bond men's magazine - Ausgabe #005 [2012]

brainfire

Neue Helden gesucht!

Wahrhafte Kriegerpoeten, coole Typen, unverwüstliche Kerle, zähe Haudegen, romantische Gentlemen, versnobte Underdogs.

bond men’s magazine bietet allen ästhetikverbundenen, charakterstarken, trendbewußten und glaubwürdigen Männern jeglichen Alters - und deren Liebsten - eine eigene Plattform in höchster Qualität und modernster Form.

Ehre, Offenheit, Mut und Charakterstärke

MÄNNER die das Leben schätzen, sich an schönen Dingen erfreuen und denen wahre Werte wie Respekt, Ehre, Loyalität, Offenheit, Mut, Willen, Kraft und Charakterstärke genau wie uns sehr am Herzen liegen.

bond men’s magazine möchte alle MÄNNER und deren Familien erreichen, die sich die Zeit nehmen, ausgefallene Stories über Menschen und Produkte gemeinsam zu lesen und zu genießen. Der gebildete und erfolgreiche Leser entdeckt vielfältige und anspruchsvolle Themen wie Interviews, Mode, Automobil, Technik, Länder & Städte, Reisen, Hotels, Schmuck, Uhren, Kosmetik, Genussmittel, Sport, Lifestyle und hochwertige Gewinnspiele.

Wahre Werte

bond men's magazine steht für "wahre Werte" und echtes Wertedenken wie Stil, Respekt, Ehrlichkeit, Charakter, Loyalität, Charme, Ehre, Offenheit, Mut, Stolz, Teamgeist, Emotionen, Tradition, Dankbarkeit, Freiheit und Menschlichkeit.

Es geht um Menschen und das Engagement ihres Wirkens. Es geht um Zusammenhalt und den WIR-Gedanken. Es geht um starke Partnerschaft und ehrlichen Respekt.

Es geht um Geben, nicht nur Nehmen. Es geht um Vertrauen und Loyalität.

Es geht um Menschen, um uns!

Text: David Joselewitsch

Menschen drücken ihre Verbundenheit durch Treue und

Loyalität aus. Das Ideal, sich auf jemanden verlassen zu

können und gleichzeitig fest zu diesem zu stehen ist nicht

nur altmodischer Tobak aus Riergeschichten und

schwülstigen Kriegsfilmen. Gerade in unserer schnellebigen

Geselschaft der individuelen Lebenswege und

Moralvorstelungen, braucht es einen wahren Wert,

um uns miteinander zu verbinden.

Lo Loyalität oder Treue hat viele Gesichter. Fußbalfans sind

ihrem Verein und den Farben treu, auch wenn er schlecht

spielt oder absteigt. Paare sind sich treu, auch wenn es

Streit und glücklose Zeiten gibt. Loyale Kunden sind ihrer

Marke treu, auch wenn das neue Produkt übler Mül ist

und es das gleiche beim Discounter um die Ecke günstiger

gibt. Eltern sind ihren Kindern treu, auch wenn sie auf der

Straße landen und Mist bauen.

Loyalität bedeutet auch die Pflicht

zur Aufopferung und Selbstlosigkeit

Ein Paar, das vor dem Altar steht, verspricht sich in guten

wie in schlechten Zeiten gegenseitige Treue. Gemeinschaften

im Sport oder z.B. Reungsdienst [vor alem

zwischen Männern] leben das Moo “Einer für ale, ale für

einen.” Mitarbeiter zeigen ihrem Vorgeseten oder dem

Unternehmen ihre Loyalität, indem sie über ihre Vergütung

hinaus arbeiten und sich bei schwierigen Entscheidungen

mit ihren Kolegen solidarisieren. Soldaten legen feierlich

ein Treuegelöbnis auf ihr Vaterland ab und riskieren im

Dienst ihre Gesundheit oder gar das Leben für diese

Geselschaft und ihre Kameraden.

Riten, Zeremonien, Werte

Al diese Beispiele beschreiben klassische und oft romantisierte

Szenarien, in denen unbedingte Loyalität gefordert

und beschworen wird. Leider sind dies auch ales Beispiele

für „traditionele“ Riten, Zeremonien und Werte, die in

unserer post-strukturalistischen und modernen Gesel-

schaft oftmals als überholt und veraltet gelten. Unter

Einfluss verdrehter Geselschaftshasser haben wir uns in

den leten Jahrzehnten ein Ideal von Wertlosigkeit

erarbeitet, wo neben berechtigterweise abgeschafftem

Brauchtum, auch ale Arten von zeitlosen und wahren

Werten als böse, archaisch und generel pfui abgetan

wurden. Loyalität ist einer davon! Dass Begriffe wie

Kameradschaft und Loyalität, sowie Treuegelöbnisse

klassisch in Männerbünden bzw. männlichen Institutionen

stafinden ist ebenfals ein Grund, warum sie besonders

verteufelt werden. Abgesehen davon kann sich jeder hier

seinen Teil zum Thema Geschlechterdifferenzen denken,

aber auch Frauen können unbedingt loyal sein.

Loyalität

Ein Mann, der sein Wort nicht hält

ist nicht mehr als ein wildes Tier

Marsch durch die Institutionen

Denn mit der Femininisierung der geselschaftlichen

Institutionen haben sich auch deren Werte und Leitbilder

völig verändert. Von raufenden Jungen in der Grund-

schule, die von überforderten PädagogINNEN als Brutalos

mit Persönlichkeitsstörung abgestempelt werden bis hin

zur Geißelung des Vatertags mit Bolerwagen und Bier als

“machohaftem Gehabe“; der feminine „Marsch durch die

Institutionen“ hat uns Männern ganz schön in die Weichteile

getreten!

Ein Schelm, wer Böses dabei denkt

Und wo lungern die Herren der Schöpfung nach wie vor

die meiste Zeit ihres Daseins herum? Richtig, am Arbeitspla!

pla! Entsprechend wurde dort ordentlich aufgeräumt mit

einer Arbeitskultur, die fälschlicherweise als Teil einer

bösen, chauvinistischen, männlichen Matrix verstanden

wurde. Dieser Prozess ist noch lange nicht abgeschlossen,

denn schon zieht am Horizont drohend und zeternd die

Frauenquote auf, bereit die Arbeitswelt noch einmal mehr

mit ihrer Wahrheit zu beglücken. Doch der Schaden ist

bereits getan, denn eine klassische Arbeitskultur, verbindliche

Vereinbarungen und feste Partnerschaften sucht man

milerweile vergeblich. Stadessen finden wir eine lustige

und üppige Spielwiese voler selbstverliebter Egomanen,

treuloser Tomaten und dumpfer Karrieristen vor.

Mangelnde Ambitionen, Weitsicht und Flexibilität

Und so hat Loyalität vor alem bei der Arbeit keinen Pla

mehr, denn wer Karriere machen wil, bleibt oft nur kurz

beim Arbeitgeber und wechselt dann zum nächsten. Wer in

seiner Vita zweistelige Arbeitsjahre für ein Unternehmen

verbuchen kann, darf mit einem gewissen Respekt, aber

auch mit der Häme der vermeintlichen Überlegenheit

rechnen. Denn dies wird als Zeichen für mangelnde Ambi-

tionen, Weitsicht und Flexibilität angesehen.

Genau wie die Ehe zur Partnerschaft und Eheleute zu

„Partnern“ degradiert werden, versteht sich das moderne

Arbeitsverhältnis als eine Zusammenarbeit gemeinsamer

Interessen, eine Partnerschaft zwischen Angesteltem und

Unternehmen, die nur solange besteht, wie sich beide

dienlich sind. Auf die Spie getrieben wird dies in den

Media-Agenturen, wo die Belegschaft öfter gewechselt

wird, als die Blumenerde der Topfpflanzen am Empfang.

Und wer selbst keine Treue kennt und lebt, der kennt auch

keine Treue bei Geschäften. Wo früher ein Handschlag den

„Deal“ besiegelt hat, kann heute nur aufwendiges Vertragswerk

als bindend empfunden werden. Auf mündliche

Vereinbarungen wird in höchstem Grade geschissen und

schriftliche Zusagen gerne mit „vieleicht“ und „möglicherweise“

maskiert, um im Zweifel entsprechende Unverbindlichkeit

zu demonstrieren.

Adieu Partnerschaft

Genau wie zwischen Arbeitnehmern und Arbeitgebern

wird auch unter Geschäftspartnern alzu oft nur auf den

Nuen, die Vorteile einer momentanen Zusammenarbeit

geachtet und nicht auf langfristige, loyale Partnerschaften.

Vermutlich wird der ein oder andere geneigte Leser jet

entrüstet aufschnaufen, da er doch selbst seinen Arbeitsaltag

mit Werten kultiviert und Loyalität für ihn ein hohes

Gut bedeutet. Doch vor alem in der Medienbranche

befindet man sich mit dieser Einstelung in der Minderheit,

während sich Blender und Narzissten in ihrem eigenen

Erfolg genüsslich sonnen.

Doch dies ist nur eines der vielen geselschaftlichen Felder,

auf denen Treue und Loyalität ihren wahren Wert verloren

haben. Das Problem geht viel tiefer und hängt auch mit der

veränderten Begrifflichkeit von Treue und Loyalität zusam-

men, die sich im Laufe der leten Jahrzehnte dramatisch

verändert hat. Denn genau wie die Arbeitskultur sind diese

Begriffe durchwegs femininisiert worden. Wer einmal im

Internet stöbert, findet hauptsächlich Ergebnisse und

Ratgeber wie: “Der große Männertest: Wie treu ist er?“,

“Das große Beziehungslexikon um Untreue zu erkennen”,

oder den 3.188 Forenbeitrag mit dem Titel “Hilfe, er/sie ist

mir untreu! Was kann ich tun?“.

Von der Antike bis zur Gegenwart

Das Treue ursprünglich einen ganz anderen und tiefergehenden

Hintergrund besit, als man sie ihr heute zugesteht,

blenden viele unser modernen Mitbürger gerne aus.

Durch die Geschichte hindurch, von der Antike über das

Mielalter bis hin zur Gegenwart war Treue nicht nur ein

romantisches Ideal, dass für einen geraden Haussegen

gesorgt hat [klar, das war auch wichtig!], aber vor alem

eine Verpflichtung gegenüber sich selbst, der Geselschaft

und deren Werten, sowie seinen Freunden, Mitstreitern

oder Fürsten.

Schon die alten Römer wussten ob der Wichtigkeit von

Treue und Verlässlichkeit und huldigten Fides, der Göin

der Treue, Eide und Versprechen. Neben den silichen

Aspekten repräsentierte Fides vor alem die geselschaftliche

und rechtliche Macht der Treue, die einen wesentlichen

Teil des römischen Zusammenlebens bestimmte.

Wer ein Eidbrecher war oder untreu gegenüber Rom und

seinen Bürgern, wurde verachtet und entehrt. Jeder solte

wissen, wer redlich war und sein Wort hielt, oder einen bei

der erstbesten Gelegenheit über den Tisch zog. Neben

diesen zivilen Aspekten, die symbolisch durch Ähre und

Fülhorn dargestelt wurden, stand Fides aber auch für die

Treue und den Eid des römischen Legionärs, die sie mit der

Legionsstandarte repräsentierte. Denn besonders die

Soldaten des alten Rom, die ja reichlich Blut und Wasser auf

den Schlachtfeldern Europas lassen mussten, waren an

erster Stele Rom, ihrer Familie und ihrer Standarte durch

ihre Treue verbunden und ehrten ihre Ahnen durch ihr

Verhalten. Leider hat so ein debiler Kerl mit Schnauzbart

die beiden Begriffe durcheinander gebracht und für seine

Schergen daraus einen lustigen Wahlspruch formuliert,

der berechtigterweise abstößt, aber den Idealen dahinter

nicht gerecht werden kann und darf!

Rierkodex

Auch im Mielalter war Treue ein wesentliches Ideal des

Zusammenlebens und wurde insbesondere durch den

Rierkodex, der im Hochmielalter entstand, als gesel-

schaftliche Pflicht und als Tugend des Riers verstanden.

So war neben Begriffen wie Tapferkeit, Demut, Anstand

und Würde die Treue ein wesentlicher Punkt einer Reihe

von Werten, die als rierliche Tugenden angesehen

wurden. Sie war aber keine persönliche, sondern eine

soziale Norm, die das Zusammenleben und die gesel-

schaftliche Ordnung regeln solte. Jedoch waren die Rier

zu alererst ihrem König durch ihre Lehenstreue verpflichtet

und ein Abfalen von dieser wurde nicht nur

politisch, sondern auch moralisch geächtet.

Ehre und Treue waren zwei Begriffe, die eng miteinander

verwoben waren. So wurden Söldner auf den Schlacht-

feldern verachtet, da sie niemals ihrem Herren treu waren

und somit ehrlos kämpften, da sie nur dem Besahlendem

dienten und urplölich die Seiten wechseln konnten.

Im Kern wahre Werte

Nach diesem kleinen Exkurs der Geschichte könnte man

denken, ich würde einer idealisierten Vorstelung der

Vergangenheit fröhnen, geblendet vom Minnesang und

romantischer Prosa. Das wilde Geschwafel eines dumpfen

Heißsporns, der Rier und Burgen tol findet und gerne

Sandalen-Epen schaut [nun. das tue ich in der Tat!].

Ich wil nicht sagen, dass wir von nun an al unsere Differ-

enzen im Schwertkampf bestreiten, unseren Vorgeseten

ewige Treue schwören oder einen Eid auf unsere Freundin

oder Ehefrau ablegen solen. Doch so altmodisch, abstrakt

und verklärt diese archaischen und geschichtsträchtigen

Vorstelungen von Loyalität und Treue sein mögen; sie sind

im Kern zeitlose, wahre Werte, die uns inspirieren, leiten

und unser Leben prägen solten.

Lo Loyalität ist eines dieser Bänder, welches Geselschaften

zusammenhält. Mehr noch als Respekt, Edelmut oder Höflichkeit

ist sie es, die ein Zusammenleben ermöglicht.

Loyalität ist mehr als ein Wert - sie ist Versprechen,

Hoffnung und Forderung zugleich. Sie reicht vom Mikrokosmos

der Freundschaft über Beziehung und Geschäftskultur

bis hin zu Selbstaufopferung für das Vaterland,

die Familie, die Kameraden. Sie ist beständig wie eine Eiche

und lebt vom Urquel des gegenseitigen Respekts.

Kein geselschaftliches System kann damit rechnen, dass

seine Menschen auf immer dieselben bleiben. Kein soziales

Umfeld garantiert das Gefühl, für andere auf Dauer wichtig

zu sein. Die Kontakte sind oft flüchtig und oberflächlich,

die Beziehungen befristet.

Umso wichtiger ist es, starke, solide und vor alen Dingen

verlässliche Strukturen aufzubauen. Solte man sich nicht

gerade dann an die Dinge halten, die man selbst so sehr

“wert”schät, solte man nicht gerade dann loyal und treu

zueinander stehen?

116 bond men’s magazine bond men’s magazine 117

Weitere Magazine dieses Users
Ähnliche Magazine