UPdate3 - Europäischer Sozialfonds

esf.at

UPdate3 - Europäischer Sozialfonds

www.esf.at

UPdate Die Zeitschrift des Europäischen Sozialfonds Juli 2002

3

Gleichstellung am Prüfstand

Gender Mainstreaming Koordinatorinnen im Interview

... und was machen wir morgen?

Frauen im Portrait

Gläserne Decke ade

Karriere trotz Barriere

Minister für Frauen

BM Herbert Haupt zur Chancengleichheit


EDITORIAL UPdate_LIVE

Liebe Leserin!

Lieber Leser!

Arbeitsmarktpolitik hat sich

durch zwei einander ergänzende

Strategien verändert: Gender

Mainstreaming und Frauenförderung

sind nicht mehr weg zu

denken. Initiiert wurde dieser

Prozess mit der aktuellen Strukturfondsperiode,

in der die Erweiterung

der Politik der Chancengleichheit

festgeschrieben ist. So

muss neben frauenspezifischen

Maßnahmen im Rahmen eines

eigenen esf-Schwerpunktes in allen

Zielsetzungen und Maßnahmen

Gender Mainstreaming zur

Anwendung kommen. Mit der

Umsetzung von Gender Mainstreaming

sind wir mit einem

neuen Prozess und mit vielen

Fragen konfrontiert. Im Gegensatz

zur Frauenförderung, die bereits

bekannt ist, erfordert es neue Wege

und Umsetzungsschritte. Zur

Unterstützung wurde im Rahmen

des esf Ziel-3 Programmes eine

eigene Koordinationsstelle eingerichtet,

an die sich alle Interessierten

wenden können. Damit gibt es erstmals

ein Beratungs- und Vernetzungsangebot

zur Unterstützung.

Um Chancengleichheit in der

Arbeitsmarktpolitik zu erreichen,

sind umfassende gesellschaftspolitische

Umdenk- bzw. Umgestaltungsprozesse

nötig. Mit Hilfe

von esf-Maßnahmen können wir

dieses Ziel erreichen.

Maga . Ulrike Rebhandl

ulrike.rebhandl@bmwa.gv.at

Verantwortlich für Strukturelle Anpassung

(esf Ziel-2) und Gleichstellungsfragen

in den Strukturfonds

IMPRESSUM

Hrgs.: BM für Wirtschaft und Arbeit,

Abtl. Europäischer Sozialfonds (esf)

1010 Wien, Stubenring 1.

Konzept, Redaktion, Gestaltung:

Agentur com_unit, www.comunit.at

Fotos: com_unit/P. Spiola, GeM,

privat, HBF. F.d.I.v.: Mag. Michael

Förschner, Druck: Walla, 1050 Wien

esf_GESCHICHTE

2, UPdate Juli 2002

Irene Pimminger

UPdate: Was bedeutet eigentlich

Gender Mainstreaming (GM)?

Bergmann: Es ist eine Strategie mit

dem Ziel, gleiche Chancen für

Frauen und Männer zu erreichen.

Grundlage dafür ist, die unterschiedlichen

Lebensbedingungen und

Chancen zu berücksichtigen. Die

Ausgangsposition ist nach wie vor

sehr unterschiedlich. Sie haben noch

immer höhere Hürden zu bewältigen.

Und genau da setzt GM an.

UPdate: Welche Möglichkeiten

sehen Sie darin?

Pimminger: Weg von reiner

Frauenförderung zu einer erweiterten

Perspektive. Es reicht nicht,

vereinzelt etwas zu machen. Es ist

wichtig, dass sich für Frauen und

Männer Strukturen verändern,

damit Gleichstellung erzielt werden

kann. Das bedeutet zu sensibilisieren,

wo gibt es bereits Chancengleichheit,

wo und wie kann man sie

noch ausbauen. Themen die auf den

ersten Blick geschlechtsneutral

erscheinen z.B. Arbeitsmarkt, wirken

unterschiedlich auf Frauen und

Männer. Daher muss deutlich gemacht

werden, es gibt geschlechts-

80-er Jahre

1981 tritt Griechenland der Europäischen

Gemeinschaft bei. 1986

kommen Spanien und Portugal dazu.

1987 wird die „Einheitliche Europäische

Akte“ unterzeichnet. Auf

dieser Grundlage wird die Struktur-

spezifische unterschiedliche

Auswirkungen, Bedürfnisse, die

analysiert werden müssen. Dann

können aktiv Maßnahmen gesetzt

werden.

UPdate: Erübrigt sich durch

GM spezifische Frauenförderung?

Pimminger: Nein, GM allein reicht

nicht aus. Gerade die Doppelstrategie

ist wichtig. Spezifische

Frauenförderprogramme sind nach

wie vor unumgänglich als Unterstützung.

GM ist ein Dach, das auf

zwei Säulen ruht: einerseits Frauenförderung

durch spezifische Maßnahmen,

andererseits Berücksichtigung

der unterschiedlichen

Strukturen in allen Maßnahmen.

UPdate: Welche Aufgabe hat

die Koordinationsstelle?

Bergmann: Neben Information,

Vernetzung und Beratung rund

um das Thema geht es vor allem

darum, das Bewußtsein über soziale

Rollenverteilung einer breiten

Öffentlichkeit näher zu bringen.

Besonders im Bereich Arbeitsmarktpolitik

gibt es noch immer

ungleiche Chancen und Bedin-

politik der Gemeinschaft radikal

reformiert. Ziel ist, regionale Entwicklungsunterschiede

abzubauen.

Gender

Neue Perspektiven, neue Chancen. Die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und

Männern ist zentrales Ziel der Europäischen Union. Zur Erreichung dieses Zieles hat der

esf in Österreich eine eigene Koordinationsstelle eingerichtet. UPdate im Gespräch mit den

beiden Koordinatorinnen Irene Pimminger und Nadja Bergmann.

gungen. Wir informieren und

unterstützen bei der Umsetzung.

UPdate: Wie funktioniert das

in der Praxis?

Bergmann: Die Umsetzung von

GM liegt ja großteils bei den nationalen

Förderstellen. Ein Bundesland

plant z.B. eine IT-Offensive und

möchte GM umsetzen. Im ersten

Schritt wird überlegt, was heißt in

diesem Bereich Chancengleichheit?

Das bedeutet in diesem Fall z.B.,

dass Frauen und Männer teilnehmen

und danach Jobs auf demselben

Qualifikationsniveau finden. Im

zweiten Schritt wird geschaut, ob es

im IT-Bereich Unterschiede

zwischen Frauen und Männern gibt.

Ziel ist, den Frauenanteil zu erhöhen.

Ein Ansatz hier könnte beispielsweise

sein, die Zugangsvoraussetzungen

zu IT-Berufen für Frauen

attraktiv zu definieren.

UPdate: Bitte ein Beispiel für eine

erfolgreiche Umsetzung.

Pimminger: Es gibt im AMS

Steiermark eine sogenannte EDV-

Rampe, eine Vorstufe, die Frauen

ermöglicht, ihre Eignung zu testen

1988 kommt es dann zu einer Reform

der Strukturfonds. Wesentliche

Elemente sind:

• regionale Entwicklungsprogramme

• Konzentration auf Ziele, wie z.B.

Unterstützung der wenig entwickelten

Regionen und Bekämpfung


UPdate_LIVE

Mainstreaming

und sich EDV-Grundqualifikationen

anzueignen. In dieser

Vorstufe werden Basiskenntnisse

vermittelt. Danach können die

Frauen entscheiden, ob sie an

regulären Schulungen teilnehmen.

UPdate: Mit welchen Fragen sind

Sie am häufigsten konfrontiert?

Bergmann: Wir werden häufig von

Projektträgern um Unterstützung

gefragt. Das AMS vergibt z. B. für

Träger, deren Trainerinnen und

Trainer Gender Trainings oder

Weiterbildungen absolviert haben

Bonuspunkte. Das hat ein großes

Echo gehabt. Dabei wird Grundwissen

über GM vermittelt, die

Sensibilität für Geschlechterrollen

geschärft. Und es geht dabei auch

um die praktische Umsetzung. Wir

haben dazu eine Datenbank aufgebaut,

in der sich AnbieterInnen von

Gender Trainings finden.

UPdate: Welche gesellschaftspolitische

Auswirkung hat GM?

Pimminger: Die klassischen

Rollenbilder verändern sich und

eröffnen dadurch Frauen und

Männern neue Möglichkeiten.

der Langzeit- und Jugendarbeitslosigkeit

• partnerschaftliche Vorgangsweise

zwischen Kommission, Mitgliedsstaaten

und nationalen, regionalen

und lokalen Behörden

• Verbesserung der Verwaltung

“Es ist wichtig, dass sich für Frauen und Männer

Strukturen verändern, damit Gleichstellung erzielt wird.

Frauen erhalten besseren Zugang zu

arbeitsmarktpolitischen Fördermaßnahmen.

Dadurch erhöhen sich

auch ihre Karrierechancen. Männer

wiederum werden dadurch unterstützt,

z.B. mehr Sozialberufe auszuüben.

UPdate:Wie wichtig ist es,

dass GM im esf verankert ist?

Pimminger: Engagierte Menschen

erhalten Rückendeckung, da

auch die esf-Mittel für die Umsetzung

daran gebunden sind, GM

zu berücksichtigen.

UPdate:Wie funktioniert die

EU-weite Vernetzung?

Bergmann: Österreich hat sicherlich

eine Vorreiterrolle, obwohl es in

anderen Ländern mittlerweile ähnliche

Stellen gibt. Vernetzung gibt es

z. B. durch Tagungen, durch internationalen

E-Mail-Kontakt mit

Expertinnen. Wir wollen internationale

Beispiele präsentieren, die auch

in Österreich umgesetzt werden

können. Nordische Länder haben

zum Beispiel eine sehr starke

Tradition der Frauenförderung.

Aber auch im deutschsprachigen

• Vereinfachung der Verfahren

• Verbesserung der Kontrolle

1989 verabschiedet die EU unter

Jacques Delors die EG-Sozialcharta.

Das so genannte Delors-I-Paket sieht

für die Strukturfonds eine Verdoppelung

der Mittel vor. Die in der

Raum ist GM ein Thema geworden,

stärker als in Italien oder Spanien.

Man sieht sehr wohl nationale

Unterschiede und dass es länderspezifisch

unterschiedliche Erfordernisse

gibt. Und natürlich lernt man

voneinander.

UPdate: Danke für das Gespräch.

Petra Lepuschitz für UPdate.

Mehr Information finden Sie auf:

www.gem.or.at

Sozialcharta sehr allgemein gehaltenen

Grundrechte beziehen sich auf zwölf

Bereiche wie z.B: Beschäftigung

und Entlohnung, Verbesserung der

Lebens- und Arbeitsbedingungen,


Nadja Bergmann

sozialer Schutz, Gleichbehandlung

von Frauen und Männern, Berufsausbildung,

Gesundheitsschutz und

Sicherheit am Arbeitsplatz, Kinderund

Jugendschutz, ältere Menschen

und Behinderte.

Fortsetzung im nächsten UPdate.

UPdate Juli 2002, 3


WEBTIPPS

Frauenbüro der Stadt Wien

www.wien.gv.at/ma57/

Der Standard für Frauen

www.diestandard.at

Aus- und Weiterbildung

für Frauen

AMS für Frauen

www.ams.or.at/frauen/index.htm

Ausbildungszentrum für Frauen

www.abzwien.at

ALFA-Berufseinstieg für Frauen

und Mädchen

www.members.aon.at/alfa

Beruf und Bildung online

www.berufsinfo.at

Bildungsalternativen für Frauen

und Mädchen

www.sunwork.at

FRECH –

Frauen ergreifen Chancen

www.waff.at

Internetschulungen für Frauen

www.webwomen.at

Internet von Frauen für Frauen

www.frauenweb.at

IT-Karriere - Initiative für Frauen

und Mädchen

www.it4her.ocg.at

Sprungbrett für Mädchen

www.sprungbrett.or.at

Frauen Onlinemagazin

www.ceiberweiber.at

Europäische und

Internationale Websites:

Europäische Kommission:

Gleichstellung Frauen und

Männer

www.europa.eu.int/comm/

employment_social/equ_opp/

index_de.htm

Europäische Frauenlobby

www.womenlobby.org

United Nations Development

Fund for Women

www.undp.org/unifem/

Frauen in Führungspositionen

www.db-decision.de

4, UPdate Juli 2002

Weibliche Karriere. Nie zuvor waren Frauen so gut ausgebildet und hatten so

viele Möglichkeiten, zu wählen und sich für ihren „Traumberuf“ zu

entscheiden. UPdate befragte fünf Frauen, welchen Herausforderungen sie in

ihrem Berufsalltag begegnen und wie sie ihre berufliche Zukunft für die

nächsten Jahre sehen.

Als Redakteurin - im speziellen von

dieStandard.at (feministisches Pendant

bzw. Ergänzung von derStandard.at) -

reizt mich besonders die Auseinandersetzung

mit frauenpolitisch relevanten

Themen. Dabei ermöglicht der Online-

Journalismus das prompte Reagieren auf

aktuelle Ereignisse. Meldungen, die rein

kommen, können sofort mit Kommentaren,

“Zitronen” oder “Zuckerln”

(negative und positive Bewertungen)

beantwortet werden. Die Schnelligkeit

des Mediums hat natürlich auch Nachteile:

Aktualität steht als Priorität ganz

oben und das bedeutet sehr oft Stress.

Darüber hinaus eignet sich das Internet

zur Vernetzung von Frauenprojekten

und ist somit eine gute Chance dem

allgemeinen Männerbündnis etwas

entgegenzusetzen. Meine berufliche

Zukunft steht aber in den Sternen.

UPdate_FOCUS

... und was machen

Name: Mag a ., Dr.in Dagmar Buchta

Alter: 38 Jahre , 1 Kind

Tätigkeit:

Redakteurin für derStandard.at und

dieStandard.at, sowie für diverse

Printmedien, Politologin

Wichtigste berufliche Stationen:

Studium Politikwissenschaft und

Publizistik, daneben feministische

Projekte z.B. Zentrum für Frauenforschung;

Volontariate bei Tageszeitungen

z.B. Die Presse;

Texterin im Marketingbereich

Ich arbeite seit 1988 bei WienWork,

einem integrativen Betrieb.Wir beschäftigen

überwiegend Menschen mit körperlichen

Handicaps und bieten Ausbildung

für Jugendliche mit besonderen

Bedürfnissen. Selbstverständlich ändert

sich auch in diesem Bereich vieles. Die

Aufgaben und Verantwortlichkeiten

werden größer und die Kompetenzen

ändern sich. Aber ich finde, das gehört

zum Arbeitsalltag. Mein Beruf gefällt

mir gut und ich arbeite sehr gerne.

Außerdem bin ich ein positiver Mensch

und versuche immer, das Bestmögliche

auch aus schwierigen Situationen zu

machen. Das ist natürlich manchmal

eine sehr große Herausforderung.

Meine berufliche Zukunft sehe ich

sicher weiterhin im "Integrativen

Bereich".

Name: Romana Birner

Alter: 41 Jahre

Tätigkeit:

Geschäftsfeldleitung Wienwork-

Superclean (Wäscherei)

Wichtigste berufliche Stationen:

Meisterprüfung als Damenkleidermacherin,

Leitung der Kostümwerkstätte

Kammeroper für Produktion

"Carmen Negra", seit 1988 bei

Wienwork, seit 1992 Geschäftsfeldleiterin

von Wien Work Superclean.

Lebensmotto:

Das Leben nehmen wie es kommt.


UPdate_FOCUS

wir morgen?

Ich liebe diese Arbeit und merke, dass

ich immer mehr hineinwachse. Es macht

mir Spaß, Menschen etwas beizubringen,

ihr Interesse an EDV zu wecken. Ich

selbst lerne mit jeder neuen Gruppe sehr

viel dazu, auch die Menschen besser zu

verstehen. Es war richtig, diesen Berufsweg

einzuschlagen, obwohl es sehr viel

Zeit und Kraft in Anspruch nimmt. Denn

selten ist nur meine fachliche Kompetenz

gefragt, sondern das Menschliche. Aber

damit ist mein Kindertraum Lehrerin zu

werden in Erfüllung gegangen. Nur mit

anderen Voraussetzungen. Ich bin ein

sehr fröhlicher Mensch und kann sehr

gut motivieren. Vor allem brauche ich

den Umgang mit immer neuen Leuten.

Meinen TeilnehmerInnen sagen, dass

ihnen meine sonnige Art sehr zu gute

kommt und sie sich sehr viel davon mit

nehmen. Ich werde sicher in diesem

Beruf bleiben.

Name: Brigitte Moormann

Alter: 37 Jahre, 2 Kinder

Tätigkeit:

Selbständige EDV-Trainerin,

Koordinatorin und Telemanagerin

Wichtigste berufliche Stationen:

Ausbildung zur Einzelhandelskauffrau,

Restaurantbesitzerin, Filialleiterin

Hofer, Ausbildung zur EDV Trainerin

in der Frauenakademie Pascalina

Lebensmotto: Fange nicht an, aufzuhören.

Höre nicht auf, anzufangen!


Vorausdenken ist ein Prozess, der die

Vielfalt an Möglichkeiten bewußt macht.

In einer schnelllebigen Zeit gehören

Veränderungen zum Alltag. Ich denke,

dass man heute nicht mehr davon ausgehen

kann, ein Leben lang dasselbe

zu machen. Ich bin ein sehr positiver

Mensch und sehe Veränderung als

Chance. Daher habe ich auch keine

Angst davor, ich rechne damit. Denn so

kann ich planen und – gemeinsam mit

meinen MitarbeiterInnen – Szenarios

entwerfen. Vorausdenken macht flexibel.

Alles was man schon einmal

gedacht hat, ist eine Option. Natürlich

erfordert es Anstrengung. Ich sehe es als

Herausforderung, der man sich nicht

entziehen sollte. Denn es ist ein Prozess,

der die Vielfalt an Möglichkeiten

bewusst macht.

Name: Mag. Martina Pecher

Alter: 45 Jahre, 2 Kinder

Tätigkeit:

Geschäftsleitung Inzersdorfer und

Abgeordnete zum Nationalrat/ÖVP

Wichtigste berufliche Stationen:

Wirtschaftsstudium; Geschäftsführerin

Werbe- und Direktmarketingagentur;

1989 Wechsel in den

Familienbetrieb, ab 1994 Geschäftsfürung

im Bereich Marketing und

Produktion; 1996 Veuve Cliquot

Business Woman of the year, 1999

Abgeordnete zum Nationalrat

Lebensmotto:

Jeder Tag ist ein neuer Anfang.


Unser Gärtnerei ist seit 101 Jahren im

Familienbesitz. Ich bin in diesem

Umfeld groß geworden. Für mich war

es immer klar, dass ich unseren Betrieb

einmal übernehmen werde. Als es dann

soweit war, haben mir meine Eltern

genügend Freiraum für Veränderungen

gelassen und ich konnte jede Menge

neue Ideen einbringen. Das war toll und

hat mich noch mehr motiviert, das

Angebot unserer Gärtnerei auszubauen.

Für mich ist es selbstverständlich, mich

weiter zu bilden, mir neues Wissen zu

speziellen Themen wie z.B. Kräuter,

Ernährung anzueignen und dieses

Wissen auch in Seminaren und Workshops

weiter zu geben. Ich liebe meine

Arbeit sehr und kann mir nicht vorstellen

etwas anderes zu tun, auch wenn

mein persönlicher Einsatz oft sehr groß

ist.

Name: Eveline Bach

Alter: 43 Jahre, 1 Kind

Tätigkeit:

Gärtnerin

Wichtigste berufliche Stationen:

Gärtnergehilfin, Praxis im elterlichen

Unternehmen, Abschluss als

Gärtnermeisterin, Übernahme des

elterlichen Betriebes.

Lebensmotto:

Geht nicht gibt’s nicht!

UPdate Juli 2002, 5


INFORMATION

Koordination der

Frauenmaßnahmen

im BMBWK

Mag a . Roberta Schaller-Steidl

Tel: 531 20 DW 5752

roberta.schaller@bmbwk.gv.at

Kontakte und Infos

Wien

Projektzentrum für Frauen- und

Geschlechterforschung

Tel.: 01/4277-18351

uni-fem@univie.ac.at

www.univie.ac.at/frauenforschung

Graz

Koordinationsstelle für Frauenund

Geschlechterforschung

Tel.: 0316/380 5722

koordff@unigraz.at

www.unigraz.at/kffwww

Klagenfurt

Arbeitsgemeinschaft Frauenforschung

der Universität

Klagenfurt

Tel.: 0463/2700-1098

www.uni-klu.ac.at/groups/kuwi

Innsbruck

Universität Innsbruck

Tel.: 0512/507-9811

fem.uibk.ac.at/profil.html

Salzburg

Zentrum für Frauen- und

Geschlechterforschung der

Universität Salzburg

Tel.: 0662/8044-2522

www.gendup.sbg.ac.at

Linz

Stabstelle für Frauenförderung

Johannes Kepler Universität Linz

Tel.: 0732/2468-1235

gudrun.salmhofer@zv.uni-linz.ac.at

www.ifs.uni-linz.ac.at/ female/

female.html

TIPP

Studieren mit Kind

Das BMBWK unterstützt aus

esf-Mitteln Studierende mit

Kinderbetreuungspflichten in

der Studienabschlussphase oder

während eines Berufspraktikums.

Kontakt:

Dr. Alexander Egger

alexander.egger@bmbwk.gv.at

www.bmbwk.gv.at/

Die Uni Graz bietet im

Rahmen des Projektes “Frauen an

der Universität” eine Anlaufstelle

für Kinderbetreuung.

Kontakt:

Maga . Erika Lechner

unikid@uni-graz.at

www.uni-graz.at/unikid

6, UPdate Juli 2002

Gläserne Decke ade

Gend up

30 Jahre Frauen- und

Geschlechterforschung an der

Universität Salzburg

Der interdisziplinäre Studienschwerpunkt

„Frauen- und

Geschlechterforschung: Gender

Studies“ machte eine zentrale

Anlaufstelle für unterschiedliche

Initiativen notwendig. 2001 wurde

das Zentrum für Frauen- und

Geschlechterforschung eingerichtet,

um frauen- und geschlechterspezifische

Aktivitäten an der Universität

Salzburg zu koordinieren und in

einzelnen Disziplinen zu stärken.

Frauen- und geschlechterspezifische

Aspekte werden in den Lehrangeboten

und Forschungsfeldern

stärker integriert.

Hauptaufgabe von Gend up ist die

Organisation des Studienschwerpunkts,

die Beratung von Studierenden,

von Absolventinnen und

Lehrenden, sowie der Aufbau eines

Lehrkörpers für Frauen- und

Geschlechterforschung.

Zweites Tätigkeitsfeld ist die

Realisierung weiterführender

Projekte zur Stärkung der Berufspositionen

von Frauen in der

Wissenschaft und zur wissenschaftlichen

Nachwuchsförderung.

mu:v

mentoring university vienna

Mentoring-Programm an der

Universität Wien

Das dreijährige Pilotprojekt

ermöglicht Nachwuchswissenschafterinnen

Zugang zu wissenschaftlichen

Netzwerken und

Förderbeziehungen. In Kleingruppen

werden 41 Mentees von 11

renommierten ProfessorInnen in

ihrer wissenschaftlichen Laufbahn

unterstützt. Zusätzlich gibt es

Coachings und Informationsveranstaltungen

für Mentees und

Supervision für die Mentoringgruppen.

Wesentlicher Bestandteil

des Projekts ist die Evaluierung.

Die Formalisierung und Nachvollziehbarkeit

von Förderungsprozessen

haben einen wichtigen

Stellenwert. Ansatz des Projektes

ist, die Strukturen und Hierachien

an der Universität zu beleuchten.

Das Projekt initiiert daher auch

Lernprozesse im Umgang mit sozialer

Heterogenität, Vielfalt und

Differenzen. Koordiniert wird es

vom Projektzentrum Frauenförderung

der Universität Wien,

Projektleiterin ist Vizedirektorin

Ao. Univ.-Prof. Dr. Gabriele

Moser.

UPdate_FORUM

Frauen und Wissenschaft. Für viele Frauen ist die Entscheidung für ein Studium heute eine

Selbstverständlichkeit. Im Wissenschaftsbetrieb selbst sind Frauen aber nach wie vor selten

vertreten. Mit Unterstützung des esf gibt es an den Universitäten Wien, Graz und Salzburg

frauenspezifische Maßnahmen.

Gend up

Dr in . Julia Neissl

julia.neissl@sbg.ac.at

www.gendup.sbg.ac.at

mu:v

Mag a . Evi Genetti

evi.genetti@univie.ac.at

www.univie.ac.at/frauenfoerderung

Frauen an der Uni

Geschlechtergerechte

Organisationskultur an der

Universität Graz

Im Feber 2001 startete das Programm

„Frauen an der Universität“.

Zugrunde liegt die Beobachtung,

dass das wissenschaftliche Potenzial

von Frauen trotz hoher Qualifikation

nicht gleichermaßen zu einem

Statusgewinn im Wissenschaftsbetrieb

führt. Darum nimmt der

Akademikerinnenanteil zwischen

Studienbeginn und -abschluss sowie

den einzelnen Karrierestufen einer

wissenschaftliche Laufbahn rasant

ab. Leitfrage des Programmes ist,

wie Frauen mit wissenschaftlichen

Qualifikationen einen entsprechenden

Status erwerben können. Kern

ist ein jährlicher Lehrgang mit 12

zweitägigen Seminaren. Themen

sind z.B. Karriereperspektiven,

Maßnahmen und Strategien der

Frauenförderung, Projektmanagement,

Fundraising, Gendersensible

Lehre an der Universität. Zusätzlich

gibt es Coaching- und Supervisionsangebote.

Orientierungsseminare

für Studentinnen über Wissenschaft

als Beruf und eine Anlaufstelle für

Kinderbetreuung runden das

Programm ab.

Frauen an der Uni

Ilse Wieser

ilse.wieser@uni-graz.at

www.uni-graz.at/kffwww/chancen


UPdate_FORUM

Minister für Frauen

Unterschiede sichtbar machen. Für Frauenminister Herbert Haupt ist die Förderung der Chancengleichheit von Frauen und

Männern einer der wichtigsten Schritte in die Zukunft. Voraussetzung, um Ziele und Maßnahmen zu formulieren, sind

Vergleichsdaten. Diese liegen nun mit einer aktuellen Publikation vor. UPdate hat BM Haupt zu Wort gebeten.

TIPP

Infos & Links

Die Broschüre “Mädchen

können mehr” erscheint im

Sommer 2002.

Die Publikation “Geschlechtsspezifische

Disparitäten” zum

downloaden und wichtige

Links zu Frauenfragen und

Chancengleichheit finden sie

unter: www.frauen.bmsg.gv.at

„Frauen am Arbeitsmarkt sind im

Hinblick auf Beschäftigungsmöglichkeiten,

Bezahlung, Arbeitsbedingungen,

Aufstiegschancen

sowie auf die Aufteilung der Hausund

Familienarbeit nach wie vor

zahlreichen Benachteiligungen ausgesetzt.

Durch den esf sind in der österreichischen

Arbeitsmarktpolitik

bereits wesentliche Impulse gesetzt

worden, zum einen durch die Ausweitung

der Mittel, zum anderen

durch qualitativ anspruchsvollere

Maßnahmen, was im Speziellen

auch für die Frauenförderung gilt.

Während bisher durch spezifische

Frauenförderungsmaßnahmen z. B.

im Bereich der Aus- und Weiterbildung

oder des Wiedereinstiegs,

eine Unterstützung von Frauen in

besonderen Problemlagen erreicht

wurde, zielt das Konzept des

Gender Mainstreaming darauf ab,

die unterschiedlichen Voraussetzungen

und Bedingungen von

Frauen und Männern bereits bei der

Gestaltung politischer Prozesse zu

berücksichtigen.

Das Bekenntnis zu Gender

Mainstreaming ist inzwischen fester

Bestandteil von politischen Vorgaben,

Richtlinien und Förderprogrammen

geworden. Die Bundesregierung

hat sich durch zwei

Ministerratsbeschlüsse zur Umsetzung

des Gender Mainstreaming

bekannt und im April 2002 die

Schwerpunkte ihres Gender

Mainstreaming-Arbeitsprogramms

für die nächsten Jahre festgelegt.

Sie liegen in der praktischen Durchführung

von Pilotprojekten,

Studien, wissenschaftlichen

Evaluierungen sowie einer umfassenden

Informations- und

Schulungsarbeit.

Grundvoraussetzung für das

Sichtbarmachen der unterschiedlichen

Situation von Frauen und

Männern und in weiterer Folge für

das Formulieren von Zielen und

Maßnahmen ist das Vorhandensein

geschlechtsspezifisch aufgeschlüsselter

Daten. Die vor kurzem in

meinem Auftrag erstellte Publikation

„Geschlechtsspezifische

Disparitäten“ enthält aktuelle

geschlechtsspezifisch aufgeschlüsselte

Daten aus den wichtigsten

Lebensbereichen wie Bildung,

Erwerbstätigkeit, Einkommen

oder familiäre Arbeitsteilung und

ermöglicht damit gesellschaftsrelevante

Aussagen über die Lebenssituation

von Frauen und Männern

in Österreich. Die geschlechtsspezifische

Verteilung am Arbeitsmarkt

trägt nach wie vor wesentlich

zur Benachteiligungen von Frauen

bei. Um der unterschiedlichen

Verteilung von Frauen und

Männern auf Berufe und Wirtschaftszweige

entgegenzuwirken,

habe ich ein umfassendes Frauentechnologieprogramm

in Angriff

genommen, das Frauen verstärkt

den Zugang zu nicht traditionellen

bzw. neuen und zukunftsträchtigen

Berufsfeldern eröffnet.

In Zusammenarbeit mit dem

BMWA, dem BMBWK und dem

AMS habe ich vor kurzem auch die

Überarbeitung der Broschüre

„Mädchen können mehr“ samt

zwei zielgruppenspezifischen Informationsfoldern

veranlasst, um das

Augenmerk von Mädchen und

jungen Frauen auf neue und

zukunftsorientierte Berufe zu

lenken.

Ich werde in meinem Wirkungsbereich

weiterhin dafür Sorge

tragen, dass durch Datenmaterial,

Statistiken, Indikatoren und

Evaluierungsmaßnahmen sowie

durch konkrete Projekte in Zukunft

der geschlechtsspezifische Aspekt

verstärkt berücksichtigt wird, um

die volle Integration von Frauen in

alle politischen Maßnahmen zu

gewährleisten.”

Herzlichst,

Ihr Frauenminister

Mag. Herbert Haupt


“Frauen am Arbeitsmarkt sind nach wie vor zahlreichen

Benachteiligungen ausgesetzt. Durch den

esf sind in der österreichischen Arbeitsmarktpolitik

bereits wesentliche Impulse gesetzt worden.

UPdate Juli 2002, 7


esf_im Netz

Der esf fördert Chancengleichheit.

In Österreich. In Europa.

Machen Sie sich ein Bild.

Österreich: www.esf.at EU: www.europa.eu.int/comm/

employment_social/empl&esf/index_de.htm

Irland: www.csfinfo.com Finnland: www.esr.fi

Schweden: www.esf.se Großbritannien: www.esfnews.org.uk

Das nächste UPdate erscheint Anfang September

zum Thema “Behinderung”. Sichern Sie sich Ihr

Exemplar jetzt unter www.esf.at

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