Ein Segler im Himmel gibt Auskunft - ASC

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Ein Segler im Himmel gibt Auskunft - ASC

E I N S E G L E R I M H I M M E L G I B T A U S K U N F T

Vom Bahnhof ging‘s gleich in den

Club?

Treffpunkt war am Samstagabend

das Cafe Mittermayer, an der

Stelle, wo heute das Gemeindehaus

Utting ist. Das Nebenzimmer war

für uns reserviert und dorten wurden

dann auch vielfach hitzige

sportliche Schlachten geschlagen,

bei denen aber Magen und Kehle

auch nicht zu kurz kamen. Spät,

manchmal sehr spät, ging es dann

die schmale Seestraße mit Handlaternenbeleuchtung

ins Clubhaus

hinaus. Vielleicht gab es dann noch

ein Glas der Hausmarke „Bamberger

Klosterlikör“ – aber erst nachdem es

gelungen war, die Spiritusglühlampe

im Clubzimmer zum Brennen

zu bringen.

Wurde damals schon im Clubhaus

übernachtet?

Im ersten Stock hatte die

Prominenz ihre Betten: Dr. Gollwitzer,

Dr. Clairmont, Himmer,

Wolfrum. Im zweiten Stock war das

Mannschafts-Logis: Klopfer, Brönner,

Albert, Wildenrother, Stebich,

Sturzenegger und ich. In den Ecken,

im Bootshaus und später auch auf

dem Dachboden schliefen auf Strohsäcken

dann auch noch welche,

aber am Morgen wurden wir – ob

wir wollten oder nicht – von

Brönner herausgeworfen und der

Tag begann mit Petroleumlampen

putzen – elektrisches Licht gab es ja

erst ab 1915 –, dann Schuhe schmieren

und was so andere schöne Hausfrauenarbeit

war.

Das liest sich aber in alten Unterlagen

ein bißchen anders!

Wir hatten damals noch keine

ständige Hilfe im Club. Nur eine

Stundenhilfe, Frau Trost, kam zum

Betten- und Zimmerrichten. Wenn

sie aber nicht oder nicht rechtzeitig

kam, mußten wir auch noch Kaffee

kochen und Abspülen. Als wir dann

aber unser Clubzimmer am Abend

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oben: Familie Summer – rechts die

„Summerin“ nebst Gestrick,

die mütterlich für die ASCler sorgte.

mehr benützten, saßen wir bei

Gesang und Lautenspiel zusammen,

nicht gerade immer zum Vergnügen

des Herrn Oberst Weber. Um elf Uhr

war unerbittlich laut Hausordnung

Polizeistunde – aber nur für die

Damen! Nicht unerwähnt möchte

ich lassen, daß unsere Münchner

Mitglieder jeden Mittwoch im

Schottenhammel zusammenkamen

und keiner von uns Augsburgern

versäumte, sie an ihrem Stammtisch

aufzusuchen, wenn er in München

war.

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