Archiv für österreichische Geschichte

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30 dass der Legenden Schreiber diese Nachrichten ganz gewiss in seine Arbeit aufgenommen hätte, wenn ihm die Nationalchronik vorgelegen wäre. Man findet aber in der Legende nur Vata genannt, während von Janus, dem zweiten Hauptanführer der Heiden, gar keine Rede ist; ebenso wusste der Legenden- schreiber nichts von dem Verbote, ,quod omnino prohibitum erat Christianis uxorem ducere de consanguineis Vata et Janus, quod . . . Hungarorum populum a fide Christi averterunt'; die Ermordung Zonuks wird nur kurz erwähnt. Sehr wichtig ist die Betrachtung folgender Parallelstellen, weil sie beweist, dass die Legende nicht nur nicht aus der Chronik, sondern auch nicht aus deren Quelle, den Gesta vetera, schöpfte, wie dies in neuerer Zeit Heinemann im Neuen Archiv XHI, S. 69 f., zu beweisen suchte. Die betreffenden Parallelstellen lauten Keza, S. 81. : (Alba) vires quinqua- ginta consiliandi causa in unam domum evocavit, quibus in eadem inclusis crimen non con- fessos nee convictos legibus Caput fecit de- truncari. Chr. Budense, S. 82. Cum enim rex Chana- dini Quadragesimam ce- lebraret, in eadem Qua- dragesima circiter quin- quaginta vires nobiles sub pretextu consiliandi in quadam domo inclusit et ab armatis milibus fecit eos obtruncari nee contritos nee confessos. Legende, S. 226. Alba comes palac . . . sanctis quadrag< sime diebus honestii simos quosque sui coi silii vires fustibus palis velut jumenta se bruta animalia ausi est interficere. Aus der Betrachtung dieser Stellen constatieren wir, dass L zwischen der Legende und Keza sich gar keine wörtHchen Anklänge finden, was doch an dieser Stelle, die dasselbe gleich ausführlich erzählt, bei gemeinsamer Quelle ganz unerklärlich wäre; denn man erinnere sich daran, dass auch Kezas Quelle die Gesta vetera waren. — 2. In den Nachrichten der drei citierten Stellen zeigt sich eine ganz merkwürdige Divergenz: die Vita führt die Zeit des Mordes an, Keza die Anzahl der Erschlagenen; die Vita bezeichnet die Ermordeten als Räthe Abas, Keza spricht nur vom Verwände einer Rathsversammlung; die Vita erzählt die Art der Ermordung, Keza hebt hervor, dass die Ermordeten keine Schuld getragen hätten und auch keiner auf gesetzlichem

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