Ja zum Tier- und Naturschutz!- -Nein zu wildgefangenen Delfinen ...

animal2000

Ja zum Tier- und Naturschutz!- -Nein zu wildgefangenen Delfinen ...

BLICKPUNKT

Ausgabe Juli 2003

animal 2ooo

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband

gegen

Tierversuche,

Intensivtierhaltung

und sonstige

Formen der

Ausbeutung

von Tieren

-Die Kuh Bluebellmehr

dazu auf der letzten Seite


Inhalt

02/16

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo

-Vorwort

ein Grußwort von Margit Brücklmeier, Vorstand

-Verschiedenes

-Jahreshauptversammlung

-Der neue Vorstand

-Strafanzeige durch animal 2ooo

-Präsentation im EU-Parlament

-Boykott gegen P&C

-Versuchstier des Jahres, die Goldorfe

-Eine Kuh am Kran

-Fast schon Hexerei

-Bitte schreiben an …

-animal 2ooo im Netz

-Brutale Eselsfiesta

-Das Schicksal der Elefantenkuh Sarah

+ Fragebogen zum Zirkus

-Dauerbrenner Tiertransporte

-Die Delfinbefreier gegen den

Nürnberger Zoo

-Ihre Mithilfe ist gefragt

-Demo bei Sankyo

-Die Taubenvergrämung

-Mutterglück für nur 4 Stunden

-Love and respect

-Die Kuh Bluebell

3

4

5

6

7

8

9

10

11

13

14

16

17

18

19

20

Herausgeber/V.i.S.d.P.:

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Landesverband gegen Tierversuche,

Intensivtierhaltung und sonstige

Formen der Ausbeutung von Tieren

Anschrift:

Fürstenrieder Str. 143

80686 München

Kontakttelefon und -fax:

(089) 5 46 90 50

Montag

Donnerstag

Informationsbüro:

Redaktion:

M. Steck, T.+C. Könker,

H. Rudolph, J. Kunz,

S. Westermaier

Auflage: 1.300 Stück

Bezugspreis: im Mitgliedsbeitrag

enthalten

Erscheinungsweise:

mindestens 2x jährlich

Gestaltung:

Druck:

animal 2ooo

18:00 - 20:00 Uhr

17:00 - 19:00 Uhr

Thomas Könker,

Micha Steck

WDS Druck,

Kempten

Mitglied bei:

Menschen für Tierrechte

Bundesverband der

Tierversuchsgegner e.V.

Blickpunkt ist die Mitgliedszeitung

von animal 2ooo

Menschen für Tierrechte Bayern e.V.


Liebe MitgliederInnen,

viele wichtige, politische Themen könnte ich hier in diesen Zeilen

ansprechen, Themen über die Sie Näheres in unseren Zeitschriften lesen

konnten bzw. in den nächsten Ausgaben vorfinden. Am Herzen liegt mir

aber ganz spontan die bereits begonnene Urlaubszeit. Leidtragende sind

auch hier meist die Tiere. Zum einen werden sie Zuhause, als Weihnachtsgeschenk

überdrüssig, im nächsten Tierheim abgegeben - wenn sie Glück

haben. Weitaus leidvollere „Lösungen“ hat es für viele Tiere schon

gegeben, auch Sie werden hierüber schon das eine oder andere gelesen

oder sogar aus nächster Nähe miterlebt haben. Es wird Sie, ebenso wie

mich wundern, dass Menschen zu solchen „Lösungen“ fähig sind.

animal 2ooo

Weitere Tiere, die mir beim Wort Urlaub immer wieder in den Sinn

kommen, sind die in den einzelnen Urlaubsländern.

Ich selbst verbringe in unregelmäßigen

Abständen immer mal wieder meinen Sommerurlaub auf einer griechischen Insel. Von jeher hat

mich die gelassene, griechische Lebensart, das schöne Land, natürlich die Sonne und das Meer, aber

auch die meist freundlichen Menschen fasziniert. Doch über die Jahre schreckte mich der dortige

Umgang der Einheimischen mit den Tieren ab: Die oftmals der Sonne ausgesetzten, schwer

beladenen Esel, die vielen, kranken und hungernden Katzen, oder die Hunde an Ketten - um nur

einige Beispiele zu nennen. Von Mal zu Mal wurde mir dieses Tierleid mehr bewusst. Die letzten

Jahre versuchten mein Lebenspartner und ich einzelnen Tieren zu helfen. Egal, ob es sich um das

aufgefundene, halb verdurstete, hinkende Kätzchen handelte, dem ein langsamer Tod erspart blieb

und das von der aufgesuchten Tierärztin eingeschläfert werden musste. Oder um die drei

vollkommen mit Zecken befallenen, ausgesetzten Hundewelpen, die - ebenso halb verdurstet – an

einer viel befahrenen, aber unbewohnten Straße lagen. Mit diesen Dreien hatten wir am vorletzten

Urlaubstag eine Inselodyssee erlebt, bis wir sie in einem Tierheim abgeben konnten, da uns eine

Mitnahme der Tiere nach Deutschland nicht ermöglicht wurde.

Besonders schlimm sind die Freizeitvergnügungen, bei denen Tiere oftmals missbraucht werden.

Nehmen Sie an solchen „Vergnügungen“ (Blut-Fiestas, Eselrennen usw.) nicht aktiv teil,

dokumentieren Sie aber, z. B. durch Filmen oder Fotografieren. Vor Ort können Sie sich beim

örtlichen Bürgermeister oder der Tourismusstelle beschweren, Zuhause können Sie Ihre Unterlagen

an die Presse weitergeben und an den Botschafter und den Staatspräsidenten schreiben. Vielleicht

ist auch eine Veröffentlichung auf den Internet-Seiten von animal 2ooo,

mit evtl. Protestaufruf,

möglich!

animal 2ooo hat eine Liste zusammengestellt, versehen mit aktiven Tierschützern bzw. Vereinen in

diversen Urlaubsländern. (Ergänzungen hierfür werden gerne aufgenommen!) Diese Liste können

Sie vor Ihrem Urlaub bei uns anfordern. So haben Sie bei Bedarf eine sinnvolle Unterstützung an der

Hand und müssen beispielsweise in Ihrem Urlaub nicht erst einen Tierarzt ausfindig machen, was

sich – ich spreche da aus eigener Erfahrung – manchmal als ziemlich schwierig, wenn nicht gar

unmöglich, herausstellen kann!

Meine Bitte an Sie: Schauen Sie nicht weg wenn Ihnen ein Tierleid bewusst wird, helfen Sie! Nur wenn

Sie – für die Tiere – aktiv werden, kann Tierleid in Zukunft verringert werden.

Meine weitere Bitte an Sie: Beteiligen Sie sich an unseren Schreib-Aktionen. Egal, ob es sich um die

Postkarten gegen weitere Delfin-Wildfänge im Nürnberger Delfinarium oder an die Firma Peek &

Cloppenburg zum Thema Pelz handelt. Auch die beiliegende EU-Petition zur Aufnahme des

Tierschutzes in die EU-Verfassung ist enorm wichtig, wie auch der Brief an das

Verbraucherschutzministerium bezüglich der neuen Schweinehaltungsverordnung. Ich weiß, wir

geben Ihnen in diesem Blickpunkt viel „Arbeit“ auf, aber die Tiere benötigen unsere Unterstützung!

Für Ihre Hilfe, egal welcher Art, sehr geehrte Mitglieder, möchte ich mich natürlich auch heute wieder

ganz, ganz herzlich bei Ihnen bedanken. Bleiben Sie uns weiterhin gewogen durch Ihre Mitgliedschaft,

Ihre Spenden aber auch Ihren persönlichen Einsatz für die Tiere,

Ihre

Margit Brücklmeier

Vorsitzende

03/20

animal 2ooo 07/2003


Bienenfleißig..............

Einen ganzen Karton mit Unterschriftenlisten

(genau 29320 Unterschriften) konnten wir im April

diesen Jahres an unsere Dachorganisation –

Menschen für Tierrechte – Bundesverband der

Tierversuchsgegner e. V. nach Aachen übersenden.

04/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

Wir unterstützen damit die Kampagne

„Keine Mäuse für Tierversuche – mehr Geld für

tierversuchsfreie Forschung“

Herzlichen Dank an alle fleißigen Bienchen von

animal 2ooo,

die in mühevoller Kleinarbeit, diese

vielen Unterschriften gesammelt und damit

gleichzeitig eine wichtige Aufklärungsarbeit geleistet

haben.

animal 2ooo hat zwei Petitionen

eingereicht, mit denen sich jetzt

der Petitionsausschuss

des Deutschen Bundestages

befasst.

Die erste enthält einen Antrag auf

ein bundesweites Verbot von

Rodeo-Veranstaltungen.

Die zweite fordert die Einstellung

von Tierversuchen zur Bestimmung

der Abwassergebühr. (Lesen Sie

dazu mehr auf Seite 07)

Über den weiteren Verlauf der

Petitionen werden wir Sie auf dem

Laufenden halten.

Einige Blickpunkt-

Leser haben

nach dem Zeichner

gefragt, der

in der letzten gebundenenAusgabe

die weihnachtlichenKochrezepte

illustrierte.

Der gelernte Grafikdesigner

heißt

Holger Schiel und

ist animal 2ooo -

Mitglied.

Vielen Dank

Holger!


Anmerkung zur

Jahreshauptversammlung 2003

Am 12. April 2003 fand die Jahreshauptversammlung in Memmingen statt. Im formellen Teil

erfolgte die Entlastung und Neuwahl des Vorstandes und die Änderung der Satzung. Eine

komplette, aktualisierte Satzung ist dieser Ausgabe beigelegt. Es blieb danach noch Zeit für

Diskussionen zu Tierrechtsthemen in geselliger Runde.

Auf Beschluss der Mitgliederversammlung findet die nächste Jahreshauptversammlung in

Kaufbeuren statt. Wir würden uns freuen Sie dort nächstes Jahr begrüßen zu können!

Als neue Vorstandsmitglieder möchten sich vorstellen:

Katrin Doppelmayer, geb. am 16.09.1978

-Ich bin seit sieben Jahren aktiv bei animal 2ooo in der Arbeitsgruppe Kempten.

Besonders am Herzen liegt mir das Thema Zoo und Zirkus.

und

Unser neuer

Vorstand im Bild

Von hinten:

Hinrich Rieken

Dr. Pedro de la Fuente

Sarah Westermaier

Katrin Doppelmayer

Jürgen Kunz

Margit Brücklmeier

(Bewacht werden die Sechs von

den Hunden Benny und Teddy)

Zu unserem Vorstand gehört natürlich

auch Mechthild Mench -

Initiative Anti-Corrida, die in

England lebt.

Zu sehen ist sie im Bericht

“Bluebell” auf der letzten Seite.

Jürgen Kunz, geb. am 04.01.1961

-Seit 1983 bin ich aktiv in verschiedenen Tierrechts-Vereinen.

Die Aktivitäten richteten sich anfänglich gegen Tierversuche, zunehmend auch

gegen Intensivtierhaltung, Tiertransporte, Pelz, Jagd, Zoo und Zirkus.

Seit 1984 lebe ich vegetarisch (nun fast vegan).

Neben der Mitarbeit bei animal 2ooo versuche ich die Regionalgruppe Allgäu des VEBU

(Vegetarier Bund Deutschlands e. V.) aufzubauen.

animal 2ooo

05/20

animal 2ooo 07/2003


animal 2ooo erstattet Strafanzeige

Man möchte es nicht für möglich halten – lt. Kenntnis

alteingesessener Ortseinwohner soll er einer der

reichsten Leute der Stadt sein - Großgrundbesitzer

und mehrfacher Millionär – der fast 8o-jährige

Rechtsanwalt Erwin Z. aus Memmingen.

Trotzdem hält er an mindestens fünf verschiedenen

Plätzen rund 100 Schafe in Kleingruppen von ca. 20

Tieren, teilweise unter erbärmlichen Umständen.

Mitglieder von animal 2ooo beobachten seit Dezem-

ber 2002 die schlechte Tierhaltung. Hochträchtige

Mutterschafe standen im Winter knöcheltief im

Morast, ohne Einstreu in heruntergekommenen

Unterständen, ohne vernünftiges Futter, ohne

Wasser. Gefüttert wurden vom Tierhalter lediglich

schimmeliges Heu, altes Brot und Gemüsereste, die

er aus Containern umliegender Supermärkte

entnahm. Das “Futter” war meistens angefault,

absolut ungeeignet und ungenießbar - beispielsweise

noch in Cellophan verpackte Gurken,

Zwiebeln, Zitronen oder sogar Kokosnüsse.

Die Tiere haben wohl noch nie eine Schur oder

Klauenpflege erfahren. Das Fell ist völlig verfilzt und

verklebt, die überlangen Klauen biegen sich zum

Teil regelrecht schaufelförmig nach oben und

erlauben nur eine mühevolle Fortbewegung.

Obwohl Mitglieder unserer Memminger Gruppe

Präsentation im europäischen

Parlament in Straßburg

Am 18.12.02 fand im europäischen Parlament in

Straßburg eine Präsentation über spanische Blut-

Fiestas statt. Vor der "Intergroup on the Welfare and

Conservation of Animals" hielten Vertreter von

Tierrechtsorganisationen aus drei Ländern einen

Vortrag über die Grausamkeiten, die Spaniens

Rindern und anderen Tieren bei „Feierlichkeiten“

durch die Bevölkerung zugefügt werden. INITIATIVE

ANTI-CORRIDA, eine Arbeitsgruppe von animal 2ooo,

06/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

wurde durch Mechthild Mench vertreten. Tony

Moore vertrat die englische Tierrechtsorganisation

FAACE und Alfonso Chillerón und Gustavo Saleh

sprachen für die spanische Tierrechtsorganisation

ANPBA.

Seitens des Vorsitzenden der Intergroup waren 15

Minuten für den Vortrag angesetzt worden, danach

hätte es eine 15-minütige Diskussion mit den

Europaparlamentariern geben sollen. Doch das

Interesse seitens der Abgeordneten an diesem

Thema war so groß, dass das Thema lebhaft über

eine Stunde diskutiert wurde. Nach Angaben der

Intergroup waren mehr Zuhörer als üblich zur

Präsentation erschienen. Im Anschluss erhielten die

Abgeordneten zusätzlich zu den Präsentationsunterlagen

ein eigens produziertes Video, das u.a.

einen "Toro de Fuego", einen Stier zeigt, dem die

mehrmals beim Veterinäramt vorstellig wurden,

geschah nichts. animal 2ooo erstattete deshalb im

Februar Anzeige gegen den Schafhalter aber auch

gegen die untätigen Veterinäre.

Mitglieder von animal 2ooo und des Vereins Zuflucht

für Tiere in Memmingen füttern und versorgen seit

Monaten die Tiere wenigstens mit dem Nötigsten,

um die größte Not zu lindern.

Über den Fortgang des Verfahrens werden wir

berichten.

� www.animal2000.de/aktion

Hörner in Brand gesetzt werden. Viele wandten sich

daraufhin schriftlich an EU-Kommissar Fischler und

protestierten gegen die europäischen Subventionen

für Kampfstierzüchter.

Mechthild Mench löste mit der Präsentation ein

Versprechen ein. Im September 2001 filmte sie in

Moraleja (Extremadura), wie eine junge Kuh auf den

Straßen langsam zu Tode gequält wurde. Sie konnte

ihr damals nicht helfen, versprach ihr aber innerlich,

ihr Schicksal bekannt zu machen, so dass ihr Tod zu

einer Verbesserung der Situation der Rinder in

Spanien beitragen würde.

Kurz vor Redaktionsschluss ereilte uns noch die Meldung,

dass die spanischen Tiertreiber zukünftig keine

EU-Subventionen erhalten. Die Präsentation, sowie

zahlreiche andere Aktionen haben sich also gelohnt.

� www.anti-corrida.de


Boykottieren Sie Peek &

Cloppenburg !

Die „Offensive gegen die Pelzindustrie“ hat sich zum

Ziel gesetzt, den Pelzhandel in allen Erscheinungsformen

wie Zucht, Fang, Verarbeitung und Verkauf zu

beenden. Sie ist ein Zusammenschluss von verschiedenen

Tierrechtsgruppen sowie Einzelpersonen, die

sich an der Kampagne beteiligen. Seit Dezember

"Abwassergebührenfisch" Goldorfe,

Versuchstier des Jahres 2003

Auf Vorschlag von animal 2ooo beschloss am 30. März

2003 die Mitgliederversammlung unseres Dachverbandes

"Menschen für Tierrechte - Bundesverband der

Tierversuchsgegner e. V." die jährliche Nominierung

eines Versuchstieres des Jahres und dass die Goldorfe

diese traurige Auszeichnung für das Jahr 2003

bekommen soll. animal 2ooo hat die Patenschaft für

dieses Tier übernommen und eine Reihe von

Aktivitäten entfaltet. Über die wichtigsten soll hier

berichtet werden.

Unter der Internet-Adresse: www.versuchstier-desjahres.de

bieten wir einerseits die wesentlichen

Informationen an, andererseits Material für

Tierschützer und Medien. Aus dieser Website

möchten wir Ihnen ganz besonders die Seite http://

www.versuchstier-des-jahres.de/2003/meinung.htm

empfehlen. Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihre ganz

persönliche Meinung zu diesem Thema mitzuteilen.

Zum Tag des Versuchstiers haben wir zu einer

Pressekonferenz am 23.04.03 in München eingeladen.

Am nächsten Tag hielt das Bayerische Landesamt

für Wasserwirtschaft aus dem gleichen Anlass zum

gleichen Thema eine Pressekonferenz ab. Hier kam

unter anderem ein Team von RTL München live, die

einen ansehnlichen Fernsehbeitrag gesendet haben.

Der Leiter des Landesamts, Prof. Göttle, hat einige

Szenen zum Fischeitest nachgestellt und sich

geduldig interviewen lassen. Seine Aussagen waren

dabei ganz in unserem Sinne.

Am darauf folgenden Samstag hatten wir mit tatkräf-

2002 läuft eine Kampagne gegen die Peek &

Cloppenburg KG. Die Aktion wird solange fortgesetzt

bis auch P&C aus dem Pelzhandel aussteigt.

animal 2ooo hat sich in Form von Infoständen an den

bundesweiten Protesttagen beteiligt. So standen wir

ausgerüstet mit Transparenten und „blut“-beschmierten

Pelzen unmittelbar vor P&C in der Ulmer Fußgängerzone.

Durch die aufwändig gestalteten Infostände

zogen wir PassantInnen an und unser Info-

Material zum Thema Pelz fand reißenden Absatz. Die

durchweg positive Resonanz war auch dadurch zu

spüren, dass einige P&C Kunden ihre Meinung zum

Thema Pelz direkt in der Filiale äußerten. Wir sind

sicher, dass P&C ebenso wie bereits C&A und die

KarstadtQuelle AG ihren gesamten Pelzverkauf nach

weiter anhaltenden Protesten in naher Zukunft aufgibt.

Bitte unterstützen Sie deshalb auch diese Aktion

mit Protestschreiben an P&C oder suchen Sie in einer

Filiale das Gespräch mit den MitarbeiterInnen.

Dieser Ausgabe liegt ebenfalls eine Protestpostkarte

bei. Bitte füllen Sie diese aus und schicken Sie ausreichend

frankiert ab.

Kostenlose Hotline: 0800-7386323

dialog@peekundcloppenburg.de

� www.tr-webber.de

animal 2ooo

tiger Unterstützung etlicher Aktiver aus dem Allgäu

einen Spezial-Infostand zum Versuchstier des Jahres

am Münchner Stachus. Das Wetter war hervorragend

und wir konnten uns über regen Zulauf aus der

Bevölkerung freuen. Inzwischen haben wir ca. 1 100

Unterschriften gesammelt, von denen die ersten 250

bereits an den Petitionsausschuss des Deutschen

Bundestages weitergeleitet wurden. An dieser Stelle

soll unser herzlicher Dank an alle Unterzeichner

gehen und an jene, die diese Listen weitergegeben

haben. Wir haben uns zum Ziel gesetzt, mindestens

2 500 Unterschriften zu sammeln. Hierzu benötigen

wir daher weiterhin Ihre Hilfe. Bitte fordern Sie leere

Fischtest-Petitions-Unterschriftenlisten bei uns an

oder - noch besser - laden Sie diese aus dem Internet

über

www.versuchstier-des-jahres.de/2003/wastun.htm

herunter.

07/20

animal 2ooo 07/2003


Eine Kuh am Kran?

Welchem Tierfreund hat es nicht den Schlaf geraubt

– das grauenvolle Bild eines gepeinigten Rindes – mit

gebrochenen Gliedern am Haken eines Ladekrans

hängend?

Dieses Bild – vor Jahren

aufgenommen von Manfred

Karremann im Hafen von Triest

– wollen wir eindrucksvoll den

Leuten vor Augen führen, die

aus Selbstschonung bei solchen

Szenen den Fernseher

abschalten ohne die Herkunft

ihres Schnitzels zu hinterfragen.

Die Firma Josef Hebel,

Memmingen, hat sich freundlicherweise

bereit erklärt, einen

ihrer Baukräne zur Anbringung

einer Kuh-Attrappe kostenlos

zur Verfügung zu stellen.

Unsere stets hilfsbereite Frau

Edda Kachkouli aus München

hat im wahrsten Sinne des

Wortes bis an die Grenzen ihrer Kräfte gearbeitet

und in wochenlanger Schwerstarbeit ganz alleine

eine lebensgroße Kuh aus Gips und Stoff mit

Styroporfüllung geschaffen. Die Nachbildung ist so

08/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

Fast schon Hexerei ......

Unserem stets aktiven Mitglied,

Christiane Neubert, Mitarbeiterin

der Werbefirma GFA in

Memmingen und ausgebildete

Gesundheitsberatein gelang es

mit ihren heilenden Händen ihren

von einem Hexenschuß gepeinigten

Chef, Herrn Manfred

Myka, von seinen Qualen zu

befreien.

Als großzügigen Dank schenkte

ihr Herr Myka auf ihre Bitte hin

eine riesige Plakatierungsaktion

für animal 2ooo.Das

neben-

stehende Plakat wird demnächst

an mindestens 90 Großflächen in

ganz Bayern aushängen.

Wir danken Herrn Manfred Myka,

unserer lieben Christiane und

nicht zuletzt der vermittelnden

Hexe. Letztere möge aber bitte

künftig unsere Gönner verschonen

und sich lieber an einem

Tierexperimentator o ä.

austoben.

Die Künstlerin, Frau

Edda Kachkouli,

bei der Arbeit.

PS:

Frau Kachkouli hat

bereits für frühere

Aktionen Plastiken

geschaffen, z.B.

eine Gen-Maus,

einen Versuchshund

und eine eierlegende

Wollmilchsau.

gut gelungen, dass sie absolut lebensecht wirkt.

In Kürze wird die Kuh, mit einem Transparent gegen

Tiertransporte versehen, an einem Kran bei

Altusried erstmals hängen um allen Vorbeifahrenden

das Elend der Tiere auf den Tiertransporten

zu verdeutlichen. In Altusried ist

gleichzeitig der Firmensitz einer großen Tiertransportfirma,

welche sich skrupellos an der Ausbeutung

von wehrlosen Tieren bereichert. Wir hoffen,

dass unsere Kuh am Kran ein besonderer

„Aufhänger“ für Firmengespräche sein wird.

Wir danken den Tierfreunden, die diese Aktion

ermöglichen – Frau Edda Kachkouli, Herrn Josef

Hebel und seinen Mitarbeitern.


Bitte schreiben an ...

Unser Arbeitskreis stellt sich vor.

Seit vielen Jahren recherchiert unser Vereinsmitglied Andrea Priller in unzähligen

Zeitungsartikeln, Fernsehberichten und im Internet über Missstände im Umgang mit

Tieren. Aus ihrer umfangreichen Recherche sortiert sie aus, ordnet und erstellt

monatlich eine Protest-Brief-Mappe. Diese Mappe enthält vorgefertigte

Schreiben, stichpunkthaltige Informationen zur Erstellung eigener

Protestbriefe, sowie die benötigten Adressen von Politikern und von

Fernsehredaktionen. Zahlreiche Mitglieder engagieren sich schon lange

in unserer Protestbriefgruppe. Auch wenn die Erfolge klein erscheinen,

dürfen wir nicht verzagen, sondern müssen unsere Anstrengungen

verstärken um unserem Ziel Schritt für Schritt näher zu rücken.

Darum jetzt unsere Bitte an Sie: Machen Sie mit in unserem Arbeitskreis

und beteiligen Sie sich an den Protestschreiben. Sie erhalten monatlich

die notwendigen Unterlagen per e-Mail, Fax oder auch per Post. Je

nachdem wie viel Zeit Sie aufbringen können, schreiben Sie ein oder

mehrere Protestschreiben. Oder gründen Sie in Ihrem Freundeskreis eine

Mini-Schreibgruppe und verteilen die einzelnen Briefe an mehrere Personen. So bleibt

es für jeden nur ein geringer Aufwand, und dennoch wächst die Zahl der Protest-

SchreiberInnen.

An dieser Stelle möchte sich der gesamte Vorstand und das Redaktionsteam bei

Andrea für ihre sehr umfangreiche und zeitraubende Arbeit ganz herzlich bedanken.

Unser Dank gilt ebenso allen fleißigen SchreiberInnen.

Bei Interesse an einer Mitarbeit in unserem Arbeitskreis - auch einmalig zum Kennenlernen

- wenden Sie sich bitte an: bitteschreiben@animal2000.de oder Tel./Fax: 089 – 546 90 50

animal 2ooo im Internet

animal 2ooo

Nun ist sie fertig – die neue Homepage: www.animal2000.de

Werfen Sie doch mal einen Blick darauf!

Sie werden sehen, wir haben viele wichtige Themen mit denen sich animal 2ooo befasst aufgenommen.

Dort bewegt sich allerhand, egal ob es sich um Aktivitäten, Aktuelles oder unser Gästebuch handelt.

Es wurde in mühevoller Kleinarbeit eine Plattform geschaffen, auf der sich die Besucher austauschen

können.

An dieser Stelle einen großen Dank an Michael Steck. Daten, Fakten, Texte und Bilder finden Sie unter

den einzelnen Themenbereichen wie Tierversuche, Ernährung, Intensivtierhaltung und noch viele mehr.

Um das große Spektrum abzudecken haben wir eine umfangreiche Linksammlung,

sortiert nach Themenbereichen, aufgenommen.

Durch die ständig wachsende Zahl der Besucher auf unserer Homepage

können wir so eine noch größere Anzahl von Personen zum Thema

Tierrechte informieren. Die Besucher haben die Möglichkeit über unsere

Kontaktseite Anfragen an uns zu senden - was rege

genutzt wird. Über das Gästebuch erhalten wir viel Lob

und Anerkennung für unsere Arbeit.

Die animal 2ooo-Arbeitsgruppe

Initiative Anti-Corrida

stellt auf einer eigenen Seite (www.anti-corrida.de) ihre

Arbeit gegen Stierkampf und Rodeo vor. Dort ist über

die Hintergründe sowie aktuelle Aktionen zu lesen.

Neu ist die Website www.versuchstier-des-jahres.de

die im Rahmen der Initiative von animal 2ooo gegen den

Fischtest, von unserem Vorstandsmitglied Dr. Pedro de la Fuente, erstellt

wurde. Näheres dazu siehe Seite 07 (”Abwassergebührenfisch” Goldorfe)

Die Seite unseres Dachverbandes Menschen für Tierrechte e. V. erscheint

seit einigen Wochen im neuen Design und bietet eine Fülle an Informationen.

(www.tierrechte.de)

09/20

animal 2ooo 07/2003


Brutale Eselsfiesta in Villanueva

de la Vera dokumentiert

Im spanischen Ort Villanueva de la Vera (Provinz

Extremadura) findet jedes Jahr am Fastnachtsdienstag

eine Veranstaltung der besonderen Art

statt. Auf einem Esel reitend verliest ein "Richter"

das Todesurteil gegen einen durch eine Puppe

symbolisierten Juden, der einst als Bandit die

Gegend unsicher gemacht haben soll. Bis vor ein

paar Jahren kam dabei oft der Esel zu Tode. Er

wurde im Dorfbrunnen ertränkt oder brach einfach

aufgrund des ihm in großen Mengen eingeflößten

Alkohols und des Stresses nach Stunden

zusammen. Die britische Tierrechtsorganisation

Fight Against Animal Cruelty in Europe (FAACE)

wurde 1987 wegen der Eselsfiesta gegründet.

Zweimal wurde ein Esel freigekauft. Seitdem sind

die Briten und andere Ausländer verhasst im Dorf.

10/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

Dieses Jahr war INITIATIVE ANTI-CORRIDA

gemeinsam mit einem Team von FAACE bei der

Fiesta zugegen. Nachdem letztes Jahr das erste

Tierschutzgesetz der Provinz Extremadura (das

den Stierkampf ausdrücklich ausklammert) in Kraft

getreten war, wurde das Dorf von der

Provinzregierung im Vorfeld gewarnt, dass man

dem Esel kein Haar krümmen dürfe, oder dass

Strafen in Höhe von € 15.000 drohten. Ebenso

hatte die Regierung den Vorschlag von INITIATIVE

ANTI-CORRIDA, FAACE und der Madrider

Organisation Asociación Nacional para la

Protección y el Bienestar de los Animales (ANPBA)

unterstützt, einen symbolischen Esel (aus Stroh

oder Holz) zu benutzen.

Nach den Angaben der Dorfbewohner nehme

dieser Esel bereits zum sechsten Mal teil. Einen

Namen hatte er immer noch nicht bekommen. Die

Tierrechtler nannten ihn später "Innocent" (der

Unschuldige).

Als die Tierrechtler am Fastnachtsdienstag gegen

8.30 Uhr beim Rathaus eintrafen, wurden sie

immer wieder verbal und körperlich angepöbelt.

Gegen 10.00 Uhr fuhr ein Fahrzeug der Ortspolizei

vor, und der Esel wurde vom Anhänger entladen.

Unter Salutschüssen wurde er von einer

Menschenmenge durch die engen Gassen zum

Rathaus getrieben. Normalerweise wäre ihm

danach im Rathaus hochprozentiger Alkohol

eingeflößt worden. Doch die Tierrechtler hatten die

"Guardia Nacional", die nationale Polizei, um

Anwesenheit gebeten, damit der Esel diese Tortur

nicht durchmachen musste. Der Esel blieb diesmal

auf der Plaza und der sturzbetrunkene Reiter

wurde auf ihn gehievt. Nun begann das 45minütige

Leiden des Esels, der von der johlenden

Menschenmenge durch die Straßen geschoben

wurde. Schon nach ein paar Minuten brach das

stark schwitzende Tier zusammen. Man stellte ihn

auf die Beine und schob ihn weiter. Man schoss

unmittelbar neben seinen Ohren in die Luft, hüpfte

vor ihm auf und ab - was das Tier vollkommen

verschreckte. Als der Esel schließlich losgelassen

wurde, raste er panisch in Richtung des Anhängers.

Mit den Tierrechtlern, die versuchten das Geschehen

zu filmen, ging man nicht zimperlich um.

Direkt im Anschluss gaben die Tierrechtler den

Bericht über den Verlauf der Fiesta nach Madrid zu

ANPBA durch, dort wurde eine Anklageschrift

erarbeitet .

Die Videoaufnahmen und Fotos zeigten deutlich

Verstöße gegen das neue Tierschutzgesetz.

Zunächst wurde die Klage für spanische

Verhältnisse überraschend schnell abgeschmettert.

Doch die Tierschützer gingen in die Berufung

und legten diesmal eine Dienstaufsichtsbeschwerde

gegen die für die Unterschlagung von

Beweismaterial verantwortlichen Beamten ein. Das

Ergebnis stand bei Redaktionsschluss noch aus.

Wir danken Herrn Dr. Henrich – er ermöglichte die

Reise durch eine großzügige Spende.

� www.anti-corrida.de


Zirkus Edmund Kaiser

und das Schicksal der Elefantenkuh Sarah

Vom 17.01. bis 26.01.2003 war der Zirkus Edmund Kaiser in Kempten. Anhand der Leitlinie* für Zirkusbetriebe

haben Mitglieder von animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V. die Haltungsbedingungen der Zirkustiere

überprüft. Dabei wurden vor allem bei der Elefantenkuh Sarah gravierende Missstände beobachtet.

� „ Da es sich um sozial lebende Tiere handelt, dürfen Elefanten nicht allein gehalten werden“

ist in der

Leitlinie nachzulesen.

Im Zirkus Kaiser steht der Elefantenkuh aber kein Artgenosse zur Seite. Sie lebt einsam, obwohl

Elefantenkühe in Freiheit in Herden leben.

� „ Während des Gastspieles muss für die Tiere ein Stallzelt und ein Auslauf (Paddock) zur Verfügung stehen.

Der Transportwagen ist kein Ersatz für ein Stallzelt. “

Die Mitarbeiter vom Zirkus Edmund Kaiser sahen das wohl anders, denn dort musste die 18 Jahre alte

Elefantenkuh ihr Dasein in einem Abteil eines LKW-Anhängers fristen - ohne Fenster und

Ablenkungsmöglichkeit, nur spärlich durch einen Lichtschacht beleuchtet.

� „ Elefanten benötigen aufgrund ihrer kognitiven Fähigkeiten ausreichend Beschäftigung“:

„ Spielgegenstände“, „ Beschäftigungsfutter“ oder „ Spaziergänge“

werden in der Leitlinie vorgeschlagen.

Wie sehr die Elefantenkuh beim Zirkus Kaiser unter ihren Haltungsbedingungen leidet, ist an ihrem „Weben“

zu erkennen. In Gefangenschaft gehaltene Tiere haben stereotype Bewegungen an sich, die auf eine

Verhaltensstörung schließen lassen.

Diese und weitere Verstöße teilten wir dem Kemptener

Veterinäramt mit. Der Zirkus führte noch andere Tiere wie z.B.

Pferde, Ponys, Dalmatiner, Kamele, einen Stier und Ziegen mit. Am

Samstag, den 25.01.2003 veranstaltete animal 2ooo –

Arbeitsgruppe Kempten - eine Mahnwache, an der sich rund 25

Personen beteiligten. Mit Plakaten und Flugblättern wurden die

BesucherInnen, PassantInnen und AutofahrerInnen auf die

Missstände und die tierquälerische Haltung im Zirkus

aufmerksam gemacht. Erfreulich war die spontane Teilnahme von

mehreren PassantInnen. Der regionale Fernsehsender TV-Allgäu

sendete dazu einen Bericht mit Interviews beider Parteien. Unsere

Aktion wurde so allgäuweit bekannt.

animal 2ooo demonstriert mit seinen Arbeitsgruppen gegen die

Ausbeutung der Tiere im Zirkus. Da es nicht überall

Arbeitsgruppen gibt, haben wir einen Fragebogen vorbereitet,

durch den Sie aktiv werden können. Dieser dient zur

Informationssammlung. Sollte ein Zirkus bei Ihnen in der Stadt

gastieren, wäre es sehr hilfreich, wenn Sie uns den ausgefüllten

Fragebogen zurücksenden könnten.

Folgende Tipps zur Umsetzung:

� Versuchen Sie Gratiskarten über die lokale Zeitung

(Verlosung) zu bekommen oder beschränken Sie sich

auf die Tierschau. So vermeiden Sie eine unnötige

finanzielle Unterstützung der Zirkusbetriebe und halten

Ihren Zeitaufwand geringer.

� Erfahrungsgemäß sehen Zirkusmitarbeiter es nicht gerne,

wenn sie kontrolliert werden. Versuchen Sie deshalb Ihre

Notizen möglichst unauffällig zu machen.

� Bereits gesammelte Informationen über Zirkusbetriebe

finden Sie unter: www.zirkus-info.de.vu oder bei

unserem Dachverband - Menschen für Tierrechte e. V.

� Bei Missständen informieren Sie das zuständige

Veterinäramt

Ein gutes Hilfsmittel zur Überprüfung der Haltungsbedingungen ist folgende Broschüre, die beim Ministerium

kostenlos bestellt oder bei uns angefordert werden kann:

*Leitlinien für die Haltung, Ausbildung und Nutzung von Tieren in Zirkusbetrieben oder ähnlichen Einrichtungen

Bundesministerium für Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft, Postfach, 53107 Bonn


www.verbraucherministerium.de ->Tierschutz

animal 2ooo

11/20

animal 2ooo 07/2003


Fragebogen zum Zirkus in Ihrer Umgebung!

Allein in Deutschland sind über 300 Zirkusse mit Tieren unterwegs. Sinnvolle und zielgerichtete Arbeit für die Tiere im

Zirkus ist nur möglich, wenn die Datenbestände über Zirkusbetriebe stets aktuell sind. Wir bitten Sie deshalb diesen

Fragebogen (Kopiervorlage!) bei den nächsten Zirkusgastspielen in Ihrer Umgebung auszufüllen und an uns zurück zu

senden.Auch über einen nicht vollständig ausgefüllten Bogen freuen wir uns.

Zirkusname _________________________ Zirkusinhaber _____________________________________

(aus Zeitungsartikeln oder an der Kasse fragen)

Gastspiel von_______________bis _____________in ___________________________________________

Anzahl

der Tiere

Art

zum Beispiel:

Pferde

Ponys

Elefanten

Tiger

Löwen

Ziegen

Lamas

Kamele

Dromedare

(Einhöcker)

Tauben

Schlangen

Bären

Wasser Einstreu Einzelhaltung Anbindehaltung

Sind Ihnen gravierende Missstände bei der Haltung aufgefallen? (offene Wunden, Gewaltausübungen, usw.)

Wie wurden die Tiere während des Auf- und Abbaus gehalten?

Anzahl der

Jungtiere

_________________________________________________________________

_________________________________________________________________

_________________________________________________________________

Wie wurden die Tiere auf dem Weg zur Manege und zurück behandelt? (Oft nicht leicht zu beobachten, aber aufschlussreich!)

_________________________________________________________________

_________________________________________________________________

Wo bezieht der Zirkus sein Winterquartier:

_________________________________________________________________

Anzahl der Berichte in der Tageszeitung (Wenn möglich beilegen!)

_________________________________________________________________

Sonstige Bemerkungen: (Autokennzeichen, Sponsoren, usw.)

_________________________________________________________________

Name und Telefonnummer für Rückfragen:

_________________________________________________________________

Vielen Dank für Ihre Mithilfe!

Ausgefüllter Fragebogen bitte an: animal 2ooo – Menschen für Tierrechte Bayern e.V.

Fürstenrieder Str. 143, D-80686 München


„Dauerbrenner“ Tiertransporte:

Im Februar dieses Jahres war bundesweit in der

Medienpresse zu lesen, die EU-Kommission

begrenzt die Ausfuhrerstattungen für lebende

Rinder. Doch jeder, der diese Berichte kritisch las,

musste erkennen, dass gerade für die

tierquälerischen Schlachtbullentransporte per LKW

und Schiff in den Libanon und Ägypten, die

Subventionen weiter gezahlt werden.

Wortwörtlich war in einer Pressemitteilung der EU zu

lesen: „Ausfuhrerstattungen für lebende

Schlachttiere werden nicht mehr gewährt, einzige

Ausnahme sind die Drittländer, in denen aus

kulturellen und/oder aus religiösen Gründen ein

Bedarf an solchen Tieren besteht“. Ich denke, jeder

von Ihnen kann sich hierzu seine eigene Meinung

bilden und weiß, wie das Ende der Schlachtbullen in

einem moslemischen Schlachthof aussieht.

Zudem gibt es die vielen Tiertransporte aus

osteuropäischen Ländern in die EU, für die keine

Subventionen gezahlt werden. Lukrativ für Händler,

da diese Tiere preiswerter eingekauft werden.

In diesem Jahr war ich wieder mehrmals unterwegs

für die Tiere und habe bei diesen Begleitfahrten

mehr als 8.000 km hinter mich gebracht. Bei jeder

dieser Begleitfahrten hatte ich eine Polizeikontrolle

veranlasst.

Und jedes Jahr vor Ostern das gleiche Bild. Unzählige

Lämmertransporte nach Italien, um u. a. den Fleischbedarf

für Touristen abzudecken.

Januar 2003 – 199 tschechische Mastkälber für

Spanien:

Aufnahme des Tiertransporters an einem

deutsch/polnischen Grenzübergang. Da

Minusgrade herrschten war der Wassertank bei der

Grenzkontrolle leer. Der Fahrer gab jedoch an, dass

er die Tiere auf einem Rasthof bei Chemnitz

versorgen würde.

Eine Versorgung der Tiere erfolgte nicht, statt

dessen schlief der Fahrer. Bei dieser Begleitfahrt

hatte ich wenigstens einen kleinen Erfolg für die

Tiere.

Die Kälber wurden für 24 Stunden abgeladen mit

entsprechender Versorgung. Der zuständige

Amtstierarzt hat ein Bußgeldverfahren eingeleitet.

Das in Baden-Württemberg ansässige Unternehmen

hatte keine Genehmigung, für den in Bayern

zugelassenen LKW, Tiertransporte durchzuführen.

animal 2ooo

März 2003 – 240 polnische Mastkälber für Holland:

Obwohl sich der Tiertransporter nur zehn Minuten in

der polnischen Versorgungsstation aufgehalten

hatte, wurden dem holländischen Transporteur „1 ½

Stunden: Ruhen und Tränken“ von dem Betreiber der

Station im Transportplan bestätigt.

Die Polizeikontrolle in Niedersachsen war sehr

enttäuschend für mich. Die Beamten hatten keinerlei

Erfahrung. Für sie waren nur die Angaben im

Transportplan maßgebend.

Zuhause angekommen, habe ich mit dem Leiter des

Einsatz- und Streifendienstes der vorgesetzten

Dienststelle Kontakt aufgenommen und ihn über

den Vorfall der missglückten Polizeikontrolle in

Kenntnis gesetzt. Das Gespräch war dennoch positiv

für mich, da wohl mehr Fortbildungen für

Polizeibeamte ausgearbeitet und angeboten

werden.

April 2003, eine Woche vor Ostern – 800 polnische

Schlachtlämmer für Italien:

Ich muss sagen, dass mir gerade diese Begleitfahrt

wieder sehr an „die Nieren“ ging. 800 kleine

Lebewesen auf einem einzigen Transporter. Kaum

auf der Welt, endet das noch so junge Leben schon

wieder in einem italienischen Schlachthof. Während

der Begleitfahrt ab der deutsch/polnischen Grenze

bis zur Polizeikontrolle im Raum München habe ich

die Tatsache verdrängt, dass es sich um Schlachtlämmer

handelte. Wohl ein Selbstschutz, den ich mir

im Laufe der Jahre unbewusst aufgebaut habe, um

weitermachen zu können.

Obwohl die gesetzliche Transportzeit von 19

Stunden für Lämmer bis zu drei Monaten erreicht

war, konnte der Transporter weiterfahren, da es im

Raum München keine Möglichkeit gab, 800 Lämmer

abzuladen. Was blieb, war eine Versorgung der Tiere

auf dem LKW, soweit man hier überhaupt von

Versorgung sprechen kann und die Zahlung einer

Sicherheitsleistung.

Conny Hofaichner

13/20

animal 2ooo 07/2003


-Ja zum Tier- und Naturschutz!-

-Nein zu wildgefangenen Delfinen für den

Nürnberger Zoo!-

-Eine Abstimmung im Stadtrat steht kurz bevor-

Das Nürnberger Delfinarium

In das Nürnberger Delfinarium sind seit 1971 25

Delfine aus Florida, Kuba, Mexiko und Kolumbien

eingeführt worden. 15 dieser Tiere sind bereits

gestorben, die fünf noch in Nürnberg lebenden

Delfine müssen rund um die Uhr tierärztlich betreut

und mit synthetischen Vitaminen, pilztötenden

Medikamenten und Antibiotika am Leben gehalten

werden. Alleine für die Delfine werden 40% der

Tierarztkosten des gesamten Zoos ausgegeben.

Die Entstehung der Bürgerinitiative

Im Januar 1998 ereignete sich im Nürnberger Zoo ein

tragischer Unfall. Ein neugeborenes Delfinbaby

klemmte sich zwischen einer Wand und dem

Beckenrand so ein, dass es nicht mehr auftauchen

konnte um Luft zu holen und erstickte qualvoll.

Dessen Mutter Emy starb bei diesem Unfall an

Herzversagen.

Nach diesem Vorfall formierte sich die Bürgerinitiative

Die Delfinbefreier, die sich zum Ziel gesetzt

hat, die Schließung des Delfinariums zu erreichen.

Seitdem finden in Nürnberg immer wieder Demonstrationen,

Aktionen und unzählige Infostände

statt. Bei unserer bisher größten Demonstration

fanden sich ca. 200 Leute in der Nürnberger Innenstadt

ein, um für die Schließung des Delfinariums

einzutreten.

Eine andere spektakuläre Aktion war die Übergabe

einer Petition zum Schutz der Delfine, der sich

europaweit mehr als 100 Natur- und Tierschutzorganisationen

angeschlossen haben. Diese Urkunden

wurden dem Oberbürgermeister übergeben, die

zuständigen Stadträte erhielten eine Abschrift und

wurden somit aufgefordert, sich gegen weitere

Wildfänge zu entscheiden.

Bei einer weiteren Veranstaltung vor dem Rathaus

sprach sich der Vorstand der Aktionsgemeinschaft

Artenschutz Günther Peter gegen die Delfinhaltung

aus.

14/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

Die Lügen der Tiergartenleitung

Seit Beginn unserer Kampagne schrecken die

Verantwortlichen des Zoos nicht davor zurück,

Tatsachen zu verdrehen oder zu beschönigen, um das

Delfinarium in ein besseres Licht zu rücken. Doch wir

sind damit beschäftigt, die falschen Behauptungen

der Tiergartenleitung richtig zu stellen.

Die Verantwortlichen des Tiergartens behaupten u. a. :





dass die Nachzucht ohne Probleme funktioniert.

Dass aber seit Beginn der Delfinhaltung von 14

Nachzuchten bereits zehn gestorben sind,

wird mit keinem Wort erwähnt.

dass Delfine im Betonbecken angeblich über 90%

ihrer natürlichen Verhaltensweisen beibehalten.

Weiß man aber, dass Delfine im Meer

bis zu 500 Meter tief tauchen, Höchstgeschwindigkeiten

von bis zu 60 Stundenkilometern

erreichen und täglich weite Strecken

von 50 bis 250 Kilometern schwimmen, so

fragt man sich, wie die Verantwortlichen des

Tiergartens zu solch einem Ergebnis kommen.

dass sich die Delfine im Nürnberger Zoo wohl

fühlen, ja sogar glücklich sind. Dies wird mit

einer Doktorarbeit begründet, die lediglich

belegt, dass die Tiere hier nicht unter Stress

stehen. Diese Studie sagt absolut nichts über

den wahren psychischen und physischen

Zustand der Tiere aus. Die Hauptprobleme,

wie die Tortur der Gefangenschaft und die

quälende Langeweile bleiben weiterhin

bestehen. Im Delfinarium verkümmern die

Tiere, darüber kann auch diese Forschungsarbeit

nicht hinwegtäuschen!

dass eine Delfintherapie in Nürnberg behinderten

Kindern zugute kommen soll. Vor Beginn der

Proteste jedoch hielten die Verantwortlichen

diese Therapieform für nicht möglich und

lehnten diese aus den unterschiedlichsten

Gründen ab. Jetzt, wo die Schließung dieser

Einrichtung droht, versucht der Tiergarten,

sich mittels solch einer Therapie Pluspunkte in

der Bevölkerung zu verschaffen.

Die Delfintherapie

Die Delfintherapie wird bisher nur in den USA, Israel,

Australien und Großbritannien durchgeführt, meist in

halb offenen Haltungen im Meer. Die Delfintherapie

wird lediglich als Mittel zum Zweck angeboten und


die behinderten Kinder werden hier für eine Werbekampagne

benutzt. Selbst Experten sind der

Meinung, dass in den Eltern falsche Hoffnungen auf

Heilungen geweckt werden, die nicht erfüllt werden

können.

Die sogenannte „Lagune“

Es wird suggeriert, dass das Delfinarium unbedingt

erweitert werden muss, um den behinderten Kindern

besser helfen zu können. Auf diese Art und Weise

versuchen die Verantwortlichen, möglichst viele

Spendengelder für das Außenbecken, die sogenannte

„Lagune“ zusammen zu bekommen. Denn dieser Bau

wird nach jetzigen Berechnungen ca. acht Mio. Euro

kosten; nicht zu vergessen sind die laufenden Kosten,

die zur Zeit schon jährlich eine Million Euro betragen

und zur Hälfte aus Steuermitteln gedeckt werden.

Wird der Bau des Außenbeckens wirklich

durchgesetzt, steigen die Unterhaltskosten ins

Unermessliche.

Weiterhin heißt es, der Bau soll auch den Delfinen

selbst zugute kommen. Doch da die „Lagune“ nur in

der wärmeren Jahreszeit genutzt werden kann,

profitieren die Tiere davon nur wenige Monate im

Jahr. Artgerechte Haltung ist selbst in diesem Becken

nicht möglich, es würde nur weitere Wildfänge nach

sich ziehen.

Abstimmung über den Import weiterer Delfinwildfänge

für den Zoo steht bevor.

Um weitere Wildfänge zu verhindern, wird die

Wählergemeinschaft „Die Guten e. V.“ einen

entsprechenden Antrag beim Nürnberger Stadtrat

einbringen. Noch in diesem Jahr werden die Politiker

des Kulturausschusses (das Delfinarium zählt zu den

kulturellen Einrichtungen) über diese Problematik

abstimmen.

Nun müssen wir alles daran setzen, die zuständigen

Stadträte zu überzeugen. Mit Veranstaltungen und

Demos vor dem Rathaus, Briefen und Gesprächen

zeigen wir ihnen, wie wichtig uns dieses Anliegen

ist.

Trotz der Vielzahl der Aktionen, mehreren Schreiben

und Anrufen unsererseits haben sich die dafür

zuständigen PolitikerInnnen noch nicht konkret zu

dem Problem geäußert. Es wird sich lediglich auf

einen Stadtratsbeschluss gestützt, der besagt, dass

der Nürnberger Zoo keine weiteren Wildfänge zur

Ergänzung seines Delfinbestandes in Auftrag gibt.

Dieser Beschluss ist jedoch sinnlos, da die Zooleitung

weitere wildgefangene Tiere nicht erst in Auftrag

geben muss, sondern diese dem Zoo von Seiten der

Tierhändler angeboten werden. Eine weitere

Möglichkeit der Tiergartenbetreiber, weitere

Wildfänge nach Nürnberg zu verbringen, ist die

Tatsache, dass Tiere, die schon einige Jahre in

anderen Delfinarien gehalten werden, nicht mehr als

Wildfänge bezeichnet werden. Durch diese Umstände

können die Verantwortlichen des Nürnberger Zoos

schalten und walten wie sie wollen und können sich

hierbei immer wieder auf den zur Zeit noch gültigen

Stadtratsbeschluss berufen.

Gelingt es uns, die SPD auf unsere Seite zu ziehen,

hätten wir die erforderliche Mehrheit und ein Verbot

von Wildfängen wäre erreicht!!!

Wir bitten hier um Mithilfe und Unterstützung. Es ist

dringend erforderlich per Brief, Fax, e-Mail und Anruf

zu protestieren:

Horst Förther, Bürgermeister (SPD), Rathausplatz 2,

90403 Nürnberg

Tel.: 0911/231-5011 o. -5012, Fax: -5039,

e-Mail: bga@stadt.nuernberg.de

Vielen Dank für die Hilfe!

Kerstin Flagge, Michael Scharf

animal 2ooo

15/20

animal 2ooo 07/2003


Auf Ihre Mithilfe kommt es an!

Voraussichtlich im Herbst wird im Bundesrat über

einen Verordnungsentwurf des BMVEL

(Bundesministerium für Verbraucherschutz,

Ernährung und Landwirtschaft) zur Haltung von

Schweinen entschieden.

Der Entwurf enthält zumindest weiterreichende

Bestimmungen als die EU-Richtlinie. Dies stößt bei

der Mehrheit der von der Union regierten

Bundesländer auf wenig Zustimmung.

Um dies zu ändern und um noch die eine oder

andere Verbesserung zu erreichen, haben wir

einen Musterbrief entworfen, welcher der

Blickpunkt-Ausgabe

beiliegt. Wir bitten Sie diesen

Musterbrief mit Ihrem Namen und Ihrer Adresse zu

versehen und unterschrieben an das zuständige

bayerische Ministerium zu senden.

Da in Bayern im Herbst Landtagswahlen sind, ist es

16/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

10.06.2003

Globale Aktionswoche:

Demo bei Sankyo

An den zahlreichen Plakaten, die die TierrechtlerInnen

mitgebracht hatten und die die

"Versuchs"-Tiere von HLS zeigten, kamen die Angestellten

von Sankyo heute nicht vorbei.

In München demonstrierten heute TierrechtlerInnen

am Eingangstor von Sankyo gegen

Sankyo's Geschäftsbeziehungen zu Huntingdon

Life Sciences.

Von 15 bis 18 Uhr wurden die Angestellten von

Sankyo bei ihrem Nachhauseweg mit Flugblättern

über HLS und Sankyo's Tierversuche informiert.

Die "Tierversuchsgegner München e.V.",

" animal 2ooo - Menschen für Tierrechte Bayern e.V."

und die "Tierrechtsoffensive Franken" hatten zu

dieser Demonstration aufgerufen.


www.shacgermany.net

durchaus möglich, bei einer ausreichend großer

Zahl der Zusendungen, doch noch die Zustimmung

zum Verordnungsentwurf zu erreichen. Dieser

Entwurf ist nur ein kleiner Schritt und von dem, was

wir uns für die Tiere wünschen, noch meilenweit

entfernt.

Doch sollten wir jede Möglichkeit nutzen,

Verbesserungen für die Tiere umzusetzen.


Mitglieder berichten von ihrem

persönlichen Tierschutzeinsatz:

„Die Vergrämung der

Taubenvergrämung“

Wir leben in einer Eigentumswohnung in einer

größeren Wohnanlage, betreut von einer Hausverwaltung,

die von Zeit zu Zeit Eigentümerversammlungen

abhält.

Wir sind engagierte Tierschützer, die in dieser

Eigentümergemeinschaft schon des öfteren

unangenehm aufgefallen sind und deshalb seitens

der Beiräte und des Hausmeisters mit Missbilligung

und Misstrauen betrachtet und beobachtet werden.

Anfang dieses Jahres haben wir von der

Verwaltungsbeirätin unseres Hauses so nebenbei

erfahren, dass die „Taubenvergrämung“, sprich die

„Taubenstacheln“ auch auf der Südseite (wo wir

unseren Balkon haben) „nachgebessert“ werden

sollte. Auf unseren Protest, dass wir diese

Vergrämung bei uns nie erlauben würden, erhielten

wir die Antwort: „Kein Problem, nur eine kurze

schriftliche Nachricht an die Hausverwaltung und

die Angelegenheit sei bereinigt.“

Im Frühjahr dieses Jahres wurde die Vergrämung

dann mit zwei Gegenstimmen und einer Enthaltung

beschlossen. Gemäß des Rates der Beirätin

schrieben wir einen Einschreibebrief an die

Hausverwaltung, in dem wir baten, von der Taubenvergrämung

auf unserem Balkon abzusehen. Die

Hausverwaltung antwortete nicht und ignorierte

unser Schreiben. Wochen später sahen wir Arbeiter

auf einer Arbeitsbühne, die an den gegenüberliegenden

Gebäuden mit der Installation der

Taubenstacheln beschäftigt waren.

Nach etwa einer Woche kamen die Arbeiter mit der

Plattform zu uns. Wir sagten einem von ihnen, dass

unser Balkon ausgespart werden müsse und dass

die Hausverwaltung informiert sei. Er

beschwichtigte uns, die Vergrämung beginne

animal 2ooo

immer erst ab dem 3. Stock. Wir wohnen im 2.

Stockwerk. Beruhigt verließen wir die Wohnung und

als wir abends zurückkamen waren die Stacheln

bereits installiert. Da der Klebstoff noch nicht

trocken war, konnten wir diese verhältnismäßig

leicht entfernen. Per Fax haben wir die Hausverwaltung

mit Bezug auf unseren Einschreibe-

brief noch am gleichen Abend davon in Kenntnis

gesetzt. Wir bekamen ein Schreiben mit zweiwöchigem

Ultimatum, die Stacheln wieder an Ort

und Stelle zu setzen. Ansonsten müssten wir für

enorme Kosten aufkommen, um die Stacheln

zwangsweise gegen unseren Willen wieder

anbringen zu lassen.

Auf den Rat von animal 2ooo beauftragten wir einen

Anwalt in unserer Angelegenheit. Wir waren bereit

einen Musterprozess zu führen. Es kam aber nicht

so weit. Die Hausverwaltung hat den Rückzug

angetreten. Unser Balkon ist frei von Taubenstacheln.

Vielen Dank an die engagierten Autoren, die

nicht namentlich genannt werden wollten.

Wenn auch Sie ähnliche Erfahrungen gemacht

haben und von Ihrer persönlichen Tierrechtsarbeit

berichten wollen, schreiben Sie uns. Wir

freuen uns über jede Zusendung und werden

versuchen sie in einer Blickpunkt-Ausgabe

zu

berücksichtigen.

17/20

animal 2ooo 07/2003


18/20

07/2003 animal 2ooo

animal 2ooo animal 2ooo

Mutterglück für nur 4 Stunden

Das auf dem oberen Foto abgebildete Kalb wurde

auf einer Allgäuer Wiese geboren, an einem

warmen Sommertag, den 15. August 2002. Es sah

neugierig in diese eben erblickte Welt, von seiner

Mutter freudig begrüßt und beleckt – aber nur vier

Stunden lang. Danach holte es der Bauer in den

Stall vor den entsetzten Augen der klagenden

Mutter. Dort „lebte“ es weitere vier Wochen in einer

Einzelbox, ohne Kontakt zur Mutter. Anschließend

wurde es weggebracht, in eine sog. Bullenmast,

sein trauriges „Leben“ setzte sich dort fort. Wenn es

ausreichend gemästet ist, wird das Kalb seinen

letzten Weg antreten – zum Schlachthof.

Das

war’s dann: geboren, gemästet,

geschlachtet.

Und niemand fragt nach seinen Gefühlen. Denn

die hat es auch, das konnte man erkennen, als es

vier Stunden erwartungsvoll in die Welt blickte.

Diese Zeilen wurden uns von unserem Mitglied,

Frau Ingrid Braeuer, übermittelt, die den Anfang

dieser Geschichte miterlebt hat.

Es gibt das Schicksal eines Tieres wieder, das sich

millionenfach in ähnlicher Form tagtäglich

abspielt. Viele Tiere – egal ob Kälber, Schweine,

Hühner usw. – werden geboren um gemästet zu

werden. Ihnen allen steht das gleiche traurige

Schicksal bevor.

Kaum jemand denkt dabei an die Gefühle dieser

Tierkinder und Tiermütter.

Vielleicht, liebe LeserInnen, können Sie diese

Gefühle nachempfinden und Konsequenzen

daraus ziehen. Denn fleischlose Nahrung kostet

direkt keinem Tierkind das Leben und keine

Muttergefühle werden verletzt.

Machen Sie mit, ändern Sie schrittweise Ihre

Essgewohnheiten, vermeiden Sie Fleisch. Jeder

anfänglich empfundene „Verzicht“ ist eine

Bereicherung, für Sie und die Tiere!

Das gleiche gilt beim Verbrauch von Milch- bzw.

Milchprodukten. Dadurch, dass Massen an Kälber

geboren werden müssen – denn ohne Kalb keine

Milch - gelangen die „überschüssigen“ Tierkinder

neben den Mastbetrieben gleich als „Abfall“ zum

„Entsorgen“. Auch das können Sie vermeiden –

helfen Sie mit! Beginnen Sie mit kleinen Schritten.

Denken Sie einfach an das neugeborene Kalb auf

der Wiese, das am 15. August 2002 geboren wurde

– nur um zu sterben!


Love & respect< - Küken wollen anders leben!

„Chicken“ der Mega-Broiler vom Riesenhof

macht Station in Bayern.

Am 19. Februar in München (Auftaktveranstaltung),

am 19. April in Kempten, am 3. Mai in

Memmingen und am 7. Juni nochmals in

Kempten:

animal 2ooo übernahm - zusammen mit

Hannelore Jaresch (AG-Leiterin des BV –

Menschen für Tierrechte) - die Organisation und

Durchführung der Auftaktveranstaltung.

Weitere Unterstützung am Infostand bekamen

wir am 19. Februar von unseren FreundInnen

von „ATTiS“ aus Augsburg.

Neben dem Kampagnen-Material (Flugblatt mit

Informationen und Fotos über die qualvolle

Intensivmast von Hühnern, Aktionspostkarten-

Set sowie Unterschriftenlisten), welches wir

zahlreich verteilten, zeigten wir an unseren

Infoständen die Film-Dokumentation >Schnell

leben – jung sterben


Bluebelloder

angewandter Tierschutz

Anfang Februar 2003 erhielt Mechthild Mench

(Arbeitsgruppe Initiative Anti-Corrida), die mit

Ihrem Partner Tony Moore in England lebt, einen Anruf von einem befreundeten Farmer. In seinem

kleinen Wäldchen hatte er eine Kuh gefunden. Er brauchte die Hilfe der beiden um Fotos der Kuh

veröffentlichen zu können, damit der Eigentümer gefunden werden konnte, denn Ohrmarken waren

nicht sichtbar. Am nächsten Tag fuhren die Drei zu dem Wäldchen. Nach einer Weile sahen sie in

einem Gebüsch eine pechschwarze Kuh der Rasse "Aberdeen Angus". Sie war jedoch sehr scheu und

verschwand, sobald man sich ihr näherte. Durch regelmäßiges Füttern versuchten sie ihr Vertrauen

zu gewinnen. Die Kuh wurde "Bluebell" (Glockenblume) getauft, da diese Blumen bald in dem

Wäldchen blühen würden.

Ein befreundeter Reporter wurde zu Bluebell

geführt. Danach riss sich die britische Presse

förmlich um Bluebells Geschichte. Man fand heraus,

dass Bluebell bereits im September des Vorjahres

beim Verladen zum Schlachten geflohen war. Nach

einer Flucht über stark befahrene Straßen hatte sie

in dem Wäldchen Zuflucht gesucht und sich bis

Februar alleine versorgt. Die beiden Tierrechtler

fanden es unerhört, dass Bluebell nach ihrer Flucht

nun doch noch geschlachtet werden sollte und

adoptierten sie.

Nach ein paar Wochen des regelmäßigen Fütterns

gelang es, sie in einen Anhänger zu locken und zum

Hof eines Freundes zu bringen. Dort erhielt sie

einen Gesundheitscheck und wurde allmählich in

die 18-köpfige Herde integriert. Bluebell wird

ebenso wie die anderen Rinder eines natürlichen

Todes sterben, denn der Farmer ist Veganer und betreibt

organischen Landbau. Für ihren Lebensunterhalt

sorgen die Adoptiveltern Toni und Mechthild.

Für Bluebell und ihre auch oft im Stierkampf geschundenen

Artgenossen können Sie spenden

unter dem Stichwort „Bluebell“.


� www.permakultur.de

www.anti-corrida.de



Spenden-Konto:

Spardabank München

Bankleitzahl:

700 905 00

Kto.-Nr.:

26 55 900


Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine