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10 jahre kookbooks

das

amortisiert

sich nicht

steffen popp martina hefter tristan marquardt

uljana wolf sabine scho

ulf stolterfoht pierangelo maset


Im Moment davor, gerade noch nicht fertig zu sein, beweglich zu bleiben, abenteuerbereit.

10 Jahre kookbooks. Wow.

Danke allen, die dazu beigetragen haben!

Wir freuen uns auf das Weitere!


GEDICHTE LESEN – Manchmal hätte ich gern ein Geländer, an dem ich mich

entlangtasten kann, das meinen Bewegungen eine Achse gibt. Wenn ich es in meiner

Tasche wüsste, müsste ich vielleicht nicht einmal danach greifen und es nach drei

oder mehr Dimensionen auswerfen; es orientierte mich einfach, indem es begleitet.

Ein solches tragbares, adaptionsfähiges Geländer ist mir bisher nur in der Vorstellung

begegnet, wohl aber kenne ich Gedichte, die ähnlich eigensinnige Instrumente sind.

Lesen romanhafter Erzählformen oft das unangenehme

Gefühl habe, dass Aspekte wie Spannungsbögen und

Figurenentwicklung sich fettfilmartig auf dem Text ablagern

und mich vor sich her tragen, ohne dass von mir anderes

als fortschreitender Konsum gewünscht wäre, setzen viele

Gedichte geradezu auf das Mitwirken ihrer Leser. Bloße

Affirmation führt nicht weit. Wie passt das Teil hier rein? Ich

will einsprechen, anwenden, vielstimmig sein. Die flüchtigen

lyrischen Ichs entheben mich von Rollenzwang, Kontrolle

und Identifikationspflicht und verhandeln im oft Krisenhaften

ihrer Rede Möglichkeiten für freieren Umgang, bieten Gesten

mit Sinn für Unvermögen und Utopien.

Tristan Marquardt zum Beispiel gibt Amor ein paar Buchstaben

auf, schickt ihn durch die Schule kapitaler Akkumulation,

und eröffnet so eine Gleichung mit mehreren Unbekannten.

Oder eine Ungleichung mit einigen Bekannten?

Wir wollen das nicht schon gelöst haben. Es sind Gäste im

Aufgang. Mit trefflichen Instrumenten, um einige Kapriolen

durchzuspielen. Wenn wir das noch eine Weile ausprobieren,

finden wir bestimmt auch heraus, in welchen Dimensionen

sie als Geländer taugen. Und sag, was wird eigentlich aus

Gästen, die bleiben?

Wenn Sprache das Medium ist, in dem menschliche Erkenntnis

„fassbar“ wird, dann sind Gedichte Gegenstände, die

mir in besonderer Weise verstehen helfen, wie das funktioniert,

Sprache, Denken, mein Denken, das einer andern,

Zugespieltes. Ein Autor, ein Text, ein Leser. Etliche Kontexte.

Gepäck. Wahrnehmung, Vorstellung, Erwartung, Erfahrung

und all die Konventionalisierungen, durch die hindurch

Verstehen erst möglich wird. Bildschirm. Oder das sinnliche

Ding zum Anfassen, mit Schrift und Geruch, Buch genannt,

ein Widerstand. Möbel. Getränke stehen bereit. Treffen

Gäste ein? Rutschen sie übers Geländer? Kommt rein!

Wir führen hier ein Gedicht auf, wir üben. Konzentration,

Zerstreuung, da sein.

Was mich an Gedichten immer wieder fasziniert, ist die

Art, wie sie erzählen, oft ohne eigentlich zu erzählen. Unaufdringliche

Dringlichkeit. Ihre prosodischen Klammern –

Rhythmus, Klang, Assonanzen, Reime, Tempo, Pausen,

Kontraste usw. – schaffen Zusammenhang, der über inhaltliche

und grammatisch-syntaktische Folgen hinausweist.

Dabei eignet Gedichten eine größere Gleichzeitigkeit als

der alltäglichen oder prosaischen Rede. Obwohl ich linear

lese, entsteht ein dichteres, vielschichtigeres Gewebe mit

gleitenden, wechselnden Bezügen, Ober- und Untertöne

klingen mit, ebenso Störgeräusche, Rauschen. Mobilisierte

Mitanwesenheit. Wo fängt ein Gedicht an, wo hört es auf?

Gedichte liegen offen da, zugriffsbereit. Sie stellen nicht

nur aus, woraus sie gemacht sind, sie fordern auch auf, sich

darin nach verschiedenen Seiten zu drehen und zu bewegen,

nicht bloß nachzuvollziehen, sondern im eigenen Denken

das Eigensinnige allererst zu vollziehen. Während ich beim

„das amortisiert sich nicht, u70, alle zeit der welt“ beginnt

ein Gedicht von Tristan Marquardt. Ich finde es im Internet,

auf dem Blog der Lyrikgruppe G13. Hier werden Texte eingestellt,

die noch keine endgültige Form behaupten, wie es

Gedichte in Büchern meist tun, sondern die kommentiert,

diskutiert, geteilt werden wollen, um sich davon verändern

zu lassen, vielleicht im Sinne von wachsen. Im Moment

davor, gerade noch nicht fertig zu sein, beweglich zu bleiben,

abenteuerbereit. Ich hier mit meiner Sprache, du da mit deiner

Sprache, zwischen uns ein Gedicht. Es filtert, übersetzt,

vertauscht, mischt. Aber was beim Lesen eintrifft, „das

amortisiert sich nicht“.

„Alles in die Verwertung“, ruft in meinem Kopf prompt

Veronika aus Monika Rincks „Ah, das Love-Ding!“, und

schon sind wir mitten drin im Gespräch. Wohin jetzt bitte

mit dem ökonomischen Tilgungssatz, demzufolge Aufwendungen

gefälligst durch Erträge gedeckt werden sollen?

Weggesteckt, oder können wir das noch brauchen, und

wenn ja, wofür?

Mir gefällt es, Gedichte als Gegenstände zu denken, die

sich nicht aufrechnen lassen. An denen nichts gleich wird,

während viele Verbindungen entstehen. Oder Bindungen

gelockert werden. Nimm du die Waage, gib mir die Wippe.

Ich tippe. Gedichte sind so sehr Sprache, das etwas, mit

dem ich alltäglich Umgang habe, mich ganz unvertraut

anschauen kann. In Irritation verstrickt durch sprachlichen

Übergriff. Erkenntnisblitz. Existenzielles Moment. Vielleicht

sind nur zwei Worte kollidiert, wie es mir nie zuvor begegnet

ist, oder nicht bewusst, doch plötzlich kann ich eine Verbindung

denken, die ich allein nicht gesehen habe.

– Daniela Seel


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Frühjahr 2013 Reihe Lyrik

Von Zinnen

Dickicht mit Reden und Augen

Sage war alles, Packpferd (mit ihm durch Gebirge)

Futtersack (und Paris April). Hain, Gemüsehain des

geistig Verheerten. Hirschen. Enormes Er (Bottrop

Bingen). … schrieb Ihnen glühende Briefe, Madame.

Glühende Sachbearbeiterin – Schweifstern, Gau.

Innen sind Dornen, Gedächtniskegel von Sternen.

Anders: Auf Meeren reit ich – und: Du brennst mit

schwarzen Flammen. Reite durch Raum und Zeit

zwei Züge, die sich nicht berühren. Unter Bäumen

Möglichkeit und Methode überschneiden sich

ein kühner Satz bricht sich im Wald, fortan er hinkt

kein Sprung ins Dickicht dringt, kein Huf hinaus

kein ausrangiertes Fahrrad betet hier um Ruh

kein altes Lama spuckt, kein junges auch

Semantisch nicht mal träumen. Rodete Strunk (heiße

Tränen). Liebe wollte Antike, Grube war Trumpf

– Gugelhupf, Unterschlupf, Grmpf. Brütendes Rind

das heißt ca. 60 Pelikane mit massiven Kehlsäcken.

sind Einfälle baumähnlich, schlechte Verstärker

gute Erschöpfer von Streit. Durch Nacht und Wind

usw., Bypass, Verzeichnis, Tree of Irgendwas –

du verwandelst das in Asche, Zauberin. Oxidation

sie hängen in den Tag, in Baumschaukeln

kein Baum, genau besehen, keine Schaukel, nicht mal

ein sie, nur hängen, Tag

Hufe (uralte Sentenz). Zeugen (vermutlich Splitt).

Schneid einem Sittich die Krallen, halt ihn ins Licht.

aus der ein Vogel steigt in weißem Feuer, krass oder

Alle Werte normal, sagt mein Arzt. Das quere Kalb

im Moor ertrunken, taucht wieder auf. Nicht kapierte

Reden, durch nichts gedeckt, doch lebhaft

Lebewesen fast in einem Dickicht

hängend, hinkend eine, darum nicht weniger wahr

nicht wahr, nicht weniger, nicht – ungerührt

Funktionen, die man versenkte, treffen leuchtend

trüb, uneinholbar den Blick. Du brennst dunkel, Herz

was kann dich löschen. Sorge, das Meer am Zügel.

schaukeln oder grasen zur Pflege der Landschaft

oder stehen nur in ihr, schauen herüber mit Augen.

für Elke Erb

steffe n

dickicht mit r

g e d i


popp

eden und augen

c h t e

Innen sind Dornen, Gedächtniskegel von Sternen.

den von PVC-Bodenbelag, PVC-Möbeln und einer PVC-

Zimmerpalme als Anhängsel der petrochemischen

Industrie markierten Seminarraum – nun, wohl auf den

Exodus aus dem Text, Erweckung des poetischen

Impulses in allen Domänen.“

(Aus: Helm aus Phlox, S. 123, Merve Verlag 2011)

perspektivischer Verpeilung: Ticks, Tricks, Posen,

nutzlose Priesterschaft, Gelehrtheit, Diskursgefuchtel,

Jugend- und Altersweh, didaktischer Überbiss. Wo alles

dekonstruiert ist (de-, re-, de-) und auch in Bezug auf

das Dichterselbst wohltuend nichts mehr herumsteht,

ist Hoffnung auf – nachdenkliches Starren Gnus in

Wenn wir schon heute – behaupte ich mal – grundsätzlich

dazu imstande sind, alles Erdenkliche poetisch zu

verhandeln, was ist in Zukunft, neben allen schon im

Voraus gebuchten Unsäglichkeiten, noch vom Gedicht

zu erwarten? Professor Gnu gibt sich optimistisch:

„Fortschreitende Entkrampfung fördert das Absterben

steffen popp dickicht mit reden und augen gedichte

Steffen Popp bei kookbooks

Kolonie Zur Sonne Gedichte / Reihe Lyrik Band 13 / 64 Seiten,

gebunden im Schuber / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A], 978-3-937445-35-9

Wie Alpen Gedichte / Reihe Lyrik Band 2 / 72 Seiten, Klappenbroschur mit illustrierten

Transparentseiten / 13,80 Euro [D] / 14,20 Euro [A], 978-3-937445-03-8

Ohrenberg oder der Weg dorthin Roman / Reihe Prosa Band 6 / 144 Seiten, Hardcover

mit Schutzumschlag, 14 Zeichnungen / 17,90 Euro [D] / 18,40 Euro [A], 978-3-937445-17-5

Steffen Popp

Dickicht mit Reden und Augen Gedichte

Reihe Lyrik Band 29 / ca. 112 Seiten / Broschur mit Umschlag-Poster /

ca.19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-54-0 / Auslieferung: Februar 2013

Steffen Popp, geboren 1978 in Greifswald, lebt in Berlin. Er veröffentlichte die Gedichtbände

„Wie Alpen“, kookbooks 2004, und „Kolonie Zur Sonne“, kookbooks 2008, sowie den

Roman „Ohrenberg oder der Weg dorthin“, kookbooks 2006, der für den Deutschen Buchpreis

nominiert wurde. Übersetzer der US-amerikanischen Lyriker Christian Hawkey – „Reisen in

Ziegengeschwindigkeit“, kookbooks 2007 und Ben Lerner – „Die Lichtenbergfiguren“, luxbooks

2011, Initiator und Mitherausgeber der kollaborativen Poetik „Helm aus Phlox“, Merve

Verlag 2011. Auszeichnungen zuletzt Leonce-und-Lena-Preis, Preis für Internationale Poesie

der Stadt Münster, Kelag-Preis Klagenfurt.

© Foto: Renate von Mangoldt


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Frühjahr 2013 Reihe Lyrik

gehen

stehen

neben jemandem, in den man heimlich verliebt ist

im überfüllten U-Bahn-Abteil

Wie das Angestupstwerden puscht. Ich pulse.

Bleib so, ich kaufe, surfe – Surplus – auf Trugblüten,

dufte, koste von diesem ausgesprochnen Gold.

Sich verabschieden vom Muster

„Aufplustern herbeizaubern“ –

Tu ich das Menschenmögliche?

Der Trick mit dem Schwanenhals.

Schaff das noch mal so rasch,

ich fahre per Tacker die Umrisse nach.

Um meine Stirn der Nebel steigt,

wandert ab zum Nebenmann,

Immer das ganze Meer trinken, immer mich werfen

in dieses uralte Repertoire: gehen wie unter Wolken,

das muss ich endlich verlernen.

ich fädle mich ins Wachsen, wachse

zur Gestalt, normal entwickelt, falte

mein Verlangen nach Dasein,

verlängere mein Scheuen, schrumpfe

Einfach spazieren. Gerne patzen. Mitten spinnen im Reden

über Wertpapiere und Flieder. Ich zeige dir im Gehen

das Glimmen.

Ein Handbuch vom Gehen und Stehen in Gedichtform? Ja! Martina Hefters

neue Gedichte balancieren leichtfüßig zwischen Gewichten und Aufstieben

und entfalten wie nebenbei ein fein choreografiertes „Movarium“ beinahe

alltäglicher Bewegungen und Gesten. Ist etwa Sitzen eine typische Haltung

des Denkens? Oder doch lieber liegen, nein hüpfen und springen? Wie

ändert Bewegung mein Reden? Martina Hefters Texte erkunden die

Wechsel spiele zwischen Körperhaltungen, Denken und Sprechen, ob

beim „Schnürsenkel binden auf der Straße“, „humpeln, simuliert auf dem

Fußballfeld“, „tanzen auf einer Party inmitten von anderen Gästen, die man

nicht kennt“ oder „die Hand ausstrecken bei einer Begrüßung, während

der andere die Arme ausbreitet“. Aus absichtsvollem Missverstehen und

verfremdender Imitation gewinnen „Stille Post“-Variationen neuen Sinn,

und Miniaturtexte, die auch als Anleitungen taugen, stiften an, Bewegungen

– wie „Vergröbern Verkörpern“ oder „Loope super zurück“ – selbst

auszuprobieren.

Über die Buchform hinaus entwickelt Martina Hefter auch fortwährend

Übertragungen ihrer Texte in Lecture Performances, die Gedichte und

Bewegungen/Tanz zu neuen Formen verschmelzen.

Umrisse rund, fahre allerlei Achsen ein.

Zwinkere aus meiner streunenden Form.

So überschatte ich den Nebenmann,

quetsche Zartheit in seine Taschen.

Oben

betonen

das Unten

nur tupfen

martina

Katapultiere

dich aus der

verblüfften

Haltung

wachsen

splitten

vom gehen und st

g e d i


hefter

Schaffe deine

Verfasstheit

ab

Wachse

wie Bart

in Erhabenes

armhoch,

als wäre man neu

im Ältestenrat

etwas dürftig

umschlurfen

ehen. ein handbuch

c h t e

Kein Schubsen.

Nur Dusche, es regnet

Gesten. Ist es Wrestling, von Feen?

© Foto: Katja Zimmermann

Martina Hefter, geboren 1965 in Pfronten/Allgäu, lebt als Dichterin

und Performerin in Leipzig. Ihre Gedichte versteht sie als Erweiterungen

körperlicher Bewegung. Neben ihrer literarischen Arbeit beschäftigt

sie sich mit Performanceprojekten, die mit dem Zustand des

Festgeschriebenseins von Literatur spielen. 2012 war sie Initiatorin

und künstlerische Leiterin von „Bewegungsschreiber. Dichtung trifft

Tanz“ am Dock 11, Berlin. Zuletzt veröffentlichte sie den Gedichtband

»Nach den Diskotheken«, kookbooks 2010, und erhielt den Lyrikpreis

Meran sowie ein Arbeitsstipendium des Freistaats Sachsen.

Martina Hefter bei kookbooks

Nach den Diskotheken Gedichte / Reihe Lyrik Band 17 / 80 Seiten,

Klappenbroschur / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-41-0

Martina Hefter Vom Gehen und Stehen.

Ein Handbuch Gedichte

Reihe Lyrik Band 30 / herausgegeben von Daniela Seel / ca. 80 Seiten,

Broschur mit Umschlag-Poster, illustriert von Andreas Töpfer / 19,90 Euro [D] /

martina hefter vom gehen und stehen. ein handbuch gedichte

20,50 Euro [A] / 978-3-937445-55-7 / Auslieferung: März 2013


8

Reihe Lyrik

Frühjahr 2013

so, oder ungefähr so, dürften sich zielgruppen fühlen nach dem

verfehltsein. lückenloses schließen von lücken, man hatte das

kommen sehen: koordinaten einer suchfunktion, wohin einen

die beine tragen. kleine charta der resultate. beim abendessen,

muss das blenden sein, schlag ins gesicht, wenn ich mir

überschüssiges licht aus den augen wische. brennt sich aus,

verfolgt die bestückte sicht: farbe als schale über dem tisch.

gruppieren sich stühle daneben, um lücken im zimmer, die

im sandkasten, ich hatte den wunsch geäußert, am sonnenstand

einen weiteren norden zu ermitteln, meine eltern machten eine

ausnahme. das war der dritte körper, das zelt. unten gruppierte

ich namen, lagen meine meist kommentierten tagebucheinträge

immer weit ins holz verreist sind, bis jemand kommt und

sie verschiebt. steht auf der stelle am boden ihr vergangenes

stehen. und wieder lücken dazwischen, kriechen richtungen

raus, suchen fluchtwinkel zur untermiete für den blick. als

formiert zur ersten ernst gemeinten phase: landschaft mit angelpunkten

/ garantierten karussells. die frist betrug den nächsten

unterlaufenen schlaf, raum aus birken, diesen weiß gestrichenen

körpern. eine handvoll bildete das tal, keine mutprobe. weiter

gälte es, sich von selbst bis blind zu verstehen, bricht in die

statik der farbe schwerkraft ein, wirft schatten aufs parkett,

unten liefen die fäden darin zusammen, es rauschte, stockte zeitweise,

wie schluckauf. nur die luft war nicht anzuhalten. fluchtrouten

die falten in der hand. mein finger fuhr über plan a, ich

träumte vom aufwachen. der rest gelang mühsam. im bad, es

sichtreste. und sammelt sie ein: haufen aus blendflecken als

geschichte des blicks, im dunkeln, beim schälen des tischs.

Was tun Gedichte im Raum einer Kommunikation, die

schnelllebig ist und kaum Pausen zulässt? Wohin trägt

eine Sprache, die sich über ihre Tragweite nicht sicher ist?

„das kommt uns alles kaum bekannt vor, hand aufs herz“:

Das amortisiert sich nicht. Tristan Marquardts Gedichte

legen den Finger vom Resultat auf den Prozess. Sie versichern:

Wenn es dunkel ist, trägt ein Schatten auf die

Schicht Licht, die eine Lampe auf die Dunkelheit gelegt

hat, eine weitere Schicht Dunkelheit auf. Wenn es dunkel

ist, hebt ein Schatten unter der Schicht Licht, die eine

Lampe auf die Dunkelheit gelegt hat, die Dunkelheit wieder

hervor. Betritt man sein Zimmer über eine Rückraumgrenze,

geht man „in sein zimmer hinaus“. Und wenn man

auf die Straße geht, ist das nicht der Park, „aber mit ein,

zwei kleinen änderungen könnte er es sein“. So greifen

Marquardts Texte konstruierend in das ein, was längst

schon konstruiert und vorhanden ist und woran doch

immer weiter noch gearbeitet wird. Im Bau Begriffenes.

Was sich nicht aufrechnen lässt. Körper sondergleichen.

So „als hätte man gerade das cembalo erfunden, aber

vergessen, wo man es hingestellt hat.“

war so wasserscheu wie ich, wurde die verantwortung trocken

gerieben. man sprach vom satzbau des kommenden tags, schon

wieder am tisch, meine mutter saß am abdrücker. lücken, zwei

bisse weiter, einschusslöcher. ich begann, mir das auszumalen.

tristan m

das amortisie

g e d i


arquardt

rt sich nicht

c h t e

tristan marquardt das amortisiert sich nicht gedichte

musst nur den mund aufmachen,

willst du was sagen.

Tristan Marquardt

DAS AMORTiSiERT SicH NicHT Gedichte

Reihe Lyrik Band 31 / ca. 80 Seiten, Broschur mit Umschlag-Poster /

19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] 978-3-937445-56-4 / Auslieferung: März 2013

Tristan Marquardt, geboren 1987 in Göttingen, lebt in München und Zürich. Er ist Mitglied

des Berliner Lyrikkollektivs G13 (http://gdreizehn.wordpress.com), dessen Mitgründer er

2009 war. Er war Finalist beim 19. und 20. open mike der Literaturwerkstatt Berlin. Seit 2011

verfasst er neben dem eigenen Schreiben mit Linus Westheuser gemeinsame Gedichte, seit

2012 organisiert er mit Walter Fabian Schmid die Lesereihe „meine drei lyrischen ichs“

in München. Seine Texte wurden in Zeitschriften und Anthologien veröffentlicht (zuletzt:

„40 % Paradies. Gedichte des Lyrikkollektivs G13“, luxbooks 2012) und ins Englische und

Slowakische übersetzt. „das amortisiert sich nicht“ ist sein erster Gedichtband.

© Foto: Katja Zimmermann


10

Frühjahr 2013 Reihe Lyrik

ABSCHIED VON BRICKLEBRIT

THEATER DER ORANGEN (ANNALOG)

CÓRDOBA, AVE MIGRATORIA

weiß ist mein esel, leiser als schnee. er

schwebt in einem kugelsturm, das juckt ihn

schon lang nicht mehr. er wiehert nicht,

trägt keinen sack. sah ihn nie auf straßen

traben für leichtere lasten, kühneres gras.

wie soll das also klappen, frag ich: schwanz

heben, taler legen, anderer leute karren bewegen?

he bruder, ruf ich, schluss mit trutzig,

die stummen zähne, die du zeigst, was

stehn die eng zusammen, klamm wie zeilen?

klafft dahinter nicht ein lauteres maul, sagt

man nicht auch, deine ohren wüssten kniffe,

dein fell wüchse so zottelartig, dass mehr als

zettelart draus wird? wirbel von mir aus,

keine weißen schleier. aber wo bleibt dieser

alles vertauschende wirt, lauf jetzt und hol

ihn mir, sonst sitzen wir noch ewig fest.

symptom: 6 wochen lang kein wasser trinken und nichts essen außer orangen.

lösung: sah abscheulichen hund der wächterin trinken aus silbernem becher

was die schwalben, die so fliegen, nicht notieren:

alben voller abende, zacken, jede gleiche ansicht

wenn es zeit ist für orangen, ist es keine zeit, no time at all, für nichts. ich esse nur orangen, at least they exist, wenn sonst nicht viel ist, no

things at all, nicht viel. zierliche schiffchen und zähe kleine haut! ich zutsche das stundenlang aus. keeps me beschäftigt. der zunge ihre

runden, sucht nach kleinen fädchen in den zähnchen, zwischenräume, gib sie ihr. ihr gibt’s immerhin, wenn sonst nicht viel isst, außer

träumen, hunde und brüder, die gibt es auch. das ist hier bauch. oh stutter of juice! nur orangen, o derange, o ausmaß, sechs lange wochen,

ob mir das nicht auf den magen? – aber magen, kann ich sagen, gehörte zu den kleineren übeln. wenn es nämlich zeit ist für orangen, ist

es keine zeit, not time at all, für brüder, die studieren, oder hunde, die auf allen vieren, mind you, machen sich über mein tablett her,

trinken aus meinem becherchen! frecherchen! oh long black tongue. oh long i to be your black nose? schnapp oh schnapp. dog you dog. was

hat schnapp gemacht. schnapp hat schlabbrig aus dem becherchen getrunken, mit der hundezunge, derselbe glaubt nämlich häufig, sie

beherrschen zu dürfen – dors, dors! – muss ich jetzt brechen, non, nur die regel von trinken und essen, non, dafür ist keine zeit, no time at

all, nicht viel. was hat schnapp gemacht mit schnauzen und grunzen, hat mich die hundezunge weggeschleckt? excuse moi you dog, das war

ein ordentlicher schock. schickt sich nicht! schickt er sich nicht selber fort? dies ist meine zeit, mein wasser, faden, golden cup, mein mind

you, leer, steht’s zur verfügung, jetzt nicht mehr. bitte schön. ich esse nur orangen, runde flutschende organe, trinke nichts, solang es zeit

für nichts ist, ja so lang.

unterschrieben mit unstetem zug. leicht sind wir

zwischen simsen, schwarzen zähnen, und reißen

einander beim nacht sagen dächer aus dem mund.

oder heißt sie darum dämmerung, und nie genug:

wie jedes zagen der vokale einen spalt ins heimis

che treibt (schlag unter schwanz und zunge nach)

wie wir uns jagen durch die löcher (rachen öffnen

weit). jedes nisten, weiße wand, bleibt ein schiefes

bild. und wie es warm macht in diesem land, nach

der sonne, noch der stein. und ein zutraulicher laut

„poetik als diätik“ (aus dem Zyklus zu Anna O.)

uns in einer fremde auffasst, mit kurzem schnabel,

kleinen füßen – kaum geöffnet, schon verschluckt.

uljana

meine schÖnste

lenge

meine schöns

g e d i


wolf

vitch

te lengevitch

c h t e

dass unten schweres hinge, welten hielte, wege. wie anliegen, die engen stiefel.

Uljana Wolf, geboren 1979 in Berlin, lebt als Lyrikerin und Übersetzerin in Berlin und New York. Bei

kookbooks erschienen ihre Gedichtbände „kochanie ich habe brot gekauft“, 2005, „falsche freunde“,

2009 und – gemeinsam mit Christian Hawkey – die Sonett-Ausstreichungen „Sonne From Ort“, 2012.

Daneben veröffentlichte sie den Essay „BOX OFFICE“, Lyrikkabinett 2010, und zahlreiche Lyrikübersetzungen,

vor allem aus dem Englischen. Wolf war Mitherausgeberin des Jahrbuchs der Lyrik, S. Fischer

2009. Für ihre literarischen und übersetzerischen Arbeiten erhielt sie unter anderem den Peter-Huchel-

Preis 2006, den Dresdner Lyrikpreis 2006, den Austrian Cultural Forum Translation Prize, ein Stipendium

des Deutschen Literaturfonds 2008 und ein Stipendium der Villa Aurora in Los Angeles 2010.

Uljana Wolf bei kookbooks

kochanie ich habe brot gekauft Gedichte / Reihe Lyrik Band 5 / 72 Seiten, mit Illustrationen

auf Transparentpapier, Klappenbroschur 15,90 Euro [D] / 16,30 Euro [A] / 978-3-937445-16-8

falsche freunde Gedichte / Reihe Lyrik Band 15 / 88 Seiten, Klappenbroschur / 19,90 Euro [D] /

uljana wolf

meine

schönste

lengevitch

gedichte

20,50 Euro [A] / 978-3-937445-38-0

Christian Hawkey / Uljana Wolf SONNE fROM ORT Ausstreichungen / Erasures / englisch–deutsch,

nach den „Sonnets from the Portuguese“ von Elizabeth Barrett-Browning und den Übertragungen von

Rainer Maria Rilke / 96 Seiten / Reihe Lyrik Band 28 / Broschur mit Banderole / 19,90 Euro[D] /

20,50 Euro [A]/ 978-3-937445-53-3

Uljana Wolf

meine schönste lengevitch Gedichte

Reihe Lyrik Band 32 / ca. 80 Seiten, Broschur mit Umschlag-Poster /

ca. 19,90 Euro[D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-57-1 / Auslieferung: Mai 2013

„sist zappenduster im gedicht, welche sprache es wohl

spricht?“ – so dringt, aus dem Inneren einer nicht deklarierten

Verpackung, die Stimme des Sternmulls, der wie

viele Gedichte in Uljana Wolfs neuem Band Fragen nach

der wechselseitigen Abhängigkeit von ästhetischer

Produktion und herrschender Sprachpolitik aufwirft. Ob

mit Grimms vertauschtem Goldesel, „Gerüstniks“ oder

Germaricans als Dolmetschern, kolonisierenden Seefahrern,

übersetzenden Hysterikerinnen oder festgesetzten

Asylbewerber_innen im deutschen Wald – es werden

Grenzfälle besichtigt, „verholzene komplotts“, und Konzepte

wie Einwanderung oder die Schaffung nationaler

Sprachidentitäten hinterfragt. So graben diese Gedichte

an den Schnittstellen von Markt, Macht, Märchen und

Mehrsprachigkeit und bringen Transfervorgänge ins

Ruckeln – oder ruckelten die nicht immer schon, eher

Fiktion als Fundament? „diese sprache war mal firn, dann

feriendings, die leuchtet jeden heim. und wo soll das

sein: ‚schnurz‘.“ Uljana Wolf lotet die politischen Dimensionen

des Sprechens so schelmisch elegant und funkelnd

abwegig aus, so klangvoll und ohne jede Belehrung, dass

wir sie gerne auch im Wahlkampfjahr empfehlen.

© Foto: Timm Kölln


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Herbst 2013 Reihe Prosa

Gated. Man kann es nicht weit genug denken, was das eigentlich heißt.

© Sabine Scho und kookbooks danken der

vorbei nichts lieber tut, als den Fließräumen einer

globalen Gesellschaft hinterherzuschauen, die eher

sich als ihr natürliche Freiräume vorgaukeln muss.

Oder lauscht sie versteckten Lautsprechern?‘ (...)

Schos Gedichte sind darin auch von Anfang an

politisch, dass sie Macht- und Herrschaftsdiskurse

im Ensemble der Sprache, der instrumentellen,

vorgestanzten Rede und damit der vorgestanzten

Weltanschauungen, zitieren und zerlegen, geradezu

schreddern und ironisieren, verlachen, zugleich

ins Fragment zurückholen. Wenn das Erzählen,

jedenfalls ein gewisser Strang des Erzählens,

Übersicht zu schaffen verspricht, Kontrolle und

planvolle Exekution einer Idee, wenn es Herrschaft

und Geschlossenheit vermittelt, dann ist

das Gedicht – das nun doch auch geformt und

dessen Material geordnet ist – ein Ort für den

‚Vorrang des Objekts‘, wie Theodor Adorno es in

seiner ‚Ästhetischen Theorie‘ nannte, das sich Einstellende,

Überraschende der Objektwelt und der

Zeichen, der Formeln und Redeweisen, der Stimmen

und Eindrücke, der wimmelnden Bedeutungshaftigkeit

der Welt, die noch nicht zur Weltanschauung,

Meinung und Phrase geronnen ist.

Das Gedicht kann als antihierarchischer Ort der

Suspension von Herrschaft zugleich Bezüge deutlich machen, die das Geschichtliche

und Überkommene unserer Zeichenwelt und ihrer Formeln für einen Moment kenntlich

machen können, vielleicht so, wie die Dinge sich ja in gewisser Weise auch selbst

immer zeigen, ohne dass wir sie recht zu sehen vermögen. Und an dem eingesperrten

Tier wird abrupt deutlich, wie eingehegt wir selbst und unsere Weltwahrnehmung sind –

‚gated‘, wie Sabine Scho es in einem jüngst verfassten Eintrag nennt.“

sabine

„Das neue Projekt ‚Tiere in Architektur‘, dem Sabine

Scho eine eigene Website widmet, rückt unseren

Umgang ‚der eigenen mit der je anderen Art‘ in

den Mittelpunkt. ‚Künstlich‘, schreibt sie, ‚bauen wir

en détail wieder auf, was wir en gros zerstören‘,

wenn sie über zoologische Gärten nachdenkt,

deren Bedeutung sich von der Repräsentation

symbolischer Ordnung zu der von Sehnsuchtsorten

und eingehegten Paradiesgärten verschoben

hat, deren ‚Unterhaltungsarchitektur‘ die Theatralik

und Verfügbarkeit der Tiere und ihrer Sichtbarkeit

in den künstlichen Landschaften auf die Spitze

treibt. In der Abbildung und Einhegung, in der

Züchtung und Zurichtung, in der Berührung und

Tötung, im Jagen und in der Liebe zu den Tieren

geben wir uns selbst und unser Verhältnis zu dem

kreatürlich Anderen, das uns ähnlich ist und sich

doch fundamental von uns unterscheidet, in historisch

sich wandelnden Prägungen zu erkennen.

Tiere sind vertraute und doch rätselhafte Wesen,

Ausdruck einer überbordenden Experimentierlust

der Natur, die mitunter groteske Züge annimmt,

und haben in ihrer in hohem Maße instinktgesteuerten

und oft beschränkten Verhaltenspalette in

einer immer durchstrukturierten Welt, in die sie oft

nur noch als Erinnerung passen, manchmal etwas Komisches. Sabine Scho erinnert

daran, dass Menagerien von Anfang an etwas praktiziert haben, das man heute Globalisierung

nennt, und immer schon alles an Fauna versammelt haben, dessen man durch

Reisen und Gastgeschenke aus aller Welt habhaft werden konnte. Zugleich entwickelt

sich heute eine standardisierte Architektur zoologischer Gärten und Aquarien, die man

als ‚International Style‘ bezeichnen könnte. Das Tier ist zugleich Zentrum und Akzidens

dieser Architektur und wird gelegentlich zur komischen Figur: ‚Hat man die Kasse passiert,

wird Architektur kaschiert und Natur simuliert. Schaut auch die Giraffe im Zoo von

Santa Barbara von ihrem Gehege auf den Freeway. Fast möchte man glauben, der

angeborene Knick in ihrem Hals rührt nur daher, dass sie an ihrem künstlichen Felsen

Martin Hielscher (aus der Laudatio zur Verleihung

des Anke-Bennholdt-Thomsen-Preises an Sabine Scho,

in: Sprache im technischem Zeitalter Nr. 204)

Fotos: © Sabine Scho

tiere in ar

t e x t e un


scho

hielt ihm eine bewegende Grabrede und hat ihn Zeit seines Lebens und Schreibens

kritisch begleitet, ja, ihn sogar ein Genie genannt. Derselbe Hubert Winkels, der erst

gerade als Juryvorsitzender zum Preis der Leipziger Buchmesse bekannte: ‚Wenn wir

einen Lyrik-Band auszeichnen würden, würden viele lange Gesichter machen. Man

würde auch Schelte bekommen. Bei großen Preisen sollte man keinen exotischen Weg

gehen und nach Kleinverlagen mit avantgardistischer Lyrik suchen. Das wäre der

falsche Weg. Man adressiert sich an ein großes nationales, ja internationales Publikum.‘

(Ungeachtet dessen, dass selbst Nobelpreise an Lyriker und Lyrikerinnen gingen, erst

letztes Jahr noch.) Solche Literaturbetriebsgleichungen

sind es, die mich wütend machen,

„Habe ich auch manchmal schon vergeblich gehofft, ist ein Preis, für den ich mich

weder bewerben musste noch konnte, umso schöner, denn er zeigt vor allem eines,

man hat mich noch auf dem Radar, und das ist für eine Dichterin, die sich sonst herzlich

wenig Gedanken macht, wie das, was sie schreibt, wohl wirkt und ankommt, ein so

überraschendes wie besonderes Ereignis. […] Denn, auch wenn man sich Dichterinnen

und Dichter wünscht, die alles doch ganz aus eigenem Antrieb schaffen, ohne Stipendienzirkus

und Preisakrobatik, muss ich gestehen, der Weg nach Brasilien fiel mir auch

darum zunächst leicht, weil ich damals dachte, hier, also in Deutschland, wartet eh

chitektur

d fotos

Old Los Angeles Zoo (Ausschnitt)

und Preise wie der Anke-Bennholdt-Thomsen-

Preis, der den exotischen Weg über Brasilien zu

mir gefunden hat, machen mir Mut, stimmen mich

froh und optimistisch. Und wenn er nur ein Signal

wäre für die exotischen Wege, dann wäre schon

viel gewonnen. Denn nach sieben Jahren in São

Paulo ist zumindest eins mir bewusst: Exotische

Wege sollte man immer gehen, man sollte sie

nehmen, wenn sie sich einem bieten, und suchen,

wenn sie es nicht tun, und wenn man über raschend

hineingerät, sie letztlich begrüßen.“

Von allen guten Geistern macht sich immer nur einer zum Affen, und

einer fährt auf endlos langen Straßen, bis sie dann doch plötzlich

enden, nein, nicht plötzlich, ihr wusstet bereits beim Starten vom

Sturz, und dass man euch kriegt, dass einer sich stellt, dass einer

stirbt, das wusstet ihr auch. Ihr wollt nicht in den Zoo zurück.

Keine Sorge, man sperrt euch nicht weg, man weiß, ihr wisst genau,

ihr habt schon Pläne für ein schönes Gehege, weit draußen, innen

geräumig, für die Flucht einen Trail vor der Tür, ihr richtet euch ein,

zum Glück.

niemand mehr auf mich. Thomas Kling war gerade

verstorben, und ich sagte: Lass uns gehen, neue

Erfahrungen machen, raus aus der Aufmerksamkeitsarena

der Enttäuschungen. So habe ich vor

sieben Jahren gedacht. Zugegeben, ich hatte auch

überzogene Erwartungen an die Aufmerksamkeit

angesichts einer heute erst zwölfjährigen Publikationsgeschichte,

gepaart mit High Hopes, die

Thomas Kling mit seinem sagenhaften Zuspruch

wohl damals in mir weckte. Er fehlt mir in der Lyrik

bis heute. Menschen wie er fehlen mir, die nicht so

leicht einzuschüchtern sind, die einen untrüglichen

Blick für verlogene Sprachkonstruktionen haben,

ebenso wie für das historische Detail, und sich immer

ein Urteil leisten, das nicht nach dem fragt,

was man besser tut oder lässt. Hubert Winkels

Sabine Scho (aus der Dankrede zur Verleihung

des Anke-Bennholdt-Thomsen-Preises)

Über Gitter redet man nicht, man wohnt voll verglast und hat Sicht auf

den Pool, eine Hollywoodschaukel im Garten, die Sünden der Stadt

arretiert in Downtowns Kabinett, where JESUS SAVES als Erlöser

der Primaten – ein ‚soul-saving business’ im Stahlskelett.

On „the flip side of Paradise“ hat man aus Gottes Schulheft die

Blockschrift aufs Dach montiert, den Himmel liniert, präpariert für ein

Glaubenspensum vereinigter Jünger, United Artists, but don’t forget:

„There’s always a better Show at Loew’s State“:

„Tarzan the Ape Man tops Trader Horn for thrills.“

Das „Alphabet der Gesten“ noch nicht durchbuchstabiert, rutschen

die ersten Worte heraus: „Ich Tarzan, du Jane“!

Man weiß nicht recht, wo man hingehört. „Won’t you follow me down

to the Rose Parade?“ To the Old Los Angeles Zoo, where the

sleeping beauty waits? Where a mockingbird sings East of Eden?

sabine scho

tiere in architektur

texte und fotos

Sabine Scho, geboren 1970, lebt in Berlin und São Paulo. Zwei Gedichtbände

„Album“ (Erstveröffentlichung Europa Verlag 2001) und „farben“ bei kookbooks

2008, Umdichtung von Adelbert von Chamissos „Frauenliebe und -leben“, hochroth

Verlag 2010. Zuletzt wurde sie 2012 mit dem Anke-Bennholdt-Thomsen-

Preis der Schillerstiftung ausgezeichnet. Daneben erhielt sie unter anderem den

Leonce-und-Lena-Preis, Förderpreise für Literatur der GWK, des Landes NRW

und das Residenzstipendium der Villa Aurora, Los Angeles.

Sabine Scho bei kookbooks

Album Gedichte / Reihe Lyrik Band 10 / 64 Seiten, mehrere Fotoabbildungen,

Klappenbroschur / 15,90 Euro [D] / 16,30 Euro [A], 978-3-937445-29-8

farben Gedichte / Reihe Lyrik Band 12 / 80 Seiten, 18 farbige Abbildungen,

Fadenheftung, Schuber / 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-34-2

http://tiereinarchitektur.de/

Sabine Scho

Tiere in Architektur Texte und Fotos

Reihe Prosa Band 13 / ca. 128 Seiten, zahlreiche Abbildungen, Broschur mit

Umschlag-Poster / ca. 19,90 Euro [D] / 20,50 Euro [A] / 978-3-937445-58-8 /

Auslieferung: September 2013

© Foto: Timm Kölln


In den Jahren vor der Finanzkrise hat Ruth Netzer durch

den Verkauf westlicher Kunst an chinesische Kunden ein

beachtliches Kapital angehäuft, das sie nun in eine

Schönheitscreme, UNTITLED, investiert, die alle

Konkurrenzprodukte durch die seltene Eigenschaft

übertreffen soll, zu halten, was sie verspricht. Sie will

Wunschbilder anderer in etwas Wirkliches verwandeln.

Darum genügt es ihr nicht, eine Kosmetik zu entwickeln,

die nur auf physische Verbesserungen zielt, vielmehr soll

die Substanz auch in den unsichtbaren Regionen des

Ichs wirksam werden. Als sich ein nicht zu versöhnender

Streit mit ihrem Geschäftspartner Lu Dongbing über die

nötigen Zutaten entspinnt, und Ruth, um ihn zu irritieren,

lebende Bilder zu inszenieren beginnt, wehrt sich Lu

Dongbing mit klassisch-chinesischen Kriegslisten.

Mit „BEAUTY POLICE“ schließt Pierangelo Maset seine

Berlin-Trilogie bei kookbooks ab. Neben Ruth Netzer

begegnen darin auch die aus „Klangwesen“ und „Laura

oder die Tücken der Kunst“ vertrauten Laura Vermeer

und Eric Dert wieder. Ein Roman über unsere biopolitische

Gegenwart, ihre Netze aus Kunst, Kommerz und

Kontrollwahn und über das Terrorisierende im Wunsch

nach Verwirklichung.

Manchmal

sind mir

sinnlose

Verbrechen

eingefallen.

Pierangelo Maset, geboren 1954 in Kassel, lebt in Lüneburg.

Seit Ende der 70er Jahre Ausstellungen, Kurzgeschichten und

Performances. In den 80er Jahren Tonträgerveröffentlichungen

Es gibt keinen Ausweg aus dem Verbrauch, und die Dinge

lachen sich tot darüber. Und dann geht es los, ich kann

nichts dafür: Meine Schuhe vibrieren von einem Muhen,

eine Kuh fordert ihre Haut zurück, sie will das Leder

schrittweise wiederhaben. Dazu ist sie nur kurz in der

Lage, mein Blick bohrt ihr ein Vergessen ins Bild. Es kitzelt

etwas an den Füßen, lässt sich aber ertragen.

Gottseidank sind alle Ebenen auf natürliche Weise

getrennt, doch Spiegelungen lassen erahnen, dass in

allen Richtungen massenweise verrückt gewordene

Arten und Ehemalige begierig und ungeduldig auf ihren

großen Auftritt warten. Verfluchte Wanderseelen! Bisher

ist es meistens glimpflich ausgegangen, nur einmal

musste ich ein obszön sich aufweichendes, sich nach

und nach in alle Einzelteile auflösendes Automobil

beobachten. Gegen solche Fälle vermag ich nichts auszurichten,

dafür reicht mein Sehen nicht, es besteht

bloß aus der Summe dessen, was mich bisher umgab,

und seine Langsamkeit ist notorisch. Doch ich kann den

Gedanken nicht loswerden, dass wenigstens die Anorganischen

in den Bilderfallen bleiben sollten.

Paul ist ein kritischer Mensch, einer derjenigen, die ihre

Stimme am Denken schulen wollen, eine selten gewordene

Spezies. In Zeiten von THE BEAUTY POLICE sollt

ihr euch um eure Falten kümmern und Angst haben vor

dem, was in der Zukunft liegt, denn es wird immer euer

Alter sein. Ihr könnt zusehen bei eurem Zerfall, keine

Chance. Es gibt die tollsten Apparate, die all das aufnehmen,

ihr seht es in Überschärfe am Bildschirm, in

irgendeiner Casting-Show, ihr könnt es mit Grafikprogrammen

aufbrezeln, falls gewünscht. Die pure Vorbereitung

aufs Marketingleben, das Profil- und Exzellenzleben,

ein ununterbrochenes Bewerbungsleben,

das erbrochene Kontrollleben, ein komfortables Autound

Handyleben, ein beglaubigtes Vertrags- und Medizinleben

und vermutlich auch ein Pluto- und Saturnleben.

Schrei in den Hörer und melde dich mit einem tief empfundenen

Hallo, das dir das Trommelfell verdreht, denn

du bist mittendrin in diesem einen Leben, wenn du

etwas sagen kannst. Du bist dein eigener Berater, es

kommt auf dich an und auf dich zu, denn auch du bist

Europa, kannst Europa sein, ganz allein. Dein Gehirn,

dein Land, dein Reich komme. Lauf mit deinem Bauchladen

herum und bettele bei denen, die dir auf Plattformen

Arbeit und Zukunft versprechen, oder betreibe

etwas anderes, superb bewertet mit Triple-A, best-ofbest,

offensive Zeitnutzung im vorschriftsmäßig aufgeteilten

Universum, win-win. Feines Programm: der Zeit

bei ihrem Verstreichen zuzuschauen, sich beim Älterwerden

zu beobachten, generationenübergreifend und

dauerhaft eingerichtet. Keiner hört zu. Fuck.

pierangelo maset beauty police roman

pierangelo maset

beauty police

r o m a n

Pierangelo Maset bei kookbooks

Klangwesen Roman / Reihe Prosa Band 5 /

160 Seiten, Hardcover mit Schutzumschlag /

17,90 Euro [D] / 18,40 Euro [A] /

mit Dr. Misch – die erste deutschsprachige Rap-Schallplatte –,

Modern Entertainment, Kings of Crisis. Ende 2004 wurde das

Album „Fakten sind Terror“ seiner Band ExKurs, nach dessen

Wiederentdeckung in Clubs rund um die Welt, als CD beim Ham-

978-3-937445-15-1

Laura oder die Tücken der Kunst Roman /

Reihe Prosa Band 8 / 248 Seiten, Hardcover

burger Label NLW mit einigen Bonustracks wiederveröffentlicht.

Literarische Veröffentlichungen, Kurzfilme und Videos, darunter

mit Schutzumschlag / 19,90 Euro [D] /

20,50 Euro [A] / 978-3-937445-26-7

1995 „Hegel und die Skinnerbox“, 2010 der Essay „Geistessterben“.

Mitgründer des HYDE-Kartells in Berlin. Mitherausgeber

Pierangelo Maset

BEAUTy POLicE Roman

20

Reihe Prosa

von artMediation, Webzine für Kunstvermittlung. Zahlreiche

Fachpublikationen und Lehraufträge, seit 2001 an der Universität

Lüneburg. Nach „Klangwesen“, 2005, und „Laura oder die Tücken

der Kunst“, der zum Deutschen Buchpreis 2007 nominiert war,

beschließt Pierangelo Maset mit „BEAUTY POLICE“ seine erste

Romantrilogie.

Foto: © privat

Reihe Prosa Band 14 / ca. 220 Seiten, Hardcover

mit Umschlag-Poster / 19,90 Euro [D] /

20,50 Euro [A] / 978-3-937445-59-5 /

Auslieferung: Oktober 2013

Herbst 2013


21

Reihe Lyrik

chen. seid nicht bekümmert, ängstigt euch nicht, der kommenden dinge wegen. das geht

klar, das sage ich euch. und ich weiß nicht, ob ihr das schon gehört habt: gerettet ist gerettet!

wenn du aber verloren bist, dann bist du verloren (…) über rock‘n‘roll wusste ich schon

alles, als ihr noch in den windeln lagt. gut. aber wisst ihr auch bescheid über das ende aller

tage? ich frag ja nur. ich weiß, ihr kennt euch aus mit rock‘n‘roll, aber was wisst ihr vom

wenn ich jetzt von wagenblast berichte, wagenblast, du siehst ihn inmitten von allem,

wie er ausruht unter einer birke, im märkischen sand, ein glas most in der hand und

auf dem schoß die hl. schrift, dann kannst du ihn schon vor dir sehen. kannst du? hast

du ihn bereits erkannt? nein? wenn ich also weiter von wagenblast erzähle, seine handlungen

beschreibe, und wie es ihm zeitlebens gefiel, die skeptizistischen bewegungen

Herbst 2013

jüngsten gericht? (…) [„BULLSHIT!“] bullshit? [laute zwischenrufe] bullshit? kann es

sein, dass ein paar von euch da draußen den herrn gar nicht mögen? den herrn gar nicht

kennen? also was jetzt? nicht mögen oder nicht kennen? wie sieht es aus? [„IST MIR

DOCH SCHEISSEGAL!“] ist dir egal? egal??? (...) wie viele von euch da draußen sind

erlöst durch das blut des lamms? wie viele? ein paar ... (...) wie viele von euch sind noch

zu bündeln, persönliche frömmigkeit und erkenntnistheorie nicht gegeneinander auszuspielen,

sondern sie vielmehr zu versöhnen, wenn ich solches sprachlich vermittle,

oder kunde gebe von des grafen ungebahnten pfaden und wie er sie einschlug, um das

erahnte zu verbraten, wenn ich ihn aufbaue vor euch, den ganzen wagenblast aufbaue

vor euch, und erzähle, wie er erzählte – gewinnt ihr dann so langsam ein bild von ihm?

suchende? ich habe in der zeitung gelesen, dass the who in – ich glaube – vancouver gespielt

haben, gestern nacht, und pete townshend hat sich bei den fans entschuldigt: „wir

lassen euch nie wieder allein!“ hat er gesagt. [„ROCK‘N‘ROLL, MAN!“] – denkt doch

da mal einen moment drüber nach! es gibt nämlich einen, der lässt euch wirklich nie allein!

nur glaub ich nicht, dass das pete townshend ist. har, har! (...) als jesus nach jerusa-

(…)

ulf stolterfoht

lem kam, jubelten die menschen und machten sich daran, zweige von den bäumen zu

brechen. „heil, heil, der könig ist gekommen!“ aber wisst ihr: das sind dieselben leute,

die ihn kurz darauf gekreuzigt sehen wollten! (...) macht euch bereit – ihr werdet starken

glauben brauchen! sehr starken glauben werdet ihr brauchen (…) manche aber von

euch werden sich fragen: „wovon spricht der typ? das ergibt alles keinen sinn für mich.“

es gibt nur eine art zu glauben. nur eine art: die wahrheit und das licht. [„AMEN!“] ich

hab ganz schön lange gebraucht, um das zu kapieren. hoffentlich geht’s bei euch schneller!

denn jesus kehrt zurück, um in jerusalem sein reich aufzubauen – für tausend jahre.

ich weiß nicht, ob das neu ist für euch, aber ich weiß, dass ihr das nicht in den zeitungen

lesen könnt. trotzdem ist es die wahrheit, okay? okay! ihr müsst euch keine sorgen ma-

neu-jerusalem

g e d i c h t

hört ihr mir überhaupt zu?

hört mir hier überhaupt

noch jemand zu.

Ulf Stolterfoht

Neu-Jerusalem Gedicht

Reihe Lyrik Band 33 / ca. 128 Seiten, Broschur mit Umschlag-Poster / ca. 19,90 Euro [D] /

ulf stolterfoht

neu-jerusalem

gedicht

20,50 Euro [A] / 978-3-937445-60-1 / Auslieferung: Oktober 2013

http://ulfstolterfoht.wordpress.com/

Ulf Stolterfoht, geboren 1963 in Stuttgart, lebt als Lyriker und Übersetzer in Berlin. Seit

1998 erschienen vier des auf neun Bände angelegten Gedichtprojekts „fachsprachen“.

Zuletzt die Übersetzung von Gedichten Tom Raworth‘ „Logbuch“, Wunderhorn 2011, sowie

die Buchfassung des Hörspiels „Das deutsche Dichterabzeichen“, Reinecke & Voß 2012.

Peter-Huchel-Preis 2008 für „holzrauch über heslach“. Stolterfoht unterrichtete Lyrik in

Leipzig, Wien, Biel und Hildesheim, im Internet betreibt er das System BRUETERICH

und die KLEINE AXT – Nachrichten aus dem Widerstand. Er ist Knappe der Lyrikknappschaft

Schöneberg und Mitglied des ProgRock-Kollektivs DAS WEIBCHEN.

© Foto: Ayse Yavas


22

© Foto: Tabea Xenia Magyar

NACHRICHTEN VOM SCHREIBTISCH

ausblick

Wortwuchs, „40 % Paradies. Gedichte der Lyrikgruppe G13“, luxbooks 2012,

„Anthologie zum 100. Todestag von Georg Heym“, Lyrik-edition 2000 2012,

„20. Open Mike“, Allitera 2012. http://rikescheffler.tumblr.com/

friederike Scheffler, geboren 1985 in Berlin, wo sie auch lebt. Mitglied der

Lyrikgruppe G13, die sie 2009 mitgründete. 2012 Finalistin beim 20. Open

Mike. Veröffentlichungen in Zeitschriften und Anthologien, zuletzt Belletristik,

friederike

geschenkt,

aus


scheffler

madame

z u g

ok, du kamst mir grade recht. als epizentrum,

hindernis. seitdem trage ich tage in mir,

erbarmungslos, so ohne bruch. die zweite,

weiche zahnbürste. körperschwäche, flächenbrand.

mir wird schon wieder schwindelig. die orte hier

verändern sich, schieb bitte kurz ein knie dazwischen,

die aussicht ist jetzt voll egal. pathosproblem.

daumenkuppen. die finger weg vom zns. denn ja,

das ist mein rückgrat, madame. kennste doch,

es frisst sich fest. die menschen, die mich da

berühren, umrisspunkte, komma, strich.

habe die handlungen wieder verkauft.

du kannst sie rund um den erdball bestellen,

die augäpfel sind lang gepflückt. samt schale,

hab ich mitgegessen. ich komm nicht zurück.

die erntekisten stehen beim bett, guck nach,

wenn du willst, liegt alles drin. gestapelt

im zimmer. dazwischen, als ich fast schlief,

maß deine hand mir den abstand

vom schlüsselbein rauf bis zum kinn.

wenn der regen nachlässt, rücken die gegenstände

auf ihren platz. bloßer abdruck von wasser macht

mich verwegen. ein schutzfilm, geb dein alter

als meins an. wünschte, ich könnt deine blutgruppe sein.

oder in deinem körper zellen teilen, verknüpfen.

beim atmen stören konventionen, in rippen geimpfte

wochentage, die schweigend zwischen stühlen stehen.

nicht wissen, wohin. zu viel schneid

zum verhalten, ein radio, das warnt.

magst du die birnen, die ich dir mitgeb,

madame, mir ist immer so schmächtig im kopf.

und früchte halten uns trotzdem gesund.

die wünsche auf abstand. es gruselt mich,

wenn die vögel mitsingen, und du nichts mehr isst.

tragetaschen auf der lehne vor mir, ich falte servietten,

ordne uns stühle, nur fürs gefühl. wenn du zuhörst,

üb ich mein husten, es ist schon viel besser, ein glück.

du spielst für uns auf, auf dem silbernen kasten,

ziehst die töne, nutzt bloß das eine fußpedal.


UNSER PROGRAMM

LYRIK

PROSA

KUNSTBUCH

KINDERBUCH

ESSAY

NONBOOKS

kookbooks

Daniela Seel

Horstweg 34 14059 Berlin

Tel/Fax 0049 (030) 40 05 39 74

Mobil 0049 (0172) 614 32 32

daniela.seel@kookbooks.de

www.kookbooks.de

Gestaltung : Andreas Töpfer / toepferschumann.de

978-3-937445- Euro[D] Euro[A]

00-7* Daniel Falb die räumung dieser parks Gedichte 13,80 14,20

03-8 Steffen Popp Wie Alpen Gedichte 13,80 14,20

04-5 Ron Winkler vereinzelt Passanten Gedichte 15,90 16,30

14-4* Gerhard Falkner Gegensprechstadt – ground zero Gedicht & CD Music by David Moss 24,80 25,50

16-8 Uljana Wolf kochanie ich habe brot gekauft Gedichte 15,90 16,30

18-2 Hendrik Jackson Dunkelströme Gedichte 14,40 14,80

22-9 Tom Schulz Vergeuden, den Tag Gedichte 14,90 15,30

23-6 Monika Rinck zum fernbleiben der umarmung Gedichte 14,90 15,30

27-4 Christian Schloyer spiel • ur • meere Gedichte 15,90 16,30

29-8 Sabine Scho Album Gedichte 15,90 16,30

30-4 Christian Hawkey Reisen in Ziegen geschwindigkeit Gedichte 22,90 23,50

34-2 Sabine Scho farben Gedichte 19,90 20,50

35-9 Steffen Popp Kolonie Zur Sonne Gedichte 19,90 20,50

37-3 Monika Rinck Helle Verwirrung & Rincks Ding- und Tierleben Gedichte & Zeichnungen 24,90 25,60

38-0 Uljana Wolf falsche freunde Gedichte 19,90 20,50

39-7 Daniel Falb BANcOR Gedichte 19,90 20,50

41-0 Martina Hefter Nach den Diskotheken Gedichte 19,90 20,50

42-7 Matthea Harvey Du kennst das auch Gedichte 19,90 20,50

43-4 Alexej Parschtschikow Erdöl Gedichte 19,90 20,50

44-1 Alexander Gumz ausrücken mit modellen Gedichte 19,90 20,50

45-8 Mathias Traxler you’re welcome Texte 19,90 20,50

46-5 Daniela Seel ich kann diese stelle nicht wiederfinden Gedichte 17,90 18,40

47-2 Michael Palmer Gegenschein Gedichte 19,90 20,50

49-6 Monika Rinck Honigprotokolle Gedichte 19,90 20,50

50-2 Dagmara Kraus kummerang Gedichte 19,90 20,50

51-9 Gerhard Falkner Pergamon Poems Gedichte+DVD 19,90 20,50

52-6 Hendrik Jackson im Licht der Prophezeiungen Gedichte 19,90 20,50

53-3 Christian Hawkey/Uljana Wolf SONNE fROM ORT Ausstreichungen/Faksimiles 19,90 20,50

54-0 Steffen Popp Dickicht mit Reden und Augen Gedichte 19,90 20,50

55-7 Martina Hefter Vom Gehen und Stehen. Ein Handbuch Gedichte 19,90 20,50

56-4 Tristan Marquardt das amortisiert sich nicht Gedichte 19,90 20,50

57-1 Uljana Wolf meine schönste lengevitch Gedichte 19,90 20,50

60-1 Ulf Stolterfoht Neu-Jerusalem Gedicht 19,90 20,50

01-4 Jan Böttcher Lina oder: Das kalte Moor Erzählung 14,40 14,80

09-0 Jan Brandt Doppelpass. Geschichten aus dem geteilten fußballdeutschland Anthologie 10,00 UVP

10-6 Silke Andrea Schuemmer Remas Haus Roman 7,90 UVP

13-7 Michael Stavaric Europa. Eine Litanei 19,90 20,50

15-1 Pierangelo Maset Klangwesen Roman 17,90 18,40

17-5 Steffen Popp Ohrenberg oder der Weg dorthin Roman 17,90 18,40

19-9 Johannes Jansen Bollwerk Vermutungen 16,90 17,40

26-7 Pierangelo Maset Laura oder die Tücken der Kunst Roman 19,90 20,50

05-2 Johannes Jansen im keinland ist schönerland stumm Texte aus der DDR 1983–1989 22,90 23,50

28-1 Michael Stavaric Nkaah. Experimente am lebenden Objekt 18,90 19,50

33-5 Tuuve Aro Karmiina K.: „ich bin okay.“ Roman 19,90 20,50

40-3 Annika Scheffel Ben Roman 19,90 20,50

58-8 Sabine Scho Tiere in Architektur Texte und Fotos 19,90 20,50

59-5 Pierangelo Maset Beauty Police Roman 19,90 20,50

02-1 Johannes Jansen Liebling, mach Lack! Faksimiles 25,00 UVP

06-9 Jakob Dobers/Rainer Leupold falsche Russen im Buch Geschichten 10,00 UVP

07-6 Heide Henschel/Thomas Mohnike Luise und das lang weiligste Buch der Welt 12,80 13,20

21-2 Michael Stavaric/Renate Habinger Gaggalagu 14,90 15,30

25-0 Andreas Töpfer/Samara Chadwick Durch dick und dünn / Through thick and thin 14,90 15,30

31-1 Melanie Laibl/Dorothee Schwab Ein Waldwicht fliegt in den Oman 19,90 20,50

48-9 Taubert/Tchemberdji/ Rinck/Jirka/Töpfer ich bin der Wind Geschwinde Lieder für Kinder 19,90 20,50

12-0 Thomas Kraft Schwarz auf weiß Eine Werbeschrift 7,90 UVP

20-5 Monika Rinck Ah, das Love-Ding! Ein Essay 18,90 19,50

24-3 Hendrik Jackson im innern der zer brechenden Schale Poetik und Pastichen 17,90 18,40

36-6 Kleilein/Kokkelkorn/Pagels/Stanbenow Tuned city. Zwischen Klang- und Raumspekulation. Reader 25,00 25,70

08-3 Jan Böttcher Der Krepierer Erzählung, gelesen vom Autor 9,95 10,30

Oliver Fabel Krippe 11-teilig Multiple Nr. 4 24,90 24,90

Tragetasche Sterntaler Tragetasche Katzenziegen 4,50 4,50

Rucksack-Tragetasche Tannenbaum-yeti 6,00 6,00

32-8 Plakat Laibl/Schwab Mit dem Waldwicht um die Welt 7,50 7,50

Volker Reiche Mäzenatengabe »Poesie als Lebensform«

Plakat Poesie als Lebensform »Blutbahn« (A1), Plakat Poesie als Lebensfrom »fisch« (A2 lang)

500,00 500,00

( * zur Zeit vergriffen)

Auslieferung D

GVA Göttingen

Anna-Vandenhoeck-Ring 36

37081 Göttingen

Tel 0049 (05 51) 48 71 77

Fax 0049 (05 51) 4 13 92

frester@gva-verlage.de

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1230 Wien

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