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Das Wettkampf- Highlight

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8<br />

TESTS ■ 2 x SIG Sauer gegen SPS – großer Vergleichstest<br />

Neuer KK-Selbstlader:<br />

Allround-Sportgerät<br />

Anschütz MSR RX 22<br />

Für Sie im Dauercheck:<br />

Jagdbüchse Mauser<br />

M 03 Extreme<br />

Scharfes aus den USA:<br />

Wildnis-Messer<br />

Hogue-Elishewitz<br />

Innen alles Hightech:<br />

Kipplauf-Luftgewehr<br />

LGV von Walther<br />

Drei SL-Flinten der<br />

Magnum-Klasse:<br />

■ Benelli M2 Tactical<br />

■ Benelli M4 Super 90 TS<br />

■ Mossberg 930 SPX Blackwater<br />

8/2012<br />

www.visier.de<br />

€ 5,50<br />

Österreich: € 6,50<br />

Italien: € 6,90<br />

Luxemburg: € 6,50<br />

Niederlande: € 6,50<br />

Belgien: € 6,50<br />

Slowenien: € 7,10<br />

Schweden: SEK 78,00<br />

Dänemark: DKK 59,00<br />

Ungarn: HUF 2.195,00<br />

TOP-THEMA KURZWAFFEN:<br />

■ 2 x Taurus – Revolver für Pistolenpatronen<br />

■ 1 x Pardini K 12 Absorber – Match-Luftpistole<br />

Western-Action: German Territorial Roundup<br />

<strong>Das</strong> <strong>Wettkampf</strong>-<br />

<strong>Highlight</strong><br />

EUROSATORY 2012:<br />

4 191314 205505 08<br />

G13142<br />

Große Militärmesse<br />

in Paris<br />

Es geht auch anders:<br />

Die revolutionäre<br />

Schmid-Pistole


August 2012<br />

12<br />

TEST & TECHNIK<br />

Probelauf<br />

VISIER | 8-2012


Der Bund Deutscher Sportschützen hat eine neue IPSC-<br />

Disziplin explizit für Pistolen in Colt-Government-Bauart<br />

im Programm. Vor diesem Hintergrund schickte VISIER<br />

drei topaktuelle 1911er Modelle in den Vergleichstest.<br />

Probelauf | Vergleichstest 1911er Pistolen für die Classic Division<br />

Autor: Andreas Wilhelmus<br />

Fotos: Michael Schippers<br />

und Andreas Wilhelmus<br />

Es ist erst wenige Wochen her, dass<br />

Patrick Feige von The Duke und<br />

Heribert Bettermann von HB-Q<br />

vermeldeten, dass bei ihnen neue<br />

1911er Pistolenmodelle eingetroffen seien.<br />

Auf Anfrage, schickte Patrick Feige<br />

(www.theduke.de) die in den USA produzierten<br />

SIG Sauer-Modelle 1911 Target<br />

Stainless und 1911 Traditional<br />

Compact. Und Heribert „Betze“ Bettermann<br />

brachte eine SPS Falcon Uno<br />

sowie eine SPS Pantera Planca auf<br />

den Weg nach Bad Ems. Mit der Falcon<br />

Uno spricht der deutsche SPS-Importeur<br />

(www.heribert-bettermann.de) speziell<br />

Starter in der neuen IPSC Classic<br />

Division an. Die Classic Division wurde<br />

auf der Hauptversammlung der International<br />

Practical Shooting Confederation<br />

im vergangenen Oktober genehmigt und<br />

soll zunächst in einer zweijährigen Erprobungsphase<br />

vom 1. Januar 2012 bis zum<br />

31. Dezember 2014 laufen. Dann entscheidet<br />

die IPSC über eine Verlängerung<br />

dieser <strong>Wettkampf</strong>klasse oder mögliche<br />

Regeländerungen. Die neue Disziplin erlaubt<br />

ausschließlich Kurzwaffen, die dem<br />

klassischen 1911-Genre entsprechen:<br />

einreihige Magazine, einteiliger Metallrahmen,<br />

offene Visierung und ein Dustcover<br />

(ohne Zubehörschiene), das, vom<br />

hinteren Ende des Schlittenfanghebelbolzens<br />

aus gemessen, maximal 75 Millimeter<br />

lang sein darf. Daher lag es nahe, neben<br />

der Falcon Uno auch die zwei 1911er<br />

SIG Sauer-Pistolen im Hinblick auf ihre<br />

Eignung für diese neue BDS-Disziplin zu<br />

prüfen. <strong>Das</strong> hieß aber gleichzeitig, dass<br />

die Pantera Blanca mit zweireihigem Polymergriffstück<br />

in diesem Test nur außer<br />

Konkurrenz starten konnte und nicht in<br />

die Wertung kam. Ihr ist ein separater<br />

Testteil am Ende dieses Artikel gewidmet.<br />

Moderne Klassiker: Die beiden 45er<br />

SIG Sauer-Pistolen weisen naturgemäß<br />

viele Gemeinsamkeiten auf: Beide Waffen<br />

kommen mit in rostträgem Stainless<br />

Steel gehaltenen Schlitten und Griffstücken<br />

daher. Sie weisen ein klassisches<br />

Barrel Bushing auf und verriegeln mit<br />

zwei Kämmen im Verschluss. Geschlosse-<br />

VISIER | 8-2012 13


August 2012<br />

Wenn das kein Teamwork ist: Für<br />

das neueste Projekt aus dem Ulmer<br />

Traditionsunternehmen J. G. Anschütz<br />

(vor 156 Jahren gegründet)<br />

kooperierten gleich drei Firmen. <strong>Das</strong><br />

neue Anschütz RX 22 wurde auf Anre-<br />

24<br />

TEST & TECHNIK<br />

Zivildienst<br />

„Modern Sporting Rifle“, kurz MSR, nennen die Amerikaner auf Sport getrimmte Selbstlader.<br />

Mit dem MSR RX 22 will Anschütz auch deutschen Schützen neue Impulse geben — der Test.<br />

Text: Ulrich Eichstädt<br />

Fotos: Michael Schippers<br />

gungen von ESC (ebenfalls in Ulm) bei<br />

German Sport Guns in Ense im Sauerland<br />

konzipiert. Aus der Anschütz-Ankündigung:<br />

„Ziel der Kooperation war es,<br />

einen hochpräzisen Halbautomaten mit<br />

sehr guter Schussleistung zu entwickeln<br />

und zu produzieren, welcher für die dynamischen<br />

Disziplinen und auch gleichzeitig<br />

für das Präzisionsschießen der Schieß-<br />

sportverbände BDS, BDMP, DSB, DSU und<br />

VdRBw geeignet ist – also ein Allroundsportgerät<br />

für den gehobenen Anspruch.“<br />

Die Basis bildete ein System mit<br />

unverriegeltem Feder-/Masse-Verschluss,<br />

das GSG zunächst im KK-Selbstlader<br />

ISSC MK 22 ausprobierte (siehe VISIER<br />

1/2012). Um den Spagat zwischen dem<br />

sehr „tactical“ aussehenden MK 22 (ein<br />

VISIER | 8-2012


dem Militär-Selbstlader FN SCAR nachempfundenes<br />

Design) und dem Ruf von<br />

Anschütz als Lieferant olympiatauglicher<br />

Sportgewehre hinzubekommen, wurde<br />

das Grundmodell für die Ulmer aufgemotzt.<br />

So ist einer der als äußerst präzise<br />

bekannten Anschütz-Läufe der Kern des<br />

RX 22, dazu kam ein einstellbarer Match-<br />

Direktabzug. <strong>Das</strong> als Testgewehr an<br />

VISIER geschickte Modell „Precision“ hat<br />

ein ansprechendes helles Systemgehäuse-Oberteil<br />

aus Aluminium und eine<br />

16 cm lange Prismenschiene unter dem<br />

Vorderschaft. Auf gleicher Höhe wurde<br />

der Vorderschaft für den Liegend- oder<br />

Kniendanschlag durch angeschraubte<br />

Holzblenden verbreitert. Und statt des<br />

beim ISSC MK 22 bekannten Klappschafts<br />

trägt das Precision (wie auch das<br />

Precision Black mit schwarzer Pulverbeschichtung)<br />

einen starren Holz-Hinterschaft<br />

in, nennen wir’s mal Büromöbel-<br />

Grau. Der Abstand zwischen der mit<br />

zwei Holzschrauben befestigten Gummischaftkappe<br />

und dem Züngel beträgt<br />

zwergenfreundliche 33 cm (35 sind meist<br />

Standard), so dass auch kleine Schützen<br />

und Jugendliche mit der Schaftlänge zurechtkommen<br />

sollten. Verlockend allerdings<br />

ist, dass man nach dem Abschrauben<br />

als (aufpreispflichtiges) Zubehör<br />

einen längenjustierbaren Träger für<br />

Anschütz-Metallschaftkappen montieren<br />

kann, sogar für eine Hakenkappe.<br />

Je nach Reglement kann das ebenso Stabilitätsvorteile<br />

im Anschlag bringen wie<br />

ein Schießriemen am Handstopp in der<br />

Zivildienst | Anschütz MSR RX22<br />

Prismenschiene (unter www.anschuetzmsr.com<br />

findet man nicht nur Zubehörtipps<br />

zur Waffe, sondern auch eine Disziplinenliste,<br />

welcher Verband welche<br />

Disziplin für KK-Selbstlader anbietet).<br />

Vom jeweiligen <strong>Wettkampf</strong> ist auch abhängig,<br />

welche Art von Visierung man<br />

nutzt. Die standardmäßige 40 cm lange<br />

Picatinny-Schiene passt für Zielfernrohre<br />

und Leuchtpunkt-Geräte. Zum Präzisionstest<br />

hatte Anschütz ein ausgezeichnetes,<br />

aber leider vergrößerungsschwaches<br />

ZF von DD-Optics (1,5-6 x 24) auf einer<br />

praktischen Klemm-Montage von Henneberger<br />

mitgeschickt. Außerdem lagen<br />

zwei BUIS bei („Back up Iron Sights“), die<br />

man als Kimme/Korn-Kombination nutzen<br />

kann. Wer lieber ein Diopter mit<br />

VISIER | 8-2012 25


August 2012<br />

30<br />

TEST & TECHNIK<br />

VISIER | 8-2012


Genau vor einem Jahr stellte VISIER die damals<br />

dreiköpfige Familie der Pardini-Luftpistolen<br />

vor, neben der K 10 deren Junior-<br />

Version und die noch kleinere Kid. Jetzt<br />

kam wieder etwas Neues aus Lido di Camaiore,<br />

dem kleinen Städtchen an der Westküste Italiens<br />

– Jürgen Schlegelmilch, Chef von Pardini<br />

Deutschland, schickte die K12 Absorber. Der<br />

Name ist Programm. Erstmals wurde eine Pardini<br />

mit der Funktion ausgestattet, die bei anderen<br />

LP-Herstellern schon seit mehr als einem Jahrzehnt<br />

zum Standard gehört. Ein Absorber, das ist<br />

sozusagen ein Gegengewicht zum Diabolo. <strong>Das</strong><br />

wiegt doch nur ein halbes Gramm, wozu braucht<br />

man da ein Gegengewicht? Die Lösung liegt nahe,<br />

wenn man die für die Beschleunigung des<br />

Diabolos notwendige Pressluft ebenfalls berücksichtigt.<br />

Druck breitet sich stets in alle Richtungen<br />

gleichmäßig aus. Auf eine Luftpistole übertragen,<br />

strömt beim Abziehen eine stets gleich große<br />

Menge Pressluft aus dem Vorratstank hinter<br />

das im Laufansatz steckende Bleigeschoss. <strong>Das</strong><br />

sitzt sozusagen zunächst wie ein Korken auf der<br />

Sektflasche. Während der Druck zum einen das<br />

halbe Gramm Blei schnell bewegt, wirkt er<br />

gleichzeitig auf ein schweres Gegengewicht ein,<br />

das in Längsrichtung beweglich in dem Metallzylinder<br />

sitzt, der beim Laden vor- und zurückgeschoben<br />

wird. Als Produkt aus Gewicht mal Ge-<br />

Jetzt mit Rückwärtsgang | Pardini K12<br />

Jetzt mit<br />

Rückwärtsgang<br />

Pardini bringt nun einen Absorber zum Ausgleich des Diabolo-Rückstoßes.<br />

An der K 12 gibt es aber noch andere neue Details, wie der Test zeigt.<br />

Text: Ulrich Eichstädt und Wolfgang Müller<br />

Studiofotos: Michael Schippers<br />

Im Mittelpunkt: Der Absorber der K 12 steckt<br />

im Alu-Zylinder, der mit dem Ladehebel den<br />

Lauf nach hinten abdichtet. Für Funktion wie<br />

Verarbeitung vergab VISIER je 5 Punkte und<br />

auch volle 5 Zähler für den Spannwiderstand.<br />

schwindigkeit ist die Wirkung in beide Richtungen<br />

gleich. <strong>Das</strong> leichte Diabolo fliegt durch<br />

und aus dem Lauf, das schwere Gegengewicht<br />

braucht nur wenige Millimeter „Auslauf“ nach<br />

hinten, um die durch die Diabolo-Beschleunigung<br />

entstandene Unruhe in der Waffe auszugleichen<br />

(von „Rückstoß“ kann man kaum sprechen,<br />

aber sensible Gemüter spüren diesen<br />

Mini-Ruck eben, was stört).<br />

Was die K 12 angeht: Hier rührt sich im Schuss,<br />

wie vorgesehen, nichts. Im freien Anschlag blieb<br />

die K 12 beim Auslösen ruhig wie das bekannte<br />

Brett. Wobei auch der neu konzipierte Kompensator<br />

mitwirkt: Statt wie bisher mit zwölf Bohrungen<br />

wird die überschüssige Luft hinter dem Geschoss<br />

nun durch einen mit etwas Abstand zur<br />

Laufmündung angebrachten Kegel abgelenkt.<br />

Auch die bisher favorisierte Laderinne zum Einführen<br />

eines Diabolo ist Geschichte. Bei der K 12<br />

schiebt man ein Diabolo mit den Fingern in den<br />

Modell: Pardini K 12 Absorber<br />

Preis: € 1600,-<br />

Kaliber: 4,5 mm, einschüssig<br />

System: Pressluft 250 bar<br />

Maße (L/B/H): 425 x 46 x 145 mm<br />

Lauflänge: 240 mm<br />

Visierlinie: 369 - 387 mm<br />

Waffengewicht: 1010 g<br />

Ausführung: Alu-Systemgehäuse. Lauf mit Entlastungsbohrungen<br />

und Kompensator. Abzug mit Trocken-<br />

Funktion. Luftgesteuerter Absorber. Zwei Tanks mit<br />

Füllanzeige. Nussbaumgriff mit Handkantenauflage.<br />

Kimme mit regulierbarem Einschnitt. Werkzeug. Koffer.<br />

VISIER | 8-2012 31


Als Presseankündigung vor der<br />

IWA gab’s eine Pappkarte mit je einem<br />

aufgeklebtem Stück Holz und<br />

Plastik, einem geheimnisvollen „S“<br />

und einem „V“, sonst nix – wenn das nicht<br />

neugierig macht? Die Präsentation des<br />

neuen Walther-Luftgewehrs LGV auf der<br />

IWA (siehe VISIER 6/2012) lockte entsprechend<br />

viele Besucher an – und alle<br />

nur, um ein neues Freizeit-Luftgewehr zu<br />

bestaunen, dazu noch eins mit einem<br />

scheinbar antiquierten Knicklaufsystem.<br />

Die Produktion ist inzwischen angelaufen,<br />

es gibt fünf Varianten zwischen 375<br />

und 499 Euro mit Kunststoff- oder Holzschäftung.<br />

<strong>Das</strong> LGV Master Ultra (=<br />

Holzschaft mit Fischhaut, Laufgewicht<br />

als Mündungsaufsatz) traf in Bad Ems<br />

ein, der Praxistest begann.<br />

Ende Juni war es dann soweit: Termin bei<br />

den Konstrukteuren in Arnsberg, und viele<br />

Einblicke in eine Technik, von der alles<br />

bekannt zu sein schien. Denkste. Tröstlich,<br />

dass auch Jürgen Klöckener und<br />

sein Konstruktionsteam im Laufe der<br />

etwa zweijährigen Entwicklungsarbeit<br />

zahlreiche Aha-Erlebnisse hatten. Etwa<br />

bei Hochgeschwindigkeits-Videoaufnahmen<br />

von Federdruck-System „im Schuss“<br />

– wenn man einmal beobachtet hat, dass<br />

sich die plötzlich beim Auslösen freiwerdende<br />

Stahlfeder entspannt und sich<br />

dabei windet und robbt wie ein Regenwurm<br />

nach einem Sommerschauer.<br />

Oder wenn einem plötzlich klar wird,<br />

warum „normale“ Federdruck-Luftgewehre<br />

hier und da ihre Macken haben,<br />

seltsam reagieren, sich selten beim Auf-<br />

gelegt-Schießen bändigen lassen und<br />

dabei noch seltsame Knarz- und<br />

Quietsch-Geräusche von sich geben.<br />

<strong>Das</strong> muss alles nicht sein. Und Schritt für<br />

Schritt ging das Walther-Team eine unangenehme<br />

Federdruck-Eigenart nach der<br />

anderen an und eliminierte sie. So ent-<br />

Der Trick mit dem Knick | Walther LGV<br />

Wie man ein Federdruck-Luftgewehr konstruieren kann, wenn man alle bekannten Theorien<br />

über Bord wirft und bei Null beginnt, das zeigt das neue Walther LGV. Und wie!<br />

Text: Ulrich Eichstädt, Test: Wolfgang<br />

Müller, Fotos: Michael Schippers<br />

Jürgen Klöckener, Leiter des Walther-<br />

Konstruktionsteams (links), hatte für<br />

Hintergrund-Informationen zum LGV-<br />

Projekt nach Arnsberg eingeladen.<br />

Ulrich Eichstädt ließ sich jedes Detail<br />

ausführlich erklären.<br />

stand das „neue“ LGV, äußerlich mit Respekt<br />

gegenüber dem vor fast 50 Jahren,<br />

im Jahr 1964 entstandenen Original. So<br />

bestanden die Marketing-Experten darauf,<br />

dass auch ein Federdruck-Luftgewehr<br />

des 21. Jahrhunderts ein Knicklauf-<br />

Spannsystem haben muss, denn so<br />

lieben es die Kunden weltweit. <strong>Das</strong> erste<br />

LGV beeindruckte die Sportschützen seinerzeit<br />

durch einen Entriegelungshebel,<br />

der ein oft kritisiertes Manko von Knicklaufwaffen<br />

beheben sollte: Ein Lauf, der<br />

zum Spannen der Kolbenfeder einen<br />

„Zweitjob“ als Spannhebel bekommt,<br />

sollte nach dem Zurückführen in die Ausgangslage<br />

möglichst stets die gleiche Position<br />

einnehmen. Denn als dritte Aufgabe<br />

trägt der Lauf vorn ja das Korn oder<br />

den Korntunnel. Und senkt sich ein nicht<br />

ganz fest verriegelter Lauf auch nur minimal<br />

(und unbemerkt) ab, verändert sich<br />

die Trefferlage ins Unkontrollierbare. <strong>Das</strong><br />

war auch der Grund für den späteren Siegeszug<br />

der Federdruck-Luftgewehre mit<br />

starrem Lauf und separatem Spannhebel.<br />

Der saß an der rechten Gehäuseseite wie<br />

etwa beim Feinwerkbau-System (Modelle<br />

150, 200, 300), beim Anschütz 380 oder<br />

dem Diana 75. Oder als parallel unter<br />

dem Lauf angebrachte Stange, wie etwa<br />

bei den heute beliebten Weihrauch-Luftgewehren<br />

HW 57, 77 und 97.<br />

Die Verriegelung des LGV 2012, wie wir<br />

es zur Unterscheidung nennen wollen,<br />

arbeitet aber nicht nur kraft-, sondern<br />

auch formschlüssig. Die von anderen<br />

Modellen bekannte keilförmige Klinke<br />

rastet unter ihrem festen Gegenpart am<br />

Systemgehäuse ein. Diese Rastklinke ist<br />

aber oben halbrund und passt so exakt in<br />

eine Aussparung am Laufblock: Sie kann<br />

weder seitlich noch nach oben oder unten<br />

„abdriften“. Der (von Rechtshändern)<br />

mit dem linken Daumen entriegelte<br />

Sperrhebel wird gedrückt, dann gleitet<br />

die Hand knappe 25 cm den insgesamt<br />

40 cm langen Lauf. Kurz vor dem Korntunnel<br />

kann man gut zugreifen und mit<br />

einem erstaunlich leichten Schwung<br />

den Lauf zu sich schwenken. Bei der 7,5-<br />

VISIER | 8-2012 35


August 2012<br />

Oben: das Testmodell der Redaktion,<br />

ein LGV Master Ultra. Rechts: Jürgen<br />

Klöckener präsentierte auf der IWA<br />

2012 die verschiedenen Varianten.<br />

(Ganz unten im Bild fehlt das Einstiegsmodell<br />

Challenger.). Die Messebesucher<br />

durften anschließend testschießen.<br />

Joule-Version ist das nach etwa 110<br />

Grad beendet, die stärkeren 16- oder<br />

23-Joule-Versionen erfordern einen etwas<br />

längeren Spannweg.<br />

Die neue Leisestärke: So nennt der<br />

Prospekt das Nicht-Ereignis beim Spannen<br />

(und später beim Schuss). Der abgeknickte<br />

Lauf bewegt die Spannstange.<br />

Die wiederum besteht aus gehärtetem<br />

Stahl und greift mit ihrem vorderen Abschluss<br />

am hinteren Ende des Kolbens ein<br />

(siehe Kasten auf S. 38). Durch zwei in<br />

den Schaft eingelassene Kunststoffplatten,<br />

die hintere davon gefedert, wird das<br />

Spanngestänge „gesteuert“, also stets<br />

gleichmäßig angedrückt. Als Resultat<br />

gibt es beim Spannen weder schabende<br />

noch klappernde Geräusche, und auch<br />

weder Abrieb noch Verschleiß an den<br />

Metallteilen. <strong>Das</strong> hintere Ende des mit<br />

der zusammengepressten Feder zurückgedrückten<br />

Kolbens geht in die Kolbenstange<br />

über, die mit einer rundherum<br />

ausgefrästen „Taille“ im Abzugsgehäuse<br />

einrastet. Auch hier lauert ein typischer<br />

Schwachpunkt von normalen Federdruckmodellen:<br />

Beim Auslösen gibt<br />

meist eine den Kolben von unten blockierende<br />

Klinke nach, der Kolben schnellt<br />

zunächst nach oben weg und erst dann<br />

durch die sich entspannende Feder nach<br />

36<br />

TEST & TECHNIK<br />

vorn. <strong>Das</strong> erzeugt Unruhe beim Kolbenvorlauf,<br />

zudem Lärm: das typische<br />

„Twängg“ einer überall anschlagenden<br />

Stahlfeder in einem Stahlgehäuse. Beim<br />

LGV sitzt das arretierte Kolben-Ende in einer<br />

Stahlhülse und kann nicht ausweichen,<br />

wenn die Abzugsklinke beim<br />

Auslösen nach unten weggleitet.<br />

Die Kunst beim Kunststoff: Die Tatsache,<br />

dass das serienmäßige Abzugszüngel<br />

beim LGV nicht aus Metall, sondern<br />

aus Kunststoff besteht, löste nach<br />

den ersten Presseinformationen zur IWA<br />

sofort heftige Diskussionen rund um das<br />

Unwort „Plastik“ im Internet aus. Neben<br />

Klöckener und der Konstrukteurin (und<br />

FT-Schützin) Birgit Teipel gehört auch<br />

Uwe Schlösser, früherer Top-Schütze bei<br />

Field Target (mehrmals auf dem WM-<br />

“Treppchen“ und Deutscher Meister) zum<br />

Entwicklungsteam. Er nannte die Gründe:<br />

„Der „Plastik“-Abzug besteht aus einem<br />

modernen faserverstärkten Hochleis-<br />

Uwe Schlösser aus Bochum gehörte<br />

bereits zu den erfahrensten Kennern<br />

der Federdruck-Technik, bevor er bei<br />

Umarex zum LGV-Team hinzustieß.<br />

Hier montiert er einen Korntunnel.<br />

VISIER | 8-2012


August 2012<br />

wirkt da etwas dürftig, sie hat aber immerhin<br />

Bohrungen für Montage-Stifte,<br />

die bei Federdruckgewehren das Zurückwandern<br />

des ZF verhindern. Für die VI-<br />

SIER-Fotos wurde eine einteilige Montage<br />

und ein Walther 6 x 42 montiert. Getestet<br />

wurde anders: beim Präzisionsversuch<br />

mit eingespanntem Lauf und dem kopfüber<br />

als Spannhebel missbrauchten<br />

Schaft (siehe Tabellen). Beim VISIER-Besuch<br />

in Arnsberg und an den Folgetagen<br />

versuchten Klöckener und Schlösser, im<br />

40<br />

Good Vibrations beim LGV 2012<br />

TEST & TECHNIK<br />

Der Prellschlag bei Federdruck-Luftgewehren ist verantwortlich<br />

für das Zerstören vieler ungeeigneter<br />

Zielfernrohre: Der federgetriebene Kolben saust nach<br />

vorn, komprimiert die Luft im Zylinder und presst diese<br />

durch eine Düse („transfer port“) in den Lauf, wo<br />

das Diabolo wartet. Dann aber schlägt der Kolben vorn<br />

an und prallt Sekundenbruchteile später wieder zurück<br />

— ähnlich wie ein Crashtest-Dummy beim Auto-<br />

Aufprall. Diesem Doppelschlag sind viele ZFs, deren<br />

Absehen nur für Feuerwaffen auf Rückstoß ausgelegt<br />

sind, nicht gewachsen. Beim LGV wurden Federkraft,<br />

Kolbenmasse und verschiedene andere Faktoren so<br />

gewählt, dass der Kolben vorn nicht anschlägt, sondern<br />

von dem Rest des „mitgebrachten“ Luftpolsters<br />

gebremst wird. Der Kolben kann sich zudem um die<br />

Längsachse drehen und schluckt die Torsionskräfte<br />

der sich entspannenden Feder. Misst man die Erschütterungen<br />

im Schuss mit einem Sensor (im Bild an der<br />

ZF-Montage), kann man beim LGV zwar das Auslösen<br />

des Kolbens in der Grafik erkennen, das Ende der<br />

Kolbenbewegung oder ein Rückprallen aber nicht mehr.<br />

1<br />

2<br />

-2,5 2,5 7,5 12,5 17,5 22,5 27,5 32,5 37,5 42,5 ms<br />

Kurve 1 zeigt das LGV im Schuss (7,5 Joule)— das gelbe Quadrat das Auslösen. Knapp hinter 7,5 Millisekunden wirkt das<br />

bremsende Luftpolster, ab 22 ms das mehrfache „Pumpen“ des Kolbens. Kurve 2 zeigt ein anderes, typisches Federdruck-LG:<br />

Hier sieht man das Aufprallen des Kolbens (22 ms) und das stärkere, ZF-killende Rückprallen ab 32 ms.<br />

Gegenversuch entsprechend runde<br />

Schussbilder mit aufgelegtem LGV zu erzielen.<br />

Beide Ergebnisse können sich sehen<br />

lassen – ein eingespanntes Schussbild<br />

von knapp 7 mm umschlossen aus<br />

einem Federdruckgewehr, das hatten die<br />

VISIER-Tester bisher auch mit anderen Fabrikaten<br />

noch nicht erreicht. Und um die<br />

11 mm aufgelegt, das ist vorzeigbar.<br />

Die Qual der Wahl: Beginnend mit<br />

dem einfachen Challenger im Kunststoff-<br />

schaft kann man ab 375 Euro dem LGV-<br />

Club beitreten. <strong>Das</strong> dem „echten“ LGV<br />

angemessene Gefühl kommt aber nur<br />

mit einem Holzschaft auf, bei den Varianten<br />

Master und Competition. Bei allen innenliegenden<br />

Qualitäten des LGV vergisst<br />

man leicht, dass man ohne den<br />

Körper und System verbindenden Schaft<br />

auch nicht schießen könnte (das System<br />

wird übrigens durch vier Inbusschrauben<br />

im Schaft gehalten: je vorn eine links und<br />

rechts, schräg eingesetzt und zwei vor<br />

VISIER | 8-2012


VISIER | 8-2012<br />

3<br />

Der Trick mit dem Knick | Walther LGV<br />

1<br />

Eine halbrunde Aussparung ( 1 ) im Laufhalteblock passt exakt zur Form des Rastbolzens<br />

( 2 ). Der mit dem Entriegelungshebel zurückziehbare Riegelbolzen ( 3 )<br />

hakt unter dem Rastbolzen ein. Die Achse ( 4 ) wird mit 9 Newtonmeter angezogen,<br />

was ein strammes, aber dennoch leichtes Abknicken des Laufs bewirkt.<br />

Die CAD-Schnittzeichnung der Verriegelung: Der Entriegelungshebel (links) bewegt<br />

den Riegelbolzen, der unter dem gegenüber fest ins Systemgehäuse eingepressten<br />

Rastbolzen einhakt. Rechts sieht man das Kolben-Ende samt Dichtung.<br />

2<br />

4


August 2012<br />

Als ich mich auf der IWA 2011 mit<br />

Mauser-Geschäftsführer Thorsten<br />

Mann über diesen Langzeittest und<br />

die entsprechende Büchse unterhielt,<br />

wollte ich ursprünglich eine im „moderneren“<br />

Kaliber .300 Winchester Short<br />

Magnum haben. Mauser-Chef Mann riet<br />

davon ab: „Die alte .300 Winchester Ma-<br />

44<br />

TEST & TECHNIK<br />

Der Keiler fällt nicht<br />

weit vom Stamm<br />

Fällt der Name Mauser, kommt den meisten deutschen Jägern sofort das 98er System in den<br />

Sinn. Insbesondere Auslandsjäger denken aber auch an die Mauser M03. Im vergangenen Jahr<br />

stellte die Mauser Jagdwaffen GmbH den für den harten Revieralltag konzipierten M03 Ableger<br />

„Extreme“ vor. VISIER-Autor Andreas Rockstroh fühlte der Repetierbüchse ausgiebig auf den Zahn.<br />

Text: Andreas Rockstroh<br />

Fotos: Michael Schippers<br />

und Andreas Rockstroh<br />

gnum ist genauso gut. Du bekommst auch<br />

beim letzten kleinen Büchsenmacher kurz<br />

vorm End of Nowhere, ob in Amerika,<br />

Afrika oder Australien, Munition dafür.<br />

Und das Magazin fasst vier Patronen, bei<br />

den dickeren Short Magnums passen nur<br />

drei rein.“ <strong>Das</strong> überzeugte, und die Entscheidung<br />

fiel zugunsten der .300 Win-<br />

Mag aus. Überdies führe ich dieses<br />

Kaliber selbst schon seit 20 Jahren –<br />

hauptsächlich bei der Auslandsjagd.<br />

Da die Testwaffe in Deutschland auf<br />

Hochwild, besonders Sauen, geführt<br />

werden sollte, wählte ich als Zielfernrohr<br />

ein nachttaugliches Zeiss Duralyt<br />

3-12 x 50 mit Leuchtpunkt. In meinem Alter<br />

von 61 Lenzen reicht ein 50er Objektivdurchmesser<br />

bei der Nachtjagd aufgrund<br />

der sich im Alter verringernden<br />

Pupillengröße völlig aus. Zudem spart<br />

das 50er gegenüber dem 56er Glas<br />

auch Gewicht ein. <strong>Das</strong> Zielglas erwies<br />

VISIER | 8-2012


sich später als erstaunlich hell, kaum<br />

schlechter als die mehr als doppelt so<br />

teuren aus der Victory-Serie. Die Brillanz<br />

und Randschärfe der Zeiss-Premiumgläser<br />

erreicht es zwar nicht, aber rund<br />

1100 Euro für ein solches ZF mit Leuchtpunkt<br />

sind ein echter Kampfpreis. Einziger<br />

Nachteil: <strong>Das</strong> stufenlose Dimmen<br />

des Rotpunktes braucht einige Zeit. Dort,<br />

wo man damit rechnen muss, schnell einen<br />

Schuss abzugeben, empfiehlt es sich,<br />

den Rotpunkt eingeschaltet zu lassen.<br />

Bestandsaufnahme: Mauser lieferte<br />

die Büchse Ende August 2011. Der erste<br />

Eindruck: schnörkellos praktisch mit<br />

Kunststoffschaft und griffigen Gummi-<br />

einlagen, da, wo die Hände greifen und<br />

wo man auf der Hochsitzbrüstung auflegt.<br />

Praktisch, das Handspannsystem<br />

mit einem Spannhebel am Schlösschen.<br />

<strong>Das</strong> Spannen geht fast so schnell wie das<br />

Entsichern anderer Repetierbüchsen. Mit<br />

etwas Übung spannt sich die Büchse völlig<br />

lautlos. Dazu muss der Hebel nach<br />

rechts gedrückt werden. Auch das Entspannen<br />

per Entriegelungsknopf funktioniert<br />

problemlos. Auf Anhieb versteht<br />

auch ein technisch wenig Versierter die<br />

Lauf- und Zielfernrohrmontage: Lauf einlegen<br />

und mit dem der Waffe beiliegenden<br />

Inbusschlüssel festziehen. Zielfernrohr<br />

aufsetzen und zwei Hebel vorn und<br />

hinten bis zum Anschlag nach vorn<br />

Der Keiler fällt nicht weit vom Stamm | Mauser 03<br />

drücken. Einfacher geht es nicht! Die<br />

leicht klappernden Riemenbügel wurden<br />

später beim Ansitz meist abgenommen.<br />

Da die Büchse bereits einige Zeit auf dem<br />

Markt ist, hier nur ein kurzer technischer<br />

Steckbrief: Bekannt aus dem Lüke-Konzern<br />

(Blaser, Mauser, Sauer) kommen die<br />

CNC-gefertigten Waffen in austauschbarer<br />

Modulbauweise, die einfache<br />

Lauf-und Systemwechsel ermöglicht. Die<br />

M03 gibt es in vier Kalibergruppen. In<br />

der „Mini“ siedeln sich die .222 Rem.<br />

und die .223 Rem. an. Zur Gruppe<br />

„Standard“ gehören: .243 Win., 6,5 x 55,<br />

6,5 x 57, 6,5 x 65 RWS, .25-06, .270<br />

Win., 7 x 64,.308 Win., 30-06, 8 x 57 IS,<br />

VISIER | 8-2012 45


August 2012<br />

Sie mögen auf außen stehende<br />

Betrachter genauso respekteinflößend<br />

wirken wie einst die schwarze<br />

Kunst der Alchemisten auf die<br />

Menschen im Mittelalter: Selbstladeflinten.<br />

Was man nicht kennt, das ist einem<br />

suspekt. Man geht entweder neugierig<br />

heran, oder man weist es gleich weit, weit<br />

von sich. So geht es in unserer heutigen<br />

50<br />

TEST & TECHNIK<br />

Black Magic<br />

Bei Olympia lässt man sie nicht starten, aber sowohl in der<br />

Jagd- als auch bei den eher „dynamischen“ Schießsportverbänden<br />

gehören Selbstladeflinten inzwischen dazu.<br />

Text: Andreas Wilhelmus<br />

Fotos: Michael Schippers<br />

Zeit insbesondere halbautomatischen<br />

Waffen. Umso mehr, wenn es sich dabei<br />

um dickläufige Flinten im schwarzen<br />

Kunststoffkleid handelt. Doch auch für<br />

die schwarzen Selbstlader gibt es eine<br />

ansehnliche Klientel von Schützen, die<br />

sich sportlich damit messen. Seit einigen<br />

Jahren bieten der Bund Deutscher Sportschützen<br />

(BDS), der Bund der Militär- und<br />

Polizeischützen (BDMP) sowie die Deutsche<br />

Schießsport Union (DSU) Disziplinen<br />

für die schwarzen „Zauberstöcke“ an.<br />

Mit den beiden Benelli-Modellen M2 Tactical<br />

und M4 Super 90 TS und der neuen<br />

Mossberg 930 SPX Blackwater Edition<br />

nahm VISIER drei solcher Sportgeräte mit<br />

auf den Schießstand im DSU-Schulungszentrum<br />

von Weißenthurm. Dort musste<br />

alle drei Prüflinge ihre sichere Funktion<br />

und ihre Präzisionsleistung mit Flintenlaufgeschossen<br />

unter Beweis stellen. <strong>Das</strong><br />

ging nur, weil die Schützen der Interessengemeinschaft<br />

Andernacher Polizeischützen<br />

– nicht zum ersten Mal für einen<br />

VISIER | 8-2012


VISIER-Test – einen Teil ihrer Trainingszeit<br />

zur Verfügung stellten. Dafür sei der IAP<br />

an dieser Stelle ausdrücklich gedankt.<br />

Die Testkandidaten: Weder das Inertia-Rückstoßladersystem<br />

der Benelli M2<br />

noch die Benelli M4 Super 90-Serie<br />

und Mossberg 930-Baureihe mit ihren<br />

unterschiedlichen Gassystemen sind bei<br />

VISIER unbeschriebene Blätter (siehe etwa<br />

VISIER 1/2007 und 12/2004). Daher<br />

soll an dieser Stelle auf eine detaillierte<br />

Beschreibung der verschieden Modelle<br />

zugunsten eines ausführlicheren Testteils<br />

verzichtetet werden – also geht es gleich<br />

in medias res.<br />

In der Praxis: Auf der 25-Meter-Bahn<br />

schluckten alle drei Test-Flinten die ihnen<br />

vorgesetzten Munitionssorten, ohne auch<br />

nur einmal zu bocken. Alle Flinten<br />

bekamen eine Tankfüllung von jeweils<br />

fünf Flintenlaufgeschossen verpasst. Die<br />

FLGs jagten anschließend in raschem<br />

Black Magic | Sportliche Selbstladeflinten<br />

Tempo, aber nicht ohne präzises Zielen,<br />

durch den Lauf in Richtung der grün-weißen<br />

DSU-Ovalringscheibe. Hier zeigten<br />

alle drei, dass sie potentielle Zehnerkandidaten<br />

sind. Mit jeder der Selbstladeflinten<br />

gelang mindestens ein Trefferbild, bei<br />

dem alle fünf Einschüsse so eng beieinander<br />

lagen, dass die Gruppe definitiv in<br />

die Zehn der Ringscheibe gepasst hätte.<br />

Die M2 legte mit der Geco Competition<br />

Slug einen Streureis von 62 Millimetern<br />

vor, den die M4 mit der Brenneke KO<br />

VISIER | 8-2012 51


August 2012<br />

70<br />

TEST & TECHNIK<br />

Für Wald und<br />

Hogue — das sind die mit den Kurzwaffen-Griffschalen. Aber nicht nur.<br />

Die Kalifornier bauen zusammen mit einem renommierten US-Knifemaker auch Messer:<br />

Hier geht es um ein neues Modell.<br />

<strong>Das</strong> Messer der Reihe Hogue Extreme Knives<br />

mit feststehender Klinge (5 1 /2 Zoll) aus A2-<br />

Stahl, beschichtet mit Black Kote. Auf der<br />

Angel sitzen verschraubte Griffschalen<br />

aus G-Mascus-Material, hier in Grün.<br />

VISIER | 8-2012


Für Wald und Wildnis | Hogue-Elishewitz Extreme Knives<br />

Wildnis<br />

Text: Matthias S. Recktenwald<br />

Fotos: Michael Schippers,<br />

Matthias S. Recktenwald<br />

Amerika ist stolz auf seine Aristokratiefreie<br />

Gesellschaft – was nicht heißt,<br />

dass Blaublütige keine Rolle in seiner<br />

Geschichte gespielt hätten. Ein Beispiel:<br />

1845 gründete der deutsche Edelmann<br />

Prinz Carl von Solms-Braunfels in Texas<br />

die als New Braunfels bekannte Stadt.<br />

Dort gibt es nicht nur stets im November das<br />

deutsche „Wurstfest“ und eine als „Schlitterbahn“<br />

bekannte Wasserrutsche, sondern<br />

auch den Wohn- und Arbeitsplatz eines bekannten<br />

US-Messermachers: Allen Elishewitz,<br />

Mitglied in der American Knifemakers<br />

Guild. Er erstellt handgefertigte Messer, edle<br />

Kugelschreiber und Armbanduhren, zudem<br />

betätigt er sich als Designer. Auf ihn geht die<br />

Messerreihe Extreme Series der Firma Hogue<br />

Tool & Machine Inc. zurück; Schützen kennen<br />

das Werk aus Paso Robles (Kalifornien) vor<br />

allem für Kurzwaffengriffe. In Deutschland<br />

wird die Hogue-Reihe von der Firma Acma –<br />

Distributor For Fine Knives vertrieben. Von da<br />

ging eins der Messer zum Test an VISIER.<br />

<strong>Das</strong> Testmuster: Auf den ersten Blick wirkte<br />

es wie ein auf jagdlich getrimmtes Tactical<br />

Knife: Reflex-mindernd und Finish-schützend<br />

mit anthrazitfarbenem Black Kote beschichtet.<br />

Eine feststehende, 142 mm lange und 40<br />

mm breite Drop-Point-Klinge aus A2-Stahl<br />

von robusten 6 mm Dicke. Aufgelegte und<br />

verschraubte Griffschalen aus grünem<br />

G-Mascus (s. Seite 73); wer will, erhält auch<br />

Cocobolo-Schalen. Der Preis beträgt 276<br />

Euro. Genaueres Hinsehen zeigt, dass Elishewitz<br />

und Hogue viel Hirnschmalz investiert<br />

haben. Die Klinge hat einen balligen Schliff,<br />

wie er sich für Outdoor-Arbeiten eignet. Die<br />

Klingenspiegel sind aber flach und weit nach<br />

oben gezogen, so dass das Messer sich beim<br />

Arbeiten an hartem Material nicht so leicht<br />

„festfrisst“. Der Klingenrücken ist nach<br />

oben angeschrägt – nur zur Mitte hin.<br />

Zur Spitze verdickt sich der Rücken<br />

als Schlagfläche, wenn man etwa<br />

in der Wildnis einen Holz-<br />

Messermacher Allen<br />

Elishewitz entwarf<br />

zusammen mit Hogue die<br />

Extreme Knives-Reihe.<br />

VISIER | 8-2012 71


August 2012<br />

74<br />

FASZINATION WAFFEN<br />

VISIER | 8-2012


“Let’s go!”Text:<br />

Seit über zehn Jahren hat sich das Schießen mit<br />

Single-Action-Revolvern, Unterhebel-Repetierern und<br />

Querflinten auch in Deutschland etabliert. Mit welchem<br />

Sportsgeist und mit wieviel Freude man da bei der<br />

Sache ist, zeigte ein Besuch bei einem <strong>Wettkampf</strong>.<br />

“Let’s go!”| German Territorial Roundup<br />

Matthias S. Recktenwald<br />

Fotos: Werner Leuschner,<br />

Matthias S. Recktenwald<br />

Hey Fremder, wie wär’s mal mit etwas<br />

Freiheit und Abenteuer? Dann<br />

setz den breiten Hut auf, schnall den<br />

Gurt mit den Holstern um, vergiss<br />

die Stiefel mit den Sporen nicht – und let’s<br />

go. Allzu weit ist es nicht. Denn dieser Wilde<br />

Westen liegt nicht in Deadwood, El Paso<br />

oder Dodge City, sondern in Philippsburg.<br />

In Baden und nicht in Dakota, Texas<br />

oder Kansas endet daher unser Trail. Er<br />

führt uns zu dem „German Territorial<br />

Roundup“ (GTR), einem <strong>Wettkampf</strong> mit<br />

besonders viel Western-Flair und dem<br />

Beleg dafür, wie viel Spaß sportliches<br />

Schießen machen kann.<br />

Die Vorgeschichte:Alles begann vor über<br />

30 Jahren in den USA nach einem verregneten<br />

Nachmittag mit lauter Uralt-Westernfilmen<br />

auf Video. Da fassten einige<br />

Sportschützen den Beschluss, mal im stilgerechten<br />

Outfit einen <strong>Wettkampf</strong> mit den<br />

in der US-Pionierära üblichen Waffen zu<br />

absolvieren. Diese spinnerte Idee hat sich<br />

längst zum weltweiten Sport des Cowboy<br />

Action Shooting (CAS) ausgeweitet. Rund<br />

um den Erdball tragen ungefähr 70000<br />

Personen in ihrer Freizeit Sportwettkämpfe<br />

mit Waffen im Stil der US-Pionierzeit aus.<br />

Und lassen dabei auch den Geist jener<br />

Epoche aufleben. Mit viel Hingabe an<br />

historische Akkuratesse, aber auch mit<br />

Sinn für den vorbildlichen Sportsgeist und<br />

den schrägen Humor jener Jahre.<br />

<strong>Das</strong> alles braucht wie jede Sportart einen<br />

Unterbau an straffer Organisation und<br />

genau abgestimmtem, wasserdichtem Regelwerk.<br />

Für beides verantwortlich ist die<br />

Single Action Shooting Society (SASS). In<br />

Deutschland entstand seit dem Ende der<br />

1990er Jahre die dem hiesigen Recht angepasste<br />

CAS-Version. Sie heißt Westernschießen,<br />

ausgetragen unter der Ägide<br />

des Verbandes BDS. Und da, Fremder,<br />

sind wir auch schon direkt am Ende unseres<br />

Rittes: Der BDS-Schießstand von Philippsburg<br />

hat sich zum Zentrum des Großkalibersports<br />

in Deutschland entwickelt.<br />

Was Wunder, dass auch die deutschen<br />

und viele europäische Westernschützen an<br />

diesem Ort ihren Mittelpunkt haben.<br />

VISIER | 8-2012 75


August 2012<br />

88<br />

GESCHICHTE & GESCHICHTEN<br />

Von Agram<br />

bis Zagi<br />

Die Skizze zeigt den ersten Entwurf zum<br />

Umbau der russischen PPSh 41 zur Maschinenpistole<br />

Jelen. Darunter eine beschlagnahmte<br />

Agram-MPi in Luxusausführung.<br />

VISIER | 8-2012


Im nächsten Jahr soll Kroatien Mitglied<br />

in der Europäischen Union werden.<br />

Lange her scheint der Bürgerkrieg, welcher<br />

vor zwei Jahrzehnten den Vielvölkerstaat<br />

Jugoslawien zerriss. Wie aus einer<br />

anderen Epoche sehen auch die kroatischen<br />

Maschinenpistolen aus diesem Konflikt aus –<br />

seltsame Mischungen aus WK-II-Feuerspritzen<br />

und moderneren Waffen, oft mit skurrilem<br />

Aussehen und grobem Finish. Sie belegen, mit<br />

welchen Schwierigkeiten die im September<br />

1991 aus Polizei und Nationalgarde gegründete<br />

kroatischen Armee (Hrvatska Vojska)<br />

anfänglich kämpfte: Viele Depots und Fabriken<br />

lagen plötzlich im serbischen Feindesland.<br />

Die internationale Staatengemeinschaft<br />

hatte ein Waffenembargo verhängt, aus Drittstaaten<br />

erhielt die kämpfende Truppe nur<br />

Schmuggelware. Beutewaffen aus Beständen<br />

der jugoslawischen Armee JNA waren deshalb<br />

begehrt. Selbst Überbleibsel aus dem<br />

II. Weltkrieg nutzte die Truppe. Doch das Problem<br />

lösten diese Lückenbüßer nicht. So blieb<br />

den Kroaten nur zu improvisieren und die nötigen<br />

Waffen selbst zu bauen.<br />

Die kroatischen Maschinenpistolen der<br />

1990er Jahre lassen sich keiner MPi-Generation<br />

eindeutig zuordnen. Weil geeignete Maschinen<br />

und Werkzeuge fehlten, entstanden<br />

die Waffen größtenteils in einer überholten<br />

Fertigungsweise: Keine Blechprägetechnik,<br />

man fräste die Teile aus dem Vollen. <strong>Das</strong> kostete<br />

zwar mehr Zeit, doch so konnten sich viele<br />

kleine Werkstätten mit einfachen Maschinen<br />

an der Produktion beteiligen. In den meisten<br />

Fällen ging die Ware der Zulieferer an einen<br />

größeren Betrieb, der die MPi fertigstellte<br />

– dieser Artikel ist einer der ersten Versuche,<br />

einen chronologisch geordneten Überblick<br />

zur MPi-Technik dieses Konflikts zu geben.<br />

So manches Exemplar erinnert an das alte<br />

Lied „Du bist so hässlich” – viele Hersteller verfügten<br />

vor 20 Jahren über keinen großen Maschinenpark,<br />

oft mangelte es auch an Erfahrungen<br />

im Waffenbau. Der Qualität und der<br />

Von Agram bis Zagi | Kroatische Maschinenpistolen<br />

Keine Meilensteine der Waffengeschichte , aber hervorragende<br />

Improvisationen — kroatische Maschinenpistolen aus der Zeit des<br />

Unabhängigkeitskrieges.<br />

Text: Michael Heidler und Andreas Skrobanek<br />

Fotos: Michael Heidler, Polizeimuseum<br />

Zagreb, Andreas Wilhelmus, VISIER-Archiv<br />

Zuverlässigkeit tat das aber meist keinen Abbruch.<br />

An der Funktionstüchtigkeit vieler Modelle<br />

hatten Polizei und Armee kaum etwas<br />

auszusetzen, berichten Zeitzeugen.<br />

A wie Agram: Die erste im unabhängigen<br />

Kroatien gefertigte Maschinenpistole heißt<br />

Agram – ein deutsches Wort für Zagreb. Mirko<br />

Vugrek entwickelte und produzierte sie in<br />

seiner Firma in Novi Golubovec nördlich der<br />

Landeshauptstadt. Bei der zuschießenden<br />

Waffe mit Masseverschluss handelt es sich um<br />

eine Kopie der MP TEC-9 von Interdynamic/<br />

Intratec. Die ersten Versuchsstücke entstanden<br />

schon Ende 1990, ein Jahr später lief die Fertigung<br />

an. Mit der „Agram 2000“ entstand<br />

1992 eine verbesserte Ausführung, nachdem<br />

Ivan Vugrek die Waffe seines Vaters überarbeitet<br />

hatte. <strong>Das</strong> neue Modell konnte auch einen<br />

Schalldämpfer aufnehmen. Den gelochten<br />

Handgriff entwarf ein Restaurator namens<br />

Deglin – spezialisiert ausgerechnet auf historische<br />

Möbel. Die zweireihigen Stangenmagazine<br />

fassen 20 oder 32 Patronen. Im Jahr<br />

1992 wäre die Agram beinahe die neue Standard-MPi<br />

der Armee geworden. Doch die<br />

politischen Verbindungen zur Militärführung<br />

waren nicht gut genug. Als Ausgleich wurde<br />

Vugreks Firma Reparaturbetrieb für Polizeiwaffen.<br />

Mit nur 1,8 Kilogramm Gewicht und<br />

ihrer robusten Bauweise eignete sich die<br />

handliche Agram hervorragend für den Häuser-<br />

und Nahkampf. <strong>Das</strong> erkannten auch<br />

schnell Drogenhändler und andere Kriminelle<br />

in ganz Europa. In Zagreb starb 1998 der<br />

berüchtigte Mafiaboss Zlatko Bagari im Kugelhagel<br />

einer Agram. Und trotz des Kampfes<br />

der britischen Polizei gegen die Schmuggler<br />

der „Croatian Connection“ gehen bis heute<br />

viele Tote im kriminellen Milieu auf das Konto<br />

dieser MPi. Ihr Konstrukteur Mirko Vugrek<br />

starb 2006 im Alter von 80 Jahren an einem<br />

Herzinfarkt – kurz nach seiner Festnahme<br />

durch die Polizei wegen Waffenschmuggels.<br />

P wie Pleter: Ab 1991 nutzten die bewaffneten<br />

Kräfte Kroatiens neben der Agram noch<br />

mindestens vier weitere neue MPi-Modelle:<br />

Pleter, Sokac, Jelen und Crogar. Andere Entwicklungen<br />

wie die Maschinenpistolen Pauser<br />

VISIER | 8-2012 89


August 2012<br />

Text und Fotos: Dr. Jan-P. Weisswange<br />

Keine Frage – wer das riesige Außengelände<br />

und die beiden großen<br />

Messehallen im Pariser Norden<br />

zur Eurosatory betritt, erwartet<br />

zunächst Panzer und weiteres Großgerät.<br />

Und er muss nicht lange suchen. Denn<br />

während in Mitteleuropa die Sparzwänge<br />

zu drastischen Rückgängen schwerer<br />

gepanzerter Verbände führen, herrscht<br />

anderswo großes Interesse an solch<br />

klassischem Militärgerät. So verzichten<br />

etwa die Niederländer völlig auf Kampfpanzer,<br />

und Deutschland leistet sich<br />

künftig noch vier aktive und zwei nichtaktive<br />

Panzerbataillone mit 225 Leoparden.<br />

Demgegenüber will Saudi Arabien<br />

rund 270 fabrikneue Exemplare des<br />

weltweit führenden Kampfpanzers bestellen<br />

– mindestens.<br />

Kein „Altes Eisen“: <strong>Das</strong>s sich 70-Tonnen-Kolosse<br />

selbst in den heutigen asymmetrischen<br />

Konflikten bewähren, haben<br />

auch NATO-Staaten erkannt. Schutzniveau,<br />

Beweglichkeit, hochwertige Optiken<br />

und Führungs- und Kommunikationssysteme<br />

tragen dazu ebenso bei wie<br />

neue Munitionssorten für die Bordkanonen.<br />

So nahm es nicht wunder, dass<br />

auf der Eurosatory die deutsche Panzerschmiede<br />

Krauss-Maffei Wegmann<br />

(KMW) ihr „Flaggschiff“ Leopard 2 in der<br />

Version A6 M CAN vorstellte, die die kanadischen<br />

Kameraden erfolgreich am<br />

Hindukusch einsetzen. Dazu kamen weitere<br />

Systeme, die die Bundeswehr bei der<br />

International Security Assistance Mission<br />

124<br />

VOR ORT<br />

Panzer in Paris:<br />

Eurosatory 2012<br />

Alle zwei Jahre treffen sich Heeresrüstungsexperten aus aller Welt in der französischen<br />

Metropole. Dort stellt die globale Wehrindustrie auf der Fachmesse „Eurosatory“ ihre neuen<br />

Produktentwicklungen und aktuellen Aktivitäten vor.<br />

Der russische „BMPT Terminator“ soll durch seine Feuerkraft Kampfpanzer<br />

unterstützen. Sein Zwei-Mann-Turm verfügt dazu über zwei 30-mm-Kanonen, vier<br />

Startrohre für Ataka-Lenkflugkörper und ein 7,62-mm-MG PKTM. Im Bug befinden<br />

sich noch zwei 30-mm-Granatmaschinenwaffen des Typs AGS-17.<br />

Die Patrouillenversion des Jeep J8 (vorn) trägt hier ein Browning M2 12,7-mm-MG<br />

sowie ein weiteres 7,62er MG M240 auf Seitenlafette. Seine 194 PS ermöglichen<br />

eine Höchstgeschwindigkeit von 140 km/h.<br />

VISIER | 8-2012


Trumpets & Horses: Im Innenhof des Hotel des Invalides stellten die Lanzenreiter der<br />

französischen Kavallerie den geladenen Gästen eindrucksvoll ihr Können bei einer<br />

Parade unter Beweis. Im Hotel des Invalides ist heute das französische Armeemuseum.<br />

<strong>Das</strong> neue deutsche Soldatensystem „Gladius“ umfasst neue Bekleidung, Trageausstattung,<br />

Optik und Optronik sowie Führungs-und Kommunikationsmittel.<br />

Zur Bewaffnung gehören weiterhin G 36 und MG 4 (Foto: Rheinmetall/milpictures).<br />

Panzer in Paris | Eurosatory<br />

(ISAF) in Afghanistan ins Feld führt: die<br />

Panzerhaubitze 2000, verschiedene Versionen<br />

des Allschutztransportfahrzeuges<br />

Dingo 2 sowie das Gepanzerte Transportkraftfahrzeug<br />

Boxer in der Infanteriegruppenausführung.<br />

Gleich am Nachbarstand<br />

hatte Rheinmetall den Boxer in<br />

der Gefechtsstandvariante am Start –<br />

das Düsseldorfer Systemhaus kooperiert<br />

in zahlreichen Projekten mit KMW. Rheinmetall<br />

zeigte weiterhin am Beispiel des<br />

Schützenpanzers Marder, wie auf Basis<br />

eines älteren Fahrzeugtyps durch „Retrofit-Programme“<br />

neue Waffensystemfamilien<br />

entstehen können. Die Konstrukteure<br />

rüsten hierzu modernere Antriebe,<br />

Panzerungen, Minenschutzsitze, Optiken<br />

oder Waffenstationen nach oder integrieren<br />

Kampfpanzertürme in das bewährte<br />

Chassis. Ebenfalls seit Jahrzehnten<br />

bewährt sind die Rheinmetall MAN<br />

Military Vehicles-Lastkraftwagen, deren<br />

neueste Ausführung HX 6 auf der Eurosatory<br />

2012 Premiere feierte. Der Sechsachser<br />

trug neben einer gepanzerten Kabine<br />

zudem das „Active Defense System“,<br />

das anfliegende Hohlladungsprojektile<br />

binnen Sekundenbruchteilen erkennt<br />

und durch eine gerichtete Wirkladung<br />

bekämpft. Der italienische Oto Melara-<br />

Konzern führte eine komplette Radfahrzeugfamilie<br />

für eine „Mittlere Brigade“<br />

vor – darunter Schützenpanzer, Kanonenwagen,<br />

Haubitze, Flugabwehrpanzer<br />

und Bergefahrzeug. Dazu kam ein<br />

Spähpanzer, der aus einem der 120mm-Flugkörperstartrohre<br />

am Turm die<br />

hauseigene Aufklärungsdrohne Horus<br />

in die Luft bringen kann.<br />

Drohnen auf dem Vormarsch: Überhaupt:<br />

Der Markt für unbemannte Luft-,<br />

Land- und Seefahrzeuge zu Aufklärungs-,<br />

aber auch Kampfzwecken wächst schon<br />

seit Jahren. <strong>Das</strong> Spektrum reicht dabei<br />

von Miniflugkörpern für den infanteristischen<br />

Einsatz wie die Tactical Grenade<br />

Extended Range (TiGER) von MBDA bis<br />

zum mehrere Tage flugfähigen Fernaufklärungsungetüm<br />

à la EuroHawk.<br />

Neben Starrflüglern kommen gerade auf<br />

der taktischen und operativen Ebene immer<br />

mehr Drehflügler in Mode. Denn<br />

diese können besser über Objekten „hovern“,<br />

also schweben. Zudem können die<br />

VISIER | 8-2012 125


August 2012 VORSCHAU – Ausgabe 9-2012: ab Mittwoch 29. August im Handel<br />

Bianchi-Cup – 24 Seiten extra<br />

Regeln, Abläufe, Sportler, Waffen, Ziele, Austragungsort – die<br />

als <strong>Wettkampf</strong>begleitheft konzipierte Beilage liefert ihnen<br />

alle Informationen rund um dieses Match der Besten.<br />

Geronimo – mal drei<br />

Er war der berühmteste indianische<br />

Widerstandsführer – der Chiricahua-<br />

Apache Geronimo. Sein persönlicher<br />

Waffengurt ist in Sammlerkreisen berühmt.<br />

Davon gibt’s drei neue Nachbauten.<br />

Im nächsten Heft die Portraits der<br />

Macher sowie historische Fakten zu<br />

Geronimo und den Apachenkriegen.<br />

130<br />

Erhältlich bei Ihrem Zeitschriften-, Bahnhofs- oder Waffenfachhändler. Oder beim Presse-<br />

Fachhandel mit diesem Zeichen und – noch schneller – im Abo: Telefon (02603) 5060-102.<br />

Leser der VISIER-XXL-Ausgabe mit<br />

dem 24-seitigen SWM wissen mehr:<br />

<strong>Das</strong> Laden der Parabellum-Magazine erfordert<br />

etwas Krafteinsatz, deshalb erging schon früh<br />

der Ruf nach Erleichterung. Ladehilfen dazu<br />

wurden konstruiert und sogar patentiert, eine<br />

Serienproduktion hingegen gab es nie.<br />

Aus aktuellem Anlass können sich die Themen ändern.<br />

VISIER SERVICE<br />

Selbstlader in ausgefallenem<br />

Kaliber<br />

AR-15, das heißt .223 Remington,<br />

oder? Nicht unbedingt:<br />

Hier haben wir<br />

eine Variante in 6,8 mm<br />

Remington SPC – aus<br />

Deutschland, nicht aus den<br />

USA. Was der Halbautomat<br />

noch an technischen Details<br />

aufweist und wie er<br />

schießt, erfahren Sie im<br />

September-Heft.<br />

Kleines Ding, große Wirkung?<br />

Walt Rauch, VISIER-US-Korrespondent und der Spezialist für<br />

Taschenwaffen, stellt mit dem Single-Action-Revolver NAA<br />

22MS einen modernen amerikanischen Klassiker vor.<br />

Hier erreichen Sie uns:<br />

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VISIER | 8-2012

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