Mein Gesundes Magazin 01 2010 - Arbeitskreis Gesundheit eV

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Mein Gesundes Magazin 01 2010 - Arbeitskreis Gesundheit eV

Quelle: fotolia

MEIN GESUNDES

1 MAGAZIN

2010

Aktuelle medizinische Informationen für Patienten Herausgeber: Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Verschleißerkrankungen

Mit Rehabilitation zur neuen Beweglichkeit

Wenn der Rücken schmerzt

Im Interview

Prof. Dr. Johannes

Zeichen, Minden

Reha Recht

Wunsch- und Wahlrecht

Persönliches Budget

MGM Preisrätsel

GEWINNEN SIE: Gesundheits-

Wochenende im Harz


EDITORIAL

Bleiben

Sie in

Bewegung

Quelle: fotolia

No sports: War es Ironie, die ein berühmtes, oft missbrauchtes Zitat

hervorgebracht hat? Auf die Frage eines Journalisten, wie er

denn so alt geworden ist, soll Winston Churchill geantwortet haben:

„no sports“ (keine Bewegung). Dieses Winston Churchill zugeschriebene

Zitat ist falsch, mindestens aber gründlich missverstanden

worden. Falsch, weil diese Äußerung Churchills gar nicht

gesichert ist. Missverstanden, weil Churchill kein Sportmuffel war.

Er war in seiner Jugend ein erfolgreicher Schwimmer und Polospieler

und bis ins hohe Alter als Querfeldeinreiter sportlich aktiv.

Der Mensch bewegt sich. Durch Krankheit, Unfälle oder einfach mit

zunehmenden Alter werden wir in unserer Bewegung so weit eingeschränkt,

dass der Betroffene medizinische Hilfe braucht.

Unser neues Mein Gesundes Magazin setzt sich mit den wichtigsten

Fragen auseinander, wenn es mit der Bewegung nicht

mehr rund läuft. Rehabilitation leistet einen unverzichtbaren Beitrag

auf Ihrem Weg zu neuer Mobilität. Rehabilitation bringt Sie nach

der Operation wieder in Schwung oder vermeidet sogar den

Schnitt des Chirurgen.

Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie Ihnen Bewegung hilft, wieder in

Schwung zu kommen und dass Sie auch mit einem künstlichen

Gelenk nicht auf Sport verzichten müssen. Erfahren Sie mehr zu

vielen weiteren spannenden medizinischen Themen rund um die

Bewegung.

MGM Seite 3

Wir wünschen

viel Freude beim Lesen!


TITELTHEMA

Wenn der Rücken schmerzt

Fast jeder kennt dieses Ziehen

und Zerren im Rücken und den

Gelenken. Doch die Ursachen sind

sehr oft verschieden. Betroffene

benötigen daher auch unterschiedliche

therpeutische Maßnahmen:

6 Kreuzschmerzen:

Bloß nicht ins Bett!

7 Wann zum Arzt?

Wann

8 Begreifen was uns bewegt

GUT INFORMIERT

Medizin im Alltag

Gesund werden geht nach der

Entlassung aus der Klinik weiter –

Hintergrundinformationen,

die nutzen:

9 Rheuma lastet schwer

INHALT

MEIN GESUNDES MAGAZIN

1/2010

6 10

9 Risiko für künstliches Knie- und

Hüftgelenk testen

10 Sportlich aktiv nach Gelenkersatz

10 Muskel- und Skeletterkrankungen

häufigste Ursache für Schmerzen

11 Unsicherer Tritt nach Knöchelverstauchung

- was tun?

ZUSAMMENGEFASST

12 LocomuTUM: Viel Forschungskompetenz

für Muskelund

Skeletterkrankungen

12 Wie haltbar sind künstliche

Hüftgelenke?

13 Forscher entschlüsseln Entstehung

der Osteoporose

MGM Seite 4

13

13 Fahrradhelm nicht als Pflicht

13 Info: Osteoporose – Die Ursachen

und Risikofaktoren

14 Keine Dauermedikation für Kinder

mit Arthritis

14 Übergewicht und Arthrose?

Bewegung hilft!

14 Repariert der Körper Knorpelschäden

bei Arthrose selbst?

DIALOG

15 Schreiben Sie uns!

Teilnahmekarten für unser

Preisrätsel und Vordrucke für die

Anforderung von Info-Material

INTERVIEW

17 Prof. Dr. Johannes Zeichen im

Gespräch: Orthopädische Patienten

brauchen Rehabilitation


REHA

Wieder fit werden

Nach der Krankheit zurück ins

normale Leben – Reha hilft:

18 Gedanken steuern künstliche Hand

19 Verhaltenstherapie hilft

bei Rückenschmerz

20 Neuer Schub für Frühförderung

20 Roboter helfen wieder Gehen

zu lernen

21 Intelligente Krücke warnt vor

Fehlbelastung

21 Schadet Früh-Reha nach

Bandscheiben-Operation im

Lendenbereich?

12

22 Unfallopfer brauchen lange

Unterstützung

22 Musiktherapie für schwer

Hirnverletzte

23 Welche Reha bei Muskel- und

Skeletterkrankungen?

23 Berufliche Reha auch in

Zukunft wichtig

24 Reha Recht:

Wunsch- und Wahlrecht

25 Reha Recht: Persönliches Budget

26 Was ist Rehabilitation?

27 Rückenschmerzpatienten

schlecht versorgt

29 Osteoporose: Schuld sind nicht

allein die Wechseljahre

MGM Seite 5

14

21

19

28

REISE

28 Zwischen Himmel und Hölle

GEWINNEN

29 Preisrätsel: Ein Gesundheits-

Wochenende für zwei gewinnen

29 Reha Region: Reha- und

Vorsorgekliniken im Harz und den

angrenzenden Regionen

AUSBLICKE

30 Was kommt?

Freuen Sie sich schon jetzt auf die

nächste Ausgabe. Dann befasst

sich Mein Gesundes Magazin

mit dem Thema Rehabilitation und

Vorsorge von Kindern und Jugendlichen

30 Impressum


Kreuzschmerzen:

Bloß nicht ins Bett!

„Als meine Ärztin sagte, ich sollte mich jetzt

ja nicht einfach nur ins Bett legen, sondern

sogar bewusst mehr bewegen, dachte ich

zuerst, sie nimmt mich nicht ernst“, erinnert

sich Anja Bergmüller, 42, an ihren Besuch

bei der Hausärztin. Zur Praxis hatte sie sich

leicht gebeugt mit gerade noch auszuhaltenden

Schmerzen im Rücken, in der Mitte,

knapp über der Hüfte, geschleppt. Die

Schmerzen waren wie ein Blitz nach einer

ganz alltäglichen Bewegung in den Rü-

TITELTHEMA

Rückenschmerzen kennt fast jeder. Die besten Chancen auf schnelle Erholung

haben Betroffene, die ganz normal weiterleben. Diese Erkenntnis

geben viele Ärzte an ihre Patienten weiter – wenn auch noch nicht alle.

Tätigkeiten bei Hausunfällen

(Quelle: BAuA)

Verletzungsarten nach Hausunfällen

(Quelle: BAuA)

cken geschossen – beim nach

vorne Beugen zum Einräumen

der Waschmaschine.

Erst als die Hausärztin ihr genauer

erklärte, warum Bewegung

mehr bringt als Bettruhe und sie

ihr Tabletten gegen die Schmerzen

verschrieb, beruhigte sich Anja

Bergmüller wieder. Vier Wochen

später hatte sie die Schmerzen

fast vergessen.

Was die Hausärztin ihrer Patientin

empfohlen hat, entspricht dem

heutigen wissenschaftlichen

Stand. Nachlesen kann das jeder,

zum Beispiel in den Behandlungsleitlinien

zum Rückenschmerz.

Die neuen wissenschaftlichen

Erkenntnisse setzen sich nach

und nach durch, so dass die so genannten

passiven Therapiemaßnahmen wie Bettruhe,

Spritzen und Wärme- oder Kälteanwendungen

immer weiter in den Hintergrund

treten.

Aber auch die Betroffenen selbst haben subjektiv

meist den Eindruck , Ruhe helfe ihnen

am besten gegen ihre Schmerzen, wie eine

von Wissenschaftlern der Universität Heidelberg

durchgeführte Befragung von 630

Patienten mit Rückenschmerzen zeigt. Ihre

Erwartungshaltung und der Wunsch, ernst

genommen zu werden, können dazu führen,

dass Ärzte die Leitlinienempfehlungen vernachlässigen

– einfach weil sie den Patientenwünschen

nachkommen wollen.

Dass Therapien, die ohne Bewegung auskommen,

den Schmerz in Wirklichkeit meist

nicht lindern, war bei den Studienteilnehmern

nach sechs Monaten zu sehen: Nur

jedem Dritten nutzte eine Behandlung ohne

Bewegung. Bei über der Hälfte der Patienten

hatte sich an den Beschwerden überhaupt

nichts geändert, ein Drittel der Patienten

hatte mehr Probleme als zuvor.

Meist schnelle Heilung

Wenige Erkrankungen verdienen die Bezeichnung

Volkskrankheit so sehr wie der

Rückenschmerz. Jede fünfte Frau und jeder

siebte Mann in Deutschland leidet darunter:

In der großen deutschen Telefon-Gesundheitsbefragung

2003 gaben 22% der weib-

MGM Seite 6

Quelle: fotolia

Volkskrankheit

Rückenschmerz

lichen und 15% der männlichen Befragten

an, seit mindestens drei Monaten unter

chronischen Rückenschmerzen zu leiden.

Auch für die Rehabilitation sind Rückenschmerzen

ein Dauerthema – jeder dritte

Mann und jede dritte Frau, die sich in eine

stationäre Rehabilitation begeben, leiden unter

Muskel- und Skeletterkrankungen, die

sich häufig auch in Rückenschmerzen äußern.

Doch nicht alle Menschen sind gleichermaßen

betroffen. Wer eine Knochen- oder

Gelenkerkrankung hat, den treffen die

Schmerzen erwartungsgemäß häufiger als

Menschen ohne diese Erkrankungen. Die

Gründe für Beschwerden sind vielfältig, die

Ursachen bleiben meist unklar. Bei jedem

Fünften werden die Schmerzen allerdings

chronisch: Das heißt, sie bleiben über einen

längeren Zeitraum bestehen und kehren immer

wieder zurück. 8,4 Milliarden Euro wurden

2002 für die Behandlung von Rückenproblemen

ausgegeben. Obwohl die meisten

Deutschen wegen ihrer Rückenschmerzen

erst gar nicht zum Arzt gehen,

sind die Beschwerden der häufigste Grund

aller Hausarztbesuche.

Aber auch wer nicht zum Arzt geht, trifft

glücklicherweise meist keine falsche Entscheidung.

Akute Rückenschmerzen haben

eine gute Prognose: 80-90% der Beschwerden

klingen innerhalb von vier bis

sechs Wochen wieder ab, egal, ob sie behandelt

werden oder nicht.


Wann zum Arzt?

Wenn sich Rückenschmerzen nach

zwei bis drei Tagen nicht gebessert oder

sogar verschlimmert haben und/oder

sogar zusätzliche Beschwerden (z.B.

Fieber) auftreten, muss ein Arzt aufgesucht

werden. Auch chronische Schmerzen

müssen unbedingt durch einen Arzt

abgeklärt werden.

Ein sofortiger Arztbesuch (Hausarzt

oder Facharzt für Orthopädie) ist notwendig

wenn der Verdacht besteht,

dass die Rückenmarksnerven betroffen

sind. Bei folgenden Beschwerden könnten

Rückenmarksnerven betroffen sein:

Die Schmerzen werden bei Bewegung,

Lachen und Husten stärker.

Die Schmerzen werden beim Sitzen,

Liegen oder Vorbeugen stärker.

Die Schmerzen strahlen ins Bein aus.

In Teilen des Rückens, der Beine oder

der Arme verspürt man ein Taubheitsgefühl,

ein Kribbeln oder Stechen.

Es kommt außerdem zu Schwierigkeiten

beim Entleeren der Harnblase.

Halswirbel

Brustwirbel

Lendenwirbel

Kreuz-/

Steissbein

Bewegung stärkt den Rücken

Durch den aufrechten Gang und die große

Beweglichkeit ist die Wirbelsäule des

Menschen ständig beansprucht. Die

Bandscheiben zwischen den einzelnen

Wirbelkörpern federn Erschütterungen ab

und ermöglichen das Beugen und Drehen

des Rückens. Diese kleinen elastischen

Scheiben können sich durch Fehlbelastungen

und Alterung abnutzen. Nicht

nur wer ständig schwere Lasten hebt,

auch untätige Schreibtischhocker stellen

ihre Bandscheiben auf eine harte Probe.

Regelmäßige körperliche Bewegung hält

Bandscheiben dagegen länger fit. Spaziergänge,

Schwimmen oder Radfahren

lösen Verspannungen und stärken die Rückenmuskulatur.

Wer sich mit seinen akuten Rückenschmerzen

ins Bett verkriecht, schadet

dagegen meist dem Heilungsprozess:

Die Beschwerden dauern länger, chronische

Verläufe sind häufiger. Gehen die

Symptome nach einem Monat nicht zurück,

sollte ein Spezialist aufgesucht werden.

Die richtigen Ansprechpartner in Sachen

Schmerz sind laut Deutscher Gesellschaft

zum Studium des Schmerzes (DGSS)

Ärzte für Orthopädie. Allerdings steht

Häufigkeit von Rückenschmerzen

(Quelle: Bundes-Gesundheitssurvey)

Männer

Frauen

Prozent

MGM Seite 7

den Patienten nur selten direkt ein Orthopäde

als Ansprechpartner zur Verfügung.

Die Erstdiagnose wird meist

vom Hausarzt gestellt, der an den richtigen

Spezialisten überweist. Ist dann

ein Orthopäde an der Behandlung beteiligt,

können Sie als Patient bei der

Kommunikation zwischen Hausarzt

und Orthopäden helfen: Hören sie genau

zu, fragen Sie nach und bitten Sie

Ihren Hausarzt um eine schriftliche Erklärung

zur Diagnose, die auch konkrete

Behandlungsempfehlungen für

den Patienten enthält.

Sprechen Sie die behandelnden Ärzte

konkret auf mögliche Rehamaßnahmen

an. Hält Ihr Orthopäde eine Reha für

notwendig, sollte er die Gründe kurz in

einem befürwortenden Gutachten niederlegen.

Die Möglichkeit der Einflussnahme

bei der Auswahl einer Rehaklinik,

insbesondere das Wunsch- und

Wahlrecht, ist Thema der Rubrik Reha

Recht.

Weiterführende Informationen erhalten

Sie durch Ihren Arzt, im Internet oder

zum Beispiel beim Arbeitskreis Gesundheit

e. V. (www.arbeitskreis-gesundheit.de,

Tel. 0341 870 5959 0).

Häufigkeit in den letzten 7 Tagen

Häufigkeit im letzten Jahr


TITELTHEMA

Begreifen was uns bewegt

Menschen, die auf einen Rollstuhl oder eine Prothese angewiesen sind,

brauchen Medizintechnik, damit sich der Alltag wieder (fast) so anfühlt

wie früher. Das ist leichter gesagt als getan. Doch je näher Medizintechnik

diesem Zustand kommt, desto besser. Was Ingenieure und Techniker

inzwischen können, und wie sie moderne Hilfsmittel entstehen lassen,

zeigt ein neues Bewegungsmuseum zum Anfassen – das im Sommer 2009

eröffnete Science Center in Berlin.

Die Fassade des Science Center wirkt futuristisch,

ist in Wirklichkeit aber ein groß

gezoomtes Abbild der Muskulatur seiner

Besucher – die geschwungenen Linien

ahmen die Struktur von Muskelfasern

nach. Ein Blick ins Innere lohnt: 500 Quadratmeter,

verteilt auf drei Stockwerke,

laden dazu ein, die menschlichen Bewegungsabläufe

genauer kennen zu lernen.

In Bewegung ist unser Körper ständig.

Damit diese Bewegungen harmonisch

verlaufen, müssen Knochen, Muskeln,

Sehnen und Nerven exakt aufeinander

abgestimmt arbeiten. Das funktioniert im

normalen Leben so gut, dass es gar nicht

auffällt. Ist es durch Krankheiten wie einen

Schlaganfall oder durch einen Unfall

allerdings gestört, ändert sich das Leben

erheblich. Im Science Center helfen interaktive

und multimediale Installationen,

mehr über sich selbst zu erfahren, aber

auch Erfindungen zu verstehen, die be-

hinderten Menschen ihre Bewegungsfähigkeit

zurückgeben. Beispielsweise können

die Besucher eine Beinprothese steuern

oder in einem Rollstuhl einen

virtuellen Hindernis-Parcours durchqueren

– beides ist gar nicht so einfach.

„Wir wollen den Menschen begreifbar

machen, wie weit High -

tech-Lösungen bei eingeschränkter

Gesundheit

oder körperlicher Behinderung

Mobilität und Lebensqualität

wieder herstellen

können“, erläutert Hans

Georg Näder, geschäftsführender

Gesellschafter

der Firmengruppe Otto

Bock.

Das Science Center

Medizintechnik, Berlin

MGM Seite 8

Quelle: Otto Bock

Quelle: fotolia

� Auch Behinderte wollen Höchstleistung bringen

Spitzenleistung möglich machen

Die Ausstellung will Menschen durch Aufklärung

die Angst vor körperlicher Behinderung

nehmen.

Medizintechnik hilft Menschen mit Behinderung,

ihr Leben einfacher zu machen. Es

kann jeden treffen: Ein kaputtes Kniegelenk,

ein Schlaganfall, ein Unfall oder einfach

auch die Tatsache, dass wir Menschen

immer älter werden. Deshalb investieren

die deutschen Orthopädietechnikhersteller

viel in die Forschung und die Weiterentwicklung

von Rollstühlen, Prothesen

und anderen Hilfsmitteln.

Bedürfnisse umsetzen

Nach einem Schlaganfall den Arm nicht

mehr bewegen können oder das Bein

nach sich ziehen müssen: Was für Betroffene

ein großer Einschnitt in ihre Beweglichkeit

bedeutet, ist für die Medizintechnik

eine ständige Herausforderung.

Mit den heute verfügbaren Hilfsmitteln

leben Menschen mit Handicap aktiver

und beweglicher als noch vor zehn Jahren.

Ein Fortschritt hinter dem viel Arbeit

steckt. Hier arbeiten Ingenieure und Orthopädie-Techniker

Hand in Hand. Materialien

müssen gefunden werden, die belastbar,

stabil sowie gut verträglich sind

und die Bedürfnisse des Trägers optimal

unterstützen. So läuft beispielsweise ein

Prothesenfuß bis zur Marktreife rund drei

Millionen Schritte in einem Gangsimulator

– das entspricht ungefähr der vierfachen

Wegstrecke Kiel-Lindau.

Die Funktion, aber auch das Design bestimmen,

ob Patienten die Hilfsmittel im

Alltag annehmen oder nicht. Bei den Produktentwicklungen

sind die Hersteller

deshalb auf die Erfahrungen und Anregungen

der Menschen angewiesen, die

mit den Hilfsmitteln leben.


Rheuma lastet schwer

Das Rheuma nicht nur die einzelnen Patienten

und Patientinnen erheblich beeinträchtigt,

sondern auch zu Schäden für die Gesellschaft

führt – zu diesem Schluss kommt die Kommission

Rehabilitation und Sozialmedizin der

Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie,

nachdem sie Daten der letzten zehn Jahre für

entzündlich-rheumatische Erkrankungen ausgewertet

hat.

Was ist damit gemeint? Eine Notiz schreiben,

eine E-Mail tippen oder ein Hemd zuknöpfen

– was für den beruflichen und privaten Alltag

gefordert ist, können rheumakranke Finger

nicht bewältigen. Stark schmerzende und geschwollene

Gelenke führen dazu, dass Betroffene

alltägliche Bewegungen nicht mehr

schaffen. Die Folge: Sie müssen sich krankmelden

oder auf lange Sicht ihre bisherige Tätigkeit

aufgeben. So sind drei Viertel der Patienten

mit rheumatoider Arthritis (RA) im ersten

Krankheitsjahr mindestens einmal arbeitsunfähig

– und dies fünfmal so lang wie

alle anderen Krankenkassenversicherten. In

den ersten fünf Krankheitsjahren braucht bereits

ein Viertel Unterstützung bei Alltagsbewegungen

wie Waschen, Anziehen, Essen

oder bei der Bewegung von A nach B. Nach

mehr als 10-jähriger Krankheit sind 40 Prozent

GUT INFORMIERT

„Das bisschen Rheuma“, wie es mitunter im Volksmund heißt, hat schwerwiegende

Auswirkungen für die Betroffenen und die Volkswirtschaft. Denn auf den

Schmerz folgt der Arbeitsausfall – und mit den Jahren möglicherweise auch

Hilfs- und Pflegebedürftigkeit. Die gute Nachricht: Dem lässt sich vorbeugen.

Unter anderem durch Rehabilitation.

Ein einfacher Bluttest kann das Risiko bestimmen,

im weiteren Verlauf des Lebens an

einer Knie- oder Hüftgelenkarthrose (Gelenkverschleiß)

zu erkranken. Der Schlüssel

zur Risikoeinschätzung ist ein Eiweiß namens

VCAM-1, das eigentlich mit Gefäßverkalkung

(Atherosklerose) zusammenhängt. "Patienten

mit hohem VCAM1-Spiegel erkranken vier- bis

fünfmal häufiger an einer Knie- und Hüftgelenkarthrose

als Patienten mit einem niedrigen

Wert", sagt Georg Schett, Leiter der Medizinischen

Klinik 3 am Universitätsklinikum

Erlangen.

Um herauszufinden, ob der Bluttest wirklich

funktioniert, haben die Forscher 912 Südtiroler

über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet.

Bei 60 Patienten, die am Ende des Un-

Quelle: fotolia

Rheumatisch veränderte Hände greifen schlecht

der RA-Patienten nicht mehr erwerbstätig. Die

Kosten, die für diese Patienten außerhalb

der eigentlichen medizinischen Behandlungskosten

entstehen, belaufen sich auf bis zu

15.700 € pro Patient und Jahr.

Maßnahmen, die die Erwerbstätigkeit erhalten,

wie Teilzeitarbeit und Rehabilitation, erhalten

nur rund ein Drittel der Betroffenen.

"Die Kosten, die durch Arbeitsausfälle und Er-

MGM Seite 9

werbsminderungsrenten entstehen, sind

letztendlich viel gravierender als die Behandlungskosten",

sagt Ekkehard Genth, Generalsekretär

der Deutschen Gesellschaft

für Rheumatologie.

Die Folgen ließen sich verzögern oder vermeiden,

denn den Betroffenen stehen heute

vielfältige Behandlungs- und Rehabilitationsmaßnahmen

zur Verfügung: Sie mindern

die einschneidendenKrankheitsfolgen

deutlich.

Mit ihrem Bericht

will die Kommission

helfen, die rehabilitativeVersorgung

und sozialmedizinischenBetreuung

von Rheuma-Patienten

zu

verbessern.

Unter dem Überbegriff

Rheuma

verbergen sich

etwa 400 verschiedeneIndikationen,

die den Bewegungsapparat wie die inneren

Organe betreffen können. Hieraus ergeben

sich vielfältige Therapiemöglichkeiten

wie Physio- und Sporttherapie, Elektro- und

Kältebehandlungen und vieles mehr. Viele Rehaeinrichtungen

haben sich auf die Behandlung

von Rheuma spezialisiert. Nähere Informationen

erhalten Sie beispielsweise

beim Arbeitskreis Gesundheit e.V. im Internet

unter www.arbeitskreis-gesundheit.de oder

telefonisch unter 0341 870 5959 0.

Risiko für künstliches Knie- und Hüftgelenk testen

Forscher des Universitätsklinikums Erlangen haben mit Kollegen der Universität

Innsbruck einen Bluttest entwickelt, mit dem sich die Wahrschein lichkeit

eine Hüft- und Kniegelenkarthrose zu bekommen, voraussagen lässt.

tersuchungszeitraums an einer Hüft- und

Kniegelenkarthrose litten und ein künstliches

Gelenk benötigten, stellten die Forscher

einen hohen Wert des Arthrose-Blutwerts

fest. "VCAM1 ist damit neben Lebensalter und

Körpergewicht eines der wenigen Instrumente,

die es ermöglichen, das Risiko einer

Arthrose abzuschätzen und zugleich der erste

Labortest“, erklärt Schett. VCAM1 kann einfach

in Blutlaboren bestimmt werden und gibt

dabei Aufschluss über ein weit verbreitetes

Krankheitsrisiko.

Der Vorteil für Betroffene: Ein übergewichtiger

Patient mit hohem VCAM1-Wert senkt

sein Erkrankungsrisiko durch Abnehmen

deutlich – denn die Faktoren Alter, Gewicht

und VCAM1-Wert wirken zusammen.

Professor Dr. Georg Schett

(Quelle Universitätsklinikum Erlangen)


GUT INFORMIERT

Sportlich aktiv nach Gelenkersatz

Eine künstliche Hüfte oder ein neues Kniegelenk sind heute kein Grund

mehr, auf Sport zu ver zichten. Im Gegenteil: Weil der über lange Jahre

bekannte Schmerz nach der Operation endlich weg ist, sind viele Menschen

wieder motiviert und wollen körperlich aktiv werden.

Quelle: fotolia

Wer ein künstliches Kniegelenk hat,

braucht auf Sport nicht verzichten

Aus medizinischer Sicht spricht nichts gegen

Sport mit Kunstgelenken, so Experten

beim Deutschen Kongress für Orthopädie

und Unfallchirurgie in Berlin.

Aber: Es gilt bestimmte Regeln einzuhalten!

Die Arthrose – der Gelenkverschleiß –

geht mit zunehmend starken Schmerzen

einher, die Sport oft unmöglich machen.

Andererseits möchten immer mehr Menschen

zu recht auch im Alter aktiv bleiben.

„Viele verbinden den Gelenkersatz

mit der Hoffnung, später wieder Sport zu

treiben“, sagt Klaus-Peter Günther, Direktor

der Orthopädischen Klinik am Universitätsklinikum

Dresden. Nach einem Gelenkersatz

verspüren viele wieder Freude

am Radfahren, Wandern und Schwim-

men. Alles Aktivitäten, die sie vorher

wegen der Schmerzen jahrelang

nicht mehr ausüben konnten.

Auch Skifahren, Gymnastik, Tanzen,

Golf oder Tennis (im Doppel) seien

mit künstlicher Hüfte oder Kniegelenk

möglich, wenn sie maßvoll betrieben

werden, so Günther. Grundsätzlich

rät er aber von Ballsportarten

sowie von Einzeltennis, Turnen

oder Joggen ab. Stürze und die

starke Krafteinwirkung könnten hier

das Kunstgelenk schädigen oder

das Implantat lockern.

Auf zwei Dinge sollten Sportler mit

künstlichem Gelenk aber achten:

Auf eine gute Vorbereitung und das

Einhalten der eigenen Belastungsgrenze.

„Die Patienten benötigen

geeignetes Schuhwerk und sie sollten

sich langsam aufwärmen. Sie

sollten die Belastung allmählich

steigern und die Schmerzgrenze

nicht überschreiten“, sagt Hajo Thermann

von der ATOS Praxisklinik in

Muskel- und Skeletterkrankungen

häufigste

Ursache für Schmerzen

Drei von vier Menschen mit chronischen Schmerzen leiden an

einer Erkrankung des Bewegungsapparates. Solche so

genannten muskuloskeletalen Erkrankungen können jeden

treffen – in jedem Alter.

Weit verbreitete Muskel- und Skeletterkrankungen

sind der Rückenschmerz,

der Gelenkverschleiß (Arthrose),

die Knochenbrüchigkeit

(Osteoporose) und rheumatische Erkrankungen.

Jeder zweite Deutsche

über 65 Jahre hat eine Arthrose –

meist am Hüft- und Kniegelenk.

MGM Seite 10

Heidelberg, der auch die „Arbeitsgruppe

Fußchirurgie“ an der Unfallchirurgischen

Klinik der Medizinischen

Hochschule Hannover

wissenschaftlich leitet. Ein guter

Trainingszustand ist vor allem beim

Kniegelenkersatz wichtig, denn dieses

Gelenk wird erst durch Bänder

und Muskeln standfest.

Patienten mit künstlichem Gelenkersatz

sollten auf jeden Fall regelmäßig

zu einem Orthopäden gehen.

„Als kompetenter Facharzt

wird er den Patienten bei Auffälligkeiten

beraten und die erforderlichen

Untersuchungen und Behandlungen

veranlassen“, sagt

Siegfried Götte, Präsident des Berufsverbands

der Fachärzte für Orthopädie

und Unfallchirurgie. Dies

gilt insbesondere beim Verdacht auf

eine Implantatlockerung oder eine

Entzündung. Thermann: „Dann ist

Sport absolut tabu, bis die Ursache

geklärt ist.“ Ansonsten können Patienten

auch nach dem Gelenkersatz

viele Jahre Sport treiben. Einen

frühzeitigen Verschleiß des

Kunstgelenks müssen sie bei mäßiger

sportlicher Betätigung nicht

befürchten, versichert Günther.

30 Prozent aller Deutschen leiden an

Abnutzungserscheinungen der Gelenke.

Selbst wenn sie im Röntgenbild

sichtbar sind, heißt das noch nicht,

dass sie Beschwerden machen. Erst

wenn der Verlust von Gelenkknorpel

fortschreitet und sich überschüssiger

Knochen am Gelenkrand bildet, folgen


Unsicherer Tritt nach

Knöchelverstauchung -

was tun?

Ein unvorsichtiger Schritt und schon ist es

passiert: Der Fuß ist umgeknickt. Meist

schmerzt der Bereich nur ein paar Tage,

aber manchmal bleibt der Fuß auch auf

Dauer trittunsicher. Mediziner sprechen

dann von einem instabilen Sprunggelenk.

Das Sprunggelenk zwischen Fuß und Unterschenkel

ist enorm beweglich. Dafür

sorgen neben den Gelenkflächen zahlreiche

Bänder. Schon kleine Unebenheiten

oder eine übersehene Stufe reichen aus,

damit der Fuß wegknickt. Meist klappt

der Fuß nach innen weg, was zur Folge

hat, dass sich die äußeren Bänder überdehnen

oder reißen. Auch die dort verlau-

Quelle: fotolia

fenden Blutgefäße unterliegen dann einer

Zerreißprobe. Wenn Gefäße platzen, entsteht

der Bluterguss. Das Blut fließt dabei

in das umliegende Bindegewebe. Die

Beule, die daraus entsteht, lässt sich oft

ganz deutlich sehen, wie auch die Verfärbung

– erst blau, dann grün, dann gelb.

Der Schmerz sagt nichts über die Schwere

der Verletzung aus, auch kleine Verstauchungen

können sehr schmerzhaft sein.

Kann man direkt nach dem Umknicken

den Fuß noch belasten, ist eine Verletzung

des Knochens eher unwahrscheinlich.

Auch wenn das Ganze oft sehr schmerzt,

heilen Sprunggelenksverletzungen meist

� Gelenkverschleiß schränkt die Beweglichkeit ein

MGM Seite 11

Sportler

verletzen sich

häufig am

Sprunggelenk

Schmerzen und die Beweglichkeit wird

schlechter. Am Ende eines mehrjährigen

Leidens steht dann vielfach das künstliche

Gelenk.

130.000 Knochenbrüche am Oberschenkel

gehen im Jahr auf das Konto der Osteoporose.

Zwei Drittel der Betroffenen

sind ältere Frauen. Doch auch die Knochen

der Männer werden mit den Jahren

brüchig: Bei fünf Prozent aller Männer

über 50 lässt sich mindestens ein osteoporotisch

eingebrochener Wirbelkörper

finden.

26 Milliarden Euro kostet die Behandlung

von Muskel- und Skeletterkrankungen

pro Jahr. Zu diesen direkten Kosten

kommen zusätzlich die Ausgaben für Arbeitsausfälle

und Frühberentungen.

Quelle: fotolia

gut aus. Wichtig für eine rasche Heilung

sind vor allem drei Dinge: Geduld, den

Knöchel kühlen und hochlagern sowie für

ein bis zwei Wochen wenig belasten.

Richtig handeln bei Verstauchung

Ruhigstellen

Hochlagern

Kühlen

Kompressionsverband

Eine Operation ist nur selten sinnvoll –

vor allem Sportler entscheiden sich häufig

für den OP-Tisch. Wer sich operieren lässt,

sollte wissen, dass er dadurch nicht

schneller wieder auf die Beine kommt.

Wer sich auch nach sechs Monaten noch

nicht trittfest fühlt, dem wird der Arzt

wahrscheinlich folgende Diagnose sagen:

„Sie haben ein chronisch instabiles

Sprunggelenk“. Immerhin 10-20% der

schweren Sprunggelenksverletzungen

führen zu längerfristiger Instabilität. Sie

macht erneute Verletzungen wahrscheinlicher.

Manche Orthopäden empfehlen spätestens

dann eine Operation. Doch auch in

diesen Fällen ist bisher nicht erwiesen,

dass die Operation besser hilft als spezielle

Bewegungsübungen. Eines ist aber

gesichert: Wer spätestens drei Wochen

nach dem Eingriff mit Rehabilitationsübungen

beginnt, ist schneller wieder auf

den Beinen. Allerdings ist Ausdauer gefragt,

denn häufig stellt sich erst nach Wochen

eine Besserung ein, manchmal dauert

es sogar Monate. Dranbleiben ist die

Devise!

Das Leiden vieler Betroffener und die hohen

Gesundheitskosten, die diese Erkrankungen

verursachen, zwingen zum

Handeln. Zwei wichtige Maßnahmen sind

Vorbeugung und Rehabilitation. Regelmäßige

Bewegung und gesunde Ernährung

sind der beste Gesundheitsschutz.

Die Rehabilitation hat die Aufgabe, chronisch

Kranken das Leben zu erleichtern

und sie bei der Rückkehr zum Arbeitsplatz

und im Alltag zu unterstützen.

Allerdings zeigen verschiedene Studien,

dass in der Rehabilitation über die positiven

kurzzeitigen Erfolge hinaus die langfristigen

Wirkungen verbesserbar sind.

Mit mehr maßgeschneiderten Nachsorgeangeboten

wollen die Rentenversicherungsträger

jetzt stärker als bisher

dafür sorgen, dass durch aktive Teilhabe

des Patienten und Folgeprogramme ein

langfristiger Rehaerfolg erzielt wird.


ZUSAMMENGEFASST

LocomuTUM: Viel Forschungskompetenz

für Muskel- und Skeletterkrankungen

Mit geballter Energie neue Erkenntnisse zum

menschlichen Bewegungsapparat gewinnen – das

ist das Ziel des neuen Zentrums „LocomuTUM“ an

der Technischen Universität München.

Im neu gegründeten Zentrum am Klinikum rechts der Isar

haben sich mehrere Kliniken und Abteilungen mit ihren Forschungsprojekten

zusammengeschlossen. Die Vernetzung

von Orthopädie, Sportorthopädie, Unfallchirurgie und

Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie will gemeinsam noch wirkungsvoller

Erkrankungen und Verletzungen von Knochen,

Muskeln, Bändern und Sehnen sowie innovative Therapiemethoden

erforschen. Trotz der enormen gesundheitspolitischen

und persönlichen Bedeutung solcher Erkrankungen

gerade für ältere Menschen steckt die Forschung in

diesem Bereich in Deutschland noch in den Kinderschuhen.

Das neue Forschungszentrum ist vom ersten Tag an mit Leben

erfüllt. Die beteiligten Kliniken bringen zahlreiche hochkarätige

Forschungsvorhaben mit einer Gesamtfördersumme

von rund 6,3 Millionen Euro in die gemeinsame

Arbeit ein.

Wie haltbar sind künstliche Hüftgelenke?

Ein künstliches Hüftgelenk gibt wieder Stabilität

Quelle: fotolia

Quelle: fotolia

Künstliche Hüftgelenke werden immer sicherer: Moderne mehrteilige Hüftimplantate

aus Titan geben nur winzige Mengen des Metalls in das

umliegende Gewebe ab und sind deshalb voraussichtlich besonders haltbar.

Jedes Jahr bekommen rund 180.000 Patienten

eine neue künstliche Hüfte. Die

Implantate halten aber meist nur 15-20

Jahre. Wenn sie sich lockern, ist ein Austausch

erforderlich. Zur Lockerung

kommt es unter anderem durch minimale

Bewegungen und den Verschleiß

der einzelnen Teile des Kunstgelenkes.

Dadurch lösen sich winzige Partikel und

Ionen aus dem Gelenk, die zum Beispiel

allergische Reaktionen hervorrufen können.

In seltenen Fällen kann es auch zur

Zerstörung und Funktionsverlust des

Kunstgelenkes kommen. Diesem Verschleiß

versuchen die Hersteller durch

speziell gestaltete Kunstgelenke und

Materialien entgegenzuwirken. Neu auf

dem Markt sind Kunstgelenke aus Titan,

die aus mehreren Komponenten bestehen.

Solche mehrteiligen (modularen)

Hüftimplantate kann der Orthopäde bei

der Operation passgenau den Bedürfnissen

des Patienten anpassen.

Heidelberger Wissenschaftler haben

nun untersucht, wie sich unterschiedli-

MGM Seite 12

� Forschung hilft Krankheiten

besser zu verstehen

che modulare Kunstgelenke im Biomechanik-Labor

unter Belastung verhalten.

Im Labor lassen sich die Implantate

rund um die Uhr testen. Damit durchläuft

das künstliche Hüftgelenk in wenigen

Wochen die Belastungen, denen es

normalerweise in zehn Jahren standhalten

muss.

Dabei zeigte sich, dass nur extrem geringe,

klinisch unbedenkliche Mengen an

Titan freigesetzt werden: Je rauer die

Oberfläche des Implantats war, desto geringer

der Abrieb und desto weniger Titan

wurde freigesetzt.

Was noch untersucht werden müsse, sei

die Sicherheit der unterschiedlichen Verbindungen

von Hals und Schaft der Implantate,

sagt Philippe Kretzer, Leiter des

Labors für Biomechanik und Implantatforschung

an der Orthopädischen Universitätsklinik

Heidelberg. Die Ergebnisse

seien jedoch vielversprechend und ein

gutes Argument dafür, die untersuchten

modularen Kunstgelenke bei Patienten

anzuwenden.


Forscher entschlüsseln

Entstehung

der Osteoporose

Forscher in Berlin-Buch haben einen

Mechanismus entschlüsselt, der die

Entstehung von Osteoporose erklären

kann. Knochenschwund, auch Osteoporose

genannt, ist eine Erkrankung,

die vor allem bei älteren Menschen,

meist Frauen, auftritt.

Bei der Osteoporose verliert ein Knochen

im Übermaß an Substanz. Die Knochen

büßen dabei an Dichte ein und werden

deshalb brüchig. Selbst leichte Stürze

können dann zu schweren Knochenbrüchen

führen. Das Zusammenspiel zweier

Zelltypen bestimmt die Knochendichte:

knochenaufbauende (Osteoblasten)

und knochenabbauende Zellen (Osteoklasten).

Trotzdem war bisher unklar,

wie genau die Krankheit entsteht.

Grundlagenforscher des Max-Delbrück-

Centrums (MDC) für Molekulare Medizin,

Berlin-Buch, konnten jetzt nachweisen,

dass zwei unterschiedlich lange

Formen eines bestimmten Bereichs im

Erbgut, so genannte ‚Genschalter’, die

Osteoporose mit bestimmen. Die längere

Form dieser Schalter wird LAP, die

kürzere LIP genannt. LIP verstärkt die Vermehrung

und Aktivität der Osteoklasten.

Die Folge: Es wird mehr Knochen ab- als

aufgebaut, Osteoprose entsteht. Die

Forschungsergebnisse helfen Krankheiten

zu verstehen und wirksame Medikamente

zu entwickeln.

INFO

Osteoporose – Die Ursachen

und Risikofaktoren

Man unterscheidet zwischen beeinflussbaren

(5%) und nicht beeinflussbaren

Risikofaktoren (95%). Neben erblicher

Veranlagung und dem Alter sind

folgende Risikofaktoren für Osteoporose

bekannt:

� frühes Einsetzen der Wechseljahre

verbunden mit nachlassender

Hormonproduktion

� Untergewicht

� Bewegungsmangel

� Kalziummangel

� Alkohol

� Rauchen

� Medikamente wie Antiepileptika,

Cortison, Schilddrüsenhormone

Fahrradhelm nicht als Pflicht

„Fahrradfahren ist gesund – aber auch gefährlich", sagt Axel Ekkernkamp,

Ärztlicher Direktor des Unfallkrankenhauses Berlin und Vize-Präsident

der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie. Eine Helmpflicht wollen die

Chirurgen dennoch nicht.

Verletzungen des Kopfes, und der

Beine sind die mit Abstand häufigsten

Verletzungen nach Fahrradunfällen. Im

Jahr 2008 verunglückten nach Schätzungen

des Statistischen Bundesamtes

fast 80.000 Fahrradfahrer – 425

davon starben.

Einem großen Teil der Kopfverletzungen

ließe sich vorbeugen: Untersuchungen

aus der Verkehrsunfall- und

Sicherheitsforschung belegen, dass

Schutzhelme – wie der Name schon

sagt – tatsächlich schützen. „Das Tragen

eines Fahrradhelms kann das Risiko

einer schweren Kopfverletzung

um mindestens 50 Prozent verringern",

so Uli Schmucker, Unfallforscher

an der Universitätsklinik Greifswald.

Trotzdem sprechen sich die Experten

gegen eine gesetzliche Helmpflicht

aus. Ein Grund sind jüngste Erfahrungen

aus dem Ausland, die zeigen,

dass mit Einführung der Helmpflicht

viele Radler lieber auf das Fahrradfahren

ganz verzichteten, als einen

Helm zu tragen. Dazu wollen es die

Mediziner nicht kommen lassen, denn

Fahrradfahren verringert das Risiko

chronischer Erkrankungen, hält jung

MGM Seite 13

und fit. Wer auf das Fahrradfahren verzichtet,

schadet seiner Gesundheit

langfristig.

Auch in Deutschland gelten Helme als

‚uncool’ – sie ruinieren die Frisur und

passen nicht in die Aktentasche. Die

Unfallmediziner wollen daher statt der

Helmpflicht lieber Eltern und Lehrer,

sowie Kinder und Jugendliche stärker

über den Nutzen der Helme aufklären.

Neben Informationen über die gravierenden

Folgen schwerster Kopfverletzungen

gilt es, den Helm als selbstverständlichen

Bestandteil des

Fahrradverkehrs zu verankern. Spielerische

Elemente und freche Designs

könnten die Akzeptanz insbesondere

bei jungen Verkehrsteilnehmern erhöhen.

„Fahrradfahren und Helmtragen

müssen zusammen gehören. Selbst

Westernhelden dürfen heutzutage in

Filmen keine Zigaretten mehr rauchen!

Ebenso sollten Radfahrer zukünftig immer

mit Helm gezeigt werden", meint

Ekkernkamp. Denn mit dem richtigen

Schutz ist das Fahrrad vor allem eines:

ein gesundes und umweltfreundliches

Fortbewegungsmittel für Menschen jedes

Alters.

Quelle: fotolia


ZUSAMMENGEFASST

Keine Dauermedikation für Kinder mit Arthritis

Kinder mit einer bestimmten Form der Arthritis, deren Erkrankung durch die Behandlung

mit Methotrexat zum Stillstand gekommen ist, müssen nicht zwangsläufig mit

dem Medikament weiterbehandelt werden.

Mandy ist 12 Jahre alt. Sie hat viele Freunde

mit denen sie im Sommer gerne ins

Schwimmbad geht und dort stundenlang im

Wasser tobt. „Das war nicht immer so“, berichtet

ihre Mutter. Sie erinnert sich gut an die

Sorgen und Ängste, die vor nicht einmal zwei

Jahren die ganze Familie in Atem hielten. Damals

wurde aus dem kleinen Wildfang Mandy

ein antriebsarmes, scheues und weinerliches

Kind. Trotz der sichtbaren Gelenkschwellungen

und schmerzhaften Bewegungseinschränkungen

dauerte es drei Monate

bis endlich ein Arzt die richtige Diagnose

stellte: juvenile idiopathische Arthritis –

kindliches Rheuma. Von juveniler idiopathischer

Arthritis (JIA) sprechen Mediziner,

wenn Kinder oder Jugendliche (juvenile, vom

lat. juvenis = jugendlich) an einer entzündlichen

Gelenk erkrankung (Arthritis) unbekannter

Ursache (= idiopathisch) leiden.

Kindliches Rheuma lässt sich heute gut behandeln

Arthrose, beispielsweise der Hüfte oder

im Knie, entsteht, wenn der Knorpel in den

Gelenken schwindet. Doch offenbar hat

unser Körper für diesen Fall Reparaturvorgänge

in der Hinterhand.

Im Knorpelgewebe von Patienten mit späten

Stadien der Kniegelenks-Arthrose stecken bisher

unbekannte Zellen, die dem Knorpel helfen,

sich wieder zu regenerieren. "Diese Zellen bieten

neue Ansatzpunkte, um das Heilungsvermögen

von Knorpelgewebe zu beeinflussen.

Da diese Zellen knorpelähnliches Ersatzgewebe

produzieren, könnten sie der Grundstein für

eine neue zellbiologische Behandlungsform der

Arthrose sein", sagt Nicolai Miosge, Leiter der

Arbeitsgruppe "Orale Biologie und Geweberegeneration"

an der Universität Göttingen.

Die knorpelartigen Vorläuferzellen sind reifen

Knorpelzellen schon sehr ähnlich. Sie bilden

Quelle: fotolia

Bei dem Großteil der kleinen Patienten

lässt sich die Krankheit mit dem entzündungshemmenden

Medikament Methotrexat

(MTX) stoppen. Wird das Medikament

abgesetzt, kommt es bei jedem zweiten Kind

zu einem erneuten Krankheitsschub. Aus

diesem Grund wird MTX häufig noch mindestens

ein Jahr weiter gegeben. Wissenschaftler

aus Münster halten diese Zeitraum

für zu lange.

Auslöser für ihre Einschätzung ist eine Studie,

in der Kindern entweder nur drei Monate oder

mindestens ein Jahr mit MTX behandelt

wurden. Die Rückfallrate war in beiden Gruppen

gleich. Die Krankheitsaktivität und damit

das Risiko für ein erneutes Aufflammen der

Erkrankung ließ sich dagegen sehr gut über

die Bestimmung der Eiweißmarker MRP

(Myeloid Related Protein) im Blut abschätzen

– ein hohes MRP führte häufiger zu einem

neuen Krankheitsschub. Bei Kindern mit

normalen MRP sei ein Rückfall eher unwahrscheinlich,

so die Wissenschaftler.

Bedauerlicherweise nimmt die aktuelle

Leitlinie der Gesellschaft für Kinderheilkunde

und Jugendrheumatologie zu diesem wichtigen

Punkt bisher noch keine Stellung.

Den Beobachtungen der Eltern kommt bei der

Behandlung von Kindern besondere Bedeutung

zu. Besprechen Sie mit dem behandelnden

Arzt die Dauer der Medikamentenverabreichung.

Repariert der Körper Knorpelschäden bei Arthrose selbst?

knorpelartiges Gewebe und können sich fortbewegen

und so dorthin gelangen, wo sie gebraucht

werden. Im gesunden Knorpel kommen

diese Zellen nicht vor. "Die genaue Herkunft

dieser Zellen ist noch unklar. Aber es ist

durchaus möglich, dass sie aus dem Knochenmark

in das erkrankte Knorpelgewebe eingewandert

sind", sagt Miosge.

"Wir hoffen, dass diese knorpelartigen Vorläuferzellen

so verändert werden können,

dass sie wieder gesundes Knorpelgewebe herstellen“.

Doch der Weg zu einer möglichen Zelltherapie

der Arthrose, die den Knorpel wieder

so aussehen lässt wie vor der Abnutzung, ist

noch lang.

INFO

Arthrose ist eine chronisch degenerative

Erkrankung besonders der großen

Gelenke. Ist das Knorpelgewebe zerstört, kann es

dem auf ihm lastenden Druck des Körperge-

MGM Seite 14

Übergewicht und

Arthrose?

Bewegung hilft!

Dicke Menschen muten ihren Knochen

besonders viel zu. Die zusätzlichen

Pfunde verschleißen die Gelenke.

Schmerzen und Bewegungseinschränkung

sind die Folge. Wer abnimmt und

sich bewegt, muss weniger leiden.

Viele ältere Menschen leben mit Verschleißerscheinungen

(Arthrose) in ihren

Gelenken. Betroffen sind vor allem die Hüftund

Kniegelenke. Leider nehmen die

schmerzhaften und steifen Gelenke oft jede

Lust sich zu bewegen. Weniger Bewegung

bei gleichen Essgewohnheiten verstärken

die Fettpolster. Doch Übergewicht und

fehlende Bewegung belasten die Knochen

zusätzlich. Wer diesen Teufelskreis

durchbrechen will, muss aktiv werden.

Radfahren, Schwimmen und zügiges Gehen

(Walking) sind nur einige der Sportarten,

die nachweislich bei Arthrose die Beweglichkeit

der Gelenke verbessern. Egal

wofür Sie sich entscheiden, wichtig ist: dabei

bleiben. Dreimal eine halbe Stunde

Sport pro Woche darf es schon sein.

Blutgefäße und Regenerationsgewebe

sprossen aus dem Knochenmarksraum in das

Knorpelgewebe. Quelle UMG/Miosge

wichtes nicht mehr standhalten. Die Weltgesundheitsorganisation

geht davon aus, dass Arthrose

im Jahr 2020 die viert häufigste Ursache für

eine Arbeitsunfähigkeit sein wird.

Quelle: pixelio.de


DIALOG

Schreiben Sie uns!

Mit den beiden vorbereiteten Antwortkarten können Sie uns schreiben, was Sie wollen: am Gewinnspiel/Preisrätsel teilnehmen

(Seiten 28/29) oder Informationsmaterial anfordern. Selbstverständlich sind wir auch telefonisch für Sie da, wenn Sie Fragen

haben: Arbeitskreis Gesundheit e.V., Leipzig, Telefon 0341/87059590

Preisrätsel

(Seiten 28/29)

Wenn Sie die richtige

Lösung gefunden haben,

tragen Sie diese einfach

in die vorbereitete Postkarte

ein. Senden Sie

uns Ihre Lösung bis zum

30.04.2010 zu und mit

etwas Glück gewinnen

Sie ein Wochenende für

zwei Personen im Harz.

Infomaterial

Mit dieser Antwortkarte

können Sie die verschiedenenPatienteninformationen

des

Arbeitskreis Gesundheit

e.V. anfordern.

Die Gewinnfrage:

Was kennzeichnet die einzigartige „Unterwelt“

des Harzes?

Antwort

TROPFSTEI –

HÖHLEN

Die richtige Lösung finden Sie im Bericht Zwischen Himmel und Hölle auf der Seite 28.

Mit dieser Antwortkarte können Sie Infomaterial beim Arbeitskreis Gesundheit e.V.

bestellen. Das Angebot ist für Sie kostenfrei.

(Bitte ankreuzen - auch mehrfach!)

Merkblatt »Medizinische Rehabilitation

im Rahmen des betrieblichen Eingliederungsmanagements

- alle können gewinnen!«

Merkblatt »Medizinische Rehabilitation -

Grundsicherung für Arbeitsuchende«

CD-ROM »Zeit für Ihre Gesundheit«

Eine CD für Patientinnen und Patienten

mit einer Hilfestellung rund um die Antragstellung,

TV-Beiträgen, Service-Telefonnummern,

Infomaterial für die Erwachsenen-

und Kinderrehabilitation u.a.

MGM Seite 15

Broschüre »Reha vor Pflege«

Die Anzahl der Pflegebedürftigen steigt.

Was die medizinische Reha leistet, erfahren

Sie hier.

Broschüre »Reha vor Rente«

Eine gezielte medizinische Rehabilitation

kann die Frühverrentung oft verhindern.

Katalog »Rehabilitationskliniken stellen

sich vor« Das umfassende und aktuelle

Nachschlagewerk – nun schon in der 12.

Auflage.


Absender:

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Straße, Haus-Nr.

PLZ Ort

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DIALOG

MGM Seite 16

Bitte freimachen

An den

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2

04109 Leipzig

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MGM: Herr Professor Zeichen, welche

Krankheitsbilder behandeln Sie vor allem?

Johannes Zeichen: Etwa die Hälfte unserer

Patienten benötigt eine unfallchirurgische

Versorgung, die andere Hälfte

eine orthopädische Behandlung. Neben

der Prothetik des Knies und der Hüfte

versorgen wir vor allem Schultergelenksverletzungen.

MGM: Hat sich die Art der Operationen in

den letzten Jahren gewandelt?

INTERVIEW

Orthopädische Patienten brauchen Rehabilitation

Prof. Dr. Johannes Zeichen, Orthopädie-Chefarzt in Minden, erklärt in

Mein Gesundes Magazin was Rehabilitation Orthopädie-Patienten bringt und

wie und warum Akutkliniken und Reha-Einrichtungen zusammenarbeiten.

Prof. Dr. Johannes Zeichen ist seit März

2008 Chefarzt der Klinik für Unfallchirurgie

und Orthopädie am Johannes Wesling

Klinikum in Minden. Seine Abteilung behandelt

die gesamte Bandbreite unfallchirurgischer

und orthopädischer Erkrankungen:

Mit seinem Team aus fünf Oberärzten

und 14 Assistentinnen und Assistenten

hat Zeichen im letzten Jahr über

2.500 Patienten stationär betreut, 19.000

Patienten hat sein Team ambulant behandelt.

Bei rund 400 Operationen pro

Jahr steht Zeichen selbst am Operationstisch.

Für seine wissenschaftliche Tätigkeit hat

Johannes Zeichen zahlreiche Preise erhalten.

Quelle: Privat

Johannes Zeichen: Das Spektrum der

Operationen selbst hat sich kaum geändert,

allerdings hat sich dadurch, dass die

Patienten immer älter werden, der

Schwerpunkt hin zur Alterstraumatologie

verlagert.

MGM: Wie haben sich die Behandlungsmöglichkeiten

in der Orthopädie und Unfallchirurgie

in den letzten Jahren vor allen

Dingen verändert?

Johannes Zeichen: Der wichtigste Punkt

ist, dass sich unsere Möglichkeiten ungeheuer

erweitert haben. Wir haben neue

diagnostische Verfahren, neue OP-Methoden

und neue Werkstoffe.

Allein bei der Schulter gibt es viele unterschiedliche

Prothesen, die

eine ganz auf den einzelnen

Patienten zugeschnittene

Versorgung möglich machen.

Wir können mittlerweile

alles ersetzen – von

kleinen bis zu großen Defekten.

MGM: Welchen Stellenwert

hat die Rehabilitation in der

Behandlung Ihrer Patienten

in Minden?

Johannes Zeichen: Die

Reha-Kliniken haben eine

enorme Bedeutung. Es ist

ausnehmend wichtig, dass

die Patienten schnell nach

der stationären Behandlung

in die Reha kommen. Der

Hauptgrund ist eine rasche

Mobilisierung – Reha bringt

die Patienten schnell wieder

in Bewegung.

MGM: Wann ist stationäre

Rehabilitation notwendig?

� Patienten ab 60 Jahren haben oft

Schwierigkeiten alleine

körperlich wieder fit zu werden.

MGM Seite 17

Johannes Zeichen: Die stationäre Rehabilitation

ist auf jeden Fall erforderlich für

ältere Patienten, das heißt für Patienten

ab 60 Jahren. Sie haben oft Schwierigkeiten,

alleine körperlich wieder fit zu werden.

Außerdem dauert die Rehabilitation

von Älteren länger als bei Jungen – oder

sie sollte zumindest mehr Zeit vorsehen.

MGM: Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit

Ihres Klinikums mit den Rehabilitations-Einrichtungen?

Johannes Zeichen: Wir haben hier im

Umkreis viele Reha-Kliniken und die Zusammenarbeit

verläuft wirklich gut. Wir

treffen uns bei Fortbildungsveranstaltungen

und die Ärztinnen und Ärzte bleiben

bei schwierigeren Fällen im Telefonkontakt.

Bei Standardoperationen an der

Hüfte oder am Knie müssen wir die Patienten

in der Regel nicht wieder sehen.

Bei komplexeren Eingriffen ist das natürlich

anders.

Quelle: fotolia


PORTRAIT / REHA

REHA: Gedanken steuern künstliche Hand

Patienten mit einer Verletzung des Hals-Rückenmarks stehen von einer

Sekunde auf die andere vor einer Situation, die ihr Leben komplett ändert:

Sie können ihre Hände und Arme nicht mehr bewegen. Bislang hatte

die Medizin nur wenig Möglichkeiten anzubieten, wie die Greiffunktion

zumindest teilweise wieder hergestellt werden kann.

Seit gut zehn Jahren tüftelt Rüdiger Rupp in

der Forschungsabteilung am Querschnittszentrum

der Orthopädischen Universitätsklinik

Heidelberg mit seinen Mitarbeitern an technischen

Hilfen für Querschnittsgelähmte.

Jährlich erleiden 1.800 Menschen in Deutschland

eine Querschnittslähmung. 40 Prozent der

Betroffenen verlieren die Funktion von Armen

und Beinen mit mehr oder minder ausgeprägtem

Verlust der Bewegungsfähigkeit im

Armbereich – darunter vor allem jüngere Patienten.

"Bei Hoch-Querschnittgelähmten bedeutet

jede Form der Verbesserung der Greiffunktion

einen wesentlichen Gewinn an Lebensqualität

und entscheidet darüber, ob ein

Querschnittgelähmter sein Leben selbständig

meistern kann oder lebenslang vollständig auf

fremde Hilfe angewiesen ist.", beschreibt

Rupp seine Motivation.

Im Rahmen seiner Doktorarbeit entwickelte

der Ingenieur Neuroprothesen, die mittels

schwacher Muskelanspannungen oder sogar

über Gedanken gesteuert werden. "Mit implantierbaren

Systemen wird ein wesentlich

Wünschenswert: computerbasierte

Systeme für den Daten-

austausch zwischen Haus-

arzt und Klink.

Quelle: fotolia

höherer Alltagsnutzen erreicht, da die Greifmuster

besser reproduziert und koordiniert

werden können und die Handhabung wesentlich

einfacher ist. Aber auch dort, wo eine

Implantation nicht in Frage kommt, kann mit

dem von mir weiterentwickelten Oberflächensystem

ein entscheidender Funktionsgewinn

erzielt werden". Dieser Meinung war

auch die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie

und Chirurgie. Sie übereichte Rupp beim

Kongress für Orthopädie und Unfallchirurgie

im Oktober 2008 für seine Arbeit den renommierten

Konrad-Biesalski-Preis.

Auch für Klavier spielende Querschnittsgelähmte,

die von der Hüfte abwärts gelähmt

sind, hat sich der Forscher etwas überlegt:

Eine Beißschiene mit einem druckempfindlichen

Sensor, die der Pianist im Mund trägt und

mit welcher er das Pedal je nach Notierung in

der Partitur steuern kann.

Zurzeit entwickeln der umtriebige Erfinder und

sein Team unter anderem einen „aktiven“ Ärmel,

das Orthojacket. Über den gelähmten

Arm gestülpt, soll er Schulter und Armbewe-

MGM Seite 18

MGM: Inwieweit bestehen Verbesserungsmöglichkeiten in der

ambulanten Nachbetreuung?

Johannes Zeichen: Wenn Patienten in die ambulante Betreuung

gehen, werden sie in der Regel gut weiter behandelt. Das Wichtigste

ist ein schneller Informationsaustausch bei Problemen –

egal ob mit niedergelassenen Kollegen oder mit der Reha-Klinik.

Beides läuft im Regelfall sehr gut.

Es gibt aber schon Projekte, die wir uns wünschen: Für uns wäre

es von Vorteil, gerade bei verletzten alten Patienten, über computerbasierte

Systeme auf Daten aus der Hausarztpraxis zuzugreifen,

um beispielsweise die aktuellen Medikamente zu erfragen.

Umgekehrt wäre es sinnvoll, Niedergelassene könnten auf bestimmte

Laborwerte und Röntgenbilder aus unserer

Klinik zugreifen. Das könnte die Patientenversorgung langfristig

verbessern. Die ist schließlich das Ziel, das wir alle verfolgen –

von der Akutklinik über die Rehabilitation bis zur ambulanten Versorgung

durch niedergelassene Ärztinnen und Ärzte.

Dr. Rüdiger Rupp (Quelle: privat)

gungen wieder möglich machen. Das Orthojacket

wird über Signalumwandler und Elektrostimulationselektroden

angetrieben. Die Signale,

damit eine Bewegung ausgelöst wird,

kommen über noch vorhandene Restfunktionen

des Armes oder über Gedankenkraft.

Quelle: fotolia


REHA

Verhaltenstherapie hilft

bei Rückenschmerz

Menschen mit chronischen Rückenschmerzen erhalten häufig

Rehabilitation. Das Behandlungskonzept muss auf die Bedürfnisse

der Patienten zugeschnitten sein. Auch die seelischen Belastungen

der Betroffenen dürfen dabei nicht aus dem Blick geraten.

Heinz Kuhlmey ist 45 Jahre. Vor zwei Monaten

wurde er an einem Bandscheibenvorfall

operiert. Dieser war der vorläufige

Schlusspunkt einer langen Leidensgeschichte.

Seit über zehn Jahren litt er mindestens

zweimal im Jahr an heftigsten

Rückenschmerzen. Krankschreibungen

folgten und damit die Angst seinen Arbeitsplatz

zu verlieren. Jetzt schöpft der

gelernte Schlosser erstmals wieder Hoffnung:

„Die Anwendungen in der Klinik

und die Gespräche haben mir Mut gemacht.

Ich kann es schaffen und mit meinen

Schmerzen leben.“

Die Klinik, von der Heinz Kuhlmey spricht,

ist ein Rehabilitationskrankenhaus an der

Quelle: fotolia

Ostsee. Vier Wochen war er dort. Neben

dem regelmäßigen Bewegungsprogramm

baten ihn die Therapeuten immer

wieder zum Gespräch – alleine, aber auch

mit anderen zusammen. „In den Gruppengesprächen

habe ich gesehen, dass

es nicht nur mir so geht. Andere machen

sich genauso Sorgen um ihren Arbeitsplatz.

Mir ist irgendwie ein Stein vom Herzen

gefallen. Auch sich selbst einmal auf

dem Bildschirm zu sehen, wie krumm

man eigentlich dasteht und geht. Dass

diese Fehlhaltung nicht gut für den Rü-

cken sein kann, versteht man dann sofort.“

Die guten Erfahrungen, von denen Herr

Kuhlmey berichtet, sind auch wissenschaftlich

belegt: Wird die orthopädische

Rehabilitation mit einer Verhaltenstherapie

kombiniert, tritt der Erfolg rascher ein

und hält länger an. Vor allem jüngere Patientinnen

und Patienten scheinen mit

diesem Konzept ihre Lebensqualität verbessern

zu können.

Die Seele leidet mit

Im aktuellen Standardwerk „Lehrbuch der

Verhaltenstherapie“ von Jürgen Margraf

wird das Thema chronischer Schmerz aus-

führlich behandelt. Dort ist mit 17 Prozent

Rückenschmerz der häufigste Grund

für anhaltende Schmerzen, gefolgt von

Beschwerden im Knie und Kopfschmerzen.

Bei jedem Vierten beeinträchtigen

die Beschwerden die Berufstätigkeit der

Betroffenen. Viele leiden zusätzlich an

Schlafstörungen, können ihren Haushalt

nicht mehr alleine bewältigen oder fühlen

sich sozial abgeschnitten.

Trotzdem ist es für Betroffene am Anfang

häufig schwer nachvollziehbar, dass die

Schmerzen im Rücken auch ihre Seele

MGM Seite 19

Chronische

Schmerzen

belasten die

Seele

beeinflussen. Körper und Seele sind als

eine Einheit zu verstehen, eines ohne das

andere geht nicht. So kann beispielsweise

lang anhaltender Stress Ursache für die

Rückenschmerzen sein. Oder ein

schmerzhafter Schaden an der Wirbelsäule

behindert die alltäglichen Verrichtungen

so stark, dass sie Überforderung

(Stress) auslösen. Gespräche helfen den

Zusammenhang klarer zu sehen: Was

macht der Schmerz mit mir, wann verstärkt

und wann verbessert er sich, und

welche Auswirkungen hat das auf mein

Umfeld – beruflich und privat.

Die Selbstbeobachtung ist ein wichtiger

Schritt, sein Leben bewusst zu steuern.

Mit Entspannungstechniken lässt sich die

Selbstwahrnehmung verstärken. Normalerweise

läuft ein Bewegungsmuster

ganz automatisch ab. Wir gehen oder stehen,

über das wie machen wir uns dabei

keine Gedanken.

Entspannung nutzt

Biofeedback bringt diese unbewusst ablaufenden

Regelkreise ins Bewusstsein.

So spüren Betroffene zwar ihren Schmerz

ganz deutlich, die ebenfalls bestehenden

Muskelverspannungen sind ihnen nicht

bewusst. Diese Verspannungen lassen

sich aber mit Elektroden messen und beispielsweise

als Balken, der je nach Stärke

der Muskelanspannung höher oder nied-

Quelle: fotolia


iger ausfällt, auf einem Bildschirm sichtbar

und damit bewusst machen. Diese

Rückmeldung (Feedback) über den Spannungszustand

der Rückenmuskulatur hilft

schneller zu begreifen, was der Muskulatur

gut oder weniger gut tut. Mit Biofeedback

lassen sich auch andere Körperfunktionen

als Bilder oder Töne

darstellen, beispielsweise Puls und Atmung.

Biofeedback gehört zu den Entspannungstechniken,

lässt sich aber auch gut

mit einer anderen Methode kombinieren.

Bekannte Beispiele für weitere Entspannungsverfahren

sind Autogenes Training,

Yoga und die Progressive Muskelrelaxation

(PMR). Alle Methoden haben zum

Ziel, die Muskelspannung herabzusetzen

und dadurch Verspannungen zu lösen.

Wer sich mit einem der Verfahren vertraut

macht und regelmäßig übt, wird davon

auch im Alltag profitieren. Der

Schmerz lässt nach, auch auf Stresssituationen

reagieren die Muskeln dann

nicht mehr so rasch mit krampfhaftem

Zusammenziehen.

Herr K. hat sich für die PMR entschieden.

„Das mache ich auch im Alltag einfach

so nebenbei und keiner sieht was,

außer natürlich: ich. Sobald ich merke,

dass sich in meinem Rücken wieder was

anbahnen will, unterbreche ich den Teufelskreis.“

Quelle: fotolia

Kinder brauchen Förderung

REHA

Roboter helfen wieder Gehen zu lernen

Laufsimulatoren unterstützen Therapeuten dabei, Patienten das Gehen wieder beizubringen.

Da die Beine des Erkrankten nicht mehr bewegt werden müssen kann sich der

Physiotherapeut auf die Verbesserungen der Bewegung des Patienten konzentrieren.

Robotergesteuerte Laufsimulatoren erleichtern

die Arbeit mit Patienten, die

eine Bewegungsstörung haben, beispielsweise

nach einem Schlaganfall,

dem Verlust eines Beines oder einer

schweren Kopfverletzungen. Das Gangtraining

geht auch ohne Simulator, aber

das kostet die behandelnden Physiotherapeuten

Zeit und Kraft – zwei bis

drei Therapeuten sind erforderlich, um

per Hand einen Fuß des Patienten vor

den anderen zu setzen und gleichzeitig

seinen Körper abzustützen. Der Laufsimulator

nimmt ihnen diese Arbeit ab

und verschafft ihnen die Möglichkeit

sich auf die Korrektur des Gangbildes

und die Kommunikation zu konzentrieren.

„Gehen ist ein hochkomplexer Vorgang.

Durch die Therapie können im motorischen

Gehirnareal neue Verschaltungen

ausgelöst werden, die den Patienten

dabei helfen, wieder das Gehen zu erlernen.

Gerade bei Kindern und Jugendlichen

sind dadurch nachhaltige Fort-

Neuer Schub für Frühförderung

Behinderten Kindern und ihren Eltern soll künftig flächendeckend,

unbürokratisch und aus einer Hand mit

Leistungen der Frühförderung geholfen werden.

Behinderte und von Behinderung bedrohte

Kinder benötigen vielfach eine

Verknüpfung aus medizinisch-therapeutischen

und heilpädagogischen

Leistungen. Diese Leistung, die auch

das soziale Umfeld des Kindes mit einbezieht,

bezeichnet man als "Komplexleistung

Frühförderung". Angeboten

werden sie von interdisziplinären

Frühförderstellen oder Sozialpädiatrischen

Zentren.

Aus Sicht der Bundesregierung sind die

rechtlichen Grundlagen für die Frühförderung

ausreichend. Allerdings verlief

die praktische Umsetzung der

Frühförderung bislang nicht im gesamten

Bundesgebiet reibungslos.

Hindernisse waren Abstimmungspro-

MGM Seite 20

schritte erreichbar“, erklärt Andreas

Sprinz, Geschäftsführer und Ärztlicher

Leiter des Ganglabors Walstedde. Rund

280.000 Euro investierte das Ganglabor

Walstedde in seinen robotergesteuerten

Lokomat.

Ein weiteres Beispiel ist der so genannte

HapticWalker, entwickelt von einer Berliner

Forschergruppe. Mit ihm können

Patienten auch das wichtige Stolpern

oder Ausrutschen üben. Und je nach

Lernfortschritt sorgt ein Computerprogramm

dafür, dass die Unterstützung

des Patienten immer mehr reduziert

wird.

Laufbänder gehören seit 20 Jahren zur

Rehabilitation von Patienten mit Bewegungsstörungen.

Die Entwicklung robotergestützter

Laufsimulatoren macht die

Behandlung leichter und besser: Die Patienten

lernen dass Gehen schneller und

sind früher selbständig. Therapeuten und

Patienten müssen jedoch darauf achten,

dass die Gelenke nicht zu früh und zu

stark belastet werden.

bleme vor Ort, zwischen den Rehabilitationsträgern

untereinander sowie

zwischen Rehabilitationsträgern und Anbietern.

Auch führten immer wieder Fragen

zum Inhalt der Frühförderung, zu

den Beratungs- und Unterstützungsleistungen

von Eltern, zu mobilen Hilfen

und zur Kostenteilung der Reha-Träger

zu Umsetzungsschwierigkeiten

der Frühförderung.

In einem gemeinsamen Rundschreiben

an die Spitzenverbände der Rehabilitationsträger

haben das Bundesministerium

für Arbeit und Soziales und das

Bundesministerium für Gesundheit

jetzt Hinweise zur Umsetzung der

Komplexleistung Frühförderung gegeben.


Quelle: fotolia

REHA

Schadet Früh-Reha nach Bandscheiben-

Operation im Lendenbereich?

Wie die Mobilisierung nach Bandscheiben-Operationen am besten funktioniert, darüber

sind sich Experten nicht einig. Die einen wollen die Patienten länger

geschont sehen als andere. Nun haben Wissenschaftler versucht, diese Frage zu klären.

Eine Reihe von Rehabilitationsmaßnahmen

steht für Patienten mit frisch operierter

Bandscheibe im Lendenwirbelsäulenbereich

(lumbal) zur Verfügung.

Die angebotenen Trainingsprogramme

unterscheiden sich in der Stärke der

Übungen. Grund ist, dass Experten sich

nicht einig darüber sind, ob eine längere

Ruhephase und ein anschließender langsamer

Trainingsaufbau oder eine frühe

Mobilisierung und eine stärkere Übungsbelastung

besser für die Genesung sind.

Raymond Ostelo vom Gesundheitswissenschaftlichen

Institut an der Universität

von Amsterdam hat mit seinen Kollegen

alle verfügbaren Studien zu

Nach Bandscheiben-Operationen

stellt

sich die Frage:

Wie wird man

am schnellsten

wieder fit?

diesem Thema zusammengetragen, um

diese Fragen zu beantworten. Ihr Fazit:

Patienten, die frühzeitig – innerhalb von

6-8 Wochen – nach der Operation mit einem

Trainingsprogramm beginnen, ha-

Quelle: fotolia

Intelligente

Krücke warnt vor

Fehlbelastung

Das Fraunhofer IPA hat eine intelligente Unterarmkrücke, den

„Walking Officer“, entwickelt: In eine handelsübliche Gehhilfe

werden Sensoren integriert, mit denen Stützkräfte, Bewegungsabläufe

und Beschleunigungen erfasst werden können.

Jeder, der schon einmal in der unangenehmen Situation war, sich für längere Zeit

auf Krücken stützen zu müssen, kennt die Anweisung des Arztes: „Sie dürfen Ihr

Bein ab jetzt mit 30 Prozent Ihres Körpergewichtes belasten.“ Doch wie fühlen

sich diese 30 Prozent im täglichen Leben an? Das vermag man als Patient nur

schwer einzuschätzen. Genauso schwierig ist aus der Sicht des Orthopäden oder

Physiotherapeuten oft die Einschätzung, wie diszipliniert der Patient die Krücken

tatsächlich verwendet.

Damit liegt die Idee des Walking Officers schon fast auf der Hand: Man nehme

eine handelsübliche Gehhilfe und integriere Sensoren für die Erfassung der

Stützkräfte, der Bewegungsabläufe und der auftretenden Beschleunigungen.

Die Krücken geben dem Patienten eine Rückmeldung, falls er die Krücke unterund

somit das Bein überbelasten sollte.

Neben der direkten Anzeige des Belastungszustands verbessern die Sensordaten

die Abstimmung des Rehabilitationsprozesses durch den Orthopäden oder

Physiotherapeuten. Der Walking Officer geht jetzt an der Universitätsklinik Tübingen

in einen Praxistest.

MGM Seite 21

ben weniger Schmerzen und kommen

schneller wieder auf die Beine. Intensive

Bewegungsprogramme waren effektiver

als Programme, bei denen die Teilnehmer

weniger gefordert wurden. Die Trainingsprogramme

führten nicht zu einem

erhöhten Rückfallrisiko.

Offen bleibt die Frage, ob alle Patienten

nach lumbaler Bandscheiben-OP an

einem Trainingsprogramm teilnehmen

sollen, oder nur jene, die nach sechs Wochen

noch Schmerzen und Bewegungseinschränkungen

haben.

Einfache Unterarmkrücken

haben vielleicht

bald ausgedient


Unfallopfer brauchen lange

Unterstützung

Schwer Unfallverletzte finden meist nur

langsam zurück in den Alltag. Nach

der akuten Versorgung im Krankenhaus

folgen Monate der Rehabilitation. Ein

langer Prozess, der viel Unterstützung

bedarf.

Medizinstudent Sven M. war 25

Jahre jung, als ein Sprung in einen

Baggersee sein Leben schlagartig

änderte. Drei Wochen lag Sven im

künstlichen Koma in der Klinik. Eine

Zeit, an die er sich dementsprechend

nicht mehr erinnern kann.

Erst allmählich erfasste er die Bedeutung

der Diagnose: Hohe Quer-

schnittslähmung. Er spürte seine

Arme und Beine nicht mehr. Bitterkeit

machte sich breit, warum er

und warum das. Warum war er

nicht gleich gestorben, sondern lebendig

in einem leblosen Körper

gefangen. Es dauerte Monate und

bedarf ständigem Zuspruchs von

den Ärzten, den Therapeuten, ei-

REHA

Musiktherapie für schwer Hirnverletzte

Der Bedarf an kompetenten Rehabilitationsangeboten für Hirnverletzte steigt

kontinuierlich. Welche positiven Effekte die Musiktherapie bei den Betroffenen

auslöst, erklärt der englische Musiktherapeut Simon Gilbertson.

Der Musiktherapeut Simon Gilbertson leitete

in den 90-er Jahren die musiktherapeutische

Abteilung der Rehabilitationsklinik Holthausen

in Hattingen, eine auf neurologische und

neurochirurgische Rehabilitation spezialisierte

Klinik. Unfallopfer mit schweren Hirnverletzungen

werden hier häufig betreut. Die Folgen

der Verletzungen können sehr unterschiedlich

sein, sie reichen von Lähmungen,

Sprach- und Koordinationsstörungen bis zu einer

Abnahme des Konzentrations- und Denkvermögens.

Nach Prognosen der Weltgesundheitsorganisation

(WHO) wird die Zahl schwerer Verkehrsunfälle

weltweit zunehmen. Verkehrsunfälle

sind der Hauptauslöser für Schädelhirntraumata.

Auch die drei Patienten, deren Genesungsfortschritte

Gilbertson im Rahmen einer

Studie untersucht hat, waren Opfer von Unfällen

im Straßenverkehr – als Fahrradfahrer,

Fußgänger oder Motorradfahrer.

„Zu einer Rehabilitation gehört auch das

Wiederherstellen einer Beziehung zu sich

selbst, zu einer anderen Person und zur Allgemeinheit",

betont Gilbertson. Die drei männlichen

Patienten - damals im Alter von neun,

Quelle: fotolia

MGM Seite 22

ner Psychologin und der Familie bis

er wieder Hoffnung schöpfte.

Schwerstverletzte wieder zurück

ins Leben zu holen, geht weit

über die medizinische Erstversorgung

hinaus. Welche körperlichen

Beeinträchtigungen bleiben, wie

lassen sie sich vermindern und wie

kann die Behinderung in das private

Umfeld und den beruflichen

Werdegang integriert werden, sind

wichtige Aspekte, die das gesamte

Behandlerteam berücksichtigen

muss.

Alles ist plötzlich anders

Von der Medizinischen Hochschule

Hannover zusammengetragene

Daten verdeutlichen das Problem:

Schwerverletzte im Alter über 18

Jahre stehen meist vor sozialen

und ökonomischen Einschnitten.

Jeder Dritte verliert seine Arbeit, 17

Prozent müssen sich umschulen

lassen und jeder Vierte geht in

Frührente – darunter mehr Frauen

als Männer. Über finanzielle Verluste

berichteten 43 Prozent der

14 und 21 Jahren – waren nach dem Unfall an

den Rollstuhl gebunden. Sie sprachen nicht,

wirkten apathisch, und es war kaum zu entscheiden,

ob sie ihre Umwelt bewusst wahrnahmen.

„Während der musiktherapeutischen

Sitzungen war es für mich manchmal

schwer zu beurteilen, ob eine Geste oder ein

Laut nur zufällig war oder mit der Musik in Verbindung

stand“, erinnert sich Gilbertson.

Die Analyse der Bild- und Tondokumente ergab:

Die Patienten traten Schritt für Schritt aus

ihrer Isolation heraus und kommunizierten

über die Musik mit dem Therapeuten. Das

insgesamt 637 verunfallten Personen,

von denen die Daten erfasst

worden waren. Schwer wogen

für viele auch die Veränderungen

im Privatleben: Der Freundeskreis

schrumpft merklich, bei

vielen Freizeitaktivitäten ist man

plötzlich außen vor. Der eigene

Frust belaste Partnerschaft und

Familie, berichteten 40 Prozent

aller Befragten.

Neben der akuten Versorgung im

Krankenhaus tragen vor allem medizinische

und berufliche Rehabilitation

zur Wiedereingliederung

der Betroffenen bei. Der Erfolg

hängt von dem Durchhaltevermögen

aller ab – dem Patienten, seinen

Angehörigen und den Therapeuten.

„Ich war über zehn Monate

in einer neurologischen Reha-

Klinik für Querschnittsgelähmte.

Die Fortschritte habe ich mir hart

erarbeitet“, berichtet Sven. Heute,

sechs Jahre nach dem Ereignis,

lebt Sven im Haus seiner Eltern,

das diese behindertengerecht umgebaut

haben.

Musik fördert den

Heilungsprozess

scheinbar absichtslose Berühren eines Windspiels

oder das interessenlos wirkende Drücken

einer Klaviertaste erwies sich als "Antwort"

auf die musikalischen Improvisationen

ihres Gegenübers. Im Verlauf der Therapie wurden

die Teilnehmer mehr und mehr von sich

selbst aus musikalisch kreativ.

Musiktherapie in dieser frühen und wichtigen

Phase der Rehabilitation, so Gilbertson, verbessere

die soziale Teilnahme, die Koordination

und die Bewegungsabläufe der Patienten

sowohl innerhalb als auch außerhalb der Therapiesitzungen.

Quelle: fotolia


Wissenschaftler haben konkrete

Vorschläge entwickelt, wie die berufliche

Rehabilitation der Zukunft aussehen

sollte. Berufliche Reha ist ein wichtiger

Bestandteil der Förderung von Menschen

mit körperlicher oder geistiger Einschränkung.

Im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit

und Soziales (BMAS) hatten sich Wissenschaftler

mit der Frage befasst, wie berufliche

Rehabilitation auch unter veränderten wirtschaftlichen

und gesellschaftlichen Bedingungen

so erfolgen kann, dass erwachsene

Menschen mit Handicaps an Beruf und Gesellschaft

teilhaben können. Das Ergebnis ihrer

zweijährigen Arbeit übergaben sie am 5.

August 2009 im Bundesarbeitsministerium.

Die Vorschläge liefern großes Innovationspotenzial

für die berufliche Rehabilitation. "Unsere

Wirtschaft und die Betriebe brauchen jeden.

Auch Menschen mit Handicaps. Wer mit Hilfe

beruflicher Reha gelernt hat, herbe Schicksalsschläge

wie schwere Erkrankungen oder

Behinderungen erfolgreich zu meistern und zudem

fachlich auf der Höhe der Zeit ist, stellt

für jedes Unternehmen einen Gewinn dar. Sei-

Übungsprogramme

sind Bestandteil der

Rehabilitation

REHA

Welche Reha bei Muskel- und

Skeletterkrankungen?

Berufliche Reha auch in Zukunft wichtig

Quelle: fotolia

Erkrankungen des Halteapparates, wie chronische Rückenschmerzen

oder Rheuma, sind häufig. Rehabilitation hilft Betroffenen, besser

mit ihrer Erkrankung umzugehen. Sie kann stationär oder ambulant

durchgeführt werden.

Für die Krankenkassen scheint die Lage klar: Ambulante Angebote sind kostengünstiger

als stationäre. Die Kosten für stationäre Maßnahmen belaufen

sich auf rund 2.000 €, ambulante Angebote sind gerade einmal halb so teuer.

Doch bisher stehen ambulante Rehabilitationen häufig nur in Ballungsräumen

zur Verfügung. Erkrankten in ländlichen Regionen bleibt meist nur

die stationäre Behandlung in einer Klinik. Rentenversicherungen und Krankenkassen

bemühen sich weitere Angebote aufzubauen. 1995 existierten

13 ambulante Einrichtungen, zehn Jahre später waren es schon 140.

Aber nicht für jeden ist eine ambulante Betreuung die richtige Wahl. Eine

schwere Beeinträchtigung kann den Weg dorthin unmöglich machen. Und

manchmal ist es gerade die Distanz vom Alltagsleben, wie sie bei einer stationären

Reha meist gegeben ist, die eine erfolgreiche Teilnahme erst möglich

macht.

Auch über die Qualität der Rehabilitation sagen die Zahlen jedoch nichts aus.

Sollen Menschen mit Muskel- und Skeletterkrankungen ambulant betreut

werden, müssen sich die Angebote einer ständigen Qualitätskontrolle unterziehen.

ne Fähigkeiten und Fertigkeiten sollten gefragt

sein. Er ist sehr oft leistungswilliger und leistungsfähiger

als vermutet. Er ist menschlich

und fachlich stark und passt in jedes gute

Team", erklärte der ehemalige Arbeitsminister

Olaf Scholz.

Nach Einschätzung der Wissenschaftlichen

Fachgruppe sind drei Faktoren entscheidend

für die Beschäftigungsfähigkeit von Menschen

mit gesundheitlichen Einschränkungen

oder Behinderungen: die Stärkung der

Selbstbestimmung des Einzelnen, individuelle

Hilfsangebote sowie die frühzeitige Integration

in den Arbeitsmarkt.

Dazu sagte Hans-Peter Riedel, Vorsitzender der

Wissenschaftlichen Fachgruppe: "Nur ein System

aktivierender Hilfen, die aufeinander abgestimmt

und individuell auf den Einzelnen zugeschnitten

sind, wird den besonderen Bedürfnissen

dieser Personengruppe und Anforderungen

des Arbeitsmarktes gerecht. Die

individuelle Koordinierung und Steuerung von

Rehabilitationsprozessen wird dabei die zentrale

Herausforderung für das System beruflicher

Reha."

Gleich mehrere Handlungsfelder haben die

Wissenschaftler herausgestellt, um die Effizienz

und Effektivität beruflicher Reha dauer-

MGM Seite 23

haft zu sichern: Bessere Information der Betroffenen,

ihre stärkere Selbstbestimmung im

Prozess beruflicher Reha, die Individualisierung

aller Leistungen und eine engere Vernetzung

mit Unternehmen und Betrieben. Die Vorschläge

richten sich einerseits an die Rehabilitationsträger,

also im Wesentlichen an die

gesetzliche Renten-, Arbeitslosen- und Unfallversicherung,

und andererseits besonders

an ambulante und stationäre Einrichtungen, die

Angebote zur beruflichen Rehabilitation

machen.

Menschen

mit Behinderung

integrieren

Quelle: fotolia


Wunsch- und Wahlrecht

In der Ausgabe 01/2009 hatten wir über

die Stärkung der Patientenrechte durch

das Landessozialgericht (LSG) Hessen (Urteil

vom 28.08.2008, Az.: L 1 KR 2/05) berichtet.

Das LSG verurteilte den verklagten

Kostenträger dazu, dem klagenden Patienten

die vorverauslagten Kosten fast

vollständig zu erstatten.

Der Patient hatte den stationären Reha-

Aufenthalt in einer von ihm gewählten Klinik

beim zuständigen Kostenträger beantragt.

Trotz Vorlage eines ärztlichen Attests

wurde der Antrag abgelehnt, so dass der

Patient für die entstandenen Kosten zunächst

selbst aufkam. Nach erfolglosem

Widerspruchsverfahren und fast dreijähriger

Verfahrensdauer vor dem Sozialgericht

REHA RECHT

Persönliches Budget –

Wunsch- und Wahlrecht

§

Die Einflussmöglichkeiten von Patienten auf Art und Umfang von

Rehabilitationsmaßnahmen nehmen immer mehr zu. Betroffene

können dadurch als Experten in eigener Sache freier und mit

flexiblen, selbst gewählten Maßnahmen ihr Leben gestalten.

Sie bestimmen so den Behandlungserfolg maßgeblich mit.

wurde die Klage zunächst erstinstanzlich

abgewiesen. Erst die Berufung beim LSG

verhalf dem klagenden Patienten zum Erfolg.

Das LSG entschied, dass dem Patienten

die Behandlungskosten bis auf den

Zuzahlungsbetrag zu erstatten sind. Gleichzeitig

hat das Landessozialgericht Hessen

die Voraussetzungen für die Ausübung des

Wunsch- und Wahlrechtes näher bestimmt.

Das LSG Hessen hat damit bestätigt, was

nach dem Willen des Gesetzgebers längst

selbstverständlich sein sollte - Patienten,

die aufgrund ihrer gesundheitlichen Situation

einer medizinischen Rehabilitation

bedürfen, haben grundsätzlich das Recht,

eine geeignete Rehabilitationsklinik selbst

auszusuchen. Dem Kostenträger verbleibt

Bei Ausübung des Wahlrechts sollten folgen de

Punkte beachtet werden:

✘ Beantragung einer Reha in einer als Vorsorge- und Rehabilitationseinrichtung

zugelassenen Klinik

Datenbank mit rund 350 Kliniken aus dem gesamten Bundesgebiet

unter www.arbeitskreis-gesundheit.de

✘ Dem Antrag sollte eine Begründung zur Wahl der konkreten

Rehabilitationseinrichtung beiliegen

✘ Außerdem sollten Sie ein befürwortendes Gutachten Ihres

behandelnden Arztes beilegen

✘ Der Antrag kann auch direkt beim zuständigen Kostenträger

gestellt werden, Antragsvordrucke erhalten Sie beim Kostenträger

✘ Im Falle der Ablehnung Widerspruch gegen Ablehnungsbescheid

einlegen und danach klagen

✘ Generell bei wiederholter Beantragung einer Reha Wiederholungsintervall

von vier Jahren beachten

MGM Seite 24

natürlich ein Beurteilungsspielraum, ob die

geäußerten Wünsche berechtigt und angemessen

sind. Bei dieser Prüfung ist die

Kostenfrage allerdings außen vor zu lassen.

Entscheidend ist die Frage, ob die

Wunschklinik entsprechend zertifiziert und

geeignet ist.

Beispiele für Zertifizierungen

Kostenträger versuchen häufig, Patienten

durch entsprechende Beschränkungen der

Genehmigungen in eigene Vertragshäuser

zu lenken. An diese Vorgabe sind Sie als Patient

jedoch nicht immer gebunden. Denn

hat die von Ihnen gewählte Klinik einen Versorgungsvertrag

gem. § 111 SGB V geschlossen,

kann in der Regel jede vom Patienten

gewünschte, geeignete und zertifizierte

Rehabilitationsklinik ohne Mehrkosten

aufgesucht werden. Ein Mehraufwand

muss allerdings dann vom Patienten

getragen werden, wenn die ausgewählte

Rehabilitationsklinik keinen Versorgungsvertrag

mit dem zuständigen Kostenträger

geschlossen hat.

Informieren Sie sich daher rechtzeitig über

in Betracht kommende Rehabilitationskliniken,

bevor Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht

ausüben. Welche Erkrankungen werden

behandelt? Werden meine Bedürfnisse

nach Lage, Service und Ausstattung

berücksichtigt? Ist die Klinik von unabhängiger

Stelle zertifiziert? Diese Punkte

gilt es, vorab zu klären. Informationen hierzu

finden Sie in der Klinikdatenbank des

Arbeitskreis Gesundheit e.V. oder beim zuständigen

Sozialdienst des behandelnden

Akutkrankenhauses.

Quelle: EQR Quelle: KTQ


Persönliches Budget

Für behinderte, chronisch kranke oder von

Behinderung bedrohte Menschen war ein

ähnlich großer Schritt zu mehr Selbstbestimmung

die zum 01.07.2001 vom Gesetzgeber

geschaffene Leistungsform

des „Persönlichen Budgets“. Anstelle von

fest definierten Sach- und Dienstleistungen

können die o. g. Personen ein Persönliches

Budget in Form eines Geldbetrags

oder eines Gutscheins erhalten.

Bis zum 31.12.2007 bestand auf das Persönliche

Budget kein Rechtsanspruch.

Der Leistungsträger entschied, ob Leistungen

in Form von Persönlichen Budgets

bewilligt oder abgelehnt wurden. Nach

Erprobung in verschiedenen Modellregionen

wurde zum 01.01.2008 ein Rechtsanspruch

geschaffen. Dieser besagt, dass

bei Vorliegen der rechtlichen Voraussetzungen

grundsätzlich dem Wunsch- und

Wahlrecht der potenziellen Budgetnehmer

in vollem Umfang zu entsprechen ist

und alle Anträge auf Bewilligung von Persönlichen

Budgets zu genehmigen sind.

Die Beantragung des Persönlichen Budgets

steht jedem Betroffenen frei. Der

Antrag kann an den Kostenträger der Rehabilitationsmaßnahme,

wie zum Beispiel

Renten-, Krankenversicherung, Pflegekasse

oder Sozialamt sowie an gemeinsame

Servicestellen der Reha-Träger gerichtet

werden. Die Servicestellen informieren

und beraten über die Möglichkeiten

der Inanspruchnahme. Ein Verzeichnis

der Servicestellen finden Sie auf der

Internetseite der Deutschen Rentenversicherung

(www.reha-servicestellen. de/).

Das Persönliche Budget kann sich auch

aus Leistungen mehrerer Träger zusammensetzen

(trägerübergreifendes Budget).

Zur Erleichterung für die Betroffenen

gibt es jedoch auch in diesem Fall nur

eine Anlaufstelle. Adressen von Beratungsstellen

finden Sie in den Broschüren

des Bundesministeriums für Arbeit

und Soziales (BMAS), die auf der Homepage

des BMAS auch als Download zur

Verfügung stehen.

REHA RECHT

Leistungserbringung in Form des Persönlichen

Budgets aus Sicht des antragstellenden Patienten –

Übersicht über das Verwaltungsverfahren









Der Patient wendet sich an eine gemeinsame Servicestelle (ggf.

mit Unterstützung); Gemeinsame Servicestellen sind im Internet

unter www.reha-servicestellen.de zu finden, gegliedert nach

Träger, Ort, Bundesland oder nächstgelegener Servicestelle.

In einem persönlichem Gespräch wird individueller

Förder- und Leistungsbedarf geklärt, infrage kommende

Leistungen werden erörtert.

Beantragung von Leistungen in Form eines Persönlichen

Budgets durch Patienten.

Sind Leistungen bei mehreren Trägern beantragt

(trägerübergreifendes Budget), holt der Leistungsträger, der zum

sog. „Beauftragten“ wird, von den anderen beteiligten

Leistungsträgern binnen zwei Wochen eine Stellungnahme ein.

In einem trägerübergreifenden Bedarfsfeststellungsverfahren

wird mit dem Antrag stellenden Patienten und ggf. einer Person

seiner Wahl besprochen, welche Leistungen in Form des

Persönlichen Budgets erbracht werden können. Hier können auch

Vertreter der beteiligten Leistungsträger beteiligt sein.

Sobald der jeweilige Bedarf festgestellt ist, schließt der

leistungsberechtigte Patient mit dem zuständigen Leistungsträger,

dem sog. „Beauftragten“, eine Zielvereinbarung über

abzudeckende Leistungen ab.

Erhalt des Bescheids mit Einzelheiten des Persönlichen

Budgets. Sofern der Patient mit der Feststellung

nicht einverstanden ist, kann er Rechtsmittel einlegen.

Sofern kein Einspruch eingelegt wurde, erfolgt die Auszahlung

und Erhalt der Gesamtleistung durch den Beauftragten.

MGM Seite 25


Die gesetzliche Krankenversicherung in

Deutschland dient dem Zweck, die

Gesundheit der Versicherten zu schützen

und zu erhalten. Daneben ist es auch

Aufgabe der Sozialversicherung, Maßnahmen

zur Besserung und zur

Wiederherstellung der Gesundheit und

Leistungsfähigkeit – sowie im Falle

der Minderung der Erwerbsfähigkeit –

Leistungen zur wirtschaftlichen

Sicherung der Versicherten zu erbringen.

Wir als Arbeitskreis Gesundheit e.V. legen unser

besonderes Augenmerk auf die Maßnahmen

zur Besserung und Wiederherstellung

der Gesundheit – die Rehabilitation. Wir haben

es uns zur Aufgabe gemacht, Sie zur Rehabilitation

umfassend zu informieren. Die Rehabilitation

ist für die Versicherten eine Chance,

wieder aktiv am Leben teilzuhaben. Kranken-

und Rentenversicherte haben einen Anspruch

auf Rehabilitation. Die Kosten für Rehamaßnahmen

tragen die „Kostenträger“, d. h.

Ihre Kranken- oder Rentenversicherung.

Welcher Kostenträger ist

zuständig?

Als Kostenträger kommen die Deutsche Rentenversicherung,

die Berufsgenossenschaft

sowie die gesetzlichen Krankenkassen in Betracht.

Die Deutsche Rentenversicherung ist

REHA

Was ist Rehabilitation?

Antworten auf häufige Fragen zur Rehabilitation

in aller Regel für Rehamaßnahmen Erwerbstätiger

zuständig. Erleidet jedoch beispielsweise

ein Erwerbstätiger einen Arbeitsunfall

oder erkrankt er an einer Berufskrankheit, ist

die Berufsgenossenschaft zuständig. Nur

wenn weder Rentenversicherungsträger noch

Berufsgenossenschaft zuständig sind, ist die

Krankenversicherung der Kostenträger.

Der Weg zur Reha

Um eine Reha zu bekommen, müssen gesetzlich

Versicherte einen Antrag beim zuständigen

Kostenträger stellen. Dabei steht

es gesetzlich Krankenversicherten frei, den

Antrag auch ohne vorherige Konsultation eines

Arztes direkt beim Kostenträger einzureichen.

Sollten Sie den Antrag versehentlich beim unzuständigen

Kostenträger gestellt haben,

schadet das nicht. Ihr Antrag muss dann von

der nicht zuständigen Stelle binnen kurzer

Frist – in der Regel nach spätestens zwei Wochen

- an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet

werden. Diesen Umweg können

Sie umgehen: Auskunft über den zuständigen

Kostenträger erhalten Sie auch von Ihrer Krankenkasse.

Ein einfacher Anruf dort genügt.

Auch wenn ein Arztgutachten für einen Antrag

nicht unbedingt sein muss, sollte Ihr erster

Schritt auf dem Weg zur Reha immer zum

behandelnden Arzt führen. Er begutachtet die

MGM Seite 26

Quelle: fotolia

Notwendigkeit der Rehamaßnahme. Dieses

Arztgutachten sollten Sie dem Antrag beim

Kostenträger beilegen. Wird die Maßnahme

dennoch ohne Arztgutachten beantragt, ist

die Krankenkasse verpflichtet, dem Versicherten

mehrere Gutachter zur Auswahl vorzuschlagen.

Ein Arztbesuch zur Begutachtung

kommt also auf jeden Fall auf Sie zu.

Eine Ausnahme zur „Antragspflicht“ gibt es

aber: Bei einer Anschlussheilbehandlung

(AHB) ist kein vorheriger Antrag für die Rehamaßnahme

notwendig. Bei einer AHB wird

der Patient direkt aus einem Akutkrankenhaus

in eine Rehaeinrichtung verlegt. Den Antrag

für die AHB stellt das Krankenhaus.

Wie wird Ihr Antrag geprüft?

Bevor der Kostenträger eintscheidet, ob er eine

beantragte Rehamaßnahme genehmigt,

lässt er den Antrag prüfen. Im Rahmen dieser

„Prüfung der Notwendigkeit der Reha“ gewinnt

das ärztliche Gutachten immer mehr an

Gewicht. Geprüft werden im Antragsverfahren

Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsfähigkeit,

Rehabilitationspotential, Rehabilitationsprognose

und Rehabilitationsziel.

Zu diesen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK) aufgestellten Prüfungskriterien

sollte das ärztliche Gutachten Stellung

nehmen.

Wunsch- und Wahlrecht

Der Gesetzgeber verlangt vom Kostenträger,

die berechtigten Wünsche des Versicherten

zu berücksichtigen. Informieren Sie sich vor

Beantragung der Maßnahme rechtzeitig darüber,

welche Rehabilitationsklinik Ihre Erkrankung

behandelt und Ihren sonstigen Wünschen

nach Lage, Ausstattung und Service

entspricht. Eine Übersicht von Rehakliniken

finden Sie in unserem umfangreichen Nachschlagewerk

„Rehabilitationskliniken stellen

sich vor“ oder auf unserem Internetauftritt unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Richten Sie Ihr Augenmerk besonders darauf,

dass die ausgewählte Klinik von unabhängiger

Stelle zertifiziert wurde und somit nach

hohen, regelmäßig überprüften Qualitätsstandards

therapiert. Informationen hierüber

erhalten Sie entweder über die Homepage


Indikationen für medizinische Reha

Allergien

Atemwegs-Erkrankungen

Augenkrankheiten

Erkrankungen des Bewegungsapparates (Orthopädie)

Erkrankungen der Verdauungsorgane

Essstörungen (Adipositas, Anorexia nervosa,

Bulimie)

Gefäßkrankheiten

Geriatrie

Gerinnungsstörungen (Hämostaseologie)

Gynäkologische Erkrankungen

Harnwegserkrankungen (Urologie)

Hautkrankheiten

Herz- und Kreislauferkrankungen

Krebserkrankungen (Onkologie)

Mutter-Kind-Maßnahmen

Neurologie

Pädiatrie

Psychische Erkrankungen (Psychiatrie)

Psychosomatische Erkrankungen

Rheumatische Erkrankungen

Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörstörungen

Stoffwechselerkrankungen und Endokrinopathien

Suchtkrankheiten

REHA

der Klinik im Internet oder durch einen einfachen

Anruf bei der Klinik.

Ablehnung – wie weiter

Die Ablehnung ergeht als schriftlicher Bescheid.

Gegen diesen Bescheid muss in aller

Regel in einer Frist von einem Monat ab Erhalt

schriftlich Widerspruch eingelegt werden.

An wen der Widerspruch zu richten ist, können

Sie der Rechtsbehelfsbelehrung der Ablehnung

entnehmen. Sie finden sie meist am

Ende des Schreibens. Wichtig: Nur ein rechzeitiger

Widerspruch verhindert den rechtskräftigen

Abschluss des Antragsverfahrens.

Einen Widerspruch müssen Sie begründen.

Bei der Begründing sollten Sie wiederum die

Hilfe des verordnenden Arztes in Anspruch

nehmen. So werden Rehamaßnahmen beispielsweise

oft „nach Aktenlage“ abgelehnt.

Das bedeutet, das der Kostenträger nur danach

entscheidet, was im Antrag und dem

Arztgutachten steht. Oft ist es aber sinnvoll,

dass ein Arzt vom ärztlichen Dienst der Krankenkassen

(MDK) mit dem Patienten direkt

spricht und ihn untersucht. Während dieser

MGM Seite 27

Vorstellung beim ärztlichen Dienst haben Sie

nochmals die Gelegenheit, die Dringlichkeit

und Notwendigkeit der Behandlung zu schildern.

In diesem Fall ist eine Vorstellung beim

ärztlichen Dienst häufig sinnvoll. In vielen Fällen

bekommen Sie schon auf Grund Ihres Widerspruchs

die Rehabilitationsmaßnahme.

Für den Fall, dass der Kostenträger auch nach

Widerspruch die beantragte Maßnahme ablehnt,

steht die Möglichkeit der Klage zum Sozialgericht

offen. Auch hier ist eine Frist von

einem Monat ab Bekanntgabe des Widerspruchsbescheides

einzuhalten. Das zuständige

Gericht finden Sie in der Rechtsbehelfsbelehrung.

Gerichtskosten fallen vor dem Sozialgericht

nicht an. Außerdem gehen die Gutachter-

und Sachverständigenkosten in der Regel

zu Lasten der Staatskasse.

Anwaltszwang besteht in der ersten und zweiten

Instanz vor dem Sozialgericht nicht. Dennoch

empfiehlt sich eine Vertretung durch einen

Rechtsanwalt. Die Anwaltskosten gehen

jedoch zu Ihren Lasten, sofern Sie den Prozess

verlieren und nicht über eine Rechtschutzversicherung

verfügen.

Quelle: fotolia


REISE

Zwischen Himmel und Hölle

Im Herzen Deutschlands liegt eine der

reizvollsten Landschaften über der

Erde und darunter einige der größten

Salzlagerstätten. Geprägt von zahlreichen

Berg- und Stauseen, die von steilen

Felsklippen umrahmt werden – das

ist der Harz.

„Weit durch das Sachsenland erstreckt

sich der Rücken des Harzes, größre Gebirge

wohl gibt's, doch keins, das reicher

an Wäldern, reicher an Wild und reicher an

Städten und fruchtbaren Dörfern.“ So

schrieb Heinrich von Rossla im 13. Jahrhundert

über den Harz. Das nördlichste

Mittelgebirge Deutschlands ist unberührte

Natur pur mit großen zusammenhängenden

Waldflächen. Einmal tief

durchatmen und Kraft schöpfen, lautet

die Devise derjenigen, die hier Ruhe und

Erholung suchen und finden. Die einzigartige

„Unterwelt“ aus Tropfsteinhöhlen

und Grotten bietet ganz besondere Wandererlebnisse.

Der Harz blickt auf eine bewegte Geschichte

zurück. Viele historisch bedeutsame

Plätze und Bauwerke warten hier

auf ihre Besucher. Überall findet man

außerdem liebevoll restaurierte kleine

Städte und Dörfer.

Beim Anblick der mittelalterlichen Ruinen

Quelle Teufelsbad Fachklinik Blankenburg/Marseille Kliniken AG

kann der Betrachter auf eine Zeitreise gehen

- zurück zu Jagden und Turnieren,

schönen Burgfräulein und Rittern in

schimmernder Rüstung.

Bereits im Mittelalter entstanden im Harz

wohlhabende Städte. Selbst der Herzog

von Braunschweig hatte seine einstige

Residenz in der am Nord-Ost-Rand des

Harzes gelegenen Stadt Blankenburg.

Noch heute künden stolze Fachwerkhäuser

von dieser Zeit der wirtschaftlichen

Blüte.

Viele betuchte Bürger zog es in die

Städte, wo sie prunkvolle Villen im Stil

des Barock und der Renaissance errich-

MGM Seite 28

Quelle: Harzer Verkehrsverband

teten. Dies und die einzigartige Natur mit

ihren vielen natürlichen Heilmitteln waren

die Grundlage, dass sich recht früh

der Kurbetrieb in der Harzregion entwickelte.

Mitten in dieser reizvollen Umgebung haben

sich viele Rehabilitationskliniken verschiedenster

Fachrichtungen angesiedelt.

Den Patienten umgibt ein mildes Mittelgebirgsklima,

das zu Spaziergängen und

Wanderungen einlädt. Vielfältige Therapieeinrichtungen

und die großzügig gestalteten

Einrichtungen in wohltuender

Atmosphäre sind beste Vorraussetzungen

für eine erfolgreiche Rehabilitation.


GEWINN

Gewinnen Sie ein Gesundheitswochenende

Beantworten Sie unsere

Gewinnspiel-Frage

und gewinnen Sie einen

Aufenthalt in der

Teufelsbad Fachklinik

Blankenburg/Harz.

Mit etwas Glück können Sie und eine

Begleitperson ein Wochenende lang

die frische Luft und die einzigartige

Landschaft des Harzes genießen. Die

Teufelsbad Fachklinik Blankenburg

hält für Sie - je nach Verfügbarkeit -

vielfältige Angebote bereit. Nutzen

Reha- und

Vorsorgekliniken

im Harz und den

angrenzenden

Regionen

Sie die verschiedensten therapeutischen

Behandlungen oder entspannen Sie einfach

in der weitläufigen Anlage.

Und so wird’s gemacht:

Beantworten Sie die Frage auf der vorbereiteten

Postkarte auf den Seiten 15/16.

Haus „Sonnenschein“,

Cranachstr. 17/18, 37308 Heiligenstadt, Telefon 03606/663-130, www.heilbad-heiligenstadt.de

Kurparkklinik, Felgentor 4

(am Heinrich-Heine-Park) 37308 Heilbad Heiligenstadt, Telefon 03606/663-0,

www.heilbad-heiligenstadt.de

Kirchberg Klinik,

Kirchberg 7-11, 37431 Bad Lauterberg, Telefon 05524/859-0, www.kirchbergklinik.de

Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie Dr. Muschinsky,

Wiesenbek 7-10, 37431 Bad Lauterberg, Telefon 05524/858-0, www.muschinsky.de

Sanatorium Dr. Barner gemeinnützige GmbH,

Dr. Barner Str. 1, 38700 Braunlage, Telefon 05520/804-0, www.sanatorium-barner.de

Marseille-Kliniken-AG,

Michaelstein 18, 38889 Blankenburg, Telefon 03944/944-0, www.marseille-kliniken.de

KMG Rehabilitationszentrum Sülzhayn GmbH,

Am Haidberg 1, 99755 Sülzhayn, Telefon 036332/80, www.kmg-kliniken-ag.com

Reha-Klinik am Kyffhäuser,

An der Wipper 13-17, 06567 Bad Frankenhausen, Telefon 034671/663-0,

www.kinderreha-kyffhaeuser.de

Am Nicolausholz GmbH&Co. KG,

Elly-Kutscher-Str. 16, 06628 Bad Kösen, Telefon 034463/43-0, www.rehaklinik.de

Klinik I GmbH & Co. Erste Betriebs KG,

Am Rechenberg 18, 06628 Bad Kösen, Telefon 034463/41-0, www.rehaklinik.de

Klinik II GmbH & Co. Zweite Betriebs KG,

Elly-Kutscher-Str. 14, 06628 Bad Kösen, Telefon 034463/42-0, www.rehaklinik.de

MGM Seite 29

Füllen Sie die Karte vollständig aus – bitte

den Absender nicht vergessen – und senden

Sie die Karte anschließend an den

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Einsendeschluss ist der 30.04.2010!

Viel Glück!

Wir haben aus den Einsendungen zum letzten Preisrätsel eine Gewinnerin gezogen

und gratulieren Frau Dorothea S. aus Ilshofen zu einem

viertägigen Aufenthalt für zwei Personen in der Kurpark-Klinik Überlingen.

Quelle: teufelsbad-fachklinik.com


MEIN GESUNDES MAGAZIN

Ausgabe 2/2010

Die nächste Ausgabe von „Mein

Gesundes Magazin“ befasst

sich mit dem Thema: Rehabilitation

von Kindern und Jugendlichen

Einzig der Gesundheitszustand von Kindern und Jugendlichen

hat sich in den vergangenen Jahren verschlechtert

– so das Fazit einer Studie der Universität

Bielefeld. Eine beeinträchtigte Gesundheit wirkt sich

erheblich auf die Entwicklung unserer Kinder und Jugendlichen

aus. Hier setzt die Rehabilitation an und

hilft nicht nur chronisch kranken Kindern. Wie Rehabilitation

für alle Kinder und Jugendliche die besten Voraussetzungen

für das spätere Leben schafft, darüber

berichten wir in unserer nächsten Ausgabe.

IMPRESSUM

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Herausgeber ist der „Arbeitskreis Gesundheit e.V.“,

eine gemeinnützige Initiative von deutschen Reha-

und Vorsorgeeinrichtungen. Das Magazin erscheint

vier mal im Jahr mit einer Auflage von zur Zeit 54.000

Exemplaren

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2, 04109 Leipzig

Telefon: 0341 / 87059590, Fax: 0341 / 870595959

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com

Redaktion: Dr. Katja Flieger und

Dr. Claudia Hoffmann,

KonTextGesundheit GbR, Berlin

Gestaltung: KNM Krammer Neue Medien GmbH,

Düsseldorf

Anzeigen: Krammer Verlag Düsseldorf AG

Goethestraße 75, 40237 Düsseldorf

Alke Schmeis (Telefon 0211/9149455)

Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

Veröffentlichungen: Die Artikel zu medizinischen

Themen ersetzen nicht den Besuch bei einem Arzt!

AUSBLICKE

Quelle: fotolia

MGM Seite 30


DAS BESTE FÜR IHRE

GESUNDHEIT!

Wir informieren Sie individuell! Unsere Leistungen im Überblick:

Kliniksuche

Reha Verfahren §

Für Fragen und Beratungen rund um die Reha erreichen Sie uns unter

Tel. 0341/87059590.

Schriftliche Patienteninformationen

Der Arzt

und die Reha

Leitfaden

Informieren Sie sich auch auf unserer

Internetseite unter www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Der Arbeitskreis Gesundheit e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der über die Bedeutung

der medizinischen Rehabilitation im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung informiert.

Arbeitskreis Gesundheit e. V.

Gustav-Mahler-Str. 2, 04109 Leipzig

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Geschäftsführer: Ingo Dörr


REchtzeitig HAndeln

Krankheiten, Behinderungen und Unfälle können jeden Menschen in jeder Lebensphase treffen. Solche

Schicksalsschläge verändern alle Perspektiven von einem Tag auf den anderen. Probleme beim Verlust des

Arbeitsplatzes, dem Einstieg oder der Rückkehr ins Erwerbsleben und erhebliche Einschnitte im Alltag sind

oft die gravierenden Folgen. Hier hilft die Rehabilitation: Sie berücksichtigt von Anfang an alle Phasen des

Krankheitsverlaufs, individuelle Stärken und Schwächen, unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten

der betroffenen Menschen. Um beste Ergebnisse zu erzielen, verzahnt sie frühzeitig medizinische, berufl iche

und soziale Aspekte, erwägt Alternativen und parallele Entwicklungen.

Am 25. September 2010 ist Reha-Tag.

Besuchen Sie eine Klinik in Ihrer Nähe.

Der 7. Deutsche Reha-Tag ist eine Gemeinschaftsinitiative von

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