Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

ACTIVITIES 2006

STELLUNGNAHME ZUM ÖSTERREICHISCHEN

KONSULTATIONSVERFAHREN

ZUM „EUROPEAN INSTITUTE OF TECHNOLOGY“ (EIT)

A) Einleitende Bemerkungen

ERICH HOEDL · 24.NOVEMBER .2006

Die Kommission hat mit dem Vorschlag vom 18.10.2006 eine Reihe von Unklarheiten in

den vorangegangenen Diskussionen beseitigt und es ist grundsätzlich zu erwarten, dass

das vorgesehene EIT einen wichtigen Beitrag zum Gelingen des Lissabon-Strategie leisten

wird. Die Einrichtung eines Netzwerkes von KICs, das von einem Governing Board gesteuert

wird und sich mit virulenten Innovationsthemen von wirtschaftlichen und europaweiten

Interesse befasst, kann zu kritischen Massen und einem weltweiten wissenschaftlichen

Renommé des EIT führen. Da die Steigerung der Innovationstätigkeit in hohem Maße von

einer systematischen Kooperation zwischen dem Wissenschaftssystem und der

Wirtschaft abhängt, kann mit dem EIT auch gezeigt werden, wie die Zusammenarbeit zwischen

den Universitäten und den Unternehmen verbessert und damit die Entwicklung des

Europäischen Wissensraumes beschleunigt werden kann. Und schließlich ist zu erwarten,

dass bei einer ausreichenden zusätzlichen Finanzierung seitens der EU synergischen

Effekte der Kooperation sichtbar werden und auch die Unternehmen zu einer erhöhten

Mitfinanzierung des EIT veranlassen.

Auf dem Hintergrund dieser positiven Einschätzung gibt es noch eine Reihe von

Verbesserungsbedarfen, in deren Mittelpunkt die organisatorische Ausgestaltung der KICs

und die Aufbringung der Finanzmittel stehen. Die KICs als die zentralen Elemente des EIT

bedürfen einer klareren und einheitlicheren institutionellen Ausgestaltung, weil anderenfalls

die Gefahr besteht, dass an den jeweiligen Standorten die bestehenden wissenschaftlichen

Einrichtungen durch einen Ressourcenabzug geschwächt werden. So kann es dazu

kommen, dass die (temporäre) Hereinnahme der besten Arbeitsgruppen aus den

Universitäten zu deren Schwächung führen, die nicht durch die synergischen Effekte ausgeglichen

wird. Die institutionelle Ausgestaltung der KICs muss eine partnerschaftliche

Kooperation mit den Universitäten, Forschungszentren und Unternehmen garantieren, die

zu keinem Ressourcenabfluss führt, sondern auf die synergischen Vorteile setzt, die

gerecht auf die beteiligten Partner aufzuteilen sind.

Folglich hat die ausgewogene Finanzierung des EIT bzw. der KICs seitens der Kommission

und der beteiligten Partner einen hohen Stellenwert. Die Kommission als Impulsgeber für

das EIT wird für einen raschen Anlauf des EIT mehr als vorgesehen (? 308 Mio p.a.) bereitstellen

müssen. Die KICs können sich zwar in gewissem Umfang durch eine wettbewerbliche

Beteiligung an den vorhandenen EU-Programmen finanzieren, aber dies kann andere

bestehende Innovationsaktivitäten erheblich beeinträchtigen. Ähnliches gilt auch für die

erwarteten Beiträge der Mitgliedsländer mit einem KIC-Standort. Zweifellos ist es sinnvoll,

auch Umschichtungen bestehender Innovationsaktivitäten zum EIT vorzunehmen, aber es

geht nicht nur um eine Reorganisation und Neuausrichtung vorhandener Ressourcen, son-

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