Gemeindebrief, Ausgabe Oktober/November 2012 - Evangelische ...

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Gemeindebrief, Ausgabe Oktober/November 2012 - Evangelische ...

Martin Luther wollte mit seinen

Thesen im Jahr 1517 zur Diskussion

und zur Wiederherstellung - also

zur „Re-Formation“ - der Kirche

auffordern. An der Reformation ist

daher für mich wichtig, dass wir uns

klar machen, was unsere evangelische

Kirche von der katholischen

Kirche unterscheidet. Die Ökumene

ist mir persönlich ein Herzensanliegen.

Aber wenn wir uns auf die

Suche nach Gemeinsamkeiten mit

unseren katholischen Brüdern und

Schwestern machen, müssen wir uns

auch die Unterschiede ganz klar vor

Augen führen. Ein Punkt, der Martin

Luther sehr wichtig war, ist die Tatsache,

dass wir allein aus Gnade durch

Gott erlöst sind. Wir können uns

diese Gnade weder durch Opfergaben

noch durch Taten erarbeiten

- Gott schenkt sie uns! Das ist für

mich persönlich ganz wichtig. Und

wichtig ist für mich auch, dass wir

das sogenannte „Priestertum aller

Gläubigen“ haben. Das bedeutet na-

Reformation bedeutet für mich, dass

alleine der Glaube eine mächtige

Kraft ist, die alles verändern kann.

Kein anderer Mensch steht zwischen

mir und Gott. Er hat mich akzeptiert,

ich muss nur diese Chance ergreifen.

Er wartet geduldig auf mich. Diese

Zusage trägt mich durch mein Leben.

Vertrauen auf Gott ist der Schlüssel

zur Freiheit.

Markus Theobald

türlich nicht, dass sich nun jeder auf

die Kanzel zum Predigen stellen soll.

Wenn ich an die Berichte aus der

Bibel denke, so durfte dort nur der

Priester das Allerheiligste betreten,

nur durch den Priester gab es Zugang

zu Gott. Aber Luther sagt mit

diesem Priestertum aller Gläubigen,

dass jeder Mensch Zugang zu Gott

hat. Er braucht niemanden, der vermittelt.

Es braucht keine besondere

Weihe und kein besonderes Amt. So

sind diese beiden Punkte im Hinblick

auf die Reformation besonders wichtig:

Gott gibt Erlösung, ohne dass ich

dafür eine Leistung erbringen muss.

Und ich darf, so wie ich bin, vor Gott

treten. Besinnen wir uns immer wieder

auf unsere evangelische Identität.

Machen wir uns klar was es heißt,

evangelisch zu sein. Stehen wir trotz

der segensreichen ökumenischen

Arbeit auch immer wieder zu dem,

was uns von der katholischen Kirche

unterscheidet.

Jörg Fried

Im Blick: Reformation

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