Über die Zukunft der Fachanwälte - Anwalt-Suchservice

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Über die Zukunft der Fachanwälte - Anwalt-Suchservice

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Anwaltsreport

Das Magazin für die moderne Kanzlei

Ausgabe 3/2007 Juni 2007

Darf sich ein Anwalt

ersteigern lassen?

Kanzlei erhält deutschen

Werbe-Oscar

Über die

Zukunft der

Fachanwälte

Berufsrecht Anwaltswerbung Internet

Tagebuch schreibender

Anwalt sucht Mandanten


Trau dich! Trauen Sie sich auf ein neues, lukratives Geschäftsfeld: Führen

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Anwaltsreport

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Wer nicht hören kann,

muss fühlen

Jahre lang hatten Parlament und Regierung Zeit, die EU-Richtlinien zum Diskriminierungsverbot

sauber umzusetzen. In den juristischen Fachzeitschriften und in der Tagespresse wurde

über das Thema Antidiskriminierung schon weit im Vorfeld der endgültigen Gesetzesfassung

breit berichtet. Und dann das! Obwohl namhafte Rechtsexperten ausdrücklich davor gewarnt

hatten, das Kündigungsschutzgesetz vom Anwendungsbereich des Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetzes

(AGG) auszuklammern, schrieb die Bundesregierung genau das in § 2 Absatz

4 AGG hinein. Und die Parlamentarier nickten das am Ende auch noch ab. Vermutlich werden

viele unter ihnen – ähnlich wie bei der Gesundheitsreform - gar nicht gewusst haben, worum

es eigentlich geht.

Für dieses vorsätzliche Fehlverhalten hat ihnen jetzt allerdings das Arbeitsgericht Osnabrück

eine schallende Ohrfeige verpasst. Die zu Grunde liegende EU-Richtlinie beziehe sich

eben auch auf die Beendigung von Arbeitsverhältnissen. Die Folge dieser extrem schlampigen

Regierungs- und Parlamentsarbeit ist nun, dass deutsche Arbeitgeber bei betriebsbedingten

Kündigungen bzw. Massenentlassungen im Zusammenhang mit der Sozialauswahl wohl keine

Altersgruppen mehr bilden dürfen. Bis das Bundesarbeitsgericht rechtskräftig entschieden

hat, werden Jahre der Rechtsunsicherheit ins Land ziehen. In dem vom Arbeitsgericht Osnabrück

entschiedenen Fall hat der Gesetzgeber darüber hinaus 618 gekündigte Arbeitnehmer

an der Nase herumgeführt, indem er ihnen vorgaukelte, dass es bei Kündigungen keinen Diskriminierungsschutz

gebe. Dieses und viele andere Beispiele aus der jüngeren Zeit machen

überdeutlich, dass die Frage der Staatshaftung bei vorsätzlich rechtswidrigen Gesetzgebungsakten

neu überdacht werden muss. Jeder Anwalt, der gegen den Rat anerkannter Wissenschaftler

und Praktiker einen Vertragspassus verdreht, haftet dafür seinem Mandanten. Wenn

sich Parlamentarier dem eindeutigen Expertenrat widersetzen, hat das nichts mehr mit Gewissensfreiheit

zu tun.

Anzeigendisposition: Anja Fischer

Tel.: 02-21/93-73-86-01

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ISSN 1433-4453

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FAKTEN

Kurzmeldungen

Statusklage abgewiesen

Ein Rechtsanwalt ist vor dem OLG Celle

mit einem Abfindungsanspruch gegen sei-

ne ehemalige Kanzlei gescheitert. Er hatte

behauptet, durch seine Mitarbeit Einlagen

in die BGB-Gesellschaft geleistet zu haben.

Die Celler Richter meinten dagegen, der

Anwalt habe wegen regelmäßiger Gehalts-

zahlungen kein wirtschaftliches Risiko ge-

tragen (Az. 9 U 84/06).

„Anti-Strafzettel“ zulässig

Das Verteilen von „Anti-Strafzetteln“ durch

einen Rechtsanwalt, auf dem Begründungs-

tipps eines Einspruchs gegen einen Buß-

geldbescheid abgedruckt sind, ist laut Be-

schluss des BVerfG durch das Recht auf

freie Meinungsäußerung gedeckt, wenn der

Rechtsanwalt gleichzeitig im Rahmen einer

Bürgerinitiative eine Kampagne gegen die

Beschilderung der Parkscheibenzone führt

(Az.: 1 BvR 2633/03).

Unterlassene Gebührenaufklärung

nicht relevant

Das AG Charlottenburg hat den ehemaligen

Mandanten eines Anwalts mit einer Schadensersatzklage

abblitzen lassen. Der

Mandant meinte, er schulde dem Anwalt

kein Honorar, weil dieser ihn nicht nach

§ 49b Abs. 5 BRAO aufgeklärt habe. Das

sei nur berufsrechtlich relevant, meinte

dagegen das AG Charlottenburg

(Az.: 208 C 290/06).

Versprochen ist versprochen

Ein vom Mandant einmal versprochenes Erfolgshonorar

ist auch dann zu zahlen, wenn

der Anwalt bereits vor dessen Vereinbarung

mit der Gegenseite das weitere Vorgehen

in der Sache erörtert hat. Das hat das

Brandenburgische OLG entschieden

(Az.: 7 U 189/06).

Vorsicht vor der Gewerbesteuer

Hat der Sohn die Steuerberaterprüfung

nicht bestanden, sollte Papa ihn nicht in

eine Gesellschaft aufnehmen. Als „bloßer“

Steuerfachangestellter übt der Sohn keinen

freien Beruf aus. Konsequenz des FG Köln:

Die Gesellschaft ist gewerbesteuerpflichtig

(Az. 4 K 4535/04).

anwaltsreport 3 / 2007

Henssler fordert EU-weite Regeln zu

Erfolgshonoraren

Prof. Dr. Martin Henssler, Direktor

des Instituts für Anwaltsrecht

in Köln und Präsident des Deutschen

Juristentages, hat sich in einem Radiointerview

mit dem Deutschlandfunk

für eine einheitliche europäische Regelung

zu Erfolgshonoraren für Anwälte

ausgesprochen. Es gebe innerhalb

der Europäischen Union bereits

den Trend, Erfolgshonorare zuzulassen.

Hintergrund: Das Bundesverfassungsgericht

hat den Gesetzgeber aufgefordert,

bis Juni 2008 das Verbot von

70 Prozent der Rechtsanwälte mit

Rechtsschutzversicherern unzufrieden

Die deutschen Anwälte sind mit

den Entgelten der Rechtsschutzversicherer

unzufrieden. In einer exklusiven

Umfrage, die das Wirtschaftsmagazin

Capital in Kooperation mit

dem Anwalt-Suchservice durchführte,

beklagten bundesweit 70 Prozent

der 120 befragten Anwälte, dass die

Assekuranz heute größere Probleme

bei der Kostenübernahme macht als

in der Vergangenheit.

Knapp drei Viertel der Advokaten

monierten außerdem, dass die Versicherer

ihre Honorarrechnungen

ohne Rücksprache eigenmächtig kürzen.

Insbesondere die neuen Rechtsschutz-Policen,

die oft mit Offerten

für eine telefonische Rechtsberatung

verknüpft sind, kommen bei den

Anwälten schlecht weg. Laut Capi-

Erfolgshonoraren für Anwälte zu lockern

oder ganz aufzuheben. In diesem

Zusammenhang wies Henssler

auch darauf hin, dass vor allem die

großen Wirtschaftskanzleien von einer

Lockerung der quota litis Regel

profitierten. „..Und hier muss sich

der Gesetzgeber tatsächlich Gedanken

machen, wie fördert er auch die

kleinen Anwaltskanzleien, die ja auch

notwendig sind. Wer soll sonst auf

dem so genannten platten Land dafür

sorgen, dass dort Rechtsrat angeboten

wird?..“ fragt Henssler zu Recht.

Erhalt der Qualitätsstandards der juristischen

Ausbildung angemahnt

Die Präsidenten der 28 regionalen

Rechtsanwaltskammern haben

sich auf ihrer Hauptversammlung in

Speyer noch einmal ausdrücklich für

die Beibehaltung des juristischen Vorbereitungsdienstes

und den Erhalt der

Ausbildung zum so genannten Einheitsjuristen

ausgesprochen. Der Einheitsjurist

sei ein hohes Gut der deutschen

Juristenausbildung und dürfe

nicht preisgegeben werden, heißt es

in einer kürzlich verabschiedeten Re-

solution der Kammern. Nur so könne

gewährleistet werden, dass sich

beispielsweise Richter und Rechtsanwälte

auch weiterhin auf Augenhöhe

begegnen. Damit wenden sich die

Rechtsanwaltskammern erneut gegen

Tendenzen, von einer einheitlichen

juristischen Ausbildung abzurücken,

und lehnen weiterhin eine getrennte

Ausbildung bei den reglementierten

juristischen Berufen ab.

tal-Umfrage gehen 57 Prozent der

Befragten davon aus, dass die Versicherer

mit solchen Angeboten in

erster Linie nur ihre Kosten reduzieren

wollen. Fast jeder Fünfte (18 Prozent)

ist sogar überzeugt, dass der Telefon-Service

den Mandanten nichts

bringt. Lediglich jeder zehnte befragte

Anwalt hält telefonische Beratung

in einfachen Rechtsfragen für

sinnvoll. Praktische Erfahrungen mit

den Leistungen der Rechtsschutzversicherungen

tauschen Anwälte übrigens

auch im Internet unter www.

rsv-blog.de aus. Durch Anklicken der

jeweiligen Versicherung kann man

sich leicht einen Überblick zu den

Gepflogenheiten im Zusammenhang

mit der Abrechnungspraxis machen.


13 auf einen Schlag

Die Bundesministerin der Justiz Brigitte

Zypries hat erstmals gleich

13 neue BGH-Anwältinnen und –Anwälte

zugelassen und die BGH-Anwaltschaft

in Karlsruhe damit um fast

40 Prozent erweitert. Mit der Zulassung

der neuen Rechtsanwältinnen

und Rechtsanwälte werde die Rechtsanwaltschaft

bei dem Bundesgerichthof

durch jüngere Mitglieder verstärkt

und die Anzahl der Frauen unter den

Zugelassenen erhöht, heißt es in einer

knapp gehaltenen Pressemitteilung

zu diesem Vorgang. Bisher hatte

das Bundesjustizministerium aus der

Liste des Wahlausschusses immer nur

Handelsblatt steigt beim Verlag Dr. Otto Schmidt ein

Die Verlagsgruppe Handelsblatt

GmbH übernimmt eine Minderheitsbeteiligung

an der Verlag Dr. Otto

Schmidt KG, im Zuge der Transaktion

werden 37,88 % der Familiengesellschafter

der Verlag Dr. Otto Schmidt

KG ausscheiden. Mit dieser Transaktion

verbinden die Verlagsgruppe Dr.

Otto Schmidt und die Verlagsgruppe

Handelsblatt die Vereinbarung einer

strategischen Partnerschaft, um

die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen

beider Verlagsgruppen im

Bereich Recht Wirtschaft Steuern zu

Zypries gegen private Gerichtsvollzieher

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries

hat sich gegen den vom Bundesrat

beschlossenen Gesetzentwurf

zur Privatisierung des Gerichtsvollzieherwesens

ausgesprochen. Gerichtsvollzieher

sollen demnach künftig

keine Beamten, sondern Beliehene

sein, die unter Staatsaufsicht tätig

werden. „Gerichtsvollzieher vollstrecken

Gerichtsentscheidungen und

nehmen damit hoheitliche Aufgaben

wahr, die Grundrechte von Bürgerinnen

und Bürgern in erheblichem

Maße betreffen können. Man muss

bedenken, dass Gerichtsvollzieher

zur Erfüllung ihrer Aufgaben im äußersten

Fall sogar körperliche Gewalt

anwenden dürfen. Befugnisse dieser

Art sind mit großer Verantwortung

verbunden, die Privaten nicht aufgebürdet

werden sollten“, verdeutlichte

Zypries ihre erheblichen Bedenken

knapp die Hälfte der Kandidaten berufen.

Im Vorfeld der jüngsten Ernennungen

hatte es allerdings viel Kritik

am bisherigen Wahlverfahren gegeben,

das in dem Vorwurf eines „closed

shop“ mündete. Nach wie vor kursieren

Gerüchte, denen zufolge das

Wahlverfahren vor einer Reform stehe.

Durch die neue Konkurrenz und

die nach wie vor bestehende Singularzulassung

sehen die BGH-Anwälte für

ihre wirtschaftliche Zukunft schwarz.

Allerdings: Im Jahre 2005 betreuten

die BGH-Anwälte insgesamt 3.233

Verfahren mit einem durchschnittlichen

Streitwert von über 250.000 E.

stärken. Der geschäftsführende Gesellschafter

der Verlag Dr. Otto Schmidt

KG, Dr. h.c. Karl-Peter Winters, freut

sich auf die künftige Zusammenarbeit:

„Mit dem Eintritt der Verlagsgruppe

Handelsblatt als Minderheitsgesellschafter

und der Vereinbarung

einer strategischen Partnerschaft stärken

wir unsere Position auf dem deutschen

Markt, ohne unsere Selbständigkeit

aufzugeben“. Auch Dr. Tobias

Schulz-Isenbeck, Geschäftsführer Verlagsgruppe

Handelsblatt GmbH, sieht

die Beteiligung als wichtigen strate-

gegen den Gesetzentwurf. Die Privatisierung

des Gerichtsvollzieherwesens

würde darüber hinaus für die Betroffenen

eine Kostenerhöhung von

durchschnittlich über 200 Prozent

mit sich bringen. Dadurch werde riskiert,

dass ein Gläubiger bei kleineren

Geldschulden darauf verzichte, seine

berechtigte Geldforderung vollstrecken

zu lassen, weil er von den

hohen Kosten – die er vorab zu tragen

hat - abgeschreckt sei, so Zypries.

Die Länder erhoffen sich von der umfassenden

strukturellen Reform des

Gerichtsvollzieherwesens vor allem

Kosteneinsparungen, weil sie die Gerichtsvollzieher

derzeit mit jährlich

rund 200 Mio. E bezuschussen. Wirtschaftsvertreter

kritisieren vor allem

die langen Laufzeiten, bis ihre gerichtlich

anerkannten Forderungen

tatsächlich durchgesetzt werden.

FAKTEN

gischen Schritt: „Unser Einstieg als

Gesellschafter bei der Verlag Dr. Otto

Schmidt KG führt uns in eine enge

Partnerschaft mit einem der bestpositionierten

rechtswissenschaftlichen

Fachmedienunternehmen in Deutschland“.

Durch den Einstieg des zum

Holtzbrinck-Konzern gehörenden

Düsseldorfer Handelsblatt Verlags wird

der Verlag Dr. Otto Schmidt zur Nummer

zwei im deutschen Verlagssegment

Recht Wirtschaft Steuern. Die Transaktion

muss noch vom Bundeskartellamt

genehmigt werden.

Die Privatisierung der Gerichtsvollzieher weckt auch Ängste

3 / 2007 anwaltsreport


THEMA

Noch behakeln sich freilich der Deutsche

Steuerberaterverband (DStV),

Initiator der Fachberater-Initiative,

und die Bundessteuerberaterkammer,

wer denn nun für die Einführung

der Fachberaterbezeichnungen

anwaltsreport 3 / 2007

für Steuerberater zuständig ist. Doch

von dieser Formalie einmal abgesehen

geht das Wildern in fremdem

Terrain noch vor Inkrafttreten des

Rechtsdienstleistungsgesetzes so richtig

los. Erstaunlicherweise bleiben

Eine starke

Fachanwaltschaft

ist das Ziel

Der Fachanwalt ist unter den Berufsfunktionären wieder verstärkt ins Gerede gekommen. Vor allem

die Forderungen nach verschärften Aus- und Fortbildungskontrollen werden immer lauter. Und der

Deutsche AnwaltVerein (DAV) will künftig Anwälte nur noch als Fachanwälte zulassen, wenn sie sich

vorher ein Jahr lang bei einem Fachanwalt haben ausbilden lassen. Während sich die Anwaltschaft so

vornehmlich mit sich selbst beschäftigt, rücken ihr andere freie Berufe verdächtig nah auf die Pelle:

Deutschlands Steuerberater blasen jetzt auch kräftig in das Spezialisierungshorn und wollen sich künftig

unter anderem Fachberater für Unternehmensnachfolge oder auch Fachberater für Sanierung und

Insolvenzverwaltung nennen.

die Anwaltsvertreter gegen die massiven

Vorstöße der Steuerberater in

Richtung Rechtsberatung sehr ruhig.

Das Thema „Unternehmensnachfolge“

etwa ist eigentlich eine ureigene

Materie der Anwaltschaft, weil sie


umfassende Kenntnisse des Gesellschafts-

und Erbrechts verlangt, von

der wirtschaftlichen Bedeutung dieser

Schnittstellenmaterie einmal ganz abgesehen.

Die deutschen Steuerberater

ihrerseits lassen sich nicht erst zum Jagen

tragen, wenn ihnen fremde Konkurrenz

erwächst. Gerade erst hat der

DStV dem Vorsitzenden des Finanzausschusses

im Deutschen Bundestag

eine Unterschriftenliste mit 37.000

Steuerberaternamen übergeben. Die

Unterschriften richten sich gegen das

Vorhaben des Bundesfinanzministeriums,

Umsatzsteuer-Voranmeldungen

und die Einrichtung der Buchführung

auch geprüften Bilanzbuchhaltern zu

erlauben. Die Steuerberaterverbände

und –kammern haben hiergegen

erhebliche Bedenken, weil Bilanzbuchhalter

keine umfassende steuerrechtliche

Ausbildung erhalten und

dadurch besonders in der schwierigen

Materie Umsatzsteuerrecht viele zu

beachtende Besonderheiten angeblich

nicht erkennen. Geschädigt wären

in erster Linie die Mandanten,

die entweder zu hohe Steuern zahlen

oder mit Nachforderungen der Finanzämter

rechnen müssten, heißt es auf

Seiten des Steuerberaterverbandes.

Mit derselben Begründung könnten

die Anwaltsvertreter aber auch gegen

die Steuerberater zu Felde ziehen.

Wenn Steuerberatern Fehler bei der

Vertragsgestaltung unterlaufen, hat

das für die Mandanten sogar existenzielle

Konsequenzen.

Fachanwaltstitel noch im

Trend?

18 Fachanwaltstitel gibt es mittlerweile

in Deutschland. Zuletzt wurden

die Fachanwaltsbezeichnungen Urheber-

und Medienrecht sowie Informationstechnologierecht

eingeführt. Den

Fachanwalt für Unternehmensnachfolge

sucht man allerdings vergebens.

Diese Materie wird von den Fachanwälten

für Erbrecht, Steuerrecht, Handels-

und Gesellschaftsrecht teilweise

mit abgedeckt. Für den Mandanten

bedeutet das: er muss sich erst mühsam

durchfragen, welcher der Fachanwälte

ihn denn nun beraten kann.

Wenn sein Steuerberater künftig den

Titel „Fachberater für Unternehmensnachfolge“

auf dem Briefkopf führt,

ist klar, wen er beauftragt, wenn die

Zeit der Stabübergabe naht. Müsste

folglich die Satzungsversammlung die

Fachanwaltstitel nicht wesentlich stärker

nutzen, um aktuelle Trends viel

eher aufzugreifen? Warum gibt es zum

Beispiel noch keinen Fachanwalt für

Seniorenrecht, für Umweltrecht, Kapitalmarktrecht

oder Biotechnologie?

„Das Aufgreifen von Trends ist immer

problematisch. Wer setzt die Trends

und wie lange halten sie sich? Bei der

Schaffung neuer Fachanwaltschaften

geht es nicht darum, dem (möglicherweise

kurzlebigen) Zeitgeist zu entsprechen,

sondern darum, einen wirklich

vorhandenen Bedarf des rechtsuchenden

Publikums zu befriedigen und

„neuen“ Fachanwälten ein verlässliches

Auskommen zu sichern“, erklärt

Rechtsanwältin Dr. Susanne Offermann-Burckart,

Hauptgeschäftsführerin

der Rechtsanwaltskammer Düsseldorf

und Autorin des Standardwerks „Fachanwalt

werden und bleiben“ im Gespräch

mit dem Anwaltsreport (siehe

auch Seite 9 „Nachgefragt“). Immerhin:

Auf der Tagesordnung der nächsten

Sitzung der Satzungsversammlung

am 11. Juni steht die Einführung der

Fachanwaltschaft für Bankrecht. „Um

auf Ihre Beispiele einzugehen: Das Kapitalmarktrecht

wird, sofern die Satzungsversammlung

positiv entscheidet,

vom Bankrecht mit umfasst sein.

Das Umweltrecht wurde anhand des

Kriterienkatalogs geprüft und negativ

bewertet. Hinter den Begriffen „Seniorenrecht“

und „Biotechnologie“ verbergen

sich Querschnittsbereiche, aber

keine eigenständigen Rechtsgebiete im

eigentlichen Sinne“, stellt Offermann-

Burckart fest. Auch weitere Gebiete

seien derzeit nicht in der Diskussion.

Nicht vom rechten Weg

abkommen

Denkbar wäre daneben, rechtsgebietsübergreifende

Fachanwaltschaften einzuführen,

die bestimmte Branchen im

Blick haben – also zum Beispiel den

Fachanwalt für die Kfz-Branche, die

Werbebranche, die Chemiebranche

etc. Doch auch davon hält Dr. Susanne

Offermann-Burckart letztlich

nicht viel: „Wir haben diese Frage im

Ausschuss 1 der Satzungsversammlung

schon diskutiert und im Ergebnis

verneint. So bestechend die Idee auf

den ersten Blick sein mag, so wenig

praktikabel und sinnvoll ist sie doch

letztlich in der Umsetzung. Denken

wir etwa an einen Fachanwalt, der mit

den Fragen „rund ums Auto“ zu tun

hätte. Hier geht es um so ganz unterschiedliche

Bereiche wie das Kaufrecht,

das Leasingrecht, das Werkvertragsrecht,

das Schadensrecht, das

Versicherungsrecht, das Ordnungswidrigkeiten-

und das Strafrecht. Bei

näherem Hinsehen entpuppt sich die

Klammerwirkung des Oberbegriffs

THEMA

„Auto“ als eher schwach“, so Offermann-Burckart,

die von weiteren Experimenten

wenig hält: „Ich meine,

wir haben uns mit dem Kriterienkatalog,

der erst seit Beginn der dritten

Legislaturperiode der Satzungsversammlung

in der beschriebenen Art

angewandt wird, auf einen guten und

verlässlichen Weg begeben. Wir sollten

jetzt zunächst diesen Weg weitergehen,

ohne uns schon wieder nach

neuen Modellen umzusehen“.

Fachanwaltsausbildung in der

Kritik

Davon unabhängig kritisieren allerdings

immer mehr Anwälte, dass das

Niveau der Fachanwaltsausbildung

Kriterienkatalog für ein

neues Fachanwaltsgebiet

Die vier Kriterien, auf die sich die

Satzungsversammlung verständigt hat,

lauten:

1. Ist das Fachgebiet nach seinem Aufgabenspektrum

hinreichend breit, vielfältig

und als eigenständiges Rechtsgebiet

von anderen Rechtsgebieten,

insbesondere den bestehenden Fachanwaltschaften,

abgrenzbar?

2. Erfasst das Fachgebiet eine hinreichend

breite Nachfrage potenzieller

Mandanten?

3. Dient die Anerkennung des Fachgebiets

der Erhaltung oder Ausweitung

anwaltlicher Tätigkeitsfelder im Wettbewerb

mit Dritten?

4. Erfordert das Fachgebiet aufgrund des

rechtlichen Schwierigkeitsgrades und

wegen der Komplexität der Lebenssachverhalte,

etwa aufgrund interdisziplinärer

Bearbeitungsnotwendigkeit

oder sonstiger „Querschnittsbereiche“,

für eine sachgerechte Bearbeitung und

Vertretung der Mandanten den Spezialisten?

Die Kriterien sind entsprechend ihrer Bedeutung

unterschiedlich zu gewichten,

nämlich 1 und 3 mit jeweils 15%, 2 mit

30 % und 4 mit 40 %.

Der für die Fachanwaltschaften zuständige

Ausschuss 1 der Satzungsversammlung

nimmt ein Rechtsgebiet in die engere

Wahl, wenn nach Abstimmung zu den

einzelnen Kriterien und Addition der Einzelergebnisse

ein Wert von mehr als 50 %

erreicht ist. Auf diese Weise lassen sich

möglichst objektive Ergebnisse erzielen.

Quelle: Rechtsanwältin Dr. Susanne Offermann-Burckart

3 / 2007 anwaltsreport


THEMA

Die Fachanwaltsausbildung steht derzeit auf dem Prüfstand

und die abschließende Prüfung nicht

mit dem Qualitätsanspruch korrespondiere.

So monierte etwa kürzlich

Rechtsanwalt Niko Härting, Berlin,

im Anwaltsblatt: „...Viele Fachanwälte

verstehen viel von ihrem Fach. Dies

soll nicht geleugnet werden. Dennoch

liefern die derzeitigen Anforderungen

an den Fachanwaltstitel keine

ausreichende Gewähr dafür, dass

vorwiegend diejenigen Kolleginnen

und Kollegen Fachanwalt werden, deren

Kenntnisse und Erfahrungen sich

vom Durchschnitt abheben...“ In diesem

Zusammenhang wird immer wieder

angeführt, dass die schriftlichen

Klausuren nicht bundesweit einheitlich

gestellt werden, sondern in der

Hand privater Anbieter lägen. „Hohe

Durchfallquoten sind schlechte

Werbung“, mutmaßt Härting. Der

DAV hat deshalb Ende des letzten

Jahres eine Änderung der Fachanwaltsordnung

vorgeschlagen. Wichtigstes

Novum: Fachanwalt soll künftig

nur noch werden dürfen, wer

zuvor mindestens ein Jahr lang bei

Werbung mit „Erster Fachanwalt

für Erbrecht“ irreführend

Einem Rechtsanwalt aus Bremerhaven hat

das Oberlandesgericht Bremen verboten, in

Zeitungsanzeigen weiterhin mit der Aussage

„Erster Fachanwalt für Erbrecht in Bremerhaven“

zu werben, obwohl der Anwalt in

dem Gerichtsbezirk tatsächlich der erste Anwalt

war, dem die Fachanwaltsbezeichnung

für dieses Rechtsgebiet verliehen worden war.

Begründung: Mit dieser Werbung solle nicht

nur ein zeitlicher, sondern zugleich ein qualitativer

Hinweis gegeben werden, der die Gefahr

der Irreführung begründe. Es gebe genügend

anwaltsreport 3 / 2007

einem Fachanwalt ausgebildet wurde.

Doch dieser Vorschlag dürfte im

Lichte der europäischen Deregulierungs-

und Liberalisierungsbestrebungen

wenig Aussicht auf praktische

Umsetzung haben. Dass bereits am

Markt agierende Fachanwälte über

den Ausbildungsplatz mit darüber

bestimmen können, wer ihre künftigen

Konkurrenten sind und wer

nicht, hat zumindest ein Geschmäckle

und riecht nach „closed shop“. Das

hat nicht zuletzt die Diskussion um

die jüngste Wahl der neuen BGH-Anwälte

gezeigt. Nimmt man Härting

beim Wort, und unterstellt einmal,

dass die Mehrheit der Fachanwälte

nicht wirklich brilliant ist, dann

macht es auch wenig Sinn, sie Fachanwaltsanwärter

ausbilden zu lassen.

Mehr Qualität würde dann nämlich

auch dabei nicht herauskommen.

Ziel muss es daher sein, die Anforderungen

an die Fachanwaltsprüfungen

zu erhöhen und zum Beispiel

die Klausuren bundesweit einheitlich

auszugeben.

personenbezogene Beispiele, bei denen der vorangestellte

Begriffsteil „Erster” eindeutig einen

Bezug auf die besondere, herausragende

Qualifikation der Person, die diese Bezeichnung

führt, herstellt und auch darstellen soll. Als

Beispiel nennt das Gericht zum einen im Bereich

des Öffentlichen Dienstrechts die Amtsbezeichnung

„Erster Justizhauptwachtmeister”,

„Erster Staatsanwalt” oder „Erster Oberstaatsanwalt”.

Darüber hinaus sei an die in der

Freien und Hansestadt Hamburg für den Präsidenten

des Senats übliche Bezeichnung „Erster

Bürgermeister” zu denken. Auch die Orchesterkultur

kenne Vergleichbares in Gestalt

des „Primgeigers”, der auch als „Erster Violi-

Spezialisierung

entscheidend

Mögen auch dem ein oder

anderen die derzeitigen Anforderungen

an den Titelerwerb

als zu lax erscheinen,

so kann dennoch kein Zweifel

daran bestehen, dass die

Fachanwaltsbezeichnungen

erheblich dazu beitragen,

den Verbrauchern den zielgenauen

Weg zum Anwalt

zu erleichtern. Wer von

einem Arzt falsch behandelt

wurde, sucht einen Fachanwalt

für Medizinrecht auf

und wird sich nicht beim

Fachanwalt für Mietrecht

verirren. Diese Kanalisierung

der Mandantenbedürfnisse

hat aber auch umgekehrt einen

positiven Effekt für die Anwaltschaft.

Denn dadurch, dass die Mandanten

aufgrund entsprechender Werbung

vermehrt Fachanwälte aufsuchen, erhalten

diese die reale Chance, sich zu

spezialisieren und über entsprechend

hohe Fallzahlen immer besser zu werden.

Auch ein Chirurg muss irgendwann

an realen menschlichen Körpern

schneiden. Und dass der alte

Hase, der schon 755 neue Hüftgelenke

eingesetzt hat, über mehr Erfahrungswissen

verfügt als der junge

Nachwuchs-Chirurg, liegt auf der

Hand.

Literaturhinweis:

Susanne Offermann-Burckart

Fachanwalt werden und bleiben

Verlag Dr. Otto Schmidt 2007,

2. Aufl. komplett neu bearbeitet,

350 Seiten, 39,80 €

nist” gekennzeichnet wird. In den allgemeinen

Sprachgebrauch sei die letztgenannte Bezeichnung

mit der Redewendung „die erste Geige

spielen” eingegangen. „In allen genannten Fällen

ist der Zusatz „Erster” nicht im Sinne eines

Hinweises auf einen zeitlichen Ablauf zu verstehen,

soll auch nicht so verstanden werden und

wird auch nicht so verstanden. Vielmehr verbindet

die maßgebliche Verkehrsauffassung damit

besonders herausgehobene, an die herausragende

Befähigung und Verantwortlichkeit des

Trägers der Bezeichnung anknüpfende Merkmale“,

betonte das Gericht (Az.: 2 U 107/06).


Wenn denn die Spezialisierung ein

wesentlicher Schritt für den wirtschaftlichen

Erfolg eines Anwalts ist,

warum sind dann nicht längst über

50 Prozent aller Anwältinnen und

Anwälte Fachanwälte?

Offermann-Burckart: Das frage ich

mich auch! Denn die Zahlen, z.B.

aus den sog. STAR-Berichten des Instituts

für Freie Berufe in Nürnberg,

belegen ja eindeutig, dass Fachanwälte

rund 30 % höhere Umsätze

erzielen als Nicht-Fachanwälte. Die

häufigsten Gründe, die gegen den Erwerb

einer Fachanwaltsbezeichnung

angeführt werden, sind die Sorge,

als Fachanwalt von Mandaten aus

sonstigen Rechtsgebieten abgeschnitten

zu sein, und die fehlende Bereitschaft,

sich einem Fachanwalts-Lehrgang

zu unterziehen.

Müssten nicht Anwälte, die den

Fachanwaltstitel führen wollen, auch

entsprechende praktische Erfolge

nachweisen und nicht lediglich eine

bestimmte Anzahl von Fällen, die

von der qualitativen Bearbeitung her

überhaupt nicht geprüft werden?

Offermann-Burckart: Ich kenne das

Argument, dass, wer 100mal etwas

falsch mache, noch lange kein Experte

sei. Allerdings halte ich das dadurch

zum Ausdruck gebrachte Misstrauen

gegenüber der Kollegenschaft

für unberechtigt. Der Anwalt lernt

„am Fall“. Die verantwortliche Bearbeitung

eines Mandats zwingt ihn,

sich vertieft mit der zugrunde liegenden

Materie zu befassen, seine Fähigkeiten

zu trainieren und zu erweitern

und im besten Sinne Routine

zu entwickeln. Wer 50mal vor dem

Arbeitsgericht gestanden hat, mag

zwar immer noch nicht unfehlbar

sein; er weiß aber, wie es dort zugeht.

„Der Seminarschlaf ist unter

Anwälten nicht weit verbreitet“

THEMA

Nachgefragt bei Rechtsanwältin Dr. Susanne Offermann-

Burckart, Hauptgeschäftsführerin der Rechtsanwaltskammer

Düsseldorf und stellvertretende Vorsitzende im Ausschuss 1

der Satzungsversammlung

Wir müssen uns davor hüten, einige

wenige „Ausreißer-Fälle“, die es immer

gibt, zum Maß aller Dinge zu

machen. Und wer wollte beurteilen,

wann eine Mandatsbearbeitung „erfolgreich“

war? Es gibt Fälle, die de

lege artis bearbeitet wurden und dennoch

– jedenfalls aus Sicht des Mandanten

– nicht zum Erfolg führten,

und andere, bei denen die Sachbearbeitung

qualitativ vielleicht zu wünschen

übrig ließ, dem Mandanten

aber dennoch einen Prozessgewinn

oder glücklichen Vergleichsabschluss

bescherte. Der Ausschuss 1, der in

der zu Ende gehenden dritten Legislaturperiode

das gesamte Fachanwalts-System

auf den Prüfstand gestellt

hat, hat sich nach eingehender

Diskussion und reiflicher Überlegung

dazu entschlossen, die „Falllisten“

unangetastet zu lassen. Will

man am Nachweis praktischer Erfahrungen

festhalten, gibt es zur Fallliste

letztlich keine Alternative.

Auch die Steuerberater führen gerade

Fachbezeichnungen ein. Teilweise

wird da auch ordentlich in juristischem

Terrain gewildert. Wie stehen

Sie dazu?

Offermann-Burckart: Dass die Bundessteuerberaterkammer

eine (derzeit

dem Bundesfinanzministerium zur

Genehmigung vorliegende) Fachberaterordnung

verabschiedet hat, die

in weiten Teilen die Fachanwaltsordnung

adaptiert, mag ein Beleg dafür

sein, dass die FAO so schlecht nicht

ist. Die Einführung der Bezeichnung

„Fachberater für …“ ist wegen der

Verwechslungsgefahr mit den Fachanwaltschaften

aber nicht ganz unproblematisch.

Das gilt insbesondere

dann, wenn diese Bezeichnung

– wie der Deutsche Steuerberaterverband

plant – für die Bereiche „Sa-

nierung und Insolvenzverwaltung“,

„Unternehmensnachfolge“ sowie

„Testamentsvollstreckung und Nachlassverwaltung“

geführt und auch

an Rechtsanwälte verliehen werden

dürfte. Die „Fachberaterordnung“

der Bundessteuerberaterkammer

sieht nur die Bezeichnungen „Fachberater/in

für Internationales Steuerrecht“

und „Fachberater/in für Zölle

und Verbrauchsteuern“ sowie eine

zwingende Verknüpfung dieser Bezeichnungen

mit der Berufsbezeichnung

„Steuerberater/in“ oder „Steuerbevollmächtigte/r“

vor.

Ist die derzeitige Fortbildungspflicht

nicht Augenwischerei? Die 10 Stunden

kann man schließlich an einem

Wochenende absitzen, ohne dass

hiermit ein gewisser Lernerfolg nachgewiesen

werden muss. Beißt sich diese

Praxis nicht mit dem hohen Qualitätsanspruch?

Offermann-Burckart: Die Satzungsversammlung

hat eine Erhöhung

der Stundenzahl von 10 auf 15, die

der Ausschuss 1 vorgeschlagen hatte,

abgelehnt. Außerdem wurde im

Ausschuss ein kontinuierlicher Fallnachweis

diskutiert, aber schon aus

Gründen fehlender Praktikabilität

nicht befürwortet. Was den grundsätzlichen

Lernerfolg in Fortbildungsveranstaltungen

angeht, so glaube ich

nicht, dass der häufig kolportierte „Seminarschlaf“

ein unter Anwälten häufiges

Phänomen ist. Gerade die Anwälte,

deren Zeit knapp bemessen ist,

werden klug genug sein, Veranstaltungen

zu besuchen, von denen sie sich

einen Zuwachs an Kenntnissen versprechen.

Im Übrigen zeigen meine

Erfahrungen aus der Praxis, dass viele

Fachanwälte freiwillig ein beeindruckendes

Mehr an Fortbildung absolvieren,

als § 15 FAO es vorschreibt.

3 / 2007 anwaltsreport


BERuFSREcHT

Drei, zwei, eins – mein Anwalt?

Dass die Deutschen bei eBay

gern auf Einkaufstour gehen,

belegen die hauseigenen Zahlen

der weltweit größten Internetversteigerungsplattform.

Danach setzten

die eBay-Nutzer allein im Jahr 2005

auf dem deutschen Online-Marktplatz

ein Handelsvolumen in Höhe

von 8,5 Milliarden US-Dollar um.

Der Umsatz von eBay in Deutschland

lag im Jahr 2005 bei 691 Millionen

US-Dollar. Jede Sekunde wird

dort mittlerweile ein Kleidungsstück

ersteigert, alle 50 Sekunden eine Digitalkamera,

alle 5 Minuten ein Paar

Fußballschuhe und auf eBay Motors

jede Minute ein Fahrzeug.

Familienrechtliche

Beratung ab 1 €

Diesen gigantischen Abverkauf

brachte einen Berliner Anwalt auf

die einfache und aus unternehmerischer

Sicht durchaus nahe liegende

Idee, seine Dienste auch über

eBay anzubieten. Also suchte er ein

sympathisches Babyfoto heraus und

stellte dieses zusammen mit einem

Angebot für eine einstündige familien-

und erbrechtliche Beratung

bei eBay ein. Als Startpreis für die

Versteigerung seiner Dienste gab

er 1 Euro an. Doch statt fiebriger

Bietergefechte potenzieller Mandanten

handelte sich der Anwalt nur

eine Rüge der zuständigen Rechtsanwaltskammer

ein. Der Vorwurf: Diese

Art der Werbung sei unsachlich

im Sinne des § 43b BRAO und deshalb

zu unterlassen. Das wollte der

fortschrittliche Robenträger nicht

auf sich sitzen lassen. Er rief den Anwaltsgerichtshof

an. Und weil der die

Rechtsauffassung der Rechtsanwaltskammer

stützte, legte der Anwalt Verfassungsbeschwerde

ein.

unsachliche Werbung

Unter dem Aktenzeichen 1 BvR

1886/06 werden die Karlsruher Verfassungsrichter

deshalb demnächst die

Gelegenheit wahrnehmen, die ohnehin

schon facettenreiche Rechtsprechung

zum anwaltlichen Werberecht

10 anwaltsreport 3 / 2007

Mit Baby-Werbung sorgte ein Anwalt bei eBay für Furore

um eine weitere neue Fallgruppe zu

erweitern. „Werbung ist dem Rechtsanwalt

nur erlaubt, wenn sie über die

berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt

sachlich unterrichtet und nicht

auf die Erteilung eines Auftrages im

Einzelfall gerichtet ist“, so lautet der

Text in § 43b BRAO. Zählt also das

Versteigern der anwaltlichen Dienste

bei eBay allein der Form nach noch

zur sachlichen Werbung? Diese Frage

kann nicht beantwortet werden, ohne

auch § 2 BRAO mitzulesen. Danach

übt der Rechtsanwalt einen freien Beruf

aus. Seine Tätigkeit ist kein Gewerbe.

Über die Werbung darf sich

der Anwalt folglich nicht wie ein Gewerbetreibender

darstellen. Genau

das aber könnte die eBay-Versteigerung

anwaltlicher Dienste suggerieren,

die neben Nike-Turnschuhen

und den neusten Elektronikwaren

feilgeboten wird.

Neue Auftragsbörsen

im Internet

Andererseits ist der Trend im Internet,

auch Dienstleistungen zu versteigern,

unverkennbar. Unter www.

quotatis.de, www.undertool.de und

www.jobdoo.de haben Privatpersonen

und Firmen die Möglichkeit,

Handwerks- und Dienstleistungsaufträge

als Anfrage oder als Auktion ins

Internet einzustellen. Bei den Auktionen

sollen sich die potenziellen

Auftragnehmer gegenseitig unterbieten.

Nur: Freiberufler sucht man hier

vergebens. Dazu kommt: Auch in

der realen Welt hat sich bislang noch

kein Anwalt neben Antiquitäten oder

Kunstgegenständen zur Schau gestellt,

um sich meistbietend versteigern

zu lassen. Es wäre deshalb schon

eine faustdicke Überraschung, wenn

das BVerfG die Versteigerung anwaltlicher

Dienste über das Internet freigeben

würde.


Wirtschaftskanzleien im

strategischen Blindflug?

Dem Wachstum deutscher Wirtschaftskanzleien

fehlt eine klare

strategische Ausrichtung.

Mehr als die Hälfte der Kanzleien hat

keine ausformulierte Zukunftsstrategie.

Das ist das Ergebnis einer Studie

„Turning Strategy Talk Into Action“

des Instituts für Angewandtes Wissensmanagement,

IAW e.V., Frankfurt

a.M. „Die meisten Wirtschaftskanzleien

verfügen weder über ein strategisches

Management noch betreiben

sie ein systematisches Vertriebscontrolling.

Diese Kanzleien befinden

sich im strategischen Blindflug“, erklären

die Autoren der Studie, Dieter

W. Baumert und Frank Garreis. „Es ist

überraschend, dass die große Dynamik

im Anwaltsmarkt nicht zu einer

Professionalisierung der strategischen

Zieldefinitionen geführt hat.“

Zukunftsstrategie fehlt

An der Befragung für die Studie nahmen

von Oktober bis Dezember 2006

51 von 358 angeschriebenen deutschsprachigen

Wirtschaftskanzleien teil,

was einer Rücklaufquote von 14,3%

entspricht. Zwar unternehmen zumeist

international aufgestellte Kanzleien,

die sich in den letzten Jahren

durch Fusionen gebildet haben und

teilweise mehr als 100 Rechtsanwälte

beschäftigen, große Anstrengungen,

ein strategisches Kanzleimanagement

zu betreiben. Jedoch haben zum Teil

mehr als zwei Drittel der kleinen und

mittelgroßen Kanzleien weder ein

strategisches Management noch ein

gezieltes Vertriebscontrolling. 55 Prozent

der befragten Wirtschaftskanzleien

verfügen über keine klare Strategie

für die nächsten 3-5 Jahre. Deren

Wichtigkeit wird allerdings mit 85

Prozent als sehr hoch eingeschätzt.

Akquise in´s Blaue hinein

49 Prozent der befragten Sozietäten

verfügen über kein klares Vertriebskonzept.

Die Wichtigkeit wird in diesem

besonders erfolgskritischen Bereich

mit 80 Prozent angegeben. Ein

Vertriebscontrolling findet flächendeckend

nicht statt. „Der Akquisitionstätigkeit

der kleineren und mittleren

Wirtschaftskanzleien fehlt ein strategisches

Konzept. Um am Markt erfolgreich

tätig sein zu können, müssen

die Bemühungen der Anwälte

messbar gemacht und systematisch

aufgearbeitet werden. Kaum eine

Kanzlei scheint dazu heute wirklich

in der Lage zu sein“, betonen Baumert

und Garreis. „Einzig die Betonung

der Wichtigkeit dieser Fragen

zeigt, dass sich die Kanzleien dem

MARKETING

Thema Strategieentwicklung und zugehörigen

Themen zukünftig verstärkt

widmen wollen.“

Mehr Bindung zum Mandanten

Auch zentrale Aspekte des Qualitätsmanagements

zeigen laut Studie erschreckende

Lücken auf und müssen

substanziell verbessert werden, da den

Kunden in den jeweiligen Kanzleileitbildern

zumeist allerhöchste Priorität

zugeordnet wird. 90 Prozent der

Kanzleien verfügen über keine systematische

Kundenrückgewinnung und

71 Prozent werten Beschwerden nicht

aus, um daraus Verbesserungspotenzial

für die Kundenbetreuung abzuleiten.

Managementqualitäten

stärken

Ferner muss ein Umdenken im Bereich

Personalentwicklung stattfinden:

Zwar ist vielen Wirtschaftskanzleien

die Personalentwicklung als

strategischer Erfolgsfaktor bewusst,

dennoch zeigen bereits frühere Untersuchungen

des IAWs, dass der Stellenwert

und die Summe der Investitionen

viel zu gering sind. 19 der 51

Kanzleien haben Angaben zur Investitionssumme

gemacht. Sie investieren

durchschnittlich 2.400 € pro Jahr

und Partner in die Weiterentwicklung

der Soft-Skills. Diese sind aber

letztlich für die erfolgreiche Beratung

und Vermarktung entscheidend. Eine

Summe von 1,5 Beratertagen pro Partner

und Jahr ist dafür zu wenig.

Ansprechpartner:

Dieter W. Baumert

AWUS

Management for Professionals

Tel.: 02236 / 89 54 77

E-Mail: baumert@awus-consulting.de

Frank Garreis

PE Systemtraining

Tel.: 0221 / 97 99 99 60

E-Mail: garreis@pesys.de

3 / 2007 anwaltsreport

11


ASS INTERN

Kanzleimarketing:

Fachartikel auf der ASS-Website finden große Resonanz

Angesichts des wachsenden Wettbewerbes

reichen juristisches Fachwissen

und kundenorientiertes Handeln

vielfach nicht mehr aus, um den Erfolg

als Rechtsanwalt zu sichern. Professionelles

Kanzleimarketing gewinnt

immer mehr an Bedeutung.

Seit kurzem haben ASS-Teilnehmer

eine zusätzliche Möglichkeit, vom

Know-how des Anwalt-Suchservice in

Sachen Kanzleimarketing zu profitieren:

Die Veröffentlichung von Fachartikeln

auf der ASS-Website.

Beliebteste Artikel bereits

über 500 mal gelesen

Seit März dieses Jahres wurden auf

der ASS-Website bereits über 140

Fachartikel veröffentlicht. Das Interesse

der User ist groß: Die populärsten

Beiträge wurden schon über 500

Mal gelesen. Die drei neuesten Fachartikel

erscheinen jeweils auf der

Startseite unter www.anwalt-suchservice.de.

Die Website ist sehr gut besucht,

und die Tendenz ist weiter steigend:

Im Jahr 2006 verzeichnete der

Anwalt-Suchservice rund 850.000 Internet-Abfragen.

2005 waren es erst

720.000.

Glaubwürdige Form der

Selbstpräsentation

Imagepflege und Selbstpräsentation

sind sowohl für die Neugewinnung

als auch für die Bindung von Mandanten

von essenzieller Bedeutung.

Wem es gelingt, in der Öffentlichkeit

Vertrauen und ein positives Image

aufzubauen, der kann sich positiv

vom Wettbewerb abheben und seinen

langfristigen Erfolg am Markt sichern.

Die Veröffentlichung von Fachartikeln

hat den Vorteil, dass sie Medien

und Verbraucher in erster Linie informieren,

ohne Dienstleistungen reklameartig

anzupreisen. Dadurch hat diese

Form der Selbstpräsentation eine

besonders hohe Glaubwürdigkeit.

Fachartikel sprechen Mandanten

und Journalisten an

Rechtsuchende, die für die Lösung

eines konkreten Problems einen ver-

12 anwaltsreport 3 / 2007

sierten Rechtsanwalt suchen, werden

durch ihre auf der ASS-Homepage

veröffentlichten Fachartikel

besonders auf ihre einschlägigen Erfahrungen

auf dem betreffenden Gebiet

aufmerksam gemacht. Aber auch

Journalisten nutzen das Internet als

Recherchemedium und suchen dort

nach juristischen Informationen, die

sie für ihre Arbeit verwenden können,

sowie nach Fachleuten als Interviewpartner.

Anwälte, die Journalisten

mit Fachinformationen versorgen

oder ihnen als Ansprechpartner zur

Verfügung stehen, haben gute Möglichkeiten,

Kontakte zur Presse aufzubauen

und sich dadurch in der

Öffentlichkeit zu profilieren. Wer

häufig als Experte in den Medien

präsent ist, kann seinen Bekanntheitsgrad

steigern und so neue Mandate

gewinnen. Die Selbstpräsentation

durch Fachartikel kann ein erster

Schritt dazu sein.

Einstellen Ihrer Artikel im

Extranet

Die Veröffentlichung der Fachartikel

geschieht über das Anwalt-Suchservice

Extranet. Dazu rufen Sie einfach

unsere Homepage unter http://www.

anwalt-suchservice.de/ auf und loggen

sich im Extranet mit Ihren Daten

ein. Über den Link „Stammdaten ändern“

gelangen Sie zum Punkt „Fachartikel

einstellen“. Nach Abspeichern

Ihres Artikels wird dieser sofort in

Ihre Detailseite übernommen.

Für Fragen rund ums Internet

wenden Sie sich an:

Rechtsanwalt Thomas Krämer

kraemer@anwalt-suchservice.de

0221 - 9 37 38 602

Für Fragen rund Ihre Mitgliedschaft

wenden Sie sich an:

Frau Anne Polifke

(Nach- bzw. Kanzleinamen von A-K)

polifke@anwalt-suchservice.de

0221 - 9 37 38 630

Herrn Markus Janotta

(Nach- bzw. Kanzleinamen von L-Z)

janotta@anwalt-suchservice.de

0221 - 9 37 38 615


Nicht am richtigen Werkzeug sparen

Kaum ein anderes Thema im

Justizwesen entwickelt zur

Zeit eine derartige Dynamik

wie die Mediation. Der renommierte

Rechtsanwalt Prof. Dr. Konrad Redeker,

Namenspartner der auf öffentliches

Recht spezialisierten Sozietät

Redeker Sellner Dahs & Widmaier,

hat dazu kürzlich in einer Handelsblatt-Kolumne

festgestellt, dass die

Mediation mittlerweile aus der literarischen

Ecke herausgetreten und in

der Realität angekommen sei. Redeker

prognostiziert der Mediation vor

allem deshalb eine positive Zukunft,

weil das Recht derart kompliziert geworden

sei, dass zwischen Bürgern,

Unternehmen und Staat konsensuale

Lösungen immer dringlicher würden,

um dauerhaften Rechtsfrieden

herzustellen. Und so wird die Mediation

mittlerweile flächendeckend und

über sämtliche Gerichtszweige hinweg

von RichterInnen im Rahmen

entsprechender Modellprojekte praktiziert.

In Niedersachsen verliefen die

wohl derart erfolgreich, dass die dortige

Landesregierung am 11.4.2007

den Gesetzentwurf eines Mediations-

und Gütestellengesetzes vorgestellt

hat.

centrale für Mediation

als Vorreiter

Die in den Anwalt-Suchservice eingegliederte

Centrale für Mediation

hat diese Entwicklung schon Mitte

der 90er Jahre vorausgesehen und

die Mediation in Deutschland maßgeblich

mitgeprägt. Neben dem Aufbau

eines Suchservice für Mediatoren

konzentriert sich die Centrale auf die

profunde Ausbildung der Mediato-

rInnen und die wissenschaftliche Begleitung

und Förderung des Mediationsgedankens

in Deutschland.

Mediations-Kongress

in München

Seit ihrer Gründung versammelt die

Centrale für Mediation einmal jährlich

die führenden Experten aus Wissenschaft

und Praxis zu einem Mediations-Kongress,

um die Praktiker und

an Mediation interessierten Kreise

über die neuesten Trends in der Mediation

zu informieren und neue Methoden

außergerichtlicher Streitbeilegung

und Verhandlungsführung

einzustudieren. Der mittlerweile 12.

Mediations-Kongress findet vom 20.

bis 21.9.2007 in München statt. Unter

dem Leitthema „Neue Methoden in

der Mediation“ werden die Tagungsleiter,

Prof. Dr. Horst Eidenmüller

von der Ludwig-Maximilians-Universität

München und Rechtsanwalt Dr.

Christian Duve aus dem Frankfurter

Büro der Kanzlei Freshfields Bruckhaus

Deringer, die geladenen Vortragenden

und Referenten zu Höchstleistungen

anspornen. Eines von

zahlreichen Highlights wird sicherlich

der Eröffnungsvortrag des Mitbegründers

des Harvard Negotiation

Project und Co-Autors von „Getting

to Yes“, Bruce Patton, sein. Er wird

über neue Methoden alternativer

Konfliktlösungen sprechen, von denen

die Mediation eine Spielart ist.

Gerichtsnahe Mediation

in aller Munde

Natürlich werden sich die Experten

auf dem 12. Mediations-Kongress in

München auch mit der gerichtsnahen

Mediation beschäftigen. Unter dem

Titel „Mediation unter Zeitdruck –

Besonderheiten der gerichtsinternen

Mediation“ diskutieren dazu Güterichter

Peter Lemmers, Vorsitzender

Richter am LG München I und

Rechtsanwalt Dr. Hans-Uwe Neuenhahn,

Leiter des Arbeitskreises „Außergerichtliche

Konfliktlösungen“

der RAK München unter der Moderation

von Prof. Dr. Horst Eidenmüller.

In Bayern läuft das Modellprojekt

zur gerichtsnahen Mediation

an acht ausgewählten Landgerichten

mittlerweile im zweiten Jahr. Evaluationen

über die bisherigen Ergebnisse

sind sehr erfolgversprechend. In diesem

Zusammenhang wird sicherlich

auch darüber zu reden sein, ob die

gerichtsinterne Mediation auf Dauer

wirklich Richtern vorbehalten ist

oder diese nicht viel eher mediationsgeeignete

Fälle an Rechtsanwälte

auslagern sollten, so wie dies nach

dem jüngsten Kölner Modell praktiziert

wird.

Fähigkeiten des Mediators

stehen im Fokus

„Hauptziel der Tagung ist es, Mediatoren

und Rechtsanwälten neue

Werkzeuge für eine methodisch intelligente

außergerichtliche Streitbeilegung

zu vermitteln. Denn natürlich

hängt der Erfolg einer Mediation oder

Verhandlung in erster Linie von den

Fähigkeiten des Mediators und hier

insbesondere seiner Ausgleichsfähigkeit

ab“, sagt die Leiterin der Centrale

für Mediation, Rechtsanwältin Dr.

Karen Engler. Die Fachbeiträge sollen

dazu motivieren, in jedem Einzelfall

das gesamte gestalterische Reservoir

voll auszuschöpfen. Eine Spielart

nennt sich zum Beispiel Collaborative

Law: Die Parteien und ihre Anwälte

verhandeln allein – ohne Mediator.

Allerdings verpflichten sich die

Anwälte, das Mandat niederzulegen,

wenn sich ihre Mandanten nicht außergerichtlich

einigen.

Linkhinweis:

MEDIATION

Centrale für Mediation

www.centralefuermediation.de

3 / 2007 anwaltsreport

13


INTERNET

Viele Weblog-Schreiber hauen

vergebens in die Tasten

Tagebuchschreiben war früher

eine einsame, intime und

höchstpersönliche Tätigkeit kurz

vor dem Schlafengehen. Doch seitdem

es das Internet gibt, ist es mit

der romatischen Einsamkeit des Tagebuchschreibens

dahin. Hunderttausende

Weblogger sind mittlerweile

über das Internet vernetzt. Das Wort

„Weblog“ ist eine Wortkreuzung aus

den englischen Begriffen „web“ und

„log“. Der Bestandteil „log“ stammt

von Logbook, dem sog. Schiffstagebuch.

Mitte der 90er Jahre kamen die

ersten Weblogs auf und wurden als

Online-Tagebücher bezeichnet. Und

mittlerweile entdecken auch immer

mehr Anwälte diese preiswerte Form

des Marketings, um für ihre Kanzlei

eigene Public Relations zu betreiben.

Das zeigt allein ein Blick auf www.jurablogs.com,

eine Art Suchmaschine

für juristische Fachblogs.

Typologie erforscht

Doch was sind das eigentlich für Robenträger,

die täglich, zumindest aber

regelmäßig in die Tasten hauen, um

einem anonymen digitalisierten Leserkreis

die Welt der Juristen näher

zu bringen? Und wer liest derartige

Seiten überhaupt? Fragen, die bislang

unbeantwortet blieben. Doch

seit kurzem gibt es dazu eine Studie.

In Kooperation mit der Suchmaschine

Ask.com hat die Universität

Leipzig unter Leitung von Prof. Dr.

Ansgar Zerfaß über 600 Internetnutzer

in Deutschland zum Thema Weblogs

befragt. 96 Prozent der Befragten

nutzen das Internet mehrmals täglich.

Die Nutzungsgewohnheiten dieser

Trendsetter und Heavy-User sollten

nicht unterschätzt werden, dienen

sie doch als Indikator für die künftige

Entwicklung der Kommunikationslandschaft

im Internet. Insgesamt haben

Blogs in dieser Zielgruppe eine

hohe Relevanz: 84 Prozent der Befragten

meinen, dass Blogs Insiderwissen

an die Öffentlichkeit bringen.

Blognutzer sind investigative

Multiplikatoren

„Mit Hilfe der erhobenen Daten

1 anwaltsreport 3 / 2007

Tagebuchschreiben war gestern. Heute sind Weblogs der Renner

konnten wir zeigen, wie unterschiedlich

die Motivationen sind, Blogs zu

nutzen“, so Zerfaß. „Es wird deutlich,

dass Betreiber und Rezipienten von

Blogs verschiedene Charaktere sind:

Blogger sind extrovertierter, Blogleser

stärker konsumorientiert.“ Mehrheitlich

sind Blognutzer laut Zerfaß

„investigative Multiplikatoren“, also

Konsumenten, die mehr wissen wollen,

Informationen aktiv weitergeben

und gut vernetzt sind. Im Einzelnen

identifiziert die Studie fünf verschiedene

Blognutzer: 17,7 Prozent der Befragten

wurden als „Social Networker“

klassifiziert. Sie nutzen Blogs in erster

Linie, um in Kontakt mit Freunden

zu bleiben, neue Bekanntschaften zu

knüpfen und sich mit anderen auszutauschen.

Ebenfalls 17,7 Prozent zählt

die Gruppe der „Selbstdarsteller“. Sie

behaupten von sich „etwas zu sagen

zu haben“ und möchten „Ärger und

Kritik loswerden“.

Aktive Blogger gehören eher einer dieser

Gruppen an. Die größte Gruppe

bilden allerdings die „Wissensdurstigen“

(23,7 Prozent). Sie nutzen Blogs

in erster Linie, um Hintergrundin-

formationen zu suchen; klassischen

Medien trauen sie weniger als anderen

Gruppen. Zwei weitere Gruppen

sind die „Informationssucher“ (18,9

Prozent) und die „Aktiven Konsumenten“

(22,8 Prozent). Sie sind auf

der Suche nach aktuellen Nachrichten

bzw. Produktinformationen. Diese

beiden Gruppen bestehen mehrheitlich

aus Bloglesern und weniger

aus Schreibern.

Wichtige Impulsgeber

Blogs im Allgemeinen und Fachblogs

im Besonderen sind wichtige Impulsgeber

für neue Ideen und dienen als

Grundlage der Meinungsbildung.

Über zwei Drittel der Befragten (69,3

Prozent) entdecken in Fachblogs neue

Themen und bilden sich hieraus eine

Meinung.

Lediglich 2,1 Prozent der Befragten

trauen den Inhalten von Fachblogs

nicht. Verblüffend ist das gute Abschneiden

privater Blogs. Immerhin

die Hälfte (51 Prozent) suchen dort

nach Anregungen – und nur 12,1 Prozent

trauen den Inhalten privater


Blogs nicht. Damit schneiden private

Weblogs fast so gut ab wie journalistische,

aus denen sich 62,7 Prozent

eine Meinung bilden und denen nur

7,2 Prozent nicht trauen.

Blogschreiber und Blogleser

Die Gründe, weshalb ein Blog genutzt

wird, sind mindestens ebenso

verschieden. Aktive Blogger scheinen

im Gegensatz zu Bloglesern ein viel

stärkeres Sendungsbewusstsein zu haben:

66,8 Prozent der Blogger bloggen,

weil sie meinen „etwas zu sagen

zu haben“. Die Leser sind da weniger

eitel: von ihnen behaupten dies nur

7,5 Prozent. Als Motivation für das

Schreiben eines Weblogs gab fast jeder

fünfte Blogger (18,5 Prozent) an,

„Leute aufklären“ zu wollen und 16,1

Prozent zielen sogar darauf ab „die

Gedanken anderer zu beeinflussen“.

Bei den Blog-Lesern überwiegt das

Motiv der Informationssuche. Jeder

Vierte (26,5 Prozent) nutzt Blogs, um

sich über Produkte zu informieren,

während nur 3,7 Prozent der Schreiber

dies tun.

Exklusivität wird vermutet

Bei der Frage nach dem Informationsangebot

von Blogs herrscht in beiden

Gruppen Einigkeit: 68,3 Prozent der

Leser und 64,4 Prozent der Schreiber

meinen, in Blogs Informationen

zu finden, die sie sonst nirgends finden.

Auch zur Recherche von Hintergrundinformationen

sind Blogs relevant.

56 Prozent der Leser und 47,3

Prozent der Schreiber informieren

sich hier bei aktuellen Ereignissen.

Kaum jemand wird gefunden

So interessant das gesammelte Zahlenmaterial

auch ist – über ein Faktum

kann es nicht hinwegtäuschen:

In der Blogosphäre herrscht Orientierungslosigkeit.

Meistens werden relevante

Blogs durch Verweise in anderen

Blogs (70,1 Prozent) oder durch

Empfehlungen von Freunden gefunden

(53,6 Prozent). Jeder zweite Befragte

stößt rein zufällig beim Surfen

auf ein Blog, das ihn interessiert. Sowohl

Suchmaschinen wie auch spezielle

Blogsuchen sind zurzeit noch

unterrepräsentiert – nur circa jeder

dritte Surfer nutzt einen solchen Service.

Die schwierige Auffindbarkeit

von Blogs wird von den Nutzern als

hauptsächlicher Hinderungsgrund für

die Nutzung von Blogs angegeben.

Zwei Drittel der Blognutzer gaben

Weblogschreiber sind oft einsame Wölfe!

in diesem Zusammenhang an, dass

sie Weblogs stärker nutzen würden,

wenn sie diese schneller fänden.

Rechtliche Risiken nicht

unterschätzen

Anwälte, die ein eigenes Weblog betreiben,

sollten sich bewusst machen,

dass sie im Grunde genommen ein eigenes

Internetportal in Verkehr bringen

und für die Inhalte, soweit sie von

ihnen selbst verfasst werden, die volle

Verantwortung tragen. Gerade in den

Weblogs hat sich eine recht lockere

Sprache entwickelt. Es wird gern über

dieses und jenes geplaudert, so dass

die Grenzen zwischen Fiktion und

Wirklichkeit sowie Tatsachen und

Meinungen leicht verschwimmen.

Da die Leser in den Weblogs zudem

die Möglichkeit haben, zu den Inhalten

Kommentare abzugeben, besteht

natürlich die Gefahr, dass der eine

oder andere im Schutz der Anonymität

über die Strenge schlägt. Das kann

zum Beispiel auch ein Konkurrent

des Weblog-Anwalts sein, der seinem

Kollegen den Erfolg des Tagebuchs

neidet. Es geht aber auch um abwertende

Äußerungen von und über Personen,

Abbildungen gegen den Willen

eines Betroffenen, Bewertungen

und Leistungsbeschreibungen über

Produkte etc.. Nach einem Urteil des

OLG Düsseldorf (Az.: I-15 U 180/05)

soll zwar eine vorrangige Haftung des

unmittelbaren Verletzers bei Verstößen

gegen das allgemeine Persönlichkeitsrecht

in Meinungsforen in Be-

tracht kommen; der Betroffene muss

sich dann zunächst direkt an den Verfasser

des rechtswidrigen Beitrages

wenden. Diese Rechtsprechung dürfte

aber seit der BGH-Entscheidung

vom 27.3.2007 (Az.: VI ZR 101/06)

überholt sein. Gegenstand des Revisionsverfahrens

war u. a. die Frage, ob

und unter welchen Umständen der

Betreiber eines Internetforums vom

Verletzten auf Unterlassung einer ehrverletzenden

Äußerung in Anspruch

genommen werden kann, die ein

Dritter in das Forum eingestellt hat.

Der Bundesgerichtshof hat entschieden,

dass die Verantwortlichkeit des

Betreibers eines Internetforums für

dort eingestellte ehrverletzende Beiträge

nicht deshalb entfällt, weil dem

Verletzten die Identität des Autors bekannt

ist. Gegen den Forumsbetreiber

kann vielmehr ab Kenntniserlangung

ein Unterlassungsanspruch des

Verletzten bestehen, unabhängig von

dessen Ansprüchen gegen den Autor

des beanstandeten Beitrags. Deshalb

gilt: Sobald der Weblog-Anbieter einen

Hinweis auf eine rechtsverletzende

Äußerung in seinem Weblog

erhält, muss er einschreiten und müssen

rechtswidrige Inhalte umgehend

entfernt werden.

Linkhinweis:

INTERNET

Die Blogstudie der Universität

Leipzig

www.blogstudie2007.de

3 / 2007 anwaltsreport

1


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Viel Bild und wenig Text

Werbekampagnen von Anwälten sieht man eher selten

Dass sich Anwälte, Steuerberater, vereidigte

Buchprüfer und dazu noch

Wirtschaftsprüfer, die in ein und derselben

Kanzlei praktizieren, über

eine geplante Anzeigenkampagne einig

werden, dürfte eher die Ausnahme

sein. Lauter Individualisten halt,

die eher Fakten als Emotionen sprechen

lassen. Bei Bongartz, Dr. Hartleb

und Partner aus Mönchengladbach

ist das anders. Mit pfiffigen und

Aufmerksamkeit erregenden Anzeigenmotiven

gehen sie auf Mandantenfang,

so wie es das liberalisierte Berufsrecht

ermöglicht. Die Kampagne

setzt auch deshalb Maßstäbe, weil sie

es bis in das Jahrbuch der Deutschen

Werbung geschafft hat.

Gleich vier Motive prämiert

Über das Votum der Jury des Berliner

ECON Verlages hat sich niemand

mehr gefreut als die Rechtsanwälte

und Steuerberater der Kanzlei

„Bongartz, Dr. Hartleb und Partner“

selbst. Gleich vier Motive ihrer Kampagne

wurden im diesjährigen Annual

„Jahrbuch der Werbung 2007“ von

den Herausgebern Wille Schalk, Helmut

Thoma und Peter Strahlendorf

ausgezeichnet und veröffentlicht.

Dienstleistung kommunizieren

Schon im Jahr 2005 hatte Dr. Christoph

Hartleb die Düsseldorfer Wer-

beagentur MO&O beauftragt,

themenorientierte Motive für Zielgruppen-spezifische

Medien und Anlässe

zu entwickeln. Herausgekommen

sind aufmerksamkeitsstarke,

sympathische Anzeigen, mit viel Bild

und wenig Text. Geschaltet wurden

sie zum Beispiel im „FohlenEcho“

von Burossia Mönchengladbach, dem

IHK- Magazin, dem Programmheft

der Hockey-WM oder im Heft der

Wirtschaftsförderung Mönchengladbach,

aber auch im Rahmen von

Sponsoring für Jugendsportveranstaltungen.

Dazu Dr. Hartleb: „Wer als

Dienstleistungs-Unternehmer heute

erfolgreich sein möchte, muss nach

draußen deutlich machen, dass er

über das Fachliche hinaus ein verlässlicher,

flexibler und menschlicher Ansprechpartner

ist.“

Ob die Werbung ankommt?

Und das ist der Kanzlei zumindest

in der Werbewelt gelungen. Ob die

Kampagne auch bei den avisierten

Zielgruppen zündet und sich letztlich

bezahlt macht, wissen am Ende allein

die Initiatoren. Manch ein Anwalt

wird sich allerdings die Frage stellen,

ob das von Dr. Hartleb ausgegebene

Briefing den Nagel wirklich auf den

Kopf trifft. Denn verlässlich, flexibel

und menschlich sind letztlich Attribute,

die heutzutage ganz selbstverständlich

vorausgesetzt werden – und

ANWALTSWERBuNG

viele Anwälte auch erfüllen. Die von

ihm ausgewählten Anzeigenmotive

symbolisieren diese Eigenschaften jedenfalls

nur partiell. Worauf es den

Mandanten doch letztlich ankommt,

ist ein Berater, in dessen Hände sie

ihr Schicksal ruhigen Gewissens legen

können - zumindest für eine gewisse

Zeitspanne. Das sollte jeder Mandant

mit einem wirklich guten Gefühl und

voller Überzeugung tun.

Nichtjuristen fern halten

Tendenziell wird die Anwaltschaft

nach dem Inkrafttreten des Rechtsdienstleistungsgesetzes

verstärkt werben

müssen. Dann wird es nämlich

darum gehen, all die Nichtjuristen,

die künftig wohl Rechtsrat erteilen

dürfen, in Schach zu halten. Dafür

eignet sich eine Form der Werbung

ganz besonders: die vergleichende

Werbung, die im gewerblichen Bereich

seit Jahren zulässig ist. Hier

dürfte es sich allemal lohnen, bereits

jetzt eine professionelle Werbeagentur

zu suchen, die intelligente Vergleichsbeispiele

in Wort und Bild umsetzt.

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Jahrbuch der Werbung

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3 / 2007 anwaltsreport

1


FINANZTIpp

Garantiezertifikate:

Renditechancen ohne Verlustrisiko

Sie zählen zu den Favoriten der Anleger:

Mit Garantiezertifikaten lassen

sich attraktive Ertragschancen nutzen,

ohne Verluste fürchten zu müssen.

Denn davor schützt die Kapitalgarantie

zum Laufzeitende. Kein

Wunder, dass die Papiere so beliebt

sind. Mehr als 42 Prozent am stark

wachsenden Zertifikatemarkt entfallen

auf Garantiezertifikate. Doch wie

funktionieren diese Investments eigentlich?

Investieren in einen Basiswert

Die Grundlage auch eines Garantiezertifikats

ist immer ein so genannter

Basiswert. Dieser kann etwa aus einem

Aktienindex wie dem DAX bestehen.

Alternativ kann der Zertifikateanbieter

(Emittent) einen Aktienkorb ganz

nach seinen eigenen Vorstellungen

zusammenstellen. Auch andere Wertpapiere

und deren Kombination, wie

z.B. unterschiedliche Fonds, können

als Basiswert dienen. Trotz aller Sicherheit

kommt der Anleger deshalb

um eine grundsätzliche Investitions-

Entscheidung nicht herum. Vertraut

er z.B. auf die gute Entwicklung deutscher

Großunternehmen, wählt er ein

Zertifikat, das auf dem DAX beruht.

Will er dagegen lieber in Unternehmen

investieren, die über den Erdball

verstreut sind, wählt er ein Zertifikat,

dessen Basis z.B. weltweit anlegende

Aktienfonds sind. Und wenn

er eine bestimmte Branche für besonders

aussichtsreich hält, kann er ein

Zertifikat wählen, das in seinem Anlagekorb

nur Papiere dieser Branche

versammelt.

Gewinnbeteiligung

Entscheidend für den Ertrag ist, wie

der Kurs des Basiswertes verläuft. Ein

Beispiel dafür sind die so genannten

Partizipationspapiere: Entwickelt sich

deren Basiswert positiv, wird zusätzlich

eine Gewinnbeteiligung (Kupon)

ausgezahlt. So wird die Teilhabe an

der Wertentwicklung des Basiswertes,

beispielsweise eines Aktienindexes,

bei gleichzeitiger Garantie des eingesetzten

Kapitals ermöglicht. Bei Fäl-

1 anwaltsreport 3 / 2007

ligkeit des Garantiezertifikats wird

dann, abhängig von der vorher festgelegten

Beteiligungsquote, nicht nur

das gesamte eingesetze Kapital, sondern

auch ein Anteil an der Wertentwicklung

des Basiswertes ausgezahlt.

Im Falle einer negativen Entwicklung

des Basiswertes erleidet der Anleger

keine Verluste.

Kapitalgarantie hat ihren preis

Die Sicherheit, auch in schlechten

Börsenzeiten jegliches Verlustrisiko

zu vermeiden, lässt der Emittent sich

bezahlen. Zum einen gilt die Kapital-

Garantie in der Regel nur zum Laufzeitende.

Damit verschafft der Emittent

sich den zeitlichen Spielraum,

um das Kapital der Anleger arbeiten

zu lassen. Zum anderen wird bei positiver

Entwicklung des Basiswertes

nicht der gesamte Wertzuwachs als

Ertrag ausgeschüttet, sondern nur ein

Teil davon. Der andere Teil ist der

Preis dafür, dass der Emittent das Verlustrisiko

zum Laufzeitende abdeckt.

Das Kleingedruckte

Garantiezertifikate sind Schuldverschreibungen.

Deshalb sollte man sich

den Emittenten gut anschauen. Denn

wenn der Emittent selbst zahlungsunfähig

wird, nützt die schönste Kapitalgarantie

nichts. Inzwischen gibt

es unter dem Namen Garantiezertifikat

auch sogenannte „Teilschutzzertifkate“,

die 100-prozentigen Schutz nur

bieten, solange der Basiswert eine bestimmte

Schwelle nicht unterschreitet.

Für den Fall, dass er unter diese

Schwelle fällt, trägt der Anleger

das volle Verlustrisiko, hat dafür aber

den Vorteil, dass Kursgewinne steuerfrei

bleiben. Das kann bei einer hohen

Steuerlast durchaus sinnvoll sein,

man sollte sich aber über das tatsächliche

Risiko im Klaren sein.

Balance von Risiko und chance

In der Chancen-und-Risiken-Abwägung

haben Garantiezertifikate

eine Mittelstellung zwischen Zinsprodukten

wie Sparkonten oder Ter-

Quelle: Derivate Forum

mingeldern auf der einen Seite und

Aktien oder Aktienfonds auf der anderen

Seite. Während Zinsprodukte

in jedem Fall ohne Verlustrisiko sind,

dafür aber in guten Börsenzeiten vergleichsweise

magere Renditen abwerfen,

bietet die direkte Investition in

Unternehmen oder Fonds langfristig

gute Ertragsaussichten, die jedoch

mit Verlustrisiken verknüpft sind. Dazwischen

liegt das Garantiezertifikat:

Der Investor bekommt bei positiver

Entwicklung einen guten Teil des

Ertrags des Basiswertes, bleibt aber

zum Laufzeitende von Verlusten verschont,

falls der Basiswert sich negativ

entwickelt.

Autor:

Hartmut Schlegel

Deutsche Postbank AG

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

eMail: hartmut.schlegel@postbank.de

Fon: +49 228 920 12103

Fax: +49 228 920 12199

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