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Hochleistungssport

Ohne Doping lediglich

eine Illusion?

Das Konzern-Nachrichtenmagazin

Volkskrankheit Arthrose

Frischer Schwung

mit neuer Hüfte

KTQ in Sebnitz

Auszeichnung durch

Bundeskanzlerin Merkel

Nr. 33

28. September 2007


aaaWas wäre, wenn es ein wirkungsvolles

Rezept für Ihren Ruhestand gibt?

Betriebliche Altersvorsorge zu Sonderkonditionen

für Asklepios-Mitarbeiter

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06122 7072-0

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Dr. Bernard gr. Broermann

Blut spenden – unsere Verantwortung

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter,

der Bedarf an Blutkonserven steigt

stetig. Fast 70 Prozent aller Menschen

benötigen in ihrem Leben irgendwann

einmal Blut oder Blutplasma. Doch Blut

kann bis heute nicht künstlich hergestellt

werden.

Die Bereitschaft, das zu spenden, was

man selbst in einer lebensbedrohlichen Situation

dringend braucht, ist jedoch nur

gering ausgeprägt. Täglich werden hierzulande

15.000 Blutspenden benötigt. Aber

nur 2,5 Prozent der Bundesbürger sind

bereit, einen kleinen Teil ihres Blutes zu

spenden. Vielen Menschen ist nicht bewusst,

dass durch Unfälle und bei großen

Operationen enorme Mengen an

Bluttransfusionen eingesetzt werden. Teil-

weise sind fünf, zehn, 15 und noch mehr

Konserven für einen operativen Eingriff

notwendig. Organ- und Knochenmarktransplantationen

sind ohne die Bereitstellung

von Blutkonserven undenkbar. Selbst

bei Geburtskomplikationen können bis zu

15 Blutkonserven erforderlich sein.

Blutspenden tut nicht weh. Es schadet

der Gesundheit nicht. Im Gegenteil. Die

gespendete Menge ist im Verhältnis zum

Gesamthaushalt des Körpers gering. Der

Verlust kann vom Organismus schnell wieder

ausgeglichen werden. Außerdem wird

das blutbildende System aktiviert.

Blutspenden ist einfach. Als regelmäßiger

Blutspender können Sie stolz darauf

sein, einem Menschen, der auf eine Bluttransfusion

angewiesen ist, in einer schwierigen

und manchmal lebensbedrohenden

Situation geholfen zu haben. Darüber hin-

Editorial

aus kann Ihr Blut für die Herstellung von

wichtigen Medikamenten (z.B. Blutgerinnungspräparate)

verwendet werden.

Blutspenden hat Vorteile: Sie stehen

unter medizinischer Kontrolle, denn

Ihr Blutdruck und Puls werden bei jeder

Spende gemessen. Gleichzeitig wird Ihr

Blut infektionsserologisch untersucht.

Ihre Blutgruppe wird kostenlos bestimmt,

und darüber hinaus erhalten Sie einen

Nothilfeausweis.

Sie können in Ihren Häusern gezielt

Blutspendeaktionen organisieren. Einige

Asklepios Kliniken praktizieren dies seit

Jahren erfolgreich. Ich würde mich freuen,

wenn weitere Einrichtungen unseres Konzerns

diesen Beispielen folgen. Lesen Sie

auf den Seiten 38–39 mehr über den Blutspendedienst

Hamburg und helfen Sie mit:

Spenden Sie Blut – retten Sie Leben.

ASKLEPIOS intern 33/2007


ASKLEPIOS intern 33/2007

Inhalt

Entwicklungen in der Netzhautchirurgie Seite 12

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Klinikübersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

M e di z i n & W i sse nsc h a f t

Medizin-Ticker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Frischer Schwung mit neuer Hüfte . . . . . . . . 8

Volkskrankheit Arthrose –

Fokus: Operation des Hüftgelenks . . . . . . . 10

Aktuelle Entwicklungen

Top-Story:

in der Netzhautchirurgie . . . . . . . . . . . . . 12

Hybrid-Operationsverfahren –

ein Fortschritt? . . . . . . . . . . . . . . . . . . 14

Gestationsdiabetes . . . . . . . . . . . . . . . 16

Simulatorentraining im Herzkatheterlabor . . 18

EKG-Gerät unter der Haut . . . . . . . . . . . . 19

Organspende ist Gemeinschaftsaufgabe . . . 20

Kinderurologie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 22

Druckkammerzentrum Rhein-Main-Taunus

jetzt bei Asklepios . . . . . . . . . . . . . . . . 24

Volkskrankheit Arthrose

Frischer Schwung

mit neuer Hüfte �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� �� ��Seite 8

Gestationsdiabetes Seite 16 Hochleistungssport ohne Doping? Seite 26

Hochleistungssport ohne Doping –

eine Illusion? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Patientenorientierte Forschung am

Krankenhaus: mehr Vorteile als gedacht? . . . 28

M a nage M e n t

Kurz & Knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 30

Tonnenweise Schmutzwäsche . . . . . . . . . 32

»Rauchen macht Falten, Zahnausfall

und Knochenschwund« . . . . . . . . . . . . . 33


Mandy Wolf

Chefredakteurin

Asklepios Präventionskampagne Seite 33–35

»Gesunde Kids –

stark und unabhängig gegen Suchtmittel« . . 34

Orthopädie zum Anfassen . . . . . . . . . . . . 35

IT ist Innovationstreiber, kein Kostentreiber . . 36

Moderne Gesundheitsversorgung

braucht Partnerschaften . . . . . . . . . . . . . 37

Blutspender – verzweifelt gesucht! . . . . . . . 38

Sturzmanagement im Krankenhaus –

was ist zu tun? . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Ein Dialog mit zwei Gewinnern . . . . . . . . . . 41

Thieme startet Fortbildungskonzept

für Krankenhäuser . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Liebe Leserinnen und Leser,

der Ersatz des Hüftgelenks ist an die

Spitze der Operationsliste in deutschen

Krankenhäusern aufgestiegen. Schmerzen

bei jeder Bewegung und eine massiv eingeschränkte

Mobilität lassen 170.000 Deutsche

jährlich die Entscheidung für einen

operativen Ergriff treffen. Die neuesten

medizinischen Entwicklungen machen

es möglich, dass auch Menschen geholfen

werden kann, bei denen man vor Jahren

eine solche Operation abgelehnt hätte.

Und es wird weiter geforscht. Welchen Anteil

hat die Asklepios Orthopädische Klinik

Bad Abbach an der weltweiten Entwicklung

der Navigation für den Einbau von Hüft-

und Knieimplantaten? Was bietet der OP

der Zukunft den Patienten? Das erfahren

Sie auf den Seiten 10 bis 11.

Unerlaubte Substanzen zur Steigerung

der Leistungsfähigkeit sind nichts

Neues. Schon immer messen Menschen

beim Sport gern ihre Kräfte. Wer kann am

schnellsten laufen, am höchsten oder am

weitesten springen, die schwersten Gewichte

stemmen? Fast genauso alt wie die

Geschichte des Sports ist die Geschichte

des Dopings. Aufgeputscht mit Pillen, Salben

und Spritzen versuchen Sportler, sich

Vorteile zu verschaffen – oft mit fatalen Fol-

Asklepios zu Gast

bei Bundeskanzlerin Angela Merkel . . . . . . 43

»Die Fantasie ist ein ewiger Frühling« . . . . . . 44

Wohin mit Fiffi, Hasso & Co.

bei Reha oder Klinikaufenthalt? . . . . . . . . 44

»Ja, wo laufen sie denn?« . . . . . . . . . . . . . 45

Deutsch-Chinesisches

Freundschaftskrankenhaus . . . . . . . . . . . 46

Notaufnahme: Alltag zwischen

Leben und Tod . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 47

Figuren & Strukturen . . . . . . . . . . . . . . . 48

Zehntes Asklepios Fußballturnier . . . . . . . 51

Inhalt

gen. Welche das sein können, lesen Sie auf

den Seiten 26 bis 27.

Ohne patientenorientierte Forschung

ist medizinischer Fortschritt nicht möglich.

Darüber sind sich nahezu 90 Prozent

aller Bundesbürger einig. Aber das persönliche

Engagement, sprich: die Teilnahme

an einer Studie, lehnen viele Patienten

ab. Das muss nicht sein. Asklepios proresearch

erklärt Ihnen auf den Seiten 28

bis 29 mehr über Studien am Krankenhausbett

und welche überzeugenden Argumente

für eine Teilnahme an einer solchen

Studie sprechen.

»Die Geburt eines Kindes ist Teamwork«

– davon sind die Hebammen aus

Weißenfels überzeugt. Für die werdende

Mutter ist die Geburtshelferin eine wichtige

Bezugs- und Begleitperson, die ihr zur

Seite steht, sie berät und versorgt. Auf den

Seiten 52 bis 53 gewähren sie uns einen

kleinen Einblick in ihren Berufsalltag und

lassen uns teilhaben am immer wiederkehrenden

Wunder des Lebens.

Ich wünsche Ihnen viel Vergnügen beim

Lesen Ihrer aktuellen Asklepios intern.

Asklepios zu Gast bei der Bundeskanzlerin Seite 43 plan.a-Programm Seite 56

Ihre

Pat i e n t e n - foru M

»Die Geburt eines Kindes ist Teamwork« . . . . 52

Schreiattacken,

Dauerrufen, Erregungszustände . . . . . . . . 54

plan.a-Programm . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

Größtmögliche Selbstständigkeit

für Patienten nach Klinikaufenthalt. . . . . . . 57

Medizinethische Fragen beschäftigen Ärzte,

Pflegekräfte und Therapeuten . . . . . . . . . 58

»Gefühle haben viele Gesichter« . . . . . . . . 60

Asklepios fragt / Im nächsten Heft . . . . . . . 61

ASKLEPIOS intern 33/2007


Medizin & Wissenschaft

Medizin-Ticker

Skoliosesymposium 2007

Das Thema des 8. Wissenschaftlichen

Symposiums in der Seeklinik Bad Salzungen

lautete »Skoliose und Hyperkyphose

– Neue Therapiemöglichkeiten«.

In der konservativen und operativen

Behandlung erwachsener Skoliose- und

Hyperkyphosepatienten gibt es einige

Neuerungen, die durch die Referenten sehr

plastisch dargestellt wurden.

So referierte Dr. Florian Geiger, FA für

Orthopädie und Unfallchirurgie, Oberarzt

der Abteilung Wirbelsäulenorthopädie

des Universitätsklinikums Frankfurt,

über die verschiedenen Operationsverfahren

der Wirbelsäulenfehlform. Von Dr.

Kay Steffan, Chefarzt der Orthopädie der

Burgseekliniken, wurden die Diagnostik

und Therapie der Skoliosen und Hyperkyphosen

in der Seeklinik dargestellt. Erste

Ergebnisse klinikinterner Studien zur Korsettwirkung

wurden präsentiert.

Mit ca. 130 Besuchern fand das Symposium

regen Zuspruch bei Ärzten,

Physiotherapeuten, Vertretern der Skolioseselbsthilfegruppen

und den betroffenen

Patienten. n

Fluoreszenz-Spiegelung bei

Harnblasenkrebs

Zu den Hauptrisiken für Blasenkrebs

beim Mann gelten heute in Deutschland

das Alter und das Rauchen. In spezialisierten

Zentren wie der Asklepios Paulinen

ASKLEPIOS intern 33/2007

Klinik Wiesbaden erfolgt die Abtragung

der Tumoren im Rahmen einer sogenannten

Fluoreszenz-Blasenspiegelung (Hex-

vix), bei der unter einem speziellen Licht

die Tumoren rot leuchten. Dadurch kann

die Häufigkeit von kurzfristigen Rezidiven

(also »übersehenen« Veränderungen) um

ein Drittel gesenkt werden.

Aufgrund der hohen Rezidivrate (Wiederkehrung)

muss alle drei Monate eine

Blasenspiegelung durchgeführt werden.

Auch hier kann bei bestimmten Risikopatienten

eine Fluoreszenzspiegelung mit

Hexvix durchgeführt werden und die Früherkennung

erheblich verbessern. HEXVIX ®

ist das einzige zugelassene Arzneimittel für

die photodynamische Diagnostik. Das Mittel

wird in ein photoaktives Porphyrin (Vorstufe

des Blutfarbstoffs) umgewandelt, das

sich selektiv in rasch vermehrenden Zellen

(z.B. Tumoren) anreichert. Unter Blaulicht

fluoreszieren diese Zellen rot. n

Laparoskopische Fundoplikatio

Der Übergang der Speiseröhre in den

Magen ist durch eine Art Ventil gesichert,

damit die Magensäure nicht die empfindliche

Speiseröhrenschleimhaut verätzen

Therapie von Lungenerkrankungen

Ein wichtiger Schritt zur Erforschung und Therapie von Lungenerkrankungen

ist dem GSF-Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft,

in Partnerschaft mit der Medizinischen Fakultät der Ludwig-Maximilians-Universität

München und den Asklepios Fachkliniken Gauting gelungen.

Gemeinsam werden sie ihre langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit nutzen und in

München ein pneumologisches Translationszentrum aufbauen. Die Kooperationspartner

werden dazu neben einem Lehrstuhl für experimentelle Pneumologie auch den

ersten Lehrstuhl für klinische Pneumologie in Bayern einrichten.

Das neue Comprehensive Pneumology Center (CPC) wird die experimentelle und

die klinische Pneumologie miteinander unter einem Dach verbinden und als dritten

Bestandteil eine Forschungsambulanz in Großhadern beinhalten. Ambulanz und Forschungsbereich

sollen in unmittelbarer Nähe zum Universitätsklinikum Großhadern

einen Standort erhalten. Der Lehrstuhlinhaber für Klinische Pneumologie wird die

Abteilung für Pneumologie an den Asklepios Fachkliniken Gauting als Chefarzt leiten.

n


kann. Funktioniert dieser Schließmuskelapparat

nicht, so kann es zu einer Entzündung

der Schleimhaut kommen. Man

spricht von einer Refluxkrankheit. Das

Leitsymptom ist Sodbrennen.

Bei der akuten

Erkrankung lässt

sich durch Medikamente

die Säureproduktion

des

Magens mindern.

Eine Alternative

zur lebenslangen

Medikamenteneinnahme

bietet

eine Spezialtherapie, auf die Dr. Jürgen

Stopinski (Foto) vom Asklepios Klinikum

Schwalmstadt spezialisiert ist: Die Fundoplikatio

ist eine chirurgische Methode, die

durch ein »Herumschlagen des Magens«

um die Speiseröhre eine mechanische

Barriere für die Magensäure schafft. »Die

Operation lässt sich minimal invasiv gut

durchführen. Alle Voruntersuchungen und

auch die Operation können im Klinikum

Schwalmstadt durchgeführt werden«, so

Dr. Stopinski.

Nach der Operation können die Medikamente

abgesetzt werden. Der stationäre

Aufenthalt dauert in der Regel nur einige

Tage. n

Intraoperative Kernspintomographie

am INI

Das International Neuroscience Institute

(INI) eröffnet einen Operationsbereich

mit einem 3,0 Tesla MRT zur präoperativen

Diagnostik, führender Neuronavigationstechnik

der Firma BrainLAB und dem

modernsten intraoperativen Kernspintomographiegerät

der Firma Siemens. Das

intraoperative MRT-Gerät hat als Besonderheit

eine Feldstärke von 1,5 Tesla und

bietet somit auch während der Operation

eine Bildqualität, wie sie üblicherweise nur

für die MRT-Untersuchungen vor der Operation

möglich ist. n

Neurorehabilitation der Asklepios

Klinik an der Spitze

Die Deutsche Rentenversicherung führte

ein umfangreiches Qualitätssicherungsprogramm

für Rehakliniken ein. In diesem

Verfahren hat die Abteilung Neurorehabilitation

der Asklepios Klinik Schaufling in

der Auswertung 2007 den Spitzenplatz erreicht.

Insgesamt wurden 61 Kliniken bewertet.

Auf einer Punkteskala von 0 bis

10 kam Schaufling auf einen Wert von 9,4

Medizin & Wissenschaft

Prof. Dr. Joachim Grifka (links), daneben der Oberbürgermeister der Stadt Regensburg, Hans Schaidinger

Zusammenführung von Orthopädie und Unfallchirurgie

Auf Einladung des Incoming President, Prof. Dr. Joachim Grifka, traf sich der

Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie

mit Vertretern der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie im Juli 2007 in

Regensburg.

Ziel ist es, die beiden Fachgesellschaften zusammenzuführen. Mit der Reform der

Weiterbildungsordnung wurde bereits ein großer Schritt zur Etablierung des gemeinsamen

Facharztes Orthopädie und Unfallchirurgie vollzogen. n

für den gesamten Rehabilitationsprozess.

Damit liegt die Abteilung weit vor der

zweitbesten Klinik und statistisch signifikant

über dem Mittelwert von 7,4 aller Kliniken.

n

Weiterbildungsstätte für

Schlafmedizin

Das Salus-FachklinikumUchtspringe

ist seit

Jahresbeginn 2007

anerkannte Weiterbildungsstätte

für Schlafmedizin.

Wichtige Voraussetzung

für dieses

Votum der Ärztekammer

Sachsen-

Anhalt war, dass sich der leitende Oberarzt

der neurologischen Klinik, Dr. Gerald

Bauer (Foto), über seine Facharztausbildung

als Neurologe hinaus die Zusatzqualifikation

als Somnologe (Schlafmediziner)

erworben hat.

Dr. Gerald Bauer ist nunmehr persönlich

für die Heranbildung des Fachkräftenachwuchses

verantwortlich. n

Neuromonitoring des Nervus

recurrens

Jährlich werden in Deutschland etwa

100.000 Patienten an der Schilddrüse operiert.

Heute sind die Mediziner in der Lage,

den Nervus recurrens mit dem sogenannten

intraoperativen Neuromonitoring

zu identifizieren. Während der Operation

wird eine Nadelelektrode in der Halsmuskulatur

und eine zweite Elektrode im

Stimmmuskel platziert.

Mit einer kleinen, gabelartigen Sonde

kann nun der Nerv identifiziert und stimuliert

werden. Über optische und akustische

Signale bestätigt das Gerät die Lage des

Nervs und man kann während der Operation

überprüfen, ob der Nerv unverletzt

ist.

Im Klinikum Schwalmstadt wird diese

Methode seit mehr als einem Jahr mit sehr

guten Ergebnissen angewendet. n

ASKLEPIOS intern 33/2007


Medizin & Wissenschaft

Frischer Schwung mit neuer Hüfte

Innovative Therapien in der Orthopädischen Klinik für die Universität Regensburg in Bad

Abbach verhelfen zu frühzeitiger Rehabilitation

Falsche Körperhaltung, ständiges Stehen oder Sitzen – das führt auf Dauer zu einer extremen Überbean-

spruchung der Hüfte. Wer noch dazu auf ausgleichende Bewegung verzichtet, riskiert Gelenkverschleiß

und Arthrose. Allein in Deutschland leiden 15 Millionen Menschen an einer solchen behandlungsbedürf-

tigen Gelenkdegeneration. Tendenz steigend.

schmerzen bei jeder Bewegung und

eine erhebliche einschränkung der Mobilität

führen zu einer deutlich verminderten

Lebensqualität. in den meisten fällen

ist der Verschleiß des hüftgelenks schuld

daran. um wieder schmerzfrei durchs

Leben gehen zu können, gibt es für diese

Patienten oft nur eine Möglichkeit: den

einsatz eines künstlichen hüftgelenks.

Jedes Jahr entscheiden sich rund 170.000

Patienten dafür. der gelenkersatz ist in

deutschland zwischenzeitlich die häufigste

operation.

Neben Überbelastungen und Verschleißerscheinungen

sind frühere

Verletzungen, angeborene oder erworbene

Gelenkfehlstellungen häufig Ursache

für Hüftbeschwerden. Erwachsene

ASKLEPIOS intern 33/2007

erkranken meist an Arthrosen, Dysplasien

und Hüftkopfnekrosen. Nicht nur ältere

Menschen sind von Abnutzungserscheinungen

der Gelenke geplagt. Bereits im

Mutterleib kann sich eine Fehlstellung des

Hüftgelenks entwickeln, die im Verlauf des

Lebens zu erheblichen Beschwerden führen

kann, wenn sie nicht frühzeitig erkannt

wird. Kinder mit angeborenen Hüftverrenkungen

und vorhandener Kurzpfanne gehören

ebenso zum Patientenstamm wie

kleine Morbus-Perthes-Patienten.

Die Diagnose wird durch eine körperliche

Untersuchung sowie Ultraschall- und

Röntgenuntersuchungen gestellt, gegebenenfalls

wird sie durch weitere Verfahren,

wie eine Kernspintomographie (MRT)

oder Computertomographie (CT) ergänzt.

Die Behandlung der Hüftschmerzen rich-

tet sich in erster Linie nach der Ursache der

Hüfterkrankung. In vielen Fällen können

eine vorübergehende Entlastung des Hüftgelenks,

die Einnahme von schmerz- und

entzündungshemmenden Medikamenten

sowie die Verordnung von Krankengymnastik

die Schmerzen lindern und im besten

Fall beseitigen. Eine operative Therapie

ist dann erforderlich, wenn die Schmerzen

so stark werden, dass Medikamente nicht

mehr helfen. Der fortgeschrittene Verschleiß

macht in diesen Fällen den Ersatz

durch ein künstliches Hüftgelenk notwendig.

Insbesondere bei jüngeren Patienten

sind die Ärzte bestrebt, das Gelenk zu erhalten.

Muss das Hüftgelenk dann doch

durch eine Prothese ersetzt werden, kommen

modernste Operationsmethoden zum

Einsatz.


Bei der Hüft-Total-Endoprothese besteht

das künstliche Hüftgelenk aus den

gleichen Teilen wie das menschliche Hüftgelenk:

aus der Gelenkpfanne und dem

Gelenkkopf, der auf dem Gelenkschaft

sitzt. Die Gelenkpfanne wird vom Beckenknochengebil-

det, während

der Gelenkkopf

m it dem Ge -

lenkschaft zum

Oberschenkelknochen

gehört.

Einen Sonderfall

stellt die Hüft-

Teilprothese dar,

bei der lediglich

der Gelenkkopf

ersetzt wird.

Um eine ungestörte,

schmerzfreie und dauerhafte

Funktion zu erreichen, werden an die Materialien

eines künstlichen Hüftgelenks hohe

Anforderungen gestellt. Sie müssen korrosionsbeständig

sein, dürfen zu keinen Unverträglichkeitsreaktionen

führen, müssen

den im Körper auftretenden Drücken und

Biegebelastungen widerstehen und dürfen

beim Aneinanderreiben der Gelenkpart-

Die neuesten Entwicklungen

in der Medizin

machen es möglich, dass

auch Menschen geholfen

werden kann, für die

es vor Jahren kaum noch

Hoffnung gab.

ner keinen Abrieb entstehen lassen. Zum

Einsatz kommen daher bestimmte Metalllegierungen,

unter denen sich u.a. Titan

befindet, Keramik und Spezialkunststoffe.

Das künstliche Hüftgelenk muss mit

dem körpereigenen Knochen verbunden

werden. Nach

Art und Weise

der Vera n ke -

rung der Prothese

im Knochen

wird zwischen

zement freien

und zementierten

Prothesen

unterschieden:

Bei der zementfreienProthese

werden die

künstliche Hüftpfanne

und der Prothesenschaft mit dem

Knochen verschraubt bzw. im Knochen verklemmt.

Langfristig wächst der Knochen

an der Prothesenoberfläche an, sodass eine

dauerhafte Fixierung entsteht. Die Prothese

muss genau eingesetzt werden und dann

einwachsen, was ca. sechs Wochen dauert.

Diese Prothesen werden überwiegend bei

jüngeren Patienten eingesetzt, da der Kno-

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Medizin & Wissenschaft

chenverlust im Falle einer späteren Wechseloperation

geringer ist.

Für die zementierte Prothese wird ein

spezieller, besonders schnell aushärtender

Zement verwendet. Sowohl die Gelenkpfanne

als auch der Schaft werden einzementiert.

Die zementierte Form ist sofort

stabil und belastbar.

Der Erfolg einer Operation ist von vielen

Faktoren abhängig. Die neuesten Entwicklungen

in der Medizin machen es

möglich, dass auch Menschen geholfen

werden kann, für die es vor Jahren kaum

noch Hoffnung gab.

Und es wird weitergeforscht. Die Mitarbeiter

des Teams um Prof. Dr. Joachim

Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik

für die Universität Regensburg in Bad

Abbach, sind in einer internationalen Expertengruppe

an der Entwicklung einer

kleineren Prothese beteiligt, um damit

möglichst viel Knochen zu erhalten. Lesen

Sie auf den Seiten 10 bis 11, wie die weltweite

Entwicklung der Navigation für den

Einbau von Hüft- und Knieimplantaten geprägt

wird und welche Möglichkeiten die

OP der Zukunft bieten wird.

Mandy Wolf

ASKLEPIOS intern 33/2007


Volkskrankheit Arthrose –

Fokus: Operation des Hüftgelenks

Interview mit Prof. Dr. med. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik

für die Universität Regensburg in Bad Abbach

Prof. Dr. med. Joachim Grifka

Über 170.000 deutsche werden jedes

Jahr mit einem künstlichen hüftgelenk versorgt.

am Klinikum Bad abbach setzen die

Ärzte jährlich 600 künstliche hüftgelenke

ein, tendenz steigend. die arthrose, der

häufigste grund von gelenkbeschwerden,

hat sich zur Volkskrankheit entwickelt.

individuelle faktoren und die alltagsbelastung

– das überbeansprucht die hüftgelenke.

allein in deutschland leiden 15

Millionen Menschen an einer behandlungsbedürftigen

gelenkdegeneration.

Wenn andere therapiemöglichkeiten ausgeschöpft

sind, ist das künstliche hüftgelenk

ein segen.

Warum gerade die Hüfte von Arthrose

betroffen ist und was

man dagegen unternehmen

kann, darüber sprachen wir mit Prof. Dr.

med. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen

Klinik für die Universität Regensburg

in Bad Abbach.

10 ASKLEPIOS intern 33/2007

Welche konservativen Behandlungen der

Hüftarthrose bieten sich an, bevor der Griff

zum Skalpell notwendig wird?

Prof. dr. med. Joachim grifka: Die

Arthrose des Hüftgelenks ist schlechter

konservativ zu behandeln als an anderen

Gelenken. Es geht vor allem darum, die eingetretenen

Beschwerden zu lindern und das

Fortschreiten der Erkrankung zu verlangsamen.

Im Interesse des Patienten versuchen

wir, eine OP und den Einsatz einer Prothese

solange wie möglich hinauszuzögern.

Ich empfehle meinen Patienten, sich

viel zu bewegen und die Hüften möglichst

wenig Stoßbelastungen oder Dauerbelastungen

auszusetzen. Fahrradfahren, Schwimmen

und Wandern in gutem Schuhwerk sind

Sportarten, die ohne Probleme ausgeführt

werden können. Selbst so einfache Übungen

wie ein Bein »baumeln zu lassen« helfen, die

Gelenkknorpel zu entlasten. Dazu steht man

mit einem Bein auf einer Treppenstufe, das

andere Bein wird frei schwingend bewegt.

Wenn man zusätzlich eine Zugkraft auf das

baumelnde Bein ausüben möchte, kann man

beispielsweise einen schweren Schuh anziehen.

Eine gezielte Krankengymnastik mit

geringer Belastung verbessert die Ernährung

des Knorpels. Massagen oder Wärmeanwendungen

lockern die Muskulatur. Aber Vorsicht:

keine Wärmeanwendungen bei akuter

Reizung des Hüftgelenks!

Wann ist eine Hüftoperation sinnvoll?

Über eine operative Versorgung sollte

immer dann nachgedacht werden, wenn

auch ein ausgeprägter Bewegungsschmerz

vorliegt, die Gehstrecke maßgeblich verkürzt

ist oder gar in der Nacht Schmerzen

auftreten. Bei jedem einzelnen Patienten

prüfen wir die Art und Weise der Implantatversorgung

sehr sorgfältig und

individuell.

Welche modernen Operationsverfahren führen

Sie mit Ihrem Team in Bad Abbach durch?

Für gelenkerhaltende Hüfteingriffe

hat sich in den letzten Jahren die Metho-

de der Arthroskopie entwickelt. Ähnlich

wie am Kniegelenk können wir mit der Arthroskopie

viele Erkrankungen des Hüftgelenks

mittels Schlüssellochchirurgie und

vor allem sehr gewebeschonend operieren.

Typischerweise wird diese Technik heute

bei Verletzungen oder Einklemmungen

der vorderen Gelenklippe angewendet.

Aber auch bei beginnender Hüftarthrose

kann die Indikation zur Arthroskopie gegeben

sein. Ein Vorteil der arthroskopischen

Technik ist, dass wir Orthopäden einen

guten Einblick in die Verhältnisse im Gelenk

bekommen, der genauer ist als jede

Röntgenaufnahme oder Kernspintomografie.

Die Patienten kommen danach wieder

schnell auf die Beine. Diese Methode ist jedoch

nicht bei jedem Krankheitsbild und

jedem Patienten möglich.

Welche Arten von Prothesen gibt es?

Können sie sich mit der Zeit lockern?

Ist ein Implantat notwendig, wird entweder

eine zementfreie oder eine zementierte

Prothese eingesetzt. In deutschen

Operationssälen wird mittlerweile standardmäßig

zementfrei gearbeitet. Die zementfreie

Prothese muss exakt eingesetzt

werden und dann der Knochen an das Implantat

heranwachsen. Älteren Patienten

mit areaktivem Knochen setzen wir zementierte

Prothesen ein. Diese sind sofort stabil

und belastbar. In der modernen Orthopädie

machen zementierte Hüftprothesen

weniger als 10% aller Hüftprothesenoperationen

aus.

Der allgemeine Trend in der Prothesenversorgung

ist der weitgehende Erhalt des

Knochens. In ausgesuchten Fällen können

wir Patienten mit einer Kurzschaftprothese

versorgen. Sie gilt als besonders haltbar

und knochenschonend. Die optimale

Form dieses neuen Gelenkersatzes ist das

Ergebnis langjähriger Forschung in unserer

Klinik.

Der Entwickler dieser Kurzschaftprothese

hat bei mehr als hundert Patienten

individuelle Versorgungen gemacht und


die Integration beobachtet. Die daraus

entwickelte Kurzschaftprothese ist fest

im oberen Teil des Oberschenkelknochens

verankert. Das soll die Belastung insgesamt

verringern und eine Lockerung der Prothese

hinauszögern. Durch den kurzen Schaft

wird sehr viel von dem ursprünglichen

Knochen erhalten, sodass der eines Tages

anstehende Prothesenwechsel unter ähnlich

guten Voraussetzungen möglich wird

wie eine Erstoperation. Das ist vor allem für

jüngere Patienten ein großer Vorteil.

Zudem eignet sich diese Kurzschaftprothese

für kleine Schnitte – der Operateur

muss also weniger Muskulatur durchtrennen,

und die Patienten erholen sich recht

schnell von diesem Eingriff.

Leider können sich Prothesen lockern.

Oft liegen die Ursachen im Umgang mit

dieser Prothese. Die Patienten sollen sich

zwar nach dem Einsatz viel bewegen, aber

wenig belasten. Nicht jeder hält sich daran.

So genannte Stop-and-Go-Sportarten sind

zu meiden. Leistungssport ist mit einer

Hüftprothese nicht mehr möglich. Ist die

Prothese locker, muss sie in jedem Fall ausgetauscht

werden.

Was führt Ihrer Meinung nach zum Anstieg

von Erkrankungen an der Hüfte?

Ganz wesentlich ist die demografische

Entwicklung. Glücklicherweise werden

die Menschen in Deutschland immer älter.

Die Lebenserwartung hat sich in den letzten

100 Jahren mehr als verdoppelt. Viele

Erkrankungen sind dadurch erst erlebbar

geworden. Früher wurden die Menschen

nicht so alt, dass Hüfterkrankungen eingetreten

sind. Das hat sich geändert.

Sie arbeiten an der Uni Regensburg und in

der Asklepios Klinik Bad Abbach seit Jahren

an der Entwicklung der Navigation für den

Einbau der Implantate und haben diese

maßgeblich geprägt. Welche Vorteile bietet

diese Navigation? Und was hat der Patient

davon?

Aufbauend auf unseren Entwicklungen

der Knieprothesennavigation haben

Ärzte unserer Klinik die Technik der Navigation

für Hüftgelenkprothesen ausgearbeitet.

Dies ist mit umfangreichen

Untersuchungen, zunächst an Leichenpräparaten

und nach Schaffung der technischen

Voraussetzungen im Rahmen von

Studien bei der operativen Versorgung, geprüft

worden. Die Publikation dieser Daten

hat weltweite Anerkennung gefunden und

die Grundlage für den klinischen Einsatz

Medizin & Wissenschaft

Die durch die Navigation erzielte Genauigkeit eröffnet ein neues Kapitel in der Hüftendoprothetik

der Navigation geschaffen. Die Technik ist

ähnlich wie bei der Knienavigation. Neben

dem vor der Operation angefertigten Röntgenbild

werden die anatomischen Voraussetzungen

des Patienten intraoperativ

vermessen. Daraus errechnet der Computer

ein 3-D-Modell und ermöglicht dem Operateur

die genaue Planung für die Platzierung

der Implantate, der biomechanischen

Rekonstruktion, beispielsweise der Schaftachse

und der Beweglichkeit mit idealem

Kontakt der Implantat-Partner.

Die durch die Navigation erzielte Genauigkeit

eröffnet ein neues Kapitel in der

Hüftendoprothetik.

Diese intraoperativ gewonnenen Informationen,

die bei herkömmlichen Operationen

nicht in diesem Maße zur Verfügung

stehen, ermöglichen auch die genaue Platzierung

von Implantaten, wenn der Knochen

nicht in vollem Umfang freigelegt und

damit gesehen werden kann. Daher hilft

die Navigation auch, die Implantate genau

und sicher bei kleineren Operationsschnitten

einzubringen.

Für den Patienten bedeutet dies, dass

weniger Muskulatur abgelöst wird, die

Operation insgesamt schonender ist und

er bei günstigen muskulären Voraussetzungen

eine kürzere postoperative Reha-

bilitationsphase hat, also schneller wieder

gut zurecht kommt.

Ende des Jahres 2007 wird in Bad Abbach

der weltweit erste integrierte Navigations-OP

für Orthopädie der Firma BrainLAB eröffnet.

Erzählen Sie uns von den neuen Möglichkeiten

in diesem OP der Zukunft.

Im voll integrierten OP-Saal steht uns

während des Eingriffs die komplette und

gebündelte Bildinformation über den Patienten

zur Verfügung. Das ist im orthopädischen

Fach weltweit einmalig. Durch die

permanente Bildaktualisierung können wir

während des Einsatzes der Hüftprothese

die Beinlänge kontrollieren sowie die genaue

Platzierung der Implantate und den

Abstand des Oberschenkelschafts zur Gelenkpfanne.

Wir wissen unmittelbar intraoperativ,

welches Implantat am günstigsten

gewählt wird und wie die Komponenten

exakt ausgerichtet werden müssen, um

die beste Belastbarkeit zu gewährleisten.

Dies verringert die Anzahl möglicher Reoperationen.

Damit sind Voraussetzungen

geschaffen, um durch den Einsatz der Navigation

eine längere Lebensdauer der Prothese

zu erreichen.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

ASKLEPIOS intern 33/2007

11


Medizin & Wissenschaft

Aktuelle Entwicklungen in der Netzhautchirurgie

Chefarzt der Augenabteilung der Asklepios Klinik Barmbek gibt einen Überblick

die augenabteilung der asklepios

Klinik Barmbek ist die größte augenklinik

der stadt hamburg. hier werden jährlich

allein 4.000 operationen gegen den

grauen star durchgeführt. Pd dr. ulrich

schaudig, chefarzt der augenabteilung

der Klinik Barmbek: »innerhalb der vergangen

Jahre hat sich die netzhautchirurgie

in ihren indikationsstellungen und

technischen grundlagen erheblich verändert.«

neue indikationsstellungen wie bestimmte

vaskuläre netzhauterkrankungen

sind hinzugekommen, andere wurden aufgrund

inzwischen verfügbarer besserer

therapien fast vollständig wieder verlassen,

beispielsweise die Makularotation.

In der Makulachirurgie werden bei

Glaskörperausschneidungen (Vitrektomien)

teilweise Operationsverfahren

angewandt, die in dieser Form schon seit

vielen Jahren existieren. Beispiele hierfür

sind das Peeling von Membranbildungen

auf der Stelle des schärfsten Sehens (Makula)

oder Operationen beim Makulaforamen.

Wesentlich vorangetrieben wurde

die Netzhautchirurgie in diesen Bereichen

durch die Verbesserung der diagnostischen

Möglichkeiten im Vorfeld der OP

und in der Nachsorge. Hier ist besonders

die Weiterentwicklung der optischen Kohärenztomographie

zu nennen, die heute

eine exakte Diagnostik der Grenzfläche

zwischen Glaskörper und Netzhaut ermöglicht.

Dadurch gelingt es, Veränderungen

sichtbar zu machen, die bei der Biomikroskopie

der Makula nicht zu erfassen sind.

In der Indikationsstellung und postopera-

12 ASKLEPIOS intern 33/2007

tiven Kontrolle der Patienten ist das OCT

sehr hilfreich.

In der Vitrektomie an sich geht die Entwicklung

immer stärker in Richtung minimal-invasiver

Operationstechniken. Hierbei

werden die Arbeitsgeräte über Trokarsysteme

in den Glaskörperraum eingeführt.

Die Stichinzisionen sind dann selbstverschließend.

In näherer Zukunft wird sich

wahrscheinlich die 23-Gauge-Technik

durchsetzen. Die noch kleineren 25-Gauge-

Techniken sind offenbar so klein, dass hiermit

die Arbeitszeit verlängert wird. Dies

wird als großer Nachteil gesehen. Aus diesem

Grund hat sich die 25-Gauge-Technik

nicht weit verbreitet.

Ein anderer Bereich der Makulachirurgie

hat sich in den vergangenen Jahren nahezu

vollständig gewandelt: die Makularotation

bei der exsudativen (»feuchten«) Makuladegeneration.

Während noch vor wenigen Jahren

nicht wenige hierin einen Schlüssel zur

Verbesserung der visuellen Ergebnisse bei

einem Teil dieser Patienten sahen, ist die Makularotation

heute bis auf wenige Nischenindikationen

praktisch tot. Diese Entwicklung

wurde durch die Einführung der VEGF-Inhibitoren,

die in den Glaskörperraum injiziert

werden, bewirkt. Die Einfachheit der

Handhabung und die Wirksamkeit der Behandlung

haben die hochkomplexe Makularotation

in kurzer Zeit verdrängt.

In der Netzhautablösungschirurgie stehen

zwei prinzipielle Verfahren zur Verfügung:

Bei den eindellenden Verfahren wird

von außen eine segmentale Silikonschaumstoffplombe

oder ein Cerclageband auf das

Auge aufgenäht. Bei der Vitrektomie wird

von innen, nach der Entfernung des Glaskörpers,

die NH angelegt und dann mit

einer Gas- oder Silikonölendotamponade in

der Anlage gehalten. Kombinationen beider

Verfahren kommen vor, sind jedoch insgesamt

eher die Ausnahme. Seit vielen Jahren

war die Frage, welches Verfahren nun

erfolgreicher ist, ungeklärt. Hier haben

sich einige neue Aspekte ergeben, seit die

SPR-Studie (Scleral buckling versus primary

vitrectomy in the rhegmatogenous retinal

detachment) diese Verfahren prospektiv

verglichen hat.

Im Ergebnis hat die konventionelle eindellende

Chirurgie Vorteile bei Augen, die

noch ihre eigene Linse haben, während die

Vitrektomie Vorteile bei Augen mit Kunstlinsen

bietet. Interessant war jedoch auch

die hohe Zahl von Zweitoperationen nach

den Primäreingriffen bis fast 40 Prozent.

Im Laufe der Jahre kann man sicherlich

davon sprechen, dass die Vitrekomie die

Buckelchirurgie zurückdrängt. Die Selektierung

der Patienten und intraoperative

Details spielen eine entscheidende Rolle:

der Patient möchte letztlich nach der Behandlung

ein Maximum an Sehschärfe

und Sehkomfort erreichen mit einem Minimum

an Operationen. Die anatomisch

anliegende Netzhaut allein ist heutzutage

nicht das Ziel, eine anliegende Netzhaut

kann mit gutem und schlechtem Sehvermögen

einhergehen, das wird durch die

Erkrankung und durch die Operation

mitbestimmt.

Während vor Jahren nur die Komplikationen

von Gefäßthrombosen in Gestalt von

Glaskörperblutungen und traktiven Netz-


hautablösungen der vitreoretinalen Chirurgie

zugeführt wurden, wird seit einigen

Jahren auch bei frischen Venenthrombosen

versucht, eine Besserung der Sehprognose

herbeizuführen. Bei Patienten mit

Zentralvenenthrombosen besteht die Möglichkeit,

im Rahmen einer Vitrektomie den

Kanal des Sehnervs zu schlitzen, also eine

sogenannte Optikusneurotomie durchzuführen.

Bei Venenastthrombosen kann

man die verengte Überkreuzungsstelle zwischen

Arterie und Vene chirurgisch lösen.

Es sind bereits zahlreiche Fallserien publiziert,

und der anfängliche Optimismus hat

sich wieder etwas gelegt. Das Komplikationsspektrum

ist zudem nicht unerheblich.

Hier sind schwere Blutungen im Rahmen

der Optikusneurotomie, Gesichtsfelddefekte,

die typischen Risiken einer Vitrektomie,

insbesondere Netzhautablösungen,

zu nennen.

Mit dem Aufkommen der VEGF-Hemmer

in der Behandlung von Venenthrombosen

scheinen auch hier einfachere

Alternativen zu bestehen, die die chirurgischen

Verfahren in Zukunft noch weiter

zurückdrängen dürften.

Fortgeschrittene Stadien der diabetischen

Retinopathie, wie Glaskörperblutungen

und traktive Netzhautablösungen,

gehören seit langer Zeit zum Spektrum

der vitreoretinalen Chirurgie und werden

durch eine Vitrektomie mit Entfernung vorhandener

Membranen, Endolaser und ggf.

Endotamponade behandelt. Veränderungen

haben sich im Bereich der diabetischen Makulopathie

ergeben. Während traditionell

die Lasertherpie beim diabetischen Makulaödem

zum Einsatz kam, wurde hier seit

einigen Jahren auch chirurgisch durch Vitrektomie

mit Peeling der inneren Grenzschicht

der Netzhaut, analog dem Vorgehen

in der Makulachirurgie, behandelt. Zusätzlich

verbreiteten sich die intravitrealen

Injektionen zunächst mit kristallinen Steroiden

(Triamcinolon). Und seit knapp zwei

Jahren auch mit VEGF-Hemmern (insbesondere

Bevacizumab). Allerdings sprechen

nicht alle Patienten darauf an, insbesondere

Menschen mit lang bestehender Makulopathie

zeigen generell wenig Änderungen

unter allen Therapien. Mit der optischen

Kohärenztomographie lassen sich Patienten

mit reinen Netzhautveränderungen

Medizin & Wissenschaft

von solchen mit Störungen der Grenzfläche

von Netzhaut und Glaskörper unterscheiden,

wobei Letztere am ehesten von einer

Vitrektomie profitieren.

PD. Dr. Ulrich Schaudig

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PD Dr. Ulrich Schaudig

Robert-Bosch-Strasse 6 | 67292 Kirchheimbolanden

Tel.: 06352-4 01 60 | Fax: 06352-40 16 10

Email: kibo@hermed.de | http://www.hermed.de

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


Medizin & Wissenschaft

Hybrid-Operationsverfahren – ein Fortschritt?

Chefarzt der Klinik Altona behandelt Patienten mit komplexen Erkrankungen der Aorta

Jedes Jahr erleiden sechs bis zehn von

100.000 einwohnern ein thorakabdominales

aortenaneurysma. Wird es nicht

behandelt, so sterben innerhalb von fünf

Jahren bis zu 85 Prozent der erkrankten,

die hälfte von ihnen an der aneurysmaruptur.

grundsätzlich entscheiden sich die

Ärzte ab einem maximalen transversalen

aneurysmadurchmesser von sechs zentimetern

oder bei einer auftretenden symptomatik

für die operation.

Bei der Aortendissektion kommt es

in Folge einer hereditären Gewebsschwäche

oder eines hypertensiv arteriosklerotischen

Gefäßleidens zu einem

plötzlichen, nicht transmuralen Gefäßwandeinriss

(»Entry«). Das Blut wühlt sich

in die Media vor und schafft einen falschen

Kanal zwischen Intima und Adventitia.

Bei erhöhtem Ausflusswiderstand kann

der Falschkanal das wahre Lumen subtotal

komprimieren (»True Lumen Collapse«)

mit konsekutiver Ischämie der nachgeordneten

Organe. Kann die dünne Adventi-

1 ASKLEPIOS intern 33/2007

tia der wachsenden Wandspannung im

Falschkanal nicht mehr standhalten, entwickelt

sich ein Aneurysma dissecans mit

erhöhter Rupturgefahr. Bei diesen Komplikationen

besteht meistens eine Indikation

zur Intervention. Ziel ist die Beseitigung

oder der Verschluss des Entrys mit einer

Druckentlastung im Falschkanal.

Trotz Fortschritten in Operationstechnik

und Patientenbetreuung wird die Operationssterblichkeit

nach der klassischen

Operation mit Eröffnen beider Körperhöhlen

zur Rekonstruktion der thorako-abdominalen

Aorta in nationalen Registern

weltweit mit 20 bis 30 Prozent angegeben.

Die Mehrzahl der Patienten stirbt an einem

Multiorganversagen. Auch die Rate postoperativer

schwerer Komplikationen ist bei

den oft bereits präoperativ multimorbiden

Patienten erheblich: Eine Paraplegie infolge

einer Spinalischämie wird mit bis zu 15

Prozent angegeben, eine Niereninsuffizienz

mit bis zu 30 Prozent, und pulmonale

Probleme treten bei bis zu 40 Prozent auf.

Besonders die Paraplegie, aber auch ein

dauerhaftes Nierenversagen beeinträchtigen

die Lebensqualität des Patienten erheblich

und sind mit lebenslangen hohen

Kosten verbunden. Das große Zugangstrauma

über zwei Körperhöhlen, das unvermeidliche

Abklemmen der Aorta und/oder

der Kreislaufstillstand in Hypothermie verbunden

mit den relativ geringen Toleranzen

für die Organischämiezeiten (Gehirn, Rückenmark,

Viszeralorgane) sind Ursachen

für die allgemein hohen Morbiditäts- und

Mortalitätsraten bei diesem chirurgischen

Vorgehen.

Während das endovaskuläre Vorgehen

bei Aneurysmen der infrarenalen Aorta

nicht unumstritten ist, hat die endovaskuläre

Chirurgie bei Aneurysmen und Dissektionen

der Aorta thoracica descendens

wegen der deutlich geringeren schweren

Komplikationen das offene Verfahren weitgehend

abgelöst. Allerdings setzt die Morphologie

des Aneurysmas der Anwendung

der endovaskulären Methode Grenzen. So

müssen proximal und distal der aneurysmatischen

Aortendegeneration ausrei-


chend lange, weitgehend normalkalibrige

Aortenabschnitte vorhanden sein, um die

Stentprothesen ohne Leckagen sicher verankern

zu können. Unter dieser Voraussetzung

lassen sich kombinierte Aneurysmen

der thorakalen und abdominalen Aorta in

sogenannten Hybrideingriffen weniger

invasiv behandeln: Zunächst wird das

abdominale Aortenaneurysma offen auf

konventionelle Weise operiert, dann das

thorakale Aortenaneurysma – ohne Eröffnen

des Brustraums und Abklemmen der

Brustaorta – mit einer Stentprothese ausgeschaltet.

Etwas komplexer werden die Hybridverfahren,

wenn der Aortenbogen mit

den Abgängen der hirnversorgenden Arterien

oder das subdiaphragmale Aortensegment

mit den Abgängen der Viszeral- und

Nierenarterien in den degenerativ aneurysmatischen

Prozess einbezogen sind. Muss

nur der distale Aortenbogen rekonstruiert

werden, können die linke Aorta carotis

communis und die linke Aorta subclavia

über einen extrathorakalen, den Hals kreuzenden

Bypass an die rechte Aorta carotis

communis angeschlossen werden. Bei Totalersatz

des Aortenbogens legen wir nach

Sternotomie einen Y-Prothesen-Bypass von

der Aorta ascendens mit einem Arm zum

Truncus brachicephalicus und mit dem anderen

zur linken Aorta carotis und linken

Aorta subclavia. Dazu sind weder das Abklemmen

der Aorta noch ein hypothermer

Kreislaufstillstand oder eine extrakorporale

Zirkulation notwendig. Die kurzen Ab-

Computertomographie nach Stending der thorako-

abdominalen Aorta

klemmzeiten für die Anastomosennähte

werden bei sukzessiver Rekonstruktion

von den Endorganen in der Regel schadlos

toleriert. Anschließend lassen sich der

gesamte erkrankte Aortenbogen und gegebenenfalls

die Aorta descendens mit einer

oder mehreren endovaskulären Stentprothesen

ohne Unterbrechung des Blutflusses

rekonstruieren. Die proximale Stentfixierung

erfolgt in der Aorta ascendens unmittelbar

distal der Bypassanastomose.

Beim thorako-abdominalen Aortenaneurysma

mit Einbezug des aortalen Viszeralsegmentes

ist ein ähnliches Vorgehen

möglich. Präoperativ wird mit der CT-Angiografie

das Anschlussgefäß für eine

mehrarmige Bypassprothese (Tripod oder

Tetrapod) festgelegt. Dies kann die infrarenale

Aorta oder eine Beckenarterie sein,

sofern sie eine weitgehend normale Morphologie

aufweist. Sind die infrarenale

Aorta und Beckenarterien von der aneurysmatischen

Degeneration mit betroffen,

können sie unter bestimmten Bedingungen

durch eine Bifurkationsprothese ersetzt

werden, an die der mehrarmige Bypass

zu den Viszeral- und Nierenarterien angeschlossen

wird. Nach Fertigstellen aller

Bypassverbindungen werden die Aortenabgänge

der Viszeral- und Nierenarterien

ligiert. Anschließend erfolgt die Exklusion

des thorakoabdominalen Aortenaneurysmas

durch die endovaskuläre Implantation

von Stentprothesen ohne Unterbrechung

des aortalen Blutflusses.

Insgesamt haben wir bisher 18 Patienten

mit komplexen thorakalen, thorakoabdominalen

Aortenaneurysma oder einer

Aortendissektion Typ B nach Stanford operiert.

Bei acht Patienten war eine Transposition

der supraaortalen Arterienäste

und/oder eine retrograde multiviszerale

Revaskularisation mit Bypassprothesen

notwendig. Bei den ersten drei Patienten

beobachteten wir eine Leckage im Bereich

der proximalen Fixation. Hier musste

ein Overstenting durchgeführt werden.

Aus dieser Erfahrung setzten wir später

zur Verlängerung der Fixationszone die

supraaortalen Arterien nach Bedarf vom

Aortenbogen ab (»Debranching«) und rekonstruierten

sie in der beschriebenen

Weise. Kein Patient verstarb postoperativ.

Kein Patient erlitt eine Paraplegie infolge

einer Rückenmarksischämie. Im Langzeitverlauf

starb ein Patient 60 Monate postoperativ,

vermutlich an einer Aortenruptur,

ein weiterer nach sechs Monaten an einem

Lungenkarzinom. In der Literatur wurden

Medizin & Wissenschaft

links: Angiographie eines 72-jährigen Mannes mit

einem Aneurysma dissecans

rechts: Angiographie nach Debranching der A. subcla-

via und der A. carotis communis vom Aortenbogen

und Rekonstruktion des supraaortalen Arterien mit

einem den Hals kreuzenden carotido-subclavialen By-

pass mit End-zu-Seit-Anschluss der linken A.carotis.

communis

bisher 64 Patienten beschrieben, deren

thorako-abdominales Aortenaneurysma

in Hybrid-Technik mit multiviszeraler Rekonstruktion

operiert wurde.

Die innovative Hybrid-Technik – die

Kombination von offener und endovaskulärer

Gefäßchirurgie – reduziert das Operationsrisiko

für Patienten mit komplexen

Erkrankungen der thorakalen und thorako-abdominalen

Aorta. Das Debranching

des Aortenbogens mit Rekonstruktion der

supraaortalen Arterien und die multiviszerale

retrograde Revaskularisation der

Abdominalorgane vermeiden den traumatisierenden

thorako-abdominalen Zugang

über beide Körperhöhlen, die Anwendung

einer extrakorporalen Zirkulation, das Abklemmen

der Aorta, die Hypothermie und

den Kreislaufstillstand. In nahezu allen

bisher erschienenen Publikationen werden

die Morbiditäts- und Mortalitätsraten

deutlich niedriger als beim klassischen

offenen Operationsverfahren angegeben.

Dennoch: Auch die Hybrid-Operationen

sind komplexe und komplikationsträchtige

gefäßchirurgische Eingriffe, deren

Langzeitergebnisse noch ausstehen. Sie

sollten daher zunächst vorzugsweise bei

Patienten angewendet werden, die bei geeigneter

Morphologie wegen ihrer Komorbiditäten

für die klassische offene Operation

nicht fit genug sind.

Prof. Dr. Helmut Kortmann

Kontakt:

Prof. Dr. Helmut Kortmann

Chefarzt der Abteilung für

Gefäß-, Thorax- und Endovaskuläre Chirurgie

Asklepios Klinik Altona

Paul-Ehrlich-Straße 1, 22763 Hamburg

Tel. (0 40) 18 18-81 16 11

E-Mail: helmut.kortmann@ak-altona.

lbk-hh.de

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


Medizin & Wissenschaft

Gestationsdiabetes

Experten der Klinik Barmbek fordern:

Jede Schwangere sollte auf GDM untersucht werden

Wie der diabetes mellitus ist auch der

gestationsdiabetes (gdM) eine weltweit

zunehmende erkrankung und eine der

häufigsten schwangerschaftskomplikationen.

die angaben zur häufigkeit schwanken

international zwischen ein und 20

Prozent aller schwangerschaften, je nach

ethnischer zuordnung, methodischem Vorgehen

und Bewertungskriterien für den

schwangerschaftsdiabetes. die grenzen

für die glukosetoleranzstörung sind bislang

uneinheitlich.

Der GDM ist eine erstmals in der

Schwangerschaft festgestellte

Glukose-Toleranzstörung. Dabei

kann es sich auch um die Erstmanifestation

eines Typ 1 oder Typ 2 Diabetes in der

Schwangerschaft handeln, vor allem, wenn

der »Schwangerschaftsdiabetes« bereits im

ersten Trimenon diagnostiziert wird.

Wesentlich häufiger tritt der Gestationsdiabetes

im 2. oder 3. Trimenon auf. In

dieser Phase muss die mütterliche Insulinproduktion

um das Zwei- bis Dreifache

gesteigert werden, was ein funktionsbeeinträchtigtes

Pankreas nicht leisten kann.

1 ASKLEPIOS intern 33/2007

Das erklärt, warum 40 bis 50 Prozent der

betroffenen Frauen zehn Jahre nach durchgemachtem

GDM einen Diabetes mellitus

(meist Typ 2) entwickeln. Etwa jede zweite

Frau mit GDM entwickelt in einer folgenden

Schwangerschaft wiederum einen

Gestationsdiabetes.

Die Notwendigkeit, einen GDM möglichst

frühzeitig zu diagnostizieren, ergibt

sich aus den Folgen für die Mutter und vor

allem für das Kind: Schwangerschaftsdiabetikerinnen

leiden häufiger unter Harnwegsinfekten

bis hin zu Pyelonephritiden,

schwangerschaftsinduzierten Hypertonien

und Eklampsien.

Bei Kindern unbehandelter bzw.

schlecht behandelter (Gestations-) Diabetikerinnen

finden sich häufiger Fehlbildungen

und Organreifungsstörungen. Für

Kinder von Gestationsdiabetikerinnen ist

eine zusätzliche nicht-genetische Disposition

zur Entwicklung eines Diabetes mellitus

nachgewiesen. Diese Kinder haben zudem

ein erhöhtes Adipositas-Risiko.

Jede Schwangere sollte durch einen

oralen Glukosetoleranz-Test in der 24. bis

28. Schwangerschaftswoche auf das Vor-

handensein eines GDM untersucht werden.

Die Glukose-Messungen dürfen nicht mit

einem Handmessgerät, sondern müssen

mit einer qualitätsgesicherten Methode

(Nasschemie, z.B. HemoCue) durchgeführt

werden. Bei Versand der Proben kann Kapillarblut

als Hämolysat oder venöses Blut

mit einem Zusatz von Na-Fluorid verwendet

werden, das bis zur Verarbeitung bei

vier Grad C gelagert werden sollte.

Bei bestimmten Risikopatientinnen

sollte der OGTT bereits im ersten Trimenon

durchgeführt und bei negativem Ausfall

in der 24. bis 28. SSW und zuletzt in der

32. bis 34. SSW wiederholt werden:







BMI > 27

Diabetes bei Eltern oder Geschwistern

Gestationsdiabetes in einer vorangegangenen

Schwangerschaft

Z. n. Geburt eines Kindes mit einem

Geburtsgewicht > 4500 g

Z. n. Totgeburt

Schwere kongenitale Fehlbildungen

in einer vorangegangenen Schwangerschaft



3D-Aufnahme eines diabetischen Kindes: Deutlich

erkennbar sind die pathologischen »Pausbacken«

Habituelle Abortneigung (> 3 Fehlgeburten

hintereinander).

Die OGTTs werden meist durch niedergelassene

Gynäkologen durchgeführt,

eine Überweisung in die diabetologische

Schwerpunktpraxis (oder ambulant in

unser Diabeteszentrum) sollte unmittelbar

bei Diagnosestellung einer pathologischen

Glukosetoleranz oder eines Schwangerschaftsdiabetes

erfolgen.

Wir raten der Schwangeren zur Durchführung

von Blutzucker-Tagesprofilen mit

je insgesamt sechs Messungen (prä- und

postprandial). In der Schwangerschaft sollten

BZ-Werte präprandial von 60 bis 90 mg/

dl, etwa eine Stunde nach Beginn des Essens

von < 140 mg/dl erreicht werden (oder

zwei Stunden nach Beginn des Essens von

< 120 mg/dl). Bei guter BZ-Einstellung (sowohl

bei pathologischer Glukosetoleranz

als auch beim GDM) genügen zwei bis drei

BZ-Tagesprofile pro Woche bei Einhaltung

der oben genannten Kost.

Die Indikation für eine Insulintherapie

muss frühzeitig gestellt werden. Sind innerhalb

einer Woche an zwei verschiedenen

Tagen mindestens zwei Blutzuckerwerte

pro Tag pathologisch erhöht, ist eine Insulintherapie

erforderlich. In die Entscheidung

für oder gegen eine Insulintherapie

fließen die sonographischen Befunde des

Kindes mit ein. Bei erkennbar beginnender

Messzeitpunkt

nüchtern

nach zwei Stunden

Makrosomie und/oder Überschreiten der

90-er Perzentile des fetalen Bauchumfangs

ist die Indikation für eine Insulintherapie

großzügig zu stellen.

Im Allgemeinen werden Human-Insuline

zur Insulintherapie verwendet. Inzwischen

können auch zwei kurzwirksame

Insulin-Analoga (Insulin Lispro, Insulin

Aspart) zur Therapie in der Schwangerschaft

eingesetzt werden. Orale Antidiabetika

sind in der Schwangerschaft

kontraindiziert!

Überwachung während der Schwangerschaft

▶ Ab der 24. SSW sollten bei jeder Gestationsdiabetikerin

monatliche Ultraschalluntersuchungen

von erfahrenen

Pränatalmedizinern durchgeführt

werden, um die Entstehung einer fetalen

Makrosomie rechtzeitig zu erfassen.

▶ Bei der Mutter: Untersuchungen auf

Harnwegs- und Vaginalinfektionen,

Hypertonie und Präeklampsie.

▶ Bei Gabe von Celestan (Glukokortikoiden

zur Induktion der fetalen

Lungenreife) und Partusisten (ß-Mimetikum

zur Tokolyse) kann es

kurzfristig zu erheblicher Dekompensation

der BZ-Stoffwechsellage

kommen mit der erstmaligen Notwendigkeit

einer Insulintherapie bzw.

deutlich gesteigertem Insulinbedarf.

▶ Die Entbindung sollte zum Termin erfolgen,

es sei denn, bestimmte Umstände

erfordern eine frühzeitigere

Geburt. Eine Überschreitung des Geburtstermins

ist zu vermeiden.

Während der Geburt sollte der Blutzucker

zwischen 70 und 110 mg/dl gehalten

werden. Dies lässt sich am besten durch

mindestens zweistündliche BZ-Messungen

und Gabe von Normalinsulin intravenös

oder subkutan erreichen.

Beim Neugeborenen muss der Blutzucker

mindestens nach einer, drei und 12

kapilläres Vollblut venöses Plasma

mg/dl mmol/l mg/dl mmol/l

≤ 100 ≤ 5,5 ≤ 110 ≤ 6,0 normal

Medizin & Wissenschaft

Stunden postpartal kontrolliert werden.

Weitere spezielle Untersuchungen auf Hypomagnesiämie,

Hyperbilirubinämie, Polyglobulie

sind notwendig. Zur Prophylaxe

von Hypoglykämien (BZ < 30 mg/dl) wird

die Frühestfütterung in häufigen kleinen

Portionen empfohlen.

Mit der Geburt kann die Insulintherapie

beim Gestationsdiabetes im engeren

Sinn in der Regel beendet werden. Am

zweiten Tag postpartal wird eine BZ-Kontrolle

vor und/oder nach dem Essen durchgeführt.

Bei kapillären Vollblut-BZ-Werten

von präprandial > 110 mg/dl oder postprandial

> 200 mg/dl liegt ein Diabetes mellitus

vor. Die Patientin sollte dann weiter diabetologisch

betreut werden.

Bei normalen BZ-Werten postpartal erfolgt

nach sechs bis 12 Wochen, unabhängig

davon, ob die Patientin stillt, ein oraler

Glukosetoleranz-Test mit einer qualitätsgesicherten

Methode, z.B. HemoCue.

Eine Schwangerschaft stellt bei einer

Frau mit bestehendem oder Gestationsdiabetes

ein gesundheitliches Risiko für

Mutter und Kind dar. Gute diabetologische

Betreuung und enge interdisziplinäre Zusammenarbeit

können die Risiken verringern

und ermöglichen meist einen normalen

Schwangerschaftsverlauf.

Dr. Silvia Voß

Prof. Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer

Bewertung

100–109 5,6–5,9 110–125 6,1–6,9 gestörte Nüchternglukose

≥ 110 ≥ 6,0 ≥ 126 ≥ 7,0 Diabetes mellitus

≤ 140 ≤ 7,8 ≤ 140 ≤ 7,8 normal

140–199 7,9–11,0 140–199 7,9–11,0 gestörte Nüchternglukose

≥ 200 ≥ 11,1 ≥ 200 ≥ 11,1 Diabetes mellitus

Kontakt

Dr. Silvia Voß

4. Med. Klinik für Nephrologie und

Diabetologie

Klinische Leitung Diabetologie

Asklepios Klinik Barmbek

Rübenkamp 220

22291 Hamburg

Tel. (0 40) 18 18-82 83 91

s.voss@asklepios.com

Prof. Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer

Geburtshilfe und Pränatalmedizin

Tel. (0 40) 18 18-82 18 41

Diagnosekriterien Diabetes mellitus / pathologische Glukosetoleranz

ASKLEPIOS intern 33/2007

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Medizin & Wissenschaft

Von der Luftfahrt lernen:

Simulatorentraining im Herzkatheterlabor

22 Ärzte aus acht Kliniken probten in Barmbek den Notfall

Bevor ein Pilot zum ersten Mal die volle

Verantwortung für eine Passagiermaschine

übernimmt, hat er den ablauf viele stunden

im simulator trainiert. einen solchen

trainingssimulator gibt es jetzt auch für

die herzkatheterbehandlung. diese Methode

hat sich in der akuttherapie des herzinfarkts

als besonders wirksam erwiesen.

dabei sind manuelles geschick, erfahrung

und stresssichere entscheidungsfähigkeit

oft ähnlich wichtig wie im cockpit.

Zweiundzwanzig Ärzte aus acht

Kliniken haben in einem Fortbildungsworkshop

realitätsnahe Notfallszenarien

im Herzkatheterlabor mit

einem Simulator geprobt. Freilich ohne

dass ein Patient einem tatsächlichen Risiko

durch eine Fehlentscheidung ausgesetzt

worden wäre. In Echtzeit bilden die Simulatoren

per Computer die Körperfunktionen

eines fiktiven Patienten nach: die Atmung,

den Blutkreislauf und sogar die Reaktion

auf Medikamente. Der »Patient«, der äußerlich

einer Schaufensterpuppe ähnelt, ist im

Innenleben nach anatomischem Vorbild geformt.

An typischen Stellen kann der Puls

getastet werden, der Brustkorb bewegt sich

mit den Atemzügen, die ebenso wie die

Herzgeräusche abgehört werden können.

Auch die Augenlid- und Pupillenreflexe

lassen sich simulieren. Die Puppe namens

CATHI kann sogar sprechen: Über ein

Funkmikrofon leiht ihr ein Mitarbeiter des

Trainingsteams seine Stimme und lässt die

Situationen für den Untersuchenden damit

umso realistischer erscheinen.

Das System ist mit einem Röntgensimulator

verknüpft und kann im normalen Katheterlabor

der Klinik eingesetzt werden.

Bei dem Verfahren werden nicht nur die

komplizierten Handgriffe routiniert geübt.

Hier geht es auch darum, Röntgenstrahlen

und Kontrastmittel möglichst sparsam einzusetzen.

Der Computer kann alle Untersuchungsparameter

genau berechnen.

Die teilnehmenden Ärzte im Barmbeker

Krankenhaus wurden vor unterschiedlich

schwere Aufgaben gestellt: vom

Routine-Eingriff bis zum Notfallszenario

1 ASKLEPIOS intern 33/2007

mit oft überraschend auftretenden Komplikationen.

Die Teilnehmer mussten die

Probleme individuell oder im Team aus

Oberarzt, Assistenten, Anästhesist und

dem Pflegepersonal lösen. Nach jedem Rollenspiel

wurde das Notfallszenario genau

analysiert und besprochen, Fehler wurden

erkannt und Verbesserungsvorschläge

erörtert.

Hierbei spielten nicht nur medizinische

Fähigkeiten eine Rolle. Trainiert wurde

auch, wie Stress- und Notfallsituationen

besser bewältigt werden können. Vorbild

waren auch hier die Krisenbewältigungsprogramme

der großen Fluggesellschaften.

Bei Anfall mehrerer Akutpatienten, Überbelegung

der Intensiv- oder Transportkapazitäten

oder fiktiven technischen Pannen

war souveränes Notfallhandeln gefragt.

Im Blickpunkt standen Kommunikation

und Verhalten innerhalb des Teams, auch

unabhängig von medizinischen Aspekten

und der Stellung der Einzelnen in der beruflichen

Hierarchie.

Schnell reagieren, Stress aushalten,

zwischen verschiedenen Optionen medi-

zinischer Akutbehandlung wählen und

trotzdem den Überblick behalten. All das

und der Durchlauf von Situationen, die in

der Praxis risikoreich oder sehr selten sind,

konnte während des Workshops wieder

und wieder geübt und verbessert werden.

Wie der Barmbeker Kursus mit der Teilnahme

vieler bereits interventionell tätiger

Oberärzte gezeigt hat, ist diese Lernmethode

keineswegs auf Anfänger begrenzt.

Anhand quantifizierter Erfolgsparameter

machten alle Teilnehmer des Lehrgangs

hier für ihre tägliche Arbeit in der Klinik

sinnvolle Erfahrungen. Möglicherweise

werden solche Methoden einer simulierten

Operation in Zukunft auch Eingang in

andere Facharzt-Curricula finden.

Katarzyna Berodt, Achim Viertel,

Thomas Twisselmann, Gerian Grönefeld

Weitere Infos:

Simulator-Praxis, Frankfurt:

www.cardioskills.com


Medizin & Wissenschaft

Weltweiter Durchbruch: EKG-Gerät unter der Haut

Herzspezialisten des AK St. Georg pflanzten erstmals Patienten Minirekorder ein

eine Million deutsche leidet an Vorhofflimmern.

ein neues gerät, so klein

wie ein usB-stick, implantierten Kardiologen

in der hamburger asklepios Klink st.

georg jetzt weltweit zum ersten Mal. dieser

eKg-rekorder überwacht das herz und

beobachtet atriale signale. drei Jahre lang

registriert er alle daten des herzschlags.

das novum richtet sich vor allem an Patienten

mit Vorhofflimmern.

Über ein handygroßes Lesegerät, das

der Patient sich nur an die Brust

halten muss, können die gespeicherten

Informationen jederzeit abgefragt

werden. Eine grüne Lampe signalisiert sofort:

alles in Ordnung. Ein rotes Warnlicht

bedeutet: Im Herzrhyhthmus sind gefährliche

Unregelmäßigkeiten aufgefallen.

Dann sollte der Patient sofort seinen Arzt

verständigen. Der kann anhand der typischen

Herzkurven, ausgedruckt wie bei

einem klassischen EKG-Gerät, die Rhythmusstörungen

genau begutachten – und

das über drei Jahre. Bisher sind nur Momentaufnahmen

möglich, maximal eine

Woche lang über ein Langzeit-EKG.

Das neue Verfahren zielt vor allem auf

Patienten, bei denen die Spezialisten fatale

Folgen durch sogenanntes Vorhofflimmern

befürchten. Auf die Therapie hat sich das

Team von Chef-Kardiologe Prof. Karl-Heinz

Kuck im AK St. Georg seit Langem spezi-

Prof. Karl-Heinz Kuck

alisiert. 800 Patienten mit diesem Krankheitsbild

werden hier jedes Jahr behandelt.

»Damit liegen wir europaweit an der Spitze

und sind auch weltweit eine der größten

Abteilungen auf diesem Gebiet«, sagt

Kuck.

Den Erkrankten wird zum Beispiel über

einen Katheter das impulsleitende Herzgewebe

verödet. Das Herz schlägt dann wieder

im richtigen Rhythmus. Um überprüfen

zu können, ob ihre Therapie gegen Vorhofflimmern

auch noch Monate oder Jahre später

wirksam ist, setzen die Kardiologen den

neuen Chip ein. Denn 40 Prozent dieser

Herzrhythmusstörungen werden von den

Betroffenen selbst gar nicht wahrgenommen,

erklärt Kuck. Doch das Gerät lasse

sich nicht täuschen und registriere jede

Unregelmäßigkeit.

An fünf Zentren in Europa wird der

neue »Cardiac Monitor« der US-Medizintechnikfirma

Medtronic getestet. In St.

Georg soll 50 Patienten in den kommenden

drei Monaten der Chip eingesetzt

werden, zunächst als Teil eines Forschungsprojekts.

Allerdings laufen bereits Gespräche

mit den Krankenkassen, ob sie

die Kosten des Gerätes (2.000 Euro) übernehmen.

Das würde sich rechnen, meint

Kuck, »denn Vorhofflimmern ist die kardiologische

Erkrankung, die die höchsten

Kosten verursacht«.

Auch Patienten, die erhebliche Risikofaktoren

haben, könnte eines Tages der

Chip eingesetzt werden. Das Ziel: sie vor

einem Schlaganfall zu bewahren. Denn

Vorhofflimmern bedeutet auch ein bis zu

siebenfach erhöhtes Risiko für Schlaganfall.

Diese Folgeerkrankung ist das eigentlich

Gefährliche beim Vorhofflimmern.

Kuck: »In Deutschland sind rund 15 Prozent

der Schlaganfälle, das bedeutet ca.

40.000, auf diese Form von Herzrhythmusstörung

zurückzuführen.«

Wie das abläuft, wissen die Mediziner

genau. Durch die fehlende Pumpleistung

der Herzvorhöfe können sich Blutgerinnsel

bilden. Wenn diese Klümpchen Gefäße im

Gehirn oder in anderen Teilen des Körpers

verstopfen, lösen sie einen Schlaganfall aus.

Kuck: »Wenn es uns gelingt zu beweisen,

dass wir mit dem neuen Gerät Schlaganfälle

verhindern können, werden sich die

Kosten schon bald amortisieren.«

ASKLEPIOS intern 33/2007

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Medizin & Wissenschaft

Organspende ist eine Gemeinschaftsaufgabe

Die DSO-Region Nord arbeitet eng mit den Asklepios Kliniken zusammen

Burkhard Trapp lebt seit fünf Jahren mit einer neuen Lunge – er arbeitet wieder in seinem Beruf und kann sich um

seine Familie kümmern

12.000 Patienten stehen in deutschland

auf der Warteliste für eine organspende.

Jeden tag sterben drei von ihnen. auch Burkhard

tapp musste lange auf seine spenderlunge

warten: »die diagnose, dass mich

nur noch eine Lungentransplantation retten

könnte, traf mich wie ein Blitz, völlig

unvorbereitet. Verzweiflung kam auf, die

frage, warum ich, und auch die angst zu

sterben, ohne richtig gelebt zu haben. ich

war zutiefst geschockt.« die deutsche stiftung

organtransplantation (dso) hat sich

als Koordinierungsstelle der organspende

zum ziel gesetzt, allen Patientinnen und

Patienten so schnell wie möglich die notwendige

transplantation zu ermöglichen.

hier arbeitet sie eng mit den asklepios Kliniken

zusammen.

Infolge von Masern im Alter von 1,5

Jahren litt Burkard Tapp wiederholt

an Bronchitiden und Lungenentzündungen.

Das führte zu entzündlichen

Erweiterungen der Bronchien und Einschränkungen

der Lungenfunktion. Mit

35 Jahren musste er in Rente gehen. Heute

– fünf Jahre nach einer Lungentransplanta-

20 ASKLEPIOS intern 33/2007

tion – lebt Burkhard Tapp ohne Beschwerden.

Er arbeitet wieder in seinem Beruf und

ist in der Lage, sich um seine Familie zu

kümmern. Seit 1993 engagiert er sich im

Bundesverband der Organtransplantierten

(BDO) und betreut dort die Redaktion der

BDO-Zeitschrift »transplantation aktuell«.

Neue Hoffnung für all jene, die verzweifelt

auf ein Spenderorgan warten,

machen die Zahlen des vergangenen Jahres:

2006 stieg in Deutschland erstmals

die Anzahl der Transplantationen auf über

4.000. Ausreichend ist dieser Anstieg leider

nicht. Organspende

ist eine Gemeinschaftsaufgabe,

die auf die breite

Unterstützung aller am

Gesundheitssystem Beteiligten

angewiesen ist.

Seit sieben Jahren hat die

Stiftung Deutsche Organtransplantation

(DSO)

den Auftrag, die Organspende

in Deutschland zu

koordinieren.

Dazu gehört vor allem,

die Krankenhäuser bei

der Einleitung

und Realisierung

von Organspenden zu unterstützen.

Um die Organspende flächendeckend und

rund um die Uhr sicherzustellen, hat die

DSO sieben Organspenderegionen gebildet.

Für Hamburg ist die DSO-Region Nord

zuständig, zu deren Einzugsbereich auch

Bremen, Niedersachsen und Schleswig-

Holstein gehören.

Der Aufwärtstrend der Organspendezahlen

ist auch in den nördlichen Bundesländern

zu beobachten. Leider kommt man

auch hier bei Weitem nicht an die Zahlen

der europäischen Nachbarn heran. Das

liegt nicht zuletzt an der unzureichenden

Aufklärung der Bevölkerung und den daraus

resultierenden Unsicherheiten. Bisher

haben sich nur rund 12 Prozent der Bundesbürger

zu einem klaren Bekenntnis in

Form eines Organspendeausweises entschieden.

Dabei bestätigen Umfragen, dass

über 80 Prozent der Befragten dem Thema

Organspende grundsätzlich positiv gegenüberstehen.

Im Bedarfsfall würden die


meisten Menschen selbst eine Organspende

annehmen.

Ein weiterer Faktor, der die Organspendezahlen

stark beeinflusst, ist die

Bereitschaft der Krankenhäuser zur Spendermeldung.

In vielen Kliniken der DSO-

Region Nord nimmt die Organspende einen

hohen Stellenwert ein und wird von den

Transplantationsbeauftragten engagiert

berücksichtigt. Die Beteiligung der Universitätskliniken

und der Krankenhäuser

mit Neurochirurgie bestätigen diesen Eindruck.

Auch nach der neuen DSO-Einteilung

der Krankenhäuser in die Kategorien

A (Universitätskliniken), B (Krankenhäuser

mit Neurochirurgie) und C (Krankenhäuser

ohne Neurochirurgie), liegt die

Beteiligung der insgesamt 25 Häuser

innerhalb der Region Nord aus den

ersten beiden Kategorien im Jahr

2006 bei nahezu 100 Prozent. Alles in

allem konnten in 96 Häusern Anfragen

und Anforderungen von Konsilen

dokumentiert werden, darunter allein

Anfragen von den sieben Asklepios

Kliniken in Hamburg, mit denen seit

Jahren eine gute Zusammenarbeit besteht.

Von den verbleibenden 53 Prozent

der Krankenhäuser ging bei der

DSO keine Spendermeldung ein. Die

Gründe dafür bleiben aufgrund fehlender

Daten zur systematischen Potentialanalyse

spekulativ.

Die DSO-Region Nord unterstützt

die Krankenhäuser mit dem Angebot

von Krankenhausbesuchen und Fortbildungen

durch die DSO-Koordinatoren.

Ärzte und Pflegepersonal der

Intensivstationen, aber auch aus anderen

Abteilungen der Klinik, werden

über die medizinischen und gesetzlichen

Voraussetzungen und Standards

der Organspende informiert.

Dabei erarbeiten die Mitarbeiter der

DSO zusammen mit dem Klinikpersonal

individuelle Abläufe, besprechen

Problemfälle und Verbesserungsvorschläge,

um somit eine bedarfsorientierte

Betreuung zu sichern. Die DSO

arbeitet auch an internen Strukturen

und hat ein einheitliches Qualitätsmanagementsystem

(QMS) eingeführt,

das durch den TÜV Süd erfolgreich

zertifiziert wurde. Im Mai 2007 erhielt

die DSO-Region Nord die Zertifizierung

nach DIN EN ISO 9001:2000.

Bei all diesem Streben nach Verbesserungen

wird deutlich: Organspende

ist eine Gemeinschaftsaufgabe – und

wird es immer sein. Die wichtigsten Partner

sind und bleiben dabei die Krankenhäuser.

Gerade in Zeiten von Kostendruck,

Ressourcenknappheit und intensiver Arbeitsverdichtung

können nur individualisierte

Lösungen zu einem erfolgreichen

Vorgehen bei der Organspende führen.

Zudem unterliegen auch die Voraussetzungen

für die Organspende aufgrund

des eklatanten Organmangels einem steten

Wandel. Nur im Dialog können die DSO

und die Krankenhäuser diese Herausforderungen

zugunsten der Patienten auf der

Warteliste meistern.

Medizin & Wissenschaft

Termin:

Die Jahrestagung der Transplantationsbeauftragten

findet am 26.9.2007 in Hannover

statt.

Kontakt Region Nord:

Organisationszentrale DSO-Region Nord

Schiffgraben 44

30175 Hannover

Tel.: (0511) 55 55 30

Fax: (0511) 5 38 99 84 27

E-Mail: nord@dso.de

Der regionale Jahresbericht 2006 ist als

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unter www.dso.de verfügbar

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ASKLEPIOS intern 33/2007

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Medizin & Wissenschaft

Kinderurologie

Die Stadtklinik Bad Wildungen baut ihre klinischen Schwerpunkte gezielt neu aus

die Kinderurologie beschäftigt sich

mit fehlbildungen und erkrankungen an

nieren, harnleiter, harnblase und genitalien

bei neugeborenen und Kindern. an

der stadtklinik in Bad Wildungen werden

die klinischen schwerpunkte kontinuierlich

weiter ausgebaut. hier wird

demnächst die gesamte operative und konservative

uroonkologie angeboten. auch

unter Verwendung minimal-invasiver

techniken wie der Kryoablation und radiofrequenzablation

von nierenzell- und

Prostatakarzinomen.

Der Chefarzt der Abteilung für Urologie,

PD Dr. Markus Heuser, verfügt

über große Erfahrung auf

dem Gebiet der endoskopischen Steintherapie

und der Mikrochirurgie, hier insbesondere

Refertilisierungen. Jetzt wird die

Harnröhrenchirurgie bei komplexen Harnröhrenengen

unter Leitung von Dr. Heuser

neu aufgebaut.

Neben dem kompletten Spektrum der

Erwachsenenurologie sollen in Bad Wil-

22 ASKLEPIOS intern 33/2007

dungen auch kinderurologische Erkrankungen

behandelt werden. Darunter fallen

Phimosen und der Hodenhochstand, die

hier bereits erfolgreich bei Männern behandelt

werden. Die Abteilung für Urologie

komplettiert das kinderurologische Spektrum

durch die Behandlung von Nierenbeckenabgangsengen,

Megaureteren und die

stationäre Abklärung von Störungen wie

der kindlichen Harninkontinenz und des

vesikorenalen Refluxes.

Vor allem der Reflux von Urin in die

Nieren führt bei Kindern zu häufigen fieberhaften

Harnwegsinfekten und Narbenbildungen

in den Nieren, der mit einem

schleichenden Verlust der Nierenfunktion

einhergeht. Treten solche Infekte gehäuft

bei Kindern auf, muss nach Abklingen des

Fiebers zunächst ein Reflux durch Röntgen

der Blase (sog. MCU) ausgeschlossen

werden.

Findet sich ein Reflux, so kann man

durch eine Antibiotikagabe weiteren Infekten

vorbeugen. In einem gewissen Prozentsatz

heilt er auch spontan aus (sog.

Maturation). Kommt es jedoch auch unter

der Antibiotikatherapie zu weiteren fieberhaften

Infekten, sollte der Reflux behoben

werden.

Die klassische Methode der Refluxchirurgie

im Kindesalter ist die plastische Verlängerung

der Strecke, die der Harnleiter in

der Blasenmuskulatur zurücklegt, bevor er

in die Blase mündet. Bei einem geringgradigen

Zurückfließen des Urins in die Harnleiter

(sog. erst- und zweitgradige Refluxe)

suchte Dr. Heuser nach einer Möglichkeit,

den kleinen Patienten eine Schnittoperation

zu ersparen.

Durch die Injektion von Substanzen in

die Harnleitermündung mittels Schlüssellochtechnik

kann das Zurückfließen des

Urins auf relativ einfache Weise verhindert

werden. Ist das Verfahren erfolgreich,

sinkt die Rate fieberhafter Harnwegsinfekte

deutlich. So kann ein oft über Monate

eingenommenes Antibiotikum nach

Bestätigung der Refluxfreiheit abgesetzt

werden.

Im Rahmen der Behandlung ist es

für die Ärzte in Bad Wildungen von entscheidender

Bedeutung, eng mit den

Pädiatern und Kindernephrologen zusammenzuarbeiten,

um durch Interdisziplinarität

eine optimale Versorgung der Kinder

sicherzustellen.

PD Dr. Markus Heuser


»Schutz vor

Nadelstich-Verletzungen?«

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ASKLEPIOS intern 33/2007 2

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Zusammensetzung: Clexane ® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie: 1 Ampulle/Fertigspritze mit 0,2/0,4/0,6/0,8/1,0 ml Injektionslösung enthält 20 mg/40 mg/60 mg/80 mg/100 mg Enoxaparin

Natrium (entsprechend 2.000 I.E./4.000 I.E./6.000 I.E./8.000 I.E./10.000 I.E. anti-Xa). Clexane ® multidose 100 mg/ml: 1 ml Injektionslösung enthält 100 mg Enoxaparin-Natrium (entspr.10.000 I.E. anti-Xa). Sonstige Bestandteile: Wasser für Injektionszwecke, zusätzlich

für Clexane ® multidose 100 mg/ml: Benzylalkohol 15 mg/ml Anwendungsgebiete: Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse. Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen: Clexane ® 20 mg / Clexane ®

multidose 100 mg/ml peri- und postoperativ bei Patienten mit niedrigem oder mittlerem thromboembolischen Risiko (z.B.Allgemeinchirurgie); Clexane ® 40 mg / Clexane ® multidose 100 mg/ml peri- und postoperative Primärprophylaxe bei Patienten mit hohem thromboembolischen

Risiko (z.B. orthopädische Chirurgie); Clexane ® 40 mg / Clexane ® multidose 100 mg/ml bei nicht-chirurgischen Patienten mit mittlerem oder hohem thromboembolischen Risiko bei akuten schweren internistischen Erkrankungen (Herzinsuffizienz NYHA

III bzw. IV, Infektionen, respiratorische Erkrankungen) mit weitgehender Immobilisation. Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie / Clexane ® multidose 100 mg/ml: Therapie tiefer Venenthrombosen mit und ohne Lungenembolie;

Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Enoxaparin-Natrium, Heparin oder Heparin-Abkömmlinge, einschließlich anderer niedermolekularer Heparine. Kürzlich zurückliegende

Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr. Kürzlich zurückliegende klinisch relevante Blutung (z.B. gastrointestinale Blutung, makroskopisch sichtbare Urogenitalblutung oder sonstige anormale Blutung). Akuter oder < 6 Monate

zurückliegender (oder Verdacht auf) hämorrhagischer Schlaganfall oder andere intrakraniale Blutungen.Akute oder anamnestisch bekannte intrakraniale Erkrankung (Neoplasma, arteriovenöse Malformation,Aneurysma). Klinisch relevante Gerinnungsstörungen (hämorrhagische

Diathese – auch in der Anamnese, Mangel an Gerinnungsfaktoren, Thrombozytopenie). Magen- oder Darmulzera. Abortus imminens. Schwere Leber- oder Pankreaserkrankungen. Unkontrollierbare schwere Hypertonie. Endokarditis. Aktuelle oder anamnestisch

bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin. Verdacht auf vaskuläre Retinopathie, Glaskörperblutungen oder andere intraokulare Blutungen. Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie / Clexane ®

multidose 100 mg/ml zusätzlich bei der Indikation instabile Angina pectoris: Gabe von oralen Antikoagulantien vor Therapiebeginn (INR > 1,4 bzw. aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) > 41 sec.); bei den Indikationen Therapie tiefer Venenthrombosen mit und

ohne Lungenembolie, instabile Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt: bei gleichzeitiger Spinal-, Peridural-, Epiduralanästhesie oder Lumbalpunktion. Beachten der Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise (siehe Fachinformation Punkt 4.4) bei der

Thromboseprophylaxe und gleichzeitigen rückenmarksnahen Anästhesien bzw. Punktionen. Anwendung bei Pat. mit künstlichen Herzklappen nur nach strenger Indikationsstellung. Clexane ® multidose 100 mg/ml nicht bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu 3 Jahren

(Gehalt an Benzylalkohol), bei Überempfindlichkeit gegen Benzylalkohol anwenden. Nebenwirkungen: In seltenen Fällen allergische Reaktionen (wie z.B. Pruritus, Erythem, Urticaria, angioneurotisches Ödem, Exanthem, Übelkeit, Erbrechen, Temperaturanstieg,

Blutdruckabfall), bei Clexane ® multidose 100 mg/ml auch durch Benzylalkohol bedingt. In Einzelfällen anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit exanthemischen Hautveränderungen, Bronchospasmus, Dyspnoe und Blutdruckabfällen bis zum Schock. In

Einzelfällen Purpura mit Hautnekrosen im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen Körperstellen mit Bevorzugung der unteren Extremität. An der Injektionsstelle Ekchymosen sowie Schmerzen. Dosisabhängig vermehrtes Auftreten von offenen oder okkulten

Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes). Selten und im Umfang begrenzt vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen. Berichte über schwere Blutungen (retroperitoneal,

intrakranial), in sehr seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang. Gelegentlich zu Beginn der Behandlung mit Heparinen eine leichte vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I), im Allgemeinen keine Komplikationen. Selten Antikörper-vermittelte schwere

Thombozytopenien (Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100 000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes; dabei Auftreten von arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl.

Hautnekrosen an der Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna möglich. In einzelnen Fällen zusätzlich Organinfarkte oder Ischämien der Gliedmaßen. Mögliche Verminderung der blutgerinnungshemmenden Wirkung des Heparins (Heparin-Toleranz). Bei HIT Typ

II Enoxaparin sofort absetzen. Information des Patienten: keine weiteren Applikationen von Heparin-haltigen Präparaten. Bei der Gabe von Enoxaparin im Zusammenhang mit einer Spinal- oder Epiduralanästhesie oder postoperativen Verweilkathetern in seltenen Fällen

Berichte über spinale und epidurale Hämatome, Folge hier: neurologische Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel langdauernde oder permanente Paralyse. Häufig Anstieg der Leberenzyme, möglicherweise

dosisabhängig (zumeist nach Absetzen der Behandlung reversibel und klinisch nicht bedeutsam). Selten asymptomatische Thrombozytosen und Leukopenien beobachtet. Anstieg des Serum-Kaliums möglich.

Nebenwirkungen wie bei unfragmentiertem Heparin, wie Haarausfall, Kopfschmerz, Azidose, Osteoporose, Hautnekrosen, Priapismus, Hypotonie, Bradykardie, Hypoaldosteronismus, in Einzelfällen möglich. Wie bei unfragmentiertem

Heparin mögliche Verfälschungen klinisch-chemischer Untersuchungsergebnisse durch Enoxaparin (falsch niedrige Cholesterinwerte, falsch hohe T3- und T4-Werte bei nicht nüchternen Patienten, falsch hohe

Blutzuckerwerte; Bromsulfalein-Test). (5395). Pharmazeutischer Unternehmer: Clexane ® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 20 mg Duo / Clexane ® 40 mg Duo / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie /

Clexane ® 100 mg Therapie: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, 65926 Frankfurt am Main, Clexane ® multidose 100 mg/ml: Aventis Pharma Deutschland GmbH, 65926 Frankfurt am Main; Postanschrift: Sanofi-Aventis

Deutschland GmbH, Potsdamer Straße 8, 10785 Berlin. AVS 801 07 020b-4246


Medizin & Wissenschaft

Druckkammerzentrum Rhein-Main-Taunus

jetzt bei Asklepios

Kompetenzzentren zur Behandlung von Rauchgasvergiftungen,

Tinnitus und diabetischem Fuß

geschafft! nach dem technisch aufwändigen

umzug hat das druckkammerzentrum

rhein-Main-taunus am

16.5.2007 seine arbeit im asklepios gesundheitszentrum

(agz) aufgenommen.

dadurch hat Wiesbaden als eine der wenigen

städte in deutschland ein zentrum

für rauchgasvergiftungen. in Planung ist

ein tinnitus-Kompetenzzentrum. eine

24-stunden-Bereitschaft garantiert rund

um die uhr die notfallversorgung an 365

tagen im Jahr.

Neunzehn Tonnen wiegt die Druckkammer,

die mit dem dazugehörigen

technischen Equipment am

neuen Standort installiert wurde. »Der

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

Umzug in das AGZ hat für uns ganz praktische

Gründe. Durch die unmittelbare

Nähe zur Asklepios Paulinen Klinik (APK)

steht uns die gesamte medizinische Infrastruktur

einer modernen Klinik zur Verfügung.

Natürlich werden auch Patienten

anderer Einrichtungen und von niedergelassenen

Ärzten bei uns behandelt«, sagt

Michael Kemmerer, Geschäftsführer Druckkammerzentren

Rhein-Main-Taunus.

Die Erfolge der Behandlungen im

Druckkammerzentrum beruhen auf dem

Prinzip der hyperbaren Oxygenation, kurz

HBO genannt.

Dabei atmen die Patienten unter Überdruckbedingungen

medizinisch reinen

Sauerstoff ein. Je nach Krankheitsbild wird

der Druck in der Therapiekammer um das

1,5- bis 3-Fache des Normaldrucks angehoben.

Dadurch wird zusätzlich zu dem

eingeatmeten Sauerstoff mehr Sauerstoff

im Blut gelöst. Dieser wird über die Lunge

an das Blut weitergegeben. In der Therapiekammer

wird bis zum 20-Fachen mehr

an Sauerstoff in der Blutflüssigkeit physikalisch

gelöst und durch den Blutkreislauf

dem ganzen Körper (z.B. Haut und Knochen)

zugeführt.

Auch Patienten, die beatmet werden

müssen, können in der Überdruckkammer

behandelt werden. Sie ist so groß dimensioniert,

dass Intensivpatienten mit Liege

und allen notwendigen Geräten darin Platz

finden.


Bei einer Rauchgasvergiftung (Kohlenmonoxid-Vergiftung),

ist höchste Eile

geboten, denn Kohlenmonoxid blockiert

den intrazellulären Sauerstofftransport.

Noch nach Wochen und Monaten können

sich Spätfolgen wie Lähmungen, Gedächtnisstörungen,

Verhaltensänderungen,

Kopfschmerz oder Schwindel bemerkbar

machen. Um dies zu verhindern, werden

Rauchgasvergiftungsopfer in der Druckkammer

mit medizinisch reinem Sauerstoff

behandelt. Giftiges Kohlenmonoxid

wird so schneller aus dem Körper »ausgewaschen«.

Eine enge Kooperation mit der

Wiesbadener Berufsfeuerwehr stellt sicher,

dass Opfer einer Rauchgasvergiftung bei

Bedarf schnellstens im Druckkammerzentrum

versorgt werden können.

Immer mehr Menschen leiden unter

Tinnitus, dem Hören von quälenden Geräuschen

ohne das Vorhandensein einer

äußeren Schallquelle. Im Tinnitus-Kompetenzzentrum

werden HNO- und Zahnärzte,

Psychotherapeuten, das Zentrum für

Traditionelle Chinesische Medizin (TCM)

und Hörgeräteakustiker gemeinsam mit

dem Druckkammerzentrum interdisziplinär

das Volksleiden Tinnitus behandeln.

Behandlungserfolge lassen sich so signifikant

steigern.

Die HBO wird aber nicht nur erfolgreich

bei Rauchgasvergiftungen oder der

Tinnitusbehandlung angewendet. Auch

bei der Therapie von schlecht heilenden

Wunden, Embolien, Schalltrauma, Sportverletzungen,

Brandverletzungen, Strahlenspätschäden,

Knochenmarkseiterungen

oder Tauchunfällen verzeichnet die HBO

spektakuläre Erfolge. Beeindruckend sind

beispielsweise die Erfolge bei der Behandlung

des diabetischen Fußes. So konnte

vielen Patienten dank der HBO eine Amputation

erspart werden. Bei ca. sieben

Prozent aller Diabetiker führen die Störungen

der kleinsten Blutgefäße trotz medikamentöser

Versorgung zu einer





blutgefäßbedingten Minderdurchblutung

verringerten Sauerstoffversorgung

Nervenfunktionsstörung

Empfindungs- oder Sensibilitätsstörung

vor allem im Fußbereich.

Schon minimale Verletzungen können

sich dann zu einer nicht heilenden,

chronischen Wunde entwickeln. 70 Prozent

der in Deutschland durchgeführten

Amputationen an Fuß oder Bein, die nicht

Eine 24-Stunden-Bereitschaft garantiert die Notfall-

versorgung an 365 Tagen im Jahr

durch Unfälle bedingt sind, sind Folge solcher

chronischen Wunden. Die rechtzeitige

Anwendung der HBO bewirkt eine

erhöhte Sauerstoffversorgung und bessere

Durchblutung und führt damit zur Heilung

chronischer Wunden, wodurch sich

eine anbahnende Amputation vermeiden

oder begrenzen lässt.

Bei rechtzeitiger Anwendung bestehen

sehr gute Wundheilungschancen.

Weitere Komplikationen bis hin zur Amputation

werden verhindert oder verringert.

Rechtzeitige Anwendung heißt, dass das

Gewebe nicht bereits vollständig zerstört,

also schwarz geworden ist. Wenn eine

Wunde in 30 Tagen nicht heilt, soll die Behandlung

mit der HBO begonnen werden.

Ist die Wunde schon so weit fortgeschritten,

dass eine Heilung ohne Amputation aussichtslos

erscheint, kann wenigstens der

Umfang der Amputation begrenzt werden

(z.B. Vorfuß statt Unterschenkel).

Auch Forschungsarbeit im Bereich der

Höhen- und Unterdruckmedizin wird

am Druckkammerzentrum geleistet. So

sind Höhensimulationen bis 6.000 Meter

möglich. Dabei lassen sich Leistungs-, Belastungstests

und Training unter Höhenbedingungen

durchführen. Besonders wichtig

für Patienten nach Herz- und Kreislauferkrankungen:

Jetzt kann auch die Flug- und

Bergtauglichkeit unter realistischen Bedingungen

beurteilt werden. Daneben deckt

das Druckkammerzentrum auch das gesamte

Spektrum der Tauch- und Überdruckmedizin

ab.

Michael Kemmerer

Mehr Infos & Kontakt:

Michael Kemmerer, Geschäftsführer Druckkammerzentren

Rhein-Main-Taunus

Tel.: (0611) 8 47-2 71 70

E-Mail: m.kemmerer@hbo-rmt.de

www.hbo-rmt.de

Medizin & Wissenschaft

Impressum

Herausgeber

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Hubertusstraße 12–22, 16547 Birkenwerder

www.asklepios.com

Chefredaktion

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Konzeption & Redaktion

Bundschuh – Pressedienst

Projektleitung: Sabine Bundschuh

www.bundschuh-pressedienst.de

Redaktionelle Mitarbeit

Jens-Oliver Bonnet, Mathias Eberenz, Andrea

Materna

Redaktionsanschrift

ZD Unternehmenskommunikation & Marketing

Hubertusstraße 12–22, 16547 Birkenwerder

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Satz & Gestaltung

Gero Pflüger Grafik & DTP, Hannover

www.kreativ-ackern.de

Fotos

Dana Fumiento (Seite 1), Andrea Weitze (Seite 5),

Peter Hamel (Seite 6, 8, 14, 16, 28, 38, 40, 58),

Marcel Eichenseher (Seite 12, 22, 60), Bertram

Solcher (Seite 18, 36, 56), Medtronic (Seite 19)

Schlussredaktion

Arnd M. Schuppius

Druck

Druckerei Biewald, Hannover

Erscheinungsweise

4 x jährlich bundesweit

Auflage

25.000 Exemplare

Anzeigen

Sabine Malsch DTP-Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20

E-Mail: sabine.malsch@t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 02.11.2007

Nächster Redaktionsschluss: 05.10.2007

Die nächste Ausgabe von Asklepios intern

erscheint am 14.12.2007.

Copyright

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit dem

Einverständnis der Redaktion. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine

Haftung übernommen.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der

Redaktion wieder.

ASKLEPIOS intern 33/2007

2


Medizin & Wissenschaft

Hochleistungssport ohne Doping – eine Illusion?

Interview mit Prof. Dr. med. Manfred Holzgraefe von den Kliniken Schildautal in Seesen

unerlaubte substanzen zur steigerung

der Leistungsfähigkeit sind nichts neues.

schon immer messen Menschen gerne beim

sport ihre Kräfte. Wer kann am schnellsten

laufen, am höchsten oder am weitesten

springen, die schwersten gewichte stemmen?

fast genauso alt wie die geschichte

des sports selbst ist die geschichte des

dopings. aufgeputscht mit Pillen, salben

und spritzen versuchen sportler, sich Vorteile

zu verschaffen – oft mit fatalen folgen.

und das bereits seit der antike.

Asklepios intern sprach mit Prof. Dr.

Manfred Holzgraefe, Leiter der

Klinik für Neurologische Rehabi-

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

litation und Frührehabilitation der Asklepios

Kliniken Schildautal. Im Auftrag des

Volleyball-Weltverbandes FIVB war er für

die medizinischen Abläufe und Dopingkontrollen

während der Weltmeisterschaften

2006 in Japan verantwortlich.

Prof. Holzgraefe, warum werden so viele

Hochleistungssportler zu Dopingsündern?

Prof. dr. med. Manfred holzgraefe:

Dem Hochleistungssport liegt die Erbringung

hoher sportlicher Leistungen zugrunde.

Dies ist nur mit einem hohen

persönlichen und meist auch finanziellen

Aufwand zu erreichen. Neben der damit

verbundenen Wertschätzung in der Ge-

sellschaft muss der Sportler an seine finanzielle

Absicherung während, aber auch

besonders nach seiner aktiven Zeit denken.

Publikumswirksame Sportarten, wie z.B.

Radrennfahren, Tennis, Fußball, Leichtathletik

werden zum größten Teil durch

Sponsoren finanziert, während Hochleistungssportler

aus nicht so medienpräsenten

Sportarten über den Staat eine finanzielle

Förderung erhalten. Voraussetzung für

diese Förderung ist in jedem Fall die Erfüllung

bestimmter Leistungsnormen, dass

heißt: Der Sportler ist gezwungen, diese

zu erreichen, um weiterhin in der Förderung

zu verbleiben.

Hochleistungssportler stehen unter

einem ungeheuren Leistungsdruck. Sie

haben von klein auf Sport getrieben und

hatten nicht die Möglichkeit, eine normale

Ausbildung begleitend zum Hochleistungssport

zu absolvieren. Sie sind also gezwungen,

mit ihrem Sport in relativ kurzer Zeit

viel Geld zu verdienen, um ein gesichertes

Auskommen zu erreichen. Es lastet also ein

enormer Druck auf den Sportlern, ständig

Höchstleistungen zu erbringen.

Randsportarten haben es besonders

schwer. Hier fehlen das Medieninteresse

und damit oft auch die Sponsoren. Schauen

Sie sich die Kanurennfahrerin Birgit Fischer

an. Sie ist die erfolgreichste deutsche

Olympionikin der Sportgeschichte. Reich

ist sie durch ihre Sportart nicht geworden.

In der Antike war man überzeugt, dass der

Verzehr von Stierhoden leistungssteigernd

sei, während die Inkas Mate-Tee und Kaffee

tranken und Cocablätter kauten, um ihre

sportlichen Höchstleistungen zu vollbringen.

Welche Arten von Doping gibt es heute?

Da die einzelnen Sportarten zum Teil

sehr unterschiedliche Leistungen vom Organismus

abfordern, sind die Arten des

Dopings und der Methoden auch sehr verschieden

und ständig im Fluss, das heißt,

neue Substanzen werden zur Leistungssteigerung

entwickelt. Aus diesem Grunde

stellt die Welt-Anti-Doping-Agentur

(WADA) jedes Jahr eine Verbotsliste auf,

die neue Entwicklungen mit berücksichtigt.

Man muss aber dazu anmerken, dass

diese Liste zum Teil den Entwicklungen

neuer Substanzen hinterherhinkt. Grund-


sätzlich werden verbotene Mittel und Methoden

in dieser Liste aufgeführt. Die

bekanntesten sind die Anabolika zum

Muskelaufbau und in der letzten Zeit das

Erythropoietin zur Verbesserung der Ausdauerleistung,

aber auch andere Medikamente

wie z.B. Diuretika, die die Analyse

erschweren können. Weitere verbotene

Substanzen sind Stimulanzien, bestimmte

Narkotika sowie systemisch eingenommene

Glukokortikosteroide.

Bestimmte Sportarten verbieten die Betablocker

oder den Alkohol, z.B. das Bogenschießen

oder der moderne Fünfkampf, bei

dem das Schießen ein Teil des Wettkampfs

ist.

Seit wann gibt es die strengen Dopingkontrollen

und wie funktionieren sie?

Die erste offizielle Dopingliste gab es

1966. Seither wird sie jedes Jahr aktualisiert.

Im selben Jahr begannen die ersten

Wettkampfkontrollen. Seit 1988 wird auch

außerhalb der Wettkämpfe kontrolliert.

In Deutschland ist die Nationale Anti-

Doping-Agentur (NADA) für die Kontrollen

der Athleten außerhalb des Wettkampfs

zuständig. Dopingkontrollen werden bei

nationalen und internationalen Wettkämpfen

von den einzelnen Fachverbänden in

Zusammenarbeit mit den Veranstaltern

durchgeführt. Mit Gründung der WADA

im Jahr 1999 wurde die längst fällige weltweite

Harmonisierung der Anti-Doping-Regelwerke

in Angriff genommen.

Für die flächendeckenden Kontrollen

hier in Deutschland wurde ein Dienstleis-

Prof. Dr. med. Manfred Holzgraefe

tungsunternehmen verpflichtet. Derzeit

sind ca. 40 Kontrolleure an verschiedenen

Standorten tätig. Die Auswahl der Athleten

erfolgt nach dem Zufallsprinzip, aber auch

gezielt. Die Kontrollen können mit und

ohne Voranmeldung erfolgen. Effektiv sind

jedoch nur die Kontrollen, die unangemeldet

durchgeführt werden.

Welche Auswirkungen können die regelmäßigen

Einnahmen dieser verbotenen

Substanzen haben?

Die Einnahme von Dopingmitteln kann

schwere gesundheitliche Schäden verursachen,

wie bei dem Radrennfahrer Simpson

geschehen. Bei ihm wurde die autonome

Reserve der kardiopulmonalen Leistungsfähigkeit,

die einen Schutz des Organismus

darstellt, überschritten. Der Sportler

kam zu Tode. Bei den Anabolika sind psychische

Veränderungen wie Agressivität

und Depression nachweisbar. Weitere Störungen

können das Herz-Kreislauf-System

betreffen, einschließlich Herzinfarkt,

Herzrhythmusstörungen und Blutdruckproblemen.

Bei Frauen kann es zu einer

übermäßigen Körperbehaarung, Störungen

der Menstruation und Zystenbildung im

Uterus kommen.

Diese Nebenwirkungen sind den Sportlern

zum Teil bekannt, werden aber oft

verdrängt. Zu der Frage des Dopings bei

Leistungssportlern gab es vor einiger Zeit

in den Vereinigten Staaten unter Olympiateilnehmern

eine Umfrage mit dem

Hintergrund, ob die Sportler verbotene

Medikamente einnehmen würden, wenn

diese nicht entdeckt würden. Über 80 Prozent

bejahten die Einnahme dieser verbotenen

Substanzen. Das ging sogar so weit,

dass ein größerer Teil der Befragten angab,

wenn garantiert würde, dass sie immer gewinnen

würden, wären sie bereit, auch das

Risiko des Todes zu akzeptieren. Das zeigt

erneut den enormen Druck, der auf den

Hochleistungssportlern lastet.

Die Einnahme von Doping wird, wie der

Radsport-Skandal zeigt, oft von Medizinern

begleitet. Wie bewerten Sie diesen krassen

Widerspruch zum eigentlichen Kerngeschäft

eines Arztes, nämlich zu heilen?

Sportmediziner sitzen zwischen den

Stühlen. Auf der einen Seite erwarten die

Trainer, die Sportler und die Sponsoren,

dass die geforderte Leistung erbracht wird.

Der Athlet erwartet von seinem betreuenden

Sportmediziner, dass er auch einen

Teil zur Leistungssteigerung beiträgt, sei

Medizin & Wissenschaft

es durch Trainingsplanung aber auch eventuell

durch eine begleitende Medikation.

Durch die Einbeziehung des Sportmediziners

glaubt der Sportler, ein kalkuliertes

Risiko einzugehen.

Doping ist offensichtlich keine zufällige

Entgleisung, sondern in der Eigenlogik des

modernen Spitzensports angelegt. Wie

können diese Strukturen aufgebrochen

werden?

Lassen Sie mich die Frage provokativ

beantworten: Die einzig wirksame Konsequenz

wäre, sämtliche Berichterstattungen

über Hochleistungssport einzustellen,

denn die Übertragungszeit ist direkt proportional

zum Sponsoring. Gedopt wird

erst dann nicht mehr, wenn die Medien

aufhören, zu berichten. Doch das ist ganz

sicher nicht zu erwarten.

Zunächst sollten die Dopingkontrollen

deutlich verstärkt werden. Dafür allerdings

fehlen den Verbänden die finanziellen Mittel.

Insgesamt wurden nach Angaben der

NADA im Jahre 2006 in Deutschland 8.196

Dopingkontrollen durchgeführt, davon waren

4.517 Kontrollen während des Trainings

und 3.679 Wettkampfkontrollen. Dafür

wurden 1,5 Millionen Euro ausgegeben.

Der Sport war und ist ein Spiegelbild

unserer Gesellschaft. Interessant ist nur

der Sieger. Zweite Plätze werden quasi als

Niederlage dargestellt, dritte und vierte

gar nicht mehr wahrgenommen. Was zählt,

ist der Medaillenspiegel und der Sieg. Für

mich erscheint eine weitere Frage sehr

wichtig: Was geschieht mit Sportlern, die

ihre Leistung nicht erbringen? Sie fallen in

ein tiefes Loch, ein soziales Sicherungssystem

gibt es für sie nicht. Es erscheint da fast

verständlich, dass in gewisser Weise »reagiert«

wird und natürliche Grenzen verschoben

werden.

Es steht jedoch außer Frage: Wer dopt,

ist ein Betrüger. Das Gesetz der Fairness

gilt für dopende Sportler nicht. Sie betrügen

sich selbst, die Medien, die konkurrierenden

Sportler, die Sponsoren und ihre

Angehörigen.

Bei allen spektakulären Dopingfällen

sollten wir jedoch nicht vergessen, dass

sportliche Höchstleistungen in der Regel

auch auf natürlichem Wege unter Anwendung

modernster Trainingsmethoden, begleitet

von einer gesunden, ausgewogenen,

sportgerechten Ernährung zu erreichen

sind.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

ASKLEPIOS intern 33/2007

2


Medizin & Wissenschaft

Patientenorientierte Forschung am

Krankenhaus: mehr Vorteile als gedacht?

Asklepios proresearch gibt Aufklärungsschrift für Patienten heraus

ohne patientenorientierte forschung

ist medizinischer fortschritt nicht möglich.

hierüber sind sich nahezu 90 Prozent aller

Bundesbürger einig. aber das persönliche

engagement, sprich: die teilnahme an

einer studie, lehnen viele Patienten ab. das

muss nicht sein. asklepios proresearch hat

jetzt eine aufklärungsschrift für Patienten

herausgegeben.

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

Der Krankenhausaufenthalt ist für

die meisten Patienten ein Ausnahmezustand

und in mehrfacher

Hinsicht belastend. Das gilt auch für die

Angehörigen. In der Klinik werden Patienten

mit Fragen und Entscheidungen konfrontiert,

die nicht alltäglich und doch von

so großer Bedeutung sind. Wie soll der von

Krankheit bedrohte Mensch, verunsichert

und in einer fremden Umgebung, mitunter

weitgreifende Entscheidungen treffen?

Zwar werden ihm alle Untersuchungen

detailliert vom Arzt erklärt, einschließlich

deren Nebenwirkungen und Risiken. Doch

umgehend soll er eine Entscheidung treffen:

für oder gegen eine vorgeschlagene

Behandlung. Sein Arzt empfiehlt zwar die

besprochene Behandlung. Doch sie birgt

eben auch Gefahren.

Durch die Teilnahme an einer Studie

haben Patienten die Möglichkeit, eine neue,

vielversprechende Behandlung zu bekommen.

Besonders bei schwerwiegenden Erkrankungen

ist das ein guter Beweggrund,

selbst aktiv die Teilnahme an einer Studie

beim Arzt anzusprechen.

Dagegen spricht oft die Angst, durch

eine Behandlung zu Schaden zu kommen,

deren Wirkung durch eben diese Studie

erst nachgewiesen werden soll. Was ist,

wenn gerade diese Behandlung bisher unerkannte

Nebenwirkungen hat? Auch die

Angst, als Versuchskaninchen missbraucht

zu werden, verunsichert viele.

Dabei ist gerade diese Angst in Deutschland

meist unbegründet: Patientenorientierte

Forschung wird streng überwacht.

Strenger als in den meisten anderen Ländern

dieser Welt. An allererster Stelle

kommt die Sicherheit der Patienten. Feste

Regeln bestimmen den Verlauf einer Studie.

Auch der Schutz des Patienten, z.B. vor

der Weitergabe seiner persönlichen Daten,

wird großgeschrieben. Diese Regeln sollen

sicherstellen, dass Patienten nicht ohne aktive

Einwilligung und Mitwirkung in Untersuchungen

einbezogen werden.

5 Gründe für die Teilnahme an einer

klinischen Studie:




die Möglichkeit, von neuesten, vielversprechendenBehandlungsmethoden

zu profitieren

kein medizinischer Fortschritt ohne

Durchführung von klinischen Studien

intensivere und qualitativ bessere

Versorgung




engmaschige Überwachung, zum Teil

über mehrere Jahre, sodass auch andere

Krankheiten früher erkannt werden

können

aktivere Auseinandersetzung mit der

Genesung

Heutzutage sind Behandlungsmethoden,

die vor ein paar Jahrzehnten noch

undenkbar waren, Routine. Ohne die

Durchführung von klinischen Studien

wären diese nie Realität geworden: Beispielsweise

sind die Überlebensraten in der

Onkologie in den letzten Jahren deutlich

gestiegen – ebenso die Lebensqualität der

Patienten während der Behandlung. Die

Verringerung der bei einer Chemotherapie

gefürchteten Nebenwirkungen ist nur eine

der positiven Auswirkungen von Studien.

Es hat sich gezeigt, dass Patienten in

einer Studie eine intensivere Versorgung

und eine höhere Qualität zugutekommen.

Dies veranschaulicht ein Beispiel

aus Deutschland: So hatten vor Beginn

einer großen Brustkrebs-Studie zwei Drittel

der Kliniken keine klinischen Studien

mit Hochrisiko-Patientinnen durchgeführt.

Nach Durchführung dieser Studie wurden

diese Frauen und die Kliniken befragt, inwiefern

sich die Behandlung und die medizinische

Versorgung nach Beginn der

Studie verändert hatten.

Dabei zeigte sich, dass rund 44 Prozent

der Patientinnen bis zum Anlaufen des Stu-

Cornelia Wolf leitet Asklepios proresearch –

Klinische Forschung und Entwicklung

dienprojekts eine aus heutiger Sicht inadäquate

Behandlung erhalten hatten. Nach

dem Start der Studie wurden in 59 Prozent

der Fälle Versorgung und Betreuung

der Patientinnen spürbar intensiver – sogar

unabhängig von den studienspezifischen

Mehrleistungen. Zudem machte es sich bei

den Ärzten positiv bemerkbar, dass sie im

Rahmen ihrer Forschungsarbeit an regelmäßigen

Treffen mit anderen Ärzten teilnahmen

und im gegenseitigen Austausch

ihr Know-how über die Therapie von Brustkrebs

weiter verbessern konnten.

Darüber hinaus wurde seit Studienstart

in einem Drittel der Kliniken eine Verbesserung

der allgemeinen Versorgung der Patientinnen

beobachtet. Diese Ergebnisse

legen den Schluss nahe, dass die Durchführung

von klinischen Studien auch die

Qualität der medizinischen Versorgung

insgesamt positiv beeinflusst.

Ein weiterer Vorteil für Patienten aus

der Teilnahme an einer Studie liegt in der

engmaschigen Überwachung, zum Teil

über mehrere Jahre. Da ja Wirkung und Nebenwirkung

einer neuen Behandlungsmethode

untersucht werden sollen, erhält der

Patient viele zusätzliche Untersuchungen.

Bei dieser regelmäßigen Nachuntersuchung,

dem sogenannten »Follow-up«, können

Krankheiten früh entdeckt werden, die

ansonsten nicht oder nur in einem späteren

Stadium mit deutlich negativeren Auswirkungen

festgestellt worden wären.

Zu guter Letzt tut die aktive Mitwirkung

des Patienten auch seiner Genesung

gut: Er beobachtet sich stärker

und stellt so Veränderungen leichter fest,

während er sich gleichzeitig mit seiner

Krankheit hoffnungsvoller und positiver

auseinandersetzt.

Cornelia Wolf

Patientenbroschüre

Asklepios proresearch hat eine Aufklärungs-

schrift für Patienten zu diesem Thema her-

ausgegeben. Hier werden häufige Fragen

beantwortet, und ein Leitfaden für das Ge-

spräch mit dem Arzt gibt praktische Hilfe.

Unter dem Stichwort »Patientenbroschüre«

kann die Aufklärungsschrift kostenlos hier

angefordert werden:

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ASKLEPIOS intern 33/2007

2


Management

Kurz & Knapp

Rauchfreie Kliniken

Gemeinsam gegen Rauch – die Asklepios Klinik Nord

und die Barmer

Das Nichtraucherschutzgesetz ist am

1.8.2007 in Kraft getreten. Bereits Monate

zuvor haben mehrere Asklepios Kliniken

das Rauchen in ihren Häusern untersagt.

So hat sich die Nordseeklinik auf Sylt bereits

am 1.5.2007 zur rauchfreien Klinik

erklärt. Nicht nur in den Gebäuden, sondern

auch auf dem Klinikgelände wird das

Qualmen verwehrt. Die Klinik bietet darüber

hinaus Präventionsmaßnahmen an. So

können neben den Patienten künftig auch

die Beschäftigten an einem Nichtrauchertraining

teilnehmen. Auch die Asklepios

Klinik Nord hat gemeinsam mit ihrem Präventionspartner,

der Barmer Ersatzkasse,

ihre Mitarbeiter motiviert, das Rauchen

aufzugeben. Seit dem 1.6.2007 ist die Klinik

rauchfrei. n

Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

zum 3. Mal akkreditiert

Die Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

ist zum dritten Mal von der Krankenhausgesellschaft

Schleswig-Holstein

e.V. (KGSH) mit dem Gütesiegel »Medizinische

Rehabilitation in geprüfter Qualität«

für weitere drei Jahre ausgezeichnet wor-

Geprüfte Qualität in Bad Schwartau

0 ASKLEPIOS intern 33/2007

Schloss-Sanierung und 60-jähriges Bestehen gefeiert

Doppelten Grund zum Feiern gab es Anfang Juni im Kinder- und Jugendheim »Adolf Reichwein«

Schloss Pretzsch: Das 60-jährige Bestehen als Kinder- und Jugendhilfeeinrichtung bot zugleich

den Rahmen, um die offizielle Neueröffnung des Schlosses als Schul- und Jugendhilfezentrum zu

besiegeln. Zur symbolischen Schlüsselübergabe konnte Salus-Geschäftsführer Manfred Huppertz

u.a. Gesundheits- und Sozialministerin Dr. Gerlinde Kuppe sowie zahlreiche weitere Vertreter der

Landes- und Kommunalpolitik begrüßen.

Der Renaissancebau aus dem 16. Jahrhundert wurde in den zurückliegenden sechs Jahren mit

einem Investitionsvolumen von knapp 10,8 Millionen Euro saniert, wobei neben Fördermitteln des

Landes Sachsen-Anhalt (8.346.496 Euro) auch Eigenmittel der Salus gGmbH sowie Lotto-Toto-

Zuwendungen und Spenden der Deutschen Stiftung Denkmalpflege geflossen sind.

den. Bernd Krämer, Geschäftsführer der

KGSH, sagte bei der Siegel-Überreichung

an den Geschäftsführer Norbert Schneider

und die beiden Chefärzte Dr. Corinna Doll

(Gynäkologie) und Dr. Ingo Meßer (Orthopädie):

»Wir freuen uns, dass die Klinik Am

Kurpark Bad Schwartau erneut ihr qualifiziertes

Leistungsangebot unter Beweis stellen

konnte.«

Seit Einführung des Gütesiegels »Medizinische

Rehabilitation in geprüfter Qualität«

im Jahr 2000 wurden 14 Reha-Kliniken

im Land mit dem Siegel zum Teil wiederholt

ausgezeichnet. n

Im Austausch

viele Gemeinsamkeiten entdeckt

Vor einem Jahr hatte Eva-Maria Bergerfurth,

Assistentin der Geschäftsführung

im Salus-Verbund, in Schweden am »Hope-

Programm« teilgenommen. Hope ist ein

EU-weites Projekt zur Förderung des Informations-

und Erfahrungsaustauschs

im Gesundheitswesen. Im Frühjahr dieses

Jahres durfte sie nun als Gastgeberin Sjaak

Grooteboer aus den Niederlanden und Zlatina

Naneva aus Bulgarien in Empfang nehmen,

die als Teilnehmer des diesjährigen

Hope-Programms zu Besuch kamen.

Teilnehmer des Hope-Programms

zu Gast bei der Salus

Ob in Bernburg, Pretzsch, Lochow,

Uchtspringe oder Magdeburg – überall trafen

die Besucher, so sagt Zlatina Naneva,

»auf freundliche und aufgeschlossene Menschen,

die viele interessante Eindrücke in

ihre Arbeit vermittelten«. Zlatina Naneva

leitet in ihrer bulgarischen Heimat ein Hospiz

und arbeitet außerdem für eine private

Krankenversicherung. Ihr holländischer

Hope-Partner ist in einer großen Einrichtung

für behinderte Menschen tätig und

als Teamleiter für die Betreuung von drei

Kindergruppen verantwortlich. »Ich habe

entdeckt, dass es hier an vielen Stellen dieselben

Probleme gibt wie bei uns – man

müsste eigentlich noch viel enger zusam-


menarbeiten.« Bei ihrem Besuch lernten

die beiden auch gleich noch die Gesundheits-

und Sozialministerin Dr. Gerlinde

Kuppe sowie die Aufsichtsratsvorsitzende

der Salus gGmbH, Staatssekretärin Prof.

Dr. Christiane Dienel, kennen. n

13 Millionen in Seesen investiert

Für die Integration der Kliniken für

Innere Medizin und Allgemeinchirurgie

aus dem Stadtkrankenhaus am Standort

Schildautal sind Umbaumaßnahmen in

Höhe von ca. 13 Millionen Euro geplant.

Das entsprechende Konzept sieht unter

anderem die Aufstockung der vorhandenen

Bettenkapazität um weitere 80 Betten

vor sowie den Ausbau eines OP-, Funktions-

und Diagnostiktrakts.

Bereits im Januar 2007 wurde mit der

ersten Umbauphase – dem Ausbau des

Dachgeschosses zur Verwaltung – begonnen.

Planmäßig konnte die Verwaltung

nach nur drei Monaten, am 23.3.2007,

umziehen.

Auch der Umbau des Erdgeschosses für

das Medizinische Versorgungszentrum

und des Untergeschosses für die Chefärzte

und Sekretariate wurde pünktlich zum

30.6.2007 realisiert. Am 30.9.2007 soll der

Umbau des ehemaligen Verwaltungstrakts

zur Bettenstation fertig werden, sodass die

Klinik für Allgemeinchirurgie dann in das

Schildautal umziehen kann. Damit ist ein

wesentlicher Teil der funktionellen Fusion

beider Krankenhäuser an einem Standort

vollzogen.

Mit diesen baulichen Maßnahmen

wurde das vorrangige Ziel der Standortsicherung

eines Krankenhauses der allgemeinen

Regel- und Fachversorgung

erreicht. Darüber hinaus ist es gelungen,

eine zweites Ziel in vollem Umfang zu erreichen:

den Erhalt von Arbeitsplätzen und

die Vermeidung von Kündigungen. n

Neue Tagesklinik für psychisch

kranke Mädchen und Jungen

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin

Gerlinde Kuppe (2.v.r.) in Salzwedel

Das Salus-Fachklinikum Uchtspringe

hat in Salzwedel eine neue Tagesklinik für

Management

Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychosomatik/Psychotherapie

mit zwölf Plätzen

eröffnet. Zum Team unter Leitung der

Fachärztin Dipl.-med. Astrid Bergmeier gehören

insgesamt 13 Mitarbeiter.

Neben den Krankenschwestern und

-pflegern kümmern sich u.a. eine Psychologin,

ein Sozialarbeiter, Ergo- und Physiotherapeuten

sowie eine weitere Ärztin um

die jungen Patienten.

Der in die Therapie integrierte Unterricht

schulpflichtiger Kinder erfolgt durch

zwei Lehrkräfte, die sich in Abstimmung

mit den Schulbehörden zu dieser anspruchsvollen

Aufgabe bereiterklärt haben. n

Tag der offenen Tür in

den Burgseekliniken Bad Salzungen

Ein großes Kinder- und Familienfest

gab es am 14.7.2007 im Rahmen des Tages

der offenen Tür auf dem Gelände der Burgseekliniken

Bad Salzungen.

Die Burgseekliniken luden alle Interessierten

zu kostenlosen Lungenfunktions-

und Blutdruckmessungen sowie

Führungen durch die Kliniken ein. Ebenso

fanden Diätberatung und Körperfettmessung

regen Zuspruch. Ergänzt wurden die

Angebote durch die Fachvorträge der Chefärzte

der Burgseekliniken. Zudem konnte

man sich über die Angebote im Medical Fitness

der Parkklinik informieren. n

3. Seligenstädter Herz-Kreislauf

Start- und Zielpunkt des 3. Seligenstädter Herz-Kreislaufs war wieder einmal die Asklepios Klinik Seligenstadt. Unter dem Motto: »Seligenstadt bewegt

sich« konnte jeder mitmachen. Das galt in diesem Jahr besonders für die Seligenstädter Grundschulen. Im Rahmen des erstmalig vergebenen Asklepios

Präventionspreises wurden die drei Schulen ermittelt, die mit den meisten Schülern an dem 5 km langen Lauf teilnahmen.

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


Management

Tonnenweise Schmutzwäsche

Großwäscherei TexiG GmbH arbeitet

für Hamburger Asklepios Kliniken

30 tonnen schmutzige Wäsche – das

entspricht dem Ladevolumen von 6000

haushaltswaschmaschinen. die großwäscherei

texig gmbh in hamburg bewältigt

diese Massen täglich. 130 Mitarbeiter

arbeiten in zwei schichten. größter Kunde

sind die hamburger asklepios Kliniken.

seit einem Jahr bedient der industrielle

großwäschereibetrieb aber auch diverse

auftraggeber auf dem freien Markt außerhalb

hamburgs.

Moderne Lastwagen holen die

schmutzige Wäsche aus den

Krankenhäusern und transportieren

sie in die Wäscherei. Hier stellen

Mitarbeiter die in Säcken gesammelten

Sachen zu optimalen Chargen zusammen.

Alle drei Minuten werden jetzt jeweils

50 kg wiegende Wäscheeinheiten

in den zwei Waschstraßen in die vollautomatische

Waschanlage gegeben und nach

hygienischen und reinigungstechnischen

Erfordernissen gewaschen.

Nach dem Verlassen der Waschstraße

werden viele Hände gebraucht, um die

50.000 Wäschestücke, die hier täglich gewaschen

werden, zu sortieren. Sie müssen

der Folgebearbeitung zugeführt werden,

die in vier Bearbeitungslinien erfolgt.

Groß- und Kleinteile mangeln, Volltrocknen,

Tunnelfinishen (dabei werden Klei-

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

dungsstücke durch einen Heißluftkanal

geführt und so geglättet). Am Ende des jeweiligen

Prozesses steht die transportgerechte

Faltung der Wäsche. Während der

Bearbeitungsprozesse wird natürlich nach

defekter oder reparaturbedürftiger Wäsche

gesehen, die dann in die hauseigene Näherei

gegeben wird.

Unterdessen haben fleißige TexiG-Versorgungsassistenten

auf der Station den

täglichen Bedarf für die anstehende Belieferung

der Krankenhäuser ermittelt. Sie

übermitteln diese Anforderungen per Datenübertragung

direkt an die Expedition in

der Wäscherei. Dort werden die entsprechenden

Wäschemengen je Station zusammengepackt.

Am Ende schließt sich der

Kreislauf – die Wäsche wird ausgeliefert

und verteilt. TexiG-Versorgungsassistenten

sortieren sie in die dafür vorgesehenen

Räume und Schränke.

Um einen möglichst hohen Qualitätsstandard

zu gewährleisten, wird die Wäsche

überwiegend im Leasingverfahren

angeboten. Das heißt, sie gehört der Wäscherei,

wird von ihr gepflegt und im

Bedarfsfall ersetzt. Viele der Krankenhauskunden

lassen sich dabei aus einem einheitlichen

Wäschepool versorgen, dem seit

einem Jahr auch der Bereich der Berufskleidung

angehört. Aus diesem Pool wird den

Krankenhausbeschäftigten entsprechend

ihrer Konfektionsgröße die passende Berufskleidung

zur Verfügung gestellt. Aber

auch Häuser, die es bevorzugen, ihren

Mitarbeitern personenbezogene Kleidung

zur Verfügung zu stellen, können von der

TexiG GmbH mit Leasingwäsche bedient

werden.

Der Geschäftsführung geht es mit

ihrem Mitarbeiterteam in erster Linie um

zufriedene Kunden. Deshalb wurde die

TexiG GmbH, die eine Tochtergesellschaft

der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH ist,

in den letzen eineinhalb Jahren umfassend

restrukturiert. Neue Arbeitsplätze wurden

insbesondere im Bereich des Kundendienstes

durch die Einrichtung der TexiG-Versorgungsassistenten

geschaffen. Vor allem die

erstmalige Bereitstellung von Plätzen im

Ausbildungsberuf Textilreiniger gibt mittlerweile

fünf Jugendlichen die Chance zu

einer qualifizierten Berufsausbildung.

Die Aktivitäten zur Erreichung einer

hohen Umweltverträglichkeit aller ablaufenden

Produktionsprozesse wurde durch

die Stadt Hamburg mit der Urkunde »Ökoprofit-Betrieb

2006« anerkannt.

Als Komplettanbieter für Textilreinigungsdienstleistungen

in der Gesundheitsbranche

wie Krankenhäusern,

Reha-Kliniken, Altenheimen und Seniorenresidenzen

hat die TexiG GmbH langjährige

Erfahrungen in der Ver- und Entsorgung

sowie der Bearbeitung von Gesundheitswäsche

nach den gesetzlichen Hygienestandards.

Das wird durch das jährlich neu zu

erwerbende Gütezeichen RAL-GZ 992 / 1-

3 bestätigt. Darüber hinaus ist die TexiG

GmbH im Mai 2007 nach DIN EN ISO

9001:2000 zertifiziert worden.

Zum Sortieren werden viele Hände gebraucht

Ralf Maly


»Rauchen macht Falten, Zahnausfall

und Knochenschwund«

Präventionsaktivitäten der Hamburger Asklepios Kliniken

fast 1000 Kinder und Jugendliche im

alter von acht bis 18 Jahren haben in den

vergangenen Monaten von den anschaulichen

Präventionsaktivitäten der hamburger

asklepios Kliniken profitiert.

zwei dutzend Veranstaltungen hat die dr.-

Broermann-stiftung bereits unterstützt.

Besonders gefragt bei Lehren, schülern

und eltern sind Veranstaltungen zur zigaretten-

und alkoholprävention.

Dass es ein besonders großes Interesse

gerade an der Alkoholprävention

gibt, verwundert nicht,

hat doch der Tod eines 16-jährigen Berliner

Schülers im März nicht nur die Medien

aufgeschreckt. Der Junge hatte auf einer

Flatrateparty mehr als 50 Gläser Tequila getrunken,

war danach in ein mehrwöchiges

Koma gefallen und schließlich an der Alkoholvergiftung

gestorben.

Allein die Asklepios Klinik Harburg

hat innerhalb weniger Wochen viermal

das Thema Alkoholprävention angeboten.

Vier achte Klassen aus zwei benachbarten

Gymnasien wurden dabei von den Chefärzten

Prof. Stefan Ulrich Christl (II. Med)

und Dr. Emil Branik (Kinder- und Jugendpsychiatrie)

unterrichtet.

Besonders eindrucksvoll finden Schüler

den Einsatz der »Drunkbuster«- Rauschbrillen.

Die Brillen, die auf den ersten Blick

aussehen wie Skibrillen, simulieren einen

Alkoholgehalt von 1,3 bis 1,5 Promille. Der

Blick durch die Brille ist verschwommen,

und man kann sich nur noch schlecht orientieren.

Auch die Reaktionszeit ist deutlich

schlechter. »Fahrrad oder Auto fahren

würde ich mit so einem Alkoholgehalt im

Blut bestimmt nicht«, stellen die Jugendlichen

fest. Dass man bereits mit einem

Glas Schnaps fahruntüchtig wird, wissen

viele nicht. »In eurem Alter seid ihr besonders

gefährdet, denn Alkohol wirkt bei Kindern

und Jugendlichen intensiver«, erklärt

Dr. Christl.

Christl warnt eindringlich vor den sogenannten

Alcopops: »Die schmecken nach

süßer Limonade. Neuerdings enthalten sie

zusätzlich auch Koffein, das länger wach

hält. So kann man noch mehr trinken!«

Auch Dr. Branik weist eindringlich auf die

Gefahren der »Flatratepartys« hin: »Jeder

Rausch kostet viele Hirnzellen das Leben!«

Eine Botschaft, die nicht zuletzt auch dank

der ungewohnten Krankenhausumgebung

eher ankommt als im Frontalunterricht der

Schule.

Der zweite Schwerpunkt, die Zigaretten-

oder Nikotinprävention, hat bislang

vorwiegend in den Asklepios Kliniken

Wandsbek, Nord und Altona Erfolge gefeiert.

Auch hier werden die Gefahren

anschaulich dargestellt, mit Lungenfunktionstests

oder mithilfe von jugendlichen

Suchtpatienten, die über ihre Erfahrungen

berichten. Gerade weil das Rauchen noch

immer von vielen als cool angesehen wird,

stellen die Mediziner auch weniger bekannte

Folgen in den Mittelpunkt: »Rauchen

macht Falten, Zahnausfall und Knochenschwund«,

lautete etwa die Botschaft von

Professor Jörg Braun, Chefarzt der I. Medi-

Management

Aktion »Keine Angst vorm Krankenhaus« – der Teddy als Patient

zinischen Abteilung. Das gibt den Kindern

sichtlich zu denken.

Auch die anderen Hamburger Präventionsveranstaltungen

kommen gut an. Hier

eine Auswahl der Themen: »Keine Angst

vorm Krankenhaus«, »Stress & Schlafstörungen«,

»Ernährung & Übergewicht«

und »Drogen«. Insgesamt ist die Resonanz

durchweg positiv. Auch die Medien nehmen

das Thema dankbar auf. Davon zeugen

Fernsehberichte im NDR, in SAT1, im

Regionalsender Hamburg 1, im NDR-Hörfunk

sowie in Lokalzeitungen.

Mathias Eberenz

Partnerschulen gesucht!

Schulen, die sich der Aktion der Hamburger

Asklepios Kliniken anschließen möchten,

wenden sich an:

Mathias Eberenz

ZD Presse und Kommunikation

Tel. (040) 18 18 84 20 49

m.eberenz@asklepios.com

ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

»Gesunde Kids – stark und

unabhängig gegen Suchtmittel«

Fachkliniken München-Gauting rufen Projekt zur Gesundheits-

förderung von Kindern und Jugendlichen ins Leben

der alkohol- und nikotinkonsum von

Kindern und Jugendlichen hat trotz einer

breiten Wahrnehmung dieses Problems

in der Öffentlichkeit immer noch bedenkliche

ausmaße. so ist der anteil der 12- bis

17-Jährigen, die regelmäßig alkoholische

getränke konsumieren, nach einem kurzfristigen

rückgang in diesem Jahr wieder

angestiegen. auch das sinkende durchschnittsalter,

in dem Kinder anfangen

zu rauchen, bestätigt diese gravierende

entwicklung.

Die Asklepios Fachkliniken München-Gauting

haben deshalb mit

verschiedenen Kooperationspartnern,

insbesondere dem Otto-von-Taube-

Gymnasium in Gauting, ein erweitertes

ganzheitliches Projekt zur Gesundheits-

ASKLEPIOS intern 33/2007

förderung von Kindern und Jugendlichen

ins Leben gerufen, das durch die Dr.-Broermann-Stiftung

gefördert wird.

Konzeptionell ist das Projekt »Gesunde

Kids – stark und unabhängig gegen Suchtmittel«

nach den Richtlinien der modernen

Suchtforschung entwickelt. Grundlage sind

verschiedene Basismodule, die eine pluralistische

und breit angelegte Ausrichtung

haben und sowohl substanz-spezifische als

auch substanz-unspezifische Elemente aufweisen.

Sie werden über ein Bausteinkonzept

jahrgangsspezifisch in den Klassen 4

bis 9 in den Schulalltag integriert.

Im Juli 2007 erfolgte die Umsetzung

des ersten Bausteins in der Asklepios

Klinik unter Leitung von Oberarzt

Dr. Jürgen Sklarek. Die Schüler der Jahrgangstufe

4 der Josef-Dosch-Grundschule

und die 5. Förderklasse

des Otto-von-Taube-Gymnasiums

bekamen altersgerechte

Informationen über

die Wirkung und die gesundheitlichen

Folgen des Alkohol-

und Nikotinkonsums. Eine

rege Beteiligung der Schüler

während der Vorträge und

eine begeisterte Teilnahme

an den diagnostischen Untersuchungsmaßnahmen,

die

sie in der Klinik gezeigt bekamen,

spiegelten das Interesse

und den Bedarf der Kinder

nach sachlichen Informationen

wider. Der Bericht eines

tumorkranken Patienten über

seine Raucherkarriere hat die

9- bis 10-Jährigen am stärksten

beeindruckt.

Mit der Thematik »Regionales

Kreativprojekt zur

Suchtprävention« wurde

ein weiterer dreitägiger Bau-

Begeistert nahmen die Kinder an

diagnostischen Untersuchungsmaß-

nahmen teil

stein im Otto-von-Taube-Gymnasium umgesetzt.

Am ersten Tag beschäftigten sich

die Jugendlichen der Jahrgangsstufe 8 mit

Fragen rund um das Thema Sucht und

Suchtentstehung. Eine Plenumsvorstellung

der Ergebnisse des ersten Tages zeigte, wie

kreativ und engagiert die Jugendlichen auf

die gestellten Fragen: »Wie kann ich meine

Mitschüler vom Rauchen abhalten?«, »Was

sind Strategien der Tabak- und Alkoholindustrie?«

und »Welchen Einfluss hat die

Werbung auf das Konsumverhalten?« reagiert

haben. Kurze Theatersequenzen, ein

Fragebogen und viele anschauliche Darstellungen

auf Papier gaben dabei Anregung

zum Nachdenken und Reflektieren.

In den folgenden Tagen bekamen die jungen

Erwachsenen genug Zeit, die vielen erarbeiteten

Erkenntnisse unter Verwendung

von Stichworten wie »verantwortungsvoller

Umgang mit Alkohol in Schule und Freizeit«,

»Förderung des Nicht-Rauchens«,

»Genuss von Suchtmitteln, Grenze finden

und Missbrauch vermeiden« in Form von

Werbespots, Theaterstücken und Plakaten

umzusetzen. Abschließend wurden die Ergebnisse

in einer gemeinsamen Veranstaltung

mit den Eltern und der Schulleitung

vorgestellt. Die zwei besten Beiträge wurden

mit Preisen prämiert, die zum einen

vom Verein zur Förderung der Lungenheilkunde

e.V. und zum anderen von Herrn

Dr. Jürgen Sklarek persönlich gespendet

wurden. Im Anschluss an die Projekttage

wurden die von den Jugendlichen erstellten

Präsentationen in Schulen, öffentlichen

Gebäuden, Jugendcafés etc. ausgestellt.

Die Erfahrungen mit der Umsetzung

der ersten Projektbausteine zeigen, dass

die Kinder und Jugendlichen mit viel Freude

und fantasievollen Ideen bei der Sache

waren. Die präventive Wirksamkeit und

der Erfolg des Gesamtkonzepts wird in

zwei Jahren durch eine standardisierte Befragung

der Schüler vom Otto-von-Taube-

Gymnasium evaluiert werden.

Dr. Jürgen Sklarek, Stefanie Sannemann


Orthopädie zum Anfassen

Grundschüler zu Gast im Klinikum Bad Abbach

fröhliche gesichter trotz dicker gipsverbände?

– an diesem tag dürfte so

mancher Patient des Klinikums Bad abbach

seinen augen nicht getraut haben.

rund 30 zweitklässler sprangen am

9.5.2007 quietschfidel mit eingegipsten

armen durch die gänge der Klinik für

rehabilitation.

Wir wollen den Kindern die Angst

vor dem Krankenhaus nehmen,

indem wir uns und unsere Arbeit

in einer entspannten Atmosphäre vorstellen«,

erklärt Chefarzt Dr. Siegfried Marr.

Der Besuch der Klasse 2 e der Grundschule

Bad Abbach kam über persönliche Kontakte

zwischen Klassenelternsprechern

und dem Klinikum zustande. »In Zukunft

möchten wir solche Aktionen öfter durchführen«,

betont Dr. Marr. Ihm und seinem

Team hat dieser Vormittag großen Spaß

gemacht.

Zunächst ging’s in den Gymnastikraum

zur Rückenschule. »Haltungsschwächen,

die durch Bewegungsmangel und falsche

Belastung verursacht werden, sind heute

auch bei Kindern keine Seltenheit mehr«,

erläutert der Chefarzt. Abhilfe versprechen

gezielte Übungen, die zu Hause oder

im Sportunterricht leicht nachzumachen

sind. Diplom-Sportlehrerin Margot Marschall

hat unter dem Motto »Eine Reise

nach Australien« ein spielerisches Programm

zusammengestellt. Die Kinder sind

mit Feuereifer bei der Sache, als es darum

geht, wie ein Flugzeug durch den Raum

zu »fliegen« oder im Krebsgang über den

Boden zu kriechen.

Nach dieser besonderen Turnstunde

steht Elektrotherapie auf dem Programm.

Dabei werden mit einem leichten Stromfluss

die Muskeln angeregt bzw. entspannt.

Selbstverständlich mit dem Hinweis, dass

der Strom, der hier durch den Apparat

fließt, nicht mit dem zu vergleichen ist, der

zu Hause aus der Steckdose kommt. »Es

hat ein bisschen gekribbelt, aber nicht weh

getan«, so die einhellige Meinung der jungen

Probanden. Das flaue Gefühl, das der

Management

Einmal gipsen, bitte! Oberarzt Dr. Christoph Kern mit einer kleinen »Patientin«

ein oder andere beim Anlegen der Elektroden

verspürt, erweist sich als völlig unbegründet.

Auf die Frage, wer sich einen

Arm eingipsen lassen möchte, schießen

sofort alle Finger in die Höhe. Dr. Marr

und Oberarzt Dr. Christoph Kern gipsen

im Akkord, bis das letzte Kind versorgt

ist. »Jetzt können wir keine Hausaufgaben

machen!«, »Da werden meine Eltern aber

staunen!«, »Ich erzähl’ zu Hause, ich wär’

mit dem Skateboard gestürzt!« – bei den

kleinen »Patienten« könnte die Stimmung

nicht besser sein.

Zum Abschluss gibt es noch ein Eis

für jeden – in die linke Hand versteht sich,

denn die rechte liegt ja im Gipsverband.

Danach verabschiedet sich die Klasse mit

der sicheren Erkenntnis, dass man sich vor

weißen Arztkitteln und den Männern und

Frauen, die darin stecken, nicht zu fürchten

braucht.

Bestens gelaunt trotz eingegipster Arme: die Klasse 2 e mit Chefarzt Dr. Siegfried Marr (re.)

ASKLEPIOS intern 33/2007


Asklepios Future Hospital News

»IT ist Innovationstreiber, kein Kostentreiber«

WirtschaftsWoche Konferenz »Medizintechnik« in München

»eine effiziente, sanierte Klinikstruktur

ist nicht nur wirtschaftlich tragfähig.

sie schafft für Ärzte und Pflegedienst freiräume,

sich verstärkt um den Patienten und

weniger um Klinikprozesse zu kümmern«,

so uwe Pöttgen, Leiter zentrale dienste

it von asklepios. im rahmen der tagung

»Medizintechnik« der WirtschaftsWoche

sprach sich Pöttgen speziell gegen it-insellösungen

in Krankenhäusern aus.

Standards seien die Voraussetzung

zur Steigerung von Qualität und

Effizienz. Und die Schaffung von

Standards ist eines der wesentlichen Ziele

im Asklepios Future Hospital Programm,

das marktbestimmende Unternehmen im

weltweiten Gesundheitsmarkt unter einer

gemeinsamen Vision versammelt: mittels

medienbruchfreier, interoperabler Kommunikation

durch die gesamte Behandlungskette

die Behandlungsqualität und

die Effizienz zu verbessern.

Das Team um Pöttgen hat sich im Rahmen

des Projekts OneIT, Teil des Asklepios

Future Hospital Programms, gezielt mit

einer standardisierten und automatisierten

IT-Basisinfrastruktur befasst. Mit beeindruckendem

Resultat: Die Einsparungen

erreichen bei den Total Costs of Ownership

(TCO) im Operationsbereich bis zu 50 Prozent.

Ein PC kostet »nicht gemanagt« im

medizintechnisch-nahen Umfeld 6.020

Euro pro Jahr, als Teil einer Gesamtarchitektur

gerade 3.811 Euro. Und das bei größerer

Daten- und Funktionssicherheit.

In den Hamburger Asklepios Kliniken

wurden binnen acht Monaten und sieben

ASKLEPIOS intern 33/2007

Pöttgen: »Standards sind die Voraussetzung zur Steigerung von Qualität und Effizienz.«

Wochen 5.000 PCs und 1.500 Drucker umgestellt,

22 Benutzerverwaltungen und 120

dezentrale Server abgelöst. Damit werden

Millionenbeträge eingespart, die für Innovationen

zur Verfügung stehen.

Beim Fachpublikum in München stieß

das Konzept auf einhellige Zustimmung.

Es wurden gar Bedenken geäußert, die Kassen

könnten dazu übergehen, nur noch mit

Häusern Verträge abzuschließen, die solchen

Vorgaben genügen. Druck könnte

auch aus Patientenkreisen kommen. Der

mündige Patient, so wurde im Verlauf der

Tagung gefordert, müsse Verantwortung für

das Management seiner eigenen Gesundheit

übernehmen. Er solle bei der Auswahl

seiner Mediziner respektive seiner Klinik

wenigstens

ebenso sorgfältig

sein wie

bei der Ents

c h e i d u n g

für seine Autowerkstatt

o d e r s e i n

Fernsehgerät.

Den Top-

Trend zum

optimierten

Arbeitsablauf

mithilfe der

IT als »Enab-

ler« betonte Prof. Dr. Erich R. Reinhardt,

Siemens AG. Er sprach von Softwarepaketen,

die dynamisch auf Situationen reagieren,

und sieht besondere Vorteile im

Bereich der Frühdiagnostik, aber auch bei

der Überwachung von Risikopatienten zu

Haus. Klinikaufenthalte werden dadurch

vermieden. Das wiederum hat eine erhöhte

Lebensqualität bei Kostenersparnissen

dank vermiedener Krankheiten zum

Ergebnis. Einer günstigen Gestaltung der

Kooperation zwischen Industrie und Forschung

misst er große Chancen für den

Forschungs- und Entwicklungsstandort

Deutschland bei.

Auch Bernd von Polheim, GE Healthcare

Germany, verwies auf die Bedeutung

der digitalen Technologie für die Diagnostik

und Behandlung. Sie liefere sehr viel

exaktere Befunde, erleichtere und erspare

Operationen, erhalte Organe und Leben. Er

dehnte die Workflow-Betrachtung auf die

Krankenkassen aus, von denen es zu viele

gebe und deren Abrechnungssysteme zu

kompliziert seien. Private Klinikbetreiber

hätten bewiesen, dass es möglich ist, bessere

Versorgung bei höherer Effizienz zu erreichen.

Er sieht einen Investitionsstau in

Deutschland von 25 bis 45 Mrd. Euro. Die

richtigen Wege der Finanzierung sind zu

finden. Vor allem sei es jedoch wichtig, die

laufenden Kosten zu reduzieren.


Moderne Gesundheitsversorgung

braucht Partnerschaften

Pneumologisches Netzwerk Südbayern arbeitet erfolgreich

die asklepios Klinken haben in den

vergangenen Jahren mit großem erfolg

Kompetenz-netzwerke mit niedergelassenen

Ärzten für einzelne regionen oder

Krankheiten wie asthma, Brustkrebs,

chronische Wunden oder Krebs aufgebaut.

Viele Kliniken der asklepios gruppe streben

den auf- und ausbau weiterer Partnerschaften

und netzwerke an.

Die Qualität der Behandlung kann

für Netzwerke als zentraler Integrationsfaktor

angesehen werden.

Für die beteiligten Asklepios Kliniken ergibt

sich darüber hinaus die Möglichkeit,

mit ihren Einweisern ein partnerschaftliches

Verhältnis aufzubauen und langfristig

zu etablieren.

Die Asklepios Fachkliniken München-

Gauting haben diese Möglichkeit der Zusammenarbeit

mit all ihren Vorteilen schon

früh für sich entdeckt und umgesetzt. Aus

diesem Grund wurde bereits im Jahr 2002

mit Vertretern aus dem ambulanten und

stationären Bereich das »Pneumologische

Netzwerk Südbayern« als eingetragener

Verein gegründet. Ziel dieses Zusammenschlusses

war vor allem der Auf- und Ausbau

einer durchgängigen medizinischen

Versorgungskette für Patienten mit Krankheiten

im Bereich der Atemwege, die mit

allen daran Beteiligten abgestimmt ist. Das

Netzwerk hat sich frühzeitig möglichen

Kooperationen mit Kostenträgern und

weiteren engagierten Partnern aus dem

Gesundheitswesen geöffnet.

Derzeit umfasst das Pneumologische

Netzwerk Südbayern e.V. 28 pneumologische

Praxen mit insgesamt knapp 40

Fachärzten für Lungen- und Bronchialheilkunde

und deckt somit fast den gesamten

niedergelassenen Bereich südlich

der Donau ab. Hinzu kommt neben den

Asklepios Fachkliniken München-Gauting,

in der alle Fäden des Netzwerkes zusammenlaufen,

das Kreiskrankenhaus

Bad Reichenhall als weiterer Partner in der

akutstationären Versorgung. Die Fachklinik

Allgäu in Pfronten und das Klinikum

Berchtesgadener Land in Schönau am Kö-

nigssee bringen für den Bereich Rehabilitation

ihre Kompetenzen in das Netzwerk

ein.

Nach der Gründung des Netzwerks

hat der medizinische Beirat unter Führung

des Netzwerkmanagements ein entsprechendes

Konzept zur integrierten

Versorgung für Patienten mit chronisch

obstruktiven Lungenerkrankungen, kurz

COPD, erstellt, das seit 2004 erfolgreich

mit der DAK umgesetzt wird. Im Jahr

2006 wurde das Konzept um die Indikation

Asthma bronchiale erweitert, und die

Hamburg-Münchener Krankenkasse konnte

als weiterer Kostenträger gewonnen werden.

Weitere Kostenträger sind ebenfalls

auf dieses Modell, das von der DAK auch

schon auf andere Bundesländer übertragen

wurde, aufmerksam geworden und stehen

kurz vor dem Beitritt.

Die rund 250 im Netzwerk betreuten

Patienten erhalten die Behandlung innerhalb

eines strukturierten Behandlungsprogramms,

kurz DMP. Durch die integrierte

Versorgung können wichtige zusätzliche

Leistungen wie Schulungen, Lungensport,

eine Patientenhotline für Notfälle und ein

vom Netzwerk neu entwickeltes ambulantes

Trainingsprogramm, PneumoFit, angeboten

werden. Die Teilnehmer erhalten

Management

Regelmäßige Informationsveranstaltungen sind Bestandteil des Netzwerkes Südbayern

dadurch eine sektorenübergreifende Therapie

aus einem Guss, die durch regelmäßige

Informationsveranstaltungen für die

Patienten abgerundet wird.

Gemeinsam mit Praktikanten des

Studiengangs »Prozessmanagement Gesundheit«

der Fachhochschule Steyr wird

laufend versucht, die Netzwerkarbeit auszubauen

und die organisatorischen Prozesse

innerhalb des Netzwerks weiter zu

professionalisieren.

Abschließend lässt sich eine erfreuliche

Netzwerk-Bilanz ziehen: Durch den Aufbau

von Partnerschaften wird eine moderne

Gesundheitsversorgung etabliert. Die

Patienten erhalten eine umfassende Behandlung

mit weit über das übliche Maß

hinausgehenden Leistungen und kurzen

Wegen. Die Leistungserbringer positionieren

sich als fortschrittliche Partner im

Sinne der Patienten und mit einer einheitlichen,

flächendeckenden Struktur. Die

Kostenträger können ihren Kunden eine

qualitativ hochwertige und zielgerichtete

Behandlungsstruktur bieten.

Christof Bachl, Asklepios Zentrale Dienste

Integrierte Versorgung und Netzwerke

Peter Rehermann, Geschäftsführer Asklepios

Fachkliniken München-Gauting

Christina Hinterhölzl, Netzwerkassistentin

ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

Blutspender – verzweifelt gesucht!

Blutspendedienst Hamburg bittet Kliniken, Vereine und Mitbürger um Unterstützung

75 Millionen Blutspenden werden weltweit

pro Jahr benötigt. das sind allein in

deutschland knapp fünf Millionen Blutspenden

pro Jahr oder 15.000 pro tag. die

Vorstellung, als angehöriger in der notfallstation

eines Krankenhauses zu sitzen

und zu erfahren, dass man für die anstehende

notoperation des Verwandten nicht

genügend Blut hat, ist für die meisten Menschen

der pure horror. Leider kann sie

täglich Wirklichkeit werden. Lediglich

zwei Prozent der deutschen gehen regelmäßig

zum Blutspenden. dabei braucht

fast jeder Mensch irgendwann in seinem

Leben einmal eine Blutkonserve – oder

auch mehrere.

Seit mehr als 50 Jahren versorgt der

Blutspendedienst Hamburg/Zentralinstitut

für Transfusionsmedizin

(ZIT) Kliniken und Praxen mit Blut und

Blutprodukten. Mehr als 26.000 Blutspender

kommen regelmäßig zu den Blutspendediensten.

Sie helfen damit Tausenden

ASKLEPIOS intern 33/2007

Patientinnen und Patienten, die Blutkonserven

benötigen. Für die Spender ist es

ganz normal, regelmäßig vier bis fünf Mal

pro Jahr jeweils einen halben Liter Blut zu

spenden. Das entnommene Blut wird untersucht,

und der Spender regeneriert sich

innerhalb kürzester Zeit. Viele der älteren

Spender haben bereits mehr als 200 Mal

gespendet, das dauert jeweils nur Minuten,

zusammen mit den erforderlichen Untersuchungen

verbringt man etwa eine Stunde

in der Einrichtung.

Menschen sind bei Unfällen und großen

Operationen auf schnelle Hilfe durch

Bluttransfusionen angewiesen; das kann

jedem passieren. Teilweise sind mehr als

fünf, zehn, 15 und noch mehr Konserven

für eine Operation notwendig. Dafür

muss ein einzelner Spender mehrere Jahre

immer wieder spenden.

Wer kann spenden und wo?

Als Neuspender kann man im Alter

von 18 bis 65 Jahren spenden. Voraussetzung

sind eine ärztliche Untersuchung und

das Ausfüllen des Fragebogens. Beim Blutspendedienst

Hamburg gibt es acht feste

Entnahmestellen. Darüber hinaus werden

regelmäßig Firmen und Vereine angefahren.

Die Spenden werden dann vor Ort

entnommen.

Die Leistungen des Blutspendedienstes

Hamburg stehen allen Krankenhäusern

zur Verfügung. Kooperationen sind

Für bequemes Spenden stehen mobile Liegen bereit


ausdrücklich erwünscht. So bietet der Blutspendedienst

organisierte Entnahmen in

den Asklepios Kliniken und anderen Krankenhäusern

an, um die Verantwortlichen

der Häuser für

das Modell zu

gewinnen. Das

ZIT schließt mit

der jeweiligen

E i n r i c h t u n g

einen Kooperationsvertrag

für

die Blutentnahmen und einen Liefervertrag

für Blutkonserven ab.

Der Blutspendedienst Hamburg hat

in den letzten Jahren immer mehr Firmen

davon überzeugen können, die eigenen

Mitarbeiter aufzufordern, Blut zu spenden.

Für einen reibungslosen Ablauf steht ein erfahrenes

Team vom Blutspendedienst Hamburg

zur Verfügung, das vor Ort bei den

Firmen und Vereinen Blutentnahmen bei

den Mitarbeitern oder Mitgliedern durchführt.

Mittlerweile gehören mehrere Versicherungen,

Sportvereine, Schulen und

Krankenkassen sowie die Feuerwehr Hamburg

dazu.

Den Mitarbeitern wird von ihrem Arbeitsgeber

die Möglichkeit eingeräumt,

während der Arbeitszeit eine Blutspende

entnehmen zu lassen. In einem vom Betrieb

oder Verein zur Verfügung gestellten

Raum, der von den Behörden zur Abnahme

freigegeben

Blut kann nicht künstlich

erzeugt werden – ist aber

lebenswichtig. Und leider

nur 49 Tage haltbar.

DraegerService_A5 quer.qxd 13.07.2007 9:48 Uhr Seite 1

DrägerService ®

100 Jahre Innovation in der Beatmung.

Dräger. Technik für das Leben.

worden ist, werden

vier Entnahmeliegen

aufgebaut. Das

Team, beste -

hend aus einem

Arzt und vier

Entnahmeschwestern, steht mit der mobilen

Einrichtung zur Verfügung. Für Dokumentationszwecke

wird parallel eine

EDV-Anbindung an das zentrale System

im ZIT Hamburg hergestellt.

Nachdem die persönlichen Daten aufgenommen

wurden und die Fragebögen

ausgefüllt sind, erfolgt eine kurze ärztliche

Untersuchung.

Von der Aufnahme bis zur Untersuchung

vergehen gerade mal zehn Minuten.

Danach erfolgt die eigentliche Blutentnahme

auf einer der Liegen. 500 ml Blut und

eine geringe Menge für die notwendigen

Laboruntersuchungen werden entnommen.

Der gesamte Vorgang darf aus Gründen der

Herstellungserlaubnis nicht länger als 14

up

and

running

Management

Minuten dauern. Da die Fließgeschwindigkeit

des Blutes jedes einzelnen Menschen

unterschiedlich ist, kann das gesamte Prozedere

in Einzelfällen auch bereits nach

fünf bis sieben Minuten durchgeführt sein.

Und nach einer kurzen Ruhephase können

die Mitarbeiter wieder weiterarbeiten.

Oliver Schertges

Blutspendeaufruf

Der Blutspendedienst Hamburg bittet um

Ihre Unterstützung: »Sofern Sie interessierte

Firmen, Vereine etc. kennen oder Ihr Arbeitgeber

Interesse hat, rufen Sie uns bitte an

oder geben Sie unsere Telefonnummer weiter.

Unser Team wird sich um alles weitere

kümmern.«

Zentralinstitut für Transfusionsmedizin

Blutspendedienst Hamburg

Eilbektal 111

22089 Hamburg

Tel. (040) 18 18 84-25 51/2

Fax (040) 18 18 84-25 03

Info-Tel. (040) 20 00 22 00

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ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

Sturzmanagement im Krankenhaus

– was ist zu tun?

Wirkungsvolle Schutzmaßnahmen in einigen Kliniken bereits implementiert

stürze von Patienten im Krankenhaus

sind ein alltägliches und immer wieder auftretendes

Phänomen. Besonders betroffen

sind ältere Menschen oder Patienten mit

einem reduzierten allgemeinzustand. um

sie zu schützen, müssen risiken und gefahren

frühzeitig erkannt, vorhergesagt

und ihnen professionell begegnet werden.

die umsetzung eines wirkungsvollen

sturzmanagements fällt vor allem in den

aufgabenbereich der Pflege. es ist in vielen

asklepios Kliniken bereits erfolgreich

implementiert.

Insbesondere für ältere und kranke Menschen

stellt ein Sturz ein hohes Risiko

dar. So stürzen in der Altergruppe der

über 65-Jährigen etwa 30 Prozent mindestes

einmal im Jahr.

Da ein Sturz ein komplexes und multifaktoriell

bedingtes Geschehen ist, ist eine

Reihe von Risikofaktoren bekannt, die zu

einem Sturz führen können. Dazu gehören

beispielsweise Erkrankungen mit einer

veränderten Motorik, Sensibilität oder Kognition,

Sehbeeinträchtigungen oder die Einnahme

bestimmter Medikamente. Meist ist

die Verkettung und Häufung von mehreren

Risikofaktoren ursächlich für den Sturz

verantwortlich.

Stürze können mit schwerwiegenden

Einschnitten in die bisherige Lebensführung

einhergehen, da sie für die Patienten

häufig mit einem Verlust der eigenen Selbstständigkeit

verbunden sind. Physische

Folgen sind beispielsweise schmerzhafte

Prellungen, Wunden, Verstauchungen und

Frakturen. Psychische Auswirkungen reichen

vom Verlust des Vertrauens in die eigene

Mobilität über die Einschränkung

des Bewegungsradius bis hin zur sozialen

Isolation.

Um den Patienten ein hohes Maß an sicherer

Mobilität unter Berücksichtigung

des Selbstbestimmungsrechts gewährleisten

zu können, ist die Einführung eines

standardisierten Verfahrens zur Sturzprophylaxe

auch vor dem Hintergrund der haftungsrechtlichen

Problematik unbedingt

erforderlich.

0 ASKLEPIOS intern 33/2007

Maßnahmen, die zum Schutz des Patienten

getroffen werden müssen, sind vom

individuellen Grad seiner kognitiven und

körperlichen Einschränkungen abhängig.

Für die Entwicklung eines effektiven Interventionsangebots

müssen deshalb die Risikofaktoren

konsequent und systematisch

dokumentiert und analysiert werden.

Sie sollten möglichst zu Beginn des

pflegerischen Auftrags, am besten bereits

im Rahmen des Aufnahmegesprächs, erfasst

werden.

Unter Berücksichtigung struktureller

Vorraussetzungen werden dann auf Basis

der Risikoeinschätzung mögliche Interventionen

zur Sturzvermeidung mit dem

Patienten in Sinne einer gemeinsamen Entscheidungsfindung

ausgewählt. Dabei ist

die umfassende Beratung und Information

des Patienten und seiner Angehörigen

essenziell. Das Ziel des Sturzmanagements

ist erreicht, wenn der individuelle Maßnahmenplan

vorliegt und berufsübergreifend

umgesetzt wird. Es können sowohl spezifische

Interventionen wie z.B. das Angebot

von Gehhilfen oder Hüftprotektoren aber

auch sogenannte »common sense« – (gesunder

Menschenverstand) Maßnahmen

durchgeführt werden. Hierzu zählen beispielsweise

die Erreichbarkeit der Klingel

oder das Tragen von festem Schuhwerk.

Freiheitsbeschränkende Maßnahmen,

d.h. die Benutzung mechanischer Hilfsmittel

wie Bettgitter oder der Einsatz von

sedierenden Medikamente sollten nach

Möglichkeit nicht zum Zweck der Sturzvermeidung

eingesetzt werden.

Um langfristig Auswirkungen von Präventionsmaßnahmen

auf der Ebene der

Klinik bewerten zu können, muss eine systematische

Erfassung der Häufigkeit, Umstände

und Folgen aller Stürze erfolgen.

Auf der individuellen Ebene des Patienten

können so bereits zuvor geplante Interventionen

hinsichtlich ihrer Wirksamkeit

überprüft und ggf. angepasst werden.

Für die Entwicklung eines klinischen

Standards zur Sturzprävention steht den

Krankenhäusern der vierte nationale Expertenstandard

zur Sturzprophylaxe in

der Pflege zur Verfügung. Einige Kliniken

der Asklepios Gruppe wie die Klinik Lich,

die Paulinen Klinik in Wiesbaden oder

das Fachklinikum Teupitz haben auf dieser

Basis bereits erfolgreich ein standardisiertes

Verfahren implementiert.


Management

Ein Dialog mit zwei Gewinnern

Das Zielvereinbarungsgespräch in der Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

»seit ich regelmäßig mit den Mitarbeiter/innen

meines Pflegeteams zielvereinbarungsgespräche

führe, habe ich einen

viel besseren Überblick über deren Potenziale

und erhalte gute ideen für die Weiterentwicklung

der station. das würde im

hektischen alltag der stationsarbeit sonst

untergehen.« so lautet eine der zahlreichen

rückmeldungen, die die Personalentwicklung

der asklepios Kliniken hamburg

gmbh erhielt, seit sie 2005 führungskräfte

und Mitarbeiter nach ihren erfahrungen

mit diesem führungsinstrument befragte.

Seit 2003 wird das Zielvereinbarungsgespräch

schrittweise in den Hamburger

Asklepios Kliniken für alle

Berufsgruppen eingeführt. Eine Schulung

bereitet die Führungskräfte und Mitar-

Keding: »Zielvereinbarungen sind für alle Berufsgruppen im Krankenhaus hilfreich.«

beiter/innen entsprechend vor. Das Zielvereinbarungsgespräch

wird mindestens

einmal im Jahr geführt. Die gemeinsam

vereinbarten Ziele und Maßnahmen werden

protokolliert und von beiden Seiten

unterschrieben, um eine Verbindlichkeit

herzustellen.

In dem Gespräch können neben den

Zielen für das eigene Aufgabengebiet auch

Themen aus dem Bereich Zusammenarbeit,

Kommunikation sowie berufliche Entwicklungswünsche

besprochen werden.

Diese Grafik veranschaulicht den Verlauf

eines Zielvereinbarungsgespräches.

Mit der Methode des Zielvereinbarungsgesprächs

wird auf Dialog gesetzt.

Deshalb ist in dem Gesprächskonzept auch

ein Führungskräfte-Feedback vorgesehen.

Die Reaktion auf die verbindliche Einfüh-

rung des Zielvereinbarungsgesprächs war

zunächst etwas skeptisch. Aber nach den

ersten Erfahrungen gibt es vermehrt positive

Rückmeldungen.

»Auch wenn es einiges an Mehraufwand

bedeutet, hat es einen hohen Nutzen«,

bilanziert beispielsweise ein Chefarzt:

»Sich diese Gesprächszeit zu nehmen, über

die Ziele, Bedürfnisse und Strukturen zu

sprechen und klare Verabredungen zu treffen,

ist für die Führung der Abteilung ein

hoher Gewinn.«

Mitarbeiter/innen befürworten das

Zielvereinbarungsgespräch, weil es ihnen

hilft, eine Orientierung über die wichtigen

Entwicklungsziele ihres Bereichs zu

bekommen. Es schafft somit auf beiden

Seiten mehr Transparenz und Verbindlichkeit.

Positiv bewertet wird auch, dass

gemeinsame Ziele die Identifikation mit

dem Team und die Kooperation untereinander

fördern.

Viele motiviert es, Ziele für den eigenen

Arbeitsbereich zu vereinbaren und selbstständig

zu entscheiden, auf welchem Weg

sie diese Ziele erreichen wollen. Das unterstützt

die Eigenständigkeit und Mitverantwortung

der Mitarbeiter.

Zielvereinbarungsgespräche sind

für alle Berufsgruppen im Krankenhaus

hilfreich.

»Ich konnte durch das Gespräch meine

Arbeitsgebiete klarer abstecken und strukturieren,

d.h. so etwas wie Leitplanken setzen.

Das war sehr hilfreich für mich.« So

die Rückmeldung einer Sekretärin, die für

mehrere Bereiche arbeitet.

Abschließend lässt sich sagen: Die Einführung

von Zielvereinbarungsgesprächen

gibt Mitarbeitern und Führungskräften

Orientierung und Struktur. Vor allem in

turbulenten Zeiten ist das eine große Bereicherung.

Kurz: ein Dialog mit zwei

Gewinnern.

Angelika Keding

Infos & Kontakt:

Personalentwicklung

Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

E-Mail: Angelika.Keding@pmc.lbk-hh.de

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


Management

Thieme startet Fortbildungskonzept

für Krankenhäuser

Asklepios Kliniken lizenzieren als erster Krankenhauskonzern das Fortbildungs-

programm Certified Nursing Education (CNE) speziell für ihre Pflegekräfte

das neue multimediale fortbildungskonzept

certified nursing education (cne)

bietet ab sofort Pflegekräften zertifizierte

fortbildungsmöglichkeiten. entwickelt

wurde cne vom georg thieme Verlag in

anlehnung an das cMe-Modell in der ärztlichen

fortbildung. asklepios hat sich als

erster Krankenhauskonzern in deutschland

für das fortbildungskonzept cne

entschieden. tausende Pflegekräfte der asklepios

Kliniken können das multimediale

angebot im intranet von nun an nutzen.

Die Qualität der Pflege ist für viele

Patienten entscheidend, wenn sie

die Versorgungsleistungen eines

Krankenhauses beurteilen. Angesichts

des rasanten medizinischen Fortschritts

ist deshalb auch für die Pflege kontinuierliche

Fortbildung unabdingbar. Inhaltlich

hat der Georg Thieme Verlag CNE entwickelt.

Ein vernetztes Medienangebot aus

Fachzeitschrift, Magazin, Online-Plattform,

Expertenrat und Seminaren garantiert

die kontinuierliche Fortbildung der

Pflegenden. Der Deutsche Pflegerat e.V.

(DPR) hat CNE als offizielle Bildungsmaßnahme

zertifiziert.

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

Als erster Krankenhauskonzern unterzeichnete

Asklepios einen Kooperationsvertrag

mit Thieme für die Nutzung des

zertifizierten Fortbildungskonzepts. Mit

der Vereinbarung hat Asklepios Zugriff

auf CNE. Damit setzt sich der Konzern für

eine qualitativ hochwertige Pflege und die

kontinuierliche Fortbildung seiner Mitarbeiter

ein. »Das CNE-Konzept von Thieme

bietet unseren rund 13.000 examinierten

Pflegekräften die Möglichkeit, sich bequem

via Internet kostenlos kontinuierlich und

zielgerichtet zur Profession auf dem Laufenden

zu halten, um dem stetig wachsenden

Leistungsniveau gerecht zu werden«,

erläutert Walburga Sprenger, Leiterin Zentrale

Dienste Pflegemanagement, Aus- und

Weiterbildung. Darüber hinaus unterstützt

CNE die Lehrkräfte in den Fort- und Weiterbildungsstätten

und bietet durch den

Austausch im Netz Transparenz über alle

Asklepios Standorte. »Ziel ist es, die Qualität

der Pflege in unseren Kliniken noch

weiter zu steigern. Für alle Mitarbeiter im

Pflege- und Funktionsdienst sowie im Ausbildungs-

und Fortbildungsbereich können

wir nun gleichzeitig etwas tun, ohne

den vorgegebenen Kostenrahmen zu überschreiten«,

so Walburga Sprenger weiter.

Martin Spencker, Verlagsleiter Ausbildung

beim Georg Thieme Verlag, ergänzt:

»Früher galt das Krankenpflegeexamen

als lebenslanger Nachweis für fachliche

Kompetenz. Das ist heute überholt: Die

vielschichtigen Tätigkeitsbereiche in der

Pflege erfordern lebenslanges Lernen. Nur

wer seine Mitarbeiter kontinuierlich fortbildet,

kann zukunfts- und wettbewerbsfähig

bleiben.«

Walburga Sprenger, Martin Spencker


Asklepios zu Gast

bei Bundeskanzlerin Angela Merkel

Erfolg im Qualitätsmanagement der Klinik Sebnitz gewürdigt

der 22.5.2007 wird als historischer

tag in die geschichte der sächsischen

schweiz Klinik sebnitz eingehen. das hart

erarbeitete zertifikat der Kooperation für

transparenz und Qualität im gesundheitswesen

(KtQ ® ) wurde in einem empfang

durch die Bundeskanzlerin angela Merkel

gewürdigt.

Um die Auszeichnung für das umfassende

Qualitätsmanagement der

Klinik entgegenzunehmen, waren

neben allen Chefärzten auch Verwaltungsleiter

Jörg Scharfenberg, Pflegedienstleiter

und Qualitätsmanagementbeauftragter

Hein Wolf, die Assistentin der Verwaltungsleitung,

Anke Heldner, und der Leiter der

benachbarten Asklepios Orthopädischen

Klinik Hohwald, Stefan Härtel, in den

Reichstag nach Berlin eingeladen. »Es ist

schon etwas Herausragendes und Einmaliges,

die Leistungen und Bestrebungen in

diesem Rahmen gewürdigt zu bekommen«,

resümiert Jörg Scharfenberg.

Trotz ihres engen Terminplans nahm

sich die Kanzlerin Zeit für Fotos und hin-

terfragte genauestens die Hintergründe des

Zertifizierungsverfahrens. Für die Zukunft

wünscht Frau Merkel der Klinik weiterhin

viel Erfolg.

Eine Führung durch die nicht öffentlichen

Bereiche des Reichstags durch die

Bundestagsabgeordneten Maria Michalk

und Klaus Brähmig rundete das Ereignis

ab.

Die Mitarbeiter der Sächsischen

Schweiz Klinik sind sehr stolz auf diese Anerkennung

ihrer Leistungen. »Als Gesundheitszentrum

der Region ist die

Wiederherstellung der Gesundheit unser

oberstes Ziel«, sagt Verwaltungsleiter Jörg

Scharfenberg. »Dazu gehört neben hoch

motivierten Mitarbeitern und modernster

Medizintechnik natürlich auch ein gut

funktionierendes Qualitätsmanagementsystem.«

Die Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz

führte bereits im Jahr 2000 ein umfassendes

Qualitätsmanagementsystem

ein. Im Januar 2004 stellte sich die Klinik

erstmals einer Überprüfung durch die Kooperation

für Transparenz und Qualität im

Management

Gesundheitswesen (KTQ ® ). Die Kooperation

ist eine Initiative der tonangebenden

Akteure des Gesundheitswesens. Ihre Vertreter

sind beispielsweise die Deutsche

Krankenhausgesellschaft und der Deutsche

Pflegerat.

Die Klinik Sebnitz stellte sich kürzlich

der zweiten Fremdbewertung durch die

Visitoren der KTQ ® und konnte die Vorgaben

in allen Bereichen in besonderem

Maße erfüllen. »Damals wie heute ging es

darum, Prozesse darzustellen und diese in

einer Selbstbewertungsphase kritisch zu

überprüfen. Nur wenn man in der Lage ist,

seine Organisation selbst richtig einzuschätzen,

sind auch Verbesserungen möglich«,

erklärt Hein Wolf.

Der Stellenwert des Qualitätsmanagementsystems

der Klinik zeigt sich darin,

dass trotz der kürzlich bestandenen Fremdbewertung

sofort weiter an Verbesserungspotenzialen

gearbeitet wird. Schließlich

möchte das engagierte Haus auch im Jahr

2010 das Zertifikat zu erhalten.

Anke Heldner

ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

»Die Fantasie ist ein ewiger Frühling«

Bekannter Künstler in der Neurologischen Klinik Falkenstein behandelt

nach drei Kopfoperationen innerhalb

von 14 tagen in zwei frankfurter Krankenhäusern

kam der international bekannte

frankfurter Maler und grafiker gerd Kehrer

schließlich in die neurologische Klinik

falkenstein.

ASKLEPIOS intern 33/2007

Im Frühlingsmonat

April

2007, der in

diesem Jahr der

wä r m ste seit

Jahrhunderten

werden sollte,

blieb Gerd Kehrer

hier nochmals

vier Wochen bis

zu seiner Genesung.

Die Operationen

und die

schwere Erkrankung

des Künstlers

waren für

ihn ein traumatisches

Erlebnis. Kehrer und seine Familie

bangten nicht nur um sein Leben, sondern

aufgrund der Ereignisse auch um den Verlust

seiner Kreativität.

Doch der Künstler engagierte sich nicht

nur in Sachen Gesundheit. Während des

Wohin mit Fiffi, Hasso & Co. bei

Reha oder Klinikaufenthalt?

Ausgesuchte Gastfamilien kümmern sich um Haustiere

eine reha-Maßnahme, Kur oder gar

ein Krankenhausaufenthalt stellen für

Menschen mit haustieren ein Problem dar:

Wohin mit ihren kleinen freunden? Petra

ostermann bietet hier gezielt hilfe. ihr

tiersitterexpress ist ein Vermittlungsservice

für tierhalter, die ihren Liebling während

ihrer abwesenheit in liebevolle und

qualifizierte hände geben möchten.

Deutschlandweit hat Petra Ostermann

ein beinahe flächendeckendes

Netz von Tierbetreuern

geknüpft. Während Frauchen oder Herrchen

in die Klinik oder Therapieeinrichtung

gehen, werden ihre Hunde, Katzen,

Mäuse, Vögel, Nager oder das Aquarium

sachkundig und liebevoll in privaten Gastfamilien

betreut. 16 bis 18 Euro pro Tag

kostet beispielsweise die Betreuung eines

Hundes pro Tag; Futter exklusive. »Wir

bieten die menschliche Nähe, die Tierpensionen

nicht bieten können«, sagt Petra Os-

Aufenthalts in der Falkensteiner Klinik

unternahm er neben seinem ehrgeizigen

Physiotherapieprogramm auch neue künstlerische

Gehversuche. Umgeben von einer

inspirierenden Landschaft mit Blick auf

die Frankfurter Skyline, entstanden farbenprächtige

Seelenlandschaften und Zustandsbeschreibungen.

30 Bilder ohne Titel

hat Gerd Kehrer in dieser Zeit geschaffen.

Es sind Mischtechniken im Postkartenformat,

die der Fantasie des Betrachters

keine Grenzen setzen. Malen als Therapieform

– am Beispiel eines Künstlers, der

beeindruckt.

Kontakt & Infos:

E-Mail: gk@gerdkehrer.de

Tel. (069) 47 68 47

www.heussenstamm-stiftung.de

Künstler: Gerd Kehrer

termann. Fachkundige Mitarbeiter suchen

die Gastfamilien persönlich aus.

»Gerade in dieser Woche erreichten

mich zwei Anfragen dieser Art. Eine

Dame wird eine Reha in Bad Wildungen

antreten, eine andere auf Sylt. Beide werden

dies aber nur dann tun, wenn sie ihren

Hund gut betreut wissen.« Dank Petra Ostermann

können beide Frauchen beruhigt

ihre Kuren antreten.

Kontakt & Infos:

www.tiersitterexpress.de

Petra Ostermann

Tel. (02 08) 6 21 58 91

E-Mail: info@tiersitterexpress.de


»Ja, wo laufen sie denn?«

Wie ein Team der Burgseekliniken Bad Salzungen ins Rennen kam

»Bewegung macht spaß«, ein slogan,

den die Patienten der asklepios Burgseekliniken

Bad salzungen täglich hören und

am ende ihrer rehabilitation leben sollten.

Bemerkenswert ist es jedoch, wenn auch

die Klinikmitarbeiter hinter solch einem

slogan stehen und mit gutem Beispiel

vorangehen. so wie beim alljährlichen

»town & country Pummpälzlauf«.

Vom Nationalpark Hainich bis ins

Fränkische Weinland war am

10.6.2007 alles in Bewegung. Der

»Town & Country Pummpälzlauf« zog sich

durch diese Regionen mit verschieden langen

Strecken zum Laufen, Radfahren oder

Nordic Walking. Ein wichtiges Etappenziel

war dabei das Bad Salzunger Keltenbad.

Kaum waren die ersten Plakate verteilt,

entstand die spontane Idee einiger Asklepios

Mitarbeiter, ein eigenes Team auf die

Beine zu stellen. Von Anfang an sollte keine

Leistungssportgruppe starten, sondern der

Spaß an der Bewegung im Vordergrund stehen.

Innerhalb kürzester Zeit fand sich ein

schlagfertiges Grüppchen zusammen, vom

Therapeuten bis hin zum Verwaltungsmitarbeiter.

Auch die Geschäftsführung zeigte

sich sofort begeistert von der Idee, sponserte

Poloshirts für das Team und übernahm

die Teilnahmegebühren. Doch so

ganz auf den Spaßfaktor wollten sich die

Laufwilligen nicht verlassen und gründeten

eine Trainingsgruppe. Immerhin hatte

man die 10-Kilometer-Strecke zum Laufen

oder Nordic Walking ins Visier genommen.

Nach nur drei Trainingseinheiten im »Asklepios

Medical Fitness« der Parkklinik oder

in der freien Wildbahn sollte es losgehen.

Sonntagmorgen, acht Uhr und bereits

drückende Hitze, nicht gerade motivierende

Faktoren für einen 10–Kilometer–

Marathon. Doch keine Spur von Müdigkeit

oder Lustlosigkeit im Team. Vom Treffpunkt

aus ging es mit Klinikfahrzeugen

an den Start. Ein lustiges Trüppchen hatte

sich da zusammengerauft, und so konnte

auch der plötzlich eintretende Regenguss

den Spaß nicht trüben. Per Massenstart

ging es in das zehn Kilometer entfernte

Bad Salzungen über den Pummpälzweg,

durch Wald und Wiese, über Berge und

Täler. Bereits nach der Hälfte der Distanz

hatte sich das Team verteilt. Jeder lief so,

wie er konnte. Und so sollte es ja auch sein,

ohne Zwang und Drang. Eine Erholungs-

Management

etappe zum Durchatmen mit Plaudereinlage

war auch kein Problem. Schließlich

lief Patrick Malsch als schnellster Läufer

im Asklepios Team nach 53 Minuten über

die Ziellinie. Auch alle anderen kamen

gut gelaunt und wohlauf am Zielpunkt an.

Dabei war manch einem Teilnehmer nicht

einmal eine Spur von Anstrengung anzusehen.

Nach heißen Diskussionen über die

erreichten Zeiten gab es dann Abkühlung

am Getränkestand oder unter der Dusche.

Auch eine wohltuende Massage ermöglichten

die eigens dafür abgestellten Physiotherapeuten

der Burgseekliniken. Doch

die Zeiten waren am Ende egal. Schließlich

waren sich alle einig: Das hat einen Riesenspaß

gemacht. Im nächsten Jahr wird das

Team wieder am Start stehen, sicherlich mit

einigen Laufwilligen mehr.

Eine Woche später, zum alljährlichen

Sommerfest für die Mitarbeiter der Burgseekliniken,

gab es dann noch eine Überraschung

für die Läufer. Geschäftsführer

Martin Merbitz holte das Team auf die

Bühne, bedankte sich für die Teilnahme

und fand lobende Worte für das Engagement.

Ein kleines Geschenk kam schließlich

obendrauf. Marco Messerschmidt

»Bewegung macht Spaß« – Mitarbeiter aus Bad Salzungen nach dem Pummpälzlauf

ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

Deutsch-Chinesisches Freundschaftskrankenhaus

Tongji Universität, Siemens und Asklepios unterzeichnen Joint-Venture-Vertrag

für mehr als 100 Millionen Euro (1 Mrd. CNY) Investitionsvolumen

In Anwesenheit des Präsidenten der Volksrepublik China, Hu Jianto, und des deutschen Bundespräsidenten,

Horst Köhler, unterschrieb Dr. gr. Broermann den Joint–Venture–Vertrag für das Freundschaftskrankenhaus

in Shanghai

die tongji universität in shanghai

bildet gemeinsam mit siemens und asklepios

ein Joint Venture mit Public Private-Partnership-charakter

(PPP), um in

china gemeinsam ein Krankenhausprojekt

zu realisieren. diese Klinik soll noch vor

der expo 2010 eröffnet werden – mit der

Perspektive, die Kapazität sukzessive auf

über 500 Betten auszuweiten. die Partner

investieren mehr als 100 Millionen euro

(über 1 Mrd. cnY) in das Projekt, das in

der shanghai international Medical zone

entstehen wird. ziel ist, ein wegweisendes

digitalisiertes Krankenhaus zur Bereitstellung

von gesundheitsleistungen auf Weltklasseniveau

zu errichten.

Der Joint-Venture-Vertrag wurde in

Peking in Anwesenheit des Präsidenten

der Volksrepublik China,

Hu Jintao, und des deutschen Bundespräsidenten

Horst Köhler im Mai dieses Jahres

unterzeichnet. Die Stadt Shanghai hat

das Deutsch-Chinesische Freundschaftskrankenhaus

als eines der zwei zentralen

Projekte für die Weiterentwicklung des Gesundheitswesens

bis 2010 in ihren elften

Fünf-Jahres-Plan aufgenommen.

»Das Joint Venture mit zwei profilierten

Partnern unterstreicht die internationale

ASKLEPIOS intern 33/2007

Ausrichtung von Asklepios in einem globalen

Gesundheitsmarkt. Wir sind sicher,

dass auch Patienten in China von unserem

Know-how im Krankenhausmanagement

profitieren werden«, sagte Dr. Bernard

Broermann, Alleineigentümer der Asklepios

Kliniken.

»Mit dem Joint-Venture-Vertrag haben

wir einen wichtigen Meilenstein für die Realisierung

dieses wegweisenden Projekts

erzielt. Wir sehen enormes Potenzial, die

Zusammenarbeit zwischen öffentlicher

und privater Hand auf weitere Krankenhausprojekte

in China und darüber hinaus

auszubauen«, sagte Johannes Schmidt,

Geschäftsführer der Siemens Financial

Services, deren Tochter Siemens Project

Ventures sich als Joint-Venture-Partner an

dem Deutsch-Chinesischen Freundschaftskrankenhauses

mit Eigenkapital beteiligt.

»Hierzu bringen alle Partner ihre Kernkompetenzen

ein: die Tongji Universität

ihr medizinisches und wissenschaftliches

Know-how, die Siemens AG ihre gebündelte

Expertise in der Strukturierung von Finanzierungen,

bei Krankenhausprozessen

sowie bei Medizintechniklösungen und Asklepios

die Erfahrung aus dem Betrieb von

über 100 Krankenhauseinrichtungen«, so

Schmidt.

Das Joint Venture Deutsch-Chinesisches

Freundschaftskrankenhaus umfasst

den Bau und Betrieb des Krankenhauses:





Die Tongji Universität wird 46 Prozent

der Anteile halten. Die Universität

bietet heute mit einer

medizinischen und einer zahntechnischen

Fakultät sowie sechs verbundenen

Kliniken mit mehr als 4.000

Betten in Shanghai öffentliche Gesundheitsleistungen

an.

Siemens bringt sich in vielfältiger

Weise in die Entwicklung und Finanzierung

des Projekts ein. Siemens

Project Ventures wird 40 Prozent der

Anteile halten und eine führende

Rolle in der Strukturierung der Finanzierung

spielen. Gemeinsam mit Siemens

Project Ventures wird sich der

Bereich Siemens Medical Solutions an

der Realisierung von Krankenhausprozessen

auf höchstem internationalen

Niveau und auf Basis der neuesten

Medizintechnik und medizinischen

IT-Technologien beteiligen.

Als einer der größten deutschen privaten

Krankenhausbetreiber mit Kliniken

weltweit wird Asklepios 14

Prozent der Anteile halten und das

Deutsch-Chinesische Freundschafts-

Krankenhaus gemeinsam mit Tongji

betreiben.

Außerdem hat die Tongji Universität

ein Partnerschaftsabkommen

zur Mitarbeiterschulung mit der Medizinischen

Hochschule Hannover

(MHH) in Deutschland abgeschlossen.

Design, Bau und Management des

Krankenhauses werden nach internationalem

Standard und unter Anwendung

neuester wissenschaftlicher sowie technologischer

Erkenntnisse ausgerichtet, um

hochwertige Gesundheitsdienstleistungen

zu gewährleisten.

Die erste Bauphase des Deutsch-Chinesischen

Freundschaftskrankenhauses soll

2009 abgeschlossen werden. Ziel ist es, das

Krankenhaus vor der Expo im Jahre 2010

in Betrieb zu nehmen.


Management

Notaufnahme: Alltag zwischen Leben und Tod

Bestsellerautor begleitete Rettungssanitäter und Ärzte in der Klinik Nord

Sellin: »Die Erlebnisse in der Notaufnahme haben mich verändert.«

die schnittstelle von Leben und tod

ist alltag in der notaufnahme. Verzweiflung,

angst und hoffnung liegen oft nur

eine zimmertür auseinander. Über mehrere

Monate hat der hamburger Bestsellerautor

fred sellin rettungssanitäter, Ärzte

und Krankenschwestern in der asklepios

Klinik nord in hamburg begleitet. dabei

sprach er auch mit Patienten, deren Leben

plötzlich aus dem gleichgewicht geraten

ist. entstanden ist ein spannender insidereport,

verdichtet zu sieben tagen emotionen

und schicksal, der unter die haut

geht.

Herr Sellin, wie ist die Idee zu diesem Buch

entstanden?

fred sellin: Das Thema hat mich schon

seit Jahren beschäftigt. Wenn ich einen

RTW auf der Straße sehe, frage ich mich:

Was ist da passiert, was für ein Schicksal

steckt dahinter? Ich wollte auch wissen,

wie es weitergeht, wenn man die 112

anruft. Die Zentrale Notaufnahme (ZNA)

Klinik Nord, des größten Krankenhauses

in Hamburg, schien mir der ideale Ort für

eine Recherche.

Wie wurden Sie vom Team in der ZNA

aufgenommen?

Erst wollte ich die Arbeit nur beobachten

und mir dabei Notizen machen. Doch

ich merkte sehr

schnell, dass es so nicht

funktioniert. Also hab‘ ich gesagt: »Lasst

mich doch mithelfen!« Ich wollte am eigenen

Leib fühlen, wie es ist, was die Arbeit

bedeutet, was sie aus einem macht.

Die Schwestern und Pfleger haben mich

gewissermaßen angelernt, mir alles erklärt.

Alle, auch die Ärzte, waren hilfsbereit,

freundlich und offen zu mir. So habe ich

dann also Blutdruck gemessen, Patienten

Wasser gebracht, sie zum Röntgen geschoben

und vieles mehr. Fünf Monate lang.

Acht bis neun Stunden Schicht, Schlafen,

das Erlebte aufschreiben und dann wieder

zum Dienst. Das war hart. Mein Biorhythmus

geriet völlig durcheinander. Ich war

immer müde.

Was hat Sie am meisten beeindruckt?

Wie die ZNA-ler mit den Patienten umgingen.

Mit welcher Hingabe und Ernsthaftigkeit

sie sich um jeden kümmerten und

nie die Contenance verloren, selbst wenn

einer mal unverschämt wurde.

Ich erinnere mich noch gut an eine

Nachtschicht. Ein Mann war in einer Fabrikhalle

acht Meter in die Tiefe gestürzt

und lag nun halbtot im Schockraum. Ich

sehe sie noch vor mir, die müden Gesichter

der Ärzte und Schwestern. Und plötzlich

waren sie hellwach, jeder Handgriff saß.

Alle waren sie davon erfüllt, dieses Men-

schenleben zu retten. Ein Außenstehender

kann überhaupt nicht ermessen, was da geleistet

wird. Tag für Tag.

Gab es einen Punkt, an dem Sie es nicht

mehr ausgehalten haben?

Das war der Tag, als sich

einer unserer Patienten umgebracht

hat. Er war nachts betrunken

eingeliefert worden, kam in

den Ausnüchterungsraum. Als

er wieder klarer war, habe ich mit

ihm lange über seine Probleme gesprochen.

Er war seit Jahren alkoholkrank.

Seine Ehefrau hat ihn

dann abgeholt. Kurz darauf wurde

eine ältere Patientin mit einem Nervenzusammenbruch

eingeliefert: seine

Mutter. Sie hatte gerade erfahren, dass

er sich zu Hause erschossen hatte. Ich

war fertig, fragte mich, ob ich seinen Tod

hätte verhindern können. Ich wollte nur

noch weg. Aber dann habe ich mir gesagt:

Die ZNA-Mitarbeiter müssen solche Situationen

auch durchstehen, denen geht es

jetzt nicht besser. Also blieb ich.

Hat sich Ihr Bild vom »Mythos« Notaufnahme

verändert, Ihr Blick auf die Mitarbeiter?

Die Erlebnisse in der Notaufnahme

haben mich verändert. Ich sehe die Arbeit

der Ärzte, Schwestern und Pfleger jetzt mit

anderen Augen. Aber auch meine Sicht auf

vieles im Leben hat sich verändert. Man vergisst

so schnell, wie wichtig Gesundheit ist.

Wenn es einem gut geht, nimmt man das

als selbstverständlich hin. Dabei kann in

nur einer Sekunde das ganze Leben plötzlich

aus den Fugen geraten.

Das Gespräch führte Mathias Eberenz

Der Autor

Fred Sellin, Jahrgang 1964, studierte nach

dem Abitur Journalistik, arbeitete anschließend

als Redakteur und Reporter bei verschiedenen

Tages- und Wochenzeitungen.

Jetzt lebt er als freier Autor in Hamburg. Von

ihm sind unter anderem Biografien über Heinz

Rühmann, Boris Becker, die Klitschko-Brüder

(als Co-Autor) sowie zwei Enthüllungsbücher

über Kriminalität in Deutschland erschienen.

Fred Sellin: Notaufnahme – Alltag zwischen

Leben und Tod, 352 Seiten, C. Bertelsmann,

16,95 Euro

ASKLEPIOS intern 33/2007


Figuren &

Strukturen

Management

Klinik Altona: Neuer Chefarzt

der Strahlendiagnostik und

Nuklearmedizin

Prof. dr. roman fischbach (Foto) leitet

als Nachfolger von Prof. dr. otto henning

Wegener seit 1.6.2007 die Abteilung

für Strahlendiagnostik und Nuklearmedizin

in der Asklepios Klinik Altona. Hier

wird Fischbach mit seinem Team die diagnostische

und interventionelle Versorgung

ambulanter und stationärer Patienten

mit dem kompletten Spektrum der modernen

radiologischen, neuroradiologischen

und nuklearmedizinischen Verfahren sicherstellen

und weiter ausbauen. Zudem

will er die Herzbildgebung mittels MRT

und MSCT in enger Kooperation mit der

Abteilung für Kardiologie vorantreiben. n

3. CHefArztSekretärInnen-Tag

Vom 20. bis 21.4.2007 fand in Oppenheim

am Rhein der 3. CHefArztSekretärInnen-Tag

im Hotel Merian statt.

Interessante Expertenvorträge von Magdalene

schmitt, susanne hachenberg und dr.

elisabeth staib-stebler und spannende

ASKLEPIOS intern 33/2007

Workshops mit den Dozenten gudrun

schröder, anneliese Bek-frick, Barbara

fischer-schmidt und thomas Mau sowie

Informationen über die neueste Bürokommunikationstechnik

ließen die drei Tage

wie im Flug vergehen.

Mehr Infos & Kontakt: CHAS

Verein zur Förderung der Sekretariatsarbeit

im Gesundheitswesen e.V.

Homepage: www.chas-ev.de n

Seit 1.6.2007 ist Pd dr. Martin heuser

neuer Chefarzt der Urologie an der Klinik

Bad Wildungen. Er tritt damit die Nachfolge

von dr. Michael gäck an, der in den

verdienten Ruhestand verabschiedet wurde.

Neben seiner klinischen Tätigkeit hat Dr.

Heuser im Jahr 2004 die Zusatzbezeichnung

»Gesundheitsökonom« an der European

Business School in Oestrich-Winkel

erworben. Im Rahmen seiner Hochschullehrerfunktion

ist Dr. Heuser in das Curriculum

der Georgia Augusta in Göttingen

eingebunden. n

Asklepios Berufsausweis

Die Zentralen Dienste Pflegemanagement

geben den Asklepios Berufsausweis

für Mitarbeiter aus dem Pflege- und Funktionsdienst

heraus. Der Ausweis ist durchnummeriert

und wird mit einem Passbild

auf den jeweiligen Inhaber personalisiert.

Er ist dafür gedacht, neben den allgemeinen

Qualifikationen die Teilnahme an

zertifizierten Fort- und Weiterbildungsveranstaltungen

zu dokumentieren. Der

Ausweis trägt somit den Bestrebungen

der Initiative »Registrierung für beruflich

Pflegende« Rechnung, die zum Erhalt der

Registrierung einen Nachweis über 40 Fortbildungspunkte

in zwei Jahren fordert.

Asklepios ist derzeit der einzige Träger,

der einen bundesweit einheitlichen Ausweis

als internen Qualifikationsnachweis

zur Verfügung stellt.

Der Ausweis kann von der Mitarbeiterin

des Pflege- und Funktionsdienstes kostenlos

per E-Mail (info@pictura-gmbh.de)

oder per Post unter dieser Adresse angefordert

werden: pictura Werbung GmbH,

Schloßgasse 6d, 35423 Lich n

Zum neuen Ärztlichen Direktor der

Klinken Schildautal/Seesen wurde am

15.5.2007 Priv. doz. dr. ralf Becker (Foto)

gewählt. Der 46-Jährige, seit August 2002

Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie,

war bereits seit 2003 stellvertretender Ärztlicher

Direktor und tritt nun die Nachfolge

von renate Will, Leitende Ärztin der

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin,

an. Frau Will ist am 31.5.2007 in

den wohlverdienten Ruhestand gegangen.

Als Ärztlicher Direktor wird Dr. Becker

nicht nur die Amtsnachfolge übernehmen,

sondern auch die Koordinierung aller ärztlichen

Bereiche der Schildautalklinik, des

Stadtkrankenhauses und der Rehaklinik.

Dr. Becker lenkt somit die medizinischen

Geschicke eines Hauses, das mit rund

1.000 Mitarbeitern größter Arbeitgeber im

Landkreis ist und jährlich rund 10.000 stationäre

Patienten und eine noch weit größere

Zahl ambulanter Patienten versorgt.

Zu seinem Stellvertreter wurde dr. rudolf

Brodhun, Chefarzt der Klinik für Neurologie,

gewählt. n

Wie in Ausgabe 32/2007 berichtet, wurden

stephan Leonhard und Peter coy vom

Aufsichtsrat der Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft

mbH zu weiteren


Hauptgeschäftsführern bestellt. Die Zuständigkeiten

von Herrn Leonhard umfassen

wie bisher den Finanzbereich,

diejenigen von Herrn Coy die operative

Führung der Kliniken in Hessen, Rheinland-Pfalz,

Baden-Württemberg und

Nordrhein-Westfalen. Coy ist außerdem

verantwortlich für den neu etablierten zentralen

Bereich »Medizinische Partner«. n

dr. ehrenfried schindler wurde vom

Chefärztlichen Kollegium zum Ärztlichen

Direktor der Klinik Sankt Augustin

gewählt. Er tritt damit die Nachfolge

von Heiko Birkhold an. Schindler, 1963 in

Nürnberg geboren, ist seit 1.6.2002 Chefarzt

der Abteilung Anästhesiologie und

Intensivmedizin an der Klinik Sankt Augustin.

Schindler ist Mitglied in verschiedenen

nationalen und internationalen

Fachverbänden wie der Deutschen Ge-

Flagge zeigen beim Firmen-Beach-Cup

Beim 6. Göttinger Firmen-Beach-Cup traten 49

Vierer-Mixed-Beachvolleyball-Teams aus 31 Un-

ternehmen an. Das Nds. Landeskrankenhaus Göt-

tingen war erneut mit einem multiprofessionellen

Team dabei und hat nun einen festen Platz unter

den Teilnehmern dieses Cups. Auch das trägt zur

Entstigmatisierung von Psychiatrie bei.

Der besondere Gag: Entsprechend dem bevorste-

henden Betriebsübergang trugen die Trikots vorn

das Asklepios Logo und auf der Rückseite das

LKH-Logo.

stehend: Sebastian Ewert (wurde 2006 als »Joker« ge-

setzt), Andreas Höhn, Frank Müller-Gerstmaier, René

Ewert, Dirk Rannenberg. Knieend: Nicole Steckel, Sonja

Hanke-Kuhn, Nicole Baumgarten, Kathrin Wiesenmüller

sellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin

(DGAI) oder der European

Association of Cardiothoracic Anaesthesiologists

(EACTA). Im Rahmen des 1. Internat.

Congress of Intensive Care Medicine

in Belgrad vom 17. bis 20.5.2007 wurde Dr.

Schindler zum »Honorary Member« der

serbischen Gesellschaft für Intensivmedizin

ernannt. n

Andreas Gütersloh

wechselt zu Asklepios

andreas gütersloh übernimmt ab

1.10.2007 die Leitung »Operativer Betrieb

IT« der Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft.

In dieser neu geschaffenen

Funktion ergänzt er das Führungsteam

von uwe Pöttgen, Leiter Zentrale Dienste

IT. Zuletzt arbeitete Gütersloh als Leiter

Zentrale Einrichtung Informationstechnologie

am Universitätsklinikum Schleswig-

Holstein in Kiel und Lübeck. Des Weiteren

bringt er über 20 Jahre Erfahrung aus Software-Entwicklung,

Beratung und IT-Betrieb,

speziell im Gesundheitssektor, in

den Konzern ein. Einen Teil der Asklepios

Einrichtungen, die heutigen Asklepios Kliniken

Hamburg, kennt der 45-Jährige aus

erster Hand.

»Wir haben konzernweit umfangreiche

Veränderungsprozesse vor uns. Vor allem

die Ergebnisse aus dem Asklepios Future

Hospital Programm sind uns hier ein steter

Motor. Aus diesem Grund sind wir froh,

einen so erfahrenen Mann gewonnen zu

haben. Vor allem die internationale Erfahrung

von Andreas Gütersloh wird uns im

Management

Rahmen der Konzernexpansion zugute

kommen«, so Uwe Pöttgen. Gütersloh war

zwei Jahre als IT-Consultant beim Universitätsklinikum

in Jeddah, Saudi-Arabien, beschäftigt.

»Der Gesundheitsbereich bleibt

für mich eines der spannendsten Arbeitsfelder«,

erklärt der Diplom-Ingenieur. »Wir

werden in den kommenden Jahren weitgehende

Innovationen in der Klinik-IT

umzusetzen haben, sei es im Bereich der

Standardisierung als auch in der Konvergenz

von IT und Medizintechnik. Diese

Aufgaben in einem so komplexen und dynamisch

wachsenden Umfeld anzugehen,

ist eine große Herausforderung«, so Gütersloh.

n

Prof. dr. W. gross-fengels ist auf der

Jahrestagung der Deutschen Röntgengesellschaft

in Berlin zum Präsidenten des

Deutschen Röntgenkongresses 2010, der

ebenfalls in Berlin stattfinden wird, gewählt

worden. Zu seinen Vorgängern in

diesem Amt zählen so bedeutende Persönlichkeiten

wie Albers-Schönberg, Holthusen

oder Prevot. n

Björn Pestinger, bislang Assistent der

Geschäftsführung in Bad Oldesloe, wurde

zum 1.7.2007 zum Geschäftsführer des Asklepios

Fachklinikums Stadtroda bestellt.

Er tritt damit die Nachfolge von Jens Betker

an, der jetzt die Geschäfte in Göttingen

und Tiefenbrunn leitet. n

Manfred Bartsch, Asklepios Aufsichtsratsmitglied,

ist verstorben. Aufsichtsrat

ASKLEPIOS intern 33/2007


Management

und Geschäftsführung trauern um diesen

hoch geschätzten Mitarbeiter. Als Nachfolger

von Manfred Bartsch wurde von der

Gewerkschaft ver.di dominik schirmer benannt.

n

Martin gösele ist seit dem 1.4.2007 stv.

Regionalgeschäftsführer der Asklepios Kliniken

Hamburg GmbH. n

Neuer Ärztlicher Direktor

in Uckermark

Im Rahmen der turnusmäßigen Wahlen

wurde Prof. dr. rüdiger heicappell M.a.

zum neuen Ärztlichen Direktor des Klinikums

Uckermark gewählt. Der gebürtige

Westfale ist gleichzeitig Chefarzt der Urologischen

Klinik des Klinikums und ist über

das Benjamin-Franklin-Klinikum und ein

Krankenhaus in Wesermünde im Jahr 2003

in die Uckermark gewechselt. »Ich freue

mich über das Vertrauen, das die Chefärzte

des Klinikums und die Geschäftsführung

mir mit der Übertragung dieses Amtes

schenken. Insbesondere in der Phase des

Wechsels von einer öffentliche Einrichtung

zu einem privaten Träger mit den dazugehörigen

notwendigen Umstrukturierungen

wird sicher sehr viel Kraft und Engagement

nötig sein, um dieses Amt mit Leben auszufüllen«,

sagte Prof. Heicappell nach seiner

Wahl zum Ärztlichen Direktor.

Zum stellvertretenden Ärztlichen Direktor

wurde Prof. dr. ralf Widera gewählt,

der gleichzeitig Chefarzt der Gefäßchirurgie

in Uckermark ist. n

Kerstin rudolph tritt ab 1.7.2007 bei

den Zentralen Diensten Finanzen, Standort

Falkenstein, als Treasurerin ein. n

0 ASKLEPIOS intern 33/2007

Verstärkung für internistische

Abteilung

Mehr als 5.000 Patienten behandelt

die Abteilung Innere Medizin der Langener

Klinik im Jahr. Tendenz steigend.

Chefarzt hans-georg olbrich bekommt

Artur Frank: Im Einsatz

für die European Tour

Als erster deutscher Physiotherapeut

war Artur Frank

aus Deggendorf als Physiotherapeut

des Golf Team

Germany und leitender Physiotherapeut

in der Klinik St.

Wolfgang bei der BMW International

Open für die European

Tour im Einsatz – mit

durchschlagendem Erfolg.

Artur Frank, der in der Vergangenheit

bereits zahlreiche

Nationalkader betreute, half

Bernhard Langer aus Anhausen

auf den 2. Platz. Langer

litt bereits in der ersten

Runde unter großen Nackenschmerzen,

konnte sich nicht

frei bewegen und musste

in Erwägung ziehen, das

Turnier abzubrechen. Frank

machte Bernhard Langer

so fit, dass er bei der BMW

International Open zum fünften

Mal in seiner Karriere

den 2. Platz belegte, hinter

dem Sieger Niclas Fasth aus

Schweden. Als leitender Physiotherapeut

in der Klinik St.

Wolfgang in Bad Griesbach

betreut Frank im Golf-Clinic-

Therapiezentrum der PGA

Golfsportler.

deshalb mit Priv.-doz. dr. dominik faust

(Foto links) als zweitem Chefarzt Verstärkung.

Weil die internistische Abteilung mit

ihren knapp 135 Betten immer stärker in

Anspruch genommen wird, hat sich die Klinikleitung

für eine organisatorische Splittung

entschieden. Während sich Olbrich

schwerpunktmäßig den Bereichen Herzerkrankungen

(Kardiologie) und Erkrankungen

des Nervensystems (zum Beispiel

Schlaganfälle) zuwendet, ist Faust unter anderem

für Erkrankungen des Verdauungstrakts,

des Stoffwechselsystems und der

Atemorgane zuständig. n

In Hamburg hat der neue Leiter des

ZD Einkauf, reinhard Wiedemann, am

1.6.2007 seine Tätigkeit aufgenommen. n

Patricia Pigulla ist in Falkenstein zum

5.2.2007 auf die Position der Sekretärin von

dr. Bernard Broermann gewechselt. n


Management

Zehntes Asklepios Fußballturnier in Hamburg

20 Mannschaften reisten im Juni 2007

nach hamburg, um den asklepios fußball

rollen zu lassen. Bei weltmeisterlicher

stimmung und hanseatischem regenwetter

setzten sich bei den herren die spieler

aus der asklepios asB Klinik radeberg

durch, zweiter wurde das team aus Bad

tölz, gastgeber Barmbek kam auf Platz

drei.

Bei den Damen nahm die Mannschaft

aus Pasewalk die Siegertrophäe mit

nach Hause und verwies die Frauen

aus den Harzkliniken und Sebnitz auf die

nachfolgenden Ränge.

Ein herzliches Dankeschön geht an

die Kolleginnen und Kollegen aus

Barmbek für die perfekte Organisation

des Turniers und der schwungvollen

»Afterturnier«-Party.

Die Besonderheit des diesjährigen

Turniers war die Stiftung

eines Wanderpokals durch die

Asklepios Klinik Barmbek. 2008

wird das sächsische Radeberg als

Gastgeber fungieren.

Ein Kuss für den Pokal

Die Mitarbeiter aus Bad Oldesloe feiern wie die Sieger

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


Patienten-Forum

»Die Geburt eines Kindes ist Teamwork«

Angela Köhler von der Hebammenpraxis Weißenfels über den »Traumberuf Hebamme«

v.l.n.r.: Angela Köhler, Jana Schmidtke, Christiane Zeigermann, Gudrun Becker & Birgit Kretzschmar

sie sind fachfrauen für schwangerschaft,

geburt und Wochenbett: die hebammen.

für eine werdende Mutter ist die

geburtshelferin eine wichtige Bezugs- und

Begleitperson, die ihr zur seite steht, sie

berät und versorgt. diesen Beruf stellt man

sich stets so romantisch vor: glückliche

schwangere, süße Babys und überwältigte

eltern. im alltag begegnet eine geburtshelferin

aber auch den schattenseiten des

Lebens: Krankheit und tod. das kann sehr

belastend sein. Asklepios intern sprach mit

angela Köhler von der hebammenpraxis

Weißenfels über den alltag einer hebamme

und die immer wiederkehrenden Wunder

des Lebens.

Welche Bereiche umfasst der Beruf einer

Hebamme?

angela Köhler: Dieser Beruf ist sehr

vielfältig. Als Hebammen sind wir aufgrund

unserer spezialisierten Ausbildung

die Fachfrauen für die Zeit von der Feststel-

2 ASKLEPIOS intern 33/2007

lung der Schwangerschaft bis zum Ende der

Stillzeit. Wir bieten Geburtsvorbereitungskurse,

Atem- und Entspannungsübungen,

Schwangerschaftsg ymnastik, Säuglingspflegekurse

und Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden

(Homöopathie,

Akupunktur, Massagen, Aromatherapie)

an.

Wir begleiten die Frauen während der

Geburt und sind in der Zeit des Wochenbetts

ein wichtiger Ansprechpartner für die

junge Mutter. Bei unseren Hausbesuchen

unterstützen wir die Frauen während der

ersten gemeinsamen Tage mit dem Säugling.

Auch unsere Kurse für Babymassage,

Rückbildungsgymnastik, Babyschwimmen

und die Krabbel- und Stillgruppe werden

sehr gerne gebucht.

Die Geburt eines Kindes richtet sich nicht

nach der Uhr. Wie sieht Ihr »normaler«

Arbeitstag aus?

Unser Team besteht aus fünf Hebammen.

Wir arbeiten nach einem Einsatzplan

in der Klinik, der einen Bereitschaftsdienst

rund um die Uhr vorsieht.

Dienstbeginn und -übergabe ist täglich

um sieben Uhr früh. Neben CTG-Kontrollen

der stationären Schwangeren und

Routinearbeiten im Kreißsaal müssen Dokumentationsarbeiten

erledigt werden.

Bei dem Beginn einer Geburt betreuen wir

die Schwangere bei der Geburtseinleitung,

während der Zeit der Wehen und natürlich

während der Geburt. In enger Zusammenarbeit

mit den Frauen- und Kinderärzten

und den Krankenschwestern der Klinik

versorgen wir nach der Geburt Mutter

und Kind. All das wiederholt sich, wenn

das nächste Baby geboren wird.

Der Tag in der Hebammenpraxis beginnt

meist mit Hausbesuchen bei den

frischgebackenen Müttern, tagsüber führen

wir Hebammensprechstunden und am

Abend Geburtsvorbereitungskurse und

andere Veranstaltungen durch. Die Kurse

haben wir untereinander aufgeteilt, sodass

wir ausreichend Termine für Babymassage,


Rückbildungsgymnastik, Babyschwimmen

etc. anbieten können.

Was unterscheidet Beleghebammen von

Hebammen im Krankenhaus?

Angestellte Hebammen im Krankenhaus

arbeiten im Drei-Schicht-System,

während freiberufliche Beleghebammen,

wie wir es sind, neben der klinischen Tätigkeit

auch in der Praxis tätig sind. Dieser

Fulltimejob sichert eine individuell, qualitativ

hohe Versorgung der Schwangeren

und der Mütter über eine lange Zeit.

Das erste Kind ist für jede Frau eine

physische und psychische Herausforderung.

Wie bereiten Sie die jungen Mütter auf ihren

neuen Lebensabschnitt vor?

Die kontinuierliche Begleitung durch

eine Hebamme während der Schwangerschaft,

Geburt und der Zeit im Wochenbett

ist die beste Voraussetzung für zufriedene

Frauen und gesunde Kinder. Wir bieten

verschiedene Kurse, in denen die Frauen

auch untereinander Kontakte knüpfen und

sich austauschen können.

In persönlichen Gesprächen beantworten

wir Fragen, geben Tipps, Informationen

und stärken das Selbstvertrauen der Frau.

Wir sind jederzeit Ansprechpartnerinnen

für die werdende Mutter. In den Geburtsvorbereitungskursen

lernen die Frauen alle

Hebammen unserer Praxis kennen. Betreut

werden sie bei der Geburt ihres Kindes von

der diensthabenden Kollegin.

Nach welchen Kriterien richten Sie Ihre

Empfehlungen an werdende Mütter, wenn es

um den Ort der Geburt (Klinik, Hausgeburt,

Geburtshaus) geht?

Medizinisch gesehen ist die Klinik der

sicherste Ort für die Entbindung. Die meisten

Kinder werden in Deutschland stationär

zur Welt gebracht. Im Bereich der Geburtshilfe

hat sich in den letzten Jahrzehnten

sehr viel getan. Während vor 30 Jahren

noch die sterile Klinikatmosphäre mit ihrer

apparate- und überwachungsorientierten

medizinischen Betreuung vorherrschte,

sind die heutigen Entbindungszimmer

moderne und freundliche Räume mit moderner

Einrichtung und warmer Farbgestaltung.

Die apparative Ausstattung ist

dezent, aber dennoch den medizinischen

Bedürfnissen angepasst. Viele Kliniken, so

auch in Weißenfels, bieten zwischenzeitlich

die Möglichkeit einer Wassergeburt

an. Bei der ambulanten Entbindung kann

die Mutter mit ihrem Säugling, soweit die

Geburt ohne Komplikationen verlaufen ist,

die Klinik sogar schon nach wenigen Stunden

wieder verlassen.

Wir haben die Erfahrung gemacht, dass

die meisten Schwangeren sich nach der Besichtigung

der Entbindungsräume ohnehin

für eine stationäre Geburt entscheiden.

Welche Kosten übernimmt die

Krankenkasse?

Alle Kosten, die unmittelbar mit der

Geburt zusammenhängen. Dazu gehören

die Schwangerenvorsorge, Geburtsvorbereitungskurse,

Hilfe bei Schwangerschaftsbeschwerden,

Herzton-Wehenschreiber

(CTG), Betreuung der Mutter während der

Geburt, Betreuung im Wochenbett bis acht

Wochen nach der Geburt , Rückbildungsgymnastik

und Stillberatung.

Wann ist ein Baby ein Schreibaby? An

welche Stellen können sich betroffene Eltern

wenden?

Es gibt immer einen Grund, warum ein

Baby schreit: Hunger, Durst, volle Windeln,

zu grelles Licht, zu viel Lärm, Langeweile,

Unzufriedenheit, Müdigkeit oder Schmerzen.

Die meisten Babys weinen die ersten

drei Monate relativ viel, eine Schreizeit von

zwei Stunden am Tag ist normal.

Schreit ein Baby jedoch viel und lässt

sich auch durch Tragen, Schaukeln, Stillen

und Wickeln nicht beruhigen, handelt es

sich oft um ein sogenanntes »Schreibaby«.

Die Eltern sind meist ratlos, stehen hilflos

am Kinderbettchen, sind schließlich

genervt und massiv gestresst. Hier raten

wir den betroffenen Eltern, sich an die betreuende

Hebamme zu wenden, die dann

im Rahmen eines Hausbesuches versucht,

die Umstände der Schreiattacken zu klären.

Seit einigen Jahren gibt es auch bundesweite

»Schreisprechstunden« oder »Schreiambulanzen«.

Zusätzliche Hilfe finden Eltern

dieser Kinder im Internet.

Trotz des medizinischen Fortschritts

kommen leider nicht alle Babys lebendig zur

Welt. Wie begleiten sie diese schmerzhaften

Abschiede?

Der Verlust eines Kindes stellt in der

Regel für die betroffenen Eltern, und besonders

für die Mutter, eine außerordentliche

psychische Belastung dar.

Hilfreich bei der Bewältigung des Verlustes

können folgende Aspekte sein: Bei

der Aufnahme in die Klinik und bei den

weiteren Maßnahmen ist die Anwesenheit

des Kindesvaters oder einer anderen engen

Patienten-Forum

Bezugsperson wünschenswert, wenn dies

als Entlastung und nicht als Belastung erlebt

werden kann. In dieser besonders

schwierigen Lebenssituation nehmen wir

uns viel Zeit für die Frau, hören zu, gehen

auf ihre Wünsche ein. Dem betroffenen Elternpaar

empfehlen wir, von ihrem Kind

Abschied zu nehmen (z.B. durch Ansehen

und Halten des Kindes, Mitnahme von

Fotos und Fußabdruck) und ihm einen

Platz in der Familie zu geben (z.B. durch

Namensgebung, Segnung, eventuell individuelle

Bestattung). Wir ermutigen die

Eltern dazu, sich dem Schmerz dieser Situation

zu stellen. Auf Wunsch ziehen wir

den Klinikpsychologen und Sozialarbeiter

hinzu. Viele Betroffene erleben es auch als

entlastend, mit anderen Eltern zu sprechen,

die Ähnliches erlebt haben. So etwas ist

beispielsweise durch den Kontakt zu einer

Selbsthilfegruppe möglich.

Was sollte man für diesen Beruf mitbringen?

Absolute Grundvoraussetzung ist die

Freude am Umgang mit Menschen, denn die

Geburt eines Kindes ist Teamwork. Gerade

in unserem Beruf sind Einfühlungsvermögen,

Geduld und Verantwortungsbewusstsein

eine sehr wichtige Eigenschaft. Eine

Hebamme sollte gut zuhören und selbstständig

arbeiten können.

Zugangsvoraussetzungen für die Ausbildung

sind neben dem vollendeten 17.

Lebensjahr unter anderem die gesundheitliche

Eignung und ein guter Real- oder

Gymnasialschulabschluss.

Welches waren die ungewöhnlichsten

Namen, die Kindern gegeben wurden?

Bei der Namensgebung sind manche Eltern

äußerst fantasievoll. Die ungewöhnlichsten

Namen erhielten drei Geschwister.

Der älteste Sohn wurde Froderad Pius Justinus

getauft, der Zweitgeborene Frodewid

Helnor Silvanus. Die kleine Schwester der

beiden erhielt den Namen Frodelind Jördis

Sophie. Aber auch Neo, Nevio, Sidonie,

Tadeus, Loreley, Finnjas, Derek Noel und

Dean Gabriel stehen ganz oben auf unserer

Hitliste der ausgefallenen Namen.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

Mehr Infos & Kontakt:

Hebammenpraxis Weißenfels

Angela Köhler

Tel. (0 34 43) 30 73 82

mobil: (0172) 1 76 87 97

E-Mail: koehlerwsf@freenet.de

www.hebammenpraxis-weissenfels.de

ASKLEPIOS intern 33/2007


Patienten-Forum

Schreiattacken, Dauerrufen, Erregungszustände

Interventionsmöglichkeiten im Umgang mit unruhigen Patienten

in der Gerontopsychiatrie am LKH Göttingen

Besonders aufwendig und teilweise

schwierig in der Behandlung, Betreuung

und Versorgung erscheinen Patienten, die

mit »schreiattacken« oder dauerrufen

das therapeutische team und ihre Mitpatienten

belasten. um diesen Menschen

angemessen und therapeutisch wirksam

begegnen zu können, werden von multiprofessionellen

teams in der gerontopsychiatrie

des Landeskrankenhauses göttingen

die ursachen und auswirkungen auf den

klinischen alltag und die therapeutischen

Maßnahmen im rahmen eines Projekts

reflektiert.

Im Bereich Gerontopsychiatrie des Landeskrankenhauses

Göttingen wurden

im Jahre 2006 1.313 Fälle behandelt.

ASKLEPIOS intern 33/2007

Hier stehen im Hauptgebäude auf vier Stationen

Teams mit einem spezialisierten Behandlungskonzept

zur Verfügung. Darüber

hinaus wurde eine gerontopsychiatrische

Tagesklinik auf dem Krankenhausgelände

eingerichtet. Die Behandlung erfolgt

in multiprofessionellen Teams mit psychiatrisch-psychotherapeutischenBehandlungsangeboten.

Das Spektrum reicht vom

ärztlich-psychologischen Dienst, spezieller

psychiatrischer Fachpflege bis hin zur Ergo-,

Physio- und Sozialtherapie.

Derzeit arbeitet die Abteilung Gerontopsychiatrie

daran, einen Katalog von anlassbezogenen

Interventionsmöglichkeiten

im Umgang mit unruhigen Patientinnen

und Patienten zu erstellen. Dieser Katalog

soll auch bei der Anleitung von neuen

und unerfahrenen Mitarbeitern sowie bei

der Beratung von Angehörigen eingesetzt

werden.

Aus diesem Grund wurde zunächst ein

Erhebungsbogen zur Dokumentation von

Behandlungsdauer, Diagnose/n, Medikation,

Einschränkungen der Sinne, Auffälligkeiten

und Verlauf entwickelt. Die

Häufigkeit der Auffälligkeiten wie Schreiattacken,

Dauerrufen, Erregungszustände,

Aggressivität, Angst- und Schmerzsymptomatik

werden ebenso wie somatische

Symptome (Immobilität, Harnverhalt und

Obstipation) sowie Einschränkungen der

Sinnesorgane erfasst.

Bei allen bislang dokumentierten Fällen

sind psychomotorische Unruhe, ein gestörter

Tag-Nacht-Rhythmus mit Schlafstörun-


gen sowie Erregungszustände auffällig und

bedingen den hohen Betreuungsaufwand.

Besonderes Augenmerk wird auf den Eindruck

gelegt, den die betroffenen Patienten

beim Team im Sinne einer Gegenübertragung

bewirken. Die erste Auswertung der

Protokolle zeigte, dass die Auffälligkeiten

negativ besetzte Empfindungen wie Hilflosigkeit,

Angst und Aggressionen auslösen

können. Gerade hier soll die Sammlung

der Interventionsmöglichkeiten als »Werkzeugkiste«

Unterstützung anbieten. Durch

sie kann sich das therapeutische Team von

eingefahrenen Verhaltensmustern befreien

und nach Alternativen schauen.

Seit September 2007 wurden auf allen

Stationen Fallbeispiele gesammelt und

analysiert. Diese Sammlung von Interventionsmöglichkeiten

wurde in einem Flyer

zusammengestellt. Er gibt Erläuterungen

zum Umgang mit den betroffenen Patienten

und zählt zahlreiche Angebote mit

positiv wirkenden Maßnahmen zur Stabilisierung

und Ablenkung von unruhigen Patientinnen

und Patienten auf.

Neben der medikamentösen Therapie

war insbeson-

dere die Beziehungsarbeit

mit

häufigen Kontakten,

Empathie

sowie Validation

in der Interaktion

mit den

betroffenen Patienten erfolgreich. Als weiteres

Instrument bei der Erhebung der

Bei allen Fällen sind

Unruhe, Schlafstörungen

und Erregungszustände

auffällig.

(Fremd-)Anamnese wird ein ausführlicher

Biografiebogen eingesetzt. Die hier gewonnen

Erkenntnisse helfen bei der Auswahl

von physio- und

ergotherapeutischenAngeboten

im Einzelfall.

Der Erfahrungss

c h a t z d e r

Teams enthält

auch außergewöhnliche

Maßnahmen wie »Nestbau« und

»Erbsenbad«.

Die Räumlichkeiten in der Gerontopsychiatrie

Patienten-Forum

Im Verlauf der Erhebung wurden spezielle

Einrichtungen, wie der Snoezelen-

Raum und die Anschaffung sogenannter

Therapiekatzen, als geeignete Interventionsmöglichkeiten

bekannt gemacht.

Mit Empfehlungen für das therapeutische

Team zur Abgrenzung von möglichen

Belastungen schließt die Sammlung

ab. Die Erhebung wird für weitere sechs

Monate fortgesetzt und die Auflistung der

Interventionsmöglichkeiten fortlaufend ergänzt.

Die Teams der Gerontopsychiatrie

im Landeskrankenhaus Göttingen bearbeiten

das Thema weiterhin engagiert und

sind sehr an einem Austausch mit anderen

Einrichtungen interessiert.

Dr. Manfred Koller, Ärztlicher Direktor und

Leiter des Funktionsbereichs Gerontopsychiatrie,

Facharzt für Neurologie und Psychiatrie, Facharzt

für Psychiatrie und Psychotherapie mit dem

Schwerpunkt forensische Psychiatrie, Geriatrie

Dr. Beate Hahne, Oberärztin, Fachärztin für

Neurologie und Psychiatrie, Geriatrie

Dr. Annette Singewald, Ärztliches Qualitätsmanagement,

Qualitätsbeauftragte

Weitere Infos & Kontakt

Niedersächsisches Landeskrankenhaus

Göttingen

Niedersächsisches Krankenhaus Göttingen

Fachklinik für Psychiatrie und Psychotherapie

www.nlkh-goettingen.niedersachen.de

ASKLEPIOS intern 33/2007


Patienten-Forum

plan.a-Programm

Asklepios Klinik Nord/Ochsenzoll bietet ambulante Therapie für Alkoholabhängige

alkoholabhängigkeit ist eine Krankheit.

sie hat vielfältige und erhebliche auswirkungen

auf die körperliche und seelische

gesundheit der Betroffenen. das trinken

von alkohol ist vom Kann zum Muss und

zur Lebensbestimmung geworden.

Alkoholkranke sind gestresst, wenn

sie nicht rechtzeitig trinken können,

sie fühlen sich unwohl, sind

unkonzentriert und schlecht gelaunt. Ihr

privater und beruflicher Alltag ist von

Misserfolgen gekennzeichnet. Ihre Leistungsfähigkeit

wird zunehmend schlechter.

Im Verlauf des über Jahre schleichenden

Prozesses der Alkoholkrankheit werden

die Betroffenen ängstlich und mutlos und

verlieren die Fähigkeit, Alternativen zum

Trinken zu entwickeln. Ihre Beziehungen

zu Lebensgefährten, Freunden, Kollegen,

Vorgesetzten und Geschäftspartnern werden

immer mehr von den Auswirkungen

des Trinkens bestimmt.

Die anderen verlieren zuerst die Hoffnung

auf Besserung und später die Achtung.

Die Betroffenen spüren das, ziehen

sich zurück und geraten in die Isolation.

Diese Entwicklung hat auch gravierende

Auswirkungen auf ihre Arbeitswelt: Arbeitsplatzverlust,

Kündigung oder Insolvenz

rücken immer näher.

ASKLEPIOS intern 33/2007

Seit Juli 2005 bietet die ProVivere

GmbH in Kooperation mit der Abteilung

für Abhängigkeitserkrankungen der Asklepios

Klinik Nord eine ambulante Entwöhnungstherapie

für alkoholabhängige

Selbstzahler an.

Die Behandlung bei plan.a bietet dem

Patienten eine Lösung auf jeder Stufe der

Abhängigkeitserkrankung. Er bekommt

die Chance, wieder ein selbstverantwortliches

Leben zu führen, seine Gesundheit

zu verbessern, Folgekrankheiten zu beheben

und Spätfolgen der Abhängigkeit zu

vermeiden. Die drohende Kündigung wird

verhindert, und der Patient kann wieder

leistungsfähiger und motivierter seinem

Beruf nachgehen.

Das plan.a-Programm ist ein zweijähriges,

mehrstufiges ambulantes Behandlungsmodell.

Das erste Behandlungsjahr

beginnt mit intensiver täglicher einzeltherapeutischer

Behandlung. Innerhalb

der folgenden zwölf Monate wird auf zwei

einzeltherapeutische Kontakte pro Woche

reduziert. Im zweiten Behandlungsjahr

nimmt der Patient an einer gruppentherapeutischen

Behandlung mit Psychoedukation

teil. Danach kann er optional eine

weitere Nachsorge wahrnehmen.

Das Besondere des plan.a-Programms

ist die Erwartung, dass der Patient wäh-

rend der Therapie in seiner gewohnten sozialen

Umgebung bleibt und weiterhin seiner

beruflichen Tätigkeit nachgehen kann und

soll. Um dies zu ermöglichen, bietet das

plan.a-Programm eine besonders flexible

Gestaltung der Terminabsprachen und ein

hohes Maß an Diskretion.

Die wissenschaftliche Begleitung und

Qualitätssicherung im plan.a-Programm erfolgt

in Zusammenarbeit mit dem Zentrum

für interdisziplinäre Suchtforschung des

Universitätskrankenhauses Eppendorf.

Übergreifend werden über die gesamte

Behandlung Therapie-Elemente angeboten,

die nicht neu sind, aber in ihrer Zusammensetzung

in anderen ambulanten Therapien

nicht angewendet werden. Eine medikamentöse

Begleitung wird dem Patienten

ebenso zugesichert wie die Möglichkeit, im

Rahmen der 24-Stunden-Rufbereitschaft

und Krisenintervention jederzeit einen

Mitarbeiter des Therapeutenteams zu erreichen

und Hilfe und Unterstützung abzufordern.

Nimmt der Patient Termine nicht

wahr, gehen die Behandler diesem Umstand

aktiv nach, um den Patienten möglichst

früh in seinem Rückfall zu erreichen

und ihn zu entlasten. Kontrollelemente, um

die Abstinenz zu überprüfen, wie Blut- und

Urinkontrollen, sind kontinuierlich in das

Behandlungskonzept eingebaut.

Da die Plan.a-Behandlung nicht regelhaft

über Krankenkassen bzw. Rentenversicherungsträger

finanziert wird, richtet sich

das Angebot in erster Linie an Selbstzahler

und an Unternehmen, die alkoholkranken

Mitarbeitern die Therapie finanzieren

oder mitfinanzieren. Die Behandlung kostet

für zwei Jahre 18.000 Euro, wobei die

Zahlung nach unterschiedlichen Modalitäten

vereinbart werden kann.

Kontakt

Dr. Karin Bonorden-Kleij

Dr. Karin Bonorden-Kleij

Abteilung für Abhängigkeitserkrankungen

Asklepios Klinik Nord/Ochsenzoll

Anmeldung zu einem Erstgespräch:

Tel. (040) 18 03 50 89 oder (0170) 923 13 47


Patienten-Forum

Größtmögliche Selbstständigkeit für

Patienten nach Klinikaufenthalt

Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau bietet zunehmend mehr Ergotherapie an

die Klinik am Kurpark in Bad schwartau

ist eine rehabilitationsklinik zur Behandlung

von erkrankungen auf den

gebieten der orthopädie und gynäkologie.

im vielfältigen angebot sind anschlussheilbehandlungen,

stationäre und

ambulante heilbehandlungen. neben der

ärztlichen, physiotherapeutischen und psychologischen

therapie spielt die ergotherapie

eine immer größer werdende rolle in

der Versorgung der Patienten.

Die Ergotherapie geht auf die alltäglichen

Anforderungen des Patienten

in den Bereichen Arbeiten,

Freizeitgestaltung und Wohnen ein. Basierend

auf der individuellen Lebenssituation

des Betroffenen, seinen persönlichen

Fähigkeiten und krankheitsbedingten

Schwierigkeiten werden in Absprache mit

dem behandelnden Arzt Therapieziele für

und mit dem Patienten entwickelt. Das

grobe Behandlungsziel besteht darin, ihm

zu größtmöglicher Selbstständigkeit nach

dem Klinikaufenthalt zu verhelfen.

Die funktionelle Therapie bezieht

sich schwerpunktmäßig auf die Extremitäten.

Hier kann die Ergotherapie neben

der Physiotherapie wesentlich dazu beitragen,

eingeschränkte Bewegungsfunktionen

zu verbessern und deren Koordination zu

schulen. Die aktive Therapie beinhaltet

Übungen in Verbindung mit funktionellen

Spielen, handwerklichen Tätigkeiten und

den Einsatz von Therapiemitteln wie Bällen

und Stäben. Den Patienten wird außerdem

ein aktives Übungsprogramm zur Vorbeugung

und Verbesserung der Schonhaltung

und Inaktivität vermittelt.

Auf Störungen der Oberflächen- oder

Tiefensensibilität infolge der operativen

Therapie und einer Chemotherapie oder

Bestrahlung wird im Rahmen des Sensibilitätstrainings

eingegangen. Hier lernt der

Patient effektive Übungen zur Stimulation

der sensiblen Nervenenden seiner Haut,

die er auch zu Hause anwenden kann.

In der Kreativtherapie haben die gynäkologischen

Patientinnen über hand-

werkliches Arbeiten die Möglichkeit zum

Erfahrungsaustausch, zur Verbalisierung

von Ängsten und zum Ausdruck ihrer Gefühle.

Bei Polyarthrosen oder Störungen der

Feinmotorik werden die Patientinnen darüber

informiert, wie Alltagsverrichtungen

kraftsparend durchgeführt werden können,

um so die Gelenke zu schonen. Hier werden

Funktionshilfen und ihre praktische

Anwendung vorgestellt.

In der Handtherapie werden betroffene

Gelenke mobilisiert und Fingerübungen

zur Kontrakturprophylaxe durchgeführt,

um die größtmögliche Geschicklichkeit

und Koordination

der Finger zu erreichen.

Hierzu werden funktionelle

Spiele, Therapieknete und

andere handwerkliche Tätigkeiten

eingesetzt.

Postoperative Bewegungseinschränkungen,

die

die Selbstständigkeit beeinträchtigen,

können durch

Hilfsmittel verbessert oder

ersetzt werden. Im Rahmen

der Hilfsmittelversorgung

werden die unterschiedlichen

Mittel vorgestellt und

ihr Umgang geübt.

Ein weiterer Bereich ist

das Hirnleistungstraining.

Verschiedene Gedächtnisleistungen

wie Konzentration,

Merkfähigkeit oder Wortfindung

werden hier schriftlich,

mündlich und spielerisch

durch ein Computerprogramm

angesprochen.

In der Computerarbeitsplatzberatung

wird auf eine

ergonomische und bewegungsfördernde

Gestaltung

des Arbeitsplatzes eingegangen.

Neben der theoretischen

Instruktion haben

Patienten hier Gelegenheit,

alternative Sitzmöglichkeiten

und Funktionshilfen

wie z.B. Ballkissen und Handgelenkablagen

auszuprobieren.

In der Ergotherapie hat die Arbeitserprobung

ihren festen Platz. Unter der

Zielsetzung der beruflichen Wiedereingliederung

und dauerhaften Beschäftigung

erfolgt die Abklärung der beruflichen Eignung

durch den Einsatz an einem simulierten

Arbeitsplatz, an dem Abläufe wie z.B.

Vorhalte- und Überkopfarbeiten erprobt

werden können.

Katharina Schramm

ASKLEPIOS intern 33/2007


Patienten-Forum

Medizinethische Fragen beschäftigen

Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten

Klinische Ethik in den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH – Teil II

in der Asklepios intern nr. 32/2007

wurde das Konzept der ethischen fallbesprechung

als ein Baustein der Klinischen

ethik dargestellt. teil ii beschäftigt sich

mit themen der Medizin- und organisationsethik,

unserem gesamtkonzept und

weiteren initiativen.

Themen

Thematisch sind medizin- und organisationsethische

Fragestellungen zu

unterscheiden. Medizinethische Fragestellungen

betreffen einerseits spezielle

ASKLEPIOS intern 33/2007

Fachabteilungen, zum Beispiel die Therapiezieländerung

auf Intensivstationen, die

Freiheitsberaubung durch Fixierung in

Neurologie und Psychiatrie oder Probleme

im Zusammenhang mit Schwangerschaftsspätabbrüchen

in gynäkologischen Abteilungen;

sie können aber andererseits auch

von abteilungsübergreifendem Interesse

sein, wie z.B. der Umgang mit Sterbenden,

Patienten aus anderen Kulturkreisen

oder die Umsetzung von Patientenverfügungen.

Medizinethische Fragen beschäftigen

Ärzte, Pflegekräfte und Therapeuten

schon seit jeher.

Organisationsethische Fragestellungen

werden erst seit einigen Jahren im Zuge der

sich verknappenden finanziellen Ressourcen

intensiver diskutiert – auch bei öffentlichen

Veranstaltungen und Tagungen.

Organisationsethik betrifft unter anderem

den Umgang mit knappen Ressourcen

und die Qualität der Kommunikation im

Behandlungsteam, in der Abteilung oder

im ganzen Haus.

Organisationsethik richtet den Fokus

auf die Rahmenbedingungen medizinethischer

Fragestellungen. Diese Rahmenbedingungen

können die Lösung


medizinethischer Probleme erleichtern

oder erschweren.

Struktur, Konzept und Strategie

Die Konzept- und Strategieentwicklung

für Veranstaltungsangebote und Initiativen

im Bereich der Klinischen Ethik

erfolgt in den Zentralen Diensten DRG &

Qualitätsmanagement in enger Kooperation

mit aktiven und interessierten Mitarbeitern

der Kliniken. Die Mitarbeiter gehören

unterschiedlichen Arbeitsfeldern an (Medizin,

Pflege, Therapie, Geburtshilfe (Hebamme),

Seelsorge, Qualitätsmanagement,

Medizin- und Finanzcontrolling) und sind

auf der zentral-dezentralen Achse des

Unternehmens an verschiedenen Stellen

tätig. Die Zentralen Dienste DRG & Qualitätsmanagement

sind Schnittstelle für

die unmittelbare Kommunikation mit der

Geschäftsführung. Gemeinsame Veranstaltungen

wie der Ethische Salon (s.u.)

fördern den direkten Austausch. Die Kliniken

werden im Hinblick auf die zentralen

Angebote beraten und auf Wunsch bei

der Umsetzung unterstützt. Hohen Stellenwert

hat die Vernetzung zwischen den

aktiven Mitarbeitern der Kliniken, damit

diese sich direkt austauschen und voneinander

lernen können.

Der Aufbau von Strukturen des

ethischen Dialogs in den einzelnen Kliniken

auf der Basis der verschiedenen

Strukturen, Prozesse, Interessen und Ressourcen

liegt dezentral im Ermessen der

Kliniken und in der Verantwortung der Di-

Dr. Susanne Faby

rektorien. Die Geschäftsführung empfiehlt,

solche Einrichtungen zu schaffen.

Initiativen

Das Klinische Ethik-Komitee ist ein 10-

bis 15-köpfiges, mit Klinikmitarbeitern

(Medizin, Pflege, Sozialdienst etc.), Seelsorgern,

Patientenvertretern und Juristen

besetztes Gremium auf Krankenhausebene

mit eigener Satzung. Es organisiert

oder vermittelt Fortbildungen mit ethischer

Thematik, schafft Voraussetzungen und

Rahmenbedingungen für ethische Fallbesprechungen

und erarbeitet mit den

Fachabteilungen ethische Empfehlungen.

Genehmigt das Direktorium eine ethische

Empfehlung als Leitlinie, gilt sie für das

ganze Haus. Ethische Empfehlungen oder

Leitlinien können z.B. den Umgang mit Patientenverfügungen,

Bluttransfusionen bei

Zeugen Jehovas, die

Organspende nach

Herzstillstand oder

Entscheidungen

zur Nicht-Reanimation

betreffen.

Sie erleichtern das

Handeln in wiederkehrendenKonfliktsituationen.

Klinische Ethikkomitees arbeiten unabhängig

und sind nicht weisungsgebunden,

haben aber keine administrativen Kompetenzen.

Zwei Hamburger Asklepios Kliniken

verfügen über ein Ethikkomitee, eine

weitere steht kurz vor der Gründung, und

in einem vierten Haus ist eines geplant.

Der Ethische Salon (von der Ärztekammer

Hamburg als Fortbildungsveranstaltung

mit 3 Punkten anerkannt) ist ein

themenzentriertes offenes Gesprächsforum

für alle Mitarbeiter. Experten des Unternehmens

aus unterschiedlichen Berufsgruppen

(inkl. Verwaltung) oder externe Fachleute

halten Impulsreferate für das folgende moderierte

Gespräch. Mit dem Format »Impuls

und Gespräch« unterscheidet sich

der Ethische Salon ausdrücklich von den

üblichen, vor allem fachlich orientierten

Vortrags- und Diskussionsveranstaltungen,

lässt Raum für Wertungen, Emotionen

und Visionen. Vor und nach den monatlichen

Veranstaltungen bietet ein Imbiss Gelegenheit

zum informellen Austausch. In

2007 geht es etwa um Schwangerschaftsspätabbruch,

Therapieentscheidungen auf

Intensivstationen, Demenz, Palliativmedizin,

Schmerzpatienten, Ethik und Ökonomie,

Patienten ohne Krankenversicherung

Ein Unternehmen

muss auf diese

Herausforderungen

differenziert

reagieren.

Patienten-Forum

und Fehlerkultur. Den Veranstaltern liefert

dieses Forum wertvolle Hinweise auf Themen,

die an anderer Stelle aufgegriffen und

vertieft werden müssen.

Das Fortbildungsprogramm leitet sich

unter anderem aus den Erfahrungen der

beschriebenen Initiativen ab. Dazu gehören

eintägige Fortbildungen wie zum Umgang

mit Patientenverfügungen, zur Begleitung

von Sterbenden und deren Angehörigen,

zur Behandlung muslimischer Patienten (je

10 FB-Punkte) sowie einhalb- bis zweitätige

Weiterqualifizierungsmaßnahmen für

Moderatoren ethischer Fallbesprechungen,

zum Beispiel Medizinrecht (11 FB-Punkte),

Kommunikationstraining (24 FB-Punkte),

ethische Fragestellungen in speziellen

Fachabteilungen (7 FB-Punkte) und schließlich

Vortragsreihen zu Spezialthemen wie

ethischen Aspekten in der Intensivmedizin

oder dem

Spa n nu n g sfe ld

Ethik und Ökonomie

(2 FB-Punkte

je Veranstaltung).

In der Weiterbildung

zur Stationsleitung/Pflege

werden zweitägige

»Ethik-Einheiten«

angeboten, die künftige Leitungen zu Multiplikatoren

für ethische Themen machen.

Die Angebote sind vielfach verzahnt

und werden in Kooperation mit dem Bildungszentrum

für Gesundheitsberufe und

der Ärzteakademie der Asklepios Kliniken

Hamburg GmbH realisiert. Darüber hinaus

hat die Asklepios Kliniken Hamburg

GmbH großes Interesse am Austausch mit

gesellschaftlich relevanten Institutionen.

So besteht eine feste Kooperation mit dem

Ev.-Luth. Kirchenkreisverband Hamburg,

dessen Ethikbeauftragte PD Dr. Ruth Albrecht

viele Aktivitäten maßgeblich mitgestaltet.

Auch mit der Katholischen Kirche

wird eine Kooperation angestrebt.

Die Asklepios Kliniken Hamburg

GmbH gibt gemeinsam mit der Patienten-

Initiative e.V. eine Informationsbroschüre

über Vorsorgeregelungen (Vorsorgevollmacht,

Betreuungsverfügung, Patientenverfügung)

heraus, die mit der Rechtsprechung

aktualisiert wird. Den Umgang mit Patientenverfügungen

regeln die Kliniken jeweils

in Eigenverantwortung.

Unsere Erfahrungen mit der Klinischen

Ethik und Schlussfolgerungen werden in

Teil III dargestellt.

Dr. Susanne Faby

ASKLEPIOS intern 33/2007


Patienten-Forum

»Gefühle haben viele Gesichter«

Spezialisten am Westklinikum Hamburg erforschen Schizophrenie

schizophrenie ist eine psychische erkrankung,

die gar nicht so selten vorkommt.

Jeder 100. deutsche hat in seinem

Leben eine psychotische Phase. oft berichten

diese Menschen, dass es ihnen schwerfällt,

eigene gefühle und die gefühle

anderer wahrzunehmen. das hat weitreichende

folgen für ihre Lebensqualität. sie

ziehen sich zurück. in ihrem Beruf geraten

sie wiederholt in Konfliktsituationen,

was bis zum Verlust des arbeitsplatzes reichen

kann. am asklepios Westklinikum

wurde durch ein forschungsprojekt versucht,

neue erkenntnisse zur schizophrenieforschung

in ein training umzusetzen.

In letzter Zeit beschäftigt sich die Wissenschaft

zunehmend mit dem Phänomen,

dass schizophrene Menschen ein

extrem defizitäres Blickabtastmuster des

Gesichts ihres Gegenübers haben. »Es ist

so defizitär, dass man gar nicht erwarten

kann, dass jemand unter diesen Bedingungen

die Emotion des Gegenübers

richtig einschätzen kann«, stellt der Leiter

der Abteilung für Psychiatrie und Psychotherapie,

Prof. Dr. Michael Sadre-Chirazi-

Stark, fest.

Die Emotionen seines Gegenübers

wahrzunehmen ist jedoch eine notwenige

Bedingung für eine adäquate Kommunikation

miteinander. Emotionen sind ein

grundlegender Bestandteil unserer Entscheidungsprozesse.

Ohne sie sind wir

ohne Richtschnur für unsere Entscheidungen

und kaum in der Lage, am sozialen

0 ASKLEPIOS intern 33/2007

Miteinander teilzunehmen. Im Bereich der

Schizophrenieforschung gibt es ähnliche

Befunde, die darauf hinweisen, dass die beschriebenen

Probleme eine eigenständige

Folge der Erkrankung sind.

Die Grundlagenforschung macht deutlich,

dass es im

Schizophrene haben

Probleme, die Emotion

ihres Gegenübers richtig

einzuschätzen.

Gehirn Bereiche

gibt, die für die

Wa h r neh mu ng

u nd den Ausdruck

von Gefühlen

zuständig sind.

Neue bildgebende

Verfahren zeigen, dass gerade bei schizophrenen

Menschen diese Hirnareale mitbetroffen

sind. Wissenschaftler und Ärzte

fordern daher, dass in der Rehabilitation

der Schizophrenie die bisher bewährten

Therapieverfahren um eine gesonderte Behandlung

hinsichtlich des Erkennens und

Wahrnehmens von Gefühlen erweitert werden

sollte. Wie alle anderen Menschen auch

können Psychose-Erkrankte insbesondere

dann neue Lernerfahrungen machen,

wenn sie diese mit positiven Emotionen

verbinden können. Prof. Stark und sein

Team, Dr. Volkmar Sippel und Dipl.-Psych.

Stefan Berg von der Abteilung für Psychiatrie

und Psychotherapie am Westklinikum

Hamburg, haben versucht, in einem drittmittelgeförderten

Forschungsprojekt diese

neuen Erkenntnisse zur Schizophrenieforschung

in ein Training umzusetzen. »Auch

die Diagnostik, die wir eingesetzt haben,

wie den Eye-Movement-Tracker, bezieht

sich auf diese Erkenntnisse«, erläutert Prof.

Stark. Der Eye-Movement-Tracker ermöglicht

eine tiefe und umfassende quantitative

Analyse von Blickbewegungen. Hieraus

entwickelten die Experten ein Training,

dass diese Bestandteile der kognitiv-emotionalenStruktu-

ren fördern soll.

Das Team konnte

zeigen, dass das

Emotionstraining

in Form von Theaterspielen

diese

defizitären Blickabtastmuster

verbessern kann. Die Patienten

konnten nicht nur eine korrektere Wahrnehmung

ihres Gegenübers, sondern auch

adäquatere Handlungsweisen im Rollenspiel

lernen.

»Wir haben mit dem Forschungsprojekt

darlegen können, dass wir die

diagnostische Methodik beherrschen,

um Veränderungseffekte nachweisen zu

können«, bilanziert Prof. Stark. Sein Team

könnte auf diesen gewonnen Erkenntnissen

weiterforschen, wenn die notwendigen

Drittmittel bewilligt werden würden.

»Dann könnten wir die Veränderungen

nicht nur im Eye-Tracker nachweisen, sondern

auch im funktionalen MRT.«

Prof. Dr. Michael Sadre-Chirazi-Stark

Kontakt:

Sekretariat Prof. Sadre-Chirazi-Stark

Tel. (040) 81 91-28 65

E-Mail: m.stark@asklepios.com


Asklepios fragt

asklepios ist in der griechischen Mythologie der gott der

heilkunst. in diesem Magazin hat er wieder einmal antworten

auf wichtige medizinische fragen gegeben.

Leser, die dieses heft aufmerksam studiert

haben, können uns sicherlich die folgenden

drei fragen beantworten. einsender, die

alle antworten richtig haben, nehmen an

der Verlosung teil. ein tipp: es können

auch mehrere antworten auf eine frage

zutreffend sein.

1. Wohin hat Kanzlerin angela

Merkel Mitarbeiter von asklepios

eingeladen?

A) zu sich nach Hause

B) in den Reichstag

C) ins Bundeskanzleramt

2. Wie viele Menschen erhalten jährlich

in deutschland ein künstliches

hüftgelenk?

A) 230.000

B) 500.000

C) 170.000

Patienten-Forum

3. Wovon hängt es ab, ob sich Leistungssportler dopen lassen?

A) Es darf keiner mitkriegen

B) Sie wollen um jeden Preis gewinnen

C) Sie wollen intelligenter werden

Unter den Einsendern verlosen wir ein

Exemplar des neuen Buches von Fred Sellin:

notaufnahme – alltag zwischen Leben und

tod (geb. Ausgabe; s. auch S. 47 dieses Magazins).

Einsendeschluss der Rätselauflösung

ist der 2.11.2007. Es gilt das Datum des Poststempels.

Lösung per Postkarte oder E-Mail

an die Redaktionsleitung:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

ZD Unternehmenskommunikation & Marketing

Mandy Wolf

Hubertusstraße 12–22 · 16547 Birkenwerder

E-Mail: mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Die korrekte Lösung unseres Rätsel aus Asklepios Intern Nr.

32 lautet: 1) a+c; 2) b+c 3) b+c. Ibrahim Özkan aus Göttingen

wusste es und hat gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Im nächsten Heft

Eine Krankheit mit vielen Gesichtern – Mb. Parkinson

Mehr als 250.000 Menschen leiden in Deutschland unter Parkinson

– Tendenz steigend. Wissenschaftler der University of Rochester

befürchten einen dramatischen weltweiten Anstieg der Erkrankungen.

Laut einer Studie, die im Fachblatt »Neurology« veröffentlicht wurde,

gehen die Wissenschaftler davon aus, dass sich die Zahl der Betroffenen

in den kommenden 25 Jahren verdoppelt. PD Dr. Peter Paul

Urban aus Barmbek im Interview mit Asklepios intern.

»Der Wut ins Auge sehen« – Umgang mit Aggressionen bei Kindern

Expansive Störungen sind der häufigste Aufnahmegrund in der Kinder-

und Jugendpsychiatrie. Dabei handelt es sich meistens um Reaktionen

des Kindes auf anhaltenden traumatischen Stress, der oft von

den engsten Bezugspersonen verursacht wird. Experten der Tagesklinik

Wittenberg berichten von ihren Erfahrungen.

Innovative Behandlungskonzepte in der Beckenbodenchirurgie

Durch eine Beckenbodeninsuffizienz können zahlreiche Funktionsstörungen

und Beschwerden wie Harninkontinenz, Urge-Symptomatik,

Nykturie, Blasenentleerungsstörungen sowie Becken- und Kohabitationsschmerzen

auftreten. Ziel der Beckenbodenchirurgie in der

Asklepios Klinik Pasewalk ist die Wiederherstellung der normalen

Anatomie und Funktion des Beckenbodens bei Frauen.

Die nächste Asklepios intern erscheint am 14. Dezember 2007.

ASKLEPIOS intern 33/2007

1


www.asklepios.com

Das Unternehmen

Klinikübersicht

Akutkliniken – Klinikträgerschaft Anzahl Betten

1 Asklepios Klinik Altona Krankenhaus der Maximalversorgung 922

2 Asklepios Klinikum Bad Abbach I Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 225

3 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang Bad Griesbach Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 278

4 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie und Innere Medizin 90

5 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

6 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 198

7 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 270

8 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 180

9 Asklepios Klinik Barmbek Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 716

10 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie 175

Plastische Chirurgie und Diabetologie

11 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 374

12 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

13 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 132

14 Asklepios Fachklinikum Göttingen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 453

15 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 333

16 Asklepios Westklinikum Hamburg Rissen Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 540

17 International Neuroscience Institute Hannover 2 Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, stereotaktische 108

Neurochirurgie und Neuroradiologie

18 Asklepios Klinik Harburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 741

19 Asklepios Kreiskrankenhaus Hohenmölsen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 100

20 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und 110

Rheumaorthopädie

21 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 188

22 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 273

23 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 242

24 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 132

25 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder – und Jugendpsychiatrie 215

26 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten und 300

Thoraxchirurgie

27 Asklepios Klinik Nord Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 1.440

28 Collm Klinik Oschatz 2 Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 240

29 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 149

30 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 325

31 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 143

32 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 210

33 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 200

34 Asklepios Klinik Schildautal Seesen I Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie, 242

Gefäßchirurgie und Anästhesiologie

35 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Homberg Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 102

36 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Melsungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 76

37 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Schwalmstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 192

38 Asklepios Stadtkrankenhaus Seesen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 125

39 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 133

40 Asklepios Klinik St. Georg Krankenhaus der Maximalversorgung 758

41 Asklepios Fachklinik Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 386

42 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 196

43 Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn Fachkrankenhaus für Psychotherapie, Psychiatrie und psychosomatische Medizin 176

44 Asklepios Klinikum Uckermark Schwedt Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 507

45 Asklepios Klinik Wandsbek Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 605

46 Asklepios Kreiskrankenhaus Weißenfels Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 355

47 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt I Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 128

48 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 331

49 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 173

50 Anaheim General Hospital Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 100

51 Bellflower Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 144

52 Buena Park Medical Center Fachkrankenhaus für Geriatrie 43

53 Hawthorne Medical Center Fachkrankenhaus für Psychiatrie 52

54 L. A. Metropolitan Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 161

55 Tustin Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 177

Akutkliniken – Klinikmanagement

56 Salus Fachkrankenhaus Bernburg 1 Fachkrankenhaus für Psychiatrie/Psychotherapie 276

57 Kreiskrankenhaus Eggenfelden Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 294

58 Kreiskrankenhaus Pfarrkirchen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 175

59 Kreiskrankenhaus Simbach Fachkrankenhaus für Innere Medizin 140

60 Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe 1 Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 350

2 ASKLEPIOS intern 33/2007


Das Unternehmen

Akutnahe Rehakliniken – Klinikträgerschaft Anzahl Betten

61 Asklepios Klinikum Bad Abbach II Zentrum für Orthopädische und 269

Rheumatologische Rehabilitation

62 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 190

63 Asklepios Klinik Schaufling Rehabilitationszentrum für Neurologie, Orthopädie, 350

Geriatrie und Kardiologie

64 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen II Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

65 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt II Fachklinik für Pneumologie, Onkologie, 290

Dermatologie und Allergologie

66 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

Rehakliniken – Klinikträgerschaft

67 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Onkologie, Pneumologie und 270

Orthopädie

68 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 220

69 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie 173

70 Asklepios Helenenklinik Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie, 140

Urologie und Nephrologie

71 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-/Kreislauferkrankungen und Neurologie 228

72 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

73 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

74 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische und Orthopädische Rehabilitation, 250

Therapiezentrum für neuromuskuläre Erkrankungen

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikträgerschaft

75 Asklepios Klinikum Brandenburg 101

76 Asklepios Klinik Forensische Psychiatrie Göttingen 63

77 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 80

78 Asklepios Klinikum Teupitz 20

79 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Hamburg Campus Ochsenzoll 178

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikmanagement

80 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg 1 137

81 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe 1 290

Soziale Einrichtungen – Trägerschaft

82 Asklepios Pflegeheim Ahrensburg 83

83 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

84 Asklepios Pflegeheim Reinfeld 87

85 Asklepios Pflegeheim »Weserblick« 34

86 Drogenambulanz Hamburg-Altona

87 Drogenambulanz Hamburg-Harburg

88 Drogenambulanz Hamburg-Högerdamm

89 Drogenambulanz Hamburg-Wandsbek

Soziale Einrichtungen – Management

90 Salus Pflegeheim St. Georgii I 1 109

91 Salus Pflegeheim St. Georgii II 1 48

92 Salus Altenpflegeheim Uchstpringe 1 50

93 Salus Kinder-und Jugendheim Schloß Pretzsch 1 121

94 Salus Heim zur U-Haftvermeidung Torgau 1 14

95 Salus Heim Gardelegen 1 39

96 Salus Heim Uchtspringe 1 117

97 Salus Kinder- und Jugendheim Jugend-Landhof Woltersdorf 1

98 Salus Ambulanter Pflege- und Hauswirtschaftsdienst Magdeburg 1

99 Soziotherapeutische Einrichtung Uchtspringe 11

100 Intensiv Betreutes Wohnen Gardelegen 34

Insgesamt zählen 100 Einrichtungen zum Asklepios Verbund, die ergänzt werden durch 37 Tageskliniken.

1 Bei diesen Einrichtungen handelt es sich um das gesamte Management der landeseigenen Gesellschaft SALUS gGmbH.

2 Einrichtungen mit Minderheitsbeteiligung und Managementvertrag.

ASKLEPIOS intern 33/2007

www.asklepios.com


Patienten-Forum

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ASKLEPIOS intern 33/2007

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