Personal- Sozialbericht 2006 - Arcelormittal Eisenhüttenstadt Gmbh

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Personal- Sozialbericht 2006 - Arcelormittal Eisenhüttenstadt Gmbh

PERSONAL-UND

SOZIALBERICHT

Arcelor

Eisenhüttenstadt

2006


Arcelor Eisenhüttenstadt

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT

2006


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

VORBEMERKUNG

2

Liebe Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, sehr geehrte Damen und Herren,

das Jahr 2006 war für unser Unternehmen reich an Ereignissen. Im Juni 2006 stimmte der

Arcelor Verwaltungsrat der Fusion mit Mittal Steel zu. Damit fand einer der wohl ungewöhnlichsten

Fusionsprozesse in der Geschichte der Stahlindustrie ein Ende. Mit der Verschmelzung von

Arcelor und Mittal Steel ist der mit Abstand größte Stahlhersteller der Welt entstanden. Unter der

Flagge von ArcelorMittal agieren gegenwärtig 320.000 Beschäftigte in mehr als 60 Ländern

und wir in Eisenhüttenstadt sind mit dabei. Diese neue Konstellation stellt an uns neue Herausforderungen,

bietet aber auch gute Chancen, unser Unternehmen nachhaltig zu entwickeln.

Als im September 2006 überraschend der Präsident des neuen Verwaltungsrates Lakshmi

Mittal nach Eisenhüttenstadt kam, war er insbesondere von der Kompetenz unserer Belegschaft

und der Leistungsfähigkeit unseres Standortes beeindruckt. Diese positive Resonanz ist eine Bestätigung

unseres eingeschlagenen Weges, sollte uns aber auch ermuntern, die noch vorhandenen

Verbesserungspotentiale noch konsequenter zu nutzen. Wie heißt es doch: „Wer aufhört

besser zu werden, ist bald nicht mehr gut.“

Dies gilt nicht nur für die Produktion, sondern für alle Gebiete unseres Wirkens. Im Konzern

und in der deutschen Stahlindustrie liegen wir mit unseren Ergebnissen im Arbeits- und Gesundheitsschutz

im Spitzenfeld. Damit es auch weiterhin so bleibt, sind tägliches Engagement und

ständige Aufmerksamkeit eines jeden Beschäftigten notwendig, um unser Ziel – null Unfälle – zu

erreichen. Gesundheit und Sicherheit sind aber nicht allein wichtige Themen der Arbeitswelt, sie

greifen auch tief in die Belange der Familie. Kinder können wirksam dabei mithelfen, Erwachsene

für diese Problematik zu sensibilisieren. Kinder „sind die wirklichen Lehrmeister der Menschheit.“

Das war für uns ein Grund, aus Anlass des Tages der Gesundheit und Sicherheit die Kinder unserer

Stadt zu einem Kreativwettbewerb aufzurufen. Die Resonanz übertraf alle unsere Erwartungen.

Fast 500 Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren beteiligten sich. Einige dieser kleinen

Kunstwerke stellen wir in dieser Broschüre vor. Sie werden dabei feststellen, dass Themen wie

Gesundheit und Sicherheit, betrachtet mit den Augen der Kinder, eine neue sinnliche Dimension

erlangen.

Seit Juni 2006 firmiert unser Unternehmen als Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH. Auch mit neuem

Namen bleiben wir der Stadt, deren Namen wir nun tragen, sowie der Region eng verbunden.

Wir engagieren uns dabei auf die vielfältigste Weise. Unser Anspruch ist: ein attraktiver

Arbeitergeber in einer attraktiven Region zu sein. Ein Aspekt ist dabei, für unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter eine familienfreundliche Unternehmenspolitik zu gestalten. Die Vereinbarkeit

von Familie und Beruf ist eine wesentliche Antwort auf die demographische Entwicklung und ein

wichtiger Standortfaktor. Globalisierung, Flexibilität und Wissensintensivierung machen einen

verlässlichen Rahmen erforderlich, speziell für die Familien unserer Beschäftigten, einschließlich

der Familienplanung. Wandel braucht Sicherheit und Regeln. Deshalb haben wir uns im vergangenen

Jahr einem Zertifizierungsverfahren zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterzogen.

Als erstes Industrieunternehmen im Land Brandenburg erhielten wir das Grundzertifikat zum audit

berufundfamilie ® der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung. Darauf können wir stolz sei. Dieses

Gütesiegel verpflichtete uns jedoch auch dazu, in unseren Anstrengungen auf diesem Gebiet

nicht nachzulassen, denn auch hierbei geht es um die Zukunft unseres Unternehmens und unserer

Region.

Im Namen der Geschäftsführung bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern für das große Engagement im Jahr 2006. Ebenso gilt mein besonderer Dank

den Arbeitnehmervertretern und Aufsichtratsmitgliedern für die Fortsetzung der vertrauensvollen

und konstruktiven Zusammenarbeit. Mit Blick auf die hohe Motivation, Kreativität und Leistungsbereitschaft

unserer Beschäftigten können wir zuversichtlich in die Zukunft schauen.

Glück auf!

Rainer Barcikowski

Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen

Arbeitsdirektor

Eisenhüttenstadt, März 2007


Personalindikatoren Staff indicators

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Kennziffern Key indicators 2002 2003 2004 2005 2006

Mitarbeiter* Employees 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001

davon Gehaltsempfänger Thereof white collar 910 893 872 863 848

davon Lohnempfänger Thereof blue collar 2.125 2.100 2.081 1.992 1.963

davon Auszubildende Thereof apprentices 195 190 186 184 190

Frauenanteil (in %) Share of women 24,7 24,1 23,7 23,7 23,6

Ø Lebensalter (in Jahren) Average age (in years) 42,5 42,9 43,5 43,5 44,4

Ø Betriebszugehörigkeit (in Jahren) 19,2 19,6 20,7 21,1 21,7

Average length of company service (in years)

Schwerbehindertenquote (in %) Disabled quota 5,4 5,6 6,6 6,7 7,2

Fluktuationsrate (in %) Fluctuation rate 1,24 2,36 2,13 3,36 3,08

Gesundheitsrate (in %) Health rate 93,96 93,69 95,37 95,54 95,96

davon GE Thereof white collar 96,20 95,77 96,91 96,28 97,51

davon LE Thereof blue collar 93,11 92,86 94,76 95,25 95,41

Unfälle mit Arbeitsausfall ab 1 Tag 33 15 7 7 5

Accidents 1 day and more absence

Unfallhäufigkeit (je 1 Mio. Arbeitsstunden) 6,8 3,2 1,4 1,6 1,2

Accident frequency (every 1 million hours)

Durchschnittlicher Schweregrad Degree of severity 0,16 0,16 0,04 0,10 0,09

Anteil Mehrarbeit zu geleisteten Arbeitsstunden (in %) 0,20 0,21 0,24 0,10 0,04

Percentage of overtime vs. performed working hours

Personalaufwand/Tonne Halbzeug, Warmband, Flachstahl (€/t) 24,90 26,20 25,80 27,70 24,30

Total staff costs per ton of semis, hot rolled coil, flat steel (€/to)

Weiterbildung (Teilnahmen) 2.876 4.035 2.836 2.709 2.961

Advanced occupational training (participations)

Ideenmanagement Management of ideas

Anzahl Vorschläge Number of suggestions 603 540 588 560 956

Anzahl Einreicher Number of proposers 516 502 472 419 624

Einsparungen aus Vorschlägen (in T€) Savings 1.053 1.546 2.083 2.004 1.157

* Zur besseren Verständlichkeit des Textes ist von Mitarbeitern die Rede,

obwohl selbstverständlich auch unsere Mitarbeiterinnen gemeint sind.

Leitende Angestellte LA

Außertarifliche Angestellte AT

Gehaltsempfänger GE

Lohnempfänger LE

Tarifgruppe TG

Lohngruppe LG

3


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

INHALTSVERZEICHNIS Contents

1 Gesundheitsmanagement Health management 6

1.1 Arbeitssicherheit Occupational safety 7

1.2 Gesundheitsförderung Medical welfare 9

1.3 Werkfeuerwehr Company fire department 11

2 Personalbestand Staff level 12

2.1 Mitarbeiter Employees 12

2.2 Personalbewegung Personnel movement 13

2.3 Altersteilzeit Part-time employment for old-age pensioners 14

2.4 Schwerbehinderte Beschäftigte Severely handicapped employees 15

2.5 Bereich Technisch-Kaufmännische Dienste Department of technical-commercial services 16

3 Belegschaftsstrukur Personnel structure 17

3.1 Beschäftigungsvergleich Männer – Frauen Employment comparison men vs. women 17

3.2 Altersstruktur Age structure 18

3.3 Betriebszugehörigkeit Length of company service 21

3.4 Nationalitätszugehörigkeit Nationalities of total staff 21

4 Arbeitszeit Working hours 22

5 Personalaufwand, Einkommensentwicklung und soziale Leistungen 25

Total staff costs, compensation development and social benefits

4


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

6 Vereinbarkeit von Beruf und Familie Work-Life-Balance 28

7 Personalentwicklung Personnel development 29

7.1 Berufliche Erstausbildung Primary vocational training 29

7.2 Nachwuchsförderung Promotion of prospective managers 32

7.3 Qualifizierung/Weiterbildung Vocational qualification/advanced occupational training 34

7.4 Ideenmanagement (Betriebliches Vorschlagswesen) Management of ideas (employee suggestion scheme) 36

QualifizierungsCentrum der Wirtschaft GmbH 38

8 Kommunikation und Information Communication and information 39

8.1 Interne Kommunikation Internal Communication 39

8.2 Veranstaltungen und Betriebsbesichtigungen Events and plant tours 40

9 Soziale Verantwortung Corporate Social Responsibility 41

9.1 Bürgerschaftliches Engagement Corporate Citizenship 41

9.2 Aktionen gegen Gewalt von Rechts – für Toleranz Measures against violence from the political right – for tolerance 44

10 Betriebliche Mitbestimmung Co-determination 45

Wichtige Ereignisse im Jahr 2006 Main events in 2006 46

5


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

1Gesundheitsmanagement

Health management

6

Gesundheit und Sicherheit am Arbeitsplatz genießen im Konzern und in den Unternehmen

von ArcelorMittal oberste Priorität. Auch am Standort Eisenhüttenstadt bilden die Erhaltung

der Gesundheit und die Gewährleistung der Sicherheit unserer Mitarbeiter längst strategische

Faktoren der Unternehmenspolitik, die in Leitbild und Kultur sowie Strukturen und Prozesse

des Unternehmens fest verankert sind. Aus diesem Grund verfolgt unser Unternehmen

ein umfassendes Konzept zur langfristigen Implementierung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Health and Safety Day 2006

Mit dem am 29. März 2006 weltweit erstmalig durchgeführten „Tag der Gesundheit und

Sicherheit“ unterstrich Arcelor: Sicherheit und Gesundheit zählen zu den wichtigsten Konzernzielen.

An allen 700 Standorten in 60 Ländern fanden lokale Aktivitäten, praktische

Übungen und Ausstellungen statt, um die gemeinsamen Werte auf den Gebieten Gesundheit

und Sicherheit stärker ins Bewusstsein der 96.000 Mitarbeiter der Gruppe zu rücken.

Arcelor Eisenhüttenstadt veranstaltete an diesem Tag ein vielfältiges Programm rund um

die Themen Gesundheit und Sicherheit. Den Auftakt bildete die Eröffnung durch die Geschäftsführung

im Veranstaltungszelt. Hier hatten unsere Mitarbeiter Gelegenheit, sich bei

Firmenpräsentationen und Ausstellungen über das Thema persönliche Schutzausrüstungen

zu informieren. Unser Catering-Partner sorgte mit frisch gepressten Säften und Obst für einen

kräftigen Vitaminschub. Unter Mitwirkung der Brandenburgischen BKK fanden Vorträge

zur gesundheitsbewussten Ernährung und dem rückengerechten Verhalten beim Heben oder

Tragen statt. Wissenswerte Informationen erhielten die Teilnehmer der Info-Veranstaltungen

zum Umgang mit Atemschutztechnik oder zu Sofortmaßnahmen bei Stromunfällen.

Zahlreiche Mitarbeiter beteiligten sich an weiteren Aktivitäten, wie Sicherheits-Checks für

Fahrräder, Fitnesstests zur Überprüfung der eigenen Kondition, Notfall- und Evakuierungsübungen

in Verwaltungs- und Produktionsbereichen, Feuerlöschübungen sowie Nichtraucherkurse.

Zum „Tag der Gesundheit und Sicherheit” startete

Arcelor Eisenhüttenstadt einen Kreativwettbewerb mit

Kindereinrichtungen der Stadt. Unter dem Motto „Sicher,

gesund und fit – Hüttes Kinder machen mit!“ rief unser

Unternehmen Eisenhüttenstädter Kinder auf, ihre Ideen zu

den Themen Sicherheit und Gesundheit schöpferisch umzusetzen.

Die Resonanz, die der Aufruf auslöste, war überwältigend.

Fast 500 Kinder im Alter zwischen zwei und

elf Jahren aus dreizehn Kindertagesstätten und vier Grundschulen

der Stadt beteiligten sich am Wettbewerb. Über

170 Wettbewerbsbeiträge ganz unterschiedlicher Couleur

gingen ein.

Es war vorgesehen, die Arbeiten der Kinder außer im

Unternehmen auch einer breiten Öffentlichkeit bekanntzumachen.

Anfang Juni 2006 wurden sie von 350 Arcelor-

Managern in Luxemburg begeistert aufgenommen.

Außerdem waren die Kinderzeichnungen während des

Stadtfestes und später in einer Ausstellung im Eisenhüttenstädter

City-Center zu sehen. Mit den zwölf besten Arbeiten

wurde der Kalender unseres Unternehmens für das

Jahr 2007 gestaltet. Als einer der ersten erhielt Lakshmi

Mittal sowie alle Mitglieder des Verwaltungsrates während

ihres Besuches in Eisenhüttenstadt diesen Kalender von

Kindern überreicht.


1.1

Arbeitssicherheit

Occupational safety

Entwicklung Unfallgeschehen Development accidental events

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Unsere Belegschaft setzte auf ihrem Weg zum unfallfreien Unternehmen auch im Jahr

2006 neue Maßstäbe. Bis zum 31. Dezember 2006 blieb Arcelor Eisenhüttenstadt 107

Tage unfallfrei. Lediglich fünf Unfälle mit Arbeitsausfall im Jahr bedeuten für unseren

Standort den niedrigsten Wert seit seinem Bestehen. Im Jahr 2002 wurden beispielsweise

noch 33 Unfälle gezählt. Auch die Unfallhäufigkeit von knapp 1,2 Unfällen je 1 Million

Arbeitsstunden stellt einen neuen Bestwert dar (2002: 6,8). Die Zahl der schweren Unfälle,

d.h. der Verletzungen, die zu einer Ausfallzeit länger als 60 Tage geführt haben, fiel

ebenfalls geringer aus als in den vorangegangenen Jahren. Einzig der Schweregrad der

Unfälle änderte sich nur geringfügig: zwei langwierige Unfallverletzungen hatten jeweils

Ausfallzeiten von mehreren Monaten zur Folge.

Mit 47 gemeldeten Verletzungen auf dem Weg zwischen Arbeitsstelle und Wohnung

lag die Zahl der Wegeunfälle um 12 % höher als ein Jahr zuvor. Ursache war vor allem

der extreme Winter Anfang 2006. Fahrradfahrer waren mit 22 Unfällen am häufigsten

betroffen. In acht Fällen führten diese Ereignisse zu Arbeitsunfähigkeit.

2005 2006

Unfälle insgesamt Accidents total 257 254

davon Unfälle mit Ausfall Thereof accidents with absence 7 5

davon schwere Unfälle (> 60 Tage) Thereof accidents 4 2

davon Unfälle ohne Ausfall Thereof accidents without absence 214 211

Durchschnittlicher Schweregrad Degree of severity 0,10 0,09

Anzahl der Ausfalltage aus Arbeitsunfällen je 1.000 Arbeitsstunden Hours not worked per 1.000 working hours

Häufigkeit Unfälle mit Ausfall (je 1 Mio. Arbeitsstunden) Accident frequency (every 1 million hours) 1,6 1,2

Wegeunfälle insgesamt Travel accidents total 47 42

davon mit Ausfall Thereof with absence 19 19

Eric, 8 Jahre

7


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Entwicklung Unfallhäufigkeit Development accident frequency

8

24,7

17,7

mit Ausfallzeit 1 Tag

one day or more absence

15,6

1999 2000 2001 2002 2003

Die Analyse aller Unfallereignisse im Jahr 2006 zeigt, dass Unfälle beim Gehen, Verletzungen

durch Schlag oder Stoß und Quetschungen sowie Schnittverletzungen zu

den häufigsten Ereignissen zählen. Dabei musste erneut konstatiert werden, dass

knapp zwei Drittel aller Unfallverletzungen verhaltensbedingte Gründe hatten.

Auch im zurückliegenden Jahr ergriff unser Unternehmen deshalb zahlreiche Maßnahmen,

um das Bewusstsein der Mitarbeiter in Bezug auf potentielle Gefahrenquellen

zu stärken, beispielsweise über die TPM-Aktivitäten oder die regelmäßige Auswertung

von Unfällen, Beinaheunfällen und Gefährdungen. Innerhalb des Konzerns

hat sich dabei das Unfallinformations- und Berichtssystem REX (Retour D’Experience

Sécurité) bewährt.

6,8

3,2

1,4 1,6

2004 2005

2006

An die für unser Unternehmen tätigen Auftragnehmer und Fremdfirmen stellten wir

2006 in Sachen Arbeitssicherheit ähnlich hohe Maßstäbe wie an uns selber. Alle

Auftragnehmer wurden aufgefordert, Arbeitssicherheit mit hoher Priorität zu behandeln.

Die Ergebnisse des zurückliegenden Jahres belegen eine positive Entwicklung.

Während die mittlere Unfallhäufigkeit der erfassten Fremdfirmen 2004 noch bei

10,0 lag, ergab sich für das Jahr 2006 eine Unfallhäufigkeit von 4,0.

Mit den Ergebnissen auf dem Gebiet der Arbeitssicherheit stabilisierten wir auch

im Jahr 2006 unsere Stellung unter den besten Unternehmen sowohl innerhalb der

Arcelor Mittal Gruppe als auch in der deutschen Stahlindustrie.

1,2

Vivien, 6 Jahre,

Helme schützen vorm Kran


1.2

Gesundheitsförderung

Medical welfare

Stephanie, 10 Jahre

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Im Sinne eines ganzheitlichen Ansatzes umfasst unser betriebliches Gesundheitsmanagement

alle Maßnahmen, die der nachhaltigen Verbesserung von Gesundheit und Wohlbefinden

unserer Beschäftigten dienen. Arbeitnehmer und Unternehmen haben dabei ein gemeinsames

Interesse. Unter diesem Aspekt erlangt die aktive Einbeziehung unserer Mitarbeiter

in die betriebliche Gesundheitsförderung eine größere Tragweite. Dies geschieht

zum einen durch die konstruktive Zusammenarbeit zwischen Unternehmensführung und

Arbeitnehmervertretung. Zum anderen beziehen wir über die Gesundheitszirkel unsere

Beschäftigten als Experten in eigener Sache in unsere Gesundheitspolitik ein. Seit 2004

arbeiten dazu ca. fünfzehn Mitarbeiter verschiedener Bereiche regelmäßig und sehr aktiv

in zwei Gesundheitszirkeln mit. Unter Anleitung eines externen Moderators erfassen sie

nicht nur Schwachstellen im eigenen Arbeitsumfeld, sondern versuchen auch Ursachen zu

hinterfragen und Lösungswege zu entwickeln.

Hilfe zur Selbsthilfe finden Beschäftigte unseres Unternehmens

nicht nur in den Rückenschulkursen, die wir gemeinsam mit der

Brandenburgischen BKK in unserem Gesundheitszentrum anbieten,

sondern auch in der hier stattfindenden Suchtberatung. Zur weiteren

Prävention von Rücken- und Gelenkserkrankungen sowie zur

Steigerung von Fitness und Wohlbefinden setzten wir auch 2006

unsere Aktion „Bleib fit – Schwimm mit“ fort. Jeder Mitarbeiter erhielt

einen Jahresgutschein zur freien Nutzung des Eisenhüttenstädter

Inselbades. Darüber hinaus unterstützt unser Unternehmen seit

Jahren den Grand-Prix-Wettbewerb der Stadtwerke Eisenhüttenstadt.

Mit solchen Aktivitäten möchten wir unsere Mitarbeiter motivieren,

für ihre Gesundheit selbst aktiv zu werden. Eigenmotivation

ist die beste Garantie für nachhaltige Erfolge in der Gesundheitsförderung.

Diesem Ziel dienten 2006 auch individuelle Fitnesstests,

bei denen unsere Mitarbeiter Gelegenheit hatten, ihre konditionelle

Leistungsfähigkeit zu überprüfen. Unter fachlicher Anleitung standen dabei vor

allem Herz-Kreislauf-Diagnostik und Funktionsdiagnostik des Bewegungsapparates auf

dem Programm. Dieses kostenlose Angebot wurde im Vorjahr von 118 Mitarbeitern unseres

Unternehmens genutzt.

In der Betriebsvereinbarung zum Nichtraucherschutz aus dem Jahr 2005 war festgelegt,

unseren Beschäftigten Hilfe bei der Raucherentwöhnung anzubieten. Im Januar 2006

starteten dazu die ersten der insgesamt fünfzehn Raucherentwöhnungskurse. Insgesamt

nutzten 160 Mitarbeiter die Möglichkeit, sich unter fachkundiger Anleitung in nur fünf

Stunden das Rauchen abzugewöhnen. Da nur drei Mitarbeiter an der angebotenen Nachschulung

teilnahmen, kann man von einer hohen Erfolgsquote ausgehen.

Gesundheitsbewusstsein im betrieblichen Alltag ist eine Führungsaufgabe. Deshalb erweiterten

wir im zurückliegenden Jahr die Qualifizierungsveranstaltungen für unsere Führungskräfte,

Meister und Schichtführer um Gesundheitsthemen wie Sucht am Arbeitsplatz

und gesundheitsbewusstes Führen.

Entwicklung Gesundheitsrate* (in %)

Development health rate

2002 2003 2004 2005 2006

LE Blue collar 93,11 92,86 94,76 95,25 95,41

GE White collar 96,20 95,77 96,91 96,28 97,51

Gesamt Total 93,96 93,69 95,37 95,54 95,96

* ohne Arbeitsunfall (bez./unbez.) + Kur

Without industrial accidents (paid/unpaid) + health cure

9


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Arbeitsmedizinische

Betreuung

Occupational health care

Jolina, 5 Jahre,

Arbeiter müssen Obst essen,

damit sie gesund bleiben

10

Die Entwicklung der Gesundheitsrate in den letzten Jahren zeigt einen positiven Trend.

Trotzdem das Durchschnittsalter unserer Belegschaft kontinuierlich ansteigt, konnten wir

2006 die Gesundheitsquote gegenüber dem Vorjahr auf fast 96 % erhöhen. Damit stieg

die Gesundheitsrate seit 2002 um zwei Prozentpunkte. Dieses Ergebnis ist neben zahlreichen

Maßnahmen am Arbeitsplatz insbesondere auf das umfangreiche Gesundheitsangebot

in unserem Unternehmen und das dadurch gestiegene Gesundheitsbewusstsein innerhalb

unserer Belegschaft zurückzuführen.

Ein immanenter Bestandteil unseres Programms zur Gesundheitsförderung ist die enge

Kooperation mit den Krankenkassen, insbesondere mit der Brandenburgischen Betriebskrankenkasse,

bei der etwa zwei Drittel unserer Beschäftigten versichert sind. Gemeinsam

entwickelten wir im Jahr 2006 zahlreiche Aktivitäten, um vor allem die individuelle Gesundheitsvorsorge

unserer Mitarbeiter zu unterstützen. Mit der Einführung eines entsprechenden

Bonussystems unterstrich die BKK, dass sich Eigeninitiative zur Verbesserung des

persönlichen Gesundheitszustandes neben dem Wohlfühleffekt auch finanziell lohnen

kann. Auf vielfachen Wunsch unserer Beschäftigten wurde erstmals auch der Besuch in einem

Fitness-Studio finanziell stimuliert.

Die im Kooperationsvertrag zwischen unserem Unternehmen und der BKK angebotenen

Leistungen erfreuten sich auch 2006 steigendem Interesse in unserer Belegschaft.

Das betraf insbesondere Massagen, Gymnastikkurse, Rückenschulen und andere Gesundheitsfördermaßnahmen.

Seit Jahren bieten wir gemeinsam mit der Krankenkasse für unsere

Auszubildenden einen Fitness-Check im Sportzentrum Frankfurt/Oder an. Mit verschiedenen

Aktivitäten unterstützte uns die BKK auch bei der Durchführung unseres Gesundheits-

und Sicherheitstages im März 2006.

Die arbeitsmedizinische Betreuung unserer Belegschaft ist ein wesentlicher Bestandteil unseres

betrieblichen Gesundheitsmanagements. Kernpunkte dieser Betreuung sind alljährlich

die gesetzlich notwendigen Untersuchungen nach berufsgenossenschaftlichen Grundsätzen.

Entsprechend den Tätigkeitsfeldern in der Stahlindustrie betrifft dies insbesondere Untersuchungen

zu Fahr- und Steuertätigkeiten, Bildschirmarbeitsplätzen, Arbeiten mit Absturzgefahr,

Tätigkeiten unter Lärm, Hitze und Atemschutz, Schweißarbeiten sowie Untersuchungen

zum Umgang mit gesundheitsgefährdenden Arbeitsstoffen. Insgesamt wurden

im zurückliegenden Jahr über 2.000 solcher Vorsorgeuntersuchungen durchführt.

Sicherheitsrundgänge und Arbeitsplatzbegehungen, Gefahrstoffbewertungen, Arbeitsplatzanalysen

und Erste-Hilfe-Einsätze gehörten auch im Berichtsjahr zu den Leistungen des

betriebsmedizinischen Dienstes. Im Rahmen der regelmäßigen Sicherheitsrundgänge mit

Vertretern der Arbeitssicherheit, Betriebs- und Bereichsleitern, Betriebsrat und Betriebsarzt

wurden Belastungen am Arbeitsplatz analysiert, Unfallgefahrstellen minimiert und verstärkt

auf Ergonomie am Arbeitsplatz Wert gelegt.

Vorsorgemaßnahmen Provisional health measures

Untersuchungen nach BG-Grundsätzen 2.094

Erste-Hilfe-Leistungen 176

davon Tochterfirmen 40

Grippeschutzimpfungen 463

Arbeitsplatzbegehungen und Sicherheitsrundgänge 71


1.3

Werkfeuerwehr

Company fire department

Celine, 5 Jahre,

Ein Arbeiter kontrolliert

die Feuerlöscher

Pauline, 6 Jahre, Michelle, 5 Jahre,

Stahlglut

Dienstleistungseinsätze Services

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Auf dem Gebiet des Brandschutzes konnte der positive Trend der Vorjahre nicht fortgesetzt werden.

Die Zahl der Brände stieg im Jahr 2006 deutlich an. Allein zur Bekämpfung von Bränden

an Bahndämmen musste unsere Werkfeuerwehr sechzehn Mal ausrücken. In zehn Fällen entstanden

Brände durch Brenn- und Schneidarbeiten, das ist eine Steigerung um 50 %. Dieser Umstand

zeigt, dass diese Arbeiten potentielle Risiken aufweisen. Aus diesem Grund wurden die

Kontrollen der Werkfeuerwehr bei Schweiß- und Schneidarbeiten ausgedehnt. Über 90 % der

Brände im Jahr 2006 waren Kleinbrände, die kaum Schaden verursachten und in der Regel sofort

in der Entstehungsphase bekämpft wurden. Dies verdeutlicht, dass die präventive Arbeit im

Brandschutz, beispielsweise der Umgang mit Feuerlöschern, positive Ergebnisse zeitigt.

Brandentwicklung Fire development

2002 2003 2004 2005 2006

Brände gesamt Fires total 42 41 31 28 48

Kleinbrände Small fires 38 38 28 26 44

Die Hauptaktivitäten unserer Werkfeuerwehr bestanden auch im zurückliegenden Jahr in

Service- und technischen Hilfsleistungen. Eines der wichtigsten Tätigkeitsfelder der Werkfeuerwehr

war dabei der Einsatz bei der Reparatur der Reingassammelleitung am Hochofen

1, insbesondere zur Absicherung von Schweißarbeiten, zur Verlegung von Schlauchleitungen

und zu Arbeiten in gasexponierten Bereichen. Bei diesen Einsätzen bewährten

sich erneut die umfassende Ausbildung der Mitarbeiter unserer Werkfeuerwehr sowie deren

moderne Technik. Unsere Werkfeuerwehr wird immer mehr als ein zuverlässiger und

kompetenter Servicepartner im Unternehmen wahrgenommen.

2002 2003 2004 2005 2006

Serviceleistungen Direct services 2.410 2.295 2.555 2.398 2.659

Technische Hilfsleistungen Technical services 792 881 941 1.211 1.292

11


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

2Personalbestand Staff level

2.1

Mitarbeiter

Employees

Entwicklung des Personalbestandes Development of headcount

12

31.12.02 31.12.03 31.12.04 31.12.0531.12.06 prozentuale Anteile

Geschäftsführung Business management 5 4 5* 4 4

LA Managerial employees 12 11 12 13 12

AT Exempt employees 155 144 144 133 138

GF + AT gesamt Business management + exempt

employees total

172 159 161 150 154 18,2

GE technisch White collar technical 353 349 345 336 338 39,9

GE kaufmännisch White collar commercial 353 325 310 306 275 32,4

Meister Foremen 23 27 34 37 41 4,8

Trainees Postgraduate trainees 6 15 9 8 12 1,4

Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 3 18 13 26 28 3,3

GE gesamt White collar total 910 893 872 863 848 100 30,2 28,3

davon befristet Thereof limited employment 32 26 19 10 13

LE Blue collar 2.099 2.079 2.062 1.989 1.958

Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 26 21 19 3 5

LE gesamt Blue collar total 2.125 2.100 2.081 1.992 1.963 69,8 65,4

davon befristet Thereof limited employment 17 12 4 0 1

GE + LE gesamt White and blue collar total 3.035 2.993 2.953 2.855 2.811 100

Auszubildende Apprentices 195 190 186 184 190 6,3

Gesamt Total 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001 100

* Aufgrund des Wechsels eines Geschäftsführers bestand am 31.12. 2004 eine Doppelbesetzung.

Mitarbeiter per 31.12.2006 Employees 2006/12/31

in%

65,4

Die Gesamtbelegschaft der Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH belief sich zum 31. Dezember

2006 auf insgesamt 3.001 Mitarbeiter. Damit ist die Beschäftigtenzahl unseres Unternehmens

seit 2002 weiterhin rückläufig.

6,3

5,1

23,2

GF/AT Business management/

exempt employees

Lohnempfänger Blue collar

Gehaltsempfänger White collar

Auszubildende Apprentices


2.2

Personalbewegung

Personnel movement

Entwicklung des Personalbestandes

Development of the staff level

Jahr Entwicklung zum Vorjahr

Development vs. previous year

2000 + 4,7 %

2001 + 1,9 %

2002 – 0,3 %

2003 – 1,4 %

2004 – 1,4 %

2005 – 3,3 %

2006 – 1,5 %

Personalbewegung

Personnel movement

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Zum 31. Dezember 2006 waren in unserem Unternehmen 2.811 Mitarbeiter (ohne

Auszubildende) beschäftigt. Damit verringerte sich der Personalbestand gegenüber

dem Vorjahr um 44 Mitarbeiter, was einer Reduzierung der Belegschaft um 1,54 %

entspricht.

Im Jahr 2006 erfolgten 117 Zugänge, darunter waren 43 unbefristete Einstellungen aus

Eingliederungen von Tochterunternehmen und der Einstellung von acht Absolventen von

Hoch- und Fachhochschulen im Rahmen unseres Trainee-Programms. Elf Auszubildende erhielten

im Jahr 2006 nach erfolgreicher Abschlussprüfung einen Arbeitsvertrag und 51

Jugendliche begannen ihre berufliche Erstausbildung im Unternehmen. Insgesamt verließen

im vergangenen Jahr 155 Mitarbeiter unser Unternehmen, bei zwei von ihnen endete das

befristete Arbeitsverhältnis. Im Rahmen der betrieblichen Altersteilzeitregelung schlossen 51

Mitarbeiter ihre Freizeitphase ab und gingen in den vorzeitigen Ruhestand. Aus sonstigen

Gründen (EU-Rente, Tod, Kündigung, Aufhebungsverträge) schieden 102 Mitarbeiter aus.

Damit stieg die Fluktuationsrate gegenüber 2005 von 3,36 % auf 3,62 %.

Um einen flexiblen Personaleinsatz zu gewährleisten, erfolgten innerbetriebliche Versetzungen,

Veränderungen des Arbeitszeitregimes und die Umgestaltung des Entgeltsystems.

Dazu wurden im Jahr 2006 insgesamt 852 personelle Einzelmaßnahmen durchgeführt.

2002 2003 2004 2005 2006

Anzahl der zu besetzenden Stellen/Ausbildungsplätze Jobs to fill 113 81 68 83 90

davon gewerbliche Arbeitnehmer Thereof blue collar 12 22 6 12 11

davon Angestellte Thereof white collar 53 9 12 21 28

davon Auszubildende Thereof apprentices 48 50 50 50 51

Anzahl der Bewerber intern Number of candidates internal 92 63 65 98 172

Anzahl der Bewerber extern Number of candidates, external 647 522 685 686 1.420

Anzahl der Bewerber gesamt Number of candidates, total 739 585 750 784 1.592

davon gewerbliche Arbeitnehmer Thereof industrial employees 50 81 20 65 50

davon Angestellte Thereof salaried employees 192 114 48 48 450

davon Auszubildende Thereof apprentices 320 222 515 534 777

davon Initiativbewerber Thereof initiative candidates 177 168 167 137 315

Im Jahr 2006 erhielt unser Unternehmen doppelt soviel Bewerbungen wie im Jahr zuvor.

Insbesondere bei externen Bewerbungen war eine deutliche Zunahme zu registrieren. Für

die neunzig im Jahr 2006 zu besetzenden Stellen gingen fast 1.600 Bewerbungen ein,

davon waren ca. 90 % externe Bewerber.

Aufgrund unserer Informationsoffensive zur Berufsausbildung stieg im zurückliegenden

Jahr auch die Nachfrage auf Ausbildungsplätze. Für eine berufliche Erstausbildung bei

Arcelor Eisenhüttenstadt bewarben sich insgesamt 777 Jugendliche. Damit kamen auf einen

Ausbildungsplatz fast 16 Bewerber. Im Jahr 2003 waren es noch vier Nachfragen je

Lehrstelle.

13


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

2.3

Altersteilzeit

Part-time employment for old-age

pensioners

Mitarbeiter in Altersteilzeit Part-time employment for old-age pensioners

14

Ein Bestandteil unserer Personalpolitik ist seit Jahren die Anwendung der gesetzlichen

Regelungen zur Altersteilzeit. Entsprechend betrieblicher Vereinbarungen nutzen wir dieses

Instrument überwiegend dazu, eine planerische Perspektive zur Neubesetzung der Stellen

zu erhalten und den notwendigen Verjüngungsprozess unserer Belegschaft voranzutreiben.

Für die Betroffenen bietet die Altersteilzeitregelung ein Stück Lebensqualität, die ihnen einen

gleitenden Übergang vom Erwerbsleben in den Ruhestand gestattet.

Seit der Einführung der Altersteilzeitregelung nahmen mehr als 80 % der berechtigten

Mitarbeiter unseres Unternehmens das Altersteilzeitangebot in Anspruch. Zum 31. Dezember

2006 befanden sich 94 Berechtigte in der Freizeitphase. Mitarbeiter, die 2006 in die

Altersteilzeit bzw. in den Ruhestand wechselten, wurden traditionell am Ende des Jahres

von Geschäftsführung und Betriebsrat feierlich verabschiedet.

Jahrgang Age group 1942 und älter 1943 1944 1945 1946 1947 1948 1949 1950 1951 Summe

Berechtigter Personenkreis 157 63 61 63 43 55 70 78 77 97 764

Entitled category of persons

ATZ-Verträge zum 31.12.2006 3 10 19 18 14 45 59 69 65 72 374

Part-time employment contracts

Freizeitphase zum 31.12.2006 3 8 19 18 12 21 13 94

Altersrente zum 31.12.2006 122 45 29 27 20 243

Retirement pension

Anton, 10 Jahre


2.4

Schwerbehinderte

Beschäftigte

Severely handicapped employees

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Unser Unternehmen bietet auch Menschen mit schweren Behinderungen Möglichkeiten,

sich produktiv an den Geschäftsprozessen zu beteiligen und aktiv zum Unternehmenserfolg

beizutragen. Gemeinsam mit dem zuständigen Integrationsamt und der Berufsgenossenschaft

nutzen wir das zur Verfügung stehende gesetzliche Instrumentarium, um unsere

Mitarbeiter mit Behinderungen in den Arbeitsprozess zu integrieren.

Im vergangenen Jahr hat unser Unternehmen die gesetzlich geforderte Beschäftigungsquote

von Mitarbeitern mit Behinderungen (5 %) deutlich übertroffen. Zum 31. Dezember

2006 waren bei uns 199 anerkannt schwer behinderte und gleichgestellte Mitarbeiter beschäftigt.

Das entspricht einer Quote von 7,2 % der Belegschaft.

Schwerbehindertenquote (in %) Disabled quota

31.12.02 31.12.03 31.12.04 31.12.05 31.12.06

Gehaltsempfänger White collar 4,6 5,4 5,8 5,9 5,9

Lohnempfänger Blue collar 5,7 5,9 6,9 7,1 7,7

Gesamt (inkl. Mehrfachanrechnung) 5,4 5,6 6,6 6,7 7,2

Total (incl. multiple charging)

Träger der Aufwendungen von 1992 bis 2006 Bodies responsible for expenditure

in%

38

Arcelor Eisenhüttenstadt Berufsgenossenschaft Integrationsamt

1

Lars, 5 Jahre,

Am Hochofen muss man sich

vor Feuer schützen

61

15


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

2.5

Bereich

Technisch-Kaufmännische

Dienste

Department of technical-commercial

services

16

Mit dem Service-Team des Bereiches Technisch-Kaufmännische Dienste (TKD) verfügt unser

Unternehmen über ein bewährtes Instrument, den innerbetrieblichen Personaleinsatz flexibel

zu gestalten. Dazu gehört auch die sozial abgefederte Wieder- und Weiterbeschäftigung

von Mitarbeitern, die aus gesundheitlichen Gründen bzw. nach Rationalisierungsmaßnahmen

nicht mehr auf ihrem bisherigen Arbeitsplatz einsetzbar sind. Neben betrieblichen

Dienstleistungen des Service-Teams erlaubt der Arbeitskräftepool des Bereiches die zeitweise

Kompensation von Personalausfällen und -engpässen sowie eine gezielte Arbeitnehmerüberlassung

auch über das Unternehmen hinaus.

Arbeitskräftepool Bereich TKD 2006 Labor pool department of technical-commercial services

2002 2003 2004 2005 2006

Stand 1.1. Situation 1/1/ 44 57 46 40 28

Zugänge Entries 68 65 42 14 11

davon Rationalisierung Thereof rationalization 1 6 2 5 3

davon Beendigung Berufsausbildung Thereof termination of vocational training 53 48 35 3 1

davon gesundheitliche Gründe Thereof health reasons 14 11 5 6 7

davon Sonstiges Thereof others 1 1 – – –

Abgänge Leaves 55 76 48 26 8

davon Beendigung Arbeitsverhältnis Thereof termination of employment 5 33 10 14 4

davon Versetzung auf unbefristete Stellen Thereof transfer to established post 50 43 38 12 4

Stand 31.12. Situation 12/31/ 57 46 40 28 31

davon Arbeiter Thereof blue collar 19 35 34 21 24

davon Angestellte Thereof white collar 38 11 6 7 7

Dienstleistungen vom Bereich TKD in 1.000 Stunden

Services of technical-commercial services

2002 2003 2004 2005 2006

Reinigung und Reparatur von Arbeitsschutzbekleidung

in Kooperation mit Behindertenwerkstatt 8,7 7,8 7,1 5,2 4,6

Textile repair and clothing centre in co-operation with

a workshop for handicapped persons

Elektroüberprüfungen Electrical checks 1,4 0,8 1,1 0,7 0,7

Gebäudegrundreinigung Basic building cleaning 7,8 6,8 8,1 3,3 3,7

Entsorgungsleistungen Waste management 2,1 2,7 1,7 2,7 1,1

Versorgung Hitzeschutzgetränken, Sanitärlager Sanitary store 0,4 0,5 0,5 0,6 0,4

Andere Dienstleistungen Other services 0,6 0,8 1,1 0,4 1,2

Gesamt Total 21,0 19,4 19,6 12,9 11,7


3Belegschaftsstruktur Personnel structure

3.1

Beschäftigungsvergleich

Männer – Frauen

Employment comparison men vs. women

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

In der Struktur unserer Belegschaft zeichneten sich im Jahr 2006 nur geringfügige Veränderungen

gegenüber den Vorjahren ab. So gab es in der Altersstruktur und der Frauenerwerbstätigkeitsquote

im zurückliegenden Jahr kaum Abweichungen. Hervorzuheben ist der

hohe Facharbeiteranteil mit fast 75 % der gewerblichen Beschäftigten. Diese Quote stellt einen

Spitzenwert in der Stahlindustrie dar.

Der Anteil der Frauen an unserer Gesamtbelegschaft blieb mit 23,6 % auf dem Vorjahrsniveau.

Gegenüber branchenüblichen Werten der Stahlindustrie stellt dies eine überdurchschnittlich

hohe Frauenquote dar, die wir auch zukünftig erreichen wollen. Mit verschiedenen

Maßnahmen und gezielten Initiativen, beispielsweise in der Berufsausbildung sowie bei

der Frage der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, versucht unser Unternehmen diese Zielstellung

zu untermauern.

Frauen

Women

Männer

Men

Gesamt

Total

Frauenanteil

Share of women

in % in %

GF + AT gesamt Business management +

exempt employees total

22 132 154 18,2 14,3

Meister Foreman 1 40 41 4,8 2,4

Obere TG Upper salary groups 50 140 190 22,4 26,3

Mittlere TG Middle salary groups 253 142 395 46,6 64,1

Untere TG Lower salary groups 22 4 26 3,1 84,6

Trainees Postgraduate trainees 2 10 12 1,4 16,7

Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 10 18 28 3,3 35,7

TKD Technical commercial service 1 1 2 0,2 50,0

GE gesamt White collar total 361 487 848 100,0 42,6

Spitzen-LG Top wage groups 2 129 131 6,7 1,5

Facharbeiter-LG Skilled workers wage groups 168 1.290 1.458 74,3 11,5

Anlern-LG Semi-skilled workers wage groups 138 202 340 17,3 40,6

Untere LG Lower wage groups 12 4 16 0,8 75,0

Ruhende Arbeitsverhältnisse Dormant employment 3 2 5 0,3 60,0

TKD Technical-commercial service 6 7 13 0,7 46,2

LE gesamt Blue collar total 329 1.634 1.963 100,0 16,8

GE + LE gesamt White + blue collar total 690 2.121 2.811 24,5

Auszubildende Apprentices 18 172 190 9,5

Gesamt Total 708 2.293 3.001 23,6

17


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

3.2

Altersstruktur

Age structure

Altersstruktur per 31.12.2006 Age structur as of 2006/12/31

18

114

76

62

255

Lohnempfänger Blue collar

Angestellte White collar

Auszubildende Apprentices

117

377

Die Altersstruktur unserer Belegschaft stellt ein Spiegelbild der allgemeinen demografischen

Lage im Osten Deutschlands und der Branchenproblematik der deutschen Stahlindustrie

dar. Von 1991 bis 2005 erhöhte sich beispielsweise das Durchschnittsalter der

Erwerbstätigen in Deutschland von 38,8 auf 41,1 Jahre. Der Altersdurchschnitt unserer

Belegschaft betrug im Jahr 1996 noch 40,2 Jahre, zehn Jahre später stieg das durchschnittliche

Lebensalter auf 44,4 Jahre an. Unsere männlichen Beschäftigten waren 2006

durchschnittlich 44 und unsere Mitarbeiterinnen 46 Jahre alt. Auffällig war im Vorjahr der

geringe Anteil der Beschäftigten unter 30 Jahren mit knapp 17 % der Gesamtbelegschaft.

Über die Hälfte unserer Beschäftigten gehören der Altersgruppe der 40- bis 54-Jährigen

an. Vor dem Hintergrund einer sich verändernden Arbeitswelt und der demografischen

Entwicklungen werden wir in den nächsten Jahren die Folgen der nahezu unmerklich

fortschreitenden Veränderung der Altersstruktur zu spüren bekommen. Eine der größten

Herausforderungen der kommenden Jahre wird daher auch für unser Unternehmen

darin bestehen, mit einer stetig älter werdenden Belegschaft dem zunehmenden Veränderungsdruck

des Marktes zu begegnen.

282

bis 19 20–29 30–39 40–49 50–54 55–59 60 u.mehr Jahre

726

184

336

143

226

43

60

Kira, 6 Jahre,

Arbeiter müssen Handschuhe

und Mantel tragen


Durchschnittliches Lebensalter (in Jahren) Average age (in years)

Entwicklung der Altersstruktur Development of age structure

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

2002 2003 2004 2005 2006

GF + AT Business management + exempt employees 50,0 48,5 50,1 50,6 51,0

GE White collar 44,7 45,2 45,7 45,5 46,0

LE Blue collar 41,2 41,7 42,2 42,8 43,4

Gesamt (ohne Azubi, TKD, Projektmanagement und Trainees)

Total (without apprentices, TKD, project management and trainees)

42,5 43,0 43,5 43,5 44,4

Oskar, 7 Jahre

Alter Age 2002 2003 2004 2005 2006

Bis 19 Jahre 134 130 116 117 114

20–29 427 434 449 423 393

30–39 761 680 616 535 494

40–49 1.106 1.085 1.040 1.045 1.008

50–54 419 451 476 487 520

55–59 283 283 297 312 369

60 und mehr 100 120 145 120 103

Gesamt Total 3.230 3.183 3.139 3.039 3.001

19


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Altersstruktur per 31.12. 2006

Age structure as 2006/12/31

Frauen Männer

65

64

63

62

61

60

59

58

57

56

55

54

53

52

51

50

49

48

47

46

45

44

43

42

41

40

39

38

37

36

35

34

33

32

31

30

29

28

27

26

25

24

23

22

21

20

19

18

17

16

40 20 20 40 60 80 100

20

Kevin, 7 Jahre


3.3

Betriebszugehörigkeit

Length of company service

3.4

Nationalitätszugehörigkeit

Nationalities of total staff

Durchschnittliche Betriebszugehörigkeit (in Jahren)

Average length of company service (in years)

Nationalitäten der Belegschaft Nationalities of total staff

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Mit der zunehmenden Alterung unserer Belegschaft erhöht sich auch die durchschnittliche

Betriebszugehörigkeit unserer Beschäftigten. Im Jahr 2006 betrug sie 21,7 Jahre. Dieser

hohe Durchschnitt und die lange Liste der Jubilare sind aber auch ein positives Aushängeschild

für Arcelor Eisenhüttenstadt. Wie sonst kann man so viele Jahre einem Unternehmen

treu bleiben. Diese Treue wird am Ende eines jeden Jahres von Geschäftsführung und

Betriebsrat im feierlichen Rahmen gewürdigt. Im Jahr 2006 konnten 110 Mitarbeiter unseres

Unternehmens auf eine 25-, 35- bzw. 45-jährige Betriebszugehörigkeit zurückblicken.

Zehn von ihnen wurden für ihr 45-jähriges Jubiläum besonders geehrt.

2002 2003 2004 2005 2006

GE White collar 21,2 21,2 22,8 22,9 23,5

LE Blue collar 18,3 18,9 19,8 20,3 21,0

Frauen Women 20,1 20,8 22,1 22,7 23,5

Männer Men 18,9 19,1 20,2 20,5 21,1

Gesamt (ohne Azubi und Trainee) 19,2 19,6 20,7 21,1 21,7

Total (without apprentices and

postgraduate trainee)

Im Jahr 2006 waren insgesamt zwanzig Mitarbeiter mit acht verschiedenen Nationalitäten

in unserem Unternehmen beschäftigt. Damit konstatierten wir wiederum einen sehr geringen

Ausländeranteil, insbesondere im Vergleich zu anderen deutschen Stahlunternehmen.

Nationalität Nationalities LE GE Gesamt

Blue collar White collar Total

Deutschland Germany 2.132 849 2.981

Belgien Belgium 0 1 1

Polen Poland 2 2 4

Russland Russia 0 6 6

Frankreich France 0 2 2

Vietnam Vietnam 2 0 2

Ukraine Ukraine 0 1 1

Ungarn Hungary 3 0 3

Brasilien Brasil 0 1 1

Gesamt Total 2.139 862 3.001

21


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

4Arbeitszeit Working hours

Arbeitszeitentwicklung (in Stunden) Development of working hours (in hours)

22

Nach dem Tarifvertrag lag die Wochenarbeitszeit unserer Beschäftigten im Jahr 2006 bei

35 Stunden. Einen deutlichen Rückgang haben wir bei den Mehrarbeitsstunden zu verzeichnen

und auch die Ausfallstunden konnten gesenkt werden. Der Anteil der Ausfallstunden

an den geleisteten Arbeitsstunden betrug 22 %. Hierbei brachte vor allem die Reduzierung

der Krankheitstage und Unfallereignisse mit Ausfall positive Effekte.

Im Vorjahr erfolgte in unserem Unternehmen die Umstellung der Arbeitszeiterfassung

(Abwesenheitszeiten und Entgeltansprüche) von der bis dahin üblichen papierbasierten

Erfassung auf elektronische Bearbeitung über SAP.

2005 2006

Geleistete Arbeitsstunden Performed working hours 4.376.235 4.172.662

davon Mehrarbeitsstunden Thereof hours of overtime 2.957 1.938

Ausfallstunden Absent hours 1.001.488 933.963

davon Urlaub Thereof holiday 680.900 641.279

davon Entgeltfortzahlung Thereof continued payment of wages 205.371 177.668

davon Arbeitsunfall bezahlt Thereof industrial accidents paid 6.933 6.598

davon Qualifizierung Thereof vocational qualification 14.878 14.135

davon sonstige bezahlte Freistellung Thereof others paid exemption 78.732 82.989

davon Ausfallstunden, unbezahlt Thereof absent hours, unpaid 14.674 11.294

Annika, 8 Jahre


Arbeitszeitsysteme per 31.12.2006 Working hour systems of 2006/12/31

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Die Mehrarbeitsquote hat sich im zurückliegenden Jahr weiter deutlich verringert und

liegt damit unter den Werten anderer deutscher Stahlunternehmen.

Anteil der Mehrarbeit zu geleisteten Stunden (in %) Percentage of overtime vs. worked hours

2002 2003 2004 2005 2006

LE Blue collar 0,07 0,07 0,10 0,06 0,02

GE White collar 0,53 0,54 0,62 0,22 0,11

Gesamt Total 0,20 0,21 0,24 0,10 0,04

Der durchgehende Mehrschichtbetrieb war auch 2006 das vorherrschende Arbeitszeitmodell

in unserem Unternehmen. Um eine effiziente Auslastung unserer modernen Produktionsanlagen

zu gewährleisten, arbeitet über 62 % unserer Belegschaft im durchgehenden Dreischichtsystem.

Über 17 % der in diesem Schichtsystem Beschäftigten sind Frauen.

Schichtgruppe Shift group Männlich Weiblich Gesamt Ø Lebensalter

Male Female Total Average age

Teilzeit Part-time work 0 7 7 39,3

Normalarbeitszeit Normal working time 397 308 705 46,2

Einschichtig One shift Durchgehend Continous 7 11 18 45,1

Unterbrochen Discontinous 197 21 218 44,7

Summe Sub-total 204 32 236 44,7

Zweischichtig Two shifts Durchgehend Continous 15 6 21 47,5

Unterbrochen Discontinous 14 7 21 45,1

Summe Sub-total 29 13 42 46,3

Dreischichtig Three shifts Durchgehend Continous 1.373 288 1.661 42,9

Unterbrochen Discontinous 15 5 20 36,4

Summe Sub-total 1.388 293 1.681 42,8

Gesamt (ohne Azubis, Trainees, ruhende Arbeitsverhältnisse) 2.018 653 2.671 43,9

Total (without apprentices, postgraduate trainees, dormant employment)

Isabell, 6 Jahre,

EKO-Lokomotive

23


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Norman, 4 Jahre,

Der Helm schützt den Kopf

24

Anteil der Schichten Share of shifts

in%

62,9

0,3

26,4

Dreischichtig Three shifts

Zweischichtig Two shifts

Einschichtig One shift

8,8

1,6

Normalarbeitszeit Normal working time

Teilzeit Part-time work

Die Krankenrate betrug im Berichtsjahr 4,04 %. Das entspricht einer Verringerung um

0,42 Prozentpunkte. Damit setzte sich 2006 der positive Trend der letzten Jahre fort.

Seit der Auflage unseres Programms zur Gesundheitsförderung im Jahr 2002 sank die

Krankenrate damit um über 30 %. Konnten wir im Jahr 2005 vor allem bei unseren gewerblichen

Beschäftigten eine deutliche Reduzierung der krankheitsbedingten Abwesenheit

verzeichnen, so war es im Vorjahr der Angestelltenbereich, in dem Krankheitstage

erheblich minimiert wurden.

Entwicklung Krankenrate (in%)

Development illness rate

2002 2003 2004 2005 2006

LE Blue collar 6,89 7,14 5,24 4,75 4,59

GE White collar 3,80 4,23 3,09 3,72 2,49

Gesamt Total 6,04 6,31 4,63 4,46 4,04


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

5Personalaufwand, Einkommensentwicklung und soziale Leistungen

Total staff costs, compensation development and social benefits

Entwicklung Personalaufwand (in 1.000 €) Development total staff costs

2002 2003 2004 2005 2006

Lohn- und Gehaltssumme Total wages and salaries 106.680 108.318 109.315 106.057 107.381

Soziale Abgaben ohne Rückstellungen 26.622 25.505 26.140 28.934 26.401

Social security contributions without provisions

Personalaufwand ohne Rückstellungen Staff costs without provisions 133.302 133.823 135.455 134.991 133.782

Rückstellungen Provisions 7.647 14.671 4.466 3.053 3.961

Personalaufwand je Mitarbeiter Total staff costs for every employee 42,8 43,4 45,0 44,8 46,9

Umsatz je Mitarbeiter Turnover per employee 291,4 318,0 353,9 366,8 446,2

Personalaufwand zur Umsatzleistung (in %) Total staff costs vs. turnover 14,7 13,7 12,7 12,2 10,5

Personalaufwand/Tonne Halbzeug, Warmband, Flachstahl (in €/t) 24,9 26,2 25,8 27,7 24,3

Total staff costs per ton of semis, hot rolled coils, flat steels

Personalkostenanteil an den Primärkosten (in %) 16,40 17,37 14,75 15,07 12,78

Share of total staff costs in total costs

Arnand, 5 Jahre,

Ohrenschützer schützen

Im zurückliegenden Jahr betrug der Personalaufwand ohne Rückstellungen fast 134 Mio.

Euro und verringerte sich damit gegenüber 2005 um rund 1,2 Mio. Euro. Ursache für

diese Reduzierung war die Senkung der sozialen Abgaben. Demgegenüber erhöhte sich

der Personalaufwand je Mitarbeiter im vergangenen Jahr um 5 %. Da gleichzeitig eine

deutliche Steigerung des Umsatzes zu verzeichnen war, sank auch der Personalaufwand

im Verhältnis zur Umsatzleistung. Parallel dazu reduzierte sich der Anteil der Personalkosten

am Gesamtaufwand unseres Unternehmens um fast 2,3 Prozentpunkte auf 12,78 %.

Personalaufwand Total staff costs

50

in%

Löhne Wages

Gehälter Salaries

30,3

Soziale Abgaben ohne Rückstellungen

Social security contributions without provisions

19,7

Aufwendungen und soziale Abgaben bestehen vornehmlich aus dem Arbeitgeberanteil

Sozialversicherung, den Beiträgen für die Berufsgenossenschaft, der Altersvorsorge sowie

sonstigen sozialen Zuwendungen. Sie beliefen sich im zurückliegenden Jahr monatlich

auf 887 Euro je Beschäftigten.

25


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Soziale Abgaben und Aufwendungen

Social security contributions and expenditures

26

Soziale Abgaben (in € je Mitarbeiter/Monat)

Social security contributions and expenditures

(in € per employees /month)

2002 916,45

2003 1.086,32

2004 847,00

2005 916,00

2006 887,00

Veränderung bei den Lohngruppen Variation of wage groups

2002 2003 2004 2005 2006

Lohngruppenkoeffizient Wage group coefficient 6,52 6,57 6,59 6,62 6,67

Durchschnittspunkte Tarifzulage Average points of performance 14,84 15,11 15,07 15,16 15,22

allowance according to collective agreement

Veränderung bei den Gehaltsgruppen Variation of salary groups

2002 2003 2004 2005 2006

Durchschnittsgehaltsgruppe Average salary group 4,93 4,90 4,93 4,91 4,92

Durchschnittsgruppenzulage Average salary bonus 1,41 1,32 1,33 1,33 1,10

Durchschnittsgruppe Meister Average foreman group 2,30 2,42 2,50 2,46 2,59

Maja, 6 Jahre,

Handschuhe sind wichtig

Marie, 5 Jahre,

Mein Opa am Hochofen

Zu einer erfolgreichen und mitarbeiterorientierten Unternehmenspolitik zählt, auch

auf die sozialen Bedürfnisse seiner Beschäftigten einzugehen. In Anbetracht der gesellschaftlichen

Rahmenbedingungen stößt vor allem die finanzielle Absicherung unserer

Mitarbeiter nach ihrem Berufsleben über die gesetzliche Altersversorgung hinaus

auf wachsendes Interesse. Deshalb hat Arcelor Eisenhüttenstadt gemeinsam mit

der IG Metall und der betrieblichen Interessensvertretung verschiedene Modelle der

Altersvorsorge entwickelt und eingeführt. Auf der Basis betrieblicher Vereinbarungen

existieren folgende Möglichkeiten der Direktversicherung:

– arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung über einen jährlichen Zuschuss

von 260 Euro;

– arbeitgeberfinanzierte Direktversicherung über die Verwendung vermögenswirksamer

Leistungen in Höhe von 330 Euro;

– Angebot, die zusätzlichen Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung in Höhe

von 5 % in die Direktversicherung umzuwandeln (nur für ATZ-Berechtigte);

– arbeitnehmerfinanzierte Direktversicherung aus dem Bruttoentgelt, z.B. Urlaubs-

und Weihnachtsgeld.


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Teilnehmer an der arbeitnehmerfinanzierten Direktversicherung Participants in direct insurance financed by employees

2002 2003 2004 2005 2006 Anteil an Belegschaftsgruppe

in %

Percentage of

staff group

LE Blue collar 325 342 368 350 320 16,3

GE White collar 317 306 307 295 284 34,1

Gesamt Total 642 648 675 645 604

Anteil an Gesamtbelegschaft (ohne GF, LA 22,4 22,9 24,2 22,7 21,6

und Azubi) in % Share of total staff

(without business management, managerial

employees and apprentices)

Teilnehmer an der arbeitgeberfinanzierten Altersvorsorge 2006

Participants in old-age provision system financed by the employer

Zuschuss von Verwendung Renten-

260 € vermögenswirksamer versicherung

Leistungen in Höhe in Höhe

von 330 € von 5%

LE Blue collar 1.964 949 38

GE White collar 771 589 78

Gesamt (ohne GF + LA) Total 2.735 1.538 116

(without business management

+ managerial employees)

Teilnehmer an der MetallRente 2006

Participants in MetallRente

Direkt- Pensionsversicherung

kasse

Direct Pension

insurance fund

LE Blue collar 67 181

GE White collar 68 202

Gesamt Total 135 383

Ein weiteres auf der Basis des Tarifvertrages zur Entgeltumwandlung vom 14. November

2001 entwickeltes Modell betrieblicher Altersvorsorge bildet die sogenannte „MetallRente“.

Hierbei wurde die Möglichkeit geschaffen, die staatliche Altersvorsorge durch ein gefördertes

privates bzw. betriebliches Engagement zu ergänzen. Dabei stehen unseren Mitarbeitern

verschiedene Durchführungswege zur Verfügung, wie die Nettoentgeltumwandlung

in eine Direktversicherung oder Pensionskasse bzw. eine Bruttoentgeltumwandlung in eine

Direktversicherung oder Pensionskasse. Besonders attraktiv war für unsere Mitarbeiter vor

allem die Umwandlung des Bruttoentgeltes in eine Pensionskasse. Die Möglichkeit der

Nettoentgeltumwandlung wurde dagegen noch nicht genutzt.

Im Mai 2006 erhielten unsere Mitarbeiter im Rahmen des Mitarbeiterbeteiligungsprogramms

der Arcelor Gruppe die Gelegenheit, Mitarbeiteraktien zu Sonderkonditionen zu

erwerben. Mit einer Teilnahmequote von fast 50 % wurde das attraktive Angebot am

Standort Eisenhüttenstadt sehr gut angenommen. Insgesamt wurden über 42.600 Aktien

im Wert von 1,08 Mio. Euro erworben.

Im Ergebnis der Fusion von Arcelor und Mittal Steel bestand eine bisher einmalige

Offerte, die Arcelor-Aktien mit guten Gewinnaussichten zu verkaufen. Dieses Angebot

wurde vom Großteil unserer Beschäftigten auch genutzt.

27


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

6Vereinbarkeit von Beruf und Familie Work-Life-Balance

28

Im Dezember 2005 beschlossen Geschäftsführung und Betriebsrat von Arcelor Eisenhüttenstadt,

sich einem Zertifizierungsverfahren zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu

unterziehen. Ein wahrlich weiser Entschluss, denn mittlerweile wandelt sich das Kriterium

Familienfreundlichkeit vom weichen zum harten Standortfaktor. Familienfreundliche Unternehmenspolitik

zahlt sich aus: für unser Unternehmen, für unsere Beschäftigten und für ihre

Familien. Familienfreundliche Unternehmen sind attraktive Arbeitgeber. Immer mehr

Eltern wollen ihre Kinder gemeinsam erziehen und trotzdem berufstätig bleiben, sie wollen

beides: Beruf und Familie miteinander vereinbaren.

Um bestehende Regelungen im Unternehmen

besser bekannt zu machen und

auf der Grundlage von bestehenden

Bedürfnissen neue zu schaffen, entschlossen

wir uns zur Durchführung eines entsprechenden

externen Audits. Dabei konnte

unser Unternehmen bereits auf zahlreiche

Aktivitäten verweisen: So hat Arcelor

Eisenhüttenstadt zum Beispiel familienfreundliche

Arbeitszeitregelungen und

Wiedereingliederungsangebote für Mütter

und Väter in Betriebsvereinbarungen festgelegt.

Das Unternehmen beteiligte sich

auch 2006 finanziell am Kinderhotel der

AWO und sorgte dafür, dass Schichtarbeit

beider Partner oder Alleinerziehender mit

Familie und Kindern vereinbar war. Darüber

hinaus war Arcelor Eisenhüttenstadt

Mitbegründer des „Forums Familie Eisenhüttenstadt

und half damit auch bei der

familienfreundlichen Gestaltung der Stadt und Region.

Als erstes Industrieunternehmen Brandenburgs erhielt Arcelor Eisenhüttenstadt am 30.

November 2006 das Grundzertifikat audit berufundfamilie ® der Gemeinnützigen Hertie-

Stiftung. Das Gütesiegel „Familienfreundlicher Betrieb“ stellt jedoch nicht den Abschluss,

sondern den Beginn einer Entwicklung dar. Ein umfassendes Maßnahmepaket steht für

die nächsten drei Jahre auf der Agenda: Arbeitszeit- und Arbeitsorganisation, Personalentwicklung

und Weiterbildung, Kommunikation und Information sowie Schaffung von

Serviceangeboten für Belegschaftsmitglieder mit Betreuungsaufgaben sind einige der

Stichworte aus der Zielvereinbarung, zu der sich unsere Unternehmensleitung verpflichtet

hat.

„Familienfreundliches Unternehmen“, bedeutet aber nicht nur, sich um die Sorgen und

Nöte der Belegschaftsmitglieder mit Kindern zu kümmern. Mindestens ebenso wichtig

sind für unsere Arbeitnehmer die Auswirkungen der alternden Gesellschaft. Genauso wie

bei der Tagesbetreuung für Kinder bietet Eisenhüttenstadt auch für die Pflege älterer

Bürger eine gute Infrastruktur, die es auch im Interesse unserer betroffenen Beschäftigten

zu unterstützen gilt. Das Verständnis und Hilfsangebote für die Fürsorgepflichten der

Belegschaftsmitglieder mit alten und pflegebedürftigen Angehörigen zählen ebenso zur

Familienfreundlichkeit eines Unternehmens.

Auf dem Stadtfest 2006 präsentierte sich Arcelor Eisenhüttenstadt als ein familienfreundliches

Unternehmen mit zahlreichen Aktivitäten rund um die Familie.

Gruppenarbeit Kita „Brunnenring“


7Personalentwicklung Personnel development

Angi, 5 Jahre,

Stahlwerker

7.1

Berufliche Erstausbildung

Primary vocational training

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Die Standortsicherung und Zukunftsfähigkeit unseres Unternehmens hängt entscheidend

von seiner Innovationsfähigkeit ab. Dabei geht es nicht nur um Innovationen durch neue

Produkte, Technologien oder Dienstleistungen. Ebenso wichtig ist die Innovationskraft und

-fähigkeit unserer Belegschaft. Die Halbwertzeit von Wissen wird immer kürzer. Gleichzeitig

werden unsere Beschäftigten immer älter. Zukünftig wird es also immer mehr darauf

ankommen, mit einer immer älter werdenden Stammbelegschaft Produktivität und Innovation

zu sichern. Deshalb setzen wir in unserer Personalentwicklung auf eine fundierte

Wissensvermittlung, fördern fachliche und soziale Kompetenz und unterstützen die Kreativität

aller unserer Mitarbeiter, egal welchen Alters.

Ein weiterer Schwerpunkt unserer Personalentwicklung war im zurückliegenden Jahr

die weitere Ausgestaltung einer leistungsstarken Führungskultur. Sie hat für unser Unternehmen

einen besonderen Stellenwert, um die zukünftigen Herausforderungen der Produktion

aber auch von Wissensmanagement, Arbeitssicherheit und Gesundheitsmanagement

zu meistern. Nur wenn Führungskräfte, Meister und jeder Vorgesetzte die zunehmenden

Anforderungen auch aktiv mitgestaltet und als Vorbild auftritt, werden diese Handlungsund

Denkmaxime auch bei jedem Mitarbeiter ankommen. Dabei unterstützten wir unsere

Führungskräfte, Meister, Experten, Talente und Trainees mit zielgruppenspezifischen Seminaren

zur Führungs- und Methodenkompetenz. Hierbei geht es darum, zusätzliche Kenntnisse

im Bereich der so genannten „Soft skills“ zu vermitteln bzw. weiter auszubauen.

Außerdem beförderten wir auf diese Weise den Dialog innerhalb der Führungskräfte und

vor allem mit der Unternehmensführung. So fanden begleitend zu den Seminaren Gesprächsabende

mit Vertretern unserer Geschäftsführung statt, die von allen Seiten als sehr

konstruktiv und informativ bewertet wurden.

Arcelor Eisenhüttenstadt zählte auch 2006 zu den größten Ausbildungsbetrieben im Land

Brandenburg. Mit einer nach wie vor großen Zahl von Ausbildungsplätzen dokumentieren

wir unsere Verantwortung gegenüber der jungen Generation. Im zurückliegenden

Jahr bot unser Unternehmen 51 Jugendlichen in den Berufen Industriemechaniker/in,

Elektroniker/in, Werkstoffprüfer/in und Industriekaufmann/-frau eine Erstausbildung mit

Perspektive.

In einer sich dynamisch verändernden Branche wie der Stahlindustrie, die ständig höhere

Anforderungen an ihre Beschäftigten stellt, muss auch die Berufsausbildung Schritt

halten. Zahlreiche Ausbildungsberufe wurden in den vergangenen Jahren neu geordnet,

darunter auch die in unserem Unternehmen ausgebildeten Berufe. Fachübergreifendes

Wissen, Praxisorientierung, Stärkung der Eigenverantwortlichkeit, Entwicklung der sozialkommunikativen

Kompetenzen (z.B. Lern- und Leistungsbereitschaft, Zuverlässigkeit, Verantwortungsbereitschaft,

Toleranz) und Teamfähigkeit sind die Schlagworte der aktuellen

Diskussion in der Berufsbildung. Der Ausbilder wird zum Lernprozessbegleiter, der den

Auszubildenden fordern und fördern soll. Der Prozess der Europäisierung macht auch vor

der Berufsbildung nicht halt (Bologna-Prozess). Im Kern geht es dabei darum, dass die

tatsächliche Kompetenz des Arbeitnehmers, also das, was er wirklich kann, im Mittelpunkt

steht. Damit einher geht eine Veränderung des Aufbaus der Abschlussprüfung: „Saisonarbeiter“

sind nicht mehr gefragt. Der erste Teil der Prüfung (ehemalige Zwischenprüfung)

schlägt sich ganz wesentlich im Endergebnis nieder.

29


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Entwicklung der Auszubildendenzahlen (Stand 31. 12.) Development number of apprentices (Situation: 12/31)

30

Maurice,

Nico,

Antonius,

Michelle,

Jasmin,

Jenny,

Sarah,

6 Jahre

Die originären Hüttenberufe werden in unserem Unternehmen (ähnlich wie in der Mehrzahl

der Stahlwerke) nicht mehr ausgebildet, dafür die breit angelegten Berufe des Industriemechanikers

und des Elektronikers. Das nutzt beiden Seiten, sowohl dem Unternehmen

als auch dem Facharbeiter, verschafft dies doch mehr Flexibilität. Auf Wunsch

der technischen Bereiche unseres Unternehmens und im Vorgriff auf die Neuordnung wurde

in unserem Berufsbildungszentrum bereits 2003 die verfahrenstechnische Zusatzqualifizierung

für Industriemechaniker eingeführt. Seit 2006 wurde sie für alle gewerblich-technisch

Auszubildenden obligatorisch. Dank der Unterstützung von Experten aus vielen

Bereichen des Unternehmens und der Kooperation mit dem Oberstufenzentrum Eisenhüttenstadt

konnte die verfahrenstechnische Qualifizierung auch im vergangenen Jahr erfolgreich

fortgeführt und um weitere Themenfelder bereichert werden.

Die langjährigen Kooperationsbeziehungen zur Europäischen Berufsschule in Sulecin

entwickelten sich auch 2006 weiter. Das bereits 2005 erprobte Konzept eines Kreativseminars

unter Anleitung einer polnischen Künstlergruppe wurde auch 2006 erfolgreich umgesetzt.

Die jährliche Einführungswoche für die neuen Auszubildenden, der Austausch mit

Ausbildungsstätten anderer Länder, ehrenamtliche Tätigkeiten, das gesellschaftliche Engagement

der Auszubildenden und vieles andere mehr diente insbesondere dazu, die sozialen

Kompetenzen der Auszubildenden und ihre Fähigkeit zur Arbeit im Team zu fördern.

2002 2003 2004 2005 2006

Gewerbliche Blue collar 172 174 174 171 178

Kaufmännische White collar 23 16 12 12 12

Auszubildende gesamt Apprentices, total 195 190 186 183 190

Ausbildungsquote Training quota 6,0 6,0 5,9 6,1 6,3

Zum 31. Dezember 2006 absolvierten 190 Jugendliche ihre Berufsausbildung in unserem

Unternehmen, davon 178 in gewerblichen Berufen und zwölf erlernten einen kaufmännischen

Beruf. Etwa 10 % unserer Auszubildenden waren junge Frauen. Mit 6,3 %

erhöhte sich die Ausbildungsquote im vergangenen Jahr und lag damit deutlich über dem

Durchschnitt der deutschen Stahlindustrie (5,8 %). 44 Jugendliche beendeten 2006 ihre

Berufsausbildung, darunter ein Auszubildender auf Grund seiner hervorragenden Leistungen

in verkürzter Lehrzeit.


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Vor dem Hintergrund des Restrukturierungsprogramms ist unser Unternehmen nicht

mehr in der Lage, alle Auszubildenden nach Abschluss ihrer Ausbildung zu übernehmen.

Im Rahmen des Beschäftigungsbündnisses wurde mit dem Sozialpartner die Übernahme

der zehn leistungsstärksten Absolventen eines Ausbildungsjahres vereinbart. Auch im

Februar 2006 konnte allen Auszubildenden, die Ausbildung und Prüfung erfolgreich

durchlaufen hatten, ein Übernahmeangebot seitens des Unternehmens oder der Eisenhüttenstädter

Dienstleistungsgesellschaft (EDL) gemacht werden. Die zehn leistungsfähigsten

Jungfacharbeiter wurden unbefristet übernommen, die anderen konnten im Anschluss an

ihre Ausbildung bei der Eisenhüttenstädter Dienstleistungsgesellschaft berufliche Praxis erwerben

und sich für andere Aufgaben empfehlen. Damit ist für alle unsere Auszubildenden

eine berufliche Perspektive geschaffen, wie sie im Lande ihresgleichen sucht.

Am 27.Oktober 2006 erhielt unser Unternehmen für besondere Leistungen in der

Berufsausbildung und sein gesellschaftliches Engagement, insbesondere in Sachen Toleranz

und Familienfreundlichkeit, eine Ehrenurkunde zum Brandenburgischen Ausbildungspreis

2006.

Struktur der Ausbildungsberufe Stand: 31. 12. 2006

Structure of training occupations Situation: 2006/12/31

2

47

12

Industriemechaniker/in Industrial mechanician

Werkstoffprüfer Materials tester

Elektroniker/in Energy electronics fitter

Industriekaufmann/-frau Industrial clerk

Bereits seit einigen Jahren sinkt die Anzahl der Schulabgänger in unserer Region. Der

Trend wird sich in den nächsten Jahren noch verstärken. Experten prognostizieren, dass

in Ostbrandenburg im Jahre 2012 im Vergleich zu 2002 nur noch etwa ein Drittel der

jungen Leute die Schule beenden und als Bewerber auf weiterführende Schulen, Hochschulen

und Ausbildungsbetriebe zur Verfügung stehen. Erhebliche Anstrengungen sind

deshalb erforderlich, um auch in Zukunft leistungsfähige junge Menschen für eine Ausbildung

in unserem Unternehmen zu gewinnen. Aus diesem Grunde wurde 2004 durch unser

Berufsbildungszentrum eine Info-Offensive ins Leben gerufen, die über die Ausbildung

in den gewerblich-technischen Berufen informieren und damit Vorurteile abbauen soll.

Projekte mit Schulen, Messeauftritte und – überregional beachtet – unser „Training Day“,

den mittlerweile fast jeder zweite unserer späteren Auszubildenden durchläuft, zählen dazu.

Die Gelegenheit, an zwei Tagen das Unternehmen und die Ausbildung hautnah zu

erleben, sozusagen einen „Schnuppertag“ in der Ausbildung zu verbringen, ist ein reizvolles

Angebot für viele Schülerinnen und Schüler.

129

31


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

7.2

Nachwuchsförderung

Promotion of prospective managers

Praktikanten/Diplomanden/Werkstudenten Trainees/students

32

Zukunftsorientierte Personalentwicklung beinhaltet auch die Förderung von jungen Hochund

Fachschulabsolventen. Die Spitzenkräfte von morgen bereits bei ihrer Ausbildung an

unser Unternehmen zu binden und gezielt zu unterstützen, ist eine Investition in die Zukunft.

Im Rahmen unserer traditionellen Kontakte zu Schulen und Gymnasien der Region

sowie zu ausgewählten Fachhochschulen und Universitäten hatte diese Aufgabe oberste

Priorität. So präsentierte sich Arcelor Eisenhüttenstadt im vergangenen Jahr bei universitären

Jobmessen und Tagen der offenen Tür an der Technischen Universität Bergakademie

Freiberg, der Fachhochschule Lausitz Senftenberg, der Europa-Universität Viadrina in

Frankfurt (Oder) und der Technischen Fachhochschule Wildau.

Die engen Kooperationsbeziehungen mit der Europa-Universität Viadrina haben wir

im vergangenen Jahr weiter intensiviert. Dazu wurde eine neue Vereinbarung zur Vergabe

von Stipendien im Rahmen des MBA-Programms der Lehranstalt unterzeichnet. Das bereits

2005 abgeschlossene Förderprogramm zur Unterstützung osteuropäischer Studenten

wurde fortgesetzt. Dieses Stipendienprogramm sieht vor, Studenten der Betriebswirtschaft

bereits nach dem Grundstudium für die Bedürfnisse der Stahlindustrie zu interessieren.

Wichtigste Voraussetzung für diese Stipendien sind sehr gute Leistungen im Studium,

Mehrsprachigkeit und Erfahrungen in Osteuropa. Neben der materiellen Förderung erhalten

jährlich zwei Stipendiaten die Möglichkeit, ein Praktikum in unserem Unternehmen zu

absolvieren und ihre Diplomarbeit in Eisenhüttenstadt anzufertigen. Im Jahr 2005 wurden

zwei polnische Studentinnen in das Programm aufgenommen und im Jahr 2006 verlängert.

Eine Studentin wird nach erfolgreichem Diplomabschluss bei Arcelor Mittal in Katowice

ihre Arbeit beginnen. Im vergangenen Jahr wurden eine weitere polnische Studentin

und ein Student aus Kasachstan in das Stipendienprogramm einbezogen.

2002 2003 2004 2005 2006

Schülerpraktikanten Internships (pupils) 72 96 82 93 51

Überbetriebliche Erstausbildung Intercompany initial training 24 15 44 23 6

Umschulung/Fortbildung Retraining/further education 19 7 4 3 7

Studenten Students 30 29 35 44 37

davon Russland Thereof from Russia 5 4 3 6 3

davon Frankreich Thereof from France 2 1 1 6 1

davon Polen Thereof from Poland 0 0 0 1 2

Diplomanden Students about to take their diploma 4 7 5 6 6

davon Polen Thereof from Poland 1 0 1 0 1

Gesamt Total 149 154 170 169 107

Für die künftigen Leistungsträger im Unternehmen bewähren sich seit Jahren spezielle Trainee-Programme.

Hierbei bieten wir den talentierten Nachwuchskräften eine optimale Zukunftsperspektive

am Standort Eisenhüttenstadt. Während eines mehrwöchigen Betriebseinsatzes

erhalten sie die Gelegenheit, verschiedene Prozessstufen und Unternehmensbereiche

kennen zu lernen sowie sich in ihre zukünftige Tätigkeit auch praktisch einzuarbeiten. Weiterhin

erhalten sie die Möglichkeit, innerhalb von ArcelorMittal ein mehrwöchiges Praktikum

in einem ausländischen Partnerunternehmen durchzuführen. Sehr gute Englischkenntnisse

sind für einen solchen Einsatz Voraussetzung. Wir halten damit an unserer Politik fest,

akademischen Nachwuchs zu fördern und ihn frühzeitig an unser Unternehmen zu binden.


Maßnahmen der Nachwuchsförderung Educational measures for prospective managers

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

2002 2003 2004 2005 2006

Direktstudium gesamt Full-time university course total 2 14 7 8 10

davon ehemalige Auszubildende Thereof former apprentices 0 10 2 4 2

davon Externe Thereof external 0 2 0 0 1

davon DAAD-Stipendium Matching Funds TU Freiberg für osteuropäische Studenten 0 0 3 2 3

davon Viadrina-Stipendium für osteuropäische Studenten 2 2 2 2 4

Berufsbegleitende Qualifizierung gesamt Extra-vocational training total 19 31 19 2 2

davon Master (MBA) Thereof MBA 4 1 0 1 2

Anzahl Förderverträge gesamt Number of training contracts total 21 45 28 11 12

Förderung des Direktstudiums nach Studienrichtung 2006

Promotion of university degrees according to the field of study

12

in %

19

Neueinstellung von Trainees New recruitments of postgraduate trainees

23

4

Im zurückliegenden Jahr wurden acht Hoch- und Fachhochschulabsolventen von unserem

Unternehmen als Trainee eingestellt. Nach Beendigung ihres Trainee-Programms erhielten

vier Nachwuchskräfte eine Anstellung im Unternehmen.

8

34

Elektrotechnik

Electrical engineering

Maschinenbau

Mechanical engineering

Wirtschaftsingenieurwesen

Industrial engineering

Werkstoffwissenschaft

Materialresearch

Betriebswirtschaft

Business administration

Verfahrenstechnik

Process engineering

2002 2003 2004 2005 2006

Anzahl eingestellter Trainees Recruitment of postgraduate trainees 5 11 5 6 8

Anzahl übernommener Trainees 8 2 11 7 4

Takeover of postgraduate trainees for an unlimited period

33


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

7.3

Qualifizierung/Weiterbildung

Vocational qualification/advanced

occupational training

Teilnahmen an der Weiterbildung Participations at advanced occupational training

34

Die Stahlindustrie ist eine Hightech-Branche. Hier zu arbeiten heißt, immer mit dem neuesten

Stand der Technik konfrontiert zu sein und sich stets wechselnden Anforderungen zu

stellen. Es verlangt aber auch die Bereitschaft zum lebenslangen Lernen. Um auch zukünftig

eine bedarfsgerechte Qualifizierung zu garantieren, werden für jeden Beschäftigten

unseres Unternehmens systematisch die Qualifikationsanforderungen ermittelt und eine

gezielte Qualifizierungsplanung unterstützt.

Im Jahr 2006 nahmen insgesamt 1.419 Mitarbeiter unseres Unternehmens an über

2.900 Weiterbildungsmaßnahmen teil. Gegenüber dem Jahr 2005 erhöhte sich damit

die Anzahl der Weiterbildungsmaßnahmen ebenso wie die Teilnehmerzahlen, wobei der

Anteil interner Maßnahmen gegenüber externen bei weitem überwiegt.

2002 2003 2004 2005 2006

Teilnahmen gesamt Total number of participations 2.876 4.035 2.836 2.709 2.961

davon interne Weiterbildung Thereof internal advanced 2.693 3.866 2.550 2.467 2.698

occupation training

davon externe Weiterbildung Thereof external advanced 183 169 286 242 263

occupational training

Aufwand (in 1.000 €) Expenditure 761 680,2 595 644,2 571,8

Ausgewählte Weiterbildungsmaßnahmen 2006 Selected measure of advanced occupational training 2006

Anzahl der Teilnehmer Teilnahmen

Number of participants Participations

Schlüsselqualifikationen Key qualifications 259 446

Schulung Managementsysteme Management systems 349 499

Schulung TPM Training TPM 315 333

Schulung Arbeitssicherheit Training occupational safety 390 427

Produktionstechnische Schulung Training relating to production engineering 256 346

Schulung Fachwissen Special knowledge training 604 949

Fremdsprachenausbildung Foreign-language training 188 294

Gesetzlich notwendige Qualifizierung Qualifications by legal restriction 423 473

Tobias, 6 Jahre,

Stahlwerk


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Teilnahmen und Teilnehmer an Weiterbildungen nach Altersgruppen 2006 Participations and participants at advenced occupational training

Alter

Mitarbeiter

> 20

153

21-25

166

26-30

233

31-35

183

36-40

351

41-45

499

46-50

552

51-55

487

56-60

297

> 60

80

28 (2)

16 (2)

68 (46)

58 (43)

113 (36)

80 (33)

111 (39)

190 (41)

101 (36)

214 (43)

203 (17)

103 (17)

177 (53)

398 (61)

Mitarbeiter Employees

Teilnahmen Participations

(davon gesetzlich notwendige Qualifizierungen)

Thereof qualification by legal restriction

Anzahl Teilnehmer

Number of participants

(davon gesetzlich notwendige Qualifizierungen)

Thereof qualification by legal restriction

258 (60)

494 (52)

214 (46)

557 (67)

301 (94)

Lea, Sebastian, Niklas,

6 Jahre

694 (108)

35


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

7.4

Ideenmanagement

(Betriebliches

Vorschlagswesen)

Management of ideas

(Employee suggestion scheme)

Betriebliches Vorschlagswesen Employee suggestion scheme

2002 2003 2004 2005 2006

Zahl der Einreicher Number of proposers 516 502 472 419 624

davon LE Thereof blue collar 440 432 405 360 558

davon GE Thereof white collar 76 70 67 59 89

Einreicher mit 1 Verbesserungsvorschlag (VV) Proposer of 1 suggestion 281 259 89 222 275

Mehrfacheinreicher Proposer of more than 1 suggestion 235 243 224 197 349

Ersteinreicher First suggestion 126 120 248 75 111

VV gesamt Suggestions total 603 540 588 560 956

Prämierte VV Awarded suggestions 407 370 465 401 482

davon berechenbare VV Thereof calculable suggestions 49 38 71 79 44

davon nicht berechenbare VV Thereof not calculable suggestions 358 332 394 322 438

Arbeitsschutz-VV Suggestions on job safety 193 173 175 171 264

VV mit Prämie über 500 € Awarded suggestions beyond 500 € 85 60 75 64 41

Geldprämie (in €) Bonus 189.629 192.559 260.567 246.431 149.751

Gesamtnutzen (in €) Use total (in €) 1.365.678 1.790.254 2.083.510 2.003.778 1.157.084

36

Das Jahr 2006 startete unser Unternehmen im Rahmen des Ideenmanagements mit dem

Aufruf an alle Beschäftigten, eine neue Bestmarke bei der Mitarbeiterbeteiligung und der

Anzahl eingereichter Verbesserungsvorschläge zu erreichen. Galt es doch, den Schwung

aus dem Restrukturierungsprogramm ZUG sowie die hohe Innovationsbereitschaft unserer

Mitarbeiter beizubehalten und auszubauen. Dieses Ziel wurde mit 956 eingereichten

Verbesserungsvorschlägen erfüllt und hat alle Erwartungen weit überboten. Es ist die bisher

höchste Anzahl an Vorschlägen im Ideenmanagement in unserem Unternehmen.

Hervorzuheben ist, dass im vergangenen Jahr in allen Bereichen eine rege Beteiligung zu

verzeichnen war. 624 Mitarbeiter haben durch Abgabe ihrer Ideen zu diesem Ergebnis

beigetragen. Spitzenreiter, gemessen an der Anzahl eingereichter Verbesserungsvorschläge

zu Beschäftigten, ist einmal mehr das Warmwalzwerk, in dem eine Quote von 0,98

erreicht wurde.

Erwähnenswert ist auch die Arbeit der Gutachter in den Kommissionen der einzelnen

Bereiche. Durch ihre Arbeit wurden 697 Vorschläge abgeschlossen. Dabei konnten die

Bearbeitungszeiten der Vorgänge deutlich reduziert werden. Lagen die durchschnittlichen

Durchlaufzeiten im Jahr 2004 noch bei 53,95 Tagen, so waren es im vergangenen Jahr

noch 41,72 Tage. In dieser Hinsicht sind aber auch für die Zukunft noch entscheidende

Verbesserungen notwendig und möglich.

Einen hohen Stellenwert hatten 2006 Verbesserungen auf dem Gebiet des Gesundheitsund

Arbeitsschutzes. 264 Vorschläge, das entspricht einem Anteil von 27,6 %, betrafen

dieses Thema und zeigten einmal mehr, mit welchem Engagement und welcher Kreativität

unsere Mitarbeiter das Ziel nach einem unfallfreien Unternehmen unterstützen.

Der rechenbare Nutzen der im vergangenen Jahr eingereichten Verbesserungsvorschläge

blieb unter den Werten von 2005. Zukünftig muss deshalb unser Augenmerk im

Ideenmanagement noch stärker in der zügigen Abarbeitung von Nutzenrechnungen sowie

im Finden qualitativ hochwertiger Ideen liegen.


Einsparungen aus Verbesserungsvorschlägen (in EURO) Savings by suggestions

1.053.036

1.790.254

244.238

gesamt 1.365.678

1.546.016

312.642

2.083.510

257.334

2.003.778

1.826.176 191.964

1.619.850

2002 2003 2004 2005

Rechenbare Einsparung Calculable savings

Nicht errechenbare Einsparung* Non-calculable savings

1.157.084

260.944

896.140

2006

Nicht berechenbare Vorschläge werden nach dem Faktor des Deutschen Institutes für Betriebswirtschaft e.V.

(dib) kalkuliert.

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Ricardo, 6 Jahre,

Feuertopf im Stahlwerk

Nach Beendigung der Maßnahmeentwicklung im Restrukturierungsprogramm ZUG wurde

das WCM-Modell (World Class Manufacturing), eine weiterentwickelte Form von TPM

(Total Productive Management), zum bestimmenden Werkzeug des kontinuierlichen Verbesserungsprozesses

in unserem Unternehmen. Die Umsetzung dieses Modells beinhaltet

zahlreiche Methoden zur Verbesserung verschiedener Kennzahlen, von denen Qualität,

Kosten und Lieferzeiten den höchsten Stellenwert einnehmen. Um Verbesserungspotentiale

zu erkennen, ist die engagierte und schöpferische Mitarbeit unserer Beschäftigten unerlässlich.

Ihre Ideen und Verbesserungsvorschläge sind wesentliche Schritte für die erfolgreiche

Umsetzung des WCM-Modells. Im vergangenen Jahr konnten aus der großen Zahl

von TPM-Maßnahmen 176 Verbesserungsvorschläge im Rahmen des betrieblichen Vorschlagwesens

eingereicht werden. Die bereits realisierten Vorschläge brachten insgesamt

einen Nutzen von fast 26.000 Euro.

37


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

QualifizierungsCentrum der Wirtschaft GmbH

38

Die QCW QualifizierungsCentrum der Wirtschaft GmbH, eine 100-prozentige Tochter

von Arcelor Eisenhüttenstadt, hat sich seit nunmehr über fünfzehn Jahren als ISO-zertifizierter

Bildungsdienstleister in der Region etabliert. In den einzelnen Geschäftsfeldern waren

im Berichtsjahr 48 Ausbilder, Sozialpädagogen, Dozenten und ein Dienstleistungsteam

von fünf Mitarbeitern tätig.

Im Jahr 2006 absolvierten 415 Auszubildende ihre berufliche Erstausbildung im QCW.

Darunter befanden sich 86 Auszubildende aus 21 kleinen und mittleren Unternehmen der

Region, die im Rahmen der Verbundausbildung hier ihre modulare Grund- und Fachausbildungen

durchlaufen. Ihr erstes Lehrjahr in fünf verschiedenen Berufen begannen fünfzig

benachteiligte Jugendliche im September 2006. Diesen Bildungsauftrag erlangte das

QCW nach erfolgreich verlaufenden Ausschreibungen beim Regionalen Einkaufszentrum

Berlin-Brandenburg und dem Amt für Grundsicherung und Beschäftigung im Landkreis

Oder-Spree. Das Kooperative Modell wurde auch 2006 fortgeführt. Darin absolvieren seit

1. Oktober 32 Jugendliche eine Ausbildung in den Berufen Industriemechaniker und Anlagenmechaniker

Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik. Im Altenpflegefachseminar nahmen

im Oktober zwanzig Jugendliche eine Erstausbildung und 6 Teilnehmer eine Umschulung

auf. 21 Teilnehmer waren in einer 18-monatigen Weiterbildung zur Fachkraft für die gerontopsychiatrische

Betreuung und Pflege integriert.

Im Rahmen der Ausbildungsinitiative „TeamArbeit für Deutschland“, die das QCW

gemeinsam mit der Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH unterstützt, wurden im Jahr 2006

zehn zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung gestellt.

In der Berufsvorbereitung erhielt die QCW GmbH im vergangenen Jahr gemeinsam

mit dem IB Frankfurt (Oder) zwei Auftragslose zugesprochen. So werden von Bildungsbegleitern,

Sozialpädagogen und Lehrkräften 28 Jugendliche in drei Berufsfeldern für den

Berufsausbildungseinstieg fit gemacht.

Im Berichtsjahr wurden verschiedene Projekte auf Landes- und Bundesebene sowie im

europäischen Maßstab initiiert und durchgeführt. Im Rahmen eines INTERREG IIIA Projektes

qualifizierten sich seit 2005 dreißig arbeitslose Jugendliche zu EU-Assistenten und EU-

Servicetechnikern. Außerdem unterstützte das QCW im Rahmen des Innopunkt-Projektes

„cluster.eh“ mehr als 26 kleine und mittlere Unternehmen Brandenburgs bei der Qualifizierung

ihrer Mitarbeiter. Die fachgerechte Umsetzung neuer Technologien war ebenso

Thema wie die Sprachausbildung in Englisch und Polnisch mit interkulturellen Aspekten.

Langzeitarbeitslose wie auch Nichtleistungsbezieher wurden im Rahmen des LASA Projektes

„Aktiv für Arbeit“ von der QCW GmbH in Zusammenarbeit mit der IFU Schulen und

Arbeitsmarkt gGmbH Fürstenwalde (Spree) betreut. Das QCW ist darüber hinaus gemeinsam

mit der IHK Frankfurt (Oder) im JOBSTARTER-Projekt „Fachkräftenachwuchssicherung

Ostbrandenburg – Grenzenlos Ausbilden“ des Bundesbildungsministeriums aktiv. Mit dem

Projekt werden Schüler, Eltern, Lehrer und Unternehmer für eine regionale Fachkräfteentwicklung

angesprochen.

Entwicklung der Teilnehmerzahlen (Eintritte je Jahr) Development numbers of participants (Additions per year)

2002 2003 2004 2005 2006

Teilnehmer berufliche Erstausbildung 408 482 458 446 415

Participants in primary vocational training

davon kaufmännische Ausbildung 109 86 40 51 31

Thereof white collar training

davon gewerblich/technische Ausbildung 299 396 418 395 384

Thereof blue collar/technical training

Berufsvorbereitende Lehrgänge benachteiligter 134 108 46 42 28

Jugendlicher Preparatory professional training courses

for disadvantaged young people


8Kommunikation und Information Communication and information

8.1

Interne Kommunikation

Internal communication

Billie, Jolene,

5 Jahre,

EKO-Turm am Abend

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Im Ringen um Geschäftserfolge und Marktpositionen in einer sich ständig verändernden

Wirtschaftswelt erlangen Information und Kommunikation zunehmend an Bedeutung.

Beide Aspekte werden auch in unserem Unternehmen immer mehr zu strategischen Führungs-

und Managementaufgaben, die das eigenverantwortliche und unternehmerische

Handeln unserer Beschäftigten optimieren sollen. Dabei gilt: Kommunikation muss gelebt

werden. Es bedarf geeigneter Rahmenbedingungen, gemeinsamer Orientierungen und verlässlicher

Spielregeln, damit sich die Kommunikationsfähigkeit der Menschen voll entfaltet.

Das Team Interne Kommunikation hat in diesem Prozess die Rolle eines Koordinators und

Vermittlers von Informationen und Wissen. Dabei nutzen wir das gesamte Spektrum von

Wissensvermittlung und Informationstransfer, von persönlichen Kontakten und Gesprächen

über die klassischen Formen wie die Mitarbeiterzeitung bis hin zu modernen elektronischen

Medien.

Die Mitarbeiterzeitung besitzt als betriebliches Informationsmedium eine lange Tradition

und ist noch immer eine der wichtigsten Informationsquellen für unsere Beschäftigten.

Trotz des zunehmenden Reizes der neuen Medien der elektronischen Kommunikation hat

unser „EKOaktuell“ nichts an seiner Attraktivität verloren. Während die Stärken des Intranets

die Aktualität und eine nahezu unbegrenzte Menge an Informationen sind, beziehen

sich die Vorteile einer Mitarbeiterzeitung auf die Unabhängigkeit von elektronischen Geräten.

Durch entsprechendes Layout können bestimmte Themen emotional leichter fassbar

gemacht werden. Die Funktion der gedruckten Mitarbeiterzeitung besteht insbesondere

darin, Hintergrundinformationen für unsere Mitarbeiter aufzubereiten und verständlich darzustellen.

Diesen Inhalten muss auch die Aufmachung der Zeitung entsprechen. Deshalb

wurde im vergangenen Jahr mit der inhaltlichen auch die äußere Gestaltung unserer Mitarbeiterzeitung

neu konzipiert. Hauptelemente waren dabei ein modernes und großzügiges

Layout sowie die Konzentration auf Schwerpunktthemen mit breiterem Informationsgehalt.

Gedruckte Informationsmedien haben noch immer einen hohen Stellenwert, da nicht

alle unsere Mitarbeiter über die Möglichkeit verfügen, sich Informationen aus elektronischen

Medien zu beschaffen. Deshalb erscheint monatlich ein „EKOexpress“ mit aktuellen

Informationen, und gedruckte Info-Blätter werden nach Bedarf für die Mitarbeiterinformationstafeln

in den Werksbereichen erarbeitet.

Im Jahr 2006 stand auch die Entwicklung der elektronischen Medien im Fokus der internen

Kommunikation. Neben Genauigkeit und Zuverlässigkeit ist die permanente Verfügbarkeit

aktueller Informationen und Wissensquellen für alle Beteiligte unabdingbar. Informationen

und Wissen für alle Unternehmensangehörigen sinnvoll verfügbar zu machen,

wird immer notwendiger. Deshalb wurde im vergangenen Jahr eine interdisziplinäre Projektgruppe

ins Leben gerufen, die die Aufgabe hat, eine moderne Intranet-Portallösung für

unser Unternehmen zu entwickeln. Der Start dieses neuen Mitarbeiterinformationssystems,

dessen Hauptbestandteil ein Microsoft Office Sharepoint Server sein wird, ist für das Jahr

2007 vorgesehen. Außerdem wurden im Berichtsjahr weitere Intranet-Terminals in den

Werkbereichen aufgestellt.

Mit der Neugestaltung und einer regelmäßigen Aktualisierung unseres Internetportals

schufen wir im vergangenen Jahr eine interessante Informationsplattform für die externe

Kommunikation. Mit über 4.000 Besuchern im Monat und damit knapp 50.000 im Jahr

2006 stieß das neugestaltete Internet auf sehr gute Resonanz.

Inhaltlicher Schwerpunkt der internen Kommunikation war im zurückliegenden Jahr das

Zusammengehen der beiden weltgrößten Stahlkonzerne zur Arcelor Mittal Gruppe. Wir

waren trotz aller Probleme, die eine solche Fusion nach sich zieht, stets bemüht, unsere

Belegschaft aktuell über diesen für unser Unternehmen wichtigen Prozess zu informieren.

Auch die Anstrengungen der Geschäftsführung zur weiteren Implementierung des TPM-

Modells im Unternehmen sowie auf dem Gebiet des Gesundheits- und Arbeitsschutzes

wurden im Jahr 2006 informativ und kommunikativ begleitet. Insbesondere die erfolgreiche

Entwicklung bei Gesundheit und Sicherheit zeugen von der nachhaltigen Wirkung

der internen Kommunikation in unserer Belegschaft.

39


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

8.2

Veranstaltungen und

Betriebsbesichtigungen

Events and plant tours

40

Die Besichtigung unseres Unternehmens unter Begleitung unserer fachkundigen Werkführer

erfreute sich auch 2006 großer Nachfrage. Insbesondere bei Schülern und Studenten

waren Exkursionen durch unsere Produktionsbereiche erneut sehr beliebt.

Während des Stadtfestes Eisenhüttenstadt, bei dem wir uns unter dem Motto „Arcelor

Eisenhüttenstadt – ein familienfreundliches Unternehmen“ präsentierten, boten wir eine

besondere Attraktion für Familien. Zusätzlich zu den traditionellen Busrundfahrten, an denen

über 900 Besucher teilnahmen, hatten Familien mit Kleinkindern an einem Tag die

Möglichkeit, mit einem „Familienexpress“ unser Werk kennenzulernen. Die 200 Plätze für

vier Fahrten im „Familienexpress“ waren innerhalb einer Stunde ausgebucht.

Delegationen Delegations

Teilnehmerzusammensetzung der Delegationen 2006

Composition of delegation participants 2006

2.973

2002 2003 2004 2005 2006

Anzahl Delegationen 563 493 512 415 475

Number of delegations

Anzahl Teilnehmer 8.843 7.341 7.447 6.244 7.060

Number of participants

425

799

Gesamt Total 7.060

Schulen Schools 90 Delegationen

Universitäten Universities 33

Erwachsenenqualifizierung Adult qualification 5

Öffentliche Medien Public media 13

Fachgruppen Expert groups 109

Senioren/Vereine Senior citizens/associations 18

Sonstige Others 205

53

79

2.120

610


9Soziale

Verantwortung Corporate Social Responsibility

9.1

Bürgerschaftliches

Engagement

Corporate Citizenship

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Soziale und ökologische Verantwortung in allen Bereichen der Unternehmenstätigkeit und

gemeinwohlorientierte Aktivitäten in der Region sind für Arcelor Eisenhüttenstadt seit Jahren

gelebte Realität. Wir setzen uns für eine Gesellschaft ein, die den Menschen auch in

Zukunft mehr Lebensqualität bietet. Diese strategische Ausrichtung auf unsere übergeordneten

Unternehmensziele entspricht in vollem Maße der CSR-Strategie von Arcelor Mittal.

Unternehmerisches Denken und soziale Verantwortung sind keine Gegensätze. In unserem

Selbstverständnis gehören Geschäftserfolg und das Wirken in der Gesellschaft zusammen.

Als gute „Unternehmensbürger“ (Corporate Citizens) wirken wir deshalb auf verschiedene

Weise aktiv an der Lösung von gesellschaftlichen Problemen mit. Corporate

Citizenship ist eine „Win-Win-Strategie“.

„Unser Produktionsstandort ist Eisenhüttenstadt – wir sind der Stadt und der Region

gegenüber sozial verantwortlich“, heißt es in unserem Leitbild. Mit den drei von unserem

Unternehmen ins Leben gerufenen Stiftungen fördern und unterstützen wir das bürgerschaftliche

Engagement zur Verbesserung der vielfältigen Standortfaktoren der Region.

Damit bekräftigten und untersetzten wir auch im zurückliegenden Jahr unseren Anspruch,

ein attraktiver (erfolgreicher) Arbeitgeber in einer attraktiven (Wohlfühl-) Region zu sein.

Es handelt sich dabei zum einen um Aktivitäten, die unmittelbar auf die ökonomische

Standortentwicklung abzielen, und zum anderen werden gesellschaftspolitische und soziale

Anliegen unterstützt, die als so genannte „weiche Standortfaktoren“ wiederum Einfluss

auf die wirtschaftliche Situation am Standort haben.

Die Bürgerstiftung Eisenhüttenstadt ist eine unabhängige Stiftung von „Bürgern für

Bürger“. Im vergangenen Jahr konnten durch die Bürgerstiftung 67 Projekte in den Bereichen

Bildung, Kultur, Jugend, Soziales, Sport und Umwelt unterstützt werden. So fand der

Antrag der Selbsthilfegruppe Parkinson Eisenhüttenstadt für eine PC-Ausstattung die Zustimmung

des Stiftungsrats. Eine finanzielle Unterstützung erhielten auch die Organisatoren

des Neuzeller Traditionslaufes „Run & Bike“, bei dem Zweierteams aus Läufern und

Radfahrern über 100 oder 42 km ihre Kräfte messen.

Die Stahlstiftung Eisenhüttenstadt widmet sich vornehmlich der Förderung von Projekten

aus Kunst und Kultur, Wissenschaft und Bildung. Insgesamt 18 Projekte wurden im Jahr

2006 durch Mittel der Stahlstiftung unterstützt. Darunter befanden sich beispielsweise auch

finanzielle Zuwendungen für den Bau eines Kinderspielplatzes, für einen „Elternstadtplan

Eisenhüttenstadt“, der über Betreuungs-, Bildungs- und Freizeitangebote in der Stadt informiert,

und im Rahmen Kulturland Brandenburg 2006 für das Projekt „Planstadt – Stalinstadt“.

Bereits zum zweiten Mal rief die Stahlstiftung Eisenhüttenstadt im August 2006 Schülerinnen

und Schüler auf, sich an einem Schreibwettbewerb zu beteiligen. Mit diesem Wettstreit, der

jährlich im Rahmen der Literaturpreisverleihung veranstaltet wird, verbindet die Stahlstiftung

neben der Förderung junger Schreibtalente der Region das Ziel, einen nachhaltigen Beitrag

zur Pflege der deutschen Sprache zu leisten und damit das Denken junger Menschen zu befördern.

Mehr als 30 Mädchen und Jungen aus fünf weiterführenden Schulen folgten dem

Aufruf und reichten eigene Kurzgeschichten oder Gedichte ein.

Mit Mitteln der Kulturklub-Stiftung konnten im Jahr 2006 umfangreiche Sanierungsmaßnahmen

im Club „Hans Marchwitza“ in Eisenhüttenstadt durchgeführt werden.

Darüber hinaus ist unser Unternehmen an zahlreichen lokalen, regionalen und überregionalen

Initiativen zur Vernetzung von Aktivitäten in der Bildungslandschaft, an Runden

Tischen zur Intensivierung der Kooperation zwischen Schule und Wirtschaft sowie an

Arbeitskreisen zur Verbesserung der Ausbildungssituation maßgeblich beteiligt. Arcelor

Eisenhüttenstadt war 2003 Gründungsmitglied am „Runden Tisch Jugend und Wirtschaft“

in Brandenburg. Der „Runde Tisch“ ist ein Praxisnetzwerk und eine Plattform engagierter

Brandenburger Unternehmen, die mit eigenen exemplarischen Projekten in ihrem jeweiligen

Umfeld Schritt für Schritt Brücken zwischen diesen Akteuren bauen, Impulse geben,

neues Engagement motivieren und Unternehmen und junge Menschen aktivieren, gemeinsam

etwas für sich zu tun.

41


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

42

Wettbewerb „Beschäftigung gestalten – Unternehmen zeigen Verantwortung“

Als größter Arbeitgeber in einer strukturschwachen Region richtet sich unser gesellschaftliches

Engagement vor allem auf eine aktive Wirtschaftsförderung an unserem Standort.

Für dieses Engagement wurde Arcelor Eisenhüttenstadt am 3. Februar 2006 als eines von

sechs Unternehmen im Bundesministerium für Arbeit und Soziales feierlich geehrt. Im Wettbewerb

„Beschäftigung gestalten – Unternehmen zeigen Verantwortung“ 2005/2006

waren wir Gewinner in der Kategorie „Aufbau und Stabilisierung von Beschäftigung“. In

der Begründung der Jury hieß es: „Mit gezielter Wirtschaftsförderung fängt die EKO Stahl

GmbH aus Eisenhüttenstadt die Folgen des eigenen Personalabbaus auf und stabilisiert

den Arbeitsmarkt in der Region.“ Positiv hervorgehoben wurde vor allem, dass der Prozess

der Personalanpassungen im Rahmen unseres Restrukturierungsprogramms ZUG sozialverträglich

gestaltet wird. Dazu gehörte auch das Vorziehen der tariflich vereinbarten

Arbeitszeitverkürzung von 38,5 auf 35 Stunden pro Woche, um diesen Prozess zu verlangsamen.

Die prominent besetzte Jury überzeugte auch, wie

unser Unternehmen in Zeiten von Strukturwandel und

internationalem Standortwettbewerb gesellschaftspolitische

Verantwortung in der Region übernimmt. Wer abbaut,

muss auch wieder aufbauen, lautet dabei unser

Credo. Das betrifft unsere Verpflichtung, mindestens die

gleiche Anzahl von Arbeitsplätzen, die wir im Unternehmen

abbauen, durch gezielte Wirtschaftsförder- und

Regionalentwicklungsmaßnahmen an anderer Stelle wieder

aufzubauen. Ein Motor für Arbeit und Beschäftigung

ist die auf unsere Initiative Anfang 2004 gegründete

Eisenhüttenstädter Dienstleistungsgesellschaft mbH (EDL).

Mit der Gründung dieser Non-Profit-Agentur als Personalpool

und flexibler Organisationsrahmen, der Bildung

einer Steuerungsgruppe unter Einbeziehung der Interessenvertretung

und des Bürgermeisters sowie der materiellen

Unterstützung durch einen Fond verfolgen wir das

Ziel, Unternehmensansiedlungen auf hohem Niveau zu

beschleunigen. Ein erstes Ergebnis war der „Gründerpreis der EKO Stahl GmbH“, der

zusätzlich junge Existenzgründer nach Eisenhüttenstadt locken sollte. Insgesamt beteiligten

sich 27 Unternehmensgründer. Die nach Einschätzung der Jury wirtschaftlich tragfähigsten

Konzepten wurden mit Preisgeldern in Höhe von über 100.000 Euro unterstützt.

Die Ansiedlung von Unternehmen am Standort war auch im vergangenen Jahr ein

Schwerpunkt. Unser Ziel ist es, bis zum Jahr 2007 etwa 350 neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Allein bei der Firma Medent, einem Krankenkassen-Dienstleister, entstanden 150

neue Arbeitsplätze. Das Unternehmen aus Süddeutschland, das bereits in Eisenhüttenstadt

ansässig war, erweiterte seine Belegschaft, nach dem unser Unternehmen auf dem eigenen

Firmengelände ein Bürogebäude bedarfsgerecht sanierte und die Einstellung von

Arbeitslosen aus der Region subventionierte.

„Die Konzepte und Projekte, mit denen die 14 nominierten Unternehmen für Ausbildungs-

und Arbeitsplätze in ihrer Region sorgen, sind beeindruckend. Sie stehen stellvertretend

für viele andere, die nicht jammern, sondern anpacken und mithelfen. Davon

brauchen wir mehr. Sie zeigen: Neue Arbeit ist möglich. Wachstum hat Chancen. Mut

zahlt sich aus.” – Mit diesen Worten würdigte Bundesarbeitsminister Franz Müntefering

auch die Aktivitäten der Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH.


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Arcelor Eisenhüttenstadt

attraktiver Arbeitgeber in attraktiver Region

• Qualitätsanbieter für hochwertige Flachstähle • Bestleister in ArcelorMittal Gruppe

• Mitarbeiterzufriedenheit, Qualifizierung und Motivation • Zukunftsinvestition

Neue Arbeitsplätze in der Region

Arcelor Eisenhüttenstadt

• ist wichtiger Impulsgeber für eine wettbewerbsfähige regionale

Wirtschaftsentwicklung

• fördert neue Arbeitsplätze und unterstützt aussichtsreiche

Ansiedlungsprojekte

• ist Pate zur Entwicklung von Netzstrukturen zu dynamischen

Clustern.

Im Rahmen des Restrukturierungsprogramms „Zukunfts-Gestaltung

EKO“ vereinbarten Geschäftsführung und Betriebsrat einen

Interessenausgleich und Sozialplan, in dem bis zum Jahr

2007 zusätzliche 350 Arbeitsplätze in der Region zu schaffen

sind. Bis Ende 2006 wurden 22 Projekte mit 192 Arbeitsplätzen

geschaffen und gesichert.

Kunst, Kultur, Sport und Alltagsleben

Ein wesentliches Anliegen ist es, die Attraktivität des

Standortes Eisenhüttenstadt kontinuierlich zu verbessern:

Bürgerstiftung Eisenhüttenstadt

• Initiative von Bürgern für Bürger

• rechtsfähige Stiftung mit einem Stiftungskapital von 2 Mio.€

Stahlstiftung Eisenhüttenstadt

• Förderung von Kunst und Kultur, Wissenschaft und Forschung

• Stahl-Literaturpreis 2005 an Wladimir Kaminer

Kulturklub-Stiftung

• Unterstützung von Jugendeinrichtungen in Eisenhüttenstadt

Akteur in Bereichen Kunst, Kultur und Sport

• Mitveranstalter jährliches Stadtfest Eisenhüttenstadt

• Unterstützung von Jugendeinrichtungen in Eisenhüttenstadt

• Unterstützung Kinder- und Jugendsport in der Region

Leitbild Toleranz

• gesellschaftspolitisches Markenzeichen

• integraler Bestandteil der Unternehmenskultur

Wohnumfeld und Infrastruktur Eisenhüttenstadt

• Mitgestalter des Leitbildes „Eisenhüttenstadt 2030“

Schule/Hochschule und Ausbildung

Arcelor Eisenhüttenstadt gehört zu den größten Ausbildungsbetrieben

in der Region und hat sich zu einer progressiven

Ausbildungspolitik mit einer jährlichen Ausbildungsquote von

mindestens 5 % verpflichtet.

Arcelor Eisenhüttenstadt:

- stellt im Rahmen der Initiative „TeamArbeit für Deutschland“

zusätzliche Ausbildungsplätze zur Verfügung

- entwickelt über Tochtergesellschaft QCW mit Betrieben der

Region einen Ausbildungsverbund

Arcelor Eisenhüttenstadt ist Kooperationspartner verschiedener

Hoch-und Fachschulen, z.B. Europa-Universität Frankfurt/Oder,

Bergakademie Freiberg, Brandenburgische TU Cottbus.

Vereinbarkeit von Beruf und Familie

Familienfreundliche Unternehmen sind attraktive Arbeitgeber.

Mit fast 24 Prozent hat Arcelor Eisenhüttenstadt einen hohen

Anteil an weiblichen Beschäftigten.

Zielstellung ist es, diesen Anteil zu halten und auszubauen.

Dazu gibt es bei Arcelor Eisenhüttenstadt folgende Initiativen:

• Mitinitiator und Träger des lokalen Bündnisses „Forum

Familie – Eisenhüttenstadt

• Anwendung individuell abgestimmter Arbeitszeitmodelle

• Kooperation mit lokalen Kindereinrichtungen für flexible

Modelle der Kinderbetreuung, insbesondere für Kinder von

Beschäftigten in Schichtarbeit

• Grundzertifikat audit berufundfamilie ® der Gemeinnützigen

Hertie-Stiftung 2006

• Schaffung eines betrieblichen Beratungsservices

• Unterstützung gemeinnütziger Aktivitäten u.a. der Initiative

„Job und Familie“

• umfassende Kommunikation und Transparenz von Beruf und

Familie

• Zuschüsse für familiäre Ereignisse und Kinderbetreuungskosten

43


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

9.2

Aktionen gegen

Gewalt von Rechts –

für Toleranz

Measures against violence from

the political right – for tolerance

44

Im Rahmen unserer Verantwortung für die Gesellschaft hat das Engagement von Arcelor

Eisenhüttenstadt gegen rechte Gewalt, für Toleranz, weiterhin einen besonders hohen

Stellenwert.

Unser konsequentes Eintreten gegen Ausländerhass und Gewalt basiert sowohl auf

wirtschaftlichen Erfordernissen, war aber auch immer ein substantieller Beitrag zur Ausgestaltung

einer Kultur der Toleranz im Land und im Unternehmen. Fundament für unser Handeln

ist ein umfassendes Konzept, das sich bereits seit Jahren bewährt hat. Es basiert auf

der Mobilisierung der Gesellschaft und dabei insbesondere auf der Verantwortung der

Wirtschaft. Dabei stellen wir die Prävention, insbesondere in der Ausbildung und Erziehung

unserer Jugend, in den Mittelpunkt unseres Engagements, treten aber genauso konsequent

jeglicher Form von Gewalt entgegen.

Wir stehen nicht nur zu diesen Werten, sondern handeln auch danach. Seit Jahren

versuchen Neonazis, den kleinen Brandenburger Ort Halbe mit seiner Krieggräberstätte

zu einem Wallfahrtsort für ihre Anhänger zu entwickeln. Seit Jahren treffen sich Tausende

Demokraten, darunter auch zahlreiche Mitarbeiter unseres Unternehmens, um ein deutliches

Zeichen für ein demokratisches, weltoffenes und tolerantes Brandenburg zu setzen.

Auch im Herbst 2006 gelang es wiederum, einen Neonazi-Aufmarsch in Halbe mit friedlichen

Mitteln zu verhindern.

Unser besonderes Augenmerk gilt in dieser Frage der Jugend. Dazu gehören sichere

Zukunftsperspektiven, mit Ausbildungsplatz und Berufschancen, die Schaffung eines regionalen

Umfeldes mit attraktiven Freizeitmöglichkeiten sowie ein qualifizierter und respektvoller

Umgang mit den Problemen der Jugendlichen. Aber anstatt über die Jugend zu reden,

diskutieren wir mit der Jugend. Deshalb veranstalten und finanzieren wir regelmäßig

Jugendtage als themenorientierte Dialogveranstaltungen, in die auch die Schulen der

Stadt einbezogen sind. Seit Jahren fördern wir transnationale Austauschprogramme und

internationale Begegnungen unserer Auszubildenden mit polnischen, französischen, englischen

und italienischen Jugendlichen. Die Vermittlung sozialer Werte, wie das Eintreten

für Menschlichkeit und Toleranz, gegen Diskriminierung, haben in unserer Berufsausbildung

einen festen Platz. Diese Sozialkompetenzen sind auch ein entscheidendes Kriterium

für eine Übernahme in unser Unternehmen.

Sebastian,

Lukas,

5 Jahre


10

Betriebliche Mitbestimmung

Co-determination

Paul, 5 Jahre,

EKO-Arbeiter halten zusammen

PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Die offene und partnerschaftliche Zusammenarbeit und der konstruktive Dialog zwischen

Unternehmensführung und Arbeitnehmervertretung waren auch im zurückliegenden Jahr

Garanten für den Erfolg unseres Unternehmens. Dabei hat sich der verantwortungsvolle

Umgang und der regelmäßige Informationsaustausch zwischen den Sozialpartnern erneut

bewährt.

Im Rahmen der betrieblichen Mitbestimmung wurden im Berichtsjahr verschiedene

Betriebsvereinbarungen abgeschlossen. Mit der Vereinbarung über die Arbeitsfreistellung

von Partnern nichtehelicher Lebensgemeinschaften trugen wir den Realitäten unserer gegenwärtigen

Gesellschaft Rechnung. Mit der Gleichstellung von nichtehelichen oder

gleichgeschlechtlichen Lebensgemeinschaften anerkennen wir die Vielfalt in unserer Gesellschaft.

In einer weiteren Betriebsvereinbarung wurden zwischen Geschäftsführung und Betriebsrat

die Kennziffern festgelegt, die zur Ermittlung der Verbesserungs- und Erfolgsprämie

herangezogen werden. Mit dieser Prämie wird der Beitrag der Belegschaft zum Verbesserungsprozess

und wirtschaftlichen Erfolg honoriert. Neben Indikatoren wie Unfallhäufigkeit,

Gesundheitsquote und der betriebswirtschaftlichen Kennzahl über den Gewinn

(EBIT), wurde im vergangenen Jahr die Kennziffer OTIF (On Time In Full) neu in die Prämienbemessung

einbezogen. OTIF misst den Anteil termin- und qualitätsgerechter Lieferungen

an unsere Kunden. Damit werden Termintreue und Qualitätsarbeit für jeden unserer

Mitarbeiter auch finanziell spürbar.

Im Juni 2006 wurde Holger Wachsmann, Betriebsratsvorsitzender von Arcelor Eisenhüttenstadt,

zum Vorsitzenden der Arbeitnehmervertreter und Vizepräsidenten des Europäischen

Betriebsrates von Arcelor gewählt.

Anlässlich seines Besuches bei Arcelor Eisenhüttenstadt übergaben Betriebsratsvorsitzender

Holger Wachsmann und Arbeitsdirektor Rainer Barcikowski dem Präsidenten von

ArcelorMittal, Lakshmi Mittal, einen Scheck in Höhe von 20.000 Euro zur Unterstützung

der Opfer des Unglücks in der Grube Lenina in Kasachstan.

45


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Wichtige Ereignisse im Jahr 2006 Main events in 2006

46

26. Januar

Jürgen Schachler, Vorsitzender der Geschäftsführung, und Rainer Werner,

Bürgermeister von Eisenhüttenstadt, präsentieren in Berlin unter dem Motto

„Faszination Stahl-Stadt“ den Stahlstandort Eisenhüttenstadt vor 250 prominenten

Gästen aus der Wirtschaft und ausländischen Vertretungen.

28. Januar

Anlässlich des gemeinsamen Neujahrsempfanges der Stadt und EKO Stahl

unterzeichnet Bürgermeister Rainer Werner einen Vertrag zwischen der von

EKO Stahl gegründeten Kulturklubstiftung und der Stadt Eisenhüttenstadt zugunsten

des Kulturklubs „Hans Marchwitza“.

3. Februar

Die EKO Stahl GmbH geht als Bundessieger in der Kategorie Aufbau und

Stabilisierung des Arbeitsmarktes im bundesweiten Wettbewerb „Beschäftigung

gestalten – Unternehmen zeigen Verantwortung“ hervor. Bundesarbeitsminister

Franz Müntefering nimmt in Berlin die Preisverleihung vor.

21. bis 23. März

Mit 1.665 abgegebenen Stimmen wird turnusmäßig der neue Betriebsrat gewählt.

Als Vorsitzender werden Holger Wachsmann und als stellvertretender

Vorsitzender Frank Balzer wiedergewählt.

29. März

Weltweit an allen 700 Standorten der Arcelor Gruppe in 60 Ländern findet der

erste „Tag der Gesundheit und Sicherheit“ statt. Auch in Eisenhüttenstadt wird

ein interessantes Programm um die Themen Gesundheit und Sicherheit angeboten.

3. bis 6. April

Prof. Dr. Hajime Yamashina, Total Productive Management Konsultant und

Auditor, besucht erstmalig Eisenhüttenstadt und begutachtet die TPM-Entwicklung.

27. April

Im Berufsbildungszentrum von EKO Stahl findet ein Zukunftstag statt. Ziel ist es,

verstärkt Mädchen für gewerblich-technische Berufe zu interessieren.

28. April

Nach einem Jahr Laufzeit wird der „Eisenhüttenstädter Gründerpreis der EKO

Stahl GmbH“ vergeben. Preisgelder von über 100 000 Euro erhalten mehrere

Existenzgründer, mit einem wirtschaftlich tragfähigen Konzept und großer

Bedeutung für die Region.

8. Mai bis 2. Juni

An dem von Arcelor aufgelegten Mitarbeiteraktienprogramm „aesope 2006

beteiligen sich fast 50 Prozent der Beschäftigten am Standort Eisenhüttenstadt.

1. Juni

Der beim „Tag der Gesundheit und Sicherheit“ von Arcelor Eisenhüttenstadt gestartete

Kinderkreativwettbewerb erlebt eine außergewöhnliche Resonanz.

Unter dem Motto „Sicher, gesund und fit – Hüttes Kinder machen mit!“ beteiligen

sich fast 500 Kinder im Alter von zwei bis elf Jahren aus siebzehn Kindereinrichtungen

der Stadt an dem Wettbewerb.

9. Juni

„Berufe mit Zukunft“ – unter diesem Motto veranstaltet das Berufsbildungszentrum

der EKO Stahl GmbH, gemeinsam mit der Werkfeuerwehr und der

Brandenburgischen Betriebskrankenkasse, einen Tag der offenen Tür.


PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

16. Juni

Die EKO Stahl GmbH wird in Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH umbenannt.

25. Juni

Der Arcelor Verwaltungsrat stimmt einer Fusion mit dem Stahlkonzern Mittal

Steel zu. Mit dem Zusammenschluss von Arcelor und Mittal entsteht der weltgrößte

Stahlproduzent mit einem Marktanteil von etwa zehn Prozent.

29. Juli

Die im Rahmen des Twinning-Projektes entstandene Partnerschaft auf dem

Gebiet der Arbeitssicherheit zwischen Arcelor Eisenhüttenstadt und dem

Stahlwerk Arcelor Huta Warszawa wird mit dem Besuch einer deutschen

Delegation in Warschau ins Leben gerufen.

25.–28. August

Zum 7. Mal findet das Stadtfest Eisenhüttenstadt unter dem Motto „Mit dem

Herzen dabei“ statt. Arcelor Eisenhüttenstadt präsentiert sich als familienfreundliches

Unternehmen mit einem Wettbewerb um die „sportlichste Familie“

und Fahrten mit dem Familienexpress durch das Werk.

September

118 Mitarbeiter lassen im Gesundheitszentrum von Arcelor Eisenhüttenstadt

von Experten der Firma Dräger Safety Academy ihre Fitness testen.

22. September

Der Präsident des Konzerns ArcelorMittal, Lakshmi Mittal, und Mitglieder des

Arcelor Verwaltungsrates besuchen Arcelor Eisenhüttenstadt. Sie zeigen sich

beeindruckt von der Leistungsfähigkeit, Produktivität und Motivation der Mitarbeiter

unseres Unternehmens.

27. Oktober

Arcelor Eisenhüttenstadt wird in Potsdam für besondere Leistungen in der

Ausbildung und sein gesellschaftliches Engagement mit dem Brandenburgischen

Ausbildungspreis 2006 geehrt.

7./8. November

Manager von ArcelorMittal sowie den Mittal-Standorten in Polen, Tschechien

und Rumänien besuchen Arcelor Eisenhüttenstadt. Sie informieren sich über

Themen wie Arbeitssicherheit, Gesundheitsförderung, Personal- und Finanzarbeit.

16. November

Den Erlös der Verkaufsaktion „Arcelor Eisenhüttenstadt hilft – helfen Sie mit“ im

Rahmen des Stadtfestes erhalten die Kindertagesstätte „RappelZappel“ und die

Integrationskindertagesstätte „Wirbelwind“.

30. November

Als erstes Industrieunternehmen Brandenburgs erhält Arcelor Eisenhüttenstadt

das Grundzertifikat audit berufundfamilie ® der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung.

31. Dezember

Nach Abschluss des zweiten Jahres des Restrukturierungsprogramms ZUG sind

2.350 von insgesamt 2.500 Maßnahmen abgeschlossen. Damit sind 86 Prozent

des Programms erfüllt.

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PERSONAL- UND SOZIALBERICHT 2006

Arcelor Eisenhüttenstadt

Geschäftsführer Personal- und Sozialwesen

15888 Eisenhüttenstadt

Tel. 0 33 64 - 37 - 56 05

Fax: 0 33 64 - 4 40 20

info@arcelor-eisenhuettenstadt.com

www.arcelor-eisenhuettenstadt.com

48

Konzept, Text:

Dr. Herbert Nicolaus, Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH

Fotos:

Ramona Behrend, Arcelor Eisenhüttenstadt GmbH

Bernd Geller, Eisenhüttenstadt

Titelbild: Juliette, 6 Jahre, Schutzbrille schützt vor Feuer

Grafische Realisierung:

Matthias Frach, Werbellin

Druck:

Oktoberdruck AG, Berlin

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