Fokus 4. Quartal 2012 - Erlebnisbank.ch

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Fokus 4. Quartal 2012

Raiffeisen Fonds – Global Invest

Wie animiert man Banken in Krisenzeiten, den

Geldhahn wieder vermehrt aufzudrehen und so

die Wirtschaft zu stützen? Indem man Liquidität

in den Geldkreislauf pumpt – dies ist zumindest

die Auffassung vieler Zentralbanken. Doch das

Anwerfen von Notenpressen ist problematisch,

wie übrigens schon Goethe wusste. In dessen

Werk "Faust II" rät der Teufel Mephisto dem

Kaiser in einer Szene, Geld aus dem Nichts zu

schaffen. Mephisto: "Ein solch Papier, an Gold und Perlen statt, ist so bequem, man weiss doch, was man

hat. Man braucht nicht erst zu markten, noch zu tauschen, kann sich nach Lust in Lieb' und Wein

berauschen." Nicht von ungefähr sorgte dieses Zitat in Zentralbankenkreisen für Furore: Jens Weidmann,

Präsident der deutschen Bundesbank, verwendete es unlängst als versteckte Warnung vor allzu

grosszügigen Liquiditätsspritzen.

Derweil haben die Finanzmärkte die Unterstützung der Zentralbanken dankend angenommen. Weltweit

sind die Aktienmärkte in diesem Jahr um 15% gestiegen, während die Schuldverschreibungen aus den

Schwellenländern sowie hochverzinsliche Wertpapiere Renditen von 15%-20% erbrachten. Staatsanleihen

aus Irland, Portugal, Spanien oder Italien schnitten sogar noch besser ab. Selbst die als "sichere Häfen"

geltenden Staatsanleihen aus den USA, der Schweiz oder Deutschland verzeichneten trotz einer

rekordniedrigen Nominalverzinsung ordentliche Gewinne. Weniger günstig entwickelten sich die

Rohstoffmärkte und die Hedgefonds, die aber immer noch positiven Renditen erwirtschafteten.

Leider lässt sich die gute Entwicklung der meisten Anlageklassen nicht durch bessere

Konjunkturperspektiven oder positivere Ertragsaussichten der Unternehmen erklären. Die Hausse ist zum

grossen Teil durch die neu geschaffene Liquidität aus den Kellern der Zentralbanken getrieben, womit wir

wieder beim Thema "Mephisto" wären. Anleger müssen also auf der Hut bleiben.

Aktien – Japan wieder ein Kauf

Im vierten Quartal erzielte der Raiffeisen Fonds – Global Invest Balanced eine Performance, die

vergleichbar mit jener des Vergleichsindexes war. Während die taktische Allokation einen leicht negativen

Beitrag zur relativen Performance lieferte, war die Titelselektion leicht positiv.

Im vierten Quartal legten die Aktienmärkte am stärksten unter allen Anlageklassen zu, so dass sich deren

Übergewichtung auszahlte. Im Oktober haben wir nach der erfreulichen Aktienmarktperformance in den

Sommermonaten etwas Risiken aus den Portfolios herausgenommen. In diesem Zusammenhang

verringerten wir die Aktienquote durch den Verkauf von Futures. Im Folgemonat standen japanische

Aktien auf der Kaufliste. Nachdem wir diese Positionen im März verkauft hatten, erschien es uns

angemessen, die Position wieder zu "neutralisieren". Zum einen hat sich der japanische Markt seit März

um fast 10% schlechter als der "MSCI World"-Index entwickelt. Zum anderen sollte der Regierungswechsel

in Japan eine expansivere Geld- und Fiskalpolitik zur Folge haben. Dies könnte dazu führen, dass sich der

im historischen Vergleich sehr hohe Bewertungsabschlag verringert.

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Raiffeisen Fonds – Global Invest

Was die Transaktionen in den einzelnen Titeln angeht, so fuhren wir Richemont wieder auf "neutral"

zurück, nachdem wir von Anfang Mai bis Mitte Oktober die Gewichtung schrittweise erhöht hatten.

Auslöser für die Verringerung der Position war die jüngste Hausse des Titels, die sich in einer Mehrrendite

von mehr als 15% gegenüber dem Schweizer Aktienindex SPI äusserte. Wir bleiben aber bei der

gegenwärtigen Gewichtung, da das Luxusgüter-Unternehmen 33% des Umsatzes in Asien (ohne Japan)

erwirtschaftet und das Gewinnwachstum sowie die Gewinnrevisionen weiterhin sehr überzeugend sind.

Des Weiteren beschlossen wir, die Untergewichtung des US-amerikanischen Technologiesektors durch den

Kauf von sechs Technologiewerten (Apple, EMC, Google, Intel, Microsoft und Oracle) zu beseitigen.

Hintergrund der Aufstockung war die jüngste Kursschche und Aussichten auf ein gutes

Weihnachtsgeschäft. Ausserdem erwarten wir, dass sich die beiden grossen politischen US-amerikanischen

Parteien auf eine Lösung der Problematik der "fiskalischen Klippe" verständigen werden, was zu

steigenden Investitionen führen dürfte.

Die Übergewichtung chinesischer Aktien schlug positiv zu Buche. Allerdings wurde dies durch den

negativen Beitrag der Übergewichtung der US-Aktien kompensiert. Obwohl sich bei den US-Aktien die

Auswahl der Themen US-Immobilien und US-Banken als richtig herausstelle, hatte die regionale Allokation

und Themenauswahl bei den Aktien einen negativen Einfluss auf die Performance.

Die Titelselektion lieferte in der Berichtsperiode einen leicht positiven Beitrag zur relativen Performance.

Dieser geht auf das Konto von Schweizer Aktien, insbesondere auf Richemont. Auch die Untergewichtung

der Energiegesellschaft Weatherford erwies sich als richtig. Negativ war hingegen die Übergewichtung der

Titel mit einer mittelgrossen Marktkapitalisierung.

Obligationen – Italienische Staatsobligationen mit Gewinn verkauft

Auch die Obligationen erzielten im vierten Quartal Kursgewinne, die allerdings unter jenen des

Vergleichsindexes ausfielen. Die Untergewichtung der festverzinslichen Titel war entsprechend positiv.

Im Oktober haben wir die Position in italienischen Staatsanleihen liquidiert. Nachdem Mario Draghi, der

Präsident der Europäischen Zentralbank (EZB), zugesichert hatte, alles für die Rettung des Euros zu

unternehmen, kamen die Zinsen in Südeuropa stark zurück. Wir stiessen unsere italienischen Staatspapiere

deshalb mit einem Gewinn von mehr als 10% ab. Diese Transaktion trug auch positiv zur relativen

Performance der Obligationen bei.

Um das Problem der niedrigen Zinsen bei "sicheren Häfen" wie der Schweiz zu umgehen, haben wir

hochverzinsliche Anleihen und Schwellenländerobligationen beigemischt. Diese Entscheidung zahlte sich

aus. Dafür war die kurze Duration in einem Umfeld weiter fallender Zinsen negativ. Insgesamt schlug die

Themenauswahl innerhalb der Obligationenquote positiv zu Buche.

Im Laufe des Quartals bauten wir bei den Obligationen die Quote der in Schweizer Franken emittierten

Papiere schrittweise ab. Selbst das Segment der Auslandsschuldner, das fast ausschliesslich aus

Unternehmensanleihen besteht, rentiert nur noch knapp über 1%. Diese Obligationen ersetzten wir durch

einen globalen "Investment Grade"-Fonds von PIMCO, der in Schweizer Franken abgesichert ist. Dieser

weist einen Renditeaufschlag von fast 3% gegenüber Schweizer-Franken-Obligationen auf. Solange die

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Raiffeisen Fonds – Global Invest

Weltwirtschaft nicht in eine Rezession fällt und die Ausfallraten niedrig bleiben, werden diese Anleihen

den Vergleichsindex übertreffen.

Bei den Fonds mit Ausrichtung auf Schwellenländerobligationen war die die Themenauswahl richtig. Da

die eingesetzten Fonds von PIMCO und Vontobel eher "defensiven" Charakter haben, konnte wegen der

Fondsselektion in dem Segment nicht das volle Potenzial ausgeschöpft werden.

Alternative Anlagen – Goldengagement reduziert

Mit Ausnahme der Rohstoffe und der Hedgefonds entwickelten sich im vierten Quartal alle Anlageklassen

positiv. Bei den alternativen Anlagen haben wir das Goldengagement etwas reduziert. Hintergrund dieser

Entscheidung waren Erwägungen in Zusammenhang mit der Portfoliokonstruktion sowie eine etwas

geringere Bedeutung des gelben Metalls als Risikopuffer.

Der negative Beitrag der taktischen Allokation im vierten Quartal ist auf die Übergewichtung von Gold

zurückzuführen. Das Edelmetall wies grössere Verluste aus, so dass dessen Beimischung einen negativen

Effekt hatte.

Im Grossen und Ganzen bleibt unsere Aufstellung im Bereich alternative Anlagen – darunter verstehen wir

Rohstoffe, Immobilienaktien, Immobilienfonds und Hedgefonds – unverändert. Solche Anlagen dienen uns

zur Abdämpfung des Risikos, das einem "herkömmlichen" Portfolio aus Aktien und Obligationen

innewohnt.

Währungen – SNB-Bollwerk gegen höheren Franken steht

Die Untergrenze der Schweizerischen Nationalbank von 1.20 Schweizer Franken zum Euro dürfte aller

Voraussicht nach Bestand haben. Ebenso dürfte die Schweiz noch längere Zeit in den Genuss von extrem

niedrigen Zinsen kommen. Doch diese Bollwerke der Schweizerischen Nationalbank (SNB) gegen einen

drohenden Wirtschaftsabschwung werden zu bröckeln beginnen, sobald sich die Konjunktur spürbar

erholt oder höhere Inflation droht.

Christophe Bernard (Chefstratege, Bank Vontobel)

Cédric Lewy (Portfoliomanager Global Invest, Bank Vontobel)

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Raiffeisen Fonds – Global Invest

Wichtiger rechtlicher Hinweis

Die in dieser Publikation erwähnten Fonds sind Fonds nach luxemburgischem Recht. Diese Publikation ist keine Offerte zum Kauf

oder zur Zeichnung von Anteilen. Bei der aufgeführten Performance handelt es sich um historische Daten, auf Grund derer nicht auf

die laufende oder zukünftige Wertentwicklung geschlossen werden kann. Für die Berechnung der Performancedaten wurden die bei

der Ausgabe und gegebenenfalls bei der Rücknahme der Anteile erhobenen Kommissionen und Kosten nicht berücksichtigt.

Informationen über die Zusammensetzung von Customised Benchmarks können beim Vertreter und bei den Zahlstellen in der

Schweiz bezogen werden. Ein Investment in Teilfonds dieses Fonds birgt Risiken, die im Verkaufsprospekt erläutert sind. Zeichnungen

erfolgen nur auf der Grundlage des Verkaufsprospektes, der «Wesentliche Anlegerinformationen» bzw. «Key Investor Information

Document(s)» («KIID(s)»), der Statuten sowie des Jahres- und Halbjahresberichtes. Diese Unterlagen können kostenlos beim Vertreter

in der Schweiz-, der Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, Raiffeisenplatz, CH-9001 St. Gallen, bei den Zahlstellen in der Schweiz, der

Raiffeisen Schweiz Genossenschaft, Raiffeisenplatz, CH-9001 St. Gallen resp. der Bank Vontobel AG, Gotthardstrasse 43, CH-8022

Zürich sowie am Gesellschaftssitz des Raiffeisen Schweiz (Luxemburg) Fonds, 69, route d’Esch, L-1470 Luxemburg bezogen werden.

Die Publikation ist nicht das Ergebnis einer Finanzanalyse. Die „Richtlinie zur Sicherstellung der Unabhängigkeit der Finanzanalyse“

der Schweizerischen Bankiervereinigung finden demzufolge keine Anwendung. Weitere Infos siehe www.raiffeisen.ch/rechtlicherhinweis

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