaltenden Personen und Fahrzeuge<br />
geregelt ist? Am Anfang (15.05.13) gab es nur Irritationen,<br />
da keinem der Mitarbeiter des P+R-Verkehr bekannt war, wie dieser<br />
Verkehr eigentlich wirklich laufen sollte, zumal keine offizielle<br />
Werbung, kein Fahrplan, keine Fahrtroute bekannt war ! Es<br />
entstanden nur Kosten, aber ein wirklicher Nutzen für die Gemeinde<br />
war in keiner Hinsicht erkennbar! Von der Leiterin der Kurverwaltung,<br />
die für dieses Chaos verantwortlich zeichnete, wurde<br />
durch den amtierenden Bürgermeister weder über die desolate<br />
Vorbereitung noch zu den Kosten eine Stellungnahme gegenüber<br />
der Gemeindevertretung gefordert, was auch bis dato nicht erfolgte!<br />
Stattdessen wurde mit dem Bau einer provisorischen Straße<br />
zwischen Klützer Straße und der Sportanlage begonnen, ohne dass<br />
eine offizielle Genehmigung dafür vorlag / vorliegt! Die untere<br />
Rechtsaufsichtsbehörde hat auf schriftliche Anfrage, wegen des<br />
Gesetzesverstoßes nicht geantwortet, aber dem Anfragenden<br />
telefonisch mitgeteilt: „Hierbei handelt sich um ein Provisorium und<br />
da ist eine Genehmigung nicht erforderlich!“ Die Landesbauordnung<br />
M-V beinhaltet überhaupt keine Regelung über Provisorien<br />
und schließt diese somit aus! Doch, es wurde weiter gebaggert, wer<br />
weiß wer davon einmal seinen Nutzen haben wird? Vielleicht der<br />
Investor für das Welcome-Center ?<br />
Anfangs wurde im 15 Minuten Rhythmus zwischen Wichmannsdorf<br />
und Tarnewitz (hin- und zurück) gefahren, ohne zu bedenken,<br />
welche Kosten dabei entstehen und wie der innerörtliche Verkehr<br />
zusätzlich belastet wird (nach Fahrplan minimal 76 Fahrten täglich)!<br />
Die Nutzung des P+R ist für den Betreiber (Carolinchen) kein<br />
Problem, denn die Kurverwaltung löhnt ihm monatlich mit einem 5stelligen<br />
Betrag für seinen Aufwand! Alle Betriebskosten und<br />
Leasingraten für zwischenzeitlich 4 Fahrzeuge ( das 4. für einen<br />
Gemeindevertreter), Tankkosten, Versicherungen,<br />
Reparaturkosten, Ausstattung des Personals, Kassierer Häuser<br />
u.a.m.) trägt die Kurverwaltung und damit die Gemeinde Ostseebad<br />
Boltenhagen, bei der schon sehr angespannten finanziellen<br />
Situation! Obwohl sich bald herausstellte, dass das Konzept für<br />
18<br />
diesen Verkehr nicht tragfähig ist und die Bewohner der Gemeinde<br />
Ostseebad Boltenhagen selbst feststellen können, dass hier wieder<br />
Steuermittel sinnlos „versenkt“ werden, hält man an dem Projekt<br />
fest, jedoch nun nicht mehr nach Fahrplan, aber mit Haltestellen<br />
zwischen Pollern (Tarnewitzer Huk) oder an Schwerbeschädigten-<br />
Parkflächen (Ostseeallee). Auch die Einrichtung und<br />
Beschilderung der Haltestellen erfolgte zu Lasten der<br />
Kurverwaltung unter Leistung des sonst überlasteten Bauhofes!<br />
Hier muss der P+R Bus ebenso durch.<br />
Zwischenzeitlich wurden die „Markt-/Spargelbuden“ gegen Gartenhäuser<br />
ausgetauscht, die auch käuflich von der Kurverwaltung<br />
erworben werden mussten und nicht einmal den arbeitsrechtlichen<br />
Normen, da einem Arbeitnehmer ca. 8-10 qm Arbeitsplatz zu<br />
stehen. Ein Nebengeschäft bietet sich noch zusätzlich, denn man<br />
kann einigen Strandkorbvermietern eventuell Gäste vermitteln, da<br />
mit diesen in telefonischem Kontakt steht. Widersprüchlich bei allem<br />
ist besonders, dass man ja angeblich mit einer Erhöhung der Parkgebühren<br />
im Ort, die Finanzierung des P+R unterstützen wollte!<br />
Wie aber, wenn weniger Gäste innerorts parken- woher kommt<br />
dann das Geld für die Finanzierung? Im Moment stellt der P+R –<br />
Verkehr eine zusätzliche Belastung des innerörtlichen Verkehrs dar,<br />
da die Lieferfahrzeuge für die Geschäfte nicht ausweichen können<br />
und die Post und andere Logistikfahrzeuge diese Strecken nutzen<br />
müssen! Hinzu kommt auch das Problem der Konkurrenzzwischen<br />
dem öffentlichem Verkehrsträgern und den innerörtlichen Verkehren<br />
(Carolinchen, Shuttle-Bus, P+R). Auch die Kosten bei P+R, pro<br />
Fahrt und Parkplatz /Tag 2,00 EURO pro Fahrzeug decken nicht<br />
die tatsächlichen Kosten! Weiterhin ergibt sich die Frage des Nachweises<br />
der wahrhaftigen Kilometerleistung/Tag und Fahrzeug durch<br />
die gesetzlich geforderte Führung von Fahrtenbuch / Fahrzeug pro<br />
Tag ! Auch ist nicht unbekannt, das HARTZ IV –Empfänger im
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Leistungsbereich tätig sind. Fahren diese noch mit Unterstützung<br />
der Arbeitsagentur? Niemand missgönnt diesen Mitarbeitern den<br />
Arbeitsplatz, doch sollte eine tarifmäßige Entlohnung für deren<br />
Leistung möglich sein! Warum behaupten die Mitarbeiter, sie hätten<br />
Arbeitsverträge mit der Kurverwaltung, wenn dieses nicht der<br />
Realität entspricht? Wer hat wann, eine Personalaufstockung für die<br />
Kurverwaltung bestätigt?<br />
Warum muss ein Gemeindevertreter, als Selbständiger tätig, sich<br />
in das Geschäft einschalten und damit Bedürftigen den Arbeitsplatz<br />
wegnehmen? Ist denn so viel zu verdienen? Außerdem ist es<br />
rechtlich fragwürdig!<br />
Warum wurde die gesamte Leistung P+R nicht öffentlich<br />
ausgeschrieben, wie es gesetzlich gefordert wird? Grob<br />
überschlagen wird das Provisorium P+R für die Saison <strong>2013</strong> (Mai –<br />
September)der Gemeinde Ostsee-bad Boltenhagen, bei ehrlichem<br />
Kosten:/Nutzen-Nachweis etwa 300 –tausend EURO kosten! Wer<br />
trägt dafür die Verantwortung? Ja-Sager und die „Schmusekatze“?<br />
Wie hatten doch Grevesmühlener Schüler feststellen müssen:“ Die<br />
Gäste fahren doch lieber mit ihrem PKW soweit wie möglich an den<br />
Strand bzw. in ihre Ferienunterkunft!“ Jörg Gniwotta<br />
Fundsachen aus der Gemeinde:<br />
Reparaturstau erzeugt Unfallgefahr<br />
In der vorigen Ausgabe der<br />
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong><br />
hatten wir auf die von Autos<br />
beschädigte Mittelpromenade<br />
hingewiesen. Daraufhin<br />
erfolgte eine Reparatur und<br />
damit die Beseitigung einer<br />
großen Unfallgefahr. Da hatte<br />
die Gemeinde zwar langsam<br />
aber dennoch erfolgreich<br />
reagiert.<br />
Auch der Seniorenbeirat (Dieter Kooke) hatte sich in einem OZ -<br />
Leserbrief am 26.06.<strong>2013</strong> darüber beschwert. Allerdings erst nach der<br />
Reparatur. Dabei gibt es im Ort weitere Aufreger dieser Art. Diese<br />
wurden bisher leider nicht beachtet. Deshalb weisen wir auf diesem<br />
Wege einmal darauf hin. Zwischen dem Kurhaus und dem<br />
Großparkplatz laufen täglich viele Leute jeden Alters und Handicaps.<br />
Deshalb ist gerade hier eine gute unfallfreie Zuwegung von Nöten.<br />
Für Rollstuhlfahrer ist das hier ein Problem. Der Bauhof fährt fast<br />
täglich diesen Fußweg ab, aber merkt Nix. Doch sehen Sie selbst:<br />
19<br />
Das ist nicht erst seit gestern, nein es ist schon lange so!<br />
Ein Bild aus dem letzten Winter:<br />
Auch wildes Campen hinter<br />
dem Kurhaus ist kein Problem!<br />
Hartmut Okken<br />
Für Urlauber und Einheimische, die ein Bedürfnis haben, ein<br />
Erlebnis der besonderen Art: Aufsuchen der öffentlichen<br />
Toiletten!<br />
Es gehört schon viel Überwindung<br />
dazu, die öffentliche<br />
Toilette an der Seebrücke<br />
aufzusuchen. Aber nicht nur<br />
die, auch die weiteren Toiletten<br />
befinden in einem erbärmlichen<br />
hygienischen Zustand! Und was<br />
unternimmt die Kurverwaltung?<br />
Am 21.03.<strong>2013</strong> debattierten<br />
Boltenhagens Gemeindevertreter in<br />
einer Sitzung über den Zustand der<br />
öffentlichen Toiletten im Ostseebad<br />
Boltenhagen. Was ist bisher<br />
unternommen worden? Offenbar<br />
nichts! Das Ergebnis: Es stinkt und die<br />
Nutzung der Toiletten für unsere<br />
Urlauber ist unzumutbar! Die Bilder die<br />
hier präsentiert werden, wurden am<br />
25.07.<strong>2013</strong> um 20:00 Uhr aufgenommen. Die Touristen rümpfen sich<br />
die Nase und sind sauer. Viele von Ihnen bevorzugen das „Natur Klo“!<br />
Der Urlauber Bernt Förster aus 03159 Neiße-Malxetal ließ seinem<br />
Unmut freien Lauf: „ Der Zustand der Toilette an der Seebrücke ist<br />
erbärmlich. Die Kurdirektion sollte gezwungen werden, die Toiletten<br />
selbst zu nutzen! Das ist ein Fall für die Hygiene-Polizei“. Weitere<br />
Touristen mit Kindern fragten vor der öffentlichen Toilette am<br />
Restaurant an der Seebrücke: „Wofür wird die Kurtaxe verwandt?“<br />
Recht haben die Beschwerdeführer, Investitionen in die Renovierung<br />
und Neuanschaffung von öffentlichen Toiletten sind in Boltenhagen in<br />
absehbarer Zukunft offenbar nicht geplant, oder?<br />
Swen Bertram<br />
Müde macht uns die Arbeit, die wir<br />
liegenlassen, nicht die, die wir tun.<br />
Marie von Ebner-Eschenbach<br />
„Verschiebe nicht auf morgen, was genauso<br />
gut auf übermorgen verschoben werden<br />
kann.“ Mark Twain
<strong>Boltenhagener</strong> <strong>Einblicke</strong> – Satirische Zeitung von <strong>Boltenhagener</strong>n für <strong>Boltenhagener</strong><br />
Verlosung von<br />
Eintrittskarten<br />
siehe Seite 5<br />
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