Code of Conduct für Siemens Lieferanten

w9.siemens.com

Code of Conduct für Siemens Lieferanten

Siemens geht mit der

HelpDesk-Funktion „Ask us“

einen innovativen Weg.

Damit kann das Wissen zum

Thema „Compliance“ gebündelt

werden.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

Herausgeber:

Siemens AG

Corporate Supply Chain and Procurement

St.-Martin-Straße 76

81541 München

Geschäftsstelle:

Telefon: +49 (89) 636-00

E-Mail: global-procurement.csp

@siemens.com

Ausgabe:

Version 1.0, September 2008

Layout:

Wittsiepe + Kussmaul

Thierschstr. 11-15

80538 München

Bildnachweis:

Die Rechte für die verwendeten Bilder

liegen bei der Siemens AG

Bilder mit freundlicher Genehmigung

von UNICEF

Copyright:

© Siemens AG

Siemens AG

Corporate Supply Chain and Procurement

St.-Martin-Straße 76

81541 München

Deutschland

http://www.siemens.com/einkauf/cr

Version 1.0, September 2008

Alle Rechte, auch die der Übersetzung,

des Nachdruckes und der Vervielfältigung,

oder Teilen daraus, sind

S iemens vorbehalten.

Kein Teil des Werkes darf ohne schriftliche

Genehmigung in irgendeiner Form

(Fotokopie, CD-Rom, etc.) reproduziert

oder unter Verwendung elektronischer

Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder

verbreitet werden. Änderungen von

Grafiken müssen abgestimmt werden.

Wird bei Änderungen nicht eingezogen.

Bei der Bezeichnung von Personen oder

Personengruppen sind Personen beiderlei

Geschlechts gemeint.

Bestell-Nr.: L7-Z705

Code of Conduct

für Siemens Lieferanten

Corporate Supply Chain and Procurement

s

4


Vorwort

Gute Corporate Responsibility sichert den langfristigen

Erfolg von Siemens und schafft nachhaltig Wert.

Wir wollen führend in Corporate Re sponsibility

sein. Ein wirtschaftlich gesundes

Unternehmen gibt Zukunftssicherheit,

bietet Arbeitsplätze und arbeitet nachhaltig

zum Wohl von Gesellschaft und Umwelt.

Corporate Responsibility bedeutet für

Siemens, herausragende innovative

Leistungen für die Gesellschaft unter

Beachtung ethischer, wirtschaftlicher,

ökologischer und gesellschaftlicher

Belange zu erbringen. Diese Ziele gelten

insbesondere für unsere gesamte

Wertschöpfungskette.

Mit einem Materialkostenanteil von

ca. 50% unseres Umsatzes, besitzt der

Einkauf bei Siemens einen hohen Stellenwert.

Wir sind uns bewusst, dass wir im

Rahmen unserer weltweiten Einkaufsaktivitäten

einen großen Einfluss auf

Gesellschaft und Umwelt in unseren

Beschaffungsmärkten nehmen. Nachhaltiges

Wirtschaften ist daher bei Siemens

fester Bestandteil der Einkaufspolitik.

Wir erwarten deshalb von unseren

Lieferanten neben einem Beitrag zum

wirtschaftlichen Erfolg von Siemens die

verbindliche Einhaltung unseres Code of

Conduct für Siemens Lieferanten und dass

unsere Lieferanten innerhalb der eigenen

Wolfgang Dehen

Mitglied des Vorstands

Lieferkette die Umsetzung und Einhaltung

dieser verbindlichen Regeln sicherstellen.

Es ist unser erklärtes Ziel, gemeinsam mit

unseren Lieferanten die Einhaltung der im

Code of Conduct für Siemens Lieferanten

geforderten Prinzipien nachhaltig umzusetzen.

Auf Basis der in der vorliegenden

Broschüre beschriebenen Werte streben

wir eine enge Partnerschaft mit unseren

Lieferanten an mit dem Ziel, gemeinsam

einen Mehrwert für alle Beteiligten zu

schaffen.

Die vorliegende Broschüre dient als Leitfaden

zum Thema Corporate Responsibility

in der Lieferkette für unsere Stakeholder:

Kunden, Aktionäre, Mitarbeiter, Lieferanten

und andere Interessenvertreter.

Sie zeigt in den folgenden Kapiteln detailliert

auf, welche Anforderungen Siemens

an seine Lieferanten stellt und wie unsere

Lieferanten uns dabei aktiv unterstützen

können.

Weitere Informationen zum Thema

C orporate Responsibility in der Lieferkette

finden Sie unter:

www.siemens.com/einkauf/cr

Bernd Regendantz

Corporate Supply Chain and Procurement

Inhalt

Vorwort 2

Corporate Responsibility 4

Einhaltung der Gesetze / Verbot von

Korruption und Bestechung 6

Achtung der grundlegenden Arbeitnehmerrechte 8

Verbot von Kinderarbeit 10

Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter 12

Umweltschutz 14

Die Lieferkette

Überwachung der Einhaltung und

16

Konsequenzen aus Fehlverhalten 18

Vertragliche Verpflichtung 20

Compliance HelpDesk 22

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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4

Corporate Responsibility

Siemens war und ist weltweit in Geschäften tätig, die

für moderne Gesellschaften von existenzieller Bedeutung

sind: Energieversorgung und -effizienz, Automatisierungstechnik,

Industrie, öffentliche Infrastruktur und

Gesund heitsversorgung. Aus diesem Geschäftsportfolio

erwächst eine besondere Verantwortung für unser Unternehmen:

Es geht um Funktionsfähigkeit, Wirtschaftlichkeit

und Zukunftsfähigkeit elementarer Infrastrukturen,

es geht um die Wettbewerbsfähigkeit unserer Kunden

und es geht um Lebensqualität für sehr viele Menschen.

Diese Aufgabenbereiche sind eng verbunden

mit den Leitzielen nachhaltigen

Wirtschaftens: Mehr Sicherheit, effizientere

Nutzung der Ressourcen und

langfristige Verträglichkeit gegenüber

Umwelt und Gesellschaft.

Siemens will in allen Ländern als integrierter

Teil der nationalen Gesellschaft

und Volkswirtschaft wahrgenommen

werden. Bei der großen Verschiedenheit

der jeweiligen Rahmenbedingungen an

den vielen Standorten weltweit stellt

diese Maxime der Siemens Geschäftspolitik

eine große Herausforderung für

die tägliche Praxis dar. Dabei ist uns

bewusst, wie weitreichend die Auswirkungen

unserer Geschäftstätigkeit auf

das lokale und regionale gesellschaft -

liche Umfeld sind.

Wirtschaftliche Entwicklung und

Beschäftigung: Unsere Investitionen

und unsere Einkaufstätigkeit geben nachhaltige

wirtschaftliche Impulse für die

Regionen, in denen Siemens tätig ist.

An vielen Standorten ist Siemens ein

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

wichtiger oder sogar der lokal größte

Arbeitgeber. Neue Wertschöpfung vor

Ort und ein höheres Steueraufkommen

tragen zur Erhöhung der Kaufkraft bei

und ermöglichen weiteres wirtschaftliches

Wachstum in der Region mit neuen

Arbeitsplätzen. Als globales Netzwerk

unterstützt Siemens die Integration in

die Weltwirtschaft. Zu den modernen

und qualifizierten Arbeitsplätzen bei

Siemens addieren sich weitere Arbeitsplätze

bei unseren Zulieferern und Dienstleistern

vor Ort, die neu entstehen oder

gesichert werden.

Infrastruktur: Investitionen von Siemens

begleiten oft zusätzliche Investitionen

in die technische Infrastruktur, die auch

dem Umfeld zugutekommen, vor allem

in den Bereichen Energie, Kommunikation,

Verkehrsanbindung und im Umweltsektor.

Innovation: Siemens ist in vielen Sektoren

Technologieführer und setzt mit der Produktion

und dem Service vor Ort seine

Kompetenzen in modernste Produkte und

Dienstleistungen um. Das Unternehmen

eröffnet so Menschen in vielen Ländern

Zugang zu modernster Technologie.

Bildung, Wissenschaft und Forschung:

Siemens benötigt hervorragend qualifizierte

Mitarbeiter und kooperiert deshalb

weltweit mit Bildungseinrichtungen und

unterstützt Wissenschaft und Forschung.

Siemens setzt Maßstäbe bei der beruflichen

Aus- und Weiterbildung und unterhält

in mehreren Schwerpunkt-Regionen

eigene Forschungseinrichtungen.

Umwelt: Die Einwirkungen des Unternehmens

auf die Umwelt, wie z.B. unvermeidliche

Emissionen, Ressourcenverbrauch

und Verkehrsaufkommen, sind

portfolio- und produktbedingt begrenzt.

Gerade Siemens-Technologie trägt aber

in sehr vielen Anwendungen entscheidend

dazu bei, die Effizienz zu verbessern

und Ressourcenverbrauch und Umweltbelastungen

wirksam zu reduzieren.

Wir wollen mit unserem Geschäft langfristig

Werte für unser Unternehmen und

für unsere Stakeholder erhalten und

schaffen. Das kann nur gelingen, wenn

wir innerhalb unserer Einflusssphäre dazu

beitragen, positive gesellschaftliche und

ökologische Entwicklungen weltweit zu

fördern. Die Arbeit mit unseren Lieferanten

auf Grundlage klarer und international

anerkannter Grundsätze und

gemeinsamer Ziele stellt ein wesent-

liches Element dieser Strategie dar.

Seit 2003 ist Siemens Mitglied

des Global Compact der

Vereinten Nationen. Siemens

bekennt sich zu den zehn

Prinzipien der Kategorien des

Global Compact zu Menschenrechten,

Arbeitsnormen,

Umweltschutz sowie Korruptionsbekämpfung.

Grundlage

sind die Allgemeine Erklärung

der Menschenrechte, die

Erklärung über die grundlegenden

Prinzipien und Rechte

bei der Arbeit der Internationalen

Arbeitsorganisation

(ILO) und die Grundsätze der

Erklärung von Rio zu Umwelt

und Entwicklung. Der Code

of Conduct für Siemens Lieferanten

beruht wesentlich auf

den Prinzipien des Global

Compact.

Weitere Informationen zum

Thema „Corporate Responsibility“

finden Sie unter:

www.siemens.com/responsibility

www.unglobalcompact.org

www.ilo.org

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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6

Einhaltung der Gesetze / Verbot

von Korruption und Bestechung

Siemens führt das Geschäft verantwortungsvoll und in Übereinstimmung

mit gesetzlichen Vorschriften und behördlichen

Regeln der Länder, in denen wir tätig sind. Gesetzes- und regelwidriges

Verhalten im Unternehmen wird unter keinen Umständen

toleriert. Wir haben uns weltweit verbindliche Leit- und Richtlinien

gegeben, die ethisches und gesetzeskonformes Verhalten

von allen Mitarbeitern und Führungskräften fordern. Unsere

Arbeit und der Umgang der Mitarbeiter untereinander sowie

mit unseren Kunden und Partnern basieren darauf.

Die Beachtung von Recht und Gesetz ist

für uns oberstes Gebot. Im Zuge unserer

Corporate Responsibility erwarten wir

dies auch von unseren Lieferanten.

Ihr Beitrag als Lieferant zur aktiven

Umsetzung des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten zur Einhaltung

der Gesetze und Unterbindung von

Korruption und Bestechung:

Auch Sie setzen sich in besonderem

Maße für die Einhaltung von Gesetzen,

insbesondere für die strikte Einhaltung

des Verbots von Korruption und Bestechung

ein. Dies spiegelt sich dadurch

wider, dass

• Sie unternehmensweit ein Compliance

Programm oder einen Prozess zur kontinuierlichen

Sicherstellung und Überwachung

der Einhaltung der Gesetze und

Verbot von Korruption errichtet und

umgesetzt haben, das entsprechende

für alle Mitarbeiter verbindliche Regelungen

beinhaltet, einschließlich der

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

Annahme und Vergabe von Geschenken

(analog der Siemens Business Conduct

Guidelines).

• Sie Ihr Compliance­Programm oder

Ihren Prozess laufend überprüfen,

im Bedarfsfall aktualisieren und Ihre

Mitarbeiter entsprechend unterrichten.

• Sie in regelmäßigen Abständen Ihre

Mitarbeiter bzgl. wesentlicher Fragen

zu Compliance und/oder Gesetzesänderungen

schulen.

• Sie ein Regelwerk zur Verfahrensweise

bei Verstößen gegen Compliance-Regelungen,

insbesondere gegen das Verbot

von Korruption und Bestechung, im

Bedarfsfall etablieren und anwenden.

• Sie auch Ihre Geschäftspartner vertraglich

auf die Einhaltung der Gesetze,

insbesondere von Anti-Korruptions -

vor schrif ten, verpflichten und dies

entsprechend kontrollieren.

• der Verantwortungsträger für Compliance-Angelegenheiten

in Ihrem Unternehmen

Ihre Unternehmensleitung ist.

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zum Verbot von Korruption

und Bestechung und zur Einhaltung

der Gesetze (vergleiche auch Kapitel zu

Überwachung und Konsequenzen)?

• Ist in Ihrem Unternehmen ein Mitglied

der Geschäftsführung als Verantwortlicher

für die Einhaltung der anwendbaren

Gesetze benannt, insbesondere

solcher zum Verbot von Korruption

und Bestechung?

• Gibt es in Ihrem Unternehmen eine

schriftliche Anweisung oder Richtlinie,

die alle Mitarbeiter ausdrücklich zur

Einhaltung der anwendbaren Gesetze

verpflichtet, insbesondere solcher zum

Verbot von Korruption und Bestechung?

• Werden alle Mitarbeiter Ihres Unternehmens

regelmäßig zur Einhaltung

der anwendbaren Gesetze geschult,

insbesondere solcher zum Verbot von

Korruption und Bestechung?

Weitere Informationen zum

Thema „Corporate Responsibility

bei Siemens“ finden Sie auf

unseren Internetseiten unter:

www.siemens.com/

responsibility

Um das in Siemens gesetzte

Vertrauen von Kunden, Lieferanten,

Partnern, Aktionären

und Mitarbeitern zu rechtfertigen,

genießen Integrität und

Transparenz in den Geschäftsabläufen

höchste Priorität.

Dazu ist es notwendig, dass

Siemens Kenntnis von etwaigen

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• die Gesetze der jeweils

anwendbaren Rechtsordnung(en)

einzuhalten;

• keine Form von Korruption

oder Bestechung zu tolerieren

oder sich in irgendeiner Weise

darauf einzulassen, einschließlich

jeglicher gesetzeswidriger

Zahlungsangebote

oder ähnlicher Zuwendungen

an Regierungsbeamte um die

Entscheidungsfindung zu

beeinflussen.

Compliance-Verstößen erlangt.

Auf den vorgenannten Internetseiten

und im Kapitel „Compliance

HelpDesk“ finden Sie

daher auch Informationen zum

Ombudsmann sowie zum

Compliance HelpDesk „Tell us“,

an das sich Kunden, Lieferanten,

Mitarbeiter, Aktionäre

und sonstige Geschäftspartner

vertrauensvoll und anonym

wenden können, wenn sie

unkorrekte Geschäftspraktiken

in unserem Unternehmen

beobachtet haben.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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8

Achtung der grundlegenden

Arbeitnehmerrechte

Siemens erwartet von seinen Lieferanten die

Einhaltung der grundlegenden Arbeitnehmerrechte,

die in internationalen Konventionen der

Vereinten Nationen (UN), der Internationalen

Arbeitsorganisation (ILO), der Organisation für

wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

(OECD) sowie der UN-Initiative des Global

Compact enthalten sind.

Ihr Beitrag als Lieferant zur aktiven

Umsetzung des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten zur Achtung

grundlegender Arbeitnehmerrechte:

• Sie haben interne Regelungen, mit

denen die Einhaltung der geltenden Arbeitnehmerrechte

sichergestellt werden.

• Sie halten bei Einstellung von Arbeitnehmern

und personellen Maßnahmen,

wie z.B. Aus- und Weiterbildung sowie

Beförderung, die Prinzipien der Chancengleichheit

und Gleichbehandlung ein,

d.h. unter anderem Diskriminierung

aufgrund von Rasse oder Hautfarbe ist

nicht zulässig. Dazu haben Sie interne

Regelungen geschaffen und umgesetzt.

• Sie beschäftigen keine Personen, die

aufgrund eines Gesetzes, einer behördlichen

Entscheidung oder aufgrund

eines Gerichtsurteils verpflichtet sind,

bei Ihnen zu arbeiten, d.h. Zwangsarbeit

im Sinne der Konvention Nr. 29

der International Labor Organization

(ILO) ist unzulässig.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

• Sie haben interne Regeln zum fairen

Umgang miteinander verankert und

überprüfen deren Einhaltung. Ihre

Mitarbeiter können bei ihren Vorgesetzten

frei Beschwerden vorbringen, ohne

Repressalien befürchten zu müssen.

• Sie zahlen Ihren Arbeitnehmern eine

faire Vergütung und halten relevante

landesspezifische gesetzliche Mindestlöhne

und Arbeitszeitgrenzen ein.

• Sie akzeptieren das im jeweiligen

gesetzlichen Rahmen geltende Recht

der Arbeitnehmer, Vereinigungen,

wie z.B. Gewerkschaften, zu bilden.

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zur Achtung grundlegender

Arbeitnehmerrechte (vergleiche

auch Kapitel zu Überwachung und

Konsequenzen)?

• Wie ist festgelegt, dass alle Mitarbeiter

akzeptabel behandelt werden und sich bei

inakzeptabler Behandlung ohne Furcht

vor Repressalien beschweren können?

• Wie ist festgelegt, dass in Ihrem

Unternehmen keine Personen gegen

deren Willen (z.B. aufgrund einer

behördlichen Anweisung oder eines

Gerichtsurteils) beschäftigt werden?

• Wie wird die Chancengleichheit und

Gleichbehandlung der Mitarbeiter

bei der Einstellung und während der

Beschäftigung in Ihrem Unternehmen

sichergestellt?

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• die Chancengleichheit und Gleichbehandlung

seiner Mitarbeiter zu fördern

ungeachtet ihrer Hautfarbe, Rasse,

Nationalität, sozialen Herkunft, etwaigen

Behinderungen, sexuellen Orientierung,

politischen oder religiösen Überzeugungen

sowie ihres Geschlechts oder

Alters;

• die persönliche Würde, Privatsphäre und

die Persönlichkeitsrechte jedes Einzelnen

zu respektieren;

• niemanden gegen seinen Willen zu

beschäftigen oder zur Arbeit zu zwingen;

• eine inakzeptable Behandlung von

Arbeitskräften nicht zu dulden, wie etwa

psychische Härte, sexuelle und persönliche

Belästigung oder Diskriminierung;

• Verhalten (einschließlich Gesten, Sprache

und physische Kontakte) nicht zu dulden,

das sexuell, Zwang ausübend, bedrohend,

missbräuchlich oder ausnutzend ist;

für angemessene Entlohnung zu sorgen

und den gesetzlich festgelegten nationalen

Mindestlohn zu gewährleisten;

• die im jeweiligen Staat gesetzlich festgelegte

maximale Arbeitszeit einzuhalten;

• soweit rechtlich zulässig, die Vereinigungsfreiheit

der Beschäftigten anzuerkennen

und Mitglieder in Arbeitnehmerorganisationen

oder Gewerkschaften weder zu

bevorzugen noch zu benachteiligen.

Weitere Informationen zu

internationalen Konventionen

über grundlegende Arbeitnehmerrechte

wie z.B. ILO,

UN Global Compact und UN

Menschenrechtserklärung

finden Sie unter:

www.siemens.com/

responsibility

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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10

Verbot von Kinderarbeit

Siemens erwartet von seinen Lieferanten, dass diese ausschließlich

Arbeitskräfte beschäftigen, die mindestens 15 Jahre alt sind. Grund lage

für dieses Mindestalter für eine Beschäftigung sind mehrere Konventionen

der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO). Diese Konven tionen

regeln international gültige Untergrenzen. Wenn in dem Land, in dem

der betroffene Lieferant seine Betriebsstätte unterhält, ein höheres

Mindestalter für die Beschäftigung gilt, ist dieses einzuhalten.

Wir akzeptieren nur dann ausnahmsweise ein Mindestalter von 14 Jahren,

wenn in dem Land, in dem der betreffende Lieferant seine Betriebsstätte

unterhält, auf Grundlage der Konvention Nr. 138 der International Labor

Organization (ILO) ein gesetzliches Mindestalter von 14 Jahren gilt.

Ihr Beitrag zur aktiven Umsetzung des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten

hinsichtlich der Einhaltung des

Mindestalters für ein Beschäftigungsverhältnis:

• Sie überprüfen bei der Einstellung von

Arbeitskräften deren Geburtsdaten und

dokumentieren diese in den Personalakten.

Unter Berücksichtigung der landesspezifischen

Gesetzgebung beschäftigen

Sie keine Arbeitskräfte, die jünger als

15 Jahre sind.

• Sie überwachen auch Ihre Lieferanten

daraufhin, dass diese das Verbot von

Kinderarbeit einhalten.

© UNICEF © UNICEF

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zu Verbot von Kinderarbeit

(vergleiche auch Kapitel zu

Überwachung und Konsequenzen)?

• Wie wird im Einstellungsprozess das

Alter jugendlicher Arbeitskräfte abgefragt

bzw. überprüft?

• Wie hoch ist das festgesetzte Mindestalter

für Ihre Beschäftigten aufgrund

Ihrer dokumentierten Firmenpolitik

bzw. gesetzlicher Regelungen?

• Wird das Geburtsdatum bzw. Alter

der jugendlichen Arbeits kräfte in den

Personalunterlagen oder auf andere

Weise dokumentiert?

Im Rahmen des

Siemens Caring Hands

Programms unterstützt

Siemens die UNICEF-

Aktion „Schulen für

Afrika“. Siemens

möchte dadurch zahlreichen

Kindern in

Afrika den Zugang zu

Bildung ermöglichen.

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• keine Arbeiter einzustellen,

die nicht ein Mindestalter

von 15 Jahren vorweisen

können. In Ländern, die bei

der ILO-Konvention 138

unter die Ausnahme für

Entwicklungsländer fallen,

darf das Mindestalter auf

14 Jahre reduziert werden.

Weitere Informationen

zum Verbot der Kinderarbeit

und den relevanten Konventionen

der Internationalen

Arbeitsorganisation (ILO)

finden Sie im Internet:

www.ilo.org

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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12

Gesundheit und Sicherheit

der Mitarbeiter

Siemens erwartet von seinen Lieferanten, Verantwortung

für die Gesundheit und Sicherheit gegenüber seinen

Mitarbeitern zu übernehmen.

Ihr Beitrag als Lieferant zur aktiven

Umsetzung hinsichtlich der Gesundheit

und Sicherheit der Mitarbeiter:

• Ein klares Commitment der Geschäfts ­

leitung zu Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz.

• Beurteilen und Berücksichtigen möglicher

Auswirkungen der Tätigkeiten,

Produkte und Dienstleistungen auf

die Gesundheit der Mitarbeiter.

• Durchführung von Maßnahmen zur

Vermeidung von Unfällen auf Baustellen

und in Werken.

• Unsichere und gefährliche Zustände

sofort abzustellen.

• Risiken einzudämmen und für bestmögliche

Vorsorgemaßnahmen gegen

Unfälle und Berufskrankheiten zu

sorgen; bedeutet: Gefährdungen und

Auswirkungen der Tätigkeiten, Produkte

und Dienstleistungen beurteilen und

geeignete Maßnahmen umsetzen,

um die Gefährdungen und deren Auswirkungen

abzustellen oder so weit

wie möglich zu minimieren.

Weitere Informationen zum

Thema „Gesundheit und Sicherheit

der Mitarbeiter“ finden

Sie unter:

www.siemens.com/

responsibility

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

Trainings anzubieten und sicherzustellen,

dass alle Mitarbeiter beim

Thema Arbeitssicherheit fachkundig

sind, bedeutet:

• Geschulte Mitarbeiter erkennen die

Gefährdungen und können dadurch

zur Vermeidung von Unfällen und

Berufskrankheiten beitragen.

• Ein Arbeitssicherheitsmanagementsystem

aufzubauen oder anzuwenden,

bedeutet: systematische und vollständige

Be schreibung der Prozessabläufe,

Identifikation der Anforderungen und

effiziente Umsetzung, regelmäßige

Überprüfung und Bewertung, Transparenz,

Nachweisbarkeit und Risikominimierung.

Ebenso erwarten wir, dass unsere

Ge schäftspartner sowohl bei der

Auswahl ihrer Lieferanten als auch in

ihren Ge schäftsbeziehungen aktiv die

landes spezifischen Grundsätze von

Arbeits sicherheit und Gesundheits-

schutz einhalten.

Wie unterstützen Sie uns als Lieferant

aktiv bei der Umsetzung des Code of

Conduct für Siemens Lieferanten zur

Gesundheit und Sicherheit der Mitarbeiter

(vergleiche auch Kapitel zu

Überwachung und Konsequenzen)?

• Sie haben eigene Mindestanforderungen

zur Arbeitssicherheit und zum

Gesundheitsschutz und Sie achten auch

bei Ihrer Lieferantenauswahl aktiv auf

die Einhaltung dieser Mindestanforderungen.

Sie entwickeln diese Mindestanforderungen

in Ihren Betrieben regelmäßig

weiter und geben diese an Ihre

Lieferanten kontinuierlich weiter.

• Sie haben fachkundige Personen,

die das Thema Arbeitssicherheit und

Gesundheitsschutz verantworten und

stellen die Einhaltung durch geeignete

Maßnahmen sicher.

• Sie unterstützen Ihre Lieferanten aktiv

bei der Umsetzung dieser Standards;

bei wiederholt auftretenden bzw.

schwerwiegenden Verstößen schließen

Sie diese Lieferanten von weiteren

Geschäften aus.

• Sie haben ein angemessenes Managementsystem

(z.B. OHSAS 18001 oder

ein vergleichbares System für Arbeitsschutz).

Dieses soll an das Leistungsspektrum,

das Risikopotenzial und die

Firmengröße angepasst sein.

• Die Mitarbeiter müssen mit den für

ihre Tätigkeit identifizierten Schutzausrüstungen

ausgestattet sein und verpflichtet

werden, diese zu nutzen.

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zur Gesundheit und

Sicherheit der Mitarbeiter (Beispiele

aus dem Corporate Responsibility

Self-Assessment bzw. Audit)?

• Ist ein angemessenes Gesundheits­

und Arbeitssicherheitsmanagementsystem

vorhanden?

• Wie werden Mitarbeiter zum Thema

Gesundheitsschutz und Arbeitssicherheit

unterwiesen?

• Wie werden Arbeitsunfälle und deren

Ursachen systematisch erfasst und

Maßnahmen zur Vermeidung von

Wiederholungen abgeleitet?

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• Verantwortung für die

Gesundheit und Sicherheit

gegenüber seinen Mitarbeitern

zu übernehmen;

• Risiken einzudämmen und

für bestmögliche Vorsorgemaßnahmen

gegen Unfälle

und Berufskrankheiten zu

sorgen;

• Trainings anzubieten und

sicherzustellen, dass alle

Mitarbeiter beim Thema

Arbeitssicherheit fach-

kundig sind;

• ein angemessenes Arbeitssicherheitsmanagementsystem

aufzubauen und

anzuwenden.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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14

Umweltschutz

Siemens betreibt Umweltschutz nach weltweit einheitlichen

Umweltmanagementstandards. Dabei betrachten

wir den Umweltschutz ganzheitlich: von der Entwicklung

unserer Produkte über deren Herstellung und Nutzung bis

hin zur Wiederverwendung oder umweltverträglichen

Entsorgung. Wir erwarten von unseren Lieferanten, dass

sie ebenfalls alle Anstrengungen unternehmen, um die

Umwelt zu schonen und Auswirkungen ihrer Aktivitäten

auf die Umwelt so gering wie möglich zu halten. Dabei

erwarten wir, dass sie im Rahmen ihres Umweltmanagements

Energie und Ressourcen effizient nutzen und

Emissionen soweit wie möglich minimieren.

Welche Anforderungen Sie als Lieferant

an das Umweltmanagementsystem

erfüllen müssen ergibt sich aus der von

Siemens vorgenommenen Einstufung

unter www.siemens.com/einkauf/cr/

umweltschutz.

Wie unterstützen Sie uns als Lieferant

aktiv bei der Umsetzung des Code of

Conduct für Siemens Lieferanten zum

Thema Umweltschutz (vergleiche auch

Kapitel Überprüfung und Konsequenzen)?

• Sie haben einen Prozess oder eine

eigene Organisation, welche die Einhaltung

von gesetzlichen Vorschriften und

Kundenanforderungen bezüglich des

betrieblichen und produktbezogenen

Umweltschutzes sicherstellt.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

• Alle erforderlichen Genehmigungen

und/oder Zulassungen für den Betrieb

Ihrer Standorte werden dokumentiert

und regelmäßig überprüft.

• Sie haben ein angemessenes Managementsystem

(z.B. ISO 14001 oder ein

vergleichbares System für den betrieblichen

Umweltschutz gemäß der im

Internet unter www.siemens.com/

einkauf/cr/umweltschutz definierten

Kategorisierung).

• Sie haben Regeln, Leitlinien, interne

Normen o. Ä. zum produktbezogenen

Umweltschutz (Produktdesign, Stoffbeschränkungen,

Kennzeichnungen,

I nformationspflichten, Wiederverwendung,

umweltverträgliche Produktnutzung,

Wartung, Entsorgung, ggf.

Chemikalienrecht) und schulen Ihre

Mitarbeiter entsprechend.

• Sie informieren Ihre Kunden aktiv

über die Umweltverträglichkeit Ihrer

Produkte (z.B. Produktumweltdeklarationen,

Umweltschutzberichte).

• Sie haben Zielsetzungen und Aktivitäten

über die Einhaltung gesetzlicher Vorschriften

und internationaler Normen

im betrieblichen und produktbezoge nen

Umweltschutz hinaus.

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zum Umweltschutz

(vergleiche auch Kapitel zu Überwachung

und Konsequenzen)?

• Ist ein angemessenes Umweltschutzmanagementsystem

vorhanden?

• Wie wird sichergestellt, dass die gesetzlichen

Anforderungen und internationalen

Standards zum Umweltschutz

eingehalten werden?

• Wie wird die Erfüllung der Anforderungen

des produktbezogenen Umweltschutzes

(insbesondere Stoffbeschränkungen,

z. B. gemäß SN 36350)

sichergestellt?

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• den Umweltschutz hinsichtlich

der gesetzlichen

Normen und internationalen

Standards zu beachten;

• Umweltbelastungen zu

minimieren und den

Umweltschutz kontinuierlich

zu verbessern;

• ein angemessenes Umweltmanagementsystemaufzubauen

und anzuwenden.

Weitere Informationen

zum Thema „Umweltschutz“

finden Sie unter:

www.siemens.com/

responsibility

Siemens Standard SN 36350

Environmentally Compatible

Product Design:

www.siemens.com/sn36350

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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16

Die Lieferkette

Auch bei unseren Lieferanten findet ein hoher Anteil

der Wertschöpfung in der Lieferkette statt. Daher ist

es für uns wichtig, dass unsere Lieferanten die Einhaltung

unseres Code of Conduct für Siemens Lieferanten

bzw. eines gleichwertigen eigenen Verhaltenskodexes

auch in deren Lieferkette angemessen fördern und

aktiv umsetzen.

Deshalb erwarten wir von unseren

Liefe ranten die Einhaltung des Code of

Conduct für Siemens Lieferanten nicht nur

in der eigenen Organisation, sondern auch

die Weitergabe der von uns im Code of

Conduct für Siemens Lieferanten zusammengefassten

internationalen Standards

an deren Lieferanten.

Daher ist es erforderlich, dass unsere

Geschäftspartner sowohl die Grundsätze

der Nichtdiskriminierung innerhalb ihres

Unternehmens umsetzen und fördern als

auch bei der Auswahl ihrer Lieferanten

und ihren Geschäftsbeziehungen aktiv die

Grundsätze der Nichtdiskriminierung einhalten.

Nichtdiskriminierung im Bereich

der Geschäftsbeziehungen bedeutet dabei,

dass insbesondere Ausschreibungen einem

möglichst großen Kreis von potenziellen

Lieferanten zugänglich sein sollen und

nicht von vornherein Einschränkungen

der Chancengleichheit durch Ausgrenzung

Weitere Informationen

wie Siemens das Thema

„Corporate Responsibility in

der Lieferkette“ umgesetzt hat,

finden Sie im Internet:

www.siemens.com/einkauf/cr

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

von Lieferanten (z.B. aufgrund von

Herkunft, Rasse, Glauben) stattfinden,

sofern kein sachlicher Grund vorliegt.

Wie unterstützen Sie uns als Lieferant

aktiv bei der Umsetzung des Code of

Conduct für Siemens Lieferanten in

Ihrer Lieferkette?

• Sie haben eigene ethische, soziale

und ökologische Mindestanforderungen

in Ihrer Lieferkette verankert und Ihre

Lieferanten sind rechtswirksam auf

deren Einhaltung verpflichtet.

• Sie haben mindestens einen Beauftragten,

der das Thema Nachhaltigkeit in

der Lieferkette verantwortet.

• Sie stellen die nachhaltige Einhaltung

der Mindestanforderungen bei den

Lieferanten durch geeignete Überprüfung

von Maßnahmen (z.B. Corporate

Responsibility Self-Assessments, Besuche

vor Ort und Managementgespräche

beim Lieferanten) sicher.

• Sie unterstützen Ihre Lieferanten aktiv

bei der Umsetzung dieser Standards.

Bei wiederholt auftretenden bzw.

schwerwiegenden Verstößen, wie z.B.

Kinderarbeit, schließen Sie diese Lieferanten

von weiteren Geschäften aus.

• Sie entwickeln Ihre eigenen Mindestanforderungen

an Lieferanten kontinuierlich

weiter.

Wie überprüft Siemens die Einhaltung

Ihrer Aussagen zur Lieferkette

(vergleiche auch Kapitel zu Überwachung

und Konsequenzen)?

• Wie fördern Sie die Einhaltung der

Inhalte des Siemens Code of Conduct

bei Ihren Lieferanten?

• Welche Konsequenzen bzw. Maßnahmen

ergreifen Sie bei konkreten Hinweisen

auf Verstöße gegen die Grundsätze des

Code of Conduct durch Ihre Lieferanten?

Lieferanten von Siemens

verpflichten sich:

• die Einhaltung der Inhalte

des Code of Conduct bei

seinen Lieferanten angemessen

zu fördern;

• die Grundsätze der Nicht­

Diskriminierung bei der

Lieferantenauswahl und

beim Umgang mit Lieferanten

einzuhalten.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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18

Überwachung der

Ein haltung und Konsequenzen

aus Fehlverhalten

Die nachhaltige Einhaltung der Pflichten und Grundsätze

aus dem Code of Conduct für Siemens Lieferanten überprüfen

wir mit Hilfe der drei folgenden Methoden:

Corporate Responsibility Self-Assessment, Lieferantenqualitätsaudit

mit Corporate Responsibility-Prüfbaustein

und ereignisbezogene Inspektion.

Die Überprüfung vor Ort wird nur nach

vorheriger Ankündigung durch Siemens,

nur innerhalb der üblichen Geschäftszeiten

und nur im Einklang mit dem jeweils anwendbaren

Recht durchgeführt. Zudem

wird darauf geachtet, dass weder die

Geschäftsaktivitäten des Lieferanten eingeschränkt

werden noch gegen Vertraulichkeitsvereinbarungen

des Lieferanten mit

Dritten verstoßen wird. Der Schutz personenbezogener

Daten ist Siemens ein wichtiges

Anliegen. Deshalb werden alle Daten

in Übereinstimmung mit den anwendbaren

Rechtsvorschriften zum Schutz personenbezogener

Daten und zur Datensicherheit

sowie kartellrechtlicher Regelungen behandelt.

So sind beispielsweise Personalunterlagen

oder Preiskalkulationen kein

Bestandteil einer Überprüfung.

Corporate Responsibility Self-Assessment

Eine Methode zur Überprüfung der Einhaltung

des Code of Conduct für Siemens

Lieferanten ist das Corporate Responsibility

Self-Assessment. Siemens erwartet anhand

eines Fragebogens nach einem festgelegten

Zeitraum eine Selbsteinschätzung des Lieferanten

zu den folgenden Themen:

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

• Einhaltung der Gesetze

• Achtung der Grundrechte der Mitarbeiter

• Verbot von Kinderarbeit

• Sicherstellung von Gesundheit und

Sicherheit der Mitarbeiter

• Sicherstellung des Umweltschutzes

• Verbot von Korruption und Bestechung

• Weitergabe der Grundsätze in die eigene

Lieferkette

Der Fragebogen ist im Internet unter

www.siemens.com/einkauf/cr/self-

assessment einsehbar.

Reguläre Lieferantenqualitätsaudits mit

Corporate Responsibility-Prüfbaustein

Im Rahmen der regulären Prozess- und

Systemaudits beim Lieferanten wird zusätzlich

die nachhaltige Umsetzung der

Anforderungen aus dem Code of Conduct

für Siemens Lieferanten vor Ort überprüft.

Hierzu beinhalten die Lieferantenqualitätsaudits

seit 2007 einen speziellen Corporate

Responsibility-Prüfbaustein mit individuellen

Fragen zu allen Themenfeldern des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten.

Auszüge dieser Fragen finden sich in den

jeweiligen Kapiteln dieser Broschüre.

Im Falle von erheblichen Abweichungen,

z.B. wenn Risiken oder Gefahren für die

Mitarbeiter bestehen und keine entsprechenden

Abhilfemaßnahmen festgelegt

wurden, werden gemeinsam zwischen

dem Lieferanten und Siemens entsprechende

Verbesserungsmaßnahmen

ver bindlich vereinbart.

Ereignisbezogene Inspektionen

werden durchgeführt, wenn

• ein starker und bestätigter Verdacht

der Nichteinhaltung der Grundsätze

des Code of Conducts für Siemens

Lieferanten vorliegt (z.B. basierend auf

Weitere Informationen

zum Thema „Überwachung

und Konsequenzen“

finden Sie unter:

www.siemens.com/einkauf/cr/

self-assessment

www.siemens.com/einkauf/

lieferantenmanagement

renommierten Medienberichten oder

negativen Ergebnissen aus regulären

Lieferantenqualitätsaudits) und/oder

• das Ergebnis des Corporate Responsibility

Self-Assessments einen deutlichen Hinweis

auf ein potenzielles Risiko ergibt.

Ereignisbezogenene Inspektionen werden

dem Lieferanten vorab angekündigt und

haben ausschließlich die Einhaltung der

Grundsätze des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten im Fokus. Sie werden

entweder von zu Corporate Responsibility

speziell geschulten Siemens Mit arbeitern

oder durch einen von Siemens beauftragten

Dritten durchgeführt.

Konsequenzen bei Fehlverhalten

Bei Abweichungen zu den Grundsätzen

des Code of Conduct für Siemens Lieferanten

wird gemeinsam mit dem Lieferanten

geklärt, wie Korrekturen innerhalb

eines angemessenen Zeitrahmens nachhaltig

umgesetzt werden. Die Frist zur

Behebung von Abweichungen kann je

nach Art und Umfang eine fest vereinbarte

Zeit von Wochen oder Monaten umfassen,

wobei direkt nach Aufdeckung der Abweichung

die entsprechende Abhilfemaßnahme

definiert und die Umsetzung durch den

Lieferanten angestoßen werden muss.

Sämtliche Maßnahmen, die aufgrund der

Überprüfung festgelegt werden, fließen

in das konzernweit einheitliche Lieferantenmanagement

bei Siemens ein

(www.siemens.com/einkauf/lieferanten

management) und werden systematisch

erfasst und verfolgt. Die Umsetzung der

Maßnahmen hat somit Einfluss auf die

jährliche Bewertung der Leistung des Lieferanten,

auf die Einschätzung des zukünftigen

Potenzials des Lieferanten sowie auf

den Status der Lieferantenfreigabe im Rahmen

der regelmäßig durchgeführten Lieferantenqualifizierung.

Wie unterstützen Sie uns als Lieferant

aktiv bei der Überprüfung der nachhaltigen

Umsetzung der Grundsätze des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten?

Wir erwarten von unseren Lieferanten,

• dass Anfragen zur Einhaltung des Code

of Conduct für Siemens Lieferanten innerhalb

der angegebenen Frist beantwortet

werden.

• eine aktive Unterstützung bei Klärungsbedarf

sowie eine aktive Zusammenarbeit

und die Bereitschaft zur Verbesserung,

falls sich ein potenzielles Risiko aufgrund

der Informationen aus dem Corporate

Responsibility Self-Assessment abzeichnen

sollte, wenn z.B. keine Überprüfung des

Alters jugendlicher Arbeitskräfte erfolgt,

oder aufgrund eines kritischen Vorfalls

im Umweltschutz keine entsprechenden

Korrekturmaßnahmen ergriffen sind.

• Sie halten bei ereignisbezogenen Inspektionen

oder Lieferantenqualitätsaudits

unterstützende Dokumentation, z.B. ein

dokumentiertes Umweltschutzmanagementsystem,

zur nachhaltigen Umsetzung

der Grundsätze des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten vor und können auf

die Frage nach entsprechendem Managementsystem

angemessen Auskunft leisten.

• Sie gewähren den Qualitätsauditoren

bzw. Inspektoren Zugang zu den entsprechenden

Dokumenten und Räumlichkeiten,

damit sich diese ein vollständiges

Bild über die Einhaltung der Grundsätze

des Code of Conduct machen können.

• Sie stellen bei einem Lieferantenqualitätsaudit

bzw. Inspektion kompetente Mitarbeiter

für vertrauliche Interviews zur

Verfügung.

Welche Konsequenzen hat ein

Verstoß gegen den Code of Conduct

für Siemens Lieferanten?

• Werden geringfügige Verstöße wie

z.B. keine Nennung eines Verantwortlichen

zur Einhaltung der anwendbaren

Gesetze festgestellt oder gemeldet,

wird im Regel fall eine angemessene

Nachbesserungsfrist mit dem Lieferanten

verbindlich verankert. Im Rahmen des

konzernweit verbindlichen Lieferantenmanage

ments werden dafür Maßnahmen

zur Abhilfe festgelegt, welche in die

Lieferantenentwicklung einfließen.

• Liegt ein schwerer Verstoß vor, z.B

bestehen gravierende Risiken oder Gefahren

für die Mitarbeiter oder werden

selbst aus schweren Vorfällen (Unfälle)

keine Maßnahmen innerhalb der vereinbarten

Nachbesserungsfrist abgeleitet

und ausreichend durchgeführt, wird die

Geschäftsbeziehung eingestellt.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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Vertragliche Verpflichtung

Wir verstehen die Grundsätze und Anforderungen des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten als Mindeststandard

für ein nachhaltiges Lieferantenmanagement.

Der Code of Conduct für Siemens Lieferanten stellt die

Grundlage unserer Geschäftsbeziehungen dar und ist

damit auch integraler Bestandteil unserer Einkaufsverträge

mit Lieferanten.

Warum ist die vertragliche

Verpflichtung so wichtig?

Neben der Eigenverpflichtung von

Siemens gemäß der Siemens Business

Conduct Guidelines auf die Werte des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten,

ist die rechtswirksame Ver pflichtung unserer

Lieferanten auf die Grundsätze des

Code of Conduct für Siemens Lieferanten

anhand der Corporate Re sponsibility-

Klausel ein entscheidender Baustein

des Corporate Responsibility-Programms

von Siemens.

Die vertragliche Verpflichtung des Lieferanten

stellt damit neben der erforderlichen

allgemeinen Verpflichtung auf die

Grundsätze des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten (auch) die Möglichkeit

zur Überprüfung seiner Einhaltung

sicher. Dadurch hat Siemens zudem das

Recht, im Falle von schwerwiegenden

Verstößen gegen den Code of Conduct

für Siemens Lieferanten entsprechende

rechtliche Konsequenzen zu ziehen wie

insbesondere ein Recht zur Kündigung

des Vertragsverhältnisses bzw. einer

Bestellung nach Setzung einer angemessenen

Frist zur Beseitigung des Verstoßes

und deren fruchtlosem Verstreichen.

Wichtige Auszüge aus der

vertraglichen Verpflichtung

Unsere Lieferanten verpflichten sich mit

der Corporate Responsibility-Klausel auf

folgende Punkte:

• Einhaltung des Code of Conduct für

Siemens Lieferanten.

• Durchführung von Corporate Responsibility

Self-Assessments bzw. alternativ

Abgabe eines entsprechenden Corporate

Responsibility Reports.

• Erlaubnis für Siemens, die Einhaltung

des Code of Conduct für Siemens

Lieferanten zu überprüfen.

• Kündigungsrecht im Fall eines schwerwiegenden

Verstoßes (wie z.B. Korruption,

Kinderarbeit).

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9 Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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Compliance HelpDesk

Siemens hat sich zum Ziel gesetzt, zu den Besten in

Compliance und Transparenz zu gehören. Ein wichtiger

Schritt in diesem Zusammenhang ist die Einführung des

Siemens Compliance HelpDesk & Monitoring. Das seit

Sommer 2007 eingeführte Instrument besteht aus zwei

Teilen: „Tell us“ und „Ask us“.

An das Compliance HelpDesk „Tell us“

können sich Mitarbeiter, Führungs-

kräfte, Kunden, Lieferanten und andere

Geschäftspartner vertrauensvoll wenden,

wenn sie ungesetzliches Verhalten oder

Verstöße gegen die Business Conduct

Guidelines im Unternehmen beobachtet

bzw. davon Kenntnis erhalten haben.

Das „Tell us“ Call Center und die Website

werden von einem externen, auf sicheren

und vertraulichen Umgang mit sensiblen

Inhalten spezialisierten Anbieter bereitgestellt.

Rund um die Uhr, sieben Tage die

Woche können dort weltweit Hinweise in

bis zu 150 Sprachen abgegeben werden:

online oder telefonisch.

Wichtig ist vor allem der verantwortungsvolle

Umgang des HelpDesks mit den

Anfragen. Der Inhalt der Meldung wird

vom Service-Anbieter an die Siemens

Corporate Compliance Organisation zur

Klärung weitergeleitet. Dort wird dann

entschieden, wie mit dem Hinweis verfahren

wird. Jedes Anliegen wird vertraulich

behandelt.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

Das Compliance HelpDesk mit der

Funktion „Tell us“ stellt auf globaler

Ebene eine sinnvolle Ergänzung zum

Ombudsmann dar. Auch die Ansprechpartner

in der Zentrale, den Sectors

und den Clusters stehen weiterhin zur

Verfügung. Der Mitarbeiter hat also die

Wahl und mit der neuen Hotline eine

zusätzliche Anlaufstelle.

Über die Zusatzfunktion „Ask us“ können

alle Siemens Mitarbeiter rund um die Uhr

ihre Fragen zu Compliance-Themen zentral

an das HelpDesk richten. Im Gegensatz

zu „Tell us“ dient dieser Teil des Help-

Desk der Prävention und ist ausschließlich

den Siemens Mitarbeitern zugänglich.

Das zentrale Compliance HelpDesk Team

erarbeitet unter Einbeziehung der Sector,

Division und Regional Compliance Officer

sowie weiterer Fachexperten die Antworten

und leitet sie nach einem Qualitätscheck

durch das Compliance Team an den

Fragesteller weiter. Vorgabe ist, dass alle

Fragen so schnell wie möglich beantwortet

werden.

Weitere Informationen

finden Sie unter:

www.siemens.com/

compliance

Siemens geht mit der

HelpDesk-Funktion „Ask us“

einen innovativen Weg.

Damit kann das Wissen zum

Thema „Compliance“ gebündelt

werden.

Code of Conduct für Siemens Lieferanten, Version 1.0, 2008-9

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