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SELBSTSTÄNDIGE HEBEKÜNSTLER

APM TERMINALS SETZT AUF LIFT AGV

In Rotterdam gehen die Bauarbeiten an der Maasvlakte II in eine neue Phase:

der Baustart für das APM-Containerterminal. Ab November 2014 soll

das neue Maasvlakte-II-Terminal nicht nur neue Kapazitäten bringen, sondern

mit bisher einmaliger Umschlagtechnik auch neue Maßstäbe setzen.

„Zu oft wird die Produktivität der Kaikrane behindert, weil die Aktivitäten im

Yard nicht Schritt halten. Tausende Container zu managen, die gelöscht oder

geladen werden, während ein Schiff am Kai liegt, ist ein Bereich, bei dem wir

für unsere Kunden höhere Produktivität anstreben“, sagt Frank Tazelaar, Managing

Director APM Terminals Maasvlakte II. Das Terminaldesign sei auf die

Abfertigung der größten Containerschiffe der Welt mit gesteigerter Produktivität

und höherem Servicelevel ausgerichtet – und zwar gleichzeitig mit einer

sicheren und umweltfreundlichen Betriebsweise. Nach den Schätzungen von

APM Terminals kann die Produktivität um 25 bis 50 Prozent gegenüber konventionellen

Terminallayouts verbessert werden.

Das Terminalkonzept setzt dabei auf einen neuen Automatisierungsgrad.

Ship-to-shore-Krane (STS) löschen die Container und setzen die Boxen dann

direkt auf eine neue Generation Automated Guided Vehicles (AGV). Diese sogenannten

Lift AGV können zwei Container gleichzeitig transportieren und mit

einer Geschwindigkeit von 22 km/h zwischen Kai und Yard pendeln. Dabei

sind die fahrerlosen Transporter mit Navigationssystemen ausgestattet, die

einem Transponderraster folgen. Sobald ein Lift AGV den Zielort erreicht,

hebt er den Container in ein spezielles Lagergestell. Von dort kann dann ein

automatisierter Schienenportalkran (ARMG) den Container aufnehmen und

z. B. zum Bahnterminal, einem Lkw oder auf einen Stellplatz im Containeryard

transportieren. Das APM-Containerterminal Maasvlakte II ist laut Betreiber

das erste Terminal weltweit, das Lift AGV nutzen wird. Für die erste Betriebsphase

plant APM Terminals, eine Flotte mit 36 Lift AGV und 128 Lagergestellen

einzusetzen. Die Lift AGV sind hierzu jeweils mit zwei elektrisch betriebenen

Hubplattformen ausgestattet, die unabhängig voneinander die transportierten

Container abladen können. Gottwald Port Technology baut die Spezialfahrzeuge.

Die 15 m langen und 3 m breiten Fahrzeuge sind mit diesel-elektrischen

Motoren ausgestattet, welche die neuesten europäischen Abgasnormen erfüllen.

Zum Auftrag gehört auch ein Flotten-Management-System für die Lift AGV.

Luftaufnahme vom Maasvlakte-Areal. (Fotos: APM Terminals/

Gottwald, Port of Rotterdam, Konecranes, Liebherr, Symeo)

Neben Diesel-Fuelsave

und Elektroantrieb bietet

Konecranes nun auch Hybrid-RTG an.

Störungen vermeiden

Steigende Mengen und Konzentrationen von Versandaktivitäten

in Kombination mit der aufkeimenden Nachfrage

in Entwicklungsmärkten setzen Häfen weltweit unter

Druck, ihren Betrieb zu neuer Effizienz zu führen.

Denn nur so könne die Zuverlässigkeit erhöht und kostspielige

Staus in den Häfen vermieden werden, die internationale

Containerverkehre ernstlich stören können.

Auf der TOC Europe können die Teilnehmer zu diesen

und weiteren Themen Meinungen und Blickwinkel zur

Terminaleffizienz hören. So zeigen Terminalnutzer, -betreiber

und Technologieanbieter, wie Maersk Line, CMA

CGM, Ports America und Cargotec, neue Erwartungen auf

und geben mögliche Antworten.

Neue Sicherheitsleitfäden

Andere Konferenzsequenzen beinhalten Themen wie Finanzierung

und die veränderte Rolle der Häfen in den

Lieferketten. Als ein weiteres Highlight führen die Veranstalter

eine Fallstudie von APM Terminals zum geplanten

Maasvlakte-II-Terminal an, auf dem neue Automatisierungstechnik

eingesetzt werden soll. Im Fokus des

Pema-Forums (Port Equipment Manufacturers Association)

stehen ebenfalls Technologien zur Verbesserung

von Produktivität, Sicherheit und Umweltfreundlichkeit.

Neben dem Seminar stellt Pema zudem neue Empfehlungen

für die Mindestsicherheitsanforderungen an Container-Yard-Equipment

vor, die gemeinsam mit TT-Club und

der ICHCA International entwickelt wurden.

Gleise als Engpasslösung

Speziell für den Schienenbereich bietet der Tiger-Projektworkshop

Ansätze, mit denen Engpässe in und um Seehäfen

durch Containerverlagerungen per Schiene in das

Hinterland beseitigt werden sollen. Das TOC-Seminar-

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