DREHSCHEIBE - Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

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DREHSCHEIBE - Raiffeisen Zentralbank Österreich AG

DREHSCHEIBE

ERFAHRUNG WEITBLICK

GESCHÄFTSBERICHT 2010


ÜbErblick

RZB-Konzern

Verän-

Monetäre Werte in € Millionen 2010 derung 2009 2008 2007 2006 1

Erfolgsrechnung

Zinsüberschuss 3.629 4,8% 3.462 4.010 2.942 2.186

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 1.198 - 46,7% - 2.247 - 1.150 - 308 - 346

Provisionsüberschuss 1.492 4,9% 1.422 1.768 1.516 1.177

Handelsergebnis 323 - 22,9% 418 19 94 257

Verwaltungsaufwendungen - 3.069 9,8% - 2.795 - 3.117 - 2.645 - 2.113

Jahresüberschuss vor Steuern 1.292 56,8% 824 597 1.485 1.286

Jahresüberschuss nach Steuern 1.168 104,7% 571 432 1.190 1.035

Konzern-Jahresüberschuss 714 64,8% 433 48 778 752

Gewinn je Aktie

Bilanz

121,73 85,28 36,46 6,40 150,70 155,70

Forderungen an Kreditinstitute 19.753 - 41,7% 33.887 29.115 30.910 32.006

Forderungen an Kunden 78.270 4,6% 74.855 84.918 73.071 53.106

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.391 - 25,1% 49.917 54.148 48.899 44.129

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 57.936 4,5% 55.423 59.120 55.369 44.727

Eigenkapital 11.251 9,2% 10.308 8.587 3 8.422 6.637

Bilanzsumme

Kennzahlen

136.497 - 7,7% 147.938 156.921 137.402 115.629

Return on Equity vor Steuern 12,5% 3,7 PP 8,8% 7,3% 22,2% 26,7%

Return on Equity nach Steuern 11,3% 4,2 PP 6,1% 5,3% 17,8% 21,5%

Konzern-Return on Equity 13,0% 9,0 PP 6,3% 0,9% 16,5% 21,9%

Cost/Income Ratio 55,8% 3,9 PP 51,9% 52,8% 56,9% 56,7%

Return on Assets vor Steuern 0,88% 0,3 PP 0,54% 0,40% 1,17% 1,25%

Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko)

Bankspezifische Kennzahlen

1,45% - 1,3 PP 2,76% 1,19% 0,41% 0,63%

2

Risikoaktiva (Kreditrisiko) 79.996 6,7% 74.990 89.040 83.091 70.656

Gesamte Eigenmittel 12.532 1,8% 12.308 10.801 10.297 7.614

Gesamtes Eigenmittelerfordernis 7.966 6,0% 7.516 8.505 7.491 5.652

Überdeckungsquote 57,3% - 6,5 PP 63,8% 27,0% 37,5% 34,7%

Kernkapitalquote (Tier 1), Kreditrisiko 11,6% - 0,2 PP 11,8% 8,4% 8,8% 9,0%

Eigenmittelquote

Ressourcen

12,6% - 0,5 PP 13,1% 10,2% 11,0% 10,8%

Mitarbeiter zum Stichtag 60.356 0,9% 59.800 66.651 61.351 55.434

Geschäftsstellen 2.970 - 2,2% 3.038 3.251 3.036 2.866

1 Exklusive Einmaleffekte aufgrund der Veräußerung der Raiffeisenbank Ukraine und des Minderheitsanteils an der Bank TuranAlem in Höhe von € 596 Millionen.

2 Die Berechnung ab 2008 erfolgte auf Basis von Basel II.

3 Rückwirkende Umschichtung des Partizipationskapitals in das Eigenkapital.


Geschäftsbericht 2010


inhalt

Vorwort des Vorstandes 6

Der Vorstand der Raiffeisen Zentralbank 8

Vision und Mission 9

Bericht des Aufsichtsrats 10

Interview mit Generaldirektor Walter Rothensteiner 12

Die Drehscheibe der Raiffeisen Bankengruppe – Spitzeninstitut, Konzernspitze und Service Provider 18

Die Drehscheibe zwischen der österreichischen Wirt schaft und welt weiten Geschäften 28

Die Drehscheibe zwischen nachhaltigem Wirtschaften und gesellschaftlicher Verantwortung 32

Die Drehscheibe zwischen Vergangen heit und Zukunft – 125 Jahre Raiffeisen in Österreich 44

Konzern-Lagebericht 52

Entwicklung der Märkte 52

Entwicklung des Bankensektors in den Heimmärkten der RZB 56

Geschäftsverlauf 2010 58

Finanz- und Ergebnisentwicklung 60

Forschung und Entwicklung 75

Internes Kontroll- und Risiko management system im Konzern rechnungslegungsprozess 76

Risikomanagement 78

Human Resources 83

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag 85

Ausblick für 2011 86

Segmentberichte 88

Teilkonzern Raiffeisen Bank International-Gruppe (RBI) 89

Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) 94

Weitere Beteiligungen 102


Konzernabschluss 106

Gesamtergebnisrechnung 106

Erfolgsentwicklung 108

Bilanz 109

Eigenkapitalveränderungsrechnung 110

Kapitalflussrechnung 111

Segmentberichterstattung 113

Konzernanhang 118

Unternehmen 118

Grundlagen der Konzernrechnungslegung 118

Konsolidierungskreis 122

Währungsumrechnung 124

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden 125

Erläuterungen zur Erfolgsrechnung 137

Erläuterungen zur Bilanz 144

Risikobericht 170

Sonstige Angaben 198

Bestätigungsvermerk 214

Erklärung aller gesetzlichen Vertreter 216

Glossar 218

Adressen und Kontaktdaten 220

Impressum 223

Von KPMG austria Gmbh Wirtschaftsprüfungs- und steuerberatungsgesellschaft geprüft.

Mit „rZb“ wird in diesem bericht der rZb-Konzern bezeichnet; „raiffeisen Zentralbank“ wird verwendet, wenn sich die angaben nur auf die raiffeisen Zentralbank Österreich aG beziehen.

in den tabellen kann es bei der aufrechnung von gerundeten beträgen zu geringfügigen Differenzen kommen. Die angabe von Veränderungsraten (Prozentwerte) beruht auf tatsächlichen und nicht auf den

gerundeten Werten, die in den tabellen dargestellt sind.


Österreichische Wirtschaft Weltweite Geschäfte

Erfahrung

Vergangenheit Zukunft

Spitzeninstitut Raiffeisen Bankengruppe

Lagebericht Segmentberichte

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung

Weitblick

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung


6 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

VorWort Des VorstanDes

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Jahr 2010 hat die RZB umfassende interne Veränderungen in ihrem Aufbau und der

Unternehmensstruktur vorgenommen. Diese stellen sicher, dass der Konzern seinem strategischen

Ziele näher kommt, die führende Bankengruppe in Österreich und Zentral- und

Osteuropa zu sein.

Mit den Umstrukturierungen hat die RZB die organisatorischen Voraussetzungen geschaffen,

um auch für die kommenden Herausforderungen bestens gerüstet zu sein. Im Kern bestehen

die Veränderungen darin, dass wesentliche Teile des operativen Geschäfts – vor allem das

Firmenkundengeschäft, die Produktbereiche und das Investmentbanking – aus der Raiffeisen

Zentralbank abgespalten und mit ihrer größten Tochtergesellschaft, der Raiffeisen International

Bank-Holding AG, verschmolzen wurden. Daraus ging die Raiffeisen Bank International

AG hervor. In gut acht Monaten wurde diese tiefgreifende Strukturänderung innerhalb der

RZB abgeschlossen.

Die Vorteile der Neustrukturierung sind mannigfaltig. Die Raiffeisen Zentralbank ist damit

als Spitzeninstitut der und Servicestelle für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich sowie

Konzernspitze für die gesamte RZB-Gruppe noch klarer positioniert. Nahezu der gesamte

Der Vorstand der Raiffeisen Zentralbank: Dr. Johannes Schuster, Dr. Walter Rothensteiner und Dr. Johann Strobl.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

operative Bankbetrieb ist nun unter einem Dach in der Raiffeisen Bank International AG

gebündelt. Diese Struktur sichert zudem ab, dass die Raiffeisen Bank International AG langfristig

in österreichischem Eigentum bleiben kann. Auch wird die Aufnahme von Eigen- und

Fremdkapital für die Raiffeisen Bank International AG erleichtert. Sie ist nun in einem Institut

ge bündelt. Zudem wurden Produkt-Know how der Raiffeisen Zentralbank und Vertriebsstärke

der Raiffeisen International unter einem Dach vereint.

Die Ergebnisse des Jahres 2010, wie sie in diesem Geschäftsbericht präsentiert werden,

bestätigen die Entscheidung, die RZB neu aufzustellen. So erreichte der Jahresüberschuss

nach Steuern € 1.168 Millionen, das ist gegenüber dem Vorjahr ein Plus von 105 Prozent

oder € 597 Millionen. Nach Abzug der Minderheitsanteile von € 455 Millionen ergab sich

ein Konzern-Jahresüberschuss von € 714 Millionen, was einem Zuwachs von nahezu zwei

Dritteln entspricht.

Nachdem die beiden letzten Jahre von einem Wirtschaftsabschwung gekennzeichnet waren,

ist es erfreulich, dass sich die Situation beim Kreditrisiko deutlich verbessert hat. Wie der

Risikoteil dieses Geschäftsberichts zeigt, sanken wegen niedrigerer Ausfälle und Restrukturierungsmaßnahmen

die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um 47 Prozent auf

€ 1.198 Millionen.

Mit diesen Maßnahmen und auf der soliden Basis langfristiger und partnerschaftlicher

Kundenbeziehungen ist die RZB gut für die Zukunft gerüstet.

Die RZB hat in ihren Heimmärkten Österreich und Zentral- und Osteuropa ein sowohl regional

als auch nach Kundengruppen gut diversifiziertes Portfolio. Wir sind fest davon überzeugt,

dass wir wegen unserer guten Ausgangsposition, soliden Geschäftspolitik und Strategie

sowie unserer starken Kundenbasis die Chancen der Krise nutzen konnten. Heute sehen wir

uns darin bestätigt, gerade unseren Heimmärkten in Zentral- und Osteuropa auch in der Krise

treu geblieben zu sein und sie jetzt im Aufschwung neuerlich zu begleiten.

In CEE verfügen wir über das dichteste Bankennetzwerk der Region und in Österreich bauen

wir auf die starke Marktstellung im Kommerzkundengeschäft. Zudem nimmt die Raiffeisen

Bankengruppe in Österreich die Spitzenstellung im Retail Banking sowie im Geschäft mit

Klein- und Mittelbetrieben ein.

Ein wichtiger Eckpfeiler unseres Erfolgs ist unser starkes Wertefundament, das wir mit der

gesamten Raiffeisen Bankengruppe teilen. Eine weitere Stütze unseres Erfolgs ist unsere starke

Marke. Der Name „Raiffeisen“ und das Jahrhunderte alte Schutzsymbol Giebelkreuz stehen

in ganz Europa für Sicherheit und verlässliche Partnerschaft.

Wir danken unseren Kunden für ihr Vertrauen in die RZB und die gute Zusammenarbeit. Ebenso

danken wir unseren Aktionären, ihren Vertretern in den Organen der Raiffeisen Zentralbank

und unseren Geschäftspartnern.

Besonderer Dank gilt natürlich auch unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren ausgezeichnete

Leistung und großes Engagement die Entwicklung der RZB tragen. Gerade in

einer Phase des Umbruchs waren die Loyalität, Know-how, Service- und Einsatzfreude der

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter ein ganz zentrales Asset. Wie schon in den Jahren zuvor

freuen wir uns auf eine Fortsetzung des gemeinsamen Weges.

Dr. Walter Rothensteiner Dr. Johannes Schuster Dr. Johann Strobl

RZB Geschäftsbericht 2010

Der Jahresüberschuss vor Steuern

ist um 105 Prozent auf € 1.168

Millionen gestiegen.

7


8 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Der VorstanD

Dr. Walter Rothensteiner

Verantwortlich für Beteiligungsmanagement, Innen- und Konzernrevision, Konzernsteuerung,

Personal, Public Relations, Recht und Steuern, Vorstandssekretariat.

Geboren 1953; Studium der Handelswissenschaften an der Wirtschaftsuniversität Wien.

1975 Eintritt in die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-Wien, rascher Aufstieg in führende

Positionen, zuletzt Mitglied der Geschäftsführung. 1987 Vorstandsmitglied der Leipnik-

Lundenburger Industrie AG und 1991 des Zuckerindustriekonzerns Agrana. 1995 Eintritt in die

Raiffeisen Zentralbank als stellvertretender Vorstandsvorsitzender. Seit Juni 1995 Vorsitzender

des Vorstandes und Generaldirektor der Raiffeisen Zentralbank.

Ausgewählte Aufsichtsrats- und/oder sonstige Mandate: Casinos Austria AG (V), Kathrein

& Co. Privatgeschäftsbank AG (V), Raiffeisen Bank International AG (V), Raiffeisen Bausparkasse

Ges.m.b.H. (V), Raiffeisen Centrobank AG (V), Valida Holding AG (V), Österreichische

Lotterien Ges.m.b.H. (V), Raiffeisen Informatik GmbH (V), Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs

AG, Oesterreichische Kontrollbank AG, UNIQA Versicherungen AG, Oesterreichische

Nationalbank AG (Generalrat).

Dr. Johannes Schuster

Verantwortlich für Sektor-Marketing, Sektor-Services und Sektor-Treasury.

Geboren 1970; Studium der Volkswirtschaft an der Johannes Kepler Universität in Linz und

Studium der Betriebswirtschaftslehre an der Universität Wien. Seit 1995 in der Raiffeisen

Bankengruppe tätig, zuerst in der Raiffeisenlandesbank Oberösterreich in der Volkswirtschaftlichen

Abteilung, dann als Assistent des Vorstandsvorsitzenden und zuletzt als

Marketingleiter. Seit 1999 in der Raiffeisen Zentralbank als Assistent des Generaldirektors

und Leiter des Sektorbüros. Ab 2005 zusätzlich Leitung des Vorstandssekretariats. Seit 2010

Vorstandsmitglied.

Ausgewählte Aufsichtsrats- und/oder sonstige Mandate: e-force Internet-Entwicklungen

für e-business GmbH (V), Raiffeisen Bank International AG, Raiffeisen Factor Bank AG, Raiffeisen

Informatik GmbH, Raiffeisen Software Solution und Service GmbH, Raiffeisen Vermögensverwaltungsbank

AG, card complete Service Bank AG, PayLife Bank GmbH, Öster -

reichische Raiffeisen Einlagensicherung eGen (Vorstand), Raiff eisen International Beteiligungs

GmbH (Geschäftsführung).

Dr. Johann Strobl

Verantwortlich für Risiko-Controlling und Risiko-Management.

Geboren 1959; Studium an der Wirtschaftsuniversität Wien. 1989 Eintritt in die Creditanstalt-

Bankverein; dort bzw. in der Folge für Bank Austria-Creditanstalt leitende Funktionen im Treasury

und Risk Management, daneben auch Bereichsvorstand der Hypo-Vereinsbank, München;

zuletzt Mitglied des Bank Austria-Creditanstalt-Vorstandes als Chief Risk Officer sowie Chief

Financial Officer. Seit Oktober 2007 Vorstandsmitglied der Raiffeisen Zentralbank.

Ausgewählte Aufsichtsrats- und/oder sonstige Mandate: Raiffeisen Centrobank AG,

Raiffeisen Bank International AG (Vorstand).

(V) = Vorsitzender


Vision

RZB is the leading banking group in Austria

and Central and Eastern Europe.

Mission

We seek long-term customer relationships.

In Austria and Central and Eastern Europe we provide

a full range of highest quality financial services.

In the world’s financial centres and Asia we are an

important niche player.

As the central institution of the Raiffeisen Banking Group

in Austria we offer specific services to our owners.

We achieve sustainable and above-average return

on equity.

We empower our employees to be entre preneurial and

to show initiative and we foster their development.


10 RZB Geschäftsbericht 2010 Aufsichtsrat Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

bericht Des aufsichtsrats

Der Aufsichtsrat wurde in vier

Sitzungen sowie laufend schriftlich

und mündlich über den Geschäftsverlauf

und bedeutsame Vorfälle

informiert.

Das vergangene Geschäftsjahr war durch den Zusammenschluss des operativen Geschäfts

der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft (Raiffeisen Zentralbank) – vor allem

das Geschäft mit österreichischen und internationalen Firmenkunden sowie das Investmentbanking

– mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG zur Raiffeisen Bank International

AG (RBI) geprägt, die auch die Arbeit des Aufsichtsrates und seiner Ausschüsse beeinflusste.

Ziel dieser Fusion war es, den Zugang der Raiffeisen International zum Eigenkapitalmarkt mit

dem der Raiffeisen Zentralbank zum Fremdkapitalmarkt in der RBI zu vereinen. Zudem sollte

die RBI durch das breite Vertriebsnetz der Raiffeisen International in Zentral- und Osteuropa

und die umfassende Produktpalette der Raiffeisen Zentralbank in ihrer Position als eine der

führenden Universalbanken der Region gestärkt werden.

Mit der Eintragung der Fusion in das Firmenbuch per 11. Oktober 2010 wurde der Zusammenschluss

rechtsgültig und die erwähnten Strukturen traten in Kraft. Die Raiffeisen

Zentralbank konzentriert sich seitdem auf ihre Funktion als Spitzeninstitut der Raiffeisen

Banken gruppe Österreich und ist gleichzeitig Konzernspitze der RZB-Gruppe, deren größte

Beteiligung die RBI ist.

Der Vorstand der Raiffeisen Zentralbank hat im Geschäftsjahr 2010 dem Aufsichtsrat in vier

ordentlichen Sitzungen über den allgemeinen Geschäftsverlauf, über bedeutsame Geschäftsvorfälle

sowie über die Lage und die Entwicklung der Bank und ihres Konzerns zeitnah

und umfassend schriftlich sowie mündlich Bericht erstattet. Zudem wurde der Aufsichtsrat

regelmäßig über die beabsichtigte Geschäftspolitik und weitere grundsätzliche Fragen der

Unternehmensplanung informiert. In dringenden Fällen hat der Vorstand wesentliche Geschäftsvorfälle

allen Mitgliedern des Aufsichtsrates im Wege des schriftlichen Umlaufverfahrens

zur Beschlussfassung vorgelegt. Der Aufsichtsrat konnte im abgelaufenen Geschäftsjahr

die Geschäftsführung des Vorstandes der Raiffeisen Zentrabank nach den gesetzlichen und

satzungsgemäßen Vorschriften überwachen sowie über die vorgelegten genehmigungspflichtigen

Geschäfte entscheiden.

Die vom Aufsichtsrat gebildeten Ausschüsse nahmen im Geschäftsjahr 2010 ebenfalls die

nach Gesetz und Satzung obliegenden Aufgaben wahr, und zwar im Rahmen von fünf

Sitzungen des Arbeitsausschusses, drei Sitzungen des Personalausschusses sowie zwei

Sitzungen des Prüfungsausschusses. Über die Arbeit der Ausschüsse berichtete der Vorsitzende

regelmäßig im Aufsichtsrat.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die KPMG Austria GmbH Wirtschaftsprüfungs- und Steuerberatungsgesellschaft, Wien,

hat als Abschlussprüfer den vom Vorstand vorgelegten Jahresabschluss und Lagebericht der

Raiffeisen Zentralbank und den Konzernabschluss sowie den Konzernlagebericht für das

Geschäftsjahr 2010 geprüft. Die Prüfung hat zu keinen Beanstandungen Anlass gegeben

und den gesetzlichen Vorschriften wurde voll entsprochen. Der uneingeschränkte Bestätigungsvermerk

wurde somit erteilt.

Der Prüfungsausschuss und in der Folge der Aufsichtsrat haben sich mit dem vom Vorstand

vorgelegten Bericht zum Prüfungsergebnis über das Geschäftsjahr 2010 einverstanden erklärt

und schließt sich dem Gewinnverwendungsvorschlag des Vorstandes an. Damit wurde

der Jahresabschluss 2010 der Raiffeisen Zentralbank gemäß § 96 Abs 4 Aktiengesetz

(AktG) festgestellt.

Infolge der Fusion sind am 10. Oktober 2010 Dr. Herbert Stepic als Vorstandsvorsitzender,

Dr. Karl Sevelda als stellvertretender Vorstandsvorsitzender und Patrick Butler, M.A. als

Vorstandsmitglied in die RBl gewechselt. Mit Wirkung zum 10. Oktober 2010 bestellte der

Aufsichtsrat Dr. Johannes Schuster in den Vorstand der RZB AG. Dr. Schuster ist im Vorstand

für Sektor-Marketing, Sektor-Services sowie Sektor-Liquidität & Treasury Management verantwortlich.

Zum 31. Dezember 2010 ist Mag. Manfred Url aus dem Vorstand der Raiffeisen

Zentralbank ausgeschieden. Mit 1. Jänner 2011 wechselte Mag. Url als Generaldirektor in

die Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H.

Der Aufsichtsrat dankt dem Vorstand, den Führungskräften sowie allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Raiffeisen Zentralbank und ihres gesamten Konzerns für ihren großen

persönlichen Einsatz im abgelaufenen Geschäftsjahr, insbesondere für ihren engagierten

Beitrag während des Fusionsprozesses.

Für den Aufsichtsrat

Ök.-Rat Dr. Christian Konrad

Vorsitzender

RZB Geschäftsbericht 2010

11


12 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

„raiffeisen in Österreich

ist sicher, nachhaltiG,

reGional.”

interVieW Mit GeneralDireKtor

Dr. Walter rothensteiner

2010 haben Sie eine der größten Neugestaltungen der Firmengeschichte

vorgenommen. War das eine Folge der Krise?

Nein, denn wir haben schon 2008 über Modelle einer neuen Konzernstruktur nachgedacht,

aber dann kamen uns Lehman und die Finanzkrise dazwischen. Wir haben uns zuerst

intensiv der unmittelbaren Krisenbewältigung gewidmet und erst dann die angedachte Neuorganisation

in Angriff genommen.

Wirkt sich diese Neuorganisation auch auf das Ergebnis aus?

Das kann man so nicht sagen. Aber man kann am Ergebnis ablesen, dass wir die Krise und

ihre Folgen gut überstanden haben und weiterhin stark und solide dastehen. Die Neuorganisation

hatte den Sinn, uns für die zukünftigen Aufgaben zu rüsten.

Die Raiffeisen Zentralbank hat einen neuen Fokus. Was sind ihre Aufgaben?

Die Raiffeisen Zentralbank hat folgende drei Kernaufgaben: Sie ist das Spitzeninstitut der

Raiffeisen Bankengruppe und hat dabei ein Bündel an Aufgaben wahrzunehmen, auch an

gesetzlich vorgesehenen. Weiters ist die Raiffeisen Zentralbank die Konzernspitze der RZB-

Gruppe, deren größte Beteiligung die Raiffeisen Bank International ist. Und schließlich wird

die Raiffeisen Zentralbank noch stärker als bisher Serviceeinheit für den Raiffeisensektor sein.

Was kann man sich unter „Serviceeinheit für den Raiffeisensektor” vorstellen?

Wir haben vielfältige Aufgaben, von der nationalen und internationalen Interessensvertretung

bis hin zu koordinierenden Tätigkeiten im Raiffeisensektor. Eine ganz wesentliche

Funktion der Raiffeisen Zentralbank ist es auch, Transmissionsriemen zwischen unseren

Eigentümern aus der Raiffeisen Bankengruppe Österreich und unserem größten Beteiligungsunternehmen,

der Raiffeisen Bank International, zu sein. Die Raiffeisen Zentralbank ist quasi

Brückenbauer zwischen dem Sektor in Österreich und dem Netzwerk in Zentral- und

Osteuropa.

Gibt es da schon „Brücken”, an denen gebaut wird?

Ja, wir haben schon einige Brückenpfeiler errichtet, jetzt kommt noch die Fahrbahn und dann

werden wir einen regen Verkehr zwischen den beiden Welten haben. Schon jetzt gibt es die

eine oder andere Produkttochter, die daran denkt, Lösungen für Österreich und CEE künftig

zu harmonisieren. Bis dato war die wesentlichste Klammer die starke Marke Raiffeisen.

Da werden in Zukunft noch viele Projekte hinzu kommen. Das soll Raiffeisen Österreich als

Bankengruppe weiter stärken und uns noch wettbewerbsfähiger und erfolgreicher machen.


14 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Werden davon auch die einzelnen österreichischen Raiffeisenbanken profitieren?

Ich würde sogar sagen: davon müssen sie profitieren! Denn das ist das Ziel, das wir uns

gesetzt haben: Zusammenarbeit muss noch mehr Nutzen bringen – sowohl bei möglichen

Kostenersparnissen wie auch bei regulatorischen Themen. Die Raiffeisen Zentralbank sieht

sich als Organisator gemeinsamer Lösungen. Wir wollen die Wettbewerbsposition der Raiffeisenbanken

weiter stärken und uns als Bankengruppe für die Zukunft noch besser aufstellen.

Lassen Sie uns noch einmal zum Thema Fusion zurückkehren: Warum war diese

eigentlich nötig geworden?

Nach Jahren starker Geschäftsausweitung war eine Revision von Strategie und Konzernstruktur

ohnehin angesagt. Die Strategie haben wir mit Beratern intensiv abgeklopft und

für gut befunden. Aber manche Abläufe und die Aufgabenverteilung im Konzern haben

Optimierungspotenzial aufgezeigt, das wir heben wollten. Wir wollten eine neue Konzernstruktur

mit klarer zugeordneten Aufgaben schaffen. Das bringt Vorteile für unsere Kunden,

in der Governance und einen besseren Zugang für und zu Investoren.

Waren das nicht enorme Umstellungen für die Kunden?

Vorweg: Vieles ist gleich geblieben: Der Heimmarkt der RZB-Gruppe bleibt Österreich und

Zentral- und Osteuropa. Für die Kunden hat sich eigentlich nur sehr wenig verändert. Die

Ansprechpartner, Kundenbetreuer, Kontonummern und Bankleitzahl bleiben die gleichen,

aber die neue Struktur erleichtert die gruppenübergreifende Betreuung. Man könnte die

Umstrukturierung auch unter dem in Österreich bekannten Slogan zusammenfassen: „Alles

bleibt besser“.

Inwiefern besser?

Wir haben das Produkt-Know how, das Kommerzkundengeschäft und Investmentbanking

der Raiffeisen Zentralbank in die Retail- und Vertriebsstärke der Raiffeisen International

eingebracht und die Stärken gebündelt. Dadurch entstand die RBI, die Raiffeisen Bank International,

an der die RZB jetzt 78,5 Prozent hält.

Davon sollte auch die RBI profitieren …

Sie hat jetzt vollen Kapitalmarktzugang, also Zugang zu allen Kapitalmarktprodukten auf

den Aktien- und Anleihe-Märkten. Das entlastet auch die Kernaktionäre der Raiffeisen

Zentralbank. Weiters hat die RBI jetzt eine durchgehende Wertschöpfungskette und kann ihr

Service aus einer Hand anbieten.

Gab es auch, oder wird es auch Synergien geben?

Synergien zwischen Raiffeisen Zentralbank und RBI sind ein Nebeneffekt der neuen Struktur.

Sie werden nicht unmittelbar, sondern indirekt entstehen. Da wird uns die klarere Aufgabenverteilung

entgegenkommen.

Sie haben vorhin ein sehr deutliches Bekenntnis zu Zentral- und Osteuropa

abgegeben. Warum halten Sie weiter an diesem Markt fest?

Ich will gar nicht leugnen, dass einige Länder in letzter Zeit ein schwieriges Umfeld boten.

Aber es wäre aus unserer Sicht völlig falsch, einen Rückzug anzugehen. Wir haben schließlich

über Jahre hinweg als Pionier in CEE ein umfassendes Bankennetzwerk aufgebaut.

Dieses Engagement wurde über viele Jahre hinweg auch mit einem konstanten Wachstum

und guten Erträgen belohnt. Nicht zuletzt fühlen wir uns den Menschen und der Wirtschaft

gegenüber verantwortlich. Schließlich steht Raiffeisen für nachhaltiges Wirtschaften.

Erwarten Sie hier immer noch Wachs tumsraten, die ein Vielfaches des Euroraums

sein werden, wie es ja in den Jahren vor der Krise der Fall war?

Unsere Prognosen zeigen, dass auch heute noch in den Ländern Zentral- und Osteuropas

ein großes Potenzial vorhanden ist. Auch wenn das Wirtschaftswachstum in dieser Region

nicht mehr so rasant wie früher ist, so wird es doch zwei bis drei Mal so stark wie im Euroraum

erwartet.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Lassen Sie uns noch einmal auf die Raiffeisen Bankengruppe und den Markt in

Österreich zurückkommen: Wo sehen Sie diese heute?

Auch wenn es vielleicht pathetisch klingt, kann man es so zusammenfassen: Sicher, nachhaltig

und regional seit 125 Jahren. Raiffeisen ist Österreichs Nahversorger mit Finanzdienstleistungen

und -produkten. Keine andere Bankengruppe erreicht so viele Österreicherinnen und

Österreicher, verfügt über ein so dichtes Netzwerk an Bankstellen oder fühlt sich so stark den

Menschen in unserem Land und seiner Wirtschaft verpflichtet. Raiffeisen ist fest im lokalen

Umfeld verwurzelt und ein aktiver Förderer der Region und ihrer Menschen.

Als erstes nannten Sie sicher. Gewinnt das Thema Sicherheit an Bedeutung?

Eine Bank kann nur so gut sein, wie ihre Einlagen sicher sind. Die Turbulenzen der letzten

Jahre haben gezeigt, wie wichtig unseren Kunden Sicherheit ist. Das belegt auch die

Marktführerschaft Raiffeisens bei den Einlagen. Raiffeisen ist die erste Adresse für Österreichs

Sparer.

Auch Nachhaltigkeit ist bei Raiffeisen ein wichtiges Schlagwort …

Nachhaltigkeit ist viel mehr als bloß ein Schlagwort. Schon Friedrich Wilhelm Raiffeisen hat

sie gepredigt, und das schon zu einer Zeit, bevor das Wort in aller Munde war. Das ist Teil

unseres genetischen Codes und des Gründungsauftrags. Wir müssen mit unseren ökologischen

und ökonomischen Ressourcen, aber auch mit unseren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

besonders verantwortungsvoll umgehen. Unternehmen, die dies tun, sind uns auch als

Kunden besonders willkommen. Nur so lassen sich die heutigen Bedürfnisse befriedigen,

ohne die Chancen zukünftiger Generationen zu beschneiden.

Da stellt sich aber schon die Frage, ob es wirklich notwendig und wirtschaftlich

gerechtfertigt ist, quasi in jedem Ort eine Bankstelle zu haben?

Andere Banken konzentrieren ihre Leistungen ausschließlich auf die größeren Ballungsräume.

Raiffeisen ist dagegen eine Gemeinschaft von Menschen, die sich der Verantwortung für

ihr lokales Umfeld bewusst ist, und in allen Regionen des Landes die Menschen mit Finanzprodukten

versorgt. Die Raiffeisenbanken sind tief in der Wirtschaft und der Gesellschaft

ihrer Region verankert. Ihr Fokus und ihr Unternehmensgegenstand sind auf die Region

gerichtet. Seit der Gründung der ersten Raiffeisenbank in Österreich vor 125 Jahren steht der

genossenschaftliche Gedanke – also die Förderung der Mitglieder – und mit ihr die Verwurzelung

in der Region im Zentrum unseres wirtschaftlichen Handelns. Das wird auch

in Zukunft so bleiben. Darauf können Sie vertrauen.

RZB Geschäftsbericht 2010

15


Österreichische Wirtschaft Weltweite Geschäfte

Spitzeninstitut Raiffeisen Bankengruppe

Vergangenheit Zukunft

Erfahrung Weitblick

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung

Lagebericht Segmentberichte

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung


18 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Drehscheibe Der

raiffeisen banKenGruPPe

sPitZeninstitut, serVice ProViDer

unD rZb-KonZernsPitZe

Die Raiffeisen Zentralbank Österreich AG (Raiffeisen Zentralbank) ist das Spitzen- und Zentralinstitut

der Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG). Sie wurde im Jahr 1927 – damals

noch Girozentrale der österreichischen Genossenschaften – als Liquiditätsausgleichsstelle der

landwirtschaftlichen Genossenschaften Österreichs gegründet.

Die RZB-Gruppe ist der drittgrößte Bankkonzern Österreichs, die RBG ist in Summe die größte

und stärkste Bankengruppe des Landes. Die Raiffeisen Zentralbank steht überwiegend im

Besitz der Raiffeisen-Landeszentralen und ist gemäß Bankwesengesetz deren Zentralinstitut.

Stärkste Bankengruppe

Aktionärsverzeichnis der Raiffeisen Zentralbank Anteil in Prozent*

Raiffeisenlandesbank NÖ-Wien 31,41

Raiffeisen-Landesbank Steiermark 14,94

Raiffeisenlandesbank OÖ 14,94

Raiffeisen-Landesbank Tirol 5,85

Raiffeisenverband Salzburg 5,80

Raiffeisenlandesbank Kärnten 5,63

Raiffeisenlandesbank Burgenland 4,63

Raiffeisenlandesbank Vorarlberg 4,59

Zveza Bank 0,04

Summe Raiffeisenlandesbanken** 87,83

Österreichische Volksbanken AG 5,15

UNIQA Versicherungen AG 2,64

RWA Raiffeisen Ware Austria AG 2,58

HYPO Investmentbank AG 1,17

Landeshypothekenbank Steiermark AG 0,63

Summe anderer Aktionäre 12,17

Total 100

* Direkt und indirekt gehaltene Stamm- und Vorzugsaktien

** Davon werden 81,35 Prozentpunkte in der R-Landesbanken-Beteiligung GmbH gehalten.

Die Kerngeschäftsfelder der Raiffeisen Zentralbank sind ihre Funktionen als Spitzeninstitut der

RBG, als Konzernspitze der RZB-Gruppe sowie Serviceeinheit für den Sektor. Für die RBG

übernimmt die Raiffeisen Zentralbank außerdem zentrale Service aufgaben.

Über die börsegelistete Tochter Raiffeisen

Bank International (RBI) besitzt sie eines der

größten Bankennetzwerke in Zentral- und

Osteuropa. 17 Märkte der Region werden

durch Tochterbanken, Leasingfirmen und eine

Reihe anderer Finanzdienstleistungsunternehmen

abgedeckt. Mehr als 59.000 Mitarbeiter

betreuen weltweit rund 14 Milli o nen

Kunden innerhalb eines dichten Vertriebsnetzwerks

mit rund 3.000 Geschäfts stellen.

Als Organisator von Syner gien und gemeinsamen

Lösungen fungiert die Raiffeisen

Zentralbank als Drehscheibe zwischen der

RBG und der RBI.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Neue RZB-Konzernstruktur

Am 22. Februar 2010 informierten die Raiffeisen Zentralbank und die Raiffeisen International

über die mögliche strategische Option, wesentliche Teile des Bankbetriebs der Raiffeisen

Zentralbank abzuspalten und in die Raiffeisen International einzubringen. Am 19. April 2010

gaben die Vorstände der beiden Unternehmen ihre Entscheidung bekannt, die Umstrukturierung

den Aktionären der beteiligten Gesellschaften zum Beschluss vorzulegen. Auf den

jeweiligen Hauptversammlungen Anfang Juli stimmten die Anteilseigner mit der erforderlichen

Dreiviertelmehrheit den Anträgen zu. Die Spaltung wurde am 9. Oktober und die Verschmelzung

am 10. Oktober ins Firmenbuch eingetragen und damit rechtswirksam.

Diese Abspaltung war eine der wesentlichsten Änderungen in der Struktur der Raiffeisen

Zentralbank seit ihrem Bestehen. Wesentliche Teile des operativen Geschäfts – vor allem das

Firmenkundengeschäft, die Produktbereiche und das Investmentbanking – wurden aus der

Raiffeisen Zentralbank abgespalten und mit der Raiffeisen International verschmolzen. Daraus

ist die nunmehrige RBI AG hervorgegangen. Die Raiffeisen Zentralbank hält rund 78,5 Prozent

an diesem neuen Institut.

Überlegungen zu einer möglichen Umstrukturierung in der RZB waren bereits vor Ausbruch

der Finanzkrise angestellt worden. Mit dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

war vorläufig nicht an eine Konkretisierung zu denken. Erst nach Stabilisierung des Umfelds

waren die Pläne wieder aufgenommen worden.

Konzernspitze und Spitzeninstitut

Seit der Umstrukturierung zeigt sich die Raiffeisen Zentralbank in einer neuen Struktur. Sie ist

Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe, Konzernspitze für die RZB-Gruppe und Serviceeinheit

für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich. Die Rolle der Raiffeisen Zentralbank als

historisch gewachsenes Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich zeigt sich

gerade im Aufgabenbereich „Sektor“. Darin übernimmt die Raiffeisen Zentralbank wesentliche

Serviceaufgaben für eine effiziente Zusammenarbeit in einem dezentralen Bankenverbund.

So hält und koordiniert die Raiffeisen Zentralbank die Mindestreserve sowie die gesetzlich

vorgeschriebene Liquiditätsreserve der einzelnen angeschlossenen Institute. Zudem nimmt sie

neben Liquiditäts- und Mindestreserve auch Einlagen von und gibt Refinanzierungen an die angeschlossenen

Institute als Unterstützung für deren Liquiditäts- und Fremdwährungsmanagement.

Neben der Rolle als Zentralinstitut bietet die Raiffeisen Zentralbank dem Raiffeisensektor noch

zahlreiche Dienstleistungen an. Unter anderem koordiniert die Raiffeisen Zentralbank die Einhaltung

der Mindestreserve der RBG bei der OeNB, indem sie die Zahlungsströme determiniert,

bündelt und an die OeNB weiterleitet.

Service Provider für die RBG

Als Service Provider des Raiffeisensektors bietet die Raiffeisen Zentralbank Unterstützung

beim Fremdwährungsmanagement. Weiters übernimmt die Raiffeisen Zentralbank innerhalb

der Raiffeisen Bankengruppe Beratungsleistungen und unterstützt bei der gremialen

Verbundarbeit.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Neustrukturierung war eine

der wesentlichsten Änderungen in

der Unternehmensgeschichte.

Die Raiffeisen Zentralbank sorgt

für den Liquiditätsausgleich.

19


20 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Raiffeisen Zentralbank agiert als

Organisator von Synergien und

gemeinsamen Lösungen zwischen

der RBG und der RBI sowie von

Dienstleistungen, Produkten und

Prozessen für die RBG.

So erbringt die Raiffeisen Zentralbank grundlegende Marketingleistungen für die gesamte

Bankengruppe und trägt die Verantwortung für deren strategische Markenführung. Dazu

gehören insbesondere das strategische Management der Marke „Raiffeisen“ sowie Planung,

Entwicklung und Umsetzung aller strategischen Aufgaben zur Pflege und Führung der Marke

Raiffeisen“ (Corporate Identity). Ergänzt werden die Marketingagenden mit der Schaffung

und Weiterentwicklung der Grundelemente eines einheitlichen Erscheinungsbildes (Corporate

Design), welches für die gesamte RBG verbindlich ist.

Auch liegt in der Raiffeisen Zentralbank die Geschäftsführung der Zentralen Raiffeisenwerbung

(ZRW). Sie erstellt einen Marketing-Masterplan und koordiniert sich laufend mit den

Verbundunternehmen der RBG. Weitere Punkte sind die Planung, Entwicklung und Umsetzung

bundesweiter Image-Dachkampagnen und Produkt-/Zielgruppen- und Leistungskampagnen

für die RBG, beim Sponsoring die Entwicklung und Umsetzung der bundesweiten Sponsoring-

Strategie und die bundesweiten Aktivitäten des Raiffeisen-Clubs.

Die Raiffeisen Zentralbank agiert als Organisator von Synergien und gemeinsamen Lösungen

zwischen der RBG und der RBI sowie von Dienstleistungen, Produkten und Prozessen für die

RBG. Eine zentrale Koordinations- und Beratungsleistung kommt der Raiffeisen Zentralbank

auch bei der Verbundarbeit für die RBG zu. Dazu zählen etwa die Zusammenarbeit in den

Strategie- und Entscheidungsgremien der RBG, weiters die Unterstützung bei gemeinsamen

Projekten und Beratungstätigkeit bei strategischen oder Vertriebsthemen für ausgewählte

Sektor-Institute.

Auch das Risikomanagement im Konzern ist ein integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung.

Die Aufgaben im Beteiligungsmanagement sind geprägt von langfristigen strategischen

Beteiligungen an Banken, Finanzinstituten sowie weiteren Unternehmen. Schließlich sind noch

die Innenrevision der Raiffeisen Zentralbank und die Konzernrevision der RZB in der Konzernspitze

angesiedelt.

Soziale Verantwortung

Zu den Aufgaben der Raiffeisen Zentralbank zählt auch die Steuerung der Corporate Responsibility

(CR) Agenden im gesamten Konzern. Die Raiffeisen Zentralbank bekennt sich zur

nachhaltigen Unternehmensführung und zur damit verbundenen gesellschaftlichen Verantwortung.

Die CR-Arbeit der Gruppe basiert insbesondere auf den Grundsätzen und Werten

der Raiffeisen-Idee. Ihre Rolle in der Gesellschaft ist geprägt durch gelebte Verantwortung

gegenüber Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Aktionären sowie der

Gesellschaft und den weiteren Stakeholdern. Dem Thema CR ist ein eigenes Kapitel in diesem

Bericht gewidmet.

Raiffeisen in Österreich – erprobtes

Erfolgsmodell

Die Raiffeisen Organisation in Österreich ist ein nach genossenschaftlichen Grundsätzen

organisierter Verbund von Unternehmen, der neben dem Finanzsektor auch zahlreiche andere

Branchen umfasst. In Österreich zählt sie rund 1.600 selbständige Genossenschaften (mit rund

zwei Millionen Mitgliedern), die mit mehr als 57.000 Mitarbeitern rund vier Millionen Kunden

betreuen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG)

Nummer 1 in Österreich

Die Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) ist die stärkste Bankengruppe des Landes. Sie

verfügt über das dichteste Bankstellennetz Österreichs und repräsentiert ein gutes Viertel des

gesamten heimischen Bankwesens. Die Raiffeisen Bankengruppe verwaltet rund € 83 Milliarden

Einlagen inländischer Kunden (exklusive Bauspareinlagen) und rund € 50 Milliarden

an Spareinlagen. In der Finanzierung liegt der Schwerpunkt bei klein- und mittelständischen

Unternehmen, Tourismus und Landwirtschaft. Die RBG hat ihre starke Marktposition durch

gesundes Wachstum aus eigener Kraft erreicht.

Marktanteile der

Raiffeisen Bankengruppe in Österreich 2010 2009 2008 2007 2006

Gesamteinlagen inländischer Nichtbanken € Mio. 82.599 79.730 78.797 71.758 64.188

Marktanteil Gesamteinlagen % 29,3 28,6 28,6 27,8 27,8

Spareinlagen € Mio. 50.106 49.787 48.776 45.065 42.083

Marktanteil Spareinlagen % 32,1 31,3 31,4 30,9 30,1

Sichteinlagen € Mio. 23.122 21.974 19.183 16.657 15.078

Marktanteil Sichteinlagen % 26,6 26,0 26,2 24,3 24,3

Termineinlagen € Mio. 8.441 6.994 9.782 8.789 6.240

Marktanteil Termineinlagen % 24,7 21,7 22,6 23,0 24,7

Direktkredite an inländische Nichtbanken € Mio. 79.244 75.847 75.355 67.979 63.719

Marktanteil Direktkredite % 25,5 25,1 24,6 23,8 23,2

Wertpapierfonds € Mio. 40.849 37.119 34.967 47.452 48.565

Marktanteil Wertpapierfonds % 28,1 27,2 27,7 29,0 29,0

Quellen: Oesterreichische Nationalbank (diese Daten weisen lediglich das Geschäft der Raiffeisenbanken, der Raiffeisenlandeszentralen und der Raiffeisen Zentralbank, nicht jedoch jenes der Spezialgesellschaften

aus) sowie Oesterreichische Kontrollbank für Wertpapierfonds (Daten für die Fondsgesellschaften Raiffeisen Capital Management, Kepler Fonds KAG und Raiffeisen Salzburg Invest Kapitalanlage GmbH).

Kooperation stärkt Marktposition

Die dreistufig aufgebaute RBG besteht aus autonomen und lokal tätigen Raiffeisenbanken

(1. Stufe), den ebenfalls selbständigen Raiffeisen-Landeszentralen (2. Stufe) sowie der Raiffeisen

Zentralbank (3. Stufe).

Die 527 selbständigen Raiffeisenbanken (2009: 535) bilden mit ihren 1.684 Bankstellen

(2009: 1.689) ein flächendeckendes und weitläufiges Bankstellennetz in Österreich. Damit

hält die RBG einen Anteil von rund 44 Prozent an allen österreichischen Bankniederlassungen.

Die Raiffeisenbanken eines Bundeslandes sind Universalbanken, die alle Bankdienstleistungen

anbieten und gleichzeitig Eigentümer ihrer jeweiligen Landeszentrale sind.

Die Raiffeisen-Landeszentralen (Raiffeisenlandesbank bzw. Raiffeisenverband) übernehmen den

Liquiditätsausgleich und bieten weitere zentrale Dienstleistungen für die Raiffeisenbanken ihres

Wirkungsbereiches an. Trotz der klaren Zuordnung im Aufbau der RBG beschränkt sich das Geschäftsgebiet

nicht auf geografische Grenzen. Darüber hinaus agieren die Landeszentralen als

selbständige Universalbanken und sind Aktionäre der Raiffeisen Zentralbank. 87,83 Prozent des

Grundkapitals der Raiffeisen Zentralbank werden von den Raiffeisen-Landeszentralen gehalten.

RZB Geschäftsbericht 2010

21


22 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Struktur der Raiffeisen Bankengruppe

Beteiligungen an österreichischen

Finanzinstituten

raiffeisen capital Management, uniQa,

notartreuhandbank, card complete,

Paylife, hobeX, Valida, raiffeisen

leasing, raiffeisen informatik, raiffeisen

bausparkasse, raiffeisen factor bank,

raiffeisen evolution, oeKb, raiffeisen

Wohnbaubank

1,6 Millionen Mitglieder

527 Raiffeisenbanken

8 Raiffeisen-Landeszentralen und sonstige Aktionäre

Beteiligungen

raiffeisen centrobank, Kathrein & co,

f.J. elsner & co, raiffeisen Malta bank,

raiffeisen Property holding, raiffeisen

investment, ceeseG aG (Wiener börse),

raiffeisen leasing international, Zuno bank

Struktur der Raiffeisen-Kunden garantiegemeinschaft

RB

RLB

RB

Verpflichtung zur leistung der wirtschaftlichen reserven

landes-Kundengarantiegemeinschaft

raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft Österreich

RZB + RBI

RB

RLB

Netzwerk in CEE

15 netzwerkbanken mit mehr als

15 Millionen Kunden

Gemeinsame Risikobeobachtung

Die gemeinsame Risikobeobachtung der RBG erfolgt im Rahmen des Sektorrisikokomitees.

Zu den quartalsweise stattfindenden Sitzungen wird für die gesamte RBG ein Risikobericht

auf individueller und konsolidierter Basis erstellt. Der Risikobericht basiert auf einem Value-at-

Risk-Ansatz und beinhaltet neben dem Gesamtrisiko und dessen Abgleich mit der Risikotragfähigkeit

Detailberichte zum Kredit- und Länderrisiko, Beteiligungsrisiko, Marktrisiko und dem

operationellen Risiko; ebenso ist das Liquiditätsrisiko Gegenstand der Betrachtung. Neben

einem regelmäßigen Monitoring der Risikoverläufe ergänzt ein Bilanzkennziffern- und

Benchmark-basiertes Frühwarnsystem sowie eine aktive Marktbeobachtung die gemeinsame

Risikoüberwachung der RBG. Das Sektorrisikokomitee fungiert unter anderem auch als

„Beirat“ des Vorstandes der Österreichischen Raiffeisen-Einlagensicherung eGen in Risikoangelegenheiten.

Die Raiffeisen-Kunden garantie -

gemeinschaft Österreich

RB

RB

RB raiffeisenbank

RLB raiffeisenlandesbank

RZB raiffeisen Zentralbank Österreich aG

RBI raiffeisen bank international aG

RLB

RB

Ausländische Niederlassungen

und Beteiligungen

Mit der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft

Österreich (RKÖ) war die Raiffeisen

Bankengruppe Vorreiter bei der Einlagensicherung

in Österreich. Die RKÖ wurde

im Jahr 2000 gegründet, um in Zeiten von

Globalisierung und Großfusionen auch

rechtlich verbindlich zu machen, was innerhalb

der RBG von Beginn an ein ungeschriebenes

Gesetz war. Die RKÖ garantiert in

Ergänzung zur ge setzlichen österreichischen

Einlagensicherung nach Maßgabe der

wirtschaftlichen Reserven der teilnehmenden

Banken die Einlagensicherheit für bis zu

100 Prozent der Kundeneinlagen. Sie

umfasst im Gegensatz zur gesetzlichen

Einlagensicherung sämtliche Einlagen der


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Sparer, egal ob es sich um Privatkunden handelt oder um Unternehmen. Darüber hinaus gilt

sie auch für alle Fremdwährungseinlagen sowie die eigenen Wertpapieremissionen der Mitgliedsbanken.

Raiffeisen schreibt damit fest, wofür das Markenzeichen – das Schutzsymbol

Giebelkreuz – immer schon gestanden ist: Sicherheit und Vertrauen. Strukturell besteht das

Modell aus Landes-Kundengarantiegemeinschaften, die sich auf Bundesebene in der RKÖ

zusammengeschlossen haben. Die wirtschaftlichen Reserven aller beigetretenen Banken

werden in rechtlich verbindlicher Weise nach einem genau geregelten Verteilungs- und Belastungsschlüssel

herangezogen, sodass Kundeneinlagen selbst im Falle eines – noch nie da

gewesenen – Konkurses einer teilnehmenden Bank auch über die gesetzliche Einlagensicherung

hinaus werthaltig bleiben.

Wenn die Tragfähigkeit einer Landes-Kundengarantiegemeinschaft die Einlösung sämtlicher

geschützter Kundenforderungen gegen eine insolvente Bank nicht ermöglichen sollte, stehen

die Vereinsmitglieder der RKÖ gemäß der Satzung für die Erfüllung aller Kundeneinlagen

und Eigenemissionen der insolventen Bank ein. Den Kunden werden dann werthaltige

Forderungen gegenüber anderen Instituten der Raiffeisen Bankengruppe angeboten. Der

Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft gehören heute rund 81 Prozent aller österreichischen

Raiffeisenbanken an; sie umfasst damit rund 90 Prozent der gesamten Einlagen der Raiffeisen

Bankengruppe. Derzeit sind Raiffeisenbanken und Raiffeisenlandeszentralen aus sieben

Bundesländern, die Raiffeisen Zentralbank und die RBI Mitglieder der RKÖ.

Raiffeisen die klare Nummer 1 im

Online-Banking

Die Raiffeisen Bankengruppe zählt zu den Kunden ELBA-internet

Internet-Pionieren unter Österreichs Banken

und ist seit 1995 im Internet vertreten. 1997

begann für die Raiffeisenkunden mit Raiffeisen

ELBA-internet das Online Banking-Zeitalter.

Heute hat die Raiffeisen Bankengruppe

1,14 Millionen Online-Kunden. Das über

ELBA-internet abgewickelte Transaktionsvolumen

betrug im Jahr 2010 rund € 21,1

Milliarden. Das Angebot reicht dabei vom

385.258

Wertpapierkauf, Raiffeisen Online Sparen,

Raiffeisen Online Bausparen, SMS-Dienste

167.332

100.000

sowie den zahlreichen Services und Informationsmöglichkeiten

über den tagesaktuellen

Überblick über die Vermögenssituation und

Immobilienangebote bis hin zur individuellen Quelle: elba-internet statistik laut rDG

Beratermailbox. Das ELBA-internet-Angebot

der Raiffeisen Bankengruppe versteht sich als Zusatzangebot zu den anderen Vertriebskanälen

über Filialen, Telefon, SB und Kooperationspartner. Im Berichtsjahr wurde Raiffeisen

Online Leasing als weiteres Online-Angebot in Raiffeisen ELBA-internet integriert. Neue Felder

erforscht die Raiffeisen Bankengruppe in der mobilen Welt der „apps“ (Kurzform für „applications“).

Im Jahr 2010 kam es zum erfolgreichen Marktlaunch der ersten „Raiffeisen apps“.

Raiffeisen. Meine Bank: sicher, regional

und nachhaltig

Raiffeisen hat sich mit dem Spitzeninstitut Raiffeisen Zentralbank zu einer international

erfolgreichen Bankengruppe entwickelt. Eine einheitliche Markenidentität signalisiert Stärke,

vermittelt Kompetenz und schafft letztlich Vertrauen. Die RBG stellte auch 2010 Werte in den

Vordergrund, die Raiffeisen mit den Menschen seit bald 125 Jahren verbinden.

587.793

RZB Geschäftsbericht 2010

Mit der Raiffeisen-Kundengarantiegemeinschaft

Österreich (RKÖ)

war die Raiffeisen Bankengruppe

Vorreiter bei der Einlagensicherung

in Österreich.

744.017

908.310

1.142.563

1998 2000 2002 2004 2006 2008 2010

23


24 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Raiffeisen. Meine Bank: sicher,

regional und nachhaltig.

Drei Werte stechen dabei besonders heraus, liegen sie doch in der langen Tradition des

Raiffeisengedankens begründet: Sicherheit, Regionalität und Nachhaltigkeit.

Sicherheit

Die Sicherheit der Einlagen ist für Raiffeisen Auftrag und zentrales Anliegen. Die Raiffeisen

Kundengarantiegemeinschaft Österreich (RKÖ) bietet mit ihrer Einlagensicherung ein ausgezeichnetes

Sicherheitsnetz.

Regionalität

Die Nähe zum Kunden ist eines der Erfolgsrezepte von Raiffeisen. Jede einzelne Raiffeisenbank

ist sich ihrer Verantwortung für ihre Region bewusst und als Nahversorger tief im

wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Leben der Region verwurzelt.

Nachhaltigkeit

Auch das Bekenntnis zur Nachhaltigkeit liegt in der genossenschaftlichen Geschichte der

RBG begründet. Es bedeutet auch, in Unternehmen zu investieren, die besonders verantwortungsvoll

mit den ökologischen und ökonomischen Ressourcen umgehen. Nachhaltiges

Handeln sichert das Vertrauen der Kundinnen und Kunden.

Das Giebelkreuz ist Teil des Markenzeichens fast aller Unternehmen der RBG und der RZB in Öster reich

sowie in Zentral- und Osteuropa. Es stellt zwei gekreuzte auf einem Hausgiebel angebrachte stilisierte

Pferdeköpfe dar und ist ein Schutzsymbol, das in alten europäischen Volkstraditionen wurzelt:

Ein Giebelkreuz am Dach sollte das Haus und seine Bewohner vor äußeren Gefahren schützen und

Böses abwehren. Das Giebelkreuz wurde bereits 1877 – noch zu Lebzeiten von Friedrich Willhelm Raiffeisen, dem

Gründer und Mentor der Raiffeisen-Genossenschaftsbewegung – als Markenzeichen ausgewählt. Es symbolisiert den

Schutz und die Sicherheit, den die Mitglieder der Raiffeisenbanken durch ihre selbst bestimmte Kooperation genießen.

Das Giebelkreuz ist heute eine der bekanntesten Marken Österreichs und findet weltweite Verwendung.

Schwerpunktkampagnen

2010 setzte die Zentrale Raiffeisenwerbung bundesweite Schwerpunktkampagnen zu den

Themen Wohnen, Konto und Vorsorge sowie Kampagnen für die Zielgruppen Jugend und

Firmenkunden um. Dabei wurden das umfassende Raiffeisen-Leistungsangebot sowie die

Raiffeisenwerte verlässliche Partnerschaft und Verantwortung für die Region sowie Beratungskompetenz

kommuniziert. Die durchgängig integrierte Kommunikationsstrategie der Zentralen

Raiffeisenwerbung erwies sich als abermals erfolgreich und erzielte Werbewerte, die jene

der Mitbewerber bei Weitem übertrafen.

Sportsponsoring

Die Position als Bank mit der höchsten Sportwerbeerinnerung hat sich Raiffeisen mit langjähriger,

kontinuierlicher Sportsponsoringarbeit mit Niki Lauda, Gerhard Berger, Thomas Muster, Markus

Rogan und Hermann Maier aufgebaut. Die Partnerschaft mit österreichischen Top-Sportlern

bringt dabei ein Höchstmaß an Aufmerksamkeit und hoher emotionaler Identifikation. Als „die

österreichische Bank“ sieht sich Raiffeisen als nahe liegender Sponsorpartner der heimischen

Skistars und der Fußball-Nationalmannschaft – und so ziert das Giebelkreuz die Helme

etlicher österreichischer Skisportler wie Nicole Hosp, Kathrin Zettel und Marcel Hirscher sowie

die Dressen der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft. Hermann Maier, Raiffeisen Ski-

und Werbestar seit 13 Jahren, ist weiterhin ein wichtiger Partner der RBG.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Marke Raiffeisen liegt laut Österreichischer Markenwertstudie 2010 des European Brand

Institutes mit einem Wert von rund € 3,1 Milliarden an dritter Stelle aller bewerteten Marken

(hinter Red Bull und Swarovski). In der Finanzdienstleistungsbranche ist Raiffeisen damit die unangefochtene

Nr. 1 in Österreich und konnte als einziger Finanzdienstleister der Top 3 an Markenwert

zulegen (plus 0,6 Prozent). Auch die Reader's Digest-Studie „European Trusted Brands

2010“ kürte Raiffeisen zum sechsten Mal in Folge zur vertrauenswürdigsten Banken-Marke.

Bilanzdaten der Raiffeisen Bankengruppe 2010

Die konsolidierte Bilanz der RBG wurde aus den Ziffern der Vermögensausweise bzw. Bilanzen

der Raiffeisenbanken, Raiffeisen-Landeszentralen, Raiffeisen Zentralbank, RBI, Raiffeisen Bausparkasse

Ges.m.b.H., Raiffeisen Kapitalanlage-Ges.m.b.H., Raiffeisen Wohnbaubank AG,

Notartreuhandbank AG, Raiffeisen Vermögensverwaltungsbank AG und der Raiffeisen Factor

Bank AG erstellt. Die Angaben erfolgen nach österreichischen Bilanzierungsrichtlinien (UGB).

Eine Gewinn- und Verlustrechnung der RBG kann erst im Juni, nach Vorliegen aller geprüften

Jahresabschlüsse, erstellt werden. Die ungeprüften Vorschauwerte zeigen für das abgelaufene

Jahr ein Betriebsergebnis in Vorjahreshöhe und dank niedrigerer Risikovorsorgen ein stark verbessertes

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit in Höhe von rund € 2 Milliarden. Der

starke Rückgang im Interbankengeschäft führt zu einer erneuten Reduktion der Bilanzsumme.

Bezeichnend für die RBG ist wiederum ihre traditionelle Eigenkapitalstärke. Die nachstehende

Tabelle stellt die Entwicklung der Bilanzdaten und des Eigenkapitals der RBG dar:

Bilanzdaten und Eigenkapital der RBG

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Millionen

Bilanzdaten und Eigenkapital der RBG

2010

Veränderung

2009 2008 2007 2006 2005

Forderungen an Kreditinstitute 17.801 -43,8% 31.679 28.486 30.296 29.864 27.023

Forderungen an Kunden 162.777 5,0% 154.960 164.933 144.909 118.859 101.254

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 42.247 -23,6% 55.286 60.753 50.275 45.885 44.422

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 149.742 3,6% 144.595 143.943 132.046 114.396 97.694

Eigenkapital 15.666 9,2% 14.345 12.776 12.849 10.652 9.073

Bilanzsumme

Aufsichtsrechtliche Eigenmittel

Anrechenbare Eigenmittel

255.220 -1,9% 260.263 265.349 236.264 205.361 176.008

(gemäß § 23 und § 24 BWG) 22.652 4,1% 21.753 20.505 17.747 15.116 11.971

Eigenmittelerfordernis (gemäß § 22 BWG) 15.841 3,9% 15.253 15.237 13.419 11.168 9.470

Kernkapitalquote (Kreditrisiko) 7,77% 5,2% 7,39% 6,20% 7,31% 7,48% 7,40%

Eigenmittelquote 11,44% 0,3% 11,41% 10,77% 10,58% 10,83% 10,11%

25


Österreichische Wirtschaft

Vergangenheit Zukunft

Spitzeninstitut Raiffeisen Bankengruppe

Erfahrung Weitblick

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung

Lagebericht Segmentberichte

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung

Weltweite Geschäfte


28 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Drehscheibe ZWischen

Der Österreichischen

Wirt schaft unD

Welt Weiten Geschäften

In Österreich konzentriert sich die

RBI auf die Betreuung der Top-1000-

Unternehmen. Sie versteht sich als

führende Corporate Finance-Bank

des Landes.

3.500

3.000

2.500

2.000

1.500

1.000

500

0

Geschäftsstellen

Geschäftsstellen und Mitarbeiter (in FTE) in CEE

22.851

916

2.443

43.614

2.848

52.732

2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Die RZB ist eine führende Kommerzbank Österreichs. In der 2010 neu geschaffenen

Konzernstruktur wird das Kommerzbankgeschäft von der Raiffeisen Bank International AG

(RBI) betrieben, die in Österreich auf die Betreuung der Top-1000-Unternehmen des Landes

spezialisiert ist. Sie versteht sich als die Corporate Finance-Bank für diese Kundengruppe

und als ein führender Anbieter bei Exportfinanzierungen. In diesen Geschäftsfeldern und den

Bereichen Handelsfinanzierungen, Cash Management, Treasury und Fixed-Income-Produkte

serviciert die RBI nicht nur eine Vielzahl inländischer, sondern auch zahlreiche ausländische

Groß kunden und multinationale Unternehmen. Darüber hinaus nehmen auch zahlreiche

Finanzdienstleister ihre Dienste als „Financial Engineer“ in Anspruch.

Gemeinsam mit ihrem Tochterunternehmen Raiffeisen Centrobank AG hat sich die RBI auch

im Investment Banking im Spitzenfeld etabliert, so als bedeutendster Marktteilnehmer an der

Wiener Börse, im Bondhandel und im Primärgeschäft mit Aktien und Anleihen. Spezialisierte

Tochtergesellschaften runden das Produktangebot ab. Dieses umfasst beispielsweise Leasing,

Mergers and Acquisitions-Beratung, Asset Management, Private Banking, Immobiliendienstleistungen

und Handelsgeschäfte.

Eine führende Bankengruppe in Zentral-

und Osteuropa

Die RZB hat sich schon zu einer Zeit in CEE engagiert, als die politischen Umbrüche und der

Fall des „Eisernen Vorhangs” noch lange nicht absehbar waren: Schon 1986 gründete sie

3.231

3.015 3.018

2.945

63.376

58.365

56.530 56.738

70.000

60.000

50.000

40.000

30.000

20.000

10.000

0

Mitarbeiter

ihre erste Tochterbank in Ungarn. Damit

verfügt die RZB über 25 Jahre Erfahrung

im Bank geschäft in CEE. Zum Jahresende

2010 umfasst das Netzwerk 17 Märkte der

Region. Es besteht aus 15 Banken, die durch

Leasinggesellschaften, zahlreiche weitere

Tochtergesellschaften sowie Repräsentanzen

in Russland und Moldau ergänzt werden.

Internationale Kunden werden in der CEE-

Region fast flächendeckend und umfassend

serviciert. Darüber hinaus ebnet die RZB

auch Unternehmen aus den einzelnen CEE-

Märkten den Weg in die Nachbarländer als

auch in die globalen Finanzzentren. Damit

leistet sie einen wichtigen Beitrag zur wirtschaftlichen

Internationalisierung der Region.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Anfänglich war das Geschäftsmodell in CEE ausschließlich auf die Betreuung österreichischer

und internationaler Kommerzkunden auf ihrem Weg nach CEE fokussiert, um ihnen

vor Ort exzellentes und umfassendes Service nach westlichen Standards zu bieten. Parallel

dazu wurden lokale Unternehmen als Kunden gewonnen und seit 1999 auch Privatkunden

angesprochen. Mittlerweile beträgt die Kundenzahl in CEE rund 14 Millionen.

In der RBI hat die RZB ihr Netzwerk in Zentral- und Osteuropa gebündelt. In den Anfangsjahren

der Erschließung neuer Märkte in CEE standen Eigengründungen im Vordergrund.

Diese Vorgehensweise bot unterschiedliche Vorteile vor allem hinsichtlich der Etablierung

westlicher Management- und Produktstandards. Ab dem Jahr 2000 wurden ergänzend dazu

neue Märkte auch im Zuge von zielgerichteten Akquisitionen erschlossen.

Starke internationale Präsenz

Das internationale Geschäft der RZB wird vor allem im Teilkonzern RBI betrieben. In den

internationalen Märkten außerhalb von CEE tritt die RZB als Nischen-Player auf und bietet

im Wege ihrer Repräsentanzen und Filialen ein speziell zugeschnittenes Produktsortiment

an. Ursprünglich wurden diese Vertretungen mit dem Ziel gegründet, österreichische Exportunternehmen

auf Wachstumsmärkten und in internationalen Finanzzentren zu unterstützen.

Sie betreuen aber auch lokale Kunden, allerdings ausschließlich Firmenkunden und Finanzinstitutionen.

Diese Vertretungen gewinnen für Kunden aus CEE, die sie als Anlaufstelle für ihre

Expansion nutzen, zunehmend an Bedeutung.

In Westeuropa und den USA betreibt die RBI eine Filiale in London und Repräsentanzen in

Frankfurt, Madrid, Mailand, Paris, Stockholm und New York. Eine Finance Company in New

York (mit Repräsentanzen in Chicago und Houston) und eine Tochterbank auf Malta komplettieren

die Präsenz der Bank.

In Asien, dem zweiten geografischen Fokus des Konzerns, ist die RBI mit Filialen in Beijing

(mit Repräsentanzen in Harbin und Zhuhai), Xiamen und Singapur, sowie mit einer Finance

Company in Hongkong und Repräsentanzen in Ho Chi Minh City, Hong Kong, Mumbai und

Seoul vertreten. Diese starke Präsenz unterstreicht die strategische Ausrichtung des Konzerns

auf Wachstumsmärkte und seine Funktion als Ost-West-Drehscheibe.

RZB Geschäftsbericht 2010

Als einzige österreichische Bank

verfügt die RZB über Geschäftsstellen

in den Weltfinanzzentren

und in den asiatischen Wachstumsmärkten.

29


Österreichische Wirtschaft

Spitzeninstitut

Vergangenheit Zukunft

Erfahrung Weitblick

Weltweite Geschäfte

Lagebericht Segmentberichte

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung

Raiffeisen Bankengruppe


32 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Drehscheibe

ZWischen nachhaltiGeM

Wirtschaften

unD Gesellschaftlicher

VerantWortunG

In diesem Kapitel wird das Nachhaltigkeitsverständnis der RZB aus einer übergreifenden,

strategischen Perspektive betrachtet.

Die RZB bekennt sich zur nachhaltigen Unternehmensführung und zur damit verbundenen

gesellschaftlichen Verantwortung. Ihre Rolle in der Gesellschaft ist geprägt durch gelebte

Verantwortung gegenüber Kundinnen und Kunden, Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, Aktionären

sowie der Gesellschaft und den weiteren Stakeholdern.

Im Geschäftsjahr 2010 wurden nicht nur im wirtschaftlichen, sondern auch im ökologischen

und gesellschaftlichen Bereich wichtige Weichenstellungen vorgenommen. Dazu zählen der

Aus- und Umbau des CR-Teams, aber auch eine Vielzahl von Maßnahmen, Produkten und

Projekten, die in diesem Geschäftsjahr trotz der Fusion mit unverminderter Kraft von den einzelnen

Mitgliedern und Tochtergesellschaften der Gruppe weiter verfolgt oder initiiert wurden.

Mit ihren verbundenen Unternehmen ist die RZB eine wesentliche Kraft des nachhaltigen

Wirtschaftens in Österreich und in allen Ländern, in denen sie tätig ist.

Unser Nachhaltigkeitsverständnis

Für alle Mitglieder der Raiffeisengruppe haben die zentralen Inhalte der gesellschaftlich

verantwortungsvollen Unternehmensführung schon seit der Gründung durch Friedrich Wilhelm

Raiffeisen vollständige Geltung. Zugleich sind die unternehmenseigenen Grundsätze des

nachhaltigen Handelns über die eineinhalb Jahrhunderte des Bestehens im Wandel der Zeit

immer weiter ausgebaut worden.

Das Nachhaltigkeitsverständnis der RZB definiert sich durch fünf Prinzipien. Diese bringen ihre

traditionellen Wurzeln wie auch die Dynamik und Internationalität zum Ausdruck.

■ Zukunft braucht Herkunft

■ Wir kommen, um zu bleiben

■ Unsere Kunden und wir haben ein gemeinsames Ziel: Erfolg

■ Die Besten werden besser mit uns

■ Vielfalt statt Einfalt.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die CR-Organisation

Der Stellenwert von Corporate Responsibility für die RZB wurde im Geschäftsjahr 2010 mit

der Weiterentwicklung der strategischen CR-Organisation bekräftigt. Das CR-Team leistet

einen wichtigen Beitrag zur Koordination der unternehmensweiten CR-Strategie.

Das bei Sektorvorstand Johannes Schuster angesiedelte CR-Team trägt die Verantwortung

für die Umsetzung und Koordination der CR-Maßnahmen innerhalb der RZB Group. Heidrun

Kopp hat die Leitung der RZB Group Corporate Responsibility inne. Bei der kommunikativen

Umsetzung unterstützt sie ein Team aus den Abteilungen für Public Relations von RBI und RZB.

Neben dem CR-Team und den CR-Verantwortlichen in den Organisationseinheiten der Bank

übernehmen insbesondere die Fachabteilungen Human Resources, Risk Management sowie

Legal und Compliance eine wichtige Rolle bei den jeweils relevanten Fragen der Unternehmensethik

und der nachhaltigen Unternehmenssteuerung.

CR-Projektteam

Das CR-Projektteam besteht aus Vertreterinnen und Vertretern aller relevanten Abteilungen.

Ihre Aufgabe ist es, in Abstimmung mit dem CR-Team der RZB Group Corporate Responsibility

die Weiterentwicklung der Nachhaltigkeitsthemen in den einzelnen Organisationseinheiten

voranzutreiben und das CR-Maßnahmenprogramm zu planen und umzusetzen.

Die rund 30 Mitglieder kommen aus allen Unternehmensbereichen:

■ Business

■ Controlling

■ Human Resources

■ Investor Relations

■ IT-Management

■ Legal and Compliance

■ Marketing

■ Public Relations

■ Risk Management

■ ZHS Facilitymanagement.

Erweitertes CR-Komitee

Auf höchster Ebene hat die RZB ein erweitertes CR-Komitee eingesetzt. Es hat die Aufgabe,

die Weiterentwicklung von gesellschaftlicher Verantwortung in der RZB zu begleiten. Diesem

erweiterten Komitee gehören neben Generaldirektor Walter Rothensteiner und Generaldirektor

Herbert Stepic externe Expertinnen und Experten unterschiedlicher Fachbereiche und

Vertreter der Stakeholder an. Es versammelt eine hohe Expertise zu den Bereichen Wirtschaft,

Umwelt und Soziales und berät, welche Schwerpunkte zukünftig gesetzt werden sollen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Raiffeisen Zentralbank ist das

Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe

Österreich. In ihren Grundprinzipien

geht sie auf die Ideen von

Friedrich Wilhelm Raiffeisen zurück.

Für ihn waren gesellschaftliche

Solidarität, „Hilfe zur Selbsthilfe“

und Nachhaltigkeit Leitlinien für das

wirtschaftliche Handeln.

33


34 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Unterzeichner des UN Global Compact

Die zehn Prinzipien des Global Compact

Menschenrechte

Während sich jedes Raiffeisen-Unternehmen und alle Mitarbeitenden dauerhaft auf die kraftvollen

und zutiefst nachhaltigen Grundsätze des Unternehmensgründers Friedrich Wilhelm

Raiffeisen berufen können, müssen die wesentlichen Aspekte der Nachhaltigkeit in wirtschaftlicher,

ökologischer und gesellschaftlicher Hinsicht in der Alltagsarbeit immer wieder auf

ihre Aktualität und Einhaltung überprüft und in die strategischen Entscheidungen einbezogen

werden. Dabei helfen unternehmensinterne Leitlinien, allen voran der Code of Conduct, aber

auch die Teilnahme an anerkannten externen Initiativen und Netzwerken, deren Ziel es ist,

allgemein gültige und branchenspezifische Nachhaltigkeitsstandards zu setzen.

Auf Eigentümerebene ist die RZB im Jahr 2010 dem UN Global Compact beigetreten und

repräsentiert als Unterzeichner und Repräsentant der zehn Prinzipien einen hohen Anspruch in

den Bereichen Menschenrechte, Arbeitsrechte, Umweltschutz und Anti-Korruption. Damit bekundet

die RZB die Absicht, diese Prinzipien in ihrem Einflussbereich zu fördern und sie in die

Unternehmensstrategie, die Unternehmenskultur und in das Tagesgeschäft zu integrieren.

Für die RZB ist es ein wesentliches Zeichen nach innen und außen, sich dem verdienstvollen

globalen Netzwerk des UN Global Compact anzuschließen. Zugleich ist es ein Schritt in

die Zukunft, den die RZB gemeinsam mit all jenen Partnern und Stakeholdern vornimmt, die

sich ebenfalls zu diesen weltweit anerkannten Prinzipien bekennen. Die RZB lebt damit einen

Standard vor, der international betrachtet in wenigen Unternehmen so intensiv gelebt und

umgesetzt wird wie bei Raiffeisen, und der keineswegs in allen Ländern so selbstverständlich

ist wie in Österreich.

Daher stellen wir diese Initiative in den Mittelpunkt unseres Nachhaltigkeitskapitels im Geschäftsbericht

2010 und bilden hier die zehn Prinzipien ab:

Prinzip 1 Unternehmen sollen den Schutz der internationalen Menschenrechte innerhalb ihres Einflussbereiches

unterstützen und achten, sowie

Prinzip 2 sicherstellen, dass sie sich nicht an Menschenrechtsverletzungen mitschuldig machen.

Arbeitsnormen

Prinzip 3 Unternehmen sollen die Vereinigungsfreiheit und die wirksame Anerkennung des Rechts auf

Kollektivverhandlungen wahren sowie ferner

Prinzip 4 für die Beseitigung aller Formen der Zwangsarbeit,

Prinzip 5 für die Abschaffung der Kinderarbeit,

Prinzip 6 für die Beseitigung von Diskriminierung bei Anstellung und Beschäftigung eintreten.

Umweltschutz

Prinzip 7 Unternehmen sollen im Umgang mit Umweltproblemen einen vorsorgenden Ansatz unterstützen,

Prinzip 8 Initiativen ergreifen, um ein größeres Verantwortungsbewusstsein für die Umwelt zu erzeugen, sowie

Prinzip 9 die Entwicklung und Verbreitung umweltfreundlicher Technologien fördern.

Korruptionsbekämpfung

Prinzip 10 Unternehmen sollen gegen alle Arten der Korruption eintreten, einschließlich Erpressung und Bestechung.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Gastgeber des UN GC Austrian Chapter

Der UN Global Compact hat in den zehn Jahren seines Bestehens ein beachtliches Netzwerk

mit vielfältigen lokalen Initiativen aufgebaut. Als die weltgrößte und am schnellsten

wachsende Initiative zu CSR und Nachhaltiger Entwicklung zählt der UN Global Compact

über 8.000 teilnehmende Unternehmen und Organisationen.

Die Bandbreite des Global Compact ist groß und reicht von einem Dialog- und Lernforum bis

zu einer Multistakeholderplattform mit Einbindung aller wesentlichen Akteure.

Wesentlich dabei sind die zahlreichen Aktivitäten, die die Teilnehmer in den über 90 lokalen

Netzwerken setzen: Von grenzüberschreitenden CEO-Initiativen zur Korruptionsbekämpfung

und zur Förderung der Menschenrechte über Public Private Partnership-Projekte zwischen

Unternehmen und NGOs bis hin zur aktiven Mitarbeit an themenspezifischen Arbeitsgruppen.

Die RZB unterstützt das Global Compact Netzwerk Österreich. Die zweimal jährlich stattfindenden

General Meetings dienen der Wissensvermittlung und dem Erfahrungsaustausch

unter den österreichischen Global Compact-Teilnehmern. So fand das 2. Global Compact

General Meeting, das offizielle Treffen aller österreichischen Global Compact-Teilnehmer,

am 21. Oktober 2010 bei der RZB Group statt. Es widmete sich den OECD-Leitsätzen für

multinationale Unternehmen, die erst kürzlich neu überarbeitet wurden.

Direkt im Anschluss an das General Meeting fand das Treffen der gemeinsamen Arbeitsgruppe

von Transparency International und dem österreichischen Global Compact-Netzwerk

statt. Die RZB ist Mitglied bei Transparency International.

Export von hohen Standards und Werten

Finanzdienstleistungsangebote sind in vielen Ländern, und hier vor allem außerhalb der

Städte, stark unterentwickelt, obwohl sie für das wirtschaftliche Wachstum unverzichtbar sind.

Bedarf besteht einerseits an Projektfinanzierungen, die hohe Auswirkungen auf die Region

haben, andererseits aber auch an den klassischen Finanzdienstleistungen. Dabei benötigen

Privat kunden oft intensive Beratung und Betreuung, da sie mit Spar- und Kreditangeboten nicht

vertraut sind.

Zum Ausbau der Finanzdienstleistungen in weniger entwickelten Regionen arbeiten die Netzwerkbanken

der RBI mit internationalen Finanzinstitutionen wie dem IFC und multilateralen

Entwicklungsbanken wie der EBRD zusammen. Durch gemeinsame Refinanzierungslinien kann

lokalen KMUs in 16 mittel- und osteuropäischen Staaten die Vergabe von günstigen Krediten

erleichtert und damit die lokale Wirtschaft nachhaltig gestärkt werden.

Internationale Investitionen sind von wesentlicher Bedeutung für die Weltwirtschaft und

können einen erheblichen Beitrag zum wirtschaftlichen, sozialen und ökologischen Fortschritt

in den Empfängerländern leisten. Dieser Beitrag besteht neben der finanziellen und wirtschaftlichen

Investition im Export von hohen Qualitätsstandards, Transparenz und ethischen Werten.

Als ein führender Anbieter von Exportfinanzierungen trägt die RBI auch maßgeblich zu einer

nachhaltigen Weiterentwicklung dieses Finanzierungsinstruments bei, wie eine Reihe herausragender

Projekte bestätigen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die RZB fördert die Wissensvermittling

und den Erfahrungsaustausch

unter den österreichischen

GC-Teilnehmern.

Durch die Vergabe von günstigen

Krediten wird die lokale Wirtschaft

nachhaltig gestärkt.

35


36 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die RZB achtet bei Finanzierungen

darauf, dass Menschenrechte

respektiert, lokale Kompetenzen

aufgebaut und Arbeitsplätze

geschaffen werden.

Die RZB ermöglicht ein umweltgeprüftes

Hochdruckkraftwerk

im ländlichen Bhutan.

Menschenrechte, Beschäftigung und

Sicherheit

In diesem Sinne unterstützt die RZB gemeinsam mit ihren verbundenen Instituten und Projektpartnern

eine nachhaltige Entwicklung in all jenen Ländern, in denen sie tätig ist. Sie achtet im

Zuge von Projektfinanzierungen, Soft Loans und Beteiligungen darauf, dass die Menschenrechte

der von ihrer Tätigkeit betroffenen Personen respektiert und im Einklang mit den nationalen

und internationalen Verpflichtungen umgesetzt werden.

Die RZB fördert, so weit möglich, den lokalen Kapazitätsaufbau durch eine Zusammenarbeit

mit dem jeweiligen örtlichen Gemeinwesen und unterstützt damit die Bildung von Humankapital

durch Schaffung von Beschäftigungsmöglichkeiten und Erleichterung von Aus- und

Weiterbildung ihrer ArbeitnehmerInnen. Im Rahmen ihrer Aktivitäten sorgt sie für eine Gewährleistung

der Gesundheit und der Sicherheit an den mit ihrer Unterstützung geschaffenen

Arbeitsplätzen. Sie unterstützt die Corporate-Governance-Grundsätze und trägt zu deren

Beachtung, Anwendung und Weiterentwicklung in den Unternehmen und Projekten bei, die

von ihr finanziert werden.

So bestätigt die Bank bei jeder Projektfinanzierung, die OECD Guidelines höchstmöglich

einzuhalten. Diese ursprünglich 1976 von der OECD zum ersten Mal verabschiedeten Leitsätze

für multinationale Unternehmen stellen seit ihrer letzten Überarbeitung im Jahr 2000

die derzeit gültigen Empfehlungen und Ziele der OECD-Länder sowie deren assoziierten

Staaten im Bereich verantwortungsvollen Wirtschaftens dar. Als wichtiges Rahmenwerk für

die Verbesserung des internationalen Investitionsklimas formulieren sie Grundsätze und Ziele,

die multinationale Unternehmen zur Erreichung wirtschaftlicher, sozialer und ökologischer

Aspekte umsetzen können.

Expertise für die Reduktion von CO 2

Die RZB Group bietet Unternehmen Hilfe bei der Bewerbung und Realisierung von JI/CDM-

Projekten und liefert Experten-Know-How bei der Finanzierung, Risikoabsicherung und Förderungswürdigkeit.

Die Projekte werden über öffentliche Ausschreibungen vergeben. Derzeit

sind für österreichische Anlagenlieferanten besonders Bereiche wie erneuerbare Energie- und

Energieeffizienzprojekte (Wind- und Wasserkraft), Geothermie, Kraft-Wärme-Kopplungen

und Biomasse interessant. Der Ankauf von Emissionsreduktionen aus JI-Projekten (d.h. Projekten

in einem Land, das sich selber zur Reduktion verpflichtet hat) oder aus CDM-Projekten

(d.h. Projekten in einem Entwicklungsland) trägt unmittelbar zur Erreichung des österreichischen

CO 2 -Reduktions-Ziels bei, darüber hinaus wird österreichisches Technologie-Know-

How exportiert.

Clean Development für das Wasserkraftwerk

Dagachhu, Bhutan

Das Projekt Dagachhu ist Teil des „Green Power Development Projects“ des Königreichs

Bhutan und ein OECD-gemeldetes umweltgeprüftes Exportfinanzierungsprojekt der RZB in

Zusammenarbeit mit der OekB und der Asian Bank of Development. Das Hochdruckkraftwerk

mit einer installierten Leistung von 114 MW und einer Jahreserzeugung von rund 500 GWh

wurde 2010 nach umfassender Prüfung als Clean Development Project freigegeben und in

rund vierjähriger Bauzeit mit österreichischem Ingenieurs-Know-How errichtet.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

In Bhutan besteht erhebliches Potenzial, die Wasserkraft auszubauen. Das gebirgige Gelände

des Himalaya-Staates Bhutan ähnelt den hochalpinen Gegebenheiten österreichischer Wasserkraftwerke.

Für die Realisierung wurde eine umfassende Umwelt- und Sozialverträglichkeitsstudie

eingereicht, bei der sowohl höchste Umwelt- und Biodiversitätsanforderungen als auch

die sozialen und kulturellen Bedürfnisse der lokalen Gemeinden berücksichtigt wurden.

Socially Responsible Investment

bei Raiffeisen

Das primäre Interesse, mit der Geldveranlagung von den Renditen zu profitieren, muss nicht im

Widerspruch zu ethischen Grundsätzen stehen. Über Raiffeisen Capital Management bietet

die Raiffeisen-Gruppe ethisch-ökologische Investmentfonds an, darunter Raiffeisen-Ethik-Aktien

und den Fonds Raiffeisen-Österreich-Rent. Der Raiffeisen-Österreich-Rent investiert überwiegend

in österreichische Anleihen nach ethischen Kriterien. Ausgewählt werden österreichische

Emittenten, die sich durch gute ökologische, soziale und ethische Leistungen auszeichnen.

RBI, Agrana, UNIqA im VÖNIX

Für die RZB Group als Spitzeninstitut ist es ein klarer Nachweis ihrer nachhaltigen Orientierung,

dass drei ihrer verbundenen Unternehmen im österreichischen Nachhaltigkeitsindex

VÖNIX geführt werden.

Mit Juni 2010 startete der VÖNIX mit 22 Komponenten in das Indexjahr 2010/2011,

darunter — wie schon in den Vorjahren — die RI (nunmehr RBI). Neu aufgenommen wurden

mit Agrana und Uniqa zwei Unternehmen aus der Raiffeisen-Gruppe, die in ihrer jeweiligen

Branche — Nahrungsmittelproduktion und Versicherungswesen — nicht nur zu den wirtschaftlich

führenden Unternehmen des Landes gehören, sondern insbesondere im Bereich der

gesellschaftlichen Verantwortung eine Vorreiterrolle auf ihren heimischen und internationalen

Märkten bewiesen haben.

Die Aufnahme von Agrana und Uniqa sowie der kontinuierliche Bestand der Raiffeisenbank

International im VÖNIX bestätigen, dass diesen drei börsenotierten Unternehmen aus der

Raiffeisengruppe die Verknüpfung gesellschaftlicher, sozialer und ökonomischer Ziele im Prüfjahr

2009/10 besonders gut gelungen ist.

RZB Geschäftsbericht 2010

Das primäre Interesse, mit der

Geldveranlagung von den Renditen

zu profitieren, muss nicht im

Widerspruch zu ethischen Grundsätzen

stehen.

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38 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

CR-Highlights 2010 aus Raiffeisen Zentralbank

und Tochtergesellschaften

Energiesparen war eines der

Kernthemen der Webekampagnen.

Klimawandel, Ressourcen- und

Umweltschonung

Gerade für die großen Handlungsfelder Klimawandel, Ressourcen- und Umweltschonung

und Energie verfügt die RZB als Spitzeninstitut und mit ihr die Raiffeisen Bankengruppe über

wichtige Hebelfunktionen in ihrem Kerngeschäft. Diese wurden auch im Geschäftsjahr 2010

über die gesamte Bankengruppe hinweg zum Vorteil unserer Kunden und im Interesse einer

umfassenden CO 2 -Reduktion weiter innovativ ausgebaut und genutzt.

Als stärkstes und publikumswirksamstes Kommunikationsinstrument für das Thema „Energiesparen“

haben sich auch 2010 die Werbe- und Marketingkampagnen der Zentralen

Raiffeisenwerbung erwiesen. Die bewusstseinsbildende Vorbildwirkung von Sportgrößen wie

Hermann Maier, der in den Raiffeisen-Kampagnen u.a. für nachhaltige Bankprodukte und

Energiesparen im Bereich Bauen, Sanieren, Energie/Heizen im privaten und Geschäftsbereich

eintritt, unterstützt die Bereitschaft der Bevölkerung ebenso wie der Klein- und Mittelbetriebe

Österreichs, sich mit dem Thema Klimaschutz und CO 2 -Reduktion auseinanderzusetzen.

Gebündelt wurden die vielfältigen Maßnahmen, Programme und Energie-Sparangebote

der Raiffeisengruppe im Rahmen der Raiffeisen Klimaschutz-Initiative (RKI), die im Jahr 2007

gemeinsam von Christian Konrad und Franz Fischler ins Leben gerufen wurde, und die sich als

Koordinationsplattform auch im Geschäftsjahr 2010 erneut bestens bewährt hat. Sie ist die

Plattform für alle Maßnahmen im Bereich Nachhaltigkeit, Klimaschutz, Energieeffizienz und

erneuerbare Ressourcen.

Bewusstseinsbildung innerhalb der RZB

Mit der Raiffeisen Klimaschutz-Challenge 2010 wurde ein interner Ideenwettbewerb ausgeschrieben

mit dem Ziel, die MitarbeiterInnen der Raiffeisenorganisationen für den Klimaschutz

zu sensibilisieren. Der Ideenwettbewerb wurde in allen Mitgliedsunternehmen der Raiffeisen

Klimaschutz-Initiative ausgeschrieben. Die MitarbeiterInnen wurden aufgerufen, ihre Ideen

rund um den Klimaschutz im Unternehmen aktiv einzubringen.

Der starke Rücklauf – mehr als 270 innovative Projekte aus der gesamten Gruppe – und die

Vielfalt der eingereichten Ideen bestätigten die hohe Aufmerksamkeit und das Potenzial unter

den MitarbeiterInnen. Die besten Ideen, Projekte und Konzepte wurden zunächst in den

einzelnen Unternehmen vorgestellt und für das Bundesfinale nominiert.

Die Jury wählte das Projekt „Förderkonzept für Grüne Mobilität“ zum Sieger. Zu den zahlreichen

weiteren Top-Ideen zählten u.a. „Kreditkarten aus nachwachsenden Rohstoffen“ und

Raiffeisen Baumsparen – klimaneutrales Wirtschaften“.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Jugend für den Klimaschutz begeistern

Im Rahmen des bereits renommierten Schülerwettbewerbs „Jugend innovativ“ vergibt die Raiffeisen

Klimaschutz-Initiative seit 2010 unter der Sonderkategorie Klimaschutz den „Raiffeisen

Klimaschutz Award“. Der „Raiffeisen Klimaschutz Award“ wendet sich an junge Menschen,

die „nicht nur über Klimaschutz reden, sondern auch etwas tun wollen“. Eingereicht wurde

eine Vielzahl von spannenden Projekten, die sich mit technischen Lösungen zur Ressourcen

schonenden Energieerzeugung und Energiesparmaßnahmen beschäftigen bis hin zu Aktivitäten,

die ein entsprechendes Bewusstsein fördern.

Im Mai 2010 wurden die SiegerInnen des mit insgesamt 10.000 Euro Preisgeld dotierten

Raiffeisen Klimaschutz Awards präsentiert, die Siegerehrung übernahm Bundesminister Reinhold

Mitterlehner.

Der Raiffeisen Klimaschutz-Award 2010, Hauptpreis der Sonderkategorie Klimaschutz, ging

an das Projektteam der HLFS Ursprung. Unter dem Namen „Amylase 2.0 – Hält Stärkefermentation

und Erde cool“ legten die Schülerinnen und Schüler einen interessanten Lösungsansatz

für zukünftige Biomasse-Anwendungen und österreichweit das erste Schulexperiment

in dem noch jungen Forschungszweig der synthetischen Biologie vor.

Zu den Finalisten zählten auch Schülerinnen der HTL Braunau mit dem Projekt „Strom aus

Gülle“. Dabei standen die Fragen „Wie lässt sich Ammoniak kostengünstig und ohne Zusatz

von Chemikalien entfernen – und ist es möglich, frei gewordenen Ammoniak für die Stromerzeugung

zu nutzen?“ im Mittelpunkt. Die Antworten sind auch für große Biogasanlagen

ökologisch und ökonomisch interessant.

Schülerinnen und Schüler der HTBLA Weiz entwickelten mit dem Projekt „Stromauge“ den

Prototyp einer mobilen Online-Stromanzeige, die mittlerweile sogar von den steirischen

Feistritzwerken-Steweag angewendet wird, um ihren KundInnen kontinuierlich Überblick über

Energieverbrauch und Einsparungspotenzial zu verschaffen. Das „Stromauge“ gibt in übersichtlichen

Anzeigen Auskunft über Tages-, Monats- bzw. Jahresstromverbrauch, und zeigt den

Energiekonsum im Vergleich zum Vorjahr sowie die zu erwartenden Kosten an: Energiesparen

erhält grünes Licht, rotes Licht warnt vor erhöhtem Verbrauch und weist auf mögliche Energiesparmaßnahmen

hin.

Graduierung von 25 internationalen

„Renewable Energy“-Experten

Im Dezember 2010 haben 25 Studierende das grenzüberschreitende Masterprogramm

„Renewable Energy in Central & Eastern Europe“ an der TU Wien erfolgreich abgeschlossen.

Der von RZB und nunmehr von RBI Raiffeisen-Leasing und RLB NÖ-Wien seit 2006 geförderte

Universitätslehrgang ist der erste grenzüberschreitend geführte Lehrgang Österreichs, der sich

mit dem Zukunftsthema der alternativen Energieproduktion auseinandersetzt.

Im Zentrum der Ausbildung stehen neben den technischen Lerninhalten auch Projektmanagement

und Unternehmensführung, EU-Erweiterung und rechtliche Grundlagen. Damit erwerben

die Teilnehmer jene Bandbreite an Fähigkeiten, die notwendig sind, um den Einsatz erneuerbarer

Energien kompetent zu planen, Anlagen zur Nutzung erneuerbarer Energie wirtschaftlich

und technisch sinnvoll zu betreiben und technische und wirtschaftliche Nutzungsmöglichkeiten

erneuerbarer Energie zu beurteilen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Der „Raiffeisen Klimaschutz Award“

wendet sich an junge Menschen,

die etwas für das Klima tun wollen.

Raiffeisen fördert den ersten grenzüberschreitendenUniversitätslehrgang

für alternative Energieprojekte.

39


40 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Raiffeisen unterstützt Kunden

beim Umstieg auf alternative

Kfz-Antriebe.

Im Verein „Wirtschaft für Integration“

setzt sich Raiffeisen für die

Zuwandererintegration ein.

Drive Zero: Vorreiter der E-Mobilität

Elektromobilität als eines der weltweit dominierenden Zukunftsthemen gilt als ein wesentlicher

Lösungsansatz für die Bewältigung der Umweltprobleme des Straßenverkehrs. Die Raiffeisen-

Leasing engagiert sich bereits seit vielen Jahren für nachhaltige Mobilität. Durch die Erfahrung

mit ökologischen Antrieben bei den firmeneigenen Dienstfahrzeugen und als Fuhrparkmanager

für über 8.000 Autos hat Raiffeisen Leasing eine hohe Kompetenz bei der Entwicklung

neuer, attraktiver und nachhaltiger Fuhrparklösungen entwickelt.

Als Vorreiter im Bereich der Elektromobilität unterstützt die Raiffeisen-Leasing ihre Kunden beim

Umstieg auf ökologische Kfz-Antriebe. Ende 2010 wurde die neue Plattform www.rl-mobil.at

ins Leben gerufen, um E-Mobilität einfach erleb- und testbar zu machen. Interessierte Kunden

können sich unter dem Motto „Drive Zero“ von den Vorteilen der E-Mobilität überzeugen und

ein Elektroauto probefahren.

Darüber hinaus ist Raiffeisen-Leasing Partner für Fahrzeugbeschaffung, Finanzierung und Fuhrparkmanagement

für die Modellregionen des Klima- und Energiefonds des Bundes. Diese

werden jährlich zur praktischen Umsetzung von Elektromobilität durch eine Internationale Jury

ermittelt. Die technologische Forschung und Entwicklung der e-Mobilität durch österreichische

Firmen wird im Rahmen von „Leuchtturmprojekten“ unterstützt.

Integration und Diversität

Im Jahr 2010 übernahm RZB-Vorstandsmitglied Johannes Schuster die Funktion des Stellvertretenden

Obmannes des Vereins „Wirtschaft für Integration“. Ziel dieses Vereins ist es, einen

positiven Beitrag zur Integration zu leisten und das große Potenzial der Zuwanderung sichtbar

zu machen. Zu den Aktivitäten zählt z.B. der Jugend-Redewettbewerb „Sag´s multi“ oder

der „Österreichische Integrationspreis“, der 2010 erstmals von Generaldirektor Walter Rothensteiner

vergeben wurde. Dieser Preis soll nicht nur bestehende Leistungen würdigen, sondern

auch Ansporn für weitere Aktivitäten liefern und positive Beispiele gelungener Integration

einer größeren Öffentlichkeit zugänglich machen. Aus 362 Einreichungen wurden Österreichs

engagierteste Einzelpersonen, Vereine, Gemeinden oder Unternehmen ausgewählt, die einen

Beitrag zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund leisten.

Social Business und Stakeholderdialog

Unter der Patronanz von Bundesminister Reinhold Mitterlehner fand der „austrianSocialBusinessDay

2010“ im Februar des Jahres statt und bot innovativen Unternehmen, gemeinnützigen

Organisationen und Social Entrepreneurs die Möglichkeit zu Begegnung und Präsentation.

Die RZB nutzte diese Plattform des Austausches und präsentierte sich als innovativer Kooperationspartner

für Social Business Projekte. Gemeinsam wurden zukunftsweisende Kooperationen

entwickelt und erste Schritte zur Verwirklichung gesetzt.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

ÖGUT Initiative und Stakeholderbefragung

„Das Blatt wenden“

Als langjähriges ÖGUT-Mitglied unterstützten RZB und Raiffeisen Klimaschutz-Initiative im Jahr

2010 den „Zukunftsdialog 2035 – Das Blatt wenden“

In einem umfassenden Prozess vernetzte der ÖGUT-Zukunftsdialog MeinungsbildnerInnen

und EntscheidungsträgerInnen aus Österreich mit dem Ziel, Leitlinien für nachhaltiges Handeln

zu erarbeiten. Unterstützt wurde dieser Prozess durch die Arbeit von drei Dialoggruppen mit

über 50 ExpertInnen aus den Bereichen Umwelt, Wirtschaft, Verwaltung und Wissenschaft.

Gemeinsam wurden die zentralen Herausforderungen der nächsten 25 Jahre im Umweltbereich

definiert, potenzielle Konflikte identifiziert und Handlungsempfehlungen erarbeitet.

Kernstück des Dialogs war eine Stakeholderbefragung. Mehr als 1.100 Entscheidungsträger-

Innen und MeinungsbildnerInnen aus Wirtschaft, Forschung, Non-Profit-Organisationen und

Verwaltung haben zwischen Juli und September 2010 an der Befragung teilgenommen und

gaben ihre Einschätzung über die Zukunftsperspektiven Österreichs ab.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die RZB ist einer der Meinungsbildner

im ÖGUT-Zukunftsdialog.

41


Vergangenheit Zukunft

Österreichische Wirtschaft Weltweite Geschäfte

Spitzeninstitut Raiffeisen Bankengruppe

Erfahrung Weitblick

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung

Lagebericht Segmentberichte

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung


44 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Drehscheibe ZWischen

VerGanGen heit unD

ZuKunft

125 Jahre raiffeisen in Österreich

1818–1886

Ein neues Zeitalter beginnt

Für die Bauern

brachte die

Umstellung von der

Hauswirtschaft auf

die Produktion für

den Markt große

Schwierigkeiten.

In Österreich begann die Industrialisierung zwischen 1800 und 1820. Sie brachte enorme

Umwälzungen in der Wirtschaft und im sozialen Gefüge der damaligen k. u. k. Monarchie.

Während die Größe des Wirtschaftsraums und der Rohstoffreichtum die Entwicklung förderten,

wurde sie durch die geringe Kaufkraft der Bevölkerung, nationalistische Boykotte und die

rohstofforientierte Exportwirtschaft gehemmt.

Harte Zeiten – Bauernbefreiung und

Landwirtschaftskrise

Im Revolutionsjahr 1848 wurde das Gesetz über die Grundentlastung beschlossen. Es befreite

die Bauern in Österreich von den letzten Verpflichtungen gegenüber ihren Grundherren.

Die freien Bauern standen aber nun unter dem Druck der Märkte, besonders in den österreichischen

Ländern. Hier führten billigere landwirtschaftliche Produkte aus Böhmen und

Ungarn und internationale Importe zu einem starken Preisverfall. 1870 stürzte der Getreidepreis

um 80 Prozent.

Eine rasch steigende Verschuldung der

Bauernwirtschaften begann, die sich bis

zur Jahrhundertwende fortsetzte. Pro Jahr

wurden zwischen 5.000 und 10.000 Höfe

verschuldeter Bauern zwangsversteigert.

Es war für die Bauern damals fast unmöglich,

günstige Kredite zur Deckung des laufenden

Kapitalbedarfs, etwa für Saatgut und Betriebsmittel,

Reparaturen u.ä., zu bekommen.

Der Wucher blühte. In Deutschland war die

Situation ähnlich.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Friedrich Wilhelm Raiffeisen und seine Idee

Friedrich Wilhelm Raiffeisen war ein deutscher Sozialreformer, dem die Lösung dieses Problems

ein wichtiges Anliegen war. Als Bürgermeister einer Gemeinde im Westerwald wurde

Raiffeisen täglich mit der Not der Bauern, Arbeiter und Handwerker konfrontiert. Nach mehreren

wenig erfolgreichen karitativen Ansätzen gewann er die Überzeugung, dass nur Hilfe zur

Selbsthilfe die Probleme der Menschen lösen könne.

Nach einem von Raiffeisen entwickelten

Modell bildeten die Land wirte Genossenschaften,

die nicht auf Gewinn, sondern auf

die Förderung ihrer Mitglieder ausgerichtet

waren. Die in den so genannten Darlehenskassenvereinen

gesammelten Spareinlagen

der Mitglieder konnten in Form von günstigen,

langfristigen Darlehen wieder an Mitglieder

abgegeben werden. Für viele eröffnete sich

damit erstmals die Möglichkeit, Geld für

Investitionen oder die Überbrückung von

Dürrejahren aufzunehmen.

Nächster Schritt war der gemeinsame Einkauf

von Betriebsmitteln wie Saatgut sowie

die gemeinsame Lagerung und der gemeinsame

Verkauf von Agrarerzeugnissen.

Dadurch war man nicht mehr gezwungen,

in Zeiten von Überangeboten zu Schleuderpreisen

zu verkaufen und konnte warten, bis

die Preise günstiger waren.

1886–1918

Anfänge der Raiffeisen-Idee in Österreich

In Österreich wurde 1886 in Mühldorf bei

Spitz an der Donau die erste Raiffeisenkasse

gegründet. Ihr gehörten Landwirte, Handwerker,

Arbeiter und Gewerbetreibende an.

Der Gründung vorangegangen waren mehrere

Kongresse, die nach Lösungen für die

Agrarkrise gesucht hatten. Mit Unterstützung

durch die Landtage, die von der Idee überzeugt

waren, kam es rasch zur Gründung

von zahlreichen Raiffeisenkassen.

Bereits nach zehn Jahren gab es über 600

weitere Raiffeisenkassen und zur Jahrhundertwende

waren in der österreichischen Reichshälfte

rund 2.900 Raiffeisenkassen tätig.

Der rasch wachsende Geschäftsumfang bei den lokalen Raiffeisenbanken erforderte bald die

Gründung von regionalen Liquiditätsausgleichsstellen in den einzelnen Ländern, was schrittweise

vollzogen wurde.

RZB Geschäftsbericht 2010

45

Friedrich Wilhelm

Raiffeisen

(1818 – 1888)

wirkte in mehre ren

Orten im Westerwald

als Bürgermeister

und lernte

hautnah die Notlage

der bäuerlichen

Bevölkerung

kennen. 1862

gründete er in

Anhausen den

ersten Darlehenskassenverein.

Die Gründung der

Raiffeisenkasse in

Mühldorf bei Spitz

steht am Beginn

der erfolgreichen

Entwicklung

der Raiffeisen

Bankengruppe

in Österreich.


46 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

1918–1939

Zwischenkriegszeit

Am 16. August 1927

fand die Gründungsversammlung

der

Aktionäre der

„Girozentrale der

österreichischen

Genossenschaften“

statt.

Es dauerte einige Zeit, bis sich die in der

Republik Österreich verbliebenen Genossenschaften

nach dem Ersten Weltkrieg neu

organisiert und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten

der Nachkriegszeit über wunden

hatten.

1927 wurde die heutige Raiffeisen Zentralbank

Österreich AG als Girozentrale der österreichischen

Genossenschaften gegründet.

Sie hatte die Funktion eines Spitzeninsti tutes

mit der Aufgabe, einen für ganz Österreich

wirksamen Verbund der Landeszentralen der

Raiffeisen-Geldorganisation zu verwirklichen.

Bis 1938 war die finanzielle Eigenständigkeit erreicht und der Aufbau der Bundesländerzentralen

großteils abgeschlossen. Damit waren im Wesentlichen jene Strukturen geschaffen, auf

denen nach dem Zweiten Weltkrieg aufgebaut werden konnte. Mit dem Anschluss von Österreich

an das Dritte Reich endete 1939 die genossenschaft liche Selbstbestimmung.

1945–1970

Neubeginn in der Zweiten Republik

Der Bezug des

ehemaligen

Palais Herberstein

brachte der

Genossenschaftlichen

Zentralbank

den volkstümlichen

Namen „Bank

am Michaelerplatz“

ein.

Nach Ende des Zweiten Weltkriegs begann

sofort der Wiederaufbau. Viele Österreicher

litten an Nahrungsmangel. Den Genossenschaften

wurde von der Politik wesentliche

Verantwortung für die Sicherung der Ernährung

übertragen.

Nach 1945 wurde die Raiffeisen Zentralbank

– damals Genossenschaftliche

Zentral bank AG – vorerst in öffentliche

Verwaltung übernommen. Erst 1955 ging die

Bank wieder in das Eigentum der Vorkriegsaktionäre

über.

Bereits in den 50er Jahren begann die

Raiffeisen Zentralabank ihr Auslandsgeschäft

auf- und auszubauen. 1951 wurde die

Gelegenheit ergriffen, das ehemalige Palais

Herberstein am Michaelerplatz zu erwerben.

Nach einer zweijährigen Adaptierungsphase

wurde das Haus bezogen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

1961 nahm die Raiffeisen Bausparkasse als eines der ersten Spezialinstitute der Raiffeisen

Bankengruppe den Betrieb auf. Und noch im gleichen Jahr wurde in Wien-Oberlaa, damals

eine Schnittstelle zwischen Stadt und Land, die erste Raiffeisenbank in der Bundeshauptstadt

gegründet. Eröffnet wurde sie am Vorabend des Weltspartages 1961.

Als weiteres Spezialinstitut wurde 1969 die Raiffeisen-Versicherung AG ins Leben gerufen.

Ihre Geschäftsfelder beinhalten die gesamte Palette der Personenversicherung, also die Er-,

Ablebens- und Unfallversicherung sowie die Kreditrestschuldversicherung des gesamten

Sektors. Mit der 1970 erfolgten Gründung der Raiffeisen Leasing GmbH wurde ein weiterer

Schritt beim kontinuierlichen Ausbau der Dienstleistungspalette getan.

1970–1987

Modernisierung

Die Raiffeisen Bankengruppe bemühte sich um ein modernes Image und ging als Pionier völlig

neue Wege in der Bankenwerbung. Sportsponsoring hieß das Zauberwort, das in der Folge

den Bekanntheitsgrad von Firmenname und Firmenzeichen in ungeahnte Höhen steigen ließ.

Das begann mit dem Fußballverein Rapid Wien und setzte sich mit führenden Sportlern des

Landes fort: Niki Lauda, Gerhard Berger, Thomas Muster und Hermann Maier sind nur wenige

herausragende Beispiele.

Die Raiffeisen Bankengruppe zeichnet sich seit jeher dadurch aus,

dass sie zeitnah mit innovativen Strategien auf die Entwicklungen

des Marktes und der Gesellschaft reagiert. So erhielt das Raiffeisenhaus

Wien im Jahr 1980 einen der ersten in Wien installierten

Bankomaten. Und beim Siegeszug des Internet in Österreich war

Raiffeisen von Anfang an dabei. Im Rahmen ihres Multi-Channel-

Ansatzes hat die Raiffeisen Bankengruppe in den letzten Jahren das

Internet erfolgreich als zusätzlichen Vertriebskanal ausgebaut. Wie

richtig die damalige Entscheidung war, beweisen folgende Zahlen

und Daten: 1,14 Millionen Raiffeisen-Kunden erledigen heute ihre

Zahlungen über die Raiffeisen Online-Plattform im Internet. Und

bewegten damit im vergangenen Jahr mehr als 21 Milliarden Euro.

1985 erschütterte der Weinskandal Österreich. Der Export brach

zusammen. Die Winzergenossenschaften waren zwar nicht involviert,

litten aber unter dem Vertrauensverlust in die gesamte österreichische

Weinwirtschaft. Raiffeisen unterstützt das Konzept der

vom damaligen Landwirtschaftsminister und späteren Vizekanzler

Josef Riegler ent wickelten Ökosozialen Agrarpolitik als Chance für

Österreichs Landwirtschaft, gegen die großen Agrarnationen

zu bestehen.

RZB Geschäftsbericht 2010

47

Der sportliche

Höhenflug begann

für Niki Lauda

mit einem

Sponsorvertrag

von Raiffeisen.


48 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

1987–2006

Schrittweise Internationalisierung

CEE-Expansion der RZB im Zeitablauf

1987

1991

1993

1994

1997

1998

2000

2001

2002

2003

2004

2005

2006

2011

Ungarn

Polen

Tschechische Republik

Bulgarien

Russland

Ukraine

Serbien

Slowakei

Kroatien

Rumänien

Wegen der raschen Geschäftsausweitung ergab sich für die RZB die Notwendigkeit, neue

Bürogebäude anzukaufen bzw. Büroräumlichkeiten anzumieten. Das führte zu einer Verlegung

des Standortes im Jahr 1989 an die heutige Adresse und ermöglichte – in den ersten

Jahren – die Vereinigung aller Abteilungen der Bank unter einem Dach. Gleichzeitig mit der

Umsiedlung erfolgte auch die Umfirmierung in Raiffeisen Zentralbank Österreich AG.

Bosnien und Herzegowina

Slowenien

Gründung akquisition akquisition, closing noch nicht erfolgt.

Bosnien und Herzegowina

Rumänien

Kosovo

Belarus

Albanien

Ukraine

Russland Tschechische Republik

Mit dem Auf- und Ausbau des Auslandsgeschäftes

wurde bereits in den 70er Jahren

begonnen. In den 80er Jahren kam die

Entscheidung, österreichische Exporteure in

zentral- und osteuropäische Länder mit

Finanzdienstleistungen zu begleiten und

noch vor dem Fall des „Eisernen Vorhangs“

wurde in Ungarn die erste Tochterbank

gegründet. Ab den 90er Jahren baute die

RZB ihre Präsenz in den Ländern Zentral- und

Osteuropas weiter aus.

Heute ist die Raiffeisen Bankengruppe

unter Federführung der RZB zur führenden

Bankengruppe in vielen Ländern Zentral- und

Osteuropas aufgestiegen.

2005 erfolgte der Börsegang der Raiffeisen

International Bank-Holding AG, der nunmehrigen

Raiffeisen Bank International (RBI).

Die Aktienemission war mehr als 20-fach

überzeichnet. Vor allem bei öster reichischen

Kleinanlegern war das Interesse enorm.

Am 3. Februar 2011 schloss die RBI eine

Vereinbarung mit der griechischen EFG Eurobank Ergasias S.A. über den Erwerb eines Mehrheitsanteils

in Höhe von 70 Prozent an deren Teilbetrieb Polbank EFG. Der Erwerb hängt noch

vom erfolgreichen Closing und den Genehmigungen der EU-Kommission und der griechischen

und polnischen Aufsichtsbehörden ab.

2007–2009

Finanzwirtschaft auf dem Prüfstand

Polen

2007: Der Zusammenbruch des US-Marktes für Subprime-Immobilienkredite (Immobilienkredite,

die an Schuldner mit geringer Bonität vergeben wurden) ist Auslöser einer weltweiten

Finanzkrise beispiellosen Ausmaßes.

2008: Die US-Investmentbank Lehman Brothers kolabiert und löst eine globale Liquiditätsverknappung

aus. Das gegenseitige Misstrauen bzw. die Ungewissheit über die weitere

Entwicklung und den eigenen Bedarf führen dazu, dass Banken so viel Liquidität wie


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

möglich horten. Weltweit müssen Regierungen ihre Finanzsysteme durch die Übernahme von

Haftungs garantien und durch die Bereitstellung von Kapital stützen. Es beginnt eine politische

Diskussion über die Systemrelevanz von Banken (auch bezeichnet als „Too Big To Fail“),

die bis heute andauert. Die Eigentümer der RZB, die Raiffeisenlandesbanken in Österreich,

stärken die Eigenkapitalbasis der RZB um insgesamt rund € 900 Millionen.

2009: Nachdem der Geldmarkt zunächst fast vollständig zum Erliegen gekommen war und

sich Banken gegenseitig nur noch sehr kurzfristig Geld zur Verfügung stellten, entspannt sich

die Situation. Banken begeben mit staatlichen Garantien versehene Schuldverschreibungen.

Die RZB stärkt ihre Kapitalbasis durch die Ausgabe von Partizipationsscheinen im Volumen

von € 2.500 Millionen, davon € 1.750 an die Republik Österreich und € 750 Millionen an

Dritte. Konzertierte Hilfsmaßnahmen des Internationalen Währungsfonds und der Europäischen

Union für die am stärksten von der Krise betroffenen Länder verhindern ein weiteres

Steigen der Risikoaversion. Ab März 2009 beginnt eine Aufholjagd der internationalen

Börsen, die bis ins Jahr 2010 andauert.

2010

Neue Struktur im RZB-Konzern

Um für die Herausforderungen der Zukunft noch besser gerüstet zu sein, hat die RZB zu Beginn

des Jahres 2010 entschieden, wesentliche Teile des Bankbetriebs abzuspalten und in die Raiffeisen

International einzubringen. Vor allem das Firmenkundengeschäft, die Produktbereiche

und das Investmentbanking wurden aus der Raiffeisen Zentralbank abgespalten und mit der

Raiffeisen International verschmolzen. Daraus ist die nunmehrige Raiffeisen Bank International

hervorgegangen. Die Raiffeisen Zentralbank hält rund 78,5 Prozent an diesem neuen Institut.

Die RZB zeigt sich seit der Umstrukturierung in einer neuen Struktur. Sie ist Spitzeninstitut der

Raiffeisen Bankengruppe, Konzernspitze für die RZB-Gruppe und Serviceeinheit für die Raiffeisen

Bankengruppe Österreich.

Über die börsegelistete Tochter Raiffeisen

Bank International besitzt die Raiffeisen

Zentralbank eines der größten Bankennetzwerke

in Zentral- und Osteuropa. 17 Märkte

der Region werden durch Tochterbanken,

Leasingfirmen und eine Reihe anderer

Finanzdienstleistungsunternehmen abgedeckt.

Mehr als 59.000 Mitarbeiter betreuen

weltweit 15 Millionen Kunden innerhalb

eines dichten Vertriebsnetzwerks mit rund

3.000 Geschäftsstellen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Das RZB

Office Center

Am Stadtpark 9.

49


Österreichische Wirtschaft

Spitzeninstitut

Vergangenheit Zukunft

Erfahrung Weitblick

Weltweite Geschäfte

Lagebericht Segmentberichte

Konzern-Jahresabschluss Bilanz und Erfolgsrechnung

Raiffeisen Bankengruppe

Nachhaltiges Wirtschaften Gesellschaftliche Verantwortung


52 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

KonZern-laGebericht

Entwicklung der Märkte

5

4

3

2

1

0

- 1

- 2

- 3

- 4

- 5

Belebung der Wirtschaft auch

durch teilweise massive fiskal- und

geldpolitische Maßnahmen.

Wirtschaftswachstum: Österreich vs. Euroland (real, % p.a.)

Allmähliche globale Konjunkturerholung

Nachdem die Weltwirtschaft 2009 die schwerste Rezession seit 1945 erlebt hatte, erholte

sich die Konjunktur 2010 wieder. Rund um den Globus belebte sich die wirtschaftliche Aktivität

– oft gestützt durch massive fiskal- und geldpolitische Maßnahmen. In den USA ging die

Rezession im Juni 2009 zu Ende. Bereits Ende 2009 und im ersten Quartal 2010 zeigte die

US-Wirtschaft eine beeindruckende Erholung, wenngleich im Jahresverlauf dann etwas langsamer

wachsend.

Europas Volkswirtschaften entwickeln sich

unterschiedlich

Für das Gesamtjahr ergab sich für den Euroraum ein BIP-Wachstum von 1,7 Prozent. In den

einzelnen Mitgliedstaaten war die Entwicklung der Konjunktur durchaus unterschiedlich.

Während Deutschland, Österreich und Finnland wieder einen Aufschwung erlebten, befanden

sich Spanien, Griechenland und Irland noch tief in der Rezession.

Abzulesen ist das auch an der jeweiligen Arbeitslosenquote, die in den drei erstgenannten

Ländern im Oktober zwischen 4,8 Prozent und 8,0 Prozent lag, wohingegen die Spanne für

die letztgenannten Staaten von 12,2 Prozent bis 20,7 Prozent reichte. Für den gesamten Euroraum

ergab sich eine durchschnittliche Arbeitslosenquote von 10,1 Prozent. Die Inflation blieb

2010 mit 1,6 Prozent im langjährigen Vergleich unterdurchschnittlich und stieg ab Jahresmitte

an. Der Grund sind die steigenden Verbrauchsteuern in einigen Mitgliedsländern.

1997 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010 2011* 2012*

Österreich euroland *Prognosewert für 2011 und 2012


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Österreichs Wirtschaft wächst wieder

In Österreich hat sich die Stimmung im Jahresverlauf wieder verbessert. Im dritten Quartal

2010 wuchs die österreichische Wirtschaft mit 0,9 Prozent stärker als im langjährigen

Vergleich. Das Wachstum wurde dabei großteils durch den kräftigen Anstieg der Exporte,

3,4 Prozent pro Quartal, und die Zunahme der Investitionen um 0,9 Prozent pro Quartal

ermöglicht. Auch die Auslastung der gesamtwirtschaftlichen Kapazitäten lag mit 82 Prozent

wieder im langjährigen Schnitt.

Im Verlauf des Jahres 2011 wird die Wirtschaft weiter wachsen, die Erwerbsquote weiter

steigen und die Inflation moderat bleiben. Trotz der Einschnitte durch die budgetären Maßnahmen

2011 bis 2014 sollte sich der private Konsum stabilisieren.

Die Steuererhöhungen und Ausgabenkürzungen dürften im europäischen Vergleich sehr

gering ausfallen. Nachdem die erste Erholungsphase insbesondere durch Exporte getrieben

war, dürfte die österreichische Konjunktur damit 2011 in eine nachhaltige, von Investitionen

und privatem Konsum gestützte Wachstumsphase übergehen. Die Verschuldungssituation ist in

Österreich weniger dramatisch als der Durchschnitt der Eurozone.

Stabilisierung in CEE

Die Exportabhängigkeit der CEE-Staaten hat sich in der Krise als Nachteil erwiesen und zu

teilweise deutlichen Rückgängen der Wirtschaftsleistung beigetragen. 2010 fand eine Trendumkehr

statt. Die CEE-Länder profitierten vom Anstieg der Wirtschaftsleistung vor allem in

Deutschland und erhielten vom Exportsektor deutliche Wachstumsimpulse.

Auch wenn damit ein Großteil des derzeitigen Wachstums aus dem Export stammt, ist für die

kommenden Monate von zunehmender Unterstützung durch die Inlandsnachfrage auszugehen.

Dennoch bleiben die CEE-Staaten auf Kapitalimporte aus Westeuropa angewiesen.

Die Kapitalzuflüsse nach CEE erholen sich nach ihrem Einbruch während der Krise wieder,

liegen bisher aber noch deutlich unter dem Niveau der Zeit davor.

Polen zeichnete sich bereits in der Krise durch positive Wirtschaftsdynamik aus. Das Land

generierte auch 2010 im Vergleich mit den übrigen EU-Mitgliedstaaten Zentraleuropas

eine überdurchschnittliche Wachstumsrate (+ 3,8 Prozent). Übertroffen wurde dies lediglich

von der Slowakei, die nach einem BIP-Rückgang von 4,7 Prozent im Jahr 2009 im Berichtszeitraum

ein Wachstum von 4,2 Prozent aufwies. Im Gegensatz zur Slowakei stammte das

Wachstum in Polen großteils nicht aus Exporten, sondern aus Konsum und Bruttoanlageinvestitionen.

Den stärksten Rückgang in der Wirtschaftsleistung erlitt im Krisenjahr 2009 mit 8,2 Prozent die

Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS). Doch die Rohstoffpreise stiegen wieder, die

Exporte nahmen zu und der positive Basiseffekt verhalf den GUS zu einem Wirtschaftswachstum

von 4,2 Prozent in 2010.

China als Wachstumsmotor Asiens

Asiens Wirtschaft ist 2010 nach den derzeit vorliegenden Prognosen um 7,9 Prozent gewachsen.

Dabei erfolgte 2010 in nahezu allen asiatischen Ländern der Übergang von öffentlichen

Wachs tumsstimuli zur Festigung der privaten Nachfrage. Die Rolle des Wachstumsmotors kam

China zu. Dort kurbelten Ausgabenprogramme und eine Kreditausweitung die Binnennachfrage

an. Die Umsätze im Einzelhandel stiegen und auch solide Industrieproduktionszahlen

lassen die Konsumnachfrage wachsen. Das reale BIP-Wachstum betrug 2010 voraussichtlich

10,2 Prozent. Von dieser dynamischen Konjunkturentwicklung profitierten auch jene Länder, die

Rohstoffe und Investitionsgüter exportieren.

RZB Geschäftsbericht 2010

Anstieg der Exporte und zunehmende

Investitionen kurbeln

das Wachstum an.

Polen generiert mit 3,8 Prozent

überdurchschnittliche Wachstumsraten.

53


54 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Sorgen um Griechenland und

Irland belasteten den Euro.

Die asiatischen Währungen legten 2010 gegenüber dem US-Dollar zu. Hauptgrund dafür

war die expansive Geldpolitik der USA, die starke Kapitalzuflüsse in den asiatischen Raum

bewirkte. Die daraus resultierende und von den lokalen Regierungen ungewollte Währungsaufwertung

zog unterschiedliche Gegenmaßnahmen nach sich.

Staatsschuldenkrise

Das Hauptthema der internationalen Finanzmärkte war 2010 die Eskalation der Staatsschulden

einiger Euroländer. Den Ausgangspunkt bildete Griechenland. Das Land gestand Anfang

des Jahres ein, dass die in der Vergangenheit nach Brüssel gemeldeten Defizit- und Schuldenzahlen

deutlich zu niedrig gewesen waren. In der Folge nahm auf den Finanzmärkten die

Skepsis zu, ob Griechenland überhaupt noch in der Lage sei, seine Verbindlichkeiten zu bedienen.

Die Risikoaufschläge für griechische Staatsanleihen gegenüber deutschen Papieren

stiegen dadurch massiv an, so dass die Refinanzierung über die Kapitalmärkte für das Land

zunehmend schwieriger wurde.

Die Sorge um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands zog auch die europäische Gemeinschaftswährung

in Mitleidenschaft und führte zu einer deutlichen Abwertung des Euro vor

allem gegenüber dem US-Dollar und dem Schweizer Franken.

Als die Situation Ende April bzw. Anfang Mai aus dem Ruder zu laufen drohte, schritten EU

und der Internationale Währungsfonds ein. Zunächst wurde Griechenland eine Kreditlinie

über € 110 Milliarden eingeräumt. Durch diesen Schritt muss Griechenland bis Anfang 2012

keine Mittel über den Kapitalmarkt aufnehmen. Darüber hinaus wurde mit der so genannten

European Financial Stability Facility (EFSF) ein Rettungspaket entwickelt, mit dessen Hilfe

Länder bei Finanzierungsproblemen künftig unterstützt werden können.

Das Volumen dieses Fonds beträgt € 750 Milliarden, die von den Euro-Mitgliedsländern

sowie dem IWF aufgebracht werden. Entgegen den Hoffnungen der Politik konnte diese

Maßnahme die Märkte aber nicht nachhaltig beruhigen. Bereits im November kam mit Irland

das zweite Land ins Straucheln. Hier brachte vor allem der Kollaps des Bankensystems den

Staat an den Rand der Zahlungsunfähigkeit. Die Finanzspritzen, die zur Rettung der lokalen

Banken notwendig waren, ließen das Haushaltsdefizit des Landes 2010 auf enorme 32 Prozent

des BIP steigen.

Nachdem sich auch für Irland die Refinanzierungsbedingungen massiv verschlechtert hatten,

bat das Land Ende November um Unterstützung aus dem EFSF-Programm. Bis 2013 soll es

insgesamt € 85 Milliarden an Hilfen erhalten.

Globale Währungen

Die Wechselkursentwicklung des Euro stand 2010 im Zeichen der Verschuldungskrise im

Euroraum. Nachdem die Gemeinschaftswährung mit Kursen zum US-Dollar um 1,45 ins Jahr

gestartet war, setzte – ausgelöst durch Griechenland – rasch eine Talfahrt ein. Diese stoppte

erst, als sich EU und IWF im Mai auf das € 750 Milliarden schwere Rettungspaket für hilfsbedürftige

Euroländer einigten. Bis dahin hatte der Euro gegenüber dem US-Dollar 17 Prozent

an Wert verloren und bei knapp unter 1,20 US-Dollar pro Euro sein Jahrestief markiert.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

1,00

0,95

0,90

0,85

0,80

0,75

0,70

Wechselkursentwicklungen USD und GBP pro Euro

0,65

Jänner 2008 Juli 2008 Jänner 2009 Juli 2009 Jänner 2010 Juli 2010 Jänner 2011 Juli 2011*

eur/GbP (skala links) eur/usD (skala rechts) *Prognosewert für 2011 Quelle: thomson reuters, raiffeisen research

Zwischen Juni und Oktober geriet die Schuldendiskussion im Euroraum etwas in den

Hintergrund. Die US-Notenbank lockerte ihre Geldpolitik erneut mit dem Ankauf weiterer

US-Staatsanleihen.

Wechselkursentwicklungen JPY und CHF pro EUR

180

1,70

1,65

170

1,60

160

1,55

150

1,50

140

1,45

130

1,40

120

1,35

110

1,30

100

1,25

90

1,20

Jänner 80 2008 Juli 2008 Jänner 2009 Juli 2009 Jänner 2010 Juli 2010 Jänner 2011 Juli 2011*

eur/JPY (skala links) eur/chf (skala rechts) *Prognosewert für 2011 Quelle: thomson reuters, raiffeisen research

Der US-Dollar kam infolge dieser Maßnahmen spürbar unter Druck: Der Euro wertete bis

Anfang November wieder auf 1,42 US-Dollar pro Euro auf, bevor die Schuldenkrise im Euroraum

neuerlich in den Vordergrund trat. Nachdem auch Irland Finanzhilfe in Anspruch nehmen

musste, wuchsen die Sorgen um eine Ausweitung der Probleme auf Spanien. In der Folge gab

die Gemeinschaftswährung wieder auf 1,30 US-Dollar pro Euro nach.

Die Refinanzierungsschwierigkeiten Griechenlands und Irlands zeigten 2010 deutlich, dass

der Schweizer Franken für viele, vornehmlich europäische Investoren eine Alternative zur Veranlagung

in Euro darstellt. So wertete der Schweizer Franken Hand in Hand mit der wachsenden

Skepsis der Anleger gegenüber der europäischen Einheitswährung im Jahresverlauf

2010 um mehr als 12 Prozent auf.

RZB Geschäftsbericht 2010

55

1,60

1,50

1,40

1,30

1,20

1,10

1,00


56 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

6,0

5,0

4,0

3,0

2,0

1,0

Entwicklung Leitzinsen

CEE-Währungen

Während sich der EUR-Leitzins in den letzten Monaten auf 1,0 Prozent hielt, versuchten die

Zentralbanken der CEE-Länder den Abwertungen in den letzten Jahren mit teils massiven Leitzinserhöhungen

gegenzusteuern. Einige Länder wandten sich für finanzielle Unterstützung an

den IWF und die EU.

Die verzögerte Erholung in der Region Südosteuropa spiegelte sich auch in der Entwicklung

der dortigen Währungen wider. Zum Teil zeigten sie eine starke Volatilität gegenüber dem

Euro, die von den Veränderungen in der globalen Risikoentwicklung getrieben war.

0,0

februar 2007 februar 2008 februar 2009 februar 2010 februar 2011 februar 2012

us-leitzins eur-leitzins

Quelle: thomson reuters, raiffeisen research

Entwicklung des Bankensektors in den

Heimmärkten der RZB

Prognose

Besonders das zweite Quartal 2010 wurde durch die Sorgen hinsichtlich eines Zahlungsausfalls

einzelner Euroländer und die möglichen Auswirkungen auf die Stabilität des Bankensektors

geprägt. In Folge dieser Sorgen und durch regulatorische Änderungen bei US-Geldmarktfonds

kam es im Mai und Juni erneut zu Anspannungen am Interbankenmarkt. Außerdem

fand eine Verschiebung des Marktfokus zurück auf eine adäquate Kapitalausstattung der

Banken statt. Daher wurde das in London angesiedelte Committee of European Banking

Supervisors (CEBS) im Juni mit der Durchführung eines erweiterten Stresstests für das Bankensystem

in der EU beauftragt. Die im Juli publizierten Ergebnisse zeigten, dass nahezu alle in

die Tests einbezogenen Banken für die Stressannahmen ausreichend kapitalisiert sind.

Das operative Geschäft war ebenfalls durch Sorgen vor Länderinsolvenzen geprägt. So sind

insbesondere im Mai die Handelsaktivitäten der Banken deutlich beeinträchtigt worden.

Dagegen hat sich hinsichtlich der Risikovorsorge die Entspannung im zweiten Quartal fortgesetzt.

In vielen nationalen Bankenmärkten dürfte der Höhepunkt der Kreditausfälle erreicht

bzw. schon überschritten sein.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Geringes Auslandsexposure des österreichischen

Bankensektors

Gemessen an der Größe der österreichischen

Volkswirtschaft (BIP 2010: € 285 Milliarden)

liegt die Auslandskreditvergabe

des österreichischen Bankensektors bei

137 Prozent des BIP. Dieser Wert liegt im

europäischen Durchschnitt. Der österreichische

Bankensektor ist damit nicht stärker im

Ausland engagiert als beispielsweise der

französische oder der niederländische.

In Hochburgen der Finanzindustrie wie Irland

(292 Prozent), Großbritannien (348 Prozent)

und der Schweiz (398 Prozent) sind die

Forderungen des jeweiligen Bankensektors

gegenüber dem Ausland mindestens doppelt

so hoch. Der heimische Markt macht somit

anders als in Großbritannien oder Irland

einen höheren Anteil am Kerngeschäft der

österreichischen Banken aus.

5.000

4.500

4.000

3.500

3.000

2.500

2.000

1.500

1.000

Gebremstes Kreditwachstum in CEE

Die Verknappung und Verteuerung externer Finanzierungen für Banken und Staaten sowie

die geringere Kreditnachfrage, die beide mit der verschärften Kreditvergabepolitik der

Banken einhergingen, sorgten in der Krise für eine Stagnation des Kreditwachstums in CEE.

Die Bilanzsumme des Bankensektors in Lokalwährungen stieg 2009 in der gesamten Region

Zentral- und Osteuropa weniger stark als vor der Krise. Erst im Berichtsjahr setzte wieder ein

deutlicheres Wachstum ein, das mit etwa 7 Prozent allerdings hinter der Dynamik der Zeit vor

der Krise zurückblieb.

Auch für die kommenden Jahre ist nur ein moderates Wachstum der Bilanzsumme des Bankensektors

von rund 6 Prozent bis 8 Prozent pro Jahr zu erwarten. In Südosteuropa (SEE), wo die

Bilanzsumme der Banken vor der Krise mit über 30 Prozent pro Jahr noch stärker angestiegen

war, lag der Zuwachs 2009 krisenbedingt nur mehr bei 7 Prozent und dürfte sich 2010 aufgrund

eines weiteren Wachstumsrückgangs auf 5 Prozent verringert haben. In SEE geht die

Erholung im Bankensektor, ähnlich wie die der Wirtschaft insgesamt, etwas schleppender

voran, sodass dort erst wieder für 2012 mit einem Wachstum in der Größenordnung von rund

10 Prozent zu rechnen ist.

Die Region GUS hatte in den Jahren 2004 bis 2008 mit durchschnittlich fast 40 Prozent pro

Jahr das stärkste Bilanzsummenwachstum aufgewiesen. Ähnlich wie in den anderen Regionen

sank das Wachstum 2009 jedoch auch hier auf 4 Prozent, dürfte sich 2010 aber aufgrund

der wirtschaftlichen Erholung wieder auf 17 Prozent verbessert haben.

Die notleidenden Kredite nahmen 2010 wegen der Wirtschaftskrise weiter zu. Hauptursachen

dafür waren die erhöhte Arbeitslosigkeit sowie die Schwäche zahlreicher CEE-Währungen,

die aufgrund des hohen Anteils an Fremdwährungskrediten in dieser Region viele Kreditnehmer

zusätzlich belastete.

500

0

Exposure europäischer Banken

in € Milliarden

RZB Geschäftsbericht 2010

a b f D irl i ch nl e uK

Peripheriestaaten Zentral- und osteuropa Großbritannien rest

forderungen in % des biP (skala rechts)

Für die kommenden Jahre ist ein

Bilanzsummenwachstum des Bankensektors

von 6 Prozent bis 8 Prozent

zu erwarten.

57

450%

405%

360%

315%

270%

225%

180%

135%

90%

45%

0%


58 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Österreichische Bankenabgabe soll

zur Budgetsanierung beitragen.

Geschäftsverlauf 2010

Die Situation im Bankensektor stabilisierte sich in den letzten Monaten des Jahres 2010 wieder.

Trotzdem bleibt die Lage in einigen Ländern, vor allem in der Ukraine und Rumänien, aber

auch – insbesondere aufgrund der Bankenabgabe – in Ungarn, nach wie vor schwierig. Die

positive Entwicklung in Polen brachte einen Anstieg der Gesamtkredite.

Auch in der Tschechischen Republik stieg die Kreditsumme weiter an. In Rumänien, Russland

und der Ukraine hingegen gingen die Kredite gegenüber 2009 angesichts der schwachen

gesamtwirtschaftlichen Lage dieser Länder zurück.

Bankenabgabe in Österreich

Im Dezember 2010 verabschiedete das österreichische Parlament im Rahmen des Stabilitätsabgabegesetzes

eine Bankenabgabe. Die zum 1. Jänner 2011 eingeführte Abgabe soll

pro Jahr € 500 Millionen zur Budgetsanierung einbringen. Dabei werden aus der gestaffelten

Besteuerung der Bilanzsummen € 340 Millionen und aus der Besteuerung von Derivatgeschäften

€ 160 Millionen erwartet. Dadurch werden die Banken in ihrer Fähigkeit geschwächt,

den aus den regulatorischen Anforderungen stammenden Kapitalaufbau aus den

laufenden Ergebnissen zu leisten.

Finanzierungsumfeld CEE-Staaten und

Banken

Bereits in der zweiten Jahreshälfte 2009 hatte sich das Finanzierungsumfeld für Staaten

in CEE deutlich verbessert. Damit waren sowohl Refinanzierung als auch Neuemissionen

von Staatsschuldtiteln auf dem jeweiligen lokalen wie auch dem globalen Anleihenmarkt

(Euro bonds) sichergestellt. Diese positive Entwicklung setzte sich 2010 fort. Hinsichtlich des

Rendite niveaus lokaler Staatsanleihen war dabei ein Seitwärtstrend zu beobachten.

Dieser Seitwärtstrend war einerseits auf die weiterhin expansive Geldpolitik, andererseits auf

abnehmende Risikoaufschläge zurückzuführen. Gleichzeitig wurden die einzelnen Länder

vom Markt sehr differenziert beurteilt, indem Risikofaktoren wie Verschuldung, Budgetdefizit

und politische Unsicherheit in den Anleihepreisen berücksichtigt wurden.

RZB startet mit erster Prepaid-Karte

ins Jahr 2010

Im Jänner 2010 präsentierte die RZB eine Innovation am Kartenmarkt. Die RELOAD TM Card ist

eine aufladbare Prepaid-Karte, die erstmals von Kunden vollständig nach eigenen Wünschen

gestaltet werden kann. Der PIN-Code ist frei wählbar. Man lädt einen gewünschten Betrag

auf das Kartenkonto und verwendet die Karte für Zahlungen im Internet oder Handel. Auch

der Bargeldbezug am Bankomat ist möglich. Die RELOAD TM Card wird an allen VISA-Online-

Terminals akzeptiert, also bei weltweit über 10 Millionen Partnern, davon alleine in Österreich

an über 110.000 Stellen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Direktbank ZUNO

Die neue Internetbank der RZB wird als ZUNO BANK in CEE auftreten und startete im Laufe

des Jahres zuerst in der Slowakei. Die ZUNO BANK ist die jüngste Ergänzung zu den RBI-

Netzwerkbanken und bietet den Kunden einen neuen und top-modernen Bankservice.

Optimierung der Konzernstruktur

Am 22. Februar 2010 informierten die Raiffeisen Zentralbank und die Raiffeisen International

Bank-Holding AG über die mögliche strategische Option, wesentliche Teile des Bankbetriebs

der Raiffeisen Zentralbank abzuspalten und in die Raiffeisen International einzubringen. Am

19. April 2010 gaben die Vorstände der beiden Unternehmen ihre Entscheidung bekannt, die

Umstrukturierung den Aktionären der beteiligten Gesellschaften zum Beschluss vorzulegen.

Auf den jeweiligen Hauptversammlungen Anfang Juli stimmten die Anteilseigner mit der erforderlichen

Dreiviertelmehrheit den Anträgen zu. Die Spaltung wurde am 9. Oktober und die

Verschmelzung am 10. Oktober ins Firmenbuch eingetragen und damit rechtswirksam.

Diese Abspaltung war eine der bedeutendsten Änderungen in der Struktur der Raiffeisen

Zentralbank seit ihrem Bestehen. Wesentliche Teile des operativen Geschäfts – vor allem das

Firmenkundengeschäft, die Produktbereiche und das Investmentbanking – wurden aus der

Raiffeisen Zentralbank abgespalten und mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG verschmolzen.

Daraus ist die nunmehrige Raiffeisen Bank International AG (RBI) hervorgegangen.

Die Raiffeisen Zentralbank hält rund 78,5 Prozent an diesem neuen Institut.

Sonstige

RZB-Aktionäre

Streu besitz

Bisherige Struktur Neue Struktur

Raiffeisenbanken

Raiffeisen-Landeszentralen

Spitzeninstitut Konzernspitze Corporate und

Investmentbank

Raiffeisen Zentralbank

Raiffeisen International

börsegelistet

15 Netzwerkbanken 15 Netzwerkbanken

Überlegungen zu einer möglichen Umstrukturierung im RZB-Konzern waren bereits vor Ausbruch

der Finanzkrise angestellt worden. Mit dem Ausbruch der globalen Finanz- und Wirtschaftskrise

war vorläufig nicht an eine Konkretisierung zu denken. Erst nach Stabilisierung

des Umfelds waren die Pläne wieder aufgenommen worden.

Seit der Umstrukturierung zeigt sich die Raiffeisen Zentralbank in einer neuen Struktur. Sie ist

Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe, Konzernspitze für die RZB-Gruppe und Serviceeinheit

für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich. Die Rolle der Raiffeisen Zentralbank als

historisch gewachsenes Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich zeigt sich

gerade im Aufgabenbereich „Sektor“. Darin übernimmt die Raiffeisen Zentralbank wesentliche

Serviceaufgaben für eine effiziente Zusammenarbeit in einem dezentralen Bankenverbund.

RZB Geschäftsbericht 2010

Hauptgeschäftsfelder der Raiffeisen

Zentralbank wurden abgespalten

und mit der Raiffeisen International

Bank-Holding AG zur Raiffeisen Bank

International AG verschmolzen.

Raiffeisenbanken

Raiffeisen-Landeszentralen

Konzernspitze Spitzeninstitut

Raiffeisen Zentralbank

Raiffeisen Bank International

Universalbank, börsegelistet

59

Sonstige

RZB-Aktionäre

Streu besitz


60 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Stresstests belegten die ausreichende

Kapitalisierung der RZB.

EU-Bankenstresstest

Ende Juli 2010 veröffentlichte das „Committee of European Banking Supervisors“ (CEBS) die

Ergebnisse des EU-weiten Belastungstests von 91 Banken. Die RZB Group bestand den Test

eindeutig und bewies damit, auch unter der Annahme einer weiteren zweijährigen Wirtschaftskrise

ausreichend kapitalisiert zu sein. Neben der RZB Group nahm in Österreich auch

die Erste Group teil, die Bank Austria wurde als Tochter der UniCredit in Italien getestet.

Das Hauptaugenmerk des Tests lag auf der Kernkapitalquote, die die Risikotragfähigkeit eines

Instituts darstellt. Die RZB wäre trotz der simulierten Krisenszenarien auf eine Kernkapitalquote

(Tier 1, gesamt) von 7,8 Prozent gekommen; das wären 1,5 Prozentpunkte weniger als der Vergleichswert

zum Ultimo 2009 (9,3 Prozent, nach CEBS-Berechnungsmethodik). Damit lag die

RZB deutlich sowohl über den im Test vom CEBS empfohlenen Mindestwert von 6 Prozent, als

auch der gesetzlich erforderlichen Mindestquote von 4 Prozent.

Finanz- und Ergebnisentwicklung

Die Raiffeisen Zentralbank steht

indirekt in mehrheitlichem Besitz der

Raiffeisen-Landesbanken-Holding-

GmbH.

Der Konsolidierungskreis umfasste

334 Konzerneinheiten, darunter

23 Banken.

Einleitung und Konsolidierungskreis

Der Konzernabschluss der Raiffeisen Zentralbank wird auf Basis der International Financial

Reporting Standards (IFRS) erstellt. Die Raiffeisen Zentralbank erstellt außerdem einen Einzelabschluss

nach dem Bankwesengesetz (BWG) in Verbindung mit dem österreichischen Unternehmensrecht

(UGB), der die formale Bemessungsgrundlage für die Dividendenausschüttung

und die Steuern darstellt. Betreffend die nach BWG und UGB geforderten Angaben wird auf

die entsprechenden Kapitel in diesem Lagebericht und im Anhang verwiesen.

Die Raiffeisen Zentralbank steht indirekt in mehrheitlichem Besitz der Raiffeisen-Landesbanken-Holding-GmbH

(RLBHOLD) und ist somit Teil des RLBHOLD-Konzerns. In der RLBHOLD

haben die Kernaktionäre, die Raiffeisen Landesbanken, ihre Anteile großteils gebündelt. Der

Anteil der RLBHOLD betrug zum Jahresende rund 81 Prozent, die restlichen Anteile befanden

sich überwiegend im Besitz anderer Aktionäre.

Im Berichtsjahr ergab sich eine wesentliche konzerninterne Reorganisation: Dabei wurden

die Hauptgeschäftsfelder der Raiffeisen Zentralbank abgespalten und in die Raiffeisen International

Bank-Holding AG eingebracht. Die Abspaltung und anschließende Verschmelzung

wurden mit der Eintragung im Firmenbuch des Handelsgerichts Wien am 10. Oktober 2010

wirksam; die Raiffeisen Zentralbank erhielt für diese Sacheinlage Anteile an der Raiffeisen

International Bank-Holding AG und erhöhte ihren Anteil auf rund 78,5 Prozent. Mit Wirksamkeit

der Fusion wurde das Tochterunternehmen in Raiffeisen Bank International AG (RBI)

umfirmiert und erhielt gleichzeitig eine Banklizenz. Die Verschmelzung stellt eine Transaktion

unter gemeinsamer Beherrschung (Common Control) dar.

Zum 31. Dezember 2010 umfasste der Konsolidierungskreis der Raiffeisen Zentralbank insgesamt

334 Konzerneinheiten, darunter 23 Banken sowie eine Reihe von Finanzinstituten

und banknahen Servicebetrieben. Hinsichtlich der Veränderung des Konsolidierungskreises

wird auf das entsprechende Kapitel auf Seite 122 im Anhang verwiesen. Die Veränderungen

des Konsolidierungskreises hatten nur einen geringen Einfluss auf die Vergleichbarkeit mit den

Vorjahreswerten, die konzerninterne Reorganisation hatte lediglich auf die Ergebnisse nicht

beherrschender Anteile Einfluss.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Ergebniszusammenfassung

Ergebnis nach Steuern verdoppelt

Das Betriebsergebnis der RZB ging 2010 um 6 Prozent auf € 2.427 Millionen zurück, was

großteils an höheren Verwaltungsaufwendungen und der im sonstigen betrieblichen Ergebnis

enthaltenen ungarischen Bankenabgabe lag.

Positiv entwickelte sich die Lage beim Kreditrisiko: Aufgrund niedrigerer Ausfälle und Restrukturierungsmaßnahmen

sanken die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um 47 Prozent

oder € 1.049 Millionen auf € 1.198 Millionen. Durch die Folgen der Finanz- und Wirtschaftskrise

waren sie im Vorjahr in allen Segmenten außerordentlich hoch gewesen.

Gedämpft wurde die positive Entwicklung allerdings durch niedrigere Ergebnisse aus Finanzinvestitionen

und Derivaten (Rückgang von insgesamt € 424 Millionen). Diese Ergebnisbestandteile

waren 2009 durch Wertaufholungen dominiert. 2010 stabilisierte sich die Lage an den Finanzmärkten

mit wenigen Ausnahmen, wodurch es nur noch zu einzelnen Zuschreibungen kam.

Einen Sondereffekt gab es bei den Steuern vom Einkommen und Ertrag. Dieser Posten verringerte

sich trotz des Ergebnisanstiegs um 51 Prozent. Insbesondere latente Steuererträge aus

der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen in Österreich (€ 120 Millionen) sowie eine

geänderte Steuergesetzgebung in der Ukraine (€ 26 Millionen) sind dafür verantwortlich.

Damit erreichte der Jahresüberschuss nach Steuern € 1.168 Millionen, das ist gegenüber dem

Vorjahr ein Plus von 105 Prozent oder € 598 Millionen. Nach Abzug des Ergebnisses der

nicht beherrschenden Anteile einschließlich der Fremdanteile auf das Partizipationskapital von

€ 455 Millionen ergab sich ein Konzern-Jahresüberschuss von € 714 Millionen, was einer

Erhöhung von knapp zwei Drittel entspricht.

Aus Segmentsicht verteilt sich das Ergebnis vor Steuern zu 95 Prozent auf die RBI mit einem

Segmentergebnis von € 1.252 Millionen, das Segment Raiffeisen Bankengruppe Österreich hat

einen Anteil von 2 Prozent und das Segment Weitere Beteiligungen einen Anteil von 3 Prozent.

Betriebsergebnis sinkt wegen höherer Aufwendungen um 6 Prozent

in € Millionen 2010 Veränderung 2009 2008

Zinsüberschuss 3.629 4,8% 3.462 4.010

Provisionsüberschuss 1.492 4,9% 1.422 1.768

Handelsergebnis 323 - 22,9% 419 19

Sonstiges betriebliches Ergebnis 52 - 34,7% 80 108

Betriebserträge 5.496 2,1% 5.383 5.905

Personalaufwand - 1.508 8,7% - 1.387 - 1.569

Sachaufwand - 1.200 9,0% - 1.101 - 1.249

Abschreibungen - 361 17,5% - 307 - 299

Verwaltungsaufwendungen - 3.069 9,8% - 2.795 - 3.117

Betriebsergebnis 2.427 - 6,2% 2.588 2.788

Betriebserträge dank Zins- und Provisionsüberschuss im Plus

Während sich die einzelnen Ertragskomponenten unterschiedlich entwickelten, blieben die

Betriebserträge im Lauf der Quartale 2010 relativ konstant. Das Plus von 2 Prozent im Jahresvergleich

war in erster Linie einem höheren Zinsüberschuss und Zuwächsen beim Provisionsüberschuss

zu verdanken, während das Handelsergebnis sowie das sonstige betriebliche

Ergebnis eine negative Entwicklung verzeichneten.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

sanken um 47 Prozent

auf € 1.198 Millionen.

61


62 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

in € Millionen

6.000

5.000

4.000

3.000

2.000

1.000

0

Entwicklung der Betriebserträge

3.724

3%

7%

31%

59%

4.650

3%

3%

32%

62%

2006 2007 2008 2009 2010

Zinsüberschuss Provisionsüberschuss handelsergebnis sonstiges betriebliches ergebnis

in € Millionen

6.000

5.000

4.000

3.000

2.000

1.000

0

Entwicklung der Cost/Income Ratio

56,7% 56,9%

4.650

3.724

2.113

2.645

5.905

2%

30%

68%

5.905

5.383

2%

8%

26%

64%

52,8% 51,9%

5.496

1%

6%

2006 2007 2008 2009 2010

betriebserträge Verwaltungsaufwendungen cost/income ratio

3.117

5.383

5.496

27%

66%

55,8%

Der Zinsüberschuss wies mit einem Plus von

5 Prozent oder € 167 Millionen die beste

Entwicklung aller Ertragskomponenten auf.

Ein Teil des Zuwachses ging auf das Volumen

zurück: Nach dem durch die Finanzkrise

ausgelösten Wachstumseinbruch im Vorjahr

war 2010 das Kreditwachstum in einigen

Märkten wieder leicht positiv, im Bereich

der Wertpapiere blieb das Volumen relativ

konstant.

Der größte Teil des Ertragszuwachses war

aber Folge einer um 22 Basispunkte auf

2,47 Prozent gestiegenen Zinsmarge. Der

wesentliche Grund für die Verbesserung lag

in der günstigeren Refinanzierungssituation,

vor allem bei den Kundeneinlagen. Darüber

hinaus wurden in einigen Märkten aktivseitig

höhere Preise erzielt. Während in fast allen

Regionen die Zinsmargen stiegen, war in

Russland ein Rückgang zu verzeichnen, der

auf den hohen Wettbewerbsdruck zurückging.

In der Ukraine gab es einen Rückgang

aufgrund einer Methodenänderung bei der

Berechnung und Darstellung von Zinsen auf

wertberichtigte Forderungen.

2.795

3.069 Ein deutliches Zeichen, dass sich die

wirtschaftliche Gesamtsituation in den Kernmärkten

der RZB im Jahresverlauf verbesserte,

war der Anstieg des Provisionsüberschusses

von 5 Prozent oder € 70 Millionen auf

€ 1.492 Millionen. Treiber des Wachstums

waren in erster Linie die Regionen Zentraleuropa

und Österreich, auf Kundenebene

stammte der Zuwachs überwiegend von

Firmenkunden. Der Anstieg kam insbesondere

durch Erträge aus dem Kredit- und

Garantiegeschäft, aus dem Zahlungsverkehr und aus dem Wertpapiergeschäft zustande.

Dagegen waren die Ergebnisse aus dem Fremdwährungsgeschäft nachfragebedingt rückläufig,

speziell durch rückläufiges Fremdwährungskreditgeschäft und eine leicht niedrigere

Anzahl an Auslandsüberweisungen.

Das Handelsergebnis lag mit € 323 Millionen um 23 Prozent oder € 96 Millionen unter dem

Vorjahreswert. Ausschlaggebend für den Rückgang war die positive Entwicklung im Vorjahr,

wo Wertaufholungen bei Zinsprodukten zu einem überdurchschnittlichen Ergebnis beigetragen

hatten. Im Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft ergab sich 2010 demzufolge ein

Rückgang von rund € 166 Millionen auf € 203 Millionen. Die anderen Komponenten des

Handelsergebnisses wiesen deutlich geringere Schwankungen auf, wobei das Ergebnis aus

währungsbezogenen Geschäften mit € 124 Millionen um rund € 14 Millionen den Vorjahreswert

übertraf. Das Ergebnis aus Eigenkapitalinstrumenten ging um rund € 22 Millionen zurück.

Das sonstige betriebliche Ergebnis ging um € 28 Millionen auf € 52 Millionen zurück. Hauptursache

war die ungarische Bankenabgabe, die die RZB mit € 41 Millionen belastete.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Verwaltungsaufwendungen um knapp 10 Prozent gestiegen

Nachdem die Verwaltungsaufwendungen im Vorjahr aufgrund von Einsparungsmaßnahmen

und Währungseffekten noch um 10 Prozent gefallen waren, wuchsen sie im Berichtsjahr um

10 Prozent oder € 275 Millionen auf € 3.069 Millionen. Im Gegensatz zum Vorjahr trugen

2010 Währungsaufwertungen zu einem Anstieg der Verwaltungsaufwendungen bei. Für den

Personalaufwand waren darüber hinaus marktbedingte Änderungen der Gehaltsstrukturen

und wiedereinsetzende Bonuszahlungen in einigen Ländern für einen Anstieg von 9 Prozent

verantwortlich. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter reduzierte sich um 6 Prozent oder

3.712 auf 59.757, was im Wesentlichen an Personalrückgängen in der Ukraine, Russland und

Rumänien lag. Der Sachaufwand wies ebenfalls ein Plus von 9 Prozent auf, für das in erster

Linie höhere IT-Aufwendungen, Aufwendungen für die Fusion von Hauptgeschäftsfeldern der

Raiffeisen Zentralbank mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG sowie solche für den

Start der Direktbank ZUNO verantwortlich waren.

Die höheren Verwaltungsaufwendungen, deren Zuwachs mit 10 Prozent deutlich über dem

der Betriebserträge von 2 Prozent lag, waren ausschlaggebend für den Anstieg der für die

Effizienzmessung von Banken wichtigen Kennzahl Cost/Income Ratio – sie setzt die Verwaltungsaufwendungen

ins Verhältnis zu den Betriebserträgen – um 3,9 Prozentpunkte auf

55,8 Prozent.

Jahresüberschuss durch rückläufige Kreditrisikovorsorgen

stark gesteigert

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen gingen 2010 nach dem schwierigen Vorjahr

2009 um 47 Prozent oder € 1.049 Millionen auf € 1.198 Millionen zurück. Das war eine

Folge der verbesserten Gesamtsituation in den meisten Märkten, wodurch sich das Wachstum

der notleidenden Kredite insbesondere im zweiten Halbjahr reduzierte. Demgegenüber

standen niedrigere sonstige Ergebnisse (Ergebnisse aus Finanzinvestitionen und Derivaten),

die 2009 aufgrund der Erholung der Märkte noch deutliche Zuschreibungen ausgewiesen

hatten. In Summe führte dies zu einem um 57 Prozent oder € 468 Millionen auf € 1.292 Millionen

verbesserten Jahresüberschuss vor Steuern.

in € Millionen 2010 Veränderung 2009 2008

Betriebsergebnis 2.427 - 6,2% 2.588 2.788

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen - 1.198 - 46,7% - 2.247 - 1.150

Sonstige Ergebnisse 63 - 86,9% 483 - 1.041

Jahresüberschuss vor Steuern 1.292 56,8% 824 597

Steuern vom Einkommen und Ertrag - 124 51,1% - 254 - 165

Jahresüberschuss nach Steuern 1.168 104,7% 571 432

Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile - 454 231,4% - 137 - 384

Konzern-Jahresüberschuss 714 64,8% 433 48

Kreditrisikovorsorgen in zahlreichen Märkten rückläufig

2010 fielen mit € 1.200 Millionen um 42 Prozent weniger Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen

an, während die Nettodotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen im Berichtsjahr

nur noch € 1 Million betrugen. Der Rückgang dieser Portfolio-Wertberichtigungen

von € 175 Millionen ist auf Auflösungen in Ungarn, der Ukraine und in Bosnien und Herzegowina

zurückzuführen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Vor allem Währungsaufwertungen

und marktbedingte Änderungen der

Gehaltsstrukturen in einigen Ländern

sind für den Anstieg der Verwaltungsaufwendungen

verantwortlich.

63


64 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

12.000

10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

Der Schwerpunkt der neuen Kreditrisikovorsorgen

lag in Zentraleuropa.

0

Entwicklung von Jahresüberschuss und Return on Equity

in € Millionen

26,7%

4.812

1.286

6.689

22,2%

1.485

8.224

Die Neubildungsquote auf Basis der durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva fiel ebenfalls signifikant

um 131 Basispunkte auf 1,45 Prozent. Die NPL-Ratio – das ist der Anteil der notleidenden

Kredite am Kundenkreditportfolio – stieg dagegen um 1,48 Prozentpunkte auf 8,74 Prozent,

im Vorjahr hatte der Anstieg noch 4,5 Prozentpunkte betragen. Am stärksten war der Zuwachs

2010 bei Klein- und Mittelbetrieben und Privatkunden.

Regional gesehen lag der Schwerpunkt der neuen Kreditrisikovorsorgen in Zentraleuropa.

Dessen Anteil beträgt 34 Prozent oder € 408 Millionen (minus 16 Prozent), der vor allem in

Ungarn verbucht wurde. Südosteuropa hat einen Anteil von 28 Prozent oder € 335 Millionen

(minus 19 Prozent), wobei es Erhöhungen in Bulgarien sowie Bosnien und Herzegowina gab.

Stark rückläufig war die Vorsorgenbildung in Russland (minus 76 Prozent auf € 77 Millionen)

und in der Ukraine (minus 60 Prozent auf € 200 Millionen). In Österreich fiel der Vorsorgebedarf

vor allem wegen hoher Abschreibungen von Bankforderungen im Vorjahr um 70 Prozent

auf € 137 Millionen, wobei er im Bereich der Corporate Customers konstant blieb.

Steuerquote durch Sondereffekte bei 10 Prozent

Trotz einer deutlichen Erhöhung des Jahresüberschusses vor Steuern ergab sich ein Rückgang

der Steuern vom Einkommen und Ertrag von 51 Prozent auf € 124 Millionen. Während sich die

laufenden Steuern im Einklang mit der Ergebnisentwicklung erhöhten, waren latente Steuern für

den Rückgang der rechnerischen Steuerbelastung verantwortlich. Die rechnerische Steuerquote

fiel von 31 Prozent auf 10 Prozent.

Hatte im Vorjahr noch eine Abschreibung aktiver latenter Steuern für eine außerordentlich

hohe Steuerquote gesorgt, verhielt es sich im Berichtsjahr umgekehrt: Durch die höheren

Ergebniserwartungen aufgrund der aktuellen Mittelfristplanung waren bis dato unberücksichtigte

steuerliche Verlustvorträge in der Raiffeisen Bank International AG zu aktivieren

(€ 120 Millionen). In der Ukraine ergab sich eine Änderung der Steuerlatenz wegen einer

erst im Dezember 2010 geänderten Steuergesetzgebung mit einem positiven Effekt von

€ 26 Millionen. Ohne die Sondereffekte läge die rechnerische Steuerquote über 20 Prozent.

Konzern-Jahresüberschuss 65 Prozent im Plus

Im Vergleich zum Jahresüberschuss vor Steuern stieg der Jahresüberschuss nach Steuern von

€ 571 Millionen überproportional um 105 Prozent auf € 1.168 Millionen. Dieser Zuwachs

war trotz leicht sinkendem Betriebsergebnis den um 47 Prozent verringerten Nettodotierungen

zu Kreditrisikovorsorgen sowie den Sondereffekten bei den Steuern zu verdanken.

7,3%

8,8%

2006 2007 2008 2009 2010

Durchschnittliches eigenkapital Jahresüberschuss vor steuern roe ohne einmaleffekte

597

9.333

824

10.362

12,5%

1.292

Das Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile

inklusive der Fremdanteile am Partizipationskapital

der RBI stieg mit 231 Prozent

noch stärker als das Ergebnis nach Steuern

auf € 455 Millionen. Der Ergebniszuwachs

ist eine Folge des von der Raiffeisen Zentralbank

in die RBI ausgelagerten Geschäfts,

wodurch Ergebnisse, die bisher keine

Fremdanteile enthielten, nunmehr mit rund

21 Prozent Minderheitenanteil behaftet sind.

Darüber hinaus ist der Ergebnisanteil des in

die RBI ausgelagerten Partizipationskapitals

enthalten. In einer Gegenüberstellung mit

dem pro forma Ergebnis 2009 in der neuen

Organisation wäre der Anstieg nur bei

24 Prozent gelegen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Nach Abzug des Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile errechnet sich der auf die

Raiffeisen Zentralbank entfallende Konzern-Jahresüberschuss von € 714 Millionen, was eine

Erhöhung von 65 Prozent oder € 280 Millionen gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

ROE vor Steuern steigt auf 12,5 Prozent

Der Return on Equity (ROE) vor Steuern stieg im Jahresvergleich um 3,7 Prozentpunkte auf

12,5 Prozent, was in erster Linie durch die Reduktion der Kreditrisikovorsorgen verursacht

wurde. Das der Rechnung zugrunde liegende durchschnittliche Eigenkapital lag bei € 10.362

Millionen, das entspricht einem Plus von 11 Prozent. Für einen Zuwachs beim Kapital sorgten

die thesaurierten Gewinne sowie das im zweiten Quartal 2009 emittierte Partizipationskapital.

Aufgrund der Reorganisation und Abspaltung von Hauptgeschäftsfeldern der

Raiff eisen Zentralbank in die Raiffeisen Bank International sowie der Steuersondereffekte war

der Anstieg beim Konzern-ROE – bezogen auf das den Aktionären und Anteilszeichnern

der Partizipationsscheine der Raiffeisen Zentralbank zurechenbare Kapital – mit 6,7 Prozentpunkten

auf 13,0 Prozent noch deutlicher.

Eigenkapital wächst um 9 Prozent auf € 11,3 Milliarden

Durch die Abspaltung von Hauptgeschäftsfeldern der Raiffeisen Zentralbank veränderte sich

das Verhältnis Konzern-Eigenkapital zum Kapital der nicht beherrschenden Anteile. Die Verschiebung

von Konzern-Eigenkapital zu den Fremdanteilen betrug € 2.461 Millionen, womit

sich die Fremdanteile auf € 5.035 Millionen erhöhten. In der Hauptsache erhöhte es sich

wegen des in die RBI abgespaltenen Partizipationskapitals.

Das Gesamtergebnis 2010 erhöhte das Eigenkapital um € 1.388 Millionen. Darin ist der

Jahresüberschuss nach Steuern von € 1.168 Millionen bereits enthalten. Das sonstige Ergebnis,

das heißt direkt im Eigenkapital erfasste Ergebniskomponenten, betrug € 220 Millionen.

Dieses enthielt im Wesentlichen Währungsdifferenzen inklusive Absicherungsmaßnahmen

(€ 177 Millionen) aufgrund von Aufwertungen vieler lokaler Währungen im CEE-Raum inklusive

entsprechender Absicherungsmaßnahmen. Am stärksten wirkten sich im Jahresabstand

die Aufwertungen von an den US-Dollar gekoppelten Währungen aus, insbesondere der

ukrainischen Hryvna (plus 8 Prozent) und des russischen Rubels (plus 5 Prozent). Aber auch

die Währungen des zentraleuropäischen Raums werteten großteils auf, speziell die tschechische

Krone (plus 5 Prozent).

Das Eigenkapital wurde durch Dividendenzahlungen um insgesamt € 419 Millionen verringert.

Davon gingen € 160 Millionen an die Aktionäre der Raiffeisen Zentralbank und

€ 59 Millionen an Fremdaktionäre von Konzerngesellschaften. Darüber hinaus betrug die

erstmals ausbezahlte Dividende auf das im Frühjahr 2009 emittierte Partizipationskapital

€ 200 Millionen.

Kernkapitalquote lag konstant bei 9,3 Prozent

Die aufsichtsrechtlichen Eigenmittel stiegen gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent auf

€ 12.532 Millionen. Neben den beschriebenen Änderungen im Eigenkapital, die das Kernkapital

(Tier 1) um 5 Prozent erhöhten, verringerten sich die ergänzenden Eigenmittel (Tier 2,

minus 1 Prozent) und die kurzfristigen ergänzenden Eigenmittel (Tier 3, minus 76 Prozent)

durch das Auslaufen von Emissionen.

Die erforderlichen Eigenmittel erhöhten sich aufgrund des leicht höheren Kredit- und Wertpapiervolumens

sowie höherer Ausfallswahrscheinlichkeiten und Ratingverschlechterungen

um 6 Prozent auf € 7.966 Millionen. Die Kernkapitalquote bezogen auf das Gesamtrisiko

blieb gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert bei 9,3 Prozent, wobei die Core Tier 1

Ratio, das heißt ohne Berücksichtigung hybrider Kapitalelemente, konstant bei 8,5 Prozent

lag. Die Eigenmittelquote verringerte sich um 0,5 Prozentpunkte auf 12,6 Prozent.

RZB Geschäftsbericht 2010

ROE vor Steuern ist im Jahresvergleich

um 3,7 Prozentpunkte besser.

In Summe ergaben das Gesamtergebnis

2010 und die Dividendenzahlungen

für 2009 einen Eigenkapitalzuwachs

um € 943 Millionen.

65


66 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Forderungen an Banken fielen um

42 Prozent auf € 19,8 Milliarden.

3,0%

2,5%

2,0%

1,5%

1,0%

Entwicklung der Zinsspanne

2,12%

2,33%

Bilanzsumme sinkt um 8 Prozent auf € 136 Milliarden

Die Bilanzsumme der RZB nahm im Jahresabstand um € 11,4 Milliarden auf € 136,5 Milliarden

ab. Der Rückgang war geprägt vom Interbankengeschäft. Aufgrund der Aufwertungen

des US-Dollar und der meisten CEE-Währungen erhöhte sich die Bilanzsumme um rund

€ 2,4 Milliarden. Um diese Effekte bereinigt ergab sich eine organische Reduktion der Bilanzsumme

von rund 9 Prozent oder € 13,8 Milliarden.

Das Interbankengeschäft wurde inbesondere wegen nicht benötigter Liquidität abgebaut.

Die Forderungen an Banken fielen demnach um 42 Prozent auf € 19,8 Milliarden. Dagegen

stiegen die Forderungen aus dem Kreditgeschäft, der entsprechende Bilanzposten Forderungen

an Kunden wuchs unter Berücksichtigung des Zuwachses beim Bestand an Kreditrisikovorsorgen

um 4 Prozent oder € 2,7 Milliarden. Die Erhöhung war überwiegend durch das

Großkundengeschäft (Large Corporates) verursacht, aber auch die Ausleihungen an Privatpersonen

stiegen mit 4 Prozent wieder leicht an. Am deutlichsten war der Anstieg in Russland

(18 Prozent) und in Zentraleuropa (5 Prozent). Die Kundeneinlagen stiegen um 4 Prozent auf

€ 57,9 Milliarden, womit die Überdeckung der Kredite zu den Einlagen (Loan/Deposit Ratio)

unverändert bei 135 Prozent blieb.

Erfolgsrechnung

Zinsüberschuss

Der Zinsüberschuss wuchs im Berichtsjahr um 5 Prozent oder € 167 Millionen auf € 3.629

Millionen und trug mit 66 Prozent zu den Betriebserträgen bei. Die Zinsspanne (gerechnet

auf die durchschnittliche Bilanzsumme) verbesserte sich um 22 Prozentpunkte und lag bei

2,47 Prozent.

Das Segment Raiffeisen Bank International Group trug € 3.560 Millionen zum Zinsüberschuss

bei. Innerhalb der Raiffeisen Bank International Group entwickelten sich die Länder wie folgt:

In Polen stieg der Zinsüberschuss mit plus 45 Prozent oder € 55 Millionen am stärksten. Die

Gründe hierfür lagen in höheren Kundenmargen, verbesserter Refinanzierung und in der

Währungsaufwertung des polnischen Zloty. In der Tschechischen Republik wuchs der Zinsüberschuss

wegen gestiegener Volumina bei Hypothekarkrediten und Privatkundenkrediten

und wegen verbesserter Kundenmargen

um 15 Prozent oder € 37 Millionen. Der

Zinsüberschuss in der Slowakei profitierte

ebenfalls von gesunkenen Refinanzierungskosten

und stieg um 11 Prozent oder € 28

2,47% Millionen.

2,67%

2,25%

2006 2007 2008 2009 2010

Einerseits verbesserte sich der Zinsüberschuss

in Kroatien um 15 Prozent oder

€ 22 Millionen wegen gesunkener Refinanzierungskosten

bei Banken und geringerer

Zinsaufwendungen für Kundeneinlagen.

Andererseits fiel er in Serbien um 15 Prozent

oder € 18 Millionen aufgrund eines

relativ schwachen Neugeschäfts, geringerer

Margen für bonitätsstarke Kunden,

gesunkener Erträge aus der Veranlagung

bei Zentralbanken und der starken Währungsabwertung.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

In Russland sank der Zinsüberschuss um 22 Prozent oder € 143 Millionen auf € 507 Millionen.

Hauptverantwortlich waren die Zinserträge aus Kundenforderungen, die wegen gesunkener

Volumina im Privat- und Firmenkundenbereich, geringerem Neugeschäft und starkem

Wettbewerb um 28 Prozent fielen.

In der Ukraine sank der Zinsüberschuss von € 408 Millionen auf € 333 Millionen. Im vierten

Quartal 2010 kam es in der Ukraine zu einem Einmaleffekt von € 70 Millionen. Dieser war

auf eine Methodenänderung bei der Berechnung von Zinsen auf wertberichtigte Forderungen

zurückzuführen. Diese Änderung ist aber ergebnisneutral, da im gleichen Ausmaß Kreditrisikovorsorgen

reduziert wurden.

Weiters trug das Segment Raiffeisen Bankengruppe Österreich € 65 Millionen zum Zinsüberschuss

bei. In diesem Segment werden das Sektorgeschäft innerhalb des Spitzeninstitutes,

das Beteiligungsportfolio und at-equity bilanzierte Unternehmen dargestellt. Die Zinserträge

in diesem Segment stammen großteils aus Dividendenerträgen.

Das Segment Weitere Beteiligungen trug mit € 19 Millionen zum Zinsüberschuss bei.

Kreditrisikovorsorgen

Das verbesserte wirtschaftliche Umfeld und die schon während der Finanz- und Wirtschaftskrise

eingeleiteten Maßnahmen zur Stabilisierung des Kreditportfolios zeigten 2010 ihre

Wirkung. Im Berichtsjahr wurden deutlich niedrigere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

(das ist der Saldo aus Zuführungen und Auflösungen von Vorsorgen für das Kreditgeschäft

sowie Direktabschreibungen und Erträgen in Form von Eingängen auf abgeschriebene

Forderungen) vorgenommen. Sie betrugen insgesamt € 1.198 Millionen, was einen Rückgang

von € 1.049 Millionen oder 47 Prozent bedeutet. In diesem Posten waren auch Erlöse aus

dem Verkauf von Krediten in Höhe von € 3 Millionen enthalten.

In der Region GUS Sonstige wurde im Vergleich zum Vorjahr absolut gesehen der höchste

Rückgang bei den Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen verzeichnet. Die Nettodotierungen

fielen um 58 Prozent oder € 301 Millionen auf € 214 Millionen, davon wurden in

der Ukraine netto € 200 Millionen dotiert. Der Betrag ist bereits um die oben beschriebene

erfolgsneutrale Methodenanpassung im Ausmaß von € 70 Millionen reduziert. Deutlich

niedrigere Wachstumsraten bei den notleidenden Krediten, eine Qualitätsverbesserung des

Portfolios, aktive Maßnahmen zur Restrukturierung von Krediten sowie verbesserte Rückzahlungsquoten

waren für die positive Entwicklung der Kreditrisikovorsorgen in der Ukraine

verantwortlich.

Die Region Russland zeigte ebenfalls signifikant geringere Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen,

die um 76 Prozent oder € 245 Millionen auf € 77 Millionen fielen. Die Gründe

dafür lagen neben der Verbesserung der Bonität der Kreditnehmer vor allem im Kommerzkunden-Bereich,

insbesondere in den verbesserten wirtschaftlichen Rahmenbedingungen und

in niedrigeren Ausfallquoten sowie höheren Sicherheiten im Privatkunden-Bereich.

In der Region Zentraleuropa fiel der Rückgang moderater aus. Die Nettodotierungen zu

Kreditrisikovorsorgen gingen um 16 Prozent oder € 79 Millionen auf € 408 Millionen zurück.

In Ungarn wurden mit € 196 Millionen um € 76 Millionen weniger als im Vorjahr neu dotiert,

weil niedrigere Ausfallsquoten und Restrukturierungsmaßnahmen die Kreditrisikovorsorgen

positiv beeinflussten. In der Tschechischen Republik hingegen wurden die Nettodotierungen

wegen zusätzlicher Einzelwertberichtigungen aufgrund von höheren Ausfallsquoten und wegen

höherer Portfolio-Wertberichtigungen um € 22 Millionen auf € 94 Millionen angehoben.

Die Nettodotierungen in der Slowakei sanken um € 13 Millionen auf € 49 Millionen infolge

freundlicherer wirtschaftlicher Rahmenbedingungen und eines verbesserten Zahlungsverhaltens

im Retail-Bereich.

RZB Geschäftsbericht 2010

Das Segment Raiffeisen Bankengruppe

Österreich trug € 65 Millionen zum

Zinsüberschuss bei.

Die Region Russland zeigte signifikant

geringere Nettodottierungen zu

Kreditrisikovorsorgen, die um

76 Prozent auf € 77 Millionen fielen.

67


68 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

in € Millionen

1.800

1.600

1.400

1.200

1.000

800

600

400

200

0

Entwicklung des Provisionsüberschusses

1.177

9%

27%

11%

17%

36%

1.516

10%

26%

11%

15%

38%

Die Nettodotierungen in der Region Südosteuropa gingen um 19 Prozent oder € 79 Millionen

auf € 335 Millionen zurück. In Rumänien war der Rückgang mit € 94 Millionen besonders

deutlich. Er ist vor allem auf eine Bonitätsverbesserung bei Kunden im Immobilienbereich

sowie Restrukturierungen und Verkauf von notleidendenen Krediten zurückzuführen. Mit

Ausnahme von Bulgarien und Bosnien und Herzegowina – hier wurden höhere Nettodotierungen

aufgrund neuer notleidender Kredite im Kommerzkunden-Bereich gebildet – blieben

die Nettodotierungen in allen anderen Märkten leicht unter dem Vorjahresvergleichswert.

Die Neubildungsquote – das ist das Verhältnis der Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

zu den durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva – betrug 1,45 Prozent. Die Ausfallquote – d.i. das

Verhältnis ausgebuchter Kredite zum gesamten Kreditvolumen – belief sich auf 0,41 Prozent.

Provisionsüberschuss

2006 2007 2008 2009 2010

Zahlungsverkehr Kredit- und Garantiegeschäft Wertpapiergeschäft Devisen-, Valuten- und edelmetallgeschäft

sonstige bankdienstleistungen

Der Provisionsüberschuss stieg um 5 Prozent oder € 70 Millionen auf € 1.492 Millionen und

war damit für 27 Prozent der Betriebserträge verantwortlich.

Das Ergebnis aus dem Zahlungsverkehr trug mit 40 Prozent am meisten zum Provisionsüberschuss

bei. Es wuchs um € 39 Millionen auf € 599 Millionen. In der Ukraine legte das

Ergebnis infolge höherer Volumina um € 12 Millionen und damit am stärksten zu. Weiters verbesserte

sich das Ergebnis aus dem Zahlungsverkehr in der Slowakei und der Tschechischen

Republik um insgesamt € 14 Millionen aufgrund der verbesserten Wirtschaftslage und der

daraus resultierenden gestiegenen Transaktionsvolumina.

1.768

6%

31%

8%

17%

37%

1.422

9%

25%

9%

18%

39%

1.492

10%

22%

9%

19%

40%

Das Ergebnis aus dem Kredit- und Garantiegeschäft

verbesserte sich um € 30 Millionen

auf € 283 Millionen. Das Ergebnis stieg in

der Tschechischen Republik und der Slowakei

aufgrund der gestiegenen Volumina und

einer neuen Preispalette um insgesamt € 6

Millionen. Das Ergebnis in Singapur stieg um

weitere € 11 Millionen aufgrund verstärktem

Kundengeschäft und gestiegenen Managementgebühren.

Das Ergebnis aus dem Wertpapiergeschäft

stieg um € 17 Millionen auf € 135 Millionen.

Das Ergebnis stieg in der Konzernzentrale,

in der auf Equity-Produkte spezialisierten

Raiffeisen Centrobank, in der Slowakei

und Kroatien aufgrund höherer Emissionsaktivitäten.

Das Ergebnis aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft verringerte sich um € 30

Millionen. In Zentraleuropa stärkten die Slowakei und die Tschechische Republik das Ergebnis

dank der infolge der wieder besseren Wirtschaftslage gestiegenen Transaktionszahl. In Ungarn

sank das Ergebnis aus dem Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft wegen rückläufigem

Neu geschäft mit Fremdwährungskrediten. In Südosteuropa reduzierte sich dies wegen abnehmender

Geschäftsaktivitäten in Serbien und Rumänien und geringerer Arbitragemöglichkeiten

wegen der stabilen lokalen Währung in Kroatien.

Das Ergebnis aus der Verwaltung von Investment- und Pensionsfonds blieb mit € 26 Millionen

nahezu auf dem Vorjahresniveau.

Die Erträge aus dem Verkauf von Eigen- und Fremdprodukten stiegen aufgrund verstärkter Versicherungsaktivitäten

in Südosteuropa um 3 Prozent oder € 2 Millionen auf € 47 Millionen.

Das Ergebnis aus dem Kreditderivatgeschäft belief sich auf € 3 Millionen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Das Ergebnis aus den sonstigen Bankdienstleistungen stieg um € 15 Millionen auf € 70 Millionen.

Die Erträge stiegen einerseits dank der neuen Segmente und andererseits aufgrund

gestiegener Erträge aus diversen Dienstleistungen in Russland, wie zum Beispiel Inkasso-

Services für Corporate Kunden.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis verschlechterte sich um 23 Prozent oder € 96 Millionen auf € 323

Millionen.

Für diesen Rückgang war das Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft mit einer Reduktion

von € 166 Millionen verantwortlich. Stark rückläufig war das Ergebnis in der Konzernzentrale

und in der Slowakei. In der Konzernzentrale fiel das Ergebnis aufgrund von Bewertungsverlusten

aus Zinsderivaten wegen einer flacheren Zinskurve. In der Slowakei ging das Ergebnis

aufgrund von Bewertungsverlusten aus Zinsswap-Transaktionen zurück. Positiv entwickelte

sich das Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft in Albanien infolge einer Portfolio-Aufstockung

an festverzinslichen Wertpapieren und in der Ukraine wegen eines verbesserten

Länderratings ukrainischer Staatsanleihen.

Das Ergebnis aus dem währungsbezogenen

Geschäft stieg um 13 Prozent oder € 14

Millionen auf € 124 Millionen. Das Ergebnis

in Russland verbesserte sich aufgrund von

Bewertungsgewinnen aus Devisentransaktionen

für Absicherungsmaßnahmen um € 87

Millionen auf € 14 Millionen. In Ungarn

sank es aufgrund der Bewertung von Währungspositionen

und -derivaten. In Rumänien

verringerte sich das Ergebnis infolge von

Bewertungsverlusten aus Devisenterminkontrakten

und in Kroatien infolge eines

eingeschränkten Fremdwährungshandels.

Das Ergebnis aus dem aktienbasierten

Geschäft – es wird v.a. in der auf Equity-

Produkte spezialisierte Raiffeisen Centrobank

betrieben – verschlechterte sich um

€ 22 Millionen auf € 10 Millionen.

Handelsergebnis nach Produkten

Das Ergebnis aus dem sonstigen Geschäft verbesserte sich um € 9 Millionen und stammte zur

Gänze aus Bewertungsgewinnen für gegebene Kapitalgarantien.

Ergebnis aus derivativen Instrumenten und designierten

Verbindlichkeiten

in € Millionen

600

500

419

32

400

110

323

300

200

100

0

257

34

196

27

96

76

109

11

- 100

19

23

268

3

368

- 91

10

124

203

- 14

- 100

- 200

- 300

- 400

- 275

2006 2007 2008 2009 2010

Zins- und Kreditprodukte Devisen- und fX-bewertung aktien sonstiges Geschäft

Das Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten verringerte sich um € 260 Millionen auf

minus € 88 Millionen. Einerseits verschlechterte sich das Ergebnis aus sonstigen Derivaten um

minus € 180 Millionen aufgrund von Bewertungsverlusten von zu Absicherungszwecken dienenden

Derivaten. Andererseits fiel das Ergebnis aus Kreditderivaten um € 57 Millionen. Das

Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten, das

im Vorjahr im Handelsergebnis ausgewiesen war, belief sich auf minus € 23 Millionen und verbesserte

sich gegenüber dem Vorjahr wegen sich reduzierender Spreads für RBI-Emissionen.

Das Ergebnis aus dem Hegde Accounting sank aufgrund von Bewertungsverlusten in Zentraleuropa

und in der Konzernzentrale um € 2 Millionen auf minus € 1 Million.

RZB Geschäftsbericht 2010

69


70 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Das Ergebnis aus Finanzinvestitionen

betrug € 145 Millionen.

3.200

2.800

2.400

2.000

1.600

1.200

800

400

0

Verwaltungsaufwendungen nach Aufwandskategorien

in € Millionen

2.113

10%

38%

52%

2.645

10%

38%

52%

Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Der Kapitalmarkt war im Berichtsjahr stark von den immer wiederkehrenden Diskussionen um

den Euro und die Zahlungsfähigkeit einiger EU-Länder geprägt, was in den einzelnen Quartalen

zu schwankenden Marktwerten von Wertpapieren führte.

Das Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren,

das sich aus Bewertungs- und Veräußerungsergebnissen zusammensetzt, betrug im Gesamtjahr

€ 120 Millionen. Im Jahr 2009 wurde ein Ergebnis von € 396 Millionen wegen der Erholung

der Märkte nach dem schwer geschüttelten Krisenjahr 2008 generiert. Auf Bewertungsgewinne

entfielen € 58 Millionen, die überwiegend aus Wertaufholungen festverzinslicher

Wertpapiere resultierten. Im ersten Quartal 2010 zeichnete sich mit einem Bewertungsergebnis

von € 133 Millionen noch eine deutliche Erholung ab. Das zweite Quartal hingegen war

von der durch die Sorge um die Zahlungsfähigkeit Griechenlands ausgelösten Diskussion um

den Euro negativ beeinflusst, was zu Bewertungsverlusten in Höhe von € 110 Millionen führte.

Das dritte Quartal entwickelte sich mit einem Bewertungsergebnis von € 65 Millionen positiv,

doch die Verschärfung der Staatsschuldenkrise in Irland im vierten Quartal führte zu Bewertungsverlusten

von € 30 Millionen. Die Veräußerungsergebnisse aus den zum beizulegenden

Zeitwert bewerteten Wertpapieren beliefen sich auf € 62 Millionen, wobei im vierten Quartal

mit € 23 Millionen die höchsten Erträge erzielt wurden.

Das Ergebnis aus Unternehmensanteilen betrug in der Berichtsperiode € 19 Millionen, der

Saldo bestand aus Veräußerungsergebnissen von € 27 Millionen, darunter € 13 Millionen

aus dem Verkauf der knapp 10 Prozent Anteile an der Oesterreichischen Nationalbank und

Bewertungsergebnissen von minus € 8 Millionen.

Das Ergebnis aus bis zur Endfälligkeit zu haltenden Wertpapieren belief sich auf € 6 Millionen,

was überwiegend aus der Veräußerung eines unwesentlichen Teils dieses Portfolios stammte.

Verwaltungsaufwendungen

Die Verwaltungsaufwendungen stiegen im Berichtsjahr um 10 Prozent oder € 275 Millionen

auf € 3.069 Millionen. Die Cost/Income Ratio betrug 55,8 Prozent (2009: 51,9 Prozent).

Personalaufwand

Mit einem Anteil von 49 Prozent an den

Verwaltungsaufwendungen stellt der

Personalaufwand den größten Posten dar.

Im Vorjahresvergleich stieg er um 9 Prozent

oder € 121 Millionen auf € 1.508 Millionen.

Der Personalaufwand erhöhte sich durch

Gehaltserhöhungen sowie durch die Wiederaufnahme

von Bonuszahlungen in einzelnen

Ländern, die im Vorjahr nur in geringem Ausmaß

erfolgten.

2006 2007 2008 2009 2010

Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter

des Konzerns (ausgedrückt in Vollzeitäquivalenten)

sank um 6 Prozent oder 3.712 auf

59.757 Mitarbeiter. Der durchschnittliche

Personalstand sank am stärksten in den

Ländern Ukraine (minus 1.225), in Russland

(minus 901), in Rumänien (minus 543) in Ungarn (minus 410). Die Betriebserträge pro Mitarbeiter

stiegen von € 85 Tausend auf € 92 Tausend.

Personalaufwand sachaufwand abschreibungen

3.117

10%

40%

50%

2.795

11%

39%

50%

3.069

12%

39%

49%


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Sachaufwand

Der Sachaufwand stieg um 9 Prozent oder € 100 Millionen auf € 1.200 Millionen. Nahezu

alle Aufwandsarten waren von dieser Steigerung betroffen. Die größten Steigerungen

verzeichneten die Positionen IT-Aufwand (plus 28 Prozent), der Werbe- und Repräsentationsaufwand

(plus 19 Prozent) und der Rechts- und Beratungsaufwand (plus 12 Prozent).

Der IT-Aufwand stieg durch höhere Servicierungskosten von Software-Systemen. Der Werbe-

und Repräsentationsaufwand erhöhte sich durch Werbemaßnahmen wie beispielsweise

durch eine neue Marketingkampagne in Russland. Die Erhöhung im Rechts- und Beratungsaufwand

ergab sich im Zusammenhang mit der Verschmelzung.

Aufwendungen für Abschreibungen

Die Abschreibungen auf Sachanlagen und

immaterielle Vermögenswerte stiegen im

Vergleich zum Vorjahr um € 54 Millionen auf

€ 360 Millionen (2009: € 307 Millionen).

Davon entfielen € 25 Millionen auf Sachanlagen,

€ 27 Millionen auf immaterielle

Vermögenswerte und € 2 Millionen auf

Vermögenswerte aus Operating-Leasinggeschäften.

Grund für den Anstieg der

Abschreibungen waren vor allem die Investitionen

in neue Kernbanksysteme und andere

IT-Applikationen (insbesondere in Russland,

der Ukraine und der Tschechischen Republik).

Im Berichtszeitraum wurden konzernweit

€ 652 Millionen investiert. Davon flossen

48 Prozent (€ 316 Millionen) in eigene

Sachanlagen. Auf Investitionen in immaterielle Vermögenswerte entfielen 31 Prozent, die zum

überwiegenden Teil Software-Systeme betrafen. Der Rest wurde in Vermögenswerte des

operativen Leasinggeschäfts investiert.

Sonstiges betriebliches Ergebnis

Das sonstige betriebliche Ergebnis ging im Berichtsjahr um € 28 Millionen auf € 52 Millionen

zurück. Verantwortlich dafür waren verschiedene Komponenten: Die sonstigen Steuern erhöhten

sich insgesamt um € 18 Millionen auf € 71 Millionen. Die Entscheidung des ungarischen

Parlaments, eine Abgabe von Banken und Finanzdienstleistern einzufordern, führte zu einer

Mehrbelastung von € 41 Millionen in Ungarn. Im Berichtsjahr kam es zu einer deutlichen Erhöhung

des Ergebnisses aus der Dotierung und Auflösung sonstiger Rückstellungen auf minus

€ 27 Millionen (Vorjahr: minus € 5 Millionen). Ertragsmindernd wirkten sich hier vor allem die

Dotierungen für Rückstellungen für offene Rechtsfälle in Russland und der Slowakei aus.

Eine positive Entwicklung zeigten die Nettoerlöse bankfremder Tätigkeiten, die um € 5 Millionen

auf € 62 Millionen anstiegen. Die Nettoerlöse aus sonstigen betrieblichen Erträgen und

Aufwendungen erhöhten sich um € 13 Millionen auf € 44 Millionen.

Ergebnis aus Endkonsolidierungen

Verteilung der Sachaufwendungen 2010

sonstiger sachaufwand

15% (+ 1 PP)

sicherheitsaufwand

4% (+/- 0 PP)

büroaufwand

3% (+/- 0 PP)

einlagensicherung

6% (+/- 0 PP)

rechts- und beratungsaufwand

10% (+/- 0 PP)

Kommunikationsaufwand

8% (- 1 PP)

Im Berichtsjahr schieden 51 Tochterunternehmen aus dem Konsolidierungskreis aus. Das Ergebnis

aus der Endkonsolidierung belief sich auf insgesamt € 6 Millionen. Diese Abgänge ergaben

sich zum überwiegenden Teil wegen geänderter Wesentlichkeitsgrenzen und betrafen

vor allem Gesellschaften im Leasing-, Investment- und Finanzdienstleistungsbereich.

RZB Geschäftsbericht 2010

71

raumaufwand

28% (- 3 PP)

it-aufwand

17% (+ 3 PP)

Werbeaufwand

9% (+/- 0 PP)


72 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

160

140

120

100

80

60

40

20

0

Struktur der Bilanzaktiva

in € Milliarden

115,6

9%

18%

45%

137,4

8%

17%

52%

Bilanz

Aktiva

Die Struktur der Aktivseite der Raiffeisen Zentralbank zeigte gegenüber 2009 deutliche Veränderungen:

Mit einem Anteil von 54 Prozent dominierten die Forderungen an Kunden (nach

Abzug der Kreditriskovorsorgen) und nahmen somit um 6 Prozentpunkte zu. Die Forderungen

an Kreditinstitute betrugen 14 Prozent der Konzernbilanzsumme, das bedeutet einen Rückgang

des Anteils um 9 Prozentpunkte. Das gesamte Volumen der Wertpapiere und Beteiligungen

(inklusive Handelsbestand) erhöhte sich um 3 Prozentpunkte auf 22 Prozent. Die

sonstigen Aktivposten blieben mit einem Anteil von 10 Prozent konstant.

156,9

147,9

52% 48%

28% 23% 19% 23%

2006 2007 2008 2009 2010

forderungen an Kreditinstitute (nach Kreditrisikovorsorgen) forderungen an Kunden (nach Kreditrisikovorsorgen)

Wertpapiere Übrige aktiva

Struktur der Kundenforderungen 2010

Privatpersonen

24% (+/- 0 PP)

Klein- und Mittelbetriebe

3% (+/- 0 PP)

small business

6% (+ 1 PP)

14%

15%

10%

19%

136,5

10%

22%

54%

14%

Öffentlicher sektor

2% (+/- 0 PP)

Großkunden

65% (- 1 PP)

Die Forderungen an Kunden machten vor

Abzug der Kreditrisikovorsorgen im Berichtsjahr

€ 78,3 Milliarden aus, das bedeutet

gegenüber € 74,9 Milliarden im Vorjahr ein

Plus von € 3,4 Milliarden. 2010 wurden vor

allem in CEE wieder leichte Zuwächse bei

der Kreditvergabe verzeichnet. Zu einem

deutlichen Anstieg kam es vor allem in

Russland durch verstärkte Marktnachfrage

und aktive Akquisitionspolitik. Zuwächse

gab es auch in der Tschechischen Republik.

Von den gesamten Kundenforderungen

entfielen auf Hypothekarkredite € 16,9 Milliarden

oder 22 Prozent. Die Kreditvergaben

erfolgten mit € 55,2 Milliarden an

Kommerzkunden, € 51,1 Milliarden davon

gingen an Großkunden. An Retail-Kunden

wurden € 21,0 Milliarden vergeben, davon

€ 18,6 Milliarden an Privatpersonen. Die

Loan/Deposit-Ratio (das Verhältnis von

Kundenkrediten zu Kundeneinlagen) blieb

gegenüber dem Jahresultimo konstant bei

135 Prozent.

Die Forderungen an Kreditinstitute wurden

im Berichtsjahr deutlich zurückgefahren. Mit

einem Rückgang von € 14,1 Milliarden oder

42 Prozent erreichten sie zum 31. Dezember

2010 ein Volumen von € 19,8 Milliarden.

Kredite wurden überwiegend an in- und

ausländische Geschäftsbanken (€ 18,3 Milliarden)

vergeben und waren mehrheitlich

kurzfristiger Natur. Die Einlagen bei

Zentralbanken waren ebenso rückläufig und

betrugen € 1,5 Milliarden.

Die Kreditrisikovorsorgen erreichten zum Jahresultimo

einen Stand von € 4,8 Milliarden.

Davon entfielen auf Vorsorgen für Kundenforderungen

€ 4,5 Milliarden und auf solche für Forderungen an Kreditinstitute € 0,3 Milliarden.

Die Vorsorgen im Kundenbereich betrafen mit € 2,9 Milliarden Kommerzkunden und mit

€ 1,7 Milliarden Retail-Kunden.

Das Portfolio an Wertpapieren und Beteiligungen (inklusive Handelsbestand) belief sich im

Berichtsjahr auf € 29,6 Milliarden (2009: € 28,7 Milliarden). Seit Beginn der Krise wurde


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

verstärkt Überschussliquidität in Wertpapieren veranlagt. 2009 kam es zu einer beträchtlichen

Aufstockung des Wertpapierportfolios, 2010 lag der Anstieg bei lediglich € 0,9 Milliarden.

Bei den Neuveranlagungen der letzten Jahre handelte es sich überwiegend um

staatliche oder staatlich garantierte Wertpapiere erstklassiger Bonität.

Die übrigen Aktiva von € 13,6 Milliarden setzten sich aus der Barreserve (€ 6,7 Milliarden),

den Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten von € 3,0 Milliarden, den Derivaten

(€ 1,5 Milliarden) sowie dem verbleibenden Restposten Sonstige Aktiva (€ 2,4 Milliarden)

zusammen.

Passiva

Die Struktur der Passivseite ist von den Kundeneinlagen geprägt. Diese nahmen einen Anteil

von 43 Prozent ein, das ist ein Zuwachs um 6 Prozentpunkte. Die Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten nahmen um 7 Prozentpunkte deutlich auf 27 Prozent ab. Eigen- und Nachrangkapital

stellten 11 Prozent (plus 1 Prozentpunkt) der Passivseite, die übrigen Passiva summierten

sich auf 19 Prozent.

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

stiegen um € 2,5 Milliarden oder 5 Prozent

auf € 57,9 Milliarden an und stellen eine

solide Funding-Quelle des Konzerns dar.

Davon entfielen auf Einlagen von Kommerzkunden

– überwiegend Großkunden

– 51 Prozent oder € 29,7 Milliarden, auf

Einlagen von Retail-Kunden – vor allem

Privatkunden – 45 Prozent oder € 25,8 Milliarden.

Im Berichtsjahr wurden leichte Zuwächse

in CEE verzeichnet – hier vor allem

in Russland mit plus € 1 Milliarde.

Das Refinanzierungsvolumen über Kreditinstitute

– im Wesentlichen über Geschäftsbanken

– betrug € 37,4 Milliarden, wovon

weniger als ein Drittel langfristiger Natur

war. Gegenüber 2009 bedeutet das

einen Rückgang von € 12,5 Milliarden

oder 25 Prozent.

Die übrigen Passiva umfassen verbriefte Verbindlichkeiten, Rückstellungen, Handelspassiva,

Derivate und den Posten Sonstige Passiva und betrugen zum Jahresultimo € 25,7 Milliarden.

Davon entfielen auf verbriefte Verbindlichkeiten € 16,6 Milliarden, die infolge von Tilgungen

um € 3,4 Milliarden zurückgingen. Die Handelspassiva stiegen um € 1,3 Milliarden auf

€ 5,7 Milliarden an und beinhalteten überwiegend Zinsderivate.

Eigenkapital

Bilanzielles Eigenkapital

Das bilanzielle Eigenkapital der Raiffeisen Zentralbank einschließlich des Konzern-Jahresüberschusses

und der nicht beherrschenden Anteile belief sich zum 31. Dezember 2010

auf € 11.251 Millionen. Gegenüber dem Jahresultimo 2009 bedeutet das einen Anstieg

von 9 Prozent oder € 943 Millionen. Durch die interne Reorganisation (Verschmelzung der

Hauptgeschäftsbereiche der Raiffeisen Zentralbank mit der Raiffeisen International) kam es

überwiegend infolge des übertragenen Partizipationskapitals zu einer Verschiebung von

Eigen- zu Fremdanteilen.

160

140

120

100

80

60

40

20

0

Struktur der Bilanzpassiva

in € Milliarden

115,6

8%

15%

39%

38%

137,4

9%

15%

40%

RZB Geschäftsbericht 2010

156,9

7%

147,9

10%

36% 35% 34%

2006 2007 2008 2009 2010

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten Verbindlichkeiten gegenüber Kunden Übrige Passiva

eigen- und nachrangkapital

20%

38%

19%

37%

136,5

11%

19%

43%

27%

73


74 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

12.000

10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

0

14.000

12.000

10.000

8.000

6.000

4.000

2.000

0

Zusammensetzung des bilanziellen Konzern-Eigenkapitals

in € Millionen

6.637

28%

54%

18%

8.422

33%

51%

16%

8.587

31%

10.308

Das eingezahlte Kapital setzt sich aus dem

gezeichneten Kapital, dem Partizipationskapital

und den Kapitalrücklagen zusammen

und betrug € 1.744 Millionen. Das von der

RZB AG emittierte Partizipationskapital in

Höhe von € 2.500 Millionen wurde in die

RBI AG übertragen, im Berichtsjahr wurde

neues Partizipationskapital in Höhe von

€ 250 Millionen emittiert.

43%

40% Das aus Konzern-Jahresüberschuss und

Gewinnrücklagen bestehende erwirtschaf-

39%

tete Kapital betrug € 4.471 Millionen. Im

26%

16% Berichtsjahr wurde ein Konzern-Jahresüberschuss

nach Abzug der Fremdanteile am

Partizipationskapital von € 714 Millionen

erwirtschaftet. Gewinnverwendung, Dividendenzahlungen

und das Gesamtergebnis

beeinflussten die Gewinnrücklagen. Vom

Vorjahresergebnis wurden € 46 Millionen den Gewinnrücklagen zugeführt. Die Dividendenzahlungen

betrugen € 160 Millionen. Das sonstige Ergebnis erhöhte die Gewinnrücklagen

um € 161 Millionen. Die wesentlichen Komponenten waren die positiven Währungsdifferenzen,

die inklusive der damit im Zusammenhang stehenden Kapitalabsicherungsmaßnahmen

(capital hedge) € 133 Millionen ausmachten und der Cash-Flow Hedge mit € 30 Millionen.

2006 2007 2008 2009 2010

eingezahltes Kapital erwirtschaftetes Kapital Kapital der nicht beherrschenden anteile

25%

36%

Das Kapital der nicht beherrschenden Anteile erhöhte sich um € 2.462 Millionen auf

€ 5.036 Millionen. Infolge der konzerninternen Reorganisation kam es zu einer Verschiebung

zwischen Eigen- und Fremdanteilen, der daraus resultierende Effekt belief sich auf

€ 2.461 Millionen. Das Gesamtergebnis erhöhte die Fremdanteile um € 514 Millionen, wovon

€ 455 Millionen auf das Jahresergebnis entfielen. Die Dividendenzahlungen minderten

die Fremdanteile um € 260 Millionen.

Eigenmittel gemäß BWG

Das Kreditrisiko der RZB-Kreditinstitutsgruppe wird für alle Non-Retail-Geschäftsbereiche in

der RBI AG sowie in den Tochtergesellschaften in Kroatien, Malta, Rumänien, der Slowakei,

der Tschechischen Republik, Ungarn und den USA nach dem Basis-IRB-Ansatz berechnet;

für die restlichen Konzerneinheiten erfolgt

Entwicklung der Eigenmittel und Überdeckungsquote

die Berechnung mit dem Standardansatz.

in € Millionen

Im Berichtsjahr wurde erstmals auch ein

Großteil der Forderungen an Privatkunden

64%

12.308

12.532 in der Slowakei und in Ungarn nach dem

Advanced-IRB berechnet. Das Marktrisiko

10.297

10.801

wird überwiegend nach dem Standardansatz

gemäß § 22 BWG ermittelt, wobei

7.614

35%

5.652

7.491

38%

8.505

7.516

7.966

57%

es in der RBI AG seit August 2010 teilweise

nach dem internen Modell berechnet wird.

Die nachfolgend dargestellten konsolidierten

27%

Werte wurden nach den Bestimmungen des

BWG ermittelt.

11.251

2006 2007 2008 2009 2010

eigenmittel-soll eigenmittel-ist Überdeckung

44%

Die konsolidierten Eigenmittel erhöhten sich

um € 223 Millionen und beliefen sich per

31. Dezember 2010 auf € 12.532 Millionen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Das Kernkapital (Tier 1-Kapital) verbesserte sich um € 489 Millionen. Das eingezahlte Kapital

verringerte sich um € 2.250 Millionen, was einerseits auf die Übertragung des Partizipationskapitals

in der Höhe von € 2.500 Millionen auf die Raiffeisen Bank International AG und

andererseits auf das neu emittierte Partizipationskapital von € 250 Millionen seitens der RZB

AG zurückzuführen war. Das erwirtschaftete Kapital verbesserte sich um € 894 Millionen.

Das Kapital der nicht beherrschenden Anteile erhöhte sich um € 1.938 Millionen.

Die ergänzenden Eigenmittel (Tier 2-Kapital) verringerten sich um € 33 Millionen auf

€ 3.776 Millionen. Das langfristige nachrangige Kapital ging um € 58 Millionen aufgrund

der Abreifung von Tier-2-Emissionen zurück, der berücksichtigungsfähige Risikovorsorgeüberschuss

für IRB-Positionen stieg um € 25 Millionen.

Das kurzfristige nachrangige Kapital (Tier 3-Kapital) sank um € 223 Millionen auf € 69 Millionen.

Für diesen Rückgang war das Abreifen nachrangiger Emissionen in Österreich verantwortlich.

Das Eigenmittelerfordernis erhöhte sich um € 450 Millionen auf € 7.966 Millionen. Das

Eigenmittelerfordernis für das Kreditrisiko stieg überwiegend wegen der Verwendung neuer

Ausfalls wahr schein lichkeiten und Ratingverschlechterungen um € 401 Millionen und betrug

€ 6.400 Millionen, wobei das für den Standardansatz € 3.323 Millionen (plus € 70 Millionen)

und das für den auf internen Ratings basierenden Ansatz € 3.077 Millionen (plus

€ 330 Millionen) ausmachte. Das Erfordernis für das Positionsrisiko in Schuldtiteln, Substanzwerten

und Waren ergab € 327 Millionen, das für die offenen Devisenpositionen € 386 Millionen

und das für das operationelle Risiko € 854 Millionen.

Daraus resultierte eine Überdeckung von 57,3 Prozent oder € 4.566 Millionen.

Die Kernkapitalquote – bezogen auf das Kreditrisiko – verringerte sich um 0,2 Prozentpunkte

und betrug 11,6 Prozent. Bezogen auf das gesamte Risiko ergab sich eine Core Tier 1 Ratio

von 8,5 Prozent und eine Kernkapitalquote von 9,3 Prozent. Schließlich erreichte die Eigenmittelquote

12,6 Prozent.

Forschung und Entwicklung

Die RZB ist als Universalbankkonzern auf dem Gebiet der Forschung und Entwicklung im

engeren Sinn prinzipiell nicht tätig.

Im Rahmen des Financial Engineering entwickelt die RZB jedoch für ihre Kunden maßgeschneiderte

Lösungen im Zusammenhang mit Investitionen, Finanzierungen oder der Risikoabsicherung.

Das Financial Engineering umfasst neben strukturierten Investment-Produkten

insbesondere strukturierte Finanzierungen – also Finanzierungskonzepte, die über den Einsatz

von Standardinstrumenten hinausgehen, wie sie etwa in der Akquisitions- oder Projektfinanzierung

eingesetzt werden. Ebenso entwickelt die RZB für ihre Kunden individuelle Lösungen zur

Absicherung der unterschiedlichsten Risiken – vom Zinsrisiko über das Währungsrisiko bis hin

zum Rohstoffpreisrisiko.

Für die RZB hat strikte Kundenorientierung dabei oberste Priorität. Ebenso sind die Vorgaben

des Risikomanagements einzuhalten.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die konsolidierten Eigenmittel

stiegen um € 223 Millionen

auf € 12.532 Millionen.

Das Eigenmittelerfordernis erhöhte

sich um € 450 Millionen auf

€ 7.966 Millionen.

Die RZB ist als Universalbankkonzern

auf dem Gebiet der Forschung und

Entwicklung im engeren Sinn nicht tätig.

75


76 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Internes Kontroll- und Risiko management system

im Konzern rechnungslegungsprozess

Basis für die Erstellung des Konzernabschlusses

sind die einschlägigen

österreichischen Gesetze, allen

voran das österreichische Unternehmensgesetzbuch

(UGB), in dem

die Aufstellung eines konsolidierten

Jahresabschlusses geregelt wird.

Wesentliche Risiken in Bezug auf

den Konzern-Rechnungslegungsprozess

werden durch den Vorstand

evaluiert und überwacht.

Eine ausgewogene und vollständige Finanzberichterstattung ist für die RZB und ihre Organe ein

wichtiges Ziel. Die Einhaltung aller relevanten gesetzlichen Vorschriften ist dabei eine selbstverständliche

Grundvoraussetzung. Der Vorstand trägt die Verantwortung für die Einrichtung und

Ausgestaltung eines den Anforderungen des Unternehmens entsprechenden internen Kontroll-

und Risikomanagement-Systems in Hinblick auf den gesamten Rechnungslegungsprozess. Ziel

dieses internen Kontrollsystems ist es, das Management so zu unterstützen, dass es effektive und

laufend verbesserte interne Kontrollen im Zusammenhang mit der Rechnungslegung gewährleistet.

Das Kontrollsystem ist neben der Einhaltung von Richtlinien und Vorschriften auch auf die

Schaffung optimaler Bedingungen für spezifische Kontrollmaßnahmen ausgerichtet.

Basis für die Erstellung des Konzernabschlusses sind die einschlägigen österreichischen Gesetze,

allen voran das österreichische Unternehmensgesetzbuch (UGB), in dem die Aufstellung

eines konsolidierten Jahresabschlusses geregelt wird. Die Rechnungslegungsnorm für den

Konzernabschluss bilden die International Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie von

der EU übernommen wurden und die von der RZB seit dem Jahr 2000 angewendet werden.

Kontrollumfeld

Für die RZB besteht bereits seit Jahren ein Internes Kontrollsystem mit einem Anweisungswesen

in Form von Directives und Instructions für strategisch wichtige Themenbereiche als zentralem

Element. Dies umfasst

(1) die Kompetenzordnung für die Genehmigung von Konzern- und Unternehmensdirektiven

sowie Abteilungs- und Bereichsanweisungen,

(2) Prozessbeschreibungen für die Erstellung, Qualitätsüberprüfung, Genehmigung, Veröffentlichung,

Implementierung und Überwachung von Direktiven und Anweisungen,

(3) Regelungen für die Überarbeitung bzw. die Außerkraftsetzung von Direktiven und Anweisungen.

Für die Implementierung der Konzernanweisungen ist das Management der jeweiligen

Konzerneinheit verantwortlich. Die Überwachung der Einhaltung dieser Konzernregelungen

erfolgt im Rahmen von Revisionsprüfungen durch die Konzern- und die lokale Revision.

Erstellt wird der Konzernabschluss auf Basis eines Service Level Agreements in der RBI Abteilung

Group Financial Reporting, die im Vorstandsbereich des RBI Finanzvorstands angesiedelt

ist. Die zugehörigen Verantwortlichkeiten sind im Rahmen einer eigenen Konzernfunktion

definiert.

Risikobeurteilung

Wesentliche Risiken in Bezug auf den Konzern-Rechnungslegungsprozess werden durch

den Vorstand evaluiert und überwacht. Komplexe Bilanzierungsgrundsätze können zu einem

erhöhten Fehlerrisiko führen, dasselbe gilt für uneinheitliche Grundsätze für die Bewertung,

insbesondere für die im Konzern essenziellen Finanzinstrumente. Darüber hinaus birgt auch

ein schwieriges Geschäftsumfeld das Risiko wesentlicher Fehler in der Berichterstattung. Für

verschiedene Aktiv- und Passivposten, für die kein verlässlicher Marktwert ermittelbar ist, müssen

im Rahmen der Erstellung eines Konzernabschlusses Schätzungen vorgenommen werden.

Dies gilt speziell für das Kreditgeschäft, das Sozialkapital sowie die Werthaltigkeit von Wertpapieren,

Beteiligungen und Firmenwerten.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Kontrollmaßnahmen

Die Erstellung der Einzelabschlüsse erfolgt dezentral in den jeweiligen Konzerneinheiten nach

den Vorgaben der RZB. Die für das Rechnungswesen verantwortlichen Mitarbeiter und Geschäftsleiter

der Konzerneinheiten sind für die vollständige Abbildung und korrekte Bewertung

aller Transaktionen verantwortlich. Durch abweichende Berichtsstichtage und unterschiedliche

lokale Rechnungslegungsstandards können die lokalen Einzelabschlüsse von den an die

Raiffeisen Bank International gelieferten Werten abweichen. Es liegt in der Verantwortung der

jeweiligen lokalen Geschäftsführung, dass die vorgeschriebenen internen Kontrollmaßnahmen,

wie z.B. Funktionstrennungen oder das Vier-Augen-Prinzip, umgesetzt werden.

Konzernkonsolidierung

Die Datenübermittlung der Abschlussdaten, die von einem externen Wirtschaftsprüfer geprüft

werden, erfolgt überwiegend durch Direkteingabe in das Konsolidierungssystem Cognos

Controller jeweils bis Ende Jänner. Das System ist in Bezug auf die IT-Sicherheit durch die

restriktive Vergabe von Berechtigungen geschützt.

Die von den Konzerneinheiten eingelangten Abschlussdaten werden im Group Financial

Reporting durch den für die Konzerneinheit zuständigen Key Account zunächst auf Plausibilität

überprüft. Im Konsolidierungssystem Cognos Controller erfolgen dann die weiteren Konsolidierungsschritte.

Diese umfassen unter anderem die Kapitalkonsolidierung, die Aufwands- und

Ertragskonsolidierung sowie die Schuldenkonsolidierung. Abschließend werden allfällige

Zwischengewinne durch Konzernbuchungen eliminiert. Die Erstellung der nach IFRS und

BWG/UGB geforderten Anhangangaben bildet den Abschluss der Konsolidierung.

Zusätzlich zum Vorstand umfasst das allgemeine Kontrollumfeld auch die mittlere Managementebene

(Abteilungsleiter). Sämtliche Kontrollmaßnahmen werden im laufenden Geschäftsprozess

angewandt, um sicherzustellen, dass potenzielle Fehler oder Abweichungen in der

Finanzberichterstattung vorgebeugt bzw. entdeckt und korrigiert werden. Die Kontrollmaßnahmen

reichen von der Durchsicht der Periodenergebnisse durch das Management hin

bis zur spezifischen Überleitung von Konten und der Analyse der fortlaufenden Prozesse im

Rechnungswesen.

Der Konzernabschluss wird samt dem Lagebericht im Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats behandelt.

Der Konzernabschluss wird darüber hinaus dem Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme vorgelegt.

Er wird im Rahmen des Geschäftsberichts, auf der firmeneigenen Internetseite sowie

im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht und zuletzt zum Firmenbuch eingereicht.

Information und Kommunikation

Grundlage für den Konzernabschluss sind standardisierte, konzernweit einheitliche Formulare.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsstandards sind dabei im RZB Group Accounts Manual

definiert und erläutert und für die Erstellung der Abschlussdaten verbindlich. Die Anweisungen

an die Konzerneinheiten betreffend Details zu Bewertungsmaßnahmen im Bereich des Kreditrisikos

und ähnlicher Problemstellungen erfolgen im Rahmen von Konzerndirektiven. Änderungen

in den Anweisungen und Standards werden den betroffenen Einheiten in regelmäßigen

Schulungen kommuniziert.

In der Abteilung Group Financial Reporting erfolgt die Zusammenstellung der konsolidierten

Ergebnisse zu einem vollständigen Konzernabschluss. Zusätzlich wird ein Management

Summary (Konzern-Lagebericht) erstellt, in dem eine verbale Erläuterung der Konzernergebnisse

gemäß den gesetzlichen Vorgaben erfolgt. Der Konzernabschluss sowie der Lagebericht

werden vom externen Konzernabschlussprüfer geprüft.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Erstellung der Einzelabschlüsse

erfolgt dezentral in den jeweiligen

Konzerneinheiten nach den Vorgaben

der RZB.

Zusätzlich zum Vorstand umfasst

das allgemeine Kontrollumfeld auch

die mittlere Managementebene.

Grundlage für den Konzernabschluss

sind standardisierte,

konzernweit einheitliche Formulare.

Die Bilanzierungs- und Bewertungsstandards

sind dabei im RZB Group

Accounts Manual definiert und

erläutert und für die Erstellung der

Abschlussdaten verbindlich.

77


78 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die interne Revision ist in den

Überwachungsprozess involviert.

Risikomanagement

Die lokalen Risikomanagementeinheiten

überwachen die entstehenden

Risiken mit standardisierten

Messmethoden und melden

diese über definierte Reporting-

Schnittstellen an zentrale Risikomanagementeinheiten.

Unterjährig erfolgt die Erstellung des Konzernabschlusses quartalsweise. Die publizierten

Zwischenberichte – sie entsprechen den Bestimmungen des IAS 34 – werden gemäß Börsegesetz

halbjährlich erstellt. Zu veröffentlichende Konzernabschlüsse werden von leitenden

Mitarbeitern und dem Finanzvorstand vor Weiterleitung an den Prüfungsausschuss des

Aufsichtsrats einer abschließenden Würdigung unterzogen. Für das Management werden

darüber hinaus Analysen zum Konzernabschluss zusammengestellt, des Weiteren erfolgen

periodisch Vorschaurechnungen für den Konzern. Der Budgetierungsprozess schließt auch die

Erstellung von Konzernbudgets auf Dreijahresbasis ein.

Überwachung

Die Verantwortung für die unternehmensweite fortlaufende Überwachung obliegt dem Vorstand

sowie dem Controlling. Darüber hinaus sind die jeweiligen Abteilungsleiter für die Überwachung

der entsprechenden Bereiche zuständig und es werden in regelmäßigen Abständen

Kontrollen und Plausibilisierungen vorgenommen.

Weiters ist die Interne Revision in den Überwachungsprozess involviert. Die Revisionsfunktion

wird vom Bereich Audit (Group Audit) der Raiffeisen Zentralbank wahrgenommen. Für sämtliche

Revisionsaktivitäten gelten die konzernweit gültigen revisionsspezifischen Regelwerke

(Audit Group Standards), die auf den Mindeststandards für die interne Revision der Österreichischen

Finanzmarktaufsicht sowie internationalen „Best Practices“ basieren. Zusätzlich

gelten die internen Regelungen des Bereichs Audit (insbesondere auch die Audit Charter).

Die Konzernrevision überprüft unabhängig und regelmäßig die Einhaltung der internen Vorschriften

in den Konzerneinheiten der RZB. Der Leiter des Bereichs Audit berichtet direkt an

die Vorstände der Raiffeisen Zentralbank und der Raiffeisen Bank International.

Grundsätzlich erfolgt das Risikomanagement im Konzern auf mehreren Stufen. Die Raiffeisen

Zentralbank unterhält als übergeordnetes Kreditinstitut verschiedene Service Level Agreements

mit Risikomanagementeinheiten der RBI AG, die in Zusammenarbeit mit den einzelnen

Konzern-Tochtereinheiten die entsprechenden Konzepte entwickelt und implementiert. Die

zentralen Risikomanagementeinheiten sind verantwortlich für die angemessene und geeignete

Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses im Konzern. Sie legen dazu Risikomanagement-

Richtlinien fest und definieren geschäftsspezifische Vorgaben, Werkzeuge und Vorgehensweisen

für alle Gesellschaften des Konzerns.

Zusätzlich existieren in den verschiedenen rechtlichen Konzerneinheiten lokale Risikomanagementeinheiten.

Diese implementieren die Risikopolitik in den jeweiligen Risikokategorien

und steuern das Geschäft innerhalb der genehmigten Risikobudgets, um die Ziele aus der

Geschäftspolitik zu erfüllen. Zu diesem Zweck überwachen sie die entstehenden Risiken mithilfe

standardisierter Messmethoden und melden diese auch über definierte Reporting-Schnittstellen

an zentrale Risikomanagementeinheiten.

Die im Bankwesengesetz geforderte Funktion des zentralen und unabhängigen Risikocontrollings

wird durch den organisatorischen Bereich Risk Controlling ausgeübt. Die Aufgaben

dieses Bereichs umfassen die Erstellung des konzernweiten und risikokategorieübergreifenden

Regelwerks zur Konzern-Risikosteuerung und die unabhängige und neutrale Berichterstattung


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

über das Risikoprofil an den Gesamtvorstand und die einzelnen Geschäftsbereichsverantwortlichen.

Weiters werden in diesem Bereich das erforderliche Risikokapital für die unterschiedlichen

Geschäftseinheiten ermittelt und die Ausnutzung der festgelegten Risikokapitalbudgets

zur Beurteilung der Angemessenheit der Kapitalausstattung berechnet.

Integration des Risikomanagements in der RBI

Das Risk Controlling der Raiffeisen Zentralbank nutzt das Risikomanagement der RBI AG zur

Umsetzung der gruppenweiten Risikomanagement-Strategie und -Richtlinien im Wirkungsbereich

des Teilkonzerns RBI-Gruppe.

In der RBI AG wurden im Zuge der Verschmelzung der Raiffeisen International Bank-Holding

AG mit wesentlichen Geschäftsbereichen der Raiffeisen Zentralbank die Risikomanagement-

Funktionen unter dem sowohl in der Raiffeisen Zentralbank als auch in der RBI AG tätigen

Vorstand für Risikomanagement zusammengefasst und dabei teilweise neu organisiert. Im

Rahmen der partiellen Neuausrichtung wurde das Konzept entscheidungsbefugter Risikogremien

an die neue Struktur angepasst. Diese Gremien wurden durch die Teilnahme mehrerer

Vorstandsmitglieder aufgewertet. Die teilweise neu geschaffene Struktur bildet die Grundpfeiler

des Risikomanagements – Risikoidentifizierung, -messung, -aggregation, -limitierung

und -Reporting – sowohl für einzelne Risikoarten als auch für das Gesamtrisiko ab.

Die ursprünglich in Raiffeisen Zentralbank und der Raiffeisen International Bank-Holding AG

bestehenden Abteilungen für das Kreditrisikomanagement bei Großkunden wurden konsolidiert.

Dabei wurde eine Ausrichtung nach Branchen eingeführt. Im neu geschaffenen Bereich

„Credit Management Corporates“ wurden vier Abteilungen geschaffen, die sich mit definierten

Zielbranchen beschäftigen (Bauindustrie & Immobilien, Zyklische Branchen & Industrie,

Nicht-zyklische Branchen, Energie & Rohstoffe). Die Branchenorientierung zielt darauf ab,

die jeweiligen Abteilungen als Kompetenzzentren für Brancheninformationen zu etablieren.

Folglich analysieren die Abteilungen für das Kreditrisikomanagement bei Groß kunden auch

die Potenziale und Risiken der jeweiligen Branche – dies in enger Zusammenarbeit mit

internen und externen Spezialisten wie Volkswirten, branchenspezifischen Beratern und Trendforschern.

Bei der Neuorientierung des Bereichs Kreditrisikomanagement bei Großkunden auf Branchen

wurde das Kreditportfolio-Management regional ausgerichtet, indem das Länderrisiko- und

das Kreditportfolio-Management in einer neuen Abteilung zusammengeführt wurden. Diese

hat die Aufgabe, eine einheitliche Risikoeinschätzung sowohl für die Länder als auch für die

Portfolios der RBI zu ermöglichen. Schlussfolgerungen und abgeleitete Maßnahmen erfolgen

in enger Abstimmung mit den verantwortlichen Kundenbereichen und werden in den vorhandenen

Steuerungsinstrumenten (Richtlinien der Kreditvergabe, Portfoliolimits etc.) umgesetzt.

Angesichts der krisenbedingten wirtschaftlichen Schwierigkeiten vieler Kunden insbesondere

in Zentral- und Osteuropa wurde eine Einheit für das Management von notleidenden Krediten

von Firmenkunden und Finanzinstitutionen in der Konzernzentrale eingerichtet. Ihre Mitarbeiter

verfügen über langjährige Erfahrung im Sanierungsmanagement sowohl in Westeuropa als

auch in CEE und sind in die Entscheidungsprozesse hinsichtlich der wesentlichen notleidenden

Kredite direkt involviert. Der Schwerpunkt liegt im zentralen Management komplexer Problemfälle,

in der Beratung der lokalen Sanierungsabteilungen sowie im laufenden Monitoring

der Rückflüsse. Zusätzlich werden in dieser Funktion alle notleidenden Kredite der RBI AG

bearbeitet und Verhandlungen mit deren Kunden, Bankensyndikaten und potenziellen Investoren

geführt. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die Koordination von internationalen

Problemfällen, die mehrere Einheiten der RBI betreffen, indem Strategien für ein bestmögliches

Ergebnis auf Gruppenbasis entwickelt und umgesetzt werden.

RZB Geschäftsbericht 2010

Das Risk Controlling der

Raiffeisen Zentralbank nutzt das

Risikomanagement der RBI AG

zur Umsetzung der gruppenweiten

Risiko management-Strategie

und -Richtlinien im Wirkungs bereich

des Teilkonzerns RBI-Gruppe.

Bei der Neuorientierung des

Bereichs Kreditrisikomanagement

bei Großkunden auf Branchen

wurde das Kreditportfolio-Management

regional ausgerichtet, indem

das Länderrisiko- und das Kreditportfolio-Management

in einer

neuen Abteilung zusammengeführt

wurden.

79


80 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Das Risikomanagement trug durch

den Einsatz von bestehenden und

neuen Steuerungsinstrumenten

der er höhten Volatilität der Märkte

Rechnung, um frühzeitig auf

Ver änderungen der volkswirtschaftlichen

Gegebenheiten reagieren

zu können.

Die mit den Stresstests verbundene

detaillierte Veröffentlichung der

Forderungen der Banken gegenüber

Staaten versorgte die Finanzmärkte

mit wesentlichen Informationen zur

Risikoeinschätzung.

Umfeld

Der Beginn des Jahres 2010 war noch von der Unsicherheit infolge der seit 2008 anhaltenden

Finanz- und Wirtschaftskrise geprägt. Die Märkte standen unter dem Einfluss eines

schwachen Wirtschaftswachstums und anhaltend hoher Kreditausfälle, zusätzlich war die

Entwicklung von hoher Volatilität der Risikoaufschläge und Wechselkurse geprägt. Im Lauf des

Berichtsjahres kam es jedoch zu einer Wende, und die Weltwirtschaft erholte sich schneller

und besser als ursprünglich erwartet. Die generelle Unsicherheit und die Unterschiede zwischen

den verschiedenen Ländern in Bezug auf die Nachhaltigkeit ihrer wirtschaftlichen Erholung

blieben jedoch bestehen. Die Staatsschuldenkrisen in Griechenland und Irland führten

in Teilen des Euroraums zudem zu einem weiteren Anstieg der Risikoprämien.

In diesem Umfeld trug das Risikomanagement durch den Einsatz von bestehenden und neuen

Steuerungsinstrumenten der erhöhten Volatilität der Märkte Rechnung, um frühzeitig auf Veränderungen

der volkswirtschaftlichen Gegebenheiten reagieren zu können. Dabei wurde

die Geschäftstätigkeit in nicht-zyklischen Branchen forciert. Zudem wurden aushaftende

Risikobeträge gegenüber Staaten und Finanzinstituten in den betroffenen Märkten gezielt

reduziert und die Vergabepolitik vor allem in Bezug auf Fremdwährungskredite angepasst.

Diese Maßnahmen trugen erfolgreich dazu bei, die Widerstandsfähigkeit des Kreditportfolios

gegenüber der auf den Märkten vorherrschenden Volatilität weiter zu erhöhen.

Management von notleidenden Krediten

Trotz der anhaltenden Krise wurden die für das Jahr 2010 neu gebildeten Wertberichtigungen

gegenüber dem Vergleichswert für 2009 deutlich reduziert. Der Bestand an notleidenden

Krediten stieg im Berichtszeitraum weiter an, wofür umfassende Vorsorgen getroffen wurden.

Das erfolgreiche Management notleidender Kredite war 2010 eine der Kernaufgaben

des Risikomanagements. Neben einer organisatorischen Neuausrichtung des betroffenen

Bereichs wurde die bereits 2009 begonnene Einführung von Mindeststandards für den

Sanierungsprozess weiter vorangetrieben. Die entwickelten Standards wurden in allen Netzwerkbanken

und Leasinggesellschaften eingeführt und stellen nun in der gesamten Gruppe

ein nachhaltiges und umfassendes Management mit ausreichenden Ressourcen sicher. Durch

Früherkennung potenzieller Problemfälle steht mehr Zeit zur Verfügung, sie erfahrenen Sanierungsmanagern

mit ihrem breit gefächerten Maßnahmenportfolio zu unterstellen.

Für die Bereiche Corporate und Retail der RBI wurde – teilweise bereits 2009 – in zahlreichen

Ländern ein Frühwarnsystem eingeführt. Die Implementierung dieses Systems wird

in Zukunft weiter vorangetrieben, um die Früherkennung von Risiken im Rahmen des aktiven

Risikomanagements auf Ebene des Einzelkunden sicherzustellen und je nach Kundenbereich

die geeigneten Maßnahmen treffen zu können.

Stresstests

Die im Juli 2010 veröffentlichten Ergebnisse der Stresstests des Ausschusses der Europäischen

Bankenaufsichtsbehörden (Committee of European Banking Supervisors – CEBS) reduzierten

die Unsicherheit auf den Märkten zum Teil. Vor allem die mit den Stresstests verbundene

detaillierte Veröffentlichung der Forderungen der Banken gegenüber Staaten versorgte die

Finanzmärkte mit wesentlichen Informationen zur Risikoeinschätzung. Zum Zeitpunkt dieser

Veröffentlichung waren die Forderungen der RZB gegenüber den europäischen Peripheriestaaten

im internationalen Vergleich sehr gering und wurden seither weiter reduziert. Dabei

senkte das Risikomanagement die Limits und die aushaftenden Risikobeiträge, um negativen

Folgen der griechischen und irischen Staatsschuldenkrise entgegenzuwirken, obwohl die RZB

nicht in Staatsanleihen dieser Länder investiert war.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die CEBS-Stresstests simulierten für 91 europäische Finanzinstitute die Auswirkungen verschiedener

volkswirtschaftlicher Entwicklungsszenarien. Analysiert wurden insbesondere

die direkten und indirekten Einflüsse vorgegebener Krisenszenarien auf künftige Kapitalerfordernisse,

notwendige Kreditrisikovorsorgen sowie Ertrags- und Kapitalkomponenten

anhand von Variablen wie BIP-Wachstumsraten, Wechselkursen und Risikoaufschlägen.

Die RZB bestand diesen Test klar und wies selbst bei einer simulierten anhaltenden Krise

eine Kapitalisierung weit über der empfohlenen Mindestquote aus. Dabei waren die für

die österreichischen Institute angewendeten Risikoszenarien, die eigens von der Oesterreichischen

Nationalbank (OeNB) entwickelt worden waren, sogar deutlich strenger als

die ursprünglichen CEBS-Szenarien.

Neben den Stresstests für externe Zwecke wie jenen des CEBS und der OeNB wurden 2010

interne Analysen für weitere Szenarien und potenzielle Risikotreiber durchgeführt. Durch enge

Zusammenarbeit sämtlicher Risikomanagement-Bereiche und unter Einbeziehung weiterer

Experten aus den Netzwerkbanken wurde bei den internen Stresstests eine Vielzahl an

Risikofaktoren berücksichtigt. Neben im Stressfall erhöhtem Kapitalbedarf und steigenden

Wertberichtigungen für das Kreditportfolio fanden auch Marktrisiken, operationelle Risiken,

gestiegene Finanzierungskosten und zahlreiche weitere Kapital- und Ertragskomponenten

Eingang in die integrierte Betrachtungsweise. Die Ergebnisse aus den Stresstests und deren

Analyse wurden regelmäßig an den Vorstand berichtet, wodurch ein schnelles Ergreifen von

Gegenmaßnahmen bei etwaigen Bedrohungsszenarien ermöglicht wurde.

Marktrisiko

Das seit März 2008 entwickelte ausgereifte Marktrisiko-Managementsystem auf Basis eines

internen Modells wurde Anfang 2010 in Betrieb genommen. Seither basiert das Marktrisiko-

Management auf den Zahlen dieses internen Modells.

Das Modell errechnet mit einem hybriden Ansatz, also einer Kombination aus historischer

und Monte-Carlo-Simulation mit rund 5.000 Szenarien, den Value at Risk (VaR) für die Veränderung

der Risikofaktoren Fremdwährungen, Zinsentwicklung, Credit Spreads aus Anleihen

und Credit Default Swaps sowie Aktienindizes. Zur besseren Abbildung der Risikofaktoren,

bei denen die Wahrscheinlichkeit extremer Kursänderungen höher ist als in einer Normalverteilung,

wurden zahlreiche Zusätze in das Modell integriert, so etwa die Anreicherung der

Szenarien um extreme Ereignisse oder die Berücksichtigung des aktuellen Volatilitätsniveaus in

der Szenariengenerierung sowie unterschiedlicher Zeithorizonte in der Volatilitätsschätzung.

Die Wahl dieses Modellzugangs ist bereits heute als Basis geeignet, um die strengen Basel-

III-Anforderungen in internen Modellen umzusetzen.

Das Modell bestand den Begutachtungsprozess der FMA und der OeNB und wird seit

30. August 2010 für die Eigenmittelberechnung des Fremdwährungs- und des allgemeinen

Zinsrisikos des Handelsbuchs für die Konzernzentrale verwendet. Der tägliche Steuerungsumfang

beinhaltet Handels- und Bankbücher der RBI basierend auf dem VaR bei einem

Tag Haltedauer und einem Konfidenzintervall von 99 Prozent sowie Sensitivitätslimits. Die

Marktrisikoposition, der Limitprozess und die Darstellung sämtlicher Kapitalmarktaktivitäten in

der Gewinn- und Verlustrechnung zählen unter anderem zu den festen Agendapunkten des

wöchentlich tagenden Marktrisiko-Komitees.

Zur Sicherstellung der Güte des Modells wird es einem täglichen Rückvergleich, dem so

ge nannten Backtesting, unterzogen. Die Ergebnisse dieser Tests lagen stets im Rahmen der

Modellerwartungen und zeigten auch in den vergangenen Monaten keine wesentlichen

Verletzungen. Auf Basis dieser guten Ergebnisse ist das interne Modell regulatorisch in der

besten Klasse („Status grün“) einzustufen.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die CEBS-Stresstests simulierten

für 91 europäische Finanzinstitute

die Auswirkungen verschiedener

volkswirtschaftlicher Entwicklungsszenarien.

Das interne Marktrisiko-Modell

errechnet mit einem hybriden

Ansatz den Value at Risk für die

Veränderung der Risikofaktoren.

81


82 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Prozesse der Datenanlieferung

und -verarbeitung wurden einer

umfassenden Optimierung

unterzogen.

Liquiditätsrisiko

Im Liquiditätsrisiko-Management wurden die in der Risikomessung und -steuerung verwendeten

Krisenszenarioanalysen weiterentwickelt. In die zugrunde liegenden Szenarien wurden

neben Erkenntnissen der vergangenen Jahre auch erste Annahmen aus den Basel-III-Vorgaben

eingearbeitet. Dabei stand die Akquisition von Kundeneinlagen im Fokus. Die damit

verbundenen Maßnahmen zielten vor allem auf eine Verringerung der Liquiditäts- und Transferrisiken

ab. Weitere Initiativen im Berichtsjahr hatten eine Diversifikation der Refinanzierungsbasis

zum Ziel.

Optimierung der Datenverarbeitung

Die zeitnahe Verfügbarkeit umfassender und qualitätsgesicherter Daten ist im Risikomanagement

von zentraler Bedeutung. Vor diesem Hintergrund wurden im Berichtsjahr zentrale

Prozesse der Datenanlieferung und -verarbeitung – vor allem im Bereich Kredit- und Liquiditätsrisiko

– einer umfassenden Optimierung unterzogen, um deren Durchlaufzeit zu reduzieren.

Die Abläufe wurden deutlich verbessert, sodass für wesentliche Gruppenmitglieder die

Einzeltransaktionen täglich übermittelt werden – ausgenommen das Retail-Geschäft, bei dem

lediglich eine nach Produkten aggregierte Übermittlung erfolgt. In Kombination mit der hohen

Berichtsfrequenz stellen diese Prozesse ein zeitnahes und sehr modernes Management der

Risikopositionen sicher.

Basel III – regulatorische Änderungen

Die RZB beschäftigte sich im Berichtsjahr intensiv mit den bevorstehenden regulatorischen

Änderungen im Bereich der Kapitaladäquanz, den so genannten Basel-III-Regelungen. Der

potenzielle Einfluss der neuen bzw. geänderten gesetzlichen Regeln auf die RZB wurde eingehend

analysiert. Des Weiteren nahm die Gruppe an der quantitativen Auswirkungsstudie

(„Quantitative Impact Study“), organisiert und ausgewertet durch das CEBS und die Bank für

Internationalen Zahlungsausgleich (BIZ), teil. Das Ergebnis der Analysen zeigte, dass die RZB

die für 2019 vorgeschriebenen Kapitalquoten bereits 2010 erfüllte.

Basel II – Kreditrisiko und

operationelles Risiko

Neben den bereits aufgenommenen Vorbereitungen im Zusammenhang mit den neuen Basel-

III-Regelungen stand die laufende Implementierung des fortgeschrittenen Basel-II-Ansatzes

im Fokus des Risikomanagements der RBI. Die Basel-II-bezogenen Aktivitäten umfassten die

Implementierung des Internal-Ratings-Based-Ansatzes (IRB) im Retail- und Non-Retail-Bereich

in den Töchtern in CEE, die Weiterentwicklung des internen Marktrisikomodells sowie die

gruppenweite Einführung des Standardansatzes beim operationellen Risiko. Folgende Tabelle

gibt eine Übersicht über den aktuellen Stand dieser Vorhaben. Der weitere Roll-out des IRB-

Ansatzes in Töchtern in CEE wird im Jahr 2011 fortgesetzt.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Kreditrisiko Kreditrisiko Marktrisiko Operationelles

Einheit Non Retail Retail Risiko

Raiffeisen Bank International AG, Wien (Österreich) IRB1 n.a. Internes Modell2 STA

RB International Finance (USA) LLC, New York (USA) IRB STA3 STA STA

Raiffeisenbank a.s., Prag (Tschechische Republik) IRB STA STA STA

Raiffeisen Bank Zrt., Budapest (Ungarn) IRB IRB STA STA

Raiffeisen Malta Bank plc., Sliema (Malta) IRB STA STA STA

Tatra banka a.s., Bratislava (Slowakei) IRB IRB STA STA

Raiffeisen Bank S.A., Bukarest (Rumänien) IRB STA STA STA

Raiffeisenbank Austria d.d., Zagreb (Kroatien) IRB4 STA STA STA

Alle anderen Einheiten STA STA STA STA

1 Internal-Ratings-Based-Ansatz (IRB)

2 Nur für Risiko der offenen Devisenposition und allgemeines Zinsrisiko des Handelsbuchs

3 Standard-Ansatz (STA)

4 Nur auf konsolidierter Ebene

Die Aufsichtsbehörden genehmigten im Berichtsjahr die Änderung des IRB-Ansatzes für

die RZB, die durch die fusionsbedingten Transfers von Vermögenswerten von der Raiffeisen

Zentralbank auf die Raiffeisen International nötig wurde. Weiters schloss die RBI als neu geschaffene

Bank den vorgeschriebenen IRB-Genehmigungsprozess mit einer nur sehr geringen

Anzahl von neuen Auflagen erfolgreich ab.

2010 wurde das Konzept der gruppenweiten Einführung von Basel II systematisch weiterverfolgt.

In der Slowakei und Ungarn wurde der Antrag auf Anwendung des IRB-Ansatzes für die

Forderungsklasse Retail, speziell Privatkunden, genehmigt.

Für die Kapitalunterlegung des operationellen Risikos gemäß Basel II wird derzeit der Standardansatz

verwendet. Nach einer mehrjährigen Implementierungsphase wendet seit

1. Jänner 2010 auch die Raiffeisen Bank Aval JSC in der Ukraine diesen Ansatz an.

Human Resources

2010 war ein Jahr weiterer Konsolidierung des Personalstands bei länderweise leicht unterschiedlicher

Entwicklung. Für die Raiffeisen Zentralbank selbst und für die Raiffeisen International

Bank Holding AG (umbenannt in Raiffeisen Bank International AG) waren die Vorbereitung

und Umsetzung der Fusion die zentralen Herausforderungen der HR-Arbeit.

Unverändert wird das konzernweite HR-Management vom Standort Wien aus koordiniert und

durch Vorgabe von Richtlinien und Rahmenbedingungen eine konzerneinheitliche strategische

Ausrichtung in HR-Fragen sichergestellt. Das operative HR-Management in CEE nehmen die

einzelnen Netzwerkbanken lokal wahr.

Stabiler Mitarbeiterstand

Der Konzern beschäftigte am 31.12.2010 insgesamt 60.356 Mitarbeiter, was gegenüber

dem Vergleichswert des Vorjahres eine geringfügige Steigerung um 556 Personen oder 1 Prozent

bedeutet.

RZB Geschäftsbericht 2010

Für die Raiffeisen Zentralbank

und die RBI waren die Vorbereitung

und Umsetzung der Fusion

die zentralen Herausforderungen

der HR-Arbeit.

83


84 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

70.000

60.000

50.000

40.000

30.000

20.000

10.000

0

Personalstand zum Bilanzstichtag (Mitarbeiter in Vollzeitäquivalenten)

55.434

329

19.422

8.198

13.481

61.351

382

19.699

8.915

16.663

66.651

443

19.566

10.276

19.073

Der Frauenanteil lag konzernweit bei durchschnittlich

66 Prozent. Das Durchschnittsalter

der Mitarbeiter betrug 35 Jahre. In

diesem vergleichsweise niedrigen Wert

spiegeln sich noch das schnelle Wachstum

der letzten Jahre und die damit verbundene

intensive Rekrutierungsarbeit wider. Die hohe

fachliche und persönliche Qualifikation der

Mitarbeiter zeigt sich unter anderem in einer

Akademikerquote von 74 Prozent.

Fusion am Standort Wien

Die Abspaltung des Teilbetriebes Kommerzkundengeschäft

von der Raiffeisen Zentralbank

und dessen nachfolgende Verschmelzung

zur Aufnahme in die Raiffeisen Bank

International AG (RBI, vormals Raiffeisen

International Bank-Holding AG) hatten zur Folge, dass auch der Großteil der Mitarbeiter der

Raiffeisen Zentralbank an die neu formierte Raiffeisen Bank International AG überstellt wurde.

Daher beschäftigte die Raiffeisen Zentralbank zum Bilanzstichtag nur noch 85 Mitarbeiter

(31.12.2009: 1.774 Mitarbeiter). Vor diesem Hintergrund sind die Personalkennzahlen

der Raiffeisen Zentralbank des Jahres 2010 mit den Vorjahreswerten nur noch sehr bedingt

vergleichbar.

2006 2007 2008 2009 2010

Österreich Zentraleuropa südosteuropa russland Gus sonstige restliche Welt

Die Raiffeisen Zentralbank als bewusst schlank organisierte Konzernspitze verfügt seit der

Fusion nicht mehr über eine eigene HR-Abteilung, sondern wird vom Bereich HR der RBI auf

Basis eines entsprechenden Service Level Agreements betreut. Damit soll unter anderem auch

eine weitgehende Einheitlichkeit der HR- Systeme und -Methoden und in weiterer Folge der

Unternehmenskultur gefördert werden.

Sonstige Schwerpunkte der HR-Arbeit

Jobevaluierung

59.800

389

17.383

8.624

Auf Basis eines bewährten internationalen Grading Systems wurde mit der Evaluierung aller

Positionen in der RBI und der Raiffeisen Zentralbank begonnen. Dieser Prozess soll 2011

abgeschlossen sein und eine tragfähige Basis für künftige Prozesse und Instrumente im

HR-Manage ment bilden.

Vergütungssystem

60.356

393

17.666

8.618

17.382 17.200

11.427 12.834 14.114 12.803 13.254

2.577 2.858 3.179 3.219 3.225

Aufbauend auf der Jobevaluierung startete Ende 2010 ein Projekt zur Entwicklung eines neuen

Vergütungssystems. Dieses soll einerseits den neuen Richtlinien des Bankwesengesetzes zu

Grundsätzen der Vergütungspolitik und -praktiken Rechnung tragen und darüber hinaus eine

objektive, marktgerechte und nachhaltige Vergütungspolitik bestmöglich unterstützen.

Personalentwicklungsprogramme

Die hohe fachliche und persönliche Qualifikation der Mitarbeiter ist die entscheidende

Voraussetzung für die hervorragende Qualität der Dienstleistungen der RZB und damit einer

ihrer wesentlichen Wettbewerbsvorteile. Daher wurden die in den letzten Jahren erfolgreich

eingeführten Programme zur Entwicklung von Mitarbeitern aller Ebenen – insbesondere

aber von jungen Potenzialträgern und künftigen Führungskräften – auch im Jahr der Fusion

konsequent weitergeführt. Auf diesem Gebiet sind im Jahr 2011 wesentliche Schritte zu einer

weiteren Vereinheitlichung und Effizienzsteigerung im Konzern geplant.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Personalmarketing

Die wirtschaftliche Erholung nach der Krise führte zu einer verstärkten Arbeitskräftenachfrage,

sodass sich die Konkurrenz unter den Arbeitgebern auf den Arbeitsmärkten wieder intensivierte.

Die RZB hatte auch in der Krisenphase ihre Personalmarketingaktivitäten niemals eingestellt

und konnte daher im Berichtsjahr die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Universitäten,

Fachhochschulen und anderen relevanten Ausbildungsinstitutionen nahtlos fortsetzen. Dabei

ging es einerseits um Sponsoring, aber auch um die aktive Gestaltung von Lehrveranstaltungen,

Gastvorträgen, die Betreuung von Seminararbeiten und facheinschlägigen Praktika

sowie die Teilnahme an verschiedensten Jobmessen.

Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

RBI erwirbt Mehrheitsanteil an Polbank

Am 3. Februar 2011 schloss die RBI eine Vereinbarung mit der griechischen EFG Eurobank

Ergasias S.A. (Eurobank EFG) über den Erwerb eines Mehrheitsanteils in Höhe von 70 Prozent

an deren Teilbetrieb Polbank EFG (Polbank). Die Polbank besitzt ein Netzwerk mit rund

350 Geschäftsstellen und 2.900 Mitarbeitern, die rund 800.000 Kunden betreuen. Ihre

Bilanzsumme belief sich zum 31. Dezember 2010 auf 5,7 Milliarden Euro.

Die RBI wird beim Closing für den 70-Prozent-Anteil 490 Millionen Euro bezahlen. Der Erwerb

hängt noch vom erfolgreichen Closing sowie von den Genehmigungen der EU-Kommission

und der griechischen und polnischen Aufsichtsbehörden ab. Das Closing der Transaktion

wird für das vierte Quartal 2011 oder das erste Quartal 2012 erwartet. Vereinbart ist, dass

die RBI in einem ersten Schritt einen 70-Prozent-Anteil an der Polbank erwirbt und in einem

zweiten Transaktionsschritt unmittelbar danach die Eurobank EFG sowie die RBI ihre jeweiligen

Anteile (Eurobank EFG: 30 Prozent, RBI: 70 Prozent) gegen Gewährung neuer Aktien der

Raiffeisen Bank Polska S.A. in diese einbringen. Danach wird die Eurobank EFG einen Anteil

von 13 Prozent an der polnischen Raiffeisen Bank halten.

€ 1-Milliarde-Benchmark-Emission

Die RBI begab Ende Jänner eine erstrangige Fixzinsanleihe im Volumen von € 1,0 Milliarde

mit dreijähriger Laufzeit. Die Transaktion, bei der es sich um die erste nicht staatsgarantierte

Anleihe einer Bank seit Eintreten der Finanzkrise handelt, war innerhalb weniger Stunden deutlich

überzeichnet.

Der Emissionspreis wurde am unteren Ende der ursprünglichen Preisindikation mit 145 Basispunkten

über dem Mid-Swap festgesetzt, mit einem Kupon von 3,625 Prozent. Emissionsbanken

waren neben der RBI auch die DZ Bank, die Deutsche Bank und die HSBC. Die Anleihe

war nicht nur günstiger bepreist als Emissionen vergleichbar gerateter Banken, sondern

aufgrund der starken Nachfrage auch deutlich überzeichnet.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Polbank besitzt ein Netzwerk

mit rund 350 Geschäftsstellen

und 2.900 Mitarbeitern, die rund

800.000 Kunden betreuen.

85


86 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Ausblick für 2011

Die Volkswirtschaften Zentraleuropas

werden 2011 von einer

stabilen Entwicklung ihrer Exportmärkte

und von der starken

Ver flechtung mit Kernländern

der Eurozone profitieren.

Für Südosteuropa wird 2011

ein Wirtschaftswachstum von

1,9 Prozent erwartet.

Konjunkturaussichten

Zentral- und Osteuropa

Zentraleuropa

Die aktuellen Prognosen gehen davon aus, dass die Volkswirtschaften Zentraleuropas 2011

sowohl von einer stabilen Entwicklung ihrer Exportmärkte (vor allem Deutschlands) als auch

von ihrer allgemein starken wirtschaftlichen Verflechtung mit einigen Kernländern der Eurozone

(Deutschland, Frankreich, Niederlande, Österreich) profitieren werden. Allen voran sollte

Polen mit anhaltend gutem Wirtschaftswachstum überzeugen, im Jahresvergleich wird hier ein

BIP-Wachstum von 4,0 Prozent für 2011 und von 4,5 Prozent für 2012 prognostiziert. Ein ähnlicher

Aufschwung wird für die Slowakei erwartet, die im Vergleich zu Polen deutlich stärker

von Exporten und damit von der Entwicklung in Deutschland abhängig ist. Während Ungarn

voraussichtlich bis ins Jahr 2011 eine langsamere Erholung von 2,5 Prozent Wachstum (plus

1,3 Prozentpunkte im Vorjahresvergleich) aufweisen wird, ist für 2012 ein Anstieg der Wirtschaftsleistung

auf 3,5 Prozent zu erwarten. Die Tschechische Republik wie auch Slowenien

hinken dem volkswirtschaftlichen Wachstum der Region etwas hinterher, doch auch hier wird

sowohl für 2011 als auch für 2012 mit einer positiven Entwicklung gerechnet.

In Ungarn führte die neue Regierung 2010 eine Bankenabgabe ein, durch die Einnahmen in

Höhe von € 700 Millionen pro Jahr generiert werden sollen. Damit soll das Budgetziel einer

Netto-Neuverschuldung von maximal 3 Prozent des BIP im Jahr 2011 erreicht werden. Parallel

zur Einführung dieser Abgabe ist ein einheitlicher Einkommensteuersatz geplant. Ein Strukturreformpaket,

mit dessen Hilfe die geplante Neuverschuldung mittelfristig eingehalten werden soll,

wurde veröffentlicht. Da kein genauer Zeitplan für die Umstellung dieses Pakets vorliegt, bleiben

Investoren jedoch skeptisch. Es ist zu befürchten, dass mit diesen Maßnahmen Reformen

umgangen werden, die dringend notwendig wären, um mittel- bis langfristig fiskalische Nachhaltigkeit

zu erreichen. Zwar wurde bereits von einer Halbierung der Bankenabgabe im Jahr

2012 gesprochen, nachdem zunächst deren Abschaffung ab 2012 im Gespräch gewesen

war. Es bleibt jedoch abzuwarten, inwieweit Ungarn auf diese Einnahmen verzichten kann.

Südosteuropa

Südosteuropa, das sich aufgrund der Wirtschaftslage in Rumänien, Bulgarien und Kroatien

2010 noch in einer Rezession befand, sollte 2011 mit einem erwarteten Wirtschaftswachstum

von 1,9 Prozent wieder einen Aufschwung erleben. Für 2012 wird eine weitere Wachstumserholung

auf annualisierte 3,4 Prozent prognostiziert. Allerdings darf die schwache Basis dieses

Wachstums nicht außer Acht gelassen werden. Insgesamt ist die Region Südosteuropa auch

aufgrund der wirtschaftlichen Verflechtungen mit ökonomisch in Schwierigkeiten geratenen

Ländern der südlichen Eurozone anfällig.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

GUS

Die Gemeinschaft Unabhängiger Staaten (GUS) musste in der Finanz- und Wirtschaftskrise

den größten Einbruch in CEE hinnehmen. Entsprechend deutlich war – nicht zuletzt aufgrund

wieder steigender Rohstoffpreise sowie eines starken Basiseffekts – die Erholung im

Berichts jahr. Solange die heimische Inflationsdynamik unter Kontrolle bleibt, können vor allem

Russland und die Ukraine weiter von den sich derzeit abzeichnenden hohen Rohstoff- bzw.

Lebensmittelpreisen profitieren. Im Jahr 2011 dürfte das Wachstum in der Region daher auf

4,5 Prozent weiter zunehmen. Hintergrund ist eine Wachstumsbeschleunigung in Russland, die

einen Großteil zur Wirtschaftsleistung der gesamten GUS beiträgt.

Eurozone

Auch 2011 wird es nach den aktuellen Prognosen ein Europa der zwei Geschwindigkeiten

geben. Während die Wachstumsaussichten für die international wettbewerbsfähigen

Nationen weiterhin vielversprechend sind, leiden andere Länder immer noch unter den

Auswirkungen der Krise, etwa in Form geplatzter Immobilienblasen, zu hoher Leistungsbilanzdefizite

und rigoroser Sparmaßnahmen vonseiten der öffentlichen Hand. Im Jahresvergleich

dürfte das BIP in Deutschland (2,5 Prozent), Finnland (2,5 Prozent), Österreich (2,5 Prozent)

und Belgien (1,8 Prozent) daher weitaus stärker wachsen als in Italien (0,9 Prozent), Spanien

(0,4 Prozent) und Portugal (0,4 Prozent). Ein kräftiger Rückgang wird derzeit für Griechenland

(minus 3 Prozent) und Irland (minus 0,6 Prozent) erwartet.

Im Dezember 2010 beschloss das österreichische Parlament im Rahmen des Stabilitätsabgabegesetzes

eine Bankenabgabe. Die zum 1. Jänner 2011 eingeführte Abgabe soll pro

Jahr € 500 Millionen zur Budgetsanierung einbringen. Dabei werden aus der gestaffelten

Besteuerung der Bilanzsummen € 340 Millionen und aus der Besteuerung von Derivativgeschäften

€ 160 Millionen erwartet.

RZB Geschäftsbericht 2010

Im Jahr 2011 dürfte das Wachstum

der GUS auf 4,5 Prozent zunehmen.

Für Österreich wird ein BIP-Wachstum

von 2,5 Prozent erwartet.

87


88 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

seGMentberichte

Einteilung der Segmente

Die drei Segmente sind RBI, RBG

und Weitere Beteiligungen.

In der RZB erfolgt die interne Management-Berichterstattung grundsätzlich auf Basis der

bestehenden Organisationsstruktur. Die Abgrenzung der Segmente erfolgt nach Geschäftsfeldern

(Cash Generating Unit). Die obersten Entscheidungsgremien der RZB – Vorstand

und Aufsichtsrat – treffen wesentliche Entscheidungen über die Allokation der Ressourcen zu

einem Segment auf Basis der jeweiligen Finanz- und Ertragskraft. Dementsprechend wurden

diese Berichtskriterien gemäß IFRS 8 als wesentlich beurteilt und die Segmente eingeteilt.

Da die Raiffeisen Zentralbank nach der Einbringung ihrer Hauptgeschäftsfelder in die Raiffeisen

International Bank-Holding AG vor allem als Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe

und Beteiligungsholding agiert, sind die Segmente auf Basis der Beteiligungsstruktur definiert.

Neben der Mehrheitsbeteiligung an der nunmehrigen Raiffeisen Bank International AG (RBI)

und ihrer Tätigkeit als Zentralinstitut der Raiffeisen Bankengruppe (RBG) hält die Raiffeisen

Zentralbank Anteile weiterer Unternehmen in ihrem Beteiligungsportefeuille.

Diese drei wesentlichen Geschäftszweige entsprechen den neu definierten Segmenten.

Grundlage für die Segmentierung ist die am 31. Dezember 2010 gültige Konzernstruktur. Im

Vorjahr wurde nach Regionen berichtet, da dies der damals bestehenden Konzernstruktur entsprach.

Die Vorjahreswerte der Segmentberichterstattung konnten deshalb nicht an die Neusegmentierung

angepasst werden. Da das Segment RBI das bei weitem größte ist, verweisen

wir im Sinne größtmöglicher Transparenz auf die Segmentberichterstattung im Konzernbericht

der RBI. Der Konzernabschluss der RBI bildet weitgehend das Segment RBI im Konzernabschluss

der Raiffeisen Zentralbank ab.

Teilkonzern Raiffeisen Bank International-

Gruppe (RBI)

Das Segment umfasst die Ergebnisse des Konzerns der Raiffeisen Bank International AG

(RBI). Die RBI ist die mit Abstand größte Beteiligung in der RZB. Als oberstes Kreditinstitut

der RZB-Kreditinstitutsgruppe hat die Raiffeisen Zentralbank entsprechende Steuerungs- und

Kontrollaufgaben. Die Raiffeisen Zentralbank stellt gemeinsam mit Vertretern ihrer Eigentümer

8 von 10 Aufsichtsratsmitgliedern der RBI, gleichzeitig nimmt der Risikovorstand der Raiffeisen

Zentralbank diese Position auch im Vorstand der RBI AG ein. Neben den Ergebnissen, die

direkt aus den RBI-Aktivitäten stammen, umfasst das Segment die angefallenen Kosten von

durch die Raiffeisen Zentralbank erbrachten Dienstleistungen in diversen Bereichen wie Audit

oder Risiko.

Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG)

In diesem Segment werden diejenigen Aktivitäten und Beteiligungen zusammengefasst, die es

der RZB ermöglichen, ihre Aufgabe als Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich

wahrzunehmen. Somit werden diesem Segment alle Ergebnisse aus dem Bankgeschäft der

Raiffeisen Zentralbank innerhalb des Raiffeisensektors dargestellt. Überdies ist hier das Leasinggeschäft

der RZB mit zahlreichen im In- und Ausland aktiven Projektgesellschaften vertreten.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Des Weiteren werden die Erträge aus at-equity bilanzierten Unternehmen mit strategischem

Beteiligungscharakter abgebildet, insbesondere die UNIQA Versicherungen AG sowie

die gemeinsam mit den Raiffeisen-Landeszentralen betriebenen Geschäftszweige wie das

Bausparkassen- oder Fondsgeschäft. Ebenso werden die Ergebnisse aus dem übrigen Raiffeisensektor-bezogenen

Beteiligungsportfolio hier abgebildet. Dem Segment werden auch

allozierte Kosten konzernübergreifender Dienstleistungen zugezählt. Das sind u.a. Verbundleistungen

wie Sektor-Marketing oder Sektor-Services.

Weitere Beteiligungen

Im Segment Weitere Beteiligungen werden die Ergebnisse aus jenen Beteiligungen abgebildet,

die nicht in Zusammenhang mit der Funktion der Raiffeisen Zentralbank als Zentralinstitut

der Raiffeisen Bankengruppe Österreich stehen. Dieses Beteiligungsportfolio der Raiffeisen

Zentralbank enthält überwiegend Minderheitsbeteiligungen aus dem Nichtbanken-Bereich

und beinhaltet Erträge aus den at-equity bilanzierten Unternehmen, die nicht der Raiffeisen

Bankengruppe Österreich angehören. Das Segment Weitere Beteiligungen umfasst auch die

Kosten und Erträge, die im Rahmen der internen Allokation und Verrechnung entstehen.

Ergebnisentwicklung

Teilkonzern Raiffeisen Bank Inter national-

Gruppe (RBI)

Das Betriebsergebnis der RBI ging 2010 leicht auf € 2.389 Millionen zurück, was an höheren

Verwaltungsaufwendungen und der im sonstigen betrieblichen Ergebnis enthaltenen ungarischen

Bankenabgabe lag.

Positiv entwickelte sich die Lage beim Kreditrisiko: Aufgrund niedrigerer Ausfälle und Restrukturierungsmaßnahmen

wurden die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen um 47 Prozent

oder € 1.038 Millionen auf € 1.194 Millionen zurückgefahren, nachdem sie im durch die

Finanz- und Wirtschaftskrise geprägten Vorjahr in allen Segmenten außerordentlich hoch

gewesen waren.

Gedämpft wurde die positive Entwicklung allerdings durch niedrigere Ergebnisse aus Finanzinvestitionen

und Derivaten (Rückgang von € 518 Millionen). Diese Ergebnisbestandteile waren

2009 durch Wertaufholungen dominiert. 2010 stabilisierte sich die Lage auf den Finanzmärkten

mit wenigen Ausnahmen, wodurch es nur noch zu einzelnen Zuschreibungen kam.

Ein Sondereffekt war bei den Steuern auf Einkommen und Ertrag festzustellen. Dieser Posten

verringerte sich trotz des Ergebnisanstiegs um 58 Prozent, wofür insbesondere latente

Steuererträge aus der Aktivierung von steuerlichen Verlustvorträgen in Österreich (€ 120

Millionen) sowie eine geänderte Steuergesetzgebung in der Ukraine (€ 26 Millionen) verantwortlich

waren.

Damit erreichte das Konzernergebnis nach Steuern € 1.135 Millionen. Während sich die

einzelnen Ertragskomponenten unterschiedlich entwickelten, blieben die Betriebserträge im

Lauf der Quartale 2010 relativ konstant. Das im Jahresvergleich erzielte Plus von 5 Prozent

war in erster Linie einem höheren Zinsüberschuss und Zuwächsen beim Provisionsüberschuss

zu verdanken, während das Handelsergebnis sowie das sonstige betriebliche Ergebnis eine

negative Entwicklung verzeichneten.

RZB Geschäftsbericht 2010

Leicht rückläufiges Betriebsergebnis

und deutlich geringere

Neu dotierungen der Kreditrisikovorsorgen.

89


90 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Höhere Erträge durch gestiegene

Zinsmargen.

Währungsaufwertungen trugen

zu höheren Verwaltungsaufwendungen

bei.

Der Zinsüberschuss wies mit einem Plus die beste Entwicklung aller Ertragskomponenten auf.

Ein Teil dieses Zuwachses ging auf das Geschäftsvolumen zurück, da das Kreditwachstum

nach dem durch die Finanzkrise ausgelösten Wachstumseinbruch im Vorjahr 2010 in einigen

Märkten wieder leicht positiv war. Im Bereich der Wertpapiere blieb das Volumen relativ

konstant. Der größte Teil des Ertragszuwachses war aber Folge einer um 32 Basispunkte auf

2,51 Prozent gestiegenen Zinsmarge. Der wesentliche Grund für diese Verbesserung lag in

der günstigeren Refinanzierungssituation, vor allem bei den Kundeneinlagen. Darüber hinaus

wurden in einigen Märkten aktivseitig höhere Preise erzielt. Während in fast allen Segmenten

die Zinsmargen stiegen, war in Russland ein Rückgang zu verzeichnen, der auf den hohen

Wettbewerbsdruck zurückging. Im Segment GUS Sonstige lag der Rückgang an einer

Methodenänderung bei der Berechnung von Zinsen auf wertberichtigte Forderungen in der

Ukraine. Diese Entwicklung lässt sich auch bei den Ergebnissen nach Geschäftsbereichen

nachvollziehen, da der Anstieg des Zinsüberschusses überwiegend in dem Geschäftsbereich

Capital Markets & Treasury lag.

Ein deutliches Zeichen dafür, dass sich die wirtschaftliche Gesamtsituation in den Kernmärkten

der RBI im Jahresverlauf verbesserte, war der Anstieg des Provisionsüberschusses von 5 Prozent

oder € 70 Millionen. Treiber dieses Wachstums waren in erster Linie die Segmente Zentraleuropa

und Group Corporates, auf Ebene der Geschäftsbereiche stammte der Zuwachs

überwiegend aus dem Segment Corporate Customers. Der Anstieg kam insbesondere durch

Erträge aus dem Kredit- und Garantiegeschäft, aus dem Zahlungsverkehr und aus dem Wertpapiergeschäft

zustande. Hingegen waren die Ergebnisse aus dem Fremdwährungsgeschäft

nachfragebedingt rückläufig, speziell durch einen Rückgang im Fremdwährungskreditgeschäft

und einer leicht gesunkenen Anzahl an Auslandsüberweisungen.

Das Handelsergebnis lag um 22 Prozent oder € 91 Millionen unter dem Vorjahreswert.

Hauptgrund für diesen Rückgang war die positive Entwicklung im Vorjahr, in dem Wertaufholungen

bei Zinsprodukten zu einem überdurchschnittlich hohen Ergebnis beigetragen hatten.

Im Ergebnis aus dem zinsbezogenen Geschäft ergab sich dadurch 2010 ein Rückgang

um rund € 150 Millionen auf € 211 Millionen. Die anderen Komponenten des Handelsergebnisses

wiesen deutlich geringere Schwankungen auf. Dabei lag das Ergebnis aus währungsbezogenen

Geschäften rund € 15 Millionen im Plus, während das Ergebnis aus Eigenkapitalinstrumenten

um rund € 20 Millionen zurückging.

Das sonstige betriebliche Ergebnis ging auf € 18 Millionen zurück, was in der Hauptsache an

der ungarischen Bankenabgabe lag, die die RBI mit € 41 Millionen belastete.

Nachdem die Verwaltungsaufwendungen 2009 aufgrund von Einsparungsmaßnahmen und

Währungseffekten noch gefallen waren, wuchsen sie im Berichtsjahr auf € 3.008 Millionen.

Im Gegensatz zur Vorperiode trugen 2010 Währungsaufwertungen teilweise zu einem Anstieg

der Verwaltungsaufwendungen bei. Marktbedingte Änderungen der Gehaltsstrukturen

und wiedereinsetzende Bonuszahlungen waren für einen Anstieg des Personalaufwands

verantwortlich. Die durchschnittliche Anzahl der Mitarbeiter reduzierte sich – im Wesentlichen

bedingt durch Personalrückgänge in der Ukraine, Russland und Rumänien. Der Sachaufwand

wies ein Plus auf, für das in erster Linie höhere IT-Aufwendungen, Aufwendungen für die Fusion

mit wesentlichen Geschäftsfeldern der RZB sowie solche für den Start der Direktbank ZUNO

verantwortlich waren.

Die Anzahl der Geschäftsstellen verringerte sich im Berichtsjahr um 68 auf 2.961. Darin enthalten

sind auch die sechs Filialen der RBI AG.

Die höheren Verwaltungsaufwendungen, deren Zuwachs über dem der Betriebserträge lag,

war ausschlaggebend für den Anstieg der für die Effizienzmessung von Banken wichtigen

Kennzahl Cost/Income Ratio – sie setzt die Verwaltungsaufwendungen ins Verhältnis zu den

Betriebserträgen auf 55,7 Prozent.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen gingen 2010 nach dem schwierigen Jahr

2009 um 47 Prozent oder € 1.038 Millionen auf € 1.194 Millionen zurück. Dies war eine

Folge der verbesserten Gesamtsituation auf den meisten Märkten, auf deren Basis sich das

Wachstum der notleidenden Kredite insbesondere im zweiten Halbjahr reduzierte. Rund der

Hälfte dieses Rückgangs standen niedrigere Ergebnisse aus Finanzinvestitionen und Derivaten

gegenüber. Diese hatten 2009 aufgrund der Erholung der Märkte noch deutliche Zuschreibungen

ausgewiesen. In Summe führte dies zu einer Verbesserung des Jahresüberschusses

vor Steuern um 63 Prozent oder € 497 Millionen auf € 1.287 Millionen.

Insgesamt fielen mit € 1.196 Millionen um 43 Prozent weniger Nettodotierungen zu Einzelwertberichtigungen

an. Die Nettodotierungen zu Portfolio-Wertberichtigungen im Berichtsjahr

aufgrund von Auflösungen in Ungarn, der Ukraine sowie in Bosnien und Herzegowina

betrugen nur noch € 1 Million (Rückgang von € 175 Millionen). Die Neubildungsquote auf

Basis der durchschnittlichen Kreditrisikoaktiva fiel ebenfalls signifikant um 123 Basis punkte

auf 1,66 Prozent. Die NPL-Ratio – das ist der Anteil der notleidenden Kredite am Kreditportfolio

– stieg dagegen um 1,56 Prozentpunkte auf 9,0 Prozent, im Vorjahr hatte der Anstieg

noch 4,5 Prozentpunkte betragen. Am stärksten war der Zuwachs 2010 bei Mittelbetrieben

und Privatkunden.

Die Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen sanken im Geschäftsbereich Retail Customers

am stärksten (minus 41 Prozent auf € 601 Millionen), aber auch bei Corporate Customers

(minus 37 Prozent auf € 564 Millionen) sowie bei Financial Institutions & Public Sector (minus

93 Prozent auf € 23 Millionen) waren die Rückgänge beachtlich. Aus Segmentsicht lag der

Schwerpunkt der neuen Kreditrisikovorsorgen mit einem Anteil von 34 Prozent oder € 408

Millionen (minus 16 Prozent) in Zentraleuropa, dominiert von Ungarn, und in Südosteuropa mit

einem Anteil von 28 Prozent oder € 335 Millionen (minus 19 Prozent), wo Erhöhungen in Bulgarien

sowie Bosnien und Herzegowina anfielen. Stark rückläufig waren die Kreditrisikovorsorgen

in Russland (minus 76 Prozent auf € 77 Millionen), durch die günstige Entwicklung in

der Ukraine im Segment GUS Sonstige (minus 59 Prozent auf € 214 Millionen) und in Group

Markets aufgrund hoher Abschreibungen von Bankforderungen im Vorjahr (minus 91 Prozent

auf € 31 Millionen).

Trotz einer deutlichen Erhöhung des Jahresüberschusses nach Steuern ergab sich ein Rückgang

der Steuern vom Einkommen und Ertrag auf € 118 Millionen. Während sich die laufenden

Steuern im Einklang mit der Ergebnisentwicklung erhöhten, waren latente Steuern für den

Rückgang der rechnerischen Steuerbelastung verantwortlich. Die rechnerische Steuerquote

fiel auf 9,4 Prozent. Während im Vorjahr noch eine Auflösung aktiver latenter Steuern für eine

außerordentlich hohe Steuerquote gesorgt hatte, verhielt es sich im Berichtsjahr umgekehrt:

Durch die höheren Ergebniserwartungen aufgrund der aktuellen Mittelfristplanung waren

bis dato unberücksichtigte steuerliche Verlustvorträge in der Konzernzentrale auf Basis des

Steuerumlagevertrags mit der Raiffeisen Zentralbank zu aktivieren (€ 120 Millionen). In der

Ukraine ergab sich wegen einer erst im Dezember 2010 geänderten Steuergesetzgebung

eine Änderung der Steuerlatenz mit einem positiven Effekt von € 26 Millionen. Ohne Berücksichtigung

des Segments Corporate Center, in dem ein Steuerertrag anfiel, war die Steuerquote

im Segment Group Markets mit 25 Prozent am höchsten, der niedrigste Wert wurde mit

13 Prozent in Südosteuropa verzeichnet.

Im Vergleich zum Jahresüberschuss vor Steuern stieg der Jahresüberschuss nach Steuern

überproportional auf € 1.135 Millionen. Dieser Zuwachs war bei relativ gleichbleibendem

Betriebsergebnis den um 47 Prozent verringerten Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

sowie den Sondereffekten bei den Steuern zu verdanken.

Das Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile stieg unterproportional zum Ergebnis nach

Steuern und betrug € 323 Millionen. Der Ergebniszuwachs wurde in erster Linie in der RBI

selbst sowie in Konzerneinheiten mit keinen oder nur geringen nicht beherrschenden Anteilen

erzielt. Nach Abzug dieses Ergebnisses der nicht beherrschenden Anteile macht der auf die

RBI entfallende Konzern-Jahresüberschuss € 811 Millionen aus.

RZB Geschäftsbericht 2010

Stark rückläufige Kreditrisikovorsorgen

verbessern Jahresüberschuss.

Im Vergleich zum Jahresüberschuss

vor Steuern stieg der Jahresüberschuss

nach Steuern überpropor

tional auf € 1.135 Millionen.

91


92 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

RIAG in der Türkei die Nummer 1

im M&A-Geschäft.

Raiffeisen Investment AG (RIAG)

Die Raiffeisen Investment AG ist eine 100-prozentige Tochter der Raiffeisen Centrobank und

zählt zu den führenden Investmentberatern für Mergers & Acquisitions (M&A) in Österreich

sowie in Zentral- und Osteuropa. Zu ihren Klienten zählen internationale Unternehmen und

Organisationen sowie Regierungen, die im Falle von Fusionen, Übernahmen und Privatisierungen

auf der Käufer- oder Verkäuferseite beraten werden. Die RIAG verfügt aufgrund gut ausgebildeter

Branchenexperten über umfassendes Industrie-Know-how und brilliert dank lokaler

Teams in insgesamt elf Ländern mit hervorragenden Marktkenntnissen der jeweiligen Region.

Zu ihren bedeutendsten Einzelprojekten im vergangenen Jahr zählt vor allem die Beratung

der Privatisierungsbehörde des Kosovo beim Verkauf von „Sharr Cement” an das griechische

Zementunternehmen „Titan Group“. Der Verkauf von „Sharr Cement” ist ein Meilenstein im Verlauf

der Privatisierungen im Kosovo und stellt die bis dato größte Privatisierungstransaktion dar.

Ein weiteres bemerkenswertes Projekt war die von RIAG zusammen mit Lazard durchgeführte

Kaufberatung von Danone bei der Fusion mit Unimilk in Russland. Das Closing der Transaktion

fand Ende November 2010 statt, wobei das Transaktionsvolumen ca. € 2 Milliarden betrug.

Ebenso erfreulich hat sich das Türkeigeschäft weiter entwickelt. Die RIAG war gemeinsam mit

Lazard und McKinsey Berater der türkischen Regierung bei der Privatisierung der Stromversorgungsunternehmen

(Verteilnetzwerke und Endkundengeschäft). Privatisiert werden Unternehmen

in 18 Regionen über einen Zeitraum von mehreren Jahren, wobei bis jetzt Unternehmen in

neun Regionen erfolgreich entstaatlicht wurden. Die Raiffeisen Investment hat sich damit zum

führenden Transaktionsberater in der Türkei und im Energiesektor entwickelt. Mit einem Transaktionsvolumen

von knapp einer Milliarde Euro stieg die RIAG in der Türkei als erste österreichische

Investmentbank zur Nummer 1 in den League Tables der M & A Informations- und

Serviceplattform „Mergermarket“ auf.

Das M & A Geschäft der RIAG verdeutlicht die Wichtigkeit einer umfassenden lokalen

Präsenz, vor allem in den Ländern Ost- und Südosteuropas. Trotz rückgängigem Marktvolumen

konnte die RIAG ihren Marktanteil in dieser Region erhöhen und auch die Pipeline an

Projekten ist deutlich besser gefüllt als zur gleichen Zeit im Vorjahr. Das betrifft nicht nur die

Anzahl der Mandate, sondern auch deren Volumina. Daraus erwartet sich die RIAG noch

für das erste Halbjahr 2011 einige Abschlüsse, insbesondere in den Bereichen Consumer

Goods, Energie und Finanzinstitutionen in den Regionen Türkei und Russland. Darüber hinaus

ist von einem großen und positiven Ergebnisbeitrag durch einige spezifische Projekte aus der

Region Südosteuropa auszugehen.

Seit den Sommermonaten des vergangenen Jahres hat die RIAG einen stärkeren Auftragseingang

zu verzeichnen. Insgesamt wickelte sie im ganzen Jahr 29 Transaktionen mit einem

Transaktionsvolumen von rund € 13 Milliarden ab. Das Nettohonorarvolumen lag im Jahr

2010 bei rund € 11 Millionen. Gleichzeitig verringerte sich ihre Bilanzsumme um 11 Prozent

auf € 17,4 Millionen und ihr Eigenkapital um 7 Prozent auf € 7,6 Millionen. Mit einem Jahresfehlbetrag

von € 0,5 Millionen schloss die RIAG ihr Geschäftsjahr ab (alle Zahlen vorläufig

und gem. UGB). Für ihr Engagement in der Region Zentral- und Osteuropa erhielt die RIAG

im Jahr 2010 insgesamt fünf Awards, unter anderem den im M & A-Geschäft renommierten

Acquisitions Monthly Award in der Kategorie „Central Europe M & A Adviser of the Year“.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Kathrein & Co. Privatgeschäftsbank AG

Kathrein & Co. hat sich in den vergangenen Jahren in der Nische Privatbank für Unternehmer,

Stiftungen und Vermögensweitergabe etabliert. Ihr Leistungsspektrum umfasst alle für diese

Klientel wichtigen Dienstleistungen. Kathrein & Co. ist auf die Betreuung großer Vermögen ab

€ 1 Million spezialisiert. Für ihre Kunden werden maßgeschneiderte Veranlagungskonzepte

erstellt, die präzise auf deren Bedürfnisse, Anlagehorizonte, Ertragsziele und Risikobereitschaft

abgestimmt sind.

Neben einer breiten Palette selbst aufgelegter Fonds ermöglicht die Bank ihren Kunden auch

den Zugang zu Produkten renommierter internationaler Investmenthäuser. Bei der Gründung

und Führung einer Stiftung werden die Kunden genauso umfassend beraten wie im Falle von

Nachfolgeregelungen, Vererbung, Schenkung oder Unternehmenskäufen und -verkäufen.

2010 belief sich das verwaltete Vermögen auf rund € 4.620 Millionen (2009: € 3.920 Millionen),

wovon knapp die Hälfte bzw. € 2.360 Millionen auf Fondsvermögen entfiel. Dieses

erhöhte sich im Vergleich zum Vorjahr markant um rund ein Drittel. Auf Basis vorläufiger Zahlen

lag die Bilanzsumme bei € 556 Millionen (2009: € 503 Millionen). Das Eigenkapital blieb

mit € 27 Millionen unverändert. Der nach IFRS ermittelte Jahresüberschuss beträgt € 5,6 Millionen

(2009: € 8 Millionen, allerdings waren 2009 erhebliche Aufwertungen zu verbuchen).

Handelshaus Elsner

Das Handelshaus Elsner, bestehend aus der F.J. Elsner & Co. Gesellschaft m.b.H. und der

F.J. Elsner Trading Gesellschaft m.b.H., betreibt vom Hauptsitz Wien in Zusammenarbeit mit

Repräsentanzen und Niederlassungen in Belgrad, Peking, New York, Miami, Dubai und

Accra Handelsgeschäfte. Die F.J. Elsner & Co. Gesellschaft m.b.H. beschäftigt sich mit Agro-

Commodities und die F.J. Elsner Trading Gesellschaft m.b.H. ist spezialisiert auf den Handel

mit Stahl- und Chemieprodukten.

Insgesamt wurde ein Umsatz von € 237,7 Millionen erwirtschaftet, davon 97 Prozent in der

F.J.Elsner Trading Gesellschaft m.b.H. Der Rückgang der Stahlnachfrage insbesondere in den

Märkten Europa und Mittelost war zu verspüren und machte weitere Vorsorgen erforderlich.

Raiffeisen Centrobank AG

Obgleich es 2010 in Österreich zu keinem IPO kam, wurden am inländischen Primärmarkt

vier Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen durchgeführt. Das Transaktionsvolumen erreichte

dabei € 1,3 Milliarden. Bei jeder dieser Transaktion hat die Raiffeisen Centrobank (RCB) in

führender Position mitgewirkt und in zwei Fällen neuartige innovative Transaktionsformen umgesetzt.

Darüber hinaus hat sie mehrere Transaktionen auf dem internationalen Parket durchgeführt

und über 20 weitere nationale und internationale Unternehmen hinsichtlich möglicher

Kapitalmarkttransaktionen beraten.

Im Rahmen der Betreuung nationaler und internationaler Finanzinvestoren wurde wie jedes

Jahr eine Investorenkonferenz abgehalten. Im abgelaufenen Jahr wurden damit – entgegen

der Entwicklung bei den Mitbewerbern – neue Rekordzahlen bei Teilnehmer und Veranstaltungsinhalte

erreicht: so brachte die RCB 60 österreichische und osteuropäische Unternehmen

mit ca. 120 institutionellen Investoren zusammen. Ähnlich erfolgreich verlief auch die gleichermaßen

traditionelle SEE-Investorenkonferenz in Wien.

Die von der RCB regelmäßig ausgegebenen Kaufempfehlungen für österreichische Aktien

haben rechnerisch zu einer Jahresperformance von 48,2 Prozent geführt. Damit wurde nach

2009 wiederum die beste Performance der in Wien ansässigen Investmentbanken erreicht.

Im Vergleich dazu brachte es die Indexentwicklung des ATX Prime im gleichen Zeitraum nur

auf 19,9 Prozent. Dieser Erfolg der RCB-Analyseabteilung war die Basis für die erfolgreiche

Titelverteidigung beim VIG Analyst Award 2010 in der Kategorie der performanceorientierten

Teamwertung.

RZB Geschäftsbericht 2010

Kathrein & Co. ist Experte für

Betreuung großer Vermögen.

Elsner ist auf Handel mit Stahl- und

Chemieprodukten spezialisiert.

93


94 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

RCB hat führende Position im

Derivatehandel.

Segment RBG bringt € 33 Millionen

Vorsteuergewinn.

Der Handel mit Aktien an der Wiener Börse brachte die RCB mit einem Marktanteilsrekord

von 9,31 Prozent im September erstmals seit 2002 an die Spitze der Marktteilnehmer. Im

Gesamtjahresvergleich nahm die RCB mit einem Marktanteil von 7,4 Prozent den dritten Rang

ein. Die absoluten Umsätze der RCB an der Wiener Börse haben sich um 15,5 Prozent auf

€ 5,6 Milliarden erhöht, und das, obwohl der Gesamtumsatz an der Wiener Börse, ähnlich

der Entwicklung anderer vergleichbarer Märkte, im Jahr 2010 um ca. 60 Prozent unter dem

Spitzenwert von 2007 lag.

Im Geschäft mit österreichischen Derivaten stabilisierte die RCB ihren Marktanteil bei über

20 Prozent und nahm damit eine Position unter den ersten drei ein. Gemeinsam mit dem

Geschäft von Optionsscheinen und strukturierten Produkten mit aktuell über 3.500 börsenotierten

Instrumenten hielt die RCB die Marktführerschaft im Geschäft mit Aktienderivaten

in Österreich. Im Geschäft mit osteuropäischen Derivaten an der Eurex besetzt die Raiffeisen

Centrobank mit einem Marktanteil von nunmehr ca. 40 Prozent wieder eine führende Position

unter allen Börseteilnehmern.

Nach vorläufigen Zahlen beendete die RCB das vergangene Geschäftsjahr mit einer Bilanzsumme

von € 2,1 Milliarden (plus 6,9 Prozent), einem Eigenkapital von € 90,4 Millionen (plus

5,5 Prozent), einem Jahresüberschuss vor Steuern von € 23,1 Millionen (minus 17,2 Prozent),

einem Return on Equity vor Steuern von 26,2 Prozent (minus 7,4 PP) und einer Cost Income

Ratio von 64,4 Prozent (plus 6,6 PP). Die Mitarbeiterzahl verringerte sich im Jahresdurchschnitt

geringfügig auf 202 Beschäftigte.

Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG)

Der Jahresüberschuss vor Steuern betrug im Berichtsjahr 2010 € 33 Millionen. Der Zinsüberschuss

steuerte € 65 Millionen zum Ergebnis bei und bestand im Wesentlichen aus den

Dividendenerträgen in Höhe von insgesamt € 48 Millionen. Die at-equity bilanzierten Unternehmen

steuerten dazu € 22 Millionen bei. Überdies meldete die Raiffeisen-Leasing einen

Zinsüberschuss in Höhe von € 7 Millionen. Darüber hinaus wurden hier die Erträge aus der

Mindestreserve und die anteiligen Refinanzierungskosten, die von der Raiffeisen Zentralbank

für die Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG) getragen werden, erfasst.

Die Segmentaktiva betrugen € 9,3 Milliarden. Raiffeisen-Leasing steigerte im Berichtsjahr

2010 das Geschäftsvolumen um 2 Prozent überwiegend durch die Aktivitäten der Sparte

Kfz-Leasing.

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug € 44 Millionen und stammte zum Großteil aus den

Dienstleistungen Baumanagement und Fuhrparkmanagement, die neben den klassischen

Leasingfinanzierungen von Raiffeisen-Leasing angeboten werden. Überdies beinhaltete es

Erträge aus der Weiterverrechnung der Kosten der Raiffeisen Zentralbank.

Die Verwaltungsaufwendungen betrugen € 68 Millionen. Sie stammten großteils aus der Raiffeisen-Leasing

und kamen zur Hälfte aus Personalaufwendungen. Des Weiteren wurden hier

die Aufwendungen der Raiffeisen Zentralbank aus den dem Raiffeisensektor zuzurechnenden

Tätigkeiten dargestellt (Marketing, Treasury sowie Bereich Corporate Responsibility).

Die Nettodotierungen zu Risikovorsorgen betrugen € 3 Millionen und entstanden im Rahmen

des Geschäfts in der Raiffeisen-Leasing.

Die übrigen Ergebnisse betrugen minus € 8 Millionen und setzten sich jeweils zu Hälfte aus

der Bewertung von derivativen Instrumenten und Erträgen aus Finanzinvestitionen zusammen.

Überdies entstand aufgrund der Endkonsolidierung einiger Gesellschaften im Leasingbereich

ein Gewinn von € 1 Million.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H.

Die Raiffeisen Bausparkasse ist das Spezialinstitut für Wohnbaufinanzierungen der RBG.

Das in Österreich erfolgreiche Geschäftsmodell des Bausparens wurde 1992 erstmals ins

benachbarte Ausland getragen. Inzwischen geht die Raiffeisen Bausparkasse den Weg der

Internationalisierung konsequent weiter: Sie ist über Tochtergesellschaften in der Slowakei, in

Tschechien, Kroatien und Rumänien erfolgreich tätig.

Laufende Produktentwicklung und -verbesserung und das flächendeckende Distributionsnetz

der RBG, verbunden mit attraktiven Konditionen, haben das Institut zu seiner führenden

Stellung im Bauspargeschäft verholfen.

In Österreich verzeichnete die Raiffeisen Bausparkasse im vergangenen Jahr sowohl im Aktiv-

als auch im Passivbereich eine lebhafte Nachfrage. Mit Baugeldauszahlungen in der Höhe

von € 985 Millionen (plus 3,3 Prozent) wurde die Finanzierungsleistung auf hohem Niveau

gehalten und die Marktführerschaft (31,5 Prozent) behauptet. Zum erfreulichen Ergebnis

trugen sowohl attraktive Konditionen als auch die im Februar gestartete „Energiespardarlehens-Aktion“

bei, die in einer Limited Edition von € 200 Millionen aufgelegt wurde. Positiv

stimuliert wurde die Darlehensnachfrage weiters durch die zu Jahresbeginn 2010 angehobene

Höchstgrenze im Finanzierungsbereich, die eine sofortige Wirkung zeigte.

Der Wunsch nach Sicherheit dominierte

auch 2010 die Anlageentscheidungen.

Davon profitierte die Raiffeisen Bausparkasse,

die mit 314.000 neuen Verträgen ihr Planungsziel

deutlich übertroffen und sich einen

Marktanteil von 30,3 Prozent gesichert hat.

Eine kontinuierliche Steigerung war bei den

Bauspareinlagen zu verzeichnen, die zum

Jahresultimo die 6-Milliarden Euro-Grenze

(plus 3,2 Prozent) und einen Marktanteil von

32,1 Prozent erreichten. Die Ausleihungen

kletterten um 4,1 Prozent auf insgesamt

5,9 Milliarden Euro, der Marktanteil lag bei

33,4 Prozent.

Mit 382.400 neuen Bausparverträgen

fuhren die Tochtergesellschaften in der Slowakei,

in Tschechien, Kroatien und Rumänien

ein gutes Ergebnis ein. Der Vertragsbestand

in diesen Ländern umfasst mittlerweile rund

2,2 Millionen Verträge.

Nach vorläufigen Zahlen belief sich die

Bilanzsumme der nach UBG bilanzierenden

Raiffeisen Bausparkasse auf € 7,2 Milliarden

(2009: € 6,9 Milliarden). Das Eigenkapital

wuchs um € 13,6 Millionen auf € 228,1

Millionen. Das Ergebnis der gewöhnlichen

Geschäftstätigkeit beträgt € 22,3 Millionen,

wodurch ein Return on Equity vor Steuern

von 10,1 Prozent erzielt wurde.

Von der Raiffeisen Bausparkasse wurde 2010 finanziert

Diverses

11,6%

Kauf

25,2%

umbau, renovierung

17,8%

7.000

6.000

5.000

4.000

3.000

2.000

1.000

0

Einlagen und Ausleihungen der Raiffeisen Bausparkasse

in € Millionen

5.843

5.025

2006 2007 2008 2009 2010

bauspareinlagen bauspardarlehen

5.517

5.350

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Raiffeisen Bausparkasse ist auch

in der Slowakei, in Tschechien,

Kroatien und Rumänien tätig.

5.501 5.561

5.811

5.643

5.996

5.876

95

neubau

45,1%


96 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Marktanteile im österreichischen Investmentfonds-Geschäft

rest*

48,0%

Die Raiffeisen KAG ist mit klarem

qualitätsfokus Marktführer.

*Davon 7,9 PP anderer KaGs

der raiffeisen bankengruppe

Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft mbH.

Die Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft (KAG) ist vor 25 Jahren gegründet worden. Ihr

Aufgabengebiet umfasst die Auflage und Verwaltung von Investmentfonds sowohl für institutionelle

als auch für Privatkunden im In- und Ausland. Über die Tochtergesellschaft Raiffeisen

Vermögensverwaltungsbank AG (RW) werden Vermögensverwaltungsprodukte für gehobene

Privat- und Firmenkunden angeboten. Gemeinsam mit den drei hundertprozentigen Töchtern

– neben der RW sind das die 2003 gegründete Raiffeisen Immobilien Kapitalanlage-GmbH,

die offene Immobilien-Investmentfonds anbietet, sowie die für das institutionelle Geschäft im

In- und Ausland zuständige Raiffeisen International Fund Advisory – tritt die Raiffeisen KAG

seit November 2002 unter der Dachmarke Raiffeisen Capital Management auf.

Um sich in einem von starkem Wettbewerb geprägten Markt langfristig behaupten zu können,

hat sich Raiffeisen Capital Management bereits in den 90er Jahren des vergangenen

Jahrhunderts für einen klaren Qualitätsfokus entschieden. Die Fondsgesellschaft konzentriert

sich auf absolute Kernkompetenzen, verfügt über eine strukturierte und klar definierte Investmentphilosophie,

optimiert laufend Investment- und Organisationsprozesse und modernes

Risikomanagement sorgt für einen hohen Grad an Sicherheit bei der Veranlagung. Das dichte

Vertriebsnetz der Raiffeisen Bankengruppe und die Zusammenarbeit mit hervorragenden

internationalen Partnern haben wesentlich zur Marktführerschaft beigetragen. Zahlreiche Auszeichnungen

legen Zeugnis ab für die Top-Leistung von Raiffeisen Capital Management.

Drei Säulen bestimmen die Entwicklung von Raiffeisen Capital Management: das institutionelle

Geschäft, das Publikumsgeschäft und das Auslandsgeschäft. Im Publikumfondsbereich

verwaltete Raiffeisen Capital Management mit Jahresende ein Fondsvolumen von € 12,1

Milliarden, bei den institutionellen Fonds waren es € 17,3 Milliarden, insgesamt somit € 29,4

Milliarden. Davon entfielen € 3,95 Milliarden auf das internationale Geschäft.

Mit einem Marktanteil von 20,2 (2009: 19,7) Prozent ist die Fondsgesellschaft per Ultimo

2010 die unangefochtene Nummer Eins am österreichischen Markt für Investmentfonds. Im

Bereich der Publikumfonds wurde 2010 ein Marktanteil von 17,6 Prozent erreicht, bei institutionellen

Fonds ein solcher von 22,6 Prozent. Nach Gründung des Unternehmens vor bald

25 Jahren war es binnen kurzer Zeit gelungen, die Marktführerschaft zu erobern und bis heute

auszubauen. In den nächsten Jahren soll insbesondere das Auslandsgeschäft von derzeit

rund 13 Prozent auf rund 40 Prozent ausgebaut werden. Dazu soll die Kooperation mit der

Raiffeisen Bank International deutlich intensiviert werden.

raiffeisen

capital Management

20,2%

Mitbewerber 1

18,4%

Mitbewerber 2

13,3%

Die Bilanzsumme verringerte sich auf Basis

von vorläufigen Zahlen um 4,3 Prozent auf

€ 124 Millionen. Das Eigenkapital erhöhte

sich um 8,8 Prozent auf € 32 Millionen. Der

Umsatz stieg um € 29 Millionen; der nach

UGB ermittelte Vorsteuergewinn lag bei

€ 6 Millionen und damit um € 1 Millionen

über dem Wert von 2009. Der Return on

Equity vor Steuern betrug 20,0 Prozent

(2009: 17,6 Prozent).


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Raiffeisen evolution project development GmbH

Die Aufgabe der Raiffeisen evolution (RE), einer gemeinsamen Tochtergesellschaft der

Raiffeisen-Gruppe und der Strabag, liegt in der Entwicklung von Immobilien. Geografisch

konzentrieren sich die Aktivitäten vor allem auf Österreich sowie Zentral- und Osteuropa

(CEE). Neben ihrem Hauptsitz in Wien ist das Unternehmen mit eigenen Niederlassungen in

Ungarn, Polen, der Tschechischen Republik, in der Slowakei, Serbien, Rumänien, Bulgarien,

Russland und in der Ukraine vertreten.

Geschäftspolitisch wird vor allem der persönlichen Betreuung und Beratung der Auftraggeber

eine entsprechend hohe Bedeutung beigemessen. In den osteuropäischen Märkten war im

abgelaufenen Geschäftsjahr eine leichte Erholung nach der Wirtschaftskrise zu spüren, so

dass bereits entwickelte Gewerbeprojekte auch verkauft werden konnten. In Polen wurde im

Dezember 2010 das Retail-Projekt Ferio Konin, das mit über 60 Geschäften größte Shopping

Center in Konin, an einen englischen Investmentfonds verkauft. Auch am rumänischen Markt

stellte RE eine Entspannung fest und in Russland wurde mit dem Bau eines Bürogebäudes

begonnen. In Österreich hat sich die Entwicklung von hochwertigen Wohnungsprojekten in

Wien und Graz als äußerst attraktives und ertragreiches Feld erwiesen.

So beispielsweise das Wohnprojekt „Park Lane Apartments“ im zweiten Wiener Gemeindebezirk:

von den dort 222 frei finanzierten Eigentumswohnungen waren bereits vor Fertigstellung

rund 95 Prozent verkauft. Oder im 22. Wiener Gemeindebezirk das Projekt „Trondheimgasse

2a“, bei dem erstmalig alle drei von RE entwickelten Wohnkonzepte realisiert wurden.

Damit stellt dieses Projekt eine Verbindung von modernem, barrierefreien Wohnen in der

Gegenwart mit größtmöglicher Flexibilität sowohl für jung und alt dar.

Per 31.12.2010 lag das Projektvolumen der RE bei mehr als € 1,6 Milliarden. Das entspricht

einer jährlichen Durchschnittsleistung von ca. € 300 Millionen.

Raiffeisen Leasing GmbH

Die Raiffeisen-Leasing, seit über 40 Jahren erfolgreich im In- und Ausland tätig, betreut sowohl

Privat- als auch Firmenkunden und Kommunen. Ihre Angebotspalette beinhaltet sämtliche

Formen des Kfz-, Mobilien- und Immobilien-Leasing, umfassende Dienstleistungen wie Bau-

und Fuhrparkmanagement sowie Bauträgergeschäfte, Betreibermodelle und Contracting.

Zusätzlich zu den klassischen Leasingfinanzierungen hat sich das Unternehmen in den letzten

Jahren verstärkt dem Thema der erneuerbaren Energien zugewandt. In diesem Segment

zählt es bereits zu den größten Investoren in Österreich. Die Palette der finanzierten Projekte

reicht von Windkraftanlagen über Biotreibstoff-, Biomasse- sowie Photovoltaikanlagen bis hin

zur Wasserkraft. Darüber hinaus engagiert sich die Raiffeisen-Leasing für den Einsatz ökologischer

Antriebe bei Fahrzeugen.

Ein wesentlicher Fokus lag 2010 in der Forcierung der Elektromobilität. Neben der Verbreitung

der E-Mobilität in der Bevölkerung gibt es drei weitere strategische Ziele, die von der Raiffeisen-Leasing

verfolgt werden. Erstens die Umsetzung von E-Mobilität für Fremdenverkehrsregionen

sowie für den innerstädtischen Verkehr. Dabei sollen Verkehrssysteme und Bikesharing

für Wohnhausanlagen zum Einsatz kommen. Zweitens werden gemeinsam mit Stromversorgern

und Automobilhändlern kombinierte Produkte entwickelt, um Autos für Gewerbebetriebe und

Privatkunden in Kombination mit einem Ökostrompaket anbieten zu können. Und drittens werden

auch für Kommunen und Städte entsprechende Produktpakete geschnürt.

Um der Rolle als Vorreiter im Bereich der E-Mobilität gerecht zu werden, ist die Raiffeisen-

Leasing Mitglied der Austrian Mobile Power (AMP), nimmt am Projekt EmporA teil und arbeitet

darüber hinaus mit allen großen Energieversorgern in Österreich zusammen. Die AMP ist eine

RZB Geschäftsbericht 2010

Erfolgreich realisierte Wohnprojekte

in Österreich.

Raiffeisen Leasing forciert

Elektromobilität.

97


98 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Der Marktanteil in Österreich

beträgt rund 12 Prozent.

17 Prozent Marktanteil bereits

im zweiten vollen Geschäftsjahr

erreicht.

Plattform österreichischer Spitzenunternehmen aus Energiewirtschaft, Industrie und Forschung

mit dem Ziel, Österreich ins Zeitalter der Elektromobilität zu führen. Beim Projekt EmporA,

einem grenzüberschreitenden Gesamtsystem, steht die CO 2 -Reduktion im Vordergrund.

Die Raiffeisen-Leasing hat darüber hinaus die Plattform www.rl-mobil.at ins Leben gerufen, um

die E-Mobilität erlebbar und testbar zu machen. Auf dieser Homepage können Interessierte

Informationen anfordern und seit Dezember 2010 Probefahrten für den elektrisch betriebenen

Citroen C-Zero reservieren. Ziel ist es, im Laufe des Jahres 2011 rund 600 Elektroautos im

Inland zu vertreiben.

Ein weiterer Schwerpunkt im abgelaufenen Geschäftsjahr lag in der Bestandskundenpflege.

Ziel war es, gemeinsam mit den Kunden Strategien zur Bewältigung von allfällig auftretenden

Problemen zu entwickeln und damit Partnerschaften für die Zukunft zu festigen.

In Österreich erzielte die Raiffeisen-Leasing 2010 nach vorläufigen Zahlen ein Neugeschäft

inklusive Cross-Border-Finanzierungen von € 732,4 Millionen und steigerte damit das Volumen

gegenüber dem Vorjahr um 2 Prozent. Dieses Volumen entspricht einem Marktanteil von

11,9 Prozent und bedeutet den zweiten Marktrang. Vom Gesamtvolumen entfielen auf die

Sparte Kfz-Leasing € 323 Millionen (plus 11 Prozent), auf Mobilien-Leasing € 163 Millionen

(minus 7 Prozent) und auf Immobilien-Leasing inklusive Eigenprojekte € 246 Millionen (minus

4 Prozent). Das aushaftende Kapital des Inlands-Vertragsbestandes erreichte mit Jahresultimo

ein Volumen von rund € 3,6 Milliarden bei 51.357 Leasingverträgen (2009: € 3,6 Milliarden

bei 47.314 Leasingverträgen).

Das Eigenkapital der gesamten Raiffeisen-Leasing Gruppe betrug zum Jahresultimo 2010

€ 62,1 Millionen (2009: € 82,2 Millionen). Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit

ergab einen Verlust von € 16,2 Millionen. Der Return on Equity vor Steuern lag im

abgelaufenen Geschäftsjahr bei minus 19,7 Prozent (2009: minus 17,2 Prozent).

In Österreich waren per 31.12.2010 insgesamt 363 Mitarbeiter im Unternehmen tätig. Vor

dem Hintergrund der noch zurückhaltenden Investitionsneigung der Unternehmen erwirtschaftete

die Raiffeisen-Leasing in ihren Niederlassungen in Deutschland, Italien, der Schweiz,

Schweden und Finnland mit insgesamt 17 Mitarbeitern ein Neugeschäftsvolumen in Höhe

von rund € 107 Millionen.

Raiffeisen Factor Bank AG

Die seit April 2008 bestehende Raiffeisen Factor Bank kauft Kundenforderungen von mittelständischen

Unternehmen, verhilft damit diesen zu höherer Liquidität und übernimmt allenfalls

auch das Ausfallsrisiko der Debitoren. Im Jahr 2010 hat sie die Basis für die Aufnahme des

internationalen Geschäfts gelegt. Im Rahmen der „International Factors Group“, einer weltweiten

Vereinigung von 154 Factoringgesellschaften, wird ab 2011 das Import- und Exportgeschäft

aufgebaut.

Die Entwicklung des österreichischen Factoringmarktes war im vergangenen Jahr erfreulich:

mit einer Steigerung des angekauften Forderungsvolumens um 25 Prozent wurde ein Gesamtforderungsvolumen

von € 8,3 Milliarden erreicht. Die Raiffeisen Factor Bank hat ihr Forderungsvolumen

um 46 Prozent auf € 1,4 Milliarden erhöht und ist im zweiten vollen Geschäftsjahr

zu einem Marktanteil von 17 Prozent gekommen.

Im internationalen Vergleich ist der Factoringmarkt in Österreich noch ausbaubar. Mit bloß

2,3 Prozent vom BIP hinkt Österreich dem europäischen Durchschnitt (rund 6 Prozent) nach.

An der in den nächsten Jahren zu erwartenden Ausweitung des österreichischen Factoringmarktes

will die Raiffeisen Factor Bank entsprechend partizipieren und ihren Marktanteil

mittelfristig auf das Sektorniveau im KMU-Bereich angleichen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Das Volumen der angekauften Forderungen

der Raiffeisen Factor Bank lag 2010 bei

€ 1,4 Milliarden, was ein Wachstum von

mehr als € 420 Millionen oder 46 Prozent

gegenüber 2009 bedeutet. Diese Entwicklung

spiegelt sich auch in der Bilanzsumme

des Unternehmens wider, die per Ende 2010

knapp € 80 Millionen betrug. Das Betriebsergebnis

ist mit rund € 215.000,– erstmals

positiv, die Cost/Income-Ratio liegt bei

knapp 95 Prozent. Infolge der notwendigen

Wertberichtigungen, mit denen auch die

Raiffeisen Factor Bank konfrontiert war, wird

sich der voraussichtliche Jahresverlust auf

ca. € 2 Millionen belaufen. Von den

25 Mitarbeitern per Jahresende 2010 sind

alle in Österreich tätig.

Raiffeisen Wohnbaubank AG (RWBB)

Die RWBB (Aktionäre sind neben der Raiffeisen Zentralbank Österreich AG und der Raiffeisen

Bausparkasse Ges.m.b.H. alle acht Landeszentralen der Raiffeisenbanken in Österreich) ist

eine im Jahre 1994 gegründete Spezialbank, die auf Basis des Bundesgesetzes über steuerliche

Sondermaßnahmen zur Förderung des Wohnbaus steuerlich begünstigte Wohnbauanleihen

begibt. Die Emissionserlöse der RWBB werden an deren Aktionäre weitergeleitet,

die ihrerseits diese Emissionserlöse in Form von Krediten an ihre Kunden sowie an Institute der

Raiffeisen Bankengruppe weitergeben. Die Verwendung der Anleiheerlöse zur Finanzierung

von Wohnraum schaffenden Projekten ist vom Gesetzgeber vorgegeben, um der Wohnungswirtschaft

günstige Geldmittel zur Verfügung zu stellen. Nachdem die ersten vier Prozent

der Kuponzahlung KESt-befreit sind, profitiert der Anleger im Vergleich zu herkömmlichen

Anleihen von einer höheren Netto-Rendite.

Zur optimalen Nutzung der Platzierungskraft der gesamten Raiffeisen Bankengruppe begibt

die RWBB nunmehr seit mehreren Jahren auch Wandelschuldverschreibungen für ihre

Partnerbanken im Rahmen eines Treuhandmodells. Mit einem platzierten Emissionsvolumen

von € 171 Millionen (Eigen- und Treuhandemissionen) hat die RWBB trotz des schwierigen

Marktumfeldes im Jahr 2010 einen wichtigen Beitrag als Partner für die Refinanzierung von

Wohnbauprojekten der Raiffeisen Bankengruppe geleistet.

Die Geschäftsabwicklung der RWBB erfolgt durch Mitarbeiter der Raiffeisen Zentralbank

Österreich AG, der Raiffeisen Bank International AG und der Raiffeisen Bausparkasse

Ges.m.b.H. Das nach UGB-Bestimmungen bilanzierende Institut weist per Ende 2010 nach

vorläufigen Zahlen eine Bilanzsumme von € 2.033 Millionen (2009: € 1.871 Millionen), anrechenbare

Eigenmittel von € 5,82 Millionen (2009: € 5,78 Millionen) und ein EGT von

€ 0,99 Millionen (2009: € 0,92 Millionen) aus. Daraus resultiert ein ROE vor Steuern von

14,97 Prozent (2009: 14,07 Prozent).

card complete Service Bank AG

Marktanteile im österreichischen Factoring-Geschäft 2010

Mitbewerber 4

5%

Mitbewerber 3

13%

raiffeisen factor bank

17%

Mitbewerber 2

21%

Seit über einem Viertel Jahrhundert prägt die card complete Service Bank AG – ehemals

VISA Service Kreditkarten AG – die Entwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs in

Österreich maßgeblich mit. Das Unternehmen vereint alle Elemente des bargeldlosen Zahlens

– von der Produktentwicklung über Akzeptanzgeräte bis zu Abwicklungssystemen – unter

einem Dach. Neben Produkten von VISA werden den Vertragspartnern auch andere Marken

wie MasterCard oder LCB angeboten.

RZB Geschäftsbericht 2010

Die RWBB hat mit einem platzierten

Emissionsvolumen von € 171

Millionen einen wichtigen Beitrag

für Wohnbaufinanzierung

geleistet.

99

Mitbewerber 1

44%


100 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

1,1 Millionen Karteninhaber und

100.000 Akzeptanzstellen.

Die Valida Pension AG verwaltet

die meisten Verträge der überbetrieblichen

Pensionskassen

in Österreich.

card complete feierte im abgelaufenen Jahr sein 25-jähriges Bestehen mit der bisher größten

Erweiterung des Kreditkartenportfolios auf Classic, Gold NEU und Platinum. Gemeinsam mit

den Austrian Airlines, Airplus und MasterCard bietet card complete seit Dezember 2010 die

neue Austrian Miles & More-Kreditkarte an. Alle bestehenden und alle neuen Produkte werden

von card complete in bewährter Weise über Partnerbanken und im Internet angeboten.

2010 erzielte card complete mit mehr als 1,1 Millionen Karteninhabern und rund 100.000

Akzeptanzstellen einen Gesamtumsatz von € 8,5 Milliarden. Das entspricht einer Steigerung

um 15 Prozent im Jahresvergleich. Ein großer Teil des Geschäftserfolgs basiert auf der positiven

Entwicklung bei den Vertragspartnern, bei denen eine Umsatzsteigerung von 18 Prozent

erreicht wurde. Im Kartengeschäft wurde mit den VISA- und MasterCard-Produkten ein Umsatzplus

von 12 Prozent erwirtschaftet.

Valida Vorsorge Management

Die Valida Vorsorge Management ist das Kompetenzzentrum der Raiffeisen Bankengruppe

und der UNIQA Versicherungen für moderne, ganzheitliche und zukunftsorientierte Lösungen

der betrieblichen Vorsorge. Sie umfasst die Valida Holding AG, die Valida Pension AG inklusive

ihrer hundertprozentigen Tochter BAV Pensionskassen AG sowie die Valida Plus AG und

die Valida Consulting GesmbH. Die Gruppe beschäftigte zum Jahresultimo 2010 rund

180 Mitarbeiter (Vollzeitäquivalent).

Die Schwerpunkte der Valida Vorsorge Management im vergangenen Jahr bilden der

Markenlaunch, die Finalisierung der Unternehmensstrategie, die Intensivierung des Aktionärsvertriebes

sowie die Entwicklung neuer Produkte. So brachte die Valida Consulting GesmbH

das Vorsorge-Gutachten auf den Markt, bei dem Versicherungsmathematiker detailgenaue

Berechnungen über künftig zu erwartende Pensionsleistungen aus staatlicher, betrieblicher

und privater Vorsorge, bezogen auf die spezifisch individuelle Kundensituation, erstellen. Und

mit der Comfort Pension entwickelte die Valida Pension AG ein neues Pensionskassenprodukt,

das speziell auf die Anforderungen von Kleinstbetrieben und Freiberuflern zugeschnitten ist.

Mit rund 5.300 Verträgen ist die Valida Pension AG die vertragsstärkste überbetriebliche

Pensionskasse Österreichs und positioniert sich auch im Bereich des verwalteten Vermögens

mit über € 3,7 Milliarden im Spitzenfeld. Die Valida Plus AG nimmt mit einem verwalteten

Vermögen von € 817 Millionen und rund 1,3 Millionen Begünstigten in der Mitarbeiter- und

Selbständigenvorsorge ebenfalls eine führende Marktposition ein.

Bei der Performance liegt die Valida Plus mit einem Wert von 3,4 Prozent besser als der

Marktdurchschnitt. Die Valida Pension liegt mit 5,15 Prozent leicht unter dem Branchendurchschnitt,

zählt aber im langjährigen Vergleich zu den Spitzenreitern der überbetrieblichen

Pensionskassen.

PayLife Bank GesmbH

Das auf das Kartengeschäft spezialisierte Unternehmen steht im Besitz österreichischer

Banken und ist seit 30 Jahren in Österreich Marktführer für das Bezahlen mit Karte. Neben

der Servicierung und Ausgabe der Zahlungskarten VISA, MasterCard, Maestro, Quick und

Prepaid, von denen mehr als 9,9 Millionen in Umlauf sind, bietet das Unternehmen die Bankomat-Kasse

für alle Branchen und den Bankomat-Service für alle österreichischen Karteninhaber

an. Jährliche Steigerungen bei den Kartenzahlen, Transaktionen und Umsätzen zeigen,

dass die Nutzung von Zahlungskarten nach wie vor zunimmt. 2010 übertraf die Anzahl der

Transaktionen über alle PayLife-Produkte und -Services die 1 Milliarden-Schwelle.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Erweitert wurde im abgelaufenen Jahr die Produkt- und Dienstleistungspalette: Der Einsatz

des Maestro Allrounder, einer Prepaid-Karte, die bereits zur bargeldlosen Entlohnung der

Präsenzdiener verwendet wird, wurde auf die bargeldlose Bevorschussung des Arbeitslosengeldes

beim Wiener AMS erweitert. Und mit der Shopping Card de Luxe, einer einmalig

aufladbaren Prepaid-Karte, kann in den Geschäften der Shopping City Süd und im Donauzentrum

eingekauft werden.

Für das Bankomat-System wurde eine neue Oberfläche entwickelt, mit moderner Optik,

einfacher Bedienung und größerer Transaktionsgeschwindigkeit, wobei aber die Funktionen

der Bankomaten an der gewohnten Stelle geblieben sind. Und die Umstellung des österreichischen

Handels, des Dienstleistungssektors und der Gastronomie auf eine neue Generation

der PayLife Bankomat-Kasse, die sicherer, schneller, besser bedienbar und günstiger im Betrieb

ist und dem ab 1.1.2011 gültigen SEPA (Single Euro Payments Area) Anforderungen für

Terminals voll und ganz entspricht, wurde vergangenes Jahr vollendet.

Insgesamt wurden 2010 mit von PayLife servicierten Karten 544 Millionen Transaktionen mit

einem Umsatzvolumen von über € 40 Milliarden getätigt. Für das zukünftige Wachstum erwartet

sich PayLife bis zu zweistellige jährliche Zuwachsraten. Derzeit wird der Einzelhandel

in Österreich zu 40 Prozent bargeldlos abgewickelt, in fünf bis zehn Jahren könnten es schon

70 Prozent sein.

UNIqA Versicherungen AG

1999 wurde die Marke „UNIQA“ auf dem österreichischen Markt eingeführt. Heute, nach

etwas mehr als einem Jahrzehnt, präsentiert sich die UNIQA Group Austria als eine der

führenden Versicherungsgruppen Mitteleuropas. Erfolgreich vereint sie dabei österreichische

Identität mit europäischem Format.

Die Gruppe betreibt unter dem Dach der

börsenotierten UNIQA Versicherungen AG

alle Sparten des Versicherungsgeschäfts auf

allen Vertriebswegen. Neben Österreich ist

die Gruppe in 20 weiteren Märkten Mittel-

und Osteuropas erfolgreich aktiv. Dabei

verfolgt UNIQA zwei unterschiedliche

Strategien: im westlichen Mitteleuropa wie

Italien, Schweiz, Liechtenstein und Deutschland

hat die UNIQA Gruppe eine klare Zielgruppenstrategie

mit Produktspezialitäten für

spezifische Kundensegmente und Nischen.

1.671

Im östlichen Mitteleuropa hat sich UNIQA

erfolgreich als Allspartenversicherer

0

positioniert. Die Zielsetzung im gesamten

östlichen Mitteleuropa ist eine einheitliche

Markenpolitik. Beim Ausbau in Ost- und

Südosteuropa unterstützen und ergänzen

UNIQA und die Raiffeisen Bankengruppe einander im Rahmen einer „Preferred Partnership“

und beschreiten dabei neue Wege im Bereich der Bankassurance. 2010 wuchs das verrechnete

Prämienvolumen der UNIQA Gruppe nach vorläufigen Zahlen um 8,4 Prozent auf

€ 6.219 Millionen. Die internationalen Gesellschaften trugen dazu € 2.389 Millionen bei.

Der internationale Anteil am Prämienvolumen der Gruppe betrug daher 2010 38,4 Prozent. In

Österreich konnten die verrechneten Prämien 2010 auf € 3.830 Millionen gesteigert werden.

Die UNIQA Gruppe wird für das Jahr 2010 nach vorläufigen Zahlen ein Ergebnis vor Steuern

von rund € 135 bis 140 Millionen ausweisen.

7.000

6.000

5.000

4.000

3.000

2.000

1.000

Entwicklung des verrechneten Prämienvolumens der UNIqA Group Austria

in € Millionen*

5.091

5.276

1.758

RZB Geschäftsbericht 2010

Neue Oberfläche für das

Bankomat-System.

5.765 5.739

2.186

1.966

2006 2007 2008 2009 2010

internationaler anteil *inklusive der sparanteile aus der fond- und indexgebundenen lebensversicherung.

6.219

2.389

101


102 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

100 Niederlassungen in

28 Ländern.

Garantiert hoher Sicherheitsstandard.

Raiffeisen Informatik GmbH

Raiffeisen Informatik serviciert die Raiffeisen Bankengruppe seit über 40 Jahren in allen IT-Belangen

und bietet ihre IT-Dienstleistungen auch zahlreichen Großkunden im In- und Ausland

an. Das Portfolio reicht dabei von IT Operations über Outsourcing, Security Services, IT &

Software Consulting, Output Services, Data Center Services und Software Licence Management

bis hin zum Client Management.

Seit der Übernahme der deutschen PC-WARE Information Technologies AG im Jahr 2008 ist

Raiffeisen Informatik der größte österreichische IT-Anbieter. Der Raiffeisen Informatik Konzern

ist mit seinen Tochterunternehmen in 28 Ländern mit über 100 Niederlassungen erfolgreich

tätig. Damit können auch jene Kunden, die über Niederlassungen im Ausland verfügen, ihre

Services vor Ort von Raiffeisen Informatik beziehen.

Der Raiffeisen Informatik Konzern mit seinen rund 2.800 Mitarbeitern blickt auf ein sehr erfolgreiches

Geschäftsjahr mit einem erwirtschafteten Umsatz von rund 1,3 Milliarden Euro zurück.

Das Unternehmen ist als erfolgreicher IT Services und Software Konzern positioniert und verzeichnete

im Berichtsjahr in diesen beiden Konzernsegmenten ein Wachstum von 11,76 Prozent.

Zahlreiche Neukunden wie z. B. die Europäische Kommission, Peek & Cloppen burg, SAAB,

Aeroflot Russland, Bundesbeschaffung GmbH Österreich, die österreichischen Bundesbahnen

(ÖBB), OMV, VERBUND, LIBRO/Pagro sowie die österreichischen Lotterien konnten gewonnen

werden.

Notartreuhandbank AG

Die Notartreuhandbank ist das von der Österreichischen Notariatskammer zertifizierte Geldinstitut,

das den österreichischen Notaren den für sie geeigneten Service sowie die in den

Treuhandrichtlinien verlangte Sicherheit bei der Verwaltung von Treuhandgeldern bietet. 1996

gegründet, kooperieren heute alle 496 Notariate Österreichs mit der Notartreuhandbank.

Die Bank selbst gehört zu 49 Prozent der Österreichischen Notariatskammer, zu 26 Prozent

der RZB und zu 25 Prozent der Unicredit Bank Austria.

Die spezielle Konzeption der Notartreuhandbank und ihr hoher Sicherheitsstandard garantieren

reibungslose Abläufe und zufriedene Kunden. 16 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter stehen

für Anfragen im EDV-Bereich und für das Bankgeschäft zur Verfügung.

2010 verwaltete die Notartreuhandbank im Jahresdurchschnitt auf rund 63.600 Treuhandgeldkonten

ein Volumen von € 946 Millionen. Zum Jahresultimo betrug die Bilanzsumme

€ 1.083,4 Millionen.

Weitere Beteiligungen

Im Berichtsjahr 2010 betrug der Jahresüberschuss vor Steuern € 34 Millionen.

Der Zinsüberschuss steuerte € 19 Millionen zum Ergebnis bei und stammte überwiegend aus

Dividendenerträgen aus at-equity bilanzierten Unternehmen in Höhe von € 12 Millionen,

darunter im Wesentlichen der Leipnik-Lundenburger Industrie AG, sowie aus Dividenerträgen

diverser weiterer Beteiligungen. Darüber hinaus wurden hier die anteiligen Refinanzierungskosten,

die von der Raiffeisen Zentralbank getragen wurden, erfasst.

Das sonstige betriebliche Ergebnis betrug € 36 Millionen. Darin waren überwiegend Erträge aus

Nichtbankenaktivitäten, die mit der Gebäudevermietung in Zusammenhang standen, enthalten.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Verwaltungsaufwendungen erreichten € 34 Millionen, davon entfielen € 20 Millionen

auf Sachaufwendungen, die überwiegend im Zusammenhang mit der Gebäudeverwaltung

standen. Überdies wurden hier Kosten, welche aus der Gestionierung der Beteiligungen in

der Raiffeisen Zentralbank entstanden waren, ausgewiesen.

Die übrigen Ergebnisse wiesen ein Ergebnis aus Finanzinvestitionen in Höhe von € 13 Millionen

aus dem Verkauf des knapp 10 Prozent Anteils an der Oesterreichischen Nationalbank AG aus.

Leipnik-Lundenburger Invest Beteiligungs AG (LLI)

LLI ist eine Holdinggesellschaft, deren Portfolio auf strategische Beteiligungen in den Segmenten

„Mehl & Mühle“ und „Vending“ fokussiert. Das Segment „Mehl & Mühle“ fasst unter

dem Dach der LLI Euromills die Mehrheitsbeteiligungen an Mühlenunternehmen in sieben

Ländern und damit die größte Mühlengruppe Europas zusammen. Insgesamt werden an 31

Standorten rund 3,2 Millionen Tonnen Getreide zu Mehl vermahlen. Das Segment „Vending“

(café+co International Holding GmbH) umfasst alle Geschäftsaktivitäten im Zusammenhang

mit Automatencatering für Heißgetränke und Verpflegung. Die Tochtergesellschaften der LLI

sind europaweit aktiv, mit dem Schwerpunkt in Österreich, Deutschland sowie in zahlreichen

Ländern Ost- und Südosteuropas. Abgerundet wird das Beteiligungsportfolio durch Minderheitsbeteiligungen

an Unternehmen aus den Bereichen Zucker, Agrarrohstoffe, Energie, Bau

und Casinos.

Das Segment „Mehl & Mühle“ erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2009/10 (vom 1.10.2009

bis 30.9.2010) Umsatzerlöse in Höhe von € 755,7 Millionen. Das entspricht einem Rückgang

um 12,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Der Grund dafür liegt in den bis Anfang Juli 2010

vorherrschenden, im Vergleich zum Vorjahr niedrigeren Mehlpreisen. Das EBIT der Euromills

Gruppe war mit minus € 8,7 Millionen negativ. Verantwortlich dafür zeichneten zusätzlich getroffene

Vorsorgen für die laufenden Kartellverfahren in Ungarn sowie gegen die VK Mühlen

AG in Deutschland. Dazu kam es operativ zu einem deutlichen Ergebnisrückgang als Folge

gesunkener Margen: die Mehlpreise verblieben im Verlauf des Jahres auf einem Tiefstniveau,

während die Weizenpreise aufgrund geringerer Erntemengen stark anstiegen. Diese Entwicklung

der Rohstoffpreise war zum größten Teil überraschend, weil ursprünglich von einem guten

Erntejahr auszugehen war. Die Erwartungen wurden durch eine extreme Schlechtwetterlage

im Sommer in den europäischen Anbaugebieten und den durch die Waldbrandkatastrophe

verursachten Weizenexportstopp aus Russland nicht erfüllt.

Das Segment „Vending“ erzielte im Geschäftsjahr 2009/10 in einem gesamtwirtschaftlich

überaus herausfordernden Umfeld ein Umsatzwachstum um plus 5,6 Prozent und in Summe

Umsatzerlöse von € 126,1 Millionen. Der Geschäftsverlauf der café+co Gruppe wird wesentlich

durch die Anzahl der aufgestellten Automaten und deren Frequenz beeinflusst. Geringere

Beschäftigtenzahlen bei zahlreichen Großkunden führten zu einem Nachfragerückgang bei

bestehenden Kunden.

Dieser Entwicklung wurde mit einem starken Neukundengeschäft, das aus der Forcierung der

Premium-Linie „café+co bar“ und einer Qualitätsoffensive resultiert, sehr erfolgreich entgegengewirkt.

Die Anzahl der servicierten Automaten erhöhte sich von 46.000 auf 48.000. Im

Segment „Vending“ wird ein im Vorjahresvergleich um 1,4 Prozent geringeres EBIT von € 17,6

Millionen ausgewiesen, im Vergleich zur Umsatzentwicklung ist der Rückgang vorwiegend

auf deutlich gestiegene Materialaufwendungen sowie auf höhere Abschreibungen und Personalaufwendungen

zurückzuführen.

Im Geschäftsjahr 2009/10 belief sich der Konzernumsatz auf € 882,1 Millionen und das

Vorsteuerergebnis auf rund € 26,8 Millionen. Die Bilanzsumme des nach IFRS bilanzierenden

LLI-Konzerns stieg auf € 1.267 Millionen (2008/09: € 1.179 Millionen). Der Return on Equity

vor Steuern lag bei 4,1 Prozent (2008/09: 12,0 Prozent). Zum Bilanzstichtag beschäftigte

die LLI in den vollkonsolidierten Beteiligungen der Segmente Mehl & Mühle und Vending

3.640 Mitarbeiter, davon 550 in Österreich.

RZB Geschäftsbericht 2010

Niedrige Mehlpreise waren für

Umsatzrückgang verantwortlich.

„café+co bar“ belebt Neukundengeschäft.

103


Spitzeninstitut

Vergangenheit Zukunft

Erfahrung Weitblick

Konzern-Jahresabschluss

Bilanz und Erfolgsrechnung

Weltweite Geschäfte

Lagebericht Segmentberichte


106 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

KonZernabschluss

Gesamtergebnisrechnung

Erfolgsrechnung

in € Tausend Anhang 2010 2009 Ver änderung

Zinserträge 6.446.936 7.469.523 –13,7%

Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 33.456 91.698 –63,5%

Zinsaufwendungen –2.851.741 –4.099.615 –30,4%

Zinsüberschuss (2) 3.628.651 3.461.606 4,8%

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen (3) –1.197.730 –2.246.639 –46,7%

Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 2.430.921 1.214.967 100,1%

Provisionserträge 1.755.100 1.685.030 4,2%

Provisionsaufwendungen –263.206 –263.264 0,0%

Provisionsüberschuss (4) 1.491.894 1.421.766 4,9%

Handelsergebnis (5) 322.649 418.495 –22,9%

Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten und

designierten Verbindlichkeiten

(6) –88.041 172.441 –151,1%

Ergebnis aus Finanzinvestitionen (7) 145.360 309.806 –53,1%

Verwaltungsaufwendungen (8) –3.069.145 –2.794.642 9,8%

Sonstiges betriebliches Ergebnis (9) 52.439 80.285 –34,7%

Ergebnis aus Endkonsolidierungen (10) 6.051 1.052 475,2%

Jahresüberschuss vor Steuern 1.292.128 824.170 56,8%

Steuern vom Einkommen und Ertrag (11) –123.884 –253.547 –51,1%

Jahresüberschuss nach Steuern 1.168.244 570.623 104,7%

Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile –454.580 –137.251 231,2%

Konzern-Jahresüberschuss 713.664 433.372 64,7%

Überleitung zum Gesamtergebnis

Gesamt Eigenanteil Fremdanteil

in € Tausend 2010 2009 2010 2009 2010 2009

Jahresüberschuss nach Steuern 1.168.244 570.624 713.664 433.372 454.580 137.252

Währungsdifferenzen

Absicherung Nettoinvestition

188.710 –253.888 141.566 –181.296 47.144 –72.592

(Capital Hedge)

–11.332 –15.337 –8.898 –11.923 –2.434 –3.414

Cash-Flow Hedge

Eigenkapitalveränderungen in

38.579 43.853 30.292 40.435 8.287 3.418

at-equity bewerteten Unternehmen 11.576 –98.041 7.341 –91.404 4.235 –6.637


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

107

Gesamt Eigenanteil Fremdanteil

in € Tausend 2010 2009 2010 2009 2010 2009

Bewertungsänderungen zur Veräußerung

verfügbarer finanzieller

Vermögenswerte (AfS)

Latente Steuern auf direkt im Eigen-

315 9.296 –1.863 6.929 2.178 2.367

kapital erfasste Ergebnisse –7.680 –6.396 –7.680 –5.038 0 –1.358

Sonstiges Ergebnis 220.167 –320.513 160.757 –242.297 59.410 –78.216

Gesamtergebnis 1.388.411 250.110 874.421 191.074 513.990 59.036

Sonstiges Ergebnis

Als Capital Hedge werden Kurssicherungsgeschäfte für Investitionen in wirtschaftlich selb ständige Teileinheiten ausgewiesen.

Als Eigenkapitalveränderungen in at-equity bewerteten Unternehmen sind die der RZB anteilig zurechenbaren, im Sonstigen Ergebnis zu

erfassenden Ergebnisse dargestellt; diese stammen unter anderem aus der Bewertung von zur Veräußerung verfügbaren Vermögenswerten,

der Währungsumrechnung und Anteilsverschiebungen bei at-equity bewerteten Unternehmen.

Die erfolgsneutralen Bewertungsänderungen der zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte (AfS-Bestand) resultieren

aus Wertpapieren und Beteiligungen.

Gewinnrücklagen

Die Entwicklung der in den Gewinnrücklagen gebuchten Posten stellt sich wie folgt dar:

Währungs- Capital Cash-Flow AfSin

€ Tausend

differenzen Hedge Hedge Rücklage

Stand 1.1.2009 –761.075 64.626 –33.119 31.077

Nettoveränderungen im Geschäftsjahr –181.296 –11.923 40.435 6.929

Stand 31.12.2009 –942.371 52.703 7.316 38.006

Reorganisationseffekt –67.412 –11.321 –9.761 –2.095

Stand 1.1.2010 –1.009.783 41.382 –2.445 35.911

Nettoveränderungen im Geschäftsjahr 141.566 –8.898 30.292 –1.863

Stand 31.12.2010 –868.217 32.484 27.846 34.048

Im Posten Reorganisationseffekt ist der aus der Verschmelzung der Hauptgeschäftsbereiche der RZB mit der Raiffeisen International

resultierende Effekt dargestellt.

Gewinn je Aktie

in € Anhang 2010 2009 Ver änderung

Gewinn je Aktie (12) 121,7 36,5 85,3

Der Gewinn je Aktie errechnet sich aus dem bereinigten Konzern-Jahresüberschuss (nach Abzug der Vorzugsdividende und der Dividende

auf das Partizipationskapital) und der durchschnittlichen Anzahl der im Umlauf befindlichen Stammaktien. Es waren keine Wandel- oder

Optionsrechte im Umlauf, eine Verwässerung des Gewinns je Aktie fand daher nicht statt.


108 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Erfolgsentwicklung

Periodenergebnisse

in € Tausend H1/2009 H2/2009 H1/2010 H2/2010

Zinsüberschuss 1.792.006 1.669.600 1.790.100 1.838.551

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen –1.267.033 –979.606 –608.300 –589.430

Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 524.973 689.993 1.181.800 1.249.121

Provisionsüberschuss 688.732 733.033 715.000 776.894

Handelsergebnis 266.302 152.193 181.100 141.549

Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten und

designierten Verbindlichkeiten

141.906 30.535 –135.000 46.959

Ergebnis aus Finanzinvestitionen 161.499 148.308 52.700 92.660

Verwaltungsaufwendungen –1.390.741 –1.403.901 –1.467.800 –1.601.345

Sonstiges betriebliches Ergebnis 69.656 10.630 13.800 38.639

Ergebnis aus Endkonsolidierungen 1.009 43 4.900 1.151

Periodenüberschuss vor Steuern 463.337 360.833 546.600 745.528

Steuern vom Einkommen und Ertrag –222.046 –31.500 –59.200 –64.684

Periodenüberschuss nach Steuern 241.290 329.333 487.400 680.844

in € Tausend H1/2007 H2/2007 H1/2008 H2/2008

Zinsüberschuss 1.313.514 1.628.705 1.733.461 2.276.849

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen –150.531 –157.056 –199.713 –950.780

Zinsüberschuss nach Kreditrisikovorsorgen 1.162.983 1.471.649 1.533.747 1.326.069

Provisionsüberschuss 699.272 816.399 842.901 924.891

Handelsergebnis

Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten und

109.451 –13.875 101.662 –82.298

designierten Verbindlichkeiten

–407 –23.713 –53.136 –37.666

Ergebnis aus Finanzinvestitionen 282 –214.444 –96.832 –861.396

Verwaltungsaufwendungen –1.214.215 –1.430.827 –1.493.613 –1.623.373

Sonstiges betriebliches Ergebnis 73.854 21.961 37.626 70.485

Ergebnis aus Endkonsolidierungen 14.348 12.107 6.108 1.483

Periodenüberschuss vor Steuern 845.567 639.256 878.464 –281.805

Steuern vom Einkommen und Ertrag –163.135 –131.614 –227.581 62.901

Periodenüberschuss nach Steuern 682.432 507.642 650.883 –218.905


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

109

Bilanz

Aktiva

in € Tausend Anhang 31.12.2010 31.12.2009 Ver änderung

Barreserve (14,35) 6.734.734 8.271.124 –18,6%

Forderungen an Kreditinstitute (15,35,36) 19.752.692 33.886.967 –41,7%

Forderungen an Kunden (16,35,36) 78.269.775 74.855.451 4,6%

Kreditrisikovorsorgen (17) –4.786.675 –4.176.589 14,6%

Handelsaktiva (18,35,36) 8.051.280 8.532.272 –5,6%

Derivative Finanzinstrumente (19,35,36) 1.487.750 1.808.002 –17,7%

Wertpapiere und Beteiligungen (20,35,36) 20.281.407 18.900.590 7,3%

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen (21,35,36) 1.314.670 1.309.860 0,4%

Immaterielle Vermögenswerte (22,24,35) 1.226.645 1.122.829 9,2%

Sachanlagen (23,24,35) 1.777.118 1.604.847 10,7%

Sonstige Aktiva (25,35,36) 2.387.369 1.822.895 31,0%

Aktiva gesamt 136.496.764 147.938.248 –7,7%

Passiva

in € Tausend Anhang 31.12.2010 31.12.2009 Ver änderung

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten (26,35,36) 37.391.030 49.917.442 –25,1%

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden (27,35,36) 57.935.950 55.422.999 4,5%

Verbriefte Verbindlichkeiten (28,35,36) 16.569.010 19.935.285 –16,9%

Rückstellungen (29,35,36) 786.727 593.341 32,6%

Handelspassiva (30,35,36) 5.738.419 4.391.491 30,7%

Derivative Finanzinstrumente (31,35,36) 1.272.451 1.501.545 –15,3%

Sonstige Passiva (32,35,36) 1.297.879 1.304.527 –0,5%

Nachrangkapital (33,35,36) 4.254.280 4.563.857 –6,8%

Eigenkapital (34,35) 11.251.019 10.307.761 9,2%

Konzern-Eigenkapital 5.501.624 7.300.859 –24,6%

Konzern-Jahresüberschuss 713.664 433.372 64,7%

Kapital der nicht beherrschenden Anteile 5.035.731 2.573.529 95,7%

Passiva gesamt 136.496.764 147.938.248 –7,7%


110 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Eigenkapitalveränderungsrechnung

in € Tausend

Gezeichnetes

Kapital

Partizipationskapital

Kapitalrücklagen

Gewinnrücklagen

Konzern-

Jahresüberschuss

Kapital der

nicht beherrschenden

Anteile Gesamt

Eigenkapital 1.1.2009 443.714 750.000 1.050.634 3.619.873 47.868 2.674.707 8.586.797

Kapitaleinzahlungen 0 1.750.000 0 0 0 33.021 1.783.021

Auflösungen von

Gewinnrücklagen 0 0 0 –102.158 102.158 0 0

Dividendenzahlungen 0 0 0 0 –150.026 –106.505 –256.531

Gesamtergebnis 0 0 0 –242.297 433.372 59.036 250.110

Anteilsverschiebung 0 0 0 61.608 0 –111.593 –49.986

Sonstige Veränderungen 0 0 0 –30.516 0 24.863 –5.651

Eigenkapital 31.12.2009 443.714 2.500.000 1.050.634 3.306.510 433.372 2.573.529 10.307.760

Reorganisationseffekt 0 –2.500.000 0 266.031 –227.182 2.461.151 0

Eigenkapital 1.1.2010 443.714 0 1.050.634 3.572.541 206.190 5.034.680 10.307.760

Kapitaleinzahlungen/

Umschichtungen 0 250.000 0 0 0 –246.987 3.013

Gewinnverwendung 0 0 0 46.203 –46.203 0 0

Dividendenzahlungen 0 0 0 0 –159.987 –259.489 –419.477

Gesamtergebnis 0 0 0 160.757 713.664 513.990 1.388.411

Sonstige Veränderungen 0 0 0 –22.225 0 –6.463 –28.688

Eigenkapital 31.12.2010 443.714 250.000 1.050.634 3.757.276 713.664 5.035.731 11.251.019

Im Posten Reorganisationseffekt ist die durch die Verschmelzung der Hauptgeschäftsbereiche der RZB mit der Raiffeisen International erfolgte

Umschichtung von Eigen- zu Fremdanteilen – vor allem durch das Partizipationskapital bedingt – dargestellt.

Details zu den dargestellten Änderungen finden sich im Anhang unter Punkt (34) Eigenkapital.

Im Posten Anteilsverschiebung werden 2009 jene Effekte aus dem Erwerb von Anteilen bei bereits bestehender Beherrschung ausgewiesen,

die direkt im Eigenkapital darzustellen sind.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

111

Kapitalflussrechnung

in € Tausend 2010 2009

Jahresüberschuss nach Steuern 1.168.244 570.623

Im Jahresüberschuss enthaltene zahlungsunwirksame Posten und Überleitung auf den Cash-Flow

aus operativer Geschäftstätigkeit:

Abschreibungen, Zuschreibungen auf Sach- und Finanzanlagen 365.023 415.685

Auflösung/Dotierung von Rückstellungen und Risikovorsorgen 1.516.909 2.249.094

Gewinn/Verlust aus der Veräußerung von Sach- und Finanzanlagen –22.975 –20.224

Sonstige Anpassungen (per Saldo) –677.192 –486.094

Zwischensumme

Veränderung des Vermögens und der Verbindlichkeiten aus operativer Geschäftstätigkeit

nach Korrektur um zahlungsunwirksame Bestandteile:

2.350.009 2.729.084

Forderungen an Kreditinstitute und Kunden 10.555.164 6.193.266

Handelsaktiva/Handelspassiva (per Saldo) 1.842.421 300.558

Sonstige Aktiva/Sonstige Passiva (per Saldo) –1.766.180 992.841

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden –10.079.022 –7.677.117

Verbriefte Verbindlichkeiten –3.366.047 –2.287.624

Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit

Einzahlungen aus der Veräußerung von:

–463.655 251.008

Finanzanlagen 4.269.205 2.293.734

Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten 111.678 122.787

Einzahlungen aus Endkonsolidierungen

Auszahlungen für den Erwerb von:

1.344 10.486

Finanzanlagen –4.142.276 –9.091.681

Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten –652.160 –495.677

Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen 4.805 0

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit –407.404 –7.160.351

Kapitaleinzahlungen 3.013 1.783.021

Ein-/Auszahlungen nachrangiges Kapital –309.577 114.301

Dividendenzahlungen –419.477 –256.531

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit –726.041 1.640.791

Zahlungsmittelbestand zum Ende der Vorperiode 8.271.124 13.711.963

Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit –463.655 251.008

Cash-Flow aus Investitionstätigkeit –407.404 –7.160.351

Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit –726.041 1.640.791

Effekte aus Wechselkursänderungen 60.710 –172.287

Zahlungsmittelbestand zum Ende der Periode 6.734.734 8.271.124


112 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Zahlungsströme für Steuern, Zinsen und Dividenden

in € Tausend 2010 2009

Erhaltene Zinsen 6.409.877 7.693.480

Erhaltene Dividenden 35.234 15.623

Gezahlte Zinsen –2.702.396 –4.437.097

Ertragsteuerzahlungen –122.202 –68.281

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Zusammensetzung und Veränderungen des Zahlungs mittelbestands des Geschäftsjahres und teilt sich in

die drei Bereiche Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit, aus Investitionstätigkeit und aus Finanzierungstätigkeit.

Als Cash-Flow aus operativer Geschäftstätigkeit werden Zahlungszu- und -abflüsse aus Forderungen an Kreditinstitute und Kunden, aus Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie aus verbrieften Verbindlichkeiten ausgewiesen. Zu- und Abgänge aus Handelsaktiva

und Handelspassiva, aus derivativen Finanzinstrumenten sowie aus sonstigen Aktiva und Passiva gehören ebenfalls zur operativen

Geschäftstätigkeit. Die aus dem operativen Geschäft resultierenden Zins-, Dividenden- und Steuerzahlungen werden gesondert dargestellt.

Der Cash-Flow aus Investitionstätigkeit zeigt die Zahlungszu- und -abflüsse für Wertpapiere und Beteiligungen, Sachanlagen und immaterielle

Vermögenswerte, Einzahlungen aus Endkonsolidierungen sowie Auszahlungen für den Erwerb von Tochterunternehmen.

Der Cash-Flow aus Finanzierungstätigkeit umfasst Ein- und Auszahlungen beim Eigenkapital und beim nachrangigen Kapital. Dies betrifft daher

vor allem Einzahlungen aus Kapitaler höhungen, Dividendenauszahlungen und Veränderungen des Nachrangkapitals.

Der Zahlungsmittelbestand umfasst den Bilanzposten Barreserve, der sich aus dem Kassenbestand sowie täglich fälligen Guthaben bei

Zentralbanken zusammensetzt. Nicht einbezogen werden täglich fällige Forderungen an Kreditinstitute. Diese werden der operativen

Geschäftstätigkeit zugerechnet.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

113

Segmentberichterstattung

Einteilung der Segmente

In der RZB erfolgt die interne Management-Berichterstattung grundsätzlich auf Basis der bestehenden Organisationsstruktur. Die Abgrenzung

der Segmente erfolgt nach Geschäftsfeldern (Cash Generating Unit). Die obersten Entscheidungsgremien der RZB – Vorstand und Aufsichtsrat

– treffen wesentliche Entscheidungen über die Allokation der Ressourcen zu einem Segment auf Basis der jeweiligen Finanz- und Ertragskraft.

Dementsprechend wurden diese Berichtskriterien gemäß IFRS 8 als wesentlich beurteilt und in Segmente eingeteilt.

Da die RZB AG nach der Einbringung ihrer Hauptgeschäftsfelder in die Raiffeisen Interna tional Bank-Holding AG vor allem als Spitzeninstitut

der Raiffeisen Bankengruppe und Beteiligungsholding agiert, sind die Segmente auf Basis der Beteiligungsstruktur definiert. Neben der

Mehrheitsbeteiligung an der nunmehrigen Raiffeisen Bank International AG (RBI AG) und ihrer Tätigkeit als Zentralinstitut der Raiffeisen

Bankengruppe (RBG) hält die RZB AG Anteile weiterer Unternehmen in ihrem Beteiligungsportefeuille.

Diese drei wesentlichen Geschäftszweige entsprechen den neu definierten Segmenten. Grundlage für die Segmentierung ist die am

31. Dezember 2010 gültige Konzernstruktur. Im Vorjahr wurde nach Regionen berichtet, da dies der damals bestehenden Konzernstruktur

entsprach. Die Vorjahreswerte der Segmentberichterstattung wurden nicht an die Neusegmentierung angepasst, weil für das Vorjahr in

den Managementinformationssystemen die geänderte Organisationsstruktur nicht abgebildet werden kann. Da das Segment RBI das bei

weitem größte ist, verweisen wir im Sinne größtmöglicher Transparenz auf die Segmentberichterstattung im Konzernbericht der RBI. Der

Konzernabschluss der RBI bildet weitgehend das Segment RBI im Konzernabschluss der Raiffeisen Zentralbank ab.

Teilkonzern Raiffeisen Bank International Group (RBI)

Das Segment umfasst insbesondere die Ergebnisse des Konzerns der Raiffeisen Bank Inter national AG (RBI). Neben den Ergebnissen, die

direkt aus den RBI-Aktivitäten stammen, umfasst das Segment das Zinsergebnis aus der Finanzierung und aus anderen Transaktionen der RZB

AG mit der RBI sowie die angefallenen Kosten von durch die RZB erbrachten Dienstleistungen in diversen Bereichen wie Audit oder Risiko.

Die RBI ist die mit Abstand größte Beteiligung der RZB. Als oberstes Kreditinstitut der RZB- Kreditinstitutsgruppe hat die RZB AG entsprechende

Steuerungs- und Kontrollaufgaben. Die RZB AG stellt gemeinsam mit Vertretern ihrer Eigentümer acht von zehn Aufsichtsratsmitgliedern der

RBI, gleichzeitig nimmt der Risikovorstand der RZB AG diese Position auch im Vorstand der RBI AG ein.

Raiffeisen Bankengruppe Österreich (RBG)

In diesem Segment werden diejenigen Aktivitäten und Beteiligungen zusammengefasst, die es der RZB ermöglichen, ihre Aufgabe

als Spitzeninstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich wahrzunehmen. Somit werden in diesem Segment alle Ergebnisse aus dem

Bankgeschäft der Raiffeisen Zentralbank innerhalb des Raiffeisensektors dargestellt. Überdies ist hier das Leasinggeschäft der RZB

mit zahlreichen im In- und Ausland aktiven Projektgesellschaften vertreten. Des Weiteren werden die Erträge aus at-equity bilanzierten

Unternehmen mit strategischem Beteiligungscharakter abgebildet, insbesondere die UNIQA Versicherungen AG sowie die gemeinsam

mit den Raiffeisen-Landesbanken betriebenen Geschäftszweige wie das Bausparkassen- oder Fondsgeschäft. Ebenso werden die

Ergebnisse aus dem übrigen Raiffeisensektor-bezogenen Beteiligungsportfolio hier abgebildet. Dem Segment werden auch allozierte

Kosten konzernübergreifender Dienstleistungen zugezählt. Das sind u. a. Verbundleistungen wie Sektor Marketing oder Sektor Services.

Weitere Beteiligungen

Im Segment Weitere Beteiligungen werden die Ergebnisse aus jenen Beteiligungen abgebildet, die nicht in Zusammenhang mit der Funktion

der Raiffeisen Zentralbank als Zentralinstitut der Raiffeisen Bankengruppe Österreich stehen. Dieses Beteiligungsportfolio der Raiffeisen

Zentralbank enthält überwiegend Minderheitsbeteiligungen aus dem Nichtbanken-Bereich und beinhaltet Erträge aus den at-equity bilanzierten

Unternehmen, die nicht der Raiffeisen Bankengruppe Österreich angehören. Das Segment Weitere Beteiligungen umfasst auch

die Kosten und Erträge, die im Rahmen der internen Allokation und Verrechnung entstehen.


114 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Bemessung von Segmentergebnissen

Die Segmentberichterstattung nach IFRS 8 zeigt die Segmentergebnisse auf Basis der internen Management-Berichterstattung, ergänzt um

eine Überleitung der Segmentergebnisse auf den Konzernabschluss. Die Management-Berichterstattung bei der RZB beruht grundsätzlich auf

IFRS. Es bestehen somit keine Unterschiede zwischen den Bewertungs- und Bilanzierungs methoden, die in der Segmentberichterstattung und

im Konzernabschluss Anwendung finden.

Um die Darstellung der Segment-Performance der RZB transparent und aussagekräftig zu halten, werden folgende Steuerungs- und Berichtsgrößen

herangezogen, nach denen der Erfolg einer CGU berechnet wird:

■ Der Return on Equity vor Steuern misst die Rentabilität der CGU und errechnet sich aus dem Verhältnis des unversteuerten Gewinns zum

durchschnittlich eingesetzten Eigenkapital. Er zeigt die Verzinsung des im Segment eingesetzten Kapitals. Für die Rentabilitätsmessung wird

im Rahmen des internen Managementsystems auch die Kennzahl Return on Risk Adjusted Capital (RORAC) eingesetzt. Diese Kennzahl

zeigt die Verzinsung des risikoadjustierten Eigenkapitals (ökonomisches Kapital), stellt aber keine Messgröße nach IFRS dar.

■ Die Cost/Income Ratio stellt die Kosteneffizienz der Segmente dar. Sie errechnet sich als Quotient aus den Verwaltungsaufwendungen

einerseits und der Summe aus Zinsüberschuss, Provisionsüberschuss, Handelsergebnis und dem sonstigen betrieblichen Ergebnis

andererseits.

■ Die risikogewichteten Aktiva sind ein wichtiger Indikator für die Veränderung des Geschäftsvolumens. Die Risikoaktiva nach österreichischem

BWG (beruhend auf Basel II) stellen einen branchenspezifischen Zusatz für das Segmentvermögen dar, da auf dieser Zahl

das regulatorische Mindest-Eigenmittelerfordernis von 8 Prozent beruht.

Basis für die Darstellung der Segmentberichterstattung ist die Erfolgsrechnung. Erträge und Aufwendungen werden dem Land zugeordnet,

in dem der Ertrag generiert wird. Ertrags positionen sind der Zinsüberschuss, der Provisionsüberschuss, das Handelsergebnis sowie

das Sonstige betriebliche Ergebnis. Zusätzlich werden die Ergebnisse aus assoziierten Unternehmen, die at-equity bilanziert werden,

angegeben. Die wesentlichen Aufwandspositionen, die Bestandteile des Segmentergebnisses darstellen, sind in die Erfolgsrechnung

einbezogen. Das Segmentergebnis wird bis zum Konzern-Jahresüberschuss gezeigt. Das Segmentvermögen wird durch die Bilanzsumme

sowie die risikogewichteten Aktiva dargestellt. In den Verbindlichkeiten werden alle Posten der Passivseite mit Ausnahme des Eigenkapitals

zusammengefasst.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

115

Die Überleitungsrechnung enthält im Wesentlichen Beträge aus der Eliminierung von Zwischenergebnissen und aus Konsolidierungen zwischen

den Segmenten. Die Erfolgsrechnung wird schließlich um die zur Bewertung der Ergebnisse branchenüblichen Finanzkennzahlen ergänzt.

Geschäftsjahr 2010

in € Tausend RBI RBG

Weitere

Beteiligungen Überleitung Gesamt

Zinsüberschuss 3.559.603 65.303 19.253 –15.509 3.628.651

Provisionsüberschuss 1.490.792 755 –80 428 1.491.894

Handelsergebnis 328.121 843 –1 –6.314 322.649

Sonstiges betriebliches Ergebnis 17.750 44.862 35.752 –45.926 52.439

Betriebserträge 5.396.266 111.764 54.925 –67.321 5.495.634

Verwaltungsaufwendungen –3.007.561 –67.559 –33.509 39.484 –3.069.145

Betriebsergebnis 2.388.705 44.205 21.416 –27.837 2.426.489

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen –1.194.084 –3.649 3 0 –1.197.730

Übrige Ergebnisse 57.772 –7.561 12.577 581 63.369

Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 1.252.393 32.995 33.996 –27.256 1.292.128

Steuern vom Einkommen und Ertrag –117.891 –1.620 –4.497 124 –123.884

Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern 1.134.502 31.374 29.499 –27.131 1.168.244

Anteil am Ergebnis vor Steuern 94,9% 2,5% 2,6% – 100,0%

Risikoaktiva (Kreditrisiko) 75.949.764 6.584.434 960.909 –3.499.167 79.995.940

Gesamtes Eigenmittelerfordernis 7.642.119 608.238 76.873 –361.417 7.965.813

Summe Aktiva 138.747.211 9.284.126 4.996.821 –16.531.394 136.496.764

Verbindlichkeiten 138.390.975 4.393.925 625.297 –18.164.452 125.245.745

Risk/Earnings Ratio 33,5% 5,6% 0,0% – 33,0%

Cost/Income Ratio 55,7% 60,4% 61,0% – 55,8%

Durchschnittliches Eigenkapital 9.940.465 791.164 99.992 –470.112 10.361.509

Return on Equity vor Steuern 12,6% 4,2% 34,0% – 12,5%

Geschäftsstellen 2.961 8 0 1 2.970


116 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die im Vorjahr gültige Organisationsstruktur, die in der Segmentberichterstattung abgebildet wurde, ergab die folgende Ergebnisverteilung:

Geschäftsjahr 2009

in € Tausend

Österreich Zentraleuropa

Zinsüberschuss 686.768 983.546

davon laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 88.767 0

Kreditrisikovorsorgen –449.223 –487.341

Zinsüberschuss/-fehlbetrag nach Kreditrisikovorsorgen 237.545 496.205

Provisionsüberschuss 154.222 436.373

Handelsergebnis 176.064 89.387

Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten 148.111 –1.160

Ergebnis aus Finanzinvestitionen –32.393 36.861

Verwaltungsaufwendungen –600.365 –804.913

davon Personalaufwand –336.645 –378.885

davon Sachaufwand –205.327 –349.194

davon Abschreibungen –58.393 –76.834

Sonstiges betriebliches Ergebnis 153.715 –22.241

Ergebnis aus Endkonsolidierungen 935 76

Jahresüberschuss/-fehlbetrag vor Steuern 237.834 230.588

Steuern vom Einkommen und Ertrag –143.475 –50.786

Jahresüberschuss/-fehlbetrag nach Steuern 94.359 179.802

Anteile anderer Gesellschafter am Erfolg 39.673 –91.284

Konzern-Jahresüberschuss/-fehlbetrag 134.032 88.518

Anteil am Ergebnis vor Steuern 25,4% 24,6%

Anteil am Ergebnis nach Steuern 13,9% 26,4%

Risikoaktiva (Kreditrisiko) 35.061.879 21.140.015

Gesamtes Eigenmittelerfordernis 3.184.264 1.954.490

Summe Aktiva 94.332.244 33.756.861

Verbindlichkeiten 87.076.415 31.116.266

Risk/Earnings Ratio 65,4% 49,5%

Cost/Income Ratio 51,3% 54,1%

Durchschnittliches Eigenkapital 3.574.806 2.165.475

Return on Equity vor Steuern 6,7% 10,6%

Durchschnittliche Mitarbeiterzahl 3.198 13.525

Geschäftsstellen 11 549


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar RZB Geschäftsbericht 2010

117

Südosteuropa

Russland

GUS Sonstige

Restliche Welt

Überleitung

Gesamt

895.736 650.516 488.384 159.843 –403.187 3.461.606

2.931 0 0 0 – 91.698

–413.957 –322.149 –514.435 –59.534 – –2.246.639

481.779 328.367 –26.051 100.309 –403.187 1.214.967

398.043 206.911 175.332 68.910 –18.025 1.421.766

87.866 –13.339 17.071 46.082 15.364 418.495

193 11.479 678 2.322 10.818 172.441

8.450 3.239 4.262 12.366 277.021 309.806

–741.444 –366.402 –294.099 –65.109 77.690 –2.794.642

–326.120 –163.237 –145.098 –37.202 0 –1.387.187

–316.940 –170.476 –112.828 –23.838 77.724 –1.100.879

–98.384 –32.689 –36.173 –4.069 –34 –306.576

25.473 –18.472 –2.878 16.614 –71.926 80.285

0 0 0 41 0 1.052

260.360 151.783 –125.685 181.535 –112.245 824.170

–34.517 –28.441 21.362 –20.392 2.702 –253.547

225.843 123.342 –104.323 161.143 –109.543 570.623

–73.176 –33.931 28.997 0 –7.530 –137.251

152.667 89.411 –75.326 161.143 –117.073 433.372

27,8% 16,2% –13,4% 19,4% – 100,0%

33,2% 18,1% –15,3% 23,7% – 100,0%

16.288.383 6.726.751 5.033.122 3.731.213 –12.991.675 74.989.688

1.518.693 713.170 483.153 317.609 –655.470 7.515.909

23.596.463 11.681.105 6.280.802 11.680.999 –33.390.226 147.938.248

20.831.373 10.062.240 5.387.295 11.059.975 –27.903.077 137.630.488

46,2% 49,5% 105,3% 37,2% – 64,9%

52,7% 44,4% 43,4% 22,3% – 51,9%

1.704.439 846.740 616.541 424.860 – 9.332.861

15,3% 17,9% – 42,7% – 8,8%

18.291 9.370 18.670 415 – 63.469

1.204 215 1.050 9 – 3.038


118 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Konzernanhang

Unternehmen

Die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft (RZB AG) fungiert als Spitzeninstitut der österreichischen Raiffeisen Bankengruppe

und ist beim Handelsgericht Wien im Firmenbuch unter FN 58.882 t registriert. Die Firmenanschrift lautet: Am Stadtpark 9, 1030 Wien.

Die Raiffeisenlandesbanken haben ihre Anteile an der RZB AG in einer eigenen Gesellschaft, der Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH

(RLBHOLD), gebündelt. Diese hält über ihre Tochtergesellschaft R-Landesbanken-Beteiligung GmbH rund 81 Prozent an der RZB AG

und ist somit oberstes Mutterunternehmen des Gesamtkonzerns. Der Konzernabschluss der RLBHOLD wird gemäß den österreichischen

Veröffentlichungsregelungen beim Firmenbuchgericht hinterlegt und im Amtsblatt zur Wiener Zeitung veröffentlicht.

Geschäftsgegenstand

Die RZB spezialisiert sich in Österreich auf das Kommerzbank- und Investment-Banking-Geschäft und ist eine der bedeutendsten Corporate-

Finance- sowie Export- und Handels finanzierungsbanken des Landes. Weitere Tätigkeitsbereiche sind das Cash- und das Asset Management

sowie das Treasury. Als hochspezialisierter Financial Engineer ist die RZB vor allem auf die Servicierung in- und ausländischer Großkunden,

multinationaler Unternehmen und von Finanzdienstleistern ausgerichtet. Die Unternehmen der RZB sind darüber hinaus in den Geschäftsfeldern

Private Banking, Kapitalanlage, Leasing und Immobilien sowie anderen banknahen Dienstleistungen tätig. Die RZB ist über Tochterbanken, den

so genannten Netzwerkbanken, mit einem flächendeckenden Filialnetz in Zentral- und Osteuropa (CEE) vertreten. Ergänzend dazu ist sie mit

Filialen, Spezialgesellschaften und Repräsentanzen in den wichtigsten Finanzzentren der Welt, an ausgewählten westeuropäischen Standorten

sowie schwerpunktmäßig in Asien präsent.

Konzerninterne Reorganisation (Umstrukturierung)

In der am 7. Juli 2010 abgehaltenen Hauptversammlung wurde der Beschluss zur Durchführung einer Reorganisation (rückwirkende vertikale

Integration) innerhalb des RZB Konzerns genehmigt. Das Kommerzkundengeschäft samt den damit verbundenen Beteiligungen der Raiffeisen

Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft wurde umgründungssteuerrechtlich mit Stichtag 31. Dezember 2009 in die Cembra Beteiligungs

AG (Cembra) übertragen. Cembra, die 72,8 Prozent an der Raiffeisen International Bank-Holding AG hielt, wurde mit dieser verschmolzen.

Die in Raiffeisen Bank International AG umfirmierte Gesellschaft wird nun zu rund 78,5 Prozent von der Raiffeisen International Beteiligungs

GmbH, einer 100-prozentigen Tochtergesellschaft der RZB AG, gehalten. In der RZB AG verblieben das Sektorgeschäft und das Beteiligungsmanagement.

Der vorliegende Konzernabschluss wurde am 18. März 2011 vom Vorstand unterzeichnet und anschließend an den Aufsichtsrat zur Kenntnisnahme

weitergeleitet.

Grundlagen der Konzernrechnungslegung

Grundsätze

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr 2010 und die Vergleichswerte für das Geschäftsjahr 2009 wurden in Übereinstimmung mit den

vom International Accounting Standards Board (IASB) herausgegebenen International Financial Reporting Standards (IFRS) und der auf Basis

der IAS Verordnung (EG) 1606/2002 durch die EU übernommenen internationalen Rechnungslegungsstandards einschließlich der bereits

anzuwendenden Interpretationen des International Financial Reporting Interpretations Committee (IFRIC/SIC) aufgestellt. Alle Standards, die

vom IASB als für den Jahresabschluss 2010 anzuwendende International Accounting Standards veröffentlicht und von der EU übernommen

wurden, wurden angewendet. Weiters erfüllt der Konzernabschluss die Voraussetzungen des § 245a UGB und des § 59a BWG über

befreiende Konzernabschlüsse nach international anerkannten Rechnungslegungsgrundsätzen.

Bei der Erstellung des Konzernabschlusses 2010 wurden alle Standards und Interpretationen angewendet, deren Anwendung für das

Geschäftsjahr verpflichtend war. IAS 20, IAS 31, IAS 41, IFRS 4 und IFRS 6 wurden nicht berücksichtigt, weil für den Konzern keine

entsprechenden Geschäftsfälle vorlagen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die neuen und geänderten, seit 2010 verpflichtend anzuwendenden Standards und Inter pretationen IFRS 3 und IAS 27 (Unternehmenszusammenschlüsse;

Inkrafttreten 1. Juli 2009), IAS 39 (Zulässige Grundgeschäfte im Rahmen von Sicherungsbeziehungen; Inkrafttreten 1. Jänner

2009), IFRS 2 (Bilanzierung anteilsbasierter Vergütungen im Konzern, die in bar erfüllt werden; Inkrafttreten 1. Jänner 2010), IFRIC 17 (Sachausschüttungen

an Eigentümer; Inkrafttreten 1. Juli 2009), IFRIC 18 (Übertragung von Vermögenswerten von Kunden; Inkrafttreten 1. Juli 2009)

sowie Änderungen im Rahmen des so genannten „Improvements Project – 2008“ sowie „Improvements Project – 2009“ haben sich nicht

wesentlich auf die Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden der Bank ausgewirkt.

Im März 2010 übernahm die EU IFRIC 16 (Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb). IFRIC 16 ist

spätestens auf Geschäftsjahre anzuwenden, die am oder nach dem 30. Juni 2009 beginnen. Die Raiffeisen Bank International wendete

IFRIC 16 für das Geschäftsjahr 2010 erstmals an. Die Interpretation stellt klar, was als Risiko bei der Absicherung einer Nettoinvestition in

einen ausländischen Geschäftsbetrieb anzusehen ist und wo innerhalb des Konzerns das Sicherungsinstrument zur Minderung dieses Risikos

gehalten werden darf.

Von der vorzeitigen Anwendung anderer relevanter Standards und Interpretationen, die zwar verabschiedet sind, deren Anwendung aber

noch nicht verpflichtend ist, wurde abgesehen. Dies betrifft die geänderten IFRS 7 (Finanzinstrumente: Angaben; Inkrafttreten 1. Juli 2011), IAS

24 (Angaben über Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen und Personen; Inkrafttreten 1. Jänner 2011), IAS 32 (Klassifizierung von

Bezugsrechten; Inkrafttreten 1. Februar 2010), IFRIC 14 (die Begrenzung eines leistungsorientierten Vermögenswerts, Mindestfinanzierungsvorschriften

und ihre Wechselwirkung; Inkrafttreten 1. Jänner 2011), IFRIC 19 (Tilgung finanzieller Verbindlichkeiten durch Eigenkapitalinstrumente;

Inkrafttreten 1. Juli 2010), sowie Änderungen im Rahmen des so genannten „Improvements Project – 2010“.

Die Grundlage für den Konzernabschluss bilden die auf Basis der IFRS-Bestimmungen nach konzerneinheitlichen Standards erstellten

Berichtspakete aller vollkonsolidierten Unternehmen. Alle vollkonsolidierten Gesellschaften erstellen ihre Jahresabschlüsse per 31. Dezember,

mit Ausnahme von zehn Tochtergesellschaften, die ihren Bilanzstichtag am 30. Juni, 30. September und 31. Oktober haben und daher mit

ihrem Zwischenabschluss einbezogen werden. Die abweichenden Bilanzstichtage haben ausschüttungspolitische Gründe bzw. sind durch

die Saisonalität der Geschäftstätigkeit gegeben. Die Zahlen im vorliegenden Abschluss sind in € Tausend angegeben. Die nachstehend

angeführten Tabellen können Rundungsdifferenzen enthalten.

Ein Vermögenswert wird in der Bilanz angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass der künftige wirtschaftliche Nutzen dem Unternehmen

zufließen wird, und wenn seine Anschaffungs- oder Herstellungskosten oder ein anderer Wert verlässlich bewertet werden können. Eine Schuld

wird in der Bilanz angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich aus der Erfüllung einer gegenwärtigen Verpflichtung ein direkter Abfluss von

Ressourcen ergibt, die wirtschaftlichen Nutzen enthalten, und wenn deren Erfüllungsbetrag verlässlich bewertet werden kann.

Sind für die Bilanzierung und Bewertung nach IAS/IFRS Schätzungen oder Beurteilungen erforderlich, so wurden diese in Übereinstimmung mit

den jeweiligen Standards vorgenommen. Sie basieren auf historischen Erfahrungen und anderen Faktoren wie Planungen und – nach heutigem

Ermessen – wahrscheinlichen Erwartungen oder Prognosen zukünftiger Ereignisse. Davon betroffen sind im Wesentlichen die Risikovorsorgen

im Kreditgeschäft, der beizulegende Wert und die Wertminderung von Finanzinstrumenten, die latenten Steuern und die Rückstellung für

Pensionen und pensionsähnliche Verpflichtungen sowie Berechnungen zur Ermittlung der Werthaltigkeit von Firmenwerten und der im Zuge

der Erstkonsolidierung aktivierten immateriellen Vermögenswerte. Die tatsächlichen Werte können von den geschätzten Werten abweichen.

Der Ausweis der latenten Steuern wird in der Erfolgsrechnung und in der Bilanz nicht gesondert vorgenommen; Details sind in den Punkten (11)

Steuern vom Einkommen und Ertrag, (25) Sonstige Aktiva und (29) Rückstellungen des Anhangs dargestellt.

Konsolidierungsmethoden

RZB Geschäftsbericht 2010

Alle wesentlichen Tochterunternehmen, an denen die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft direkt oder indirekt mehr als

50 Prozent der Anteile hält oder auf deren Geschäfts- bzw. Finanzpolitik sie einen beherrschenden Einfluss ausübt, werden vollkonsolidiert.

Diese Tochtergesellschaften werden grundsätzlich ab dem Tag in den Konsolidierungskreis einbezogen, an dem der Konzern die faktische

Kontrolle erlangt, und scheiden für den Fall, dass die Bank nicht länger einen beherrschenden Einfluss ausübt, ab diesem Zeitpunkt aus

dem Konsolidierungskreis aus. Der Konzern überprüft zumindest zu jedem Quartalsabschluss die Angemessenheit zuvor getroffener

Konsolidierungsentscheidungen. Entsprechend werden etwaige organisatorische Veränderungen unmittelbar berücksichtigt. Dazu gehören

neben Änderungen der Eigentumsverhältnisse jegliche Änderungen von bestehenden oder mit einer Einheit neu abgeschlossenen vertraglichen

Verpflichtungen des Konzerns. Bei Tochterunternehmen mit abweichenden Bilanzstichtagen liegen der Konsolidierung Zwischenabschlüsse

zugrunde. Die Ergebnisse der im Lauf des Jahres erworbenen oder veräußerten Tochterunternehmen werden entsprechend vom tatsächlichen

Erwerbszeitpunkt oder bis zum tatsächlichen Abgangszeitpunkt in der Konzern-Erfolgsrechnung erfasst.

119


120 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Zweckgesellschaften, die im Rahmen von Verbriefungen gegründet wurden und aus wirtschaftlicher Sicht beherrscht werden, werden gemäß

SIC 12 vollkonsolidiert. Um festzustellen, ob eine Zweckgesellschaft aus wirtschaftlicher Sicht beherrscht wird, ist eine Reihe von Faktoren

zu prüfen. Diese beinhalten eine Untersuchung, ob die Aktivitäten der Zweckgesellschaft zugunsten des Konzerns entsprechend seinen

spezifischen Geschäftsbedürfnissen durchgeführt werden, sodass dieser aus der Geschäftstätigkeit der Zweckgesellschaft Nutzen zieht;

ob der Konzern über die Entscheidungsmacht zur Erzielung der Mehrheit des Nutzens verfügt; ob der Konzern tatsächlich die Mehrheit

des Nutzens aus der Geschäftstätigkeit der Zweckgesellschaft zieht oder ob der Konzern die Mehrheit der mit den Vermögenswerten

verbundenen Residual- oder Eigentumsrisiken behält, um Nutzen aus ihrer Geschäftstätigkeit zu ziehen.

Werden im Zuge der Folgekonsolidierung bei bereits bestehender Beherrschung weitere Anteile erworben oder Anteile ohne Kontrollverlust

veräußert, werden diese Transaktionen erfolgsneutral als Eigenkapitaltransaktion dargestellt.

Konzerninterne Unternehmenszusammenschlüsse (Transactions under Common Control) werden unter Anwendung der Methode der

Buchwertfortführung bilanziert.

Das Kapital der nicht beherrschenden Anteile wird in der Konzernbilanz als Bestandteil des Eigenkapitals, aber getrennt von dem den

RZB-Aktionären zurechenbaren Eigenkapital ausgewiesen. Das Ergebnis der nicht beherrschenden Anteile wird in der Konzern-

Erfolgsrechnung separat ausgewiesen.

Wesentliche Beteiligungen an assoziierten Unternehmen – Unternehmen, bei denen der Konzern einen maßgeblichen Einfluss auf die

Geschäfts- bzw. Finanzpolitik ausübt – werden at-equity einbezogen und in dem Bilanzposten Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen

ausgewiesen. Jahresergebnisse aus at-equity bewerteten Unternehmen werden saldiert im Posten Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter

Unternehmen dargestellt. Bei der at-equity-Bewertung werden die gleichen Regeln (Aufrechnung der Anschaffungskosten mit dem at Fair Value

bewerteten anteiligen Nettovermögen) angewendet wie bei vollkonsolidierten Unternehmen. Als Basis dienen im Regelfall die IFRS-Abschlüsse

der assoziierten Unternehmen. Erfolgsneutral im Abschluss der at-equity einbezogenen Unternehmen gebuchte Veränderungen werden auch

im Konzernabschluss in das Sonstige Ergebnis eingestellt.

Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile

an assoziierten Unternehmen, die nicht at-equity zu erfassen waren, sind in dem Bilanzposten Wertpapiere und Beteiligungen aus gewiesen

und mit den Anschaffungskosten bewertet.

Im Rahmen der Schuldenkonsolidierung werden konzerninterne Forderungen und Verbindlichkeiten miteinander aufgerechnet. Dabei

verbleibende zeitliche Differenzen werden in der Konzernbilanz unter Sonstige Aktiva/Sonstige Passiva ausgewiesen.

Konzerninterne Aufwendungen und Erträge werden ebenfalls miteinander aufgerechnet, wobei temporäre Aufrechnungsdifferenzen aus dem

Bankgeschäft im Zinsergebnis dargestellt werden. Andere Differenzen werden im Posten Sonstiges betriebliches Ergebnis erfasst.

Zwischengewinne werden dann eliminiert, wenn sie wesentlichen Einfluss auf die Posten der Erfolgsrechnung haben. Bankgeschäfte, die

zwischen den einzelnen Gesellschaften des Konzerns getätigt werden, erfolgen üblicherweise zu Marktkonditionen.

Unternehmenserwerbe

Im Zuge der Kapitalkonsolidierung werden sämtliche identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten und Eventualverbindlichkeiten

des Tochterunternehmens zum Zeitpunkt des Erwerbs gemäß den Bestimmungen des IFRS 3 neu bewertet. Die Anschaffungskosten werden

mit dem anteiligen Nettovermögen verrechnet. Daraus resultierende aktive Unterschiedsbeträge werden als Firmenwert aktiviert und unterliegen

einem jährlichen Impairment Test. Entstehen im Rahmen der Erstkonsolidierung passive Unterschiedsbeträge, werden diese sofort

erfolgswirksam erfasst.

Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte

Alle Firmenwerte werden an jedem Bilanzstichtag auf Basis zahlungmittelgenerierender Einheiten (Cash Generating Units) auf ihren

künftigen wirtschaftlichen Nutzen überprüft. Eine zahlungsmittelgenerierende Einheit wird vom Management festgelegt und ist als die kleinste

identifizierbare Gruppe von Vermögenswerten eines Unternehmens definiert, die permanente Zahlungsmittelzuflüsse aus der laufenden

Nutzung hervorbringt. In der RZB werden alle Segmente gemäß Segmentberichterstattung als zahlungsmittelgenerierende Einheiten bestimmt.

Innerhalb der Segmente bilden rechtlich selbständige Einheiten zum Zweck der Wertminderungsprüfung der Firmenwerte jeweils eigene

zahlungsmittelgenerierende Einheiten. Dabei wird der Buchwert der zahlungsmittelgenerierenden Einheit (einschließlich eines zugeordneten

Geschäfts- oder Firmenwerts) mit deren erzielbarem Betrag verglichen. Der erzielbare Betrag ist der höhere Betrag aus Nutzungswert (Value

in Use) und Nettoveräußerungswert (Fair Value less Cost to Sell). Er basiert auf den erwarteten Ergebnissen der Einheit, diskontiert mit einem


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

risikoadäquaten Zinssatz. Die Schätzung der zukünftigen Ergebnisse erfordert eine Beurteilung der bisherigen und tatsächlichen Performance

sowie der voraussichtlichen Entwicklung der entsprechenden Märkte und des gesamtwirtschaftlichen Umfelds.

Die Einschätzung der zukünftigen Entwicklung der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten nimmt ihren Ausgangspunkt bei gesamtwirtschaftlichen

Daten (Bruttoinlandsprodukt, Inflationserwartungen) und berücksichtigt die spezifischen Marktverhältnisse und die Geschäftspolitik. Im

Anschluss daran erfolgt eine Verstetigung in Form eines zeitlich unbefristeten Fortbestands. Die Diskontierung der bewertungsrelevanten Erträge

(voraussichtlichen Dividenden) erfolgt mit länderspezifisch unterschiedlich hohen Eigenkapitalkostensätzen, die auf Basis des Capital-Asset-

Pricing-Modells ermittelt wurden. Die einzelnen Komponenten (risikoloser Zinssatz, Inflationsdifferenz, Marktrisikoprämie, länderspezifische

Risiken und Betafaktoren) wurden mithilfe externer Informationsquellen festgelegt. Die jährliche Werthaltigkeitsprüfung des Goodwill für die

Geschäftsjahre 2010 und 2009 führte zu keiner Wertminderung, da der erzielbare Betrag für alle zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

höher war als ihr entsprechender Buchwert. Der Planungshorizont wird in zwei Phasen aufgeteilt, wobei die Phase I die ersten 10 Jahre umfasst

und Phase II über 10 Jahre hinausgeht.

Die wesentlichen Firmenwerte resultieren aus folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten: Raiffeisen Bank Aval JSC, Kiew (AVAL),

Ukrainian Processing Center PJSC, Kiew (UPC), ZAO Raiffeisenbank, Moskau (RBRU), Raiffeisen Bank Sh.a., Tirana (RBAL) und Raiffeisenbank

a.s., Prag (RBCZ). Dabei wurde für die Berechnung des erzielbaren Betrags ein Planungshorizont von 10 Jahren angenommen, um die

mittelfristigen Entwicklungen im CEE-Raum besser abbilden zu können.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten

in € Millionen AVAL RBRU RBCZ RBAL UPC

Firmenwerte 221 263 42 53 15

Eigenanteil 96,2% 100,0% 51,0% 100,0% 100,0%

Jahresüberschuss nach Steuern 30 170 70 38 4

Methode zur Bestimmung des

erzielbaren Betrages

Nettoveräußerungswert

Nettoveräußerungswert

Nettoveräußerungswert

Nettoveräußerungswert

Nettoveräußerungswert

Diskontierungszinssätze (nach Steuern) 12,9%–26,7% 12,7%–18,9% 9,3%–11,3% 11,4%–16,8% 14,2%–26,4%

Wachstumsraten in Phase II 5,5% 7,0% 4,5% 4,5% 5,5%

Planungshorizont 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre 10 Jahre

Wertminderung Nein Nein Nein Nein Nein

Sensitivitätsanalyse

Um die Stabilität der Werthaltigkeitsprüfung der Firmenwerte zu testen, wurde basierend auf den oben angeführten Prämissen eine

Sensitivitätsanalyse vorgenommen. Aus mehreren Möglichkeiten wurden für diese Analyse drei Parameter ausgewählt, nämlich die

Eigenkapitalkosten, die Wachstumsannahme des bewertungsrelevanten Ertrags in der Phase II und die Verminderung des Ergebnisses.

Die nachstehend angeführte Übersicht veranschaulicht, um welches Ausmaß sich der Eigenkapitalkostensatz erhöhen bzw. wie stark sich

die nachhaltige Wachstumsannahme und das Ergebnis verringern könnte, ohne dass der Fair Value der zahlungsgenerierenden Einheiten

unter dem jeweiligen Buchwert (Eigenkapital zuzüglich Firmenwert) absinkt.

Maximale Sensitivität 1) AVAL RBRU RBCZ RBAL UPC

Verminderung der Wachstumsrate 2,4 PP 9,1 PP 16,4 PP 30,7 PP 39,1 PP

Diskontierungszinssätze (nach Steuern) 1,2 PP 4,6 PP 12,5 PP 33,9 PP 112,1 PP

Verminderung der Ergebnisse –14,0% –45,0% –72,0% –83,0% –93,0%

1) Die jeweilige maximale Sensitivität bezieht sich auf die Veränderung der ewigen Rente.

Werthaltigkeitsprüfung der immateriellen Vermögenswerte

RZB Geschäftsbericht 2010

Unternehmen des Konzerns verwenden zur Unterscheidung ihrer Dienstleistungen von Mitbewerbern Warenzeichen (Marken). Gemäß IFRS 3

wurden Marken der erworbenen Unternehmen gesondert unter dem Bilanzposten Immaterielle Vermögenswerte bilanziert. Sie verfügen über

eine unbegrenzte Nutzungsdauer, demnach erfolgt keine planmäßige Abschreibung. Die Marken werden jährlich und zusätzlich immer dann,

wenn Indikatoren für eine Wertminderung vorliegen, auf Werthaltigkeit (Impairment) getestet.

121


122 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Der Wert der Marken wurde mithilfe eines kostenorientierten Bewertungsverfahrens (Comparable Historical Cost Approach) ermittelt, da zum

Zeitpunkt der Kaufpreisallokation weder unmittelbar vergleichbare Transaktionen noch ein Markt mit beobachtbaren Preisen vorlagen. Als

Datenbasis für das kostenorientierte Bewertungsverfahren wurde die Dokumentation der Aufwendungen der letzten Jahre für Marketing im

Zusammenhang mit den Marken herangezogen.

Werden im Zuge eines Unternehmenszusammenschlusses Kundenverträge und die damit in Beziehung stehenden Kundenbeziehungen

erworben, werden diese, wenn sie auf vertrag lichen oder sonstigen Rechten beruhen, getrennt vom Firmenwert bilanziert. Die erworbenen

Unternehmen erfüllen die Kriterien für die getrennte Bilanzierung von nicht vertraglichen Kundenbeziehungen für bestehende Kunden. Die

Wertermittlung des Kundenstocks erfolgt mithilfe der Residualmethode (Multi-Period Excess Earnings Method) auf Basis zukünftiger Erträge und

Aufwendungen, die dem Kundenstock zugeordnet werden können. Die Prognose basiert auf Planungsrechnungen für die entsprechenden Jahre.

Konsolidierungskreis

Die Anzahl der vollkonsolidierten sowie der at-equity bewerteten assoziierten Unternehmen hat sich wie folgt verändert:

Vollkonsolidierung Equity-Methode

Anzahl Einheiten 2010 2009 2010 2009

Stand Beginn der Periode 371 357 13 13

Im Berichtsjahr erstmals einbezogen 15 26 1 0

Im Berichtsjahr verschmolzen –1 –4 0 0

Im Berichtsjahr ausgeschieden –51 –8 0 0

Stand Ende der Periode 334 371 14 13

Von den 334 Konzerneinheiten haben 171 ihren Sitz in Österreich (2009: 169) und 163 ihren Sitz im Ausland (2009: 202). Bei diesen

Gesellschaften handelt es sich um 23 Kredit institute, 193 Finanzinstitute, 19 Anbieter von Nebendienstleistungen, 11 Finanzholdings und 88

sonstige Unternehmen. Aufgrund untergeordneter Bedeutung für die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wurde auf die Einbeziehung von 324

Tochterunternehmen (2009: 287) verzichtet. Diese werden zu Anschaffungskosten als Anteile an verbundenen Unternehmen unter den Wertpapieren

und Beteiligungen erfasst. Die Bilanzsumme der nicht einbezogenen Unternehmen beträgt weniger als 1 Prozent der Summenbilanz

des Konzerns.

Eine Aufstellung über die vollkonsolidierten Unternehmen, die at-equity bewerteten assoziierten Unternehmen und die sonstigen Beteiligungen

ist der Übersicht auf Seite 210 ff zu entnehmen.

Erstkonsolidierungen

Im Berichtsjahr 2010 wurden folgende Unternehmen erstmals in den Konzernabschluss einbezogen:

Name

Finanzinstitute

Anteil Stichtag Grund

TRITON Raiffeisen-Immobilien-Leasing GmbH, Wien (AT) 51,0% 30.6. Wesentlichkeit

Adrittura Immobilienleasing GmbH & Co. Projekt Eiching KG, Eschborn (D)

Anbieter von Nebendienstleistungen

51,0% 30.9. Wesentlichkeit

Centralised Raiffeisen International Services & Payments S.R.L., Bukarest (RO) 78,5% 1.1. Wesentlichkeit

LLC „ARES Nedvizhimost“, Moskau (RU) 39,3% 1.11. Wesentlichkeit

LLC „R1“, Novosibirsk (RU) 78,5% 1.11. Wesentlichkeit

LLC „R2“, Novosibirsk, (RU) 78,5% 1.11. Wesentlichkeit

LLC „Realty-Invest“, Moskau (RU) 39,3% 1.11. Wesentlichkeit

Tkatskoy OOO, Moskau (RU) 78,5% 1.11. Wesentlichkeit


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Name Anteil Stichtag Grund

Sonstige Unternehmen

Adrittura Immobilienleasing GmbH, Eschborn (D) 51,0% 30.9. Wesentlichkeit

LE PALAIS Holding S.a.r.l, Luxemburg, (L) 51,0% 31.12. Wesentlichkeit

ÖKO-Drive Fuhrparkmanagement GmbH, Wien (AT) 51,0% 30.6. Wesentlichkeit

Prozna Investment Sp. Z.o.o, Warschau (PL) 41,3% 31.12. Kauf

Prozna Properties Sp. Z.o.o., Warschau (PL) 45,9% 31.12. Kauf

Raiffeisen-Leasing Wohnbauerrichtungs GmbH, Raaba (AT) 51,0% 30.11. Operativ tätig

Tertia Immobilienanlagen GmbH, Wien (AT) 51,0% 1.1. Kauf

Verschmelzungen

Mit Stichtag 31. Dezember 2009 wurde das Kommerzkundengeschäft samt den damit verbundenen Beteiligungen der Raiffeisen Zentralbank

Österreich Aktiengesellschaft (RZB AG) aufgrund eines zwischen der RZB AG und der Cembra Beteiligungs AG (Cembra) – eine

100-prozentige Tochtergesellschaft der RZB AG – abgeschlossenen Spaltungs- und Übernahmevertrags auf die Cembra übertragen. In einem

weiteren Schritt wurde die Cembra mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG verschmolzen.

Endkonsolidierungen

Im Berichtsjahr 2010 wurden folgende Unternehmen endkonsolidiert:

RZB Geschäftsbericht 2010

Name

Finanzinstitute

Anteil Stichtag Grund

3 Tochtergesellschaften der Raiffeisen Leasing d.o.o., Sarajewo (BiH) 1.1. Unwesentlichkeit

5 Tochtergesellschaften der Raiffeisen Rent DOO, Belgrad (RS) 1.1. Unwesentlichkeit

12 Tochtergesellschaften der Raiffeisen-Leasing Real Estate s.ro.o, Prag (CZ) 1.1. Unwesentlichkeit

OOO „Raiffeisen Capital“ Asset Management Company, Moskau (RU) 78,5% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Auto Leasing Bulgaria EOOD, Sofia (BG) 68,7% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Capital & Investment S.A., Bukarest (RO) 78,1% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Car Leasing Ltd., Budapest (HU) 63,4% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Factoring Ltd., Sofia (BG) 78,5% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Invest d.o.o., Zagreb (HR) 57,7% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Investment Fund Management Zrt., Budapest (HU) 55,2% 1.1. Unwesentlichkeit

RB Russia Finance Limited, Dublin (IR) 78,5% 1.1. Unwesentlichkeit

RI FINANCE (JERSEY) PCC, St. Helier (JE) 78,0% 30.11. Stilllegung

ROOF Global Bond CBO 2008-1, Dublin (IR) 0,0% 31.3. Stilllegung

ROOF Global Bond CBO 2008-2, Dublin (IR) 0,0% 31.3. Stilllegung

ROOF Global Loan CLO 2009-1, Dublin (IRL) 0,0% 31.3. Stilllegung

ROOF Global Loan CLO 2009-2, Dublin (IRL) 0,0% 31.3. Stilllegung

SCT Investment Ltd., Budapest (HU)

Finanzholdings

45,6% 1.1. Unwesentlichkeit

Extra Year Investments Limited, Tortola (VG)

Anbieter von Nebendienstleistungen

78,5% 1.1. Unwesentlichkeit

2 Gesellschaften der Tatra banka a.s., Bratislava (SK) 1.1. Unwesentlichkeit

GSI Group Software Investment AG, Zug (CH) 78,5% 1.1. Stilllegung

123


124 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Name Anteil Stichtag Grund

Sonstige Unternehmen

Aaron Kontor 3 Holding GmbH, Eschborn (D) 26,0% 30.11. Verkauf

7 Gesellschaften der Raiffeisen Financial Services Company Zrt., Budapest (HU) 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen Insurance and Reinsurance Broker S.R.L., Bukarest (RO) 71,6% 1.1. Unwesentlichkeit

Raiffeisen International Liegenschaftsbesitz GmbH, Wien (AT) 78,5% 1.1. Unwesentlichkeit

RL-Properties 1 AB, Stockholm (S) 51,0% 30.11. Unwesentlichkeit

Villa Eden Gardone S.r.l., Bozen (I) 26,0% 31.12. Unwesentlichkeit

Wohnheim Güntzstraße Dresden GmbH, Dresden (D) 26,0% 30.11. Verkauf

In der folgenden Tabelle ist das Ergebnis aus Endkonsolidierungen infolge Verkaufs dargestellt:

in € Tausend Gesamt

Aktiva –6.661

Verbindlichkeiten 5.876

Reinvermögen –785

Kapital der nicht beherrschenden Anteile 20

Reinvermögen nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile –765

Goodwill 0

Verkaufspreis 1.450

Ergebnis aus Endkonsolidierung 685

Die Liquiditätsauswirkung aus der Veräußerung von Konzernvermögen belief sich auf € 1.344 Tausend.

Die folgende Tabelle stellt die neu bewerteten Vermögenswerte und Verbindlichkeiten im laufenden Geschäftsjahr zum Zeitpunkte der

erstmaligen Einbeziehung dar:

in € Tausend Gesamt

Aktiva 14.667

Verbindlichkeiten –9.159

Reinvermögen 5.508

Kapital der nicht beherrschenden Anteile –545

Reinvermögen nach Abzug der nicht beherrschenden Anteile 4.963

Anschaffungskosten 4.805

Firmenwert 158

Die Liquiditätsauswirkung aus den Unternehmenserwerben entsprach den Anschaffungs kosten, weil keine liquiden Mittel vorhanden waren.

Währungsumrechnung

Die in Fremdwährung aufgestellten Abschlüsse der Unternehmen des Vollkonsolidierungs kreises wurden nach der modifizierten Stichtagskursmethode

gemäß IAS 21 in Euro umgerechnet, wobei das Eigenkapital mit seinem historischen Kurs, alle anderen Aktiva und Passiva sowie

Anhangangaben mit dem Stichtagskurs angesetzt wurden. Aus der Währungsumrechnung der Eigenkapitalbestandteile (historische Kurse)

resultierende Differenzen wurden mit den Gewinnrücklagen verrechnet.

Die Posten der Erfolgsrechnung wurden mit dem Durchschnittskurs des Jahres auf Basis der Monatsultimokurse berechnet. Währungsdifferenzen

zwischen dem Stichtagskurs in der Bilanz und dem Durchschnittskurs in der Erfolgsrechnung werden mit dem Eigenkapital verrechnet.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Bei fünf Tochterunternehmen mit Sitz außerhalb des Euroraums stellt der Euro sowie bei drei Gesellschaften der US-Dollar aufgrund des

wirtschaftlichen Gehalts der zugrunde liegenden Geschäftsfälle die funktionale Währung dar. Bei Roof Russia S.A., Luxemburg, ist der

US-Dollar die funktionale Währung, weil sowohl die Transaktionen als auch die Refinanzierung in US-Dollars abgewickelt werden. Bei

Golden Rainbow International Limited, Tortola, wurde im Berichtsjahr aufgrund der geänderten Refinanzierung die funktionale Währung

von Euro auf Singapur-Dollar umgestellt.

Folgende Kurse wurden für die Währungsumrechnung herangezogen:

Kurse in Währung pro € 2010 2009

Stichtag Durchschnitt Stichtag Durchschnitt

Albanische Lek (ALL) 138,770 138,041 137,960 131,975

Bosnische Marka (BAM) 1,956 1,956 1,956 1,956

Bulgarische Lewa (BGN) 1,956 1,956 1,956 1,956

Belarus Rubel (BYR) 3.972,600 3.953,672 4.106,110 3.841,162

Schweizer Franken (CHF) 1,250 1,379 1,484 1,506

Tschechische Kronen (CZK) 25,061 25,356 26,473 26,525

Britische Pfund (GBP) 0,861 0,858 0.888 0,895

Kroatische Kuna (HRK) 7,383 7,295 7,300 7,345

Ungarische Forint (HUF) 277,950 276,039 270,420 280,304

Kasachische Tenge (KZT) 195,230 196,093 212,840 203,742

Moldauische Lei (MDL) 16,105 16,436 17,625 15,510

Polnische Zloty (PLN) 3,975 4,013 4,105 4,332

Rumänische Lei (RON) 4.262 4,218 4,236 4,225

Serbische Dinar (RSD) 105,498 102,903 95,889 93,695

Russische Rubel (RUB) 40.820 40,447 43,154 44,068

Schwedische Krone (SEK) 8,966 9,551 10,252 10,609

Singapur-Dollar (SGD) 1,714 1,812 2,019 2,022

Ukrainische Hryvna (UAH) 10,573 10,550 11,449 10,893

US-Dollar (USD) 1,336 1,330 1,441 1,396

Bilanzierungs- und Bewertungsmethoden

Finanzinstrumente: Ansatz und Bewertung (IAS 39)

RZB Geschäftsbericht 2010

Gemäß IAS 39 sind alle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten einschließlich der derivativen Finanzinstrumente in der Bilanz zu erfassen. Ein

Finanzinstrument ist per definitionem ein Vertrag, der gleichzeitig bei dem einen Unternehmen zu einem finanziellen Vermögenswert und bei

dem anderen zu einer finanziellen Schuld oder einem Eigenkapitalinstrument führt. Die Bewertung der Finanzinstrumente richtet sich nach der

Zugehörigkeit zu bestimmten Bewertungskategorien, die wie folgt unterschieden werden:

1. Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

a. Handelsaktiva/-passiva

b. Designierte Finanzinstrumente zum Fair Value

2. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte (HtM)

3. Kredite und Forderungen

4. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (AfS)

5. Finanzielle Verbindlichkeiten

125


126 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

1. Finanzielle Vermögenswerte bzw. Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden

a. Handelsaktiva/-passiva

Handelsaktiva/-passiva dienen der Nutzung von kurzfristigen Marktpreisschwankungen. Die zu Handelszwecken dienenden

Wertpapiere (inklusive Leerverkäufe von Wertpapieren) und derivativen Instrumente werden zum Marktwert bilanziert. Für die Ermittlung

des Marktwerts werden bei börsenotierten Produkten die Börsekurse herangezogen. Sind solche Kurse nicht vorhanden, werden bei

originären Finanzinstrumenten und Termin geschäften interne Preise auf Basis von Barwertberechnungen und bei Optionen anhand von

geeigneten Optionspreismodellen ermittelt. Der Barwertberechnung wird eine Zinskurve zugrunde gelegt, die sich aus Geldmarkt-,

Futures- und Swapsätzen zusammensetzt und keine Bonitätsaufschläge beinhaltet. Als Optionspreisformeln werden je nach Optionsart

entweder Black-Scholes 1972, Black 1976 oder Garman-Kohlhagen verwendet.

Die zu Handelszwecken dienenden Derivate werden unter den Bilanzposten Handels aktiva bzw. Handelspassiva ausgewiesen. Wenn

positive Marktwerte inklusive Zinsabgrenzungen (Dirty Price) bestehen, werden diese den Handelsaktiva zugeordnet. Bei Bestehen von

negativen Marktwerten sind diese unter dem Bilanzposten Handelspassiva ausgewiesen. Eine Verrechnung von positiven und negativen

Marktwerten wird nicht vorgenommen. Die Wertänderung des Dirty Price wird erfolgswirksam im Handelsergebnis dargestellt. Derivate,

die weder zu Handelszwecken noch zu Sicherungszwecken dienen, werden unter den Bilanzposten Derivative Finanzinstrumente

ausgewiesen. Außerdem sind etwaige Lieferverbindlichkeiten aus Wertpapier-Leerverkäufen in den Handelspassiva dargestellt.

b. Designierte Finanzinstrumente zum Fair Value

Diese Kategorie umfasst im Wesentlichen jene finanziellen Vermögenswerte, die zum Zeitpunkt des erstmaligen Bilanzansatzes unabhängig

von einer Handelsabsicht unwiderruflich als designiertes Finanzinstrument zum Fair Value gewidmet wurden (sog. Fair Value

Option). Die Anwendung der Fair Value Option ist an die Voraussetzung geknüpft, dass sie zu relevanteren Informationen für den Bilanzleser

führt. Dies ist der Fall für jene finanziellen Vermögenswerte, die einem Portfolio angehören, für das die Steuerung und Performancemessung

auf der Basis von Fair Values erfolgt.

Es sind dies Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere sowie Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere.

Diese Finanzinstrumente sind gemäß IAS 39 zum Marktwert bewertet. Der Bilanzausweis erfolgt unter dem Bilanzposten Wert papiere

und Beteiligungen, laufende Erträge werden im Zinsüberschuss dargestellt, Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse werden im Ergebnis

aus Finanzinvestitionen gezeigt.

Andererseits werden Verbindlichkeiten als Finanzinstrument zum Fair Value designiert, um Bewertungsinkongruenzen mit den im Zusammenhang

stehenden Derivaten zu vermeiden. Der Fair Value der unter Anwendung der Fair Value Option in diese Kategorie klassifizierten

finanziellen Verpflichtungen enthält sämtliche Marktrisikofaktoren einschließlich des mit diesen finanziellen Verpflichtungen in Verbindung

stehenden Kreditrisikos des Konzerns. Zu den finanziellen Verpflichtungen gehören im Wesentlichen strukturierte Anleihen. Der Fair

Value dieser finanziellen Verpflichtungen wird durch die Abzinsung der vertraglichen Cash-Flows mithilfe einer kreditrisikoadjustierten

Zins strukturkurve ermittelt, die das Niveau widerspiegelt, auf dem der Konzern ähnliche Finanzinstrumente zum Bilanzstichtag begeben

würde. Die Marktrisikoparameter werden entsprechend vergleichbaren Finanz instrumenten bewertet, die als Vermögenswerte gehalten

werden. Bewertungsergebnisse für Verbindlichkeiten, die als Finanzinstrument zum Fair Value designiert wurden, werden im Ergebnis aus

derivativen Finanzinstrumenten ausgewiesen.

2. Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte

Nicht derivative finanzielle Vermögenswerte (Wertpapiere mit festen oder bestimmbaren Zahlungen sowie einer festen Laufzeit), die mit der

Absicht sowie mit der Möglichkeit, sie bis zur Endfälligkeit zu halten, erworben werden, sind im Bilanzposten Wertpapiere und Beteiligungen

ausgewiesen. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten, wobei Unterschiedsbeträge über die Laufzeit verteilt im Zinsergebnis

vereinnahmt werden. Bei Vorliegen einer Wertminderung wird diese bei der Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten im Ergebnis aus

Finanzinvestitionen berücksichtigt. Kuponzahlungen sind ebenfalls im Zinsergebnis berücksichtigt. Eine Veräußerung dieser Finanzinstrumente ist

nur in den im IAS 39 explizit angeführten Ausnahmefällen zulässig.

3. Kredite und Forderungen

Dieser Kategorie werden nicht derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren Zahlungsansprüchen zugeordnet, für die

kein aktiver Markt besteht. Die Bewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten. Bei Vorliegen einer Wertminderung wird diese bei der

Ermittlung der fortgeführten Anschaffungskosten berücksichtigt. Ein Unterschiedsbetrag zwischen Auszahlungsbetrag und Nennbetrag wird –


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

sofern Zinscharakter vorliegt – effektiv zinsgerecht abgegrenzt. Gewinne aus dem Verkauf von Forderungen werden in der Erfolgsrechnung

unter dem Posten Kreditrisikovorsorgen erfasst. Des Weiteren werden hier Schuldverschreibungen ausgewiesen, für die kein aktiver Markt

vorliegt. Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts im Rahmen von Verbriefungen erfolgt – nach Prüfung, ob die Verbriefungs-

Zweckgesellschaft konsolidiert werden muss – anhand eines Chancen- und Risiken- bzw. Kontrolltests gemäß IAS 39 bei Verlust der Kontrolle

über die vertraglichen Rechte aus diesem Vermögenswert.

4. Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Die Kategorie zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte umfasst jene Finanzinstrumente (im Wesentlichen Unternehmensanteile,

für die kein aktiver Markt besteht), die keiner der drei anderen Kategorien zugeordnet wurden. Die Bewertung erfolgt, soweit sich ein Marktwert

verlässlich bestimmen lässt, zu diesem. Bewertungsdifferenzen sind im Sonstigen Ergebnis auszuweisen und werden nur dann im Ergebnis

aus Finanzinvestitionen erfasst, wenn ein objektiver Hinweis auf eine Wertminderung besteht. Bei Eigenkapitalinstrumenten liegt eine Wertminderung

unter anderem dann vor, wenn der Fair Value entweder signifikant oder für längere Dauer unter den Anschaffungskosten liegt.

Im Konzern werden Eigenkapitalinstrumente der Kategorie AfS abgeschrieben, wenn der Fair Value in den letzten 6 Monaten vor dem

Abschlussstichtag permanent um mehr als 20 Prozent oder in den letzten 12 Monaten vor dem Abschlussstichtag im Durchschnitt mehr als

10 Prozent unter dem Buchwert lag. Neben diesen quantitativen Hinweisen (Trigger Events) werden zur Prüfung auch die qualitativen Trigger

Events des IAS 39.59 herangezogen. Wertaufholungen dürfen bei Eigenkapitalinstrumenten der Kategorie AfS nicht in der Erfolgsrechnung

erfasst werden; vielmehr sind sie als sonstiges Ergebnis über die Neubewertungs rücklage (AfS-Rücklage) zu buchen. Insofern ergeben sich

Effekte auf den Jahresüberschuss hier nur bei Wertminderung oder Veräußerung.

Bei nicht notierten Eigenkapitalinstrumenten, für die ein verlässlicher Fair Value nicht regel mäßig ermittelt werden kann und die

deshalb zu Anschaffungskosten abzüglich erforderlicher Wertminderungen bewertet sind, darf eine Wertaufholung überhaupt nicht

vorgenommen werden.

Der Ausweis der Finanzinstrumente selbst erfolgt im Bilanzposten Wertpapiere und Beteiligungen.

5. Finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten werden überwiegend mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten angesetzt. Abgezinst begebene Schuldverschreibungen

und ähnliche Verbindlichkeiten werden zum Barwert ausgewiesen. Zum Fair Value bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

sind in der Kategorie Verbindlichkeiten, die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, dargestellt.

Umkategorisierung

Gemäß IAS 39.50 können unter außergewöhnlichen Umständen nicht derivative Finanzinstrumente der Kategorie Handelsaktiva und der

Kategorie AfS in die Kategorien Bis zur End fälligkeit zu haltende Vermögenswerte bzw. Kredite und Forderungen umgegliedert werden. Im

Jahr 2010 wurde von dieser Umgliederungsmöglichkeit kein Gebrauch gemacht. Die Effekte aus vorangegangenen Umkategorisierungen

werden im Anhang unter Punkt (20) Wertpapiere und Beteiligungen dargestellt.

Beizulegender Zeitwert (Fair Value)

RZB Geschäftsbericht 2010

Als beizulegenden Zeitwert bezeichnet man den Betrag, zu dem zwischen sachverständigen, vertragswilligen und voneinander unabhängigen

Geschäftspartnern ein Vermögenswert getauscht oder eine Schuld beglichen werden könnte.

Notierte Preise in einem aktiven Markt (Level I)

Der beizulegende Zeitwert wird am besten durch einen Marktwert ausgedrückt, soweit ein öffentlich notierter Marktpreis zur Verfügung

steht. Dies gilt insbesondere für an Börsen ge handelte Eigenkapitalinstrumente, im Interbankenmarkt gehandelte Fremdkapitalinstrumente und

börsegehandelte Derivate.

Bewertungsverfahren mittels beobachtbarer Parameter (Level II)

In den Fällen, in denen keine Börsenotierungen für einzelne Finanzinstrumente vorliegen, werden zur Bestimmung des Fair Value die

Marktpreise vergleichbarer Finanzinstrumente herangezogen oder durch anerkannte Bewertungsmodelle mithilfe von beobachtbaren Preisen

oder Parametern (insbesondere Barwertmethoden oder Optionspreismodellen) ermittelt. Diese Verfahren betreffen die Mehrheit der OTC-

Derivate und der nicht börsenotierten Fremdkapitalinstrumente.

127


128 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Bewertungsverfahren mittels nicht beobachtbarer Parameter (Level III)

Sind keine beobachtbaren Börsekurse oder Preise verfügbar, wird der Fair Value anhand von Bewertungsmodellen ermittelt, die für das

jeweilige Instrument angemessen sind. Die Anwendung dieser Modelle erfordert Annahmen und Einschätzungen des Managements, deren

Umfang von der Preistransparenz in Bezug auf das Finanzinstrument und dessen Markt sowie von der Komplexität des Instruments abhängt.

Klassen der Finanzinstrumente gemäß IFRS 7

Da die Wesensart der Finanzinstrumente bereits in geeigneter Weise durch die Gliederung der Bilanzposten zum Ausdruck gebracht

wird, ist die Bildung von Klassen an denjenigen Posten der Bilanz ausgerichtet worden, die Finanzinstrumente beinhalten. Klassen von

Finanzinstrumenten der Aktivseite sind vor allem Barreserve, Forderungen an Kreditinstitute, Forderungen an Kunden, Handelsaktiva, derivative

Finanzin strumente, Derivate aus Sicherungsgeschäften sowie Wertpapiere und Beteiligungen (darunter separat nicht auf einem aktiven

Markt gehandelte finanzielle Vermögenswerte, die zu Anschaffungskosten bewertet werden). Klassen von Finanzinstrumenten der Passivseite

sind insbesondere die Handelspassiva, derivative Finanzinstrumente, Derivate aus Sicherungsgeschäften, Verbindlichkeiten gegenüber

Kreditinstituten, Verbindlichkeiten gegenüber Kunden, verbriefte Verbindlichkeiten und nachrangige Verbindlichkeiten.

Klassenbildung Wesentlicher Bewertungsmaßstab Kategorie

Amortized

Costs Sonstige

gemäß

IAS 39 1)

Fair Value

Aktivische Klassen

Barreserve Nominalwert n/a

Handelsaktiva X TA

Derivative Finanzinstrumente X TA

Forderungen an Kreditinstitute X LaR

Forderungen an Kunden X LaR

davon Forderungen aus Finanzierungsleasing X n/a

Wertpapiere und Beteiligungen X aFV

Wertpapiere und Beteiligungen X AfS

Wertpapiere und Beteiligungen

davon nicht auf einem aktiven Markt gehandelte finanzielle

X HtM

Vermögenswerte

At Cost

AfS

Positive Marktwerte aus Sicherungsderivaten gemäß IAS 39

Passivische Klassen

X n/a

Handelspassiva X TL

Derivative Finanzinstrumente X TL

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten X FL

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden X FL

Nachrangige Verbindlichkeiten X FL

Verbriefte Verbindlichkeiten X FL

Verbriefte Verbindlichkeiten X aFV

Negative Marktwerte aus Sicherungsderivaten gemäß IAS 39 X n/a

1) AfS Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

aFV Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertette finanzielle Vermögenswerte

FL Finanzielle Verbindlichkeiten

HtM Bis zur Endfälligkeit zu haltende Vermögenswerte

LaR Kredite und Forderungen

TA Handelsaktiva

TL Handelspassiva


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Derivative Finanzinstrumente

Zu den im Konzern eingesetzten Derivaten zählen Swaps, standardisierte Terminkontrakte, Termingeschäfte, Kreditderivate, Optionen und

ähnliche Kontrakte. Im Rahmen der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit wickelt der Konzern unterschiedliche Transaktionen mit derivativen

Finanzinstrumenten sowohl zu Handels- als auch zu Sicherungszwecken ab. Der Konzern setzt Derivate ein, um den Bedürfnissen der

Kunden im Rahmen von deren Risikomanagement Rechnung zu tragen, Risiken zu steuern und abzusichern sowie um Erträge im Eigenhandel

zu generieren. Derivate werden erstmals zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und anschließend

zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Der aus der Bewertung resultierende Gewinn oder Verlust wird sofort im Ergebnis aus derivativen

Finanzinstrumenten erfasst, es sei denn, das Derivat ist als Sicherungsinstrument im Rahmen des Hedge Accounting designiert und effektiv.

Hier hängt der Zeitpunkt der Erfassung der Bewertungsergebnisse von der Art der Sicherungsbeziehung ab.

Derivate, die zur Absicherung gegen Marktrisiken (ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen und gegen ein inhomogenes

Portfolio gestellt werden, erfüllen nicht die Bedingung für IAS 39 Hedge Accounting. Sie werden wie folgt bilanziert: Die Dirty Prices sind unter

dem Bilanzposten Derivative Finanzinstrumente (aktivseitig: positive Marktwerte, passiv seitig: negative Marktwerte) ausgewiesen. Die Wertänderung

dieser Derivate auf der Basis des Clean Price ist im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten (Ergebnis aus sonstigen Derivaten)

dargestellt, die Zinsen werden im Zinsüberschuss gezeigt.

Kreditderivate, deren Wert von dem in der Zukunft erwarteten (Nicht-)Eintritt spezifizierter Kreditereignisse abhängt, sind mit dem Marktwert

unter dem Bilanzposten Derivative Finanzinstrumente (aktivseitig: positive Marktwerte, passivseitig: negative Marktwerte) ausgewiesen. Die

Wertänderungen werden im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten erfasst.

Bilanzierung von Sicherungsgeschäften (Hedge Accounting)

RZB Geschäftsbericht 2010

Werden Derivate zum Zweck des Risikomanagements gehalten und erfüllen die entsprechenden Geschäfte spezifische Kriterien, wendet

der Konzern Hedge Accounting an. Der Konzern designiert einzelne Sicherungsinstrumente, im Wesentlichen Derivate, im Rahmen der

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge), von Zahlungsströmen (Cash-Flow Hedge) oder von Nettoinvestitionen in

wirtschaftlich selbständige Teileinheiten (Capital Hedge). Zu Beginn der Sicherungsbeziehung wird die Beziehung zwischen Grund- und

Sicherungsgeschäft einschließlich der zugrunde liegenden Risikomanagementziele dokumentiert. Des Weiteren wird sowohl bei Eingehen

der Sicherungsbeziehung als auch in deren Verlauf regelmäßig dokumentiert, dass das in der Sicherungsbeziehung designierte Sicherungsinstrument

hinsichtlich der Kompensation der Änderungen des beizulegenden Zeitwerts bzw. der Cash-Flows des Grundgeschäfts in hohem

Maß effektiv ist.

a. Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedge)

IAS 39 sieht die Anwendung des Hedge Accounting für Derivate vor, die der Absicherung des beizulegenden Zeitwerts bilanzierter

Vermögenswerte oder Verbindlichkeiten dienen. Einem solchen Marktwertrisiko unterliegt insbesondere das Kreditgeschäft, sofern es sich

um festverzinsliche Forderungen handelt. Zur Absicherung des Zinsänderungsrisikos bei einzelnen Krediten bzw. Refinanzierungen werden

Interest Rate Swaps abgeschlossen, die die Voraussetzungen für Hedge Accounting erfüllen. Dies bedeutet, dass die Sicherungs geschäfte

dokumentiert, fortlaufend beurteilt und als hoch wirksam eingestuft werden. Es kann also über die gesamte Laufzeit des Sicherungsgeschäfts

davon ausgegangen werden, dass Änderungen des beizulegenden Zeitwerts eines gesicherten Grundgeschäfts nahezu vollständig durch

eine Änderung des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments kompensiert werden und die tatsächlichen Ergebnisse in einer

Bandbreite von 80 Prozent bis 125 Prozent liegen.

Derivate, die zur Absicherung des Marktwerts von einzelnen Bilanzposten (ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen

werden, werden mit dem Marktwert (Dirty Price) unter dem Bilanzposten Derivative Finanzinstrumente (aktivseitig: positive Marktwerte,

passivseitig: negative Marktwerte) bilanziert. Die Buchwertänderungen des gesicherten Grundgeschäfts (Aktiva oder Passiva) werden

direkt den betroffenen Bilanzposten zugerechnet und im Anhang gesondert ausgewiesen.

Sowohl das Ergebnis aus der Veränderung der Buchwerte der abzusichernden Positionen als auch das Ergebnis aus der Veränderung der

Clean Prices der Derivate werden im Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten (Ergebnis aus dem Hedge Accounting) gebucht.

b. Absicherung von Zahlungsströmen (Cash-Flow Hedge)

IAS 39 sieht die Anwendung des Cash-Flow Hedge Accounting für Derivate vor, die der Absicherung gegen das Risiko einer Veränderung

künftiger Zahlungsströme dienen. Einem solchen Cash-Flow-Risiko unterliegen insbesondere variabel verzinsliche Verbindlichkeiten. Interest

Rate Swaps, die zur Absicherung des Risikos aus schwankenden Cash-Flows bestimmter variabler Zinspositionen abgeschlossen werden,

werden wie folgt bilanziert: Das Sicherungsinstrument wird mit dem Marktwert angesetzt, die Änderungen des Clean Price werden im

Sonstigen Ergebnis verbucht.

129


130 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

c. Absicherung einer Nettoinvestition in eine wirtschaftlich selbständige Teileinheit (Capital Hedge)

Im Konzern werden Kurssicherungsgeschäfte für Investitionen in wirtschaftlich selbständige Teileinheiten (IAS 39.102) zur Reduktion der

aus der Währungsumrechnung der Eigen kapitalbestandteile resultierenden Differenzen getätigt. Als Sicherungsinstrumente dienen in erster

Linie Verbindlichkeiten in Fremdwährung, Devisenoptionen, Devisentermingeschäfte sowie Fremdwährungsswaps.

Die daraus resultierenden Gewinne bzw. Verluste aus der Währungsumrechnung werden im Sonstigen Ergebnis verrechnet und in der

Eigenkapitalüberleitung gesondert dargestellt, soweit die Sicherungsbeziehung effektiv ist.

Ein etwaiger ineffektiver Teil dieser Sicherungsbeziehung wird im Handelsergebnis erfasst. Die zugehörigen Zinskomponenten werden

im Zinsüberschuss ausgewiesen. Latente Steuern werden für das Ergebnis aus dem Capital Hedge nicht angesetzt, da die Ausnahmebestimmungen

des IAS 12.39 anzuwenden sind.

Aufrechnung (Offsetting)

Bei Identität von Schuldner und Gläubiger erfolgt eine Aufrechnung laufzeit- und währungskonformer Forderungen und Verbindlichkeiten nur

dann, wenn ein durchsetzbares Recht darauf besteht und die Aufrechnung dem tatsächlich erwarteten Ablauf des Geschäfts entspricht.

Barreserve

Die Barreserve enthält den Kassenbestand und täglich fällige Forderungen gegenüber Zentralbanken. Diese werden mit ihrem Nennwert

dargestellt.

Kreditrisikovorsorgen

An jedem Bilanzstichtag wird beurteilt, inwiefern objektive Hinweise auf eine Wertminderung eines finanziellen Vermögenswerts oder einer

Gruppe finanzieller Vermögenswerte vorliegen. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte gilt als

wertgemindert und ein Wertminderungsverlust als entstanden, wenn:

■ objektive Hinweise auf eine Wertminderung infolge eines Verlustereignisses vorliegen, das nach der erstmaligen Erfassung des Finanzinstruments

und bis zum Bilanzstichtag eingetreten ist („Verlustereignis“);

■ das Verlustereignis einen Einfluss auf die geschätzten zukünftigen Cash-Flows des finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe finanzieller

Vermögenswerte hatte und

■ eine verlässliche Schätzung des Betrags vorgenommen werden kann.

Risiken des Kreditgeschäfts wird durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen und Portfolio-Wertberichtigungen Rechnung getragen.

Letztere umfassen Wertberichtigungen auf Kreditportfolios mit gleichem Risikoprofil, die unter bestimmten Voraussetzungen gebildet werden.

Im Retail-Bereich erfolgt die Bildung nach Produktportfolios und Überfälligkeiten. Sowohl die Einzelwertberichtigungen als auch die Portfolio-

Wertberichtigungen werden nicht mit den entsprechenden Forderungen verrechnet, sondern in der Bilanz offen ausgewiesen.

Für die bei Kunden- und Bankforderungen vorhandenen Bonitätsrisiken werden nach konzern einheitlichen Maßstäben Vorsorgen in Höhe des

voraussichtlichen Ausfalls gebildet. Eine Ausfallgefährdung wird dann angenommen, wenn – unter Berücksichtigung der Sicherheiten – die

diskontierten voraussichtlichen Rückzahlungsbeträge und Zinszahlungen unter dem Buchwert der Forderung liegen. Für die Ermittlung von

Portfolio-Wertberichtigungen werden Bewertungsmodelle herangezogen, wobei die voraussichtlichen zukünftigen Cash-Flows anhand historischer

Ausfallerfahrungen für die Forderungen im jeweiligen Kreditportfolio geschätzt werden. Dies erfolgt regelmäßig unter Berücksichtigung

der wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Für Non-Retail-Portfolios, für die keine eigene Verlusthistorie dokumentiert wurde, wird hierbei auf

Benchmarkwerte vergleichbarer Peer Groups zurückgegriffen.

Der Gesamtbetrag der Kreditrisikovorsorgen, der sich auf bilanzielle Forderungen bezieht und die Einzelwertberichtigungen und die

Portfolio-Wertberichtigungen umfasst, wird als eigener Posten auf der Aktivseite nach den Forderungen ausgewiesen. Die Risikovorsorge für

außerbilanzielle Geschäfte wird als Rückstellung bilanziert.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten und Verpflichtungen

Ausbuchung von finanziellen Vermögenswerten

Die Ausbuchung eines finanziellen Vermögenswerts erfolgt, wenn die vertraglich vereinbarten Ansprüche auf Cash-Flows aus dem finanziellen

Vermögenswert erlöschen, der Konzern diese übertragen hat oder bei Eintritt bestimmter Kriterien die Verpflichtung übernommen hat, diese

Cash-Flows an einen oder mehrere Empfänger weiterzuleiten. Ein übertragener Vermögenswert wird auch ausgebucht, wenn alle wesentlichen

Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, übertragen werden.

Verbriefungstransaktionen

Der Konzern verbrieft verschiedene finanzielle Vermögenswerte aus Transaktionen mit privaten und gewerblichen Kunden durch den Verkauf

an eine Zweckgesellschaft (SPE), die ihrerseits Wertpapiere an Investoren ausgibt. Die Übertragung der Vermögenswerte kann zu einer

vollständigen oder teilweisen Ausbuchung führen. Rechte an den verbrieften finanziellen Vermögenswerten können in Form von erst- oder

nachrangigen Tranchen, Zinsansprüchen oder sonstigen Residualansprüchen zurückbehalten werden.

Ausbuchung finanzieller Verbindlichkeiten

Der Konzern bucht eine finanzielle Verbindlichkeit aus, wenn die Verpflichtungen des Konzerns beglichen, aufgehoben oder ausgelaufen sind.

Pensionsgeschäfte

Im Rahmen echter Pensionsgeschäfte (Repo-Geschäfte) verkauft der Konzern Vermögenswerte an einen Vertragspartner und vereinbart

gleichzeitig, diese an einem bestimmten Termin zu einem vereinbarten Kurs zurückzukaufen. Die Vermögenswerte verbleiben in der Bilanz des

Konzerns und werden nach den Regeln des jeweiligen Bilanzpostens bewertet. Die Liquiditätszuflüsse aus den Repo-Geschäften werden je nach

Gegenpartei als Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten oder Verbindlichkeiten gegenüber Kunden in der Bilanz ausgewiesen.

Bei Reverse-Repo-Geschäften werden Vermögenswerte mit der gleichzeitigen Verpflichtung eines zukünftigen Verkaufs gegen Entgelt erworben.

Die Liquiditätsabflüsse aus den Reverse-Repo-Geschäften werden in den Bilanzposten Forderungen an Kreditinstitute bzw. Forderungen

an Kunden bilanziert.

Zinsaufwendungen aus Repo-Geschäften und Zinserträge aus Reverse-Repo-Geschäften werden linear über die Laufzeit abgegrenzt und im

Zinsüberschuss ausgewiesen.

Wertpapierleihgeschäfte

Wertpapierleihgeschäfte werden analog dem Ausweis von Wertpapieren aus echten Pensionsgeschäften bilanziert. Dabei verbleiben

verliehene Wertpapiere weiterhin im Wertpapierbestand und werden nach den Regeln des IAS 39 bewertet. Entliehene Wertpapiere werden

nicht bilanziert und auch nicht bewertet. Durch den Konzern gestellte Barsicherheiten für Wertpapierleihgeschäfte werden als Forderungen,

erhaltene Sicherheiten als Verbindlichkeiten ausgewiesen.

Leasing

Leasingverhältnisse werden entsprechend ihrer vertraglichen Ausgestaltung wie folgt klassifiziert:

Finanzierungsleasing

RZB Geschäftsbericht 2010

Wenn nahezu alle Chancen und Risiken aus dem Leasinggegenstand auf den Leasingnehmer übergehen, wird im Konzern als Leasinggeber

eine Forderung gegenüber Kreditinstituten bzw. Kunden ausgewiesen. Der Ausweis der Forderung erfolgt in Höhe des Nettoinvestitionswerts.

Die Erträge aus Finanzierungsverhältnissen werden so auf die Perioden verteilt, dass eine konstante periodische Verzinsung des ausstehenden

Nettoinvestitionswerts aus den Leasingverhältnissen gezeigt wird. Im Rahmen eines Finanzierungs-Leasingverhältnisses als Leasingnehmer

gehaltene Vermögenswerte werden im jeweiligen Posten des Sachanlagevermögens ausgewiesen, dem passivseitig eine entsprechende

Leasingverbindlichkeit gegenübersteht.

131


132 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Operating Leasing

Operating Leasing liegt vor, wenn die mit dem Eigentum verbundenen Chancen und Risiken beim Leasinggeber liegen. Die Leasinggegenstände

werden im Konzern dem Bilanzposten Sachanlagen zugeordnet und Abschreibungen nach den für das jeweilige Anlagevermögen

geltenden Grundsätzen vorgenommen. Mieteinnahmen aus dem entsprechenden Leasing gegenstand werden linear über die Laufzeit des

entsprechenden Leasingverhältnisses verteilt und im Sonstigen betrieblichen Ergebnis ausgewiesen. Aufwendungen für Operating-Leasingverhältnisse

werden grundsätzlich linear über die Laufzeit des Leasingvertrags erfasst und in den Verwaltungsaufwendungen ausgewiesen.

Beteiligungen

Anteile an Tochterunternehmen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden, und Anteile

an assoziierten Unternehmen, die nicht at-equity erfasst wurden, sind in den Wertpapieren und Beteiligungen ausgewiesen und – soweit kein

Börsekurs vorliegt – mit den Anschaffungskosten bewertet.

Anteile an sonstigen Unternehmen werden zum Zeitpunkt des erstmaligen Bilanzansatzes der Kategorie Zur Veräußerung verfügbare

finanzielle Vermögenswerte zugeordnet. Damit werden Wertänderungen im Sonstigen Ergebnis erfasst. Eine dauerhafte Wertminderung

wird im Ergebnis aus Finanzinvestitionen verbucht.

Immaterielle Vermögenswerte

Unter diesem Posten werden neben selbst erstellter und erworbener Software Marken rechte, erworbener Kundenstock und insbesondere

Firmenwerte ausgewiesen. Immaterielle Vermögenswerte, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben wurden, werden

gesondert vom Geschäfts- oder Firmenwert erfasst und im Erwerbszeitpunkt mit ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Firmenwerte und

sonstige immaterielle Vermögenswerte ohne bestimmbare Nutzungsdauer (Markenrechte) werden an jedem Bilanzstichtag auf ihre Werthaltigkeit

überprüft, bzw. erfolgt bei besonderen Ereignissen (Trigger Events) auch unterjährig eine Überprüfung der Werthaltigkeit. Sofern Umstände

vorliegen, die den erwarteten Nutzen nicht mehr erkennen lassen, wird gemäß IAS 36 eine Wertminderung vorgenommen.

Entgeltlich erworbene immaterielle Vermögenswerte mit bestimmbarer Nutzungsdauer (Software, Kundenstock) werden mit den Anschaffungskosten,

vermindert um planmäßige Abschreibungen, bilanziert.

Selbst erstellte immaterielle Vermögenswerte umfassen ausschließlich Software und werden aktiviert, wenn es wahrscheinlich ist, dass

dem Konzern daraus künftig ein wirtschaftlicher Nutzen entsteht und die Herstellungskosten verlässlich ermittelt werden können. Kosten für

Forschungsaktivitäten werden in der Periode, in der sie anfallen, als Aufwand erfasst. Die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer für Software

beträgt zwischen 4 und 6 Jahren. Bei Software-Großprojekten kann sich die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer auch auf einen darüber

hinausgehenden Zeitraum erstrecken. Die Nutzungsdauer für den erworbenen Kundenstock wurde für den Geschäftsbereich Corporate

Customers mit 7 Jahren und für den Geschäftsbereich Retail Customers für die Raiffeisen Bank Aval JSC mit 20 Jahren, für die OAO Impexbank

(mittlerweile in die ZAO Raiffeisenbank verschmolzen) und die eBanka a.s. (mittlerweile in die Raiffeisenbank a.s. verschmolzen) mit jeweils

5 Jahren festgelegt.

Sachanlagen

Sachanlagen werden mit den Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten, vermindert um plan mäßige Abschreibungen, angesetzt. Den linearen

Abschreibungen werden folgende betriebsgewöhnliche Nutzungsdauern zugrunde gelegt:

Betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer Jahre

Gebäude 25–50

Büro- und Geschäftsausstattung 5–10

Hardware 3–5

Grundstücke werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Die erwarteten Nutzungsdauern, Restwerte und Abschreibungsmethoden werden jährlich überprüft und sämtliche notwendigen Schätzungsänderungen

prospektiv berücksichtigt. Bei voraussichtlich dauernden Wertminderungen werden außerplanmäßige Abschreibungen vorgenommen.

Bei Wegfall der Abschreibungsgründe erfolgt die Zuschreibung bis zu den fortgeschriebenen Anschaffungskosten.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Der sich aus dem Verkauf ergebende Gewinn oder Verlust bestimmt sich als Differenz zwischen dem Veräußerungserlös und dem Buchwert

des Vermögenswerts und wird im Sonstigen betrieblichen Ergebnis erfasst. Bei der Stilllegung einer Sachanlage wird der Abgang des

Buchwerts des betroffenen Vermögenswerts ebenfalls dort erfasst.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als solche bezeichnet man Immobilien, die zur Erzielung von Mieteinnahmen und/oder zum Zweck der Wertsteigerung gehalten werden. Die

als Finanzinvestition gehaltenen Grundstücke und Gebäude (Investment Property) werden entsprechend der nach IAS 40 zulässigen Cost

Method mit den fortgeschriebenen Anschaffungskosten bewertet und wegen untergeordneter Bedeutung in den Sachanlagen ausgewiesen.

Die Ergebnisse daraus werden im Sonstigen betrieblichen Ergebnis dargestellt.

Vorräte

Die Bewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungskosten unter Beachtung des Niederstwertprinzips. Abwertungen werden vorgenommen,

sofern der Anschaffungswert über dem Nettoveräußerungswert am Bilanzstichtag liegt oder wenn aufgrund eingeschränkter Ver wertbarkeit

oder langer Lagerzeit eine Wertminderung der Vorräte eingetreten ist.

Als zur Veräußerung gehaltene klassifizierte langfristige Vermögenswerte

oder Veräußerungsgruppen

Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert

überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Diese Bedingung wird nur dann als erfüllt

angesehen, wenn einerseits die Veräußerung hoch wahrscheinlich ist und der Vermögenswert (oder die Veräußerungsgruppe) in seiner (ihrer)

Beschaffenheit für einen sofortigen Verkauf verfügbar ist sowie andererseits die Geschäftsführung sich zu einer Veräußerung verpflichtet hat.

Weiters muss der Veräußerungsvorgang innerhalb von 12 Monaten abgeschlossen sein.

Langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen, die als zur Veräußerung gehalten klassifiziert sind, werden zu dem niedrigeren

Betrag ihres ursprünglichen Buchwerts und dem beizulegenden Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten bewertet und unter den Sonstigen

Aktiva ausgewiesen.

Rückstellungen

Rückstellungen werden gebildet, wenn der Konzern eine gegenwärtige Verpflichtung aus einem vergangenen Ereignis hat und es

wahrscheinlich ist, dass der Konzern verpflichtet sein wird, diese zu erfüllen, sowie eine verlässliche Schätzung des Betrags möglich ist.

Der angesetzte Rückstellungsbetrag ist der am Bilanzstichtag bestmögliche Schätzwert für die Leistung, die unter Berücksichtigung der

der Verpflichtung zugrundeliegenden Risiken und Unsicher heiten hinzugeben ist, um die gegenwärtige Verpflichtung zu erfüllen.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

RZB Geschäftsbericht 2010

Sämtliche leistungsorientierte Sozialkapitalrückstellungen (Rückstellungen für Pensionen, Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder)

werden gemäß IAS 19 – Employee Benefits – nach dem Anwartschaftsbarwertverfahren (Projected Unit Credit Method) ermittelt.

Für die versicherungsmathematische Berechnung der Pensionsverpflichtungen wurden folgende Annahmen getroffen:

in Prozent 2010 2009

Diskontierungszinssatz 4,25 4,75

Pensionswirksame Gehaltssteigerung bei aktiven Dienstnehmern 2,5 3,0

Individueller Karrieretrend bei aktiven Dienstnehmern 2,5 2,0

Erwartete Pensionserhöhung 2,0 2,0

Erwartete Rendite aus Planvermögen 4,25 4,25

Die Berechnungen basieren auf einem kalkulatorischen Pensionsantrittsalter von 65 Jahren für Männer und 60 Jahren für Frauen unter

Beachtung der gesetzlichen Übergangsbe stimmungen sowie einzelvertraglicher Besonderheiten.

133


134 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Zusammenhang mit Pensionsverpflichtungen werden in der Erfolgsrechnung verbucht.

Das Wahlrecht gemäß IAS 19.92 (Korridormethode) wird nicht ausgeübt.

Für die versicherungsmathematische Berechnung der Abfertigungsverpflichtungen und Jubiläumsgelder wurden folgende Annahmen getroffen:

in Prozent 2010 2009

Diskontierungszinssatz 4,25 4,75

Durchschnittliche Gehaltssteigerung 2,5 3,0

Individueller Karrieretrend 2,5 2,0

Als biometrische Rechnungsgrundlagen werden für alle Sozialkapitalrückstellungen der österreichischen Konzerneinheiten die AVÖ 2008-P-

Rechnungsgrundlagen für die Pensionsversicherung – Pagler & Pagler in der Ausprägung für Angestellte – herangezogen. In anderen Ländern

werden vergleichbare aktuarische Berechnungsgrundlagen verwendet.

Sonstige Rückstellungen

Sonstige Rückstellungen werden für ungewisse Verbindlichkeiten gegenüber Dritten in Höhe der zu erwartenden Inanspruchnahme gebildet.

Eine Abzinsung dieser Rückstellungen wird aufgrund der Unwesentlichkeit des aus der Diskontierung resultierenden Zinseffekts nicht

vor genommen.

Beitragsorientierte Pensionsvorsorge

Im Rahmen beitragsorientierter Vorsorgepläne entrichtet das Unternehmen festgelegte Beiträge an eine Pensionskasse. Die Zahlungen werden

in der Erfolgsrechnung als Personalaufwand erfasst.

Nachrangkapital

Im Bilanzposten Nachrangkapital wird Nachrangkapital und Ergänzungskapital ausgewiesen. Verbriefte und unverbriefte Vermögenswerte

sind nachrangig, wenn die Forderungen im Fall der Liquidation oder des Konkurses erst nach den Forderungen der anderen, nicht nach -

rangigen Gläubiger befriedigt werden können. Als Ergänzungskapital bezeichnet man eingezahlte Eigenmittel, die einem Kreditinstitut für

zumindest 8 Jahre von Dritten zur Verfügung gestellt werden, für die Zinsen ausbezahlt werden dürfen, soweit sie im Jahresüberschuss gedeckt

sind, und die im Fall der Insolvenz des Kreditinstituts auch erst nach Befriedigung der übrigen Gläubiger zurückgezahlt werden.

Aktienbasierte Vergütung

Im Tochterunternehmen Raiffeisen Bank International AG hat der Vorstand mit Zustimmung des Aufsichtsrats ein Share Incentive Program (SIP)

beschlossen, das eine performanceabhängige bedingte Zuteilung von Aktien der Gesellschaft an berechtigte Mitarbeiter im In- und Ausland

innerhalb einer vorgegebenen Frist anbietet. Teilnahmeberechtigt sind die bisherigen Vorstände und ausgewählte Führungskräfte der RBI AG

sowie Vorstandsmitglieder mit ihr verbundener Bank-Tochterunternehmen und anderer verbundener Unternehmen.

Die Anzahl der Stammaktien der RBI AG, die letztlich übertragen werden, hängt vom Erreichen zweier Performance-Kriterien ab: vom vorgegebenen

Return on Equity (ROE) und von der Wertentwicklung der Aktie der RBI AG im Vergleich zum Total Shareholder Return der Aktien der

Unternehmen im DJ Euro Stoxx Banks-Index nach Ablauf einer dreijährigen Halteperiode. Des Weiteren muss ein aktives Dienstverhältnis zur

RBI bestehen. Die Teilnahme am SIP ist freiwillig.

Sämtliche mit dem Share Incentive Program im Zusammenhang stehenden Aufwendungen werden gemäß IFRS 2 (Share-based Payment) im

Personalaufwand erfasst und gegen das Eigenkapital verrechnet.

Zinsüberschuss

Zinsen und ähnliche Erträge umfassen vor allem Zinserträge aus Forderungen an Kredit institute und Kunden sowie aus festverzinslichen

Wertpapieren. Weiters werden laufende Erträge aus Aktien und anderen nicht festverzinslichen Wertpapieren (im Wesentlichen Dividenden),

Beteiligungserträge und Ergebnisse aus at-Equity-Bewertungen sowie Erträge mit zinsähnlichem Charakter im Zinsüberschuss ausgewiesen.

Dividendenerträge werden erfasst, wenn der Rechtsanspruch des Anteilseigners auf Zahlung entstanden ist. Zinsen und zinsähnliche

Aufwendungen umfassen vor allem Zinsaufwendungen für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten und Kunden sowie für verbriefte

Verbindlichkeiten und Nachrangkapital. Zinserträge und Zinsaufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Provisionsüberschuss

Im Wesentlichen werden im Provisionsüberschuss Erträge und Aufwendungen für Dienst leistungen aus dem Zahlungsverkehr sowie dem

Devisen- und dem Kreditgeschäft erfasst. Die Erträge und Aufwendungen werden periodengerecht abgegrenzt.

Handelsergebnis

Das Handelsergebnis umfasst die Händlermarge aus dem Devisengeschäft, das Ergebnis aus der Fremdwährungsbewertung sowie alle

realisierten und unrealisierten Gewinne und Verluste aus den zum Fair Value bewerteten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen

Verbindlichkeiten. Weiters sind hier sämtliche aus Handelsaktivitäten resultierenden Zins- und Dividendenerträge sowie die auf den

Handelsbestand entfallenden Refinanzierungskosten enthalten.

Verwaltungsaufwendungen

In den Verwaltungsaufwendungen werden der Personalaufwand, der Sachaufwand sowie Wertminderungen auf Sachanlagen und auf

immaterielle Vermögenswerte ausgewiesen.

Ertragsteuern

Der laufende Steueraufwand wird auf Basis des zu versteuernden Einkommens für das laufende Jahr ermittelt. Das zu versteuernde Einkommen

unterscheidet sich vom Jahresüberschuss aus der Konzern-Gesamtergebnisrechnung aufgrund von Aufwendungen und Erträgen, die in

späteren Jahren oder niemals steuerbar bzw. steuerlich abzugsfähig sind. Die Verbindlichkeit des Konzerns für die laufenden Steuern wird

auf Grundlage der geltenden bzw. aus Sicht des Abschlussstichtages in Kürze geltenden Steuersätzen berechnet.

Die Bilanzierung und die Berechnung von latenten Steuern erfolgen in Übereinstimmung mit IAS 12 nach der bilanzorientierten Verbindlichkeitenmethode.

Auf alle temporären Differenzen, die aus dem Vergleich zwischen Konzernbuchwerten und steuerlichen Buchwerten resultieren

und sich in den Folgeperioden wieder ausgleichen, werden latente Steuern unter Zugrundelegung der landesspezifischen Steuersätze berechnet.

Für Verlustvorträge werden aktive latente Steuern angesetzt, wenn es wahrscheinlich ist, dass in Zukunft in derselben Gesellschaft mit

steuerbaren Gewinnen in entsprechender Höhe zu rechnen ist. Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird jedes Jahr am Abschlussstichtag

geprüft und herabgesetzt, falls es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass genügend zu versteuerndes Einkommen zur Verfügung stehen wird,

um den Anspruch vollständig oder teilweise zu realisieren. Eine Aufrechnung von latenten Steueransprüchen mit latenten Steuerverpflichtungen

wird je Tochterunternehmen vorgenommen.

Ertragsteueransprüche bzw. -verpflichtungen werden in den Bilanzposten Sonstige Aktiva bzw. Rückstellungen für Steuern gesondert ausgewiesen.

Laufende oder latente Steuern werden im Gewinn oder Verlust erfasst, es sei denn, dass sie im Zusammenhang mit Posten stehen, die im

sonstigen Ergebnis erfasst werden. In diesem Fall ist die laufende und latente Steuer ebenfalls im sonstigen Ergebnis zu erfassen.

Sonstiges Ergebnis

Im Sonstigen Ergebnis sind alle nach den Rechnungslegungsstandards direkt im Eigenkapital zu erfassenden Erträge und Aufwendungen

enthalten. Dies betrifft die Währungsdifferenzen aus der Umrechnung des in Fremdwährung gehaltenen Eigenkapitals, Veränderungen der

Absicherung von Nettoinvestitionen in ausländische Teileinheiten (Capital Hedge), den effektiven Teil des Cash-Flow Hedge, die Bewertungsänderungen

aus zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten (AfS) sowie die drauf entfallenden latenten Ertragsteuern.

Treuhandgeschäfte

Geschäfte, die eine Verwaltung oder Platzierung von Vermögenswerten für fremde Rechnung zur Basis haben, werden in der Bilanz nicht

ausgewiesen. Provisionszahlungen aus diesen Geschäften werden im Provisionsüberschuss gezeigt.

Finanzgarantien

RZB Geschäftsbericht 2010

Gemäß IAS 39 handelt es sich bei einer Finanzgarantie um einen Vertrag, der den Garantiegeber zur Leistung bestimmter Zahlungen

verpflichtet. Diese Zahlung entschädigt den Garantienehmer für einen Verlust, der ihm durch das nicht fristgemäße Begleichen von Zahlungsverpflichtungen

eines Schuldners gemäß den geltenden Bedingungen eines Schuldinstruments entsteht. Die Bewertung einer Finanzgarantie,

die erstmals zum Erfassungszeitpunkt vorgenommen wird, ist bei Vertragsabschluss unter marktgerechten Bedingungen ident mit der Prämie. Im

Rahmen von Folgebewertungen ist die Verbindlichkeit gemäß IAS 37 als Rückstellung darzustellen.

135


136 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Eventualverbindlichkeiten und andere außerbilanzielle Verpflichtungen

In diesem Posten werden im Wesentlichen Eventualverbindlichkeiten aus Bürgschaften, Avalkrediten und Akkreditiven sowie Kreditzusagen

zum Nominalwert erfasst. Als Bürgschaften sind Sachverhalte auszuweisen, bei denen die meldende Gesellschaft als Bürge gegenüber

dem Gläubiger eines Dritten für die Erfüllung der Verbindlichkeit des Dritten einsteht. Als unwiderrufliche Kreditzusagen sind Verpflichtungen

auszuweisen, aus denen ein Kreditrisiko entstehen kann. Dazu gehören Verpflichtungen, Darlehen zu gewähren, Wertpapiere zu kaufen

oder Garantien und Akzepte bereitzustellen. Die Risikovorsorge für Eventualverbindlichkeiten und unwiderrufliche Kreditzusagen wird als

Rückstellung für Risiken aus dem Kreditgeschäft gezeigt.

Angaben zur Kapitalflussrechnung

In der Kapitalflussrechnung wird die Veränderung des Zahlungsmittelbestands im Konzern durch die Zahlungsströme aus operativer Geschäfts-,

Investitions- und Finanzierungstätigkeit dargestellt. Die Zahlungsströme der Investitionstätigkeit umfassen vor allem Erlöse aus der Veräußerung

bzw. Zahlungen für den Erwerb von Finanzanlagen und Sachanlagen. Die Finanzierungstätigkeit bildet sämtliche Zahlungsströme aus

Transaktionen mit Eigenkapital sowie mit Nachrangkapital und Partizipationskapital ab. Alle übrigen Zahlungsströme werden – internationalen

Usancen für Kreditinstitute entsprechend – der operativen Geschäftstätigkeit zugeordnet.

Angaben zur Segmentberichterstattung

Erläuterungen zur Segmentberichterstattung sind im Kapitel Segmentberichte dargestellt.

Angaben zu Art und Ausmaß von Risiken

Neben den Informationen zu Risiken aus Finanzinstrumenten in den einzelnen Anhangangaben enthält insbesondere das Kapitel Risikobericht

ausführliche Darstellungen zu den Themen Kreditrisiko, Länderrisiko, Konzentrationsrisiko, Marktrisiko und Liquiditätsrisiko.

Kapitalmanagement

Angaben zum Kapitalmanagement sowie zu den aufsichtsrechtlichen Eigenmitteln und Risikoaktiva sind im Anhang unter Punkt (53) Kapitalmanagement

und Eigenmittel nach BWG dargestellt.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Erläuterungen zur Erfolgsrechnung

(1) Erfolgsrechnung nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle ist die Erfolgsrechnung gemäß den in IAS 39 definierten Bewertungskategorien aufgeführt:

in € Tausend 2010 2009

Gewinne (Verluste) aus finanziellen Vermögenswerten und

Verbindlichkeiten des Handelsbestands

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle

290.406 846.224

Vermögenswerte und Verbindlichkeiten 376.773 685.843

Zinsertrag

Gewinne (Verluste) aus zum beizulegenden Zeitwert bewerteten

264.899 345.001

finanziellen Vermögenswerten und Verbindlichkeiten (netto) 111.874 340.842

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 41.150 –88.208 1)

Zinsertrag 22.145 13.092 1)

Realisierte Gewinne (Verluste) aus nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (netto) 26.870 15.274

Verluste aus der Wertminderung von nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten –7.865 –116.573

Kredite und Forderungen 4.192.001 4.214.070

Zinsertrag 5.403.948 6.461.296

Realisierte Gewinne (Verluste) aus nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (netto) 2.879 12.652

Verluste aus der Wertminderung von nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten –1.214.825 –2.259.877

Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte 452.050 433.815

Zinsertrag 445.896 418.370

Realisierte Gewinne (Verluste) aus nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten (netto) 5.010 11.568

Verluste aus der Wertminderung von nicht zum Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerten 1.144 3.877

Finanzielle Verbindlichkeiten –2.849.041 –4.090.216

Zinsaufwendungen –2.849.041 –4.090.216

Derivate für Sicherungsmaßnahmen –10.282 –7.800

Nettozinsertrag –9.718 –8.756

Positive (negative) Zeitwertanpassungen bei der Bilanzierung von Sicherungsmaßnahmen (netto) –564 956

Erfolgsbeiträge aus Währungsumrechnung (netto) 284.376 30.283

Sonstige betriebliche Erträge und Aufwendungen –1.485.304 –1.199.841 1)

Jahresüberschuss vor Steuern aus fortgeführten Geschäftsbereichen 1.292.128 824.170

1) Adaptierung der Vorjahreszahlen durch Änderung der Zuordnung.

RZB Geschäftsbericht 2010

137


138 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

(2) Zinsüberschuss

Im Zinsüberschuss sind Zinserträge und -aufwendungen aus Posten des Bankgeschäfts, Dividendenerträge sowie Gebühren und Provisionen

mit Zinscharakter enthalten.

in € Tausend 2010 2009

Zinsen und zinsähnliche Erträge gesamt 6.446.936 7.469.523

Zinserträge 6.399.079 7.429.034

aus Guthaben bei Zentralbanken 99.718 155.287

aus Forderungen an Kreditinstitute 408.368 634.604

aus Forderungen an Kunden 4.610.793 5.311.661

aus Wertpapieren 708.837 759.891

aus Leasingforderungen 264.015 345.227

aus derivativen Finanzinstrumenten (Non-Trading), netto 307.348 222.365

Laufende Erträge 24.104 16.572

aus Aktien und nicht festverzinslichen Wertpapieren 1.959 3.481

aus Anteilen an verbundenen Unternehmen 8.674 1.818

aus sonstigen Beteiligungen 13.471 11.273

Zinsähnliche Erträge 23.753 23.916

Laufendes Ergebnis at-equity bewerteter Unternehmen 33.456 91.698

Zinsen und zinsähnliche Aufwendungen gesamt –2.851.741 –4.099.615

Zinsaufwendungen –2.803.714 –4.045.896

für Verbindlichkeiten gegenüber Zentralbanken –2.700 –9.399

für Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten –718.957 –1.097.909

für Verbindlichkeiten gegenüber Kunden –1.262.515 –1.857.754

für verbriefte Verbindlichkeiten –610.492 –856.115

für Nachrangkapital –209.050 –224.720

Zinsähnliche Aufwendungen –48.027 –53.719

Zinsüberschuss 3.628.651 3.461.606

Die Zinsspanne – bezogen auf die jeweiligen Durchschnitte der angegebenen Basis – hat sich wie folgt entwickelt:

in Prozent 2010 2009

Zinsspanne (Bilanzsumme) 2,47 2,25

Zinsspanne (Risikoaktiva Kreditrisiko) 6,24 4,25

Die Zinserträge beinhalten Zinserträge (Unwinding) von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute in Höhe von € 234.803

Tausend (2009: € 314.076 Tausend). Zinserträge von wertberichtigten Forderungen an Kunden und Kreditinstitute werden mithilfe des

Zinsatzes erfasst, der zur Abzinsung der künftigen Cash-Flows bei der Bestimmung des Wertminderungsaufwands verwendet wurde. In der

ukrainischen Konzerneinheit wurde die Methodik der Berechnung der Zinsen auf wertberichtigte Forderungen geändert, woraus durch die

gegengleiche Buchung in den Kreditrisikovorsorgen ein ergebnisneutraler Effekt von € 70.399 Tausend resultierte.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(3) Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen

Die Kreditrisikovorsorgen für bilanzielle und außerbilanzielle Geschäfte setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2010 2009

Einzelwertberichtigungen –1.199.747 –2.083.075

Zuführung zu Risikovorsorgen –1.699.083 –2.320.291

Auflösung von Risikovorsorgen 544.470 301.820

Direktabschreibungen –90.195 –95.136

Eingänge auf abgeschriebene Forderungen 45.061 30.532

Portfolio-Wertberichtigungen –862 –176.216

Zuführung zu Risikovorsorgen –390.664 –482.865

Auflösung von Risikovorsorgen 389.802 306.649

Erlöse aus dem Verkauf von Krediten 2.879 12.652

Gesamt –1.197.730 –2.246.639

Detailangaben über die Risikovorsorgen sind unter Punkt (17) Kreditrisikovorsorgen dargestellt.

Kennzahl 2010 2009

Neubildungsquote (Ø Risikoaktiva, Kreditrisiko) 1,45% 2,76%

Neubildungsquote (Gesamtes Kreditobligo) 0,70% 1,29%

Ausfallquote 0,41% 0,20%

Bestandsquote 2,88% 2,45%

(4) Provisionsüberschuss

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Zahlungsverkehr 598.892 559.983

Kreditbearbeitung und Avalgeschäft 282.583 252.932

Wertpapiergeschäft 134.522 117.875

Devisen-, Valuten- und Edelmetallgeschäft 329.905 360.195

Verwaltung von Investment- und Pensionsfonds 26.337 27.094

Verkauf von Eigen- und Fremdprodukten 47.176 45.613

Kreditderivatgeschäft 2.804 3.847

Sonstige Bankdienstleistungen 69.675 54.227

Gesamt 1.491.894 1.421.766

139


140 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

(5) Handelsergebnis

Im Handelsergebnis werden auch Zins- und Dividendenerträge, Refinanzierungskosten, Provisionen sowie Wertänderungen aus

Handelsbeständen ausgewiesen.

in € Tausend 2010 2009

Zinsbezogenes Geschäft 202.769 368.458

Währungsbezogenes Geschäft 124.006 109.603

Aktien-/indexbezogenes Geschäft 9.570 31.528

Kreditderivatgeschäft –700 –13.501

Sonstiges Geschäft –12.996 –22.187

Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten 0 –55.406

Gesamt 322.649 418.495

Das 2009 im Handelsergebnis ausgewiesene Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten

inklusive der korrespondierenden Zinskomponente wurde 2010 umgegliedert. Das Bewertungsergebnis wurde in den Posten Ergebnis aus

Derivaten und designierten Verbindlichkeiten umgebucht, das Zinsergebnis aus den mit den designierten Verbindlichkeiten verbundenen

Zinsswaps wurde in den Zinsüberschuss umgegliedert. Eine Adaptierung der Vergleichszahl wurde aufgrund des damit verbundenen

unverhältnismäßig hohen Aufwands nicht vorgenommen.

(6) Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten und designierten Verbindlichkeiten

in € Tausend 2010 2009

Ergebnis aus dem Hedge Accounting –564 956

Ergebnis aus Kreditderivaten 2.348 59.182

Ergebnis aus sonstigen Derivaten –67.282 112.303

Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten –22.544 0

Gesamt –88.042 172.441

Das 2009 im Handelsergebnis ausgewiesene Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten

inklusive der korrespondierenden Zinskomponente wurde 2010 umgegliedert. Das Bewertungsergebnis wurde in den Posten Ergebnis aus

Derivaten und designierten Verbindlichkeiten umgebucht, das Zinsergebnis aus den mit den designierten Verbindlichkeiten verbundenen

Zinsswaps wurde in den Zinsüberschuss umgegliedert. Eine Adaptierung der Vergleichszahl wurde aufgrund des damit verbundenen

unverhältnismäßig hohen Aufwands nicht vorgenommen.

Das Ergebnis aus dem Hedge Accounting beinhaltet zum einen das Bewertungsergebnis von Derivaten in Fair Value Hedge in Höhe von minus

€ 14.563 Tausend (2009: plus € 64.334 Tausend) und zum anderen die Bewertungsänderung der Fair Value gehedgten Grundgeschäfte in

Höhe von plus € 13.999 Tausend (2009: minus € 63.378 Tausend).

Das Ergebnis aus sonstigen Derivaten beinhaltet die Bewertungsergebnisse für jene Derivate, die zur Absicherung gegen Marktrisiken

(ausgenommen Handelsaktiva/-passiva) abgeschlossen und dabei aber gegen ein inhomogenes Portfolio gestellt werden, sodass sie nicht

die Bedingung für Hedge Accounting gemäß IAS 39 erfüllen.

Im Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Verbindlichkeiten ist ein Gewinn aus der Veränderung des eigenen

Kreditrisikos in Höhe von € 33.000 Tausend (2009: Verlust von € 15.931 Tausend) und ein negativer Effekt aus Zinsänderungen enthalten.

(7) Ergebnis aus Finanzinvestitionen

Im Ergebnis aus Finanzinvestitionen sind Bewertungs- und Veräußerungsergebnisse aus Wertpapieren des Finanzanlagebestands

(Held-to-Maturity), aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren sowie aus Unternehmensanteilen enthalten.

Darunter befinden sich Anteile an verbundenen Unternehmen, at-equity bewerteten Unter nehmen und sonstigen Unternehmen.


in € Tausend 2010 2009

Ergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity 6.154 15.445

Bewertungsergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity 1.144 3.877

Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren Held-to-Maturity 5.010 11.568

Ergebnis aus Unternehmensanteilen 19.057 –101.300

Bewertungsergebnis aus Unternehmensanteilen –7.813 –113.278

Veräußerungsergebnis aus Unternehmensanteilen 26.870 11.979

Ergebnis aus erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten Wertpapieren 120.149 395.661

Bewertungsergebnis aus Wertpapieren 57.941 332.563

Veräußerungsergebnis aus Wertpapieren 62.208 63.098

Gesamt 145.360 309.806

(8) Verwaltungsaufwendungen

RZB Geschäftsbericht 2010

Die Verwaltungsaufwendungen im Konzern setzen sich aus Personalaufwand, Sachaufwand sowie Abschreibungen auf Sachanlagen und

immaterielle Vermögenswerte zusammen und stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Personalaufwand –1.508.002 –1.387.185

Löhne und Gehälter –1.155.946 –1.052.268

Soziale Abgaben –273.291 –258.310

Freiwilliger Sozialaufwand –41.488 –40.564

Aufwendungen für Abfertigungen, Pensionen und Jubiläumsgelder –31.802 –32.260

Aufwendungen für das Share Incentive Program (SIP) –5.475 –3.783

Sachaufwand –1.200.428 –1.100.881

Raumaufwand –331.037 –335.513

IT-Aufwand –204.113 –159.389

Kommunikationsaufwand –94.435 –98.701

Rechts- und Beratungsaufwand –123.825 –110.263

Werbe- und Repräsentationsaufwand –115.005 –96.293

Einlagensicherung –73.429 –66.391

Büroaufwand –32.549 –31.960

Kfz-Aufwand –21.796 –21.170

Sicherheitsaufwand –45.382 –44.291

Reiseaufwand –25.950 –21.789

Ausbildungsaufwand –18.284 –15.021

Sonstiger Sachaufwand –114.623 –100.100

Abschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte –360.715 –306.576

Sachanlagen –195.651 –170.634

Immaterielle Vermögenswerte –129.848 –102.470

Vermietete Leasinganlagen –35.216 –33.472

Gesamt –3.069.145 –2.794.642

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142 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die im Rechts- und Beratungsaufwand enthaltenen Honorare für die Wirtschaftsprüfer der Konzerngesellschaften teilen sich in Aufwendungen

für die Wirtschaftsprüfung in Höhe von € 8.515 Tausend (2009: € 8.738 Tausend) sowie in Aufwendungen für die Steuerberatung und

zusätzliche Beratungsleistungen in Höhe von € 3.345 Tausend (2009: € 3.336 Tausend) auf. Davon entfielen auf den Konzernabschluss -

prüfer für die Abschlussprüfungen € 1.949 Tausend (2009: € 1.243 Tausend) und für andere Beratungsleistungen € 1.360 Tausend

(2009: € 716 Tausend).

Die Abschreibungen für die im Zuge von Erstkonsolidierungen aktivierten immateriellen Ver mögenswerte beliefen sich auf € 5.994 Tausend

(2009: € 5.687 Tausend). Diese betreffen die planmäßigen Abschreibungen des Kundenstocks.

(9) Sonstiges betriebliches Ergebnis

Im sonstigen betrieblichen Ergebnis sind unter anderem die Umsätze und die Aufwendungen aus bankfremden Tätigkeiten, die Erträge bzw.

Aufwendungen aus dem Abgang sowie die Erträge aus Zuschreibungen auf Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte enthalten.

in € Tausend 2010 2009

Umsatzerlöse aus bankfremden Tätigkeiten 928.798 915.359

Aufwendungen aus bankfremden Tätigkeiten –867.069 –859.086

Umsatzerlöse aus Vermittlung von Dienstleistungen 105.607 98.083

Aufwendungen aus Vermittlung von Dienstleistungen –105.125 –99.315

Ergebnis aus Operating Leasing (Kfz und Mobilien) 42.033 40.677

Ergebnis aus Investment Property inkl. Operating-Leasing (Immobilien) 10.841 10.810

Ergebnis aus dem Abgang von Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerten –8.904 –3.322

Sonstige Steuern –70.890 –52.778

davon Bankensonderabgabe –41.439 0

Erträge aus der Vereinnahmung passiver Unterschiedsbeträge 425 4.631

Ergebnis aus Dotierung und Auflösung sonstiger Rückstellungen –27.188 –4.622

Sonstige betriebliche Erträge 99.205 87.872

Sonstige betriebliche Aufwendungen –55.294 –58.024

Gesamt 52.439 80.285

(10) Ergebnis aus Endkonsolidierungen

Das Ergebnis aus Endkonsolidierungen belief sich auf € 6.051 Tausend (2009: € 1.052 Tausend). Im Berichtsjahr schieden 51 Tochterunternehmen

aus dem Konsolidierungskreis, wobei die Abgänge überwiegend aufgrund geänderter Wesentlichkeitsgrenzen erfolgten.

Diese betrafen vor allem Gesellschaften im Leasing-, Investment- und Finanzdienstleistungsbereich oder Gesellschaften, die banknahe

Nebenleistungen erbringen.

(11) Steuern vom Einkommen und Ertrag

Die Ertragsteueraufwendungen setzen sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2010 2009

Laufende Steuern vom Einkommen und Ertrag –364.997 –187.924

Inland –49.137 –4.621

Ausland –315.860 –183.303

Latente Steuern 241.113 –65.623

Gesamt –123.884 –253.547


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft ist Gruppenträger einer steuerlichen Gruppe, die 19 vollkonsolidierte Tochterunternehmen

und 10 nicht vollkonsolidierte Tochterunternehmen umfasst. Dadurch konnte das negative steuerliche Ergebnis der Gruppenmitglieder

dem steuerlichen Ergebnis des Gruppenträgers zugerechnet werden.

Die nachfolgende Überleitungsrechnung zeigt den Zusammenhang zwischen Jahres überschuss und effektiver Steuerbelastung:

in € Tausend 2010 2009

Jahresüberschuss vor Steuern 1.292.128 824.170

Rechnerischer Ertragsteueraufwand im Geschäftsjahr zum inländischen

Ertragsteuersatz von 25 Prozent –323.032 –206.043

Auswirkungen abweichender ausländischer Steuersätze 60.901 65.622

Steuerminderung aufgrund von steuerbefreiten Beteiligungs- und steuerbefreiten sonstigen Erträgen 99.071 56.395

Steuermehrungen aufgrund von nicht abzugsfähigen Aufwendungen –69.204 –107.793

Sonstige Veränderungen 108.380 –61.728

Effektive Steuerbelastung –123.884 –253.547

Steuerquote in Prozent 9,59% 30,76%

In den sonstigen Veränderungen sind im Wesentlichen aktive latente Steuern auf Verlustvorträge und nachträgliche Steuerzahlungen enthalten.

Im Berichtsjahr wurden in der RBI AG latente Steuern auf Verlustvorträge in Höhe von € 119.905 Tausend angesetzt, weil aufgrund der

neuen Mittelfristplanung die Aufrechenbarkeit der steuerlichen Verlustvorträge mit zukünftigen steuerbaren Gewinnen in angemessener Zeit

gegeben ist.

(12) Gewinn je Aktie

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Konzern-Jahresüberschuss 854.999 433.371

Abzüglich Dividende auf Partizipationskapital –161.300 –200.000

Abzüglich Dividende Vorzugsaktien –19.312 –31.407

Adaptierter Konzern-Jahresüberschuss 674.387 201.964

Durchschnittliche Anzahl im Umlauf befindlicher Stammaktien 5.539.885 5.539.885

Gewinn je Aktie in € 121,73 36,46

Es waren keine Wandel- oder Optionsrechte im Umlauf, eine Verwässerung des Gewinns je Aktie fand daher nicht statt.

143


144 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Erläuterungen zur Bilanz

(13) Bilanz nach Bewertungskategorien

In der nachfolgenden Tabelle sind die Buchwerte der nach IAS 39 definierten Bewertungs kategorien aufgeführt:

Aktiva nach Bewertungskategorien

in € Tausend 2010 2009

Handelsaktiva 8.613.621 9.429.046

Positive Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 4.169.777 3.962.575

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 430.428 479.934

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 4.013.416 4.577.859

Tag-/Festgelder des Handelsbestands 0 408.678

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte 8.094.969 6.696.442

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 286.988 339.965

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 7.807.981 6.356.477

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 1.314.670 1.309.860 1)

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte 984.523 949.519 1)

Anteile an sonstigen verbundenen Unternehmen 361.200 320.414

Sonstige Beteiligungen 369.214 379.044

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 254.109 250.061

Kredite und Forderungen 102.318.126 114.628.119

Forderungen an Kreditinstitute 26.487.118 42.157.991

Forderungen an Kunden 78.230.314 74.823.823

Sonstige nicht derivative finanzielle Vermögenswerte 2.387.369 1.822.894

Kreditrisikovorsorgen –4.786.675 –4.176.589

Bis zur Endfälligkeit zu haltende finanzielle Vermögenswerte 11.241.683 11.286.359

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 11.201.915 11.254.629

Angekaufte Forderungen 39.768 31.730

Derivate für Sicherungsmaßnahmen 925.409 911.228

Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente 925.409 911.228

Sonstige Aktiva 3.003.763 2.727.675

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen 3.003.763 2.727.675

Aktiva gesamt 136.496.764 147.938.248

1) Adaptierung der Vorjahreszahlen durch Änderung der Zuordnung.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Passiva nach Bewertungskategorien

in € Tausend 2010 2009

Handelspassiva 6.534.106 5.416.028

Negative Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 5.323.431 4.185.040

Tag-/Festgelder des Handelsbestands 0 2.875

Leerverkauf von Handelsaktiva 425.730 374.222

Emittierte Zertifikate 784.945 853.891

Finanzielle Verbindlichkeiten 114.890.752 129.025.359

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 37.391.030 49.917.442

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 57.935.950 55.422.998

Verbriefte Verbindlichkeiten 14.011.614 17.816.535

Nachrangkapital 4.254.280 4.563.857

Sonstige nicht derivative finanzielle Verbindlichkeiten 1.297.878 1.304.527

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten 2.557.396 2.118.751

Verbriefte Verbindlichkeiten 2.557.396 2.118.751

Derivate für Sicherungsmaßnahmen 476.764 477.008

Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente 476.764 477.008

Rückstellungen 786.727 593.341

Eigenkapital 11.251.019 10.307.760

Passiva gesamt 136.496.764 147.938.248

(14) Barreserve

in € Tausend 2010 2009

Kassenbestand 1.639.518 1.429.700

Guthaben bei Zentralbanken 5.095.216 6.841.424

Gesamt 6.734.734 8.271.124

(15) Forderungen an Kreditinstitute

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Giro- und Clearinggeschäft 1.409.809 1.828.497

Geldmarktgeschäft 13.189.598 25.581.800

Kredite an Banken 3.605.123 4.435.800

Angekaufte Forderungen 34.510 48.879

Leasingforderungen 88.990 90.861

Forderungspapiere 1.424.662 1.901.130

Gesamt 19.752.692 33.886.967

Von den angekauften Forderungen in Höhe von € 34.510 Tausend sind € 34.203 Tausend der Bewertungskategorie Kredite und Forderungen

(2009: € 48.778 Tausend) und € 307 Tausend der Bewertungskategorie Held-to-Maturity (2009: € 101 Tausend) zugeordnet.

145


146 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Forderungen an Kreditinstitute stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Inland 9.009.244 12.934.667

Ausland 10.743.448 20.952.300

Gesamt 19.752.692 33.886.967

Die Forderungen an Kreditinstitute verteilen sich auf folgende Banksegmente:

in € Tausend 2010 2009

Zentralbanken 1.483.988 1.951.638

Geschäftsbanken 18.258.721 31.881.438

Multilaterale Entwicklungsbanken 9.983 53.891

Gesamt 19.752.692 33.886.967

(16) Forderungen an Kunden

in € Tausend 2010 2009

Kreditgeschäft 48.437.137 45.491.309

Geldmarktgeschäft 6.282.668 4.615.388

Hypothekarforderungen 16.887.910 17.993.168

Angekaufte Forderungen 1.179.516 898.903

Leasingforderungen 4.586.359 4.715.293

Forderungspapiere 896.185 1.141.390

Gesamt 78.269.775 74.855.451

Die angekauften Forderungen der Bewertungskategorie Kredite und Forderungen betragen € 1.140.056 Tausend (2009: € 867.274

Tausend). Angekaufte Forderungen in Höhe von € 39.460 Tausend (2009: € 31.629 Tausend) sind der Bewertungskategorie Held-to-

Maturity zugeordnet.

Die Forderungen an Kunden verteilen sich auf folgende Asset-Klassen (gemäß Basel-II-Definition):

in € Tausend 2010 2009

Öffentlicher Sektor 1.605.272 1.674.612

Kommerzkunden – Großkunden 51.122.439 48.617.402

Kommerzkunden – Small Business 4.100.432 4.157.162

Retail-Kunden – Privatpersonen 18.567.216 17.859.841

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.478.914 2.389.112

Sonstige 395.502 157.322

Gesamt 78.269.775 74.855.451


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Forderungen an Kunden stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Inland 9.267.427 9.237.030

Ausland 69.002.348 65.618.421

Gesamt 78.269.775 74.855.451

(17) Kreditrisikovorsorgen

Die Kreditrisikovorsorgen werden nach konzerneinheitlichen Standards gebildet und decken alle erkennbaren Bonitätsrisiken ab. Angaben zur

Entwicklung der Kreditrisikovorsorgen finden sich im Risikobericht auf Seite 184. Die Kreditrisikovorsorgen werden folgenden Asset-Klassen

(gemäß Basel-II-Definition) zugeordnet:

in € Tausend 2010 2009

Öffentlicher Sektor 7.000 2.915

Kreditinstitute 255.020 406.571

Kommerzkunden – Großkunden 2.446.196 2.041.796

Kommerzkunden – Small Business 417.500 337.956

Retail-Kunden – Privatpersonen 1.418.100 1.175.362

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 242.859 211.989

Gesamt 4.786.675 4.176.589

Die Forderungen sowie die Wertberichtigungen nach Asset-Klassen gemäß Basel II stellen sich wie folgt dar:

RZB Geschäftsbericht 2010

31.12.2010

Einzelwert- Einzelwert- Portfolio

berichtigteberichtiWertberichNetto- in € Tausend Fair Value Buchwert Aktiva gungentigungenbuchwert Kreditinstitute 19.486.734 19.752.692 271.087 236.579 18.440 19.497.673

Öffentlicher Sektor 1.510.359 1.605.272 20.637 7.000 0 1.598.272

Kommerzkunden – Großkunden 48.364.631 51.517.941 3.658.065 2.040.223 405.973 49.071.745

Kommerzkunden – Small Business 3.733.506 4.100.432 677.113 385.843 31.657 3.682.931

Retail-Kunden – Privatpersonen 17.936.617 18.567.215 1.789.512 1.115.626 302.474 17.149.116

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe

2.416.573 2.478.914 320.013 192.826 50.033 2.236.055

Gesamt 93.448.420 98.022.466 6.736.427 3.978.097 808.577 93.235.792

31.12.2009

Einzelwert- Einzelwert- Portfolio

berichtigteberichtiWertberichNetto- in € Tausend Fair Value Buchwert Aktiva gungentigungenbuchwert Kreditinstitute 33.398.279 33.886.967 518.667 406.563 8 33.480.396

Öffentlicher Sektor 1.595.550 1.674.612 80.344 2.915 0 1.671.697

Kommerzkunden – Großkunden 46.761.444 48.617.402 3.728.644 1.725.344 316.452 46.575.606

Kommerzkunden – Small Business 4.002.583 4.157.162 588.699 285.221 52.735 3.819.206

Retail-Kunden – Privatpersonen 17.660.165 17.859.841 1.198.694 783.344 392.018 16.684.479

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe

2.311.101 2.389.112 273.139 158.297 53.692 2.177.123

Sonstige 158.073 157.322 129 0 0 157.322

Gesamt 105.887.195 108.742.418 6.388.316 3.361.684 814.905 104.565.829

147


148 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Wertgeminderte Finanzinstrumente

Die nachfolgende Tabelle zeigt den Buchwert der einzelwertberichtigten Forderungen, die darauf entfallenden Einzelwertberichtigungen

und die dem Nettobuchwert gegenüber stehenden Sicherheiten:

31.12.2010 Wertminderung und Sicherheiten

in € Tausend

Einzelwertberichtige

Aktiva

Einzelwertberichtigungen

Einzelwertberichtigte

Aktiva nach

EWB-Abzug

Sicherheiten

für

einzelwertberichtigte

Aktiva

Zinsen auf

einzelwertberichtigte

Aktiva

Kreditinstitute 271.087 236.580 34.507 0 4.623

Öffentlicher Sektor 20.637 7.000 13.637 32 853

Kommerzkunden – Großkunden 3.658.065 2.040.223 1.617.842 1.114.480 104.469

Kommerzkunden – Small Business 677.113 385.843 291.270 288.731 26.233

Retail-Kunden – Privatpersonen 1.789.512 1.115.626 673.886 638.964 87.960

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 320.013 192.826 127.187 95.020 10.664

Gesamt 6.736.427 3.978.098 2.758.329 2.137.228 234.803

31.12.2009 Wertminderung und Sicherheiten

in € Tausend

Einzelwertberichtige

Aktiva

Einzelwertberichtigungen

Einzelwertberichtigte

Aktiva nach

EWB-Abzug

Sicherheiten

für

einzelwertberichtigte

Aktiva

Zinsen auf

einzelwertberichtigte

Aktiva

Kreditinstitute 518.667 406.563 112.104 3.391 5.262

Öffentlicher Sektor 80.344 2.915 77.429 8.099 1.816

Kommerzkunden – Großkunden 3.728.644 1.725.344 2.003.300 1.623.120 125.083

Kommerzkunden – Small Business 588.699 285.220 303.479 477.086 40.562

Retail-Kunden – Privatpersonen 1.198.694 783.344 415.350 719.263 118.639

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 273.139 158.297 114.842 194.501 22.713

Sonstige 129 0 129 0 0

Gesamt 6.388.316 3.361.683 3.026.633 3.025.460 314.076


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(18) Handelsaktiva

Die Handelsaktiva umfassen folgende zu Handelszwecken dienende Wertpapiere und derivative Instrumente:

in € Tausend 2010 2009

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 4.013.416 4.577.858

Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen 1.083.173 1.341.337

Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen 870.387 1.128.294

Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten 2.059.856 2.108.227

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 430.428 479.934

Aktien und vergleichbare Wertpapiere 267.613 275.527

Investmentfondsanteile 72.323 48.227

Sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere 90.492 156.180

Positive Marktwerte aus derivativen Geschäften 3.607.437 3.065.801

Zinssatzgeschäft 2.804.536 2.298.614

Wechselkursgeschäft 640.184 568.475

Aktien-/indexbezogenes Geschäft 95.885 122.164

Kreditderivatgeschäft 47.789 45.428

Sonstiges Geschäft 19.042 31.120

Tag-/Festgelder des Handelsbestands 0 408.678

Gesamt 8.051.280 8.532.272

Als Sicherheit gestellte Wertpapiere, zu deren Verkauf oder Verpfändung der Empfänger berechtigt ist, werden in den jeweils angeführten

Wertpapierkategorien ausgewiesen. Weitere Details sind unter Punkt (40) Pensionsgeschäfte dargestellt.

(19) Derivative Finanzinstrumente

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Fair Value Hedge 360.827 378.912

Zinssatzgeschäft 360.827 378.912

Positive Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Cash-Flow Hedge 564.583 532.316

Zinssatzgeschäft 564.583 532.316

Positive Marktwerte aus Kreditderivaten 9.472 13.673

Positive Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 552.868 883.101

Zinssatzgeschäft 452.976 669.737

Wechselkursgeschäft 98.547 210.322

Aktien-/indexbezogenes Geschäft 1.345 3.042

Gesamt 1.487.750 1.808.002

Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IAS 39 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente in der Funktion von

Sicherungsinstrumenten mit ihrem Marktwert (Dirty Price) ausgewiesen. Grundgeschäfte in Zusammenhang mit Fair Value Hedges sind

Forderungen an Kunden und verbriefte Verbindlichkeiten. Hierbei werden Zinsänderungsrisiken abgesichert. Die Buchwertänderungen

der gesicherten Grundgeschäfte in IAS 39 Fair Value Hedge sind in den jeweiligen Bilanzposten enthalten.

149


150 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

In diesem Posten werden auch die positiven Marktwerte derivativer Finanzinstrumente gezeigt, die weder zu Handelszwecken gehalten

werden noch ein Sicherungsinstrument für einen Fair Value Hedge gemäß IAS 39 darstellen.

(20) Wertpapiere und Beteiligungen

In diesem Posten sind zur Veräußerung verfügbare Wertpapiere, erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle

Vermögenswerte sowie bis zur Endfälligkeit zu haltende Wertpapiere (Held-to-Maturity) und langfristig gehaltene, strategische

Unternehmensanteile enthalten.

in € Tausend 2010 2009

Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 19.259.896 17.611.106

Refinanzierungsfähige Schuldtitel öffentlicher Stellen 9.886.294 8.179.195

Sonstige Schuldtitel öffentlicher Stellen 3.687.021 2.469.512

Anleihen und Schuldverschreibungen sonstiger Emittenten 5.666.263 6.939.625

Sonstige 20.318 22.774

Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 291.097 590.027

Aktien 94.979 62.794

Investmentfondsanteile 182.549 264.747

Sonstige nicht festverzinsliche Wertpapiere 13.569 262.486

Unternehmensanteile 730.414 699.457

Anteile an verbundenen Unternehmen 361.200 320.414

Sonstige Beteiligungen 369.214 379.043

Gesamt 20.281.407 18.900.590

Als Sicherheit gestellte Wertpapiere, zu deren Verkauf oder Verpfändung der Empfänger berechtigt ist, werden in den jeweils angeführten

Wertpapierkategorien ausgewiesen. Weitere Details sind unter Punkt (40) Pensionsgeschäfte dargestellt.

Wie im Vorjahr wurden auch 2010 gemäß IAS 39.50 keine Wertpapiere des Handelsbestands in die Kategorien Held-to-Maturity bzw.

Kredite und Forderungen umgegliedert. Der Buchwert der Wertpapiere, die in die Kategorie Held-to-Maturity umgegliedert wurden, betrug

zum Zeitpunkt der Reklassifizierung im Jahr 2008 € 371.686 Tausend. Zum 31. Dezember 2010 betrug der Buchwert € 238.188 Tausend und

der beizulegende Zeitwert € 244.238 Tausend. 2010 wurden Erträge aus den reklassifizierten Wertpapieren in Höhe von € 16.343 Tausend

(2009: € 13.709 Tausend) erfasst. Wäre von der Reklassifizierung kein Gebrauch gemacht worden, hätte dies zu einem Gewinn in Höhe von

€ 9.042 Tausend geführt (2009: Gewinn von € 3.983 Tausend).

Der Buchwert der Wertpapiere, die in die Kategorie Kredite und Forderungen umgegliedert wurden, betrug zum Zeitpunkt der Reklassifizierung

im Jahr 2008 € 1.559.682 Tausend. Der Buchwert zum 31. Dezember 2010 belief sich auf € 1.316.691 Tausend und der beizulegende

Zeitwert auf € 1.317.946 Tausend. 2010 wurden Erträge aus den reklassifizierten Wertpapieren in Höhe von € 41.306 Tausend (2009:

€ 69.206) erfasst. Wäre von der Reklassifizierung kein Gebrauch gemacht worden, hätte dies zu einem Gewinn in Höhe von € 69.648

Tausend geführt (2009: Gewinn € 35.124).

Die zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Unternehmensanteile, bei denen ein beizulegender Zeitwert nicht zuverlässig bestimmbar

ist, belaufen sich auf € 273.425 Tausend (2009: € 273.483 Tausend).


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(21) Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen

Die Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen beliefen sich auf:

in € Tausend 2010 2009

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 1.314.670 1.309.860

davon stille Reserven und Firmenwerte 201.431 198.749

Die Finanzinformationen zu den assoziierten Unternehmen stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend Bilanzsumme

Betriebserträge

Jahresüberschuss/

-fehlbetrag

nach Steuern Eigenkapital

A-Real Estate SpA, Bozen (IT) 125.100 12 –15.616 –14.991

A-Leasing SpA, Treviso (IT) 832.106 11.714 –22.904 51.090

Card Complete Service Bank AG, Wien (AT) 521.474 77.447 27.081 56.428

LEIPNIK-LUNDENBURGER INVEST Beteiligungs AG, Wien (AT) 1) 1.266.662 906.495 29.268 462.238

NOTARTREUHANDBANK AG, Wien (AT) 1.083.348 14.932 6.990 20.834

Österreichische Hotel- und Tourismusbank Ges.m.b.H., Wien (AT) 1.038.724 5.747 1.455 26.733

Oesterreichische Kontrollbank AG, Wien (AT) 35.802.286 159.395 71.983 565.225

Raiffeisen Bausparkasse Gesellschaft m.b.H., Wien (AT) 1) 10.420.475 237.633 51.740 331.631

Raiffeisen Banca pentru Locuinte S.A., Bukarest (RO) 75.002 4.519 99 14.886

Raiffeisen evolution project development GmbH, Wien (AT) 1) 516.846 94.219 –6.184 212.339

Raiffeisen Informatik GmbH, Wien (AT) 639.579 1.314.156 10.964 110.440

Raiffeisen Kapitalanlage-Gesellschaft m.b.H., Wien (AT) 1) 124.488 73.272 3.721 36.020

Raiffeisen Wohnbaubank Aktiengesellschaft, Wien (AT) 2.033.289 2.094 740 7.412

UNIQA Versicherungen AG, Wien (AT) 1) 2) 27.392.735 5.011.651 25.672 1.333.063

1) Konzernabschluss: Jahresüberschuss und Eigenkapital verstehen sich exklusive der nicht beherrschenden Anteile.

2) Konzernabschlussziffern 2009, weil UNIQA als börsenotiertes Unternehmen ihren Konzernabschluss 2010 noch nicht veröffentlicht hat.

Der Marktwert der gehaltenen Anteile zum Bösrenkurs am Bilanzstichtag 31. Dezember 2010 belief sich auf € 959.860 Tausend (2009: € 839.008 Tausend).

Weitere Informationen betreffend assoziierte Unternehmen finden sich auf Seite 213.

(22) Immaterielle Vermögenswerte

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Firmenwerte 616.262 588.998

Software 479.923 409.674

Sonstige immaterielle Vermögenswerte 130.460 124.157

Gesamt 1.226.645 1.122.829

Die Position Software enthält zugekaufte Software in Höhe von € 424.708 Tausend (2009: € 357.028 Tausend) sowie selbst erstellte

Software in Höhe von € 55.215 Tausend (2009: € 52.646 Tausend).

151


152 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Der Buchwert der Firmenwerte zum Zweck der Wertminderungsprüfung entfällt auf die folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten,

wobei die Veränderung der Buchwerte ausschließlich auf Währungsdifferenzen beruht:

in € Tausend 2010 2009

Raiffeisen Bank Aval JSC, Kiew 220.606 204.622

ZAO Raiffeisenbank, Moskau 263.124 248.893

Raiffeisenbank a.s., Prag 42.443 40.758

Raiffeisen Bank Sh.a., Tirana 52.711 53.020

Ukrainian Processing Center PJSC, Kiew 14.977 13.831

Sonstige 22.401 27.874

Gesamt 616.262 588.998

(23) Sachanlagen

in € Tausend 2010 2009

Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude

Sonstige Grundstücke und Gebäude

662.913 650.808

(Investment Property)

Sonstige Sachanlagen, Betriebs- und

154.868 75.688

Geschäftsausstattung 582.178 577.529

Vermietete Leasinganlagen 377.159 300.822

Gesamt 1.777.118 1.604.847

Der Marktwert der sonstigen Grundstücke und Gebäude (Investment Property) beträgt € 152.769 Tausend (2009: € 80.722 Tausend).


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(24) Anlagenspiegel

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2010 wie folgt:

in € Tausend

Stand

1.1.2010

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Änderung

Konsolidierungskreis

RZB Geschäftsbericht 2010

Währungsdifferenzen

Zugänge Abgänge

Umbuchungen

Stand

31.12.2010

Immaterielle

Vermögenswerte 1.672.912 –35.597 52.299 204.027 –28.322 3.712 1.869.031

Firmenwerte 633.664 –15.237 37.563 0 –1.080 0 654.910

Software 863.497 –20.357 7.133 182.583 –25.852 11.821 1.018.825

Sonstige immaterielle

Vermögenswerte 175.750 –3 7.604 21.444 –1.390 –8.109 195.296

Sachanlagen

Betrieblich genutzte

2.646.428 60.907 39.304 448.132 –236.221 –3.712 2.954.838

Grundstücke und Gebäude 903.520 3.546 17.255 40.688 –15.536 4.103 953.576

Sonstige Grundstücke

und Gebäude

davon Grundwert der

84.939 –5.815 3.226 85.679 –1.222 –1.760 165.047

bebauten Grundstücke 13.631 125 420 37 0 0 14.213

Sonstige Sachanlagen 1.274.560 53.663 19.495 189.458 –172.036 –3.693 1.361.447

Vermietete Leasinganlagen 383.410 9.513 –673 132.307 –47.427 –2.362 474.768

Gesamt 4.319.340 25.310 91.603 652.159 –264.543 0 4.823.869

Zu- und Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwert

davon davon

ZuschreiAbschrei- in € Tausend Kumuliert bungenbungen 31.12.2010

Immaterielle Vermögenswerte –642.386 1.258 –129.848 1.226.645

Firmenwerte –38.647 0 0 616.262

Software –538.902 0 –118.998 479.923

Sonstige immaterielle Vermögenswerte –64.836 1.258 –10.850 130.460

Sachanlagen –1.177.720 1.102 –230.867 1.777.118

Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude –290.663 0 –38.482 662.913

Sonstige Grundstücke und Gebäude –10.178 0 –6.774 154.868

davon Grundwert der bebauten Grundstücke –125 0 0 14.088

Sonstige Sachanlagen –779.270 500 –150.395 582.178

Vermietete Leasinganlagen –97.609 602 –35.217 377.159

Gesamt –1.820.106 2.360 –360.715 3.003.763

153


154 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Die Sachanlagen und immateriellen Vermögenswerte entwickelten sich im Geschäftsjahr 2009 wie folgt:

in € Tausend

Stand

1.1.2009

Anschaffungs-/Herstellungskosten

Änderung

Konsolidierungskreis

Währungsdifferenzen

Zugänge Abgänge

Umbuchungen

Stand

31.12.2009

Immaterielle

Vermögenswerte 1.560.130 2.730 –43.006 183.705 –30.761 113 1.672.912

Firmenwerte 665.459 0 –29.616 0 –2.179 0 633.664

Software 713.137 2.730 –6.492 174.850 –23.845 3.118 863.497

Sonstige immaterielle

Vermögenswerte 181.535 0 –6.898 8.855 –4.737 –3.005 175.750

Sachanlagen

Betrieblich genutzte

2.552.022 24.304 –60.934 311.972 –180.823 –113 2.646.428

Grundstücke und Gebäude 844.377 1.714 –25.526 73.422 –25.899 35.432 903.520

Sonstige Grundstücke

und Gebäude

davon Grundwert der

55.729 13.332 –867 18.999 –3.786 1.532 84.939

bebauten Grundstücke 11.108 0 –277 2.799 0 0 13.631

Sonstige Sachanlagen 1.267.956 –1.364 –35.201 166.705 –87.045 –36.491 1.274.560

Vermietete Leasinganlagen 383.961 10.622 660 52.846 –64.093 –586 383.410

Gesamt 4.112.153 27.034 –103.940 495.677 –211.584 0 4.319.340

Zu- und Abschreibungen/Wertberichtigungen Buchwert

davon davon

ZuschreiAbschrei- in € Tausend Kumuliert bungenbungen 31.12.2009

Immaterielle Vermögenswerte –550.083 154 –102.470 1.122.829

Firmenwerte –44.666 0 0 588.998

Software –453.823 154 –92.635 409.674

Sonstige immaterielle Vermögenswerte –51.593 0 –9.835 124.157

Sachanlagen –1.041.582 138 –204.106 1.604.847

Betrieblich genutzte Grundstücke und Gebäude –252.712 0 –31.260 650.808

Sonstige Grundstücke und Gebäude –9.251 0 –3.434 75.688

davon Grundwert der bebauten Grundstücke 0 0 0 13.631

Sonstige Sachanlagen –697.030 107 –135.939 577.529

Vermietete Leasinganlagen –82.589 31 –33.472 300.821

Gesamt –1.591.665 292 –306.576 2.727.675

In den Zugängen zu den immateriellen Vermögenswerten sowie zu den Sachanlagen sind keine nennenswerten Einzelinvestitionen enthalten.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(25) Sonstige Aktiva

in € Tausend 2010 2009

Steuerforderungen 553.646 371.869

Laufende Steuerforderungen 71.617 151.355

Latente Steuerforderungen 482.029 220.514

Forderungen aus bankfremden Tätigkeiten 165.837 176.524

Rechnungsabgrenzungsposten 271.681 262.019

Wertpapier- und Zahlungsverkehrsabwicklung 356.015 238.263

Zu Leasingzwecken bestimmte Vermögenswerte 155.241 195.609

Zur Veräußerung bestimmte Vermögenswerte (IFRS 5) 5.296 1.956

Vorräte 146.989 82.195

Übrige Aktiva 732.663 494.460

Gesamt 2.387.368 1.822.895

Die latenten Steuern stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Latente Steuerforderungen 482.029 220.514

Rückstellungen für latente Steuern –32.107 –21.282

Saldo latenter Steuern 449.922 199.232

Der Saldo latenter Steuern stammt aus folgenden Posten:

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Forderungen an Kunden 97.592 70.216

Kreditrisikovorsorgen 120.723 93.107

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 20.585 5.825

Sonstige Aktiva 5.302 9.652

Rückstellungen 57.787 39.052

Handelspassiva 4.684 24.961

Sonstige Passiva 82.737 43.393

Steuerliche Verlustvorträge 279.606 179.112

Übrige Bilanzposten 51.353 41.962

Latente Steueransprüche 720.369 507.280

Forderungen an Kreditinstitute 3.170 499

Forderungen an Kunden 44.073 48.048

Handelsaktiva 17.690 21.373

Wertpapiere und Beteiligungen 22.652 22.495

Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte 73.248 73.002

Sonstige Aktiva 46.223 28.451

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 887 743

Rückstellungen 9.808 10.786

Sonstige Passiva 12.323 9.369

Übrige Bilanzposten 40.373 93.282

Latente Steuerverpflichtungen 270.447 308.048

Saldo latenter Steuern 449.922 199.232

155


156 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Im Konzernabschluss sind aktivierte Vorteile in Höhe von € 279.606 Tausend (2009: € 179.112 Tausend) aus noch nicht genutzten

steuerlichen Verlustvorträgen enthalten. Die Verlustvorträge sind zum überwiegenden Teil zeitlich unbegrenzt vortragsfähig. Steuerliche

Verlustvorträge in Höhe von € 9.018 Tausend (2009: € 3.593 Tausend) wurden nicht aktiviert, weil aus heutiger Sicht die Verwendung

in angemessener Zeit nicht realisierbar erscheint.

(26) Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

in € Tausend 2010 2009

Giro- und Clearinggeschäft 3.167.903 3.120.479

Geldmarktgeschäft 24.045.097 35.683.964

Langfristige Refinanzierungen 10.178.030 11.112.999

Gesamt 37.391.030 49.917.442

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Inland 19.761.324 25.226.504

Ausland 17.629.706 24.690.938

Gesamt 37.391.030 49.917.442

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten verteilen sich auf folgende Banksegmente:

in € Tausend 2010 2009

Zentralbanken 1.399.269 4.158.784

Geschäftsbanken 34.680.346 44.269.717

Multilaterale Entwicklungsbanken 1.311.415 1.488.941

Gesamt 37.391.030 49.917.442

(27) Verbindlichkeiten gegenüber Kunden

in € Tausend 2010 2009

Sichteinlagen 24.091.030 21.472.115

Termineinlagen 32.375.150 32.550.508

Spareinlagen 1.469.770 1.400.376

Gesamt 57.935.950 55.422.999


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden teilen sich analog zur Basel-II-Definition wie folgt auf:

in € Tausend 2010 2009

Öffentlicher Sektor 1.722.770 1.726.184

Kommerzkunden – Großkunden 27.226.939 26.344.545

Kommerzkunden – Small Business 2.489.184 2.331.659

Retail-Kunden – Privatpersonen 22.122.522 21.479.130

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 3.672.738 3.134.277

Sonstige 701.797 407.204

Gesamt 57.935.950 55.422.999

Die Verbindlichkeiten gegenüber Kunden stellen sich nach regionalen Aspekten (Sitz des Vertragspartners) wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Inland 5.994.353 4.850.369

Ausland 51.941.597 50.572.630

Gesamt 57.935.950 55.422.999

(28) Verbriefte Verbindlichkeiten

in € Tausend 2010 2009

Begebene Schuldverschreibungen 15.917.240 18.836.714

Begebene Geldmarktpapiere 51 483.692

Sonstige verbriefte Verbindlichkeiten 651.719 614.879

Gesamt 16.569.010 19.935.285

In der folgenden Tabelle sind jene begebenen Schuldverschreibungen angeführt, deren Nominale € 200.000 Tausend übersteigt:

Emittent ISIN Typ Währung

Nominale in

€ Tausend Kupon Fälligkeit

RBI XS0426089719 Senior staatsgarantiert EUR 1.500.000 2,5% 4.5.2011

RBI XS0412067489 Senior staatsgarantiert EUR 1.500.000 3,6% 5.2.2014

RBI XS0417093753 Senior staatsgarantiert EUR 1.250.000 3,0% 13.3.2012

RBI XS0371504365 Senior öffentliche Platzierung EUR 1.250.000 5,9% 20.6.2011

RBI XS0242395357 Senior öffentliche Platzierung EUR 921.610 1,1% 2.2.2011

RBI XS0305474461 Senior öffentliche Platzierung EUR 500.000 4,8% 15.6.2012

RBI XS0284781431 Senior öffentliche Platzierung EUR 427.165 0,8% 2.2.2012

RBI XS0307006436 Senior öffentliche Platzierung EUR 350.000 1,1% 25.6.2012

RBI XS0385075758 Senior öffentliche Platzierung EUR 340.000 6,2% 3.10.2011

RBRU RU000A0JQ1K7 Senior öffentliche Platzierung RUB 244.931 13,5% 3.12.2013

RBI AT000B011804 Senior Privatplatzierung EUR 200.000 2,5% 28.1.2012

RBI AT000B012000 Senior Privatplatzierung EUR 200.000 3,0% 16.10.2012

RBI XS0341159316 Senior öffentliche Platzierung EUR 200.000 1,6% 21.1.2013

RBI Raiffeisen Bank International AG, Wien

RBRU ZAO Raiffeisenbank, Moskau

RZB Geschäftsbericht 2010

157


158 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

(29) Rückstellungen

in € Tausend

Stand

1.1.2010

Änderung

Konsolidierungskreis

Zuführungen

Auflösungen

Verbrauch

Umbuchungen,Währungsdifferenzen

Stand

31.12.2010

Abfertigungen 63.657 44 10.046 –2.181 –919 –260 70.387

Pensionen 71.288 0 2.401 –194 –23 0 73.472

Steuern 64.244 16.381 101.003 –13.064 –35.671 12.821 145.714

Laufende 42.962 –14 93.516 –1.054 –34.056 12.254 113.608

Latente 21.282 16.395 7.487 –12.009 –1.615 567 32.107

Garantien und Bürgschaften 83.130 0 117.234 –50.084 –18.947 615 131.948

Offene Rechtsfälle 74.610 0 35.765 –3.246 –164 790 107.755

Unverbrauchter Urlaub 45.869 –60 12.320 –5.073 0 1.060 54.116

Bonuszahlungen 131.429 –505 114.500 –4.348 –94.158 2.956 149.874

Restrukturierung 3.202 0 20.713 –65 –19.052 239 5.037

Sonstige 55.912 –97 30.938 –5.231 –34.044 946 48.424

Gesamt 593.341 15.763 444.920 –83.486 –202.978 19.167 786.727

Die RZB ist in Rechtsstreitigkeiten verwickelt, die sich im Rahmen der Ausübung von Bankgeschäften ergeben, erwartet jedoch nicht, dass diese

Rechtsfälle die Finanzlage des Konzerns erheblich beeinträchtigen.

Im Berichtsjahr beliefen sich die Rückstellungen für offene Rechtsfälle konzernweit auf € 107.755 Tausend. In einer russischen Konzerneinheit

stand eine Rückstellung in Höhe von € 15.109 Tausend im Zusammenhang mit der Stornierung eines Mietvertrags durch die Raiffeisenbank

in Moskau zu Buche. In der RBI AG sind € 12.000 Tausend für einen Rechtsfall betreffend einer Klage von Kunden einer Fondsgesellschaft

im Zusammenhang mit der durch die damalige RZB übernommene Zahlungsverkehrsabwicklung ausgewiesen. Darüber hinaus gab es keine

nennenswerten Einzelfälle, die € 10.000 Tausend überschreiten.

Die Rückstellung für Abfertigungen und ähnliche Verpflichtungen zeigt folgende Entwicklung:

in € Tausend 2010 2009

Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 63.657 59.540

Währungsdifferenzen –285 –286

Änderung im Konsolidierungskreis 360 0

Umbuchungen 0 –79

Dienstzeitaufwand (Service Cost) 3.767 4.791

Zinsaufwand (Interest Cost) 2.392 3.109

Zahlungen –8.971 –2.802

Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust

Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12.

9.467 –616

(= Rückstellung) 70.387 63.657


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die Pensionsverpflichtungen entwickelten sich wie folgt:

in € Tausend 2010 2009

Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 1.1. 108.349 91.695

Änderung im Konsolidierungskreis –957 0

Laufender Dienstzeitaufwand (Service Cost) 1.702 2.250

Zinsaufwand (Interest Cost) 4.975 5.347

Zahlungen an Begünstigte –5.372 –5.433

Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 4.178 14.490

Barwert der Verpflichtungen (DBO) zum 31.12. 112.875 108.349

Das Planvermögen stellt sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Zeitwert des Planvermögens zum 1.1. 37.060 31.929

Änderung im Konsolidierungskreis –462 0

Erwarteter Ertrag aus Planvermögen 1.559 1.343

Beiträge zum Planvermögen 1.444 3.142

Zahlungen aus Planvermögen –1.265 –1.209

Versicherungsmathematischer Gewinn/Verlust 1.066 1.856

Zeitwert des Planvermögens zum 31.12. 39.403 37.061

Die Überleitung zur Bilanz stellt sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Barwert der Verpflichtungen (DBO) 112.875 108.349

Beizulegender Zeitwert des Planvermögens 39.403 37.061

Bilanzierte Rückstellung zum 31.12. 73.472 71.288

Das Planvermögen setzt sich wie folgt zusammen:

in € Tausend 2010 2009

Schuldverschreibungen 46% 58%

Eigenkapitalinstrumente 38% 31%

Alternative Investments 9% 7%

Immobilien 1% 1%

Cash 6% 3%

Die Ergebnisse aus dem Planvermögen belaufen sich auf:

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Ergebnis aus Planvermögen 2.625 3.199

159


160 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Darstellung der Pensionsverpflichtungen nach Finanzierungsmodalität:

in € Tausend 2010 2009

Zur Gänze aus einem Fonds finanziert 10.906 10.360

Teilweise aus einem Fonds finanziert 61.908 58.065

Nicht über einen Fonds finanziert 40.061 39.924

Barwert der Verpflichtungen (DBO) 112.875 108.349

(30) Handelspassiva

in € Tausend 2010 2009

Negative Marktwerte derivativer Finanzinstrumente 4.527.744 3.732.536

Zinssatzgeschäft 3.017.469 2.233.958

Wechselkursgeschäft 921.863 518.539

Aktien-/indexbezogenes Geschäft 525.677 856.731

Kreditderivatgeschäft 43.920 51.742

Sonstiges Geschäft 18.815 71.566

Leerverkauf von Handelsaktiva 425.730 374.222

Emittierte Zertifikate 784.945 281.858

Tag-/Festgelder des Handelsbestands 0 2.875

Gesamt 5.738.419 4.391.491

(31) Derivative Finanzinstrumente

in € Tausend 2010 2009

Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Fair-Value Hedge 23.487 20.675

Zinssatzgeschäft 23.487 20.675

Negative Marktwerte derivativer Sicherungsinstrumente in IAS 39 Cash-Flow Hedge 453.276 456.333

Zinssatzgeschäft 453.276 456.333

Negative Marktwerte aus Kreditderivaten 18.332 26.498

Negative Marktwerte sonstiger derivativer Finanzinstrumente 777.356 998.039

Zinssatzgeschäft 488.296 655.308

Wechselkursgeschäft 245.169 318.627

Aktien-/indexbezogenes Geschäft 43.891 23.768

Sonstiges Geschäft 0 336

Gesamt 1.272.451 1.501.545

Soweit die Bedingungen für Hedge Accounting nach IAS 39 erfüllt sind, werden derivative Finanzinstrumente in ihrer Funktion als Sicherungsinstrumente

mit ihrem Marktwert (Dirty Price) ausgewiesen. Grundgeschäfte im Zusammenhang mit Fair Value Hedges sind Forderungen an

Kunden, Verbindlichkeiten an Kreditinstitute und verbriefte Verbindlichkeiten. Hierbei werden Zinsänderungsrisiken abgesichert.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(32) Sonstige Passiva

in € Tausend 2010 2009

Verbindlichkeiten aus bankfremden Tätigkeiten 162.294 125.168

Rechnungsabgrenzungsposten 210.590 170.446

Dividendenverbindlichkeiten 596 468

Wertpapier- und Zahlungsverkehrsabwicklung 405.518 681.789

Übrige Passiva 518.881 326.657

Gesamt 1.297.879 1.304.528

(33) Nachrangkapital

in € Tausend 2010 2009

Hybrides Kapital 819.077 819.091

Nachrangige Verbindlichkeiten 2.576.374 2.802.031

Ergänzungskapital 605.647 681.326

Partizipationsscheine 253.182 261.409

Gesamt 4.254.280 4.563.857

Nachfolgende Tabelle enthält Kreditaufnahmen, die 10 Prozent des Gesamtbetrags an Nachrangkapital übersteigen:

Emittent ISIN Typ Währung

Nominale in

€ Tausend Kupon 1) Fälligkeit

RFJ4 XS0253262025 Hybrides Kapital EUR 500.000 5.169% –

RBI XS0289338609 Nachrangkapital EUR 500.000 4.500% 5.3.2019

RBI XS0326967832 Ergänzungskapital EUR 600.000 5.770% 29.10.2015

RBI Raiffeisen Bank International AG, Wien 1) Derzeitiger Zinssatz, jedoch sind Zinsänderungsklauseln vereinbart.

RFJ4 RZB Finance (Jersey) IV Limited, St. Helier

Im Berichtsjahr entstanden Aufwendungen für nachrangige Verbindlichkeiten in Höhe von € 205.143 Tausend (2009: € 239.277 Tausend).

(34) Eigenkapital

RZB Geschäftsbericht 2010

in € Tausend 2010 2009

Konzern-Eigenkapital 5.501.624 7.300.859

Gezeichnetes Kapital 443.714 443.714

Partizipationskapital 250.000 2.500.000

Kapitalrücklagen 1.050.635 1.050.635

Gewinnrücklagen 3.757.275 3.306.510

Konzern-Jahresüberschuss 713.664 433.372

Kapital der nicht beherrschenden Anteile 5.035.731 2.573.529

Gesamt 11.251.019 10.307.760

161


162 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Gezeichnetes Kapital

Das gezeichnete Kapital der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft ist in 6.105.874 nennwertlose Stückaktien zerlegt. Davon

sind 5.539.885 auf Namen lautende Stammaktien sowie 565.989 auf Inhaber lautende stimmrechtslose Vorzugsaktien. Das Gesamtnominale

gemäß Satzung beträgt € 443.714 Tausend.

Zum 31. Dezember 2010 bestehendes genehmigtes Kapital

Mit Beschluss der Hauptversammlung vom 20. Juni 2007 wurde der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Grundkapital

gegen Bareinzahlung oder Sacheinlage bis längstens 14. August 2012 um bis zu € 101.738 Tausend, allenfalls in mehreren Tranchen, durch

Ausgabe von bis zu 1.400.000 Stück Aktien unter Wahrung des gattungsmäßigen Bezugsrechts der Aktionäre zu erhöhen. 2008 wurde von

dieser Ermächtigung mit Beschluss des Vorstands vom 15. September 2008 und Genehmigung durch den Aufsichtsrat vom 18. September

2008 teilweise Gebrauch gemacht und das Grundkapital durch Ausgabe von 249.391 Stück Stammaktien um € 18.123 Tausend und

von 25.719 Stück Vorzugsaktien um € 1.869 Tausend erhöht. Im Berichtsjahr wurde von dieser Ermächtigung nicht Gebrauch gemacht. Die

in der Hauptversammlung vom 20. Juni 2007 erteilte Ermächtigung zur Kapitalerhöhung durch genehmigtes Kapital ist noch im Umfang von

€ 62.487 Tausend aufrecht.

Partizipationskapital

Die Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft emittierte Partizipationskapital im Sinn des § 23 (4) und (5) BWG im Nominale von

€ 2.500.000 Tausend. Das Kapital steht auf Unternehmensdauer zur Verfügung und ist durch den Partizipationskapitalgeber nicht kündbar.

Die Zahlung der ersten Tranche in Höhe von € 750.000 Tausend erfolgte per 30. Dezember 2008. Die Zahlung der zweiten Tranche in Höhe

von € 1.750.000 Tausend Nominale erfolgte zum 6. April 2009. Letztere wurde zur Gänze von der Republik Österreich gezeichnet. Die Partizipationsscheine

wurden zu 100 Prozent des Nennwerts ausgegeben. Mit den Partizipationsscheinen ist ein Gewinnberechtigungsanspruch

von grundsätzlich 8 Prozent pro Jahr vom Nennwert der Partizipationsscheine verbunden. Für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 erhöht sich

die Partizipations-Dividende um jeweils 50 Basispunkte, für das Geschäftsjahr 2016 um 75 Basispunkte sowie für jedes folgende Geschäftsjahr

um jeweils 100 Basispunkte. Als Obergrenze gilt der Zwölf-Monats-EURIBOR plus 1.000 Basispunkte. Dieses Partizipationskapital wurde

im Zuge der Verschmelzung der Hauptgeschäftsfelder der RZB mit der Raiffeisen International Bank-Holding AG in die RBI AG übertragen.

Die RZB AG emittierte am 11. Oktober 2010 Partizipationskapital im Sinne des § 23 (4) und (5) BWG im Nominale von € 250 Millionen. Die

Partizipationsscheine wurden zu 100 Prozent des Nennwerts ausgegeben. Mit diesen ist ein Gewinnberechtigungsanspruch von grundsätzlich

8 Prozent pro Jahr vom Nennwert des Partizipationskapitals verbunden. Für die Geschäftsjahre 2014 und 2015 erhöht sich die Partizipations-

Dividende um jeweils 50 Basispunkte, für das Geschäftsjahr 2016 um 75 Basispunkte sowie für jedes folgende Geschäftsjahr um jeweils

100 Basispunkte. Als Obergrenze gilt der 12-Monats-Euribor plus 1.000 Basispunkte. Das Kapital steht auf Unternehmensdauer, d. h. ohne

ordentliche und außerordentliche Kündigungsmöglichkeiten der Zeichner des Partizipationskapitals, zur Verfügung.

Die Inhaber von stimmrechtslosen Vorzugsaktien erhalten eine Vorzugsdividende von dem auf die Aktie entfallenden Anteil am Grund kapital.

Die Vorzugsdividende für das Geschäftsjahr 2010 beträgt € 34,12 pro Stück Vorzugsaktie. Dies ergibt eine Ausschüttungssumme von

€ 19.312 Tausend.

Der Vorstand wird der Hauptversammlung vorschlagen, aus dem Bilanzgewinn des Geschäftsjahres 2010 der Raiffeisen Zentralbank

Österreich Aktiengesellschaft eine Dividende von € 25,38 je Stammaktie auszuschütten – dies entspricht einer Ausschüttungssumme von

€ 140.602 Tausend.

Die Entwicklung des Eigenkapitals sowie andere Angaben sind der Seite 110 zu entnehmen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(35) Restlaufzeitengliederung

RZB Geschäftsbericht 2010

31.12.2010

Täglich fällig

bzw. ohne

Bis 3 Monate

Mehr als

in € Tausend

Laufzeit 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre 5 Jahre

Barreserve 6.734.734 0 0 0 0

Forderungen an Kreditinstitute 2.165.012 13.254.847 1.955.202 2.004.413 373.218

Forderungen an Kunden 6.953.872 12.825.338 13.873.441 27.146.281 17.470.843

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen –4.786.675 0 0 0 0

Handelsaktiva 472.370 898.824 1.479.216 3.194.510 2.006.360

Wertpapiere und Beteiligungen 1.267.270 2.947.203 2.383.399 8.040.134 5.643.401

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 1.314.670 0 0 0 0

Restliche Aktiva 3.482.751 1.305.721 569.265 1.156.907 364.237

Aktiva gesamt 17.604.004 31.231.933 20.260.523 41.542.245 25.858.059

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.064.230 17.007.220 6.286.402 7.951.514 3.081.664

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 24.680.509 19.402.410 8.641.225 3.115.732 2.096.074

Verbriefte Verbindlichkeiten 0 1.651.424 4.958.046 9.134.666 824.874

Handelspassiva 412.115 495.096 510.551 2.381.658 1.938.999

Nachrangkapital 0 193.923 16.457 790.090 3.253.809

Restliche Passiva 262.664 926.922 255.482 777.952 1.134.037

Zwischensumme 28.419.518 39.676.995 20.668.163 24.151.612 12.329.457

Eigenkapital 11.251.019 0 0 0 0

Passiva gesamt 39.670.537 39.676.995 20.668.163 24.151.612 12.329.457

31.12.2009

Täglich fällig

bzw. ohne

Bis 3 Monate

Mehr als

in € Tausend

Laufzeit 3 Monate bis 1 Jahr 1 bis 5 Jahre 5 Jahre

Barreserve 8.271.124 0 0 0 0

Forderungen an Kreditinstitute 2.445.474 22.121.927 5.663.137 3.080.082 576.347

Forderungen an Kunden 6.577.109 12.535.104 13.293.805 24.990.731 17.458.702

Nettodotierungen zu Kreditrisikovorsorgen –4.176.589 0 0 0 0

Handelsaktiva 372.565 1.262.243 1.103.556 4.035.867 1.758.041

Wertpapiere und Beteiligungen 1.188.277 1.330.093 3.125.391 7.740.345 5.516.484

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 1.309.860 0 0 0 0

Restliche Aktiva 3.081.287 1.152.620 619.992 1.080.546 424.128

Aktiva gesamt 19.069.107 38.401.987 23.805.881 40.927.571 25.733.702

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 3.342.519 28.115.282 5.087.951 9.307.894 4.063.796

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 22.190.627 20.864.420 7.558.248 2.750.364 2.059.340

Verbriefte Verbindlichkeiten 0 2.737.415 1.268.737 14.774.723 1.154.410

Handelspassiva 324.616 418.838 468.291 1.868.279 1.311.467

Nachrangkapital 0 171.595 384.615 58.422 3.949.225

Restliche Passiva 379.872 929.631 519.459 732.370 838.081

Zwischensumme 26.237.634 53.237.181 15.287.301 29.492.052 13.376.319

Eigenkapital 10.307.761 0 0 0 0

Passiva gesamt 36.545.395 53.237.181 15.287.301 29.492.052 13.376.319

163


164 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

(36) Angaben zu nahe stehenden Unternehmen

Unternehmen können mit nahe stehenden Unternehmen und Personen Geschäfte abschließen, die sich auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage

eines Unternehmens auswirken können. Folgende Unternehmen wurden im Wesentlichen als nahe stehende Unternehmen identifiziert:

Unter Mutterunternehmen sind die nicht operativ tätige Beteiligungsholding Raiffeisen-Landesbanken-Holding GmbH, Wien, und deren

Tochterunternehmen R-Landesbanken-Beteiligung GmbH, Wien, die Mehrheitsaktionär der Raiffeisen Zentralbank Österreich Aktiengesellschaft,

Wien, ist, zu verstehen. Unternehmen mit einem maßgeblichen Einfluss sind im Wesentlichen die Raiffeisenlandesbank Niederösterreich-

Wien AG, Wien, als größter indirekter Einzelaktionär und ihre Muttergesellschaft, die Raiffeisen-Holding Niederösterreich-Wien registrierte

Genossenschaft mit beschränkter Haftung, Wien. Unter verbundene Unternehmen werden Beziehungen zu jenen 324 Tochtergesellschaften

ausgewiesen, die aufgrund untergeordneter Bedeutung nicht in den Konzernabschluss einbezogen wurden.

Angaben zu den Beziehungen der RZB mit Personen in Schlüsselpositionen (Vorstand) sind unter Punkt (56) Beziehungen zu Organen

ersichtlich.

Zum 31. Dezember 2010 stellten sich die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen wie folgt dar:

Unternehmen

mit maß-

At-equity

Mutteruntergeblichem Verbundene bewertete Sonstige

in € Tausend

nehmen Einfluss Unternehmen Unternehmen Beteiligungen

Forderungen an Kreditinstitute 0 470.768 142 274.313 243.862

Forderungen an Kunden 0 13.006 784.008 437.453 1.096.422

Handelsaktiva 0 27.467 0 20.260 18.554

Wertpapiere und Beteiligungen 0 0 362.164 2.483 685.078

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 0 0 0 1.314.670 0

Sonstige Aktiva (inkl. Derivate) 20 0 21.757 28 52

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 606.645 2.660 6.908.279 115.820

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.038 0 409.464 1.950 1.252.168

Rückstellungen 0 0 310 0 18.844

Handelspassiva 0 0 0 25.840 17.756

Sonstige Passiva (inkl. Derivate) 0 17.846 69.939 25 42

Nachrangkapital 0 28.930 0 0 0

Gegebene Garantien 0 784 14.283 264.031 4.937

Erhaltene Garantien 0 124.355 670 142.505 998


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Zum 31. Dezember 2009 stellten sich die Geschäfte mit nahe stehenden Unternehmen wie folgt dar:

in € Tausend

Mutterunternehmen

Unternehmen

mit maßgeblichem

Einfluss

Verbundene

Unternehmen

At-equity

bewertete

Unternehmen

Sonstige

Beteiligungen

Forderungen an Kreditinstitute 0 4.998.189 1 340.975 553.549

Forderungen an Kunden 0 13.697 804.624 792.509 191.865

Handelsaktiva 0 72.541 0 62.629 20.222

Wertpapiere und Beteiligungen 0 0 321.464 14.239 606.297

Anteile an at-equity bewerteten Unternehmen 0 0 0 1.309.860 0

Sonstige Aktiva (inkl. Derivate) 0 0 50.169 12 1.075

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 0 6.329.353 2.521 7.880.992 1.197.452

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 807 0 216.562 12.417 512.556

Rückstellungen 0 0 2 0 6.430

Handelspassiva 0 0 0 31.539 10.687

Sonstige Passiva (inkl. Derivate) 0 0 190 599 19

Nachrangkapital 0 115.522 0 0 0

Gegebene Garantien 0 1.773 5.192 507.865 9.690

Erhaltene Garantien 0 192.539 666 205.380 1.586

(37) Fremdwährungsvolumina

Im Konzernabschluss sind folgende auf fremde Währung lautende Vermögenswerte und Schulden enthalten:

in € Tausend 2010 2009

Aktiva 59.443.076 55.502.681

Passiva 45.583.629 47.001.694

(38) Auslandsaktiva/-passiva

Die Vermögenswerte mit Vertragspartnern außerhalb Österreichs stellen sich folgender-maßen dar:

in € Tausend 2010 2009

Aktiva 106.501.832 106.823.728

Passiva 76.258.244 81.504.411

(39) Verbriefungen

RZB als Originator

RZB Geschäftsbericht 2010

Verbriefungen stellen eine besondere Form der Refinanzierung und Platzierung von Risiken aus Krediten oder Leasingverträgen auf Basis

von Portfolios an Kapitalmarktinvestoren dar. Ziel der von RZB abgeschlossenen Verbriefungen ist es, die regulatorischen Eigenmittel auf

Konzern ebene zu entlasten sowie zusätzliche Refinanzierungsquellen zu nutzen.

Im Geschäftsjahr 2010 erfolgten keine neuen Verbriefungen. Die 2008 geschlossenen True-Sale-Transaktionen (Warehousing) ROOF Bulgaria

2008-1 und ROOF Romania 2008-1 wurden aufgrund der Entwicklungen der internationalen Finanzmärkte sowie der daraus resultierenden

Liquiditätsengpässe noch nicht verbrieft, sondern es wurde das Warehousing verlängert und konzernintern platziert. Zum Jahresende 2010

165


166 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

standen die nicht ausgebuchten Forderungen der ROOF Bulgaria 2008-1 mit € 104.031 Tausend (2009: € 149.588 Tausend), jene der ROOF

Romania 2008-1 mit € 140.747 Tausend (2009: € 167.622 Tausend) zu Buche. Somit bleiben die beiden Warehousing-Strukturen bis auf weiteres

aufrecht, wobei die Portfolios samt allen wesentlichen Chancen und Risiken zwischenzeitlich von Konzern unternehmen gehalten werden.

Für die aus Fahrzeug-Leasingverträgen bestehende True-Sale-Transaktion ROOF Poland 2008-1 beträgt das Gesamtvolumen der Forderungen

per 31. Dezember 2010 € 195.020 Tausend (2009: € 131.829 Tausend). Die Veränderung der Buchwerte ist hierbei auf Wiederauffüllung

des bereits abgereiften Portfolios sowie zusätzliche Aufstockungen zurückzuführen.

Die aus Konzernsicht nicht ausgebuchten Forderungen für die True-Sale-Transaktion ROOF Russia 2007-1 standen mit € 53.178 Tausend

(2009: € 117.077 Tausend) zu Buche. Die Verringerung der Buchwerte erklärt sich im Wesentlichen aus dem Abreifen der Kundenkreditvolumina

in Originalwährung, wobei die Möglichkeit zur Auffüllung bereits abgereifter Volumina nicht mehr wahrgenommen wurde, sowie

umrechnungsbedingt aufgrund der geänderten Währungskurse zwischen US-Dollar und Euro. Binnen eines Jahres reiften die Kundenkreditvolumina

in Originalwährung um € 63.899 Tausend ab.

Die im Rahmen der synthetischen Verbriefungen ROOF CEE 2006-1 nicht ausgebuchten Forderungen beliefen sich zum Jahresende 2010 auf

€ 392.616 Tausend (2009: € 364.285 Tausend). Die Differenz im Vergleich zum Transaktionsbeginn ergibt sich ebenfalls aus dem zwischenzeitig

bereits erfolgten Abreifen der Volumina und aus Wechselkursschwankungen sowie aus der – von den Originatoren Raiffeisenbank

Polska S.A., Warschau (PL) und Raiffeisenbank a.s., Prag (CZ) unterschiedlich ausgeübten – Möglichkeit, die Volumina wieder aufzufüllen bzw.

die Ursprungswerte leicht zu überschreiten.

Nachstehende Transaktionen mit externen Vertragspartnern wurden bis dato durchgeführt, wobei die angeführten Werte jeweils das Transaktionsvolumen

zum Zeitpunkt des Trans aktionsabschlusses darstellen:

in € Tausend

True Sale Transaction

ROOF Poland 2008-1

True Sale Transaction

ROOF Russia 2007-1

Synthetic Transaction

ROOF CEE 2006-1

RZB als Investor

Forderungsverkäufer

bzw. Sicherungsnehmer Abschluss

Raiffeisen-Leasing Polska S.A.,

Warschau (PL)

ZAO Raiffeisenbank,

Moskau (RUS)

Raiffeisen Bank Polska S.A.,

Warschau (PL) Raiffeisenbank

a.s., Prag (CZ)

Jänner

2008

Mai

2007

März

2006

Ende der

Laufzeit Volumen Portfolio

Dezember

2014 290.000

Mai

2017 297.000

März

2019 450.000

Junior

Tranche

Fahrzeugleasing

1,3%

Autokredite

1,9%

Firmenkredite

1,8%

Neben der oben erwähnten besonderen Form der Refinanzierung und Platzierung von Risiken aus Krediten oder Leasingverträgen ist die RZB

auch als Investor in ABS-Strukturen tätig. Im Wesentlichen handelt es sich dabei um Investments in so genannte Structured Credit Products.

Im Lauf des Geschäftsjahres 2010 kam es durch Marktpreisveränderungen zu einem positiven Bewertungsergebnis von rund € 9 Millionen

(2009: € 30 Millionen).

Zum 31. Dezember 2010 hatte die RZB folgendes Gesamtexposure an strukturierten Produkten (exklusive CDS):

2010 2009

Aktuelles

Aktuelles

in € Tausend

Nominale Buchwert Nominale Buchwert

Asset-backed Securities (ABS) 283.991 283.809 240.155 239.389

Mortgage Backed Securities (MBS) 190.193 180.618 257.212 229.027

Collateralized Debt Obligation (CDO) 394.519 148.477 457.383 177.186

Sonstige 29.203 1.466 26.939 1.420

Gesamt 897.906 614.370 981.689 647.022


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

(40) Pensionsgeschäfte

Zum 31. Dezember bestanden folgende Rücknahme- bzw. Rückgabeverpflichtungen:

in € Tausend 2010 2009

Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsgeber (Repurchase Agreement)

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 4.976.815 5.486.403

Verbindlichkeiten gegenüber Kunden 1.342.934 2.440.674

Gesamt 6.319.750 7.927.077

Echte Pensionsgeschäfte als Pensionsnehmer (Reverse Repurchase Agreement)

RZB Geschäftsbericht 2010

Forderungen an Kreditinstitute 1.457.117 7.472.208

Forderungen an Kunden 110.791 1.038.333

Gesamt 1.567.908 8.510.541

In Pension gegebene Wertpapiere 5.415.578 5.289.086

davon weiterverkauft bzw. verpfändet 5.355.684 5.159.011

davon wiederum Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 5.355.684 5.159.011

davon wiederum Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 0

In Pension genommene Wertpapiere 1.483.131 8.703.593

davon Recht des Pensionsnehmers auf Wiederverkauf bzw. Verpfändung 57.059 1.728.444

davon wiederum Schuldverschreibungen und andere festverzinsliche Wertpapiere 56.433 1.716.637

davon wiederum Aktien und andere nicht festverzinsliche Wertpapiere 0 11.248

davon wiederum Forderungen 626 559

Im Rahmen von Wertpapierleihgeschäften wurden Wertpapiere in Höhe von € 886.353 Tausend (2009: € 1.407.565 Tausend) entliehen

und Wertpapiere in Höhe von € 3.912.527 Tausend (2009: € 3.871.095 Tausend) verliehen.

167


168 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

(41) Als Sicherheit übertragene Vermögenswerte

Die folgenden Verbindlichkeiten sind durch in der Bilanz ausgewiesene Vermögenswerte besichert:

in € Tausend 2010 2009

Verbindlichkeiten an Kreditinstitute 8.145.418 8.806.796

Verbindlichkeiten an Kunden 111.290 13.488

Verbriefte Verbindlichkeiten 21.802 244.170

Übrige Passiva 157.208 858.332

Eventualverbindlichkeiten und Kreditrisiken 2.231 3.530

Gesamt 8.437.949 9.926.316

Folgende Vermögenswerte wurden als Sicherheiten für oben genannte Verbindlichkeiten zur Verfügung gestellt:

in € Tausend 2010 2009

Forderungen an Kreditinstitute 4.120.064 4.086.568

Forderungen an Kunden 2.632.093 3.335.947

Handelsaktiva 647.692 723.990

Wertpapiere und Beteiligungen 2.032.817 2.539.145

Gesamt 9.432.666 10.685.650

(42) Finanzierungsleasing

in € Tausend 2010 2009

Bruttoinvestitionswert 5.333.771 5.534.285

Mindestleasingzahlungen 4.853.135 5.104.398

Bis 3 Monate 499.815 519.064

Von 3 Monaten bis 1 Jahr 1.014.303 1.081.138

Von 1 Jahr bis 5 Jahre 2.307.780 2.420.015

Über 5 Jahre 1.031.237 1.084.181

Nicht garantierte Restwerte 480.636 429.887

Unrealisierter Finanzertrag 740.551 807.440

Bis 3 Monate 61.592 62.234

Von 3 Monaten bis 1 Jahr 147.950 157.768

Von 1 Jahr bis 5 Jahre 341.090 382.694

Über 5 Jahre 189.919 204.744

Nettoinvestitionswert 4.593.220 4.726.845

Die Wertberichtigungen auf uneinbringliche Mindestleasingzahlungen beliefen sich zum 31. Dezember 2010 auf € 39.958 Tausend

(2009: € 46.597 Tausend).


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Die im Rahmen des Finanzierungsleasings finanzierten Vermögenswerte verteilen sich wie folgt:

in € Tausend 2010 2009

Kraftfahrzeugleasing 1.900.065 2.136.294

Immobilienleasing 1.791.716 1.678.028

Mobilienleasing 873.134 912.523

Gesamt 4.564.915 4.726.845

(43) Operating Leasing

RZB Geschäftsbericht 2010

Operating Leasing aus der Sicht als Leasinggeber

Die zukünftigen Leasingzahlungen im Rahmen unkündbarer operativer Leasingverträge stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Bis 1 Jahr 51.087 42.686

Von 1 Jahr bis 5 Jahre 80.889 79.467

Über 5 Jahre 84.068 51.533

Gesamt 216.044 173.686

Operating Leasing aus der Sicht als Leasingnehmer

Die zukünftigen Leasingzahlungen im Rahmen unkündbarer operativer Leasingverträge stellen sich wie folgt dar:

in € Tausend 2010 2009

Bis 1 Jahr 101.383 115.399

Von 1 Jahr bis 5 Jahre 195.206 240.712

Über 5 Jahre 22.356 44.172

Gesamt 318.945 400.283

169


170 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Risikobericht

(44) Risiken von Finanzinstrumenten

Aktives Risikomanagement stellt für die RZB eine Kernkompetenz dar. Um Risiken effektiv zu erkennen, einzustufen und zu steuern, baute der

Konzern bereits in der Vergangenheit ein umfassendes Risikomanagement auf, das permanent weiterentwickelt wird. Risikomanagement ist

dabei ein integraler Bestandteil der Gesamtbanksteuerung. Es berücksichtigt neben den gesetzlichen und aufsichtsrechtlichen Rahmenbedingungen

insbesondere die Art, den Umfang und die Komplexität der Geschäfte sowie die daraus resultierenden Risiken. Die Risikosteuerung der

RZB ist darauf ausgerichtet, den bewussten Umgang mit und das professionelle Management für alle materiellen Risiken sicherzustellen.

Grundsätze des Risikomanagements

Die RZB verfügt über ein System von Risikoprinzipien sowie Risikomessungs- und Überwachungsverfahren mit dem Ziel, die wesentlichen

Risiken aller Banken und Spezialgesellschaften des Konzerns zu kontrollieren und zu steuern. Die Risikopolitik und die Grundsätze des Risikomanagements

werden vom Vorstand der RZB festgelegt, wobei zu den Risikogrund sätzen des Konzerns unter anderem folgende Prinzipien

gehören:

■ Integriertes Risikomanagement: Kredit- und Länderrisiken, Markt- und Liquiditätsrisiken, Beteiligungsrisiken sowie operationelle Risiken

werden als Hauptrisiken konzernweit gesteuert. Dazu werden diese Risiken gemessen, limitiert, aggregiert und den verfügbaren Risikodeckungsmassen

gegenübergestellt.

■ Einheitliche Methoden: Um einen konsistenten und kohärenten Risikomanagementansatz zu gewährleisten, werden einheitliche Methoden

zur Risikobeurteilung und Limitierung konzernweit eingesetzt. Dieses Vorgehen ist effizient für die Entwicklung von Risikomanagementmethoden

und bildet die Grundlage für eine einheitliche Konzernsteuerung in allen Ländern und Geschäftssegmenten der RZB.

■ Laufende Planung: Die Risikostrategien und das Risikokapital werden während des jährlichen Budgetierungs- und Planungsprozesses

überarbeitet und bewilligt. Wesentliches Augenmerk wird dabei auch auf Risikokonzentrationen gelegt.

■ Unabhängige Kontrolle: Es besteht eine klare personelle und funktionale Trennung zwischen den Geschäfts- und allen Risikomanagement-

und Risikocontrolling-Aktivitäten.

■ Vor- und Nachkalkulation: Risiken werden konsistent im Rahmen des Produktvertriebs und in der risikoadjustierten Performancemessung

berücksichtigt. Damit wird sichergestellt, dass Geschäfte grundsätzlich nur unter Berücksichtigung des Risiko-Ertrags-Verhältnisses

abgeschlossen und Anreize zum Eingehen hoher Risiken vermieden werden.

Im Einklang mit diesen Grundsätzen werden von den Risikomanagementeinheiten des Konzerns detaillierte Risikostrategien ausgearbeitet, die

diese allgemeinen Richtlinien in konkrete Risikoziele und spezifische Standards überführen. Die übergeordnete Gesamtbank-Risikostrategie

leitet sich dabei aus der Geschäftsstrategie des Konzerns ab und ergänzt diese um risikorelevante Gesichtspunkte zur geplanten Geschäftsstruktur

und der strategischen Entwicklung. Diese Aspekte umfassen dabei z. B. strukturelle Limits oder Kapitalquotenziele, die in der Budgetierung

und im Rahmen der Geschäftsentscheidungen eingehalten werden müssen. Weitere spezifische Ziele für die einzelnen Risikokategorien

werden in Detailrisikostrategien festgelegt. So definiert die Kreditrisikostrategie der RZB z. B. Kredit portfoliolimits für einzelne Länder und

Segmente und regelt die Kompetenzordnung für Einzelkreditentscheidungen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Organisation des Risikomanagements

Der Vorstand der RZB stellt die angemessene Organisation und die Weiterentwicklung des Risikomanagements sicher. Er entscheidet über

die angewendeten Verfahren zur Identifikation, Messung und Überwachung der Risiken und trifft Steuerungsmaßnahmen anhand der er stellten

Auswertungen und Analysen. Bei der Erfüllung dieser Aufgaben wird der Vorstand durch unabhängige Risikomanagementeinheiten sowie

spezifische Komitees unterstützt.

Zentrale Risikomanagement funktionen

und -komitees

■ für alle Risikoarten

■ für alle Konzerneinheiten

Zentrale und lokale

Risikomanagementeinheiten

und -komitees

Lokale Risikomanagementeinheiten und -komitees

■ für alle Risikoarten

■ in allen Konzerneinheiten

steuerungsebene Konzernaufgaben Komitees bereich/abteilung

Risk Management

Risk Controlling

Group Risk Committee

Credit Committee (Vorstand)

andere Beteiligungen der RZB AG

Group Risk Committee

Credit Committee (Vorstand)

Raiffeisen Zentralbank Österreich AG Raiffeisen Bank International

Risk Management

Risk Controlling

Risk Management Committee (RMC)

Group Asset/Liability Committee (ALCO)

Market Risk Committee (MACO)

Credit Committees (CC)

Problem Loan Committee (PLC)

Credit Portfolio Committees (CPC)

Grundsätzlich erfolgt das Risikomanagement im Konzern auf mehreren Stufen. Die Raiffeisen Zentralbank unterhält als übergeordnetes Kreditinstitut

verschiedene Service Level Agreements mit Risikomanagementeinheiten der RBI AG, die in Zusammenarbeit mit den einzelnen Konzern-

Tochtereinheiten die entsprechenden Konzepte entwickelt und implementiert. Die zentralen Risikomanagement-Einheiten sind verantwortlich

für die angemessene und geeignete Umsetzung des Risikomanagement-Prozesses im Konzern. Sie legen dazu Risikomanagement-Richtlinien

fest und definieren geschäftsspezifische Vorgaben, Werkzeuge und Vorgehensweisen für alle Gesellschaften des Konzerns.

RZB

RZB Geschäftsbericht 2010

Credit Mgmt (Kommerzkunden, Finanz -

institute und öffentlicher Sektor, Retail)

Credit Portfolio Management

Risk Controlling (Kredit-, Markt-, Liquiditäts-

und operatoinelle Risiken)

Restructuring/Workout

Banken und Leasingunternehmen Bankdienstleistungsgesellschaften

171


172 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Zusätzlich existieren in den verschiedenen rechtlichen Konzerneinheiten lokale Risikomanagementeinheiten. Diese implementieren die

Risikopolitik in den jeweiligen Risikokategorien und steuern das Geschäft innerhalb der genehmigten Risikobudgets, um die Ziele aus der

Geschäftspolitik zu erfüllen. Zu diesem Zweck überwachen sie die entstehenden Risiken mithilfe standardisierter Messmethoden und melden

diese auch über definierte Reporting-Schnittstellen an zentrale Risikomanagement-Einheiten.

Die im Bankwesengesetz geforderte Funktion des zentralen und unabhängigen Risikocontrollings wird durch den organisatorischen Bereich

Risk Controlling ausgeübt. Die Aufgaben dieses Bereichs umfassen die Erstellung des konzernweiten und risikokategorieübergreifenden

Regelwerks zur Konzern-Risikosteuerung und die unabhängige und neutrale Berichterstattung über das Risikoprofil an den Gesamtvorstand

und die einzelnen Geschäftsbereichsverantwortlichen. Weiters werden in diesem Bereich das erforderliche Risikokapital für die unterschiedlichen

Geschäftseinheiten ermittelt und die Ausnutzung der festgelegten Risikokapitalbudgets zur Beurteilung der Angemessenheit der

Kapitalausstattung berechnet.

Risikokomitees

Das Risk Management Committee ist für die laufende Weiterentwicklung und Implementierung der Methoden und Parameter zur Risikomessung

und Verfeinerung der Steuerungs instrumente zuständig. Dieses Komitee beurteilt auch die aktuelle Risikosituation unter Berücksichtigung

einer angemessenen Kapitalausstattung und der entsprechenden Risikolimits. Es bewilligt die verschiedenen Risikomanagement- und

-steuerungsaktivitäten (wie z. B. die Allokation von Risikobudgets) und unterstützt den Vorstand bei diesen Tätigkeiten.

Das Market Risk Committee steuert das Marktrisiko aus Handels- und Bankbuchgeschäften der RBI und legt die entsprechenden Limits und

Verfahren fest. In diese Steuerung fließen insbesondere die Geschäftsergebnisse, die ermittelten Risiken und die gemessene Limitauslastung

sowie die Ergebnisse aus Szenarienanalysen und Stresstests betreffend Marktrisiken ein.

Die Credit Committees setzen sich aus Vertretern der Bereiche Markt und Marktfolge zusammen, wobei sich die personelle Besetzung

je Kundengruppe für Kommerzkunden, Finanzinstitute, den öffentlichen Sektor sowie Retail unterscheidet. Sie entscheiden im Rahmen des

Kreditgenehmigungsprozesses und der rating- und volumenorientierten Kompetenzordnung und beschließen über alle sie betreffenden

Kreditentscheidungen.

Das Group Asset/Liability Committee beurteilt und steuert das Bilanzstruktur- und Liquiditätsrisiko und nimmt in diesem Zusammenhang auch

wesentliche Aufgaben betreffend die Refinanzierungsplanung sowie die Festlegung von Absicherungsmaßnahmen zu strukturellen Risiken wahr.

In den Credit Portfolio Committees erfolgt die Definition der jeweiligen Kreditportfoliostrategie für unterschiedliche Kundensegmente. In diesen

Komitees evaluieren Vertreter der Markt- und Risikomanagement-Einheiten gemeinsam die Risiken und Potenziale unterschiedlicher Kundengruppen

(z.B. Industriezweige, Länder, Privatkundensegmente). Darauf aufbauend entwickelt das Kreditportfoliomanagement Kreditvergaberichtlinien

und Limits zur zukünftigen Ausrichtung des Kreditportfolios.

qualitätssicherung und Revision

Qualitätssicherung in Bezug auf Risikomanagement bedeutet das Sicherstellen der Integrität, Zuverlässigkeit und Fehlerfreiheit von Prozessen,

Modellen, Berechnungsvorgängen und Datenquellen. Dies soll die Einhaltung aller rechtlichen Vorgaben seitens des Konzerns gewährleisten

und stellt das Erreichen höchster Qualitätsanforderungen bei risikomanagementbezogenen Aktivitäten sicher. Die unabhängige Prüfung des

Risikomanagements in allen Konzerneinheiten erfolgt durch den Bereich Group Audit. Der Einsatz einer unabhängigen internen Revision ist eine

gesetzliche Vorgabe und zentraler Bestandteil des internen Kontrollsystems. Die Konzernrevision überprüft periodisch die gesamten Geschäftsprozesse

und trägt damit auch wesentlich zu deren Absicherung und Verbesserung bei. Die dazu erstellten Berichte sind direkt an den Vorstand

der RZB adressiert und werden regelmäßig in Vorstandssitzungen behandelt.

Die Koordination dieser Aspekte wird im zentralen Bereich Organisation & Internal Control System wahrgenommen, durch den das interne

Kontrollsystem laufend analysiert und auf dem neuesten Stand gehalten wird. Falls daraus Anpassungsbedarf resultiert, zeigt dieser Bereich

auch für die Überwachung der Umsetzung verantwortlich.

Zwei wichtige Funktionen in der unabhängigen Prüfung werden durch die Fachbereiche Internal Audit und Compliance wahrgenommen. Der

Einsatz einer unabhängigen internen Revision ist eine gesetzliche Vorgabe und zentraler Bestandteil des internen Kontrollsystems. Die Innenrevision

überprüft periodisch die gesamten Geschäftsprozesse und trägt damit auch wesentlich zu deren Absicherung und Verbesserung bei.

Die dazu erstellten Berichte sind direkt an den Vorstand der RBI adressiert und werden regelmäßig in Vorstandssitzungen behandelt.

Das Compliance Office verantwortet alle Themenstellungen rund um die Einhaltung gesetz licher Anforderungen in Ergänzung zum und als

Bestandteil des internen Kontrollsystems. Es hilft die Verletzung bestehender Regelungen in den täglichen Abläufen zu vermeiden.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Darüber hinaus wird im Rahmen der Jahresabschlussprüfung durch Wirtschaftsprüfungsgesellschaften eine gänzlich unabhängige und

objektive Prüfung frei von potenziellen Interessenkonflikten durchgeführt.

Konzern-Risikosteuerung

Die Sicherstellung einer angemessenen Kapitalausstattung ist eines der wesentlichen Ziele des Risikomanagements der RZB. Die Angemessenheit

der Kapitalausstattung wird quartalsweise auf Basis des nach internen Modellen ermittelten Risikos beurteilt, wobei in der Wahl der

verwendeten Modelle auf die Wesentlichkeit der Risiken Rücksicht genommen wird. Dieses Kapitaladäquanzrahmenwerk berücksichtigt die

Kapitalerfordernisse sowohl aus regulatorischer Sicht (Nachhaltigkeits- und Going-Concern-Perspektive) als auch unter einem ökonomischen

Gesichtspunkt (Zielrating-Perspektive).

Ziel Risiko Messmethode Konfidenzniveau

Zielrating-

Perspektive

Going-Concern-

Perspektive

Nachhaltigkeits-

Perspektive

Risiko, die Forderungen vorrangiger

Gläubiger des Konzerns

nicht bedienen zu können

Risiko, das aufsichtsrechtliche

Kapitalerfordernis zu unterschreiten

Risiko, eine nachhaltige

Kern kapitalquote über den

Kon junkturzyklus hinweg zu

unterschreiten

Der unerwartete Verlust für den Risikohorizont

von einem Jahr („Ökonomisches Kapital“) darf

den aktuellen Wert des Eigenkapitals und nachrangiger

Kapitalformen nicht überschreiten

Die Risikotragfähigkeit (erwarteter Gewinn und

nicht für aufsichtsrechtliche Zwecke gebundenes

Kapital) muss den Value-at-Risk (Risikohorizont:

1 Jahr) des Konzerns übersteigen

Kapital- und Ertragsprognose für die dreijährige

Planungsperiode bei Annahme eines signifi -

kanten makroökonomischen Abschwungs

99,95 Prozent abgeleitet von

der Ausfallswahrscheinlichkeit

des angestrebten Ratings

99 Prozent – spiegelt die

Be reitschaft der Eigentümer

wider, zusätzliche Eigenmittel

zur Verfügung zu stellen

70–90 Prozent – basierend auf

der Managemententscheidung,

potenziell temporäre Risikoreduktionen

oder stabilisierende Eigenkapitalmaßnahmen

vorzunehmen

Zielrating-Perspektive

In der Zielrating-Perspektive werden Risiken durch das ökonomische Kapital gemessen, das eine vergleichbare Risikokennzahl für alle

Risikoarten darstellt. Es wird als die Summe von unerwarteten Verlusten aus den Geschäften aller Konzerneinheiten in den unterschiedlichen

Risikokategorien (Kredit- und Länderrisiko, Beteiligungs-, Markt- und operationelles Risiko) berechnet. Zusätzlich fließt auf Konzernebene ein

allgemeiner Puffer für andere Risikoarten ein, die nicht explizit quantifiziert werden.

Die RZB wendet zur Berechnung des ökonomischen

Kapitals ein Konfidenzniveau

von 99,95 Prozent an, das sich aus der

Ausfallwahrscheinlichkeit des angestrebten

Ratings ableitet. Ziel der Berechnung des

ökonomischen Kapitals ist die Ermittlung

jenes Kapitals, das für die Bedienung der

Ansprüche von Kunden und Kreditoren auch

bei einem derart seltenen Verlustereignis

erforderlich wäre.

Das ökonomische Kapital zeigt – wie auch

im letzten Jahr – das größte Risiko der

RZB im Kreditrisiko der Forderungsklasse

Kommerzkunden. Dieses trägt 35 Prozent

zum Gesamtrisiko bei, insgesamt sind Kreditrisiken

für 70 Prozent des ökonomischen

Kapitals verantwortlich. Für das Marktrisiko

liegt der Anteil jeweils bei 8 Prozent, für

das operationelle Risiko bei 9 Prozent und

zusätzlich wird ein genereller Risikopuffer für

andere Risiken alloziert.

RZB Geschäftsbericht 2010

Anteil der einzelnen Risikoarten am ökonomischen Kapital

per 31. Dezember 2010

andere risiken

9% (- 4 PP)

operationelles risiko

9% (+ 2 PP)

Marktrisiko

8% (- 3 PP)

beteiligungsrisiko

1% (+/- 0 PP)

länderrisiko

3% (+ 1 PP)

Kreditrisiko retail-Kunden

21% (+ 6 PP)

173

Kreditrisiko firmenkunden

35% (+ 1 PP)

Kreditrisiko finanzinstitute

6% (- 6 PP)

Kreditrisiko Öffentlicher

sektor

8% (+ 3 PP)


174 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Dem steht das interne Kapital gegenüber, das hauptsächlich das Eigen- und Nachrangkapital des Konzerns umfasst und im Verlustfall als

primäre Risikodeckungsmasse für die Bedienung von Verpflichtungen gegenüber vorrangigen Gläubigern dient. Die gesamte Ausnutzung des

zur Verfügung stehenden Risikokapitals (das Verhältnis von ökonomischem Kapital zu internem Kapital) beträgt zum Jahresultimo 74,2 Prozent.

Das ökonomische Kapital dient als wichtiges Instrument in der Konzern-Risikosteuerung und wird bei der Allokation von Risikobudgets herangezogen.

Limits für ökonomisches Kapital werden dazu im jährlichen Budgetierungsprozess auf die einzelnen Geschäftsbereiche aufgeteilt

und für die operative Steuerung durch Volumen-, Sensitivitäts- oder Value-at-Risk-Limits ergänzt. Diese Planung erfolgt in der RZB jeweils für

drei Jahre auf revolvierender Basis und bezieht sich sowohl auf die zukünftige Entwicklung des ökonomischen Kapitals als auch auf das zur

Verfügung stehende interne Kapital. Das ökonomische Kapital wirkt sich somit wesentlich auf die Planung der zukünftigen Kreditvergabe und

das Gesamtlimit für Marktrisiken aus.

Auch die risikoadjustierte Performancemessung basiert auf diesem Risikomaß. Dabei wird der Ertrag einer Geschäftseinheit in Relation

zum ökonomischen Kapital gesetzt, das dieser Einheit zuzurechnen ist (Verhältnis von risikoadjustiertem Ertrag zu risikoadjustiertem Kapital,

RORAC). Dies ergibt eine vergleichbare Performancekennzahl für alle Geschäftseinheiten des Konzerns, die wiederum als Kennzahl

in der Gesamtbanksteuerung, der diesbezüglichen zukünftigen Kapitalallokation und der Vergütung für Geschäftsleiter des Konzerns

Berücksichtigung findet.

Going-Concern-Perspektive

Parallel zu dieser Betrachtung erfolgt die Beurteilung der angemessenen Kapitalausstattung mit Fokus auf den Fortbestand des Konzerns auf

Basis des Going-Concern-Prinzips. Hier wird das Risiko wiederum einer entsprechenden Risikotragfähigkeit – mit Blick auf das regulatorische

Eigenkapital- und Eigenmittelerfordernis – gegenübergestellt.

Dem Absicherungsziel folgend werden erwartete Gewinne, erwartete Risikovorsorgen und überschüssige Eigenmittel (unter Berücksichtigung

der diversen Anrechnungsgrenzen) zur Risikotragfähigkeit gezählt. Dem wird ein Value-at-Risk (inklusive erwarteter Verluste) gegenübergestellt,

dessen Berechnung auf vergleichbaren Verfahren (mit geringerem Konfidenzniveau von 99 Prozent) wie den in der Zielrating-Perspektive

angewendeten beruht. Mit diesem Ansatz sichert der Konzern die ausreichende Kapitalisierung aus regulatorischer Sicht (Going-Concern)

mit dem gewünschten Wahrscheinlichkeitsniveau ab.

Die regulatorischen Kapitalerfordernisse werden dabei auf Konzernebene nach den österreichischen Rechtsvorschriften ermittelt. Zusätzliche

Mindestkapitalisierungsvorschriften für einzelne Konzerneinheiten auf lokaler Ebene können durch geeignete Bilanzstrukturmaßnahmen

erfüllt werden. Die internen Ziele für regulatorische Kapitalquoten sind bewusst höher gesteckt als die gesetzlichen Vorgaben, um die

gesetzlichen Mindest-Eigenmittelerfordernisse stets einhalten zu können und zusätzlich andere Risiken abzudecken, die aufsichtsrechtlich

nicht quantifiziert werden.

Nachhaltigkeits-Perspektive

Ziel der Betrachtung aus der Nachhaltigkeits-Perspektive ist es sicherzustellen, dass die RZB in der vollen dreijährigen Planungsperiode auch

in einem signifikant schlechteren makroökonomischen Umfeld über eine ausreichend hohe Kernkapitalquote verfügt. Die Analyse basiert hier

auf einem mehrjährig angelegten makroökonomischen Stresstest, in dem hypothetische Marktentwicklungen bei einem signifikanten, aber

realistischen wirtschaftlichen Abschwung simuliert werden. Als Risikoparameter kommen dabei unter anderem Zinskurven, Wechsel kurse und

Wertpapierkurse, aber auch Änderungen der Ausfallwahrscheinlichkeit bzw. Rating-Migrationen im Kreditportfolio zum Einsatz.

Das Hauptaugenmerk dieses integrierten Stresstests gilt der resultierenden Kernkapitalquote in der mehrjährigen Betrachtung. Die aktuell

notwendige Kernkapitalausstattung resultiert damit aus dem wirtschaftlichen Rückschlagpotenzial. In das unterstellte Abschwungszenario

fließen dabei sowohl die Bildung von notwendigen Risikovorsorgen und potenzielle prozyklische Effekte (durch die die regulatorischen

Kapitalerfordernisse ansteigen) als auch Fremdwährungseffekte und sonstige Bewertungs- und Ertragskomponenten ein.

Diese Perspektive ergänzt somit auch die sonst übliche Risikomessung auf Basis des Value-at-Risk-Konzepts, das im Wesentlichen auf historischen

Daten beruht. Dadurch können auch außergewöhnliche und in der Vergangenheit nicht beobachtbare Marktsituationen abdeckt und

potenzielle Auswirkungen dieser Entwicklungen abgeschätzt werden. Der Stresstest ermöglicht auch die Analyse von Risikokonzentrationen

(z. B. in Einzelpositionen, Wirtschaftszweigen oder Regionen) und erlaubt einen Einblick in die Profitabilität, Liquidität und Solvabilität bei

außergewöhnlichen Umständen.


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

RZB Geschäftsbericht 2010

Kreditrisiko

Das Kreditrisiko der RZB betrifft vornehmlich Ausfallrisiken, die sich aus Geschäften mit Privat- und Firmenkunden, anderen Banken und

öffentlichen Kreditnehmern ergeben. Das Ausfallrisiko ist das Risiko, dass ein Kunde vertraglich vereinbarte Zahlungsverpflichtungen nicht

erfüllen kann. Daneben werden aber auch Migrationsrisiken (aufgrund von Kundenbonitätsverschlechterungen), Konzentrationsrisiken von

Kreditnehmern oder Risiken aus Kreditrisiko-Minderungstechniken sowie Länderrisiken berücksichtigt.

Das Kreditrisiko ist die bei weitem wichtigste Risikokategorie für die RZB, wie auch aus dem internen und regulatorischen Kapitalerfordernis

ersichtlich ist. Es wird im Konzern sowohl auf Einzelkredit- und Kundenbasis als auch auf Portfoliobasis überwacht und analysiert. Grundlage für

die Kreditrisikosteuerung und Kreditentscheidung sind die Kreditrisikopolitik, die Kreditrisikohandbücher und die zu diesem Zweck entwickelten

Kreditrisikomanagement-Methoden und -Prozesse.

Das interne Kontrollsystem für Kreditrisiken umfasst verschiedene Formen von Überwachungsmaßnahmen, die unmittelbar in die zu überwachenden

Arbeitsabläufe – vom Kreditantrag des Kunden über die Kreditentscheidung der Bank bis hin zur Rückzahlung des Kredits –

integriert sind.

Kreditentscheidungsprozess

Im Non-Retail-Bereich erfolgt keine Kreditvergabe, ohne zuvor den Kreditentscheidungsprozess durchlaufen zu haben. Dieser Prozess wird

– neben der Vergabe von Neukrediten – auch für Krediterhöhungen, Prolongationen, Überziehungen und bei Änderung risikorelevanter

Sachverhalte, die der ursprünglichen Kreditentscheidung zugrunde lagen (z. B. wirtschaftliche Situation des Kreditnehmers, Verwendungszweck

oder Sicherheiten), durchlaufen. Er gilt auch für die Festlegung von kreditnehmerbezogenen Limits für Handels- und Emissionsgeschäfte,

sonstigen mit Kreditrisiko behafteten Limits und für Beteiligungen.

Kreditentscheidungen werden je nach Größe und Art des Kredits anhand einer hierarchischen Kompetenzordnung gefällt. Für individuelle

Kreditentscheidungen und die turnusmäßige Beurteilung der Adressenausfallrisiken ist dabei immer die Zustimmung der Bereiche Markt und

Marktfolge einzuholen. Für den Fall voneinander abweichender Voten der einzelnen Kompetenzträger sieht die Kompetenzordnung ein

Eskalationsverfahren in die nächsthöhere Kompetenzstufe vor.

Der gesamte Kreditentscheidungsprozess wird auf Basis einheitlich definierter Prinzipien und Richtlinien durchgeführt. Die Geschäftsbeziehungen

zu multinationalen Kunden, die gleichzeitig Transaktionen mit mehreren Einheiten des Konzerns abwickeln, werden z. B. durch

das Global Account Management System unterstützt. Dies wird durch die konzernweit eindeutige Identifizierung von Kunden im Non-

Retail-Bereich ermöglicht.

Die Kreditentscheidung im Retail-Bereich erfolgt durch die hohe Stückzahl und geringere Forderungshöhe stärker automatisiert. Kreditanträge

werden dabei vielfach in zentralen Bearbeitungsstellen anhand von Credit Scorecards beurteilt und freigegeben. Der Prozess wird dabei

durch die entsprechenden IT-Systeme für Retail-Kunden des Konzerns unterstützt.

Kreditportfoliomanagement

Das Kreditportfolio der RZB wird unter anderem anhand der Portfoliostrategie gesteuert. Diese begrenzt die Kreditvergabe in unterschiedlichen

Ländern, Wirtschaftszweigen oder Produkttypen und vermeidet dadurch unerwünschte Risikokonzentrationen. Darüber hinaus

werden laufend die langfristigen Entwicklungschancen in den einzelnen Märkten analysiert. Dies ermöglicht es schon frühzeitig, strategische

Weichenstellungen in Bezug auf das künftige Kreditengagement vorzunehmen.

Folgende Tabelle zeigt eine Überleitung von Bilanzposten (Bank- und Handelsbuchbestände) zum gesamten Kreditobligo, das für die

Portfoliosteuerung herangezogen wird. Dieses umfasst sowohl bilanzielle als auch außerbilanzielle Kreditexposures vor Anwendung von

Gewichtungsfaktoren und stellt somit den maximalen Forderungswert dar. Nicht enthalten sind Effekte der Kreditrisikominderung wie z. B.

persönliche und dingliche Sicherheiten, die in der Gesamtbeurteilung des Kreditrisikos ebenfalls berücksichtigt werden. Dieser Forderungsbegriff

wird auch – sofern nicht explizit anders angegeben – in den nachfolgenden Tabellen des Risikoberichts verwendet. Die Ursachen für

Unterschiede zwischen den Größen der internen Portfoliosteuerung und der externen Rechnungslegung liegen in abweichenden Konsolidierungskreisen

(regulatorisch versus IFRS, i. e. handelsrechtlich), unterschiedlichen Abgrenzungen des Kreditvolumens sowie unterschiedlichen

Bewertungsvorschriften.

175


176 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Überleitung der Zahlen aus dem IFRS-Konzernabschluss zum gesamten Kreditobligo (nach Basel II)

in € Tausend 2010 2009

Forderungen an Kreditinstitute 19.752.692 33.886.967

Forderungen an Kunden 78.269.775 74.855.451

Handelsaktiva 8.051.280 8.532.272

Derivative Finanzinstrumente 1.487.750 6.960.176

Wertpapiere und Beteiligungen 19.009.896 17.611.106

Sonstige Aktiva 5.359.065 1.808.002

Eventualverbindlichkeiten 12.039.285 10.201.609

Kreditrisiken 12.178.748 10.071.540

Widerrufliche Kreditzusagen 11.679.868 10.936.810

Überleitung 2.960.753 59.549

Gesamt 170.789.111 174.923.482

Die detailliertere Analyse des Kreditportfolios erfolgt anhand der Unterteilung in Ratingstufen. Das Kundenrating erfolgt getrennt für die

unterschiedlichen Forderungsklassen. Für die Bonitätsbeurteilung werden dafür jeweils interne Risikoklassifizierungs-Verfahren (Rating- und

Scoringmodelle) eingesetzt, die auch zentral validiert werden. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten für unterschiedliche Ratingstufen werden nach

Assetklassen getrennt ermittelt. Die Ausfallwahrscheinlichkeit der gleichen ordinalen Ratingeinstufung (z. B. 1,5 für Kommerzkunden, A3 für

Kreditinstitute und A3 für den öffentlichen Sektor) ist daher zwischen den Forderungsklassen nicht direkt vergleichbar.

Die Ratingmodelle in den wesentlichen Non-Retail-Assetklassen – Kommerzkunden, Kreditinstitute und öffentlicher Sektor – sind konzernweit

einheitlich und sehen jeweils 10 Bonitätsstufen vor. Scorecards für Retail-Forderungsklassen werden länderspezifisch nach konzernweit

einheitlichen Richtlinien erstellt. Sowohl für die Rating-Erstellung als auch für die Validierung stehen entsprechende Software-Tools (z. B. Unternehmensbewertung,

Rating- und Ausfalls-Datenbank) zur Verfügung.

Kreditportfolio – Kommerzkunden

Das interne Ratingmodell für Kommerzkunden berücksichtigt sowohl qualitative Faktoren als auch verschiedene Geschäfts- und Gewinnkennzahlen

(z. B. Zinsendeckung, EBT-Marge, EBTDA-Marge, Eigenkapitalquote, Gesamtkapitalrentabilität, Schuldentilgungsdauer), die für

unterschiedliche Branchen und Rechnungslegungsstandards angepasst wurden.

Nachstehende Tabelle zeigt das Kreditobligo nach internem Rating für Kommerzkunden (Großkunden und Small Business) und die aus

dem Rating abgeleiteten jährlichen Ausfallwahrscheinlichkeiten. Für die Gesamtbeurteilung des Kreditrisikos sind zusätzlich Sicherheiten und

Erlösquoten bei Ausfall zu berücksichtigen:

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

0,5 Minimales Risiko 1.180.736 1,4% 1.086.235 1,4%

1,0 Ausgezeichnete Bonität 8.475.599 10,2% 7.809.066 10,4%

1,5 Sehr gute Bonität 8.115.833 9,7% 7.586.009 10,1%

2,0 Gute Bonität 9.833.334 11,8% 7.290.460 9,7%

2,5 Solide Bonität 11.610.470 13,9% 9.916.809 13,2%

3,0 Akzeptable Bonität 12.664.324 15,2% 10.699.284 14,2%

3,5 Erhöhtes Risiko 13.287.909 16,0% 12.798.030 17,0%

4,0 Schwache Bonität/Substandard 7.826.255 9,4% 8.670.824 11,5%

4,5 Sehr schwache Bonität/Ausfallgefährdet 4.384.267 5,3% 3.811.703 5,1%

5,0 Ausfall gem. Basel-II-Definition 4.348.048 5,2% 3.581.640 4,8%

NR Nicht geratet 1.532.090 1,8% 1.907.357 2,5%

Gesamt 83.258.864 100,0% 75.157.417 100,0%


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

RZB Geschäftsbericht 2010

Das gesamte Kreditobligo für Kommerzkunden beträgt zum Jahresende 2010 € 83.258.864 Tausend. Das größte Segment ist die Konzerneinheit

Raiffeisen Bank International mit € 80.910.794 Tausend.

Aus Sicht des internen Ratings halten die mittleren Bonitätsklassen die größten Portfolioanteile. Diese Konzentration ergibt sich aus dem Beitrag

des Kreditportfolios in den Wachstumsmärkten Mittel- und Osteuropas. Im Einklang mit den Vorgaben der aktiven Kreditportfoliosteuerung erhöhte

sich das Kreditobligo in den bevorzugten Branchen wie z. B. in nicht-zyklischen Konsumgütern und Energie. Das Wachstum in Branchen

mit Kreditvergabebeschränkungen (z. B. Immobilien, Rohstoffe) fiel wesentlich schwächer aus bzw. ging dort das Kreditobligo zurück.

Währungsveränderungen spielen auf Segmentebene ebenfalls eine Rolle, wenngleich sich diese Effekte auf Konzernebene durch die Diversifikation

in verschiedenen Märkten und Währungen überwiegend kompensieren. Die größten Veränderungen traten dabei in Teilportfolios mit

an US-Dollar gekoppelten Heimatwährungen (z. B. Singapur und China, bzw. auch Russland und die Ukraine) ein, wo sich das Kreditobligo

durch den Wechselkursanstieg des US-Dollars im Vergleich zum Euro um bis zu 10 Prozent erhöhte.

Der Anteil der Klasse Ausfall gemäß Basel II (Rating 5,0) beträgt 5,2 Prozent des Kreditob ligos (€ 4.348.048 Tausend). Der Anteil der nicht

gerateten Forderungen beträgt 1,8 Prozent (€ 1.532.090). Knapp die Hälfte des nicht gerateten Kreditobligos beruht auf Kleinkrediten, die in

das Group Data-Warehouse nur ungeratet importiert werden.

Für Projektfinanzierungen besteht ein fünfstufiges Ratingmodell. Die Zusammensetzung des Projektfinanzierungsvolumens stellt sich in € Tausend

wie folgt dar. Das Projektrating berücksichtigt sowohl die individuelle Ausfallwahrscheinlichkeit als auch die zur Verfügung stehenden Sicherheiten:

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

6,1 Ausgezeichnete Projektbonität – sehr geringes Risiko 2.608.236 36,6% 2.348.509 37,8%

6,2 Gute Projektbonität – geringes Risiko 2.425.672 34,1% 2.300.710 37,0%

6,3 Ausreichende Projektbonität – mittleres Risiko 1.157.508 16,3% 985.931 15,9%

6,4 Schwache Projektbonität – hohes Risiko 414.678 5,8% 329.018 5,3%

6,5 Ausfall (Default) 416.219 5,8% 117.752 1,9%

NR Nicht geratet 97.797 1,4% 127.990 2,1%

Gesamt 7.120.109 100,0% 6.209.910 100,0%

Das Kreditobligo der unter Projektfinanzierung ausgewiesenen Forderungen beläuft sich zum Jahresende 2010 auf € 7.120.109 Tausend.

Mit 70 Prozent machen hier die zwei besten Bonitätsstufen Ausgezeichnete Projektbonität – sehr geringes Risiko (Rating 6,1) und Gute

Projektbonität – geringes Risiko (Rating 6,2) den Hauptanteil aus. Das ist im Wesentlichen auf die hohe Gesamtbesicherung dieser

Spezialfinanzierungen zurückzuführen. Der Anteil der nicht gerateten Finanzierungen beträgt weniger als 1,4 Prozent (€ 97.797 Tausend).

Kreditportfolio – Retail-Kunden

Die Forderungsklasse Retail-Kunden unterteilt sich in Privatkunden sowie kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Für Retail-Kunden

wird ein duales Scoringsystem eingesetzt, das einerseits eine Erst- und Ad-hoc-Analyse anhand der Kundendaten und andererseits eine

Verhaltensanalyse anhand der Kontendaten umfasst. Die folgende Tabelle zeigt die Retail-Forderungen der RZB:

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

Retail – Privatpersonen 20.301.385 88,3% 19.418.740 88,4%

Retail – Klein- und Mittelbetriebe 2.687.265 11,7% 2.537.814 11,6%

Gesamt 22.988.650 100,0% 21.956.554 100,0%

davon Notleidende Kredite 2.399.036 10,4% 1.860.265 8,5%

davon Einzelwertberichtigungen 1.308.243 5,7% 941.642 4,3%

davon Portfolio-Wertberichtigungen 353.230 1,5% 446.579 2,0%

Im Jahresabstand ist das gesamte Retail-Kreditportfolio mit € 22.988.650 Tausend stabil geblieben. Mit € 11.467.369 Tausend weist die

Region Zentraleuropa hier den absolut höchsten Wert und mit € 978.726 Tausend zugleich auch den stärksten Anteil am Zuwachs aus. An

zweiter Stelle liegt Südosteuropa mit € 7.095.072 Tausend.

177


178 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Währungsschwankungen haben das Volumen des Retail-Geschäfts 2010 ebenso beeinflusst, wie die unverändert schwache Kreditnachfrage

bei den Klein- und Mittelbetrieben in Russland und anderen Ländern der GUS Region. Im Bereich der Fremdwährungskredite kam es zu einem

Rückgang von Krediten in Schweizer Franken und US-Dollar, Euro-Kredite ver zeichneten hingegen ein leichtes Plus.

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

Verbraucherkredite 8.640.069 38% 7.807.241 36%

Klein- und Mittelbetriebe Finanzierung 4.621.549 20% 5.278.810 24%

Hypothekenkredite 4.025.238 18% 4.341.789 20%

Überziehungen 2.010.500 9% 1.467.797 7%

Autokredite 2.055.963 9% 1.605.665 7%

Kreditkarten 1.635.330 7% 1.455.251 7%

Gesamt 22.988.650 100% 21.956.554 100%

Der Anteil von Fremdwährungskrediten im Retail Portfolio lässt Rückschlüsse auf die mögliche Änderung von Ausfallquoten bei einer

Wechselkursveränderung der lokalen Währung zu. Für die interne Einschätzung dieses Risikos werden neben dem Fremdwährungsanteil

auch die bei der Kreditvergabe üblicherweise wesentlich strengeren Kreditvergaberichtlinien und die – in manchen Ländern – häufig

fremdwährungskonformen Einkünfte der Kunden berücksichtigt.

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

Euro 2.765.816 35,4% 2.337.062 28,7%

US-Dollar 1.738.511 22,3% 2.085.478 25,6%

Schweizer Franken 3.050.241 39,1% 3.402.256 41,8%

Andere Fremdwährungen 250.561 3,2% 323.624 4,0%

Kredite in Fremdwährungen 7.805.128 100,0% 8.148.420 100,0%

Anteil am Kreditvolumen 34,0% 37,1%

Kreditportfolio – Kreditinstitute

Die Forderungsklasse Kreditinstitute enthält in der Mehrzahl Banken und Wertpapierunternehmen. Das interne Ratingmodell für diese

Finanzinstitute basiert auf einem Peer-Group-orientierten Ansatz, in dem sowohl qualitative als auch quantitative Informationen berücksichtigt

werden. Das finale Rating für diese Kundengruppe ist durch das Länderrating des jeweiligen Heimatlandes begrenzt.

Die nachfolgende Tabelle stellt das Kreditobligo an Kreditinstitute nach dem internen Rating dar. Die Ausfallwahrscheinlichkeiten in dieser

Assetklasse werden aufgrund der geringen Anzahl an Kunden (beziehungsweise an beobachtbaren Ausfällen) in einzelnen Ratingstufen durch

eine Kombination interner und externer Daten ermittelt.

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

A1 Ausgezeichnete Bonität 246.893 0,8% 69.032 0,1%

A2 Sehr hohe Bonität 2.173.720 7,4% 3.278.412 7,1%

A3 Hohe Bonität 15.340.217 51,9% 26.449.412 56,9%

B1 Gute Zahlungsfähigkeit 4.497.944 15,2% 8.847.318 19,0%

B2 Zufriedenstellende Zahlungsfähigkeit 3.531.552 12,0% 3.906.187 8,4%

B3 Adäquate Zahlungsfähigkeit 1.678.374 5,7% 1.891.225 4,1%

B4 Fragliche Zahlungsfähigkeit 893.845 3,0% 881.199 1,9%

B5 Höchst fragliche Zahlungsfähigkeit 476.950 1,6% 374.006 0,8%

C Ausfallgefährdet 128.145 0,4% 76.033 0,2%

D Ausfall 383.262 1,3% 595.373 1,3%

NR Nicht geratet 191.034 0,6% 100.901 0,2%

Gesamt 29.541.936 100,0% 46.469.099 100,0%


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

RZB Geschäftsbericht 2010

Das gesamte Kreditobligo an Kreditinstitute ist hier mit € 29.541.936 Tausend ausgewiesen. Betreffend die Ratingverteilung ergab sich in der

Ratingklasse A3 (hohe Bonität) die größte Veränderung, mit € 15.340.217 Tausend stellt sie aber mit einem Anteil von 52 Prozent trotzdem

die wesentliche Ratingstufe dar. Die mittleren Bonitätsstufen B1 (Gute Zahlungsfähigkeit) bis B3 (Adäquate Zahlungsfähigkeit) stellen rund ein

Drittel des Kreditobligos dar.

Einen Teil dieses Kreditobligos nehmen Forderungen gegenüber Finanzinstituten ein, die mit der RZB in Eigentümerbeziehung stehen. Durch den

mehrstufigen Aufbau der Österreichischen Raiffeisen Bankengruppe werden die Forderungen aus dem Liquiditätsausgleich innerhalb der Bankengruppe

als Kreditobligo in dieser Assetklasse ausgewiesen. Zur Risikoabsicherung bestehen dafür gegenseitige Aufrechnungsvereinbarungen

und gemeinsame Risikoüberwachungssysteme.

Der Anteil der nicht gerateten Kreditinstitute lag zum Jahresende 2010 unter einem Prozent und betraf zumeist kurzfristige Forderungen an

kleinere Institute, bei denen der Ratingprozess noch nicht abgeschlossen wurde.

Nach Produktkategorie setzt sich das Kreditobligo in dieser Assetklasse im Wesentlichen aus Termineinlagen, Wertpapierleihgeschäften,

potenziellen zukünftigen Forderungen aus Derivatgeschäften, täglich fälligen Einlagen und Anleihen zusammen. Damit einhergehend folgt produktspezifisch

auch ein hoher Besicherungsgrad (z.B. für Wertpapierleihgeschäfte oder durch Netting-Vereinbarungen) dieser Forderungen.

Aufgrund der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Risiken in diesem Sektor hat das Management beschlossen, dass das Obligo in

diesem Bereich nicht mehr erhöht wird und durch den natürlichen Abreifungsprozess laufender Verträge eine Obligoreduktion erfolgt. Davon

ausgenommen sind natürlich Kreditgeschäfte mit anderen Finanzinstituten der Raiffeisen Bankengruppe, die auch einem eigenen Risikoüberwachungssystem

unterliegen.

Kreditobligo – Öffentlicher Sektor

Eine weitere Kundengruppe stellen souveräne Staaten, Zentralbanken und regionale Gebietskörperschaften bzw. andere staatenähnliche

Organisationen dar. Die nachfolgende Tabelle stellt das Kreditobligo gegenüber dem öffentlichen Sektor (inklusive Zentralbanken) nach dem

internen Rating dar. Da Ausfälle in dieser Assetklasse historisch nur selten beobachtbar waren, werden die Ausfallwahrscheinlicheiten unter

Zuhilfenahme des kompletten Datenuniversums externer Ratingagenturen ermittelt.

in € Tausend 2010 Anteil 2009 Anteil

A1 Ausgezeichnete Bonität 10.316.584 37,0% 9.659.668 38,4%

A2 Sehr hohe Bonität 644.100 2,3% 1.012.351 4,0%

A3 Hohe Bonität 3.938.226 14,1% 3.773.476 15,0%

B1 Gute Zahlungsfähigkeit 1.681.239 6,0% 1.201.277 4,8%

B2 Zufriedenstellende Zahlungsfähigkeit 1.410.819 5,1% 687.089 2,7%

B3 Adäquate Zahlungsfähigkeit 5.976.910 21,4% 5.849.018 23,3%

B4 Fragliche Zahlungsfähigkeit 2.097.841 7,5% 1.349.029 5,4%

B5 Höchst fragliche Zahlungsfähigkeit 1.691.510 6,1% 1.396.111 5,6%

C Ausfallgefährdet 39 0,0% 8.306 0,0%

D Ausfall 60.035 0,2% 19.232 0,1%

NR Nicht geratet 62.250 0,2% 174.944 0,7%

Gesamt 27.879.552 100,0% 25.130.501 100,0%

Das Kreditobligo aus dem öffentlichen Sektor macht € 27.879.552 Tausend aus, dies entspricht einem Anteil von 16 Prozent am gesamten

Kreditobligo. Aus Sicht der Ratingstufen weist die Bonitätsklasse Ausgezeichnete Bonität (Rating A1) mit 37 Prozent den höchsten Anteil aus,

was auf neue Wertpapierinvestitionen in österreichische Staatsanleihen zurück zuführen ist. Es folgt die Bonitätsstufe Adäquate Zahlungsfähigkeit

(B3) mit einem Anteil von 21 Prozent, in dem Wertpapiere der Ungarischen Republik und Rumänen enthalten sind. Auch die Bonitätsstufe

Hohe Bonität (A3) hat mit 14 Prozent einen wesentlichen Anteil, hier sind die Forderungen gegenüber der Tschechischen Rebublik inkludiert.

Das hohe Exposure in den mittleren Ratingstufen resultiert auch aus Einlagen der Konzernbanken bei lokalen Zentralbanken in Zentral- und Südosteuropa.

Sie dienen zur Erfüllung der jeweiligen Mindestreservevorschriften und der kurzfristigen Veranlagung von überschüssiger Liquidität

und sind daher untrennbar mit der Geschäftstätigkeit in diesen Ländern verbunden.

179


180 RZB Geschäftsbericht 2010 Vorstand Interview RZB im Überblick Nachhaltigkeit 125 Jahre Raiffeisen Lagebericht

Arten der Sicherheiten zum 31. Dezember 2010

forderungsabtretungen

3%

bürgschaft und Garantien

33%

Verpfändung von

sonstigen Vermögenswerten

14%

Grundpfandrechte

39%

Verpfändung von Guthaben

und Wertpapieren

11%

Kreditrisikominderung

Kreditsicherheiten stellen eine wesentliche

Strategie und eine aktiv verfolgte Maßnahme

zur Reduktion des potenziellen Kreditrisikos

dar. Der Sicherheitenwert und der Effekt anderer

risikomindernder Maßnahmen werden

während der Kreditentscheidung beurteilt.

Als risikomindernd wird dabei jeweils jener

Wert angesetzt, den die RZB bei Verwertung

innerhalb einer angemessenen Zeitspanne

erwartet. Die anerkannten Sicherheiten sind

im Sicherheitenkatalog und den dazugehörigen

Bewertungsrichtlinien des Konzerns

festgelegt. Der Sicherheitenwert errechnet

sich dabei anhand einheitlicher Methoden,

die standardisierte Berechnungsformeln mit

Marktwerten, vordefinierten Abschlägen und

Expertengutachten umfassen.

Kreditsicherheiten unterteilen sich in personengebundene Sicherheiten (z. B. Bürgschaften) und sachgebundene Sicherheiten. Bei den berücksichtigten

Sicherheiten der RZB dominieren Grundpfandrechte. Im Wesentlichen sind dies wohnwirtschaftlich bzw. gewerblich genutzte Objekte.

Das maximale Kreditrisiko und die Marktwerte (Fair Value) der Sicherheiten stellen sich wie folgt dar:

31.12.2010 Maximales Kreditobligo

Eventualverpflichtungen/

Fair Value

gegebene der Sicher-

in € Tausend Netto-Obligo Garantien heiten

Kreditinstitute 19.497.673 1.899.784 4.126.775

Öffentlicher Sektor 1.598.272 260.259 577.893

Kommerzkunden – Großkunden 48.676.243 30.259.519 35.187.022

Kommerzkunden – Small Business 3.682.931 898.743 2.683.142

Retail-Kunden – Privatpersonen 17.149.116 2.201.819 11.294.349

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.236.046 347.148 1.553.402

Sonstige 395.502 30.902 45.373

Gesamt 93.235.783 35.898.174 55.467.956

31.12.2009 Maximales Kreditobligo

Eventualverpflichtungen/

Fair Value

gegebene der Sicher-

in € Tausend Netto-Obligo Garantien heiten

Kreditinstitute 33.480.396 2.167.391 11.663.839

Öffentlicher Sektor 1.671.697 465.089 565.943

Kommerzkunden – Großkunden 46.575.606 25.544.349 30.852.184

Kommerzkunden – Small Business 3.819.206 741.725 2.903.663

Retail-Kunden – Privatpersonen 16.684.479 1.954.033 12.598.712

Retail-Kunden – Klein- und Mittelbetriebe 2.177.123 312.526 1.513.847

Sonstige 157.322 24.846 28.358

Gesamt 104.565.829 31.209.959 60.126.546


Segmentberichte Konzernabschluss Anhang Risikobericht Sonstige Angaben Glossar

Sicherheiten, für die das Recht besteht, diese ohne Ausfall des Sicherungsgebers weiterzuveräußern oder -zuverpfänden, beliefen sich auf

€ 16.820.440 Tausend (2009: € 24.438.465 Tausend).

Kreditausfall- und -abwicklungsprozess

Das Kreditportfolio sowie die Kreditnehmer unterliegen einer laufenden Überwachung. Wesentliche Ziele dieses Monitoring sind es, die