Kommentierte Vorlesungsverzeichnis - European Studies

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Kommentierte Vorlesungsverzeichnis - European Studies

Masterstudiengang

European Studies

Kommentiertes

Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester

2008


Masterstudiengang

European Studies

Kommentiertes

Vorlesungsverzeichnis

Sommersemester 2008

Stand 31.03.2008


Kernkurse in den Kernmodulen

ESH CM I: Europäische Geschichte

Core Course: Europäische Lebensformen (Fortsetzung vom Wintersemester) Cornelia Rauh-Kühne

SE 1: Fr 10:00/12:00 (14-tägig), Raum: 1146.B112, 18.04.2008

Tutorium zum Core Course Europäische Lebensformen Sören Philipps

ÜB 2: Mo 16:00/18:00, Raum: ESH-Bibliothek (1137.06)

ESH CM III: Europäische Wirtschafts- und Sozialpolitik im Kontext des

Weltwirtschaftssystems

Core Course Europäische Wirtschaft Michael Frömmel

SE 2: Blocktermine, voraussichtlich 09. und 23.05. 2008

Tutorium zum Core Course Europäische Wirtschaft Marina Nikiforow

ÜB 2

Special Options Kurse in den Kernmodulen und dem Forschungsmodul

ESH CM I: Kernmodul Geschichte

Grundprobleme mittelalterlicher Geschichte: Christen und Juden im Mittelalter Dieter Berg

VL 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 1146.B108, 14.04.2008

Kaiserreich global Stefanie Michels

SE 2: Di 14:00/16:00, Raum: 1146.B112, 15.04.2008

Neuzeit; Europa; Wirtschafts-, Sozial-, Kulturgeschichte, Pol. Geschichte

Nation, Stamm, Volk, Ethnie? Konstruktion von Ethnizität in historischer Perspektive Stefanie Michels

SE 2: Do 08:00/12:00 (14-tägig), Raum: 1146.A106, 17.04.2008

Französische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert II:

"La république coloniale"(1920-1958/62) Brigitte Reinwald

VL 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 1101.B305 (Bielefeldsaal), 14.04.2008,

Einführung in die Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert.

Facetten der kolonialen Republik Brigitte Reinwald

SE 2: Mo 16:00/18:00, Raum: 1146.B108, 14.04.2008,

Tutorium: Mi 14:00/16:00 16.04.2008

Jugendliche in Bewegung: Religion und Migration Friede Ngo Youmba-Batana

SE 2: Mi 14:00/16:00, Raum: 1146.A106, 16.04.2008 und Brigitte Reinwald

SH CM II: Kernmodul Politik

Wie reformieren sich Demokratien Tobias Auberger

SE 2: Mo 10:00/12:00, 07.04.2008, V411

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Südosteuropa zwischen europäischer Integration und nationaler Desintegration. Alim Baluch

Mi, Do. 14-tägig 18:00-20:00 Raum: 1137-121,

in Kooperation mit Oltsch/Riechers: Bosnien und Herzegowina am Horizont der EU (s.u.)

Europapolitisches Kolloquium Peter Best

CO 2: Mi 12:00/14:00, Raum: 1137.121, 09.04.2008,

Politische und kulturelle Stereotypen und Vorurteile in Europa - Deutschland und Italien im

Vergleich Francesco Ducatelli

SE 2: Mi 16:00/18:00, Raum: 1137.121, 16.04.2008

UN and Global Humanitarian Governance Luise Druke

SE 2: Fr 14:00/16:00, Raum 3109.407, 11.04.2008

Multivariate Methoden der empirischen Sozialforschung am Beispiel der

Milieuforschung Daniel Gardemin

SE 2: Blocktermine, erster Termin 17.04.2008 10:00/12:00

John Rawls’ „The Law of Peoples“ Tanja Hitzel-Cassagnes

VM 1, European Studies, POL 1, Mi., 12-14:00, V 407

Theories of International Relations: traditional and current approaches Marcus Hoppe

SE 2, Do 12:00/14:00, Raum: 3109.407, 10.04.2008

Fragile Balancen: Defekte Föderationen im Vergleich Wolfram Lamping

SE 2: Do 12:00/14:00, Raum: 3109.411, 10.04.2008

Theories of European Integration Christiane Lemke

SE 2: Di 14:00/16:00, Raum 3109.407, 15.04.2008

Reform der EU Christiane Lemke

SE 2: Mi 08:00/10:00, Raum 3109.108, 16.04.2008

Bosnien-Herzegowina - "Autonomes Seminar" Stefan Oltsch, Miriam Riechers, Micha Philippi

SE 2, Do 18:00/20:00, Raum 1137.121, 10.04.2008

in Kooperation mit Baluch: Südosteuropa zwischen europäischer Integration und nationaler Desintegration (s.o.)

Zivile Krisenprävention in der Entwicklungszusammenarbeit Stefan Oltsch und Miriam Riechers

SE 2: Blocktermine: Vorbesprechung: Di, 15.04., 9:00 Uhr; Block 1: Fr, 25.04., Sa, 26.04; Block 2: Sa,

24.05; Block 3: Sa, 07.06, Raum: Im Moore 11a, Stefan Oltsch und Miriam Riechers

Krisenzeiten des politischen Systems der Bundesrepublik Sören Philipps

SE 2: Mo 10:00/12:00, Raum: 1137.016 (Drägersaal), 07.04.2008

Zur Bedeutung der Kultur- und Bildungspolitik für die zukünftige Entwicklung der EU Lothar Prisor

SE 2: Mi 18:00/20:00, Raum: 1137.016 (Drägersaal)

Regionalismus in Europa- Europas unruhige Regionen? Jens Rieger

SE 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 3109.405, 07.04.2008

Politische Utopien Rainer Schmalz-Bruns

SE 2: Fr 14:00/16:00, Raum: 3109.110, 18.04.2008

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Integration' als Herausforderung für Politik und Politische Bildung im

Einwanderungskontinent Europa Axel Schulte

SE 2: Fr 12:00/14:00, Raum: 3109.411, 11.04.2008

Europäische Sozialpolitik und das Deutsche Gesundheitswesen Achim Sohns

SE 2: Mo 16:00-19:00 14-tägig, 14.04.2008, Raum: 3109.111

Aktuelle Problemfelder der Wirtschaftspolitik in Europa Thomas Student

SE 2: Mi 16:00/18:00, Raum: 3109.108, 23.04.2008

Hemmschuh Zypern - Die EU und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei Coskun Tözen

SE 2: Mi 14:00/16:00, Raum: 1137.016 (Drägersaal), 09.04.2008

ESH CM III: Kernmodul Wirtschaft:

European Monetary Integration Michael Frömmel

Blockseminar (06.06. und 20.06. voraussichtlich)

Energiewirtschaft Halstrup, Jasper, Wiedmann

Blockseminar im Juni

International Agricultural Policy Ulrike Grote

Do. 14:15-15:45 in III-015 (Sem.-Raum des Inst. f. Gartenbauökonomie)

ESH CM IV: Kernmodul Recht

Governance and Multi-Level Governance Hartmut Aden

Blockseminar

Seminar zum europäischen Menschenrechtsschutz Jan Martin Hoffmann

Blockseminar, Termine nach Absprache

Transnationales Wirtschaftsrecht Nils Meier-Kaienburg

Völker- und Europarecht Klaus Otto Nass

Blockseminar, Vorbesprechung: 16.4., 10.00 Uhr s.t. in Raum 1502/1109

Anonyme Geburt Barbara Willenbacher

Mittwochs 12-14 Uhr, Conti 1313

ESH FM: Forschungsmodul

Crashkurs Methoden der empirischen Sozialforschung Susanne Friese und Stefan Bultmann

Quantitative Forschung: 09.04. 15-18 Uhr / 10.04. 09.30 - 17 Uhr / 11.04. 10 -13 Uhr

Qualitative Forschung: 16.04 15 - 18 Uhr / 17.04. 09.300 - 17 Uhr

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Kommentare

zu den Lehrveranstaltungen

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ESH CM I: Kernmodul Geschichte

Grundprobleme mittelalterlicher Geschichte: Christen und Juden im Mittelalter

VL 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 1146.B108, 14.04.2008, Dieter Berg

Mittelalter, europäische Geschichte, Kultur-, Religions-, Sozialgeschichte

In dieser Vorlesung sollen Grundzüge der Geschichte des abendländischen Judentums von der

Karolingerzeit bis ins 15. Jahrhundert aufgezeigt werden. Schwerpunkte der Analyse liegen hierbei

sowohl auf den wechselvollen Beziehungen der Juden zu den Christen als auch auf Fragen nach dem

Wandel des jüdischen Selbstverständnisses bis ins Späte Mittelalter. Hierbei soll bewusst keine

Konzentration der Betrachtung auf die Entwicklung der jüdisch-christlichen Beziehungen im römischdeutschen

Reich, sondern auf eine komparatistische Analyse der Gegebenheiten (insbesondere der

Verfolgungen) in West- und Südeuropa erfolgen, wobei außer England besonders Frankreich und die

christlichen Reiche auf der Iberischen Halbinsel berücksichtigt werden.

Einführende Literatur:

F. BATTENBERG, Das europäische Zeitalter der Juden (1990)

H. GREIVE, Die Juden, 4. Aufl. (1992)

M. TOCH, Die Juden im mittelalterlichen Reich (1998)

C. CLUSE (Hrsg.), Europas Juden im Mittelalter (2004)

M.R. COHEN, Unter Kreuz und Halbmond. Die Juden im Mittelalter (2005).

Kaiserreich global

SE 2: Di 14:00/16:00, Raum: 1146.B112, 15.04.2008, Stefanie Michels

Neuzeit; Europa; Wirtschafts-, Sozial-, Kulturgeschichte, Pol. Geschichte

Im Seminar wird der (deutsche) Imperialismus in seinen Auswirkungen in Deutschland, Europa und der

Welt betrachtet. Dabei stehen die Wechselwirkungen und Austauschprozesse im Zentrum, wodurch die

imperialen Metropolen provinzialisiert werden können. Der Blick auf das Kaiserreich soll also umgekehrt,

die Handlungs- und Deutungsmacht der "anderen" Akteure betont werden. Neben Mobilitäten (von

Menschen, Ideen, Artefakten und Technologien) werden auch Undurchlässigkeiten - paradigmatisch die

koloniale Gewalt - thematisiert.

Literatur:

Austen, Ralph und Jonathan Derrick (1999). Middlemen of the Cameroons Rivers: The Duala and their

hinterland c. 1600-c.1960. Cambridge.

Conrad, Sebastion (2006). Globalisierung und Nation im deutschen Kaiserreich. München.

Krüger, Gesine (1999). Kriegsbewältigung und Geschichtsbewußtsein. Realität, Deutung und Verarbeitung

des deutschen Kolonialkriegs in Namibia 1904 bis 1907. Göttingen.

Pesek, Michael (2006). Koloniale Herrschaft in Deutsch-Ostafrika. Expeditionen, Militär und Verwaltung

seit 1880. Frankfurt/Main.

Nation, Stamm, Volk, Ethnie? Konstruktion von Ethnizität in historischer Perspektive

SE 2: Do (14-tägig) 08:00/12:00, Raum: 1146.A106, 17.04.2008, Stefanie Michels

Außereuropa, Kulturgeschichte, Politische Geschichte

Im Seminar werden die den Begriffen Nation, Stamm, Volk und Ethnie zu Grunde liegenden

eurozentrischen Konzepte und ihr Spannungsverhältnis diskutiert: Was wurde aus europäischer

Perspektive als das "eigene" konzipiert und vom "anderen" abgegrenzt und warum? Die

Ethnizitätsdebatte aus der Ethnologie und Linguistik werden in ihrer historischen Dimension vorgestellt.

Konkrete Fallbeispiele, wie der vorgeblich "ethnische" Konflikt in Ruanda, vertiefen die theoretischen

Erkenntnisse und sollen zeigen, welche Eigendynamik und Wirkmächtigkeit die "invented traditions", in

kolonialen und postkolonialen afrikanischen Staaten entwickelten. Es wird auch die Möglichkeit gegeben,

eigenständig mit Quellen zu arbeiten.

Literatur:

6


Andersen, Bendedict (1993). Imagined Communities. Reflections on the Origin and Spread of

Nationalism. London.

Barth, Frederic (1969). Ethnic groups and Boundaries. The social organization of culture difference. Oslo.

Bayart, Jean-François (1993). The state in Africa. The politics of the belly. London/New York.

Ranger, Terence/Eric Hobsbawm (1992). The Invention of Tradition. Cambridge.

Französische Geschichte im 19. und 20. Jahrhundert II: "La république coloniale"(1920-1958/62)

VL 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 1101.B305 (Bielefeldsaal), 14.04.2008, Brigitte Reinwald

Europa, Außereuropa, Politische Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Neuere Geschichte

Nur knapp 50 Jahre lagen zwischen der maximalen territorialen Ausdehnung des französischen

Kolonialreiches und seinem weitgehenden Zusammenbruch zu Beginn der 1960er Jahre. Im zweiten Teil

der Vorlesung wird diese kurze, durch wirtschaftliche und politische Umbrüche globalen Ausmaßes

geprägte Periode in den Blick genommen, innerhalb derer das konsolidierte französische

Kolonialimperium von außen (Weltwirtschaftskrise, Zweiter Weltkrieg) wie von innen

(Dekolonisationsbewegungen, Befreiungskriege) zersetzt worden ist. Wie bereits im ersten Teil der

Vorlesung wird auch hier wieder der These einer Beziehungs- und Verflechtungsgeschichte

nachgegangen, von der nicht nur die kolonialen Territorien Frankreichs in Asien und Afrika politisch,

gesellschaftlich und kulturell nachhaltig geprägt wurden sondern auch - obwohl heute in der

öffentlichen Wahrnehmung häufig verdrängt - das metropolitane Frankreich selbst. Jene engen

Wechselwirkungen sollen anhand aufeinander folgender politischer Krisen und Neuanfänge –

Volksfrontregierung, Vichy-Regime, Vierte Republik – aufgezeigt werden.

Neue Teilnehmer/innen an der Vorlesung, die sich an Studierende aller Studienstufen und Studiengänge

richtet, sind willkommen. Sie ist in engem Zusammenhang mit dem Seminar "Einführung in die

Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert" konzipiert, in dem einzelne Aspekte vertieft werden. Die

Teilnahme an beiden Lehrveranstaltungen wird nachdrücklich empfohlen.

Literatur:

Wolfgang Schmale 2000. Geschichte Frankreichs. Stuttgart: Ulmer (UTB 2145). [FBSBB]

Zur Anschaffung empfohlen.

Raymond F. Betts 2004. Decolonization. New York u. a.: Routledge. [FBSBB]

Einführung in die Geschichte Frankreichs im 20. Jahrhundert. Facetten der kolonialen Republik

SE 2: Mo 16:00/18:00, Raum: 1146.B108, 14.04.2008, Brigitte Reinwald

Tutorium: Mi 14:00/16:00, 16.04.2008

Europa, Außereuropa, Politische Geschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Kulturgeschichte, Neuere Geschichte

In Zusammenhang mit der Vorlesung "Einführung in die Geschichte Frankreichs im 19./20.Jahrhundert II"

sollen im Seminar prägende Merkmale und Paradigmenwechsel der frankoafrikanischen

Beziehungsgeschichte in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts beleuchtet werden. Im Mittelpunkt

stehen dabei die koloniale In-Wertsetzung von Ressourcen und Arbeitskraft, wirtschaftliche und

politische Verwerfungen der 1930er und 1940er Jahre (Weltwirtschaftskrise, Volksfrontregierung, Vichy),

wirtschaftliche und politische Entwicklungsmodelle der Vierten Republik in den 1950er Jahren, das

Phänomen des Gaullismus sowie die - militärisch beschleunigte - Erosion des

französischen Kolonialreiches (Algerienkrieg 1954-1962), die vor allem auch im Hinblick auf ihre

destabilisierende politische Wirkung auf das Hexagon untersucht wird.

Für die Arbeit mit Quellen und einschlägiger wissenschaftlicher Literatur in den zu untersuchenden

Feldern ist die Kenntnis zumindest einer Fremdsprache (Englisch, Französisch) erforderlich.

Der gemeinsame Besuch von Vorlesung und Seminar wird nachdrücklich empfohlen.

Begleitend zum Seminar wird ein Fachtutorium angeboten, das voraussichtlich mittwochs von 14-16 Uhr

stattfindet (Tutor: Rouven Kunstmann).

Wie in den vergangenen Semestern wird Herr Christophe Bouyssi im Fachsprachenzentrum einen –

thematisch am Seminar ausgerichteten – Französisch-Lektürekurs für Historiker/innen durchführen, im

Rahmen dessen LP für Schlüsselkompetenzen erworben werden können. Dieser Kurs findet montags von

10-12 Uhr statt (bitte auf aktuelle Ankündigung am Weißen Brett achten!)

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Literatur:

Tony Chafer 2002. The End of Empire in French West Africa. France's successful Decolonization? Oxford

u. a.: Berg. [FBSBB]

Todd Shepard 2006. The Invention of Decolonization: the Algerian War and the Remaking of France.

Ithaca, N.Y.: Cornell University Press. [FBSBB]

Jugendliche in Bewegung: Religion und Migration

SE 2: Mi 14:00/16:00, Raum: 1146.A106, 16.04.2008, Friede Ngo Youmba-Batana und Brigitte Reinwald

Neuzeit/Zeitgeschichte; Außereuropa; Geschlechtergeschichte, Wirtschafts- und Sozialgeschichte, Kulturgeschichte

Im Kontext der Globalisierung werden zunehmend die Wechselwirkungen von Migration und Religion

erkennbar. Die Auseinandersetzung mit der Migration und Zuwanderung hat sich in den letzten Jahren in

Deutschland zu einem zentralen Thema der politischen Agenda entwickelt. Parallel dazu stieg das

öffentliche Interesse an Religion in Zusammenhang mit Migration. In Anlehnung an die

sozialwissenschaftliche Debatte wollen wir die Migrantenreligionen in ihren kulturellen Kontexten

analysieren. Die Bedeutung von Religion bei der Ausbildung individueller und kollektiver Identitäten bei

Jugendlichen in einer pluralistischen Gesellschaft (z.B.Deutschland) und im globalen bzw. translokalen

Kontext steht im Mittelpunkt des Seminars. Ausgehend von Migrationsverläufen Jugendlicher aus

christlichen und anderen religiösen Traditionen werden folgende Fragestellungen im Seminar u.a.

behandelt: Welche Rolle spielt die Religion bei der Entscheidung für die Migration und im

entsprechenden Migrationskontext? Wie wird von den Jugendlichen (Migrations)Wirklichkeit durch ihre

jeweilige Religion konstruiert und gedeutet? Welche Vergesellschaftungsformen haben

Migrantenreligionen, und wie wird ihre Positionierung in der Aufnahmegesellschaft und in den

Herkunftsländern gestaltet?

Die Veranstaltung wird als Blockseminar angeboten und durch Exkursionen abgerundet.

Die Sitzungstermine werden beim ersten Treffen festgelegt.

Literatur:

Gräb, Wilhelm (2006) Religion als Deutung des Lebens. Gütersloher Verlagshaus. ISBN

9 7835 79 052373

ESH CM II: Kernmodul Politik

Wie reformieren sich Demokratien?

SE 2: Mo 10:00/12:00, 07.04.2008, V411 Tobias Auberger

BM3, VM3

Auch etablierte und stabile Demokratien sind immer wieder mit Diagnosen ihrer Krise und

Reformforderungen konfrontiert. Sie unterscheiden sich jedoch sowohl hinsichtlich der formulierten

Problemkonstellationen und ihrer Ausgangssituation als auch hinsichtlich der tatsächlichen

Reformbemühungen bzw. deren Erfolges. In dem Seminar sollen unterschiedliche Reformen vergleichend

behandelt werden, die von breiten Verfassungsänderungen über die teilweise Anpassung von

Verfassungen bis zu einfachen rechtlichen Reformen wie Wahlrechtsreformen reichen. Dazu müssen in

einem ersten, theoretischen Teil Vergleichskriterien und Analyseschritte erarbeitet werden, die das

Seminar mit einem Analyseraster ausstatten sollen; hierbei werden Fragen nach der Problemdefinition,

des (verfassungs)rechtlichen Rahmens, der Ausgangssituation und

der Akteurskonstellation im Vordergrund stehen. In einem zweiten, empirischen Teil sollen dann

verschiedene Fälle erfolgreicher und gescheiterter Reformversuche von Demokratien vergleichend

analysiert werden.

Voraussetzung für die Teilnahme sind Vorkenntnisse im Basismodul 3.

Literatur:

Lorenz, Astrid (2004): Stabile Verfassungen? Konstitutionelle Reformen in Demokratien. In: Zeitschrift für

Parlamentsfragen 3/04, S. 448-468.

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Mayntz, Renate / Streeck, Wolfgang (Hg.) (2003): Die Reformierbarkeit der Demokratie. Innovationen und

Blockaden (Festschrift für Fritz W. Scharpf). Frankfurt a.M. / New York: Campus.

Schultze, Rainer-Olaf (1997): Verfassungsreform als Prozeß. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen 3/97, S.

502-520.

Südosteuropa zwischen europäischer Integration und nationaler Desintegration.

Mi, Do. 14-tägig 18:00-20:00 Raum: 1137-121, Alim Baluch

in Kooperation mit Oltsch/Riechers: Bosnien und Herzegowina am Horizont der EU (s.u.)

Nach der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zeigt sich, dass der Desintegrationsprozess des

ehemaligen Jugoslawien nach wie vor virulent ist. Anders als im Falle Montenegros könnte dies einen

Domino-Effekt auslösen, da etwa serbische Politiker aus der Republika Srpska, einer Teilrepublik Bosniens

und Herzegowinas, hinsichtlich der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo, ihrerseits ein

Unabhängigkeitsreferendum fordern.

Nationalismus und Irredentismus haben in den 90er Jahren auf dem Gebiet des ehemaligen Jugoslawien

zwei Kriege ausgelöst.Während serbischer, kroatischer und albanischer Irredentismus aufgrund ihres

Strebens nach einer neuen Grenzziehung die nationalstaatliche Souveränität infrage stellen, versucht die

internationale Gemeinschaft, offen ausgetragenen Konflikten entgegenzuwirken. In diesem Seminar soll

das Interdependenzgeflecht nationalistischer Bewegungen, die Entstehungsbedingungen ethnischer

Separation und das Wirken der Europäischen Union in Kooperation mit anderen internationalen Akteuren

auf dem Westbalkan beleuchtet werden.

Schwerpunkte des Seminars bilden die geteilten Gesellschaften auf dem Gebiet des ehemaligen

Jugoslawien einerseits, sowie friedenserhaltende Ansätze seitens der EU und des Stabilitätspakts

Südosteuropas andererseits.

Vorausgesetzt werden aktive und regelmäßige Teilnahme am Seminar, sowie die Übernahme einer

Sitzungsbetreuung. Eine Exkursion in die Region wird in Erwägung gezogen.

Europapolitisches Kolloquium

CO 2: Mi 12:00/14:00, Raum: 1137.121, 09.04.2008, Peter Best

POL 5, H 6, European Studies

Ziel der Lehrveranstaltung ist es, das Labyrinth der höchst unterschiedlichen Tätigkeitsfelder von EU und

Europarat mit einem interdisziplinären und praxisnahen Ansatz zu durchdringen und die jeweiligen

Strategien der 'Europeanization' in den Querverbindungen sichtbar zu machen. Einen besonderen

Schwerpunkt bilden hierbei aktuelle Probleme der supranationalen und intergouvernementalen EU-

Politikbereiche (Wirtschaftspolitik, Gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik, Regionalpolitik, Justizielle

Zusammenarbeit etc.) sowie das Institutionensystem und die Reformdiskussion.

Die Veranstaltung berücksichtigt die Interessen- und Bedarfslagen der Teilnehmerinnen und Teilnehmer

und bezweckt, eigene Fragestellungen zu entwickeln und argumentativ zu vertreten. Dies könnte auch

der wissenschaftlichen Klärung von Themen im Rahmen der Vorbereitung zum Examen oder der

Masterprüfung dienen. Außerdem werden praktische Informationen aus dem Berufsfeld Europa

vermittelt. Erwartet werden die Lektüre einer tagespolitisch aktuellen überregionalen Zeitung sowie die

Bereitschaft zu einem kurzen Impulsreferat und einer schriftlichen Ausarbeitung.

Literatur:

Pfetsch, Frank R., Die Europäische Union. Geschichte, Institutionen, Prozesse 3. Aufl. München 2005.

Nicole Schley, Sabine Busse, Sebastian J. Brökelmann: Knaurs Handbuch Europa - Daten, Länder,

Perspektiven. Aktuell: Die neuen EU-Länder, München 2004.

Holzinger,K./ Knill,C./ Peters,D./ Rittberger,B./ Schimmelpfennig/ Wagner,W., Die Europäische Union.

Theorien und Analysekonzepte Paderborn 2005.

Krell, G., Weltbilder und Weltordnung. Einführung in die Theorie der Internationalen Beziehungen.

Studienkurs Politikwissenschaft. 3. Aufl. Baden-Baden 2004.

Schieder, S./ Spindler, M.(Hrsg.): Theorien der Internationalen Beziehungen. 2. Aufl. Opladen 2006.

Weitere Literatur zu Semesterbeginn.

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Politische und kulturelle Stereotypen und Vorurteile in Europa - Deutschland und Italien im

Vergleich

SE 2: Mi 16:00/18:00, Raum: 1137.121, 16.04.2008, Francesco Ducatelli

VM 5, POL 5, H 6, European Studies

Das Seminar richtet sich an fortgeschrittene BA-Studierende sowie Studierende im Hauptstudium und

European Studies. Anhand verschiedener Texte werden die politischen Systeme und Institutionen Italiens

und Deutschlands und ihre historische Entwicklung vergleichend betrachtet. Dabei soll auf die besondere

Bedeutung von gegenseitigen Stereotypen und Vorurteilen bei der Bildung nationaler Identitäten in

beiden Länder herausgearbeitet werden. Der Schwerpunkt liegt hierbei auf der

interkulturellen Wahrnehmung. Für einen Leistungsnachweis ist eine Prüfungsleistung zu erbringen, Art

und Umfang werden zu Beginn erläutert. Die regelmäßige Teilnahme ist darüber hinaus obligatorisch.

UN and Global Humanitarian Governance

SE 2: Fr 14:00/16:00, Raum 3109.407, 11.04.2008 Luise Druke

BM 5, VM 5, POL 5, H 6

This course will explore actors and issues in the context of the United Nations system in connection with

humanitarian governance challenges. We will examine theoretical, political, legal issues and institutional

issues, then analyze protection, civil-military relations in peace operations. UN and other peace

operations and responsibility to protect will be analyzed, and hard choices for all those who wish that

globalization should be more humane, and who are interested to confront moving targets and evolving

challenges of humanitarian governance, including dilemmas of not doing harm, when

intending to do good, in international humanitarian engagement. With humanitarian actions new power

comes knowledge that even the most well-intentioned projects can create as many problems as they

solve. Are unforeseen consequences, blind spots, and biases of humanitarian work-from focusing too

much on rules and too little on results?

Students are expected to actively participate in interactive, visual and practical simulation exercises and

role plays of humanitarian emergency operations. Previous relevant knowledge/experience would be

desirable.

The course will also seek to distill lessons to be learned from this experience for future institutional

design and reform aimed at meeting global challenges. It adopts a multidisciplinary approach at the

center of which is the concept of global public goods; and it combines consideration of theory and

research methods with attention to empirical facts and actual policy practice.

luise.druke@post.harvard.edu , www.luisedruke.com

Multivariate Methoden der empirischen Sozialforschung am Beispiel der Milieuforschung

SE 2: Blocktermine, erster Termin 17.04.2008, 10:00/12:00, Daniel Gardemin

ME; POL 6

In diesem Seminar soll ein methodologischer Zugang zu mehrdimensionalen Sozialstrukturmodellen, wie

sie u.a. in der Milieuforschung eingesetzt werden, erarbeitet werden. Im Mittelpunkt steht der Umgang

mit multivariaten Methoden der empirischen Sozialforschung.. Mittels eines repräsentativen Datensatzes

und unter Einbeziehung eines laufenden Forschungsprojektes werden praktische Übungen am PC

gemeinsam durchgeführt. Je nach Vorkenntnissen der Teilnehmer/innen können mit der Cluster-, der

Faktoren- und ggf. auch der Korrespondenzanalyse drei wesentliche multivariate

Methoden erlernt werden. SPSS-Kenntnisse und methodische Vorkenntnisse sind erwünscht. Das Seminar

wird in Halbtagesblöcken durchgeführt. Die Termine werden rechtzeitig im Belegungsplan des CIP-Pools

aufgeführt.

Literatur:

Backhaus, Erichson, Plinke, Weiber 2003: Multivariate Analysemethoden, Berlin u.a.

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John Rawls’ „The Law of Peoples“

VM 1, European Studies, POL 1 Mi, 12-14 Uhr, V407, Tanja Hitzel-Cassagnes

Der Geltungsbereich der rawlsschen Gerechtigkeitstheorie, wie sie in „Theorie der Gerechtigkeit“ sowie in

„Politischer Liberalismus“ dargelegt wurde, findet seine Grenzen an den politischen Grenzen

(verfassungs)staatlich organisierter, demokratischer Gesellschaften. Mit „The Law of Peoples“ hat Rawls

den Versuch unternommen, die Grundlagen einer kosmopolitischen Theorie eines “Rechts der Völker” zu

entfalten und die moralischen Aspekte internationaler Beziehungen auszuzeichnen. Ziel der

Veranstaltung ist einerseits, „The Law of Peoples“ systematisch aufzuarbeiten, d.h. die grundbegrifflichen

Weichenstellungen, gerechtigkeitstheoretischen Prämissen und institutionellen Konsequenzen zu

diskutieren, und andererseits, seine Idee eines „Weltgesellschaftsvertrags“ im Verhältnis zum

ursprünglichen Gesellschaftsvertrag, sprich, zu seiner inneren Gerechtigkeits- und Gesellschaftstheorie zu

analysieren.

Literatur:

John Rawls (2001), ‚Eine Theorie der Gerechtigkeit’, Suhrkamp: Frankfurt am Main

John Rawls (2007), ‚Gerechtigkeit als Fairneß. Ein Neuentwurf’, Suhrkamp: Frankfurt am Main

John Rawls (1994), ‚Die Idee des politischen Liberalismus. Aufsätze’, Suhrkamp: Frankfurt am Main

John Rawls (2003), ‚Politischer Liberalismus’, Suhrkamp: Frankfurt am Main

John Rawls (2002), ‚Das Recht der Völker’, de Gruyter: Berlin/New York

Theories of International Relations: traditional and current approaches

SE 2, Do 12:00/14:00, Raum: 3109.407, 10.04.2008, Marcus Hoppe

VM 5, POL 5, European Studies

In order to grasp the "bigger picture" and to be able to meaningfully analyse events in international

politics, it is indispensable for students to gain some basic knowledge about theories of International

Relations (IR). This seminar is designed to provide an overview of the most relevant theories within the

field. Next to the more traditional approaches (Realism/Neo-Realism, Liberalism/Neo-Liberalism,

Institutionalism, Marxism), currently evolving perspectives on international politics (e.g. constructivist,

and post-modern approaches) will be discussed in more detail.

This course will be taught in English.

Literatur:

Tim Dunne, Milja Kurki, Steve Smith (ed.): International relations theories: discipline and diversity, Oxford

University Press 2007.

Robert Jackson, Georg Sørensen: Introduction to international relations: theories and approaches, Oxford

University Press 2007.

Fragile Balancen: Defekte Föderationen im Vergleich

SE 2: Do 12:00/14:00, Raum: 3109.411, 10.04.2008, Wolfram Lamping

VM 3, POL 3, POL 5

Die Welt der Föderalstaaten ist in struktureller Hinsicht eine vielgestaltige und schillernde. Dabei sind

föderale Systeme nicht nur sehr spezifische Antworten auf sehr spezifische nationale Gegebenheiten,

sondern sie sind auch sehr anspruchsvolle institutionelle Arrangements, die sich bisweilen als hoch fragil

oder gar als degeneriert erweisen können. In diesem Seminar werden wir uns mit solchen fragilen

Föderalstaaten befassen (u.a. mit Russland, Bosnien-Herzegowina, Indien oder dem Irak), sie institutionell

durchleuchten und nach ihren inneren Spannungsmomenten befragen. Dabei wird es

auch darum gehen zu hinterfragen, dass diese Föderationen vor dem Hintergrund der reinen Lehre zwar

"defekt" sein mögen, dennoch bisweilen die Lebens- und Überlebensfähigkeit eines Staates sichern

helfen.

Watts, Ronald L. 1999: Comparing Federal Systems (2. ed.), Montreal et. al.

11


Theories of European Integration

SE 2: Di 14:00/16:00, Raum 3109.407, 15.04.2008, Christiane Lemke

VM 5, POL 5, European Studies

This seminar will explore different approaches and theories to study the integration of Europe. Why do

states transfer sovereignty? How does the role of states change in the integration process and what

drives further policy-coordination? Which theories can best explain the integration process? We will

study neo-functionalist and intergovernmental approaches, constructivism, and the rationalistconstructivist

debate, and discuss citizenstate-EU relationships. We will use specific policy cases, such as

the enlargement of the EU and the EU´s global role to further explore the significance of different

approaches to EU integration.

The seminar will be conducted in English.

Literatur:

Wiener, Antje/Thomas Diez (Hg.): European Integration Theory, Oxford University Press 2004

Reform der EU

SE 2: Mi 08:00/10:00, Raum 3109.108, 16.04.2008, Christiane Lemke

VM 5, POL 5, European Studies

Vertiefung und Erweiterung sind zwei grundlegende Herausforderungen für die Europäische Union seit

der Verabschiedung des Vertrags von Maastricht (1993). Ausgehend von der jüngsten Erweiterungswelle

der EU 2004/ 2007 sollen die Kernpunkte der EU-Reform analysiert und beurteilt werden. Braucht die EU

eine Verfassung bzw. welche Funktion hat der neu ausgehandelte EU-Reformvertrag? Welche

Auswirkungen hat der Reformvertrag für Governance und transnationale Politik in der EU? Gibt es

weitere Reformen bezüglich Legitimität und Repräsentativität, die erforderlich sind?

Für einen Leistungsnachweis ist eine Studienleistung zu erbringen, Art und Umfang werden zu Beginn

erläutert. Die regelmäßige Teilnahme ist darüber hinaus obligatorisch.

Literatur:

Christiane Lemke/ Jutta Joachim/ Ines Katenhusen (Hg.): Konstitutionalisierung und

Governance in der EU, Münster: LIT Verlag 2005

Ingeborg Tömmel (Hg.): Die Europäische Union. Governance und Policy-Making, VS Verlag, PVS-

Sonderheft 40/2007.

Bosnien-Herzegowina - "Autonomes Seminar"

SE 1, Do 18:00/20:00, 14-tägig, Raum 1137.121, 10.04.2008, Stefan Oltsch, Miriam Riechers,

Micha Philippi

Bosnien - Herzegowina: Seminar, Workshop, Studienreise nach Mostar

Das Ziel dieses Seminars liegt in der Vorbereitung und Durchführung einer Studienreise nach Bosnien und

Herzegowina, deren Höhepunkt ein gemeinsamer Workshop mit Studierenden der beiden Universitäten

Mostars ist. Das Seminar umfasst drei Aspekte:

1. Intensive Auseinandersetzung mit der jüngeren Geschichte und dem gegenwärtigen Entwicklungsstand

Bosnien und Herzegowinas

2. Entwicklung eines Planspiels. Die Inhalte des Planspiels sollen innerhalb des Seminars gemeinsam

erarbeitet werden. Das Planspiel wird der Kern des gemeinsamen Workshops sein, bei dem die Begegnung

mit den einheimischen Studierenden im Vordergrund steht.

3. Planung, Vorbereitung und schließlich Durchführung einer etwa einwöchigen Exkursion nach Bosnien

und Herzegowina. Hohes Engagement und Englischkenntnisse sind Voraussetzung - ein Scheinerwerb ist

nicht möglich. Anmeldungen bitte an miriam.riechers@googlemail.com

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Zivile Krisenprävention in der Entwicklungszusammenarbeit

SE 2: Blocktermine, Raum: siehe Aushang, Stefan Oltsch und Miriam Riechers

POL 5, VM 5, ggf. H6, European Studies

Krisenprävention und Konfliktbearbeitung entwickelt sich seit Ende der 90er Jahre zu einem wichtigen

Thema deutscher und internationaler Politik. So soll beispielsweise der 2004 verabschiedete

ressortübergreifende Aktionsplan der Bundesregierung Zivile Krisenprävention, Konfliktlösung und

Friedenskonsolidierung dieses Politikfeld als politische Querschnittsaufgabe auf staatlicher und

gesellschaftlicher Ebene verankern. Eine konfliktsensible Entwicklungszusammenarbeit (EZ) spielt

innerhalb einer krisenpräventiven Politik eine große Rolle.

In diesem praxisorientierten Seminar wird es daher auf der einen Seite darum gehen, Konflikte und neue

Sicherheitsbedrohungen zu analysieren, auf der anderen Seite sollen die Herausforderung an die EZ

beleuchtet werden, die in der Entwicklung, Umsetzung und Evaluation von Strategien und Instrumenten

bestehen.

Das Seminar wird in zwei oder drei Blockveranstaltungen im Laufe des Semesters abgehalten.

Informationen dazu werden durch Aushang bekannt gegeben und können unter

st.oltsch@ipw.unihannover. de erfragt werden.

Krisenzeiten des politischen Systems der Bundesrepublik

SE 2: Mo 10:00/12:00, Raum: 1137.016 (Drägersaal), 07.04.2008, Sören Philipps

BM 3, VM 3

In diesem Seminar steht die intensive Beschäftigung mit dem politischen System der Bundesrepublik,

seinen Hauptakteuren und Entscheidungsprozessen im Vordergrund, ebenso wie Modelle und politische

Theorien, die zur Analyse und Erklärung des Zusammenwirkens seiner einzelnen Bestandteile

herangezogen werden. Dabei soll an ausgewählten Beispielen (z.B. Wiederbewaffnungsdebatte, die

"68er", RAF und "deutscher Herbst") untersucht werden, welche Akteure auf welcher Ebene in diese

krisenhaften Szenarien verwickelt waren und ob und inwiefern dies eine Herausforderung oder

Dysfunktion des politisches Systems (als Ganzes oder in Teilbereichen) darstellte.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sollen zur selbständigen Bildung eines begründeten Urteils befähigt

werden, was die aktive Teilnahme am Seminar voraussetzt. Dazu zählen die regelmäßig Teilnahme, die

aktive mündliche Beteiligung an der Seminardiskussion und die Übernahme einer Sitzungsmoderation

einschließlich Referat mit anschließender schriftlicher Ausarbeitung (unter Einbeziehung der wichtigsten

Punkte der Seminardiskussion).

Literatur:

Manfred G. Schmidt, Das politische System Deutschlands. Institutionen, Willensbildung und Politikfelder.

Neueste Auflage Bonn, 2007.

Karl-Rudolf Korte, Politik und Regieren in Deutschland. Strukturen, Prozesse, Entscheidungen. Paderborn,

2006.

Klaus von Beyme, Das Politische System der Bundesrepublik Deutschland. Eine Einführung. Wiesbaden,

2004.

Zur Bedeutung der Kultur- und Bildungspolitik für die zukünftige Entwicklung der EU

SE 2: Mi 18:00/20:00, Raum: 1137.016 (Drägersaal), Lothar Prisor

Kommentar leider nicht vorhanden

Regionalismus in Europa- Europas unruhige Regionen?

SE 2: Mo 14:00/16:00, Raum: 3109.405, 07.04.2008, Jens Rieger

H6, Pol 5, LG3, LGHR3, LBS

13


Analog zu voranschreitenden Globalisierungsprozessen und der europäischen Integration erfreuen sich

viele regionalistische Bewegungen in Europa eines regen Zulaufs. Dieser zunächst entgegenlaufende

Trend wird einerseits durch den scheinbaren Bedeutungsverlust des Nationalstaates als Identitätsstifter

und Herrschaftsinstanz, so wie durch einen allgemein verunsichernden Globalisierungsdruck katalysiert.

Andererseits versuchen viele Regionalisten an dem Mehrebenensystem eines "Europas der Regionen" zu

partizipieren. Diesem Spannungsverhältnis widmet sich dieses Seminar und untersucht Fragen, ob

subnationale Einheiten als "dritte Ebene" den europäischen Integrationsprozess vorantreiben können,

oder ob sie wieder in fatalistische Verhaltensmuster der alten Regionalbewegungen verfallen, die durch

eine massive Ethnisierung, Inklusionsprozesse und duch autonomistische bzw. Separationstendenzen

gekennzeichnet sind.

Politische Utopien

SE 2: Fr 14:00/16:00, 3109.110, 18.04.2008, Rainer Schmalz-Bruns

VM1, BM1, POL 1

Politische Utopien entstehen nicht im Nirgendwo, sondern es handelt sich nach dem in diesem Seminar

zugrunde gelegten Verständnis um innerweltliche Reaktionen auf gesellschaftliche Krisenerfahrungen,

die sich an strukturellen Umbrüchen der politischen Ordnung, an der Unsicherheit bezüglich der Eignung

grundlegender institutioneller Arrangements im Hinblick auf zukünftige Herausforderungen oder an

Irritationen bezüglich eines nicht eingelösten Versprechens der normativen Grundlagen dieser Ordnungen

entzünden. Es handelt sich also im Kern um Gedankenexperimente, die im Modus immanenter Kritik von

der Kraft der normativen Prinzipien und Versprechen der Moderne zehren und einen durch diese

Prinzipien informierten alternativen Weg in die Zukunft plausibel zu machen suchen.

Die Wunsch- (oder auch: Furcht-) Träume der politischen Utopie sind also wirklichkeitsangemessen

einerseits in dem Sinne, dass sie innerweltliche "Möglichkeiten des auch anders sein Könnens" ausloten

und einer Kritik der jeweils bestehenden Institutionen eine durchdachte und rational nachvollziehbare

Alternative gegenüber stellen - insofern unterscheiden sie sich von aufs Jenseitige oder auf die

Wiederbelebung des Vergangenen gerichteten Fiktionen. Sie sind andererseits aber auch politische

Projektionen in dem genauen Sinn, dass es sich nicht um individuelle, sondern um

kollektive, zeitdiagnostisch informierte Emanzipationsperspektiven handelt: Diese Perspektiven werden

dann in der Regel in mehreren Dimensionen ausgezeichnet, in denen Fragen der Architektur und der

sozialen und technischen Bedingungen des besten Gemeinwesens ebenso angesprochen werden wie

konstitutionelle Fragen. Vor diesem Hintergrund sollen in dem Seminar die politischen Utopien der

Neuzeit als Formen der emanzipatorischen Selbstbeschreibung und Selbstthematisierung von

Gesellschaften gefasst und auf ihr (auch: selbst-) kritischen Reflexionspotenzial hin

analysiert werden. In den Blick rücken dabei auf der einen Seite etwa Thomas Morus "Utopia", Tommaso

Campanellas Sonnenstaat oder Francis Bacons Neu-Atlantis am Beginn der politischen Neuzeit, während

sich der Bogen der Untersuchung auf der anderen Seite bis zu den "schwarzen Utopien" des 20.

Jahrhunderts (Huxley und Orwell), zeitgenössischen ökologischen (Callenbach), feministischen und

postmaterialistischen Utopien (Skinner) spannen soll.

Literatur:

Marie Louise Berneri: Reise durch Utopia. Berlin 1982;

Frank E. Manuel/ Fritzie P. Mauel: Utopian Thought in the Western World. Cambridge, MA: Harvard UP

1979;

Richard Saage: Politische Utopien der Neuzeit. Darmstadt: WBG 1991;

Richard Saage: Vermessungen des Nirgendwo. Begriffe, Wirkungsgeschichte und Lernprozesse der

neuzeitlichen Utopien. Darmstadt: WBG 1995;

Richard Saage: Utopieforschung – Eine Bilanz. Darmstadt: Primus-Verlag 1997;

Wilhelm Voßkamp (Hg.): Utopieforschung. 3 Bde. Frankfurt a.M.: Suhrkamp 1985.

'Integration' als Herausforderung für Politik und Politische Bildung im Einwanderungskontinent

Europa

SE 2: Fr 12:00/14:00, 3109.411, 11.04.2008, Axel Schulte

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H 5/H 6; POL 4/5; LG 1/3; LG: LV mit fächerübergreifender Thematik; LGHR1/3; LBS 1/2; European Studies

MSOC 4, WAG

Die Lehrveranstaltung richtet sich an Studierende des Hauptstudiums und des Aufbaustudiengangs

European Studies. Es sollen Herausforderungen analysiert und diskutiert werden, die mit Prozessen der

Integration für Politik und Politische Bildung im Einwanderungskontinent Europa einhergehen. Dabei

sollen unterschiedliche Theorien, Länder, politische Ebenen, gesellschaftliche Bereiche und Akteure

berücksichtigt werden.

Literatur:

Davy, Ulrike (Hrsg.) (2001): Die Integration von Einwanderern. Rechtliche Regelungen im europäischen

Vergleich, Frankfurt/New York;

Baringhorst, Sigrid/ Hunger, Uwe/ Schönwälder, Karen (Hrsg.) (2006): Politische Steuerung von

Integrationsprozessen. Intentionen und Wirkungen, Wiesbaden;

Behrens, Heidi/ Motte, Jan (Hrsg.) (2006): Politische Bildung in der Einwanderungsgesellschaft. Zugänge

- Konzepte - Erfahrungen, Schwalbach/Ts.

Europäische Sozialpolitik und das Deutsche Gesundheitswesen

SE 2: Mo 16:00-19:00, 14-tägig, 14.04.2008, 3109.111, Achim Sohns

POL 3, 5, H 5, 6, LG 2, 3, LGHR 3, LbS 2

Die ökonomische Einigung Europas schreitet voran. Die soziale Sicherheit der Bürgerinnen und Bürger

Europas wurde im Wesentlichen als selbstverständliches Nebenprodukt der durch den Binnenmarkt

erzeugten wirtschaftlichen Wachstumsschübe angesehen. Tatsächlich regiert Europa aber auch bei der

Organisation der nationalen Sicherungssysteme (Kranken-, Rentenversicherung usw.) schon lange mit.

Das Seminar erarbeitet die europäischen Sozialpolitik, die stark vom Wirtschaftsrecht des EG Vertrages

bestimmt ist, bis zur Methode der offenen Koordinierung und der

sozialpolitischen Änderungen im modifizierten Vertragstext sowie die divergierende, historisch

gewachsene Organisation der sozialen Sicherungssysteme in den Mitgliedsstaaten der Europäischen

Union. Das Seminar erschließt die faktischen, europäisch initiierten Integrationsprozesse im

Gesundheitswesen anhand von konkreten Fallbeispielen der deutschen Krankenversicherung unter

Anwendung der aktuellen politikwissenschaftlichen Theorieansätze. Das Seminar erhält durch Referenten

von Spitzenverbänden im deutschen Gesundheitswesen praxisbezogene Transparenz. Es werden neben

deutschen und englischen auch im geringeren Umfang französische Texte gelesen.

Das Seminar ist zugleich als Special-Options-Course Teil des Aufbaustudiengangs European

Integration/European Studies.

Aktuelle Problemfelder der Wirtschaftspolitik in Europa

SE 2: Mi 16:00/18:00, 3109.108, 23.04.2008, Thomas Student

European Studies, POL 5

Themen und Fragestellungen des Seminars knüpfen an die aktuellen Problemfelder der Wirtschaftspolitik

in der Europäischen Union an. Dabei werden sowohl die wichtigsten wirtschaftspolitischen Problemfelder

analysiert als auch der Bezug zu den Grundlinien der Wirtschaftspolitik in der EU herausgearbeitet. Die

Lehrveranstaltung richtet sich hauptsächlich an Studierende im Hauptstudium (Magister/Diplom) und des

Aufbaustudienganges "European Studies". Für einen Leistungsnachweis ist eine Studienleistung zu

erbringen; Art und Umfang werden zu Beginn erläutert. Die Anmeldung ist unter

thomas.student@igbce.de möglich, aber nicht zwingend erforderlich. Die regelmäßige Teilnahme ist

darüber hinaus obligatorisch.

Hemmschuh Zypern - Die EU und die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei

SE 2: Mi 14:00/16:00, 1137.016 (Drägersaal), 09.04.2008, Coskun Tözen

Pol 3/5, H 6, LG 3, LbS 2, MTE 8 und European Studies

15


Der Assoziations- und Integrationsprozess der Türkei mit der EU (bzw. EWG/EG) reicht zurück bis Anfang

der 1960er Jahre. Nach jahrelangem diplomatischen Ringen eröffnete die EU schließlich im Oktober 2005

die Beitrittsverhandlungen mit der Türkei. Sowohl der Prozess, der letztlich zur Eröffnung der EU-

Beitrittsverhandlungen mit der Türkei geführt hat, als auch der Beitrittsverhandlungsprozess selbst

werden durch den Zypernkonflikt beeinflusst. So stagnieren bspw. die Beitrittsverhandlungen derzeit,

neben anderen wichtigen Faktoren, aufgrund der Weigerung der Türkei, im Rahmen der Zollunion die

See- und Flughäfen für das EU-Mitglied Republik Zypern zu öffnen.

Den Schwerpunkt dieses Seminars bilden folgende Fragen: Welche Auswirkungen hat der Zypernkonflikt

auf die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Türkei? Wie wirken sich die Beitrittsverhandlungen auf die

Lösungsperspektiven des Zypernkonflikts aus? Wie ist die Rolle der EU zu bewerten? Welche Effekte

gingen und gehen von der Europäisierung des Zypernkonflikts aus?

Das Seminar richtet sich an die Studierenden im Hauptstudium Politische Wissenschaft und European

Studies.

ESH CM III: Kernmodul Wirtschaft:

European Monetary Integration Michael Frömmel

Blockseminar (06.06. und 20.06. voraussichtlich)

Energiewirtschaft

CO 2: Blockveranstaltung, Halstrup, Jasper, Wiedmann

Gegenstand der Veranstaltung sind aktuelle volks- und betriebswirtschaftliche Fragen der

Energiewirtschaft. Hierzu zählen z.B.:

• Treiber der Entwicklung internationaler Energiemärkte (LNG, Cross Border Trading etc.)

• Preisbildung auf Strom- und Gasmärkten

• Change Management als Managementherausforderung in Energieunternehmen

• Marketing auf dynamischen Märkten

Literatur:

• Schiffer, H.-W. (2005) Energiemarkt Deutschland, 9, Auflage, TÜV-Verlag.

• Stoft, S. (2002) Power system economics: Designing markets for electricity, 3. Auflage

Piscataway.

• Konstantin, P. (2006): Praxishandbuch Energiewirtschaft, Springer.

Die Veranstaltung wird als Blockveranstaltung angeboten. Prüfungsleistung ist eine Hausarbeit und

Präsentation. Für den Erwerb der Kreditpunkte ist die Teilnahme an der Blockveranstaltung zwingend

erforderlich. Termine werden per Aushang über das Institut für Marketing und Management bekannt

gegeben.

Die Veranstaltung kann auch von Studenten/innen aus ingenieurwissenschaftlichen Studiengängen

belegt werden.

Ein Aushang mit Terminen und Themen erfolgt zu Beginn des Sommersemesters. Augrund der begrenzten

Teilnehmerzahl ist eine Anmeldung im Sekretariat des Instituts für Marketing und Management, Frau

Loos, unbedingt erforderlich.

International Agricultural Policy

VL 2: Do 14:00/16:00, Raum III-115(Sem.-Raum des Inst. f. Gartenbauökonomie), Ulrike Grote

Analysis and assessment of agricultural policies and specific policy measures in a globalizing world;

special emphasis will be put on the Common Agricultural Policy (CAP) of the EU and the agricultural

policy of the USA; related policies like consumer protection or environmental policies will be included in

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the analysis. The framework for national agricultural policies is given by international agreements like

those of the World Trade Organization (WTO) – these will be described and analyzed in detail – with

objectives, different country positions and recent developments in the »Doha Development Round«.

Literature:

• Henrichsmeyer, W. and H.P. Witzke (1994) Agrarpolitik. Band II, Stuttgart.

• Lutz, E., (1998) Agriculture and the Environment. Washington, D.C.

• Hoekman, B., Mattoo, A. and P. English (2002) Development, Trade and the WTO. Washington,

D.C.

• OECD Agricultural Policies at a glance. OECD, Paris, diverse years.

Further literature will be provided.

ESH CM IV: Kernmodul Recht

Governance and Multi-Level Governance Hartmut Aden

Blockseminar

Seminar zum europäischen Menschenrechtsschutz Jan Martin Hoffmann

Blockseminar, Termine nach Absprache

Die Veranstaltung widmet sich aus juristischem Blickwinkel den verschiedenen Ebenen, auf denen in

Europa - insbesondere in der Europäischen Union – Menschenrechte geschützt werden. Es werden die

einschlägigen Instrumente betrachtet sowie das jeweilige Verhältnis zueinander erörtert. In einem

Einführungstermin werden Referate zu den einzelnen Themenkomplexen vergeben, die die

Diskussionsgrundlage für die folgenden Abschnitte des Seminars bilden sollen.

Transnationales Wirtschaftsrecht Nils Meier-Kaienburg

Völker- und Europarecht Klaus Otto Nass

Blockseminar

Die Vorbesprechung findet am 16.4. um 10.00 Uhr s.t. in Raum 1502/1109. Literaturempfehlungen

werden zu Vorlesungsbeginn ausgegeben.

Anonyme Geburt Barbara Willenbacher

Mittwochs 12-14Uhr, Conti 1313

ESH FM: Forschungsmodul

Crashkurs Methoden der empirischen Sozialforschung Susanne Friese und Stefan Bultmann

Quantitative Forschung: 09.04. 15-18 Uhr / 10.04. 09.30 - 17 Uhr / 11.04. 10 -13 Uhr

Qualitative Forschung: 16.04 15 - 18 Uhr / 17.04. 09.300 - 17 Uhr

Anmeldung an s.philipps@iupw.uni-hannover.de. Details und Literatur in Stud.IP.

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