2·2005 - Eisenbahn-Unfallkasse

euk.info.de

2·2005 - Eisenbahn-Unfallkasse

Die neue Gefahrstoffverordnung

Berufshilfe – Ein Fall aus der Praxis

Verletztengeld nach einem Arbeitsunfall

Erste Hilfe jetzt in der neuen UVV

GUV-V A1 „Grundsätze der Prävention“ geregelt

Mitteilungsblatt der Eisenbahn-Unfallkasse · Gesetzliche Unfallversicherung

Dialog

2. Quartal 2005

2·2005


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EUKDialog 2/2005

Liebe Leserinnen und Leser,

nach mehrjährigen Diskussions- und Verhandlungsrunden ist die neue

Gefahrstoffverordnung (GefStoffV) zum 01.01.2005 in Kraft getreten, mit

der mehrere EG-Richtlinien in nationales Recht umgesetzt werden.

In unserem Artikel auf den Seiten 2 bis 5 erhalten Sie beachtenswerte

Informationen zu den wichtigsten Änderungen bzw. Neuerungen, die

sich aus der neuen Verordnung ergeben. Ergänzend hierzu haben wir

eine Checkliste abgedruckt, die Hinweise gibt, was in Bezug auf die

neue GefStoffV für Arbeitsplätze und Tätigkeiten zu beachten ist.

Unter dem Motto „Schluss mit Lärm“ steht die diesjährige Kampagne

der EU für Sicherheit und Gesundheit bei der Arbeit, an der sich die EUK

ebenfalls beteiligen wird. Näheres erfahren Sie in unserem Beitrag zum

Thema „Lärm“, der nicht nur die „Fachleute“ unter unseren Leserinnen

und Lesern interessieren dürfte.

Sicherlich haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht,

welche Leistungen der gesetzliche Unfallversicherungsträger nach Eintritt

eines Arbeits- oder Wegeunfalls und bestehender Arbeitsunfähigkeit

zu erbringen hat. Immer wieder gestellte Fragen nach Anspruchsvoraussetzung,

Höhe und Dauer von Verletztengeldzahlung haben wir zum

Anlass genommen, Sie hierüber auf den Seiten 11 bis 13 zu informieren.

Über die erfolgreiche berufliche Wiedereingliederung von schwer verletzten

Rangierern berichtet ein Mitarbeiter aus dem Referat für berufliche

Rehabilitation unter dem Titel „Berufshilfe – Ein Fall aus der Praxis“.

Im EUK-Dialog 1/2005 hatten wir die zum 01.04.2005 in Kraft getretene

neue Unfallverhütungsvorschrift (UVV) „Grundsätze der Prävention“

(GUV-V A1) öffentlich bekannt gemacht und erläutert. Die in die §§ 24

bis 28 dieser UVV überführten Regelungsinhalte der bisherigen UVV

„Erste Hilfe“ (GUV-V A5) behandelt unser Beitrag unter dem Titel

„Erste Hilfe jetzt in der neuen UVV GUV-V A1 geregelt“.

Unser interessantes Interview wird dazu passend mit einer Ersthelferin

der Bahnversicherungsanstalt geführt. Lesen Sie hierzu mehr auf den

Seiten 14 und 15.

Abschließend möchten wir Sie noch auf unser Preisausschreiben hinweisen,

bei dem es wieder wertvolle Preise zu gewinnen gibt.

Wir hoffen, Ihnen auch in diesem EUK-Dialog interessante und ansprechende

Themen und Informationen zusammengestellt zu haben und

wünschen Ihnen und Ihren Familien auf diesem Wege „allzeit unfallfreie

Fahrt und unfallfreies Arbeiten“ und eine erholsame Urlaubszeit.

Bleiben Sie gesund und munter.

Bis zum nächsten Mal.

Ihr „EUK-Dialog“-Redaktionsteam

Prolog

UNSERE THEMEN

EUK aktuell

2 Die neue Gefahrstoffverordnung

Prävention

6 „Schluss mit Lärm“ –

Europäische Woche 2005

Unfallversicherung

8 Berufshilfe – Ein Fall aus der Praxis

9 Bruttolohnsumme und Höchst-

Jahresarbeitsverdienst

10 Aus der Arbeit des

Widerspruchsausschusses

11 Verletztengeld nach einem

Arbeitsunfall

Dialog

14 „Erste Hilfe im Betrieb“

Telegramm

16 ● GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“

(GUV-R 500) Online

● Vorschau auf die A+A 2005

17 ● Erweiterung des Internetauftritts

der EUK

● Tag der Verkehrssicherheit

am 18. Juni 2005

● Öffentliche Bekanntmachung:

Sitzung der Vertreterversammlunng

der EUK

Checkliste

18 Gefahrstoffverordnung

Sicherheit überall

19 Erste Hilfe jetzt in der neuen UVV

GUV-V A1 „Grundsätze der Prävention“

geregelt

Weitere Rubriken

22 Leserforum

24 Das gibt’s im nächsten Heft

24 Impressum

Unser Titelbild

Sicher arbeiten – es lohnt zu leben

1


EUK aktuell

2

Die neue

Gefahrstoffverordnung

Nach jahrelangen Beratungen ist die neue Gefahrstoffverordnung am 1. Januar

2005 In-Kraft getreten. Mit der neuen Gefahrstoffverordnung werden die „Allgemeine

Stoffrichtlinie“ 98/24/EG sowie weitere EG-Richtlinien in nationales Recht

umgesetzt. Die im Arbeitsschutzgesetz von 1996 verankerte Gefährdungsbeurteilung

hat nun auch Einzug in das Gefahrstoffrecht gehalten. Der Arbeitgeber hat

eine Gefährdungsbeurteilung bei Tätigkeiten mit Gefahrstoffen durchzuführen, die

sich im Wesentlichen am Gefährdungspotential, der eingesetzten Stoffmenge und

den konkreten Expositionsverhältnissen orientieren. Ausgehend von der Gefährdungsbeurteilung

werden die physikalisch-chemischen sowie toxischen Eigenschaften

der Gefahrstoffe bewertet und erforderliche Maßnahmen zum Schutz der

Beschäftigten eingeleitet. Die arbeitsmedizinische Vorsorge wird in der neuen Gefahrstoffverordnung

wesentlich umfassender geregelt. Neben arbeitsmedizinischen

Pflicht- und Angebotsuntersuchungen sind insbesondere die arbeitsmedizinische

Beurteilung der Tätigkeiten/Arbeitsplätze, die Beratung der Beschäftigten

und die Fortentwicklung des betrieblichen Gesundheitsschutzes genannt.

Auf welche Neuerungen sich die Betriebe einstellen müssen wird nachfolgend von

Dipl.-Ing. Bernhard Ecke vom Technischen Aufsichtsdienst erläutert. Die Ausführungen

beziehen sich auf den Schutz der Beschäftigten vor Gefährdungen ihrer

Gesundheit und Sicherheit durch Gefahrstoffe.

Ablaufdiagramm 1:

Gefährdung durch physikalischchemische

Eigenschaften.

Warum eine neue

Verordnung?

In formaler Hinsicht dient die

neue Verordnung der Umsetzung

der EG-Stoffrichtlinie 98/

24/EG, deren Umsetzungsfrist

am 5. Mai 2001 abgelaufen war.

In sachlicher Hinsicht dient die

Verordnung der Anpassung an

das seit In-Kraft-Treten des Arbeitsschutzgesetzes

von 1996

neu gestaltete Arbeitsschutzrecht

in Deutschland, das jetzt

auch Rechtsgrundlage für die

neue Gefahrstoffverordnung ist.

Neue Begriffe

Der Begriff „Tätigkeit“ löst den

bisherigen inhaltsgleichen Begriff

„Umgang“ mit Gefahrstoffen

ab.

Der Begriff „Arbeitsplatzgrenzwert“

(AGW) ersetzt die

Begriffe „Maximale Arbeitsplatzkonzentration“

(MAK) und

„Technisch Richtkonzentration“

(TRK).

Der AGW wird definiert als

„Grenzwert für die zeitlich gewichtete

durchschnittliche Konzentration

eines Stoffes in der

Luft am Arbeitsplatz in Bezug

auf einen gegebenen Referenzzeitraum.

Er gibt an, bei welcher

Konzentration eines Stoffes

akute oder chronische

schädliche Auswirkungen auf

die Gesundheit im Allgemeinen

nicht zu erwarten sind“.

Diese Definition entspricht weitgehend

dem bisherigen MAK-

Wert. Der für krebserzeugende

Stoffe aufgestellte TRK-Wert ist

ersatzlos aufgehoben und nicht

mehr anzuwenden, da die

Wahrscheinlichkeit eines Gesundheitsschadens

bei Einhaltung

des Wertes unverhältnismäßig

zur Einstufung des MAK-

Wertes stand. Auch für krebserzeugende

Stoffe wird zukünftig

ein Arbeitsplatzgrenzwert

festgelegt werden.

Der „Biologischen Grenzwert“

(BGW), ersetzt Begrifflich

den „Biologischen Arbeits-

EUKDialog 2/2005


platztoleranzwert“ (BAT). Der

BGW wird als „Grenzwert für

die toxikologisch-arbeitsmedizinisch

abgeleitete Konzentration

eines Stoffes, seines Metaboliten

oder eines Beanspruchungsindikators

im entsprechenden

biologischen Material,

bei dem im Allgemeinen die

Gesundheit eines Beschäftigten

nicht beeinträchtigt wird“

definiert. Der BGW-Wert entspricht

dem bisherigen BAT-

Wert.

Gefährdungsbeurteilung

Hauptschwerpunkt der neuen

Gefahrstoffverordnung ist die

Gefährdungsbeurteilung. Der

Arbeitgeber darf eine Tätigkeit

mit Gefahrstoffen erst aufnehmen

lassen, nachdem eine

Gefährdungsbeurteilung durchgeführt

wurde und die erforderlichen

Schutzmassnahmen getroffen

worden sind. Für die

Gefährdungsbeurteilung müssen

zunächst Informationen

beschafft werden, um die Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen beurteilen

zu können. Dazu gehören

u.a. Angaben über

Gefährdungspotential des

Gefahrstoffes,

eingesetzte Menge,

Ausmaß, Art und Dauer der

Exposition,

Arbeitsbedingungen,

Arbeitsverfahren,

technische Schutzmaßnahmen,

persönliche Schutzmaßnahmen.

Im Anschluss an die Informationsermittlung,

hier sind auch

die Gefahrenhinweise (R-Sätze)

und Sicherheitsinformationen

(S-Sätze) des Herstellers

oder Inverkehrbringers zu nennen,

sind getrennt voneinander,

die physikalisch-chemischen

und/oder toxischen Gefährdungen

sowie die Gefährdung

durch eine Aufnahme über

die Haut, bei hautresorptiven

Stoffen, zu beurteilen. Die Er-

EUKDialog 2/2005

gebnisse sind zu dokumentieren.

Die Ablaufdiagramme 1 und 2

geben Hinweise, wie bei Gefährdungen

durch physikalischchemische

Eigenschaften, bzw.

bei Gefährdungen durch toxische

Eigenschaften, bei der

Gefährdungsbeurteilung vorgegangen

werden kann.

Schon in den von der EUK zusammen

mit der DB AG herausgegebenInformationsschriften

Bahn Praxis W Ausgabe

2/2001 und Bahn Praxis

Ausgabe 3/2002 wurden die

physikalisch-chemischen Eigenschaften

und toxischen Eigenschaften

mit Kurzzeitwirkung

oder Langzeitwirkung von

Gefahrstoffen in den Tabellen 1

bis 4 erläutert und Entscheidungshilfen

für die Gefährdungsbeurteilung

anhand der

Einstufung über die auf dem

Gebinde oder Sicherheitsdatenblatt

zu findenden Gefahrenhinweise

(R-Sätze) gegeben

(Abbildung 1).

Schutzstufenkonzept

Das Schutzstufenkonzept basiert

auf einem aufeinander aufbauenden

System von Schutzstufen.

Es dient für die toxischen

Eigenschaften von Gefahrstoffen

als Werkzeug der

Beurteilung und zu treffender

Maßnahmen.

Fachkundige

Personen

Die Beurteilung darf nur von

einer fachkundigen Person

durchgeführt werden. Verfügt

der Arbeitgeber nicht selbst

über entsprechende Kenntnisse,

dann muss er sich fachkundig

beraten lassen. Als Experten

werden die Fachkraft für

Arbeitssicherheit und der

Betriebsarzt in der Verordnung

genannt. Ergebnis der Gefährdungsbeurteilung

ist, innerhalb

gegebener Grenzen, die anzuwendende

Schutzstufe zu bestimmen,

woraus entsprechend

die anzuwendenden Schutzmaßnahmen

folgern.

Schutzstufen

Die Festlegung der Schutzstufen

ist wie eine Ampel zu betrachten.

Grün steht für akzeptables

Risiko, gelb und

orange stehen für tolerables

aber keineswegs akzeptables

Risiko und rot für nicht

tolerables Risiko.

Die vier Schutzstufen für die

Beurteilung toxischer Gefährdungen

sind wie folgt definiert:

Schutzstufe 1

geringe Gefährdung

Alle Tätigkeiten, bei denen nur

geringe Gefahrstoffmengen eingesetzt

werden und die damit

verbundenen Gefährdungen

nur gering, die beschriebenen

Maßnahmen der Schutzstufe 1

ausreichend und die Stoffe nicht

den Schutzstufen 3 oder 4 zugeordnet

werden müssen. Im

Allgemeinen sollte man unter

einer geringen Menge des Gefahrstoffes,

Größeneinheiten in

Gramm oder Milliliter verstehen.

Eine neue Technische Regel

Gefahrstoffe wird in naher Zukunft

hierzu konkrete Handlungshilfen

geben.

Schutzstufe 2

Gefährdung

Alle Tätigkeiten mit Gefahrstoffen,

mit denen in nicht nur ge-

EUK aktuell

ringen Mengen umgegangen

wird oder eine nicht nur geringe

Exposition möglich ist und die

Schutzmaßnahmen der

Schutzstufe 2 ausreichen und

die nicht den Schutzstufen 3

oder 4 zugeordnet werden

müssen.

Schutzstufe 3

hohe Gefährdung

Alle Tätigkeiten mit giftigen oder

sehr giftigen Gefahrstoffen, solange

sie nicht auch krebserzeugend,

erbgutverändernd

oder fruchtbarkeitsgefährdend

sind.

Schutzstufe 4

besondere Gefährdung

Alle Tätigkeiten mit krebserzeugenden,

erbgutverändernden

oder fruchtbarkeitsgefährdenden

Gefahrstoffen.

Welche Kriterien für die Eingruppierung

in die jeweilige Schutzstufe

vorliegen müssen, ist in

den §§ 8 bis 11 der Verordnung

beschrieben.

Betriebsanweisung

und

Unterweisung

Wie bisher verlangt die neue

Gefahrstoffverordnung, dass

die Beschäftigten anhand einer

Betriebsanweisung, vor Aufnahme

der Beschäftigung und

danach mindestens einmal

Ablaufdiagramm 2:

Gefährdungsbeurteilung bei toxischen Eigenschaften (Schutzstufen).

3


EUK aktuell

4

Abbildung 1:

Orientierungshilfe zur Gefährdungsbeurteilung,

bezüglich der Bewertung der

Gefahrstoffe, bezogen auf den

Gefahrenhinweis (R-Sätze),

Auszug aus „BahnPraxis W“

2/2001.

Abbildung links:

Kennzeichnung eines

Gefahrstoffgebindes.

Gefährdungsbeurteilung – Bei Feuchtarbeit von regelmäßig vier Stunden

oder mehr pro Tag sind Vorsorgeuntersuchungen zu veranlassen,

bei Feuchtarbeit vom regelmäßig mehr als zwei Stunden sind Vorsorgeuntersuchungen

anzubieten.

Gefährdungsbeurteilung – Art, Menge und Dauer der Exposition

gegenüber Gefahrstoffen ist fachkundig zu beurteilen und erforderliche

Maßnahmen sind festzulegen.

EUKDialog 2/2005


jährlich unterwiesen werden

müssen. Neu ist, dass eine allgemeinearbeitsmedizinisch-toxikologische

Beratung der Beschäftigten

bei Tätigkeiten mit

Gefahrstoffen zu erfolgen hat.

Diese kann im Rahmen der

Unterweisung erfolgen.

Sicherheitsdatenblätter

Neben der Betriebsanweisung

müssen den Beschäftigten jetzt

auch die Sicherheitsdatenblätter

zugänglich sein.

Technische Regeln

Gefahrstoffe (TRGS)

Mit Bekanntmachung des Bundesministeriums

für Wirtschaft

und Arbeit vom 31. Dezember

2004 wird darauf hingewiesen,

dass die neue Gefahrstoffverordnung

keine Übergangsbestimmungen

für das Technische

Regelwerk (TRGS) enthält, da

diesem zukünftig eine andere

rechtliche Bedeutung zukommt.

Die bisherigen Technischen

Regeln können jedoch

auch zukünftig als Auslegungsund

Anwendungshilfe für die

neue Verordnung herangezogen

werden. Dabei ist jedoch

zu beachten, dass die TRGS

nicht im Widerspruch zu der

neuen Verordnung stehen. Dies

betrifft z.B. die bisherigen Festlegungen

zur Auslöseschwelle,

zur dauerhaft sicheren Einhaltung

von Grenzwerten oder zu

den TRK-Werten. Die bisherigen

Festlegungen sind als gegenstandslos

zu betrachten

und dürfen nicht mehr angewendet

werden.

Die TRGS unterliegen zukünftig

der Vermutungswirkung, d.h. es

ist alles in Ordnung, wenn nach

dieser TRGS gehandelt wird.

Die TRGS 420 „Ermitteln und

Beurteilen der Gefährdungen

durch Gefahrstoffe am Arbeitsplatz:

Verfahrens- und stoffspezifische

Kriterien (VSK) für die

betriebliche Arbeitsbereichüberwachung“

entspricht bereits

diesem Ansatz.

EUKDialog 2/2005

Arbeitsmedizinische

Vorsorge

Die arbeitsmedizinische Vorsorge

wird mit der neuen Gefahrstoffverordnung

wesentlich

umfassender geregelt. Die

Durchführung der arbeitsmedizinischen

Vorsorge muss der

Arbeitgeber durch einen Facharzt

für Arbeitsmedizin oder einen

Arzt mit der Zusatzbezeichnung

„Betriebsmedizin“ sicherstellen.

Der Arbeitgeber hat

vorrangig den Betriebsarzt mit

der speziellen arbeitsmedizinischen

Vorsorgeuntersuchung

zu beauftragen.

Bei den arbeitsmedizinischen

Vorsorgeuntersuchungen unterscheidet

die neue Gefahrstoffverordnung

jetzt zwischen

Pflicht- und Angebotsuntersuchungen.

Pflichtuntersuchungen

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen(Pflichtuntersuchungen)

müssen durchgeführt

werden, wenn bei Tätigkeiten

mit den in Anhang V Nr.

1 der Verordnung genannten

Stoffen der AGW nicht eingehalten

wird. Die Liste enthält

weniger Gefahrstoffe als die bisherige.

Krebserzeugende Gefahrstoffe,

sind bis auf wenige

Ausnahmen nicht mehr darin

enthalten. So ist ein Wert für

z.B. Dieselmotoremissionen

zurzeit nicht mehr festgelegt.

Pflichtuntersuchungen sind

auch vorgesehen, wenn Tätigkeiten

entsprechend Anhang V

Nr. 2.1 durchgeführt werden.

Angebotsuntersuchungen

Arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

sind anzubieten

(Angebotsuntersuchungen),

wenn eine Exposition gegenüber

den in der Liste des Anhangs

V Nr. 1 genannten Stoffen

besteht und der AGW eingehalten

ist. Arbeitsmedizinische

Vorsorgeuntersuchungen

sind auch für die in Anhang V

Nr. 2.2 aufgeführten Tätigkeiten

anzubieten, sofern nicht eine

geringe Gefährdung vorliegt.

Aufklärung

und Beratung der

Beschäftigten

Als weitere Aufgabenfelder sind

die arbeitsmedizinische Beurteilung

gefahrstoff- und tätigkeitsbedingterGesundheitsgefährdungen

einschließlich der

Empfehlung geeigneter Schutzmaßnahmen,

die Aufklärung

und Beratung der Beschäftigten

über die mit der Tätigkeit

verbundenen Gesundheitsgefährdungen

einschließlich solcher,

die sich aus vorhandenen

gesundheitlichen Beeinträchtigungen

ergeben können, und

die Fortentwicklung des betrieblichen

Gesundheitsschutzes bei

Tätigkeiten mit Gefahrstoffen

auf der Grundlage gewonnener

Erkenntnisse genannt.

Der Betriebsarzt hat weiter arbeitsmedizinischeVorsorgeuntersuchungen

zur Früherkennung

von Gesundheitsstörungen

und Berufskrankheiten

durchzuführen sowie Empfehlungen

aus arbeitsmedizinischer

Sicht zur Überprüfung von Arbeitsplätzen

und zur Überarbeitung

der Gefährdungsbeurteilungen

zu geben.

Die neue Verordnung enthält

keine Fristen mehr für Zeitabstände,

in denen arbeitsmedizinischeVorsorgeuntersuchungen

durchzuführen sind. Es ist

zurzeit nicht bekannt, ob hierzu

Regelungen in einer neuen

TRGS getroffen werden.

Unterrichtung der

Behörde

Der Arbeitgeber hat der zuständigen

Behörde unverzüglich

eine Mitteilung zu erstatten

1. über jeden Unfall und jede

Betriebsstörung, die bei Tätigkeiten

mit Gefahrstoffen

zu einer ernsten Gesundheitsschädigung

der Be-

EUK aktuell

Stand der Technik – Gefahrstoffschrank.

So sollten Gefahrstoffe

grundsätzlich im Werstattbereich

gelagert werden.

schäftigten geführt haben

oder

2. über Krankheits- oder Todesfälle,

bei denen konkrete

Anhaltspunkte für eine

Verursachung durch die

Tätigkeit mit Gefahrstoffen

bestehen, mit der genauen

Angabe der Tätigkeit und

der Gefährdungsbeurteilung.

Behördliche

Zuständigkeit

Die Gefahrstoffverordnung ist

auf der Grundlage der §§ 18

und 19 des Arbeitsschutzgesetzes

erlassen worden. Somit

ist die Eisenbahn-Unfallkasse,

entsprechend des § 21 Abs. 5

Arbeitsschutzgesetz, für das

BEV und die zugewiesenen Beamten

zuständige Behörde und

führt den Vollzug der Gefahrstoffverordnung

durch.

5


Prävention

6

„Schluss mit

Lärm!“ –

Europäische

Woche 2005

Workshop der Eisenbahn Unfallkasse

am 25. Oktober 2005

in Frankfurt am Main

„Schluss mit Lärm!“ Unter diesem Motto steht die

diesjährige Kampagne für Sicherheit und Gesundheit

bei der Arbeit der Europäischen Union (EU), an der

sich die Eisenbahn-Unfallkasse beteiligt.

Höhepunkt der Kampagne ist die „Europäische Woche

für Sicherheit und Gesundheitsschutz bei der Arbeit“

vom 24.-28. Oktober 2005.

Ziel der Kampagne ist es, die Risiken für Sicherheit

und Gesundheit der dem Lärm ausgesetzten Arbeitnehmer

ins Bewusstsein zu rufen und vorbeugende

Aktionen zu fördern.

Lärm bei der Arbeit

Lärm gehört zu den häufigsten

Gefährdungen am Arbeitsplatz.

Lärmschwerhörigkeit ist die

häufigste Berufskrankheit. Lärm

kann nicht nur zu Gehörschäden

führen, sondern kann auch

zu Unfällen und arbeitsbedingtem

Stress beitragen sowie Erkrankungen

auslösen.

Prävention ist

besser!

Der beste Schutz ist, Lärm erst

gar nicht zu erzeugen. Aber

Lärm lässt sich nicht immer

vermeiden. Deshalb ist es wichtig,

die Einwirkung von Lärm

auf den Menschen zu verhindern.

Konstruktive Maßnahmen

an der Schallquelle sind die wirksamsten

Mittel. Weitere wirk-

same Maßnahmen sind z.B. die

Kapselung oder Abschirmung

der Lärmquelle. Als letztes Mittel

verbleibt nur noch das Tragen

von Gehörschutz.

Die Eisenbahn-Unfallkasse unterstützt

die Mitgliedsbetriebe,

wenn es um die Lärmprävention

geht. Sie berät und hilft ihnen

bei der Durchführung von

Lärmschutzmaßnahmen.

Zum Thema Lärm kann der

Sonderdruck „Lärm macht

krank“ (Abbildung 1) und das

Plakat „Gehörschäden vermeiden“

(Abbildung 2) bei der Eisenbahn-Unfallkasse

bestellt

werden.

Prävention lohnt sich. Neben

den deutlich besseren Arbeitsbedingungen

steigen auch die

Arbeitsqualität und die Zufriedenheit

der Beschäftigten.

EUKDialog 2/2005


Workshop „Lärm

bei der Arbeit“

Anlässlich der „Europäischen

Woche“ führt die Eisenbahn-

Unfallkasse am 25. Oktober

2005 einen Workshop in

Frankfurt am Main durch. Den

Teilnehmern werden die Funktion

des Gehörs und die Wirkung

des Schalldrucks auf den

menschlichen Körper erläutert.

Praktiker berichten über ihre

Erfahrungen zur Lärmprävention

in den Betrieben und Experten

über die richtige Anwendung

von Schallpegelmessgeräten.

Außerdem wird die EU-

Richtlinie 2003/10/EG vorgestellt.

Die Möglichkeit zu diskutieren

und Fragen zu stellen steht im

Mittelpunkt der Veranstaltung.

EUKDialog 2/2005

Die Tagesveranstaltung richtet

sich an Führungskräfte, Fachkräfte

für Arbeitssicherheit, Betriebsärzte,

Betriebs- und Personalräte

sowie an alle Beschäftigten,

die sich im Rahmen ihrer

Tätigkeit mit dem Thema Lärmprävention

befassen. Eine

rechtzeitige Anmeldung bis

spätestens 15. Juli 2005 wird

empfohlen, weil die Anzahl

der Teilnehmer begrenzt ist.

Die Teilnahme ist kostenlos,

Reise- und Fahrtkosten werden

nicht übernommen. Wenn

Sie teilnehmen möchten, senden

Sie uns bitte ein Fax unter

dem Stichwort „Workshop

Lärm bei der Arbeit“ mit folgenden

Angaben:

Name, Vorname, Funktion,

Unternehmen, Stelle,

Adresse,

Telefon, Fax.

Abbildung 1, oben: Sonderdruck „Lärm macht krank“.

Abbildung 2, links: Plakat „Gehörschäden vermeiden“.

Wir werden Ihnen dann eine

Einladung sowie das Veranstaltungsprogramm

zusenden.

Ihre Anmeldung senden Sie bitte

an:

Eisenbahn-Unfallkasse

EUK 518, Frau Maul

Postfach 200152

60605 Frankfurt

Telefon (0 69) 4 78 63-5 18

Fax (0 69) 4 78 63-5 71

Prävention

7


Unfallversicherung

8

Berufshilfe –

Ein Fall aus der

Praxis

Ein Arbeitsplatz sichert das Einkommen des

Einzelnen und seiner Familie. Zudem trägt eine

Beschäftigung maßgeblich zum eigenen

Selbstbewusstsein bei. Eine Krankheit und/oder

Unfall gefährden nicht selten die Teilhabe am

Arbeitsleben.

Abbildung 1:

Ein eindruckvolles Beispiel für das

gute Zusammenwirken aller

beteiligten Stellen

(v.l.n.r.: Erwin Heidt (Schbv),

Gerhard Steeb (Berufshelfer EUK),

Walter Kerner (Fahrer), Michael Volk

(Teamleiter Triebfahrzeugführer)

und Peter Rodach (Leiter Personal).

Die gesetzliche Unfallversicherung

ist im System des deutschenSozialversicherungswesens

ein wichtiger Baustein,

wenn es gilt, negative Folgen

aus einer erworbenen Berufskrankheit

oder einem Arbeitsunfall

abzumildern. Das Leistungsspektrum

eines Unfallversicherungsträgers

beschränkt

sich dabei nicht allein auf die

Durchführung des Heilverfahrens

und das Erbringen von

Rentenleistungen an den Verletzten;

vielmehr findet es seine

Fortsetzung in Maßnahmen der

Berufshilfe. Die hierfür vom

Gesetz vorgegebene Leistungspalette

reicht von der baulichen

Umgestaltung des Arbeitsplatzes,

der Anschaffung

technischer Hilfsmittel, der Gewährung

von Kfz-Hilfe, Lohnzuschüssen

oder Qualifizierungs-

und Fortbildungsmaßnahmen

bis hin zur Übernahme

der Kosten für eine Umschulung.

Nach Eintritt eines Unfallereignisses

gilt es zunächst, mit allen

geeigneten Mitteln der Medizin

die Gesundheit und Leistungsfähigkeit

eines Versicherten

wiederherzustellen. Mit der

Möglichkeit „alle geeigneten

Mittel“ in Anspruch nehmen zu

können, hebt sich das Leistungsspektrum

der gesetzlichen

Unfallversicherung von

dem der gesetzlichen Krankenkasse

positiv ab. Dennoch vermag

selbst die beste medizinischen

Behandlung es nicht

immer, dass das zum Unfallzeitpunkt

vorhandene Leistungsvermögen

wiedererlangt

wird. Schwere Verletzungsmuster

schließen dieses i.d.R. von

vornherein aus; so steht z.B. für

einen Rangierarbeiter nach einer

Arm- oder Beinamputation

fest, dass er seine angestammte

Tätigkeit als Rangierer nicht

mehr wird ausüben können.

Spätestens zu dem Zeitpunkt,

an dem ein Ende der medizinischen

Behandlung absehbar ist

und vom behandelnden Arzt

Angaben zu Restleistungsvermögen

und Einsatzbeschränkungen

vorliegen, wird – die

Zustimmung des Verletzten vorausgesetzt

– der Berufshelfer

mit dem Arbeitgeber das Gespräch

suchen, um Möglichkeiten

der leidensgerechten

Weiterbeschäftigung des Mitarbeiters

zu erörtern. Der Mitarbeiter

selbst, die Personalvertretung

und ggf. die Schwerbehindertenvertretung

werden

hierbei einbezogen.

Natürlich ist es vorrangiges Ziel,

dem durch die Unfallfolgen in

seiner Erwerbsfähigkeit eingeschränkten

Mitarbeiter einen

Arbeitsplatz im Unfallbetrieb –

bezogen auf die Deutsche Bahn

AG, zumindest innerhalb des

Konzerns – zu bewahren. Um

dies zu erreichen hat die Deutsche

Bahn AG u.a. die Konzernrichtlinie

„Behinderte integrieren“

erlassen. Mitunter kann

man diesen Richtlinien allein

schon dadurch gerecht werden,

indem man den Mitarbeiter im

Arbeitsprozess von bestimmten

Tätigkeiten befreit. In den

Fällen, in denen dies nicht möglich

ist, stellt sich die Frage nach

einer Umsetzung auf einen anderen

Arbeitsplatz oder gar der

Schaffung eines zusätzlichen,

die unfallbedingten Beeinträchtigungen

berücksichtigenden

Arbeitsplatzes.

In Zeiten enger Personalkostenbudgets

ist die Schaffung

eines leidensgerechten Arbeitsplatzes

bei weitem keine Selbstverständlichkeit

und stellt in der

Praxis auch eher die Ausnahme

dar. Ein erfreuliches Beispiel

dazu lieferte aber unlängst

die Railion Deutschland AG in

ihrem Cargozentrum Mannheim.

Dort hatten innerhalb eines

Jahres zwei Rangierer das

Schicksal eines schweren Arbeitsunfalls

erlitten.

Der Mitarbeiter S. war bei einer

Rangierfahrt, bei welcher er auf

dem Trittbrett der Lok stand,

mit dem rechten Arm gegen

einen Lichtmast geprallt und

anschließend von der fahrenden

Lok gestürzt. Nicht so sehr

die Fraktur an der rechten Hand,

umso mehr jedoch schwerste

Verletzungen am rechten Unterschenkel

bedeuteten neben

einer mehrmonatigen Behandlungsbedürftigkeit,

dass S. rangierdienstuntauglich

wurde.

Auch der Rangierer P. war während

Rangierarbeiten ins Gleis

gestürzt, wo sein linker Unterschenkel

und ein Teilbereich des

rechten Fußes von einem Radsatz

überrollt wurden, was zu

entsprechenden Amputationsverletzungen

führte. Auch P. war

durch diesen Unfall nicht mehr

in der Lage, seinen angestammten

Beruf auszuüben.

Beide Unfallverletzten standen

zeitgleich zur beruflichen

Wiedereingliederung an. Im

Vorfeld wurden frühzeitig von

der EUK, der Railion Deutschland

AG, dem Schwerbehindertenvertreter

und dem Betriebsrat

die Möglichkeiten einer

Weiterbeschäftigung besprochen.

Gemeinsam wurde

dabei folgende Lösung erarbei-

EUKDialog 2/2005


tet: Die Betriebsabläufe im Bereich

des Cargozentrums bedingen,

dass rund um die Uhr

Lokführer mit Taxen von und zu

ihren Einsatzorten gefahren

werden müssen. Warum sollte

dies nicht von Mitarbeitern des

eigenen Unternehmens erledigt

werden können, ließen sich

hierdurch doch Arbeitsplätze

gerade für einsatzbeschränkte

Kollegen schaffen bzw. sichern?

Umgehend klärte der Berufshelfer

der EUK mit den behandelnden

Ärzten der beiden Rehabilitanden

ab, ob die jeweiligen

Unfallfolgen eine Fahrertätigkeit

zulassen würden. Nach

der positiven Antwort der behandelnden

Ärzte konnte die

EUK sodann Zuschüsse für die

Anschaffung des nötigen

Dienst-Pkw in Aussicht stellen.

Im Weiteren führte dann ein von

der Schwerbehindertenvertretung

und dem Betriebsrat gemeinsam

an die Unternehmensleitung

gestellter Initiativantrag

sowie eine positive Wirtschaftlichkeitsberechnung

dazu, dass

die Railion Deutschland AG

bereit war, drei neue, leidensgerechte

Arbeitsplätze zu schaffen.

Die Zeit bis zur Auslieferung

des Fahrzeugs wurde dazu

genutzt, die beiden Rehabilitanden

behinderungsbezogen

fahrtechnisch zu schulen und

ihnen Streckenkenntnis zu vermitteln.

Auch diese Kosten

wurden von der EUK übernommen.

Das hier geschilderte Beispiel

zeigt eindrucksvoll, welche

Möglichkeiten sich durch das

Zusammenwirken aller beteiligten

Stellen ergeben, wenn

es gilt, für behinderte Menschen

einen Arbeitsplatz zu

schaffen bzw. zu erhalten (Abbildung

1).

EUKDialog 2/2005

Bruttolohnsumme

und

Höchst-Jahresarbeitsverdienst

Die Eisenbahn-Unfallkasse verfügt jedes Jahr über

einen Haushalt von ca. 110 Mio. Euro. Dieses Geld

muss von den Arbeitgebern im Wege einer Umlage

aufgebracht werden. Berechnungsgrundlage für das

Umlagesoll eines jeden Arbeitgebers ist die so

genannte Bruttolohnsumme.

Anhand der Bruttolohnsumme wird zusammen mit

dem Gefahrtarif und dem Beitragsfuß der individuelle

Beitrag eines jeden Arbeitgebers errechnet.

Gemäß § 165 Abs. 1 SGB VII (vgl. auch § 32 der

Satzung der Eisenbahn-Unfallkasse) hat der

Unternehmer binnen sechs Wochen nach Ablauf

eines Kalenderjahres die Bruttolohnsumme der

Versicherten sowie die Anzahl der geleisteten

Arbeitsstunden zu melden.

Welche einzelnen Lohnbestandteile

zur Bruttolohnsumme

gehören und damit dem

Unfallversicherungsträger zu

melden sind, kann detailliert der

Homepage der Eisenbahn-Unfallkassewww.eisenbahnunfallkasse.de

entnommen

werden. Den Unfallversicherungsträgern

steht nach Maßgabe

des § 166 SGB VII hinsichtlich

der gemeldeten Bruttolohnsumme

ein Prüfungsrecht

zu. Dies bedeutet, dass

Geschäftsbücher und sonstige

Unterlagen eingesehen werden

können, um die Richtigkeit der

Entgeltnachweise zu prüfen.

Das vom Arbeitgeber gezahlte

Bruttoentgelt wird jedoch nicht

unbegrenzt zur Berechnung der

Bruttolohnsumme herangezogen.

Die Bruttolohnsumme wird

vielmehr durch den so genannten

Höchst-Jahresarbeitsver-

dienst „gedeckelt“. Dieser betrug

gem. § 21 Abs. 2 der Satzung

der Eisenbahn-Unfallkasse

(Jahresarbeitsverdienst) bis

zum 31.12.2004 68.400 e. Der

Teil des Bruttoentgelts, der höher

als 68.400 e war, blieb also

bei der Bestimmung der Bruttolohnsumme

unberücksichtigt.

Der Höchst-Jahresarbeitsverdienst

stellt somit eine Kappungsgrenze

dar.

Seit dem 1. Januar 2005 beträgt

der Höchst-Jahresarbeitsverdienst

gem. § 21 Abs. 2 der

Satzung der Eisenbahn-Unfallkasse

(Jahresarbeitsverdienst)

72.000 e.

Der Höchst-Jahresarbeitsverdienst

ist jedoch nicht nur zur

Bestimmung der Bruttolohnsumme

erforderlich. Auch bei

der Berechnung von Verletztengeld

und Rentenleistungen

Unfallversicherung

oder des Insolvenzgeldes, welches

die Unfallversicherungsträger

im Auftrag der Bundesagentur

für Arbeit erheben müssen,

spielt der Höchst-Jahresarbeitsverdienst

eine Rolle. Einkommen

die oberhalb der Kappungsgrenze

von jetzt 72.000

e liegen, werden bei der Berechnung

von Renten nicht berücksichtigt.

Dieses Verfahren

ist auch gerecht, da der Arbeitgeber

für das Einkommen über

dem Höchst-Jahresarbeitsverdienst

auch keine Beiträge zur

gesetzlichen Unfallversicherung

zahlen muss.

9


Unfallversicherung

Versicherte, die Leistungen

des Unfallversicherungsträgers

EUK erhalten, werden

mittels Bescheid über die Anerkennung

des Ereignisses

als Unfall oder Berufskrankheit,

über die Höhe der Zahlungen

sowie über den Beginn

und das Ende der Leistungen

informiert.

10

Sind Versicherte mit dem Inhalt

des Bescheides nicht

einverstanden, können sie innerhalb

der gesetzlich festgelegten

Frist (ein Monat) Widerspruch

einlegen. Daraufhin

findet verwaltungsseitig

eine Überprüfung statt. Sofern

hier keine Abhilfe möglich

ist, wird der angefochtene

Bescheid dem Widerspruchsausschuss

zur erneuten

Überprüfung vorgelegt.

Unfallhergang

Herr A. fährt mit seinem PKW

täglich ca. 30 km zur Arbeit. Da

er im Schichtdienst tätig ist, sind

auch seine Fahrzeiten sehr unterschiedlich.

Als er eines

Nachts auf dem Weg zum

Dienst durch den Wald fuhr, lief

ein Wildschwein vor sein Auto.

Zwar versuchte Herr A. noch

auszuweichen, konnte aber einen

Zusammenstoß nicht mehr

verhindern. Durch den Ausweichversuch

kam Herr A. jedoch

von der Straße ab und

prallte frontal gegen einen

Baum. Der angelegte Sicherheitsgurt

konnte größere Verletzungen

verhindern. Ein Knie

wurde durch den Aufprall jedoch

gegen die Türverkleidung

geschlagen und schmerzte.

Deshalb suchte Herr A. den

Durchgangsarzt auf.

Heilbehandlung

Vom Durchgangsarzt wurden

verschiedene Röntgenaufnah-

Aus der Arbeit des Widerspruchsausschusses

Vorsicht

Wildwechsel!

In unserer ständigen Rubrik „Aus der Arbeit des Widerspruchsausschusses“

berichtet Rudi Ludwig, Mitglied des Widerspruchsausschusses der EUK,

über einen Fall aus der Praxis und die dazu getroffene Entscheidung.

Alle Menschen sind krank, nur die meisten wissen es nicht. Zu diesem Ergebnis

kommt man, wenn man genügend ärztliche Gutachten gelesen hat.

Formulierungen wie zum Beispiel „bisher klinisch stumm verlaufene Erkrankung“

trifft man sehr häufig an. Dass gerade dieser Satz ganz wesentliche Auswirkungen

auf die Anerkennung oder Ablehnung als Arbeitsunfall oder für die Höhe

einer „Unfallrente“ hat, ist den wenigsten bewusst. Unser nachfolgender Fall ist

dafür ein typisches Beispiel.

men des verletzen Knies gefertigt.

Trotz Ruhigstellung und

Salbenverband besserten sich

die Beschwerden nicht. Nach

rund zwei Wochen wurde deshalb

eine Arthroskopie durchgeführt.

Diese Untersuchung

zeigte eine degenerative Schädigung

3. Grades sowie einen

Lappenriss. Im Gutachten beschrieb

der untersuchende Arzt

die Verletzung: „Nach Einbringen

der Instrumente zeigte sich

eine degenerative Veränderung

3. Grades und ein Lappenriss

des medialen Meniskus. Art und

Umfang des Lappenrisses lassen

den Schluss zu, dass dieser

durch den Unfall verursacht

ist. Die degenerativen Schädigungen

sind unfallfremd und

mit dem Leistungssport, den

Herr A. in früheren Jahren betrieben

hat, zu begründen“.

Bescheid

Aufgrund der eindeutigen Aussage

im Untersuchungsbericht

gewährte die EUK eine Rente

für zurückliegende Zeit in Höhe

von 20 Prozent MdE für den

Zeitraum von 13 Monaten. Danach,

so die ärztlichen Aussagen,

hat sich der Gesundheitszustand

soweit verbessert, dass

der Zustand wie vor dem Unfall

vorlag.

Widerspruch

Der Versichte war mit der Zeitdauer

der Rentengewährung

nicht einverstanden. Er begründete

seinen Widerspruch mit

Schmerzen nach längerem Sitzen,Bewegungseinschränkungen,

die ihm beim Arbeiten und

beim Freizeitsport behindern

würden.

Weitere Ermittlungen

Nachdem der Versicherte seiner

Widerspruchsbegründung

auch ärztliche Bescheinigungen

beigefügt hatte, die zumindest

die akuten Schmerzen bestätigten,

wurde von Seiten der

EUK eine weitere Abklärung für

notwendig erachtet. Der behandelnde

Arzt empfahl eine nochmalige

Arthroskopie des Knies.

Diese Untersuchung wurde

auch durchgeführt und brachte

einen freien Gelenkkörper zum

Vorschein. Nach der Entfernung

dieses Gelenkkörpers gestaltete

sich der weitere Heilungsverlauf

problemlos.

Entscheidung

Der freie Gelenkkörper wurde

vom behandelnden Arzt als

Unfallfolge diagnostiziert. Daher

war es selbstverständlich,

dass der ursprüngliche Bescheid

zurückgenommen wurde,

denn dieser beruhte auf

unrichtigen medizinischen Feststellungen.

Der neue Bescheid

verlängerte den Zeitraum der

Rentengewährung um sechs

Monate. Gegen diesen Bescheid

legte Herr A. keinen

weiteren Widerspruch ein.

EUKDialog 2/2005


Verletztengeld

nach einem

Arbeitsunfall

Kann ich auch nach einem Arbeitsunfall selbst für

meinen Lebensunterhalt sorgen?

Von wem bekomme ich Geldleistungen zur Sicherung

meines Lebensunterhalts?

Entspricht die Leistung meinem zuvor bezogenen

Nettoarbeitsentgelt?

Wird die Leistung zeitlich unbegrenzt gezahlt,

weil der Gesundheitsschaden doch in Ausübung

meiner dienstlichen Verpflichtungen eingetreten ist?

Muss ich mich selbst um die Zahlung kümmern?

Dies alles sind Fragen, die unweigerlich auftauchen,

wenn Versicherte einen Arbeitsunfall

– unter dem Begriff Arbeitsunfall sind auch

Wegeunfälle zu verstehen – erlitten haben.

Im nachfolgenden Beitrag wird Karlheinz Marg,

Leiter des Referates für berufliche Rehabilitation,

auf die einzelnen Fragen eingehen.

EUKDialog 2/2005

Zweck des

Verletztengeldes

Beim Verletztengeld handelt es

sich um eine Geldleistung, die

dazu dient, den Ausfall an Arbeitsentgelt/Arbeitseinkommen

für die Zeit der Arbeitsunfähigkeit

auszugleichen. Verletztengeld

stellt damit als ergänzende

Leistung zur Rehabilitation den

Lebensunterhalt der Betroffenen

und deren Angehörigen sicher

(Rechtsgrundlage § 26 Sozialgesetzbuch

(SGB) VII in Verbindung

mit § 45 SGB IX).

Anspruchsvoraussetzungen

gemäß § 45

Abs. 1 SGB VII

1. Voraussetzung

Verletztengeld wird erbracht,

wenn Versicherte arbeitsunfähig

sind oder wegen einer

Maßnahme der Heilbehandlung

eine ganztägige Tätigkeit nicht

ausüben können.

Arbeitsunfähig im Sinne des

§ 45 Abs. 1 SGB VII sind Versicherte,

die nicht oder nur mit

der Gefahr der alsbaldigen Verschlimmerung

in der Lage sind,

ihrer zuletzt ausgeübten Erwerbstätigkeit

nachzugehen.

Grundsätzlich kommt es damit

auf die zuletzt vor Beginn der

Arbeitsunfähigkeit ausgeübte

Tätigkeit an. Arbeitsunfähigkeit

endet aber auch dann, wenn

den Versicherten eine ihrer bisherigen

Beschäftigung gleich

geartete Tätigkeit zugemutet

werden kann.

Je allgemeiner und unbestimmter

die Arbeit des Arbeitnehmers

umschrieben ist, umso

weitgehender sind die Befugnisse

des Arbeitgebers in der

Bestimmung der zu verrichtenden

Arbeit.

2. Voraussetzung

Die Versicherten müssen unmittelbar

vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit

oder der Heilbehandlung

Anspruch auf Arbeitsentgelt/Arbeitseinkommen


Unfallversicherung

oder andere Einkünfte, auf die

an dieser Stelle nicht näher eingegangen

werden soll –, gehabt

haben.

Die 2. Voraussetzung ergibt sich

bereits aus dem eingangs erwähnten

Zweck des Verletztengeldes,

nämlich dem Ausgleich

von ausgefallenem Arbeitsentgelt/Arbeitseinkommen,

d.h.

wenn unmittelbar vor Beginn

der Arbeitsunfähigkeit keine

Geldleistung bezogen worden

ist, kann das Verletztengeld

auch nicht als Ausgleich dienen.

Liegen beide vorgenannten

Voraussetzungen vor, besteht

somit Anspruch auf Verletztengeld.

Beginn des

Verletztengeldes

Gemäß § 46 Abs. 1 SGB VII

besteht Verletztengeldanspruch

von dem Tage an, ab dem die

Arbeitsunfähigkeit ärztlich festgestellt

wird oder mit dem Tag

des Beginns einer Heilbehandlungsmaßnahme,

die die Versicherten

an einer Ausübung einer

ganztägigen Erwerbstätigkeit

hindert.

Da das Verletztengeld Arbeitsentgelt

ersetzen soll und der

Arbeitgeber mit Beginn der Arbeitsunfähigkeit

im Regelfall

noch sechs Wochen Entgeltfortzahlung

gewährt, kommt es

zur eigentlichen Zahlung von

Verletztengeld an die Versicherten

erst nach Ablauf von 42

Tagen, wobei der erste Tag des

42-Tages-Zeitraums in der Regel

der erste Tag nach dem

Unfall ist, d.h. der Unfalltag zählt

bei einem Arbeitsunfall noch als

Arbeitstag mit Lohnanspruch

(Ausnahme z.B. Unfall auf dem

Weg zur Arbeit).

Auszahlung der

Leistung

Die Auszahlung und die Berechnung

des Verletztengeldes

erfolgt, wenn die Versicherten

11


Unfallversicherung

bei einer gesetzlichen Krankenkasse

krankenversichert sind,

durch die jeweilige Krankenkasse.

Grundlage ist eine mit den Krankenkassen

getroffene Verwaltungsvereinbarung.

Der eigentlich

zuständige Unfallversicherungsträger

ist diesbezüglich

nur insofern beteiligt, als er der

auszahlenden Krankenkasse

die erbrachten Geldleistungen

erstattet.

Privat Krankenversicherte sind

von der Verwaltungsvereinbarung

nicht erfasst. Für diesen

Personenkreis erfolgt die Einholung

der Angaben, die für die

Verletztengeldberechnung notwendig

sind, durch den zuständigenUnfallversicherungsträger;

die Auszahlung wird entweder

durch den Unfallversicherungsträger

selbst durchgeführt

oder eine gesetzliche

Krankenkasse erhält vom Unfallversicherungsträger

einen

Einzelauftrag zur Auszahlung

einschließlich der zur Verletztengeldberechnungerforderlichen

Angaben.

Aufgaben der

Versicherten

Obwohl die Berechnung und

Auszahlung von Amts wegen

durchgeführt wird, können Versicherte

in ihrem eigenen Interesse

selbst wesentlich dazu

beitragen, dass das Verletztengeld

schnellstmöglich ausgezahlt

wird.

Sollte nämlich arbeitsunfallbedingte

Arbeitsunfähigkeit eintreten,

hat der Versicherte einen

D- oder H-Arzt aufzusuchen

und diesem über den erlittenen

Arbeitsunfall zu berichten

(Ausnahme: Isolierte Augen

oder HNO-Verletzungen; hier

genügt die Vorstellung beim

Facharzt).

Anschriften der D- oder H-Ärzte

können beim Arbeitgeber

oder beim Unfallversicherungsträger

erfragt werden (für die

EUK auch im Internet über

www.euk-info.de).

12

Die bei der Untersuchung durch

den vorgenannten Arzt erhobenen

Befunde werden in einem

entsprechenden Bericht

dokumentiert, der sowohl der

Krankenkasse als auch dem

Unfallversicherungsträger zugeht.

Die rechtzeitige Übersendung

des Berichtes an die Krankenkasse

und den Unfallversicherungsträger

ist für die Versicherten

deshalb von Vorteil, weil

damit eine Information an die

für die Verletztengeldzahlung

zuständige Stelle erfolgt ist und

diese die entsprechenden

Schritte einleiten kann.

Unabhängig vom Arztbesuch

sollten Versicherte Arbeitsunfälle

unverzüglich vom Arbeitgeber

aufnehmen lassen (Unfallanzeige/Unfallvermerk).

Der Arbeitgeber gibt die Unfallanzeige

bzw. den Unfallvermerk

an den zuständigen Unfallversicherungsträger

weiter, so

dass auch auf diesem Weg die

rechtzeitige Information des

Unfallversicherungsträgers sichergestellt

ist.

Des Weiteren sollten sich Versicherte,

die länger als sechs

Wochen (= Entgeltfortzahlungszeitraum)

arbeitsunfähig sind,

rechtzeitig die bei der Krankenkasse

zur Auszahlung von Verletztengeld

vorzulegenden Auszahlscheine

besorgen. Erhältlich

bei der zuständigen Krankenkasse.

Ende der

Verletztengeldzahlung

Das Verletztengeld endet gemäß

§ 46 Abs. 3 Satz 1 SGB VII

1. mit dem letzten Tag der Arbeitsunfähigkeit

oder der

Hinderung an einer ganztägigen

Erwerbstätigkeit

durch eine Heilbehandlungsmaßnahme,

2. mit dem Tag, der dem Tag

vorausgeht, an dem ein Anspruch

auf Übergangsgeld

entsteht.

Damit die Unfallversicherungsträger

bei Arbeitsunfähigkeit

nicht auf Dauer Verletztengeld

zahlen müssen, muss auch für

die Fälle, in denen mit einem

Wiedereintritt der Arbeitsfähigkeit

nicht mehr zu rechnen ist

und Leistungen zur Teilhabe am

Arbeitsleben nicht zu erbringen

sind, die Möglichkeit der Beendigung

der Verletztengeldzahlung

gegeben sein.

Das Verletztengeld endet in diesen

Fällen nach § 46 Abs. 3

Satz 2 SGB VII

1. mit dem Tag, an dem die

Heilbehandlung soweit abgeschlossen

ist, dass die

Versicherten eine zumutbare

zur Verfügung stehende

Berufs- oder Erwerbstätigkeit

aufnehmen können,

2. mit Beginn der in § 50 Abs.

1 Satz 1 des Fünften Buches

genannten Leistungen,

es sei denn, dass diese

Leistungen mit dem Versicherungsfall

im Zusammenhang

stehen,

3. im Übrigen mit Ablauf der

78. Woche, gerechnet vom

Tag des Beginns der Arbeitsunfähigkeit

an, jedoch

nicht vor dem Ende der stationären

Behandlung.

Anmerkung zu Nr. 2

Für die Einstellung des Verletztengeldes

sind in § 50 Abs. 1

Satz 1 SGB V u. a. aufgeführt

die Rente wegen voller Erwerbsminderung,

die Vollrente wegen

Alters, Ruhegehalt nach

beamtenrechtlichen Vorschriften

oder das Vorruhestandsgeld

nach § 5 Abs. 3 SGB V.

Anmerkung zu Nr. 3

Liegen Einstellungsgründe nach

§ 46 Abs. 3 Satz 2 Nr. 1 oder 2

SGB VII nicht vor, endet das

Verletztengeld, wenn mit Arbeitsfähigkeit

nicht mehr zu

rechnen ist und Leistungen zur

Teilhabe am Arbeitsleben nicht

zu erbringen sind, mit Ablauf

der 78. Woche, jedoch nicht

vor dem Ende der stationären

Behandlung.

Damit ist sicher gestellt, dass

Versicherte, wenn Nr. 1 bzw.

Nr. 2 nicht greift, ausreichend

Zeit haben (nämlich 78 Wochen

lang), sich auf die Änderung der

wirtschaftlichen Verhältnisse

einzustellen.

Berechnung des

Verletztengeldes

Unter Zugrundelegung des

§ 47 SGB VII sind zur Berechnung

des Verletztengeldes fünf

Arbeitsschritte vorzunehmen:

1. Es ist das Regelentgelt zu

berechnen (= Bemessungsgrundlage).

2. Das berechnete Regelentgelt

ist mit dem Höchstregelentgelt

zu vergleichen

und ggf. auf dieses zu kürzen.

3. Vom gültigen Regelentgelt

sind 80 v.H. zu ermitteln.

4. Es ist das entgangene

Nettoarbeitsentgelt zu berechnen

(= Höchstbetrag).

5. Feststellung des Verletztengeldes.

Anmerkung zu 1

Das Entgelt im letzten Abrechnungszeitraum

(mindestens 4

Wochen) ist Ausgangspunkt für

die Regelentgeltberechnung.

Das Entgelt muss sowohl vor

Beginn der Arbeitsunfähigkeit

erzielt als auch abgerechnet

worden sein.

Beispiel:

Der Arbeitsunfall ereignet sich

am 05.06.2005. Das Entgelt für

Monat Mai (Monatslöhner) war

zu diesem Zeitpunkt erzielt als

auch abgerechnet, z.B. am

25.05.2005. Damit ist der Monat

Mai der maßgebliche Bemessungszeitraum

für die Regelentgeltberechnung.

Anmerkung zu 2

Das Höchstregelentgelt bei der

Eisenbahn-Unfallkasse beträgt

seit dem 1. Januar 2005 200 e

tgl. (72.000 e : 360 Tage).

EUKDialog 2/2005


Beispiel für

eine Verletztengeldberechnung

Ein Arbeitnehmer mit festem

Monatsgehalt erhielt im Bemessungszeitraum

(in der Regel der

Monat vor dem Arbeitsunfall)

ein Bruttoarbeitsentgelt in Höhe

von 2.250 e (regelmäßiges Entgelt

ohne Einmalzahlungen), ein

Nettoarbeitsentgelt in Höhe von

1.200 e und beitragspflichtige

Einmalzahlungen (z.B. Urlaubsgeld,

Weihnachtsgeld) in den

letzten zwölf Monaten vor Beginn

der Arbeitsunfähigkeit in

Höhe von 4.500 e.

Diese Entgeltangaben für die

Berechnung des Verletztengeldes

fordert die für den jeweiligen

Versicherten zuständige

Krankenkasse beim Arbeitgeber

an, wobei anzumerken ist,

dass die Entgeltbescheinigung

darüber hinaus auch noch weitere

Angaben enthält, wie Dauer

der Entgeltfortzahlung, Fehlzeiten

etc.

Nach Erhalt dieser Angaben

kann das kalendertägliche Verletztengeld

unter Berücksichtigung

der zuvor beschriebenen

fünf Arbeitsschritte berechnet

werden.

1. Regelentgelt

2.250 e (regelmäßiges Brutto)

: 30 = 75,00 E

4.500 e (Einmalzahlungen)

: 360 = 12,50 E

Kumuliertes Regelentgelt

= 87,50 e

2. Vergleich mit dem Höchstregelentgelt

bei der EUK in

Höhe von 200 E

Es ist keine Kürzung vorzunehmen,

da das Höchstregelentgelt

nicht überschritten wird.

EUKDialog 2/2005

3. Ermittlung von 80 % des

Regelentgelts

87,50 e x 80 % = 70,00 e

Dieser Betrag ist gleichzeitig das

Bemessungsentgelt für das

Abführen der Sozialversicherungsbeiträge

(AV, RV, KV, PV).

4. Berechnung des entgangenen

Nettoarbeitsentgelts

Entgangenes Nettoarbeitsentgelt

1.200 e : 30 = 40,00 E

Nettohinzurechnungsbetrag

12,50 E x 40/75 = 6,67 e

Kumuliertes Nettoarbeitsentgelt

= 46,67 e

5. Feststellung des Verletztengeldes

Das kalendertägliche Verletztengeld

beträgt somit 40 e, da

das entgangene regelmäßige

Nettoarbeitsentgelt nicht überschritten

werden darf.

An diesem Beispiel wird deutlich,

dass für die überwiegende

Zahl der Verletztengeldbezieher

durch die Einführung des Einmalzahlungs-Neuregelungsgesetzes

zum 1. Januar 2001 keine

Verbesserung in Bezug auf

das Verletztengeld eingetreten

ist.

Bei einem Stundenlöhner würde

zur Ermittlung des regelmäßigenBrutto-/Nettoarbeitsentgelts

(Schritte 1 und 4) folgende

Berechnungsformel zugrunde

gelegt:

Entgelt im Bemessungszeitraum

(ohne Einmalzahlungen) :

Zahl der Stunden, für die das im

Bemessungszeitraum erzielte

Arbeitsentgelt gezahlt wurde x

regelmäßige wöchentliche Arbeitsstunden

: 7 = Regelentgelt

(siehe Berechnungsformel

unten).

Das kumulierte Regelentgelt

bzw. das kumulierte Nettoarbeitsentgelt

werden im Weiteren

wie im Beispielsfall beschrieben

berechnet.

Da die Versicherten aus dem so

ermittelten Verletztengeld (=

Bruttoverletztengeld) Beiträge

ihrerseits zur Arbeitslosen- und

Rentenversicherung abzuführen

haben – die Durchführung

erfolgt automatisch durch die

Krankenkasse, Beiträge zur

Kranken- und Pflegeversicherung

werden vom Unfallversicherungsträger

komplett übernommen

– wird der tatsächlich

ausgezahlte Betrag (= Nettoverletztengeld)

– auch nach einem

Arbeitsunfall – regelmäßig

niedriger sein als das üblicherweise

vom Arbeitgeber ausgezahlte

Nettoarbeitsentgelt.

Die kalendertäglichen Beiträge

der Versicherten würden sich

für den Beispielfall wie folgt berechnen:

Kumuliertes Regelentgelt

87,50 e

Bemessungsentgelt für die

Abführung der Beiträge x

80 % =70 e

Rentenversicherungsbeiträge

insgesamt

70 e x 19,5 % = 13,65 e

davon Versichertenanteil

9,75 % (halber Beitragssatz)

x 40 e (regelmäßiges Netto)

= 3,90 e

Anteil der EUK

13,65 e abzügl. 3,90 e

= 9,75 e

Arbeitslosenversicherungsbeiträge

insgesamt

70,00 e x 6,5 %

= 4,55 e

Unfallversicherung

davon Versichertenanteil

3,25 % x 40 e

= 1,30 e

Anteil EUK

4,55 e abzügl. 1,30 e

= 3,25 e

Dem Versicherten ist somit ein

kalendertägliches Nettoverletztengeld

in Höhe von 34,80 e

(40 e – 3,90 e – 1,30 e) auszuzahlen.

Anpassung

Die Verletztengeldbeträge werden

12 Monate nach Ablauf

des Bemessungszeitraums entsprechend

der Entwicklung der

Bruttoarbeitsentgelte angepasst.


13


Dialog

Arbeitsschutz und Unfallverhütung vor Ort

14

„Erste Hilfe im

Betrieb“

Bei Notfällen aller Art werden jährlich viele Menschen

getötet und noch wesentlich mehr verletzt,

zum Teil schwer. Würde am Notfallort rechtzeitig und

sachgemäß Erste Hilfe geleistet, könnte dadurch der

Tod vieler Menschen verhindert

oder die Verschlimmerung von Verletzungen und

Erkrankungen vermieden werden.

Bei der betrieblichen Ersten Hilfe hat der

Unternehmer dafür zu sorgen, dass zur Ersten Hilfe

und zur Rettung aus Gefahr für Leben und

Gesundheit die erforderlichen Einrichtungen und das

Personal zur Verfügung stehen.

Die Bahnversicherungsanstalt, Hauptverwaltung

Frankfurt am Main, hat als Verwaltungsbetrieb

sieben Ersthelfer zu bestellen, eine davon ist

Sibylle Pingel, die wir für diese Ausgabe des

„EUK-Dialog“ interviewen.

EUK-Dialog: Der Unternehmer

hat aufgrund zahlreicher gesetzlicher

Bestimmungen dafür zu

sorgen, dass zur Ersten Hilfe

und zur Rettung aus Gefahr für

Leben und Gesundheit die entsprechenden

Maßnahmen getroffen

werden. Welche Bestimmungen

und Vorschriften gibt

es dafür?

Sibylle Pingel: Die Erste-Hilfe-

Pflichten des Unternehmers

ergeben sich insbesondere aus

der Unfallverhütungsvorschrift

(UVV) „Grundsätze der Prävention“,

der Arbeitsstättenverordnung

und dem Arbeitsschutzgesetz.

EUK-Dialog: Frau Pingel, wie

wird man Ersthelfer?

Sibylle Pingel: Zum Ersthelfer

kann jeder bestellt werden, der

die erforderliche Ausbildung

besitzt. Im Abschnitt „Erste Hilfe“

der UVV „Grundsätze der

Prävention“ gibt es sogar eine

Verpflichtung, sich ausbilden zu

lassen, sofern keine persönlichen

Gründe entgegenstehen.

EUK-Dialog: Wer bestellt den

Ersthelfer?

Sibylle Pingel: In erster Linie

bestellt der Unternehmer bzw.

ein Vertreter des Unternehmers,

z.B. Betriebsleiter, Abteilungsleiter

die erforderlichen Ersthelfer.

EUK-Dialog: Die Bestellung

zum Ersthelfer erfolgt durch den

Unternehmer. Frau Pingel, wie

wirkt sich das aus?

Sibylle Pingel: Durch eine

schriftliche Ergänzung meines

Arbeitsvertrages sowie eine

Änderung der Stellenbeschreibung

wurde ich zum Ersthelfer

bestellt. Den Beschäftigten

werden die Ersthelfer mit entsprechenden

Aushängen bekannt

gegeben. Die Aushänge

können bei der Eisenbahn-Unfallkasse

bestellt werden. In Verwaltungsbetrieben

müssen insgesamt

mindestens 10 Prozent

der anwesenden Beschäftigten

als Ersthelfer ausgebildet

sein.

EUK-Dialog: Wer hat Sie ausgebildet

und wie lange dauerte

die Ausbildung zum Ersthelfer?

Sibylle Pingel: Die Ausbildung

zur Ersthelferin habe ich beim

Deutschen Roten Kreuz (DRK)

absolviert. Das DRK ist, wie der

Arbeiter-Samariter-Bund

Deutschland, die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft,

die

Johanniter-Unfall-Hilfe und der

Malteser-Hilfsdienst eine von

der EUK für die Ausbildung zur

Ersten Hilfe ermächtigte Stelle.

Die Ausbildung dauerte im Erste-Hilfe-Lehrgang

acht Doppelstunden.

Eine weitergehende

Erste-Hilfe-Ausbildung kann

unter bestimmten Voraussetzungen

erforderlich sein, z.B.

wenn auf Grund des Umganges

mit Gefahrstoffen damit zu

rechnen ist, dass bei Unfällen

Maßnahmen erforderlich werden,

die nicht Gegenstand der

allgemeinen Ausbildung zum

Ersthelfer sind.

EUK-Dialog: Welche Aufgaben

sind von Ihnen zu erfüllen?

Sibylle Pingel: Meine Aufgabe

als Ersthelfer ist es, bei Unfällen

und Notfällen soweit möglich

eine wirkungsvolle Erste Hilfe

zu leisten. Um die hierfür notwendige

Praxis beizubehalten

sind alle zwei Jahre Fortbildungsmaßnahmen

bei einer von

der Eisenbahn-Unfallkasse ermächtigten

Stelle erforderlich.

EUK-Dialog: Wer trägt die

Kosten für die Aus- und Fortbildung

der Ersthelfer?

Sibylle Pingel: Die Kosten für

die Aus- und Fortbildung der

betrieblichen Ersthelfer werden

von der Eisenbahn-Unfallkasse

übernommen. Der Betrieb

muss nur für die Freistellung

der Ersthelfer von der Arbeit

während der Zeit für die Ausund

Fortbildung aufkommen.

EUK-Dialog: Welche Hilfe-

Maßnahmen sind bei einem

Unfall oder Notfall einzuleiten?

Sibylle Pingel: Es ist zunächst

einmal wichtig Ruhe zu bewahren,

um die durchzuführenden

EUKDialog 2/2005


Ersthelferin Sibylle Pingel im Gespräch mit den Sicherheitsbeauftragten. Großer Verbandkasten nach DIN 13169.

Sofortmaßnahmen gut und richtig

ausführen zu können.

Hierunter fallen beispielsweise

die Absicherung der Unfallstelle,

die Beachtung der eigenen

Sicherheit, die lebensrettenden

Sofortmaßnahmen und natürlich

die Absetzung des Notrufes.

EUK-Dialog: Welche Aufgaben

außerhalb von Unfällen und

Notfällen können durch den

Unternehmer auf den Ersthelfer

übertragen werden?

Sibylle Pingel: Der Unternehmer

kann die Beschäftigten

neben der Tätigkeit als Ersthelfer

mit weiteren Aufgaben beauftragen.

So ist es z.B. sinnvoll,

dass die Ersthelfer das Erste-Hilfe-Material

auf Vollständigkeit

und ordnungsgemäßen

Zustand oder auch die Meldeeinrichtung

sowie Rettungsgeräte

im Betrieb auf ordnungsgemäßen

und funktionsfähigen

Zustand überprüfen.

EUK-Dialog: Welche weiteren

Aufgaben sind nach einem Unfall

noch zu tun?

Sibylle Pingel: Die Erste-Hilfe-

Leistung ist im Verbandbuch zu

dokumentieren, damit bei Spätfolgen

eines Unfalles der Nachweis

für Versicherungsansprüche

an den gesetzlichen Unfall-

EUKDialog 2/2005

versicherungsträger EUK sichergestellt

ist. Verbrauchtes

Verbandmaterial ist umgehend

zu ergänzen, damit auch künftig

bei Unfällen die Erste Hilfe im

erforderlichen Umfang sichergestellt

ist.

EUK-Dialog: Frau Pingel, mit

welchen Personen arbeiten Sie

zusammen?

Sibylle Pingel: Von besonderer

Wichtigkeit ist die Zusammenarbeit

mit der Fachkraft für

Arbeitssicherheit (FASI), dem

Betriebsarzt und dem Personalrat.

EUK-Dialog: Wie steht es mit

der rechtlichen Stellung als Ersthelfer?

Sibylle Pingel: Der Ersthelfer

ist wie jeder Bürger verpflichtet,

Erste Hilfe zu leisten. Führt er

die Hilfeleistung mit der gebotenen

Sorgfalt durch, d.h. entsprechend

seinen Kenntnissen,

Fähigkeiten und den sonstigen

Umständen, kann sich ein Ersthelfer

grundsätzlich nicht strafbar

machen. Eine Haftung besteht

nur wenn es sich um ein

offensichtliches Verschulden,

d.h. ein grob fahrlässiges oder

vorsätzliches Vorgehen handelt.

Grob fahrlässiges Handeln

könnte z.B. vorliegen, wenn der

Ersthelfer es unterlässt, die

Unfallstelle auf einer dichtbe-

fahrenen Straße abzusichern

bzw. absichern zu lassen – obwohl

die Möglichkeit dazu besteht

(Warndreieck, anderes

Fahrzeug) – und dadurch ein

nachfolgendes Fahrzeug in die

Unfallstelle hinein fährt, das

weiteren Sach-/Personenschaden

an dem Verletzten verursacht.

EUK-Dialog: Gab es in Ihrer

Dienststelle schon einmal einen

schweren Unfall oder Notfall?

Sibylle Pingel: Zum Glück gab

es hier seit dem Umzug in das

neue Verwaltungsgebäude erst

einen größeren Unfall, bei dem

Ersthelfer gefordert waren. In

der Mehrzahl kommen eher kleinere

Verletzungen vor.

EUK-Dialog: Welche allgemeinen

Verhaltensregeln geben Sie

Ihren Kolleginnen und Kollegen

zur Ersten Hilfe?

Sibylle Pingel: Ruhe bewahren,

Unfallstelle sichern, eigene

Sicherheit beachten, Personen

aus dem Gefahrenbereich retten

und bei Notruf die „5-W-

Fragen“ beachten:

Wo geschah es?

Was geschah?

Wie viele Verletzte?

Welche Arten von Verletzungen?

Warten auf Rückfragen.

Dialog

EUK-Dialog: Frau Pingel, vielen

Dank für das Gespräch.

Das Interview führte

Wolfgang Horstig,

von dem auch die Bilder

stammen.

15


Telegramm

GUV-Regel

„Betreiben von

Arbeitsmitteln“

(GUV-R 500)

Online

Die am 3. Oktober 2002 in Kraft getretene Betriebssicherheitsverordnung

(BetrSichV) enthält für den Altbestand von Maschinen und

sonstigen technischen Arbeitsmitteln die Regelung, dass für deren

sicherheitstechnische Beurteilung die zum Zeitpunkt der erstmaligen

Bereitstellung geltenden Vorschriften heranzuziehen sind (siehe

§ 7 Abs. 2 BetrSichV).

Damit war es möglich, die alten Maschinenvorschriften als eigenständiges

Recht außer Kraft zu setzen.

Um auch fortan den Zugriff auf unverzichtbare Schutzziele von in

Zusammenhang mit der BetrSichV zurückgezogenen Unfallverhütungsvorschriften

(UVV) zu ermöglichen, sind in der GUV-Regel

„Betreiben von Arbeitsmitteln“ (GUV-R 500) die erhaltenswerten

Inhalte der zurückgezogenen UVV (Prüf- und Betriebsbestimmungen)

zusammengestellt. Dabei folgt die GUV-R 500 in ihrem Aufbau

im Wesentlichen der Gliederung nach Arbeitsmitteln oder Arbeitsverfahren

entsprechend den zurückgezogenen UVV.

Die einzelnen Kapitel der GUV-Regel „Betreiben von Arbeitsmitteln“

stehen allen Interessenten auf der Internetseite der EUK www.eukinfo.de

unter den Rubriken „Prävention/Regelwerk“ sowie „Aktuelles“

als PDF-Dateien zur Verfügung.

16

A+A 2005

Internationale Fachmesse für

Sicherheit und Gesundheit bei der

Arbeit 2005

mit einer EUK-Veranstaltung zum

Thema „Sicherung von kleinen

Arbeitsgruppen gegen die Gefahren aus

dem Eisenbahnbetrieb“

Die alle zwei Jahre auf dem

Messegelände in Düsseldorf

stattfindende Fachmesse findet

in diesem Jahr vom 24. bis

27. Oktober statt.

Diese weltweit führende Veranstaltung

für Arbeitsschutz und

Arbeitsmedizin umfasst wieder

eine internationale Fachmesse

mit mehr als 1.300 Ausstellern,

einen Kongress unter dem Leitthema

„Zukunft mit Prävention“

und den Treffpunkt „Sicherheit

und Gesundheit bei der Arbeit“

sowie verschiedene Veranstaltungen

in einem Forum.

Die Eisenbahn-Unfallkasse wird

sich wie in den letzten Jahren

wieder mit anderen Unfallversicherungsträgern

unter dem

Dach des Bundesverbandes

der Unfallkassen mit einem eigenen

Stand der Öffentlichkeit

vorstellen und aktuelle Schwerpunktthemen

der Prävention

präsentieren.

Weitere Informationen zu den

Öffnungszeiten und Besucherpreisen

zur A+A 2005 finden

Sie im Internet unter

www.basi.de und

www.AplusA-online.de.

Veranstaltung der

EUK

Im Rahmen des 29. internationalen

Kongresses für Arbeitsschutz

und Arbeitsmedizin führt

die Eisenbahn-Unfallkasse am

25. Oktober 2005 im Kongresszentrum

eine Veranstaltung zum

Thema „Sicherung von kleinen

Arbeitsgruppen gegen Gefahren

aus dem Eisenbahnbetrieb“

durch.

In der Veranstaltung werden die

Voraussetzungen hinterfragt,

die erfüllt sein müssen, bevor

der Gleisbereich betreten werden

darf; die Einbindung der

Sicherungsmaßnahmen in den

Eisenbahnbetrieb dargestellt

sowie die Möglichkeiten und

Entwicklungen zum Schutz der

Beschäftigten vor den Gefahren

des Eisenbahnbetriebes auf

dem Gebiet der automatischen

Warnsysteme erläutert.

Im nächsten EUK-Dialog sind

nähere Informationen zu dieser

Veranstaltung enthalten.

EUKDialog 2/2005


Erweiterung des Internetauftritts der EUK

Neue Rubrik „Finanzierung & Beiträge“

Ab sofort stehen unseren Mitgliedsunternehmen in einer neuen

Rubrik „Finanzierung & Beiträge“ umfangreiche Informationen zu

den Themengebieten

Gefahrtarif der EUK,

Beitragsumlage Unfallversicherung,

Fremdumlage Insolvenzgeld und

Lohnnachweis/Entgeltarten

zur Verfügung.

Insbesondere die neu eingestellte

„Übersicht der Entgeltarten“

bietet eine zusätzliche Hilfe für die Unternehmen bei der jährlichen

Lohnsummenmeldung. Diese Übersicht ist alphabetisch sortiert

und beinhaltet insbesondere Entgeltarten, die in der betrieblichen

Praxis in Unternehmen, welche bei der EUK versichert sind, am

häufigsten vorkommen. Hiermit wird eine einfache Identifizierung

der nachweispflichtigen Entgeltarten ermöglicht.

Bei Fragen zu diesem Themenkomplex unterstützen Sie auch

gerne unsere Mitarbeiter:

Jürgen Löffler

Telefon 0 69/4 78 63-1 21

Fax 0 69/4 78 63-1 52

E-Mail: juergen.loeffler@euk-info.de

sowie

Wilfried Lauber

Telefon 0 69/4 78 63-1 01

Fax 0 69/4 78 63-1 52

E-Mail: wilfried.lauber@euk-info.de

Zusätzlich zu umfangreichen Informationen und Erläuterungen

stehen nun auch der Gefahrtarif sowie die Satzung der EUK als

PDF-Dokumente zur Verfügung.

Schauen Sie vorbei:

www.eisenbahn-unfallkasse.de

oder

www.euk-info.de

EUKDialog 2/2005

Tag der Verkehrssicherheit

am 18. Juni 2005

Verkehrssicherheit

geht uns alle an

Am 18. Juni 2005 findet zum

ersten Mal der Tag der Verkehrssicherheit

unter dem Motto

„Verkehrssicherheit geht uns

alle an“ statt.

Diesen Tag hat der DVR mit

seinen Mitgliedern ins Leben

gerufen, um dem Thema Verkehrssicherheit

noch mehr Gewicht

in der Öffentlichkeit zu

verleihen.

Ziel dieses zukünftig jährlich

stattfindenden Ereignisses ist

die Sensibilisierung der Verkehrsteilnehmer

für mehr Sicherheit

im Straßenverkehr.

Denn trotz der konstant sinkenden

Unfallzahlen kommen

jährlich immer noch mehrere

tausend Menschen bei Verkehrsunfällen

ums Leben.

Am stärksten sei hier die Gruppe

der jungen Fahrer betroffen.

Hier schneide Deutschland im

internationalen Vergleich sehr

schlecht ab, erläutert Prof. Manfred

Bandmann, Präsident des

Deutschen Verkehrssicherheitsrates.

Auch bei der Vermeidung

von Unfällen liege die

Bundesrepublik europaweit nur

im Mittelfeld. Daher müsse das

Thema Unfallprävention im öffentlichen

Bewusstsein wieder

stärker präsent werden und

Deutschland einen Spitzenplatz

Öffentliche Bekanntmachung

Telegramm

anstreben. Jeder einzelne Verkehrsteilnehmer

könne dazu

beitragen, das Ziel zu erreichen.

Verbände, Politik und Wirtschaft

sind daher aufgerufen, den 18.

Juni 2005 zu unterstützen.

Im Rahmen des Tages der Verkehrssicherheit

am 18. Juni

werden Automobilclubs, Verkehrswachten

und sonstige Institutionen,

die in der Verkehrssicherheitsarbeit

aktiv sind, bei

Veranstaltungen vor Ort auf das

Thema „Sicherheit im Straßenverkehr“

aufmerksam machen.

Sie werden zeigen, worauf es

ankommt, wenn man unfallfrei

unterwegs sein will und laden

zum Beispiel zu Fahrten im Fahrsimulator

oder zu Pkw-Fahrsicherheitstrainings

ein.

Der Tag der Verkehrssicherheit

2005 wird am 17. Juni mit einer

Pressekonferenz des DVR und

seinen Partnern eingeläutet. Am

Samstag, 18. Juni, wird das

Thema Verkehrssicherheit und

Mobilität durch bundesweite

Veranstaltungen hinausgetragen

in die Städte und Gemeinen.

Weitere Informationen zum Tag

der Verkehrssicherheit 2005

und zu den Veranstaltungen finden

sie unter www.dvr.de.

Die nächste Sitzung der Vertreterversammlung der Eisenbahn-

Unfallkasse (EUK) findet am 08. und 09. Juni 2005 in Marburg

statt.

Tagungsbeginn: 08.06.2005, 15.00 Uhr

Tagungsende: 09.06.2005, voraussichtlich 12.00 Uhr

Die Tagungsstätte befindet sich im SORAT Hotel Marburg, Pilgrimstein

29, 35037 Marburg.

Die Sitzung der Vertreterversammlung ist öffentlich.

17


Checkliste

18

Chefsache

Gefahrstoffverordnung

Mit dem In-Kraft-Treten der „Neuen Gefahrstoffverordnung“ zum 1. Januar 2005 haben sich Änderungen

in der Anwendung der Verordnung ergeben. Ein guter Grund, die Gefährdungsbeurteilung der Arbeitsplätze

und Tätigkeiten mit Gefahrstoffen und die Betriebsanweisungen auf die Anforderungen der „Neuen Gefahrstoffverordnung“

hin zu überprüfen und erforderlichenfalls in das neue Schutzstufenkonzept einzuordnen.

Die folgende Checkliste gibt Ihnen Hinweise, was in Bezug auf die „Neue Gefahrstoffverordnung“ für

Arbeitsplätze und Tätigkeiten zu beachten ist.

Bitte testen Sie sich ja nein

1. Sind alle im Betrieb vorhandenen Gefahrstoffe in einem Verzeichnis (Kataster) erfasst?

2. Wurde für die Gefahrstoffe eine Ersatzstoffsuche durchgeführt?

3. Sind für die im Gefahrstoffkataster erfassten Zubereitungen und Stoffe Sicherheitsdatenblätter vorhanden und haben

diese kein älteres Erstellungsdatum als den 01.01.2005?

4. Ist eine Gefährdungsbeurteilung für den Arbeitsplatz/die Tätigkeit mit Gefahrstoffen erstellt?

5. Wurde die Gefährdungsbeurteilung, wenn nicht von Ihnen selbst, von einer fachkundigen Person durchgeführt?

6. Wurden die physikalisch chemischen und/oder toxikologischen Eigenschaften der Gefahrstoffe bewertet?

7. Wurden die Tätigkeiten, bei denen Gefahrstoffe mit toxikologischen Eigenschaften eingesetzt werden, entsprechend

der Gefährdungsbeurteilung in die Schutzstufen 1 bis 4 eingestuft?

8. Sind für die verwendeten Gefahrstoffe Betriebsanweisungen entsprechend § 14 der Verordnung erstellt?

9. Werden die Beschäftigten, die Tätigkeiten mit Gefahrstoffen ausführen, mindestens 1x jährlich über die auftretenden

Gefahren sowie über Verhaltensregeln und Schutzmaßnahmen unterwiesen?

10. Erfolgen die Unterweisungen mündlich sowie Arbeitsplatz- und Tätigkeitsbezogen?

11. Werden die Unterweisungen dokumentiert und von den Unterwiesenen durch Unterschrift bestätigt?

12. Sind die Betriebsanweisungen am Arbeitsplatz ausgehängt oder ausgelegt?

13. Sind den Beschäftigten die Sicherheitsdatenblätter für die am Arbeitsplatz eingesetzten Stoffe und Zubereitungen

zugänglich?

14. Erfolgt für Tätigkeiten mit Gefahrstoffen, mit erhöhtem Gefährdungspotential, eine arbeitsmedizinisch toxikologische

Beratung der Beschäftigten durch den Betriebsarzt?

15. Ist für Arbeiten mit hautresorptiven Gefahrstoffen ein Hautschutzplan erstellt und stehen geeignete Hautschutz-,

Hautreinigungs- und Hautpflegemittel zur Verfügung?

16. Wird darauf geachtet, dass Gefahrstoffe nicht in Lebensmittelgefäße umgefüllt und aufbewahrt werden?

17. Ist sichergestellt, dass die Gefährdungsbeurteilung z.B. bei Änderungen am Arbeitsplatz/der Tätigkeit/dem Verfahren

oder Bekanntgabe neuer Grenzwerte überarbeitet wird?

18. Wird regelmäßig kontrolliert, dass die Anweisungen (z.B. Benutzung von PSA) von den Beschäftigten auch beachtet

werden?

19. Werden bei Überschreitung des Arbeitsplatzgrenzwertes (AGW) arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen

durchgeführt und auch bei Einhaltung des AGW arbeitsmedizinische Vorsorgeuntersuchungen angeboten? Siehe

hierzu auch Anhang V der GefStoffV (Pflicht- und Angebotsuntersuchungen).

EUKDialog 2/2005


„Erste Hilfe“ jetzt in der neuen UVV

GUV-V A1 „Grundsätze

der Prävention“ geregelt

Mit dem In-Kraft-Treten der

Unfallverhütungsschrift (UVV)

„Grundsätze der Prävention“

(GUV-V A1) zum 01.04.2005

wurde zeitgleich die bis dahin

geltende UVV „Erste Hilfe“

(GUV-V A5) außer Kraft gesetzt.

Allerdings bedeutet das nicht,

dass die bisher in 22 Paragrafen

und einer Anlage formulierten

Vorgaben zur Ersten Hilfe

mit der Aufhebung der UVV

„Erste Hilfe“ (GUV-V A5) Ihre

Bedeutung verloren haben.

Vielmehr wurden die Regelungsinhalte

der bisherigen UVV

„Erste Hilfe“ (GUV-V A5) in die

Grundlagenvorschrift „Grundsätze

der Prävention“ (GUV-V

A1) überführt.

Dort sind die bisherigen Regelungen

zur Ersten Hilfe im dritten

Abschnitt des vierten Kapitels,

in dem es um die Organisation

des betrieblichen Arbeitsschutzes

geht, in den §§ 24-28

im Sinne einer sachlogischen

Gliederung

Allgemeine Pflichten des

Unternehmers,

Erforderliche Einrichtungen

und Sachmittel,

Zahl und Ausbildung der

Ersthelfer,

Zahl und Ausbildung der Betriebssanitäter

und

Unterstützungspflichten der

Versicherten.

neu zusammengestellt worden,

Die „Allgemeinen

Pflichten des

Unternehmers“

regelt § 24

Danach hat der Unternehmer

sicher zu stellen, dass zur Ers-

EUKDialog 2/2005

ten Hilfe und zur Rettung aus

Gefahr das erforderliche Personal

(Ersthelfer bzw. bei entsprechender

Betriebsgröße

auch Betriebssanitäter) und die

erforderlichen Einrichtungen

und Sachmittel, die im § 25

näher bezeichnet werden, zur

Verfügung stehen.

Insbesondere hat der Unternehmer

dafür zu sorgen, dass nach

einem Unfall unverzüglich Erste

Hilfe geleistet und eine erforderliche

ärztliche Versorgung

veranlasst wird.

Der Unternehmer ist verpflichtet,

seinen Beschäftigten in ge-

eigneter schriftlicher Form Hinweise

über die Erste Hilfe und

den damit im Zusammenhang

stehenden wichtigen Informationen

hinsichtlich

Notruf,

Erste-Hilfe- und Rettungs-

Einrichtungen,

Erste-Hilfe-Personal (z.B.

Ersthelfer),

Ärzte (z.B. D-Ärzte) und

anzufahrende Krankenhäuser

zu geben.

Die EUK stellt mit der GUV-I

510-1 „Anleitung zur Ersten Hilfe

Sicherheit überall

bei Unfällen“ (Abbildung 1) einen

Aushang im Format DIN A

2 zur Verfügung, der, wenn er

vom Unternehmer vollständig

und sorgfältig ausgefüllt wurde,

alle geforderten Angaben und

Informationen für die Beschäftigte

enthält.

Unbedingt zu beachten ist

dabei, dass dieser Aushang mit

den Informationen zur Ersten

Hilfe ständig aktuell zu halten

ist.

Ein lückenhaft ausgefüllter, fast

schon verblasster Aushang,

welcher vor einigen Jahren irgendwo

im Unternehmen ausgehangen

worden ist, erfüllt

seinen Zweck sicherlich nicht.

Auch für die erforderliche Dokumentation

von Erste-Hilfe-

Leistungen ist der Unternehmer

verantwortlich.

Erinnert sei in diesem Zusammenhang

an das Verbandbuch,

welches auch von der EUK

Abbildung 1:

GUV-I 510-1 „Anleitung zur

Ersten Hilfe bei Unfällen“.

19


Sicherheit überall

20

Abbildung 2:

GUV-I 511.1 „Verbandbuch“.

Abbildung 3:

Rettungszeichen E03

„Erste Hilfe“.

Abbildung 4:

Rettungszeichen E04

„Krankentrage“.

(GUV-I 511-1, Abbildung 2)

bezogen werden kann und an

einer geeigneten Stelle z.B. im

Meisterbüro bzw. direkt im Verbandkasten

vorzuhalten ist.

Ein Verbandbuch in dem keine

Eintragung vorgenommen worden

ist bzw. die letzte Eintragung

schon einige Jahre alt ist,

lässt Zweifel offen, ob tatsächlich

keine, nicht einmal kleinste

Verletzungen im Arbeitsbereich

vorgekommen sind oder, ob hier

nur oberflächlich mit der Problematik

von Verletzungen verfahren

wird.

Der Unternehmer hat seine

Beschäftigten in Form einer

Unterweisung über die Notwendigkeit

der Dokumentation auch

geringfügiger, kleiner Verletzungen

aufzuklären.

Selbst geringfügige Verletzungen,

welche anfänglich als völlig

harmlos eingeschätzt werden,

können unter ungünstigen Umständen

später ernsthafte Komplikationen

mit sich bringen.

Eine Eintragung im Verbandbuch

würde im geschilderten

Fall dem Unfallversicherungsträger

(UVT) die notwendigen

Feststellungen für eine Anerkennung

des Ereignisses als Arbeitsunfall

erleichtern.

Es ist also im Interesse der Beschäftigte,

wenn diese auch bei

noch so kleinen Verletzungen

einen Eintrag im Verbandbuch

vornehmen bzw. vornehmen

lassen.

Da nicht ausgeschlossen werden

kann, dass es auch noch

nach Jahren zu Komplikationen

im Zusammenhang mit Arbeitsunfällen

kommen kann,

sind die als vertraulich zu behandelnden

Verbandbücher

oder andere Dokumente in denen

Erste-Hilfe-Leistungen dokumentiert

wurden, fünf Jahre

lang aufzubewahren.

„Erforderliche

Einrichtungen

und Sachmittel“

nach § 25

Der Unternehmer hat unter

Berücksichtigung der betrieblichen

Verhältnisse durch Meldeeinrichtungen

und organisatorische

Maßnahmen dafür zu

sorgen, dass unverzüglich die

notwendige Hilfe herbeigerufen

und an den Einsatzort geleitet

werden kann.

Diese Forderung hat ihre Bedeutung

insbesondere dann,

wenn im Verantwortungsbereich

des Unternehmers besondere

betriebliche Verhältnisse

eine Rolle spielen.

In diesen Fällen hat der Unternehmer

hier entsprechende Einrichtungen

zur Verfügung zu

stellen bzw. erforderliche organisatorische

Regelungen zu treffen,

deren Durchsetzung und

Einhaltung er dann auch zu

kontrollieren hat.

Weiterhin ist der Unternehmer

auch für die Bereitstellung von

Erste-Hilfe-Material und bei entsprechenden

betrieblichen Verhältnissen

von Rettungsgeräten

und Rettungstransportmitteln

verantwortlich.

Zur Einrichtung eines Sanitätsraumes

ist der Unternehmer bei

einer Betriebsstätte mit mehr

als 1000 dort Beschäftigten

verpflichtet, wobei unter besonderen

Bedingungen, welche im

§ 25 Absatz 4 der UVV „Grundsätze

der Prävention“ (GUV-V

A1) näher beschrieben sind, ein

Sanitätsraum bereits bei weniger

als 1000 Beschäftigten erforderlich

sein kann.

Die Kennzeichnung der Standorte

des Erste-Hilfe-Materials

durch die entsprechenden Rettungszeichen

(siehe als Beispiel

Abbildungen 3 und 4) sichert

deren schnelle und zielgerichtete

Erreichbarkeit im Falle eines

Notfalls.

Auskunft über die entsprechend

der Betriebsgröße erforderliche

Menge an Erste-Hilfe-Material,

welches in geeigneten, leicht

zugänglich Behältnissen (z.B.

Verbandkästen) gegen schädigende

Einflüsse geschützt bereitgehalten

werden muss, gibt

die Tabelle unter Punkt 2 der

GUV-I 512 „Erste-Hilfe-Material“.

Wichtig dabei ist, dass der Inhalt

der Verbandkästen in re-

EUKDialog 2/2005


gelmäßigen Zeitabständen auf

Vollständigkeit überprüft wird

und bei Bedarf rechtzeitig ergänzt

bzw. bei Überschreitung

des Verfallsdatums erneuert

werden muss.

Festlegungen

der Zahl und

Ausbildung der

Ersthelfer/Betriebssanitäter

in

§ 26 und § 27

Der Unternehmer hat dafür zu

sorgen, dass bei 2 bis zu 20

anwesenden Beschäftigten ein

Ersthelfer für die Erste-Hilfe-

Leistung zur Verfügung steht.

Bei mehr als 20 anwesenden

Beschäftigten müssen in Verwaltungs-

und Handelsbetrieben

5 Prozent, in sonstigen

Betrieben 10% der Anwesenden

als Ersthelfer zur Verfügung

stehen.

Die Aus- und Fortbildung in der

Ersten Hilfe erfolgt bei einer vom

UVT ermächtigten Stelle.

Neu ist, dass neben den bisher

in der UVV „Erste Hilfe“ genannten

Hilfsorganisationen

DRK (Deutsches Rotes

Kreuz) e.V.,

MHD (Malteser-Hilfsdienst)

e.V.,

JUH (Johanniter-Unfall-Hilfe)

e.V.,

ASB (Arbeiter-Samariter-

Bund) Deutschland e.V. und

DLRG (Deutsche-Lebens-

Rettungs-Gesellschaft) e.V.

nunmehr auch andere Anbieter

zur Ausbildung von Ersthelfern

ermächtigt werden können.

Um die Qualität und Einheitlichkeit

der Aus- und Fortbildung

zu gewährleisten, müssen die

ausbildenden Stellen bestimmte

Anforderungskriterien erfüllen,

die in Anlage 3 der UVV

GUV-V A1 „Grundsätze der Prävention“

aufgeführt sind.

EUKDialog 2/2005

Anforderungskriterien sind z.B.:

personelle Voraussetzungen

(z.B. geeignete Lehrkräfte,

verantwortlicher

Arzt),

sachliche Voraussetzungen

(z.B. Lehrgangsräume, Unterrichtsmittel)

und

organisatorische Voraussetzungen

(z.B. Lehrpläne,

Teilnehmerunterlagen).

Die Stellen, die Erste-Hilfe-Ausund

-Fortbildungen durchführen

möchten, müssen hierzu

vom UVT ermächtigt sein. Für

dieses Verfahren hat die EUK,

wie die meisten anderen UVT

auch, die Berufsgenossenschaft

(BG) der keramischen

und Glas-Industrie beauftragt.

Deren Qualitätssicherungsstelle

„Erste Hilfe“ prüft die Antragsteller

hinsichtlich ihrer personellen,

sachlichen und organisatorischen

Voraussetzungen

und beurteilt den Lehrbetrieb

vor Ort. Bei positivem Prüfergebnis

und im Rahmen einer

schriftlichen Vereinbarung, in

welcher auch die einheitlichen

Lehrgangsgebühren von zurzeit

29,09 e für die Erste-Hilfe-Ausbildung

und 19,39 e für die

Erste-Hilfe-Fortbildung festgelegt

sind, wird den Antragstellern

die Ermächtigung erteilt.

Ermächtigte Stellen können im

Internet unter www.bgqseh.de

abgerufen werden.

Die Ausbildung zum Ersthelfer

erfolgt in einem zweitägigen

„Erste-Hilfe-Lehrgang“, der

acht Doppelstunden umfasst.

Alle zwei Jahre ist ein Fortbildungskurs

über vier Doppelstunden

(das „Erste-Hilfe-Training“)

zu absolvieren, um

weiterhin als Ersthelfer im Betrieb

eingesetzt werden zu können.

Die pauschalen Lehrgangsgebühren

für die Aus- und Fortbildung

der betrieblichen Ersthelfer

übernimmt der zuständige

UVT.

In diesem Zusammenhang ist

es erforderlich, dass der Unter-

nehmer den entsprechenden

Ausbildungsbedarf zeitnah bei

der EUK anmeldet, um im Vorfeld

der Ausbildung eine Kostenübernahmezusage

zu erhalten.

Folgender Verfahrensablauf

sollte dabei eingehalten werden:

etwa einen Monat vor dem

gewünschten Beginn der Ausbzw.

Fortbildung ist schriftlich

ein formloser Antrag auf Kostenübernahme

an die EUK zu

stellen, der folgende Angaben

enthalten muss:

Art der Ausbildung (Erste-

Hilfe-Lehrgang bzw. Erste-

Hilfe-Fortbildung),

Anzahl der auszubildenden

Beschäftigten des Unternehmens,

Ausbildungsträger

mächtigte Stelle),

(er-

Termin der Ausbildung und

EUK-Mitgliedsnummer des

Unternehmens.

Anträge können per Post an die

Eisenbahn-Unfallkasse

Petra Schikora

Postfach 20 01 52

60605 Frankfurt am Main

bzw. per Fax an

(0 69) 4 78 63-5 71

oder per E-Mail an

petra.schikora@euk-info.de

gerichtet werden.

Der Antrag wird nach Vorliegen

der Voraussetzungen von der

EUK unter Vergabe einer Nummer

genehmigt.

Das Genehmigungsschreiben

ist von den Teilnehmern der ausbildenden

Stelle vorzulegen,

damit diese die Rechnung, versehen

mit der Genehmigungsnummer,

direkt bei der EUK einreichen

kann und somit eine

zügige Abrechnung sicher gestellt

ist.

Bei der Aus- und Fortbildung

von Betriebssanitätern ist zu

beachten, dass die Lehrgangsgebühren

von den Unternehmen

selbst getragen werden

müssen.

Sicherheit überall

„Unterstützungspflichten

der

Versicherten“

nach § 28

Zu den Unterstützungspflichten

der Beschäftigten gehört

die Bereitschaft, sich zu Ersthelfern

aus- und in regelmäßigen

Zeitabständen von zwei

Jahren fortbilden zu lassen und

jeden Unfall unverzüglich der

zuständigen betrieblichen Stelle

zu melden.

Zusammenfassung

Mit der Überführung der bisherigen

UVV „Erste Hilfe“ (GUV-V

A5) in die Grundlagenvorschrift

„Grundsätze der Prävention“

(GUV-V A1) wurden die bisherigen

Regelungsinhalte im Sinne

einer sachlogischen Gliederung

neu zusammengestellt.

Des Weiteren wurde durch die

Zulassung von anderen Stellen

zur Aus- und Fortbildung von

Ersthelfern ein von der EU geforderter

freier Wettbewerb für

ausbildende Stellen bei gleichzeitiger

Sicherstellung der Ausbildungsqualität

durch festgelegte

Anforderungen ermöglicht.


21


Leserforum

Fahrsicherheitstraining

In letzter Zeit erreichen uns zahlreiche

Anfragen, die sich mit

dem Thema „Fahrsicherheitstraining

und Kostenzuschuss“

befassen. Anlass für uns, unsere

Leserinnen und Leser mit

nachfolgenden Ausführungen

zu informieren.

Viele Beschäftigte nutzen PKW

und Motorräder für die täglichen

Fahrten zum Arbeitsplatz

und zurück. Aber auch während

der beruflichen Tätigkeit

und in der Freizeit ist die Nutzung

der PKW und der Motorräder

Bestandteil unseres täglichen

Lebens.

Brenzlige Situationen im Straßenverkehr,

die oft auf eine falsche

Einschätzung der Verkehrslage

zurückzuführen sind,

kennt jeder Kraftfahrer. Zum

22

Das schreib‘ ich mal an den

„EUK-Dialog“

Glück ereignen sich in den meisten

Situationen jedoch keine

Unfälle.

Durch vorausschauende Fahrweise

können solche kritischen

Situationen oft vermieden werden.

Wie sich solche Gefahrensituationen

von vornherein vermeiden

lassen, vermitteln die

Sicherheitstrainings des Deutschen

Verkehrssicherheitsrates

(DVR) für PKW- und Motorradfahrer.

Sie sind ein bewährtes

Mittel zur Förderung der Verkehrssicherheit.

Um die Zahl der Wege- und

Dienstwegeunfälle zu reduzieren,

fördert die EUK daher die

Teilnahme an einem PKW- oder

Motorrad-Sicherheitstraining

von Beschäftigten in Unternehmen,

die bei der EUK gesetzlich

unfallversichert sind, durch

Gewährung eines Kostenzuschusses

in Höhe von 52,00 e

zzgl. gesetzlicher MwSt..

Voraussetzung ist, dass das

Fahrsicherheitstraining nach

den Richtlinien des Deutschen

Verkehrssicherheitsrates (DVR)

durchgeführt wird.

Eine Liste der Organisationen,

die diese Fahrsicherheittrainings

in Ihrer Nähe anbieten und

durchführen, kann unter dem

Internetauftritt des DVR unter

www.dvr.de eingesehen werden.

Verfahren

Wer Interesse hat an einem

Fahrsicherheitstraining teilzunehmen,

kann sich bei der EUK

schriftlich unter

Eisenbahn-Unfallkasse

EUK 5016

Rödelheimer Straße 49

60487 Frankfurt am Main

oder

per Fax: (0 69) 4 78 63 571

und auch per E-Mail unter

petra.schikora@euk-info.de

anmelden.

Es besteht auch die Möglichkeit,

dass Mitgliedsunternehmen

der EUK für ihre Beschäftigten

z.B. Außendienstmitarbeiter

zur Durchführung des

Fahrsicherheitstrainings als

Gruppe anmelden.

Nach Prüfung der Voraussetzungen

erhalten die Interessenten

von der EUK ein „Genehmigungsschreiben“

mit den entsprechenden

Informationen

über die Abwicklung zur Erlangung

des Kostenzuschusses.

Für weitere Fragen und Informationen

stehen wir Ihnen

gerne zur Verfügung.

Die EUK wünscht allen Verkehrsteilnehmer

allzeit unfallfreie

Fahrt.

Anspruch auf

Schmerzensgeld

bei Wegeunfällen?

Kann ein Verunfallter bei einem

Wegeunfall vom Verursacher

Schmerzensgeld fordern?

René David,

DB Bahnbau GmbH, Berlin

EUK-Dialog

Diese Frage ist eindeutig zu

bejahen. Bei Wegeunfällen handelt

es sich in den allermeisten

Fällen um Verkehrsunfälle, bei

denen Versicherte von anderen

Verkehrsteilnehmern verletzt

werden. Im Gegensatz zu Arbeitsunfällen

realisiert sich bei

Wegeunfällen nicht das spezifische

Risiko des Arbeitsplatzes,

sondern allein das Risiko der

Teilnahme am allgemeinen Straßenverkehr.

Da alle Verkehrsteilnehmer

gleich zu behandeln sind, also

unabhängig davon, ob Sie zufällig

auf dem Weg zur Arbeit

oder Privat unterwegs sind, ist

auch Wegeunfallverletzten die

Möglichkeit eröffnet, vom Verursacher

Schmerzensgeld zu

fordern.

Gesetzliche Vorschriften, die

Schmerzensgeldansprüche bei

Wegeunfällen ausschließen,

gibt es nicht.

Diese Ausschlussgründe gibt

es nur bei Arbeitsunfällen, bei

denen sich der Schmerzensgeldanspruch

gegen den Unternehmer

oder Mitarbeiter richten

würde.

EUKDialog 2/2005


Liebe Leserinnen und Leser,

wie bereits in den vergangenen Ausgaben des „EUKDialog“, besteht

auch weiterhin für Sie die Möglichkeit mit uns in Kontakt zu

treten und wertvolle Preise zu gewinnen. Wir bitten Sie, hiervon

regen Gebrauch zu machen. Schreiben Sie Ihre Anregungen und

Fragen auf die Vordrucke der Seiten 23 und 24 und faxen diese an

(0 69) 4 78 63-5 71. Selbstverständlich können Sie auch eine E-Mail

an geschaeftsfuehrung@euk-info.de mit dem Betreff „EUKDialog

Leserforum“ an uns senden. Gleichzeitig nehmen Sie an unserem

Preisausschreiben teil.

Unter dem Motto „Wer schreibt ... gewinnt!“ werden unter allen

Einsendern der Leserzuschriften zum EUKDialog 2/2005 wieder

zehn Preise verlost. Einsendeschluss ist der 5.8.2005, der Rechtsweg

ist ausgeschlossen.

Unter den Einsendern der Leserzuschriften zum EUKDialog 1/2005

wurden die Gewinner ermittelt und schriftlich benachrichtigt.

Name

Anschrift

Ruf-Nr. (mit Vorwahl)

Ich bin bei (Stelle)

als (Tätigkeit)

Eisenbahn-Unfallkasse

EUK 51

Postfach 20 01 52

60605 Frankfurt am Main

✁ Wer schreibt …

EUKDialog 2/2005

beschäftigt.

Leserforum

… gewinnt!

Der 1. Preis, ein wertvoller Rucksack ging an Herrn Werner L.

Bruckmayer aus Landshut, der 2. Preis, eine Digitalkamera ging

an Herrn Norbert Riechmann aus Minden und der 3. Preis, je ein

Fahrradhelm ging an Herrn Marcel Jelitto aus Westernham, Herrn

Frank-Reiner Vogt aus Nürnberg sowie Herrn Dirk Schade aus

Innsbruck.

Allen Gewinnern herzlichen Glückwunsch.

1. Preis: ein Chronograph,

wahlweise für Damen oder Herren

2. Preis: ein Koffer mit Leichtlaufrollen und

Teleskopgriff

3. bis 5. Preis: je ein Fitness-Set

6. bis 10. Preis: je ein DB-Fachbuch Ihrer Wahl

Bitte ausschneiden

Die Ausgabe 2/2005 vom „EUK-Dialog“ habe ich durchgesehen.

Sie gefiel mir gut □ weniger gut □ überhaupt nicht □

Besonders gut gefielen mir die Beiträge

Die neue Gefahrstoffverordnung ...................................... □

„Schluss mit Lärm“ – Europäische Woche 2005 .............. □

Berufshilfe – Ein Fall aus der Praxis ................................. □

Bruttolohnsumme und Höchst-Jahresarbeitsverdienst .... □

Aus der Arbeit des Widerspruchsausschusses ................ □

Verletztengeld nach einem Arbeitsunfall ........................... □

Dialog ............................................................................. □

Telegramm ...................................................................... □

Checkliste ....................................................................... □

Erste Hilfe jetzt in der neuen UVV GUV-V A1

„Grundsätze der Prävention“ geregelt .............................. □

Das schreib‘ ich mal an den „EUK-Dialog“ ....................... □

Folgende Beiträge fanden mein Interesse nicht oder nur wenig:

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Leserforum · Impressum

Das gibt’s im nächsten Heft

Der nächste „EUK-Dialog“ erscheint Mitte August 2005. Das Heft

hat wieder einen Umfang von 24 Seiten. Unter den Rubriken

EUK aktuell Prävention Unfallversicherung EUK-Telegramm

Dialog Checkliste Sicherheit überall Leserforum

werden wieder viele aktuelle und interessante Beiträge für die

Versicherten und die Mitgliedsbetriebe der EUK erscheinen.

Auf dem Redaktionsprogramm stehen u.a. folgende Themen:

Die Vertreterversammlung der EUK tagte

Sozialversicherungswahlen 2005

Büroarbeitsplätze

Stressprävention für Eisenbahnfahrzeugführer

Rehabilitation: Ein Fall aus der Praxis

Ich möchte Folgendes vorschlagen:

Ich habe folgende Frage(n):

Was mir sonst noch auffiel und Sie wissen sollten:

Mit freundlichen Grüßen

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Besuchen Sie uns auch im Internet:

www.eisenbahn-unfallkasse.de

Hier finden Sie alle wichtigen Informationen über die EUK und

interessante Links zu allen Themen rund um die gesetzliche

Unfallversicherung.

Impressum „EUKDialog“

Mitteilungsblatt der Eisenbahn-Unfallkasse (EUK) – Gesetzliche Unfallversicherung

– Körperschaft des öffentlichen Rechts, Sitz Frankfurt am Main.

Herausgeber: Eisenbahn-Unfallkasse.

Redaktionsbeirat: Rainer Podhorny, Vorsitzender des Vorstandes der

EUK, Rudi Ludwig, stv. Vorsitzender des Vorstandes der EUK,

Wolfgang Horstig, Mitglied des Vorstandes der EUK.

Redaktion: Dieter Kersten (Chefredakteur), Johannes Spies (Selbstverwaltung

und Unfallversicherung), Edwin Mücke (technischer Arbeitsschutz

und technische Unfallverhütung), Paul Ansion (allgemeiner Arbeitsschutz

und allgemeine Unfallverhütung), Monika Trautwein (Redaktionsbüro).

Anschrift: Eisenbahn-Unfallkasse, Redaktion „EUK-Dialog“,

Rödelheimer Straße 49, 60487 Frankfurt am Main,

Telefon (0 69) 4 78 63-0,

Telefax (0 69) 4 78 63-1 51.

Erscheinungsweise und Bezugspreis: Erscheint jeden dritten Monat.

Der Bezugspreis ist für Mitglieder der EUK im Mitgliedsbeitrag enthalten.

Für andere Bezieher: Jahresabonnement e 4,40 zuzüglich Versandkosten.

Verlag und Anzeigen: Eisenbahn-Fachverlag GmbH, Postfach 23 30,

55013 Mainz,

Telefon: Telekom (0 61 31) 28 37-0, Arcor (9 59) 15 58,

Telefax: Telekom (0 61 31) 28 37 37.

E-Mail: Eisenbahn-Fachverlag@t-online.de

Verlagsleitung: Dipl.-Kfm. Holger Hüthig.

Anzeigen und Vertrieb: Monika Trautwein.

Anzeigenpreisliste Nr. 4 z.Z. gültig. Alle Rechte vorbehalten;

Nachdruck oder Vervielfältigung, auch auf fotomechanischem Wege,

nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.

Gestaltung und Druck: Meister Print & Media,

Werner-Heisenberg-Straße 7, 34123 Kassel.

Titelbild: Bildagentur Mauritius, 82481 Mittenwald.

EUKDialog 2/2005


EUROPÄISCHE WOCHE 24.-28. OKTOBER 2005

SCHLUSS

MIT

LÄRM !

EUROPÄISCHE WOCHE FÜR SICHERHEIT UND GESUNDHEIT BEI DER ARBEIT

http://ew2005.osha.eu.int

Eu Europäische Agentur für

Si Sicherheit und Gesundheitsschutz

am Arbeitsplatz

http://agency.osha.eu.int

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