„Zur schönen Sommerszeit ins Land der Franken fahren“ - Bezirk ...
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„Lichtenfels ist eine industrie- und erwerbsreiche Kle<strong>ins</strong>tadt<br />
mit großartig entwickelter Korbwaren-Industrie, während in<br />
Staffelstein je<strong>der</strong> größere gewerbliche o<strong>der</strong> industrielle Betrieb<br />
fehlt. Die Bevölkerung von Staffelstein hat neben <strong>der</strong><br />
<strong>Land</strong>wirtschaft ihre Haupteinnahmequelle ... in dem Fremdenverkehr.“<br />
1<br />
Das <strong>Bezirk</strong>samt Staffelstein brachte 1915 den Unterschied<br />
<strong>der</strong> beiden Nachbarstädte auf den Punkt. Selbst wenn man<br />
berücksichtigt, dass diese Sätze einem Brief entnommen sind,<br />
durch den die Behörde das bayerische Verkehrsministerium<br />
dazu bewegen wollte, die kriegsbedingte Verschlechterung<br />
<strong>der</strong> Bahnanbindung Staffelste<strong>ins</strong> zurückzunehmen, und man<br />
daher eine gewisse Zuspitzung zugestehen wird, so ist doch<br />
an <strong>der</strong> Grundaussage nicht zu zweifeln. Schon vor dem Ersten<br />
Weltkrieg war Staffelstein ein Ort, für dessen Wirtschaftsleben<br />
<strong>der</strong> Tourismus eine nennenswerte Rolle spielte. Es gelingt<br />
uns freilich nicht, seine Bedeutung statistisch zu messen;<br />
Übernachtungszahlen o<strong>der</strong> gar Berechnungen über die Umsatzsteigerung<br />
durch Fremde liegen nicht vor.<br />
„Wallfahrer ziehen durch das Tal“<br />
<strong>„Zur</strong> <strong>schönen</strong> <strong>Sommerszeit</strong><br />
<strong>ins</strong> <strong>Land</strong> <strong>der</strong> <strong>Franken</strong> <strong>fahren“</strong><br />
Selbstverständlich passierten Fremde seit vielen Jahrhun<strong>der</strong>ten<br />
das obere Maintal und damit auch die Städte Staffelstein<br />
und Lichtenfels, und Jahrmärkte zogen Fremde und <strong>der</strong>en<br />
Geld in die Städte. Vor allem entwickelte sich aufgrund <strong>der</strong><br />
Erscheinungen, die <strong>der</strong> Hirte Hermann Leicht in den Jahren<br />
1445/46 hatte, binnen weniger Jahre bei dem Weiler <strong>Franken</strong>thal<br />
das Zentrum des Nothelferkultes schlechthin: die<br />
Vierzehnheiligen-Kirche. Wallfahrer aus Mainfranken, aus<br />
dem Altmühltal, dem Egerland, dem Erzgebirge lassen sich<br />
im ausgehenden 15. Jahrhun<strong>der</strong>t nachweisen. Es war sicherlich<br />
kein Zufall, dass <strong>der</strong> Staffelsteiner Pfarrer ausgerechnet<br />
1460, als Vierzehnheiligen aufblühte, ein „Seelhaus“ in <strong>der</strong><br />
Vorstadt von Staffelstein stiftete „zu Hilf, Trost und Enthalt<br />
armer elen<strong>der</strong> Bilgram und durftiger Menschen“. Aber es kamen<br />
nicht nur Arme nach Vierzehnheiligen, son<strong>der</strong>n auch<br />
Wohlhabende, Fürsten, selbst <strong>der</strong> Kaiser. Menschen besuchten<br />
Vierzehnheiligen, die Geld ausgaben für Verköstigung<br />
und Unterkunft.<br />
Deutlich lässt sich die Bedeutung <strong>der</strong> Wallfahrt für Staffelstein<br />
im 18. Jahrhun<strong>der</strong>t fassen. 1725 gebot eine Kommission<br />
des Bamberger Domkapitels, das die landesherrliche Gewalt<br />
über Staffelstein ausübte, den Staffelsteiner Bürgern bei Strafe,<br />
nur die örtlichen Wirte dürften „durchreisende Persohnen<br />
... zu Fuß o<strong>der</strong> Pferd umb Geld bewirthen, begasten, beherbergen<br />
o<strong>der</strong> aufnehmen“. Die Domherren gestatteten jedoch<br />
zwei Ausnahmen: zum einen die Besucher <strong>der</strong> Jahrmärkte,<br />
zum an<strong>der</strong>en „die offentliche processiones, welche mit Creuz<br />
und Fahnen anhero und hiedurch wandlen, wegen Ville <strong>der</strong><br />
Persohnen“. 2<br />
Gegen das Verbot, an<strong>der</strong>e Reisende zu bewirten, wurde freilich<br />
immer wie<strong>der</strong> verstoßen. 1730 erhoben die Wirte gegen<br />
drei ihrer Mitbürger Klage, weil diese „fast täglich die fremb-<br />
Aus <strong>der</strong> Frühzeit des Fremdenverkehrs um Staffelstein<br />
Günter Dippold<br />
te Leuth mit allerhand gekochten Speissen ... verlegeten“, 3<br />
und 1751 beschwerten sie sich gegen die Metzger, weil diese<br />
nicht nur rohes Fleisch und Würste verkauften, son<strong>der</strong>n zubereitete<br />
Speisen. Es gebe einige Metzger, „die des Tags mehr<br />
gesotten- und gebrathenes Fleisch ausspeiseten als sie, Gastwirth,<br />
eine ganze Wochen hindurch“. 4<br />
Im Zeitalter <strong>der</strong> Katholischen Reform hatte sich das Erscheinungsbild<br />
des Wallfahrens gewandelt. Bestimmend für Wallfahrten<br />
vor <strong>der</strong> Reformation war das Zusammenströmen am<br />
Gnadenort (concursus populi), wobei viele als Einzelpilger<br />
kamen, wenngleich es durchaus Prozessionen gab. Für die<br />
Barockzeit war die Gemeindewallfahrt prägend: <strong>der</strong> regelmäßige,<br />
organisierte, geschlossene Zug einer ganzen Pfarr- o<strong>der</strong><br />
Ortsgemeinde zum Gnadenort und zurück.<br />
Einzelpilger konnten in einer Einrichtung wie dem Seelhaus<br />
unterkommen, ganze Prozessionszüge nicht. Bis 1888 war es<br />
in Vierzehnheiligen üblich, dass Wallfahrer, zumal größere<br />
Gruppen und zumindest die ärmeren Teilnehmer, in <strong>der</strong> Kirche<br />
übernachteten. Das <strong>Bezirk</strong>samt stellte 1889 fest, dass<br />
„zahlreiche Wallfahrer bei<strong>der</strong>lei Geschlechtes bisher sich<br />
nächtlicher Weile in den Kirchenstühlen, Beichtstühlen, um<br />
u. an den Altären lagerten, schliefen u. die Kirche in <strong>der</strong><br />
eckelhaftesten Weise verunreinigten“. Die Behörde begrüßte<br />
es daher, dass <strong>der</strong> Superior P. Joseph a Leonissa Zenetti OFM<br />
1889 das Übernachten in <strong>der</strong> Kirche untersagen und das<br />
Gotteshaus von 21 bis 2 Uhr schließen ließ. Fortan schliefen<br />
die Wallfahrer in den beiden Wirtshäusern Vierzehnheiligens,<br />
die - sicherlich inklusive ihrer Scheunen o<strong>der</strong> Säle - bis zu 400<br />
Menschen unterzubringen in <strong>der</strong> Lage waren. Und <strong>der</strong> Superior<br />
schrieb an die Pfarrämter <strong>der</strong> nach Vierzehnheiligen<br />
wallenden Gemeinden: „In Fällen großen Zudranges ... werden<br />
die benachbarten Ortschaften Grundfeld, Wolfsdorf,<br />
Seubelsdorf diejenigen aufnehmen können, welche in Vierzehnheiligen<br />
selbst ein Unterkommen nicht finden“.<br />
Freilich reichten die Kapazitäten <strong>der</strong> Gastwirtschaften in<br />
Vierzehnheiligen und den Dörfern ringsum an den Spitzentagen<br />
nicht aus. Manchen Wallfahrern blieb nichts übrig, als<br />
unter freiem Himmel zu nächtigen. „Das Uebernachten bei<br />
,Mutter Grün‘, d.h. im Freien, ist sicher eine harte Aufgabe<br />
und wird von den Fremden sehr bitter empfunden“, kommentierte<br />
1891 das Staffelsteiner Tagblatt; es könne „bei halbwegs<br />
frischen Nächten sogar die Ursache einer tödtlichen<br />
Krankheit sein. Das Absperren <strong>der</strong> Kirchenpforten ist unstreitig<br />
erfor<strong>der</strong>lich und nur den Gastwirthschaften käme es<br />
zu, die Sache auszunützen, größere Logishäuser mit mächtigen<br />
Sälen zu bauen. ... Ein Riesiko [!] giebts hierbei nicht,<br />
denn was Vierzehnheiligen heut ist, bleibt es auf unabsehbare<br />
Zeiten.“ 5<br />
Protest gegen die nächtliche Kirchenschließung kam von einer<br />
Staffelsteinerin, von <strong>der</strong> Wachsverkäuferin Stark: Sie beschwerte<br />
sich beim Provinzialat <strong>der</strong> Franziskaner in München,<br />
und sie versuchte - so das <strong>Bezirk</strong>samt -, „die Leute zum<br />
Wi<strong>der</strong>stande aufzureizen, weil sich diese Händler im Verkaufe<br />
von Wachs durch Abstellung <strong>der</strong> nächtlichen Prozeßionen,<br />
109
wobei auch Wachskerzen gebrannt wurden, beeinträchtigt<br />
fühlen“. 6<br />
Damit ist ein Aspekt des Wallfahrtswesens angesprochen, <strong>der</strong><br />
Staffelstein unmittelbar betraf: <strong>der</strong> Verkauf von religiösen<br />
Artikeln, Andenken und Lebensmitteln am Wallfahrtsort.<br />
Der Andrang dorthin war ungeheuer: Beim hun<strong>der</strong>tjährigen<br />
Weihejubiläum im September 1872 zählte man in acht Tagen<br />
über 100 000 Besucher, 7 davon allein 20 000 bei <strong>der</strong> Abschlussprozession.<br />
Zuweilen kamen nicht nur Gläubige aus<br />
Mitteldeutschland und <strong>Franken</strong>, 1857 sah man sogar russische<br />
Wallfahrer am Gnadenort <strong>der</strong> Vierzehn Nothelfer, 8 und<br />
ein Bamberger Buchbin<strong>der</strong> bemerkte 1858 in einem Antrag:<br />
„Vierzehnheiligen ist bekanntlich <strong>der</strong> berühmteste besuchteste<br />
Wallfahrtsort in <strong>Franken</strong>; das ganze Jahr hindurch, beson<strong>der</strong>s<br />
aber zu den drei Hauptfesten kommen aus Ober-, Mittel-<br />
und Unterfranken, aus Kurhessen, Würtemberg, Baden<br />
die Wallfahrer in solcher Zahl, daß häufig, namentlich an diesen<br />
Tagen viele Tausende, manchmal 10-12tausend zugleich<br />
daselbst versammelt sind.“ 9<br />
All die Besucher wollten kaufen. Als <strong>der</strong> in Coburg lebende<br />
Schriftsteller Gustav von Heeringen (1800-1851) Ende <strong>der</strong><br />
1830er Jahre nach Vierzehnheiligen kam, bot sich ihm folgen<strong>der</strong><br />
Anblick: „Der Vorplatz von Vierzehnheiligen ist mit<br />
dichtem Volksgedränge bedeckt. Buden sind errichtet, ein<br />
Markt von Wachskerzen und in Wachs geformten Gliedmaßen<br />
aller Art, als Opfer für die Heiligen, von Rosenkränzen,<br />
Heiligenbil<strong>der</strong>n, Votivtafeln, Lebkuchen ... wird gehal-<br />
110<br />
Vierzehnheiligen mit belebtem Vorplatz - ein beliebtes<br />
Ansichtskartenmotiv im frühen 20. Jahrhun<strong>der</strong>t.<br />
ten, Wagen von Stadtgästen aus Bamberg, Coburg, Lichtenfels<br />
u.s.w. sind aufgefahren. Bettler in Schaaren lagern an den<br />
Wegen um den Fuß <strong>der</strong> Crucifixe o<strong>der</strong> belästigen den anständig<br />
gekleideten Fremden, und dazwischen kommen die Processionen<br />
<strong>der</strong> Waller und <strong>Land</strong>leute ... heraufgezogen“. 10 Wenig<br />
später schrieb <strong>der</strong> österreichische Autor Karl Dittmarsch<br />
(1819-1893): „Wir ... betreten einen Vorplatz, auf dem die<br />
Ru<strong>der</strong>a von Bretterbuden und an<strong>der</strong>e Reminiscenzen eines<br />
fröhlichen Jahrmarkttreibens in gemüthlicher Ruhe umherliegen.“<br />
11<br />
1845 erfasste das <strong>Land</strong>gericht Lichtenfels in einem Verzeichnis<br />
34 Buden in Vierzehnheiligen, in denen Buchbin<strong>der</strong> und<br />
Wachszieher ihre Ware feilboten und wo Bil<strong>der</strong> und Rosenkränze,<br />
Zuckerwaren und künstliche Blumen verkauft wurden.<br />
12 1870 waren es 36 Stände, von denen 17 Staffelsteiner<br />
und neun Lichtenfelser Bürgern gehörten; fünf waren in <strong>der</strong><br />
Hand von Einwohnern des nahe gelegenen Dorfs Wolfsdorf;<br />
die übrigen Stände verteilten sich auf Einwohner von Mistelfeld,<br />
Ebensfeld, Stublang, Gösmitz und Bamberg. In sieben<br />
Ständen wurden Wachsartikel angeboten, in fünf Bücher und<br />
Rosenkränze, einer gehörte einem Zinngießer, in 22 gab es<br />
Galanteriewaren, also in erster Linie Andenken aller Art,<br />
Süßigkeiten und Kin<strong>der</strong>spielzeug; dazu kam ein offener<br />
Stand, <strong>der</strong> später eine „Wirtschaftsbude“ aufnahm, einen Imbissstand<br />
sozusagen. 13 In einem Führer heißt es darüber vielsagend:<br />
„man stelle keine hohen Ansprüche!“ 14<br />
Zu den genannten Ständen kamen - nachweisbar seit den<br />
1860er Jahren, tatsächlich aber wohl schon viel früher -<br />
Bäcker. Im späten 19. Jahrhun<strong>der</strong>t boten in Vierzehnheiligen<br />
an den wichtigsten Wallfahrtstagen rund 15 Bäcker Brot an,<br />
die meisten davon aus Staffelstein; dazu versorgten sechs<br />
Obsthändler die Wallfahrer und Touristen. 15<br />
Die Bahn verän<strong>der</strong>te - wie an vielen Gnadenstätten nachzuweisen<br />
- das Verhalten <strong>der</strong> Einzel- wie <strong>der</strong> Gruppenwallfahrer;<br />
aus einem mehrtägigen Marsch wurde eine Fahrt mit dem<br />
Zug, <strong>der</strong> eine Heimkehr noch am selben Tag ermöglichte.<br />
1891 meldete das Staffelsteiner Tagblatt:<br />
„Am Fest <strong>der</strong> hl. Apostel Peter und Paul wallen zahlreiche<br />
Katholiken aus bayrischen, thüringischen, sächsischen und<br />
norddeutschen Gegenden nach unserem herrlichen Gnadenort<br />
Vierzehnheiligen und ist bekanntlich an diesen Tagen bei<br />
annähernd günstiger Witterung alljährlich <strong>der</strong> Besuch am<br />
stärksten. ... Die von Bamberg hier [in Staffelstein] ankommenden<br />
Personenzüge hatten immer eine riesige Wagenzahl<br />
und zwei Maschinen. Selbst die Güterzüge brachten eine<br />
Menge gefüllte Personenwagen mit sich und wenn mancher<br />
Zug mit etwas Verspätung arbeitete, so versteht sich dies in<br />
<strong>der</strong> verantwortungsvollen, kollossalen Arbeit, die an einem<br />
solchen Tage dem Leitungspersonal obliegt. Wir greifen<br />
kaum zu hoch, wenn wir die Zahl <strong>der</strong> Besucher, die sich im<br />
Innern <strong>der</strong> herrlichen Gnaden-Kirche sowohl wie auf dem<br />
erhabenen Plateau um dieselbe befanden, auf gut 6 000 schätzen.“<br />
16<br />
Da die meisten Wallfahrer, zumal die von Bamberg her anreisenden,<br />
am Staffelsteiner Bahnhof ankamen und abfuhren,<br />
beeinträchtigte das neue Verkehrsmittel das Geschäftsleben<br />
<strong>der</strong> Stadt nicht. Dazu berichtet das <strong>Bezirk</strong>samt im Jahr 1915:<br />
„Die aus <strong>Franken</strong> kommenden Wallfahrer - das ist die größere<br />
Mehrzahl - benützen zur Rückfahrt die Mittagszüge. Je<strong>der</strong><br />
Kenner <strong>der</strong> hiesigen Verhältnisse weiß, daß zu dem früheren<br />
Mittagszug ... oft hun<strong>der</strong>te von Wallfahrern gedrängt haben<br />
und daß beson<strong>der</strong>s an den Sonn- und ausgesprochenen<br />
Wallfahrtstagen ein ganz außerordentlicher Verkehr auf dem<br />
hiesigen Bahnhofe geherrscht hat. Diese Leute haben alle zuvor<br />
in den hiesigen Wirtschaften Einkehr gehalten und bei<br />
den hiesigen Bäckern, Metzgern und Händlern mit Devotio
nalien und sonstigen Erinnerungsgegenständen ihre Einkäufe<br />
gemacht.“ 17<br />
Geistliche Übung und weltlicher Fremdenverkehr -<br />
zweierlei?<br />
Zu den Wallfahrern hinzu kamen Menschen, die die Natur<br />
genießen wollten, wurde doch das obere Maintal zwischen<br />
Lichtenfels und Staffelstein, solange es Aufzeichnungen darüber<br />
gibt, als schön empfunden; das beginnt mit dem berühmten<br />
Langheimer Abt Mauritius Knauer († 1664) im Jahr<br />
1653: Für ihn war es „ein vberauß lustiger Orth ... <strong>der</strong> mit seiner<br />
<strong>schönen</strong> Gelegenheit den Menschen natürlicher weiß ergetzen<br />
vnd erquicken kan“. 18 Eine Reihe von Belegen ließe<br />
sich anfügen, für die Zeit um 1800, für das späte 19. und das<br />
20. Jahrhun<strong>der</strong>t.<br />
Menschen bestiegen den Staffelberg, um die Aussicht zu genießen<br />
und um den von Scheffel bedichteten Berg samt E<strong>ins</strong>iedelmann<br />
zu erleben. Es kamen Menschen hinzu, die Banz<br />
und Vierzehnheiligen besichtigten, anfangs als Relikte <strong>der</strong><br />
untergegangenen Zeit des alten Reichs, später dann, nachdem<br />
im ausgehenden 19. Jahrhun<strong>der</strong>t das Barock nicht mehr verachtet,<br />
son<strong>der</strong>n zunehmend geschätzt wurde, später dann als<br />
Kunstdenkmäler von hohem Rang.<br />
Es mag problematisch erscheinen, die Wallfahrt in die Tradition<br />
des Fremdenverkehrs zu stellen, doch die Trennung - hie<br />
religiöse Übung, da Freizeitbeschäftigung, Kunstgenuss und<br />
Erholung - ist nicht so scharf, wie es scheinen könnte. Das<br />
Wallen war nicht allein ein religiöser Akt. Es bot die Möglichkeit,<br />
zu reisen und etwas Neues zu sehen; bezeichnen<strong>der</strong>weise<br />
brachte <strong>der</strong> Neubau einer Wallfahrtskirche stets einen<br />
Zuwachs bei den Wallfahrerzahlen. 19 Weiterhin befreite die<br />
Wallfahrt <strong>der</strong>en Teilnehmer für einige Tage von <strong>der</strong> Arbeit,<br />
und sie lockerte die dörfliche o<strong>der</strong> kle<strong>ins</strong>tädtische Sozialkontrolle<br />
ein wenig. Zu Recht hat <strong>der</strong> katholische Publizist Hans<br />
Rost, ein gebürtiger Bamberger, 1927 geistlichen und weltlichen<br />
Nutzen nebeneinan<strong>der</strong> gestellt: Wallfahrten seien „geistige<br />
Atempausen für die Seele und Ferien- und Rivierastunden<br />
des armen Mannes aus dem Volke, für den es ja im Jahre<br />
so wenig Erholung im harten Arbeitsleben gibt. Man soll diese<br />
Wallfahrten nicht schmähen, auch wenn es sich ihre Teilnehmer<br />
manchmal ein wenig gut dabei gehen lassen.“ 20<br />
Aber natürlich hat <strong>der</strong> Tourismus im engeren Sinne ein an<strong>der</strong>es<br />
Gesicht: Es geht ums Reisen und den Aufenthalt in <strong>der</strong><br />
Fremde um <strong>der</strong> Erholung vom Alltag willen, nicht aus beruflichen,<br />
nicht aus religiösen, nicht unmittelbar aus medizinischen<br />
Gründen. Im 19. und frühen 20. Jahrhun<strong>der</strong>t dem Besitz-<br />
und Bildungsbürgertum vorbehalten, weitete sich <strong>der</strong><br />
Kreis <strong>der</strong> Sommerfrischler erst seit den 1930er Jahren so aus,<br />
dass man von einer Massenbewegung sprechen kann.<br />
Auch wenn die Zahlen vor dem Ersten Weltkrieg - gemessen<br />
an den heutigen Dimensionen - bescheiden gewesen sein<br />
müssen, so prägte doch <strong>der</strong> „säkulare“ Tourismus schon vor<br />
1914 mehr und mehr die Hauptanziehungspunkte am Obermain.<br />
Die Wallfahrer verloren dagegen an Bedeutung: 1906<br />
stellten die Vierzehnheiliger Budenbesitzer fest, „das die<br />
Wallfahrten viel weniger und auch kleiner gezogen kommen<br />
als in früheren Jahren“. 21 Schlaglichtartig belegt eine Bemerkung<br />
<strong>der</strong> Kirchenverwaltung Vierzehnheiligen die Verschiebung,<br />
als sie 1907 die Wachs- und die Devotionalienhändler<br />
einan<strong>der</strong> gegenüberstellte: „Während die Devotionalienhändler<br />
durch die Ansichtskarten, Andenken, Bil<strong>der</strong>, Bücher etc.<br />
ziemlich viel auch von den zahlreichen Touristen lösen, sind<br />
die Wachsbudeninhaber lediglich auf die wohlhabenden<br />
Wallfahrer aus Norddeutschland, Unterfranken & einzelnen<br />
wohlhabenden Gegenden angewiesen.“ 22<br />
Vom Scheffel-Aufenthalt zur Scheffel-Verehrung<br />
Als 1846 die Bahnlinie Bamberg - Lichtenfels eröffnet wurde,<br />
erwartete das Tagblatt <strong>der</strong> Stadt Bamberg eine Belebung des<br />
Fremdenverkehrs: „Die neue Bahn nach Lichtenfels wird viele<br />
Lustreisende von hier nach Banz, <strong>Franken</strong>thal etc. veranlassen“.<br />
23 Prompt brachte ein findiger Bamberger Verleger einen<br />
Vierzehnheiligen-Führer heraus. 24 Auch ein Reiseführer<br />
für das Obermaingebiet von 1858 betonte die Bedeutung des<br />
neuen Verkehrsmittels: „Die Eisenbahnen bieten eine so günstige<br />
Gelegenheit zum schnellen und bequemen Reisen dar,<br />
dass Fremde gewiss nur ausnahmsweise eine an<strong>der</strong>e Fahrgelegenheit<br />
benützen werden.“ 25<br />
Doch kamen mit <strong>der</strong> Bahn eben nicht gleich Touristenscharen.<br />
Die Eisenbahn schuf nur die Voraussetzung für den späteren<br />
Fremdenverkehr, sie erzeugte ihn nicht. Dass selbst<br />
nach Eröffnung <strong>der</strong> Werrabahn von Eisenach nach Lichtenfels<br />
1859 kein Run auf die Sehenswürdigkeiten begann, belegt<br />
kein Geringerer als Joseph Victor von Scheffel (1826-1886).<br />
Kurz nach seiner Ankunft in Banz im Juli 1859 schrieb er an<br />
seine Mutter, er habe in <strong>der</strong> ehemaligen Benediktinerabtei, die<br />
seit 1813 Schloss <strong>der</strong> Herzöge in Bayern war, „eine prächtige<br />
Wohnung von 2 Stuben in einem Corridor, <strong>der</strong> von Niemand<br />
mitbewohnt wird ... . Auf <strong>der</strong> Wartburg würde mich Hofleben,<br />
Politik und Fremdeneinkehr gänzlich aus <strong>der</strong> Stimmung<br />
bringen ... . Ich will mich hier mehr von <strong>der</strong> Natur <strong>ins</strong>piriren<br />
lassen“. 26 Wenig später sprach er von „meiner Klosterstille“,<br />
rühmte im selben Brief nochmals die „absolute Stille“. 27 Im<br />
August 1859 dann: „Viel Wallfahrer ziehen mit Kreuz und<br />
Fahnen über unsern Berg nach Vierzehnheiligen, sonst kommen<br />
wenig Leute, hie und da ein Tourist.“ 28<br />
Dabei führte <strong>der</strong> herzogliche Kastellan Fremde bereitwillig<br />
durch die Anlage, die Petrefaktensammlung mit Versteinerungen<br />
aus dem Obermaintal besaß einen überregionalen<br />
Ruf 29 - das prominenteste Schaustück, ein Ichthyosaurus, hat<br />
Scheffel zu einem humoristischen Gedicht <strong>ins</strong>piriert 30 -, und<br />
überdies hatte Herzog Maximilian in Bayern (1808-1888),<br />
dem seit 1834 Kloster Banz gehörte, erst im Vorjahr 1858 ein<br />
„Kosmorama“ in Banz aufstellen lassen, das den Gästen Ansichten<br />
von Wien, Dresden, Como, Graz, <strong>der</strong> Wartburg, den<br />
Pyramiden von Gizeh und an<strong>der</strong>e Sehenswürdigkeiten mehr<br />
vor Augen führte. Außerdem hatte er seine ägyptische Sammlung<br />
von München hierher transferiert. 31 Ein 1858 erschienener<br />
„Illustrirter Fremdenführer durch die fränkische Schweiz<br />
und das Fichtelgebirg, Bamberg, Bayreuth, Erlangen und Coburg“<br />
empfahl dem Reisenden Banz als Aufenthaltsort, um<br />
von hier Ausflüge „in das schöne Itz- und Main-Thal“ zu unternehmen,<br />
„um die Stadt und reizende Umgebung von Coburg<br />
zu besuchen, dann Staffelstein, den Staffelberg, Vierzehnheiligen,<br />
Lichtenfels, die Karolinenhöhe, den Kottigasberg,<br />
das romantische Thal und freundliche Stättchen Weissmain<br />
mit seinen berühmten Felsenkellern“. 32<br />
Der Lichtenfelser Lithograph und Zeitungsverleger Johann<br />
Schier brachte 1862 ein Büchlein über „Banz, Vierzehnheiligen,<br />
Lichtenfels, Staffelstein & Karolinenhöhe“ heraus (Der<br />
letztgenannte Ort war eine 1822/23 gegründete Ausflugsgaststätte,<br />
benannt nach Königin Karoline von Bayern, an <strong>der</strong><br />
<strong>Land</strong>straße von Lichtenfels in Richtung Kulmbach und Kronach).<br />
Schiers Publikation, die sich als „treuer und zuverlässiger<br />
Führer nach diesen Orten und durch das Mainthal für Je<strong>der</strong>mann“<br />
empfahl, schwärmte von den Orten, den Einkehrmöglichkeiten<br />
und den landschaftlichen Schönheiten. Verzückt<br />
schil<strong>der</strong>te sie etwa die „wun<strong>der</strong>volle Aussicht“ von <strong>der</strong><br />
Banzer Terrasse: „Da liegt es, das Mainthal, so malerisch, so<br />
idyllisch umarmt von den Bergen, gleichsam als ob es soeben<br />
aus <strong>der</strong> liebenden Hand des Schöpfers hervorgegangen sei.<br />
111
Welcher Duft! Welche Wonne! Welch ein Leben! Wohin sich<br />
<strong>der</strong> Blick auch wendet von dieser Höhe, Alles so wun<strong>der</strong>bar<br />
schön, Alles so malerisch!“ 33<br />
Doch blieben Touristen, wie Scheffels Schreiben zeigen, noch<br />
vereinzelt. Erst aus den 1880er Jahren häufen sich die Belege<br />
für den stetig anwachsenden Fremdenverkehr. Die hohe<br />
Konjunktur nach <strong>der</strong> Reichsgründung und <strong>der</strong> wachsende<br />
Wohlstand vieler Geschäftsleute - <strong>der</strong> Privatier, <strong>der</strong> vom Ertrag<br />
seines Vermögens lebte, war häufiger denn je - vergrößerten<br />
den Kreis <strong>der</strong>er, die mit ihrer Familie in die Sommerfrische<br />
fahren konnten.<br />
Örtliche För<strong>der</strong>ung kam allerdings hinzu. Als ein gewisser<br />
Professor Gramold aus Berlin um 1893 den Staffelberg besuchte,<br />
kam er bei „eine[r] Flasche herrlich schäumenden<br />
Bieres“ mit dem Eremiten <strong>ins</strong> Gespräch. „Nur vereinzelt“, so<br />
erzählte Ivo Hennemann (1824-1900), 34 <strong>der</strong> 1857 auf den<br />
Staffelberg gekommen war, „seien früher Naturfreunde auf<br />
den Staffelberg gezogen ... . Zur Zeit <strong>der</strong> Erbauung <strong>der</strong> Klause<br />
[1883] wäre ein neuer Assessor an das <strong>Bezirk</strong>samt Staffelstein<br />
versetzt worden. Dieser habe den Berg in sein Herz geschlossen.<br />
Die kahlen Mauern <strong>der</strong> Zimmerchen hätten aus<br />
seiner Hand bald schmückende Ausstattung erhalten. Von allen<br />
Seiten habe er all’ die Sammlungen zusammen getragen,<br />
Photographien, Karten, Ferngläser, Orientierungspanorama<br />
angeschafft, Ausgrabungen von Hünengräbern vorgenommen<br />
und die Funde zur Verfügung gestellt, die beschreibenden<br />
Wandtafeln und Zeichnungen gefertigt, die aufliegenden<br />
Hefte zusammengestellt. Unermüdlich sorgte er für die Annehmlichkeit<br />
<strong>der</strong> Fremden, und auch die Ruhebänke auf dem<br />
Weg von Vierzehnheiligen zum Staffelberg seien ein Geschenk<br />
desselben an das Publikum. Viele hun<strong>der</strong>t Mark habe<br />
er selbstlos geopfert. ... Und seit dessen Wirken in Thaten<br />
und in <strong>der</strong> Presse habe <strong>der</strong> Besuch des Berges sich ganz bedeutend<br />
gehoben, auf 6000 bis 7000 Fremde könne man die<br />
Zahl <strong>der</strong> Besucher für ein Jahr schätzen.“ 35 Die örtliche Presse<br />
berichtete um die gleiche Zeit, den in <strong>der</strong> Klause ausliegenden<br />
Fremdenbüchern zufolge hätten 1892 „über 5000 Fremde“<br />
den Staffelberg besucht, unter denen es an „illustren Persönlichkeiten“<br />
nicht fehlte: Wittelsbacher waren ebenso in<br />
<strong>der</strong> Klause zu Gast wie Angehörige des Coburger Herzogs-<br />
112<br />
Ansichtskarte mit den Hauptsehenswürdigkeiten des oberen Maintals, versandt 1901.<br />
hauses. 36 Und 1891 wies das Gästebuch Einträge von Touristen<br />
aus Berlin, London, Wien und Bukarest auf. 37<br />
Der Bericht Gramolds macht es deutlich: Neben dem allgemeinen<br />
Trend war es vornehmlich das Verdienst eines Mannes,<br />
<strong>der</strong> unermüdlich für den Staffelberg warb, dass die Besucherzahlen<br />
in die Höhe schnellten. Die Rede ist von Philipp<br />
Badum (1845-1908), 38 <strong>der</strong> von 1883 bis zu seiner Pensionierung<br />
1892 am <strong>Bezirk</strong>samt Staffelstein als Stellvertreter des<br />
Amtsvorstands wirkte, im Jahr seines Dienstantritts dem Verschönerungsverein<br />
Staffelstein beitrat und 1900 dessen Vorsitzen<strong>der</strong><br />
wurde. Als er 1908 starb, hatte er übrigens ausweislich<br />
<strong>der</strong> Gästebücher in <strong>der</strong> Klause den Berg rund 1300 Mal<br />
bestiegen.<br />
Nachdem <strong>der</strong> Staffelsteiner Bürgermeister Johann Baptist<br />
Müller (1828-1893) 39 in den 1880er Jahren eine kleine, nur<br />
achtseitige Broschüre über den „Staffelberg ... mit seiner Aussicht“<br />
herausgegeben hatte, 40 publizierte Badum um 1890 einen<br />
„Führer auf dem Wege und in <strong>der</strong> Erinnerung durch das<br />
Mainthal um Staffelstein“.<br />
Darin beschrieb er, wie das Maintal auf einer „Tagestour“ -<br />
ausgehend vom Bahnhof Lichtenfels o<strong>der</strong> Staffelstein - „von<br />
rüstigen Fussgängern“ erwan<strong>der</strong>t werden könne, und setzte<br />
gleich zu Beginn hinzu: „Will länger Rast genommen werden,<br />
so eignet sich als Mittelpunkt für die Ausflüge am besten das<br />
Städtchen Staffelstein zum Aufenthaltsort. Auch zu längerem<br />
Verweilen in Sommerfrische ist es zu empfehlen.“ 41<br />
Doch die Mehrzahl <strong>der</strong> Besucher waren Tagesgäste - bis heute<br />
ein Problem -, die von ihrem Wohnort o<strong>der</strong> ihrer Sommerfrische,<br />
etwa in einem <strong>der</strong> etablierten Bade- und Kurorte<br />
Oberfrankens wie Berneck, Steben o<strong>der</strong> Alexan<strong>der</strong>sbad,<br />
morgens mit <strong>der</strong> Bahn anreisten und am selben Tag zurückfuhren.<br />
Als sich 1899 ein Staffelsteiner Schankwirt um die<br />
Konzession als Gastwirt bemühte, lehnte das <strong>Bezirk</strong>samt den<br />
Antrag mit folgen<strong>der</strong> Begründung ab: „Nicht verkannt sei<br />
zwar <strong>der</strong> sich jährlich steigernde Fremdenverkehr, bei dem<br />
jedoch nicht übersehen werden darf, daß hiebei zum weitaus<br />
überwiegenden Teil lediglich Passanten in Frage kommen,<br />
<strong>der</strong>en Anfor<strong>der</strong>ungen in Bezug auf bürgerliche Erholung und<br />
Erfrischung in den bestehenden Wirtschaften vollauf Rechnung<br />
getragen ist.“ 42
Kopf eines Ichthyosaurus in <strong>der</strong> Petrefaktensammlung zu Banz - eine <strong>der</strong> Hauptsehenswürdigkeiten <strong>der</strong> Obermainregion im 19. Jahrhun<strong>der</strong>t,<br />
Thema für zwei Gedichte von Joseph Victor von Scheffel.<br />
Nicht zuletzt unter dem Gesichtspunkt, den Touristen ihren<br />
Aufenthalt so angenehm wie möglich zu machen und sie dadurch<br />
zu einem längeren Verweilen zu bewegen, versuchten<br />
öffentliche Stellen und Private, die touristische Logistik zu<br />
verbessern. Längst war die Bahnhofstraße nicht mehr<br />
schlammig, unbebaut und stockf<strong>ins</strong>ter, wie noch um 1860;<br />
statt dessen wurde sie ab 1868 zur Villenstraße. 43 Stolz verwies<br />
Badum auf „eine kleine, auf zwei Seiten von Wasser umflossene,<br />
schattige und kühle Anlage mit Ruhebänken und<br />
Ausblick auf Banz, Staffelberg und Vierzehnheiligen. Auf<br />
den Wegen um die Stadt sind gleichfalls an beson<strong>der</strong>s <strong>schönen</strong><br />
Blick bietenden Punkten unter beschattenden Bäumen<br />
Ruhebänke aufgestellt“. Im übrigen könne man von hier aus<br />
„in einem halben Tag“ Ausflüge nach Bamberg und Coburg<br />
machen. „Die Lebensmittel sind gut, das Leben ist billig. Die<br />
gesellschaftlichen Verhältnisse <strong>der</strong> Stadt, des Sitzes eines kgl.<br />
<strong>Bezirk</strong>samts, kgl. Amtsgerichts, kgl. Rentamtes, zweier Aerzte,<br />
einer Apotheke und von vier Schulen können als sehr angenehm<br />
bezeichnet werden“. Der gutbürgerliche Fremde, <strong>der</strong><br />
diesen Führer las, wusste also, dass er hier nicht nur ungebildete<br />
Eingeborene vorfinden würde, son<strong>der</strong>n auch adäquate<br />
Gesprächspartner: „wer längeren Aufenthalt nimmt und sich<br />
in die Gesellschaft einführen lässt, wird sich befriedigt<br />
fühlen“. 44<br />
Auch die Gastronomie passte sich an: Zu den traditionellen<br />
Wirtshäusern in Staffelstein, <strong>der</strong>en „ekelerregende[s]“ Umfeld<br />
noch 1891 beklagt wurde, 45 kam 1893 ein beheizbarer<br />
Glassalon hinzu, den Georg Brütting in <strong>der</strong> Horsdorfer<br />
Straße errichten ließ. 46 Es handelte sich dabei um einen bewirtschafteten<br />
Saal mit 300 Plätzen, für den Magistrat „das<br />
schönste, größte und comfortabelste Local <strong>der</strong> Stadt“, <strong>der</strong><br />
dem <strong>Bezirk</strong>samt zufolge „im Sommer von Touristen, Wallfahrern<br />
und <strong>Land</strong>leuten stark frequentiert“ wurde. 47<br />
Nicht nur Staffelstein gewann an - wenn auch bescheidenen -<br />
Attraktionen. Das e<strong>ins</strong>tige Kloster Banz, das für die Herzöge<br />
in Bayern seit <strong>der</strong> Jahrhun<strong>der</strong>tmitte eher ein Klotz am Bein<br />
war - man bevorzugte die altbayerischen Schlösser -, wurde<br />
als Sommerfrische aufgewertet. 1887 meldete das Lichtenfelser<br />
Tagblatt: „In den letzten Jahren hat sich Banz als klimatischer<br />
Kurort bedeutend emporgeschwungen und ist auch zur<br />
Zeit von sehr vielen Kurgästen aus verschiedenen Län<strong>der</strong>n -<br />
worunter aus Rußland - besucht.“ 48 Im selben Jahr berichtete<br />
die Zeitung, die „disponiblen Privatlogieen“ seien „dicht besetzt.<br />
Ein großer Mangel des Uebernachtens vorübergehen<strong>der</strong><br />
Passanten macht sich deshalb fühlbar.“ 49 Ganz ähnlich<br />
berichtete das Tagblatt 1892: <strong>„Zur</strong> Zeit sind von Seite <strong>der</strong><br />
Curgäste die vielen Wirthschaftsräume nicht nur allein besetzt,<br />
son<strong>der</strong>n die Gäste auch in Privatwohnungen untergebracht.<br />
In <strong>der</strong> nahen prachtvollen Waldung wurden zu bequemen<br />
Waldpromenaden die verschiedensten Punkte mit<br />
Ruhebänken versehen, Wald- und Unterstandshüttchen erbaut“;<br />
zwei davon hatte allein <strong>der</strong> Coburger Justizrat Heinrich<br />
Emil Deyßing (1818-1901) auf eigene Kosten errichten<br />
lassen. „Am Fuße des Banzberges ist ferner noch durch Errichtung<br />
eines Badhauses im Maine bei Hausen für körperliche<br />
Abfrischung Sorge getragen.“ Gemeint ist das schon 1887<br />
vorhandene Carlsbad. Der Schlossherr, Herzog Karl Theodor<br />
in Bayern, ein angesehener Augenarzt, ließ 1892 im<br />
Nordosten <strong>der</strong> Klosteranlage „auf <strong>der</strong> sog. kleinen Terrasse<br />
eine große geräumige, mehrere hun<strong>der</strong>t Personen fassende<br />
Glashalle errichten und solche mit elegantem Gartenmöbel<br />
ausstaffiren.“ 50 Alsbald wurde sie als „Curhalle“ bezeichnet.<br />
51<br />
Das ambitionierteste Projekt im Obermaintal freilich wurde<br />
nicht verwirklicht. Von 1887 an bemühte sich Badum, seinem<br />
hochverehrten Scheffel, <strong>der</strong> 1886 gestorben war, ein Denkmal<br />
in Form eines Aussichtsturms auf dem Staffelberg zu errichten.<br />
Badum wusste genau, wieviel das <strong>Land</strong> um den Staffelberg<br />
Scheffels Gedicht „Wan<strong>der</strong>fahrt“ verdankte, 1870<br />
schmissig vertont von dem Würzburger Stadtkämmerer und<br />
Dirigenten <strong>der</strong> Würzburger Lie<strong>der</strong>tafel Valentin Eduard<br />
Becker (1814-1890). 52 Gewiss, mochten schon um die Mitte<br />
des 19. Jahrhun<strong>der</strong>ts viele von Banz und Vierzehnheiligen,<br />
vielleicht auch vom Staffelberg gehört haben. Aber erst durch<br />
dieses viel gesungene Lied, von Schülern, von Studenten vor<br />
allem, von Bildungsbürgern, von Gesangvereinen intoniert,<br />
wurde die <strong>Land</strong>schaft geistiges Allgemeingut in ganz<br />
Deutschland. „In seinem anmuthigen Liede ,<strong>der</strong> fahrende<br />
Schüler‘, welches im Fluge das Lieblingslied <strong>der</strong> ... academischen<br />
Jugend wurde, und welches nun durch ganz Deutsch-<br />
113
Der Staffelberg von oben. Luftaufnahme: WFL-GmbH, Rottendorf.<br />
land in <strong>der</strong>en Commerssälen erklingt, welches aber auch<br />
schon auf hoher See in den Cajüten unserer Marine und unter<br />
den tropischen Gewächsen Amerikas und Afrikas wi<strong>der</strong>hallte,<br />
besingt Victor Scheffel unsere herrliche Gegend“, schrieb<br />
die Staffelsteiner Tageszeitung, als <strong>der</strong> Dichter im Februar<br />
1886 seinen 60. Geburtstag feierte. 53<br />
Dieses Lied war eine unbezahlbare Werbung, weil nun Unzählige<br />
die „<strong>Land</strong>e um den Main“, die „stromdurchglänzte<br />
114<br />
Au“ und natürlich den leibhaftigen „E<strong>ins</strong>iedelmann“ sehen<br />
wollten, den Eremiten, über den sich die Touristen bald<br />
schaurig-schöne Geschichten erzählten: Er sühne ein in <strong>der</strong><br />
Jugend begangenes Vergehen.<br />
Seit 1895 Vorsitzen<strong>der</strong> eines neu gegründeten „Scheffel-<br />
Denkmal-Central-Comités“, sammelte Badum unermüdlich<br />
Geld, um ein „mächtiges Denkmal“ bauen zu können. Er<br />
sammelte, er ließ Pläne erstellen, sogar von dem Münchner
Stararchitekten Friedrich von Thiersch (1852-1921), von<br />
zahlreichen regionalen Größen obendrein, er verhandelte mit<br />
den Behörden, doch stieß er ab 1906 auf den erbitterten Wi<strong>der</strong>stand<br />
<strong>der</strong> Heimatschutzbewegung, die in einem solchen<br />
Denkmal hoch über dem Maintal, an <strong>der</strong> Hangkante des Berges,<br />
eine Verschandlung sah. Heimatschutz war damals groß<br />
geschrieben, und so wurde <strong>der</strong> Turm schließlich nicht gebaut.<br />
54 Lediglich ein Scheffel-Museum konnte Badum ein-<br />
richten, das allerdings denkbar schlecht besucht war. 55 Sei es,<br />
dass die Zeit für ein kulturhistorisches Museum noch nicht<br />
reif war, sei es, dass Badums Bemühen, Spenden für „sein“<br />
Scheffel-Denkmal zu sammeln, Interessenten eher abschreckte,<br />
das Scheffel-Museum kam im Jahr 1907 nicht über sieben<br />
zahlende Besucher hinaus.<br />
Weit stärker frequentiert war die - nicht zuletzt durch Scheffels<br />
„Petrefaktisch Lied“ berühmte - Petrefaktensammlung<br />
115
im Schloss Banz. Als Ende 1885 die örtliche Presse meldete,<br />
<strong>der</strong> Schlossherr, Herzog Maximilian in Bayern, wolle „seine<br />
höchst wertvolle, in <strong>der</strong> ganzen Welt berühmte paläontologische<br />
Sammlung von Schloß Banz in Oberfranken“ nach<br />
München verlegen, 56 brach ein Sturm <strong>der</strong> Entrüstung los.<br />
Der Staffelsteiner Bürgermeister Johann Baptist Müller, damals<br />
linksliberaler <strong>Land</strong>tagsabgeordneter, sprach die Angelegenheit<br />
im Parlament an und betonte dabei, die Sammlung sei<br />
„ein sehr werthvolles und für den Fremdenverkehr äußerst<br />
anziehendes Objekt ... . Es ist nun gewiß erklärlich, daß<br />
durch eine Wegverlegung dieser Sammlung <strong>der</strong> Nahrungsstand<br />
so mancher in <strong>der</strong> Gegend befindlicher Leute hart betroffen<br />
würde, und das umsomehr, weil <strong>der</strong> Fremdenzuzug<br />
gerade kein unbedeuten<strong>der</strong> ist. Ich kann konstatiren, daß die<br />
studirende Jugend von Norddeutschland, Bergakademiker<br />
von Böhmen, die Schulen von Sachsen in den Ferienzeiten bei<br />
uns aufhalten, um Studien in dieser Sammlung zu machen.“ 57<br />
Da Recherchen ergaben, <strong>der</strong> Museumsgrün<strong>der</strong> Carl Theodori<br />
habe die Sammlung zum Verbleib in Banz bestimmt, beließ<br />
man sie an Ort und Stelle.<br />
Für Philipp Badum bedeutete es offenbar eine persönliche<br />
Katastrophe, dass <strong>Land</strong>schaftsschützer den Bau eines Scheffel-Monuments<br />
vereitelten. Doch dem Fremdenverkehr tat<br />
dies keinen Abbruch. An<strong>der</strong>erseits zeigt das Bemühen <strong>der</strong><br />
Heimatschutzbewegung, dass die Schönheit <strong>der</strong> <strong>Land</strong>schaft<br />
und <strong>der</strong> Naturgenuss im Obermaintal nun höher geschätzt<br />
wurde als je zuvor. Hatten in den 1880er Jahren die Sehenswürdigkeiten,<br />
die Ziele, Fremde angelockt, so wurde Anfang<br />
des 20. Jahrhun<strong>der</strong>ts mehr und mehr <strong>der</strong> Weg zum Ziel. Das<br />
Wan<strong>der</strong>n an sich bekam einen höheren Stellenwert. Ein Vorkämpfer<br />
des Turn- und Wan<strong>der</strong>vere<strong>ins</strong>wesens, <strong>der</strong> Coburger<br />
Lehrer Emil Rädlein (1855-1925), meinte 1902 im Vorwort<br />
zu seinem Banzführer, dieser sei „nicht geschrieben für den<br />
eiligen Touristen, <strong>der</strong> an einem Tag möglichst viel sehen will,<br />
son<strong>der</strong>n für diejenigen Besucher von Banz, die in Ruhe und<br />
mit Verständnis geniesen wollen“ 58 . Er widmete eigene Abschnitte<br />
<strong>der</strong> Geologie, <strong>der</strong> Flora und Fauna um Banz, er<br />
schil<strong>der</strong>te ausgiebig Wan<strong>der</strong>wege rund um Banz sowie Wan<strong>der</strong>wege<br />
nach Banz, nicht mehr nur von Staffelstein o<strong>der</strong><br />
116<br />
Valentin Mühe, Staffelberg-<br />
Eremit von 1913 bis 1925.<br />
Lichtenfels aus, son<strong>der</strong>n auch ausgehend von den Bahnhöfen<br />
Grub und Ebersdorf und von den neuen Stationen Rossach,<br />
Großheirath, Untersiemau, Meschenbach und Ebern.<br />
Man bemühte sich, die Attraktivität zu erhöhen, indem man<br />
Schutzhütten baute, Bänke aufstellte, Wan<strong>der</strong>wege ausschil<strong>der</strong>te.<br />
Flankierend stellten die Behörden manches ab, was Ärgernis<br />
erregte o<strong>der</strong> auch nur zu erregen drohte. Dass in <strong>der</strong><br />
Kirche von Vierzehnheiligen ab 1889 nicht mehr übernachtet<br />
werden durfte, wurde schon erwähnt. 1872, anlässlich <strong>der</strong><br />
Hun<strong>der</strong>tjahrfeier <strong>der</strong> Kirchweihe, waren die alten Buden<br />
durch neue Budenreihen in Arkadenform ersetzt worden, 59<br />
und den Besitzern war es um 1900 strengstens untersagt,<br />
Kunden herbeizurufen und ihre Ware lautstark anzupreisen.<br />
60<br />
Ärgernis bot die Bewirtschaftung <strong>der</strong> Fremden auf dem Staffelberg,<br />
denn <strong>der</strong> Helfer des greisen Eremiten Ivo, <strong>der</strong> kleinwüchsige<br />
Schnei<strong>der</strong> Pankraz Rudel aus Romansthal, machte -<br />
so die Kirchenverwaltung Staffelstein - „den Bergbesuchern<br />
die unverschähmtesten Zechen“; es soll vorgekommen sein,<br />
dass er für eine Flasche Bier ein Zehn-Mark-Stück bekam<br />
und nichts herausgab. Fürsorglich machte Badum die Leser<br />
seines Führers mit den Usancen vertraut: „Man gibt gewöhnlich<br />
50 Pfg. für die Flasche mit Brod und fragt nicht nach einem<br />
Preis, da die Abgabe <strong>der</strong> Erfrischung lediglich Gastfreundschaft<br />
ist. Da <strong>der</strong> E<strong>ins</strong>iedler oft auch grössere Gaben<br />
zugewiesen erhält, so zahle man zur Verhütung von Verwechslungen<br />
mit abgezähltem Gelde o<strong>der</strong> verlange bei grösseren<br />
Geldstücken den nicht zugedachten Betrag unter Benennung<br />
seiner Höhe heraus.“ 61 Doch 1896 stellte das <strong>Bezirk</strong>samt<br />
diese Zustände ab, im folgenden Jahr verwies die<br />
Behörde Rudel <strong>der</strong> Klause. 62<br />
Auch gegen die Unsauberkeit im Eremitenhaus ging die Obrigkeit<br />
vor, hatten sich doch wie<strong>der</strong>holt Fremde darüber beklagt<br />
wie 1897 ein Würzburger: Er habe beobachtet, „daß da<br />
die Tischplatte von Bierresten etc. klebte, überall, wohin man<br />
faßte; daß die Stöpsel auf den schmierigen Bierflaschen aussahen,<br />
als stammten sie aus dem vorigen Jahrhun<strong>der</strong>t, o<strong>der</strong><br />
wären sie in Hünengräbern gefunden worden“. 63 Doch da je<strong>der</strong><br />
Tropfen frischen Wassers mühsam auf den Berg getragen
werden musste, waren - auch angesichts <strong>der</strong> Besuchermengen,<br />
die Schmutz in die Klause trugen - solche Klagen leichter<br />
ausgesprochen als behoben. Immerhin ließ man 1910 die verstaubten<br />
Tierpräparate, ein Vierteljahrhun<strong>der</strong>t zuvor mühsam<br />
von Badum zusammengetragen, 64 aus <strong>der</strong> Klause entfernen<br />
- eine Maßnahme, die freilich ein geteiltes Echo fand. 65<br />
Wirtschaftliche Nutznießer des Fremdenverkehrs<br />
Vom Fremdenverkehr profitierten zunächst die Gastwirtschaften.<br />
Philipp Badum empfahl in Staffelstein drei Häuser:<br />
den Gasthof zur Post am Bahnhof - „familiäre Bedienung<br />
(keine Kellner), comfortable Einrichtung“ -, das Gasthaus<br />
zum grünen Baum im Süden <strong>der</strong> Stadt - „gute Fremdenzimmer,<br />
schattiger Wirthschaftsgarten“ - und das Gasthaus zum<br />
Bären am Marktplatz - „altdeutsches 66 Wirthschaftslokal“-,<br />
dazu die „Restauration“ in Banz, <strong>der</strong>en Inhaber e<strong>ins</strong>t „Hôtelkoch<br />
in Hamburg“ gewesen war. Ferner gab es drei einfachere<br />
Gasthäuser in <strong>der</strong> Stadt, sechs ständige Schankwirtschaften<br />
und fünf Bürger, die ihr Braurecht ausübten und zeitweilig<br />
ausschenkten. 67<br />
Im Jahr 1939 bestanden sieben Gasthöfe mit über 100 Fremdenbetten<br />
in Staffelstein. Zum Vergleich: Im Verkehrsknoten<br />
und Handelszentrum Lichtenfels, das fast dreimal so viele<br />
Einwohner wie Staffelstein zählte, gab es 170 Betten, in Burgkunstadt<br />
17, in Weismain 30. Vierzehnheiligen allerdings<br />
überragte mit 120 Betten in zwei Gasthöfen die meisten Orte<br />
ringsum. 68<br />
Es kamen, gerade für längeren Aufenthalt, Privatpensionen<br />
hinzu, über die freilich kaum Näheres bekannt ist, ausgenommen<br />
die dank ihrer Gästebücher gut dokumentierte Pen-<br />
Ivo Hennemann (1824-1900), <strong>der</strong><br />
„E<strong>ins</strong>iedelmann“ Scheffels, Eremit auf<br />
dem Staffelberg von 1856/57 bis 1897.<br />
Links neben ihm <strong>der</strong> Schnei<strong>der</strong><br />
Pankraz Rudel.<br />
sion <strong>der</strong> Familie Berthold in Neubanz, betrieben seit 1929. 69<br />
Dank privater Umtriebigkeit avancierten nach und nach einige<br />
Orte zu regelrechten Hochburgen <strong>der</strong> Sommerfrischler. So<br />
berichtete 1930 das <strong>Bezirk</strong>samt Lichtenfels, ein Metzger und<br />
Wirt betreibe „in Mistelfeld eine gutgehende Fremdenwirtschaft,<br />
die alle Sommer hauptsächlich von Fremden aus Sachsen<br />
besucht wird. Er hat <strong>Land</strong>wirtschaft, Bier- und Speisewirtschaft<br />
mit Metzgerei und gibt zu billigen Preisen mit<br />
reichlichen Portionen Vollpension. Ein grosser Teil <strong>der</strong><br />
Fremden wohnt im Ort und nimmt bei Schuberth die Mahlzeiten<br />
ein.“ 70<br />
Von den 1920er Jahren an gewannen die Automobilisten allmählich<br />
einen Anteil am Touristenstrom. 1932 schrieb einer<br />
<strong>ins</strong> Gästebuch <strong>der</strong> Familie Berthold: „Auch wenn <strong>der</strong> Motor<br />
kracht, es lohnt sich doch, nach Banz zu fahren.“ 71 Für Autofahrer<br />
war in Staffelstein bestens gesorgt: Es gab 1939 sechs<br />
Tankstellen und - falls <strong>der</strong> Motor gar zu sehr krachte - drei<br />
Reparaturwerkstätten. 72 Lediglich die Strenge, mit <strong>der</strong> Eugen<br />
Horber, von 1928 bis 1933 Vorstand des <strong>Bezirk</strong>samts Lichtenfels,<br />
gegen Temposün<strong>der</strong> vorging, 73 wurde in <strong>der</strong> überregionalen<br />
Fachpresse kritisiert und mag „Automobilisten“ abgeschreckt<br />
haben.<br />
Andenken und Naschwerk waren nicht nur in Vierzehnheiligen<br />
und in <strong>der</strong> Stadt zu kaufen. Der Staffelsteiner Konditor<br />
Georg Gunzelmann betrieb seit 1894 zusätzlich zu seinem<br />
Laden in <strong>der</strong> Horsdorfer Straße 16 eine „Verkaufsbude“ am<br />
Staffelsteiner Bahnhof, 74 und als sein „Werkzeug“ wollte<br />
1897 auch Pankraz Rudel eine ähnliche Bude auf dem Staffelberg<br />
errichten. Dies wurde ihm verwehrt, aber 1908 ist belegt,<br />
dass eine Staffelsteiner Devotionalienhändlerin neben<br />
ihrer Bude in Vierzehnheiligen noch in einem „fliegenden<br />
117
Stand“ auf dem Berg verkaufte. Im Schlosshof von Banz hielt<br />
<strong>der</strong> Neubanzer Fabrikarbeiter Adam Horn seit 1891 in einer<br />
Bude „Zucker- [und] Galanteriewaren, Bil<strong>der</strong>, Briefbögen,<br />
Karten, Cigarren“ feil. 75<br />
Neben Süßigkeiten waren ein immer wichtigerer Artikel die<br />
Ansichtskarten, die - wie überall im Reich - ab 1897 auch am<br />
Obermain in Massen abgesetzt wurden; <strong>der</strong> Staffelsteiner<br />
Buchbin<strong>der</strong> und Fotograf Joseph Hospe (1874-1955) 76 verlegte<br />
sie in großer Zahl, und ein Wirt in Vierzehnheiligen hatte<br />
1906 Ansichtskarten und dafür bestimmte Sammelalben im<br />
Wert von 2 000 Mark auf Lager. 77 (Zum Vergleich: Eine<br />
Übernachtung mit Frühstück kostete im Doppelzimmer damals<br />
1,50 bis 2 Mark.) Ansichtskarten waren immer schneller<br />
und immer kostengünstiger herzustellen, so dass rasch Karten<br />
von beson<strong>der</strong>en Anlässen aufgelegt werden konnten, wie<br />
es im Februar 1911 geschah, als Tausende von Schaulustigen<br />
an den Obermain reisten, um den Bergrutsch bei Banz zu begutachten.<br />
78 „Im Laufe des ... Rosenmontags wurde die Katastrophe<br />
von vielen Ausflüglern besichtigt“, schrieb das Staffelsteiner<br />
Tagblatt. 79 Es gibt nichts Neues unter <strong>der</strong> Sonne,<br />
auch <strong>der</strong> Sensationstourismus hat seine Tradition.<br />
Stadt, Behörden und vor allem engagierte Privatleute im<br />
Raum Staffelstein hatten vor über hun<strong>der</strong>t Jahren schon einen<br />
richtigen Gedanken, <strong>der</strong> es heute mehr denn je verdiente, in<br />
die Tat umgesetzt zu werden: den eiligen Tagestouristen zwar<br />
nicht zurückzuweisen, aber mit aller Kraft den „Sommerfrischler“,<br />
den erholungsuchenden Urlauber zu umwerben,<br />
und zwar nicht nur mit Worten, son<strong>der</strong>n mit Taten.<br />
Anmerkungen:<br />
1 Staatsarchiv Bamberg (im Folgenden StAB abgekürzt ), K 20, Nr.<br />
3223.<br />
2 StAB, L 47 Staffelstein, Nr. 30, Protokoll <strong>der</strong> Sitzung vom<br />
9.10.1725.<br />
3 Ebenda, Protokoll <strong>der</strong> Sitzung vom 12.1.1730.<br />
4 StAB, B 86, Nr. 79, fol. 190r.<br />
5 Staffelsteiner Tagblatt vom 29.6.1891.<br />
6 StAB, K 20, Nr. 2044.<br />
7 Michels, Engelbert: Kurze Geschichte und Beschreibung <strong>der</strong><br />
Wallfahrtskirche und päpstlichen Basilika Vierzehnheiligen, 7.<br />
Aufl., Vierzehnheiligen 1909, S. 21.<br />
8 Lichtenfelser Wochenblatt 1857, S. 29.<br />
9 StAB, K 3 - 1967, Nr. 1320, Schreiben vom 18.6.1858.<br />
10 Heeringen, Gustav von: Das malerische und romantische<br />
Deutschland, Bd. 2: <strong>Franken</strong>, 2. Aufl., Leipzig 1847, S. 51.<br />
11 Menk-Dittmarsch, F. (= Dittmarsch, Karl): Der Main von seinem<br />
Ursprung bis zur Mündung, mit Städten, Ortschaften, Ritterburgen<br />
und Sagen, historisch, topographisch, malerisch, Mainz 1843.<br />
12 StAB, K 3 - 1967, Nr. 1320, Schreiben vom 18.6.1858.<br />
13 StAB, K 20, Nr. 2045, „Verzeichniß <strong>der</strong> Wachs- und Krämmer-<br />
Stände des Wallfartes-Ortes 14 Heiligen pro 1870“.<br />
14 [Badum, Philipp:] Führer auf dem Wege und in <strong>der</strong> Erinnerung<br />
durch das Mainthal um Staffelstein, Bayreuth o.J., S. 10.<br />
15 StAB, K 20, Nr. 3093.<br />
16 Staffelsteiner Tagblatt vom 29.6.1891.<br />
17 StAB, K 20, Nr. 3223.<br />
18 Knauer, Mauritius: Franckenthalischer Lustgart. Das ist / Beschreibung<br />
<strong>der</strong> Wallfarth zu den Viertzehen Heiligen Nothhelffern:<br />
Die In dem Keyserlichen Stifft Bamberg gelegen / vnnd<br />
dem Closter Langheim deß heiligen Cistercienser Ordens einverleibt,<br />
Würzburg 1653, S. 1.<br />
19 Dippold, Günter: Die Wallfahrt zur Schmerzhaften Muttergottes<br />
nach Lichtenfels (Fränkische Heimat am Obermain, Bd. 22),<br />
Lichtenfels 1985, S. 14.<br />
20 Rost, Hans: Gärtnermeister Leonhard Rost, in: St. Heinrichskalen<strong>der</strong>.<br />
Familienkalen<strong>der</strong> für das <strong>Franken</strong>volk 1927, S. 123-126,<br />
118<br />
hier S. 125.<br />
21 StAB, K 20, Nr. 2045, Schreiben vom 12.12.1906.<br />
22 Ebenda, Schreiben vom 12.5.1907.<br />
23 Tag-Blatt <strong>der</strong> Stadt Bamberg 1846, S. 177.<br />
24 Tag-Blatt <strong>der</strong> Stadt Bamberg 1846, S. 184.<br />
25 Körber, Philipp von: Illustrirter Fremdenführer durch die fränkische<br />
Schweiz und das Fichtelgebirg, Bamberg, Bayreuth, Erlangen<br />
und Coburg, Bamberg 1858, Vorwort.<br />
26 Zwischen Pflicht und Neigung. Scheffel in Donaueschingen,<br />
Briefe <strong>ins</strong> Elternhaus 1857/59, eingeleitet und herausgegeben von<br />
Wilhelm Zentner (Volksbund für Dichtung, vorm. Scheffel-Bund,<br />
21. Gabe an die Mitglie<strong>der</strong>), Karlsruhe 1946 , S. 76.<br />
27 Ebenda, S. 78 (Hervorhebung durch Verf.).<br />
28 Ebenda, S. 81.<br />
29 Zur Geschichte <strong>der</strong> Petrefaktensammlung Banz vgl. Kästle, Bernhard<br />
- Kiesewetter, Jörg: Carl Theodori (1788-1857). Eine biographische<br />
Skizze, in: 137. Bericht des Historischen Vere<strong>ins</strong> Bamberg<br />
(2001), S. 271-283; Dippold, Günter: Museen in Oberfranken, Teil<br />
1: Von Raritätenkammern, Bil<strong>der</strong>galerien, Naturalienkabinetten<br />
und verpassten Chancen (1700-1850) (Heimatbeilage zum Oberfränkischen<br />
Schulanzeiger, Nr. 291), Bayreuth 2002, S. 52-57.<br />
30 Kin<strong>der</strong>mann, Udo: Scheffels petrefaktisch Lied, in: Erlanger Bausteine<br />
zur fränkischen Heimatforschung 29 (1982), S. 17-33; Kerling,<br />
Richard: Literatur in <strong>der</strong> Provinz. Ein Rückblick auf 150<br />
Jahre poetisches Schaffen am Obermain, in: Dippold, Günter -<br />
Urban, Josef (Hgg.): Im oberen Maintal, auf dem Jura, an Rodach<br />
und Itz. <strong>Land</strong>schaft, Geschichte, Kultur, Lichtenfels 1990, S. 421-<br />
468, hier S. 426-427.<br />
31 Lichtenfelser Wochenblatt 1858, S. 143.<br />
32 Körber, Illustrirter Fremdenführer, S. 121f.<br />
33 Schier, Johann (Hg.): Banz, Vierzehnheiligen, Lichtenfels, Staffelberg<br />
& Karolinenhöhe. Ein treuer und zuverlässiger Führer nach<br />
diesen Orten und durch das Mainthal für Je<strong>der</strong>mann, Lichtenfels<br />
1862, S. 58-59.<br />
34 Über ihn: Dippold, Günter: Ivo Hennemann (1824-1900). Eremit<br />
und lebendes Scheffel-Denkmal, in: Dippold, Günter - Meixner,<br />
Alfred (Hgg.): Staffelsteiner Lebensbil<strong>der</strong> (Staffelsteiner Schriften,<br />
Bd. 11), Staffelstein 2000, S. 129-133.<br />
35 Zitiert nach: Klein, Diethard H. (Hg.): <strong>Franken</strong>fahrt mit Kutsche<br />
und Dampfbahn. Reisebil<strong>der</strong> und Schil<strong>der</strong>ungen aus Ober-, Mittel-<br />
und Unterfranken vom elften bis frühen zwanzigsten Jahrhun<strong>der</strong>t,<br />
Bayreuth 1992, S. 109-110.<br />
36 Staffelsteiner Tagblatt vom 6.3.1893.<br />
37 Staffelsteiner Tagblatt vom 23.10.1891.<br />
38 Über ihn: Kutz, Rüdiger: Philipp Badum (1845-1908). Der<br />
„Troubadour des Staffelberges“, in: Dippold, Günter - Meixner,<br />
Alfred (Hgg.): Staffelsteiner Lebensbil<strong>der</strong> (Staffelsteiner Schriften,<br />
Bd. 11), Staffelstein 2000, S. 154-157.<br />
39 Dazu: Ostertag-Henning, Karl-Ludwig: Johann Baptist Müller<br />
(1828-1893). Bürgermeister, in: Dippold, Günter - Meixner, Alfred<br />
(Hgg.): Staffelsteiner Lebensbil<strong>der</strong> (Staffelsteiner Schriften,<br />
Bd. 11), Staffelstein 2000, S. 138-146.<br />
40 Müller, J(ohann) B(aptist): Der Staffelberg bei Staffelstein mit seiner<br />
Aussicht, Staffelstein o.J.<br />
41 Badum, Führer, S. 6.<br />
42 StAB, K 20, Nr. 2858, Beschluss vom 16.12.1899.<br />
43 Dippold, Günter: Bad Staffelstein. Kleinod im Gottesgarten am<br />
Obermain, Stuttgart 2001, S. 54 und 62.<br />
44 Badum, Führer, S. 6.<br />
45 Staffelsteiner Tagblatt vom 22.12.1891.<br />
46 Lichtenfelser Tagblatt vom 13.5.1893.<br />
47 StAB, K 20, Nr. 2858, Schreiben vom 29.5.1894.<br />
48 Lichtenfelser Tagblatt vom 19.7.1887.<br />
49 Lichtenfelser Tagblatt vom 8.9.1887.<br />
50 Lichtenfelser Tagblatt vom 16.7.1892.<br />
51 Staffelsteiner Tagblatt vom 13.5.1893.
Der Bergrutsch am Banzer Berg 1911 - ein Beispiel für frühen „Katastrophen-Tourismus“.<br />
52 Kerling, Richard: „Und seh die <strong>Land</strong>e um den Main zu meinen<br />
Füßen liegen“. Literarhistorische Anmerkungen zur Staffelberg-<br />
Lyrik, in: Dippold, Günter (Hg.): Der Staffelberg, Bd. 2, Lichtenfels<br />
1994, S. 59-100, hier S. 65-72.<br />
53 Tagblatt für Staffelstein, Seßlach und Umgegend vom 19.2.1886.<br />
54 Kutz, Rüdiger: Der Staffelberg als Scheffelberg - Naturschutz gegen<br />
Denkmal, in: Dippold, Günter (Hg.): Der Staffelberg, Bd. 2,<br />
Lichtenfels 1994, S. 101-120.<br />
55 Dippold, Günter: Museen in Oberfranken, Teil 3: Von wachsen<strong>der</strong><br />
Dichte und Vielfalt (1918-1945) (Heimatbeilage zum Oberfränkischen<br />
Schulanzeiger, Nr. 301), Bayreuth 2003 , S. 54f.<br />
56 Tageblatt für Staffelstein, Seßlach und Umgegend vom 8.11.1885.<br />
57 Verhandlungen <strong>der</strong> Kammer <strong>der</strong> Abgeordneten des bayerischen<br />
<strong>Land</strong>tages im Jahre 1885/86, Stenographische Berichte Nr. 123 bis<br />
157, Bd. 5, München o.J., S. 502f..<br />
58 Rädlein, Emil: Banz und Umgebung. Wan<strong>der</strong>buch durch den<br />
Banzgau, Coburg 1902; 2. Aufl. Coburg 1908 (Zitat aus dem Vorwort<br />
<strong>der</strong> 1. Aufl.).<br />
59 StAB, K 20, Nr. 2045.<br />
60 StAB, K 20, Nr. 1908.<br />
61 Badum, Führer, S. 14f.<br />
62 Dippold, Günter: Die Staffelberg-Eremiten, in: Dippold, Günter<br />
(Hg.): Der Staffelberg, Bd. 2, Lichtenfels 1994, S. 33-58, hier S.<br />
42f.<br />
63 StAB, K 20, Nr. 2103.<br />
64 Dippold, Günter: Museen in Oberfranken. Teil 2: Von Wachstum<br />
und Nie<strong>der</strong>gang, Historismus und Heimateuphorie (Mitte des 19.<br />
Jahrhun<strong>der</strong>ts bis zum Ersten Weltkrieg) (Heimatbeilage zum<br />
Oberfränkischen Schulanzeiger, Nr. 292), Bayreuth 2002, S. 35-<br />
37.<br />
65 Dippold, Staffelberg-Eremiten, S. 52f.<br />
66 Das Tageblatt für Staffelstein, Seßlach und Umgegend vom<br />
1.10.1885 berichtete über „die neueingerichtete altdeutsche Bierstube<br />
in <strong>der</strong> Wirthschaft ,zum Bären‘ ... . Mit <strong>der</strong> Herstellung <strong>der</strong>selben<br />
war <strong>der</strong> Dekorationsmaler Herr [Franz Joseph] Seidlein<br />
aus Bamberg betraut“.<br />
67 Badum, Führer, S. 6f.<br />
68 Die Bayerische Ostmark. Führer durch das obere Maintal mit<br />
Kulmbach beginnend, durch Bamberg mit Bamberger <strong>Land</strong>, Regnitztal,<br />
Aischgrund und Steigerwald sowie durch Coburg mit Coburger<br />
<strong>Land</strong>, Bayreuth 1939, S. 30, 34f, 45, 61 und 65f.<br />
69 Ostertag-Henning, Karl-Ludwig: Urlaubsland am Obermain lebt<br />
von herzlicher Aufnahme, in: Obermain-Tagblatt vom 4./5.10.<br />
1999, S. 11.<br />
70 StAB, K 3 Präs.reg., Nr. 1881, Halbmonatsbericht des <strong>Bezirk</strong>samtes<br />
Lichtenfels vom 31.5.1930. Zu Mistelfeld als Fremdenverkehrsort<br />
vgl. Wittenbauer, Christine: Mistelfeld im 19. und 20.<br />
Jahrhun<strong>der</strong>t, in: Dippold, Günter (Hg.): 850 Jahre Mistelfeld<br />
(Vom Main zum Jura, Son<strong>der</strong>heft 1), Lichtenfels 1992, S. 39-55,<br />
hier S. 47-50.<br />
71 Zitiert nach Ostertag-Henning, Urlaubsland, S. 11.<br />
72 Die Bayerische Ostmark. Führer durch das obere Maintal, S. 66.<br />
73 Dippold, Günter: Die Lichtenfelser Gerichtsvorstände und ihre<br />
Zeit. Von <strong>der</strong> Ära Montgelas bis <strong>ins</strong> Dritte Reich, in: Dippold,<br />
Günter (Hg.): Bayerische Justiz am Obermain, Festgabe zur 100-<br />
Jahr-Feier des Amtsgerichts Lichtenfels (CHW-Monographien,<br />
Bd. 4), Lichtenfels 2003, S. 9-50, hier S. 36-37.<br />
74 StAB, K 20, Nr. 3094.<br />
75 StAB, K 20, Nr. 3096.<br />
76 Siehe zu ihm: Ostertag-Henning, Karl-Ludwig: Joseph Hospe<br />
(1874-1955). Der Fotograf des Gottesgartens, in: Dippold, Günter<br />
- Meixner, Alfred (Hgg.): Staffelsteiner Lebensbil<strong>der</strong> (Staffelsteiner<br />
Schriften, Bd. 11), Staffelstein 2000, S. 195-198.<br />
77 StAB, K 20, Nr. 2045, Schreiben vom 12.12.1906.<br />
78 Staffelsteiner Tagblatt vom 20.3.1911: „In Banz und Hausen weilten<br />
gestern wie<strong>der</strong> sehr viele Touristen. Es war aber auch ein<br />
Vergnügen, bei dem <strong>schönen</strong> sonnigen Wetter in dem zerrissenen<br />
und zerklüfteten Berggebiet herumzusteigen, das inzwischen<br />
auch etwas trockener geworden ist.“<br />
79 Staffelsteiner Tagblatt vom 28.2.1911.<br />
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