Lernbereich Kunststoff_57_1_304.pdf

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GUV 57.1.30.4

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Die Oberfläche des Urmodells muss absolut

glatt und fehlerfrei sein. Sie wird deshalb

sorgfältig gespachtelt und geschliffen

(zuletzt 400er Papier) und anschließend

lackiert. Dabei muss ein Zweikomponentenlack

auf Polyuretheanbasis

(z.B. DD-Lack) verwendet werden, der sich

durch das später aufzutragende Harz und

dessen Lösemittel Styrol nicht anlöst. Dieser

Lack wird aus zwei Komponenten gemischt.

Da Bestandteile daraus giftig

sind, muss im Unterricht der allgemein

bildenden Schule diese Arbeit von der

Lehrkraft ausgeführt werden. Obwohl die

Oberfläche durch Spritzen besser ausfällt

als durch Streichen, wird man DD-Lack in

der Schule üblicherweise mit dem Pinsel

auftragen, da geeignete Spritzkabinen/

Spritzstände in der Regel nicht zur Verfügung

stehen. Die Gefahrenhinweise auf

den Lackgebinden sind sorgfältig zu beachten.

Auf das fertige Urmodell wird Trennwachs

mit dem Lappen oder Pinsel aufgetragen.

Das Wachs wird nach dem Trocknen auf

Hochglanz poliert. Dann folgt ein Auftrag

von Trennlack mittels Schwamm. Der

Lack, der wasserlöslich ist und dessen

Reste später abgespült werden, muss

ebenfalls gut trocknen.

Anmischen des Harzes

Die UP-Harze werden nach folgendem

Schema angesetzt: In das Harz wird ein

Beschleuniger sorgfältig eingerührt. Dann

wird der Härter zugegeben und ebenfalls

vorsichtig eingerührt.

Vorsicht: Härter und Beschleuniger dürfen

niemals direkt miteinander vermischt

werden (Explosionsgefahr). Daher sollten

grundsätzlich nur vorbeschleunigte

Harze verwendet werden (im Fachhandel

erhältlich), ansonsten sind die Harze von

der Lehrkraft vorzubeschleunigen.

Je nach Harztyp und der Menge der zugegebenenHärter-Beschleuniger-Kombina-

tion verbleibt nun eine gewisse Zeitspanne

(Topfzeit), in der das Harz aufgetragen

werden muss, ehe es fest zu werden

beginnt (geliert).

Beim Anmischen des Harzes sind die auf

Seite 24 angegebenen Sicherheitshinweise

zu beachten!

Es wird empfohlen, bei den Harzen stets

die Kombination von Co-Beschleuniger

(Cobaltnaphtenat) und MEKP-Härter

(Methylethylketonperoxid) zu verwenden,

da von ihr geringere Gefahren ausgehen,

als von anderen Kombinationen.

Sollte trotz aller Vorsichtsmaßnahmen

MEKP-Härter ins Auge eines Schülers

oder Lehrers spritzen, so ist das betroffene

Auge sofort mit fließendem Wasser

mindestens 10 Minuten zu spülen. Als

Spülmittel ist ausschließlich Wasser zu

benutzen. Die Augenlider sind mit den

Fingern offen zu halten. Das unversehrte

Auge soll dabei von der Spülflüssigkeit

möglichst nicht benetzt werden. Auch bei

fehlenden Beschwerden ist bei Augenkontakt

mit MEKP ein Augenarzt nach der

Spülung unverzüglich aufzusuchen, da

die Gefahr schwerer Augenschäden

besteht!

Am besten eignet sich für die Spülung

eine Handbrause.

Die Verarbeitungshinweise und Mengenangaben

der Hersteller sind zu beachten.

Der Formenbau

Für den Formenbau benötigt man ein Harz

als oberste Schicht, das ausgehärtet

besonders unempfindlich gegen die Lösemittel

des späteren Harzauftrages ist

(Deckschichtharz für den Formenbau).

Dieses Harz wird mit einem flachen Pinsel

(Modler) in zweimaligem Auftrag aufgebracht

– die erste Schicht muss dabei

zumindest angehärtet sein.

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