Mein Gesundes Magazin 2 2010 - Arbeitskreis Gesundheit eV

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Mein Gesundes Magazin 2 2010 - Arbeitskreis Gesundheit eV

Quelle: fotolia

MEIN GESUNDES

2 MAGAZIN

2010

Aktuelle medizinische Informationen für Patienten • Herausgeber: Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Im Interview

Dr. Maike Pellarin

Therapie soll Spaß machen

Reha

Leitlinien für Kinder- und

Jugend Reha

Rehabilitation von Kindern

und Jugendlichen

Chancen für das Leben schaffen

Gewinnen Sie:

Einen Besuch in einem Freizeit-

oder Tierpark Ihrer Wahl


Unsere Zukunft

EDITORIAL

Kinder sind unsere Zukunft. Das ist leicht gesagt und wird von niemandem in Frage

gestellt.

Unternehmen, die nicht investieren, sind nicht zukunftsfähig. Eine Gesellschaft, die nicht

in die Zukunft unserer Kinder investiert, ist nicht zukunftsfähig. Der breite Konsens, wie

wichtig unsere Familien und Kinder für das Überleben unserer Gesellschaft sind, ist bei

den notwendigen Folgen nicht mehr zu spüren. Viel zu oft wird die Zukunft Kostenüberlegungen

geopfert, die langfristige wirtschaftliche Erfolge außer Acht lassen. Unsere

Rentenversicherung, unsere Krankenversicherung und viele andere soziale Errungenschaften

unserer Gesellschaft brechen ohne gesunde, arbeitende Nachkommen

zusammen.

Unser neues Mein Gesundes Magazin setzt sich mit den wichtigsten Fragen rund um

die Rehabilitation von Kindern und ihren Eltern auseinander. Rehabilitation leistet einen

unverzichtbaren Beitrag auf Ihrem Weg für die Zukunft. Rehabilitation hilft, den Anschluss

nicht zu verlieren.

Lesen Sie in dieser Ausgabe, wie Ihnen und Ihren Kindern Rehabilitation hilft, Ihre Zukunftschancen

zu sichern. Erfahren Sie, wie die Tücken des Antragsverfahrens zu meistern

sind und wie es anderen Betroffenen ergangen ist.

Wir wünschen

viel Freude beim Lesen!

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: Sabine Meyer/pixelio.de

3


INHALT

MEIN GESUNDES MAGAZIN 2/2010

TITELTHEMA

Eine beeinträchtigte Gesundheit wirkt

sich erheblich auf die Entwicklung

unserer Kinder und Jugendlichen aus.

Hier setzt die Rehabilitation an und hilft

nicht nur chronisch kranken Kindern.

Rehabilitation hilft, für alle Kinder und

Jugendliche die besten Voraussetzungen

für das spätere Leben zu schaffen.

6 Wie gesund sind Deutschlands

Kinder?

7 Entwicklungen in der Kinder

Rehabilitation

8 Allergien frühzeitig vorbeugen

und behandeln

9 Was Reha Müttern bringt

4

6 11

MEIN GESUNDES MAGAZIN

GUT INFORMIERT

Medizin im Alltag

Aktuelle Hintergrundinformationen zum

Thema: Wie gesund sind unsere Kinder?

10 Jeder 3. Schüler geht ohne Frühstück

aus dem Haus

Fast jedes 2. Schulkind in Therapie

11 Kinder stärken Männerseele

Kindergesundheit:

Väter gucken anders

12 Kinder mit Fehlbildungen: Gut betreut

ein Leben lang

Stresssymptome bei Schülern

Schlechte Laune ist eine Altersfrage

12

ZUSAMMENGEFASST

13 Linktipps

Autismus – ein Gendefekt im

Gehirn?

14 Neurodermitis belastet Kinderseele

Großes Engagement für

kleine Patienten aus Krisen- und

Kriegsregionen

17 ADHS-Infoportal geht online

DIALOG

15 Schreiben Sie uns!

Teilnahmekarten für unser

Preisrätsel und Vordrucke für die

Anforderung von Info-Material


INTERVIEW

18 Dr. Maike Pellarin im Gespräch:

Therapie soll Spaß machen

19 Kingsley – mit dem Therapiehund

gegen ADHS

PORTRÄT

20 Mehr Chancen für gesundes

Aufwachsen

REHA

11

21 Mutter-Kind Reha politisch

unterstützt

22 Leitlinien für Kinder- und

Jugend Reha

23 „Man muss selbstbewusst zu

seinem Recht stehen“

26 Was ist Rehabilitation?

19

REHA RECHT

24 Der (oftmals steinige) Weg

zur Rehabilitation

REISE

28 Sonne, Wind und Meer

GEWINNEN

29 Preisrätsel: Ein Freizeit- oder

Tierparkbesuch

20

21

29 Reha Region:

Reha- und Vorsorgeeinrichtungen

für Kinder und Jugendliche

AUSBLICKE

30 Was kommt?

Freuen Sie sich schon jetzt auf die

nächste Ausgabe. Dann befasst

sich Mein Gesundes Magazin mit

dem Thema Psychosomatik

30 Impressum

28

MEIN GESUNDES MAGAZIN 5


TITELTHEMA

Wie gesund sind

Deutschlands Kinder?

Früher waren es schlechte Hygiene, Mangelernährung

und unzureichende medizinische Versorgung,

die Kinder krank gemacht haben. Heute gehören Wohlstand

und Bequemlichkeit zu den Krankmachern.

In den Industrieländern ist die akutmedizinische

Versorgung heute sehr gut: Für Kinder

früher gefährliche Infektionskrankheiten und

die klassischen Kinderkrankheiten wie Masern

oder Windpocken lassen sich mit Medikamenten

oder Impfungen gut behandeln.

Weniger akute, dafür mehr

chronische Erkrankungen

Das bedeutet aber nicht, dass Kinder heute

durchweg gesünder sind als früher. Sie

haben andere Krankheiten. Chronische Erkrankungen,

allen voran die Allergien, sind

auf dem Vormarsch. Außerdem treten bei

Kindern immer häufiger Lern- und Verhaltensstörungen

auf, auch Alkohol- und Drogenkonsum

nehmen zu.

Manches ist in die Wiege gelegt

Viele körperliche Eigenschaften sind schon

in den Genen festgelegt, zum Beispiel wie

schnell ein Kind wächst oder wie groß es

als Erwachsener sein wird. Trotzdem: Äußere

Einflüsse können auch diese erblichen

Vorgaben verschieben. Bekommt ein Kind

beispielsweise nicht genug zu essen, entwickelt

es sich körperlich und geistig langsamer.

Eine Schwangere, die raucht, Alkohol

trinkt oder andere Drogen zu sich

nimmt, stört die kindliche Entwicklung

ebenfalls. Aber auch übergewichtige Mütter

‚bahnen’ bei ihren Kindern ein höheres

Risiko für Allergien, Bluthochdruck, Diabetes,

Asthma oder das Aufmerksamkeits-

Defizit-Hyper aktivitäts-Syndrom (ADHS).

Vieles lässt sich verbessern

Übergewicht kommt nicht nur bei Erwachsenen,

sondern auch bei Kindern immer häu-

6

MEIN GESUNDES MAGAZIN

� Kinder und Jugendliche

sollten mindestens eine

Stunde am Tag körperlich

aktiv sein, gerade einmal 28

Prozent der Jungen und nur

17 Prozent der Mädchen

erfüllen diese Empfehlung.

figer vor. Schätzungsweise

1,9 Millionen übergewichtige

Kinder leben

in Deutschland. Die Hälfte

davon trägt starkes

Übergewicht (Adipositas)

mit sich herum.

Ursachen sind mangeln-

Psychische Probleme bei Kindern und Jugendlichen

(Quelle: Robert Koch-Institut, 2008)

von 100 insgesamt Mädchen Jungs

Emotionale Probleme 9,1% 9,7% 8,6%

Verhaltensauffälligkeiten 14,8% 11,9% 17,6%

Erhöhte Aktivität 7,9% 4,8% 10,8%

Soziale Defizite 3,6% 2,5% 4,7%

ADHS (Hyperaktivität +

Aufmerksamkeitsdefizite)

4,8% 1,8% 7,9%

Quelle: fotolia

de Bewegung und

schlechte Ernährungsgewohnheiten – zu viel

Essen auf einmal, zu fett und zu oft. An beiden

Schrauben kann man drehen. Hier ist

die ganze Familie gefordert. Runter vom

Sofa, raus in die Natur und Finger weg vom

Junkfood.

Unterstützung nutzen

Kinderärzte sind meist die ersten Ansprechpartner

für besorgte Eltern und deren

Kinder. Mit dem Kinderarzt lassen sich

Behandlungen und weitere Unterstützungsmaßnahmen

besprechen. Bei Kindern und

Jugendlichen mit chronischen Erkrankungen,

aber auch, wenn sich eine Krankheit

noch vermeiden lässt, ist eine Rehabilitation

sinnvoll. Für Kinder wird die Reha meist

stationär und über einen Zeitraum von vier

Wochen durchgeführt.

� Lebensphasenspezifische

Gesundheit von

Kindern und Jugendlichen

in Deutschland.

In der Reha erhalten Kinder und Jugendliche

auf ihre Bedürfnisse abgestimmte ärztliche,

psychologische, pädagogische und

physiotherapeutische Leistungen. Alle Maßnahmen

sind darauf ausgerichtet, dass die

Kinder ihre Krankheit besser verstehen

und mit ihr freier leben können. Darüber hinaus

werden Kurse angeboten, um bestehende

Beschwerden zu verbessern und weiteren

Problemen vorzubeugen – dazu gehören

beispielsweise Kochkurse, Sport

und sogar Raucherentwöhnung.

Wann eine Rehabilitation für Ihr Kind sinnvoll

ist, besprechen Sie am besten mit dem

Kinderarzt. Die Formulare für die Antragsstellung

bekommt man sowohl bei der

Renten- als auch bei der Krankenversicherung

– dort können die ausgefüllten Anträge

auch wieder abgegeben werden.

INFO

Mehr zu Reha-Maßnahmen für Kinder

und Jugendliche und weiterführende

Links und Informationen zu Fachärzten

und Kinderkliniken sowie Kinderfachabteilungen

finden Sie unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de

in der Rubrik „Für Patienten“ unter dem

Punkt „Spezial: Kinder & Jugendliche“.


Entwicklungen in der

Kinder Rehabilitation

In MGM spricht Thomas Bruns, Geschäftsführer der

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken im friesischen Jever, über die

Entwicklungen der Rehabilitation in den letzten Jahren.

MGM: Wer kann eine Mutter/Vater-Kind-

Reha beantragen?

Thomas Bruns: Grundsätzlich kann jede

gesetzlich versicherte Mutter und natürlich

auch jeder Vater mit Kindern im Alter

von ein bis 12 Jahren – in Ausnahmefällen

auch bis 14 Jahren – so eine Maßnahme

beantragen. Andere Personen, die sich in

einer Erziehungssituation befinden, sind

ebenfalls anspruchsberechtigt. Das können

zum Beispiel Pflegeeltern oder Großeltern

sein.

Der Antrag geht dann an die Krankenkasse,

die den Reha-Bedarf prüft. Ist er

vorhanden, muss die Reha grundsätzlich

bewilligt werden.

Natürlich müssen Patienten bereit sein, in

der Reha mitzuarbeiten: Das heißt, Behandlungsvorschläge

anzunehmen und

sich auch während der Reha mit den eigenen

Kindern zu beschäftigen. Mütter oder

Väter, die sich von vornherein in der Reha

nicht mit ihren Kindern beschäftigen wollen

oder können, sind dort nicht richtig

aufgehoben.

Daneben gibt es Umstände, die im einzelnen

Fall gegen eine bestimmte Reha-

Maßnahme sprechen können. Patienten

mit einer Krebserkrankung sollen sich für

die Reha zum Beispiel nicht im Reizklima

der Nordsee aufhalten. Ebenso kann eine

Risikoschwangerschaft ein Grund dafür

sein, eine Mutter-Kind-Maßnahme nicht

durchzuführen.

� Die Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung

für die Vorsorge- und

Rehabilitationsmaßnahmen für Mütter

und Kinder sind seit 2008 deutlich gesunken.

MGM: Ist es in den letzten Jahren eher

leichter oder eher schwerer geworden, eine

Mutter-Kind-Reha bewilligt zu bekommen?

Bruns: Einfacher ist es ganz sicher nicht

geworden. Die Krankenkassen stehen unter

großem Sparzwang. Das führt dazu,

dass sie beantragte Mutter-Kind Maßnahmen

grundsätzlich in Frage stellen. In

der Regel wird der Erstantrag also abgelehnt.

Wenn die Versicherte die Maßnahme

dennoch in Anspruch nehmen will,

muss sie Widerspruch einlegen. Eine Hilfestellung

durch die Kassen ist nicht vorgesehen,

weshalb hier häufig die Möglichkeiten

und Kräfte der Versicherten

enden – das heißt sie verzichten auf einen

Widerspruch.

An dieser Stelle ist es sinnvoll, eine Vermittlungs-

und Beratungsstelle einzubinden,

die sich in der rechtlichen Bewertung

Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung für stationäre

Vorsorge-/Rehabiliationsmaßnahmen für Mütter und Kinder

Erfolg der Reha bei Kindern für die häufigsten behandelten Erkrankungen

Quelle: Deutsche Rentenversicherung, Zahlen 2008

in Mio. €

430

410

390

370

350

330

310

290

270

250

Thomas Bruns

der Fallbearbeitung auskennt. Alternativ

besteht die Möglichkeit, mit der Klinik der

Wahl Kontakt aufzunehmen. Für uns in

den Kliniken gehört die Unterstützung in

der Fallbearbeitung inzwischen zum Tagesgeschäft.

MGM: Was sagt der Gesetzgeber zu dieser

Entwicklung?

Bruns: Eigentlich hat das ‚Gesetz zur Verbesserung

der Vorsorge und Rehabilitation

für Mütter und Väter’ die Voraussetzun

gen für die Finanzierung von Mutter-

Kind-Kuren schon 2002 gestärkt.

2007 wurden die Mutter-Kind-Kuren dann

im GKV-Wettbewerbsstärkungsgesetz sogar

zu Pflichtleistungen der gesetzlichen

Krankenversicherung erklärt. Das bedeutet,

der Anspruch von Müttern und Vätern

auf diese Leistungen ist unter bestimmten

Bedingungen gesetzlich ganz

klar verankert. Außerdem wurden in der

Vergangenheit Studien erstellt, die eine

wirklich gute Wirksamkeit von Mutter-

Kind-Maßnahmen nachgewiesen haben.

Trotzdem lehnen die Kassen heute mehr

Anträge ab als je zuvor. Die Ausgaben für

Mutter-Kind-Maßnahmen betragen heute

nur noch maximal 0,19 Prozent der Gesamtausgaben

der gesetzlichen Krankenversicherung.

1999 waren es noch 0,32 %,

also fast das Doppelte.

1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006 2007 2008 2009 2010

Leistungen Beschwerden Beschwerden Beschwerden Keine

insgesamt unverändert gebessert verschlechtert Aussage

Alle Diagnosen 37.568 2.772 32.471 48 2.277

Asthma bronchiale 9.113 421 8.392 4 296

Psychische u. Verhaltensstörungen

7.538 755 6.490 7 286

Adipositas 6.918 194 6.637 9 78

Hautkrankheiten 3.314 101 3.156 7 50

Quelle: privat

Jahr

MEIN GESUNDES MAGAZIN 7


TITELTHEMA

Allergien frühzeitig

vorbeugen und behandeln

Immer mehr Menschen leiden unter Allergien. Jeder Vierte in Deutschland

ist davon betroffen. Die Tendenz ist auch bei Kindern steigend. Es gibt Risikofaktoren,

die eine Allergie begünstigen. Manche Risiken lassen sich vermeiden.

Martin sitzt am Gartentisch, macht seine Hausaufgaben

und genießt den warmen Frühlingstag.

Noch vor drei Jahren hätte sich der heute

13-Jährige auch bei schönstem Wetter lieber in

seinem Zimmer verkrochen. „Wahrscheinlich

hätte ich mit Triefnase, einem Waschlappen über

den Augen und einem Stapel Papiertaschentücher

im Bett gelegen“, sagt Martin.

Seine Beschwerden verursacht ein Heuschnupfen.

Er gehört wie Neurodermitis, Nahrungsmittelallergien,

allergische Kontaktekzeme

und allergisches Asthma zur Gruppe der Allergien.

Allen gemeinsam ist eine übermäßige

Abwehrreaktion des Körpers auf bestimmte,

normalerweise harmlose Stoffe. Wer an einer

Allergie leidet, ist in seiner Lebensqualität meist

erheblich eingeschränkt.

Da neben angeborenen Risikofaktoren auch

Umwelteinflüsse bei der Entstehung von Allergien

eine Rolle spielen, lohnt es sich so früh

wie möglich einer Allergieentstehung entgegenzuwirken.

Stillen schützt den Säugling

vor Allergien

Schon in den 1930er Jahren beobachteten Wissenschaftler,

dass bei Säuglingen, die mit

Kuhmilch ernährt wurden, siebenmal häufiger

ein Hautekzem auftrat als bei solchen, die von

ihren Müttern gestillt wurden. Da sich diese Beobachtung

in weiteren Studien bestätigte,

empfehlen Kinderärzte auch heute noch mindestens

vier bis sechs Monate zu stillen.

„Muttermilch ist perfekt an die Bedürfnisse des

Säuglings angepasst – sie enthält in idealer Zu-

8

Allergenproteine

1. Erster Kontakt

Das Immunsystem

wird sensibel

Sensibillisierung

= Mastzellen

scharfgestellt

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: pixelio.de/asrawolf

Manche Menschen

reagieren auf Katzenhaare

allergisch

sammensetzung alles, was das Kind zum

Wachsen und Gedeihen braucht“, erklärte Dr.

Ulrich Fegeler, Sprecher der Kinder- und Jugendärzte,

zum Weltstilltag am 28. September

2009.

Vor allem Kinder mit hohem Allergierisiko

schützt Stillen vor späteren Allergien. Während

bei Kindern gesunder Eltern das Allergierisiko

im Bereich von rund fünf bis 15 Prozent liegt, erhöht

es sich auf 20 bis 40 Prozent, wenn ein Elternteil

von einer Allergie betroffen ist. Sind beide

Eltern Allergiker, liegt das Erkrankungsrisiko

für deren Kinder zwischen 60 und 80 Prozent.

Ist es nicht möglich, ein Baby ausreichend zu

Überproduktion

von Antikörpern

Quelle: allergiecheck.de

2. Zweiter Kontakt

Das Immunsystem

reagiert allergisch

Allergenproteine

Häufigkeit allergischer Erkrankungen bei Kindern

0-6 Jahre 7-10 Jahre 11-17 Jahre

Heuschnupfen 3,2% 10,5% 16,8%

Neurodermitis 11,5% 15,1% 13,6%

Asthma 1,9% 4,7% 7,0%

Allergisches

Kontaktekzem

4,4% 10,3% 14,3%

Quelle: Robert Koch-Institut: Lebensphasenspezifische

Gesundheit von Kindern und Jugendlichen in Deutschland. 2008

stillen, gibt es wenig Alternativen. Säuglingsnahrung

auf Basis von Soja oder Mandeln ist

nicht nur teuer, sondern scheint Allergien zu

begünstigen. Die Deutsche Gesellschaft für Pädiatrische

Allergologie und Klinische Immunologie

empfiehlt die so genannte extensive

hydrolisierte Babynahrung, die aus Molke

und dem Milcheiweiß Kasein hergestellt wird.

Die Umwelt von Keimen befreien

Säuglinge und Kleinkinder sind vor allem Reizstoffen

in Innenräumen ausgesetzt, da sie 90

Prozent des Tages in geschlossenen Räumen

verbringen. In Matratzen lauernde Hausstaub-

Das Immunsystem

explodiert,

biochemische

Stoffe werden frei

Allergische

Reaktion

koppelt an

Antikörper

Eine Allergie entsteht

in zwei Schritten:

Beim ersten Kontakt

wird das Immunsystem

auf den Allergie

auslösenden Stoff aufmerksam,

erst beim

nächsten Kontakt

kommt es zu einer

Überreaktion des

Immunsystems auf

einen eigentlich

harmlosen Stoff – zur

Allergie.


milben sind meist die ersten Allergene, mit

denen Neugeborene in Kontakt kommen. Spezielle

Milbenschutzbezüge für Matratzen scheinen

das Allergierisiko zu senken. 2004 wurden

zwölf solcher „Encasings“ von Stiftung

Warentest getestet, vier erhielten das Urteil sehr

gut. Sie hatten das TÜV-Siegel „Für Allergiker

geeignet“ und waren frei von Schadstoffen.

Auch Haustiere fördern die Allergieentwicklung.

Bei erhöhtem Allergierisiko oder spätestens

wenn sich erste Symptome zeigen, sollten Eltern

überlegen, dem Tier ein anderes schönes

Zuhause zu suchen. Weil Zigarettenrauch

ebenfalls Allergien begünstigt, empfiehlt es sich,

das Rauchen zumindest in den eigenen vier

Wänden aufzugeben.

Für Kinder, die trotzdem eine Allergie entwickeln,

stehen eine Reihe von Behandlungsmöglichkeiten

zur Verfügung. Martin war als

Achtjähriger in einer Rehabilitations-Einrichtung,

die sich auf Allergien spezialisiert hat. Dort lernte

er viel über die Erkrankung, bekam einen an

seine Be schwerden angepassten Behandlungsplan

und nützliche Verhaltenstipps. Zudem

begann er auf Anraten der Ärztin in der Rehabilitation

eine spezifische Immuntherapie.

Dabei wurde ihm der Allergie auslösende Stoff

in geringer Menge unter die Haut gespritzt –

während dieser Behandlung hat sein Immunsystem

„gelernt“, auf den Allergieauslöser

normal zu reagieren. „Manchmal ist meine

Nase immer noch verstopft und juckt ganz

fürchterlich, aber viel seltener und auch nicht

so schlimm wie früher.“

Was ist dran am

Reizklima

Reizklima kommt vor allem den Atmungsorganen

und der Haut zugute, es fördert die

Durchblutung und stärkt die Abwehrkräfte.

Unbestritten fühlen sich auch kleine Allergiker

und Neurodermitiker während einer solchen

Klimakur gesund und wohl.

Dennoch haben selbst Experten Schwierigkeiten

zu erklären, was genau die Wirkung

des Reizklimas ausmacht. Mehrere Gründe

scheinen zusammen zu wirken:

• Klare Luft: Durch den Seewind fliegen an

der Küste im Vergleich zum Binnenland im

Schnitt nur ein Zehntel allergieauslösender

Pollen durch die Luft.

• Wind: Er enthält feine kleine Wassertröpfchen

mit Salzpartikeln, Spurenelementen

und anderen Stoffen aus dem Meerwasser.

Sie tun den Atemwegen und der Haut gut.

• Sonne: Sie erhöht die Vitamin D-Produktion

und stärkt damit unter anderem das Immunsystem.

Allerdings sollte man einen

Sonnenbrand unbedingt vermeiden!

Was Reha Müttern bringt

„Man muss

sich darauf einlassen“

Buchautorin Sonja Rüther

berichtet in MGM über ihre Erfahrungen mit der Mutter-Kind-Reha.

Meine Älteste war ein Schreikind. Mein

Mann und ich haben drei Jahre keine Nacht

durchgeschlafen, unsere Tochter war jede

Nacht zwischen fünf und sieben Mal wach.

Nach zwei Jahren kam unsere zweite Tochter

zur Welt. Beide waren relativ häufig

krank, wir hatten einfach viele Baustellen. Irgendwann

war ich dann völlig ausgebrannt.

Ich brauchte unbedingt Abstand zu meinem

Alltag. Ich bin dann zu meinem Hausarzt und

habe gesagt, dass ich eine Kur brauche. Ärzte

sagen einem normalerweise nicht „Gehen

sie zu einer Mutter-Kind-Reha“ – man muss

sie für sich einfordern.“

Die Reha ist wirklich kein Urlaub

2007 bin ich dann mit beiden Kindern zur ersten

Kur – konkrete Erwartungen hatte ich

nicht. Das war gut so: Eine Mutter-Kind-Reha

ist anstrengend. Man bewegt sich in fremder

Umgebung, die Wochenenden muss man

mit den Kindern alleine füllen. Die Reha ist

wirklich kein Urlaub.

Man muss sich auch im Klaren sein, dass die

Kinder krank werden können, bei 80 Kindern

auf einem Haufen ist die Gefahr einfach groß

– viele Mütter sind darauf nicht eingestellt.

Wobei viele Kliniken die Mütter auch bei der

Betreuung ihrer kranken Kinder unterstützen

– darauf sollte man achten, wenn man eine

Klinik auswählt.

Außerdem sollte die Klinik spezialisierte

Angebote bereitstellen – je nachdem, ob eine

Frau Psychotherapie braucht, Übergewicht

hat oder ein Kind mit ADHS, wird eine andere

Klinik die richtige sein. Ob es zum Beispiel

ein Schwimmbad gibt, würde ich bei der Auswahl

dagegen ganz nach hinten stellen. Die

Ausstattung ist nicht das Wichtigste.

Über die räumliche Entfernung der Reha-Klinik

war ich sehr froh – ein klarer Abstand von

meinem Alltag, in dem ich keinen Raum

mehr für mich hatte: Ich bin viel zu selten

weggegangen, habe meine eigenen Interessen

nicht mehr verfolgt. Ähnliches habe

ich in der Reha von vielen Frauen gehört. Wer

in die Reha geht, hat in der Zeit davor meist

nicht auf sich geachtet. Die Reha holt einen

aus dieser Tretmühle. Der Blick wird wieder

klar und mit der professionellen Unterstützung

finden sich manchmal ganz simple

Wege, um das ins Lot zu bringen: Als ich wie-

der nachhause kam, habe ich mit meinem

Mann besprochen, einen Abend in der Woche

frei zunehmen – das mache ich seitdem.

Es ist wie so oft: Wenn man selber weiß, was

man will, macht das Umfeld mit. Die Reha

ist eine Chance, die jede Frau für sich ganz

persönlich nutzen kann.

Geht es mir besser, geht

es auch dem Kind gut

Das Gute ist, dass man in der Reha auf Frauen

trifft, die in einer ähnlichen Situation

sind wie man selbst. Allein denkt man immer,

man ist die Einzige, die mit ihrer Situation

nicht klar kommt. Oft hat man ja das Gefühl,

von Supermüttern umgeben zu sein. In der

Reha bekommt man im Austausch untereinander

mit, dass dieser Schein oft trügt.

Dieses offene miteinander Reden ist unglaublich

positiv.

Dazu kommt das Personal in der Klinik: Geschulte

Menschen, die einen in Gruppen- und

Einzeltherapien unterstützen.

Die Kinder werden nach Altersgruppen betreut

– die machen alles Mögliche, von der

Klimatherapie bis zum Basteln. Meine Große

war davon begeistert. Die Kleine – sie war

zu dem Zeitpunkt zweieinhalb – fand das eher

nicht so gut. Ich hatte aber kein schlechtes

Gewissen. Da musste sie hin, denn es

geht ja auch darum, sich von den Kindern zu

entlasten, um für sich selbst Zeit zu haben.

Geht es mir besser, geht es auch dem Kind

besser.

Ich möchte es noch einmal betonen, weil ich

es wirklich entscheidend finde: Die Mutter-

Kind-Reha ist eine Chance, die viel bringt,

wenn man sich darauf einlässt.“

Sonja Rüther, Jahrgang

1975, hat bis zur

Geburt ihrer ersten

Tochter im Marketing

einer Hamburger Firma

gearbeitet. Zweimal war die Hamburgerin in

der Mutter-Kind-Reha. Nach der ersten hat sie

ihre Erfahrungen aufgeschrieben. Sie lassen sich

unter dem Titel „Der Weg zum Kur-Erfolg“ unter

www.mutter-kind-kur.jimdo.com oder www.bod.de

bestellen. Mittlerweile hilft Sonja Rüther als Kurberaterin

Frauen auf dem Weg in die Reha.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 9


Quelle: Julia Lanznaster/pixelio.de

GUT INFORMIERT

Jeder 3. Schüler geht ohne

Frühstück aus dem Haus

Raus aus den Federn. Rein in die Klamotten. Und dann mit knurrendem Magen

zum Unterricht. Jeder dritte Schüler geht ohne Frühstück aus dem Haus.

Nur die Hälfte aller Schülerinnen und Schüler

frühstücken jeden Morgen zuhause, bevor sie

in die Schule gehen. 31 Prozent essen morgens

nur selten oder nie, weitere zehn Prozent lediglich

an einem oder zwei Tagen. An Berufsschulen

verlassen die Jungen und Mädchen besonders

häufig (43%) das Haus mit leerem Magen,

an Gymnasien sind es dagegen nur 15 Prozent

– 72 Prozent frühstücken täglich daheim.

10- bis 13-Jährige frühstücken

besonders oft zu Hause

Je älter Schüler werden, umso seltener gibt es

für sie zuhause ein Frühstück. Fast jeder

Zweite der 18-21 Jährigen frühstückt selten

oder nie, bei den 10-13-Jährigen ist es dagegen

nur jeder Fünfte. „Wer ohne Frühstück zur

Schule geht, bekommt schneller Probleme bei

der Konzentration und Leistungsfähigkeit“, erklärt

DAK-Ernährungsexpertin Silke Willms.

10

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Einige Schulen bieten schon jetzt gezielt ein

Schulfrühstück an. Die EU hat ein Programm

für Schulobst gestartet und dafür allein für

Deutschland 20 Millionen Euro zur Verfügung

gestellt. Das EU-Programm soll die

Bundesländer dabei unterstützen, Obst und

Gemüse in Schulen kostenlos anzubieten. Aber

bisher ist der Widerstand in den meisten Bundesländern

noch groß, müssen sie doch

selbst noch einmal in etwa die gleiche Summe

drauflegen, um das Ganze zu finanzieren.

„Beim Schulobst-Programm geht es um mehr

als um einen Apfel oder eine Banane für Schüler“,

erklärt Willms. „Die richtige Ernährung eines

Menschen ist zentraler Bestandteil eines

gesunden Lebensstils. Was Kinder in jungen

Jahren über den Zusammenhang von Essen

und Trinken mit Gesundheit und Leistungsvermögen

lernen, prägt sie bis ins Erwachsenenalter.

Fast jedes 2. Schulkind in Therapie

Im Wasser spielen

Kinder besonders gerne

Quelle: Stephanie-Hofschlaeger/pixelio.de

Eltern sollten darauf

achten, dass ihre

Kinder nicht ohne

Frühstück aus dem

Haus gehen.

INFO

Eltern wünschen sich Kennzeichnung

von Getränken

Über 30% der Eltern achten nicht auf den

Zuckergehalt der Getränke, die ihre Kinder

trinken. Dabei ist rund 95% von ihnen

durchaus bewusst, dass die beliebten Süßgetränke

sehr viel Zucker enthalten und damit

maßgeblich zu Übergewicht beitragen.

Obwohl fast alle Eltern zuckerarme Getränkealternativen

kennen und unabhängig

davon, ob sie ihr Kind als übergewichtig einschätzen

oder nicht: Über 90% der Eltern

wünschen sich eine verständliche Kennzeichnung

der Getränkepackungen mit Ampelfarben.

So können sie mit nur einem Blick

den Zuckergehalt eines Getränks erkennen

und zuckerärmere Alternativen wählen.

Das ergab eine repräsentative Umfrage

des AOK-Bundesverbandes und des Berufsverbandes

der Kinder- und Jugendärzte.

Die Industrie lässt sich dafür bisher

nicht begeistern. Auch das EU-Parlament

entschied sich am 16. Juni gegen die Lebensmittel-Ampel.

Eine simple Kalorienanzeige

soll reichen. Nun muss der EU-Ministerrat,

in dem 27 EU-Staaten vertreten

sind, einen Kompromiss finden. Mit einem

Gesetz wird erst 2011 gerechnet.

Wasser statt Limo

So simpel der Tipp, so überzeugend der Effekt,

sagt Berthold Koletzko, Vorsitzender

der Ernährungskommission der Deutschen

Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin:

„Regelmäßiger Verzehr zuckerhaltiger

Getränke führt zu deutlich erhöhtem Risiko

für Übergewicht, Diabetes und Karies.“

Zuhause, aber auch in Kitas und Schulen,

sollten Kinder ihren Durst mit ungesüßtem

Tee und Wasser löschen. Dann lässt der gesundheitliche

Nutzen nicht lange auf sich

warten: Wenn es gelingt, Kinder an Wasser

als Durstlöscher zu gewöhnen, sinkt

das Übergewichtsrisiko deutlich.

Kind sein ist heutzutage nicht immer ein Kinderspiel. Fast die Hälfte bekommt

während ihrer Kindheit schon einmal therapeutische Unterstützung.

Mindestens jedes vierte Kind zwischen sechs und 18 Jahren erhält Sprachtherapie, fast

jedes fünfte Ergotherapie und ebenso viele Kinder sind bei der Krankengymnastik. Und eins

von zehn Kindern wird psychotherapeutisch betreut. Zudem ergab eine Umfrage der Techniker

Krankenkasse, dass Mädchen deutlich häufiger betroffen sind.

„Erfreulicherweise gibt es inzwischen sehr gute Möglichkeiten, Kinder mit Entwicklungsproblemen

therapeutisch zu unterstützen“, sagt Psychologe York Scheller. Trotzdem

stellt sich die Frage, warum immer mehr Kinder eine solche Unterstützung brauchen.

Trafen sich Kinder früher noch regelmäßig mit Freunden draußen zum Toben und Spielen,

wählen sie heute lieber das virtuelle Leben auf dem Computer. Doch das richtige Spielen

fehlt. Es fördert Neugier und Selbstständigkeit und befriedigt den natürlichen Bewegungsdrang

von Kindern. Das verbessert die Konzentration in der Schule und das nächtliche Durchschlafen.


Quelle: Andreas Klaukien/pixelio.de

Kinder stärken Männerseele

Weniger Männerabende, seltener Sex und trotzdem kaum Schlaf.

Viele deutsche Väter mit kleinen Kindern kommen damit ganz gut zurecht.

Der Nachwuchs bedeutet für sie eine große Bereicherung.

Dreiviertel der Väter mit Kindern bis zu

drei Jahren fühlen sich durch das Vatersein

energiegeladener, aber auch seelisch ausgeglichener,

ergab eine Forsa-Umfrage im

Auftrag der DAK und der Zeitschrift Men’s

Health. Seelisch ausgeglichener fühlen

sich demnach 64 Prozent der Befragten,

bei den älteren Vätern (ab 45-Jahren) sind

es sogar 80 Prozent. „Der Nachwuchs

gibt dem Leben einen neuen Sinn und

weckt wieder das Kind im Mann – das

steigert die Lebensfreude“, erläutert Diplom-Psychologe

Frank Meiners.

Doch rosig ist längst nicht Alles: Zwölf

Prozent der Väter mit Kleinkindern leiden

unter ständiger Müdigkeit und Erschöpfung.

Acht Prozent fühlen sich seit der Geburt

ihrer Kinder gesundheitlich angeschlagen.

„Die Doppelbelastung durch

Beruf und Familie geht besonders in den

Die meisten Männer

sind gerne Vater.

ersten Lebensjahren der Kinder auch an

manchen Vätern nicht spurlos vorüber“,

so Meiners. „Aber nicht umsonst sorgen

positive Vatergefühle für einen Energieschub

und seelischen Frieden – das hilft

bei der Stressbewältigung.“ Die Studie

zeigt allerdings auch, dass die positiven

Wirkungen des Vaterseins etwas nachlassen,

wenn mehr als ein Kind im Haushalt

lebt.“

Kinder für manche Partnerschaft

eine Zerreißprobe

Laut Umfrage wünscht sich etwa jeder

Zweite mehr Zeit allein mit seiner Partnerin.

Ebenso viele Väter hätten gern mehr

Zeit für sich – für ihre Hobbys und ihren

Sport. Ausgelassene Männerabende und

Sex mit der Partnerin vermisst dagegen

nur jeder vierte Vater.

Kindergesundheit: Väter gucken anders

Beim Blick auf die

Gesundheit ihrer Kinder

gibt es zwischen

Männern und Frauen

große Unterschiede.

Wo eine Mutter eine Krankheit bei ihrem Kind zu

erkennen glaubt, tut dies ein Vater noch lange

nicht. Denn Väter schätzen die Gesundheit ihrer

Kinder weit positiver ein als Mütter. So nehmen

beispielsweise lediglich vier Prozent der Väter

wahr, dass ihr Kind häufig erkältet ist oder Kopfschmerzen

hat. Demgegenüber stellten das rund

15 Prozent der Mütter fest.

INFO

Vater-Kind-Kur

Für die Erziehung sind Mütter und

Väter verantwortlich – beide können

durch die Mehrfachbelastung von

Beruf und Familie seelische und körperliche

Beschwerden entwickeln.

Deshalb ermöglicht der Gesetzgeber

sowohl Müttern als auch Vätern

Vorsorge- und Rehabilitationsangebote.

§ 24 des fünften Sozialgesetzbuchs

(SGB V) stellt Mutter-Kind-

Maßnahmen und Vater-Kind-Maßnahmen

gleich.

Mittlerweile gibt es in Deutschland

einige speziell auf die Bedürfnisse

von Männern zugeschnittene Behandlungsprogramme.

Die gesetzlichen Krankenkassen

übernehmen auch hier die Kosten –

die gesetzlich geregelte Zuzahlung

beträgt 10 Euro pro Kalendertag.

Bei Zuzahlungen gilt außerdem die

so genannte Überforderungsregelung

(§ 62 SGB V). Sie besagt, dass

Versicherte maximal zwei Prozent

ihrer jährlichen Bruttoeinnahmen

zum Lebensunterhalt für Zuzahlungen

aufbringen müssen, Chroniker

maximal ein Prozent.

Der Berechnung liegt das Familienbruttoeinkommen

zugrunde. Es

kommt also auch darauf an, wie viele

Personen zu einem Haushalt gehören

und von dem Einkommen leben.

Für Familienangehörige kann ein

Freibetrag geltend gemacht werden,

der das Bruttoeinkommen verringert.

Der Kinderfreibetrag liegt im

Jahr 2010 bei 3.648 Euro je Kind.

Sobald Versicherte mit ihren Zuzahlungen

innerhalb eines Kalenderjahres

die Belastungsgrenze erreicht

haben, können sie bei ihrer Krankenkasse

eine Befreiungsbescheinigung

beantragen. Sie befreit von

allen weiteren Zuzahlungen im laufenden

Jahr.

Claus Gieseke, Vorstandsmitglied der Psychotherapeutenkammer

Hamburg, findet die Ergebnisse

nicht verwunderlich: "Noch immer werden

Kinder in der Mehrzahl von ihren Müttern

betreut. Sie sind es, die die Beschwerden ihrer

Kinder erkennen und sich um sie kümmern. Väter

bekommen die Symptome nicht mit oder

nehmen sie nicht als solche wahr."

MEIN GESUNDES MAGAZIN 11


GUT INFORMIERT

Kinder mit Fehlbildungen:

Gut betreut ein Leben lang

Kinder mit angeborenen Fehlbildungen brauchen neben

einer guten Therapie eine langfristige Betreuung. Wenn

alle Hand in Hand arbeiten, steigt die Lebensqualität der

kleinen Patienten.

„Eine hoch spezialisierte chirurgische Versorgung und Rehabilita -

tion von Kindern ist die Grundlage für die weitere, lebenslange Entwicklung“,

erklärt Privatdozent Dr. Stefan Holland-Cunz, Chefarzt

der Kinderchirurgie Heidelberg. „Beides muss an die besonderen

Bedürfnisse von Neugeborenen und älteren Kindern sowie deren

Familien angepasst sein.“

Die Heidelberger Kinderchirurgie

ist „Ausgezeichnet.

Für Kinder“:

Dieses neue Gütesiegel der Gesellschaft der Kinderkrankenhäuser

und Kinderabteilungen in Deutschland e.V. (GKinD) wurde im

November 2009 erstmals vergeben und bescheinigt Einrichtungen

eine umfassende und hervorragende Versorgung ihrer stationären

Patienten.

So arbeiten die Heidelberger Kinderchirurgen beispielsweise bei der

Behandlung von Kindern mit angeborenen Bauchwanddefekten eng

mit Experten der Universitäts-Frauenklinik zusammen und betreuen

betroffene Eltern schon vor der Geburt mit. "In Heidelberg verfügen

wir für jede Fehlbildung über die große Expertise spezialisierter

Kinderchirurgen, Neonatologen und Kinderanästhesisten. Die Überlebenschancen

dieser Kinder liegt daher bei 95 Prozent", erläutert Holland-Cunz.

Die Heidelberger Kinderchirurgen bleiben auch dann Ansprechpartner,

wenn ihre Patienten erwachsen sind und sich zum Beispiel

Fragen zu Schwangerschaft und Geburt stellen.

12

MEIN GESUNDES MAGAZIN

� Qualitätssicherung

für die stationäre

Versorgung von Kindern

und Jugendlichen.

Stresssymptome bei Schülern

Die Schule kann bei Kindern Stress verursachen, der

sich in körperlichen Beschwerden äußert.

Quelle: fotolia.com

Mit Hilfe von Mobiltelefonen gaben die Studienteilnehmer darüber Auskunft,

wie sie sich in verschiedenen Alltagssituationen fühlen.

Schlechte Laune ist

eine Altersfrage

Heranwachsende haben nicht nur häufiger Stimmungstiefs

im Vergleich zu Erwachsenen, sie versuchen auch

öfter negative Gefühle zu erhalten oder zu verstärken.

Das sprichwörtliche Wechselbad der Gefühle gehört bei Jugendlichen

zur Tagesordnung. Dagegen fühlen sich insbesondere Menschen über

60 Jahren im Alltag emotional nicht nur häufig wohler als Jüngere, sondern

neigen auch öfter dazu, ihre positiven Gefühle aufrecht zu erhalten

und unangenehme Gefühle, zum Beispiel Ärger, dämpfen zu wollen.

Diese als kontra- beziehungsweise pro-hedonisch bezeichneten Verhaltensmuster

beobachteten Wissenschaftler des Berliner Max-Planck-

Instituts. In der für Jugendliche vergleichsweise häufigen kontra-hedonischen

Haltung vermuten die Forscher einen Mechanismus, der Jugendlichen

dabei hilft, sich von Eltern oder anderen Erwachsenen abzugrenzen

und emotional unabhängig zu werden – eine wichtige Voraussetzung

für die spätere Selbstständigkeit.

Sie sind gereizt, können schlecht schlafen und klagen

über Schmerzen: Jeder dritte Schüler in Deutschland

berichtet von regelmäßigen Stress-Symptomen.

Betroffen sind vor allem Mädchen. Sie berichten mit 38 Prozent fast doppelt

so häufig wie Jungen (21,3 Prozent) von psychosomatischen Beschwerden.

Bei einzelnen Symptomen ist der Unterschied noch gravierender.

Während zum Beispiel gut 25 Prozent der Mädchen über Kopfschmerzen

klagen, sind es bei den Jungen lediglich acht Prozent. In der

Pubertät und beim Übergang in den Beruf treten die körperlichen und psychischen

Probleme besonders häufig auf. Bei Mädchen steigen die Beschwerden

ab dem 15. Lebensjahr kontinuierlich an, während sie bei Jungen

ab dem 12. Lebensjahr nicht weiter zunehmen.

Viele Probleme hängen offenbar eng mit der Atmosphäre in der Schulklasse

zusammen. In Schulen mit schlechtem Klassenklima ist der Anteil

von Schülern mit regelmäßigen Beschwerden deutlich erhöht. Jeder

zweite Betroffene fühlt sich in der Schule „verzweifelt“ und hat Prüfungsangst.

Mehr als zwei Drittel der Schülerinnen und Schüler mit häufigen

Beschwerden geben an, dass sie in der Schule regelmäßig negative

Gefühle erleben.

Die Ergebnisse stammen aus einer Befragung von 4.500 Jungen und

Mädchen im Alter von 10-21 Jahren an 15 Schulen in vier Bundesländern.

Durchgeführt wurde die Studie von der Leuphana Universität Lüneburg.

Quelle: MPI für Bildungsforschung


Autismus – ein Gendefekt im Gehirn?

Junge Nervenzellen des Gehirns müssen die Weitergabe von Informationen an

andere Nervenzellen und die Umgebung erst lernen. Eine Störung an den Nervenenden

könnte dazu beitragen, dass sich Autismus entwickelt.

„Ein voll funktionsfähiger Kontakt kommt nur

zustande, wenn sich beide Seiten, Sender und

Empfänger der Information, am Reifungsprozess

beteiligen“, erklärt Dr. Thomas Dresbach

vom Institut für Anatomie und Zellbiologie

der Universität Heidelberg.

Bleiben die Nervenendigungen (Synapsen) in

unreifen Stadien, setzen sie weniger Botenstoff

frei und der Informationsfluss ist gestört.

Die Nervenendigung kann sozusagen zeitlebens

nur flüstern. Die Wissenschaftler ver-

LINKTIPPS

Deutsche Rentenversicherung Bund

Auf der Internetseite der Deutschen Rentenversicherung

Bund finden Sie in der Rubrik „Leistungen – Kinderrehabilitation“

eine Reihe wichtiger Informationen zur Antragsstellung,

Bewilligung und den Kosten einer stationären Kinder-Reha.

www.deutsche-rentenversicherung-bund.de

Arbeitskreis Gesundheit

Der Arbeitskreis Gesundheit e.V. ist ein gemeinnütziger Zusammenschluss

von Kliniken unterschiedlicher Fachrichtungen.

Fachkliniken, die Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen und

Vorsorge und Rehabilitation für Kinder anbieten, finden Sie

im Klinikverzeichnis auf der Website Arbeitskreis Gesundheit

e.V. www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Kinder und Jugendärzte im Netz

Kinder und Jugendliche sind keine kleinen Erwachsenen,

sie gehören mit ihren speziellen gesundheitlichen Problemen

zu einem Facharzt. Das sind die Kinderärzte von der

Geburt bis zum vollendeten 18. Lebensjahr. Nähere Informationen

hierzu finden Sie auf der Internetseite des Berufsverbands

der Kinder- und Jugendärzte (BVKJ).

Über die Rubrik "Ärzteverzeichnis" finden Sie beispielsweise

eine kinder- und jugendärztliche Praxis in Ihrer Nähe

– noch nicht alle, aber es werden täglich mehr.

www.kinderaerzte-im-netz.de

muten, dass solche Fehlfunktionen auch bei

der Entstehung von Autismus eine Rolle spielen.

Die Erkrankung macht sich schon im frühen

Kindesalter durch eine Störung der Informationsverarbeitung

bemerkbar.

„Vieles deutet darauf hin, dass Fehlfunktionen

synaptischer Moleküle an der Entstehung

dieses Krankheitsbildes beteiligt sind. Welche

Fehlfunktionen das genau sind, war bisher unklar,

aber wir wissen jetzt, wonach wir suchen

müssen.“

GKinD

Quelle: Juana Krener/pixelio.de

ZUSAMMENGEFASST

GKinD e.V. ist ein Zusammenschluss der Träger von Kinderkrankenhäusern

und Kinderabteilungen in Deutschland, der die

Interessen in Bezug auf die Versorgung von kranken Neugeborenen,

Säuglingen, Kindern und Jugendlichen vertritt. Auf

der Webseite von

GKinD haben Sie

u.a. die Möglichkeit,

sich durch direkteLinkverbindungen

von den

meisten Kliniken

und Abteilungen

ein genaues Bild

zu machen.

www.gkind.de

Zu seinem 10-jährigen Bestehen spendierte

GKinD 2005 eine große Geburtstagstorte.

Informationsangebot für Allergie,

Umwelt und Gesundheit

ALLUM bietet Eltern, Betroffenen und Fachleuten aktuelle und unabhängige

Informationen zu Schadstoffen aus der Umwelt, zu Allergien,

Heuschnupfen, Asthma, Neurodermitis und deren Auslösern.

Kinderärzte und Naturwissenschaftler der gemeinnützigen

Kinderumwelt GmbH informieren über sinnvolle Vorbeugemaßnahmen

und Behandlungsmöglichkeiten.

www.allum.de

Kinder im Gleichgewicht

Autistische Kinder haben Schwierigkeiten mit anderen

zu kommunizieren – sie wirken in sich gekehrt.

KIG ist ein grenzüberschreitendes EU-Projekt in Vorarlberg, das

sich zum Ziel gesetzt hat, die Zahl übergewichtiger Kinder und

Jugendlicher im Bodenseeraum zu reduzieren. Auf der KIG

Website finden sich Informationen zu Vorsorge, Behandlung

und Rehabilitation (Rubrik: Weiterbildungszentrum => Für

Fachleute => Hintergrundinformationen => Besonderheiten

der Kinderrehabilitation) bei Kindern mit Übergewicht.

www.kig-adipositas.com

MEIN GESUNDES MAGAZIN 13


ZUSAMMENGEFASST

Großes Engagement für kleine Patienten

aus Krisen- und Kriegsregionen

Zum 60. Mal war ein Team des Friedensdorfs

International in Afghanistan.

Mitte Februar kamen sie zurück nach

Deutschland mit 85 neuen kleinen

Patienten, die dringend medizinische

Hilfe brauchen.

14

Neurodermitis belastet Kinderseele

Neurodermitis in der frühen Kindheit

kann die psychische Verfassung

im späteren Leben beeinflussen.

Heute geht der 12-jährige Lukas gerne

mit seinen Freunden ins Schwimmbad.

Das war nicht immer so. Noch vor drei

Jahren spielte er lieber allein in seinem

Zimmer, wollte von der Außenwelt immer

weniger wissen. „Wir haben gemerkt,

wie er sich immer mehr in seine eigene

Welt zurückzog. Versuchten wir ihn da

rauszuholen, reagierte er zunehmend aggressiv“,

erklärt Lukas Mutter die damalige

Situation.

Lukas leide seit seinem ersten Lebensjahr

an Neurodermitis, fügt der Vater erklärend

hinzu: „Manchmal war der Juckreiz für

ihn so schlimm, dass er seine Unterarme

bis auf das rohe Fleisch aufgekratzt hat. Irgendwie

konnten wir seinen Rückzug verstehen,

aber wir fühlten uns so hilflos.“

Verhaltensauffälligkeiten bei Kindern mit

Neurodermitis sind nicht selten. Eine im

Februar 2010 veröffentlichte Studie mit

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Aus ganz Afghanistan bringen Familien

ihre kranken Kinder zur ausländischen

Hilfsorganisation Roter Halbmond nach

Kabul. Gerade für die Bevölkerung aus

dem Süden ist das nicht ungefährlich,

wegen der Kontrollen der Paschtunen

vor Kabul, sagen die Mitarbeiter: Die

knapp 6.000 Kindern zeigt,

dass Kinder, die während

ihrer ersten beiden Lebensjahre

an einer Neurodermitis

litten, im Alter von

zehn Jahren häufiger psychische

Auffälligkeiten

zeigten als Gleichaltrige.

Die besorgten Eltern von

Lukas berieten sich mit der

Kinderärztin, die ihnen zusätzlich

zu den bisherigen

Behandlungen eine Rehabilitation

empfahl. Dort

würde ihr Sohn nicht nur mit Gleichaltrigen

in Kontakt kommen, die ebenfalls an Neurodermitis

leiden, sondern bekäme auch

pädagogische und psychologische Hilfe.

„Wir haben uns für die Reha entschieden

und das war genau das Richtige. Unser

Sohn kam verändert zurück. Irgendwie ruhiger,

aber gleichzeitig auch mutiger“, sagt

Lukas’ Mutter.

In den zwei Jahren, die seitdem vergangen

sind, hat sich Lukas langsam aber be-

QUELLE: FRIEDENSDORF INTERNATIONAL

Menschen sorgen sich nicht durchgelassen

zu werden, da man sie als Südländer

für Taliban halten könnte.

Trotzdem kommen Mütter und Väter mit

ihren Kindern und hoffen auf eine medizinische

Versorgung im fernen Deutschland.

85 Kinder hat das Team von Friedensdorf

International bei seinem 60. Einsatz mit

zurückgenommen.

� Zwei Mädchen

im Bus nach

Frankfurt, von wo

aus sie zurück nach

Afghanistan fliegen.

Die kleinen Patientinnen

und Patienten erwartet

eine meist langwierige

monatelange

Behandlung in deutschen

Krankenhäusern

und eine Rehabilitation im Friedensdorf

bevor sie wieder nach Kabul zu ihren Familien

zurückkehren. Doch die medizinische

Versorgung in ihrem Heimatland

reicht nicht aus und ist für viele Afghanen

nicht mehr bezahlbar. So müssen Fisteln

mit Plastik und Papier abgedeckt werden,

weil es kein Verbandsmaterial gibt, erklärt

ein Arzt vom Roten Halbmond.

Im Zentrum der Arbeit von Friedensdorf

International steht die medizinische Versorgung

der meist komplexen Verletzungen

und Verstümmelungen von Kindern

aus Kriegs- und Krisenregionen in Spezialkliniken

in Deutschland.

Weitere Informationen zur Arbeit des

Friedensdorfes finden Sie unter:

www.friedensdorf.de.

Neurodermitis am Arm eines 5-jährigen Kindes.

ständig wieder der Außenwelt zugewandt.

Auch mit seiner Erkrankung geht er viel lockerer

um. Er zeigt stolz seine geröteten

Unterarme: „Das ist aber nichts gegen

früher. Ich habe gestern Abend schon gemerkt,

dass es Probleme geben könnte

und bin mit Baumwollhandschuhen ins

Bett – den Tipp habe ich von einer Ärztin

in der Kur.“

Quelle: Eisfelder, Wikipedia


Schreiben Sie uns!

Mit den beiden vorbereiteten Antwortkarten können Sie uns schreiben, was Sie wollen: am Gewinnspiel/Preisrätsel teilnehmen

(Seiten 28/29) oder Informationsmaterial anfordern. Selbstverständlich sind wir auch telefonisch für Sie da, wenn Sie Fragen

haben: Arbeitskreis Gesundheit e.V., Leipzig, Telefon 0341/87059590

Preisrätsel

(Seiten 28/29)

Wenn Sie die richtige

Lösung gefunden haben,

tragen Sie diese einfach

in die vorbereitete Postkarte

ein. Senden Sie

uns Ihre Lösung bis zum

31.08.2010 zu und mit

etwas Glück gewinnen

Sie einen Freizeit- oder

Tierparkbesuch.

Infomaterial

Mit dieser Antwortkarte

können Sie die verschiedenenPatienteninformationen

des

Arbeitskreis Gesundheit

e.V. anfordern.

Die Gewinnfrage:

Was wird durch Luft, Wasser, Wind und Sonne aktiviert?

Antwort

A b w e h r -

k r ä f t e

Die richtige Lösung finden Sie im Bericht Sonne, Wind und Meer auf der Seite 28.

Einsendeschluss ist der 31.08.2010.

Mit dieser Antwortkarte können Sie Infomaterial beim Arbeitskreis Gesundheit e.V.

bestellen. Das Angebot ist für Sie kostenfrei.

(Bitte ankreuzen - auch mehrfach!)

Merkblatt »Medizinische Rehabilitation

im Rahmen des betrieblichen

Eingliederungsmanagements - alle

können gewinnen!«

Merkblatt »Medizinische Rehabili-tation

- Grundsicherung für Arbeitsuchende«

Broschüre »Reha vor Pflege«

Die Anzahl der Pflegebedürftigen

DIALOG

steigt. Was die medizinische Reha

leistet, erfahren Sie hier.

Broschüre »Reha vor Rente«

Eine gezielte medizinische Rehabilitation

kann die Frühverrentung oft

verhindern.

Katalog »Rehabilitationskliniken stellen

sich vor« Das umfassende und

aktuelle Nachschlagewerk – nun

schon in der 12. Auflage.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 15


DIALOG

Absender:

Vorname Name

Straße, haus-Nr.

PLZ Ort

telefonnummer

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telefonnummer

16

MEIN GESUNDES MAGAZIN

bitte freimachen

An den

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2

04109 Leipzig

bitte freimachen

An den

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2

04109 Leipzig


ADHS-Infoportal geht online

Das Portal bietet Informationen, die auf unterschiedliche

Zielgruppen zugeschnitten sind: betroffene Kinder, Jugendliche

und Erwachsene sowie Bezugspersonen und Pädagogen.

Wer Kinder hat weiß, dass diese manchmal

unaufmerksam, impulsiv und bisweilen

auch sehr aktiv sind. Erst wenn alle

drei Auffälligkeiten über einen längeren

Zeitraum stark ausgeprägt zusammen auftreten,

spricht man von einer Aufmerksamkeitsdefizit-/

Hyperaktivitätsstörung,

kurz ADHS. ADHS hat in den letzten Jahren

eine intensive gesellschaftliche Diskussion

erlebt. Doch immer noch fehlen

Hilfen für Betroffene und ihre Bezugsper-

INFO

Erlanger Wissenschaftler haben die Wirksamkeit eines

Neurofeedback-Trainings bei Kindern mit ADHS nachgewiesen.

So funktioniert das Training: Das Kind sitzt vor einem

Computerbildschirm, seine Gehirnströme werden über

aufgeklebte Messelektroden abgeleitet und steuern ein

Computer-Programm. Je nach Konzentrationsgrad kann

das Kind z. B. mit seiner „Gedankenkraft“ bei einem virtuellen

Fußballspiel einen Elfmeter-Schuss halten oder

bei einem Film das Bild klar und deutlich sehen.

Das Ziel: Mit dem computergestützten Verfahren können

die Kinder selber Strategien erarbeiten, um sich besser

zu konzentrieren und ihr Verhalten zu steuern.

� Patrick H. (10) beim Neurofeedback-Training. Der Torwart

hält den Ball nur, wenn die rote Kugel im unteren

Bildabschnitt 6 Sekunden durch die Konzentrationsleistung

über der Ideallinie gehalten werden konnte. Die Konzentrationsleistung

wird über 5 Elektroden gemessen.

Quelle: fotolia.com

ADHS-Kinder machen

sich und ihrem Umfeld

das Leben schwer

sonen. Diese Lücke will die neue Seite

www.adhs.info jetzt schließen. Aufgebaut

hat sie das ‚zentrale adhs-netz’ unter Federführung

von Professor Manfred Döpfner,

Leitender Psychologe der Klinik und

Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

des Kindes- und Jugendalters, Uniklinik

Köln.

Fast jedes Kind durchlebt im Laufe seiner

Entwicklung Phasen besonderer Ablenkbarkeit,

hoher Aktivität und auch Zeiten

Neurofeedback hilft ADHS-Kindern

ZUSAMMENGEFASST

heftiger Impulsivität. Erst ab einem bestimmten

Grad der Auffälligkeit lässt sich

von einer Störung sprechen. Dabei unterscheidet

sich ADHS nicht von anderen psychischen

Störungen (z. B. Depression)

oder körperlichen Erkrankungen (z. B. Bluthochdruck),

die ebenfalls mehr oder weniger

stark ausgeprägt sein können. Menschen

mit starker Unaufmerksamkeit,

Hyperaktivität und Impulsivität erfahren

dadurch erhebliche Einschränkungen in ihrem

täglichen Leben.

Eine halbe Million Kinder

betroffen

Die Gesamtzahl der von ADHS betroffenen

Kinder und Jugendlichen in Deutschland

schwankt je nach Studie zwischen

rund zwei und sechs Prozent. Insgesamt

kann man jedoch repräsentativen Studien

zufolge davon ausgehen, dass rund

500.000 Kinder und Jugendliche in

Deutschland von ADHS betroffen sind.

Jungen trifft die Erkrankung im Vergleich

zu Mädchen zwei- bis vier Mal häufiger.

In der Öffentlichkeit wird das Thema

ADHS auch heute noch kontrovers diskutiert,

was bei Betroffenen, ihren Eltern,

Partnern oder anderen Angehörigen und

Betreuern häufig zu Verunsicherungen

führt. Das "zentrale adhs-netz" will als

bundesweites Netzwerk zu einem besseren

Verständnis und Akzeptanz der Erkrankung

beitragen und die Versorgung

von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen

mit ADHS verbessern.

Informationen des zentralen adhs-netz

finden Sie unter: www.adhs.info

Quelle: Uni-Klinikum Erlangen

MEIN GESUNDES MAGAZIN 17


ZUSAMMENGEFASST

Therapie soll Spaß machen

MGM im Gespräch mit Dr. Maike Pellarin, Chefärztin der AHG Klinik für Kinder

und Jugendliche in Beelitz-Heilstätten. Maike Pellarin ist Fachärztin für Kinderund

Jugendpsychiatrie. Sie behandelt seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche

mit dem Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätssyndrom (ADHS).

MGM: Wie kommen Kinder und Jugendliche

mit ADHS zur Reha?

Maike Pellarin: Die Wege verlaufen unterschiedlich.

Zum Teil informieren sich

Eltern telefonisch oder kommen zu einem

Vorgespräch in die Klinik. Oft rufen

aber Kollegen, meist Kinderärzte, an

und schildern die Probleme, die ein Kind

hat. Wir müssen vorab wissen, wie die

Probleme des Kindes geartet sind: Bei

Schwierigkeiten in der Schule oder anderen

Lebensbereichen ist zu klären,

ob ein Kind eine akute Behandlung in einer

Kinder- und Jugendpsychiatrie

braucht, oder von einer Reha profitieren

kann.

MGM: Wann ist ein Aufenthalt in der

Reha-Klinik für Kinder und Jugendliche

mit ADHS sinnvoll?

Pellarin: Sinnvoll ist ein Klinikaufenthalt

dann, wenn ein Kind in der so genannten

Teilhabe am Alltagsleben beeinträchtigt

ist und / oder wenn ambulante Maßnahmen

nicht mehr ausreichend greifen. Das

heißt, wenn ein Kind zum Beispiel seinen

Schulalltag nicht mehr angemessen

bewältigen kann.

MGM: Bedeutet das, die Kinder und Jugendlichen

haben meist schon längere Zeit

Probleme, bevor sie zu Ihnen kommen?

Pellarin: Nicht unbedingt. Wann der Aufenthalt

in einer Klinik nötig wird, richtet

sich nach dem Leidensdruck und der

Schwere – weniger danach, wie lange

eine Erkrankung besteht. Auch für ein

Kind, das erst seit kurzer Zeit große

Schwierigkeiten durchmacht, kann ein Klinikaufenthalt

sehr wichtig sein.

Es gibt zwei grundsätzliche Motive, aus

denen Kinder zu uns kommen: Entweder

haben sie schwere Symptome und bekommen

zuhause einfach gar keinen Fuß

mehr auf den Boden, oder sie sind eigentlich

fit und haben in bestimmten Teilbereichen

Schwierigkeiten. Das kann zum

Beispiel die Feinmotorik betreffen, also

die genau koordinierten Bewegungen,

wie man sie beispielsweise für das

Schreiben braucht. Solche Probleme lassen

sich oft durch gezielte intensive Förderung

verbessern.

18

MEIN GESUNDES MAGAZIN

MGM: Wann ist ein Reha-Aufenthalt für

Kinder und Jugendliche mit ADHS ungünstig?

Pellarin: Wichtig ist die Gruppenfähigkeit

eines Kindes. Ein Kind, das zum Beispiel

ständig tritt, beißt und schreit und andere

akut gefährdet, ist nicht reha-fähig. In diesem

Fall ist eine Akutklinik zunächst besser

geeignet. Allerdings kann nach einer

Akutbehandlung eine Reha sinnvoll werden,

um Erlerntes zu festigen.

MGM: Was lernen die Kinder in der Reha-

Klinik?

Pellarin: Wir sehen viele Kinder mit

Wahrnehmungsstörungen – wir schulen

sie zum Beispiel darin, aufmerksamer

als bisher mit ihrem Alltag umzugehen.

Die Kinder werden durch die Klinik für

vier bis acht Wochen aus ihrem normalen

Alltag herausgenommen und können

neue Verhaltensweisen auch im Umgang

mit Gleichaltrigen üben. Sie haben auch

hier einen straffen Therapieplan, aber nur

drei Stunden Schule in den Kernfächern.

Wir achten auf eine gute Mischung zwischen

Schule, aktivem Spielen und Ruhe.

Es ist wichtig, dass die Kinder Freizeit haben.

MGM: Inwieweit besteht die Gefahr, dass

Kinder durch die Reha den Anschluss an

die Schule zuhause verpassen?

Pellarin: Viele Eltern denken, die Reha

passt wunderbar in die Ferien. Ich empfehle

aber die Schulzeit insbesondere bei

Kindern und Jugendlichen mit ADHS. In

den Schulzeiten sind unsere Klinikschullehrer

da – das sind wirklich Fachleute. Sie

können die Probleme eines Kindes mit

beobachten. Die Kinder werden individuell

unterrichtet und können gut im Lehrstoff

bleiben und gefördert werden.

MGM: Wie sieht die Behandlung außerhalb

des Unterrichts aus?

Pellarin: Wir bieten verschiedene Therapien

an – dazu gehören zum Beispiel Ergotherapie,

Sportangebote, Psychotherapiegruppen

und Koordinationstraining.

Gruppentherapie ist die Regel, mit Einzeltherapie

arbeiten wir in Einzelfällen

ebenfalls.

Dr. Maike Pellarin

Jedes Kind hat seinen Therapieplan, aber

ein nicht zu unterschätzender Teil der Therapie

findet im Alltag in der Gruppe statt. Eines

der Hauptthemen bei ADHS ist das Sozialverhalten.Das

macht den Kindern und

Familien häufig am schwersten zu schaffen.

Kinder mit ADHS sind impulsiv. Wenn

Kinder sich in der Reha mit zwei oder drei

anderen das Zimmer teilen, müssen sie

lernen, miteinander umzugehen. Das heißt

sie müssen sich miteinander darüber abstimmen,

wer das Bad wann benutzt oder

wer aufräumt. Das enge Miteinander führt

zu einem sehr intensiven und direkten Lernen

– jedes Kind merkt sofort, was sein Verhalten

bei den anderen bewirkt. Die Kinder

bekommen dabei Unterstützung von Erziehern

und Therapeuten.

MGM: Das machen die Kinder ohne Murren

mit?

Pellarin: Natürlich ist das für die Kinder anstrengend.

Aber es macht auch Spaß!

Viele Kinder denken, Therapie muss

schmerzhaft sein oder unangenehm. Das

sehe ich anders, gerade bei Kindern! Viele

Kinder haben in ihrem normalen Umfeld

keine Zeit zu spielen – sie hetzen von einer

Förderung und einer Therapie zur

nächsten. Das kann im Alltag zu viel des

Guten werden.

MGM: Wie reagieren Eltern, wenn sie hören,

dass sie Kinder- und Jugendpsychia -

terin sind?

Pellarin: In der Regel sehr gut. Unser

Haus ist ja offiziell keine Klinik für Kinderund

Jugendpsychiatrie sondern eine Kinderrehabilitationsklinik.

Wir haben zwar

das Know-How, tragen aber nicht die Bezeichnung.

Man darf außerdem nicht vergessen, dass

Kinder mit ADHS im Alltag durchaus eine

Herausforderung für die Eltern sind. Es ist

unglaublich anstrengend, immer ganz genaue

Anweisungen und klare Strukturen

zu geben – viele Eltern machen das jeden

Tag nach acht Stunden Arbeit. Die Eltern

sind oft einfach erschöpft. Zusätzlich stehen

sie unter einem enormen Druck, das

Kind zu fördern. Zu wissen, dass ihr Kind

in der Klinik von Experten gefördert wird,

tut beiden Seiten gut.

Quelle: AHG Klinik für Kinder und

Jugendliche Beelitz-Heilstätten


Kingsley – mit dem Therapiehund

gegen ADHS

Kingsley, ein Bearded Collie, Jahrgang

2006, ist ausgebildeter Therapiehund.

Seitdem er acht Wochen alt ist, spielt

und arbeitet er mit Kindern und Jugendlichen.

Kingsley hilft Maike Pellarin

bei der Behandlung von Kindern

mit ADHS in der AHG Klinik für Kinder

und Jugendliche in Beelitz-Heilstätten.

Kinder mit Aufmerksamkeitsdefizit-

Hyperaktivitäts-Störung (ADHS) sind

zappelig, impulsiv und haben Probleme

sich zu konzentrieren. Wenn

sie Kingsley dazu bringen wollen, dass

er Kunststücke macht, können sie

aber genau diese Eigenschaften nicht

gebrauchen. Denn ohne ein konzentriertes

Herrchen oder Frauchen, das

klare Anweisungen gibt, tut Kingsley

erst einmal gar nichts oder macht

Quatsch.

Fünf Minuten vor der Trainingseinheit

kommen von Maike Pellarin die Regeln,

denen jedes Kind zustimmen

muss, das mit Kingsley arbeiten will:

1. Was sie sagt, gilt (denn der Hund ist

ein Lebewesen und kein Spielzeug).

2. Wenn die Übung stattfindet, arbeitet

nur einer, der Rest ist still (was

die Konzentrationsfähigkeit fördert).

3. Es werden nur die Kunststücke

durchgeführt, die angesagt sind

(das erfordert Zuhören und Durchhalten).

Dann dauert die Übung so lange, bis

der Hund das Kunststück einmal gemacht

hat – was verhindert, dass die

Kinder mit einem Misserfolgserlebnis

aus der Therapie gehen. Dazu müssen

ein Handzeichen und der richtige gesprochene

Befehl zusammen kommen

(was Konzentration und Koordination

trainiert), sonst macht Kingsley

nicht mit.

Darüber hinaus vermittelt Kingsley

den Kindern noch eine neue Erfahrung:

ADHS-Kinder sind es gewohnt

kritisiert zu werden. Kingsley dagegen

gibt ihnen eine wertfreie Rückmeldung.

Er beurteilt sie nicht als

böse oder blöd, sondern wartet nur

auf den richtigen Befehl. Und die Kinder

lernen Verantwortung zu übernehmen.

Ihnen wird klar, dass Regeln

zum Schutz eingesetzt werden. Kingsley

hat Kommandos gelernt, damit er

vor Unfällen geschützt werden kann

und eben nicht vor ein Auto läuft. Die

Übertragung solcher Erkenntnisse auf

das eigene Leben gelingt den Kindern

dabei leicht.

Selbst wenn Kingsley aus dem Spielgelände

wegläuft – was auch passieren

kann – ist sein Effekt auf die Kinder

beruhigend: Sogar ein Therapie-

hund kann sich nicht immer konzentrieren

und ist trotzdem liebenswert.

� Kingsley ist der einzige Mitarbeiter auf vier

Pfoten, den die AHG Klinik für Kinder und

Jugendliche Beelitz auf seiner Gehaltsliste hat.

Kingsley in der Freizeit.

Kingsley bei der Arbeit.

Quelle: AHG Klinik für Kinder und Jugendliche Beelitz-Heilstätten

MEIN GESUNDES MAGAZIN 19


PORTRAIT

Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen

Kinder sind Zukunft. Doch damit sie

ihr Leben aktiv und im Rahmen der

bestehenden Normen gestalten

können, brauchen sie Unterstützung.

Eltern, Bildungseinrichtungen und

das Gesundheitswesen sind wichtige

Wegbegleiter.

Ihr ‚Startkapital’ bekommen Kinder in die

Wiege gelegt, doch was daraus wird unterliegt

vielen Einflüssen. Nicht nur Eltern tragen dabei

Verantwortung, sondern die gesamte Gesellschaft

eines Landes.

Familien brauchen

finanzielle Sicherheit

Jährlich werden in Deutschland rund 700.000

Kinder geboren, die meisten von ihnen erfreuen

sich bei Geburt bester Gesundheit. Allerdings

wächst jedes fünfte Kind in sozial

schwachen, psychisch belastenden oder

schlechten finanziellen Verhältnissen auf. Fühlen

sich Eltern in ihrer Existenz bedroht, haben

sie meist weder Kraft noch die Fähigkeit ihren

Kindern ein gesundheitsbewusstes Leben

vorzuleben und weiterzugeben. Wer in einem

sozialschwachen Umfeld aufwächst, wird weder

sich noch seine Nachkommen vor vermeidbaren

Gesundheitsrisiken schützen können

– ein Teufelskreis.

Arme Kinder leiden oft unter Stress und geringem

Selbstbewusstsein und nutzen beispielsweise

Sport zu selten als Ausgleich für

Belastungen. Armut bei Kindern und Jugendlichen

hat auch auf diesem Weg direkte Auswirkungen

auf die Gesundheit –und hängt eng

mit den Chancen der Kinder und Jugendlichen

im späteren Leben zusammen. „Hier ist die

Bundesregierung aufgefordert, mit einem

umfassenden Ansatz und einem Nationalen Aktionsplan

gegen Kinderarmut Abhilfe zu schaffen“

forderte Thomas Krüger, Präsident des

Deutschen Kinderhilfswerkes, im Februar anlässlich

der Debatte des Deutschen Bundestag

über Hartz IV.

Altersgemäße Förderung

Kinder durchlaufen bis zum Erwachsenwerden

viele Entwicklungsstufen. In jedem Lebensabschnitt

lernen sie bestimmte Fähigkeiten.

Wie gut sie diese entwickeln, hängt von ihrem

Umfeld ab. Eine Dreijährige mit der niemand

redet, lernt deutlich schlechter Sprechen, als

ein Kind, das ausreichend Gesprächspartner

hat. Kinder mit Eltern, die kein Deutsch sprechen,

haben es viel schwerer sich auszudrücken

und später in der Schule dem Lernstoff

zu folgen.

20

MEIN GESUNDES MAGAZIN

� Kinder brauchen Förderung für eine gesunde Entwicklung.

Entwicklungsstufen Heranwachsender

Alter Wichtigste Entwicklungen Wichtigste Einflussgrößen

Unter 3 Jahre Bindung, Autonomie Unmittelbare Bezugspersonen

(meist Eltern)

3.-6. Lebensjahr Sprechen, Bewegen, Achtsamkeit Eltern, Bekanntenkreis, Kinder

6.-12. Lebensjahr Aneignen, Gestalten, Leistungsanspruch, Lern- und Erfah-

Beziehungen eingehen rungsräume (z.B. Verein, Schulklasse)

12.-18. Lebensjahr Körpergefühl, Grenzen ausloten, Herausforderungen, Grenzen, Lern-

Identität finden und Erfahrungsräume, Freundeskreis

QUELLE: DEUTSCHER BUNDESTAG: 13. KINDER- UND JUGENDBERICHT. DRUCKSACHE 16/12860, 2009

Zwar hat die deutsche Politik in den letzten Jahren

eine Reihe von Programmen für Kinder und

Jugendliche ins Leben gerufen, die sich mit der

Vorbeugung von Krankheiten beschäftigen

oder die Gesundheit fördern. Sie orientierten

sich jedoch häufig kaum an den Bedürfnissen

der Zielgruppen, außerdem seien sie finanziell

unzureichend ausgestattet und ihre Qualität

werde nicht überprüft, bemängelte der Sachverständigenrat

für Gesundheit in seinem

Sondergutachten 2009.

Im Schulalter steigt die gesundheitliche Belastung

von Kindern deutlich an. Ernährungsprobleme,

Übergewicht, Allergien sowie psychische

Probleme treten bei Schulkindern

INFO

Hohes Risiko für Kinder bei

Medikamenteneinnahme

Die Pharmazeutische Zeitung geht davon aus,

dass jedes zweite Medikament, das Kinder im

Jahr 2000 eingenommen haben, nur für Erwachsene

zugelassen war. Doch Kinder sind

keine kleinen Erwachsenen. Ihr Körper baut

Arzneimittel ganz anders ab. Nicht zugelassene

Medikamente können zu gefährlichen

Nebenwirkungen führen.

Auf diesen Missstand hat die Europäische

Union reagiert und erließ eine Verordnung.

Jetzt müssen Arzneimittelhersteller, wenn sie

ein Medikament neu auf den Markt bringen

wollen, dieses vorher auch bei Kindern testen.

immer häufiger auf. Nicht immer lassen sich

die Beschwerden durch eine Beratung durch

Psychologen und Erzieher oder Trainingsangebote

ausreichend behandeln.

Rehabilitation fördert

soziale Integration

Rehabilitation bei Kindern hat neben dem medizinischen

Aspekt auch erzieherische Aufgaben.

Rehabilitationseinrichtungen sehen es als

eine Aufgabe, ihre jungen Patientinnen und Patienten

nicht nur sicherer im Umgang mit ihrer

Krankheit zu machen, sondern sie bei ihrer

gesamten Lebensführung zu unterstützen

– das bedeutet ihre Kompetenzen auszubauen

sowie Selbstbestimmung und Selbstwertgefühl

zu stärken.

Im 13. Kinder- und Jugendbericht fordert die

interdisziplinäre Sachverständigenkommission

die Bundesregierung auf, die Eigenständigkeit

von Kindern und Jugendlichen stärker zu fördern.

Dafür müssen alle Beteiligten zusammenarbeiten

sowie Kinder- und Jugendhilfe,

Gesundheitssystem (z.B. Krankenkassen, Kinderarztpraxen,

stationäre Kindereinrichtungen)

und Eingliederungshilfe besser vernetzt

werden. Zudem sollten alle gesundheitsbezogenen

Angebote für sozial benachteiligte Kinder

und Jugendliche so leicht wie möglich zugänglich

werden.

Quelle: photocase.de


Quelle: Karin Jung/pixelio.de

Mutter-Kind Reha politisch unterstützt

Mütter sind häufig Mehrfachbelastungen ausgesetzt, die

krank machen können. In der Rehabilitation bekommen sie

gezielt Hilfe. Der Gesetzgeber verpflichtet die Krankenkassen

zur Kostenübernahme von Mutter/Vater-Kind-Maßnahmen.

„Unsere Gesellschaft braucht zielgenaue

Leistungen für die Gesundheit. Mutter

/Vater-Kind-Maßnahmen sind wichtige

Bausteine für eine erfolgreiche Prävention

und Rehabilitation. Besonders Mütter

sind häufig den Gesundheit belastenden

Mehrfachanforderungen ausgesetzt und

verdienen eine besondere Beachtung in

der Gesundheitsversorgung“, erklärte Daniel

Bahr, Parlamentarischer Staatssekretär

im Bundesgesundheitsministerium, im

Februar in Berlin.

Jede Mutter hat Anspruch auf eine mütterspezifische

Kurmaßnahme zur Vorsorge

oder Rehabilitation, wenn die medizinischen

Voraussetzungen gegeben sind.

Seit 2007 sind die Krankenkassen gesetzlich

verpflichtet, die Kosten für die

Mütter- oder die Mutter-Kind-Maßnahme

zu übernehmen. Kostenlose Beratung und

Unterstützung bei der Antragstellung, der

Wahl der richtigen Einrichtung und wenn

nötig auch beim Widerspruch gegen eine

Antragsablehnung leisten in Deutschland

rund 1.400 Beratungsstellen bei den Wohlfahrtsverbänden.

Zuzahlung zur Mutter-Kind-Reha

vorab planen

Durch eine Einmalzahlung an die Krankenkasse

vor der Mutter-Kind-Reha las-

sen sich eventuelle Probleme mit

der Rückerstattung umgehen.

Wenn Mütter von den Kosten einer

medizinisch dringend benötigten

Kurmaßnahme erfahren, kommen

häufig Zweifel auf, ob sie sich

die Maßnahme leisten können. Pro

Tag fallen 10 Euro Eigenanteil an –

für drei Wochen also immerhin 220

Euro. Doch auch Mütter oder Väter

mit nur geringem Einkommen müssen

nicht auf eine Vorsorge- oder

Reha-Maßnahme mit ihrem Kind

verzichten. Zuzahlungen sind nur

bis zu einer so genannten Belastungsgrenze

zu leisten: Sie liegt

bei 2% des Bruttoeinkommens.

Diese Zuzahlung lässt sich

auf verschiedenen Wegen

leisten: Eine Möglichkeit ist,

dass der Versicherte zunächst

die Ausgaben selbst

übernimmt und die Belege dafür sammelt.

Erreicht er die Belastungsgrenze,

muss er dies bei der Krankenkasse feststellen

lassen. Danach ist er für das Jahr

von weiteren Zahlungen befreit. Es geht

aber auch anders: Man kann die Belastungsgrenze

bereits am Anfang eines Jahres

ermitteln lassen und die Zuzahlung

vorab und pauschal erbringen.

Eine Mutter,

die Hartz IV bezieht,

würde beispielsweise

rund 80 Euro anstatt

220 Euro zahlen. Sie

wäre außerdem von

� Eine Rehabilitation

lässt Zeit, um wieder

Freiräume zu finden.

INFO

REHA

Einkommensschwache

brauchen auf Reha

nicht zu verzichten.

sämtlichen Zuzahlungen für weitere Gesundheitskosten

im Jahresverlauf befreit.

Ganz ohne Selbstbeteiligung geht es also

nicht. Aber dadurch, dass sich der Eigenanteil

für eine dreiwöchige Maßnahme

zuvor berechnen und bezahlen lässt, wird

die Ausgabe für die Kur vorab planbar.

Auch Erstattungsprobleme, die zum Teil

auftreten, wenn die Belastungsgrenze

während der Maßnahme erreicht wird,

lassen sich so vermeiden.

Im Zweifelsfall helfen Beratungsstellen

weiter.

Gesetzlich vorgesehen sind nur Zuzahlungen

von 10 Euro pro Kalendertag bis

zur Belastungsgrenze. Die Belastungsgrenze

liegt bei 2% des Bruttoeinkommens.

Manchmal verlangen Krankenkassen

„Zuzahlungen“, wenn Versicherte eine

bestimmte Mutter-Kind-Einrichtung wählen,

die nicht zu den eigenen „Vertragseinrichtungen“

der Kasse gehört. Dafür

gibt es keine gesetzliche Grundlage.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 21

Quelle: fotolia.com


Quelle: Sabine Meyer/pixelio.de

REHA

Leitlinien für Kinder- und Jugend Reha

In Deutschland gibt es bisher keine einheitlichen Standards

für die Rehabilitation chronisch kranker Kinder.

Leitlinien helfen, die Qualität der Betreuung zu verbessern.

Vorsorge- und Rehabilitationsmaßnahmen

für Kinder und Jugendliche unterscheiden

sich grundlegend von Reha-Maßnahmen

für Erwachsene. Bei Kindern steht die

Bindung zu den Eltern, zu Geschwistern

und Freunden im Vordergrund: Zum Beispiel

fällt ihnen eine Anpassung an eine

neue Umgebung meist schwerer als Erwachsenen.

Daher erhalten die jungen

Patientinnen und Patienten in den Einrichtungen

neben der medizinischen vor

allem eine pädagogische Betreuung –

manchmal wird auch ein Elternteil als Bindeglied

und „Co-Therapeut“ mit aufgenommen.

Die Fachgesellschaft Rehabilitation in der

Kinder- und Jugendmedizin hat für die

häufigsten chronischen Erkrankungen

Leitlinien für die medizinische Kinder-Rehabilitation

erstellt. Sie enthalten neben

Behandlungsempfehlungen auch Nachsorgekonzepte.

INFO

Vorteile der ambulanten Reha

• Längerfristige Begleitung

• Kontinuierliche Lern- und Trainingseffekte

• Bessere Einbeziehung der Alltagssituation

• Stärkere Einbeziehung von Eltern und

Geschwistern

• Vernetzung mit anderen örtlichen Versorgungsprogrammen

Vorteile der stationären Reha

• Deutliche Trennung vom häuslichen Umfeld

• Intensive Betreuung, Therapie dauernd

möglich

• Therapieeffekt der Gruppe

• Klimaänderung (z. B. bei Allergien, Asthma)

22

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Kinder brauchen Freunde –

auch in der Reha-Einrichtung.

Für wen Reha und wie lange?

Ab dem dritten Lebensjahr können Kinder

eine Rehabilitation in Anspruch nehmen –

meist stationär, in manchen Regionen

auch ambulant. Voraussetzung ist ein ärztlicher

Befund, der eine solche Maßnahme

für sinnvoll erachtet. Zudem muss gewährleistet

sein, dass das Kind oder der

Jugendliche auch geistig und emotional fähig

ist, an den geplanten Maßnahmen

teilzunehmen.

Die Entscheidung, ob eine ambulante

oder stationäre Reha sinnvoll ist, hängt

auch davon ab, ob es im Umkreis des

Wohnortes genügend Angebote gibt und

ob mit diesen die festgelegten Behandlungsziele

erreicht werden können.

Manchmal ist die örtliche Trennung vom

häuslichen Umfeld ein wichtiger Bestandteil

der Therapie.

Meist ist es sinnvoll, dass Arzt, Eltern und

das Kind gemeinsam über den Antrag auf

stationäre Rehabilitation sprechen. Weiß

das Kind von Anfang an über die Reha

Bescheid, fällt ihm die aktive Teilnahme an

der Reha leichter.

Die Dauer einer Reha für Kinder richtet

sich nach mehreren Faktoren. Neben den

gesetzlichen Vorgaben spielen Schwere

und Art der Erkrankung sowie das Alter

und der Entwicklungsstand des Kindes

eine entscheidende Rolle. Meist werden

stationäre Maßnahmen beim ersten Mal

für vier bis sechs Wochen genehmigt.

Wiederholungsaufenthalte können kürzer

sein.

Eine ambulante oder stationäre Reha oder

eine stationäre Vorsorgeleistung lässt sich

vier Jahre nach der letzten durchgeführten

Maßnahme wieder beantragen, es sei

denn sie ist aus gesundheitlichen Grün-

INFO

Häufigste Indikationen für

eine Kinder-Reha

• Atemwegserkrankungen

(Asthma, chronische Bronchitis)

• Verhaltensauffälligkeiten

• Entwicklungsstörungen

• Übergewicht

• Neurodermitis

Grundprinzipien der

Kinder-Reha

• Verständnis für den Umgang mit

der Erkrankung fördern

• Krankheitsbezogene Eltern-Kind-

Interaktionen verbessern

• Autonomie des Kindes stärken

• Stressbewältigung unterstützen

• Soziale Kompetenzen erlernen

und festigen

den dringend früher nötig. Für ambulante

Vorsorgeleistungen gilt ein Wiederholungsintervall

von drei Jahren.

Besonderheiten

Kinder-Reha-Einrichtungen müssen sich

auf die unterschiedlichen Bedürfnisse der

verschiedenen Altersgruppen einstellen.

Angefangen bei der Raumgestaltung über

Freizeitangebote bis zur schulischen Ausbildung.

Bei älteren Jugendlichen können

zusätzlich berufshinführende Maßnahmen

sinnvoll sein.

Zur besseren Eingewöhnung und Integration

bieten die meisten Einrichtungen

den Kindern eine von Anfang an stabile

Gruppenzugehörigkeit mit Gleichaltrigen.

Da die stationäre Reha nur einen Teil der

Betreuung chronisch kranker Kinder und

Jugendlicher ausmacht, besteht eine enge

Zusammenarbeit – eine so genannte Rehabilitationskette

– zwischen den Reha-

Einrichtungen, den ambulanten Behandlern

und den Kostenträgern.

Der Begriff medizinische Leitlinie ist nicht

geschützt. Das heißt, jeder kann eine Leitlinie

herausgeben und darin schreiben

was er will – die Idee ist gerade in einem

sensiblen Bereich wie der Medizin beunruhigend.

Doch die Spreu lässt sich durchaus

vom Weizen trennen. Ist eine Leitlinie

„evidenzbasiert“, spricht das für die Qualität

der Leitlinie. Den Behandlungsempfehlungen

liegen genau ausgewertete

wissenschaftliche Daten zugrunde. Diese

Methode stellt sicher, dass nur Therapien

empfohlen werden, die ihren Nutzen in

Studien unter Beweis stellen.


Quelle: fotolia.com

„Man muss selbstbewusst

zu seinem Recht stehen“

Die Dresdner Juristin Kathrin Borchert kennt sich eigentlich

mit dem Ausfüllen von Anträgen gut aus. Trotzdem ist ihr

Antrag auf eine Mutter-Kind-Reha gar nicht erst bis zu

ihrer Krankenkasse gekommen – sie hat ihn nach einem

Gespräch mit ihrem Arbeitgeber nicht mehr eingereicht.

In MGM erklärt sie, was sie daran hinderte.

Gescheitert bin ich im Grunde an meinem

eigenen schlechten Gewissen und an der

Reaktion meines Arbeitgebers.

Eigentlich wollte ich schon 2007, kurz nach

der Geburt meines Sohnes, in eine Mutter-Kind-Reha.

Die Schwangerschaft war

für mich schlimm, bis hin zu Depressionen.

Bis zur 20. Woche

der Schwangerschaft

war total unklar, ob mein

Kind mit einem Down-

Syndrom zur Welt

kommt oder nicht. Die

Frauenärztin hatte bei

meinem Sohn im Ultraschall

eine verdickte Nackenfalte festgestellt.

Dabei wollte ich diese Untersuchung

am Anfang eigentlich gar nicht. Die

Zeit bis zur Geburt war schrecklich. Das

hat die Beziehung zwischen meinem

Sohn und mir von Anfang an belastet.

Ich würde diese Dinge gern aufarbeiten –

ich dachte, drei Wochen Reha nur mit den

Kindern und mir gibt uns dafür die Zeit. Ich

habe die Anträge besorgt und ausgefüllt.

Dann habe ich mit meiner Chefin in der

Gesundheit

ist ein Bereich, in

dem man

auch an sich selbst

denken muss.

Rechtsbehelfsstelle, in der ich arbeite,

über meinen Reha-Wunsch gesprochen.

Ihre Antwort war: „Frau Borchert, ich darf

Ihnen nicht im Weg stehen, das steht Ihnen

zu, aber von Ihnen hätte ich eine andere

Arbeitseinstellung erwartet.“ Dazu

kommt, dass meine Kollegen und ich sehr

große Rückstände aufzuarbeiten

haben. Fällt ein

Kollege aus, müssen die

anderen seine Arbeit

auch noch übernehmen.

Den Kollegen zu vermitteln,

dass man drei Wochen

zusätzlich zum Urlaub

ausfällt, ist schwer. Ich hatte das

Gefühl, die Reha ist meinen Arbeitskollegen

gegenüber unfair. Deswegen habe

ich den Antrag nicht eingereicht.

Andererseits merke ich, dass ich eine Auszeit

brauche. Mein Arbeitgeber weiß ja

nicht, warum ich eine Reha will. Wenn

meine Kollegen das wüssten, würde ich

mich vielleicht weniger vor Kommentaren

wie „warum muss die drei Wochen Urlaub

machen und bekommt das von der

Öffentlichkeit bezahlt“ fürchten. Aber die

Ängste während der Schwangerschaft

und eine durchgestandene Depression

packt man ja auch nicht so einfach auf

den Tisch.

Wenn ich in diesem Reha-Verfahren etwas

ändern könnte, würde ich auf jeden

Fall die Antragsbögen vereinfachen: Sie

auszufüllen dauert ewig – dabei bin ich

selbst Juristin. Die Formulare schrecken

wirklich ab. Bevor man etwas ankreuzt,

muss man erst einmal eine halbe Stunde

darüber nachdenken. Damit ist schon die

erste Barriere gelegt.

Außerdem würde ich die Forderung streichen,

dass man als Mutter vor einen stationären

Reha erst ambulante Reha-Maßnahmen

versucht haben muss. Für mich

wäre das wirklich schwierig und ich bin sicher

nicht die Einzige. Ich habe eine 35-

Stunden Stelle, nach der Arbeit hole ich

die Kinder jeden Tag nachmittags um vier

aus dem Kindergarten. Mein Mann

kommt nicht vor halb acht abends nach

Hause. Wie soll eine ambulante Therapie

in diesen Ablauf passen?

Ich werde im nächsten Jahr trotzdem

noch einmal versuchen, einen Antrag einzureichen.

Anderen Frauen würde ich mittlerweile

den Rat geben, ganz selbstbewusst

vorzugehen. Gesundheit ist ein

Bereich, in dem man auch an sich selbst

denken muss. Ich kann mir gut vorstellen,

dass das Herausnehmen aus dem Alltag

positiv auf Mütter und Kinder wirkt. Wenn

man wegen der Reha mit seinem Arbeitgeber

spricht, muss man selbstbewusst

auftreten und davon überzeugt sein, dass

die Reha einem zusteht. Ich ärgere mich

jetzt enorm darüber, dass ich das nicht

von vornherein gemacht habe. Insgesamt

sollte die Mutter-Kind-Reha bekannter gemacht

werden. Frauen sollten wissen,

dass sie ein Recht darauf haben.

(Der Name der Betroffenen wurde von der Redaktion

geändert. Der richtige Name ist der Redaktion bekannt.)

MEIN GESUNDES MAGAZIN 23

Quelle: Thorben-Wengert/pixelio.de


REHA RECHT

Auch wirtschaftlich ist diese Regelung

sinnvoll. Ein von der Schweizer Prognos

AG in Basel erstelltes Gutachten unterstreicht

die Wirtschaftlichkeit der Rehabilitationsmaßnahmen.

Das zunächst für

ausgewählte Indikationen erstellte Gutachten

belegt, dass für jeden in die Rehabilitation

investierten Euro die Volkswirtschaft

fünf Euro zurückerhält.

Nebenbei erhalten Rehabilitationsmaßnahmen

der Volkswirtschaft jährlich

150.000 Arbeitskräfte. Auch die Untersuchungen

der Deutschen Rentenversicherung

bestätigt den Nutzen der Rehabilitation.

Doch in der Praxis werden den Patienten

oftmals schon im Antragsverfahren

riesige Steine in den Weg gelegt,

was die betroffenen Patienten

als zermürbend empfinden. Mit Abgabe

des Antrages beginnt häufig

eine harte Geduldsprobe für den Patienten.

Immer wieder berichten Patienten, dass

Maßnahmen abgelehnt werden:

- Mit einfachem Schreiben (statt einem

Bescheid) an den Patienten, welches

den Patienten im Unklaren lässt, wie er

sinnvoll gegen die unbe-

24

§

Quelle: ristaumedia.de/fotolia.com

Der (oftmals steinige) Weg

zur Rehabilitation

Seit dem Jahr 2007 sind Vorsorge und Rehabilitationsleistungen für Mütter

und Väter Pflichtleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

rechtigte Ablehnung vorgehen kann.

Verlangen Sie von Ihrem Kostenträger

einen Bescheid, gegen den Sie dann

im Falle der Ablehnung einen begründeten

Widerspruch einlegen!

- Mit völlig unzureichend begründeten

Entscheidungen, die sich in keiner

Weise mit Ihren im Antrag dargelegten

Krankheitsbild auseinander setzen. Die

Entscheidung über Ihren Antrag auf stationäre

Rehabilitation bzw Vorsorgemaßnahme

ist eine „Ermessensentscheidung“,

das heißt eine Ablehnung

muss in Ihrem konkreten Fall begründet

sein und zwar nicht nur mit Allgemeinplätzen,

die auf jeden anderen Fall auch

passen würden. Weisen Sie in Ihrem Widerspruch

gegen einen unzureichend begründeten

Bescheid darauf hin, dass die

Entscheidung schon alleine deshalb „ermessensfehlerhaft“

ist, weil die Begründung

sich nicht mit Ihrem Antrag

auseinandersetzt.

- Mit dem lapidaren Hinweis,

dass ambulante

Maßnahme ausreichen würden,

ohne jede Begründung, warum

die von Ihrem Arzt festgestellte stationäre

Behandlungsbedürftigkeit nicht

vorliegt und ohne Prüfung, ob für Sie

ambulante Behandlungsmöglichkeiten

überhaupt sinnvoll erreichbar sind

oder sich auf Grund Ihrer Krankheit

nicht verbieten.

- Mit der Ablehnung der von Ihnen

im Antrag gewünschten

Klinik. Sie haben einen Anspruch,

dass Ihr Wunsch auf Behandlung

in der von Ihnen ausgewählten

Klinik (Wunsch- und Wahlrecht)

berücksichtigt wird, wenn

die Klinik einen Versorgungsvertrag

nach dem fünftenSozialgesetzbuchgeschlossen

hat und

medi-

zinische

Gründe für die Wahl

der Klinik vorliegen. Ihr

Wunsch darf nicht nur mit der Begründung,

dass Ihre Kasse einen Vertrag

mit einer anderen Klinik habe oder eine

andere Klinik günstiger sei, abgelehnt

werden. Im schlimmsten Fall können Sie

der Kasse anbieten, zusätzliche Fahrtkosten

selbst zu übernehmen.

Für Sie als Versicherten stellt sich daher die

Frage, wie dieser Teufelskreis am effizientesten

durchbrochen werden kann. Denn

das Ergebnis ist klar: Sie müssen nicht auf

ihren gesetzlichen Anspruch auf Rehabilitation

verzichten, weil der Sachbearbeiter

einer Kasse kurzfristig Geld sparen will.

Dabei sind Ihr Fingerspitzengefühl und Ihre

Hartnäckigkeit entscheidend, ob Sie Ihre

Rehabilitation in Ihrer Wunschklinik doch

noch in angemessener Zeit bewilligt bekommen.

Keinem ist geholfen, wenn Sie

erst nach jahrelangem Klageverfahren die

gewünschte und ihm zustehende Maßnahme

antreten dürfen. Außerdem verfügen

viele Patienten nicht über die Mittel,


Quelle: Bruce Parrott/fotolia.com

mit den Kosten

für die Rehamaßnahme

in Vorleistung

zu gehen,

um gegebenenfalls

nach jahrelangem

Rechtsstreit vor den Sozialgerichten

eine Erstattung zu erstreiten.

In der Praxis bedeutet das, dass bereits

der Antrag auf eine Rehabilitationsmaßnahme

mit Hilfe des behandelnden Arztes

sorgfältig begründet werden sollte. Ein

kurzes Gutachten, in dem die Gründe für

die Maßnahme ärztlich dargelegt sind,

bringt den Kostenträger schon in Begründungsnot,

will er den Antrag ablehnen.

Denn: gutachterliche Feststellungen des

behandelnden Arztes haben grundsätzlich

das gleiche Gewicht wie Feststellungen

des MDK.

Sollte der Antrag abgelehnt werden, besteht

noch keinerlei Grund zur Besorgnis.

In diesem Fall ist es ratsam,

sich wiederum schriftlich an

den Kostenträger zu wenden

und mit ergänzter Begründung,

die Notwendigkeit einer

Rehabilitationsmaßnahme

darzulegen. Beachten Sie bei

einer Ablehnung die Rechtsbehelfsbelehrung,

der Widerspruch ist binnen einem

Monat einzulegen. Bleiben Sie hier

am Ball und machen Sie mit den oben

aufgeführten Begründungen deutlich,

dass Sie Ihre Rechte kennen. Mittlerweile

gibt es auch Hilfestellungen bei

vielen Vermittlungs- und Beratungsstellen.

Darüber hinaus stehen zwischenzeitlich

viele Kliniken den Versicherten

mit Rat und Tat zur Seite. Auch der Ar-

beitskreis Gesundheit e. V. ist Patienten

neben der Auswahl einer geeigneten Rehaklink

gern bei allen Fragen rund um

das Antragsverfahren behilflich.

Weitere Informationen zum Wunsch- und

Wahlrecht finden Sie in den letzten Ausgaben

des Mein Gesundes Magazin, welches

zur Ansicht auf dem Internetauftritt

des Arbeitskreis bereitsteht.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 25


REHA SERVICE

26

Was ist Rehabilitation?

Die gesetzliche Krankenversicherung in

Deutschland dient dem Zweck, die

Gesundheit der Versicherten zu schützen

und zu erhalten. Daneben ist es auch

Aufgabe der Sozialversicherung, Maßnahmen

zur Besserung und zur

Wiederherstellung der Gesundheit und

Leistungsfähigkeit – sowie im Falle

der Minderung der Erwerbsfähigkeit –

Leistungen zur wirtschaftlichen

Sicherung der Versicherten zu erbringen.

Wir als Arbeitskreis Gesundheit e.V. legen unser

besonderes Augenmerk auf die Maßnahmen

zur Besserung und Wiederherstellung

der Gesundheit – die Rehabilitation. Wir haben

es uns zur Aufgabe gemacht, Sie zur Rehabilitation

umfassend zu informieren. Die Rehabilitation

ist für die Versicherten eine Chance,

wieder aktiv am Leben teilzuhaben. Kranken-

und Rentenversicherte haben einen Anspruch

auf Rehabilitation. Die Kosten für Rehamaßnahmen

tragen die „Kostenträger“,

d. h. Ihre Kranken- oder Rentenversicherung.

Welcher Kostenträger ist

zuständig?

Als Kostenträger kommen die Deutsche Rentenversicherung,

die Berufsgenossenschaft

sowie die gesetzlichen Krankenkassen in Betracht.

Die Deutsche Rentenversicherung ist

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Antworten auf häufige Fragen zur Rehabilitation

in aller Regel für Rehamaßnahmen Erwerbstätiger

zuständig. Erleidet jedoch beispielsweise

ein Erwerbstätiger einen Arbeitsunfall

oder erkrankt er an einer Berufskrankheit, ist

die Berufsgenossenschaft zuständig. Nur

wenn weder Rentenversicherungsträger noch

Berufsgenossenschaft zuständig sind, ist die

Krankenversicherung der Kostenträger.

Der Weg zur Reha

Um eine Reha zu bekommen, müssen gesetzlich

Versicherte einen Antrag beim zuständigen

Kostenträger stellen. Dabei steht

es gesetzlich Krankenversicherten frei, den

Antrag auch ohne vorherige Konsultation eines

Arztes direkt beim Kostenträger einzureichen.

Sollten Sie den Antrag versehentlich beim unzuständigen

Kostenträger gestellt haben,

schadet das nicht. Ihr Antrag muss dann von

der nicht zuständigen Stelle binnen kurzer

Frist – in der Regel nach spätestens zwei Wochen

- an den zuständigen Kostenträger weitergeleitet

werden. Diesen Umweg können

Sie umgehen: Auskunft über den zuständigen

Kostenträger erhalten Sie auch von Ihrer Krankenkasse.

Ein einfacher Anruf dort genügt.

Auch wenn ein Arztgutachten für einen Antrag

nicht unbedingt sein muss, sollte Ihr erster

Schritt auf dem Weg zur Reha immer zum

behandelnden Arzt führen. Er begutachtet die

Quelle: fotolia

Notwendigkeit der Rehamaßnahme. Dieses

Arztgutachten sollten Sie dem Antrag beim

Kostenträger beilegen. Wird die Maßnahme

dennoch ohne Arztgutachten beantragt, ist

die Krankenkasse verpflichtet, dem Versicherten

mehrere Gutachter zur Auswahl vorzuschlagen.

Ein Arztbesuch zur Begutachtung

kommt also auf jeden Fall auf Sie zu.

Eine Ausnahme zur „Antragspflicht“ gibt es

aber: Bei einer Anschlussheilbehandlung (AHB)

ist kein vorheriger Antrag für die Rehamaßnahme

notwendig. Bei einer AHB wird der Patient

direkt aus einem Akutkrankenhaus in eine

Rehaeinrichtung verlegt. Den Antrag für

die AHB stellt das Krankenhaus.

Wie wird Ihr Antrag geprüft?

Bevor der Kostenträger entscheidet, ob er eine

beantragte Rehamaßnahme genehmigt,

lässt er den Antrag prüfen. Im Rahmen dieser

„Prüfung der Notwendigkeit der Reha“ gewinnt

das ärztliche Gutachten immer mehr an

Gewicht. Geprüft werden im Antragsverfahren

Rehabilitationsbedarf, Rehabilitationsfähigkeit,

Rehabilitationspotential, Rehabilita tionsprognose

und Rehabilitationsziel.

Zu diesen vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen

(MDK) aufgestellten Prüfungskriterien

sollte das ärztliche Gutachten Stellung

nehmen.

Wunsch- und Wahlrecht

Der Gesetzgeber verlangt vom Kostenträger,

die berechtigten Wünsche des Versicherten

zu berücksichtigen. Informieren Sie sich vor

Beantragung der Maßnahme rechtzeitig darüber,

welche Rehabilitationsklinik Ihre Erkrankung

behandelt und Ihren sonstigen Wünschen

nach Lage, Ausstattung und Service

entspricht. Eine Übersicht von Rehakliniken

finden Sie in unserem umfangreichen Nachschlagewerk

„Rehabilitationskliniken stellen

sich vor“ oder auf unserem Internetauftritt unter

www.arbeitskreis-gesundheit.de.

Richten Sie Ihr Augenmerk besonders darauf,

dass die ausgewählte Klinik von unabhängiger

Stelle zertifiziert wurde und somit nach

hohen, regelmäßig überprüften Qualitätsstandards

therapiert. Informationen hierüber

erhalten Sie entweder über die Homepage


Indikationen für medizinische Reha

• Allergien

• Atemwegs-Erkrankungen

• Augenkrankheiten

• Erkrankungen des Bewegungsapparates (Orthopädie)

• Erkrankungen der Verdauungsorgane

• Essstörungen (Adipositas, Anorexia nervosa,

Bulimie)

• Gefäßkrankheiten

• Geriatrie

• Gerinnungsstörungen (Hämostaseologie)

• Gynäkologische Erkrankungen

• Harnwegserkrankungen (Urologie)

• Hautkrankheiten

• Herz- und Kreislauferkrankungen

• Krebserkrankungen (Onkologie)

• Mutter-Kind-Maßnahmen

• Neurologie

• Pädiatrie

• Psychische Erkrankungen (Psychiatrie)

• Psychosomatische Erkrankungen

• Rheumatische Erkrankungen

• Sprach-, Sprech-, Stimm- und Hörstörungen

• Stoffwechselerkrankungen und Endokrinopathien

• Suchtkrankheiten

der Klinik im Internet oder durch einen einfachen

Anruf bei der Klinik.

Ablehnung – wie weiter

Die Ablehnung ergeht als schriftlicher Bescheid.

Gegen diesen Bescheid muss in aller

Regel in einer Frist von einem Monat ab Erhalt

schriftlich Widerspruch eingelegt werden.

An wen der Widerspruch zu richten ist, können

Sie der Rechtsbehelfsbelehrung der Ablehnung

entnehmen. Sie finden sie meist am

Ende des Schreibens. Wichtig: Nur ein rechzeitiger

Widerspruch verhindert den rechtskräftigen

Abschluss des Antragsverfahrens.

Einen Widerspruch müssen Sie begründen.

Bei der Begründing sollten Sie wiederum die

Hilfe des verordnenden Arztes in Anspruch

nehmen. So werden Rehamaßnahmen beispielsweise

oft „nach Aktenlage“ abgelehnt.

Das bedeutet, dass der Kostenträger nur danach

entscheidet, was im Antrag und dem

Arztgutachten steht. Oft ist es aber sinnvoll,

dass ein Arzt vom ärztlichen Dienst der Krankenkassen

(MDK) mit dem Patienten direkt

spricht und ihn untersucht. Während dieser

Vorstellung beim ärztlichen Dienst haben Sie

nochmals die Gelegenheit, die Dringlichkeit

und Notwendigkeit der Behandlung zu schildern.

In diesem Fall ist eine Vorstellung beim

ärztlichen Dienst häufig sinnvoll. In vielen Fällen

bekommen Sie schon auf Grund Ihres Widerspruchs

die Rehabilitationsmaßnahme.

Für den Fall, dass der Kostenträger auch nach

Widerspruch die beantragte Maßnahme ablehnt,

steht die Möglichkeit der Klage zum Sozialgericht

offen. Auch hier ist eine Frist von

einem Monat ab Bekanntgabe des Widerspruchsbescheides

einzuhalten. Das zuständige

Gericht finden Sie in der Rechtsbehelfsbelehrung.

Gerichtskosten fallen vor dem Sozialgericht

nicht an. Außerdem gehen die Gutachter-

und Sachverständigenkosten in der Regel

zu Lasten der Staatskasse.

Anwaltszwang besteht in der ersten und zweiten

Instanz vor dem Sozialgericht nicht. Dennoch

empfiehlt sich eine Vertretung durch einen

Rechtsanwalt. Die Anwaltskosten gehen

jedoch zu Ihren Lasten, sofern Sie den Prozess

verlieren und nicht über eine Rechtschutzversicherung

verfügen.

Quelle: fotolia

MEIN GESUNDES MAGAZIN 27


REHA REISE

Sonne, Wind und Meer

Der Nordwesten Deutschlands wird begrenzt durch die unendliche

Weite des Meeres – der Nordsee. Die Küste ist geprägt von

klarer salzhaltiger Luft. Eine stürmische Brise, warme Sonnenstrahlen

und feinsandige Strände erwarten den Besucher.

Die Nordsee ist ein junges Meer. Dort,

wo heute Schiffe fahren, lag am Ende

der letzten Eiszeit noch trockenes Land.

Doch bereits vor 5000 Jahren wagten

Menschen die gefährliche Fahrt über die

wilde Nordsee. Im 12. Jahrhundert besiedelten

die Friesen die weitgehend

leere Moor- und Marschlandschaft an

der Nordseeküste und brachten es zu

nicht unerheblichem Reichtum. Zudem

nutzten Kaufleute die Nordsee und die

großen Flüsse als Handelswege. Daher

und zum Schutz vor den Wikingern entstanden

an der Nordseeküste viele Handelsstädte,

die sich im Jahr 1241 zu einem

Bund zusammenschlossen: der

Hanse.

Neben der demografischen Entwicklung

zieht vor allem die einzigartige Natur die

Besucher und Einheimischen immer wieder

in ihren Bann. „Ans Haff nun fliegt die

Möwe, und Dämmrung bricht herein;

über die feuchten Watten spiegelt der

Abendschein.“, so sah es Theodor Storm

in „Meeresstrand“.

Ebbe und Flut prägen den Tagesrhythmus

an der Nordsee auf ihre ganz besondere

Weise. Bei Ebbe offenbaren sich die Geheimnisse,

die sonst unter dem Wasser

verborgen sind. Auch wenn die zurückweichende

See den Eindruck einer riesigen

Schlickwüste hinterlässt, so vernimmt

man dennoch das im Wattenmeer

pulsierende Leben in jedem Knistern,

Schmatzen und Blubbern. Und die zurückkehrende

Flut deckt all das wieder

sanft zu. Der zum Teil stürmische Wind,

der über die weitläufige Landschaft fegt,

verleiht der Nordseeküste ihren einzigartigen

Charme.

28

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Seit fast 200 Jahren finden Reisende Erholung

an der Nordsee. Die besonderen

klimatischen Bedingungen an der deutschen

Nordseeküste gelten als gesundheitsfördernd.

Die natürlichen Ressourcen,

unter anderem Meerwasser, Schlick

und Schwefelsole unterstützen die Gesundheit

der Besucher. Die günstigen Klimafaktoren

von Luft, Wasser, Wind und

Sonnenstrahlung aktivieren die Abwehrkräfte

und den Kreislauf. Sie stärken das

Immunsystem und wirken heilend, insbesondere

auf Haut und Atemwege. Aus

dieser Erkenntnis heraus entstanden an

der Nordseeküste viele Rehabilitationseinrichtungen.

Diese bieten neben vielfältigen

Therapiemöglichkeiten für Erwachsene

und Kinder auch ein breites

Freizeitangebot für jung und alt.

Quelle: Friesenhörn

Quelle: Fotolia

Reha- und Vors

Kinder und Jug

Name

Klinik Bad Blankenburg

AHG Klinik für Kinder und Jugendliche Beelitz-Heilstätten

MEDIAN-Kliniken GmbH & Co. KG MEDIAN Klinik Grünheide

Kinder-Reha-Zentrum Usedom

Mutter-Kind-Klinik „Schwarzheide“ im

AKG Reha-Zentrum im Ostseeheilbad Graal-Müritz

Mutter-Kind-Klinik „Tannenhof“ im

AKG Reha-Zentrum im Ostseeheilbad Graal-Müritz

Ostseeklinik Königshörn

AOK-Klinik Rügen

Ostseeklinik Grömitz

Südstrandklinik Fehmarn GmbH

Mutter-Kind Kurklinik Miramar Jäcker GmbH & Co. KG

Köhlbrand Kuren an der Nordsee

AOK-Nordseeklinik für Mutter und Kind

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH

Mutter & Kind-Klinik Dangast

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken GmbH

Mutter & Kind-Klinik Horumersiel

Michels Kliniken Niedersachsen GmbH & Co. KG

Nordseeklinik Norderney

Kurklinik Strandrobbe GmbH

MediClin Seepark Klinik

Klinik „Der Fürstenhof“

MediClin Deister Weser Kliniken

MEDIAN Klinikum für Rehabilitation Klinik Flachsheide

Aatalklinik Wünnenberg GmbH

Charlottenhall Rehabilitations- und Vorsorgeklinik gGmbH

Kurparkklinik

Kindertherapiezentrum Haus „Sonnenschein“

Fachklinik Bad Bentheim

Rehabilitationsklinik Werscherberg

Paracelsus Wittekindklinik

Edelsteinklinik

Internistisch Psychosomatische Fachklinik Hochsauerland

Klinik Brilon-Wald

Vorsorge- und Rehabilitationsfachklinik für

Mutter/Vater-Kind „HÄNSLEHOF“

Katharinenhöhe Rehabilitationsklinik

Hegau-Jugendwerk GmbH

Park-Klinikum Bad Krozingen Schwarzwaldklinik Geriatrie

Eltern-Kind-Fachklinik

AKH Alpenblick Klinik Hotzenplotz

ITZ Caritas-Haus Feldberg GmbH

Klinik Hochried Kath. Jugendfürsorge der Diözese

Augsburg e.V.

Klinik Schönsicht Berchtesgaden

Hochgebirgsklinik Mittelberg

Hochgebirgszentrum Klinik Santa Maria

Klinik Prinzregent Luitpold

Frankenland-Klinik der LVA Oberfranken und Mittelfranken

Klinik Bavaria Freyung GmbH &Co. KG

Fachklinik Schlehreut

Silberberg Klinik Bodenmais

Klinik „Haus Franken“ GmbH Frankenklinik

HG Naturklinik Michelrieth GmbH

SANADERM Fachklinik für Hautkrankheiten,

Allergologie u. Lymphologie GmbH & Co. KG

Sophien Klinik Bad Sulza gGmbH

Hochgebirgsklinik Davos mit Allergieklinik Davos

Allergieklinik Davos


orgeeinrichtungen für

endliche

PLZ

07422

14547

15537

17459

18181

18181

18551

18556

23743

23769

23775

25826

25946

26316

26434

26548

27476

29389

31812

31848

32105

33181

36433

37308

37308

48455

49143

49152

55758

57392

59929

78073

78141

78262

79189

79263

79736

79868

82418

83471

87466

87541

88175

91438

94078

94110

94249

97616

97828

97980

99518

CH-7265

CH-7265

Ort

Bad Blankenburg

Beelitz-Heilstätten

Grünheide

Kölpinsee

Graal-Müritz

Graal-Müritz

Glowe/Rügen

Wiek/Rügen

Grömitz, Ostseeheilbad

Burg

Großenbrode

St. Peter-Ording

Norddorf/Amrum

Varel/Nordseebad Dangast

Wangerland

Norderney

Cuxhaven

Bad Bodenteich

Bad Pyrmont

Bad Münder

Bad Salzuflen

Bad Wünnenberg

Bad Salzungen

Heilbad Heiligenstadt

Heiligenstadt

Bad Bentheim

Bissendorf

Bad Essen

Bruchweiler

Schmallenberg-Bad Fredeburg

Brilon

Bad Dürrheim

Schönwald

Gailingen

Bad Krozingen

Simonswald

Rickenbach

Feldberg

Murnau

Berchtesgaden

Oy-Mittelberg

Bad Hindelang/Oberjoch

Scheidegg

Bad Windsheim

Freyung

Wegscheid

Bodenmais

Bad Neustadt/Saale

Marktheidenfeld

Bad Mergentheim

Bad Sulza

Davos-Wolfgang

Davos-Wolfgang

Telefon

036741 490

033204 62 110

03362 7390

038375 500

038206 87000

038206 89000

038302 73303

038391 720

04562 254121

04371 893320

04367 7180

04863 7070

04682 960110

04451 9220

04426 9440

04932 88 0

04721 6990

05824 210

05281 1503

05042 600 232

05222 3980

02953 970750

03695 6923 0

03606 6630

03606 663131

05922 74 0

05402 4060

05472 93501

06786 120

02974 73 0

02961 9810

07726 6670

07723 65030

07734 9390

07633 932101

07683 501 0

07765 188 0

07676 9300

08841 4740

08652 60040

08366 9800

08324 780

08381 8960

09841 950

08551 990

08592 8817 0

09924 77 10

09771 6704

09394 801 0

07931 5380

036461 970

0041 814174444

0041 081 417 19 19

Homepage

www..klinik-bad-blankenburg.de

www.ahg.de/AHG/Standorte/Beelitz/

www.median-kliniken.de

www.ifa-gesundheit.de

www.akg-rehazentrum.de

www.akg-reh-zentrum.m-vp.de

www.ostseeklinik-groemitz.de

www.aok-klinik.de

www.ostseeklinik-grömitz.de

www.ifa-gesundheit.de

www.kurklinikmiramar.de

www.koehlbrand.de

www.aok-nordseeklinik.de

www.friesenhoern.de

www.friesenhoern.de

www.nordsee-klinik-norderney.de

www.strandrobbe.de

www.mediclin.de

www.klinik-der-fuerstenhof.de

www.deister-weser-klinik.de

www.median-kliniken.de

www.aatalklinik.de

www.charlottenhall.com

www.heilbad-heiligenstadt.de

www.klinikgesellschaft-heilbad-heiligenstadt.de

www.fk-bentheim.de

www.rehaklinik-werscherberg.de

www.wittekindklinik.de

www.edelsteinklinik.de

www.fachklinik-hochsauerland.de

www.klinik-brilon-wald.de

www.haenslehof.de

www.katharinenhoehe.de

www.hegau-jugendwerk.de

www.park-klinikum.de

www.ak-familienhilfe.de

www.hotzenplotz-klinik.de

www.caritas-haus-feldberg.de

www.klinikhochried.de

www.klinikschoensicht.de

www.reha-klinik-oy-mittelberg.de

www.santa-maria.de

www.klinikprinzregentluitpold.de

www.frankenland-klinik.de

www.bavaria-klinik.de

www.fachklinik-schlehreut.de

www.silberberg-klinik.de

www.frankenklini-bad-neustadt.de

www.naturklinik.com

www.sanaderm.de

www.sophien-klinik.de

www.hochgebirgsklinik.ch

www.allergieklinik.ch

GEWINN

Gewinnen Sie

einen Freizeit- oder

Tierparkbesuch

Beantworten Sie unsere Gewinnspielfrage

und gewinnen

Sie einen Besuch in einem Freizeit-

oder Tierpark Ihrer Wahl.

Mit etwas Glück können Sie und Ihr(e)

Kind(er) einen Besuch in einem Freizeitoder

Tierpark Ihrer Wahl im Wert von bis zu

200 Euro gewinnen. Hierzu laden Sie die

Friesenhörn-Nordsee-Kliniken, mit ihren Vorsorge

und Rehabilitationskliniken für Mutter

& Kind, gelegen in Dangast und Horumersiel

an der Nordsee, ein. Genießen Sie einen

unvergesslichen Tag – erleben Sie Action,

Abenteuer und beste Unterhaltung in

einem Freizeitpark oder sehen Sie wilde

Tiere hautnah in einem Zoo oder Tierpark.

Und so wird’s gemacht:

Beantworten Sie die Frage auf der vorbereiteten

Postkarte auf den Seiten 15 und

16. Füllen Sie die Karte vollständig aus –

bitte den Absender und die Telefonnummer

nicht vergessen – und senden Sie die

Karte anschließend an den Arbeitskreis

Gesundheit e.V.

Einsendeschluss ist der 31.08.2010!

Viel Glück!

Wir haben aus den Einsendungen

zum letzten Preisrätsel (Lösungs -

wort: Tropfsteinhöhlen) eine Gewinnerin

gezogen und gratulieren

Frau Anneliese N. aus Aschersleben

zu einem Wochenende für

zwei Personen in der Teufelsbad

Fachklinik in Blankenburg/Harz.

MEIN GESUNDES MAGAZIN 29

Quelle: Friesenhörn-Nordsee-Kliniken

Quelle: Friesenhörn-

Nordsee-Kliniken


MGM_2_5856_Version_8_ausblicke neu_2010 30.06.10 12:17 Seite 30

AUSBLICKE

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Ausgabe 3/2010

Erfahren Sie in unserer nächsten Ausgabe wes halb Redewendungen

wie „Etwas liegt einem schwer im Magen“

oder „eine Sache geht einem an die Nieren“ durchaus auf

ein gesundheitliches Problem hindeuten können.

Psychosomatik: Das sind der Geist und der Körper. Diese Lehre betrachtet geistig-seelische

Fähigkeiten und deren Beziehung zu körperlichen Vorgängen. Neben der

ambulanten Behandlung durch entsprechend weitergebildete Ärzte und nichtärztliche

Psycho therapeuten, gibt es in Deutschland eine im internationalen

Vergleich große Zahl von stationären Behandlungsangeboten. Diese umfasst

sowohl etablierte integrative und interdisziplinäre Konzepte, aber auch

Angebote in psychosomatischen Fachkliniken unterschiedlicher Prägungen.

Solche Rehabilitationseinrichtungen bieten medizinische, berufliche und

psychosoziale Angebote durch Betreuung von Spezialisten. Wie dies erfolgt,

darüber berichten wir in unserer nächsten Ausgabe.

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Herausgeber ist der „Arbeitskreis Gesundheit e.V.“ , eine

gemeinnützige Initiative von deutschen Reha- und Vorsorgeeinrichtungen.

Das Magazin erscheint vier mal im Jahr mit einer

Auflage von zur Zeit 62.000 Exemplaren

Arbeitskreis Gesundheit e.V.

Gustav-Mahler-Str. 2

04109 Leipzig

Telefon: 0341 / 87059590

Fax: 0341 / 870595959

E-Mail: info@arbeitskreis-gesundheit.de

Internet: www.arbeitskreis-gesundheit.de

www.rehaklinik.com

Redaktion: Dr. Katja Flieger und Dr. Claudia Hoffmann,

KonTextGesundheit GbR, Berlin

Gestaltung: KNM Krammer Neue Medien GmbH,

Düsseldorf

Anzeigen: Krammer Verlag Düsseldorf AG, Goethestraße 75,

40237 Düsseldorf, Alke Schmeis (Telefon 0211/9149455)

Druck: D+L Reichenberg GmbH, Bocholt

Veröffentlichungen: Die Artikel zu medizinischen Themen

ersetzen nicht den Besuch bei einem Arzt!

30

IMPRESSUM

MEIN GESUNDES MAGAZIN

Quelle: DN/fotolia.com


In unmittelbarer Strandnähe am einzigen

Südstrand an der schleswig-holsteinischen

Ostseeküste liegt die Ostseeklinik Grömitz

im familienfreundlichen Ostseeheilbad Grömitz.

In zwei Häusern, verbunden durch einen

großzügigen Atriumkomplex, sind die

Patienten in modernen und geschmackvoll

eingerichteten Appartements mit Mutter-

und separatem Kinderzimmer untergebracht.

Für die Gesundheit der kleinen und großen

Patienten arbeiten die Teams der Ostseeklinik

Grömitz nach einem ganzheitlichen Konzept

zusammen. Eine physikalische Abteilung

mit Schwimmbad, Saunen, Solarien,

Ateliers, Seminarräume, ein hochmoderner

Ergometerraum mit traumhaftem Blick auf

die Ostsee u. v. m. sind für die verschiedenen

medizinischen Angebote vorhanden.

Erholsame Stunden, auch außerhalb der

Therapiezeiten, können auf dem großzügigen

Außengelände mit mehreren Spiel- und

Sportplätzen (z. B. Tennisplatz) verbracht

werden. Besonderes Highlight sind die klinikeigenen

Fahrräder sowie die exklusiven

Strandkörbe am vorgelagerten Strandabschnitt.

Die ganztägige Kinderbetreuung durch liebevolle

Erzieherinnen in sieben Kindergruppen

(Kindergarten, Hortgruppe, Kinderkrippe),

in der Schule, im großen Spielhaus

oder auch in der Lehrküche mit der „Kochlöffelbande“,

macht den kleinen Gästen riesigen

Spaß. Hierbei hilft auch der Co-Therapeut

GRÖMEL, ein lebensgroßer brauner

Zottelbär, der sich vorstellen möchte:

Ich bin Grömel, der Bär an der Ostsee. Hier

gibt es viel Wasser, viel Sand und ganz viele

Möwen und Fische. Aber nur einen Grömel-Bär.

Alleine bin ich trotzdem nicht. Denn ich wohne

in der Ostseeklinik Grömitz. Das ist ein schöner

Platz für Mütter mit Kindern. Wir in der

Klinik helfen denen. Denn viele sind krank,

müde und lachen nicht mehr. Deshalb gibt es

bei uns Ärzte, Krankenschwestern und viele

liebe Helfer. Und mich, den Grömel-Bär. Ich

helfe auch mit.

Wenn jemand traurig ist, kann ich trösten.

Wenn einer Angst hat, komme ich mit und passe

auf. Lustige Sachen kann ich gut. Und

schmusen, ich bin ein Kuschelbär.

Kommt mich doch mal besuchen. Ich werde

auch ganz lieb sein. Großes Bären-Ehrenwort!

Es grüßt ganz lieb Euer Grömel

Schauen Sie doch mal bei

uns vorbei:

www.ostseeklinik-groemitz.de

Ostseeklinik Grömitz

Rehabilitationsklinik für Mutter und Kind

Blankwasserweg 65

23743 Ostseeheilbad Grömitz

Tel: 0 45 62 / 2 54 – 0

Fax: 0 45 62 / 2 54 – 199

www.ostseeklinik-groemitz.de

info@ostseeklinik-groemitz.de

Kontakt/Termine,

kostenlose Hotline: 0800-0254130

oder per Email:

patientenaufnahme@ostseeklinik-groemitz.de


REchtzeitig HAndeln

Krankheiten, Behinderungen und Unfälle können jeden Menschen in jeder Lebensphase treffen. Solche

Schicksalsschläge verändern alle Perspektiven von einem Tag auf den anderen. Probleme beim Verlust des

Arbeitsplatzes, dem Einstieg oder der Rückkehr ins Erwerbsleben und erhebliche Einschnitte im Alltag sind

oft die gravierenden Folgen. Hier hilft die Rehabilitation: Sie berücksichtigt von Anfang an alle Phasen des

Krankheitsverlaufs, individuelle Stärken und Schwächen, unterschiedliche Bedürfnisse und Möglichkeiten

der betroffenen Menschen. Um beste Ergebnisse zu erzielen, verzahnt sie frühzeitig medizinische, berufl iche

und soziale Aspekte, erwägt Alternativen und parallele Entwicklungen.

Am 25. September 2010 ist Reha-Tag.

Besuchen Sie eine Klinik in Ihrer Nähe.

Der 7. Deutsche Reha-Tag ist eine Gemeinschaftsinitiative von

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www.rehatag.de

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