Archiv für österreichische Geschichte

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16 tionibus existimabat, protinus a diabolo arreptus, carnem pro- priis dentibus mordens, vitam finivit. tere a paternis traditionibus se posse existimabat, protinus a daemonibus arreptus carne proprijs dentibus mordens vitam exhalavit. 2. Alter und Wertschätzung der Legenda maior und minor. Nachdem wir die verschiedenen Redactionen der Gerhard- legende kennen gelernt haben, tritt an uns die Frage heran, welche derselben die ursprünglichere ist. Vor allem kommen hiebei die Legenda maior und minor in Betracht. Wion hat am Ende des 16. Jahrhunderts noch beide Redactionen kritiklos neben einander verwendet und ineinander geflochten. — Erst mit Stilting (1757) beginnt eine kritische Behandlung derselben. Er bezeichnet die Legenda minor als die glaubwürdige, bald nach der Translation des Heihgen, also noch im 11. Jahrhundert verfasste (S. 713: Nam ita loquitur de corporis translatione, ut conjicere merito possimus, Vitam non ja er ist sogar geneigt, sie als Werk diu post fuisse conscriptam) ; eines jüngeren Zeitgenossen (autoris supparis) Gerhards zu betrachten. Dagegen verwirft er die Legenda maior, welche ihm freilich nur aus der üeberarbeitung Wions bekannt war, als ,recentiorem innumerisque erroribus et figmentis foedatam'. Er versucht dieses Urtheil vorzügKch dadurch zu rechtfertigen, dass er einerseits betont, von dieser Legende sei bei keinem älteren Schriftsteller eine Spur zu finden, anderseits verweist er auf eine Reihe von ganz offenbaren Unrichtigkeiten, die auf einen späten Interpolator deuten. Hiebei hat er freilich, was bei dem damahgen Stande der Forschung erklärhch ist, auch unstichhältige Einwürfe gemacht. So wenn er z. B. gegen die Behauptung der Legende (Cap. 8), dass der Bischofsitz Gerhards von der civitas oder urbs Morisena den Namen hatte, Stellung nimmt und diese Bezeichnung unbedingt mit der Legenda minor vom Flusse Maros herleiten will, oder wenn er die Geschichte von Achtum (Cap. 10) als durchaus erfabelt bezeichnet (S. 715). — Gegen diese Ausführungen hat Batthiäny in seinem citierten Werke Stellung genommen, indem er es versucht, die Einwürfe Stiltings zu widerlegen (S. Lff.). Seine Antikritik ist indes durchaus keine glückliche; höchstens, dass er offenkundige

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