Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2006

In Österreich sei die Embryonenforschung nicht eigenständig geregelt. Die Zulässigkeit

der Schaffung von Stammzellen durch therapeutisches Klonen unterliege der Auslegung

des Forschungsverbots nach dem Fortpflanzungsmedizingesetz und sei umstritten.

Zusammenfassend steht der Stammzellforschung in Großbritannien ein weiter Spielraum

zur Verfügung, in der Schweiz sei die Forschung nur in einem engen Rahmen erlaubt,

Deutschland lasse nur den Import zu, die Lage in Österreich sei völlig unklar, weshalb

gesetzgeberische Tätigkeit nach Meinung der Vortragenden in Österreich dringend gefordert

sei.

7. ADULT STEM CELL TECHNOLOGIES AND THEIR PATENTABILITY

Prof. Kazuhiro Sakurada vom Nihon Schering Research Center in Kobe, Japan berichtete

über adulte Stammzelltechnologien und ihre Patentierbarkeit in Japan. Dabei stellte er im

ersten Teil seines Vortrages verschiedene Bereiche der Stammzelltechnologie dar. Dabei

ging er sowohl auf embryonale als auch auf adulte Stammzellen, jeweils in ihrer Funktion

sowohl als Mittel der Zelltherapie als auch als Werkzeug der Arzneimittelentwicklung ein.

Im Anschluss daran zeigte er die medizinische Notwendigkeit einer neuen Therapieform

für die weltweit in den Industrienationen und insbesondere in Japan alternde Gesellschaft

auf, um der damit verbundenen Zunahme von Krankheiten wie Krebs, Herzinfarkt und

Hirninfarkt, Osteoporose und Alzheimer begegnen zu können. Daher seien neue, an den

Ursachen der Krankheiten orientierte Therapien sowie die Entwicklung der regenerativen

Medizin dringend nötig.

Im zweiten Teil seines Vortages ging Prof. Sakurada auf die Patentierbarkeit von humanen

embryonalen Stammzellen nach den „Guidelines for Derivation and Utilization of Human

Embryonic Stem Cells“ ein. Hiernach sei die Verwendung von humanen embryonalen

Stammzellen nur zu Forschungszwecken zulässig. Eine Patentierung durch lizenzierte

Institute sei möglich, um eine Patenterteilung an den privaten Forschungssektor zu

verhindern.

Reproduktives Klonen sei in Japan per Gesetz verboten, im Bereich des Forschungsklonens

sowie der humanen embryonalen Stammzellen seien Regelungen in der

Diskussion. Der Vortragende zeigte noch spezifische Probleme der Patentierbarkeit von

Zelllinien in Japan anhand von Beispielen auf. Dies betreffe etwa die Tatsache, dass eine

Spezifizierung der Zellen nicht durch ihre Funktion zulässig sei. Abschließend ging er auf

die Möglichkeiten der Verwendung von Stammzellen zum sog. Drug Screening ein.

8. PATENTIERUNG VON HUMANEN STAMMZELLEN NACH DER EU-BIOTECHNO-

LOGIERICHTLINIE UND IN DER PRAXIS DES EUROPÄISCHEN PATENTAMTS

Prof. Joseph Straus, Direktor des Max Planck Instituts für Geistiges Eigentum Wettbewerbs

und Steuerrecht, wies gleich zu Beginn auf das komplexe Verhältnis zwischen

Ordnungsvorschriften und Patenten hin. Wo Erstere einerseits vom permanent voranschreitenden

aktuellen Stand der Wissenschaft und Technik und der ebenfalls wandelbaren

gesellschaftlichen Akzeptanz abhingen, stünden Letztere als auf 20 Jahre befristete

Ausschließlichkeitsrechte fest. Sie würden jedoch kein positives Benutzungsrecht verleihen.

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