Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

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Activities 2006 - European Academy of Sciences and Arts

EUROPEAN ACADEMY OF SCIENCES & ART

und Audit Committee (S.17) sowie deren Zusammensetzungen und die (roulierenden)

Verfahren sind akzeptabel. Wichtig erscheint die möglichst weitgehende juristische

Eigenständigkeit gegenüber der Kommission (z.B. keine „Agency).

8. KONZEPT DER KICS

Wie bereits ausgeführt, sind die Unklarheiten bei der organisatorischen Ausgestaltung der

KICs (Pkt 3) und die Finanzierung (Pkt 4) die problematischsten Punkte des

Kommissionsvorschlages. Ohne deren nähere Abklärung könnte das EIT-Projekt insgesamt

aus zwei Gründen scheitern: Zum einen könnte das EIT in der scientific community

in Europa und weltweit nicht als „hot spot“ anerkannt werden und zum anderen ist nicht

auszuschließen, dass das Interesse an der Nutzung des EIT, insbesondere seitens der

Unternehmen gering bleibt oder mittelfristig erlahmt. Wie die Erfahrungen mit ähnlichen

Partnerschaften (z.B. Kompetenzzentren) zeigen, ist ein klares Management der KICs auf

der Grundlage von Verträgen erforderlich.

Die einzelnen KICs schließen dann mit den Partnerorganisationen Verträge über die

erbrachten Lehr-, Forschungs- und Innovationsleistungen auf Vollkostenbasis ab. Auf der

Grundlage einer Mindest-Grundausstattung der KICs werden für die Lehrleistungen

Studiengebühren (in Kombination mit Stipendien), für Weiterbildungsmaßnahmen marktähnliche

Preise festgesetzt und für Forschungsleistungen Vollkostenpreise kalkuliert (dazu

ist ein Kalkulationsschema zu entwickeln). Neben dem direkten Wissenstransfer durch

kooperative Forschung und „Köpfe“/Absolventen können von den KICs eigene spin-offs

usw. gegründet werden.

Die Partnerorganisationen können für die KICs (vorzugsweise) eine private

Trägergesellschaft (z.B. GmbH, Limited) mit einer kleinen Geschäftsführung und einem

Aufsichtsrat einrichten, innerhalb der mehrere Arbeitsgruppen auf Zeit (10-15 Jahre) tätig

sind. Einzelne Arbeitsgruppen können auch aufgelöst werden. Es lassen sich alle

Beschäftigungsverhältnisse (Wechsel zwischen KIC und Industrie, Verträge auf Zeit usw.)

unterbringen. Entsprechendes gilt auch für die räumliche Ausstattung und die (gemeinsame)

Nutzung und Beschaffung von Forschungsequipment. Bei Bedarf lässt sich die

Trägergesellschaft d.h. das gesamte KIC ohne großen Aufwand zur Gänze auflösen.

Eine Hauptfunktion einer Trägergesellschaft ist die Leitung eines KIC nach den

Grundsätzen der Wirtschaftlichkeit, d.h. die gegenseitige Verrechnung der bereitgestellten

Ressourcen, die faire Behandlung von geistigen Eigentumsrechten, Vermögungsbildung

(z.B. über Schenkungen) usw. Soweit die KICs Abschlüsse vergeben, können die KICs

auch als schlank organisierte Privatuniversitäten eingerichtet werden. Eine Organisation in

der budgetären Größenordnung einer mittleren Universität mit mehreren Partnern lässt

sich ohne eine klare Strukturierung der Binnen- und Außenbeziehungen nicht erfolgreich

entwickeln.

9. ROLLE DER EUROPÄISCHEN KOMMISSION UND DER MITGLIEDSSTAATEN

Mit der Einrichtung des EIT wird eine rechtlich selbstständige Organisation geschaffen, die

auf der Ebene des Central Core eng mit der Kommission (u.a. wegen des Schutzes der

finanziellen Interessen, S. 22) verbunden ist, aber gegenüber den KICs bei deren Auswahl,

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