Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

EUROPEAN ACADEMY OF SCIENCES & ART

importieren, ergeben sich dennoch eine Reihe von Problemen, die dringend eine

Gesetzesänderung erforderlich machen. Diese beruhen darauf, dass ein großer Teil der vor

dem 01.01.2002 hergestellten embryonalen Stammzellen mittlerweile Viren-verseucht ist.

Es stelle sich daher die Frage, ob unter diesen Umständen mit den embryonalen

Stammzellen überhaupt noch eine effektive Forschung möglich sei? Prof. Hescheler

erwähnte auch den restriktiven „material transfer” Vertrag mit WiCell (USA), der klar regelt,

dass patentierbare Ergebnisse, die sich aus den importierten humanen embryonalen

Stammzellen ergeben, primär durch WiCell genutzt werden können. Falls diese

Entwicklung nicht umgekehrt würde, könnte es in Deutschland zukünftig zu einem

Patiententourismus großen Ausmaßes ins Ausland kommen, was sicherlich fatale Folgen

für unser Gesundheitswesen hätte.

3. KARDIOVASKULÄRE THERAPIE MIT HUMANEN EMBRYONALEN STAMMZELLEN

Dr. Robert David von der Medizinischen Klinik und Poliklinik I in München berichtete über

Möglichkeiten einer kardiovaskulären Therapie mit humanen embryonalen Stammzellen.

Kardiovaskuläre Krankheiten seien weltweit die häufigste Todesursache, für

Herztransplantationen bestünden jedoch lange Wartelisten. Daher eröffne möglicherweise

die Zelltransplantation gangbare Alternativen.

Bisher sei nur für embryonale Stammzellen eine nötige Differenzierungsfähigkeit erwiesen,

jedoch entstehen bei spontaner Differenzierung nur 8% Herzzellen. Ein größerer Anteil an

Herzzellen sei entweder durch lineare Selektion oder gerichtete Differenzierung zu erreichen.

Der Vortragende stellte daraufhin erfolgreiche Experimente sowohl zur Aufreinigung

von embryonalen Stammzellen mittels MACS (MACS für engl. Magnetic Cell Separation

deutsch Magnetische Zellseparation) sowie zur Verbesserung der Differenzierungsrate in

kardialen Zellen durch eine Verstärkung der Exprimierung von Kardiodifferenzierungsfaktoren

und die erfolgreiche Überprüfung der Differenzierung und Funktionalität der so

erhaltenen Zellen auf visuellem Wege, durch Marker und Marker Proteine, durch pharmakologische

und elektrophysiologische Untersuchungen vor.

Schließlich ging Dr. David noch auf die Fortschritte in der Kultivierung feederzellfreier

Stammzelllinien in den Jahren 2001-2005 ein und die aufgrund der Regelung des

Stammzellgesetzes für die deutsche Forschung mit dieser Regelung verbundenen

Schwierigkeiten ein. Alle auf Grund der Stichtagsregelung des Gesetzes zur Verfügung

stehenden Stammzelllinien seien nämlich nicht feederzellfrei. Zudem sei erwiesen, dass

nach der 55 Passage die genetischen Aberrationen rapide ansteigen. Er betonte, dass

diese unabänderlichen Nachteile der in Deutschland zur Forschung zugelassenen

Zelllinien die Forscher hierzulande zwängen, mit Zelllinien zu arbeiten, die dem inzwischen

möglichen internationalen Standart weit hinterherhinken und nicht für eine klinische

Anwendung geeignet seien.

4. THERAPIE MIT STAMMZELLEN ALS ADVANCED THERAPY

PD Dr. Ralf Huss, aus dem Bereich Pharma Research der Roche Diagnostics GmbH in

Penzberg klärte über den Beginn der Stammzellforschung im Bereich der hämatopoetischen

Therapien auf. Dort bestehe bereits hinreichend Erfahrung, dass aus Knochenmark,

Blut, Nabelschnur und Gewebe gewonnene Stammzellen inzwischen im Rahmen von

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