Stundenverlauf - Lehrer bei School-Scout

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Stundenverlauf - Lehrer bei School-Scout

Impressum

Verlag: CARE-LINE Verlag GmbH, 82061 Neuried

Autorin: Karin Schneider

Illustrationen: Karin Schneider

Redaktion: Heidemarie Ruthmann

Satz & Gestaltung: Daniel Förster

© 2000, CARE-LINE Verlag GmbH, 82061 Neuried

Weitere Informationen:

www.care-line.de

Für die als Arbeitsblatt gekennzeichneten Seiten räumt der Verlag ein

Vervielfältigungsrecht durch Fotokopien und Thermokopien ein – ausdrücklich

aber nur für den jeweiligen Unterrichtsgebrauch.


Einführung

Vorwort

Kapitel 1

WARUM KANN ICH NICHT LERNEN, WENN ICH SOLL?

• Erkennen von Störungen

• Lösungsmöglichkeiten

Stundenverlauf

• Konzentrationsprüfliste

• „Meine Mitte finden“ – eine Ruheübung

• „Der Kissenbösling“ – eine Entladungsübung

Kapitel 2

TIPPS UND TRICKS FÜR DIE HAUSAUFGABEN UND DAS LERNEN

• „Bitte nicht stören!“ – Türschild

Stundenverlauf

• Hausaufgaben – Hitparade

• Bastelanleitung für den „Kraftometer“

• Meine Tricks gegen das Schlapp-sein

• Mandala

• Verschiedene Konzentrationsspiele

Kapitel 3

LERNEN MIT ALLEN SINNEN

Stundenverlauf

• 1. Sehen

• 2. Hören

• 3. Riechen/Schmecken

• 4. Fühlen/Tasten

• Stationenkarten/Arbeitsblattbausteine

zum Kopieren (und Laminieren)

Kapitel 4

LERNEN – ABER RICHTIG!

Literaturtipps

Inhaltsverzeichnis


Liebe Eltern und Schüler, liebe Lehrer!

„Komm, setz’ dich hin und lerne tüchtig, dann klappt es in der nächsten Schularbeit besser!“

Dieser wohlmeinende Rat bekommt oftmals nur hilfloses Schulterzucken, ungläubiges Seufzen

oder Sätze wie „Hat doch keinen Sinn, ich merke mir doch sowieso nichts!“ zur Antwort.

Konzentrationsschwierigkeiten, Unlust, Überforderung und Ausdauerprobleme erschweren

Kindern das effektive Lernen. Schlechte Noten, Enttäuschung und Frustration bei Schülern und

Eltern sind die Folge. Durch gezielte Übungen, ein wenig Konzentrationstraining und mit hilfreichen

Tricks können diese Schwierigkeiten effektiv und mit Spaß behoben werden.

Erfahren Sie und Ihr Kind zusammen mit Luise, einem verträumten Mädchen, wie leicht es ist,

das Lernen zu lernen:

Durch

→ gezielte Übungen für Gedächtnis und Konzentration

→ Überlegungen rund um die Organisation des Arbeitsplatzes

→ Sensibilisierung der Sinne

→ Entwicklung einer Lernstrategie

entsteht eine wichtige Grundlage für eine gelungene schulische Zukunft Ihres Kindes, nämlich die

→ Steigerung der eigenen Lern- und Leistungsbereitschaft

→ Fähigkeit, Lerninhalte zu überblicken und zu organisieren

→ Prüfungsangst durch Souveränität zu beseitigen.

Nicht zuletzt wird Ihr Kind durch die so erzielten Erfolge die Freude am Lernen wieder finden

und sie sich auch an weiterführenden Schulen erhalten können.

Die einzelnen Kapitel sind so angelegt, dass sie auch in der Schule verwendet und umgesetzt

werden können. Gerade am Schuljahresanfang können Sie Ihren Schülern so wichtige Hinweise

und praktische Hilfen zum Lernen und zur Förderung der Konzentration an die Hand geben.

Viel Spaß und Erfolg wünscht Ihnen und den Kindern

Karin Schneider

3


Lernen lernen

4

Vorwort

Auf Grund der zunehmenden Fülle und Vielfalt neuer Informationen und dem damit verbundenem

schnellen Veralten von Wissen sowie anderen gesellschaftlichen und wissenschaftlichen

Entwicklungen zeigt sich bereits für die Grundschule die Notwendigkeit, Methodenkompetenz

anzubahnen. Diese umfasst Kenntnisse, Einstellungen und Handlungsstrategien. Das eigene

Lernen der Schüler soll immer wieder zum Gegenstand des Unterrichts gemacht werden und

zur Anwendung kommen. Dazu werden Primärstrategien (z.B. Techniken und Methoden der

Organisation, der Beschaffung und Aufnahme, der Verarbeitung und Speicherung, der Weitergabe

und Anwendung von Informationen) sowie Stützstrategien (z.B. Techniken zur Motivation

und zur Konzentration bzw. Entspannung) angeboten. Das ermöglicht den Grundschülern eigene

Lernstrategien zu entwickeln und zu verbessern.

Dabei erfahren die Kinder, dass die Anstrengungen und Mühen des Lernens Freude machen

können. Ein wichtiges Ziel ist es, bei ihnen allmählich eine Bereitschaft für ein lebenslanges

Lernen anzubahnen.

Lernen

Bildung und Persönlichkeitsentwicklung vollziehen sich durch Lernen. Dem heutigen

Verständnis von Lernen zufolge spielt bei allen Lernprozessen die Eigenaktivität des Schülers

eine entscheidende Rolle. Die Art und Weise, wie sich der Schüler mit dem Lerngegenstand

auseinander setzt, ob im Gespräch mit Lehrer oder Mitschüler, im handelnden Umgang oder

durch eigenes Nachdenken, wird wesentlich bestimmt von den didaktischen Schwerpunkten,

die der Formulierung der Lernziele des Lehrplans zugrunde liegen.

Positive Lernerfahrungen und Erfolgserlebnisse helfen, die natürliche Neugier der Kinder zu

erhalten und eine beständige Lernmotivation aufzubauen. Systematisches Lernen wird durch

gebundenes und zweckfreies Spielen ergänzt. Anerkennung und Ermutigung durch Lehrer und

Eltern fördern die Zufriedenheit mit dem eigenem Können und schaffen so einen angstfreien

Zugang zu neuen Lernprozessen und zu kreativem Erproben eigener Lösungswege. Solide gefestigte

Unterrichtsergebnisse bilden eine tragfähige Grundlage für späteres Lernen.

Aufgrund ihrer Lernerfahrungen gelangen die Schüler allmählich zu einer realistischen

Selbsteinschätzung. Notwendig und hilfreich sind dabei klare Anforderungen und durchschaubare

Bewertungsmaßstäbe. Die Erkenntnis, dass Lernerfolge durch Mühen und Anstrengung

erreicht werden, bildet eine Grundlage für Selbstverantwortlichkeit und weitere Anstrengungsbereitschaft.

Ziel ist dabei auch, dass die Schüler nach und nach über vielfältige Möglichkeiten

verfügen, selbstständig zu lernen. Die konkrete Erfahrung, dass Lernen für die eigene Person

sinnvoll und bedeutsam ist, vermag die Bereitschaft zu lebenslangem Lernen anbahnen.


1. Kapitel

»Warum kann ich nicht lernen, wenn ich soll?«

In diesem Kapitel wird Luise dieser Frage auf den Grund gehen:

→ Sie erkennt Faktoren, die sich störend auf das Lernen auswirken.

→ Sie lernt dazu verschiedene Lösungsansätze kennen.

→ Sie wendet verschiedene Übungen zur Ruhefindung und zur Konzentration an.

Viele Bedingungen schränken die Lern- und Konzentrationsfähigkeit erheblich ein, ohne dass

man sich darüber bewusst ist. Musik aus dem Radio, angeschaltete Fernseher, reger „Verkehr“

am Lernort (spielende Geschwister, „Tür-auf-Tür-zu“, etc.) und nicht zuletzt der oftmals mit

Spielzeug oder Comic-Heften belegte Arbeitsplatz des Schülers erschweren das Lernen.

Damit Ihr Kind für geeignete Lernsituationen sensibilisiert wird und Störungen selber erkennen

kann, prüfen Sie zusammen mit Ihrem Kind die Punkte auf der „Konzentrationsprüfliste“ – der

„KPL“. Finden Sie vielleicht noch weitere Störfaktoren? Tragen Sie sie in die Liste ein!

Vor jeder Hausaufgabe und jedem Lernen legt Ihr Kind sich diese Liste vor und prüft selbständig

alle Punkte der „KPL“. Bald wird es diese Liste „im Kopf“ haben und den ersten Schritt zum Lernen

lernen gegangen sein!

Bitte achten Sie auch auf folgende Punkte:

→ Der Arbeitsplatz Ihres Kindes soll sehr

hell und ausreichend beleuchtet sein.

→ Prüfen Sie, ob die Arbeitsmöbel die

richtige Höhe haben: Die untere Tischkante

muss die Gesäßmitte, die Vorderkante

der Sitzfläche muss das Bein 3–4

cm über dem Knie berühren (siehe Abbildung

rechts).

→ Lüften Sie das Zimmer, in dem Ihr Kind

arbeitet, ausreichend.

→ Die Raumtemperatur sollte 20 Grad nicht

übersteigen.

Kinder lernen leichter mit „Ritualen“: Die Minuten vor den Hausaufgaben oder dem Lernen sollten

– wenn möglich – immer gleich gestaltet werden: ein Glas Saft einschenken und trinken, immer

das Schreibtischlicht anschalten, etc.

Die Übungen am Schluss dieses Kapitels sind einfach durchzuführen und brauchen kaum

Material. Probieren Sie sie zusammen mit Ihrem Kind aus!

5


6

Stundenverlauf

Arbeitsform Inhalt und Ablauf Material

Einstieg Bild „Unkonzentrierte Luise“ Bild „Unkonzentrierte

Schüler → soll lernen, kann nicht … träumt … Luise“

Gespräch Von was träumst du am Schreibisch, in der Schule?

Geht es dir auch manchmal so? Zuhause? In der Schule?

Einzelarbeit Male es / Schreibe es in Luises Bild Bild zum Ausfüllen

der Schüler Schüler stellen vor, hängen es zu Luise Tesa

Zielangabe WARUM KANN ICH NICHT LERNEN, WENN ICH SOLL?

Erarbeitung 1. Teilziel: Was lenkt mich zuhause ab?

Lehrerimpuls/ Denke dich an deinen Schreibtisch zuhause.

Arbeitsauftrag Was stört dich besonders wenn du lernst? (ganz konkret:

Bruder schreit, Musik, Hunger, müde nach Training …)

Einzelarbeit Schreibe es auf die Kärtchen! Kleine Wortkärtchen

der Schüler

Gespräch Schüler heften ihre Karten erklärend an Tafel, versuchen

Sicherung dabei ähnliche Störungen zusammenzuhängen

Kinder wiederholen die häufigsten Störfaktoren beim

Lernen

2. Teilziel: Wie kann ich in Ruhe lernen?

Gespräch Herausgreifen der häufigsten Punkte, Lösungsvorschläge Arbeitsblatt „KPL“

in das Arbeitsblatt eintragen

Vertiefung Rollenspiel: Selber für Ruhe sorgen!

Abschluss Was aber, wenn wir best. Dinge nicht ändern können und

trotzdem lernen müssen / Hausaufgaben machen müssen?

Meditative Dann müssen wir uns helfen! Vorschläge …

Übung Meditation: „Meine Mitte finden“

„Der Kissenbösling“


Tafelbild

Luise zum Ausfüllen

Unkonzentrierte Luise

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Name: Klasse: Datum:

Ruhe bitte!

❍ Musik aus?

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Meine persönliche Konzentrations-Prüf-Liste

❍ Fernseher aus?

❍ Radio aus?

Bitte nicht stören!

❍ Türe zu?




Ordnung bitte!

❍ Spielzeug weg!

❍ Süsses weg!

❍ Stifte spitzen!

❍ Hausaufgaben raus!


»Meine Mitte finden« – eine Ruheübung

Sinn dieser Übung ist, sich selbst zu spüren und sich zu konZENTRIEREN. Dazu wird im Laufe

der Übung eine Hand auf den Nabel und die andere Hand nach hinten auf den Rücken gelegt.

Damit es zu keiner Verspannung kommt, sollten sich während der Übung die Hände abwechseln.

Das Wichtigste bei einer meditativen Übung ist, sich Zeit zu nehmen. Auch muss man das

Ruhig-werden üben. Hierzu einige Tipps:

→ Wenn diese Übung nicht das erste Mal klappt, macht das nichts!

Versuchen Sie es mit Ihrem Kind am nächsten Tag noch einmal.

Die Ruhe wird sich von selbst einstellen.

→ Unterdrücken Sie Kichern oder Lachen nicht, auch das ist Entspannung!

→ Legen Sie eine ruhige Musik, möglichst ohne Gesang, ein.

→ Nach der meditativen Übung sollte noch ein wenig Zeit zum „Ausklingen“

bleiben.

Zu Beginn der Übung setzen Sie sich bequem auf einen Stuhl oder ein großes Kissen. Achten Sie

darauf, dass die Kleidung nicht einzwängt und Sie und Ihr Kind frei atmen können.

Sie können dazu folgende

Sätze sprechen:

»Du wirst nun ganz ruhig

und machst die Augen zu.

Nichts kann dir passieren.

Du bist sicher.«

»Lege deine Hand auf

deinen Nabel.

Spüre, wie die Wärme

deines Körpers und deiner

Hand sich begegnen.«

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