Ihre Rechte unterwegs - Europäisches Verbraucherzentrum ...

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Ihre Rechte unterwegs - Europäisches Verbraucherzentrum ...

In den Urlaub fliegen

Als Flugpassagier haben Sie in der EU viele Rechte,

aber auch Pflichten. Hier finden Sie eine Reihe von

Hinweisen für Ihren nächsten Flug in den Urlaub.

Vor Antritt der Reise

4 Prüfen Sie alle Angaben auf Ihrem Ticket

und klären Sie am Tag vor der Abreise, ob sich

die Abflugzeit verschoben hat.

4 Für Personen mit eingeschränkter Mobilität

wird ein kostenloser Betreuungsservice

geboten - allerdings müssen Sie sich spätestens

48 Stunden vor Abflug anmelden.

4 Gepäck: Erkundigen Sie sich nach den Bedingungen

der Airline, z.B. welche Gegenstände

sind verboten, wann die Haftung ausgeschlossen

ist oder wie hoch die Freigrenze für

Gepäckgewicht liegt.

Am Flughafen

4 Bei Verspätung, Annullierung oder

Nichtbeförderung: Lassen Sie sich noch am

Flughafen von Mitarbeitern der Airline den

konkreten Sachverhalt schriftlich bestätigen.

Bewahren Sie Belege für Hotel-, Taxi- oder Verpflegungskosten

auf.

4 Bei Gepäckverlust: Melden Sie Ihren Verlust

sofort am Lost-Luggage-Schalter und lassen Sie

sich eine schriftliche Bestätigung geben. Für die

Meldung bei der Airline bleiben Ihnen danach

auch nur sieben Tage Zeit.

Nach der Reise

4 Beim Flug im Rahmen einer Pauschalreise

können Sie Ihre Ansprüche entweder gegen

die Airline oder den Reiseveranstalter richten

- nicht nur die Ansprüche, auch die Fristen

sind jedoch unterschiedlich, gegenüber dem

Reiseveranstalter bleibt nur ein Monat Zeit.

4 Holen Sie sich im Streitfall mit einer Airline

aus einem anderen EU-Mitgliedstaat Hilfe beim

EVZ Deutschland.

Im Urlaub einkaufen

Ein Mitbringsel für Verwandte oder auf Schnäppchenjagd

im Urlaubsland? Worauf Sie achten sollten,

wenn Sie jenseits der Grenzen einkaufen!

Vor dem Kauf

✚ Nehmen Sie sich Zeit, die verschiedenen

Angebote zu vergleichen, und zwar nicht nur

in mehreren Geschäften des Urlaubsortes, sondern

auch im Internet. Dort finden Sie schnell

heraus, ob das Angebot wirklich so günstig ist,

wie der Händler vor Ort verspricht.

✚ Kaufen Sie Produkte oder Dienstleistungen,

während Sie ein anderes EU-Land besuchen, so

gelten die Gesetze des Landes, in welchem Sie

die Artikel erworben haben. Europaweit haben

Sie ein Gewährleistungsrecht von mindestens

zwei Jahren.

✚ Vorsicht bei Timesharing-Verträgen! Für

ein paar Wochen im Jahr eine Ferienimmobile

nutzen zu dürfen, klingt verlockend. Doch oftmals

verstecken sich unseriöse Anbieter hinter

dem Angebot und das Feriendomizil entpuppt

sich als Kostenfalle. Hinterfragen Sie das

Angebot kritisch. Lassen Sie sich nicht unter

Zeitdruck setzen und am besten schriftlich ein

Widerrufsrecht zusichern.

Bei der Rückkehr

✚ Die gekauften Artikel können Sie in der Regel

nach Deutschland mitnehmen, ohne hierfür

erneut Mehrwertsteuer oder andere Steuern

entrichten zu müssen. Ausnahme: neue

Kraftfahrzeuge.

✚ Die mitgebrachten Waren dürfen allein privaten

Zwecken dienen und nicht weiterverkauft werden,

ansonsten müssen Sie beim Zoll gemeldet

werden.

✚ Wenn Sie im Urlaub Schmuck kaufen, so benötigen

Sie eventuell eine Zollerklärung für die

Rückkehr in Ihr Heimatland.

Entspannen Sie sich!

Ihre Rechte

unterwegs

Einen erholsamen Urlaub wünscht Ihr

Europäisches

Verbraucherzentrum

Deutschland − Kehl


Pauschal Reisen

1841 wurde für englische Arbeiter die erste Bahnreise

mit Verpflegung organisiert - der Beginn der Pauschalreisen.

Fünf Tipps für Pauschalreisende heute:

Ń Was Beanstandungen anbelangt, muss zwischen

Mängeln und bloßen Unannehm-

lichkeiten unterschieden werden. Ein

Reisemangel liegt nur dann vor, wenn eine nicht

ordnungsgemäß erbrachte Reiseleistung die

Reise als solche in ihrem Nutzen beeinträchtigt.

Dagegen werden z.B. Warteschlangen vor dem

Buffet, zumal in großen Hotels, als Unannehm-

lichkeit ohne Erstattungsanspruch gewertet.

Ń Mängel müssen Sie umgehend am Ort

bei der Reiseleitung melden. Ein Beispiel:

Hat das Zimmer, das Sie bei Ankunft erhalten,

keinen Balkon, obwohl Ihnen ein solcher

zugesichert wurde, geben Sie Ihrem Ansprechpartner

Gelegenheit, Ihnen binnen eines Tages

ein Zimmer mit Balkon zu beschaffen. Klappt

das nicht, lassen Sie sich den Mangel schriftlich

von ihm bestätigen und sammeln Sie ggf.

Beweise; das können Fotos sein oder Zeugenaussagen

von Mitreisenden.

Ń Konnte der Veranstalter während Ihres Urlaubs

keine Abhilfe schaffen, beachten Sie, dass Sie

Ihre Ansprüche nicht später als einen Monat

nach Rückkehr gegenüber dem Veranstalter

geltend machen.

Ń Haben Sie Ihre Pauschalreise im Internet gebucht

und sind Fehler bei der Online-Buchung

Anlass zu einer Beschwerde, hilft Ihnen in den

meisten Fällen die Reiseschiedsstelle in

Wiesbaden.

Ń In grenzüberschreitenden Fällen –

etwa, wenn der Anbieter, auf dessen deutschsprachiger

Internetseite Sie gebucht haben,

seinen Firmensitz in den Niederlanden hat –

kann Ihnen das Europäische Verbraucherzentrum

Deutschland weiterhelfen.

Gesund Reisen

Ein Notfall im EU-Ausland? Worauf Sie achten sollten,

bevor Sie verreisen und wenn Sie sich im Ausland medizinisch

behandeln lassen.

Vor der Reise

✚ Informieren Sie sich unbedingt bei Ihrer Krankenversicherung,

ob deren Schutz für Ihr

Urlaubsland greift – unabhängig davon, ob Sie

gesetzlich oder privat versichert sind.

✚ Besitzen Sie eine Europäische Krankenversicherungskarte?

Sollte sie sich nicht auf

der Rückseite ihrer nationalen Versicherungskarte

befinden, ist es ratsam, sie als Extrakarte

bei Ihrer Krankenkasse kostenlos anzufordern.

Erfahrungsgemäß benötigen die Kassen

mehrere Tage, um die Karte auszustellen.

✚ Schließen Sie sicherheitshalber zusätzlich eine

private Auslandreisekrankenversicherung

ab. Denn schon für die Kosten des Rücktransports

in eine Klinik im Heimatland kommt die

gesetzliche Krankenversicherung nicht auf.

Verschiedene Versicherer bieten Auslandskrankenschutz

für knapp zehn Euro pro Monat an.

✚ Notieren Sie sich für die Reise Telefonnummern

von Ansprechpartnern der

Versicherung(en).

Im Behandlungsfall auf Reisen

✚ Achten Sie darauf, dass Sie nicht als Privatpatient

und nur von einem im Reiseland zugelassenen

Arzt behandelt werden, damit bei der

Abrechnung mit Ihrer Krankenkasse hinterher

nichts schief geht.

✚ Lassen Sie sich, falls der behandelnde Arzt die

EU-Versicherungskarte nicht akzeptiert, eine

detaillierte Rechnung ausstellen.

✚ Halten Sie vor größeren Eingriffen oder Operationen

Rücksprache mit Ihrer Krankenversicherung,

um die Modalitäten der

Kostenübernahme zu klären.

Mobil Reisen

Sie möchten in den Ferien ein Auto mieten,

um vor Ort unabhängig zu sein? Keine schlechte Idee,

solange Sie dabei einige Hinweise beachten.

Reservierung

Ń Ob schon von Zuhause oder erst vor Ort:

Nehmen Sie sich Zeit, die verschiedenen

Angebote in Hinblick auf Ihre eigenen Bedürfnisse

und nicht nur den Preis zu vergleichen.

Ń Überprüfen Sie die abgeschlossenen Versicherungen

– eine Vollkaskoversicherung ist immer

empfehlenswert.

Ń Vergessen Sie nicht, sich über landestypische

Verkehrsregeln und die geltenden Tempolimits

zu informieren.

Losfahren

Ń Seien Sie wachsam: In Anwesenheit eines

Angestellten der Autovermietung sollte bei der

Übergabe der Zustand des Fahrzeugs genau

geprüft werden. Lassen Sie alle Schäden auf

dem Mietvertrag schriftlich notieren (Schrammen,

Beulen…) bzw. ein Übergabeprotokoll

anfertigen.

Ń Wenn Sie mit Ihrem Mietwagen einen Unfall

haben, sollten Sie sich unverzüglich mit ihrem

Vermieter in Verbindung setzen. Sie müssen ein

Unfallprotokoll ausfüllen, das Sie ihm später

vorlegen. Europaweit einsetzbare Formulare

erhalten Sie bei Ihrem Versicherer daheim.

Ń Auch bei der Rückgabe sollte unbedingt eine

Bestandsaufnahme durchgeführt werden, und

zwar immer in Anwesenheit eines Angestellten

des Autovermieters. Lassen Sie ihn das

Rückgabeprotokoll unterzeichnen!

Herausgeber: Europäisches Verbraucherzentrum Deutschland

– Kehl / Euro-Info-Verbraucher e.V., Rehfusplatz 11, 77694

Kehl, www.eu-verbraucher.de, E-Mail: info@euroinfo-kehl.eu

Juli 2010. Nachdruck nur mit Genehmigung des Herausgebers.

Foto: Robman / Pixelio

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