Lernbereich Kunststoff_57_1_304.pdf

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GUV 57.1.30.4

Abb. 9:

Polieren eines Visiers eines Schutzhelms

mit Hilfe einer Schwabbelscheibe

12

Eine Überhitzung des Werkstücks ist zu

vermeiden, da sonst unbefriedigende

Arbeitsergebnisse entstehen – außerdem

können gesundheitsschädliche Zersetzungsprodukte

entstehen.

Polieren

Besonders gute Oberflächen erhält man

durch Polieren. Auch hier ist eine Überhitzung

des Materials zu vermeiden: Der

Anpressdruck beim Arbeiten sollte daher

möglichst gering sein.

Gegebenenfalls wird vor dem Poliervorgang

noch mit 240er und 600er Papier

nass vorgeschliffen. Das Poliermittel

(Kunststoff-Polierpaste, lösemittelfreie

Autopolitur) wird mit einem weichen Tuch

aufgetragen.

Duromere

Diese Werkstoffe bestehen überwiegend

aus Kunstharzen als Bindemittel und Füllstoffen

bzw. Verstärkungsmaterialien, die

u.a. mineralische Bestandteile oder Glasfasern

enthalten.

Duromere können mit den üblichen Verfahren

mechanisch bearbeitet werden,

das Schneiden von Gewinden ist jedoch

schwierig (Abhilfe: Einbetten von Muttern,

sog. Inserts).

Die Spanabfuhr der spröde-brüchigen

Duromere bereitet keine Probleme, so

dass auch feinzahnige Werkzeuge zum

Einsatz kommen können. Durch die Füllstoffe

werden die Standzeiten der Werkzeuge

jedoch außerordentlich verkürzt, so

dass man in der industriellen Fertigung

diamantbestückte Werkzeuge verwendet.

Die Anschaffung solcher Spezialwerkzeuge

kommt für die Schule in der Regel

nicht in Frage, da diese zu teuer sind. Für

Arbeiten an der Kreissäge sind hartmetallbestückte

Sägeblätter ausreichend.

Füllstoffe oder Pigmente, die bei der

mechanischen Bearbeitung von Duromeren

frei werden, können durch die dabei

entstehenden Stäube die Gesundheit

gefährden. Dies gilt insbesondere für

mineralische Füllstoffe mit quarzhaltigen

Anteilen (silikogener Staub). Deshalb soll

bei größeren Vorhaben die Bearbeitung

möglichst nass erfolgen. Falls das nicht

möglich ist, muss eine wirksame Absaugung

der Stäube erfolgen und Feinstaubfiltermasken

(Schutzstufe P1) im Unterricht

verwendet werden.

Zusammenfassung der

wichtigsten Schutzmaßnahmen

• Bei der mechanischen Verarbeitung

können Stäube entstehen, von denen

Gefahren für die Gesundheit ausgehen

können. Es ist deshalb möglichst nass

zu arbeiten.

• Arbeitsräume müssen gut gelüftet werden,

Rauchen ist grundsätzlich verboten.

• Bei der maschinellen Bearbeitung sind

die entstehenden Stäube abzusaugen,

dies gilt besonders bei größeren Vorhaben

mit Duromeren, ggf. müssen Feinstaubfiltermasken

(Schutzstufe P1)

getragen werden.

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