Schalltechnische Untersuchung

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Schalltechnische Untersuchung

Büro Sieber Mess-Stelle nach § 26/§ 28 BImSchG Am Schönbühl 1 888131 Lindau (B) tel: 08382/27405-0 fax: 08382/27405-99 mail: info@buerosieber.de www.buerosieber.de

Auftraggeber:

Stadt Bad Waldsee

Ravensburger Straße 2

88339 Bad Waldsee

Bericht vom 03.05.2010

erstellt von Dipl.-Ing. (FH) K. Knoblach

Projekt-Nr.: 08-009/1

Stadt Bad Waldsee

Schalltechnische Untersuchung

zum Bebauungsplan "Westlich der Steinstraße"


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Zusammenfassung

Die Stadt Bad Waldsee plant die Aufstellung des Bebauungsplanes "Westlich der Steinstraße". Das

Planungsgebiet umfasst sowohl freie als auch bereits bebaute Flächen. Auf dem größten Teilbereich

der Fläche ist die Ausweisung eines Mischgebietes (MI) vorgesehen. Im Südosten des Gebietes entlang

der "Steinstraße" soll ein eingeschränktes Gewerbegebiet (GE e) festgesetzt werden.

Gemäß Flächennutzungsplan grenzt im Osten an den Geltungsbereich des Bebauungsplanes ein

großflächiges Gewerbegebiet. Im Rahmen der vorliegenden schalltechnischen Untersuchung wurden

die Lärmeinwirkungen des bestehenden Gewerbegebietes auf das Planungsgebiet gemäß TA Lärm

(Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) prognostiziert, berechnet und beurteilt. Es zeigt

sich, dass die zulässigen Immissionsrichtwerte im Planungsgebiet eingehalten werden.

Des Weiteren wurde eine Geräuschkontingentierung nach DIN 45691 (Geräuschkontingentierung)

für das eingeschränkte Gewerbegebiet durchgeführt. Bei der Kontingentierung wurde die Vorbelastung

des bereits bestehenden Gewerbegebietes im Osten des Bebauungsplanes "Westlich der Steinstraße"

berücksichtigt. Die errechneten Kontingente gewährleisten die Einhaltung der zulässigen

Immissionsrichtwerte nach TA Lärm an den nächstgelegenen bestehenden bzw. planungsrechtlich

zulässigen Einwirkorten.

Folgende Kontingente werden als Festsetzung im Bebauungsplan vorgeschlagen:

Fläche

Emissionskontingente L EK in dB(A)/m²

L EK tags

eingeschränktes Gewerbegebiet (GE e ) 59 40

L EK nachts

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Gutachten mit 20 Seiten, Fassung vom 03.05.2010


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Inhaltsverzeichnis

1 Aufgabenstellung 4

2 Verwendete Unterlagen und Informationen 4

3 Örtliche Gegebenheiten 6

4 Übersichtsplan 7

5 Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan 8

6 Beurteilungsgrundlagen 9

7 Gewerbelärm 10

7.1 Immissionsorte 10

7.2 Schallemissionen 10

7.3 Berechnung der Schallimmissionen 12

7.4 Beurteilung 13

8 Emissionskontingentierung 13

8.1 Immissionsorte 14

8.2 Ermittlung der Vorbelastung und des Planwertes 14

8.3 Ermittlung der Emissionskontingente LEK 15

9 Vorschläge für die Bauleitplanung 16

9.1 Festsetzungen 16

9.2 Umweltbericht 17

10 Bilddokumentation 19

11 Anhang 20

Seite

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Gutachten mit 20 Seiten, Fassung vom 03.05.2010


1 Aufgabenstellung

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Die Stadt Bad Waldsee plant die Aufstellung des Bebauungsplanes "Westlich der Steinstraße". Das

Planungsgebiet umfasst sowohl freie als auch bereits bebaute Flächen. Vorgesehen ist zum größten

Teil die Ausweisung eines Mischgebietes (MI), welches aus städtebaulichen Gründen in zwei Bereiche

MI 1 und MI 2 untergliedert werden soll. Im Südosten entlang der "Steinstraße" soll ein eingeschränktes

Gewerbegebiet GE e festgesetzt werden.

Im Osten grenzt an den Geltungsbereich des Bebauungsplanes ein großflächiges Gewerbegebiet.

Im Rahmen einer schalltechnischen Untersuchung sollen die Lärmeinwirkungen des bestehenden

Gewerbegebietes auf das Planungsgebiet gemäß TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen

Lärm) prognostiziert, berechnet und beurteilt werden. Des Weiteren sollen für das eingeschränkte

Gewerbegebiet Kontingente berechnet werden, die eine Einhaltung der zulässigen Immissionsrichtwerte

gemäß TA Lärm an der bestehenden bzw. planungsrechtlich zulässigen Umgebungsbebauung

gewährleisten.

Das Büro Sieber wurde von der Stadt Bad Waldsee beauftragt, für das Planungsgebiet diese Untersuchung

durchzuführen, Festsetzungen im Bebauungsplan sowie Textpassagen für den Umweltbericht

vorzuschlagen.

2 Verwendete Unterlagen und Informationen

− Lageplan (dxf-Format)

− Luftbild (jpg-Format)

− Ergebnisvermerk des Behördenunterrichtungstermins gemäß § 4 Abs. 1 BauGB vom

04.08.2009

− Machbarkeitsuntersuchung des Büros Sieber vom 06.02.2009

− Baugenehmigung vom 04.11.1993, Neubau eines Verbrauchermarktes auf Fl.-Nr. 1143

− Baugenehmigung vom 16.06.1970, Anbau eines Lager- und Ausstellungsraumes an das bestehende

Lagergebäude auf Fl.-Nr. 949

− Baugenehmigung vom 17.03.1992, Errichtung eines Baufachmarktes mit Lager, Freilager und

Pkw-Stellplätzen auf Fl.-Nr. 949

− Baugenehmigung vom 10.12.1993, Überdachung eines Freilagers zum Baustoffmarkt auf

Fl.-Nr. 949

− Baugenehmigung vom 25.05.1997, Neubau eines Büro- und Ausstellungsgebäudes auf

Fl.-Nr. 949

− Baugenehmigung vom 08.05.1998, Neubau einer Nutzfahrzeug-Reperaturwerkstätte mit Büround

Sozialtrakt auf Fl.-Nr. 949/2

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− Baugenehmigung vom 02.05.1993, Erstellung einer Abstellfläche für Transportcontainer (Lkw-

Wechselbrücken) auf Fl.-Nr. 1105/1

− Baugenehmigung vom 03.09.1998 und 03.12.2002, Neubau eines Verwaltungsgebäudes und

einer Verkaufsniederlassung auf Fl.-Nrn. 1105, 1105/2

− Baugenehmigung vom 17.03.2000, Errichtung eines Reservelagers auf Fl.-Nrn. 1105/2,

1108/1, 1108/4

− Baugenehmigung vom 24.01.2002, Errichtung eines Betriebsgebäudes auf Fl.-Nr. 1105/1

− Baugenehmigung vom 26.04.2002, Neubau eines Hochregallagers auf Fl.-Nrn. 1105, 1105/2

− Baugenehmigung vom 23.05.2002, Errichtung von 475 Stellplätzen auf Fl.-Nr. 1079

− Baugenehmigung vom 13.02.1998, Errichtung eines Lagers und Abstellplätze auf

Fl.-Nr. 1079/1

− Baugenehmigung vom 30.09.1991, Errichtung einer Kommissionier- und Versandhalle auf

Fl.-Nr. 1123

− Baugenehmigung vom 09.07.2002, Anbau eines Kompressorraumes, Aufstellen eines Stickstoff-Tanks

und neue Verkleidung der Hallen-Westfassade auf Fl.-Nr. 1123

− Baugenehmigung vom 22.05.2001, Errichtung eines Fahrzeugabstellplatzes auf

Fl.-Nr. 1170/1

− Baugenehmigung vom 03.09.2001, Errichtung eines Bürogebäudes auf Fl.-Nr. 1127

− Flächennutzungsplan der Stadt Bad Waldsee, rechtsgültig seit 13.10.2004

− Baugesetzbuch (BauGB) in der aktuellen Fassung

− Bundes-Immissionsschutzgesetz (BImSchG) in der aktuellen Fassung

− Baunutzungsverordnung (BauNVO) in der aktuellen Fassung

− Sechste allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz, Technische Anleitung

zum Schutz gegen Lärm (TA Lärm) vom 26.08.1998, Gemeinsames Ministerialblatt

Nr. 26 vom 28.08.1998

− DIN 4109, Schallschutz im Hochbau, Anforderungen und Nachweise, November 1989

− DIN 18005-1 vom Juli 2002 "Schallschutz im Städtebau, Teil 1: Grundlagen und Hinweise für

die Planung" mit Beiblatt 1 zur DIN 18005 vom Mai 1987, "Berechnungsverfahren, Schalltechnische

Orientierungswerte für die städtebauliche Planung"

− DIN ISO 9613-2, Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien, Oktober 1999

− Taschenbuch der Technischen Akustik, 3. Auflage, Gerhard Müller und Michael Möser (Hrsg.),

Springer Verlag, von 2004

− Programmsystem IMMI 2009 – Software zur Berechnung von Lärm und Luftschadstoffen, WÖL-

FEL Meßsysteme Software GmbH & Co. KG

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3 Örtliche Gegebenheiten

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Der nachfolgende Übersichtsplan zeigt die Lage und den Umgriff des Planungsgebietes "Westlich

der Steinstraße" der Stadt Bad Waldsee. Des Weiteren sind die maßgeblichen Immissionspunkte

(IP) dargestellt.

Das Planungsgebiet befindet sich nördlich des Stadtzentrums von Bad Waldsee. Westlich grenzt die

bestehende Wohnbebauung entlang des "Eichenweges" und des "Lindenweges" an. Im Südwesten

befindet sich ein Verbrauchermarkt sowie Wohn- und Bürogebäude. Im Norden und Osten grenzt

das Plangebiet gemäß Flächennutzungsplan der Stadt Bad Waldsee (siehe Kapitel 5) an bestehende

bzw. geplante gewerbliche Bauflächen (G). Im Süden liegt der Bahnhof der Stadt Bad Waldsee.

Der Geltungsbereich des Bebauungsplanes "Westlich der Steinstraße" umfasst im Norden die bestehende

Bebauung entlang des "Buchenweges" und die teilweise noch unbebauten Flächen entlang

des "Carlensteichweges". In diesem nördlichen Bereich befinden sich Wohngebäude, eine Malerwerkstatt

sowie ein Garagen- und Bürogebäude. Der südliche Planbereich zwischen "Carlensteichweg"

und "Steinstraße" ist größtenteils unbebaut. Hier befinden sich drei Wohn- sowie ein

Bürogebäude.

Topographisch ist das Planungsgebiet in zwei Ebenen untergliedert: Der bereits überwiegend bebaute

Bereich im Norden liegt etwa 6,00 m höher als der noch überwiegend unbebaute Bereich

entlang der "Steinstraße" im Süden. Die beiden Bereiche sind durch eine Hangkante getrennt, die

sich am östlichen Rand des Planungsgebietes nach Norden fortsetzt (im Übersichtsplan ist die

Hangkante/Böschung grün dargestellt). Die beiden Bereiche selbst sind nahezu eben.

Im rechtsgültigen Flächennutzungsplan (siehe Planausschnitt im Kapitel 5) der Stadt Bad Waldsee

ist das Planungsgebiet im Süden als bestehende bzw. geplante Mischbaufläche (M) dargestellt. Der

nördliche Bereich umfasst eine bestehende Wohnbaufläche (W). Im Norden und Osten grenzen gewerbliche

Bauflächen (G), im Nordwesten Wohnbauflächen (W) und im Süden der Bahnhof der

Stadt Bad Waldsee an.

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4 Übersichtsplan

Seite 7

Verbrauchermarkt

maßstabslos

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5 Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan

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maßstabslos

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N


6 Beurteilungsgrundlagen

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Gemäß § 1 Abs. 6 Baugesetzbuch (BauGB) sind in der Bauleitplanung unter anderem die Belange

des Umweltschutzes zu berücksichtigen. Der Lärmschutz wird für die Praxis durch die DIN 18005-1

"Schallschutz im Städtebau" konkretisiert.

Den im Geltungsbereich geplanten Nutzungen werden folgende Orientierungswerte gemäß

DIN 18005, Teil 1, Beiblatt 1 zugeordnet:

Bauliche Nutzung

Orientierungswerte nach DIN 18005-1 Beiblatt 1 in dB(A)

tagsüber nachts

Mischgebiet (MI) 60 50 bzw. 45

Gewerbegebiet (GE) 65 55 bzw. 50

Bei zwei angegebenen Nachtwerten soll der niedrigere für Industrie-, Gewerbe- und Freizeitlärm

herangezogen werden. Die Nachtzeit beginnt um 22:00 Uhr und endet um 6:00 Uhr.

Die Orientierungswerte der DIN 18005-1 Beiblatt 1 sind Zielwerte. Eine Überschreitung der Werte

außen vor den betroffenen Wohnräumen soll vermieden werden.

Für die Geräusch-Immissionen von gewerblichen Anlagen sind die Orientierungswerte der

DIN 18005-1 grundsätzlich verbindlich. Denn sobald die Planungen realisiert sind, wird die

TA Lärm (z.B. bei Beschwerden, bei Erweiterung von Gewerbebetrieben oder bei Nutzungsänderung)

herangezogen.

In der TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) sind Immissionsrichtwerte festgesetzt,

die sich bei einem Mischgebiet und einem Gewerbegebiet nicht von den Orientierungswerten

für Gewerbelärm der DIN 18005-1 unterscheiden. Im Verwaltungsvollzug werden die Immissionsrichtwerte

wie Grenzwerte gehandhabt.

Die Immissionsrichtwerte der TA Lärm gelten während des Tages (6:00 bis 22:00 Uhr) für einen

Beurteilungszeitraum von 16 Stunden. Maßgebend für die Beurteilung der Nacht (22:00 bis 6:00

Uhr) ist die volle Nachtstunde mit dem höchsten Beurteilungspegel, zu dem die zu beurteilende

Anlage relevant beiträgt (TA Lärm, Ziffer 6.4).

Einzelne Geräuschspitzen dürfen den Immissionsrichtwert tagsüber um nicht mehr als 30 dB(A) und

nachts um nicht mehr als 20 dB(A) überschreiten (TA Lärm, Ziffer 6.1).

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7 Gewerbelärm

7.1 Immissionsorte

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Im Planungsgebiet werden elf maßgebliche Immissionspunkte (IP 1 bis IP 11) bestimmt. Davon

befinden sich neun (IP 1 bis IP 9) im geplanten Mischgebiet (MI) und zwei (IP 10 und IP 11) im

geplanten eingeschränkten Gewerbegebiet (GE e). Die Lage dieser Immissionsorte (IP 1 bis IP 11) ist

dem Kapitel 4 (Übersichtsplan) zu entnehmen.

7.2 Schallemissionen

An das Planungsgebiet grenzt im Osten ein großflächiges Gewerbegebiet und im Südwesten ein

Verbrauchermarkt an.

Für die Ermittlung der Lärmeinwirkungen eines Gewerbegebietes können im Allgemeinen folgende

Erkenntnisquellen herangezogen werden:

− bestehende rechtskräftige Bebauungspläne

− bau- oder immissionsschutzrechtliche Genehmigungen

Anhaltspunkte liefern auch

− Messungen der gewerblichen Geräuscheinwirkungen im Geltungsbereich des neuen Bebauungsplanes

− Betriebsbefragungen und detaillierte Berechnung der schalltechnischen Auswirkungen jedes

einzelnen vorhandenen/bestehenden Betriebes

− Typisierte rechnerische Berücksichtigung der vorhandenen Betriebe auf Grund der Gebietsart

und/oder auf Grund der Betriebsart

− Rückrechnung auf die zulässige Schallabstrahlung der Betriebe vor dem Hintergrund der vorhandenen

schutzbedürftigen Nutzungen im Bestand

Bebauungspläne für das östlich angrenzende Gewerbegebiet liegen nicht vor. Im Gebiet befinden

sich ein Baustoffmarkt der Firma Wölpert GmbH und Co, eine Nutzfahrzeug-Reparaturwerkstätte

der Firma Stanner, ein Versandhaus, ein Hochregallager, ein Parkplatz und ein Verwaltungsgebäude

der Firma Walz GmbH, ein Eisengroßhandel der Firma Alfred Gnida GmbH & Co sowie ein Fahrzeugabstellplatz

und ein Bürogebäude der Firma Hymer AG. In den Baugenehmigungen sind Auflagen

zum Schallschutz nicht oder nur in allgemeiner Form durch einen Verweis auf die TA Lärm

enthalten. Betriebsleiterwohnungen existieren im Gewerbegebiet nicht.

Schallmessungen im Planungsgebiet wurden nicht durchgeführt, da diese Messungen nur Momentaufnahmen

liefern und somit ausschließlich orientierend herangezogen werden können. Erweite-

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rungsabsichten von Betrieben werden bei diesem Ansatz ebenfalls nicht berücksichtigt. Auf Betriebsbefragungen

wurde verzichtet, da dies mit einem unverhältnismäßig hohen Zeitaufwand verbunden

ist und zudem die freien, noch unbebauten Flächen, nicht berücksichtigt werden.

Im hier vorliegenden Fall werden die Geräuscheinwirkungen des bestehenden Gewerbegebietes

über die Gebietsart und die Rückrechnung der zulässigen Schallabstrahlung der Betriebe vor dem

Hintergrund der vorhandenen schutzbedürftigen Nutzungen im Bestand ermittelt.

Nach DIN 18005-1 kann für Gewerbegebiete (GE) ohne Emissionsbegrenzungen ein flächenbezogener

Schall-Leistungspegel von 60 dB(A)/m² tags und nachts angesetzt werden. Für den Nachtzeitraum

ist dies im vorliegenden Fall jedoch ein zu hoch angesetzter Wert, da die Lärmemissionen

der Gewerbebetriebe bereits durch bestehende schutzbedürftige Nutzungen im Bereich des Plangebietes

(Wohnnutzungen, vgl. Kapitel 3) beschränkt werden.

Die westlich des Gewerbegebietes bestehende Bebauung ist im Flächennutzungsplan als Wohnbaufläche

dargestellt (siehe Ausschnitt aus dem Flächennutzungsplan in Kapitel 5). Da die Wohnbauund

die Gewerbegebietsflächen direkt aneinander grenzen, kann an dieser Stelle von einer Gemengelage

ausgegangen werden. Nach Ziffer 6.7 der TA Lärm können bei einer Gemengelage die für

die zum Wohnen dienenden Gebiete geltenden Immissionsrichtwerte auf einen geeigneten Zwischenwert

erhöht werden. Die Immissionsrichtwerte für Kern-, Dorf- und Mischgebiete sollen dabei

nicht überschritten werden. Es ist daher davon auszugehen, dass an den zum Gewerbegebiet

nächstgelegenen bestehenden Einwirkorten (westlich des bestehenden Gewerbegebietes) mindestens

die Immissionsrichtwerte für ein Mischgebiet einzuhalten waren bzw. sind.

Vor diesem Hintergrund (Einhaltung von Mischgebietspegeln an den zum Gewerbegebiet nächstgelegenen

Einwirkorten) wurde unter Rückrechnung die zulässige Schallabstrahlung des Gewerbegebietes

während des Nachtzeitraumes (22:00 bis 6:00 Uhr) berechnet. Mit folgenden flächenbezogenen

Schall-Leistungspegeln werden Mischgebietspegel an der westlich des Gewerbegebietes angrenzenden

Bebauung eingehalten:

− Fl.-Nrn. 1105, 1105/1 (Teilfläche), 1105/5, 1127, 1170/1: 47 dB(A)/m²

− Fl.-Nrn. 949, 949/2, 1123: 48 dB(A)/m²

− Fl.-Nrn. 1079, 1079/1, 1079/2, 1105/2, 1123/1, 1127/1, 1808: 50 dB(A)/m²

Diese flächenbezogenen Schall-Leistungspegel werden als Emissionsquelle (Flächenschallquelle mit

einer relativen Höhe von 2,00 m) bei der Berechnung der Beurteilungspegel im Planungsgebiet

angesetzt.

Für den Verbrauchermarkt (Fl.-Nr. 1143) wird ein flächenbezogener Schall-Leistungspegel von

tagsüber (6:00 bis 22:00 Uhr) von 60 dB(A)/m² angesetzt. Der Markt befindet sich gemäß Flächennutzungsplan

in einer gemischten Baufläche. Ein uneingeschränkter Nachtbetrieb ist auf Grund

der Gebietsart nicht möglich. Für den Nachtzeitraum (22:00 bis 6:00 Uhr) wird deshalb ein flä-

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chenbezogener Schall-Leistungspegel von 45 dB(A)/m² angesetzt.

7.3 Berechnung der Schallimmissionen

Die Berechnung der Schallimmissionen erfolgt gemäß TA Lärm in Verbindung mit der

DIN ISO 9613-2 "Dämpfung des Schalls bei der Ausbreitung im Freien".

Es werden alle unter Ziffer 7.2 genannten Schallquellen in das Schallausbreitungsberechnungsprogramm

eingegeben. Dabei wird die geografische Situation berücksichtigt.

In der DIN ISO 9613-2 wird ein auf alle Schallquellen anwendbares, einheitliches Verfahren für die

Berechnung der Schallausbreitung angegeben. Im vorliegenden Fall wird der Wert für die meteorologische

Korrektur C met = 0 dB gesetzt. Die berechneten Pegel sind somit "Mitwind-

Mittelungspegel".

Es wurden die Beurteilungspegel im Planungsgebiet für das 1. Obergeschoß (relative Höhe:

5,60 m) berechnet. Die Beurteilungspegel sind nachfolgend tabellarisch und in Anhang 2 in Form

von farbigen Rasterlärmkarten für den Tages- und Nachtzeitraum dargestellt.

Immissionspunkt (IP)

Beurteilungspegel in

dB(A)

Immissionsrichtwert lt.

TA Lärm in dB(A)

Über- (+) /Unterschreitung

(−) in

dB(A)

tagsüber nachts tagsüber nachts tagsüber nachts

IP 1 (Fl.-Nr. 1127 (Teilfläche)) 57 45 60 45 −3 ±0

IP 2 (Fl.-Nr. 1132/24) 56 44 60 45 −4 −1

IP 3 (Fl.-Nr. 1132/25) 55 43 60 45 −5 −2

IP 4 (Fl.-Nr. 1135/1) 58 45 60 45 −2 ±0

IP 5 (Fl.-Nr. 1138) 57 45 60 45 −3 ±0

IP 6 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 7 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 8 (Fl.-Nr. 1139/3, Baugrenze

Mischgebiet)

53 41 60 45 −7 −4

53 41 60 45 −7 −4

55 43 60 45 −5 −2

IP 9 (Fl.-Nr. 1139/1) 57 42 60 45 −3 −3

IP 10 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

eingeschränktes Gewerbegebiet)

IP 11 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

eingeschränktes Gewerbegebiet)

57 44 65 50 −8 −6

57 45 65 50 −8 −5

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7.4 Beurteilung

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Aus den Rasterlärmkarten in Anhang 2 und aus der obigen Tabelle ist zu erkennen, dass die zulässigen

Immissionsrichtwerte der TA Lärm im Planungsgebiet eingehalten werden.

Die DIN 18005-1, Beiblatt 1 gibt den Hinweis, dass bei Beurteilungspegeln über 45 dB(A) selbst

bei nur teilweise geöffnetem Fenster ungestörter Schlaf häufig nicht mehr möglich ist. Aus diesem

Grund wird empfohlen die Ruheräume auf dem zum Gewerbegebiet nächstgelegenen Grundstück

Fl.-Nr. 1138 auf die dem Gewerbegebiet abgewandte Gebäudeseite zu orientieren.

8 Emissionskontingentierung

An das im Bebauungsplan vorgesehene eingeschränkte Gewerbegebiet grenzen schutzbedürftige

Nutzungen in Form von Mischgebieten an. Im Rahmen der Bauleitplanung sollen die für eine bestimmte

Nutzung vorgesehenen Flächen einander so zugeordnet werden, dass schädliche Umwelteinwirkungen

auf schutzbedürftige Gebiete gemäß § 50 Bundes-Immissionsschutzgesetz nach Möglichkeit

vermieden werden. Die rechtlichen Regelungen sind als Teil der Umweltvorsorge Vorgaben

für die städtebauliche Planung.

Da innerhalb des Planungsgebietes ein Mischgebiet (MI) an ein eingeschränktes Gewerbegebiet

(GE e) grenzt, sind im Bebauungsplan u.a. Festsetzungen zu treffen, die eine unzulässige Lärmeinwirkung

auf die schutzbedürftige Bebauung im Mischgebiet vermeiden. Dies wird durch das Instrument

der Emissionskontingente (immissionswirksame flächenbezogene Schall-Leistungspegel)

nach DIN 45691 "Geräuschkontingentierung" erreicht. Die Geräuschkontingente werden so berechnet,

dass an den schutzbedürftigen Einwirkorten der Umgebungsbebauung die zulässigen Immissionsrichtwerte

nach TA Lärm unter Berücksichtigung einer evtl. vorliegenden Vorbelastung eingehalten

werden. Bei der Festlegung von Emissionskontingenten nach DIN 45691 wird jedem Quadratmeter

Grundstücksfläche eine bestimmte Geräusch-Emission zugeordnet.

Im Rahmen einer zu erteilenden Betriebsgenehmigung ist unter Berücksichtigung der vom jeweiligen

Vorhaben in Anspruch genommenen Fläche eine Schallausbreitungsrechnung auf Grundlage

der festgesetzten Emissionskontingente und unter alleiniger Berücksichtigung der Abstandsdämpfung

durchzuführen. Bei der Berechnung erhält man am Einwirkort ein Immissionskontingent L IK für

die betrachtete gewerbliche Nutzung. Dieses Immissionskontingent kann dann ausgeschöpft werden.

Bei der Überprüfung der Einhaltung des Immissionskontingentes werden alle Ausbreitungsparameter

wie Abschirmung von Gebäuden, Geländeverlauf, Bodendämpfung und ggf. sonstige Lärmschutz-Maßnahmen

berücksichtigt.

Vorgehensweise zur Ermittlung der Emissionskontingente nach DIN 45691:

− Festlegung der maßgeblichen Immissionsorte IP (siehe Ziffer 8.1)

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− Ermittlung der Vorbelastung und der Planwerte (siehe Ziffer 8.2)

− Berechnung der Emissionskontingente L EK (siehe Ziffer 8.3)

8.1 Immissionsorte

Die Gewerbelärm-Kontingentierung wird auf die umliegenden nächstgelegenen schutzbedürftigen

bestehenden bzw. planungsrechtlich zulässigen Nutzungen bezogen. Dabei werden insgesamt vier

maßgebliche Immissionsorte im Umfeld zum geplanten eingeschränkten Gewerbegebiet (GE e) berücksichtigt

(vgl. Lageplan zur Emissionskontingentierung in Anhang 3).

Nachfolgend sind die maßgeblichen Einwirkorte mit ihrer Gebietseinstufung und den Immissionsrichtwerten

aufgelistet:

Immissionsort Gebietsnutzung Immissionsrichtwert in dB(A)

tags nachts

IP 5 (Fl.-Nr. 1138) Mischgebiet 60 45

IP 6 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 7 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 8 (Fl.-Nr. 1139/3, Baugrenze

Mischgebiet)

8.2 Ermittlung der Vorbelastung und der Planwerte

Mischgebiet 60 45

Mischgebiet 60 45

Mischgebiet 60 45

An den Einwirkorten liegt eine gewerbliche Vorbelastung durch das östlich des Planungsgebietes

bestehende Gewerbegebiet vor. In Kapitel 7 wurden bereits die Lärmeinwirkungen des Gewerbegebietes

ermittelt.

Nach der Ermittlung der Vorbelastung ist der Planwert gemäß DIN 45691 zu bestimmen. Der Planwert

ist der Wert, den der Beurteilungspegel aller auf den Immissionsort einwirkenden Geräusche

von Betrieben und Anlagen im Plangebiet zusammen an diesem nicht überschreiten darf. Er ergibt

sich aus folgender Gleichung:

Planwert = 10 * lg (10 0,1*Immissionsrichtwert – 10 0,1*Vorbelastung ) [dB(A)]

Wird an einem Einwirkort der zulässige Immissionsrichtwert bereits durch das bestehende Gewerbegebiete

(Vorbelastung) voll ausgeschöpft, so kann unter Anwendung der TA Lärm, Ziffer 3.2.1

Absatz 2 kann die Zusatzbelastung (also die Gewerbelärm-Immissionen des Planungsgebietes) am

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Einwirkort dann als irrelevant angesehen werden, wenn sie den Immissionsrichtwert um mindestens

6 dB(A) unterschreitet (Irrelevanzkriterium).

Folgende Vorbelastung und die daraus resultierenden Planwerte wurden an den Immissionsorten

errechnet:

Immissionsort

Vorbelastung in dB(A) Immissionsrichtwert in dB(A) Planwert in dB(A)

tags nachts tags nachts tags nachts

IP 5 (Fl.-Nr. 1138) 57 45 60 45 57 39

IP 6 (Fl.-Nr. 1137,

Baugrenze Mischgebiet)

IP 7 (Fl.-Nr. 1137,

Baugrenze Mischgebiet)

IP 8 (Fl.-Nr. 1139/3,

Baugrenze Mischgebiet)

8.3 Ermittlung der Emissionskontingente L EK

53 41 60 45 59 43

53 41 60 45 59 43

55 43 60 45 58 41

Die Ermittlung des Emissionskontingentes tags/nachts erfolgt gemäß DIN 45691 unter ausschließlicher

Berücksichtigung der geometrischen Abstandsdämpfung. Dabei wird angenommen, dass die

Schall-Leistung gleichmäßig über die jeweilige Fläche verteilt wird. Die Quellenhöhe wurde hier mit

2,00 m über Gelände angesetzt. Die Immissionsorte werden für das 1. Obergeschoß auf eine relative

Höhe von 5,60 m über Gelände festgelegt.

Die Bestimmung der zulässigen Emissionskontingente erfolgt so, dass die Planwerte an den Immissionsorten

eingehalten werden. Folgende Kontingente wurden errechnet:

Fläche

Emissionskontingente L EK in dB(A)/m²

L EK tags

eingeschränktes Gewerbegebiet (GE e) 59 40

L EK nachts

Die Ergebnisse der Immissionsberechnung mit den oben angegebenen Emissionskontingenten sind

in nachfolgender Tabelle dargestellt:

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Gutachten mit 20 Seiten, Fassung vom 03.05.2010


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Immissionspunkt (IP)

Immissionskontingente

in dB(A)

Planwert in dB(A) Über- (+) /Unterschreitung

(−) in dB(A)

tags nachts tags nachts tags nachts

IP 5 (Fl.-Nr. 1138) 50 31 57 39 −7 −8

IP 6 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 7 (Fl.-Nr. 1137, Baugrenze

Mischgebiet)

IP 8 (Fl.-Nr. 1139/3,

Baugrenze Mischgebiet)

59 40 59 43 ±0 −3

59 40 59 43 ±0 −3

58 39 58 41 ±0 −2

Es zeigt sich, dass mit den o.g. Emissionskontingenten die errechneten Planwerte an den Immissionsorten

eingehalten bzw. unterschritten werden.

9 Vorschläge für die Bauleitplanung

9.1 Festsetzungen

Im Bebauungsplan sind Festsetzungen für Vorkehrungen zum Schutz gegen schädliche Umwelteinwirkungen

im Sinne des BImSchG zu treffen. Es wird folgende Festsetzung vorgeschlagen:

− Innerhalb des eingeschränkten Gewerbegebietes sind nur solche Vorhaben (Anlagen und Betriebe)

zulässig, deren Geräusche folgende Emissionskontingente L EK nach DIN 45691 tagsüber

(6:00 bis 22:00 Uhr) und nachts (22:00 bis 6:00 Uhr) nicht überschreiten (§ 1 Abs. 4 Nr. 2

BauNVO):

Gebiet

GE e (Fl.-Nr. 1137

(Teilfläche))

Bezugsfläche in m²

Emissionskontingente L EK in dB(A)/m 2

tags (06 – 22 Uhr) nachts (22 – 06 Uhr)

5.736,3 59 40

Die Prüfung zur Einhaltung erfolgt nach DIN 45691:2006-12, Abschnitt 5 (zu beziehen bei Beuth-

Verlag GmbH, Burggrafenstraße 6, 10787 Berlin).

− Bei der Berechnung der Immissionskontingente aus den Emissionskontingenten sind zusätzlich

folgende Vorgaben zu beachten:

− Schallabstrahlende Fläche: Grundstücksfläche einschließlich der privaten Grünflächen

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9.2 Umweltbericht

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− Schallquellenhöhe: 2,00 m über dem gedachten, ebenen Gelände

− maßgebliche Immissionsorte: Fl.-Nrn. 1138, 1137 (Baugrenze im Mischgebiet) und

1139/3 (Baugrenze im Mischgebiet) jeweils 1. Obergeschoß (relative Höhe: 5,60 m über

Gelände)

Im Umweltbericht sind die im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens ermittelten Umweltauswirkungen

zu beschreiben und zu bewerten. Für die Beschreibung der Lärmauswirkungen wird folgender

Text vorgeschlagen:

Im Rahmen des Bebauungsplanverfahrens wurde eine schalltechnische Untersuchung (Büro Sieber,

03.05.2010) durchgeführt. In dieser Untersuchung wurden zum einen die Lärmeinwirkungen der

im Flächenutzungsplan dargestellten östlich an das Planungsgebiet angrenzenden gewerblichen

Bauflächen auf das Planungsgebiet ermittelt und gemäß TA Lärm (Technische Anleitung zum

Schutz gegen Lärm) beurteilt. Zum anderen wurde eine Geräuschkontingentierung nach DIN 45691

für das geplante eingeschränkte Gewerbegebiet durchgeführt, um durch die Zuordnung von Kontingenten

für die Gewerbegebietsfläche die Einhaltung der zulässigen Immissionsrichtwerte nach

TA Lärm (Technische Anleitung zum Schutz gegen Lärm) an der bestehenden bzw. planungsrechtlich

zulässigen Umgebungsbebauung zu gewährleisten.

Es zeigte sich, dass durch die an das Planungsgebiet angrenzenden gewerblichen Bauflächen keine

Überschreitung der zulässigen Immissionsrichtwerte der TA Lärm im Planungsgebiet zu erwarten ist.

Aus immissionsschutztechnischer Sicht sind keine Lärmschutz-Maßnahmen erforderlich.

Die im Bebauungsplan für das eingeschränkte Gewerbegebiet (GE e) festgesetzten Emissionskontingente

stellen für die Umgebung des Gebietes sicher, dass die maßgeblichen Immissionsrichtwerte

der TA Lärm (1998) eingehalten werden. Das Verfahren der Emissionskontingentierung bietet den

Vorteil, dass nicht der erste Betrieb, der sich ansiedelt, bereits so viel Lärm emittiert, dass jeder

weitere Betrieb unter Berücksichtigung der Umgebungsbebauung unzulässig wäre. Damit ist zum

einen eine angemessene Nutzbarkeit der Flächen im Plangebiet sowie zum anderen die Einhaltung

der Immissionsrichtwerte der TA Lärm an der Umgebungsbebauung gewährleistet. Bei der Festlegung

von Emissionskontingenten nach DIN 45691 wird jedem Quadratmeter Grundstücksfläche eine

bestimmte Geräusch-Emission zugeordnet, so dass die Immissionsrichtwerte der TA Lärm (1998)

an der Umgebung des Planbereiches eingehalten werden. Das bestehende im Flächennutzungsplan

dargestellte Gewerbegebiet geht bei der Berechnung der Emissionskontingente als Vorbelastung

mit ein. Eventuelle Hindernisse wie Häuser, Hallen oder Böschungen zwischen der Schallquelle und

dem Immissionsort (Zusatzdämpfung) werden bei der Berechnung der Schallausbreitung nicht berücksichtigt.

Die Berechnung erfolgt unter alleiniger Berücksichtigung des Abstandsmaßes nach

DIN ISO 9613-2 (Schallausbreitung im Freien). Die Einhaltung der Emissionskontingente wird im

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Einzelfall im Rahmen des bau- bzw. immissionsschutzrechtlichen Genehmigungsverfahrens bzw.

bei der Planung eines Vorhabens, das vom Genehmigungsverfahren freigestellt ist, durch Vorlage

einer schalltechnischen Untersuchung durch ein entsprechend qualifiziertes Büro nachzuweisen

sein. Dabei wird die Zusatzdämpfung, wie oben beschrieben, berücksichtigt, was es dem Betreiber

ermöglicht, durch variable Maßnahmen und konkrete Betriebsgestaltung (z.B. Lage, Orientierung,

Anzahl und Größe von Gebäudeöffnungen) die Emissionen so zu steuern, dass der zulässige Immissionsanteil

an der schutzbedürftigen Umgebungsbebauung eingehalten wird. Das zur Bestimmung

der schalltechnischen Zulässigkeit durchzuführende Berechnungsverfahren ist in die textlichen Festsetzungen

aufgenommen und entspricht der in der DIN 45691 eingeführten Berechnungsmethodik.

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10 Bilddokumentation

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Blick von Osten auf den

südlichen Bereich des

Planungsgebietes

Blick von Westen auf den

nördlichen Bereich des

Planungsgebietes

Blick von Nordwesten entlang

des "Buchenweges"

auf den nördlichen Bereich

des Planungsgebietes

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11 Anhang

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− Anhang 1: Berechnungstabellen "Beurteilungspegel"

− Anhang 2: Rasterlärmkarte Gewerbelärm für den Tages- und Nachtzeitraum

− Anhang 3: Lageplan Emissionskontingentierung

Bericht erstellt am: 03.05.2010

…………………………… Büro Sieber, Lindau (B)

(Unterschrift) Bearbeiterin: Dipl.-Ing. (FH) K. Knoblach

Die in der vorliegenden schalltechnischen Untersuchung enthaltenen Ergebnisse basieren auf Messungen/Berechnungen nach den genannten

Regelwerken sowie auf den vom Auftraggeber zur Verfügung gestellten Daten. Eine Gewähr für die sachliche Richtigkeit wird

ausschließlich für selbst ermittelte Informationen/Daten im Rahmen der üblichen Sorgfaltspflicht übernommen. Für die Einhaltung der

Ergebnisse von Schallprognosen werden keine Garantien übernommen. Die vorliegende schalltechnische Untersuchung ist nur zusammen

mit allen Anlagen vollständig und unterliegt urheberrechtlichen Bestimmungen. Eine Veröffentlichung bedarf der Genehmigung des

Büros Sieber. Die Weitergabe an Dritte bedarf der Zustimmung des Auftraggebers. Nur die gebundenen Originalausfertigungen tragen

eine Unterschrift.

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