MEIN GESUNDES MAGAZIN - Arbeitskreis Gesundheit eV

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MEIN GESUNDES MAGAZIN - Arbeitskreis Gesundheit eV

Quelle: fotolia

MEIN GESUNDES

2 MAGAZIN

2011

Aktuelle medizinische Informationen für Patienten • Herausgeber: Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Im Interview Lungenfacharzt

M. Schnölzer: Bewegung ist

so wichtig wie Medikamente

Reha

Mehr Lebensqualität

durch Rehabilitation

DIE LUFT ZUM LEBEN

Rehabilitation bei Atemwegs -

erkrankungen

Gewinnen Sie

Ein Schnupperwochenende in

der Espan Klinik in Bad Dürrheim


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medizinische Schwerpunkte sind die neurologische, neur

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logische und psychosomatische sche Rehabilitation. Neben anderen ander

spezialisier-

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und und hat seinen Sitz Sitz in Berlin.

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Quelle: Fotolia

Aufatmen --

das wünschen sich die

Betroffenen von unheilbaren

Atemwegserkrankungen

sehnlichst.

EDITORIAL

Jede Anstrengung wird zu viel, Hustenanfälle, das

Gefühl zu ersticken - der Leidensdruck ist enorm.

Die Rehabilitation vermag nicht, eine unheilbare

Krankheit zu heilen. Die Rehabilitation setzt die Betroffenen

in die Lage, unter der Krankheit nicht

mehr als notwendig zu leiden. Trotz der Krankheit

wieder aktiv zu sein, im Beruf, im Leben, das sollen

die Betroffenen durch die Rehabilitation lernen.

Lesen Sie in diesem Heft zu neuen therapeutischen

Ansätzen bei chronischen Atemwegserkrankungen

und wie Sie als Patient von der Rehabilitation beim

Umgang mit der Krankheit profitieren können.

Wir wünschen viel Freude beim Lesen!

MEIN GESUNDES MAGAZIN

3


INHALT

MEIN GESUNDES MAGAZIN 2/2011

TITELTHEMA

Rehabilitation bei

Atemwegs erkrankungen

4

MEIN GESUNDES MAGAZIN

6

6 Wenn die Luft knapp wird:

Was dahinter steckt

Ob das Herz schlapp macht oder

die Lunge selbst betroffen ist,

muss sorgfältig untersucht werden.

7 Rehabilitation:

In klarer Luft durchatmen

Der Standort einer Rehaklinik kann

für Patienten mit Atemwegserkrankungen

entscheidend sein

7 Neuer Screening-Test erkennt

Mukoviszidose früher

Früherkennung und Behandlung

erhöt die Chance eine hohe Lebensqualität

und ein fast normales

Lebensalter zu erreichen

7

8

8 Immunsystem:

Wie bleibt es in Balance?

Neues Wissen über die Regulation

der Immunabwehr

8 Bakterien und Pilze schützen

Kinder vor Asthma

GUT INFORMIERT

9 Leben mit Atemnot:

Selbsthilfe bei chronischen

Lungenerkrankungen

Der Umgang mit der Erkrankung

hat einen entscheidenden Einfluss

auf die zukünftige Lebenssituation

9 Informationen und Selbsthilfe

Initiativen und Vereine klären auf

10 Abgase gesundheitsschädlicher

als vermutet

10 Willy Brandt: Vordenker in

Sachen Umweltpolitik

11 Falsches Heizen und Lüften

verursacht Gesundheitsprobleme

11

12

11 Ein Jahr Stiftung AtemWeg

Drei Wochen fuhr der AtemWeg-

Truck durch Deutschland

ZUSAMMENGEFASST

12 Rauchen bei Jugendlichen auf historischem

Tiefstand

Jugendliche sehen das Rauchen

heute deutlich kritischer als früher.

12 Passivrauchen: Schutz vor den

Gefahren beginnt im Mutterleib

13 Winzige Schirmventile

verbessern Atmung bei

Lungenemphysem

Ein Druckventil entlastet überblähte

Lungenabschnitte.

13 Umweltfaktoren erhöhen

Asthmarisiko

13 Nächtliche Atemaussetzer –

Gefahr für Herzpatienten

Herzpatienten sollten auf ihren

Schlaf achten.


13

14 Primäre Ciliäre Dyskinesie:

Wenn Flimmerhärchen nicht

mehr flimmern

14 Lungenkrebs früh erkennen:

Bluttest für Raucher

Ob jemand Lungenkrebs hat,

verrät sein Blut, haben Forscher

der Universität Bonn gezeigt.

14 Rezeptorblockade

verbessert Lungenfunktion bei

Mukoviszidose

INTERAKTIV

Seite 15 bis 18

REHA

19 Mehr Lebensqualität durch

Rehabilitation

Patienten mit COPD lernen in

der Rehabilitation besser mit ihrer

Erkrankung zu leben.

18

20 24

19 Wann in die Rehabilitation bei

Asthma und COPD?

20 In der Reha ist nicht jeder

Patient gleich

Reha-Kliniken reagieren auf unter -

schiedliche Beschwerden, Sorgen

und Bedürfnisse der Patienten.

20 Rehabilitation für Angehörige

Mit einer chronischen Erkrankung

müssen Betroffene und Angehörige

ein Leben lang zurecht kommen.

21 Auch Raucher profitieren

von Reha

22 Kürzer im Krankenhaus,

kränker zur Reha

22 Faktenbuch 2011:

Rehabilitation rechnet sich

REHA REGION

24 Der Schwarzwald - traditionell -

bodenständig und lebendig...

REHA RECHT

26 Bundesrechnungshof

rügt Vorgehen der Kassen im

Antragsverfahren

REHA RATGEBER

28 Was ist Rehabilitation?

Antworten auf häufige Fragen

zur Rehabilitation

28

AUSBLICKE

30 Was kommt?

Freuen Sie sich jetzt schon auf

die Ausgabe 3 2011. Dann befasst

sich Mein Gesundes Magazin mit

dem Thema Othopädie.

30 Impressum

MEIN GESUNDES MAGAZIN 5


TITELTHEMA

Wenn die Luft knapp wird:

Was dahinter steckt

Chronische Atemnot kann ganz verschiedene Ursachen haben. Ob das

Herz schlapp macht oder die Lunge selbst betroffen ist, muss sorgfältig

untersucht werden. Erst dann lässt sich die Luftnot gezielt behandeln.

„Bei der kleinsten Anstrengung bekomme

ich kaum noch Luft“ oder „ich wache nachts

auf mit dem Gefühl zu ersticken“ – solche

und ähnliche Formulierungen hören Ärztinnen

und Ärzte häufig in ihren Praxen. Was die

Patienten beschreiben, klingt ähnlich, kann

aber sehr unterschiedliche Ursachen haben.

Daher wollen es die Mediziner ganz genau

wissen: Wie lange besteht die Atemnot

schon, wann hat sie angefangen? Ist sie

mit der Zeit schlimmer geworden? Tritt sie

schon in Ruhe auf oder nur bei körperlicher

Belastung? Bestehen zusätzliche Beschwerden

wie Schmerzen im Brustbereich, Herzrasen,

Husten oder Fieber? Ist eine Herzoder

eine Lungenerkrankung bekannt? Ist

der Betroffene Raucher oder kommt er am

Arbeitsplatz mit Schadstoffen in Berührung?

Die Fragen nach seelischen Problemen und

Überlastungen im Alltag dürfen ebenfalls

nicht fehlen.

Auch die körperliche Untersuchung und das

Abhören von Herz und Lunge gehören zur

ärztlichen Befundaufnahme. Erst durch alle

Informationen zusammen kann sich der

Hausarzt ein genaues Bild machen und den

Patienten, falls erforderlich, weiteren Untersuchungen

unterziehen – beispielsweise

einer Röntgenaufnahme der Lunge, einer

Blutgasanalyse oder einem Lungenfunktionstest.

6

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Fotolia

� Eine körperliche

Untersuchung hilft die

Ursache einer

Atemnot zu erkennen.

Akute Atemnot

„Ich war gerade dabei den Ball zu meinem

Mitspieler zurück zu kicken, eigentlich keine

große Sache und auch nicht besonders anstrengend,

aber da ist es passiert: Plötzlich

verspürte ich einen stechenden Schmerz

im linken Oberkörper und mir blieb buchstäblich

die Luft weg“, beschreibt Thorsten

Münter die Beschwerden, die ihn ins Krankenhaus

brachten. Jetzt weiß er, dass bei

ihm ein Lungenbläschen geplatzt war. Bei

diesem so genannten Pneumothorax handelt

es sich um eine seltene Ursache für akute

Atemnot, die vor allem junge schlanke Menschen

betrifft.

Meist macht aber lediglich eine Verspannung

in den kleinen Atemhilfsmuskeln – vor allem

Quelle: Fotolia

bei bestimmten Bewegungen – das Atmen

plötzlich schmerzhaft. Oder eine Erkältung

führt zur Entzündung der Lungenschleimhaut,

was sich durch schmerzhaften Husten bemerkbar

macht. All diese Symptome lassen

sich gut behandeln. Nur selten, wenn zum

Beispiel nach einem Insektenstich die Luftröhre

zuschwillt, ist rasches Handeln gefragt.

Chronische Atemnot

Nimmt die Atemnot Stück für Stück zu, weist

dies häufig darauf hin, dass sich eine bestehende

Atemwegs- oder Herzerkrankung verschlechtert.

Manchmal ist die Atemnot das

erste Symptom mit dem der Betroffene zum

Arzt geht. Auch hier deckt die ausführliche

Untersuchung und Befragung auf, welches

Problem dahinter steckt.

Behandlung

Hat jemand so starke Atemnot, dass er

Angst bekommt zu ersticken, helfen oft

schon beruhigende Worte. Manchmal ist

aber auch die Gabe von Sauerstoff und Beruhigungsmitteln

nötig, um den Betroffenen

Erleichterung zu verschaffen. Dann folgen

auch hier sorgfältige Diagnostik und die Ursachenbehandlung.

Eine chronische Atemwegserkrankung begleitet

die Betroffenen ihr Leben lang. Die

bestmögliche medikamentöse Behandlung

lindert die Beschwerden und schützt vor

Komplikationen. Was Patienten selbst zur

Verbesserung ihrer Lebensqualität beitragen

können, lernen sie zum Beispiel während

des Aufenthaltes in einer stationären Rehabilitationsklinik.

Für Thorsten Münter war es schon eine

enorme Erleichterung, als ihm im Krankenhaus

gesagt wurde, dass er sich keine Sorgen

machen müsse. Durch das Platzen

eines Lungenbläschens sei der linke Lungenflügel

in sich zusammengefallen. Das

komme bei jungen Leuten ab und zu vor,

könne aber gut behandelt werden. „Jetzt

habe ich einen Schlauch im Brustkorb und

die Lunge hat sich wieder ganz entfaltet.

Tief Luft holen geht schon

wieder ganz gut, lediglich

dort wo der Schlauch austritt

zieht es noch ein bisschen

beim Atmen. Aber morgen

soll der Schlauch raus und

dann kann ich bald nach Hause“,

freut sich der 24-jährige

Patient.

� Ein Insektenstich kann

zu Atembeschwerden führen.

Hier sollte schnell Erste

Hilfe angefordert werden.


� In Gradierwerken läuft Sole (natürliches Salzwasser)

über Reisigwände. Ein Teil des Wassers

verdunstet und die Sole „gradiert“, das heißt

sie wird konzentriert. Gleichzeitig reichert sich die

Luft durch die Zerstäubung des Wassers mit Salzpartikeln

an. Das Einatmen dieser salzreichen

Luft befeuchtet die Atemwege – die Wirkung ist

ähnlich wie bei Seeluft.

Je früher die Erbkrankheit

Mukoviszidose diagnostiziert und

behandelt wird, desto höher sind

die Chancen der Betroffenen, eine

hohe Lebensqualität und ein fast

normales Lebensalter zu erreichen.

Mukoviszidose gehört in Deutschland zu

den häufigsten Erbkrankheiten. Etwa 300

bis 400 Kinder werden pro Jahr mit dieser

Erkrankung geboren. Sie führt zu schweren

Funktionsstörungen der Lunge und anderer

Organe wie der Bauchspeicheldrüse, Darm

und Leber. Auch wenn die Mukoviszidose

bis heute nicht heilbar ist, können die Patienten

umso besser behandelt werden, je

früher die Therapie einsetzt. Starben Erkrankte

früher meistens schon im Kindesalter, erreichen

heute bereits viele das vierzigste Lebensjahr.

Diagnostik bisher zeitaufwendig

Bislang bedarf es mehrerer Tests, um Mukoviszidose

sicher zu erkennen: Ein Suchtest

im regulären Neugeborenenscreening weist

zwar auf die Stoffwechselstörung hin, doch

erst ein zusätzlicher Schweißtest in Kombi-

Quelle: Fotolia

Rehabilitation:

In klarer Luft durchatmen

TITELTHEMA

Schon allein der Standort einer Rehaklinik kann für Patienten mit

Atemwegserkrankungen entscheidend sein. Gesundes Schonklima – sonnig,

allergen- und schadstoffarm – unterstützt den Behandlungserfolg.

Wieder tief durchatmen, ohne gleich zu husten.

Worüber Gesunde gar nicht lange nachdenken

müssen, ist für Menschen mit chronischer

Atemwegserkrankung keineswegs

eine Selbstverständlichkeit. Zudem leben die

meisten Betroffenen in einer Umgebung, in

der die Luft voller Schadstoffe steckt. Sie

lässt den Genuss, klar durchzuatmen, nicht

zu.

Der Aufenthalt in einer Reha-Klinik ist daher

für viele Patienten eine regelrechte Verschnaufpause.

Nicht von ungefähr liegen viele

Reha-Einrichtungen meist fern von großen

Städten an idyllischen Orten und nutzen das

örtliche Klima als Baustein der Behandlung.

So stehen in der Metropole Berlin gerade

einmal 500 Betten für stationäre Rehabilitationen

zur Verfügung. Die kleine ostfriesische

Neuer Screening-Test erkennt

Mukoviszidose früher

nation mit einer Genanalyse sichert die Diagnose.

Jetzt haben Wissenschaftler am Mukoviszidose-Zentrum

der Universität Heidelberg

einen neuen Screening-Test entwickelt,

der diese dreistufige Diagnostik deutlich

verkürzt. Der Schweißtest sowie die Genanalyse

wären durch den Test nicht mehr

notwendig. Die Genanalyse ist aufgrund

der strengen Vorschriften des deutschen

Gendiagnostikgesetzes hierzulande ohnehin

umstritten.

Nordseeinsel Norderney mit ihren knapp

6.000 Einwohnern kommt dagegen auf gut

800 Betten in sieben Reha-Kliniken.

Gesundheitsförderndes Klima findet sich am

Meer genauso wie an Seen, in Wäldern sowie

in Mittel- und Hochgebirgen. Reize wie Wind

und Sonne und der geringere Sauerstoffdruck

im Gebirge – durch ihn verbessert sich die

Aufnahme von Sauerstoff in die Organe –

wirken sich ebenso beruhigend aus wie die

Tatsache, das in Mittel- und Hochgebirgen

wenig oder keine Pollen fliegen. Menschen

mit Haut- und Lungenerkrankungen profitieren

hiervon besonders.

Die allgemeine immunstimulierende Wirkung

von Reizklima unterstützt jedoch auch bei

vielen anderen Erkrankungen den Heilungsprozess.

Test in klinischer Erprobung

Seit 2008 haben die Heidelberger Wissenschaftler

den Screening-Test bei über 100.000

Neugeborenen eingesetzt. Bei 19 Kindern

deckte das Screening schon kurz nach ihrer

Geburt eine Mukoviszidose auf. Dank frühzeitiger

Therapie entwickeln sich die kleinen

Patienten gut. Die Behandlung verschafft ihnen

die körperliche Konstitution, um sich –

zusätzlich zu den notwendigen Therapien –

gegen Lungeninfektionen zu wappnen, die

mit der Mukoviszidose verbunden sind.

Quelle: Fotolia

MEIN GESUNDES MAGAZIN 7


TITELTHEMA

Immunsystem:

Wie bleibt es in Balance?

Asthma, Diabetes, Rheuma: Solche Krankheiten können

entstehen, wenn das Immunsystem nicht richtig funktioniert.

Neues Wissen über die Regulation der Immunabwehr haben

jetzt Forscher der Universitäten Würzburg und Mainz erarbeitet.

Schwierige Aufgabe: Das Immunsystem hat

zwischen körpereigen und körperfremd zu

unterscheiden. Einerseits muss es Krankheitserreger

und Krebszellen bekämpfen.

Andererseits darf es den eigenen Organismus

nicht angreifen. Falls es das doch tut,

können so genannte Autoimmunkrankheiten

entstehen – Rheuma, bestimmte Diabetesformen

und Schuppenflechte sind nur einige

davon.

Um die gesunde Balance zu halten, muss

das Immunsystem also genau wissen,

was gesund erhält und was krank macht.

Eine zentrale Rolle spielt eine bestimmte

Gruppe weißer Blutzellen, so genannte

regulatorische T-Zellen. Sie treten mit den

normalen T-Zellen des Immunsystems in

Verbindung, indem sie kleine Verbin-

8

� Kinder, die auf

Bauernhöfen aufwachsen,

haben

weniger Asthma

und Allergien.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Fotolia

� Nahaufnahme

eines Schimmelpilzes

auf einer

Nektarine.

Quelle: Anghy, Wikimedia Commons

Eine regulatorische T-Zelle

(Mitte) hat sich eng an eine

normale T-Zelle des Immunsystems

geschmiegt und

pumpt sie mit dem Signalstoff

cAMP voll.

dungstunnel zu ihnen

anlegen und sie dann mit

einem Botenstoff (dem

zyklischen Adenosinmonophosphat,

kurz cAMP)

vollpumpen.

Daraufhin hören die normalen T-Zellen auf

sich zu vermehren. Sie stellen außerdem

die Herstellung entzündungsfördernder Stoffe

ein. Das bremst die gesamte Immunabwehr

– im Fall einer Autoimmunkrankheit ein

durchaus erwünschter Effekt.

Wie genau die regulatorischen die normalen

T-Zellen ausbremsen, das beschreiben die

Würzburger und Mainzer Forscher: Der übertragene

Botenstoff cAMP führt in den normalen

T-Zellen zur verstärkten Produktion

eines Eiweißstoffs, der viele Gene lahm

legt. „Davon betroffen ist auch das NFATc1-

Gen, was wiederum die Produktion von entzündungsfördernden

Interleukinen stoppt“,

erklärt Professor Edgar Serfling vom Pathologischen

Institut der Universität Würzburg.

Dieser neu entdeckte Ablauf sei ein ganz

wesentlicher Schritt bei der Regulation des

Immunsystems. Als nächstes wollen die

Wissenschaftler weitere Details klären. Möglicherweise

trägt dieses Wissen in Zukunft

dazu bei, dass sich bei Autoimmun- und

Krebskrankheiten neue Möglichkeiten der

Behandlung eröffnen.

Bakterien und Pilze schützen

Kinder vor Asthma

Kinder, die auf einem Bauernhof aufwachsen und somit besonders

vielen Umweltkeimen ausgesetzt sind, leiden seltener unter Atemwegserkrankungen

und Allergien als Gleichaltrige.

Dass Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen,

deutlich seltener an Asthma erkranken als

andere Kinder, belegten in der Vergangenheit

schon mehrere Studien. Warum dies so ist,

hat nun eine europäische Studie herausgefunden:

Auf dem Bauernhof gibt es eine größere

Mikrobenvielfalt als in anderen ländlichen

Wohngebieten und Städten.

Bauernkinder sind selbst in Innenräumen vielen

verschiedenen Umweltkeimen ausgesetzt.

Je größer die Artenvielfalt an Bakterien und

Pilzen, umso mehr schrumpft das Asthmari-

siko. Im untersuchten Keimspektrum fanden

sich einige Erreger, die für die Verhinderung

von Asthma verantwortlich sein könnten.

Dazu gehören außer bestimmten Bakterien

auch Schimmelpilze der Gattung Eurotium.

Diese Pilze leben gern in trockener Umgebung.

In Innenräumen wachsen sie häufig

an Wänden und Decken und werden als

Bestandteil vom Hausstaub vom Menschen

eingeatmet. Zudem vermehrt sich Eurotium

gut auf ausgetrockneten Lebensmitteln wie

trockenem Brot.

Wie genau bestimmte Keime das Asthmarisiko

verringern können, ist noch unklar.

Die Wissenschaftler diskutieren unter anderem,

dass die Kombinationen von Umweltkeimen

das Immunsystem anregt und

somit die Gefahr sinkt, an Asthma zu erkranken.

Eine andere Erklärung könnte sein,

dass die Vielfalt der Umweltkeime das

Wachstum von Asthma auslösenden Keimen

verhindert.

Quelle: Martin Väth, Uni Würzburg


Leben mit Atemnot: Selbsthilfe bei

chronischen Lungenerkrankungen

„Für viele Betroffene ist die Diagnose COPD samt der damit verbundenen Aussichten

zunächst niederschmetternd“, so Jens Lingemann, Gründer der Selbsthilfegruppe

& Mailingliste Lungenemphysem COPD Deutschland: „Aber der Umgang

mit der Erkrankung hat einen entscheidenden Einfluss auf die zukünftige

Lebenssituation.“

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung

(COPD) ist heimtückisch: Frühe

Warnzeichen werden häufig ignoriert, der

morgendliche Husten mit Auswurf als

Raucherhusten verharmlost.

Je nach Schweregrad müssen Betroffene

mit einer zunehmenden Einschränkung

ihrer Lebensqualität umgehen. Sie leiden

unter Atemnot und immer wieder auftretenden,

plötzlichen Verschlimmerungen

der Erkrankung. Der Bewegungsradius

nimmt ab, damit wird auch in vielen Fällen

die berufliche Tätigkeit in Frage gestellt,

Beziehungen und Partnerschaften leiden.

Im schlimmsten Fall kann diese Entwicklung

zu sozialer Vereinsamung und zu Depressionen

führen. Dies wiederum trägt

zu einer Verschlechterung des gesamten

Gesundheitszustandes bei.

Der Austausch mit anderen Betroffenen

in einer Selbsthilfegruppe kann diesen Teufelskreis

durchbrechen. Patienten, die sich

in einer Selbsthilfegruppe engagieren, lernen

im Rahmen ihrer Möglichkeiten aktiv

INFORMATIONEN UND SELBSTHILFE

Kompetenznetz Asthma und COPD

Das AsCoNet (Asthma und COPD Netz) wird vom Bundesministerium

für Bildung und Forschung gefördert. Wissenschaftler und

Ärzte des Kompetenznetzes forschen und klären Patienten über

chronische Lungenerkrankungen auf.

Internet: www.asconet.net

Patienten-Hotline: 06421 - 5861015 (Di + Mi von 11-13 Uhr)

Selbsthilfegruppe & Mailingliste

Lungenemphysem - COPD

www.lungenemphysem-copd.de

Jens Lingemann, Hattingen, hat diese Selbsthilfe 2001 gegründet.

Interessierte und Betroffene können auf der Website in Mailinglisten

diskutieren und sich austauschen. Zudem gibt es Patientenbroschüren

zum Herunterladen und Adressen regionaler Gruppen.

Internet: www.lungenemphysem-copd.de

Patientenliga Atemwegserkrankungen

Der gemeinnützige Verein informiert über chronische Atemwegserkrankungen.

Die Ortsverbände des Vereins bieten ambulante

Atemtherapiegruppen an.

zu sein. „Damit ist viel gewonnen

– wir raten deshalb allen Betroffenen,

sich einer Selbsthilfeorganisation

anzuschließen“, sagt

Dr. Maike Schnoor, Geschäftsführerin

des Kompetenznetzes

Asthma und COPD.

Aus medizinischer Sicht ist

vor allem entscheidend, dass

Betroffene ihre Therapie genau

einhalten. Allerdings decken sich

die subjektiven Beschwerden der Patienten

nicht immer mit den objektiv

messbaren Einschränkungen. Arzt

und Patient müssen deshalb im Gespräch

bleiben, um eine Unter- oder

Übertherapie zu verhindern. Auch

in dieser Situation ist es vorteilhaft,

einer Selbsthilfegruppe anzugehören.

Neben dem Erfahrungsaustausch

finden Betroffene hier aktuelle

Informationen und Adressen von

Ärzten, Lungensportgruppen und anderen

Einrichtungen.

� Anhaltender Husten kann das

erste Symptom einer chronischen

Lungenerkrankung sein.

GUT INFORMIERT

Adresse: Berliner Straße 84, 55276 Dienheim

Telefon: 06133 - 3543

Internet: www.patientenliga-atemwegserkrankungen.de

COPD - Deutschland e.V.

www.copd-deutschland.de.de

Der 2006 gegründete Verein möchte Hilfe zur Selbsthilfe leisten.

Neben einem Veranstaltungskalender finden sich auf der Website

Broschüren und eine Datenbank mit regionalen Selbsthilfegruppen.

Internet: www.copd-deutschland.de

Präventions- und Informationsnetzwerk

Allergie/Asthma (pina)

Die Initiative klärt Betroffene, insbesondere junge Familien, über

Vorbeugemaßnahmen zu Asthma und Allergien auf. Geschäftsstelle:

Augustenburger Platz 1, 13353 Berlin (Mo, Di, Do von 9-13 Uhr)

Telefon: 030 - 450566192

Allergie-Beratungstelefon: 01805 – 052251

(Mo-Fr von 9:30-12 Uhr; 12 Cent/ Minute)

Internet: www.pina-infoline.de

Quelle: Fotolia

MEIN GESUNDES MAGAZIN 9


GUT INFORMIERT

Abgase gesundheitsschädlicher

als vermutet

Wie giftige und allergieauslösende

Stoffe in unserer Luft entstehen, wird

dank neuer Erkenntnisse von

Forschern aus Deutschland und der

Schweiz nun klarer. Abgase und

Sauerstoff spielen vermutlich eine

wichtigere Rolle als bisher vermutet.

Je mehr Ozon und Stickoxide durch Industrie-

und Autoabgase entstehen, desto häufiger

wandeln sie Eiweißstoffe, zum Beispiel

aus Birkenpollen, chemisch um. „Das

reizt unser Immunsystem – wir vermuten,

dass die Zunahme der Allergien in Industrieländern

genau mit diesen Reaktionen

zusammenhängt“, sagt Ulrich Pöschl, Leiter

der Aerosol-Forschungsgruppe am

10

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Mainzer Max-Planck-Institut (MPI). Wenn

sich dieser Verdacht bestätigt, wäre die

menschliche Gesundheit

durch Abgase stärker gefährdet

als bisher vermutet.

Der Hintergrund: Sauerstoff

entsteht über

verschiedene chemische

Schritte, so vermuten Wissenschaftler.

Allerdings gingen

sie bisher davon aus,

dass sich die Stoffe aus

diesen Zwischenschritten

wegen ihrer Kurzlebigkeit

kaum auf die Atemluft auswirken.

Dass diese Annahme

falsch ist, belegten jetzt

Den Grundstein für umweltpolitisches Denken in Deutschland legte

Willy Brandt schon 1961 in einer Rede mit seiner Forderung: „Der

Himmel über dem Ruhrgebiet muss wieder blau werden“.

Damit rückte Brandt – lange bevor es die Begriffe Umweltschutz oder

Umweltpolitik gab – ein regionales und bis dahin vernachlässigtes Problem

ins Blickfeld gesellschaftspolitischer Debatten. Er machte aufmerksam

auf die Schattenseiten des deutschen Wirtschaftswunders:

Zwar waren die rauchenden Schornsteine ein Garant für Wohlstand,

die ungefilterten Industrieabgase belasteten jedoch zunehmend die Gesundheit und das Wohlbefinden

vieler Menschen im Ruhrgebiet.

Seit den 1970er Jahren sorgen eine Reihe von Gesetzen wie das Benzin-Blei-Gesetz, das Bundes-Immissionsschutzgesetz

oder Verwaltungsvorschriften wie die Technische Anleitung Luft

und die Großfeuerungsanlagen-Verordnung dafür, die Umweltbelastungen durch technische

Lösungen zu verringern oder zu beseitigen.

Quelle: Bundesarchiv

Willy Brandt: Vordenker in

Sachen Umweltpolitik

Quelle: Fotolia

� Bei der Verbrennung von Dieselkraftstoff entstehen

gesundheitsschädliche Rußpartikel. Die

Weltgesundheitsorganisation geht davon aus, dass

allein in Deutschland pro Jahr 70.000 Menschen

infolge der Feinstaubbelastungen vorzeitig sterben.

Forscher des Mainzer MPI in Kooperation

mit Wissenschaftlern vom Paul-Scherrer-

Institut in Villigen, Schweiz. Sie haben

erstmals auf der Oberfläche von in der

Luft schwebenden Teilchen, so genannten

Aerosolen, langlebige reaktionsfähige

Sauerstoffzwischenformen nachgewiesen.

Diese Sauerstoffzwischenformen

überleben dort fast zwei Minuten – viel

länger als erwartet. In dieser Zeit reagieren

sie mit anderen Luftschadstoffen. Dadurch

werden beispielsweise Rußpartikel

noch giftiger. Auch die Wahrscheinlichkeit,

dass bestimmte Pollen eine Allergie

auslösen, steigt.

Möglicherweise erklären die Sauerstoffzwischenformen

auch einige direkte gesundheitsschädliche

Folgen von Dieselabgasen

und Tabakrauch: Die Oberfläche

von Ruß- und Rauchpartikel reagiert leicht

� Birkenpollen mit allergieauslösendem

Potenzial. Die Färbung zeigt Unterschiede in der

chemischen Zusammensetzung der Pollenkörner,

die im Inneren und an der Oberfläche allergieauslösende

Eiweißstoffe enthalten können.

Überlagerung einer mikroskopischen Fluoreszenz-

und Hellfeldaufnahme.

mit Ozon und bildet die langlebigen Sauerstoffzwischenformen.

Werden die Partikel

dann eingeatmet, greifen sie direkt

in die normalen körperlichen Abläufe in

der menschlichen Lunge und in anderen

Organen ein.

Die Mainzer bleiben am Ball: Um die Effekte

der Sauerstoffformen genauer zu

untersuchen, werden sie weitere Experimente

und umfangreiche Berechnungen

vornehmen.

Quelle: Ch. Pöhlker, MPI für Chemie


Falsches Heizen und Lüften

verursacht Gesundheitsprobleme

„Gerade dort, wo die Außenwände schlecht isoliert sind und im Winter

besonders stark auskühlen, besteht Gefahr für die Gesundheit“, warnt Dr. Julia

Hurraß, Leiterin der Wohnmedizin am Institut für Umweltmedizin und Krankenhaushygiene

des Universitätsklinikums Freiburg, vor Schadstoffen in Häusern.

Eine hohe Luftfeuchtigkeit auf Oberflächen

ist der ideale Nährboden für Schimmelpilze.

Äußere Anzeichen für deren massenhafte

Vermehrung können hässliche dunkle Flecken

oder gar Flächen sein. Es gibt auch viele

Fälle von verdecktem, das heißt unsichtbarem

Schimmelpilzwachstum. Dann deutet lediglich

ein muffiger Geruch auf den Pilzbefall hin.

Infektanfälligkeit steigt

Schimmelpilze sind nicht nur unschön und

stören den Geruchssinn. Schimmel gefährdet

die Gesundheit. „Manche Pilzarten sind starke

Auslöser von Allergien“, warnt Dr. Hurraß.

Darüber hinaus müssen Menschen, die in

Wohnungen mit Feuchte- und Schimmelproblematik

leben, neben der Verstärkung von

Asthmasymptomen auch mit einer erhöhten

Infektanfälligkeit, beispielsweise für Erkältungen,

rechnen.

Aber nicht nur Schimmelpilze gefährden die

Zu ihrem einjährigen Bestehen schickte

die Stiftung AtemWeg im Frühjahr 2011

einen Truck quer durch Deutschland,

um Aufklärung über Lungenerkrankungen

und Präventionsarbeit zu leisten.

Start war am 1. Mai beim Frühlingsfest

auf der Theresienwiese in München.

Neun weitere Städte steuerte das große

Gesundheit in den eigenen vier Wänden:

Eine hohe Feinstaubbelastung kann die

Schleimhäute der Augen und der oberen

Atemwege reizen. Hier hilft vor allem, genügend

zu trinken. Das Verdunsten von Wasser,

zum Beispiel über Zerstäuber, ist kaum wirksam

und erhöht an kalten Oberflächen nur

das Schimmelrisiko.

„Um das Schimmelrisiko und die Schadstoffkonzentrationen

zu verringern, ist es am effektivsten,

mehrmals täglich in allen Räumen

die Fenster weit zu öffnen und für fünf

Minuten stoßzulüften“, rät Hurraß.

Ein Ganzjahresproblem

Im Winter tragen falsches Lüftungsverhalten

und übertriebenes Energiesparen dazu bei,

dass sich Schimmel vermehrt. Im Sommer

sind es unter anderem verunreinigte Lüftungsund

Klimaanlagen, die dazu führen, dass sich

Bakterien und Schimmelpilze ausbreiten.

Ein Jahr Stiftung AtemWeg

� Drei Wochen fuhr der AtemWeg-Truck durch Deutschland. Der deutsche Schlagerstar Roland Kaiser leidet

seit neun Jahren an chronisch obstruktiver Lungenerkrankung (COPD). „Es ist wichtig, dass nach den Ursachen

von Lungenerkrankungen wie der COPD intensiv geforscht wird. Wir sollten alles tun, um die Wissenschaftler

dabei zu unterstützen“, so Roland Kaiser zu der Gründung der Stiftung AtemWeg.

Quelle: (2 Fotos) Stiftung AtemWeg

Atemweg-Mobil an, bevor es – 16.000

Besucher und 4.000 Lungentests später

– seine Tour am 22. Mai am Zielort Hamburg

beendete.

Viele Menschen betraten neugierig das

ungewöhnliche Schwergewicht und ließen

sich über Lungenerkrankungen und

mögliche Vorbeugemaßnahmen aufklären.

Wer wollte, konnte seine Lungen-

� Regelmäßiges Lüften senkt die

Schadstoffbelastung in Räumen.

GUT INFORMIERT

Quelle: Fotolia

Regelmäßiges Lüften bringt die träge Raumluft

in Bewegung – verbrauchte Luft kann entweichen

und die Frischluft verdünnt den

Schadstoffgehalt in den Räumen.

funktion prüfen lassen. 350 der Getesteten

wurde geraten, aufgrund eines auffälligen

Befunds zum Arzt zu gehen.

Die Tests waren in allen Städten die gleichen,

allerdings hatte jede Stadt eigene

Highlights: Ein Dudelsackbläser, der sein

Lungenvolumen testete, ein frisch verheiratetes

Brautpaar, das den Bus in Hochzeitkleidung

inspizierte oder eine ältere

Dame, die alle Mitarbeiter zum Essen einladen

wollte, weil ihr Testergebnis so gut

ausfiel. In Berlin stießen die fünf Sänger

von Adoro und die Opernsängerin Nadja

Michael, die sich als AtemBotschafter für

die Stiftung engagieren, zum Truck dazu.

„Das war die erste und sicher nicht letzte

Präventionstour der Stiftung AtemWeg“,

so Kerstin von Aretin, Sprecherin der Stiftung.

Die Stiftung AtemWeg wurde 2010 von

der Münchner Bank und dem Helmholtz

Zentrum, München, gegründet. Ihr Ziel:

Die Erforschung von Lungenerkrankungen

zu unterstützen und die Bevölkerung über

Ursachen und Präventionsmöglichkeiten

aufzuklären. Mehr zu der Stiftung und zum

Thema Lungenerkrankungen erfahren Sie

unter: www.stiftung-atemwege.de.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 11


ZUSAMMENGEFASST

Rauchen bei Jugendlichen auf historischem Tiefstand

Die aktuellen Ergebnisse einer repräsentativen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung

(BZgA) zeigen, dass nur noch 13 Prozent der Jugendlichen im Alter von 12 bis 17 Jahren zur Zigarette greifen.

Passivrauchen:

Schutz vor den Gefahren

beginnt im Mutterleib

Rauchen Mütter während der Schwangerschaft,

schadet dies den Kindern schon vor ihrer

Geburt – zum Teil mit schwerwiegenden Folgen.

Der neue Report des Deutschen Krebsforschungszentrums

(DKFZ) „Schutz der

Familie vor Tabakrauch“ zeigt, welche

gesundheitlichen Schäden Kinder und

Jugendliche erleiden können, wenn ihre

Eltern zu Hause rauchen. Mehr als 1,7

Millionen Kinder sind davon betroffen.

Ihr Risiko, an Atemwegserkrankungen

(zum Beispiel Asthma) oder Mittelohrentzündungen

zu erkranken, ist deutlich

höher als bei Gleichaltrigen, die keinen

Qualm einatmen müssen.

Zudem erleiden rauchende Mütter häufiger

eine Früh- oder Fehlgeburt. Ihre

Neugeborenen sind oft untergewichtig

und sterben mehr als doppelt so häufig

innerhalb ihres ersten Lebensjahres an

einem plötzlichen Kindstod.

12

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Jugendliche sehen

das Rauchen heute

deutlich kritischer

als früher.

Quelle: Fotolia

Dr. Martina

Pöt schke Langer,

Leiterin

der StabsstelleKrebsprävention

im

DKFZ, hält ein

Der Rückgang des Rauchens ist sowohl bei weiblichen als auch bei männlichen

Jugendlichen zu beobachten. Auch der Raucheranteil unter jungen Erwachsenen

zwischen 18 und 25 Jahren ist mit 38 Prozent gegenwärtig deutlich geringer als

noch vor zwei Jahren (43 Prozent). In keiner der in den letzten dreißig Jahren

durchgeführten BZgA-Untersuchungen wurden derart niedrige Werte erfasst.

Dazu erklärt die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Mechthild Dyckmans:

"Der weitere Rückgang des Rauchens bei Jugendlichen zeigt, dass es langfristig

gelungen ist, Kinder und Jugendliche mit den Maßnahmen der Tabakprävention

zu erreichen."

Parallel zum Rückgang der Zahl jugendlicher Raucher ist der Anteil der Nie-Raucher

in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Zweidrittel der Minderjährigen

geben an, noch nie in ihrem Leben geraucht zu haben – 2001 war es

mit 41 Prozent nicht einmal jeder Zweite. „Für die meisten Jugendlichen ist

Rauchen heute völlig ‚out’“, sagt Prof. Dr. Elisabeth Pott, Direktorin der BZgA.

„Nichtrauchen hat sich in unserer Gesellschaft vor allem bei Jugendlichen und

jungen Erwachsenen fest etabliert. Es gehört für sie immer mehr zu einem positiven

Lebensstil und das ist ein wichtiger Erfolg der Prävention in Deutschland.

Denn viele, die in jungen Jahren nicht rauchen, werden auch als Erwachsene

nicht mehr damit anfangen.“

Um die positive Entwicklung beim Rückgang des Zigarettenkonsums Jugendlicher

und junger Erwachsener weiter zu fördern, wird die BZgA ihre Anstrengungen

in der Tabakprävention fortführen. Unter anderem will die BZgA bei den verschiedenen

Schulformen ansetzen: So rauchen Gymnasiastinnen und Gymnasiasten

der Sekundarstufe 1 deutlich weniger als Schülerinnen und Schüler in

Haupt-, Real- oder Gesamtschulen.

Rauchen und

Alkohol in der

Schwangerschaft

schaden

Mutter und Kind.

rauchfreies Zuhause für sehr wichtig:

„Wo immer sich Kinder aufhalten, sollten

Erwachsene dafür sorgen, dass nicht

geraucht wird. Dies gilt für Familienfeste

genauso wie für öffentliche Veranstaltungen

in Gemeindesälen, Festzelten oder bei

Vereinen. Besonders hoch ist die Tabakrauchbelastung

in Privat-PKW, wenn dort

geraucht wird: Die Luft kann dort so verqualmt

sein, wie in verrauchten Kneipen.“

Die Drogenbeauftragte der Bundesregie-

rung, Mechthild Dyckmans, sieht auch

im öffentlichen Raum Handlungsbedarf:

"Weggeworfene Zigarettenkippen auf

Spielplätzen sind eine ernst zu nehmende

Gefahrenquelle für Kinder, da sie

beim Verschlucken schwere Vergiftungserscheinungen

verursachen können.

Landesgesetzliche oder kommunale

Rauchverbote auf Spielplätzen sind deshalb

der richtige Weg, um dieser Gesundheitsgefahr

zu begegnen."

Quelle: Fotolia


Winzige Schirmventile verbessern

Atmung bei Lungenemphysem

Ein kleines Ventil entlastet die überblähten

Lungenabschnitte und lindert

so die Atemnot der Betroffenen.

Rund eine Million Menschen in Deutschland

leiden als Folge chronischer Bronchitis

unter einer überblähten Lunge, dem

Lungenemphysem. Ihre Lebensqualität

ist durch geringe Belastbarkeit, häufige

Infekte und starke Atemnot erheblich eingeschränkt.

Bisher standen zur Behandlung der Patienten

lediglich Medikamente, die chirurgische

Entfernung der betroffenen Lungenabschnitte

oder – bei sehr ausgedehntem

Quelle: idw-online

Umweltfaktoren

erhöhen Asthmarisiko

Weltweit leiden bis zu 100 Millionen Menschen

an Asthma bronchiale, das durch

erbliche und umweltbedingte Faktoren verursacht

wird. In den letzten beiden Jahrzehnten

ist die Zahl der Asthma-Patienten

stark angestiegen: In Deutschland liegt

das durchschnittliche Risiko an Asthma zu

erkranken bei etwa fünf bis zehn Prozent.

Umweltschadstoffe (z.B. hohe Luftfeuchtigkeit,

Abgase) dürften bei diesen regionalen

Unterschieden eine wichtige Rolle

spielen. Denn nur etwa 38 Prozent des

bei Kindern auftretenden Asthmas lassen

sich durch genetische Veränderungen erklären,

wie eine internationale Studie jetzt

zeigte.

Die bisher größte genetische Analyse zur

Entstehung von Asthma widerlegt zudem

die bisherige Vermutung, dass Allergien

und Asthma in direktem Zusammenhang

stehen. Die Sorge, dass sich beispielsweise

aus einer Säuglings-Neurodermitis in späteren

Jahren ein Asthma entwickelt, scheint

also unnötig.

„In Frage kommt die

Therapie für Patienten,

die ein schweres Lungenemphysem

haben, das in

der Lunge ungleichmäßig

ausgeprägt ist, denn nur

dann ist es möglich, durch

die Ventile geschädigte

Bereiche einzudämmen.“

Oberarzt Dr. Christian Schumann, Innere

Medizin II, Sektion Pneumologie, Universitätsklinik

Ulm

Befall – eine Lungentransplantation zur Verfügung.

Jetzt bieten manche Kliniken den

Betroffenen eine weitere Alternative: die

Einlage eines Druckventils in die betroffenen

Lungenabschnitte. Die Ventile – in der

Regel sind drei bis fünf ausreichend – werden

mithilfe einer flexiblen Videosonde,

dem Bronchoskop, bei örtlicher Betäubung

über die Luftröhre eingesetzt.

Wie das minimal-invasive Verfahren genau

funktioniert, erklärt Dr. Christian Schumann,

Leiter der Abteilung für Pulmologie am Ulmer

Universitätsklinikum: „Wir setzen in

einige der oberen Bronchien ein Ventil ein,

das aussieht wie ein winziger Regenschirm.

Das Ventil ermöglicht, dass keine

zusätzliche Luft in die

überblähten Lungenanteile

kommt und gleichzeitig

die dort gefesselte

Luft entweichen

kann. Über die Zeit gelingt

es so, die in den

geschädigten Lungenbereichen

zuviel eingelagerte

Luft aus der

Lunge zu bringen“.

Die Atmung wird hierdurch

erleichtert, Be-

Nächtliche Atemaussetzer –

Gefahr für Herzpatienten

Herzpatienten sollten auf ihren

Schlaf achten. Das raten die

Kardiologen des Herz- und Diabeteszentrums

Nordrhein-Westfalen

(HDZ NRW) in Bad Oeynhausen.

� Prof. Dr. Dieter Horstkotte mit

einem Patienten im Schlaflabor.

Quelle: A. Kühn

ZUSAMMENGEFASST

� Ein Druckventil entlastet überblähte

Lungenabschnitte.

lastbarkeit und damit die Lebensqualität

der Patienten steigen.

Neben Ulm führen beispielsweise auch

die Universitätskliniken Nürnberg und

Heidelberg den minimal-invasiven Eingriff

durch. Ob sich das Verfahren im klinischen

Alltag durchsetzen wird und

welche Patienten am meisten davon

profitieren, lässt sich noch nicht beurteilen.

Zurzeit werden die möglichen

Vor- und Nachteile der Methode noch

in Studien überprüft.

Der mit Atemaussetzern im Schlaf, der

so genannten Schlafapnoe, einhergehende

Sauerstoffmangel löst die Ausschüttung

von Stresshormonen aus, die

das kranke Herz angreifen.

„Die Gefahr, die von nächtlichen Atem -

aussetzern für Herzpatienten ausgeht,

ist den Betroffenen oft nicht bewusst“,

erklärt Prof. Dr. Dieter Horstkotte, Direktor

der Klinik für Kardiologie in Bad Oeynhausen.

„Erschwerend kommt hinzu,

dass die Schlafapnoe gerade von schwer

Herzkranken oft nicht bemerkt wird, da

diese Patienten ihre große Müdigkeit

auf ihre Krankheit schieben. Wir raten

daher jedem Herzkranken dringend, sich

in einem Schlaflabor untersuchen zu lassen“.

Auch in einigen Rehabilitationskliniken

stehen derartige Schlaflabore zur Verfügung.

Quelle: idw-online

MEIN GESUNDES MAGAZIN 13


ZUSAMMENGEFASST

PRIMÄRE CILIÄRE DYSKINESIE:

Wenn Flimmerhärchen nicht

mehr flimmern

Permanent Bronchitis, andauernd Nasennebenhöhlenentzündung,

ständig Schnupfen. Und das nicht nur im Winter, sondern ein ganzes Leben

lang. Dahinter kann eine Primäre Ciliäre Dyskinesie (PCD) stecken.

Flimmerhärchen in der Lunge sind entscheidend

für den Transport von Schleim und Bakterien.

Sie reinigen die Atemwege von

Krankheitskeimen.

Bei der ciliären Dyskinesie (PCD) bewegen

sich die Flimmerhärchen (Zilien) nicht mehr

richtig oder sind gar komplett unbeweglich.

Jährlich kommen in Deutschland 20.000

Neugeborenen mit dieser Erbkrankheit zur

Welt. Welche Defekte in der Erbsubstanz

die Erkrankung genau auslösen, ist bisher

nicht bekannt.

Quelle: Fotolia

14

LUNGENKREBS FRÜH ERKENNEN:

Bluttest für Raucher

Eine Blutuntersuchung könnte

Früherkennung von

Lungenkrebs erleichtern.

Die Veränderungen im Blut zeigen sich

schon, wenn der Tumor noch in einem

sehr frühen Stadium ist. Bei Lungenkrebs

gibt es vier verschiedene Stadien,

erklärt Prof. Joachim Schultze:

"Die Prognose für Patienten im Stadium

3 und 4 ist auch heute noch sehr

schlecht, selbst mit modernsten Therapien

kann man lediglich den Zeitpunkt

des Todes hinauszögern."

Lungenkrebs im ersten Stadium hingegen

ist operierbar und in vielen Fällen

sogar heilbar. Allerdings erkennt

man heutzutage einen Tumor selten

so früh, nämlich nur in etwa 15% aller

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Anita Becker-Heck, Biologin an der Klinik für

Neuropädiatrie und Muskelerkrankungen am

Universitätsklinikum Freiburg, forscht mit

Kollegen seit Jahren nach den Ursachen.

Jetzt entdeckten die Wissenschaftler zwei

Genveränderungen, die bei vielen Betroffenen

nachweisbar sind. Ein Screening auf Abweichungen

in diesen beiden Genen könnte

künftig die Erkennung von PCD verbessern.

� In seltenen Fällen kann bei Kindern ein

Gendefekt Ursache für häufige Erkältungen sein.

Ob jemand Lungenkrebs hat,

verrät sein Blut, haben Forscher

der Universität Bonn gezeigt.

Fälle. Würde ein einfacher Vorsorge-

Bluttest diesen Anteil erhöhen, könnte

ein Großteil der Lungenkrebspatienten

überleben, sagt Schultze.

Ihre viel versprechenden Ergebnisse

überprüfen die Bonner Forscher jetzt in

einer großen Studie. Bestätigen sich die

Ergebnisse, könnte der Bluttest in wenigen

Jahren zur Lungenkrebs-Vorsorge

eingesetzt werden: Der Arzt nimmt seinem

Patienten Blut ab und innerhalb von

24 Stunden weiß er, ob derjenige mit einer

hohen Wahrscheinlichkeit Lungenkrebs

hat oder nicht – auch wenn der

Patient noch gar keine Symptome hat.

Rezeptorblockade

verbessert

Lungenfunktion bei

Mukoviszidose

Deutschen Forschern ist es gelungen,

durch eine spezifische Rezeptorblockade

die Zusammenlagerung

von weißen Blutkörperchen bei

Mukoviszidose zu verringern. Das

erleichtert den Kindern das Atmen.

Mukoviszidose ist die häufigste erbliche

Stoffwechselerkrankung. Weltweit leben

etwa 70.000 Menschen, in Europa etwa

30.000 Menschen mit der Erkrankung.

Die betroffenen Patienten leiden an schweren

Störungen der Atmung und der Verdauung.

Einer der Gründe für die schlechte Atemfunktion

der Betroffenen ist, dass bestimmte

weiße Blutkörperchen, die neutrophilen

Granulozyten, in den Atemwegen

von Mukoviszidose-Patienten so genannte

DNA-Netze (auch „Neutrophil extracellular

traps“, NETs) auswerfen. Diese NETs

verengen bei Mukoviszidose Patienten

die Atemwege.

In Zusammenarbeit mit der Universität

Salzburg schafften es die Wissenschaftler

jetzt im Tiermodell die Bildung solcher

NETs zu blockieren und so die Lungenfunktion

der Betroffenen zu verbessern.

Die Ergebnisse könnten helfen, neue Behandlungs-Strategien

zu entwickeln, um

die Überlebenszeit der Patienten, die aktuell

bei rund 37 bis 40 Jahren liegt, zu

verlängern.

Quelle: Fotolia


GEWINN

Schreiben

Sie uns!

Mit den beiden vorbereiteten Antwortkarten

können Sie uns schreiben, was Sie wollen:

am Gewinnspiel / Preisrätsel teilnehmen oder

Informationsmaterial anfordern.

Selbstverständlich sind wir auch telefonisch

für Sie da, wenn Sie Fragen haben:

Arbeitskreis Gesundheit e.V.,

Leipzig, Telefon 0341/87059590

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sich vor - 13. Auflage 2011“ vormerken lassen.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 15

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Schwenningen?

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Die richtige Lösung finden Sie im Bericht "Der Schwarzwald - traditionell,

bodenständig und lebendig..." auf den Seiten 24/25.

Einsendeschluss ist der 30.11.2011.

für die Neuauflage des Klinikverzeichnisses „Rehabilitationskliniken stellen sich vor –

13. Auflage 2011“ mit den umseitigen Kontaktdaten unverbindlich vorgemerkt werden.“


Absender:

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Bitte freimachen

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Straße, Haus-Nr.

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Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2

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PLZ Ort

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04109 Leipzig

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Telefonnummer

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E-Mail

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16

Quelle: Espan-Klinik

Quelle: Espan-Klinik

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Viel Glück!

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eine Gewinnerin gezogen und gratulieren

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MEIN GESUNDES MAGAZIN


„In Deutschland

gibt es im Moment

720 Lungensportgruppen.

Das heißt

pro Woche 60 bis 90

Minuten Sport.“

„Bewegung ist so wichtig

wie Medikamente“

Mein Gesundes Magazin im Gespräch mit Michael Schnölzer. Der Internist,

Lungenfacharzt, Allergologe, Sozialmediziner und Schlafmediziner ist Chefarzt

der Espan-Klinik in Bad Dürrheim im Schwarzwald.

Mein Gesundes Magazin: Welche Untersuchungen

erwarten Patienten und Patientinnen

mit Atemwegserkrankungen in

der Reha?

Schnölzer: Routinemäßig unterziehen sich

die Patienten einer großen Lungenfunktionsprüfung,

einer Blutgasanalyse bezüglich

Sauerstoff und Kohlendioxid und einer

Blutabnahme, die umfangreiche Laboruntersuchungen

mit Bestimmung des Blutbildes,

der Elektrolyte, von Nieren- und

Leberwerten sowie von Entzündungsparametern

und Schilddrüsenwerten nach

sich zieht.

Zusätzlich können weitere Untersuchungen

sinnvoll sein wie Lungen-Röntgen, Langzeit-EKG

und Langzeit-Blutdruckmessung.

Eine Messung der Atmung unter körperlicher

Belastung, eine so genannte Ergo-

Spirometrie, wird vor allem bei Patienten

durchgeführt, die ein Gutachten darüber

benötigen, ob sie noch arbeitsfähig sind

oder nicht. Manchmal machen die Beschwerden

auch einen Ultraschall des

Herzens, des Bauchs oder der Venen erforderlich.

Untersuchungen im Schlaflabor

wegen Schlafapnoe, Überprüfen der Funktionsfähigkeit

der Atemwege und andere

spezielle Atemwegsuntersuchungen können

ebenfalls dazu kommen.

MGM: Welche Schulungsmodule bietet

die Reha Patienten und Patientinnen mit

Atemwegserkrankungen?

Schnölzer: Das Modul für COPD enthält

zum Beispiel Atemtechnik, Atemtherapie,

Schulungen zum Umgang mit Dosieraerosolen

und bei Bedarf mit der Sauerstofftherapie.

Individuelle Module wie Gewichtsverringerung

oder Gewichtsaufbau

sowie – besonders wichtig – Raucherentwöhnung

kommen dazu.

Lungenfacharzt

Michael Schnölzer,

Chefarzt der Espan-

Klinik, Bad Dürrheim,

rät seinen Patienten,

das Wissen aus der

Reha im Alltag

danach umzusetzen.

Quelle: Privat

Quelle: Fotolia

INTERVIEW

Es geht, wie immer bei der Reha, um

Körper und Kopf – um medizinische Unterstützung

und Wissen. Das ist bei Asthma

genauso. Hier ist Bewegung entscheidend.

Dadurch lassen sich Asthmasymptome

deutlich verbessern. Unterstützende psychologische

Einzelgespräche sind ebenfalls

möglich.

MGM: Welche Rolle spielt körperliche Aktivität

bei der Reha von Atemwegserkrankungen?

Schnölzer: Körperliche Aktivität predigen

wir ab Tag eins der Reha. So gut wie jede

chronische Erkrankung lässt sich dadurch

verbessern – sogar Lungenkrebs, wobei

uns dafür noch Studien fehlen.

Bei der COPD hat sich seit einigen Jahren

der Blickwinkel verändert: Bis ungefähr

2005 haben wir Patienten gesagt ‚schone

Dich’. Studien haben aber gezeigt, dass

Bewegung bei COPD den selben Stellenwert

hat wie Medikamente. Der Wert von

Bewegung gilt für Asthma genauso.

Ambulanter Lungensport ist eine Möglichkeit,

die Bewegung nach der Reha

weiter zu führen. In Deutschland gibt es

im Moment 720 Lungensportgruppen.

Für Patienten heißt das einmal pro Woche

60 bis 90 Minuten Sport. Übungsleiter

mit der Qualifikation Lungensport leiten

diese Gruppen an. Dabei geht es um Ausdauer,

Koordination, den Aufbau der Muskulatur,

die richtige Atemtechnik und am

Schluss um Ruhe und Entspannung, zum

Beispiel durch autogenes Training oder Yoga.

In unserer Klinik bieten wir zwei ambulante

Lungensportgruppen an.

Der Lungensport kann auch von niedergelassenen

Ärzten verordnet werden.

MGM: Wie ändert sich das Leben der Patienten

durch die Reha?

Schnölzer: Wenn Patienten sich das bewahren

können, was ihnen die Reha bietet,

kann sich eine Menge ändern. Sie erlernen

zum Beispiel, wie sie in Notfällen reagieren

können, was hinter der Behandlung steckt

und wie sie sich selbst helfen. Dadurch

steigt die Lebensqualität und die Beschwerden

– Husten und Atemnot zum

Beispiel – werden weniger.

In Schulungen zur Gewichtsverringerung

gibt es zum Beispiel Probekochen – die

Patientinnen und Patienten können daraus

konkrete Ideen mit nach Hause nehmen

und wissen, wie man sie umsetzt. Es geht

im Grunde um eine vernünftige Vorsorge,

die wir unseren Patientinnen und Patienten

idealerweise aus der Reha mitgeben.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 17


Quelle: Fotolia

REHA

Volkswirtschaft spart

Milliarden durch Reha

Chronische Atemwegserkrankungen gehören zu den Volkskrankheiten

und machen einen Großteil der Gesundheitsausgaben aus. Allein Asthma

verursacht jährlich knapp drei Milliarden Euro Kosten – je nach Schwere

der Erkrankung 1.600 bis 6.000 Euro pro Patient.

Die Kosten für die Behandlung der chronisch

obstruktiven Lungenerkrankung, kurz COPD,

sind sogar fast dreimal so hoch wie die einer

Asthma-Therapie. 2001 betrugen die direkten

Therapiekosten für alle COPD-Patienten 4,5

Milliarden Euro und die indirekten Kosten –

beispielsweise durch Arbeitsunfähigkeitstage

und Pflegebedürftigkeit – summierten sich

auf knapp vier Milliarden Euro.

Durch Rehabilitation lassen sich sowohl die direkten

Behandlungskosten als auch die indirekten

Krankheitsfolgen verringern. 2005 ergaben

die durch Rehabilitationsmaßnahmen

18

Jeder fünfte Erwachsene leidet

an einer Allergie gegen Pollen.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

gewonnenen Berufstätigkeitsjahre und reduzierten

Arbeitsunfähigkeitstage einen Netto-

Effekt von 5,8 Milliarden Euro. Dem standen

nur rund eine Milliarde Euro an Ausgaben für

die medizinische Rehabilitation gegenüber. Für

jeden in die Rehabilitation investierten Euro

sparte die Gesellschaft somit fünf Euro. Analysten

prognostizieren, dass sich dieser volkswirtschaftliche

Nettonutzen der Rehabilitation

bis 2025 auf 23 Milliarden Euro vervierfachen

wird, vorausgesetzt, rehabilitationsbedürftige

Versicherte können die Leistungen der medizinischen

Rehabilitation rechtzeitig nutzen.

Pflanzenextrakt als neue

Therapie gegen Heuschnupfen?

Mithilfe eines Pflanzenextrakts

Heuschnupfen bekämpfen – dass

das funktioniert, haben Münchner

Forscher gezeigt.

In der westlichen Welt sind Allergien im Vormarsch.

Laut Prognose werden bis Mitte

dieses Jahrhunderts 40% der Bevölkerung

für Allergene sensibilisiert sein, und von

diesen wird jeder Zweite Symptome einer

allergischen Erkrankung aufweisen. Gegenwärtig

sind bereits 20% der nordeuropäischen

Bevölkerung gegen in der Luft enthaltene

Allergene wie Gras- und Birkenpollen sensibilisiert.

Bisher galten Anti-Histamin-Medikamente als

Mittel der Wahl um den Symptomen von

Heuschnupfengeplagten zu begegnen. Forscher

des Zentrums Allergie & Umwelt am

Helmholtz Zentrum München und der Technischen

Universität München belegten nun

aber in einer Studie, dass der Pflanzenextrakt

Ze 339 (Petasol butenoate complex) schneller

und wirksamer zugeschwollene Nasenschleimhäute

bekämpft.

Nicht nur im akuten Fall scheint der Extrakt

zu wirken – „Die Daten suggerieren auch

einen präventiven Effekt, der weiter untersucht

werden muss“, so Schmidt-Weber,

Leiter des Zentrums Allergie & Umwelt.

Quelle: Fotolia

Singen verbessert

Lebensqualität bei

COPD

Patienten mit chronisch obstruktiver

Atemwegserkrankung (COPD), die zweimal

wöchentlich zum Singen gehen,

fühlen sich allgemein wohler, körperlich

gesünder und sozial aktiver als COPD-

Patienten, die ein solches Angebot nicht

wahrnehmen. Zu diesem Ergebnis kommen

Wissenschaftler des Londoner National

Heart and Lung Institute.

Kinder mit

Grunderkrankungen

gegen Grippe impfen

Die Ständige Impfkommission empfiehlt

eine Grippe-Impfung für chronisch Kranke

aller Alterstufen, Schwangere, ältere Menschen

(> 60 Jahre) und medizinisches

Personal.

Besonders gefährdet sind Kinder mit

chronischen Erkrankungen. Zu diesem

Schluss kommt eine Auswertung der Daten

von 93 schwer erkrankten Kindern

und Jugendlichen mit H1N1-Grippeinfektion.

15 dieser Kinder (16 Prozent) starben.

Damit verläuft die Grippe deutlich schwerer

als in früheren Jahren.

Drei Viertel der untersuchten Kinder hatten

eine chronische Grunderkrankung, am

häufigsten neurologische Entwicklungsstörungen,

gefolgt von chronischen Atemwegserkrankungen,

Immunschäden und

Herzkrankheiten.

Die Ergebnisse versprechen eine Verbesserung

der Lebensqualität von Allergikern.

Ein Hoffnungsschimmer für Viele, die jedes

Frühjahr mit schniefender Nase und geschwollenen

Augen herumlaufen.

Der Pflanzenextrakt als Präparat ist bisher nur

in der Schweiz und Südkorea zugelassen,

darum müssen weitere Studien durchgeführt

werden, um demnächst auch die Verschreibung

auf dem deutschen Markt zu ermöglichen.


Mehr Lebensqualität durch Rehabilitation

Patienten mit chronisch obstruktiver

Lungenerkrankung (COPD)

lernen in der Rehabilitation besser

mit ihrer Erkrankung zu leben.

Medikamente in Dosieraerosolen

erleichtern

vielen Patienten mit

chronischen Atemwegserkrankungen

das Atmen.

Der korrekte Umgang mit

den Inhalatoren ist ein

wichtiger Punkt im Reha-

Schulungsprogramm.

„Das bringt doch bei mir alles überhaupt

nichts, ich bin doch viel zu schwach dafür“,

reagiert die Patientin von Dr. Andrea Breitmeyer

auf deren Vorschlag für sie eine

stationäre Rehabilitation zu beantragen.

Doch die Hausärztin lässt nicht locker,

denn der Nutzen von Rehabilitationsmaß-

Wann in die Rehabilitation bei Asthma und COPD?

Stellen Sie sich folgende Fragen:

‹ Droht eine Berufs- oder Erwerbsunfähigkeit

bzw. eine Pflege- oder Hilfsbedürftigkeit

durch die Erkrankung?

‹ Müssen Sie wegen der Erkrankung

häufig notfallmäßig behandelt werden?

‹ Sind Sie Raucher und haben vergeblich

versucht damit aufzuhören?

‹ Wollen Sie an ihrer Lebenssituation

etwas ändern?

Wenn Sie alle oder mehrere Fragen mit

„ja“ beantworten können, sprechen Sie

mit ihrem Hausarzt. Er wird überprüfen,

ob Therapieangebote zur Verfügung stehen,

um ihre Beschwerden zu verbessern.

Den Antrag auf die stationäre medizinische

Rehabilitation müssen Betroffene selbst

stellen. Da neben formalen Voraussetzungen

(z.B. bestehender Sozialversicherungsschutz)

auch die medizinische Notwendigkeit

überprüft wird, ist ein ärztli-

ches befürwortendes Gutachten hilfreich.

Sprechen Sie mit Ihrem Hausarzt, Facharzt

oder – falls Sie sich im Krankenhaus befinden

– mit dem Klinik-Arzt bzw. dem Klinik-Sozialdienst

über Ihren Wunsch nach einer medizinischen

Rehabilitationsmaßnahme. Er

oder sie wird mit Ihnen beraten, welche Art

der Rehabilitation für Sie medizinisch erforderlich

ist und Sie bei der Antragstellung

entsprechend unterstützen.

Darauf müssen Sie als gesetzlich

Versicherte/r achten:

Seit dem 1. April 2007 dürfen Vertragsärzte

Leistungen zur medizinischen Rehabilitation

nur noch verordnen, wenn sie über eine entsprechende

Zusatzqualifikation verfügen (Vorsorgekuren

kann aber weiter jeder Vertragsarzt

verordnen, ebenso Anschlussheilbehandlungen,

Maßnahmen zur Frühförderung behinderter

oder von Behinderung bedrohter Kinder

sowie Reha-Leistungen, die in den Zuständigkeitsbereich

anderer Rehabilitationsträger

wie der gesetzlichen Renten- oder Unfall-

Quelle: Fotolia

REHA

nahmen ist gerade bei Patienten mit chronisch

obstruktiver Atemwegserkrankung,

kurz COPD, gut belegt: Weniger akute

Atemnotanfälle, seltenere Krankenhauseinweisungen

und eine höhere Lebenserwartung

dürfen sich Patientinnen und Patienten

erhoffen, wenn sie an einer Rehabilitation

– stationär oder auch ambulant –

teilnehmen.

Gesicherte positive Reha-Effekte bei COPD

‹ Höhere körperliche Leistungsfähigkeit

‹ Geringere Atemnot

‹ Bessere Lebensqualität

‹ Weniger Krankenhausbehandlungen

‹ Abnahme von Angst und Depression

Die Hartnäckigkeit von Dr. Breitmeyer wird

belohnt. Nach drei Wochen Rehabilitation

sitzt ihr die Patientin wieder gegenüber:

„Ich habe wieder richtig Schwung bekommen

und auch schon vier Kilogramm zugenommen“,

erzählt die zierliche Frau begeistert.

Ihre Hausärztin freut sich natürlich

mit, weiß aber auch, dass es nun darum

geht, die motivierte Patientin zu unterstützen

ihren Reha-Erfolg auch im Alltag zu

bewahren.

versicherung fallen). Die Kassenärztlichen

Vereinigungen in den einzelnen Bundesländern

stellen auf ihren Internetseiten entsprechende

Listen und Suchoptionen zur

Verfügung. Informationen hierüber erhalten

Sie auf der Webseite der Kassenärztlichen

Bundesvereinigung:

www.kbv.de/vl/23616.html

Quelle: Fotolia

Dort finden Sie eine Liste mit den Arztsuchen

der Kassenärztlichen Vereinigungen

der einzelnen Bundesländer. Unter „Anmerkungen“

sind Informationen zur richtigen

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MEIN GESUNDES MAGAZIN 19


REHA

In der Reha ist nicht jeder Patient gleich

Patienten mit Atemwegserkrankungen

haben unterschiedliche

Beschwerden, Sorgen und Bedürfnisse.

Reha-Kliniken reagieren darauf.

Reha-Kliniken bieten ihren Patienten ein

breites Behandlungsspektrum. Einzelgespräche

gehören genauso dazu wie Bewegungstherapien,

Ernährungs- und Berufsberatungen

oder die Raucher ent wöh nung.

Doch nicht für jeden Patient sind alle Angebote

geeignet. Der optimale Reha-Effekt

wird erst erzielt, wenn die einzelnen

Komponenten passgenau auf die Betroffenen

zugeschnitten sind. Zwar profitieren

sowohl Übergewichtige als auch Untergewichtige

von einer Ernährungsberatung

– doch die Inhalte dieser Beratung sind

natürlich andere.

Perspektiven geben

Wer noch mitten im Berufsleben steht und

sich Sorgen um seinen Arbeitsplatz macht

oder aus der Arbeitsplatzsuche zurück in

den Beruf will, braucht eine Kombination

aus medizinischer und beruflicher Rehabilitation.

Die medizinische Reha widmet sich

der körperlichen Leistungsfähigkeit, dient

aber auch einer Stabilisierung der seelischen

Zufriedenheit. Bei der beruflichen Reha erhalten

die Patientinnen und Patienten beispielsweise

eine Beratung zur Berufswahl,

spezielle Trainingsmaßnahmen (zum Beispiel

Stressbewältigung am Arbeitsplatz,

EDV-Kurse) oder Weiterbildungen.

Ängste nehmen

Chronische Erkrankungen belasten nicht

selten die Seele – chronische Atemwegs-

� Angehörige

fühlen sich mit

der Betreuung

eines kranken

Angehörigen

häufig überfordert.

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Quelle: Fotolia

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Fotolia

� Rehabilitation geht auch auf die beruflichen Probleme chronisch Kranker ein.

erkrankungen sind da keine Ausnahme.

Die Kombination aus körperlicher chronischer

Krankheit und psychischen Störungen

nennen die Mediziner Komorbidität.

Sie verwenden den Begriff übrigens auch,

wenn zusätzlich zu einer Grunderkrankung

weitere Krankheiten vorkommen.

Studien belegen, jeder zweite chronisch

Kranke fühlt sich vor der Rehabilitation

psychisch überlastet, jeder Fünfte berichtet

von psychischen Störungen wie Versagensängsten,

Depressionen, innerer

Unruhe, Schlafstörungen und Auslösung

eines Atemnotanfalls in Stresssituationen.

Mitarbeiter in Reha-Kliniken werden gezielt

dafür geschult Komorbiditäten zu erkennen

und den Betroffenen entsprechend psy-

chologische und psychotherapeutische Behandlungen

anzubieten.

Blick nach vorn

Rehabilitationsmaßnahmen machen nicht

an der Kliniktür halt. Wer nach drei oder

vier Wochen Aufenthalt in einer Reha-Klinik

den Heimweg antritt, nimmt das Gelernte

mit. Ein wichtiges Ziel lautet, den Reha-Erfolg

im Alltag auf Dauer zu erhalten und –

noch besser und soweit möglich – weiter

auszubauen. Daher beinhaltet eine stationäre

Rehabilitation auch ausführliche Gespräche

über die Zeit danach, gibt praktische

Tipps für den Alltag und macht Vorschläge

zu wohnortnahen ambulanten Angeboten.

Rehabilitation für Angehörige

Ein Beinbruch oder ein fieberhafter Infekt sind schnell vergessen.

Doch mit einer chronischen Erkrankung müssen Betroffene

und deren Angehörige meist ein Leben lang zurecht kommen.

Chronische Atemwegserkrankungen

können die Belastbarkeit so einschränken,

dass die Kranken auf die Hilfe anderer

angewiesen sind, sei es beim Einkaufen,

beim Erledigen von Behördengängen

oder sogar beim Anziehen und

Waschen.

Auch wenn Angehörige gerne helfen, belastet

jeden Zweiten diese Situation auf

Dauer. Schlafstörungen, Unsicherheiten

im Umgang mit der Erkrankung und Hoff-

nungslosigkeit sind nur einige der Folgen.

Rehabilitationskliniken berücksichtigen

diese Problematik in ihrem Behandlungskonzept.

Sie sprechen die Rehabilitanden

darauf an. Viele bieten auch Paargespräche

an. Zudem sollten Angehörige sich

nicht scheuen, professionelle Hilfe zu suchen

– erster Ansprechpartner ist der

Hausarzt. In manchen Fällen kann es sinnvoll

sein, selbst eine Rehabilitation in Anspruch

zu nehmen.


Auch Raucher profitieren von Reha

Auch wenn Rauchen nicht der alleinige Auslöser für eine chronische Atemwegserkrankung

ist, birgt der Griff zum Glimmstängel doch ein hohes gesundheitliches Risiko.

Die giftigen Inhaltsstoffe des Tabaks lassen

Gefäße verkalken und verkleben die

Lungenbläschen. Herzprobleme, Raucherbein

und Atemnot sind potentielle Gefahren.

Jeder fünfte Raucher entwickelt eine

chronisch obstruktive Lungenerkrankung

(COPD).

Ursache für die COPD ist eine chronische

Entzündung der Lungenschleimhaut –

hervorgerufen durch schädliche Gase

oder kleinste Partikel, die inhaliert werden.

Als Folge auf die chronische Entzündungsreaktion

schwellen die Schleimhäute

an, die Luftwege werden enger und

es wird weniger Sauerstoff durch die veränderte

Schleimhaut ins Blut aufgenommen.

Die Blutzellen haben darüber hinaus

das Problem, verbrauchten Sauerstoff,

das Kohlendioxid (CO2), wieder in die

Lunge abzugeben. Auf die Entzündung

reagiert der Körper mit einem Reizhusten

und zähem schleimigem Auswurf. Durch

Rauchen macht krank

‹ 85% aller Patienten mit Lungenkrebs

sind Raucher. Tabakrauch

enthält 40 krebserregende Stoffe.

‹ 98% aller Herzinfarktpatienten

unter 40 Jahren sind Raucher.

Jeder 5. Herzinfarktpatient stirbt.

‹ Langjährige Raucher sterben im

Schnitt 10 Jahre früher als Nichtraucher.

das geringere Ausatemvolumen wird die

Lunge überbläht und beim Einatmen hat

nur noch wenig frische Luft Platz in der

Lunge. Atemnot und eine Unterversorgung

der Organe mit Sauerstoff sind die

Folge. In 90 Prozent der Fälle ist das Rauchen

für eine COPD verantwortlich.

Nichtrauchen lohnt sich

Statistisch gesehen verkürzt der Genuss

einer einzigen Zigarette das Leben um

knapp eine halbe Stunde. Wer jeden Tag

eine Schachtel raucht, inhaliert pro Jahr

sechs Kilogramm Rauchstaub sowie eine

Tasse Teer. Diese Schadstoffe sind ein

dauerhafter Reiz: Die Schleimhaut entzündet

sich und chronischer Reizhusten ist

Rauchstopp lohnt immer

‹ Nach 1 Jahr 50 % weniger Herz-

Kreislauf-Erkrankungen.

‹ Nach 2 Jahren wieder normales

Schlaganfall-Risiko.

‹ Nach 5 Jahren wieder normales

Risiko von Herz- Kreislauf-Erkrankungen

‹ Nach 15 Jahren wieder normales

Lungenkrebs-Risiko.

ein erstes Warnsignal, dass die Lunge

überfordert ist.

Trotz der vielen Aufklärungskampagnen,

des öffentlichen Rauchverbots und der

Warnhinweise auf den Zigarettenschachteln

ist Deutschland weit davon entfernt,

ein Nichtraucherland zu sein. Täglich sterben

fast 400 Deutsche an den Folgen des

Tabakkonsums. Auch wenn der Verzicht

auf die Zigarette nicht einfach ist – es

geht!

Leichter mit Unterstützung

Klaus Anstetter, 53 Jahre alt und seit 15

Jahren Raucher, berichtet Folgendes:

„Ich hatte mir schon gedacht, dass man

mich in der Reha-Klinik fragen würde, ob

REHA

� Jeder vierte Erwachsene in Deutschland raucht.

ich rauche. Und ich hatte davor auch

Angst.

Klar weiß man als Raucher wie schädlich

das ist und mir fiel auch auf, dass ich immer

mehr Husten musste und mir schnell

die Puste ausging, aber Aufhören ist eben

nicht leicht. Was ich hier in der Klinik gut

finde ist, dass nicht alle auf mir rumhacken

oder mich verurteilen. Ich habe auch

schon interessante Dinge über das Rauchen

gelernt. Der Nichtraucherkurs ist ja

auch nur ein Teil meiner Behandlungen.

Wir machen hier viel Sport und reden in

Gruppen oder in Einzelgesprächen über

unsere körperlichen und seelischen Probleme.

Das finde ich ein gutes Konzept.

Eine Woche bin ich jetzt hier und ich merke

wie sich meine Sicht auf das Rauchen

ändert. Ich rauche deutlich weniger und

glaube fest daran, dass ich ohne Zigaretten

nachhause gehen werde.“

Eine Raucherentwöhnung in Kombination

mit mehr Bewegung und beratenden

Gesprächen anzubieten, ist ein erfolgversprechendes

Konzept: Fast 40 Prozent

der Raucherinnen und Raucher die in eine

Reha-Klinik kommen, schaffen es,

dort mit dem Rauchen aufzuhören.

Quelle: Fotolia

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MEIN GESUNDES MAGAZIN 21


Quelle: REDIA-Studie

REHA

Kürzer im Krankenhaus, kränker zur Reha

Seit der Einführung des Fallpauschalensystems steigt die Zahl der

Patienten, die bei der Aufnahme in die Reha einen deutlich verschlechterten

Gesundheitszustand aufweisen. Wissenschaftler der Universität

Münster beschäftigen sich mit den Folgen

Seit 2004 liegen Patienten in Deutschland

kürzer im Krankenhaus als zuvor. Ursache

ist das diagnoseorientierte Fallpauschalensystem,

das damals verbindlich zur Abrechnung

von Krankenhausleistungen eingeführt

wurde. Nach diesem System werden

Leistungen nicht abhängig vom jeweiligen

Zeitaufwand vergütet, sondern

pauschal pro Behandlungsfall. Welche Aus-

22

MEIN GESUNDES MAGAZIN

hundert Reha-Patienten, 2003 waren es

lediglich sechs von hundert.

Studienleiter Prof. Dr. Dr. Wilfried von Eiff

führt diese Entwicklung auf mehrere Ursachen

zurück: Einerseits erhöhe sich das

Durchschnittsalter der Patienten und somit

auch die Zahl von Begleiterkrankungen

wie Diabetes und Bluthochdruck

immer weiter. Andererseits verlagerten

Gründe für Veränderung des Behandlungsablaufs in der Reha

Schmerzen Wundheilungsstörungen

Fehlende Belastbarkeit

Multimorbilität

Unzureichende Mobilität

wirkungen die Einführung der Fallpauschalen

auf die Genesung der Patienten und

den weitere Behandlungsablauf in den

Jahren 2003-2010 hatte, untersuchte eine

Studie des Centrums für Krankenhaus-Management

der Universität Münster.

Mehr Komplikationen

Die kürzeren Liegezeiten in den Akutkliniken

– bei Hüftoperationen beispielsweise

schrumpfte die Liegezeit um 30 Prozent –

beeinflussen die Behandlungskonzepte in

den Rehabilitationskliniken beträchtlich: So

stieg der Anteil von Hüftpatienten, die wegen

Schmerzen und geklammerten Wundnähten

in der ersten Woche nicht an der

Physiotherapie teilnehmen konnten, von

knapp sechs Prozent auf fast 40 Prozent.

Auch die Verabreichung von Medikamenten

lag 2010 gegenüber 2003 deutlich höher.

So wuchs die Schmerzmittelgabe von

vier auf 32 Prozent und Nitrate gegen Herzbeschwerden

brauchen heute vierzig von

Die Verkürzung der

Liegezeiten in den

Akutkliniken verzögert

den Behandlungserfolg

der stationären Rehabilitation.

sich aufwendige Wundversorgung und

Schmerztherapien in den ambulanten Bereich

und die Rehabilitationskliniken.

Schnittstellenprobleme

Der Medizin-Ökonom bemängelt: „Ein

unzulängliches Verlegungsmanagement

führt zu einer Verlängerung der Übergangszeit

zwischen der Entlassung aus

dem Krankenhaus und der Aufnahme in

die Reha-Klinik. Diese häusliche Übergangszeit

ist mit therapeutisch und ökonomisch

bedeutenden Risiken verbunden.“

So werde häufig die Thromboseprophylaxe

– eine Blutverdünnung, die vor

Blutgerinnseln schützt – unterbrochen,

und die Wundversorgung erfolge nicht

fachgerecht. Im Jahr 2003 seien beispielsweise

nur knapp zwei Prozent der Herz-

Kreislauf-Patienten von Komplikationen

während der Übergangszeit betroffen gewesen,

2010 waren es zehn Mal so viele.

Die Studie bestätigt das altbekannte Pro-

blem der Schnittstellenproblematik: Die

Genesung eines Patienten ist stark davon

abhängig wie gut die Kommunikation zwischen

Akutkrankenhaus, Behandlern im

häuslichen Umfeld (z.B. Hausarzt, Sozialstation,

Pflegedienst, Nachsorgeeinrichtungen)

und Rehabilitationskliniken funktioniert.

Dazu braucht es ausführliche Informationen

über den bisherigen Verlauf,

Empfehlungen für die Weiterbehandlung

sowie eine Aufklärung der Patienten darüber,

was sie selbst machen können und

wo sie weitere Hilfe bekommen. Nur so

lassen sich Genesungsprozess beschleunigen

und Komplikationen senken.

INFO

Faktenbuch 2011:

Rehabilitation rechnet sich

Die medizinische Rehabilitation bewirkt

schon heute enorm viel – sowohl für

die einzelnen Menschen als auch für

die deutsche Volkswirtschaft insgesamt:

60 Prozent der Menschen, die

jährlich in Deutschland eine Rehabilitation

in Anspruch nehmen, können danach

weiter im Berufsleben aktiv bleiben.

Ohne die medizinische Rehabilitation

gingen dem Arbeitsmarkt pro

Jahr 150.000 Arbeitsplätze verloren.

Das „Faktenbuch

Medizinische Rehabilitation 2011“

kann bei der Geschäftsstelle der

AG MedReha, Friedrichstrasse 60,

10117 Berlin, angefordert oder im

Internet unter www.agmedreha.de

herunter geladen werden.

Quelle: rwi-Essen


DAS BESTE FÜR IHRE

GESUNDHEIT!

Wir informieren Sie individuell! Unsere Leistungen im Überblick:

Kliniksuche

Kliniksuche

Reha Verfahren §

Reha Verfahren §

Der Arzt

und

die Reha

Schriftliche Patienten-

Schriftliche informationen

Patienteninformationen Leitfaden

Der Arzt

und die Reha

Leitfaden

Für die persönliche Beratung rund um die Reha erreichen Sie uns von Mo.–Fr.

08:00 -18:00 Uhr kostenfrei aus dem Festnetz unter der

Rufnummer 0800/100 63 50. Informieren Sie sich auch auf unserer

Internetseite unter www.arbeitskreis-gesundheit.de

Der Arbeitskreis Gesundheit e. V. ist ein gemeinnütziger Verein, der über die Bedeutung

der medizinischen Rehabilitation im Rahmen der gesundheitlichen Versorgung informiert.

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2, 04109 Leipzig

Telefon: 0341/87059590

Telefax: 0341/870595959

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com


Quelle: alle Bilder Fotolia

REHA REGION

Der Schwarzwald – traditionell, bodenständig

Mit einer Reise in den Schwarzwald verbinden viele Besucher vor

allen Dingen erholsame Ruhe, beschauliche Natur, stille Täler,

wilde Bäche, gute Luft, romantische Orte sowie eine herzhafte Küche.

Und nicht zuletzt Bollenhut und Kuckucksuhren.

Wer kennt sie nicht, die berühmten Kuckucksuhren,

die bereits seit dem 18. Jahrhundert

im Schwarzwald die Zeit messen.

In Triberg kann man die größte Kuckucksuhr

der Welt bestaunen. Doch wer nun

denkt, die Kuckucksuhr sei das Wahrzeichen

des Schwarzwaldes, der irrt. Ein Hut

mit roten Bollen, nimmt dieses für sich in

Anspruch. Der sogenannte Bollenhut. Wobei

dieser genau genommen nur in drei

Gemeinden getragen wird - in Gutach,

Wolfach-Kirnbach und Hornberg-Reichenbach.

Der Schwarzwald bietet die richtigen Voraussetzungen,

um die Seele baumeln zu

lassen und sich vom Alltag zu erholen. Der

Besucher findet hier ein breites Spektrum

an kulturellen Veranstaltungen sowie ein

reichhaltiges Angebot an sportlichen Aktivitäten.

Das größte zusammenhängende

Mittelgebirge Deutschlands verfügt über

ein gut organisiertes Netz an Rad- und

Wanderwegen und bietet so dem Gast

die Möglichkeit, auf eine besonders gesunde

Art und Weise die Gegend mit ihrer

unverkennbaren Natürlichkeit zu entdecken.

Bereits die Kelten und die Römer schätzten

die Heilkraft der zahlreichen Heilbäder.

Seit dem 18. Jahrhundert kommen Menschen

mit Atemwegsbeschwerden in den

Schwarzwald. Nirgendwo in Baden-Württemberg

gibt es so viele Kurorte, wie im

Schwarzwald.

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MEIN GESUNDES MAGAZIN

In Bad Dürrheim befindet sich das höchstgelegene

Solebad Europas mit diversen

Kureinrichtungen und dem Sole-Mineral-

Erlebnisbad „Solemar“. Der alte Salzspeicher

ist heute Sitz des volkskundlichen

Museums „Narrenschopf“, das sich mit

der schwäbisch-alemannischen Fasnet beschäftigt.

Nicht allzu weit von Bad Dürrheim

treffen wir auf eine der Hochburgen

der schwäbisch-alemannische Fastnacht,

die am Neckarursprung gelegene Doppelstadt

Villingen-Schwenningen. Alljährlich

treffen sich hier die Narren zum traditionellen

Fastnachtsumzug in faszinierenden

Kostümen und furchterregenden Masken.

Ebenfalls einen Besuch wert ist der von

Mauern und Türmen umgebene Stadtkern

von Villingen, der mit seinen historischen

Gebäuden noch weitestgehend erhalten

ist. Den Mittelpunkt bildet das Münster

„Unserer lieben Frau“ aus dem 12. Jahrhundert.

Das alte Rathaus aus der Renaissancezeit

beherbergt heute im Ratssaal

eine imposante Sammlung Villinger Altertümer,

die sich vorrangig mit den Zünften

und Handwerkern befasst. Das frühere

Kloster der Franziskaner befindet sich im

Westen der Altstadt und dient heute als

Kulturzentrum.

Wer bei seiner Tour durch den Schwarzwald

eine Alternative zum herkömmlichen

Zoobesuch sucht, findet diese in Bad Rippoldsau-Schapach,

ca. 70 Kilometer nördlich

von Bad Dürrheim. Seit 2010 finden

hier Bären, die in Gefangenschaft gelebt

haben oder ausgesetzt wurden, ein neues

und artgerechtes Zuhause.

Viel frische Luft und Bewegung machen

bekanntlich hungrig – und so sollte man

sich die kulinarischen Spezialitäten nicht

entgehen lassen. In traditionell geführten

Gasthöfen lässt sich der ein oder andere

hungrig gewordene Urlauber gerne zu einem

leckeren Stückchen Schwarzwälder

Kirschtorte und Kaffee - aber auch gerne

zu einer herzhaften Brotzeit mit

Schwarzwälder Schinken, Holzofenbrot,

einem frisch gezapften Bier und

einem Kirschwasser verführen. Wie

heißt es doch so schön „In Maßen ist

alles erlaubt“.

Egal für welche Art von Begegnung mit

dem Schwarzwald man sich entscheidet,

er bleibt was er ist - traditionell, bodenständig,

lebendig und nach wie vor eine

Region für Geist, Körper und Seele.


und lebendig…

� Im Schwarzwald kann man die Seele baumeln lassen und sich vom Alltag zu erholen.

REHA REGION

Reha- und Vorsorgeeinrichtungen für Atemwegs erkrankungen

Name PLZ /Ort Telefon Homepage

Sana Rehabilitationsklinik 16766 Kremmen 033055 51601 www.sana-hu.de

Kinder-Rehazentrum Usedom 17459 Kölpinsee 038375 50152 www.ifagesundheit.de

AKG Reha-Zentrum 18181 Graal-Müritz 038206 83000 www.akg-rehazentrum.de

Mutter-Kind-Klinik "Schwarzheide" im AKG Reha-Zentrum 18181 Graal-Müritz 038206 87000 www.akg-rehazentrum.de

Kinderklinik "Tannenhof" im AKG Reha-Zentrum 18181 Graal-Müritz 038206 89000 www.akg-rehazentrum.de

MEDIAN Kliniken GmbH & Co. KG MEDIAN Klinik Heiligendamm 18209 Bad Doberan 038203 440 www.median-kliniken.de

Ostseeklinik Grömitz Rehabilitationsklinik für Mutter/ Vater und Kind 23743 Grömitz 0800 0254 130 www.ostseeklinik-groemitz.de

Südstrand-Klinik Fehmarn GmbH 23769 Fehmarn 04371 893320 www.ifagesundheit.de

Fachklinik Aukrug 24613 Aukrug 04873 9097 0 www.fachklinik-aukrug.de

AOK-Nordseeklinik Fachklinik für Mutter und Kind 25946 Norddorf 04682 370 www.aok-nordseeklinik.de

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH, Mutter & Kind-Klinik Dangast 26316 Varel 0800 9440 922 www.friesenhoern.de

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH, Mutter & Kind-Klinik Horumersiel 26434 Wangerland 0800 9440 922 www.friesenhoern.de

Kurklinik Strandrobbe Neptunweg GmbH 27476 Cuxhaven 04721 699 503 www.strandrobbe.de

Allergie-und Asthma-Klinik 33175 Bad Lippspringe 05252 95 2400 www.medizinisches-zentrum.de

Klinik Reinhardshöhe 34537 Bad Wildungen 05621 705 0 www.klinik-reinhardshoehe.de

„Charlottenhall“ Rehabilitations- und Vorsorgeklinik

für Kinder und Jugendliche GmbH

36433 Bad Salzungen 03695 6923 0 www.charlottenhall.com

Kindertherapiezentrum "Sonnenschein" 37308 Heilbad Heiligenstadt 03606 663 130 www.heilbad-heiligenstadt.de

Kurparkklinik Fachklinik für Orthopädie und Innere Medizin 37308 Heilbad Heiligenstadt 03606 663 0 www.kurparkklinik-heiligenstadt.de

Reha-Zentrum Reuterstraße Geriatrische Klinik GmbH 51467 Bergisch Gladbach 02202 127310 www.reha-reuterstrasse.de

Edelsteinklinik Fachklinik für Kinder-und Jugendrehabilitation 55758 Bruchweiler 06786 120 www.edelsteinklinik.de

Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl 69117 Heidelberg 06221 907 0 www.rehaklinik-koenigstuhl.de

Rosentritt Klinik 74906 Bad Rappenau 07264 833116 www.rosentrittklinik.de

Schwarzwald MedicalResort Obertal 72270 Baiersbronn-Obertal 07449 84 513 www.schwarzwald-medicalresort.de

Espan-Klinik Rehabilitationsfachklinik für Atmungserkrankungen 78073 Bad Dürrheim 07726 650 www.espan-klinik.de

Klinik Limberger 78073 Bad Dürrheim 07726 664 0 www.klinik-limberger.de

Klinik Alpenland 83435 Bad Reichenhall 08651 6030 www.klinik-alpenland.de

Fachklinik Allgäu Verhaltensmedizinisches Zentrum

für Pneumologie und Allergologie

87459 Pfronten/ Allgäu 08363 691 211 www.fachklinik-allgaeu.de

Hochgebirgsklinik Mittelberg 87466 Oy-Mittelberg 08366 9800 www.reha-klinik-oy-mittelberg.de

Waldburg Zeil Kliniken Fachklinken Wangen -Rehabilitationskinderklinik- 88239 Wangen im Allgäu 07522 797 1105 www.fachkliniken-wangen.de

Silberberg Klinik 94249 Bodenmais 09924 771 411 www.silberberg-klinik.de

HG Naturklinik Michelrieth 97828 Marktheidenfeld 09394 801 0 www.naturklinik.com

Sophienklinik Bad Sulza 99518 Bad Sulza 036461 970 www.sophien-klinik.de

MEIN GESUNDES MAGAZIN 25


Quelle: ristaumedia.de/fotolia.com

REHA-RECHT

Bundesrechnungshof rügt Vorgehen

der Kassen im Antragsverfahren.

Seit dem Jahr 2007 sind Vorsorge- und Rehabilitationsleistungen für Mütter

und Väter Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

Bereits im MGM 2 2010 hatten wir auf

die unlauteren Vorgehensweisen der Kostenträger

im Reha Antragsverfahren hingewiesen.

Immer wieder wurde uns von

Betroffenen berichtet, dass

‹ beantragte Maßnahmen mit einfachen

Schreiben ohne Rechtsbehelfsbelehrung

abgelehnt wurden;

‹ Gutachten des Medizinischen Dienstes

der Krankenkassen (MDK) fadenscheinige

Begründungen enthielten

‹ MDK Gutachten ohne Untersuchung

des Patienten verfasst wurden oder

‹ Maßnahmen mit dem lapidaren Verweis

auf ambulante Maßnahmen abgelehnt

wurden, obwohl im konkreten

Fall offensichtlich ambulante Angebote

fehlen oder ungeeignet sind.

Besonders bemerkbar machen sich die

rückläufigen Genehmigungszahlen bei den

Mutter-/ Vater-/ Kind-Maßnahmen. Diese

Praxis war für den Haushaltsausschuss

26

MEIN GESUNDES MAGAZIN

des Bundestages Grund genug, den Bundesrechnungshof

um Untersuchung der

Genehmigungspraxis der Krankenkassen

der Gesetzlichen Krankenversicherung bei

Mutter-/ Vater-/ Kind-Maßnahmen zu bitten.

Der Bericht liegt nun vor.

Was sind eigentlich Mutter-/ Vater-/

Kind-Maßnahmen?

Mutter-/ Vater-/ Kind-Maßnahmen gibt es

zum einen als Vorsorgemaßnahmen (§ 24

SGB V) und zum anderen als Mutter-/ Vater-/

Kind-Rehabilitationsmaßnahmen (§

41 SGB V). Beide Maßnahmen unterscheiden

sich grundlegend in der Zielsetzung.

Während Vorsorgemaßnahmen einer drohenden

Erkrankung vorbeugen und gesundheitliche

Belastungen der Eltern mindern

sollen, soll die Rehabilitationsmaßnahme

nach einer Erkrankung eine Behinderung

oder Pflegebedürftigkeit ab-

wenden, mildern, beseitigen oder wenigstens

die Verschlimmerung verhüten. Anspruch

auf Mutter-/ Vater-/ Kind-Vorsorge-

§

maßnahmen haben Eltern, bei denen:

‹ eine Schwächung der Gesundheit beseitigt

werden muss, die in absehbarer

Zeit zu einer Erkrankung führen würde;

‹ einer Gefährdung der gesundheitlichen

Entwicklung eines Kindes entgegengewirkt

werden sollte;

‹ Krankheiten verhütet oder deren Verschlimmerung

vermieden werden sollte

oder

‹ die Pflegebedürftigkeit vermieden werden

sollte.

Welche Indikationen dabei im Einzelnen

vorliegen müssen, richtet sich nach der

„Begutachtungs-Richtlinie Vorsorge und

Rehabilitation“, welche für die Gutachter

des MDK und die Krankenkasse verbindlich

sind. Weiter zeichnet sich

die Vorsorgemaßnahme

dadurch aus, dass

Eltern von ihren

Kind(ern) begleitet

werden. Dabei kann

das Kind als sog. Therapiekind selbst behandlungsbedürftig

sein oder nur als

sog. Begleitungskind mitkommen.

Die Maßnahmen werden

stets stationär erbracht. Bei einer

wiederholten Beantragung ist ein

Wiederholungsintervall von vier

Jahren zu beachten.

Das Verhalten der Krankenkassen im

Antragsverfahren:

Theorie und Wirklichkeit

Ein Blick zurück: Seit 1989 sind die Mutter-/

Vater-/ Kind-Maßnahmen als Ermessensleistung

der Krankenkassen eingeführt,

seit 2007 sind sie Pflichtleistung und

die Kranklenkassen sind verpflichtet, über

das Antrags- und Bewilligungsgeschehen

eine Statistik zu führen. Von den eingehenden

Anträgen sollen die Kassen zum

Bürokratieabbau nur jeden vierten Antrag

dem MDK zur Begutachtung der Notwendigkeit

vorlegen. Das Votum des MDK hat

dabei nur empfehlenden Charakter, die

Kasse entscheidet alleinverantwortlich


Quelle: Bruce Parrott/fotolia.com

über Genehmigung oder Ablehnung der

beantragten Maßnahme. Eine Begutachtungspflicht

durch den MDK besteht nur

dann, wenn Art, Dauer, Schwere und Häufigkeit

oder Verlauf der Krankheit eine Begutachtung

notwendig machen.

In der Praxis legen die Kassen deutlich

mehr als die geforderten 25% der Anträge

dem MDK zur Prüfung vor. Weitere,

jetzt offenkundige Verfahrensmängel sind:

‹ meist entscheiden Sachbearbeiter

ohne medizinische Ausbildung über

gestellte Anträge. Nur selten werden

die Anträge hauseigenen Ärzten der

Kassen weitergeleitet;

‹ es gibt keine festgelegten Kriterien,

wann Sachbearbeiter ohne MDK Unterstützung

über gestellte Anträge entscheiden

dürfen;

‹ der MDK beurteilt die Fälle meist in

Form der sog. Sozialmedizinischen Fallberatung,

das heißt nach Aktenlage,

ohne Vorstellung des Betroffenen;

‹ oft werden Fälle in sog. „Inhouse-Beratungen“

zwischen Sachbearbeiter

und MDK besprochen;

‹ die Begutachtungsergebnisse werden

in der Regel in unterschiedlichen Vordrucken

festgehalten, die nur eine kurze

stichpunktartige Darstellung des Ergebnisses

enthalten und oft unvollständig

ausgefüllt werden;

‹ in Beratungsgesprächen wird versucht,

die Betroffenen zur Antragstellung bei

anderen Kostenträgern zu bewegen;

‹ häufig werden die Anträge der Versicherten

an andere Kostenträger

weitergeleitet, oft ist dann die zwei Wochen

Frist verstrichen;

‹ die Ablehnungsbescheide der Kassen

enthalten i. d. R. nur knappe Standardbegründungen

und keine Auseinandersetzung

mit den individuellen medizinischen

Indikationen. Es werden überwiegend

Textbausteine verwendet und

pauschale Aussagen getroffen;

‹ Ablehnungsbescheide werden nicht

mit einer Rechtsbehelfsbelehrung versehen;

‹ im Widerspruchsverfahren werden von

Antragstellern Begründungen verlangt,

gehen die Begründungen oder Stellungnahmen

der Betroffenen nicht ein,

wird der Widerspruch als erledigt angesehen.

Im Ergebnis bleibt festzuhalten: Die von

vielen Betroffenen geschilderten Mängel

im Antragsverfahren wurden nun vom Bundesrechnungshof

bestätigt. Zudem kommt

der Bericht zu dem Ergebnis, dass die Statistik

KG 5 das Antrags-, Leitsungs- und

Bewilligungsgeschehen nicht zutreffend abbildet

und deshalb wenig aussagekräftig

ist. Meldungen der Krankenkassen wichen

bis zu 40% vom tatsächlichen Geschehen

ab. Darüber hinaus entspricht das Vorgehen

der Krankenkassen

nicht einem ordnungsgemäßenVerwaltungshandeln.

Auch Lösungsvorschläge

hat der Bundesrechnungshofunterbreitet.

Der wohl

beste Änderungsvorschlag

ist, zukünftig

für Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen

besonders qualifizierte

Ärzte die Befugnis

einzuräumen,

Rehabilitationsmaßnahmen

verbindlich

zu verordnen.

Quelle: Kooperationsgemeinschaft Mammografie

REHA-RECHT

Bis sich das Kassenverhalten im Antragsverfahren

ändert oder vorgeschlagene

Änderungen umgesetzt werden, heißt

es für Betroffene, weiter den beschwerlichen

Weg im Antragsverfahren zu gehen.

Lassen Sie sich aber nicht verunsichern.

Unser Rat:

‹ beantragen Sie in Absprache mit Ihrem

Arzt eine Rehabilitations- oder Vorsorgemaßnahme,

wenn deren Notwendigkeit

gegeben ist;

‹ bitten Sie Ihren Arzt um ein befürwortendes

Gutachten;

‹ lassen Sie sich nicht von Ausführungen

zur Zuständigkeit verunsichern. Der

Kostenträger ist verpflichtet, den Antrag

binnen zwei Wochen an den zuständigen

Kostenträger weiterzuleiten,

wenn er sich für unzuständig hält. Versäumt

er diese Frist, bleibt er zuständig.

Der zweite Kostenträger, an den

der Antrag weitergeleitet wird, ist an

die Entscheidung gebunden, kann den

Antrag also nicht mehr weiterleiten;

‹ verlangen Sie vom Kostenträger einen

rechtsmittelfähigen Bescheid im Falle

der Ablehnung;

‹ verlangen Sie aussagekräftige Begründungen,

die Sie im Falle einer Ablehnung

konkret angreifen können;

‹ setzen Sie Ihr Wunsch- und Wahlrecht

durch, wenn die von Ihnen beantragte

Maßnahme nicht in der gewünschten

Klinik genehmigt wird.

Gern ist Ihnen auch die Geschäftsstelle

des Arbeitskreises unter der kostenfreien

Rufnummer 0800 100 6350 behilflich bei

Fragen zum Antragsverfahren oder bei der

Kliniksuche.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

27


REHA RATGEBER

Was ist Rehabilitation?

Antworten auf häufige Fragen zur Rehabilitation

Die gesetzliche Krankenversicherung in

Deutschland dient dem Zweck, die

Gesundheit der Versicherten zu schützen

und zu erhalten. Daneben ist es auch

Aufgabe der Sozialversicherung, Maßnahmen

zur Besserung und zur

Wiederherstellung der Gesundheit und

Leistungsfähigkeit – sowie im Falle

der Minderung der Erwerbsfähigkeit –

Leistungen zur wirtschaftlichen

Sicherung der Versicherten zu erbringen.

Wir als Arbeitskreis Gesundheit e.V. legen unser

besonderes Augenmerk auf die Maßnahmen

zur Besserung und Wiederherstellung

der Gesundheit – die Rehabilitation. Wir haben

es uns zur Aufgabe gemacht, Sie zur Rehabilitation

umfassend zu informieren. Die Rehabilitation

ist für die Versicherten eine Chance,

wieder aktiv am Leben teilzuhaben. Krankenund

Rentenversicherte haben einen Anspruch

auf Rehabilitation. Die Kosten für Rehamaßnahmen

tragen die „Kostenträger“, d. h. Ihre

Kranken- oder Rentenversicherung.

Welcher Kostenträger ist

zuständig?

Als Kostenträger kommen die Deutsche Rentenversicherung,

die Berufsgenossenschaft

sowie die gesetzlichen Krankenkassen in Betracht.

Die Deutsche Rentenversicherung ist

28

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: fotolia

in aller Regel für Rehamaßnahmen Erwerbstätiger

zuständig. Erleidet jedoch beispielsweise

ein Erwerbstätiger einen Arbeitsunfall

oder erkrankt er an einer Berufskrankheit, ist

die Berufsgenossenschaft zuständig. Nur

wenn weder Rentenversicherungsträger noch

Berufsgenossenschaft zuständig sind, ist die

Krankenversicherung der Kostenträger.

Der Weg zur Reha

Um eine Reha zu bekommen, müssen gesetzlich

Versicherte einen Antrag beim zuständigen

Kostenträger stellen. Dabei steht es gesetzlich

Krankenversicherten frei, den Antrag auch ohne

vorherige Konsultation eines Arztes direkt

beim Kostenträger einzureichen.

Sollten Sie den Antrag versehentlich beim unzuständigen

Kostenträger gestellt haben, schadet

das nicht. Ihr Antrag muss dann von der

nicht zuständigen Stelle binnen kurzer Frist –

in der Regel nach spätestens zwei Wochen -

an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet

werden. Diesen Umweg können Sie umgehen:

Auskunft über den zuständigen Kostenträger

erhalten Sie auch von Ihrer Krankenkasse.

Ein einfacher Anruf dort genügt.

Auch wenn ein Arztgutachten für einen Antrag

nicht unbedingt sein muss, sollte Ihr erster

Schritt auf dem Weg zur Reha immer zum behandelnden

Arzt führen. Er begutachtet die

Notwendigkeit der Rehamaßnahme. Dieses

Arztgutachten sollten Sie dem Antrag beim

Kostenträger beilegen. Wird die Maßnahme

dennoch ohne Arztgutachten beantragt, ist

die Krankenkasse verpflichtet, dem Versicherten

mehrere Gutachter zur Auswahl vorzuschlagen.

Ein Arztbesuch zur Begutachtung

kommt also auf jeden Fall auf Sie zu.

Eine Besonderheit stellt dabei die Anschlussheilbehandlung

(AHB) dar. Diese wird in der

Regel noch während des Aufenthaltes im Akutkrankenhaus

gemeinsam mit dem Krankenhausarzt

und dem Sozialdienst eingeleitet.

Wie wird Ihr Antrag geprüft?

Bevor der Kostenträger entscheidet, ob er eine

beantragte Rehamaßnahme genehmigt, lässt

er den Antrag prüfen. Im Rahmen dieser „Prüfung

der Notwendigkeit der Reha“ gewinnt

das ärztliche Gutachten immer mehr an Gewicht.

Geprüft werden im Antragsverfahren

Indikationen für medizinische

Reha

‹ Allergien

‹ Atemwegs-Erkrankungen

‹ Augenkrankheiten

‹ Erkrankungen des Bewegungsapparates

(Orthopädie)

‹ Erkrankungen der Verdauungsorgane

‹ Essstörungen (Adipositas,

Anorexia nervosa, Bulimie)

‹ Gefäßkrankheiten

‹ Geriatrie

‹ Gerinnungsstörungen (Hämo -

staseologie)

‹ Gynäkologische Erkrankungen

‹ Harnwegserkrankungen (Urologie)

‹ Hautkrankheiten

‹ Herz- und Kreislauferkrankungen

‹ Krebserkrankungen (Onkologie)

‹ Mutter-Kind-Maßnahmen

‹ Neurologie

‹ Pädiatrie

‹ Psychische Erkrankungen

(Psychiatrie)

‹ Psychosomatische Erkrankungen

‹ Rheumatische Erkrankungen

‹ Sprach-, Sprech-, Stimm- und

Hörstörungen

‹ Stoffwechselerkrankungen und Endokrinopathien

‹ Suchtkrankheiten


Quelle: fotolia

Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsfähigkeit,

Rehabilitationspotential, Rehabilita tions prog -

nose und Rehabilitationsziel. Zu diesen vom

Medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK) aufgestellten Prüfungskriterien sollte

das ärztliche Gutachten Stellung nehmen.

Wunsch- und Wahlrecht

Der Gesetzgeber verlangt vom Kostenträger,

die berechtigten Wünsche des Versicherten

zu berücksichtigen. Informieren Sie sich vor

Beantragung der Maßnahme rechtzeitig darüber,

welche Rehabilitationsklinik Ihre Erkrankung

behandelt und Ihren sonstigen Wünschen

nach Lage, Ausstattung und Service entspricht.

Eine Übersicht von Rehakliniken finden

Sie in unserem umfangreichen Nachschlagewerk

„Rehabilitationskliniken stellen sich vor“

oder auf unserem Internetauftritt unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Richten Sie Ihr Augenmerk besonders darauf,

dass die ausgewählte Klinik von unabhängiger

Stelle zertifiziert wurde und somit nach hohen,

regelmäßig überprüften Qualitätsstandards therapiert.

Informationen hierüber erhalten Sie entweder

über die Homepage der Klinik im Internet

oder durch einen einfachen Anruf bei der Klinik.

Ablehnung – wie weiter

Die Ablehnung ergeht als schriftlicher Bescheid.

Gegen diesen Bescheid muss in aller

Regel in einer Frist von einem Monat ab Erhalt

schriftlich Widerspruch eingelegt werden. An

wen der Widerspruch zu richten ist, können

Sie der Rechtsbehelfsbelehrung der Ablehnung

entnehmen. Sie finden sie meist am Ende

des Schreibens. Wichtig: Nur ein rechtzeitiger

Widerspruch verhindert den rechtskräftigen

Abschluss des Antragsverfahrens.

Vorsicht ist geboten bei einer Ablehung der beantragten

Maßnahme mit einfachem Schreiben

an den Patienten (statt einem Bescheid), welches

den Patienten im Unklaren lässt, wie er

gegen die unberechtigte Ablehnung vorgehen

kann. Verlangen Sie in diesem Fall vom Kostenträger

einen Bescheid, gegen den Sie dann

im Falle der Ablehnung Widerspruch einlegen.

Einen Widerspruch müssen Sie begründen.

Bei der Begründung sollten Sie wiederum die

Hilfe des verordnenden Arztes in Anspruch nehmen.

So werden Rehamaßnahmen beispiels-

weise oft „nach Aktenlage“ abgelehnt. Das

bedeutet, dass der Kostenträger nur danach

entscheidet, was im Antrag und dem Arztgutachten

steht. Oft ist es aber sinnvoll, dass ein

Arzt vom medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK) mit dem Patienten direkt spricht

und ihn untersucht. Während dieser Vorstellung

beim ärztlichen Dienst haben Sie nochmals die

Gelegenheit, die Dringlichkeit und Notwendigkeit

der Behandlung zu schildern. In diesem

Fall ist eine Vorstellung beim medizinischen

Dienst häufig sinnvoll. In vielen Fällen bekommen

Sie schon auf Grund Ihres Widerspruchs

die Rehabilitationsmaßnahme.

Für den Fall, dass der Kostenträger auch nach

Widerspruch die beantragte Maßnahme ab-

Klinik Therapie

Klinikschule Freizeit

Indikationen

• Skoliose

• angeborene und erworbene Erkrankungen des

Skelett, der Muskeln und des Bindegewebes

• Adipositas mit Folgeerkrankungen

Auswahl an Therapieformen

Sonnenhöhe Skoliose Intensivtherapie (SSIT),

K. Schroth-Therapie, Manuelle Therapie, Vojtatherapie,

Dreidimensionale manuelle Fußtherapie, Dorn-

Methode, Spezielle Atemtherapie, Craniosacrale

Therapie, Osteopathische Techniken, Kiefer be hand -

lung, Kinesio-Tape, Schwimmen, Diätetik, Ergotherapie,

Logopädie, Psychologische Betreuung, Entspannungs -

verfahren, Heilpädagogik

Ev. Fachklinik Sonnenhöhe

Bad Elster

Georg-Leißner-Straße 1-4

08645 Bad Elster

Rufen Sie uns an:

(037437)52300

Patientenaufnahme

(03 74 37) 5 23 70

REHA RATGEBER

lehnt, steht die Möglichkeit der Klage zum Sozialgericht

offen. Auch hier ist eine Frist von einem

Monat ab Bekanntgabe des Widerspruchsbescheides

einzuhalten. Das zuständige

Gericht finden Sie in der Rechtsbehelfsbelehrung.

Gerichtskosten fallen vor dem Sozialgericht

nicht an. Außerdem gehen die Gutachter-

und Sachverständigenkosten in der

Regel zu Lasten der Staatskasse.

Anwaltszwang besteht in der ersten und zweiten

Instanz vor dem Sozialgericht nicht. Dennoch

empfiehlt sich eine Vertretung durch einen

Rechtsanwalt. Die Anwaltskosten gehen

jedoch zu Ihren Lasten, sofern Sie den Prozess

verlieren und nicht über eine Rechtschutzversicherung

verfügen.

Klinikschule

Evangelische Fachklinik

Sonnenhöhe Bad Elster

Rehabilitation und Vorsorge

für Kinder und Jugendliche

Der Unterricht umfasst das

Spektrum der Grund-, Mittel-

und Gymnasialstufe sowie den

Lernförderbereich.

Besuchen Sie uns Online unter:

www.klinik-sonnenhoehe.de

Schreiben Sie uns:

info@klinik-sonnenhoehe.de

MEIN GESUNDES MAGAZIN 29


AUSBLICKE

MEIN GESUNDES MAGAZIN Ausgabe 3 2011

Neue Volkskrankheit Nr. 1 - Ursachen – Behandlungswege und Rehabilitation.

Wer rastet – der rostet. Wer kennt das nicht, das

Leid mit dem Rücken, der Hüfte, dem Knie und der

Schulterpartie? In Fachkreisen wird in den letzten

Jahren ein Anstieg an Neuerkrankungen festgestellt

und von der neuen Volkskrankheit Nr. 1 gesprochen.

Ursachen dafür sind in erster Linie Bewegungsmangel

und falsche Ernährung. Gerade bei Kindern ist

die negative Entwicklung besorgniserregend. Oft sind

zu langes Sitzen in der Schule, vor dem Computer

und dem Fernseher die Ursache. Daraus ergeben

sich Haltungsschäden und schlechte Laune. Eine Spirale

nach unten findet ihren Anfang und endet nicht

allzu selten auf dem OP-Tisch. Doch durch gezielte

Therapien kann hier bereits im Anfangsstadium Abhilfe

geschaffen werden.

Auch ein geändertes und vor allen Dingen „bequemeres

Freizeitverhalten“ bei Erwachsenen und der

schnelle Griff zum Autoschlüssel unterstützen das

rasche Voranschreiten an Veränderungen der Muskulatur

und einer fehlerhaften Körperhaltung.

Wenn früher bei Beschwerden im Bewegungsapparat

Ruhe und Stillhalten verordnet wurde, wird heute zu

sportlichen Aktivitäten aller Art und zu einer ausgewogenen

Ernährung geraten. Mediziner und Therapeuten

empfehlen besonders Schwimmen und Radfahren

- hierbei kommt es nicht auf olympiareife

Ergebnisse an, sondern auf die Regelmäßigkeit und

einem langen Atem.

Mehr zu diesem spannenden Thema

erfahren Sie in unserer nächsten Ausgabe.

Quelle: Fotolia Erfahren Sie mehr in unserer nächsten Ausgabe zum Thema Orthopädie.

IMPRESSUM

MEIN GESUNDES

MAGAZIN

Herausgeber ist der „Arbeitskreis

Gesundheit e.V.“ , eine gemeinnützige Initiative

von deutschen Reha- und Vorsorgeeinrichtungen.

Das Magazin erscheint vier mal im Jahr mit

einer Auflage von zur Zeit 69.000 Exemplaren.

30

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2 , 04109 Leipzig

Telefon: 0341 / 87059590, Fax: 0341 / 870595959

Kostenlos aus dem Festnetz: 0800 1006350

V.i.s.d.P.: Ingo Dörr

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com

Redaktion: Dr. Katja Flieger und Dr. Claudia

Hoffmann, KonTextGesundheit GbR, Berlin

Gestaltung: KNM Krammer Neue Medien

GmbH, Düsseldorf

Anzeigen: Krammer Verlag Düsseldorf AG,

Goethestraße 75, 40237 Düsseldorf,

Frau Bruns (Telefon 0211/9149560)

Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

Veröffentlichungen: Die Artikel zu

medizinischen Themen ersetzen

nicht den Besuch bei einem Arzt!


Wir mobilisieren Kräfte

Aufatmen und

neu durchstarten

Der Blick nach vorne ist ganz besonders nach und während

einer Krankheit wichtig und eine große Hilfe, neu zu starten.

Möglichst unter professioneller Be gleitung, und einem

gemeinsamen Ziel: Ihre Gesundheit. Wir sind für Sie da mit

modernsten Angeboten rund um Prävention, Rehabilitation,

Nachsorge sowie einer Anschlussheilbehandlung nach Ihrem

Aufenthalt im Krankenhaus. Die individuelle Unterstützung

in der Veränderung Ihrer Lebens- und Verhaltensweisen

lässt Sie aufatmen und neu durchstarten.

Heidelberg-Königstuhl: Schwerpunktklinik für

> Krankheiten der Atmungsorgane

> Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen

Rehaklinik Heidelberg-Königstuhl | Kohlhof 8 | 69117 Heidelberg | Tel: 06221 907-0 | info@rehaklinik-koenigstuhl.de | www.rehaklinik-koenigstuhl.de

Fachklinik für Innere Medizin, Schwerpunktklinik für Herz-, Kreislauf- und Gefäßerkrankungen, Krankheiten der Atmungsorgane

Weitere Infos über uns und unseren Klinikverbund unter www.rehazentren-bw.de


KLINIK FINDEN

Der gedruckte Klinikkatalog

DIE NEUE 13. AUFLAGE

Zahlreiche deutsche Reha-Kliniken stellen sich und ihre

Leistungen übersichtlich und gut vergleichbar dar.

Die 12. Auflage unseres Klinikverzeichnisses „Rehabilitationskliniken stellen

sich vor“ ist seit kurzem vergriffen. Die Herausgabe der aktuellen 13. Auflage

ist bereits in vollem Gange.

‹Die Leistungen der Reha-Kliniken werden übersichtlich und gut

vergleichbar vorgestellt.

‹Hilfe für Betroffenen bei der Suche nach einer geeigneten

Rehabilitationsklinik

‹Unterstützung bei der Ausübung des Wunsch- und Wahlrechts

‹Indikationen, die medizinischen Einrichtungen, die Klinikleitung, die Bettenzahl

sowie die Kostenträger werden Stichwortartig aufgeführt

‹Aufzählung der Kostenträger mit denen die jeweilige Klinik zusammenarbeitet

‹ Ausstattung und Besonderheiten der Kliniken werden anschaulich

dargestellt

Digital ist das Klinikverzeichnis im Internet mit einer komfortablen Sortierung

nach Indikationen, Körperteilen oder Regionen unter www.arbeitskreisgesundheit.de

einsehbar.

Gerne sind wir bei der Suche behilflich und dazu kostenlos aus dem Festnetz

unter 0800-100 63 50 für Sie erreichbar.

Reha ist Vielfalt

RECHTZEITIG HANDELN

Die Rehabilitation in Deutschland ist

so vielfältig wie die Anliegen, Nöte

und Erkrankungen der betroffenen

Menschen, die in ihr Hilfe finden.

Medizinische, berufliche und soziale

Am 24. September 2011 ist Reha-Tag

Weitere Infos unter www.rehatag.de

Rehabilitation arbeiten eng miteinander

verzahnt. Denn wirksame Rehabilitation

fordert die starke inhaltliche,

fachliche und konzeptionelle

Vernetzung engagierter Menschen

unterschiedlichster Professionen, mit

hoher Fachkompetenz. Anlässlich des

Reha-Tages präsentieren sich bundesweit

Kliniken und Einrichtungen in

der Öffentlichkeit. Besuchen Sie eine

Veranstaltung in Ihrer Nähe.

Der 8. Deutsche Reha-Tag ist eine

Gemeinschaftsinitiative von 24 Institutionen,

Organisationen und Verbänden.

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