SKN, Teil 2: Stich ins Wespennest - aufrad.ch

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SKN, Teil 2: Stich ins Wespennest - aufrad.ch

Stich ins Wespennest

«Wir haben ein gemeinsames Ziel: rücksichts- und verantwortungsvolle Hundehalter», schreibt Wolf

Zemp in seiner Einladung zur «Ersten unabhängigen Fachtagung für SKN-Ausbildungspersonen».

Damit sticht er in ein Wespennest.

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Auch Besitzer kleiner Hunde müssen den

SKN erlangen. Foto: Brigitte Kreisl

© Schweizer Hunde Magazin 3/11

Text: Andreas Krebs

Oben auf dem Böhler über dem aargauischen

Wynen- und dem Suhrental,

im Tierheim Monteverde treffen

wir den Initianten der IG SKN-Trainer,

Wolf Zemp – und der Name passt

irgendwie ganz gut.

«Es herrscht absolute Unsicherheit

und teilweise ein Chaos. Die SKN-

Trainer werden von den Organisatoren

sehr gefärbt orientiert», sagt

Zemp, der die Ausbildungsinstitutio-

nen aussen vor liess und beim Bundesamt für Veterinärwesen

(BVET) mit einem eigenen Konzept vorstellig

wurde – das auch prompt bewilligt wurde: Tierpfleger

und Master of Veterinary Science Wolf Zemp ist vom BVET

direkt befähigt, SKN-Kurse zu geben. Er ist ein Profi.

Und gerade das macht den Institutionen, die SKN-Trainer

ausbilden, offenbar zu schaffen. Lädt der doch zur

«Ersten unabhängigen Fachtagung für SKN-Ausbildungspersonen»!

Diese zählt als Weiterbildung gemäss den Anforderungen

der obligatorischen Weiterbildung für Ausbildungspersonen

(4 Tage Weiterbildung innert 4 Jahren), so Zemp in

der Einladung.


Nicht abgesegnet

In guten SKN-Kursen können

die Hunde auch das Sozialverhalten

ausleben.

Foto: Brigitte Kreisl

Die Schweizerische Kynologische Gesellschaft (SKG)

schreibt im skn-newsletter vom Dezember 2010: «Die sogenannte

erste Fachtagung für SKN-Ausbildende an der

Hund11 wird von einer Privatperson, nämlich Herrn Wolf

Zemp, SKN-Ausbilder Certodog, initiiert. Sie ist weder

vom BVET (Gesetzgeber) noch von den Kantonstierärzten,

d. h. den Vollzugsorganen, ‹abgesegnet›. Weder Sinn

und Zweck noch das Ziel, geschweige denn die Inhalte

dieser Fachtagung sind transparent.» Und zum Schluss:

«Wir freuen uns sehr, wenn ihr alle Ohren und Augen offen

haltet und uns eure Anliegen und Fragen mitteilt.»

Also fragen wir. Die Tagung erfüllt die Anforderungen der

obligatorischen Weiterbildung für Ausbildungsorganisationen.

Wieso wird sie von der SKG nicht als Weiterbildung

anerkannt? Christina Sigrist, Fachstelle Ausbildung der SKG:

«Alle von uns angebotenen beziehungsweise anerkannten

Weiterbildungen haben den von uns definierten Anforde-

rungen an Inhalt, Umfang, Lernziel

und verantwortliche Organisation zu

entsprechen und müssen vom Organisator

vorgängig gemäss diesem Anforderungskatalog

beantragt werden.

Ein von einem privaten Anbieter organisierter

Erfahrungsaustausch reicht

für uns nicht. Wir haben, wie andere

namhafte Ausbildungsorganisationen

auch, umgehend auf die erste diesbezügliche

Einladung reagiert und

angeregt, dass das BVET das Patronat

übernimmt beziehungsweise diesen

Austausch von Amtes wegen in eigener

Regie organisiert. Leider blieb diese

Anregung unbeantwortet.»

Beim BVET heisst es: «Fortbildungen

müssen vom BVET nicht anerkannt

werden. Grundsätzlich kann also

ein Workshop bzw. ein Kongress als

Fortbildung angesehen werden. Der

Veranstalter müsste dann jedoch entsprechende

Teilnahmebestätigungen

ausstellen, damit die Teilnehmer einen

Nachweis haben.» Zemp hat am

Ende der Tagung solche Bestätigungen

ausgestellt – sie sollte von den

Organisationen also als Fortbildung

anerkannt werden.

Zemps «Milchbüechli-

rechnung»

«Es ist dringend nötig, diese Tagung

durchzuführen, und es ist dringend

nötig, daran teilzunehmen!», schrieb

Zemp in der Einladung – und 120 SKN-

Trainer von fast allen Institutionen,

auch der SKG, folgten seinem Ruf. «Mit

der Tagung habe ich in ein Hornissennest

gestochen», sagt Zemp. Er habe

ganz böse Mails inklusive Drohungen

und Boykottaufrufe erhalten. «Offenbar

ist der Austausch unter den Trainern

nicht erwünscht.» Die Tagung habe

auch gezeigt warum: «Als die Trainer

miteinander redeten, waren sie zum

Teil perplex. Da geht einiges nicht mit

rechten Dingen zu.» Es gehe eben um

viel Geld, bei den drei grossen, Certodog,

SKN und Wakónda, um Millionen.

«Und die gehen nächstes Jahr flöten.»

Es gibt zu viele SKN-Trainer

SKN

Laufend werden neue SKN-Trainer

ausgebildet. Dabei gibt es heute

schon zu viele. Folglich werden Ausbildungsorganisationen

vom Markt

verschwinden. Ebenso SKN-Trainer.

Bestehen wird hauptsächlich, wer

den SKN ergänzend oder in andere

Kurse integriert anbietet.

Um dies zu belegen, macht Wolf

Zemp eine einfache «Milchbüechlirechnung».

Mitte Februar waren über 1400

Anbieter in der Datenbank des BVET

registriert, wobei damals noch nicht

alle Ausbildungsinstitutionen ihre

SKN-Trainer gemeldet hatten. Die

registrierten SKN-Trainer sind nur

jene, die auf dem Markt auftreten.

Laufend kommen neue dazu. Wir

machen die Rechnung mit den 1400:

• In der Schweiz sind rund 500 000

Hunde registriert; diese Zahl ist

seit Jahren ziemlich konstant.

• Bei einer angenommenen

Durchschnittslebensdauer von

zehn Jahren gibt es pro Jahr rund

50 000 Neuhunde. Über 2/3 sind

Folgehunde, rechnen wir mit

36 000. Diese müssen mit Herrchen

den SKN-Praxisteil absolvieren.

• Pro Jahr gibt es folglich grob

geschätzt 14 000 Neuhundehalter.

Diese müssen den Theorie- und

den Praxisteil absolvieren.

Für den Theorieteil bleiben demnach

jedem SKN-Anbieter durchschnittlich

pro Jahr – 14 000: 1400

= 10 Teilnehmer. Das entspricht ein

bis zwei Kursen pro Jahr.

Für den Praxisteil bleiben jedem

SKN-Anbieter durchschnittlich pro

Jahr: 50 000: 1400 = 36 Teilnehmer.

Bei (empfohlenen) 4 bis 5 Teilnehmern

pro Kurs bleiben jedem

SKN-Trainer sieben bis neun Kurse

pro Jahr.

Auch wenn dies eine «Milchbüechlirechnung»

ist – das Resultat ist

eindeutig: Es gibt schon heute mehr

als genug SKN-Trainer. Und zu viele

Organisationen (17), die SKN-Trainer

ausbilden. Denn künftig werden

wohl rund 50 neue SKN-Trainer

pro Jahr die natürliche Fluktuation

(Pensionierungen, Aufgaben etc.)

wettmachen.

© Schweizer Hunde Magazin 3/11 9


Wolf Zemp anlässlich

des Weiterbildungstages

in Winterthur.

Foto: Beatrice Ess Monkewitz

SKN basiert auf dem Tierschutzgesetz

Am 1. September 2008 trat das

neue Tierschutzgesetz (TschG) in

Kraft. Darin ist in Artikel 68 festgelegt,

dass jeder Hundehalter künftig

einen obligatorischen Kurs besuchen

und damit einen Sachkundenachweis

(SKN) erbringen muss.

Über 30 Ausbildungsorganisationen

und Fachpersonen haben bis heute

vom Bundesamt für Veterinärwesen

eine Bewilligung für ihr Konzept

erhalten. Somit haben wir heute

30 verschiedene Ausbildungen,

die allerdings alle das gleiche Ziel

verfolgen: die Ausbildung verantwortungsbewusster

Hundehalter.

10

© Schweizer Hunde Magazin 3/11

Der Markt werde zusammenbrechen, so Zemp. «Wir haben

heute schon zu viele SKN-Trainer.» Dann macht er

seine «Milchbüechlirechnung» (siehe Box Seite 9) und folgert:

«Mehr als 40 neue SKN-Trainer pro Jahr braucht es

nicht. Deshalb reicht eine Ausbildungsstätte.»

Zemp glaubt jedoch, dass die Organisationen so lange wie

möglich versuchen werden, den Schein aufrecht zu erhalten,

dass es die Trainer noch braucht. Leidtragende seien

die SKN-Trainer, die 3000 bis 5000 Franken oder mehr für

den Kurs ausgeben und in Zukunft zu wenig Kunden haben

werden. «Die werden übers Ohr gehauen.» Zwischen

den Institutionen sei mittlerweile ein Grabenkampf ausgebrochen,

so Zemp weiter. «Der geht zulasten der Trainer,

aber auch der Hunde und Hundehalter.»

Tier- und Menschenschutz

Happige Vorwürfe. Zemp, der Wolf, hat aber noch mehr

auf Lager. Er ortet ein gravierendes Kommunikationsproblem

seitens der Behörden und der Ausbildungsinstitutionen.

«Viele Trainer wissen nicht, um was es beim Sachkundenachweis

geht. Sie machen Hundeausbildung. Es

geht aber um Tierschutz. Es geht darum, die Hunde vor

falschem Verhalten der Halter zu schützen.» Der Sachkundenachweis

sei Folge eines Tierschutzgesetzes und

habe nichts mit Oberglatt zu tun, so

Zemp. «Die Ausbildungspflicht gilt ja

nicht nur für Hundehalter, sondern

auch für Fischer und Pferdehalter.»

Cathy Maret, Sprecherin des BVET,

relativiert: «Die Hundebestimmungen

in der Tierschutzverordnung sind

sehr wohl eine Folge von Oberglatt.

Es geht auch um das Zusammenleben

von Hund und Gesellschaft. Die Halter

müssen ihre Hunde im Griff haben.»

Das Gesetz sei natürlich keine

Wunderpille, so Maret weiter. «Hundebisse

wird es immer geben.» Beim

Sachkundenachweis gehe es um die

Sensibilisierung der Hundehalter und

ihr Verständnis für die Bedürfnisse der

Hunde. «Mehr kann es nicht sein.»

Unfähige Trainer

Mit dem neuen Gesetz sind alte Tierheimhunde kaum

mehr vermittelbar, weiss Tierheimbetreiber Zemp. «Früher

haben ältere Menschen solche Hunde oft noch zu

sich geholt und ihnen einen schönen Lebensabend geboten.

Aber ältere Menschen wollen nicht noch einen Kurs

machen. Das ist auch eine Kostenfrage.» Dennoch sei der

Sachkundenachweis im Prinzip eine gute Sache, betont

Zemp. «Ausser, wenn er als Crash-Erziehungskurs missbraucht

wird, was leider allzu oft geschieht.»

In vier Stunden könne man keinen Hund erziehen, sagt

auch Angie Fink von der Hunde Plus GmbH, einer von

17 vom BVET anerkannten Ausbildungsorganisationen

für SKN-Trainer. «Vernünftige Hundeschulen integrieren

deshalb den SKN in andere Kurse. Das funktioniert aber

nur, wenn ein SKN-Trainer auch über andere Ausbildungen

verfügt.»

Bei der fachlichen Kompetenz der SKN-Trainer gibt es indes

gewaltige Unterschiede.

Grosse Unterschiede

Wie das kommt? Die Aufnahmebedingungen für angehende

SKN-Trainer variieren stark von Institution zu

Ältere Menschen scheuen oft den SKN-Kurs.

Foto: animals-digital.de


Institution. «Manche nehmen jeden,

denen geht es nur ums Geld», sagt

Fink. Das Gesetz stellt eine Mindestanforderung:

drei Jahre Erfahrung mit

Hunden. «Ein absoluter Quatsch», sagt

Zemp. «Fahrlässig», meint Fink.

Nicht nur die Aufnahmebedingungen,

auch die Kursinhalte unterscheiden

sich stark (siehe Interviews und

Websites der Organisationen). Learny

und Wakónda kommen aus der Erwachsenenbildung

und hatten bis

vor wenigen Jahren nichts mit Kynologie

zu tun. Das verärgert viele langjährige Kynologen.

Sie unterstellen diesen und anderen Organisationen, dass

diese lediglich des Geldes wegen auf den SKN-Zug aufgesprungen

sind.

Wakónda gehört bereits zu den drei grössten Anbietern

(Mitte Februar gegen 200 SKN-Trainer ausgebildet). Sprecher

Jürg Schär kontert die Vorwürfe: «In der Kynologie

funktioniert die Erwachsenenbildung nicht richtig. Deshalb

haben wir 2007 ein Konzept für Hundetrainer erarbeitet.

Wenn der Mensch erreicht wird, profitiert das Tier.

Das ist uns sehr wichtig.»

Hundekenntnis ist zentral

Dass die Trainer mit den Menschen umgehen können

müssen, stellt Zemp nicht in Frage. «Was zählt, ist nicht

nur die Sympathie, sondern auch die Fachkompetenz, so

dass die Kunden etwas lernen können.» Dabei sei gerade

beim SKN-Kurs die Hundekenntnis zentral. «Die Trainer

müssen die Kunden beraten können, ob ein Hund für sie

und ihr Umfeld überhaupt in Frage kommt. Und wenn ja,

was für einer. Diese Beratung ist ein ganz wichtiger Punkt,

ein Kernthema. Das ist Tierschutz.» Dazu müsse der Trainer

einen guten Teil der 450 Hunderassen kennen, meint

Zemp und orakelt: «Bei der Rasseprüfung würden wohl

die meisten SKN-Trainer durchfallen.»

Die Hundekenntnis sei für SKN-Trainer zentral, sagt auch

Evelin Hertach von Certodog, einer der ersten und ebenfalls

grössten Anbieter (Mitte Februar 220 SKN-Trainer

ausgebildet). «Weil sie es auch mit völlig verschiedenen

Menschen zu tun haben, sind erwachsenenbildnerische

Anteile wie Kommunikation schon immer Inhalte unserer

Hundeinstruktorenkurse.» Für die SKN-Trainer-Ausbildung

wird dies vom BVET auch gefordert.

Zu Zemps Prognose, dass SKN-Trainer zu wenig Kunden

haben werden, sagt Hertach: «Unsere Leute haben sehr

viel zu tun. Sie haben schon weit über 8000 Bescheinigungen

ausgestellt.» Eine Prognose für die Zukunft wage sie

aber nicht. Indes falle bei den von Certodog ausgebilde-

Websites

IG SKN-Trainer

www.skn-kurse.ch

Mit schweizweiter Datenbank über angebotene Kurse

www.bvet.admin.ch

Hundetrainerinnen und Hundetrainer in Ihrer Region

bvet.bytix.com/plus/trainer/

Überblick Organisationen, die SKN-Kurse anbieten

www.tiererichtighalten.ch

ten Personen der SKN nicht so sehr

ins Gewicht. «Wir haben nur wenige

Leute spezifisch für den SKN ausgebildet.

Quereinsteiger nahmen wir nicht

auf, obwohl die Nachfrage gross war.

Die meisten von uns ausgebildeten

Instruktoren hatten schon vorher eine Hundeschule und

bieten den SKN lediglich zusätzlich oder in andere Kurse

integriert an.»

Tipp für Hundehalter: herumfragen

Bei den SKN-Trainer-Ausbildungen der SKG (Mitte Februar:

150 SKN-Trainer ausgebildet) beträgt die Mindesteilnehmerzahl

zwölf. «Selbstverständlich bieten wir diese Spezialausbildung

so lange an, wie es genügend Interessierte

gibt», sagt Christiane Sigrist, konfontiert mit Zemps Prognose.

Sie betont, dass die in den zahlreichen Sektionen,

Rasseklubs und IGs seit Jahrzehnten tätigen SKG-Trainer

nie marktorientiert Hund/Hundehalter-Teams betreut

hätten. «Bislang haben diese mehr oder weniger unentgeltlich

gearbeitet. Mit dem SKN-Obligatorium können

sie das erste Mal etwas für ihre Dienste verlangen und so

hoffentlich zumindest langfristig die Aufwendungen und

Investitionen in ihre Aus- und Weiterbildung ein Stück

weit amortisieren.»

Jürg Schär von Wakónda glaubt, dass heute nur etwa 800

SKN-Trainer auch tatsächlich öffentliche Kurse geben.

Auch das wären genug, wie eine schnelle Überschlagsrechnung

zeigt und wie BVET-Sprecherin Maret bestätigt:

«Eigentlich gibt es schon genug SKN-Trainer. In manchen

Regionen eher zu wenig, in anderen eher zu viele.»

Schär meint dazu: «Das ist reine Marktwirtschaft. Wir definieren

das nicht.» Er glaubt aber auch, dass Ausbildungsorganisationen

verschwinden werden. «Die Spreu wird sich

vom Weizen trennen.»

Bis dahin ist es ob der verschiedenen Ausbildungskonzepte

für Hundehalter kein Leichtes zu entscheiden,

bei wem sie den Sachkundenachweis absolvieren. Wolf

Zemps Tipp: «Es gilt das Gleiche wie für Hundeschulen:

die Mund-zu-Mund-Werbung. Bei anderen Hundehaltern

nachfragen – das ist der einzige Tipp.»

Beachten Sie die Interviews auf den Seiten 12 und 13.

SKN

Ein guter Hundetrainer

kennt die Eigenheiten

der Rassen und geht

auf diese ein.

Foto: Brigitte Kreisl

© Schweizer Hunde Magazin 3/11 11


Interviews mit

Anbietern des

Sachkunde-

nachweises

Welche Anforderungen

stellen Sie an künftige

SKN-Instruktoren?

Dauer und Kosten der

Ausbildung?

Konzeptschwerpunkte bei

der Ausbildung?

Was zeichnet die Ausbildung

bei Ihrer Organisation

aus?

Wie viele SKN-Hundeinstruktoren

haben Sie

bislang ausgebildet?

(Stand Ende

Dez. 2010)

Der SKN wird oft als

«Schnellbleiche» bezeichnet.

Was bringt der Kurs?

12 © Schweizer Hunde Magazin 3/11

Joachim Leidhold, www.atn-ag.ch Eveline Hertach, www.certodog.ch

Die Hundetrainerausbildung bei der ATN. Diese umfasst:

1. Theorie: Fernlehrgang «Hundewissenschaften» (20 Lektionen,

zirka 1300 Seiten). Abschluss: schriftliche Prüfung.

2. Praxis: Zehn praxisbezogene Hundetrainerseminare

(160 Unterrichtsstunden), Seminar «Hund im Recht» und

drei FITH-Seminare (50 Unterrichtsstunden). Abschluss:

praktisch-mündliche Prüfung.

Die Dauer ist individuell; insgesamt gut zwei Jahre. Der

Fernlehrgang Hundewissenschaften kostet 4100 Franken.

13 praxisbezogene Seminare plus das Seminar «Hund im

Recht» kosten zirka 3800 Franken.

Vermittlung von verhaltensbiologischem, lernpsychologischem

und kynologischem Fachwissen, das zu einer Tätigkeit

als Hundetrainer bzw. zur Führung einer Hundeschule

befähigt. Die Kompetenzen zur SKN-Kursleitung stehen nicht

im Vordergrund, sondern ergeben sich aus einem sehr umfassenden

Spezialwissen, das aus weit über 20 Fachgebieten der

Hundewissenschaften besteht. Die Führung der SKN-Kurse

als Hundetrainer mit einem derart starken kynologischen

Background bleibt dann nur wenigen vorbehalten.

15 Jahre Erfahrung in der Hundeausbildung. In Deutschland

staatlich zugelassene und kontrollierte Lehrgänge. Zertifiziert

nach ISO 9001. Top-Dozenten, Autoren und Trainer aus

Wissenschaft, Forschung und Praxis. Die Ausbildung zum

Hundetrainer beruht auf zwei Modulen. Fernlehrgang Hundewissenschaften

(entspricht ca. 900 U-Stunden) und 26 Tage

Praxisseminare. Zurzeit die umfangreichste Ausbildung für

angehende Hundetrainer, die für die SKN-Theorie und Praxis

verantwortungsvoll nicht den kürzesten und einfachste Ausbildungsweg

wählen. Intermediale und interaktive Lernunterstützung

durch eine aufwendige Internetplattform. Nach

der Ausbildung erhalten Absolventen fertige Präsentationen

für die SKN-Unterrichtstunden. Mit sehr umfassendem Hintergrundwissen

ausgerüstet und mit Präsentationen, die auf

dem neuesten Stand gehalten werden, bietet die ATN ihren

Absolventen einen einheitlichen Lehrstoff für SKN-Kurse auf

hohem Niveau. Dies alles gewährt professionelle Ausbildung,

die den Bedürfnissen und Ansprüchen von Mensch

und Hund gerecht wird.

Zirka 40 Personen. 220 Personen.

Da ATN keine speziellen kurzen Lehrgänge für SKN-Hundeinstruktoren

anbietet, erwerben die Absolventen im Zuge der

sehr aufwendigen Ausbildung zum Hundetrainer selbstverständlich

auch als SKN-Instruktor die nötigen Kompetenzen.

Grundsätzlich ist der SKN ein guter Einstieg in eine

strukturierte Ausbildung des eigenen Hundes. Es werden

auch Hundehalter erreicht, die sich sonst vielleicht nie die

Mühe gemacht hätten, sich mit Haltung und Hundetraining

genauer zu befassen. Fühlen sich die Hundehalter wohl beim

SKN-Kurs und bekommen «Geschmack an der Sache»,

bleiben sie dabei und nehmen an umfassenderen Trainings

statt. Dann wäre viel gewonnen. Die Menschen überlegen

sich dank dem obligatorischen Nachweis zudem genauer, ob

sie sich wirklich einen Hund zulegen möchten, da der SKN

mit Aufwand an Zeit, Geld und Energie verbunden ist.

Certodog Hundeinstruktor-1-Prüfung (HIK 1). Dies erfordert eine

berufsbegleitende neunmonatige Ausbildung. Der SKN-Instruktor

kann in einer Zusatzwoche absolviert werden. Sie beinhaltet die

praktische Abschlussprüfung plus mindestens ein Modul der SVEB

1 (Schweizerischer Verband für Erwachsenenbildung). Absolventen

brauchen nachweisbar drei Jahre praktische Erfahrung mit Hunden.

Wir nehmen keine Quereinsteiger.

Der HIK 1 inkl. erstem von drei Modulen des SVEB 1 Erwachsenenbildung

kostet 5200 Franken. Die Zusatzkurswoche SKN kann erst

nach bestandener HIK 1-Prüfung absolviert werden. Sie kostet 900

Franken.

Guter Mix zwischen Theorie und Praxis. Neben den erwachsenbildnerischen

Fähigkeiten vermitteln unsere Kursleiter kynologisches Fachwissen.

Bei der SKN-Kursleiter-Ausbildung sind die Themen Recht

und Verhaltencodex Schwerpunkte. Der spätere Kursleiter muss auch

erkennen können, dass es Situationen gibt, die er an eine Fachperson

weiterleiten muss, zum Beispiel Verhaltensprobleme.

Certodog ist seit über zehn Jahren eduQua-zertifiziert. Die Referenten

sind namhafte Experten aus der Verhaltensforschung, Tierärzte und

Juristen, die ihr Wissen immer auf neustem Stand halten. Zudem hat

man bei Certodog die Möglichkeit, die Ausbildung als Erwachsenenbilder

SVEB 1 zu absolvieren, ein schweizweit anerkanntes Zertifikat.

Um es zu erhalten, muss man nachweislich rund 150 praktische

Kursstunden durchgeführt haben.

Der Kurs macht Sinn, wenn richtig kommuniziert und gelehrt wird.

Die Aufgabe eines Kursleiters ist es, im SKN-Kurs die Hundehalter zu

informieren, sie mit ihrem Hund anzuleiten und eigenes Fachwissen zu

vermitteln. Ausserdem muss der Kursleiter erkennen, wo sich Probleme

anbahnen und er muss diesen vorbeugen. Kein Hund ist nach vier

Stunden Praxis erzogen – auch das muss er den Kunden vermitteln.

Es ist wichtig, dass genügend Zeit für die individuelle Betreuung bleibt.

Beim Konzept von Certodog dürfen deshalb nicht mehr als vier Hundehalter

in einem Praxiskurs teilnehmen. Wenn ein Hundeteam schon

weiter ist als die Inhalte des Konzepts verlangen, kann der Kursleiter

reagieren und so Fortgeschrittene besser fördern und fordern, damit

auch sie möglichst motiviert am SKN-Kurs teilnehmen.


Nicole Fröhlich, www.footstep.ch Christina Siegrist, www.skg.ch Jürg Schär, www.wakonda.ch

Drei Jahre Erfahrung im Umgang mit Hunden.

Hundesporterfahrung ist nicht gefordert. Zudem

eine der folgenden Ausbildungen:

• NF Welpenleiterausbildung (15 Tage plus

Zusatztage bei Experten in div. Bereichen)

• NF Hundeführerausbildung (15 Tage plus

Zusatztage wie NF Welpenleiterausbildung)

• IDBTS mit Sheila Harper (44 Tage)

SKN-Weiterbildung: drei Tage Theorie,

drei Tage Praxis, je 900 Franken.

Prävention, Beziehung, Verstehen des Hundes

als Lebewesen mit allem, was dazu gehört.

Verstehen, dass der Hund kein Sportobjekt oder

Befehlsempfänger ist. Ganzheitlicher Ansatz.

Hauptziel: Lebensqualität für Mensch und

Hund unter Einbezug der Anforderungen der

Gesellschaft.

Wir begleiten die Menschen, die offen sind, zu

uns zu kommen. Wir machen keine «Kommandoausbildung»,

sondern fördern das

Verständnis für das Zusammenleben Hund und

Mensch. Es sollen diejenigen zu uns kommen,

die Freude haben, einen Weg zu beginnen und

die mit und nach der Ausbildung kein fertiges

Konzept erwarten, sondern erkennen, dass das

Zusammenleben mit dem Hund ein Lebensweg

und ein Prozess ist.

48 Personen. Wir führen bewusst kleine Kurse

durch und haben absolut keinen Anspruch,

möglichst viele Trainer auszubilden.

Wie wir es verstehen, ist es der Beginn eines

Weges mit dem Hund und hat nichts mit

Schnellbleiche zu tun. Die Menschen freuen

sich, ihren Hund besser zu verstehen und legen

mit dem SKN-Kurs eine gute Basis. Wir haben

viele Kunden, die sagen, «ich darf in den Kurs»;

und jene, die «müssen», ändern ihre Meinung

meist innerhalb der ersten Lektionen. Verstehen,

Verständnis, Erkennen, Vorbeugen für «happy

dogs and people». Gemäss unserem Motto.

Die Gruppenleiter-Ausbildung (GL) der SKG. Zudem

müssen sie mind. drei Jahre Erfahrung in der Ausbildung

von Hund/Hundehalter-Teams nachweisen

können, gegenwärtig einen eigenen Hund führen

und mit einem eigenen Hund eine SKG-Prüfung absolviert

haben. Quereinsteiger absolvieren eine der

GL-Diplomprüfung entsprechende Zutrittsprüfung

(Theorie- und Praxis).

8 Ausbildungstage und 2 bis 4 Tage

individuelle Vertiefungsarbeit. Die Kosten dafür

belaufen sich auf 2700 Franken für SKG-Mitglieder

und 4050 Franken für Nichtmitglieder, die Abschlussprüfung

eingeschlossen.

Vermittlung wichtiger theoretischer Grundlagen für

den SKN-Theorie-Kurs und von Spezialwissen mit

Schwerpunkt Andragogik für Hundetrainer, verhaltens-

und ausbildungsrelevante Aspekte im Umgang

mit Hunden verschiedenen Alters, verschiedener

Rasse, verschiedener Herkunft und Aufwachs- und

Haltungsbedingungen. Auch rechtliche und tierschützerische

Aspekte gehören dazu.

Bei der SKG handelt es sich um die mit Abstand

grösste und in Sachen Hund erfahrenste und

traditionsreichste Institution. Sie bietet schweizweit,

regional und in drei Landessprachen ein äusserst

umfassendes kynologisches Ausbildungsangebot

vom Welpen bis zum Arbeits- oder (Spitzen-)

Sporthund. Die SKN-Ausbilder-Ausbildung ist

integrierender Bestandteil einer modular aufgebauten

Hundetrainer-Ausbildung. Eine mehrköpfige,

ausnahmslos aus bei der SKG ausgebildeten SKN-

Anbietern bestehende Kurskommission zeichnet

verantwortlich für praxisorientierte und qualitativ

hoch stehende Weiterbildungen, die Betreuung der

Ausbilder, die Qualitätskontrolle der SKN-Kurse

sowie ein laufend an die aktuellen Bedürfnisse

angepasstes Ausbildungskonzept.

Bis Ende 2010 hat die SKG 150 SKN-Instruktoren

erfolgreich ausgebildet.

Von einer Schnellbleiche kann keineswegs gesprochen

werden! Das ist aus den Ausbildungsanforderungen,

dem -umfang und den -inhalten unschwer

zu erkennen. Die SKG-SKN-Ausbildung wird den

gesetzlich geforderten Vorgaben vollumfänglich gerecht.

Die Ausbilder sind nicht nur befugt, sondern

hoch motiviert und bestens dafür gewappnet, den

unterschiedlichsten Sechs-Beiner-Teams wichtige

Tipps für ein harmonisches, gegenseitig bereicherndes,

aber auch gesellschafts- und umweltkonformes

Zusammenleben zu vermitteln.

Anforderung gemäss BVET: mindestens drei Jahre

Hundehalternachweis. Zusätzlich verlangt Wakónda

150 Stunden Übungsleitungsnachweis im Fachbereich

Kynologie.

SKN

20 Tage: 16 Ausbildungs- und vier Prüfungstage. Der Lehrgang

kostet 4990 Franken, die Prüfungsgebühr beträgt

400 Franken (Kosten für zusätzliche Prüfungsexpertin).

• Vernetzung von Erwachsenenbildung und Kynologie

• Grundlage der Hundehaltung für neue Hundehalter

• Grundlage der Hundeführung an der Leine sowohl in der

Stadt wie auf dem Land oder im Wald

• Vermittlung eines positiven Bildes der Hundehalter in

der Gesellschaft

• Positiven Nutzen von Weiterbildungen nahe bringen

• Ausbildung ist innert 2 Monaten abgeschlossen

• Hohe Bedeutung von Erwachsenenbildung und deren

Verknüpfung mit der Kynologie

• Persönliche Schulung in der Eigen-, Sozial-,

Methodenkompetenzen

• Möglichkeit, einen Anschlusskurs in Erwachsenenbildung

zu besuchen und das schweizerisch anerkannte

SVEB-Zertifikat Stufe 1 zu erwerben

• Fortlaufendes Weiterbildungsangebote in der Kynologie

und Erwachsenenbildung für Dogman-Trainer

• Die Dogman-Trainer-Ausbildung kann je nach Wissen

und Können modular besucht werden

• Seit 2002 eduQua-Zertifikat

Zirka 130 Personen.

Die Dogman-Trainer-Weiterbildung bei Wakónda ist eben

keine Schnellbleiche. Der Gesamtkurs dauert 20 Tage, die

Teilnehmer setzen sich praktisch und theoretisch mit den

relevanten Themen auseinander, um selber SKN-Kurse

unterrichten zu können. Wenn nur die Anforderungen des

BVET vorausgesetzt werden, dann ist die Hundetrainer-

Ausbildung jedoch eine Schnellbleiche.

Mit dem Besuch des SKN-Kurses sollte der Hundehalter

motiviert sein, weitere Ausbildungskurse mit seinem Hund

zu absolvieren, damit er die Verantwortung als Hundehalter

in der Gesellschaft wahrnehmen kann.

Letztlich sollen sowohl die Hundetrainer-Ausbildung wie

die SKN-Kurse für HH den tiergerechten Umgang fördern.

© Schweizer Hunde Magazin 3/11 13

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