Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

EUROPEAN ACADEMY OF SCIENCES & ART

versetzt wird, zu nennen. Eine weitere Alternative ist die Gewinnung von reinen embryonalen

Stammzellen aus dem Fruchtwasser, was Wiener Forschern (u.a. Markus Hengstschläger)

gelungen ist.

B. Rechtliche Grenzen der Stammzellenforschung durch therapeutisches Klonen

1. INTERNATIONALE UND EUROPÄISCHE RECHTSLAGE

Die UN-Deklaration zu menschlichem Klonen vom März 2005 verbietet das Klonen von

Menschen und Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken.

Das Menschenrechtsübereinkommen zur Biomedizin (Convention on Human Rights and

Biomedicine „The Oviedo Convention“ ETS Nr 164) vom 4.4.1997, seit 1.12.1999 in Kraft,

und das Zusatzprotokoll betreffend das Verbot Menschen zu klonen (Additional

Protocol to the Convention on Human Rights and Biomedicine on the Prohibition of

Cloning Human Beings” ETS Nr. 168) vom 1.12.1998, seit 1.3.2001 in Kraft, verbieten das

Klonen von Menschen und Herstellung von Embryonen zu Forschungszwecken. Die

Forschung und Gewinnung von embryonalen Stammzellen durch therapeutisches Klonen

an überzähligen aus Retortenbefruchtung stammenden Embryonen, die ansonsten vernichtet

würden, ist jedoch erlaubt.

2. GROßBRITANNIEN: UMFANGREICHE FORSCHUNGSERLAUBNIS NACH

LIZENZVERGABE

Nach dem Human Fertilisation an Embryology Act 1990 ist das therapeutische Klonen

nach einem Genehmigungsverfahren und unter Kontrolle und Aufsicht durch die unabhängige

Human Fertilisation and Embryology Authority (HFEA) zugelassen. Erweiterung für

Forschungszwecke sind in den „Human Fertilisation und Embryology (Research

Purpurses) Regulations 2001“ normiert. Das reproduktive Klonen ist jedoch nach dem

„Human Reproductive Cloning Act“ vom 4.12.2001 verboten.

Großbritannien erlaubt bis zum 14. Tag nach der Befruchtung bzw. bis zur Nidation therapeutische

und verbrauchende Embryonenforschung. Ebenso die Erzeugung eines

embryonalen Klons zu therapeutischen oder Forschungszwecken, damit auch die

Gewinnung von Stammzellen durch Zellkerntransfer, vorbehaltlich der Genehmigung.

3. SCHWEIZ: HERSTELLUNG VON EMBRYONALEN STAMMZELLEN AUS IVF-EMBRYONEN

Durch das Stammzellenforschungsgesetz (StFG), seit 1. März 2005 in Kraft, wurde ein

klarer, wenn auch restriktiver Rahmen für die Forschung geschaffen. Danach ist die

Gewinnung von und Forschung an embryonalen Stammzellen aus den „überzähligen“

menschlichen Embryonen erlaubt. Dafür ist die Bewilligung und Kontrolle des

Bundesamtes für Gesundheit aber auch die Befassung einer Ethikkommission notwendig.

Verboten ist ua die Erzeugung vom Embryonen zu Forschungszwecken, eine Parthenote

zu entwickeln und aus diesen Stammzellen zu gewinnen oder solche zu verwenden und

die Ein- und Ausfuhr besagter Organismen oder die überzähligen Embryonen zu einem

anderen Zweck als der Gewinnung embryonaler Stammzellen zu verwenden.

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