MEIN GESUNDES MAGAZIN - Arbeitskreis Gesundheit eV

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MEIN GESUNDES MAGAZIN - Arbeitskreis Gesundheit eV

Quelle: fotolia

MEIN GESUNDES

3 MAGAZIN

2011

Aktuelle medizinische Informationen für Patienten • Herausgeber: Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Im Interview

Orthopädie-Chefarzt

Dr. Bernd Wilhelm

Reha Chronische

Rückenschmerzen – Reha

fast so gut wie Operation

THEMA ORTHOPÄDIE

Was tun, wenn jede

Bewegung schmerzt?

Gewinnen Sie

Ein Schnupperwochenende in

einer Rehaklinik in Ihrer Nähe


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für die Rehabilitation

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Orthopädie, Psychosomatik

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MEDIAN Klinik Bad Lausick

Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Orthopädie

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Neurologie, Herz-Kreislauf-, Gefäßerkrankungen

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MEDIAN Klinik Kalbe

Orthopädie, Onkologie

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MEDIAN Klinik NRZ Magdeburg**

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MEDIAN Reha-Zentrum Bad Berka

Adelsberg-Klinik · Ilmtal-Klinik · Quellbrunn-Klinik

Herz-Kreislauf-, Gefäß-, Stoffwechselerkrankungen,

Gastroenterologie, Gynäkologie, Urologie und

Onkologie, Psychosomatik

BAD LOBENSTEIN

MEDIAN Klinik Bad Lobenstein

Orthopädie, Verhaltensmedizinische Orthopädie,

Psychosomatik

BAD TENNSTEDT

MEDIAN Klinik Bad Tennstedt**

Neurologie, Orthopädie

* Akutkrankenhaus gemäß § 108/109 SGB V, ** Diese Kliniken haben zum Teil ebenfalls den Status eines Akutkrankenhauses (Fachbereich Neurologie).

Alle nicht gekennzeichneten Kliniken sind Rehabilitationskliniken.


Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com

EDITORIAL

Wenn die Bewegung

schmerzt, dann

versucht der Betroffene

instinktiv den Schmerz zu vermeiden.

Unfall, Krankheit oder einfach altersbedingter

Verschleiß führen dazu, dass

„jeder Knochen“ schmerzt.

Die dann instinktiv eingenommene

Schonhaltung ist Ursache einer

Verschlimmerung der Beschwerden

und einer weiteren Bewegungseinschränkung.

Es droht regelmäßig

eine Abwärtsspirale, die sich oft

nicht einfach und nicht alleine mit

dem Messer des Chirurgen oder

der Arznei aufhalten lässt.

Was tun, wenn jede Bewegung

schmerzt?

Lesen Sie in diesem

Heft, welche Hilfe Sie

von modernen Heilverfahren

erwarten

dürfen und wie die

Rehabilitation Sie

durch Hilfe zur

Selbsthilfe wieder in

Schwung bringt.

Wir wünschen viel

Spaß bei der Lektüre.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

3


INHALT

MEIN GESUNDES MAGAZIN 3/2011

TITELTHEMA

Rehabilitation bei orthopädischen

Erkrankungen

6 Rheuma – behandelbar, aber oft

unbeachtet

Über 100 unterschiedliche Erkrankungen

des Bewegungsapparates

stecken hinter dem Begriff

„rheumatischer Formenkreis“.

6 Was ist Rheuma?

7 Künstliche Gelenke: Qualität der

Behandlung sichern

Experten fordern mehr Nachkontrollen

7 Invasive Therapien:

Schmerzen gezielt behandeln

Schmerzen an der Wirbelsäule

lassen sich gezielt behandeln

8 Rheumapatienten sollen

Sport treiben

Sport unterstützt die Behandlung

4

MEIN GESUNDES MAGAZIN

6

8

8 Reha bei Rheuma

8 Linkliste

7

GUT INFORMIERT

9 Arthrose macht Gelenke steif –

gleichmäßige Bewegung hilft

Je älter ein Mensch wird, desto

wahrscheinlicher wird eine Arthrose

9 Gießener Biomechaniker

forschen an Schulterprothesen

10 Rückengesundheit als Schulfach

Ein gezieltes Training gegen

Rückenschmerzen sollte frühzeitig

beginnen

10 Hoffnung bei Multipler Sklerose:

Therapie mit Wurmeiern

10 Dem optimalen Bürostuhl

auf der Spur

11 Integrierte Versorgung – Erfolgsrezept

gegen Rückenschmerzen

Frühzeitig behandeln –

dauerhaften Schmerz vermeiden

11

ZUSAMMENGEFASST

12 Damit die Blutgerinnung im

grünen Bereich bleibt

Ein Sensor, der während

Operationen die Blutgerinnung

misst, bei einer Hüftoperation

erfolgreich getestet

12 Dresdner Forschung zu Muskelund

Gelenkerkrankungen rückt

enger zusammen

12 Röntgen bei Rückenschmerzen

nicht immer nötig

13 Bundesinstitut für

Sportwissenschaft rückt dem

Rückenschmerz zu Leibe

Das Bundesinstitut für Sportwissenschaft

(BISp) fördert die Forschung

von Rückenschmerzen.

13 Sportarzt 2011: Lothar Schwarz

13 „Rheuma-Scan“:

Scanner unterstützt Diagnostik

9


22

13 Nationales Netzwerk

Rückenbeschwerden an der

Uni Potsdam

14 Neue Osteoporose-Therapie

setzt bei Knochenbiologie an

14 Ultraschall erleichtert

Schmerzausschaltung

14 Interferone helfen vielleicht auch

gegen Osteoporose

PREISRÄTSEL

15 Schreiben Sie uns

INTERAKTIV

Seite 17 bis 20

INTERVIEW

21 Im Gespräch mit Orthopädie-

Chefarzt Dr. Bernd Wilhelm

22 Marathonlaufen schädigt die

Kniegelenke nicht

26

24 28

REHA

23 Was behinderten Menschen

zusteht

Bundesarbeitsgemeinschaft

Selbsthilfe hat ihren Ratgeber für

behinderte Menschen überarbeitet.

23 Fachgesellschaft warnt

vor kostenpflichtigen Online-

Beratungen

24 Chronische Rückenschmerzen –

Reha fast so gut wie Operation

Vor einer OP die Möglichkeiten

der Reha ausschöpfen

24 Diagnose Hüftschnupfen?

Schmerzhaft aber harmlos

25 Gesundes Training an Geräten

Trainingsdaten können an

Arztpraxen übermittelt werden

26 Bessere Rehabilitation für ältere

Menschen nach Hüftfrakturen

26 Rehabilitation nach

Oberschenkelhalsbruch

REHA REGION

27 Lebensart in der Region

Teutoburger Wald

28 Übersicht: Reha- und Vorsorgeeinrichtungen

für Orthopädie

REHA RECHT

30 Gesetzliche Rehabilitationsleistungen

REHA RATGEBER

22 Was ist Rehabilitation?

Antworten auf häufige Fragen

zur Rehabilitation

27

AUSBLICKE

34 Was kommt?

Die nächste Ausgabe beschäftigt

sich mit dem Thema:„Der Weg

zur Rehabilitation – Tipps und Tricks

für das Rehaantragsverfahren“.

34 Impressum

MEIN GESUNDES MAGAZIN 5


TITELTHEMA

Rheuma – behandelbar,

aber oft unbeachtet

Von rheumatoider Arthritis bis zur Gicht: Über 100 unterschiedliche

Erkrankungen des Bewegungsapparates stecken hinter dem

Begriff „rheumatischer Formenkreis“. Darunter ist die rheumatoide

Arthritis die häufigste chronisch verlaufende Gelenkentzündung.

Sie ist noch nicht heilbar, aber ihr Verlauf kann sich – je

nach Krankheitsform und Behandlung – sehr unterscheiden.

Ursprung des Begriffs Rheuma ist das griechische

Wort „rheo", was direkt übersetzt

soviel bedeutet wie „ich fließe“. Im Zusammenhang

mit Rheuma kann man den Begriff

freier übersetzen als „ziehender Schmerz“.

Tatsächlich teilen Menschen, die an Krankheiten

aus dem rheumatischen Formenkreis

leiden, genau dieses Symptom: Sie leiden

an chronischen Schmerzen im Bewegungssystem,

den Gelenken, Knochen und Muskeln

des Körpers.

Die Krankheit beeinträchtigt nicht nur dauerhaft

das Leben der Betroffenen, sie verlangt

auch dem Gesundheitswesen einen hohen

Preis ab: Die direkten Kosten, die durch

Muskel- und Skeletterkrankungen pro Jahr

entstehen, beziffert das Statistische Bundesamt

auf rund 28,5 Milliarden Euro.

Meist beginnen die ersten Rheuma-Beschwerden

in Fingern und Zehen. „Nicht

selten kommt es zu grippeähnlichen Allgemeinbeschwerden“,

so Matthias Schneider,

Leiter der Rheumatologie am Universitätsklinikum

Düsseldorf auf dem diesjährigen

Kongress der Deutschen Gesellschaft für

Rheumatologie (DGRh): „Ein Verdacht auf

eine rheumatoide Arthritis erhärtet sich,

wenn die Entzündung länger als sechs Wochen

anhält“. Bleibt die rheumatoide Arthritis

6

WAS IST RHEUMA?

MEIN GESUNDES MAGAZIN

unerkannt, befällt sie schrittweise weitere

Gelenke und Knorpel – dann schmerzen

Knie, Schulter und Hüfte. Im weiteren Verlauf

verformen sich die Gelenke bis ihnen am

Ende jede Beweglichkeit fehlt. Ein frühzeitiger

Behandlungsbeginn in den ersten Monaten

verhindert solche Gelenkveränderungen.

Obwohl Rheuma noch nicht heilbar ist, gewinnt

die Forschung immer mehr neue Erkenntnisse

zu den Ursachen dieser selbstzerstörerischen

Erkrankung, bei der sich

das Immunsystem gegen körpereigene Zellen

wendet: von den Erbanlagen, die zu

Rheuma führen können, über den Ablauf

der Entzündungsreaktionen bis hin zur Gelenkzerstörung.

Dadurch konnten in den

letzten Jahren gezielt Substanzen entwickelt

werden, die entscheidende Stellen im Krankheitsprozess

blockieren – beispielsweise

Antikörper gegen den Tumor-Nekrose-Faktor

(TNF), ein Hauptsignalstoff der Entzündung.

Medikamente können die Gelenkzerstörung

nicht nur stoppen, sondern nehmen vielen

Patienten auch auf Dauer die Symptome.

Immerhin sind rund 440.000 Erwachsene

in der Bundesrepublik an rheumatoider Arthritis

erkrankt. Frauen trifft die Krankheit

drei Mal so häufig wie Männer – meist

zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr, doch

Viele rheumatische Krankheiten betreffen nicht nur den Bewegungsapparat. Je nach Krankheitsbild

können auch Haut, innere Organe oder das Nervensystem beteiligt sein.

Krankheiten des rheumatischen Formenkreises werden häufig – je nach Ursache – in drei Hauptgruppen

unterteilt. Folgende Einteilung trifft zum Beispiel der Rheumabericht der Bundesregierung:

1. Entzündlich rheumatische Erkrankungen. Dazu zählen die rheumatoide Arthritis (RA), der Morbus

Bechterew, bestimmte entzündliche Bindegewebserkrankungen (Kollagenosen) und entzündliche

Gefäßerkrankungen (Vaskulitiden).

2. Degenerative rheumatische Erkrankungen. Dazu gehört zum Beispiel die häufigste Gelenkerkrankung,

die Arthrose. Bei jedem fünften Deutschen zwischen 50 und 60 Jahren sind Arthrosezeichen im

Röntgenbild zu sehen, jeder Zehnte hat Beschwerden wie Schmerzen oder Bewegungseinschränkungen.

3. Rheumatische Schmerzkrankheiten (auch als „Weichteilrheuma“ bezeichnet). Diese Gruppe ist

ungenau definiert. Zu ihr zählen verschiedene Schmerzsyndrome und (teils vorübergehende) Veränderungen

an Muskeln, Sehnen, dem Kapsel-Band-Apparat und im Bindegewebe unter der Haut.

� Die rheumatoide

Arthritis befällt nach

den Fingern und Zehen

vor allem die großen

Gelenke des

Körpers.

ist etwa jeder Siebte jünger als 40 Jahre.

Das Wissen darum, dass Rheuma kein

schleichendes Schicksal ist, sondern durch

schnelles Eingreifen gestoppt werden kann,

hat sich allerdings noch nicht herumgesprochen.

Zudem ist Rheuma nicht immer leicht

zu erkennen. Im Schnitt landen die Betroffenen

erst 13 Monate nach Beschwerdebeginn

beim Experten, dem Rheumatologen.

Für eine optimale Behandlung haben sich

viele niedergelassene Rheumatologen, rheumatologische

Fachkliniken und rheumatologische

Abteilungen an Universitätskliniken

zu Rheumazentren zusammengeschlossen.

Die Rheumazentren verbessern die Rheumabehandlung,

so Hendrik Schulze-Koops,

Leiter der Rheumaeinheit am Klinikum der

Ludwig-Maximilians-Universität München

beim DGRh-Kongress: „Durch diese Vernetzung

und eine bessere Aufklärung der

Bevölkerung gelingt es zunehmend, die

mittlere Wartezeit vom Beginn der Symptome

bis zum Besuch bei einem Rheumatologen

von über einem Jahr auf idealerweise wenige

Wochen zu senken“. ■

Quelle: Sebastian Kaulitzki - Fotolia.com


Quelle: Bergringfoto - Fotolia.com

Künstliche Gelenke: Qualität

der Behandlung sichern

Geschädigte Gelenke lassen sich heutzutage meist durch ein Implantat

ersetzen. Patienten können das Gelenk nach einer OP schnell wieder bewegen

und leiden danach oft weniger unter Schmerzen. Die steigende Zahl der

Implantate ruft jetzt Experten auf den Plan: Sie fordern mehr Nachkontrollen,

um die Qualität in der Endoprothetik zu sichern.

Allein 2009 haben Ärzte 390.000 Patienten

in Deutschland ein künstliches Hüft- oder

Kniegelenk implantiert. Darin enthalten sind

34.500 Wechseloperationen, bei denen im

Invasive Therapien:

Schmerzen gezielt behandeln

Schmerzen an der Wirbelsäule

lassen sich gezielt behandeln, wenn

die Ursprungsstelle bekannt ist.

Bei der Suche unterstützen bildgebende

Verfahren wie die Computertomographie.

Mit ihrer Hilfe lassen

sich auch Arzneimittel millimetergenau

an die Schmerzquelle bringen.

Etwa jeder Dritte in Deutschland leidet nach Angaben

der Deutschen Schmerzhilfe unter Rückenschmerzen.

Bei Vielen helfen konservative Therapien wie Physiotherapie

oder Schmerzmittel weiter. Versagen

diese Behandlungen jedoch, setzen Experten der

Schmerzmedizin zunehmend auf invasive Strategien:

Sie kombinieren bildgebende Verfahren mit der Abgabe

von Schmerzmitteln: „In solchen Fällen lassen

sich durch eine sehr präzise und exakte Diagnostik

an verschiedenen Strukturen der Wirbelsäule mögliche

Schmerzquellen identifizieren. Über gezielte

invasive Maßnahmen können sie ausgeschaltet

werden“, erklärt Dr. Bruno Kniesel, Schmerztherapeut

in Hamburg.

Invasive Methoden, so Kniesel, seien dann angesagt,

wenn die Schmerzen nach einem Jahr nicht nach-

� Künstliche Endoprothesen

– hier im Röntgenbild

eine Totalendoprothese

(TEP) des Hüftgelenks

– können helfen

die Beweglichkeit

wiederherzustellen und

Schmerzen zu lindern.

selben Jahr ein Kunstgelenk

erneut ersetzt

werden musste. Die öffentliche

Debatte um

fehlerhafte Implantate

und um mangelnde Aufsicht

verunsichert die Patienten zunehmend.

Prof. Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen

Uni-Klinik Regensburg und Bad

Abbach, empfiehlt den Betroffenen daher,

� Bei der Rückenmarkstimulation

gibt eine Art

„Schmerzschrittmacher“

elektrische Impulse an

die Rückenmarksnerven

ab. Sie überlagern die

Schmerzsignale, die über

das Nervensystem an

das Gehirn weitergeleitet

werden.

Sensorische

Nerven

Rückenmark

Motorische

Nerven

Muskel

Haut Nerv

Elektroden

lassen und eine Chronifizierung droht. Feinste Risse

im inneren Bereich einer Bandscheibe beispielsweise

können Schmerzen verursachen, auch ohne Bandscheibenvorfall.

Solche Haarrisse lassen sich mittels

der so genannten Diskographie nachweisen, bei

der ein Kontrastmittel unter örtlicher Betäubung

und Röntgenkontrolle in die Bandscheibe eingespritzt

wird.

Stehen die Facettengelenke der Wirbelsäule oder das

Kreuz-Darmbein-Gelenk (Iliosakralgelenk) im Verdacht,

die Schmerzen auszulösen, kann ein Betäubungsmittel

ebenfalls unter Röntgenkontrolle genau an die ent-

TITELTHEMA

sich umfassend zu informieren, welche Behandlung

in ihrem Fall die richtige ist: „Oft

werden den Patienten keine Alternativen

aufgezeigt und vorschnell Hüftgelenke eingesetzt“,

erklärt Grifka, der auch Autor des

Patientenratgebers „Die große Gelenkschule“

ist.

Die Qualität der Versorgung in Deutschland

ist hoch: Kunstgelenke werden unter anderem

materialtechnisch geprüft und an die Anatomie

des Patienten angepasst. Kliniken, die beispielweise

Kniegelenk-OPs vornehmen, haben

mindestens 50 Eingriffe im Jahr nachzuweisen.

Moderne Operationstechniken schonen die

Muskulatur und ermöglichen eine schnelle

medizinische Rehabilitation. Experten halten

dennoch weitere Instrumente zur Qualitätssicherung,

wie etwa das Deutsche Endoprothesenregister,

für wichtig. Die Deutsche Gesellschaft

für Orthopädie und Orthopädische

Chirurgie unter Leitung von Prof. Dr. Joachim

Hassenpflug – unterstützt unter anderem

vom AOK-Bundesverband und den Ersatzkassen

– bringt es aktuell auf den Weg. Das

Register sammelt in verschlüsselter Form

Daten zum Implantat und zum Eingriff. Voraussetzung

ist, dass der Patient der Erfassung

seiner Daten zustimmt. Grifka und Hassenpflug

sehen darin eine Chance, Fehler frühzeitig

zu erkennen und zu beheben und so

die Qualität dauerhaft zu gewährleisten. ■

Wirbelkörper

sprechende Nervenstruktur gespritzt

werden. Eine weitere Möglichkeit

ist die so genannte Rückenmarkstimulation:

Ein schrittmacherähnliches

implantierbares medizinisches Gerät gibt elektrische

Impulse an die Rückenmarksnerven ab. Sie

überlagern die Schmerzsignale, die über das Nervensystem

an das Gehirn weitergeleitet werden.

Die Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie

mahnt allerdings, die Methode nicht unkritisch anzuwenden.

Vor dem Eingriff ist eine genaue Diagnostik

notwendig. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 7

Quelle: Medtronik


Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com

TITELTHEMA

Sport unterstützt nach heutigem

Kenntnisstand die Rheuma-

Behandlung erfolgreich – auch

nach einem Gelenkersatz.

Menschen mit rheumatischen Erkrankungen

meiden häufig körperliche Aktivitäten, meist

zu Unrecht: „Viele Patienten neigen dazu,

sich körperlich mehr als notwendig zu schonen”,

sagt Prof. Dr. Bernd Kladny, Chefarzt der Abteilung

für Orthopädie und Unfallchirurgie an

der m&i-Fachklinik in Herzogenaurach. Wer

Bewegung meidet, riskiert auf Dauer an Muskelkraft

und Koordination zu verlieren. Auch

die im Alter zunehmende Gefahr einer Herz-

Kreislauf-Krankheit lässt sich durch regelmäßige

Bewegung deutlich senken.

Und was bringt Sport bei rheumatischen

Erkrankungen? „Wissenschaftliche Erhebungen

zeigen, dass Sport die Beschwerden

Eine rheumatologische Rehabilitation ist dann angezeigt,

wenn

1. eine rheumatische Krankheit vorhanden ist.

2. gleichzeitig Einschränkungen der Aktivitäten

und/oder der Teilhabe bestehen oder drohen.

Das heißt einerseits, die Krankheit bedroht zum

Beispiel die Arbeitsfähigkeit. Aber auch Einschränkungen

des Alltagslebens durch die Erkrankung

sind damit gemeint (wie Treppen steigen

oder den Haushalt führen).

Die rheumatologische Rehabilitation begleitet von

Rheuma Betroffene lebenslang: Sie passt sich

dem wechselhaften Verlauf der Grundkrankheit

an.

Ob eine Einzelperson Rehabilitationsmaßnahmen

bewilligt bekommt, hängt von mehreren Faktoren

ab. Dazu gehören zum Beispiel:

• Beeinträchtigungen von Körperbereichen oder

Körperfunktionen durch die rheumatische Krankheit

(z. B. Fehlstellungen, Muskelschwäche, Nervenstörungen)

• deutliche Minderung der Kraft, Ausdauer und/oder

Koordination

• leistungsbeeinträchtigende chronische Schmerzen

8

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Rheumapatienten...

...sollen Sport treiben

mildert”, so Kladny. Rheumapatienten müssen

nicht nur seltener in die Klinik, sondern ihr

stationärer Aufenthalt ist auch kürzer, wenn

sie regelmäßig Sport treiben, so das Ergebnis

einer neuen Studie.

„Auch ein Gelenkersatz spricht nicht gegen

Sport”, sagt Kladny. Es gibt allerdings Grenzen

für den Sport mit neuem Knie oder neuer

Hüfte: Unkontrollierte Drehbewegungen und

Stoßbelastungen können den Gelenken schaden.

Rheumapatienten sollten deshalb Ballspiele

wie Fußball und Springsportarten, aber

auch Wettkampfsport oder Sportarten mit hohem

Verletzungsrisiko meiden. Sehr gut eigenen

sich dagegen beispielsweise Radfahren,

Schwimmen, Wandern, Tanzen und Nordic

Walking. Optimal sind zweieinhalb Stunden

Bewegung und Ausdauertraining pro Woche.

Verteilt auf drei Tage, sind das gerade einmal

50 Minuten am Stück.

REHA BEI RHEUMA • Beeinträchtigungen der Selbstständigkeit, der

Arbeit und des sozialen Lebens

Das Ausmaß und die Schwerpunkte können je

nach Krankheitsverlauf wechseln. Weil der Verlauf

der Erkrankungen schwer vorhersehbar ist –

neben chronisch verlaufender Krankheit sind

schubweise Verläufe typisch – müssen die Ziele

und Maßnahmen der Rehabilitation immer wieder

angepasst werden.

Rehabilitation bei rheumatischen Erkrankungen

verfolgt unter anderem folgende Ziele:

• Abnahme der Krankheitsaktivität und der Verschlechterung

der Erkrankung (Sekundärprävention)

• Lindern und Bewältigen beeinträchtigender, chronischer

Schmerzen

• Beseitigen oder Begrenzen von Bewegungseinschränkungen

• Fördern einer Grundeinstellung, die den Umgang

mit der Krankheit erleichtert

• Bewältigen von Belastungen und Anforderungen

im privaten, beruflichen und sozialen Umfeld

Das für die Rehabilitation der Patienten nötige

Fachwissen ist an spezialisierten Rehabilitationskliniken

vorhanden. ■

Auch Kinder und Jugendliche mit Rheuma

dürfen und sollen Sport treiben. Die Gesellschaft

für Kinder- und Jugendrheumatologie (GKJR)

arbeitet zurzeit an Empfehlungen. Auch die

Kinder-Rheumastiftung unter der Schirmherrschaft

von Rosi Mittermaier engagiert sich in

diesem Bereich. ■

LINKLISTE

www.arbeitskreis-gesundheit.de

Die Internetseite des Arbeitskreis Gesundheit

e.V. unterstützt beispielsweise bei Antragsverfahren.

Ein Klinikverzeichnis erleichtert die

Suche nach einer geeigneten Rehaklinik. Die

Website enthält außerdem Broschüren und

Veröffentlichungen rund um das Thema Rehabilitation.

www.dgrh.de

Die Website der Deutschen Gesellschaft für

Rheumatologie (DGRh) stellt umfangreiches Informationsmaterial

über die wichtigsten rheumatischen

Erkrankungen für Patienten zur Verfügung

– von rheumatischer Arthritis bis zur

Gicht. Die DGRh ist mit mehr als 1.200 Mitgliedern

die größte medizinische Fachgesellschaft in

Deutschland im Bereich der Rheumatologie.

www.dgschmerztherapie.de

Ausführliche Informationen zum Thema Schmerzund

Schmerztherapie und ein umfangreiches

Angebot schmerztherapeutischer Aktivitäten

der Gesellschaft.

www.kindergesundheit.de

Die Stiftung Kindergesundheit setzt sich für eine

verbesserte Gesundheitsvorbeugung ein, fördert

die dafür nötige Forschung und die Verbreitung

wissenschaftlich gesicherter Informationen für

Ärzte und Familien mit kranken Kindern.

www.rheumanet.org

Sammlung verschiedener Rheuma-Portale –

unter anderem des Kompetenznetzes Rheuma,

einer Arbeitsgemeinschaft der (DGRh), die die

Forschungsaktivitäten der Gesellschaft vertritt.

www.rheuma-online.de

Umfassende Rheuma-Informationswebsite, unter

anderem mit rheuma-news, vielen Foren und

Chat.

www.osteoporose-deutschland.de

Der Bundesselbsthilfeverband Osteoporose informiert

die Öffentlichkeit über die Krankheit

Osteoporose und ihre Folgen und vertritt die

Interessen Erkrankter gegenüber Krankenkassen,

Ärzten und Entscheidungsträgern.

www.osteolino.de

Osteolino ® ist die Symbolfigur der Knochenschule

und steht für Aufklärung und Prävention

unserer Knochengesundheit. Osteolino ® spricht

insbesondere Kinder, Jugendliche, junge Erwachsene,

schwangere Frauen und Eltern an

und informiert, was sie für ihre Knochengesundheit

tun können.

www.rheuma-liga.de

Eine der größten Selbsthilfeorganisationen im

Gesundheitsbereich – mit mehr als 260.000 Mitgliedern.

Umfassende Patienteninformation und

Forum. ■


Arthrose macht Gelenke steif –

gleichmäßige Bewegung hilft

Je älter ein Mensch wird, desto

wahrscheinlicher wird eine Arthrose:

Mit zunehmendem Alter verschleißen

auch Gelenke und Knochen.

Am häufigsten entsteht die Arthrose am

Hüftgelenk – sie macht sich durch zunehmende

Schmerzen, zunächst beim Gehen,

anschließend auch in Ruhe bemerkbar.

Arthrose kann aber auch an weiteren Gelenken,

wie den Knie- und Schultergelenken,

an der Hand, am Ellenbogen oder an

den Sprunggelenken auftreten.

Bei beginnender Arthrose empfiehlt Prof.

Dr. Nikolaus Wülker, Ärztlicher Direktor

der Orthopädie am Universitätsklinikum

Tübingen, gleichmäßige Bewegungen –

im Winter eignet sich zum Beispiel Ski-

Langlauf. Sind die Schmerzen und Bewegungseinschränkungen

durch die Arthrose

noch nicht so schlimm, unterstützt Bewegung

die Durchblutung des Gelenkknorpels.

Der Sport hat noch weitere positive

Wirkungen: Er verzögert die Einsteifung

der betroffenen Gelenke und stoppt den

Muskelabbau. Betroffene

sollten

aber nicht gegen

den Schmerz „anfahren“,

betont Wülker.

Weil die meistenArthrose-Patienten

Kälte als

unan ge nehm empfinden,

sollten sie

sich warm einpacken.

Muss operiert werden,

ersetzen die

Ärzte meist das

Gelenk – sie implantieren

eine Endoprothese,

wie das künstliche Gelenk

genannt wird. Oft fällt in dem Zusammenhang

der Begriff TEP: Er steht als Abkürzung

für Totalendoprothese. Bei ihr ersetzen

die Operateure das gesamte Gelenk,

im Fall der Hüfte also Gelenkpfanne und

Hüftkopf, das obere, kugelartige Ende des

Oberschenkelknochens.

Gießener Biomechaniker

forschen an Schulterprothesen

Die Art der Armbewegung nach Einsatz

von Schulterprothesen hat entscheidenden

Einfluss auf den Heilungsprozess, wie

eine aktuelle medizinische Studie zeigt.

Ist eine Arthrose im Schultergelenk weit fortgeschritten,

schränkt sie die Bewegungsfreiheit

im Alltag zunehmend ein: Dann stellen sogar

ganz einfache Dinge, wie das Drehen eines

Autolenkrads oder das Heben einer

Getränkekiste, Betroffene

vor große Herausforderungen.

Sind die Veränderungen am

Gelenk soweit fortgeschritten,

dass einfachste Dinge

nicht mehr oder nur noch

mit größten Schmerzen gehen,

bleibt häufig nur noch

Fortgeschrittene Gelenkveränderungen

an der Schulter können

zu erheblichen Schmerzen und

Bewegungseinschränkungen führen.

Quelle: Benny Weber - Fotolia.com

GUT INFORMIERT

� Der Jenaer Wissenschaftler

Frank A. Müller zeigt das Material,

das die körpereigene Knorpelbildung

wieder anregen soll.

Die medizinische Forschung sucht allerdings

nach Alternativen zu den künstlichen

Gelenken – einige sind bereits auf dem

Markt. Zurzeit arbeiten zum Beispiel Wissenschaftler

an der Universität Jena an

einem Material, das in den Knochen einwächst

und die körpereigene Knorpelbildung

anregen soll. ■

der künstliche Ersatz des Schultergelenks,

um Beschwerden zu lindern und bessere

Beweglichkeit zu schaffen. Eine der neueren

Entwicklungen für Schulterprothesen ist der

so genannte Oberflächenersatz. Die Methode

bedarf nur eines sehr kleinen Implantats –

der Oberarmkopf wird lediglich mit einer

dünnen Metallkappe überzogen, ähnlich wie

bei einer Zahnkrone. „Bei dieser modernen

Operationstechnik wird vergleichsweise wenig

Knochen vom Oberarm entfernt“, so

Prof. Dr. Markus Rickert, Leiter der Klinik

für Orthopädie an der Universität Gießen.

Bisher ist allerdings nicht geklärt, wann ein

Patient nach der Operation seine gewohnten

Armbewegungen wieder durchführen darf.

Der Antwort auf die Frage, wann belastet

werden darf, sind die Gießener Forscher

nun auf die Spur gekommen. Sie prüfen,

wie sich die Schulterprothesen im Körper

bewegen. 3D-Präzisionsinstrumente messen

kleinste Bewegungen zwischen der Schulterprothese

und dem Oberarmknochen.

Das Ergebnis ist beruhigend: „Alltagshandlungen

wie das Anheben einer Kaffeetasse

können ohne Bedenken gleich nach der

Operation schon wieder durchgeführt werden“,

sagt Diplom-Ingenieur Dr. Eike Jakubowitz,

Leiter des Labors für Biomechanik

der Universität Gießen. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 9

Quelle: Jan-Peter Kasper/FSU Jena


Quelle: S.Kobold - Fotolia.com

GUT INFORMIERT

Hoffnung bei Multipler Sklerose:

Therapie mit Wurmeiern

Eine neue Behandlung von Patienten

mit Multipler Sklerose (MS) nutzt

natürliche Parasiten, um die Immunabwehr

zu verändern. Erste Studien

belegen deren Wirksamkeit, Experten

warnen jedoch vor unbekannten

Nebenwirkungen.

US-Forscher belegten jüngst in einer

kleinen Pilotstudie, dass MS-Patienten

von einer Therapie mit Wurmeiern profitieren

könnten. Für die Studie hatten

fünf frisch diagnostizierte MS-Patienten

über drei Monate alle zwei Wochen Eier

des Schweinepeitschenwurms in einer

„angenehm, salzig schmeckenden

Trinklösung“ eingenommen. Die mit

jeder Dosis verabreichten 2.500 Wurmeier

führten zu einer allgemeinen Entzündungsreaktion

und kurbelten die

Produktion von Abwehrzellen an. Die

entzündungshemmenden Zellen richteten

sich nicht nur gegen die tierische

Gefahr, sondern verminderten auch

MS-bedingte Entzündungsherde im Gehirn.

10

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Rückengesundheit als Schulfach

Als Nebenwirkung auf den Ei-Cocktail

klagten die Testpersonen lediglich über

leichte Magen-Darm-Beschwerden. Die

neue Therapie scheint ein Hoffnungsschimmer

für MS-Patienten. Dennoch

stehen deutsche Experten dieser Art der

Behandlung skeptisch gegenüber, da

mögliche Nebenwirkungen noch ungenügend

erforscht seien.

Prof. Dr. med. Ralf Gold, Vorstandsmitglied

des Ärztlichen Beirates der Deutschen

Multiple Sklerose Gesellschaft

und des Krankheitsbezogenen Kompetenznetzes

Multiple Sklerose, erklärt:

„Es ist bekannt, dass MS-Patienten mit

Parasiteninfektionen weniger Schübe

und Krankheitsaktivität in der Kernspintomographie

zeigen. Allerdings raten wir

zum jetzigen Zeitpunkt von dieser Therapie

aufgrund unzureichender Erfahrungen

über Wirkung und systemische

Risiken dringend ab.“ Wenn Studien mit

mehr Patienten und einem längeren

Beobachtungszeitraum die Ergebnisse

belegen, so Gold, sei dies „eine interessante

Option für die Zukunft“. ■

Ein gezieltes Training gegen Rückenschmerzen

sollte frühzeitig beginnen. In Bayern

werden Ansätze dazu in Schulen erprobt.

Ein Rückentraining in Schulen ist effektiv. Dies belegt eine Studie

von Prof. Dr. Joachim Grifka vom Lehrstuhl für Orthopädie und

Prof. Dr. Petra Jansen vom Institut für Sportwissenschaft der

Universität Regensburg. Beide haben das bayerische Projekt

„Rückenfit – unsere Schule macht mit“ ausgewertet. Daran

teilgenommen hatten Schülerinnen und Schüler der 5.Klasse

des Albertus-Magnus-Gymnasiums in Regensburg und des Donau-Gymnasiums

in Kelheim.

Die Materialien zur Förderung der Rückengesundheit waren von

Orthopäden, Physiotherapeuten und Sportwissenschaftlern erstellt

worden. Im Natur- und Technikunterricht sowie in Biologie

stand Rückengesundheit auf dem Stundenplan, im Sportunterricht

trainierten die Jugendlichen Körperhaltung, Rumpfmuskulatur,

Beweglichkeit und Koordination.

Bewegungsübungen im Klassenzimmer ergänzten das Programm.

Prüfungen gab es zu Beginn und am Ende des Schuljahres.

Das Programm verringerte deutlich die Zahl der Jugendlichen,

die an Rückenschmerzen litten. Die Fünftklässler wurden

nicht nur beweglicher, sondern wussten auch mehr darüber,

was ihrem Rücken gut tut und wie sie fit bleiben. ■

� Rückentraining im Schulunterricht kann nicht nur Spaß machen, es

beugt auch Rückenschmerzen vor und stärkt die Beweglichkeit.

Dem optimalen Bürostuhl

auf der Spur

Büroangestellte können jetzt leichter einen guten

Arbeitsstuhl finden. Möglich macht dies eine Checkliste

von Prof. Dr. Günter F. Müller vom Arbeitsbereich

Psychologie des Arbeits- und Sozialverhaltens an der

Uni Koblenz-Landau. Die „CHECK-BS“ ist für Menschen

entwickelt worden, die kaum ergonomische Kenntnisse

haben. „Mit CHECK-BS können Büroarbeitsstühle

systematisch geprüft werden, wie komfortabel, gesundheitsförderlich,

ansprechend und wertschätzend

sie gestaltet sind“, so der Arbeitspsychologe. ■

� Ein guter

Bürostuhl kann

Rückenschmerzen

vorbeugen.

Quelle: reka100 - Fotolia.com


GUT INFORMIERT

Integrierte Versorgung – Erfolgsrezept gegen

Rückenschmerzen

Werden Schmerzen frühzeitig behandelt, lässt sich dauerhafter

Schmerz – die Chronifizierung – vermeiden. Die Deutsche

Gesellschaft für Schmerztherapie setzt auf integrierte Versorgung,

die Patienten rechtzeitig zum Schmerzexperten bringt.

Wenn Schmerzen über Monate andauern,

merkt sich das Gehirn die Beschwerden –

auch dann, wenn die eigentliche Schmerzursache

nicht mehr besteht: Es kommt zur so

genannten Chronifizierung. Das Wort „chronos“

stammt aus dem Griechischen und

steht für „Zeit“. Bei einer Chronifizierung lässt

sich der Schmerz oft nur noch lindern, aber

nicht mehr völlig beseitigen. Daher hat die

Deutsche Gesellschaft für Schmerztherapie

Konzepte für eine frühzeitige Behandlung

von Schmerzen entwickelt, die helfen, einer

Chronifizierung vorzubeugen.

Ein Modell zur integrierten Versorgung von

Patienten mit Rückenschmerzen hat sich als

sehr erfolgreich erwiesen: Mehr als 3.700

Patienten wurden im Lauf des Projekts frühzeitig

behandelt. Rund 85 Prozent der Teilnehmer

waren danach wieder arbeitsfähig,

� Die Schmerzmedizin

kann chronische

Rückenschmerzen

stoppen.

auch noch sechs Monate

nach Behandlungsende.

Das ist

ungewöhnlich, denn

üblicherweise nehmen

gerade einmal

35 Prozent aller arbeitsunfähigenRückenschmerzpatienten

innerhalb von

zwei Jahren ihre Arbeit

wieder auf.

Frühe Behandlung

stoppt den

Schmerz

Das Rückenschmerz-

Projekt beginnt bereits

bei der Krankenkasse:

Sie spricht Versicherte

an, die seit

längerer Zeit wegen

Rückenschmerzen in

ärztlicher Behandlung

sind und wenigstens

vier Wochen arbeitsunfähig

waren. Diese

Patienten haben ein

hohes Chronifizierungsrisiko.

Zunächst untersuchen

Experten die

Betroffenen. Während des folgenden vier-,

höchstens achtwöchigen kompakten Intensiv-Programms

arbeiten dann Ärzte, Psychologen

und Physiotherapeuten zusammen. Zusammen

bedeutet in diesem Fall, dass die

Experten ihr Vorgehen untereinander abstimmen

und die Patienten gleichzeitig statt nacheinander

behandeln. Das Modell, das mit

zwei Krankenkassen aufgesetzt wurde, ist

inzwischen an 36 deutschen Zentren etabliert.

Quelle: Imagebroker - Fotolia.com

Zweitmeinung verhindert

Operationen

Ein weiteres Projekt ermöglichte chronischen

Rückenschmerzpatienten, vor einer empfohlenen

Operation eine zweite Meinung beim

Schmerzspezialisten einzuholen. Bei den rund

300 an dem Projekt beteiligten Patienten

zeigte sich ebenfalls ein überraschendes Er-

gebnis: Nur bei einem von sieben Patienten

rieten die Schmerzexperten ebenfalls zur

Operation. Bei 248 Patienten hielten sie den

beabsichtigten Eingriff dagegen für nicht nötig

und machten alternative Behandlungsvorschläge.

„Von der Leistungsfähigkeit der modernen

Schmerzmedizin profitieren nicht nur die Patienten

durch weniger Schmerzen und mehr

Lebensqualität, sondern auch die Kassen“,

sagt Gerhard H. H. Müller-Schwefe, Präsident

der Deutschen Gesellschaft für Schmerztherapie.

Weil die Patienten wieder arbeitsfähig

werden, sparen die Versicherungen durch integrierte

Behandlungsprogramme im Vergleich

zu einer üblichen Therapie mehr als 5.000

Euro pro Patient. Weitere Kosteneinsparungen

entstehen dadurch, dass integrierte Versorgungskonzepte

überflüssige Diagnostik und

Operationen verhindern. ■

Integrierte Versorgung

„Integrierte Versorgung“, kurz IV, steht für

die Vernetzung der verschiedenen medizinischen

Versorgungssektoren. Das heißt

zum Beispiel, dass niedergelassene Hausoder

Fachärzte eng mit Akutkrankenhäusern

oder Reha-Kliniken und falls erforderlich

auch mit sozialen Einrichtungen,

Pflegediensten und Hospizen zusammenarbeiten:

Sie tauschen sich über die Behandlung

ihrer Patienten aus und planen

den Übergang, vom häuslichen Umfeld in

die Klinik und über die Reha wieder zurück,

gemeinsam.

Quelle: Yvonne Prancl - Fotolia.com

Für den Kranken bedeutet ein sorgfältig

abgestimmtes Behandlungskonzept mehr

Sicherheit. Zudem erhöht die aufeinander

abgestimmte Versorgung die Erfolgsaussichten

der einzelnen Leistungen in der

Akutversorgung und der Rehabilitation. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 11


ZUSAMMENGEFASST

Damit die Blutgerinnung im

grünen Bereich bleibt

Bonner Forscher haben einen Sensor

entwickelt, der während Operationen

die Blutgerinnung genau misst.

Sie haben ihn bei einer Hüftoperation

erfolgreich getestet.

Thrombinfänger:

Ein spezieller

Eiweißstoff, ein so

genanntes Aptamer

(hier grün dargestellt),

fängt das für die Blutgerinnung

entscheidende Thrombin (lila) wie in

einem Käfig ein.

Röntgen bei Rückenschmerzen

nicht immer nötig

Eine Röntgenuntersuchung oder andere bildgebende Verfahren sind bei

Rückenschmerzen nur erforderlich, wenn Hinweise auf eine ernsthafte

Erkrankung vorliegen, so die Deutsche Gesellschaft für Rheumatologie (DGRh).

„Die meisten Patienten mit Rückenschmerzen

erwarten von uns, dass sie

geröntgt werden”, sagt Professor Dr. Elisabeth

Märker-Hermann von der HSK Dr.

Horst Schmidt Kliniken in Wiesbaden.

Bei vielen Erwachsenen mittleren Alters

sind Verschleiß an Bandscheiben und Wirbeln

Ursache der Schmerzen. Solche Veränderungen

lassen sich im Röntgen und

mit moderneren Bildgebungen gut darstellen.

Aber: Die gleichen Veränderungen

findet man auch bei Menschen ohne

Kreuzschmerzen. „Verschleißerscheinungen

und Kreuzschmerz müssen also nicht

unweigerlich zusammenhängen“, sagt

Märker-Hermann. Bildgebende Verfahren

wie Röntgen oder die Magnetresonanztomografie

(MRT) sollten nur mit Bedacht

12

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Angewandte Chemie/Wiley-VCH Verlag

Dass unsere Blutgerinnung in der richtigen

Balance bleibt, ist lebenswichtig: Gerinnt

das Blut nicht schnell oder nicht ausreichend

genug, kann der Blutverlust aus einer Wunde

oder einem Operationsschnitt bedrohliche

Ausmaße annehmen. Stockt das Blut hingegen

zu schnell oder zu stark, drohen

Schlaganfall oder Herzinfarkt. Wie schnell

und stark Blut gerinnt, ist von Mensch zu

Mensch unterschiedlich. Dies kann bei Operationen

zu Problemen führen.

Forscher der Universität Bonn haben nun einen

Biosensor entwickelt, mit dem sich die

Gerinnung während einer Operation überwachen

lässt. Der Sensor reagiert dabei auf

Thrombin – das körpereigene Eiweiß ist ein

wichtiger Blutgerinnungsfaktor. „Es wandelt

im Körper Fibrinogen in Fibrin um, das wie

ein Klebstoff die Wunde verschließt“, so Prof.

Dr. Bernd Pötzsch, Oberarzt am Institut für

Experimentelle Hämatologie und Transfusionsmedizin

der Universität Bonn.

Während einer Operation sei es sehr wichtig

zu wissen, wie viel Thrombin sich im Blut eines

Patienten befinde, sagt Pötzsch. Liegt

die Menge dieses Gerinnungsfaktors nicht

im grünen Bereich, lässt sich der Sollwert mit

Medikamenten schnell wieder erreichen. ■

Quelle: Dieter Schütz /pixelio.de

Dresdner Forschung

zu Muskel- und

Gelenkerkrankungen

rückt enger zusammen

Die Dresdner Uni-Kliniken für

Orthopädie, für Unfall- und Wiederherstellungschirurgie

sowie

für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie

des Universitätsklinikums

bündeln ihre Forschung.

Bis medizinische Forschungsergebnisse

aus der Grundlagenforschung in der Klinik

landen und Patienten nutzen, vergehen

meist viele Jahre. Forscher an

der Universität Dresden sind sich einig:

Das muss schneller gehen. Um Erkenntnisse

aus ihrer Grundlagenforschung

schneller als bisher in die Behandlung

Betroffener aufnehmen zu können, sind

drei Forschungseinrichtungen im Juli

2011 enger zusammengerückt. Alle drei

beschäftigen sich mit der muskuloskelettalen

Medizin, also Knochen, Bändern,

Gelenken und Muskeln.

„Wir hoffen, mit der Übertragung von

wissenschaftlichen Ergebnissen in die

klinische Anwendung einen Beitrag zur

künftigen Entwicklung muskuloskelettaler

Medizin zu leisten“, so Prof. Dr. Michael

Gelinsky, Leiter des Zentrums.

Schwerpunkte der Forscher sind zum

Beispiel die Knochenheilung bei Osteoporose,

die Züchtung neuer Knochensubstanz

oder der Weichgewebeersatz

für die plastische Chirurgie. ■

eingesetzt werden. Immerhin bedeutet

eine Röntgenaufnahme auch immer eine

Strahlenbelastung für den Patienten und

die MRT ist recht kostspielig.

Patienten sollten daher zunächst auf Röntgen

oder MRT verzichten, vorausgesetzt

der Arzt empfiehlt nicht selbst eine weitere

Abklärung. Denn bei bestimmten

Symptomen ist die bildgebende Diagnostik

durchaus angebracht: Vermehrte

Schmerzen nachts oder Fieber können

auf Infektionen oder Tumoren hinweisen.

Lähmungen deuten auf eingeklemmte

Nerven hin. Und bei älteren Menschen

oder unter einer Kortisonbehandlung kann

ebenfalls eine radiologische Untersuchung

notwendig sein, denn in diesen Fällen ist

das Risiko für Wirbelbrüche erhöht. ■

� Röntgen der Wirbelsäule ist bei

Rückenschmerzen nicht immer nötig.


Bundesinstitut für Sportwissenschaft

rückt dem Rückenschmerz zu Leibe

Sportwissenschaft

(BISp) fördert die

Forschung zur Diagnose,

Vorbeugung

und Behandlung von

Rückenschmerzen.

20 Millionen Deutsche

klagen regelmäßig

über Rückenschmerzen.

Jeder

vierte Arbeitnehmerfehltag

geht auf einen

kranken Rücken

zurück. Für die deutsche

Wirtschaft bedeutete

dies im Jahr

2006 rund 27 Milliarden

Euro an Krankenkosten.

Bewegungsmangel und Überbelastung

Bisher ist oft nicht klar, welche der angewandten Behandlungen

letztlich dazu führt, dass sich die Beschwerden verringern.

Doch eins ist für die Experten offensichtlich: Regelmäßige

Bewegung ist für die Vorbeugung und Rehabilitation

von Rückenschmerzen außerordentlich wichtig. Das BISp

nutzt für das neue Forschungsprojekt deshalb Know-how

der Spitzensportforschung. Dieses Wissen lässt sich auch

für das allgemeine Gesundheitswesen nutzen. ■

Sportarzt 2011: Lothar Schwarz

Die Gesellschaft für Orthopädisch-Traumatologische Sportmedizin

(GOTS) hat Lothar Schwarz, Mannschaftsarzt des Deutschen

Triathlon-Nationalteams, zum Sportarzt des Jahres 2011 gewählt.

Schwarz ist wissenschaftlicher Mitarbeiter am Institut für Sportund

Präventivmedizin der Universität des Saarlandes und leitet

dort auch den Betriebsärztlichen Dienst. Er ist unter anderem

auch Vor sit zender des

Sportärzteverbandes

Saar und aktiv im Deutschen

Leichtathletik-

Verband. ■

Quelle: Pressestelle Uni Saarland Das Bundesinstitut für

Quelle: CLIPAREA.com - Fotolia.com

� Jeder dritte Deutsche leidet unter

Rücken schmerzen – auch austrainierte

Spitzensportler sind betroffen.

� Lothar Schwarz,

Triathlon-Mannschaftsarzt

und wissenschaftlicher

Mitarbeiter

am Institut für Sport-

und Präventivmedizin

der Universität des

Saarlandes

Rückenbeschwerden zählen zu den

großen Volkskrankheiten in den westlichen

Industrieländern. Etwa 90 Prozent

der Westeuropäer leiden im Laufe

ihres Lebens darunter. Zum Kreis

ZUSAMMENGEFASST

Scanner unterstützt Diagnostik

Ärzte an der Medizinischen Hochschule Hannover suchen mit

einem „Rheuma-Scan“ nach den Ursachen von Handschmerzen.

Ein neuartiger Hand-Scanner unterstützt seit wenigen Monaten die

Diagnostik an der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH). Der so genannte

Rheuma-Scan zeigt innerhalb weniger Minuten, wie aktiv eine Entzündung

zu diesem Zeitpunkt ist. Das Gerät wird derzeit in der Interdisziplinären

Schmerzambulanz an der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

der MHH eingesetzt.

Um das Handinnere abzubilden, muss der Arzt dem Patienten zuerst einen

Farbstoff in geringer Dosis in die Armvene spritzen. Die Substanz wird sehr

schnell über die Leber wieder ausgeschieden. Bis es soweit ist, kann sie mit

Hilfe von speziellem Licht und einer hochempfindlichen Kamera nachgewiesen

werden. Eine veränderte Durchblutung kleinster Blutgefäße und entzündliche

Prozesse in den Gewebeschichten der Hand werden so abgebildet.

„Wir können in knapp 20 Minuten eine differenziertere Diagnose stellen“,

erklärt Privatdozent Dr. Michael Bernateck, Oberarzt an der MHH. Wolfgang

Kuhnke aus Mellendorf ist einer der ersten Patienten, die von der neuen

Technik profitieren. Er hatte sich mit einer Kreissäge an der Hand verletzt

und litt auch nach der Behandlung an einem Komplexen Regionalen Schmerzsyndrom

(CRPS, auch Morbus Sudeck genannt). Der Scanner hilft seine

Therapie zu verbessern. Der Patient ist froh darüber: „Man muss die Hände

zwar ein paar Minuten

still halten. Aber hinterher

wird die Behandlung

angepasst und man

muss weniger Medikamente

nehmen.“ ■

� Dr. Michael Bernateck

(rechts) und Patient

MHH/Kaiser

Wolfgang Kuhnke mit dem

Hand-Scanner im Einsatz Quelle:

Nationales Netzwerk Rückenbeschwerden

an der Uni Potsdam

Sportmediziner der Universität

Potsdam erforschen

gemeinsam mit Medizinern

aus anderen Städten das

Phänomen Rückenschmerz.

der Betroffenen gehören dabei nicht nur Menschen mit unzureichend

trainierter Rückenmuskulatur, sondern auch Nachwuchs- und Spitzensportler.

Die Zahlen sind alarmierend und das Nationale Netzwerk Rückenbeschwerden

an der Uni Potsdam will jetzt das Feld grundlegend erforschen. Die Potsdamer

Sportmediziner arbeiten dazu mit Medizinern aus Berlin, Heidelberg,

Dresden, München, Hamburg und Frankfurt (Main) zusammen.

Rückenschmerzen haben vielfältige Ursachen. Neben dem Verschleiß von

Gelenken kann auch eine instabile Wirbelsäule dahinter stehen, bei der

Nerven und Muskulatur unzureichend zusammen arbeiten. Weitere Gründe

liegen im Psychischen und Psychosozialen, insbesondere Stress und

Schmerz machen sich im Rücken bemerkbar.

Ein gezieltes Training sowohl zur Vorbeugung (Primärprävention) von Beschwerden

als auch in der Rehabilitation zur Sekundärprävention erweist

sich in der Regel als wirksam. Allerdings bleibt oft unklar, welche Interventionen

die Risiken und Beschwerden tatsächlich mindern. Hier setzt die Arbeit des

Nationalen Netzwerks an. Der Forscher-Verbund will herausfinden, welche

Art von körperlicher Aktivität wirksam ist. Dabei sollen auch Ergebnisse aus

dem Sport auf die Gesamtgesellschaft übertragen werden. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 13


ZUSAMMENGEFASST

Neue Osteoporose-Therapie

setzt bei Knochenbiologie an

Wissenschaftler des Universitätsklinikums Dresden haben

gemeinsam mit Kollegen der Mayo Clinic in Rochester, USA,

neue Behandlungsmöglichkeiten bei Osteoporose vorgestellt.

Bei Knochenschwund (Osteoporose)

nimmt nicht nur die Knochenmasse ab,

auch der Knochenaufbau leidet – die Mikroarchitektur

des Knochens wird schlechter.

Als Folge steigt die Gefahr für Knochenbrüche.

Betroffen ist vor allem die

weibliche Bevölkerung: Vier von zehn Frauen

nach den Wechseljahren leiden an Osteoporose.

Aber auch zwei von zehn Män-

Nervenzellen lassen sich seit mehr als 20

Jahren mit Ultraschall darstellen. „Lange

Zeit waren die Geräte für die Anwendung

in der Schmerztherapie zu unhandlich”, erklärt

Dr. Stefan Nöldeke, Vorstandsmitglied

der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall

in der Medizin. Mittlerweile sei eine solche

Untersuchung auch am Krankenbett möglich.

Für die lokale Betäubung führt der

Schmerztherapeut mit einer Hand die Ultraschallsonde,

während er mit der ande-

14

Gesunder Knochen

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Bei der Osteoporose nimmt

die Knochenmasse ab und der

Knochen wird brüchig.

Ultraschall erleichtert

Schmerzausschaltung

Moderne Ultraschallgeräte zeigen, wie und wo sich

Nerven durch den Körper ziehen – deshalb nutzen

Schmerztherapeuten tragbare Sonographie-Geräte,

um gezielt einzelne Nerven zu betäuben.

nern haben ein erhöhtes Osteoporose-Risiko

oder sind bereits erkrankt. Häufig erfahren

die Betroffenen erst durch den ersten

Knochenbruch von ihrer Erkrankung.

„Der Knochenstoffwechsel sorgt für einen

ständigen Umbau innerhalb des Knochengewebes.

Altes Knochengewebe wird abgebaut

- zuständig dafür sind die Osteoklasten

- neues durch die Osteoblasten

Osteoporose

ren die Injektionsnadel Richtung Zielnerv

schiebt. Beides, Nadel und Nerv, sind auf

dem Monitor sichtbar. „Selbst die Verteilung

des Betäubungsmittels im Gewebe

kann verfolgt werden”, so Nöldeke.

So lässt sich eine Betäubung auch an

schwer erreichbaren Stellen sicher platzieren,

beispielsweise für eine so genannte

Plexusblockade in der Achselhöhle

– dort verlaufen viele Sehnen, Blutgefäße

und Nerven neben- und übereinander.


Quelle: Alila - Fotolia.com

Quelle: Bergringfoto - Fotolia.com

aufgebaut. In einem gesunden Knochenstoffwechsel

besteht ein Gleichgewicht

zwischen Ab- und Aufbau“, erklärt Dr. Lorenz

Hofbauer, Osteoporoseforscher und

Professor am Dresdener Universitätsklinikum.

Bei Osteoporose-Patienten ist dieses

Gleichgewicht zuungunsten des Knochenaufbaus

gestört, mehr Knochensubstanz

wird abgebaut. Bisherige Medikamente,

beispielsweise Bisphosphonate,

brachten zwar eine Verbesserung, aber

auch unterschiedliche Nebenwirkungen.

Aktuelle Forschungsergebnisse der Dres -

dner und anderer Forschergruppen lenken

das Augenmerk auf einen neuen Behandlungsansatz:

Spezielle monoklonale Antikörper,

die den Knochenabbau stoppen

und die normale Knochenbildung erhalten.

Die Therapie mit Antikörpern wurde bereits

erprobt. Sie scheint erfolgreicher als

herkömmliche Medikamente. Darüber hinaus

ist sie für die Patienten auch komfortabel:

Zwei Injektionen des Wirkstoffes

pro Jahr unter die Haut reichen meist aus.

Die einmal wöchentliche oder tägliche Tabletteneinnahme

entfällt. ■

Interferone helfen

vielleicht auch gegen

Osteoporose

Ein natürliches Protein könnte

der Schlüssel zur Behandlung

der Osteoporose sein, berichten

australische Forscher.

Interferon-Gamma, ein vom menschlichen

Immunsystem und den Stammzellen

unseres Körpers produzierter

Eiweißstoff eignet sich möglicherweise

auch zur Behandlung der Osteoporose.

Der Stoff wird bereits für die

Behandlung von Hepatitis C eingesetzt.

Ein Forscherteam um Professor Dr.

Gustavo Duque von der Universität

Sydney, Australien, spritzte Mäusen,

die sich in den Wechseljahren befanden,

geringe Dosen des Botenstoffs.

Daraufhin nahm deren Knochenmasse

zu und durch die Wechseljahre bedingte

Knochenschäden reduzierten sich.

„Wir gehen das Problem an, indem

wir die für den Knochenaufbau zuständigen

Zellen anregen, mehr Knochenmasse

zu produzieren. So vergrößert

sich die Knochenmasse und

neue Frakturen können hoffentlich verhindert

werden“, so Duque. Ob die

Behandlung auch beim Menschen

hilft, muss sich allerdings erst noch

zeigen. ■


GEWINN

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können Sie uns schreiben, was Sie wollen:

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Leipzig, Telefon 0341/87059590

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Klinik in Ihrer Nähe.

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MEIN GESUNDES MAGAZIN 15

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Teutoburger Wald" auf den Seiten 27/28.

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für die Neuauflage des Klinikverzeichnisses „Rehabilitationskliniken stellen sich vor –

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Absender:

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Gustav-Mahler-Str. 2

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16

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lieben Frau) eine Gewinnerin gezogen

und gratulieren Frau Julia B. aus Großostheim

zu einem Schnupperwochenende in der

Espan-Klinik in Bad Dürrheim.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Fotolia.com


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Mit einem Dringlichkeits-Appell wendet sich der BDPK im

Namen der Rehabilitationskliniken in privater Trägerschaft an

Frau Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen und die

Abgeordneten des Deutschen Bundestages, das Reha-Budget

der Deutschen Rentenversicherung schnellstmöglich an den

steigenden Versorgungsbedarf anzupassen.

ZUSAMMENGEFASST

Resolution fordert Anhebung des Reha-Budgets

� Die Investition in Rehabilitationsmaßnahmen für

ältere Arbeitnehmer zahlt sich für alle aus.

in Tsd.

10.000

9.000

8.000

7.000

6.000

5.000

6.198

6.700

7.066

Das derzeitige Reha-Budget der Deutschen

Rentenversicherung reicht nicht

mehr, um die immer älter werdenden Arbeitskräfte

bis zum Eintritt in das Renteneintrittsalter

im Erwerbsleben halten zu

können.

Seit 1997 sind die Ausgaben für Rehabilitationsleistungen

der Gesetzlichen Rentenversicherung

gesetzlich gedeckelt. Sie

orientieren sich an der Entwicklung der

Bruttolöhne und -gehälter je Arbeitnehmer.

Der Rehabilitationsbedarf steigt jedoch

seit Jahren: Aufgrund der demografischen

Entwicklung steigt der Anteil der älteren

Arbeitnehmer, das Renteneintrittsalter

wird schrittweise auf 67 angehoben, chronische

Erkrankungen sowie Multimorbidität

nehmen zu.

Diese Entwicklungen werden bei der Festsetzung

des Budgets nicht berücksichtigt.

Für eine bedarfsgerechte Anhebung des

8.496

9.408

2008 2013 2015 2020 2025

� Entwicklung

der Zahl der

Erwerbstätigen

im Alter von 55

und mehr Jahre

(2008-2025), in

1.000

Quelle: Kurzdossier

der Prognos AG

„Reha-Budget: Der

Deckel hält nicht mehr“

BDPK

Bundesverband

Deutscher Privatkliniken e.V.

Der Bundesverband Deutscher

Privatkliniken e.V. (BDPK) vertritt seit

60 Jahren die Interessen der 1.000

Krankenhäuser und Rehabilitationskliniken

in privater Trägerschaft. Er ist

damit maßgeblicher Spitzenverband

der privatwirt-schaft lich tätigen Leistungserbringer

und flankiert die zunehmende

Privatisierung im deutschen

Gesundheitsmarkt. Der BDPK

steht für Qualität, Innovation und

Wirtschaftlichkeit in der stationären

Versorgung.

Nähere Informationen:

www.bdpk.de

Budgets ist eine zusätzliche Steigerung

von jährlich 1,1 Prozent (60 Millionen Euro)

auf die Bruttolohnsummensteigerung erforderlich.

Die Investition in Rehabilitationsmaßnahmen

zahlt sich für alle aus: Die Versicherten

verbleiben länger im Erwerbsleben, bestenfalls

bis zum Renteneintritt. Sie zahlen

Beiträge in die Renten- und Sozialversicherungskassen

sowie Steuern. Der vorzeitige

Bezug von Erwerbsminderungsrenten sowie

andere Sozialleistungen werden vermieden.

Der Arbeits- und Fachkräftemangel

wird abgefangen und gleichzeitig kann Altersarmut

verhindert werden. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 17


ZUSAMMENGEFASST

KLINIK FINDEN

Der gedruckte Klinikkatalog

DIE NEUE 13. AUFLAGE

Zahlreiche deutsche Reha-Kliniken stellen sich und ihre Leistungen

übersichtlich und gut vergleichbar dar.

Die 12. Auflage unseres Klinikverzeichnisses

„Rehabilitationskliniken stellen sich

vor“ ist seit kurzem vergriffen. Die Herausgabe

der aktuellen 13. Auflage ist bereits

in vollem Gange.

‹Die Leistungen der Reha-Kliniken

werden übersichtlich und gut

vergleichbar vorgestellt.

‹Hilfe für Betroffene bei der Suche nach

einer geeigneten Rehabilitationsklinik

‹Unterstützung bei der Ausübung des

Wunsch- und Wahlrechts

‹Indikationen, die medizinischen

Einrichtungen, die Klinikleitung, die

Bettenzahl sowie die Kostenträger,

werden stichwortartig aufgeführt

18

Deutscher Reha-Tag

RECHTZEITIG HANDELN

MEIN GESUNDES MAGAZIN

‹Aufzählung der Kostenträger mit

denen die jeweilige Klinik zusammenarbeitet

‹ Ausstattung und Besonderheiten

der Kliniken werden anschaulich

dargestellt

Digital ist das Klinikverzeichnis im I

nternet mit einer komfortablen

Sortierung nach Indikationen,

Körperteilen oder Regionen unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de

einsehbar.

Gerne sind wir bei der Suche behilflich

und dazu kostenlos aus dem Festnetz unter

0800-100 63 50 für Sie erreichbar.

Die Rehabilitation in Deutschland ist

so vielfältig wie die Anliegen, Nöte

und Erkrankungen der betroffenen

Menschen, die in ihr Hilfe finden.

Medizinische, berufliche und soziale

Weitere Infos unter www.rehatag.de

Rehabilitation arbeiten eng miteinander

verzahnt. Denn wirksame Rehabilitation

fordert die starke inhaltliche,

fachliche und konzeptionelle

Vernetzung engagierter Menschen

unterschiedlichster Professionen, mit

hoher Fachkompetenz. Anlässlich des

Reha-Tages präsentieren sich bundesweit

Kliniken und Einrichtungen in

der Öffentlichkeit. Besuchen Sie eine

Veranstaltung in Ihrer Nähe.

Der Deutsche Reha-Tag ist eine Gemeinschafts-

initiative von Institutionen, Organisationen und

Verbänden der Rehabilitation.


Eifelhöhen – Klinik AG

Fachkliniken für Rehabilitative Medizin

Graurheindorfer Straße 92

53117 Bonn

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Aktiengesellschaft

Aatalklinik Wünnenberg

In den Erlen 22

33181 Bad Wünnenberg

Telefon: 02953-970-541

Fax: 02953-970-505

E-Mail: info@aatalklinik.de

Internet: www.aatalklinik.de

Zentrum für Frührehabilitation

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Telefon: 02486- 71-0

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• Fachabteilung für Neurologie

• Kurzzeitp�ege

Kaiser-Karl Klinik

Graurheindorfer Straße 137

53117 Bonn

Telefon: 0228-6833-0

Fax: 0228-6833-445

E-Mail: info@kaiser-karl-klinik.de

Internet: www.kaiser-karl-klinik.de

Die Rehabilitationsklinik im Herzen der Stadt Bonn

• Fachklinik mit ganzheitlicher Behandlungsmethodik

• Spezialisiert auf die rehabilitative und konservative Behandlung der Indikationen Orthopädie ,Innere Medizin und Geriatrie

• Fachabteilung für Traditionelle Chinesische Medizin

• Öffentliches Restaurant KAROLINGER

alle Kliniken sind gemäß § 111 SGB V zugelassen und beihilfefähig


DAS BESTE FÜR IHRE

GESUNDHEIT!

Wir informieren Sie individuell! Unsere Leistungen im Überblick:

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Reha Verfahren §

Reha Verfahren §

Der Arzt

und

die Reha

Schriftliche Patienten-

Schriftliche informationen

Patienteninformationen Leitfaden

Der Arzt

und die Reha

Leitfaden

Für die persönliche Beratung rund um die Reha erreichen Sie uns von Mo.–Fr.

08:00 -18:00 Uhr kostenfrei aus dem Festnetz unter der

Rufnummer 0800/100 63 50. Informieren Sie sich auch auf unserer

Internetseite unter www.arbeitskreis-gesundheit.de

Der Arbeitskreis Gesundheit e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der über die Bedeutung

der medizinischen Rehabilitation im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung informiert.

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2, 04109 Leipzig

Telefon: 0341 /87059590

Telefax: 0341/870595959

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com


Mein Gesundes Magazin: Mit welchen

Krankheiten kommen Patienten zu Ihnen?

Wilhelm: 75 Prozent unserer Patienten

kommen nach einem Krankenhausaufenthalt

zu uns, also zu einer Anschlussheilbehandlung,

kurz AHB: 15 Prozent kommen

über die

Rentenversiche- Dr. Bernd Wilhelm ist

rung, 60 Prozent Arzt für Orthopädie mit

über die Kran- den Zusatzbezeichkenkasse.

AHB- nungen: Physikalische

Patienten haben Therapie, Sportmedizin

meist eine Hüft- und Manuelle Medizin.

oderKnieendo- Als Chefarzt leitet er die

prothesen-Ope orthopädische Abteilung

ration oder ei- der MEDIAN Klinik

nen Eingriff an am Burggraben in Bad

der Wirbelsäule Salzuflen.

hinter sich.

Die restlichen 25 Prozent erhalten ein

Heilverfahren – das, was man früher Kur

nannte – meist wegen Rückenschmerzen,

aber auch wegen Arthrosen. Ein kleiner

Teil davon sind ältere, multimorbide Patienten

– sie haben oft fünf oder mehr

Grunderkrankungen.

MGM: Wie behandeln Sie Ihre Patienten?

Wilhelm: Wir haben 13 festgelegte Therapieabläufe,

die wir individuell auf jeden

unserer Patienten anpassen können. Ein

Beispiel: Ein Patient kommt über die Krankenkasse

zur AHB nach einer Hüftendoprothese.

Dafür erstellt uns der Computer

einen Standard-Therapieplan, der alle Einzelmaßnahmen

für die kommenden Wochen

festlegt. Allerdings sehen wir dann

bei der Aufnahme oft, dass bei dem Patient

die Fäden der OP-Wunde noch nicht

gezogen sind. Das heißt dann für uns,

dieser Patient darf in der ersten Woche

keine Wasseranwendungen bekommen.

Sie wären im Therapie-Standard vorgesehen,

aber in diesem Fall müssen wir sie

aus dem Plan nehmen.

MGM: Wie läuft die Reha konkret ab?

Wilhelm: Die Patienten kommen meist

am Nachmittag zur Aufnahme.

Am gleichen Tag führt der Stationsarzt die

Aufnahmeuntersuchung durch und legt

die Therapien fest. Daraus erstellt das Planungsbüro

den Therapieplan. Am zweiten

Tag beginnt der Tag zwischen acht und

zehn Uhr mit einer Vorstellung beim Oberarzt

– einem Arzt für Orthopädie – der

dann die Befunde und Therapieplan überprüft.

Anschließend wird mit dem Patienten

sein individuell angepasster Behandlungsplan

durchgesprochen

und er beginnt

seine Maßnahmen.

In der ersten und

zweiten Woche

steht eine Chefarztvisite

auf dem

Programm: Wir

besprechen eventuelleTherapieanpassungen.

In

der dritten Woche findet – bei Patienten

der Rentenversicherung – eine erneute

Oberarztvisite mit Festlegung der sozialmedizinischen

Beurteilung statt.

MGM: Warum sehen die Rehabilitanden

ihren Arzt während der Reha im Vergleich

zum Akutkrankenhaus so selten?

INTERVIEW

„Viele denken, wenn ich die Rente einreiche,

bekomme ich sie automatisch“

Im Gespräch mit Orthopädie-Chefarzt Dr. Bernd Wilhelm

Quelle: Privat

Quelle: MEDIAN Klinikum für Rehabilitation Bad Salzuflen

Wilhelm: Die Struktur ist eine andere. Unsere

Stationsärzte haben Sprechstundenzeiten,

das heißt sie stehen jeden Tag zu

bestimmten Zeiten jedem Patienten, der

das möchte, zur Verfügung.

MGM: Wie ist der Ablauf bei Heilverfahren?

Wilhelm: Bei den Heilverfahren gilt der

gleich Ablauf wie bei der AHB. In den Heilverfahren

der Rentenversicherung, also bei

Patienten die berufstätig sind oder sein

könnten, haben unsere Patienten aber oft

andere Probleme als Patienten nach einer

Operation. Sie leiden häufig unter chronischen

Rückenschmerzen. Das bedeutet

lange Arbeitsunfähigkeitszeiten. Bei ihnen

spielen Psyche und soziales Umfeld eine

große Rolle. Das gilt auch für Patienten,

die einen Job haben, in dem sie unzufrieden

sind oder Patienten, die sich mit der

Pflege eines kranken Angehörigen überfordert

fühlen – die psychosozialen Problemfelder

sind vielfältig. Wir stellen diese

Patienten dem Psychologen vor, der uns

Tipps gibt, welche zusätzlichen Therapien

durchgeführt werden sollen, bzw. ob eine

Künstliche Hüftgelenke werden in

Deutschland pro Jahr etwa 180.000

und künstliche Kniegelenke ca.

120.000 eingesetzt. Nach erfolgreicher

Operation werden Patienten

darüber informiert, wie sich die

künstlichen Gelenke auf Ihr Verhalten

im täglichen Leben auswirken.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 21


REHA

ambulante Nachbehandlung im Entlassungsbrief

empfohlen werden sollte.

MGM: Werden Patienten in der Reha

auch zu möglichen neuen Berufsmöglichkeiten

beraten?

Wilhelm: Wir dürfen keine dezidierten

Vorschläge dazu machen, welcher Beruf

geeignet ist. Dazu kennen wir den Arbeitsmarkt

und die arbeitsplatzspezifischen

Anforderungen nicht gut genug und

wollen unsere Patienten nicht für einen

bestimmten Berufszweig bahnen. Wir

schreiben, welche Belastungen aus medizinischer

Sicht aufgrund der Erkrankungen

nicht zumutbar sind, beispielsweise

Marathonlaufen schädigt die

Kniegelenke nicht

Entgegen der landläufigen Meinung hat die Teilnahme an einem

42-Kilometer-Lauf keinen schädigenden Einfluss auf die Menisken, Knorpel

und Knochen des Knies. Dies ergibt eine neue österreichische Studie.

Dr. Wolfang Krampla, Radiologe am Wiener

Donauspital, hat die Kniegelenke aktiver

Marathonläufer per Kernspin (MRT) untersucht.

Das Verfahren liefert einen besonders

guten Einblick auf die Strukturen der Gelenke.

Das Ergebnis der Studie: Ein gesunder

Marathonläufer schädigt seine Kniegelenke

nicht, so Krampla.

Zwischen der ersten MRT-Aufnahme und

der letzten Kontrolluntersuchung rund zehn

Jahre später lagen bis zu 40.000 Kilometer

Lauftätigkeit. Die dabei auf das Kniegelenk

einwirkende Belastung ist hoch, 6.200

Tonnen federn die Kniegelenke eines 75

Kilogramm schweren Läufers während eines

Marathonlaufs ab. Zum Vergleich: Die

Stahlkonstruktion des Eiffelturms wiegt

7.300 Tonnen. Die Kniegelenke der Untersuchten

wiesen im MRT-Bild trotzdem kei-

22

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Robert Kneschke - Fotolia.com

keine Erschütterung, keine Absturzgefahr.

Viele denken, wenn ich die Rente einreiche,

bekomme ich sie automatisch. Das

stimmt nicht. Wenn ärztlicherseits der letzte

Beruf nicht mehr ausgeübt werden

kann, ist die Erwerbsfähigkeit auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt zu beurteilen. Berücksichtigt

werden müssen auch arbeitsrechtliche

Aspekte, so dass letztendlich

die Entscheidung von einem Juristen getroffen

wird. Bei jüngeren Jahrgängen ab

1961 ist auch die Berufsunfähigkeitsrente

weggefallen.

Wilhelm: Was lernen Patienten in der

orthopädischen Reha?

nerlei neu aufgetretene Abnutzungserscheinungen

auf. Der Körper passt sich der vermehrten

Belastung an, erklärt Krampla das

Phänomen. Das Muskelgewebe wächst

unter Belastung, aber auch die Knochendichte

nimmt zu. Dennoch sollten gerade

Hobbysportler ihren Sport nicht übertreiben,

warnt der Radiologe – sein Forschungsschwerpunkt

sind Überlastungsschäden

bei Sportlern.

Als Faustregel gilt: Hobbyläufer mit einem

Trainingspensum von maximal 80 km/Woche

stärken ihre Knochen, die Gelenke und die

Muskulatur. Auch ihre Kondition steigt. Ab Fotolia.com -

rund 100 km/Woche nehmen allerdings

Überlastungsschäden dramatisch zu, da die Damkier

Sportler ihre zur Erholung der Gelenke not- Mikael

wendigen Ruhephasen nicht mehr einhalten

können. ■ Quelle:

Wilhelm: Neben den physikalischen Therapieformen

schulen wir die Patienten:

Was bedeutet die OP für sie? Worauf

müssen sie achten?

Vielen berufsfähigen Patienten ist nicht

klar, welche Konsequenzen ihre Operation

mit sich bringt. Ein Dachdecker mit einer

Hüft-TEP kann seinen Beruf de facto nicht

mehr ausüben.

MGM: Können Sie ein weiteres Beispiel

nennen, worüber Sie Patienten informieren?

Wilhelm: Patienten nach Hüft- und Knie-

TEP bekommen meistens einen Endoprothesenausweis.

Er ist nötig, wenn erneute

Operationen anstehen – für die einzelnen

Prothesentypen sind Spezialwerkzeuge

nötig. Darüber hinaus müssen sich die

Patienten ausweisen können, wenn es in

der Flughafenschleuse wegen des Implantatmetalls

piept.

Außerdem sollen sich die Patienten regelmäßig

röntgen lassen. Viele denken,

solange sie keine Schmerzen haben, sei

Röntgen unnötig. Das stimmt aber nicht.

Eine Prothesenlockerung bedeutet nicht

automatisch auch Schmerzen, auch wenn

schon ein Knochensubstanzverlust vorliegt.

Regelmäßiges Röntgen erlaubt ein

frühes Eingreifen und vermeidet größere

Schäden. ■


Was behinderten Menschen zusteht

Die Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe hat ihren Ratgeber für behinderte Menschen

überarbeitet und neu herausgegeben. Der aktualisierte Leitfaden bietet

Betroffenen und ihren Angehörigen eine gute Orientierung für Beruf und Freizeit.

Welche Rechte habe ich als behinderter

Mensch und wie setze ich meine Ansprüche

durch? Diese und ähnliche Fragen beantwortet

der Ratgeber „Die Rechte behinderter

Menschen und ihrer Angehörigen“.

Herausgeber ist die Bundesarbeitsgemeinschaft

Selbsthilfe von Menschen mit Behinderung

und chronischer Erkrankung und

ihren Angehörigen (BAG SELBSTHILFE).

Der aktualisierte Leitfaden liefert auf 444

Seiten wertvolle Informationen für juristische

Laien und rechtskundige Berater. In

verständlicher Sprache geht das Handbuch

auf sozialrechtliche Fragestellungen ein.

Zentrale Themen dabei sind Eingliede-

Patienten, die mit einer schwierigen

Diagnose konfrontiert sind, können einen

weiteren Arzt aufsuchen und zusätzlich

medizinischen Rat einholen.

Diese so genannte Zweitmeinung sichert

oftmals die Therapie ab und stärkt

den Patienten bei seiner Entscheidung.

Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft

(DWG) verweist jetzt darauf, dass auch

beim Einholen der Zweitmeinung bestimmte

Qualitätskriterien gelten. Unabdingbar

sei etwa, dass Ärzte und

Ärztinnen den Patienten persönlich anschauen

und umfassend untersuchen.

Verfahren, bei denen lediglich Röntgen-

und MRT-Bilder sowie zusätzliche

Befunde durchgesehen werden, lehnt

die DWG konsequent ab.

Hintergrund der DWG-Warnung ist das

Internet-Portal www.vorsicht-operation.de.

Es bietet Patienten ein Zweitgutachten

auf Privatrechnung an und

nutzt dazu nur die online eingesendeten

Patientendaten sowie Bildmaterialien.

Für eine fundierte ärztliche Beurteilung

sei das zu wenig, so die DWG.

Zu den Grundlagen der ärztlichen Beratung

zählten, dass die Ärztin oder

der Arzt den Patienten persönlich kennenlernt,

untersucht und berät, alle Daten

und Befunde auswertet und even-

Fotolia

-

tuell weitere Untersuchungen anordnet.

„Dies kann eine kommerziell auf- Bähren

gebaute Internetberatung nicht Sven

erfüllen“, heißt es in der Stellungnahme

der DWG. ■ Quelle:

Bestelladresse:

Das Handbuch „Die Rechte behinderter

Menschen und ihrer Angehörigen“ ist gegen

eine Pauschale von 4,80 Euro/ Stück

für die Versandkosten (Staffelpreise auf

Anfrage) erhältlich bei:

Bundesarbeitsgemeinschaft

SELBSTHILFE e.V. ,

Kirchfeldstr. 149 • (Stadtteil: Friedrichstadt),

40215 Düsseldorf ,

Tel.: 02 11-3 10 06-0,

Fax.: 02 11-3 10 06-48 ,

E-Mail: info@bag-selbsthilfe.de

Internet: http://www.bag-selbsthilfe.de

Der Ratgeber

der BAG

SELBSTHILFE

informiert zu

den Rechten

behinderter

Menschen

und ihrer Angehörigen.

REHA

rungshilfe, Grundsicherung, Kündigungsschutz,

Krankenversicherung, Patientenrechte,

Pflegeversicherung und Rehabilitation

sowie die Rechte von Eltern, Pflegepersonen

und ehrenamtlichen Helfern.

Das Taschenbuch erläutert zudem die Antragstellung

und die Feststellung einer

Schwerbehinderung sowie die sich daraus

möglicherweise ergebenden Nachteile. ■

Fachgesellschaft warnt

vor kostenpflichtigen Online-

Beratungen

Die Deutsche Wirbelsäulengesellschaft lehnt eine Internetberatung für

Zweitgutachten ab, weil dabei die Grundlagen einer ärztlichen Beratung

nicht erfüllt sind.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 23


REHA

Chronische Rückenschmerzen –

Reha fast so gut wie Operation

Bei Rückenproblemen ist eine Operation

zwar etwas wirkungsvoller als die

Reha, andererseits aber mit mehr Risiken

behaftet, so eine norwegische

Studie. Ihr Leiter rät deshalb dazu, vor

einer OP erst die Möglichkeiten der

Reha auszuschöpfen.

Eine norwegische Forschergruppe, die Norwegian

Spine Study Group um den Orthopäden

Dr. Christian Hellum von der Universität

Oslo, hat gezeigt, dass eine Bandscheibenprothese

die Beschwerden von

Patienten mit chronischen Rückenschmerzen

(Lumbalgie) langfristig besser lindert

als eine intensive Rehabilitation. Allerdings

war der Unterscheid zwischen beiden Behandlungen

geringer als erwartet.

Die Forscher gewannen für ihre Vergleichsuntersuchung

173 Patienten zwischen 22

bis 55 Jahren, die sich bereit erklärten per

Quelle: Tommy Windecker - Fotolia

24

Wenn Kinder plötzlich anfangen

zu humpeln und ihnen Hüften

und Oberschenkel so weh tun,

dass sie sich nicht mehr bewegen

wollen, denken viele Eltern

als erstes an Wachstumsschmerzen.

Das stimmt nicht immer.

Vor allem bei Jungen zwischen vier und acht Jahren tritt

Hüftschnupfen auf – sie sind viermal häufiger betroffen als Mädchen.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Losentscheid einer der beiden Behandlungen

zuordnen zu lassen: entweder der

Operation oder der 60-stündigen Reha,

die in diesem Fall ambulant durchgeführt

wurde.

In beiden Gruppen kam es zu einer messbaren

Besserung der Beschwerden, die allerdings

nach der Operation besser ausfiel.

Hinsichtlich Lebensqualität oder der Rückkehr

zum Arbeitsplatz unterschieden sich

die beiden Gruppen nicht.

Trotz der messbaren Vorteile der Operation

rät Hellum, die Rehabilitation als erste Behandlungsmöglichkeit

einzusetzen, noch

vor einem operativen Eingriff.

Dies liegt zum einen an der durch Rehabilitation

ebenfalls erzielbaren Besserung

der Beschwerden und zweitens an den

möglichen Risiken der Operation: Beispielsweise

kann sich die Bandscheibenprothese

nach der Operation verschieben,

berichten die Forscher. ■

Intensive Rehabilitation bessert chronische Rückenbeschwerden

fast genauso gut wie eine Operation –

birgt aber weniger Risiken.

Diagnose Hüftschnupfen?

Schmerzhaft, aber harmlos

Hat das Kind gerade einen Infekt überstanden, kann es sich auch um einen so

genannten Hüftschnupfen handeln. Auslöser dieser Entzündung des Hüftgelenkes

(Coxitis fugax = flüchtige Hüftgelenksentzündung) sind meist Atemwegs- oder

Magen-Darm-Infekte. Die Beschwerden treten etwa eine

Woche nach Abklingen des Infektes auf.

Quelle: Sebastian Kaulitzki - Fotolia

Die betroffenen Kinder wollen am liebsten überhaupt nicht

mehr laufen und vermeiden jede Bewegung der Hüfte. Grund

dafür sind die starken Schmerzen, die vom Hüftbereich bis ins

Knie ausstrahlen. Deren genaue Ursache ist bisher nicht bekannt.

Vor allem bei Kindern im Alter zwischen vier und acht Jahren

kann Hüftschnupfen auftreten, wobei Jungen viermal häufiger

betroffen sind als Mädchen. Die Diagnose erfolgt mit Hilfe

einer Ultraschalluntersuchung, bei der sich ein deutlicher Gelenkerguss

zeigt. Trotz der starken Schmerzen ist der Hüftschnupfen

keine schwerwiegende Erkrankung. Es ist aber

wichtig, dass das Kind sich schont. Gering dosierte Schmerzmittel

wie Ibuprofen kappen die Beschwerden. Sonst bedarf

die Erkrankung normalerweise keiner weiteren Behandlung.

Treten neben den Schmerzen Fieber und Lymphknotenschwellungen

auf, kommen Bakterien als Ursache für die Entzündung

infrage. Um eine bakterielle Entzündung auszuschließen, empfiehlt

sich in diesen Fällen eine Punktion des Gelenkergusses

durch einen Orthopäden oder Chirurgen. ■


Gesundes Training an Geräten

Viele Menschen trainieren im Fitnessstudio, um nach einer Verletzung wieder in Form zu kommen.

Jetzt entwickelten Forscher eine Technik, mit der Trainingsdaten an Arztpraxen übermittelt werden.

Dies ermöglicht, das Training besser zu planen.

Quelle: Peter Atkins - Fotolia

Die Schmerzen im rechten Knie hat sich

Marianne bei einer Skitour in den Bergen

zugezogen. Sie ist in einem Schneehaufen

hängen geblieben. Dann ging alles sehr

schnell: Nach dem Skiunfall kam sie mit

dem Helikopter ins Krankenhaus. Am

nächsten Tag stand bereits die Operation

an und eine Woche später war sie wieder

daheim - mit Krücken im Liegesessel. In

der Nachsorge will Marianne das operierte

Kniegelenk möglichst effizient trainieren.

Ein gezieltes Gerätetraining mithilfe eines

physiotherapeutischen Plans könnte viel

für sie bewirken.

Bislang fehlen jedoch detaillierte Informationen,

damit Physiotherapeuten und Mediziner

das Training genau planen können.

Viele Fragen sind dabei zu beantworten:

Wie schnell bauen sich die Muskeln wieder

auf? Wie beweglich sind die betroffenen

Gelenke nach den entsprechenden

Trainingseinheiten? Ist die Gesamtverfassung

des Patienten stabil? Oder kommt

er schon nach wenigen Trainingseinheiten

aus der Puste?

Die behandelnden Ärztinnen und Ärzte

wollen vor allem sichergehen, dass sich

Quelle: Robert Kneschke - Fotolia

die verletzten Knochen und Gelenke wieder

gut erholen und in ihren Funktionen

nicht eingeschränkt bleiben.

Eine Schnittstelle für den

Datentransfer

Für die exakte Planung müssten die Softwaresysteme

in der Physiotherapie oder

der Rehabilitation und den Arztpraxen miteinander

verbunden sein, sind es aber

nicht. Nach Ansicht von Sven Meister, Projektleiter

am Fraunhofer-Institut für Software-

und Systemtechnik ISST in Dortmund,

wird dadurch viel Potenzial verschenkt:

„Durch die medizinische Auswertung

von Trainingsdaten lässt sich die

Qualität der Behandlung deutlich steigern“,

sagt der Informatiker. Er hat zusammen

mit seinem Team jetzt eine Schnittstelle

entwickelt, die die Fitnessdaten eines trainierenden

Patienten an ein Praxissystem

des niedergelassenen Mediziners oder ein

Krankenhausinformationssystem überträgt.

Mit dem „eTraining“ wollen die ISST-Wissenschaftler

den Informationsfluss zwischen

Ärzten, Krankenkassen, Trainern

und dem privaten Gesundheitsengage-

REHA

� Gerätetraining hilft Patienten nach Unfällen

und Verletzungen.

ment vieler Menschen in Gang bringen.

Dreh- und Angelpunkt ist dabei eine standardisierte

Informationsplattform, die den

Austausch individueller Messdaten wie

Pulsschlag, benutztes Gewicht, Übungsgeschwindigkeit

und -dauer oder auch die

Reichweite der Bewegung („Range of Motion“)

bei orthopädischen Reha-maßnahmen

mit den Informationssystemen der

Ärzte möglich macht.

Grundlage für neue

Geschäftsmodelle

Doch welche Informationen sind nötig,

um den Trainingsverlauf medizinisch beurteilen

zu können? „Hier sind wir mit

verschiedenen Expertenkreisen im Gespräch,

um eine branchenweite Standardisierung

auch mit Blick auf die Krankenkassen

zu erreichen“, sagt der ISST-Informatiker.

Meister geht davon aus, dass die

Vernetzung der Gesundheitsmärkte eine

Qualitätssteigerung gerätegestützter Trainingsansätze

in der Rehabilitation und Prävention

zur Folge haben wird. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 25


Quelle: Michael Bührke / pixelio.de

Quelle: Stephan Morrosch - Fotolia.com

REHA

Bessere Rehabilitation für ältere

Menschen nach Hüftfrakturen

Derzeit kann sich einer von vier älteren Patienten nach der Operation

eines Hüftgelenkbruchs nicht mehr selbstständig und unabhängig bewegen.

Dänische Forscher haben nun in einer Studie Kennzeichen gefunden,

die auf gefährdete Patienten hinweisen. Dadurch lassen sich

Rehabilitationsprogramme verbessern.

Nach Brüchen des Hüftgelenks (Hüftgelenksfrakturen)

geht es für die Betroffenen

vor allem darum, sich wieder gut bewegen

zu können, um im Alltag ohne Einschränkungen

zurecht zu kommen. Im Fachjargon

heißt die Fähigkeit, selbst aufstehen

und zu Bett gehen zu können, sich aufs

Sofa zu setzen und wieder hochzukommen,

aber auch überhaupt gehen zu können

„selbstständige Mobilität“. Sie ist eine

Grundvoraussetzung für selbstbestimmtes

Leben.

Dieses Ziel erreichen 24 von 100 Patienten

nach einer Hüftgelenksfraktur nicht. Sie

können deshalb auch nicht aus dem Krankenhaus

direkt nach Hause entlassen wer-

� Die richtige Rehabilitation – zum Beispiel mithilfe

von Bewegungsbädern – macht Patienten nach

einem Oberschenkelhalsbruch schneller wieder fit.

26

MEIN GESUNDES MAGAZIN

den. Zu diesem Resultat kommen die Wissenschaftler

um Dr. Morten Tange Kristensen

vom Kopenhagener Universitätsspital,

die ihre Ergebnisse auf dem Europäischen

Orthopäden- und Traumatologen-

Kongress (EFORT) im Juni 2011 vorgestellt

haben.

Fehlt die selbstständige Mobilität, werden

die Betroffenen oft in Pflegeheime eingewiesen.

Dies mindert nicht nur die Lebensqualität

der Betroffenen, es belastet

auch das Gesundheitssystem mit großen

Kosten. „Daher müssen wir alles tun, um

das zu verhindern – dafür haben wir nun

noch bessere Grundlagen“, so Kristensen

auf dem EFORT-Kongress.

Die Kopenhagener Forscher haben den

Heilungsverlauf von 213 Patienten in einem

Durchschnittsalter von 82 Jahren untersucht.

Drei Viertel davon waren Frauen.

Alle Patienten hatten vor ihrer Hüftfraktur

eigenständig zu Hause gelebt. 163 Patienten

wurden mithilfe der Rehabilitation nach

der Operation wieder gut beweglich. Allerdings

schafften es 50 Patienten mit einem

konventionellen Rehabilitationsprogramm,

das direkt nach der Operation einsetzt

(ein sogenanntes multimodales Fast-

Track-Rehabilitationsprogramm) nicht, ihre

alte Bewegungsfähigkeit zu erreichen.

� Die Bewegungsfähigkeit vor der Operation ist

mitentscheidend dafür, ob die Mobilität nach

der Operation eines Hüftgelenksbruchs wieder

wie früher zurückkommt.

Wenig Beweglichkeit, Art des Bruchs

und Patientenalter erhöhen das Risiko

Besonders gefährdet waren Patienten, die

folgende Merkmale aufwiesen:

• Bei Patienten, die bereits vor der Fraktur

Probleme mit ihrer Beweglichkeit hatten,

war das Risiko, ihre Mobilität nicht wiederzugewinnen,

sechs Mal höher als

bei den normal beweglichen.

• Patienten, die statt eines einfach behandelbaren

Bruchs am Gelenkhals eine

kompliziertere (intratrochantäre) Fraktur

unterhalb des Schenkelhalses hatten,

zeigten ein vierfach erhöhtes Risiko.

• Alter spielte eine Rolle: Jedes Lebensjahr

steigerte die Wahrscheinlichkeit,

nicht nach Hause entlassen zu werden,

um neun Prozent.

„Wir können weder das Alter, noch die Art

des Bruchs, noch den Ausgangsstatus der

Mobilität unserer Patienten ändern. Mithilfe

dieser Daten können wir aber nun im Vorhinein

ermitteln, welche Personen wahrscheinlich

Mobilisierungsprobleme zu erwarten

haben und ihre Rehabilitation entsprechend

optimieren“, sagte Kristensen.

So kann die Reha zum Beispiel dem bei

komplizierten Frakturen typischen Verlust

an Muskelkraft mit frühzeitigem und stärkerem

Krafttraining entgegenwirken. ■

Rehabilitation nach

Oberschenkelhalsbruch

Die Rehabilitation nach einem Knochenbruch

im Hüftgelenk kann zum

Beispiel folgende Elemente umfassen:

‹ Gehtraining unter Anleitung

ausgebildeter Therapeuten

‹ Gymnastische Übungen für die

Beweglichkeit des Hüftgelenks

‹ Spezielles Muskelaufbau-Training

‹ Bewegungsbäder (nachdem die

Operationswunde verheilt ist)

‹ Physikalische Therapie, zum Beispiel

Ultraschallbehandlung oder

Elektrotherapie

‹ Koordinationstraining (um künftige

Stürze zu vermeiden)


Lebensart in der Region

Teutoburger Wald

Die Urlaubsregion Teutoburger Wald wird auch das grüne Rückgrat

Ostwestfalens genannt und schließt die Regionen Corveyer Land,

Paderborner Land, Region Gütersloh, Lipperland, Region Bielefeld,

Wittekindsland und Mühlenkreis Minden-Lübbecke zusammen.

Populär ist diese Gegend vor allem wegen

der „Schlacht im Teutoburger Wald“ im

Jahre 9 n. Chr. Angeführt von dem Cheruskerfürsten

Arminius schlugen die Germanen

hier drei römische Legionen und

somit auch die römische Herrschaft rechts

des Rheins nieder. Zur Erinnerung an diese

Ereignisse wurde am 16. August 1875,

37 Jahre nach der Grundsteinlegung, das

54 m hohe Hermannsdenkmal bei Hiddesen

durch Kaiser Wilhelm I. eingeweiht.

Immer einen Ausflug wert sind die markanten

Felsen der Externsteine bei Horn-

Bad Meinberg. Sie sind ein einzigartiges

Natur – und Kulturdenkmal aus der Kreidezeit,

bestehend aus fünf grauen Sandsteinfelsen.

Vermutlich war dies einmal

eine germanische Kultstätte. Heute gehören

die Steine zu den herausragenden Natursehenswürdigkeiten

Deutschlands und

werden jährlich von bis zu einer Million

Menschen besucht.

Den Millionen Jahre alten Gesteinsschichten

in der Tiefe des Teutoburger Waldes

Quelle: normen64 - Fotolia.com

verdankt dieser Landstrich viele wertvolle

Heil- und Mineralwasser. Hier haben sich

erstklassige Bäder und Spas entwickelt,

die die heilende Wirkung der Wasser für

ihre Gäste auf vielfältige Weise nutzen.

Zu den bekanntesten gehören beispielsweise

die Bad Driburger Heilquellen, zu

denen die Caspar-Heinrich-Quelle, die Marcus-Quelle

und die Rabe-Quelle zählen.

Mit ihrem hohen Mineralgehalt werden

REHA REGION

� Das Hermannsdenkmal

ist eines der

bekanntesten Denkmale

Deutschlands

und Europas – und

eines der beliebtesten

Ausflugsziele. Mehr

als 500.000 Besucher

kommen jährlich, um

das Hermannsdenkmal

aus der Nähe zu

erleben und die Fernsicht

über Detmold zu

genießen.

sie als Trinkkur genutzt. Gleich drei Thermalquellen

und wirksames Heilklima machen

Bad Lippspringe zu einem bevorzugten

Ort natürlicher Heilmittel. Dem zufälligen

Fund einer kohlensäurehaltigen, warmen

Sole verdankt Bad Oeynhausen

seinen Ruf als Heilbad, seinen Namen

aber dem preußischen Berghauptmann

Karl Freiherr von Oeynhausen (1795-1865),

dem Entdecker der Sole. Bad Salzuflen

verfügt über einen ungewöhnlichen Reichtum

an Thermal-, Mineral- und Solequellen

und nutzt die natürliche Heilkraft dieser

Quellen in Verbindung mit langjährigem

medizinischen Wissen.

Auch Flüsse und Seen der Region tragen

bekannte Namen: Ems, Lippe und die Pader,

mit einer Länge von 4 km der kürzeste

� Die Externsteine: Bewundern Sie die bis zu 35 m

hohe Felsengruppe im Naturpark Teutoburger Wald.

Quelle: picture-pit - Fotolia.com

MEIN GESUNDES MAGAZIN 27


REHA REGION

Fluss Deutschlands, finden ihren Ursprung

im Teutoburger Wald. An der Porta Westfalica

verlässt die von Süden kommende

Weser das Weserbergland und fließt in

Richtung Norden in die Norddeutsche Tiefebene

hinein.

In dieser Gegend gibt es viele Themenrouten,

die zum Wandern, Rad fahren und Golfen

einladen, aber auch die Kultur des Teutoburger

Waldes integriert haben, so z. B.

die „Römerroute“, eine Fahrradtour von

Xanten nach Detmold, die „Wellness-Radroute“

durch das Teutoburger Land oder

die „Sole- & Kneipp-Tour“. Allesamt rundum

gesunde Touren, die im hügeligen Teuto-

Fotolia.com

-

burger Wald ein wenig Kondition abverlangen,

aber kein Problem für diejenigen, die

Photorun

sich zuvor in den Kurorten frisch gestärkt

haben und sich etwas Zeit nehmen. ■ Quelle:

Reha- und Vorsorgeeinrichtungen für Orthopädie

28

MEIN GESUNDES MAGAZIN

� Wildbach im

Teutoburger Wald:

zahlreiche Bäche

und mehrere kleine

Flüsse entspringen

in dem Mittelgebirge

oder in

seinem Vorland.

PLZ /Ort Name Telefon Homepage

01731 Kreischa Klinik Bavaria Kreischa 035206 61000 www.klinik-bavaria.de

01814 Bad Schandau Kirnitzschtal-Klinik Bad Schandau 035022 470 www.kirnitzschtal-klinik.de

01819 Berggießhübel MEDIAN Klinik Berggießhübel 035023 650 www.median-kliniken.de

04651 Bad Lausick MEDIAN Klinik 034345 610 www.median-kliniken.de

06628 Bad Kösen Saale Reha-Klinik I 034463 410 www.rehaklinik.de

06628 Bad Kösen Saale Reha - Klinik II 034463 420 www.rehaklinik.de

06628 Bad Kösen Kinder-Reha-Klinik "Am Nicolausholz" 034463 430 www.rehaklinik.de

07356 Bad Lobenstein MEDIAN Klinik Bad Lobenstein 036651 740 www.median-kliniken.de

07639 Bad Klosterlausnitz Moritz Klinik GmbH & Co. KG 036601 490 www.moritz-klinik.de

07639 Bad Klosterlausnitz Celenus Algos Fachklinik 036601 87000 www.algos-fachklinik.de

08645 Bad Elster Vogtland-Klinik Bad Elster GmbH & Co. KG 037437 60 www.vogtland-klinik.de

08645 Bad Elster Ev. Fachklinik Sonnenhöhe 037437 52300 www.klinik-sonnenhoehe.de

08645 Bad Elster Celenus Fachklinikum Sachsenhof 037437 740 www.fachklinikum-sachsenhof.de

08648 Bad Brambach Klinik Bad Brambach 097438 96518 www.klinik-bad-brambach.de

14089 Berlin MEDIAN Klinik Berlin-Kladow 030 365030 www.median-kliniken.de

15366 Hoppegarten MEDIAN Klinik Hoppegarten 03342 3530 www.median-kliniken.de

15907 Lübben Reha-Zentrum Lübben 03546 2380 www.rehazentrum.com

16259 Bad Freienwalde AHG Klinik und Moorbad Bad Freienwalde 03344 410650 www.ahg.de/bad_freienwalde

18181 Ostseeheilbad Graal-Müritz AKG Reha-Zentrum GmbH & Co. KG 038206 83000 www.akg-rehazentrum.de

18181 Ostseeheilbad Graal-Müritz AKG Reha-Zentrum GmbH & Co. KG Kinderklinik "Tannenhof" 038206 89000 www.akg-rehazentrum.de

18209 Bad Doberan "Moorbad" Bad Doberan, Dr. Ebel Fachklinik 038203 930 www.moorbad-doberan.de

18258 Schwaan Fachklinik Waldeck Zentrum für medizinische Rehabilitation 03844 8800 www.fachklinik-waldeck.de

18334 Bad Sülze MEDIAN Klinik Bad Sülze 038229 720 www.median-kliniken.de

19336 Bad Wilsnack KMG Elbtalklinik Bad Wilsnack GmbH 038791 33100 www.kmg-kliniken.de

23743 Grömitz Ostseeklinik Grömitz für Mutter/ Vater und Kind 04562 2540 www.ostseeklinik-groemitz.de

23968 Wismar MEDIAN Kkinik Wismar 03841 6460 www.median-kliniken.de

24613 Aukrug-Tönsheide Fachklinik Aukrug der DRV Nord 04873 90970 www.fachklinik-aukrug.de

25946 Norddorf/ Amrum AOK-Nordseeklinik für Mutter und Kind 04682 37494 www.aok-nordseeklinik.de

26316 Varel Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH 0800 9440922 www.friesenhoern.de

26434 Wangenland Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH 0800 9440922 www.friesenhoern.de

27476 Cuxhaven Kurklinik Strandrobbe Neptunweg GmbH Mutter-Vater-Kind 04721 6990 www.strandrobbe.de

29549 Bad Bevensen DianaKlinik 05821 800 www.diana-klinik.de

31162 Bad Salzdetfurth Salze Klinik GmbH & Co. Zweite Betriebs-KG 05063 4702 www.rehakliniken.de

31542 Bad Nenndorf Rheuma-Klinik Bad Nenndorf 0800 0783232 www.staatsbadnenndorf.de

31542 Bad Nenndorf Klinik Niedersachsen 05723 7070 www.klinikniedersachsen.de

31707 Bad Eilsen Bückeberg-Klinik 05722 881152 www.bueckeberg-klinik.de

32105 Bad Salzuflen MEDIAN Klinik am Burggraben 05222 370 www.median-kliniken.de

32469 Petershagen Weserland-Klinik Bad Hopfenberg 05707 290 www.bad-hopfenberg.de


REHA REGION

PLZ /Ort Name Telefon Homepage

32602 Vlotho Weserland-Klinik Bad Seebruch 05733 9250 www.LustaufGesundheit.com

33014 Bad Driburg Marcus Klinik Bad Driburg 05253 9530 www.marcus-klinik.de

33181 Bad Wünnenberg Aatalklinik Wünenberg 02953 9700 www.aatalklinik.de

34385 Bad Karlshafen Rehabilitationsklinik Carolinum KG 05672 1810 www.carolinum.com

34537 Bad Wildungen Kliniken Hartenstein GmbH & Co. KG Klinik Birkental 05621 760 www.kliniken-hartenstein.de

34537 Bad Wildungen-Reinhardshausen Kliniken Hartenstein 05621 881084 www.kliniken-hartenstein.de

35619 Braunfels MEDIAN Orthopädische Klinik Braunfels 06442 9390 www.median-kliniken.de

36433 Bad Salzungen "Charlottenhall" für Kinder und Jugendliche gGmbH 03695 69230 www.charlottenhall.com

37308 Heilbad Heiligenstadt Kindertherapiezentrum "Sonnenschein" 06306 663130 www.kurparkklinik-heiligenstadt.de

37308 Heilbad Heiligenstadt Kurparkklinik-Fachklinik 03606 6630 www.kurparkklinik-heiligenstadt.de

37431 Bad Lauterberg Fachklinik für Orthopädie und Rheumatologie Dr. Muschinsky 05524 858237 www.muschinsky.de

38889 Blankenburg TEUFELSBAD FACHKLINIK Blankenburg GmbH 03944 9440 www.teufelsbad-fachklinik.de

38889 Blankenburg Celenus Sport- & Rehabilitationszentrum Harz 03944 9440 www.sport-rehabilitationszentrum.de

39624 Kalbe/ Milde MEDIAN Klinik Kalbe 039080 710 www.median-kliniken.de

49214 Bad Rothenfelde Klinik im Kurpark 05424 660 www.klinikimkurpark.de

51467 Bergisch Gladbach Reha-Zentrum Reuterstraße Geriatrische Klinik gGmbH 02202 1270 www.reha-reuterstrasse.de

53117 Bonn Kaiser-Karl-Klinik GmbH Fachklinik für Rehabilitative Medizin 0228 68330 www.kaiser-karl-klinik.de

53947 Nettersheim-Marmagen Eifelhöhen-Klinik 02486 710 www.eifelhoehen-klinik.de

54470 Bernkastel-Kues MEDIAN Reha-Zentrum Bernkastel-Kues 06531 921000 www.median-kliniken.de

54470 Bernkastel-Kues MEDIAN Klinik Moselschleife 06531 925000 www.median-kliniken.de

55758 Bruchweiler b. Idar-Oberstein Edelsteinklinik Fachklinik für Kinder- und Jugendrehabilitation 06786 120 www.edelsteinklinik.de

56864 Bad Bertrich Meduna-Klinik GmbH 02674 1820 www.meduna-klinik.de

59505 Bad Sassendorf Klinik am Park AHB und Reha-Klinik 02921 503739 www.klinik-am-park.de

61231 Bad Nauheim Kurpark-Klinik 0209 1797322 www.reha.de

61231 Bad Nauheim MEDIAN Kaiserberg-Klinik Bad Nauheim 06032 7030 www.median-kliniken.de

63619 Bad Orb Reha-Kliniken Küppelsmühle 06052 82800 www.kueppelsmuehle.de

63628 Bad Soden-Salmünster Salztal Klinik 06056 7450 www.salztalklinik.de

63628 Bad Soden-Salmünster MEDIAN Kinzigtal-Klinik Bad Soden-Salmünster 06056 7370 www.median-kliniken.de

64665 Alsbach-Hähnlein Asklepios Hirschpark Klinik 06257 5010 www.asklepios.com/alsbach

65191 Wiesbaden MEDIAN Rehaklinik Aukammtal Wiesbaden 0611 5710 www.median-kliniken.de

65307 Bad Schwalbach Klinikzentrum Lindenallee GmbH 06124 7010 www.klinikzentrum-lindenallee.de

65520 Bad Camberg MEDIAN Hohenfeld-Kliniken Bad Camberg 06434 290 www.median-kliniken.de

66709 Weiskirchen Hochwald-Kliniken Weiskirchen 06876 170 www.hochwaldkliniken.de

72270 Baiersbronn-Obertal Schwarzwald MedicalResort Obertal 07449 84500 www.schwarzwald-medicalresort.de

72461 Allbstadt Sana-Klinik Zollernalb GmbH 07432 1690 www.sana-klinik-zollernalb.de

74206 Bad Wimpfen SRH Gesundheitszentrum Bad Wimpfen 07063 520 www.srh.de

74906 Bad Rappenau Salinenklinik 07264 825150 www.salinenklinik.de

74906 Bad Rappenau Rosentritt Klinik 07264 833122 www.rosentrittklinik.de

75323 Bad Wildbad SANA-Kliniken Bad Wildbad GmbH 07081 1790 www.sana-wildbad.de

75335 Dobel Ruland Kliniken Waldklinik Dobel 07083 7470 www.ruland-kliniken.de

76332 Bad Herrenalb Ruland Kliniken Fachklinik Falkenburg 07083 9260 www.ruland-kliniken.de

76337 Waldbronn RULAND Kliniken Fachklinik Waldbronn 07243 6030 www.ruland-kliniken.de

76530 Baden-Baden Rehaklinik Höhenblick 07221 9090 www.rehaklinik-hoehenblick.de

76669 Bad Schönborn Celenus Sigmund-Weil-Klinik 07253 8010 www.sigmund-weil-klinik.de

78073 Bad Dürrheim Klinik Limberger 07726 6640 www.klinik-limberger.de

78166 Donaueschingen RehaZentren Baden-Württemberg Rehaklinik Sonnenhalde 0771 8520 www.rehaklinik-sonnenhalde.de

79111 Freiburg Mooswaldklinik-Die Orthopädische Rehaklinik 0761 47890 www.mooswaldklinik.de

79189 Bad Krozingen Theresienklinik 07633 4042001 www.theresienklinik.de

79189 Bad Krozingen BREISGAU-KLINIK, 07633 4010 www.breisgau-klinik.de

79410 Badenweiler Reha-Klinik Hausbaden 07632 7590 www.reha-klinik-hausbaden.de

79451 Bad Bellingen Markgräferland-Klinik 07635 3180 www.markgraeferland-klinik.de

79830 St. Blasien Ziegelfeld Klinik 07672 9990 www.ziegelfeld-klinik.de

87235 Hessisch Lichtenau Nachsorgezentrum Lichtenau gGmbH 05602 831411 www.nachsorgezentrum.de

88662 Überlingen Birkle-Klinik 07551 803727 www.birkle-klinik.de

94086 Bad Griesbach Fachklinik St. Lukas für Orthopädie 08532 7960 www.fachklinik-sankt-lukas.de

97708 Bad Bocklet Rehabilitations- und Präventionszentrum Bad Bocklet 09708 790 www.rehazentrum-bb.de

97769 Bad Brückenau Malteser Klinikum Weckbecker gGmbH 09741 830 www.weckbecker.com

97980 Bad Mergentheim Kliniken Dr. Vötisch Stationäre und ambulante Rehabilitation 07931 4990 www.kliniken-dr-voetisch.de

99755 Ellrich/ OT Sülzhayn KMG Rehabilitationszentrum Sülzhayn GmbH 036332 80 www.kmg-kliniken.de

99947 Bad Langensalza Therapie & Reha an der Salza GmbH 03603 8030 www.rehaklinik-bad-langensalza.de

MEIN GESUNDES MAGAZIN 29


REHA-RECHT

§

Leistungen der medizinischen Rehabilitation

sind seit dem 01.07.2001 im Neunten

Sozialgesetzbuch (SGB IX) geregelt. Zuvor

war die Materie im Rehabilitationsangleichungsgesetz

sowie in über 50 Einzelgesetzen,

wie beispielsweise dem Bundessozialhilfegesetz,

zu finden. Zusammen-

30

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Gesetzliche

Rehabilitationsleistungen

Der Weg zur Anschlussheilbehandlung (AHB)

gefasst werden die im SGB IX enthaltenen

Leistungen oft als Leistungen zur Teilhabe

bezeichnet, die sich unter anderem in Leistungen

zur medizinischen Rehabilitation,

Leistungen zur Teilhabe am Arbeitsleben

oder das Persönliche Budget untergliedern.

Akutkrankenhaus

Krankenhausarzt Kankenhaus-Sozialdienst

erstellt Befundbericht klärt: ‹ AHB-Indikation

‹ stellt gemeinsam mit dem Patient den Antrag

‹ Kostenträger

| kann der zuständige Kostenträger nicht ermittelt werden,

helfen Ihnen die AHB-Teams oder die Servicestellen weiter

� Befundbericht + Antrag

Kostenträger ‹ prüft Rehafähigkeit, Rehabedarf

‹ wählt die AHB-Klinik unter Berücksichtigung der Wünsche des Patienten aus

‹ organisiert die Aufnahme

| ist der Kostenträger nicht zuständig, wird der Antrag unmittelbar

an den zuständigen Träger weitergeleitet.

Information über Auf- Vereinbarung des

� �

nahmetermin und Klinik Aufnahmetermins

� Information

� Bescheid

Akutkrankenhaus AHB-Klinik Krankenkasse Versicherten

Quelle: Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Allen Leistungsarten gemein ist der

Zweck: eine erhebliche Gefährdung der

Erwerbsfähigkeit, verursacht durch Krankheit

oder Behinderung, abzuwenden.

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

gibt es ambulant und stationär. Sie

dauern in der Regel drei Wochen und kön-

� Weitere Informationen zu möglichen Kostenträgern

und zum Antragsverfahren finden Sie

in den Ausgaben 2/ 2010 und 3/2010, zum downloaden

unter www.arbeitskreis-gesundheit.de

nen bei Bedarf verlängert werden. Der

größte Behandlungserfolg ist mit einem

stationären Aufenthalt in einer Rehabilitationsklinik

zu erzielen. Viele Handgriffe

des Alltags werden dem Patienten hier

meist abgenommen und Ärzte sowie Therapeuten

können sich über einen langen

Zeitraum ein vollständiges Bild von ihren

Patienten machen. Die Patienten wiederum

können sich vollständig auf die Genesung

konzentrieren.

Stationäre und ambulante Rehamaßnahmen

müssen vom Patienten beantragt

werden. Zuständige Kostenträger sind beispielsweise

die Gesetzliche Krankenversicherung

(GKV) oder die Rentenversicherung

Bund (DRV), die zusammen 71 %

der bewilligten Rehamaßnahmen finanzieren.

Besonderheiten im Antragsverfahren

gibt es bei den sogenannten Anschlussheilbehandlungen

(AHB), denn

AHB-Maßnahmen sollen unmittelbar nach

einem Krankenhausaufenthalt beginnen.

Deshalb wird die AHB in der Regel spätestens

sieben Tage vor Entlassung aus

dem Krankenhaus durch den Krankenhausarzt

und den Sozialdienst eingeleitet.

Wunsch- und Wahlrecht

Mit Inkrafttreten des SGB IX wurde auch

das Wunsch- und Wahlrecht in § 9 SGB

IX geregelt. Patienten haben damit beispielsweise

das Recht, sich eine geeig-

� Weitere Informationen zur AHB finden

Sie im MGM 1/ 2011, zum downloaden unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de


nete Rehabilitationsklinik selbst auszusuchen.

Die Praxis zeigt aber immer wieder,

dass viele Patienten diesen Anspruch gar

nicht kennen. Außerdem werden Patienten

durch die Service- und Beratungsstellen

der Kostenträger häufig nur dann über

das Wunsch- und Wahlrecht informiert,

wenn sie gezielt nachfragen. Die Berücksichtigung

der Patientenwünsche hängt

damit in hohem Maße von der Eigeninitiative

des Patienten ab.

Bei der Auswahl der richtigen Rehaklinik

sind deshalb folgende Punkte zu beachten:

‹ informieren Sie sich rechtzeitig bei Ihrem

Arzt, beim Sozialdienst oder im

Klinikverzeichnis des Arbeitskreis Gesundheit

e.V. über geeignete Rehakliniken;

‹ achten Sie darauf, dass Qualität der

medizinisch therapeutischen Leistungen,

Lage, Service und Ausstattung

Ihrem individuellen Bedarf entsprechen;

‹ achten Sie darauf, dass die Klinik von

einer unabhängigen Stelle nach anerkannten

Qualitätsstandards geprüft

ist (Dies ist bei allen Kliniken im Klinikverzeichnis

des Arbeitskreis Gesundheit

e.V. der Fall);

Sollte Ihrem Antrag auf Bewilligung einer

Rehamaßnahme oder Ihrem Wunsch

nicht entsprochen werden, ist noch nicht

genau. Grundsätzlich sind die Kostenträger

verpflichtet, Ihre Entscheidung in

Form eines Bescheides zu versenden. In

der Praxis berichten indes Patienten immer

wieder, dass Maßnahmen abgelehnt

werden:

‹ mit dem lapidaren Hinweis, dass ambulante

Maßnahmen ausreichen würden,

ohne jede Begründung, warum

die von Ihrem Arzt festgestellte stationäre

Behandlungsbedürftigkeit nicht

vorliegt und ohne Prüfung, ob für Sie

ambulante Behandlungsmöglichkeiten

überhaupt sinnvoll erreichbar sind oder

sich auf Grund Ihrer Krankheit nicht

verbieten;

‹ mit einfachem Schreiben (statt einem

Bescheid) an den Patienten, welches

den Patienten im Unklaren lässt, wie

er sinnvoll gegen die unberechtigte

Ablehnung vorgehen kann:

‹ Verlangen Sie in diesem Fall von Ihrem

Kostenträger einen rechtsmittelfähigen

Bescheid, gegen den Sie dann

im Falle der Ablehnung einen begründeten

Widerspruch einlegen!

‹ mit völlig unzureichend begründeten

Entscheidungen, die sich in keiner

Weise mit dem in Ihren Antrag dargelegten

Krankheitsbild auseinander

setzen:

Erheben Sie auch in diesem Fall Widerspruch,

verbunden mit einem Antrag auf

Akteneinsicht. Denn die Entscheidung

über Ihren Antrag auf stationäre Rehabili-

alles verloren. Lesen Sie die Ablehnung Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammografie

Quelle: ristaumedia.de/fotolia.com

REHA-RECHT

tation- bzw. Vorsorgemaßnahme ist eine

„Ermessensentscheidung“, das heißt eine

Ablehnung muss in Ihrem konkreten Fall

begründet sein und zwar nicht nur mit Allgemeinplätzen,

die auf jeden anderen Fall

auch passen würden. Gleiches gilt für die

ärztlichen Gutachten des Medizinischen

Dienstes der Krankenkassen (MDK). Diese

setzen sich häufig nicht mit dem diagnostizierten

Krankheitsbild beim Patienten

auseinander. Weisen Sie deshalb in Ihrem

Widerspruch gegen einen unzureichend

begründeten Bescheid darauf hin, dass

die Entscheidung schon alleine deshalb

„ermessensfehlerhaft“ ist, weil die Begründung

sich nicht mit Ihrem Antrag auseinandersetzt;

Für Sie als Versicherten stellt sich daher

die Frage, wie Sie diesen Teufelskreis am

effizientesten durchbrechen. Denn das Ergebnis

ist klar: Sie müssen nicht auf ihren

gesetzlichen Anspruch auf Rehabilitation

verzichten. Dabei ist neben Fingerspitzengefühl

auch eine gehörige Portion Durchsetzungsvermögen

gefragt. Und das Dranbleiben

lohnt sich oft. Viele abgelehnte

Maßnahmen werden bereits im Widerspruchsverfahren

bewilligt. ■

MEIN GESUNDES MAGAZIN 31


REHA RATGEBER

Wir als Arbeitskreis Gesundheit e.V. legen unser

besonderes Augenmerk auf die Maßnahmen

zur Besserung und Wiederherstellung

der Gesundheit – die Rehabilitation. Wir haben

es uns zur Aufgabe gemacht, Sie zur Rehabilitation

umfassend zu informieren. Die Rehabilitation

ist für die Versicherten eine Chance,

wieder aktiv am Leben teilzuhaben. Krankenund

Rentenversicherte haben einen Anspruch

auf Rehabilitation. Die Kosten für Rehamaßnahmen

tragen die „Kostenträger“, d. h. Ihre

Kranken- oder Rentenversicherung.

Welcher Kostenträger ist

zuständig?

Als Kostenträger kommen die Deutsche Rentenversicherung,

die Berufsgenossenschaft

sowie die gesetzlichen Krankenkassen in Betracht.

Die Deutsche Rentenversicherung ist

in aller Regel für Rehamaßnahmen Erwerbstätiger

zuständig. Erleidet jedoch beispielsweise

ein Erwerbstätiger einen Arbeitsunfall oder

erkrankt er an einer Berufskrankheit, ist die

Berufsgenossenschaft zuständig. Nur wenn

32

Was ist Rehabilitation?

Antworten auf häufige Fragen zur Rehabilitation

Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland dient dem Zweck, die

Gesundheit der Versicherten zu schützen und zu erhalten. Daneben ist es auch

Aufgabe der Sozialversicherung, Maßnahmen zur Besserung und zur

Wiederherstellung der Gesundheit und Leistungsfähigkeit – sowie im Falle

der Minderung der Erwerbsfähigkeit – Leistungen zur wirtschaftlichen

Sicherung der Versicherten zu erbringen.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

weder Rentenversicherungsträger noch Berufsgenossenschaft

zuständig sind, ist die

Krankenversicherung der Kostenträger.

Der Weg zur Reha

Um eine Reha zu bekommen, müssen gesetzlich

Versicherte einen Antrag beim zuständigen

Kostenträger stellen. Dabei steht es gesetzlich

Krankenversicherten frei, den Antrag auch ohne

vorherige Konsultation eines Arztes direkt

beim Kostenträger einzureichen.

Sollten Sie den Antrag versehentlich beim unzuständigen

Kostenträger gestellt haben, schadet

das nicht. Ihr Antrag muss dann von der

nicht zuständigen Stelle binnen kurzer Frist –

in der Regel nach spätestens zwei Wochen -

an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet

werden. Diesen Umweg können Sie umgehen:

Auskunft über den zuständigen Kostenträger

erhalten Sie auch von Ihrer Krankenkasse.

Ein einfacher Anruf dort genügt.

Auch wenn ein Arztgutachten für einen Antrag

nicht unbedingt sein muss, sollte Ihr erster

Schritt auf dem Weg zur Reha immer zum be-

Quelle: Robert Kneschke-Fotolia

handelnden Arzt führen. Er begutachtet die

Notwendigkeit der Rehamaßnahme. Dieses

Arztgutachten sollten Sie dem Antrag beim

Kostenträger beilegen. Wird die Maßnahme

dennoch ohne Arztgutachten beantragt, ist

die Krankenkasse verpflichtet, dem Versicherten

mehrere Gutachter zur Auswahl vorzuschlagen.

Ein Arztbesuch zur Begutachtung

kommt also auf jeden Fall auf Sie zu.

Eine Besonderheit stellt dabei die Anschlussheilbehandlung

(AHB) dar. Diese wird in der

Regel noch während des Aufenthaltes im

Akutkrankenhaus gemeinsam mit dem Krankenhausarzt

und dem Sozialdienst eingeleitet.

Wie wird Ihr Antrag geprüft?

Bevor der Kostenträger entscheidet, ob er eine

beantragte Rehamaßnahme genehmigt, lässt

er den Antrag prüfen. Im Rahmen dieser

Indikationen für medizinische

Reha

‹ Allergien

‹ Atemwegs-Erkrankungen

‹ Augenkrankheiten

‹ Erkrankungen des Bewegungsapparates

(Orthopädie)

‹ Erkrankungen der Verdauungsorgane

‹ Essstörungen (Adipositas,

Anorexia nervosa, Bulimie)

‹ Gefäßkrankheiten

‹ Geriatrie

‹ Gerinnungsstörungen (Hämo -

staseologie)

‹ Gynäkologische Erkrankungen

‹ Harnwegserkrankungen (Urologie)

‹ Hautkrankheiten

‹ Herz- und Kreislauferkrankungen

‹ Krebserkrankungen (Onkologie)

‹ Mutter-Kind-Maßnahmen

‹ Neurologie

‹ Pädiatrie

‹ Psychische Erkrankungen

(Psychiatrie)

‹ Psychosomatische Erkrankungen

‹ Rheumatische Erkrankungen

‹ Sprach-, Sprech-, Stimm- und

Hörstörungen

‹ Stoffwechselerkrankungen und Endokrinopathien

‹ Suchtkrankheiten


„Prüfung der Notwendigkeit der Reha“ gewinnt

das ärztliche Gutachten immer mehr

an Gewicht. Geprüft werden im Antragsverfahren

Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsfähigkeit,

Rehabilitationspotential, Rehabilita -

tions prog nose und Rehabilitationsziel. Zu diesen

vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK) aufgestellten Prüfungskriterien

sollte das ärztliche Gutachten Stellung nehmen.

Wunsch- und Wahlrecht

Der Gesetzgeber verlangt vom Kostenträger,

die berechtigten Wünsche des Versicherten

zu berücksichtigen. Informieren Sie sich vor

Beantragung der Maßnahme rechtzeitig darüber,

welche Rehabilitationsklinik Ihre Erkrankung

behandelt und Ihren sonstigen Wünschen

nach Lage, Ausstattung und Service entspricht.

Eine Übersicht von Rehakliniken finden

Sie in unserem umfangreichen Nachschlagewerk

„Rehabilitationskliniken stellen sich vor“

oder auf unserem Internetauftritt unter www.

arbeitskreis-gesundheit.de.

Richten Sie Ihr Augenmerk besonders darauf,

dass die ausgewählte Klinik von unabhängiger

Stelle zertifiziert wurde und somit nach hohen,

regelmäßig überprüften Qualitätsstandards

therapiert. Informationen hierüber erhalten Sie

entweder über die Homepage der Klinik im Internet

oder durch einen einfachen Anruf bei

der Klinik.

Ablehnung – wie weiter

Die Ablehnung ergeht als schriftlicher Bescheid.

Gegen diesen Bescheid muss in aller

Regel in einer Frist von einem Monat ab Erhalt

schriftlich Widerspruch eingelegt werden. An

wen der Widerspruch zu richten ist, können

Sie der Rechtsbehelfsbelehrung der Ablehnung

entnehmen. Sie finden sie meist am Ende

des Schreibens. Wichtig: Nur ein rechtzeitiger

Widerspruch verhindert den rechtskräftigen

Abschluss des Antragsverfahrens.

Vorsicht ist geboten bei einer Ablehung der

beantragten Maßnahme mit einfachem Schreiben

an den Patienten (statt einem Bescheid),

Quelle: Lsantilli - Fotolia

welches den Patienten im Unklaren lässt, wie

er gegen die unberechtigte Ablehnung vorgehen

kann. Verlangen Sie in diesem Fall vom

Kostenträger einen Bescheid, gegen den Sie

dann im Falle der Ablehnung Widerspruch einlegen.

Einen Widerspruch müssen Sie begründen.

Bei der Begründung sollten Sie wiederum die

Hilfe des verordnenden Arztes in Anspruch

nehmen. So werden Rehamaßnahmen beispielsweise

oft „nach Aktenlage“ abgelehnt.

Das bedeutet, dass der Kostenträger nur danach

entscheidet, was im Antrag und dem

Arztgutachten steht. Oft ist es aber sinnvoll,

dass ein Arzt vom medizinischen Dienst der

Krankenkassen (MDK) mit dem Patienten direkt

spricht und ihn untersucht. Während dieser

Vorstellung beim ärztlichen Dienst haben

Sie nochmals die Gelegenheit, die Dringlichkeit

und Notwendigkeit der Behandlung zu schildern.

In diesem Fall ist eine Vorstellung beim

REHA RATGEBER

medizinischen Dienst häufig sinnvoll. In vielen

Fällen bekommen Sie schon auf Grund Ihres

Widerspruchs die Rehabilitationsmaßnahme.

Für den Fall, dass der Kostenträger auch nach

Widerspruch die beantragte Maßnahme ablehnt,

steht die Möglichkeit der Klage zum Sozialgericht

offen. Auch hier ist eine Frist von einem

Monat ab Bekanntgabe des Widerspruchsbescheides

einzuhalten. Das zuständige

Gericht finden Sie in der Rechtsbehelfsbelehrung.

Gerichtskosten fallen vor dem Sozialgericht

nicht an. Außerdem gehen die

Gutachter- und Sachverständigenkosten in der

Regel zu Lasten der Staatskasse.

Anwaltszwang besteht in der ersten und zweiten

Instanz vor dem Sozialgericht nicht. Dennoch

empfiehlt sich eine Vertretung durch einen

Rechtsanwalt. Die Anwaltskosten gehen

jedoch zu Ihren Lasten, sofern Sie den Prozess

verlieren und nicht über eine Rechtschutzversicherung

verfügen. ■

Quelle: Robert Kneschke -Fotolia

Quelle: PhotoSG - Fotolia

MEIN GESUNDES MAGAZIN 33


AUSBLICKE

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Ausgabe 4 2011

„Mein Gesundes Magazin“

beschäftigt sich mit

dem Thema:„Der Weg zur

Rehabilitation –Tipps

und Tricks für das

Rehaantragsverfahren“.

Quelle: japolia - Fotolia.com Die nächste Ausgabe des

Wie geht man damit um, wenn man eine

„Reha“ vom Arzt verordnet bekommt

oder selbst das Gefühl hat eine „Auszeit“

zu benötigen.

• Was sind die nächsten notwendigen

Schritte?

• Wo und wie beantragt man eine Rehabilitationsmaßnahme?

• Was passiert wenn man vom Kostenträger

zunächst eine Ablehnung erhält?

IMPRESSUM

MEIN GESUNDES

MAGAZIN

Herausgeber ist der „Arbeitskreis Gesundheit

e.V.“ , eine gemeinnützige Initiative von

deutschen Reha- und Vorsorgeeinrichtungen.

Das Magazin erscheint vier mal im Jahr mit

einer Auflage von zur Zeit 69.000 Exemplaren.

34

MEIN GESUNDES MAGAZIN

• Was ist bei einer abgelehnten Rehamaßnahme

zu tun?

• Was bedeutet „in Widerspruch“ zu gehen

und wie funktioniert dies?

• Wie ist das genau mit meinem Wunschund

Wahlrecht bei der Auswahl der geeigneten

Rehabilitationsklinik für meine

Erkrankung?

Diese und viele weitere Fragestellungen

beschäftigen Patienten täglich. Erfahren

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2 , 04109 Leipzig

Telefon: 0341 / 87059590, Fax: 0341 / 870595959

Kostenlos aus dem Festnetz: 0800 1006350

V.i.s.d.P.: Ingo Dörr

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com

Redaktion: Dr. Katja Flieger und Dr. Claudia

Hoffmann, KonTextGesundheit GbR, Berlin

Sie deshalb im nächsten Heft mehr über

den Ablauf des Rehaantragsverfahrens.

Orientieren Sie sich an unserem kleinen

Leitfaden, der Ihnen als wichtige Stütze

dienen soll und Sie bei diesem oft schwierigen

Behördengang unterstützt.

Wir wünschen besinnliche

Festtage sowie einen guten

Rutsch ins Neue Jahr 2012.

Gestaltung: KNM Krammer Neue Medien

GmbH, Düsseldorf

Anzeigen: Krammer Verlag Düsseldorf AG,

Goethestraße 75, 40237 Düsseldorf,

Frau Bruns (Telefon 0211/9149560)

Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

Veröffentlichungen: Die Artikel zu

medizinischen Themen ersetzen

nicht den Besuch bei einem Arzt!


Wir mobilisieren Kräfte

Weitere Schwerpunkte: Abhängigkeitserkrankungen, Hirnfunktionsstörungen,

Innere Medizin, Kardiologie, Krankheiten der Atmungsorgane, Naturheilverfahren,

Neurootologie, Orthopädie, Pneumologie, Psychosomatik, Psychotherapeutische

Medizin,

Rehakliniken: Am Kurpark | Birkenbuck | Glotterbad | Heidelberg-Königstuhl |

Höhenblick | Klausenbach | Ob der Tauber | Sonnhalde | Überruh

RehaZentren der Deutschen Rentenversicherung Baden-Württemberg

gemeinnützige GmbH | Rotebühlstraße 133 | 70197 Stuttgart

Gemeinsam

Kräfte mobilisieren

Der Blick nach vorne ist ganz besonders nach und während

einer Krankheit wichtig und eine große Hilfe, neu zu starten.

Möglichst unter professioneller Be gleitung, und einem

gemeinsamen Ziel: Ihre Gesundheit. Wir sind für Sie da mit

modernsten Angeboten rund um Prävention, Rehabilitation,

Nachsorge sowie in der für Sie individuell erforderlichen

Unterstützung in der Veränderung Ihrer Lebens- und

Verhaltensweisen.

Rehaklinik Höhenblick

Rehaklinik Sonnhalde

Rehaklinik Klausenbach

Weitere Infos über uns und unseren Klinikverbund unter

www.rehazentren-bw.de


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Orthopädie/T

Orthopädie/Traumatologie

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