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Das Konzern-Nachrichtenmagazin - Asklepios

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Das Konzern-Nachrichtenmagazin

Schmerz – Aufruhr

in Körper und Seele

Anästhesie-Chefarzt der

Klinik Nord im Interview

Zöliakie

Patienten müssen lebenslang

auf Gluten verzichten

Sondenernährung

Klinische Ethik in den

Hamburger Asklepios Kliniken

Nr. 32

29. Juni 2007


aaaWas wäre, wenn es ein wirkungsvolles

Rezept für Ihren Ruhestand gibt?

Betriebliche Altersvorsorge zu Sonderkonditionen

für Asklepios-Mitarbeiter

Machen Sie jetzt im Rahmen einer Kooperation von Asklepios und der Zurich Gruppe

einen wichtigen Schritt in eine gesicherte Zukunft! Denn als Arbeitnehmer haben Sie einen

gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche Altersversorgung. Dabei können Sie eine Menge Steuern

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Ihr Ansprechpartner:

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06122 7072-0

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Dr. Bernard gr. Broermann

Editorial

Die elektronische Gesundheitskarte kommt!

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und Mit-

arbeiter,

80 Millionen Menschen werden in Zukunft

die elektronische Gesundheitskarte

nutzen. Sie wird schrittweise die bisherige

Krankenversichertenkarte ablösen.

Diese Gesundheitskarte ist nur ein Teil

der komplexen Informations-, Kommunikations-

und Sicherheitsinfrastruktur, die für

die neuen Anwendungen im Gesundheitssystem

gebraucht werden. Ihre Einführung

hilft allen Leistungserbringern im Gesundheitswesen,

die Qualität der medizinischen

Versorgung zu verbessern.

Die Technologie in der Medizin entwickelt

sich kontinuierlich weiter. Daher ist es

absolut folgerichtig, auch die Zusammenarbeit

aller Beteiligten am Gesundheitswesen

diesem Trend fortwährend anzupassen.

Netzwerke zwischen Klinik- und niedergelassenen

Fachärzten, integrierte Patientenversorgung

und die enge Zusammenarbeit

zwischen Ärzten und Therapeuten – das

sind Konzepte, die bereits erfolgreich praktiziert

werden. Der Austausch untereinander

verbessert und intensiviert sich täglich.

Und Sie als Versicherter und Patient profitieren

davon.

Schritt für Schritt wird sie eingeführt,

die technologisch weiterentwickelte elektronische

Gesundheitskarte: Erst in Testregionen

und danach, Zug um Zug, auch in

anderen Regionen, abhängig von der technischen

Ausstattung der Kliniken, Praxen

und Apotheken.

Im Rahmen des Asklepios Future Hospitals

werden auch die Asklepios Kliniken

gemeinsam mit ihren Partnern die Chancen

zur Veränderung im Gesundheitswesen,

die durch die Gesundheitskarte entstehen,

dynamisch und innovativ nutzen. Die Kooperation

zwischen Asklepios und der DAK,

die auf der CeBIT 2007 verkündet wurde,

ist neben der aktiven Beteiligung an dem

Projekt »elektronische Fallakte« des Fraunhofer

Instituts ein weiterer Meilenstein in

dieser Richtung.

Als erste Krankenkasse stellte die DAK

in Hannover Telematik-Lösungen für die

elektronische Gesundheitskarte vor, die

gemeinsam mit Asklepios und IBM entwickelt

wurden. Dabei wurde über die vom

Gesetzgeber definierten Basisfunktionen

weit hinausgegangen. Unter anderem kann

die Karte mit Eintragungen aus anderen

Quellen verknüpft werden, beispielsweise

mit Informationen aus Krankenhäusern.

Grundlagen dafür bilden unter anderem

die Funktionalitäten unseres Asklepios

Arztportals.

Asklepios hat das klare Versprechen

abgegeben, bei der Modernisierung des

Gesundheitswesens in einer Vorreiterrolle

mitzuwirken. Mit dem Engagement im

Rahmen des Asklepios Future Hospitals

und der Kooperation mit der DAK treten

wir einmal mehr den Beweis dafür an, das

wir unsere Versprechen auch halten.

ASKLEPIOS intern 32/2007


ASKLEPIOS intern 32/2007

Inhalt

Nuklearmedizin in St. Georg Seite 14

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 21

Klinikübersicht . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

M e di z i n & W i sse nsc h a f t

Medizin-Ticker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

Schmerz – Aufruhr in Körper und Seele . . . . . 8

»Das Martyrium Schmerz soll überflüssig

werden!« . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Gemeinsam untersuchen, behandeln, helfen . 12

Top-Story:

Nuklearmedizin hat in St. Georg Tradition . . . 14

Endoprothetik des Sprunggelenks . . . . . . . 16

»Mit der Diagnosestellung beginnt

für die Patienten eine Odyssee«. . . . . . . . . 18

Zöliakie – Patienten müssen

lebenslang auf Gluten verzichten . . . . . . . . 20

Endokrine Ophthalmopathie . . . . . . . . . . 22

»Wissenschaft ist laut,

frech, teuer und fällt auf« . . . . . . . . . . . . 23

90 Prozent der Operationen werden ohne

Vollnarkose gemacht . . . . . . . . . . . . . . . 24

Schmerz – Aufruhr in

Körper und Seele

Anästhesie-Chefarzt

der Klinik Nord im Interview �� �� �� �� �� ��Seite 8

Endoprothetik des Sprunggelenks Seite 16 Kollaps in US-Notaufnahmen? Seite 30

Grünes Licht für die Prostata . . . . . . . . . . 25

M a nage M e n t

Kurz & Knapp . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

»eHealth« fasziniert ein Millionenpublikum . . 28

Asklepios Kliniken Hamburg setzen auf Fujitsu-

Siemens-Server und Intel-Architektur . . . . . 29

Emergency Room – Kollaps in den

amerikanischen Notfallaufnahmen? . . . . . . 30

Die Patientenverfügung . . . . . . . . . . . . . 32


Mandy Wolf

Chefredakteurin

Einführung des »Order-Entry-Konzepts«

in der Laboranalytik . . . . . . . . . . . . . . . 34

Pflegeheim Weserblick in Höxter

bald schon ausgebucht . . . . . . . . . . . . . 36

Asklepios auch in der Altenpflege führend. . . 36

Asklepios bietet die größte

medizinische Online-Bibliothek . . . . . . . . . 37

»Lauter und redlich werde ich

bewahren meine Kunst!« . . . . . . . . . . . . . 38

Zehn Jahre Salus – bald ambulante Angebote 39

Bachelor of Arts in Gesundheits- und

Sozialmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . 40

Liebe Leserinnen und Leser,

bis ins 17. Jahrhundert galten im christlichen

Abendland Schmerzen als gerechte

Strafe für sündige Taten. Der Franzose

René Descartes verglich den Alarm im Körper

mit einer Glocke. Wird am Seil gezogen,

ertönt die Glocke, verletzen wir uns, wird

ein Impuls zum Gehirn gesendet, der den

Schmerz auslöst. In Europa leiden rund

zwei Drittel der Bevölkerung mindestens

einmal in der Woche unter Schmerzen. Besonders

betroffen sind Patienten mit chronischen

Schmerzen. Aber auch Schmerzen,

die durch eine Operation verursacht werden,

stellen eine massive Einschränkung

der Lebensqualität dar. In unserer Titelstory

auf den Seiten 8 bis 11 lesen Sie mehr

über den ungebetenen Gast.

Ständig fortschreitende Krankheiten,

die über viele Jahre hinweg zu einem höheren

Maß an Körperbehinderungen führen,

stellen ganz besondere Anforderungen

an die Therapeuten. Neuromuskuläre Erkrankungen

bedeuten für die Betroffenen

ein Leben mit Problemen, die aus Unsicherheiten

bei Ärzten, Kostenträgern und Mitmenschen

resultieren. Auf den Seiten 18

bis 19 steht, welche Behandlungskonzepte

in der Weserbergland-Klinik Höxter angeboten

werden.

Figuren & Strukturen . . . . . . . . . . . . . . . 42

Pat i e n t e n - foru M

Langer Leidensweg – Fibromyalgie . . . . . . . 46

Ein Drittel aller Patienten leidet

unter starken Schmerzen . . . . . . . . . . . . 48

Weltmeisterin Marion Wagner

an Bandscheibe operiert . . . . . . . . . . . . 49

»Dem Körper nicht weniger, sondern

der Seele mehr Beachtung schenken« . . . . . 50

Inhalt

Nationaler Ethikrat, Juristentag, Gesetzesentwürfe

der Bundesregierung und

die aktuelle Rechtsprechung stellen das

Selbstbestimmungsrecht am Lebensende

zunehmend in den Vordergrund. Doch

lohnt sich die Mühe? Sind Ärzte tatsächlich

verpflichtet, sich an eine Patientenverfügung

zu halten? Liegt im Fall des Falles

wirklich der aktuelle Wille vor? Was sagen

der Jurist, der Mediziner und schließlich

der Patient selbst? Lesen Sie auf den Seiten

32 bis 33 über das Recht des Patienten

auf Selbstbestimmung am Ende seines

Lebens.

Sport tut gut! Doch nicht jeder von

uns muss dem Beispiel der muskelbepackten

Athleten, Hochleistungssportler und

Fitnessfanatiker folgen. Ein wohldosiertes

Maß an Bewegung jedoch dankt uns unser

Körper! Fangen Sie gleich im Sommerurlaub

an! Aber lesen Sie bitte vorher unsere

Expertentipps auf den Seiten 56 bis 57.

Ich wünsche Ihnen einen bewegten

Sommer und eine angenehme Lesezeit mit

Ihrer neuen Asklepios intern.

Zehn Jahre Salus Seite 39 Der Seele mehr Beachtung schenken Seite 50 Im Urlaub fängt das Fitsein an Seite 56

Ihre

Ein Leben mit Multipler Sklerose . . . . . . . . 52

Schlaganfall – und plötzlich ändert sich

das ganze Leben . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

Neue Laser gegen alte Falten . . . . . . . . . . 55

Im Urlaub fängt das Fitsein an . . . . . . . . . 56

»Nicht verhungern, nicht verdursten« –

Zum Problem der Sondenernährung . . . . . . 58

Asklepios Sommerkollektion . . . . . . . . . . 60

Asklepios fragt . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

Im nächsten Heft . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

ASKLEPIOS intern 32/2007


Medizin & Wissenschaft

Medizin-Ticker

Auszeichnung für Medilys

Erst im vergangenen Jahr erhielt das

unternehmenseigene Institut für Labormedizin,

Mikrobiologie und Krankenhaushygiene

der LBK Hamburg GmbH 2006 als

erster Krankenhaus-Laborverbund das

Zertifikat »Committed to Excellence« der

EFQM (European Foundation for Quality

Management). Jetzt sind auch die aufwendigen

Prozesse der Akkreditierung nach

DIN EN ISO 15189 und DIN EN ISO/IEC

17025:2005 erfolgreich abgeschlossen. Mit

Ein Kniegelenk speziell für Frauen

ASKLEPIOS intern 32/2007

der Breite seines akkreditierten Leistungsspektrums,

rund 7,5 Millionen Analysen

auf dem Gebiet der Klinischen Chemie und

Infektionsserologie sowie 220.000 bakteriologischen

Untersuchungen pro Jahr nimmt

Medilys als führendes Krankenhauslabor

im Norden Deutschlands eine herausragende

Position ein.

In Zeiten heftiger Diskussionen um

Leistung und Kosten im Gesundheitswesen

setzt Medilys auf international anerkannte

Qualitätsstandards in medizinischer Labordiagnostik

und Krankenhaushygiene

und bietet damit seinen Einsendern und

Patienten eine verlässliche, zweckmäßige

und umfassende Versorgung. n

Männer und Frauen sind in vielerlei Hinsicht verschieden. Selbst bei der Anato-

mie des Kniegelenks gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede. »Wie wis-

senschaftliche Studien zeigen, ist bei einem Knieimplantat nicht nur die Größe

entscheidend – auch die Form ist sehr wichtig«, erklärt Dr. Christian Weber, Ärzt-

licher Direktor und Leitender Chefarzt der Orthopädischen Klinik Hohwald.

In der Klinik können Patientinnen, die ein künstliches Kniegelenk benötigen, seit

dem 18.4.2007 ein speziell an die weibliche Anatomie angepasstes Implan-

tat erhalten. Das Zimmer ® Gender Solutions High Flex Knie berücksichtigt die

wichtigsten anatomischen Unterschiede und soll so für einen verbesserten Sitz

sorgen.

Das Gender Solutions High Flex Knie wurde in seiner Form an diese speziellen Be-

dürfnisse angepasst: Es ist an der Vorderseite des Oberschenkelknochens dün-

ner, schmaler und sorgt für einen verbesserten Lauf der Kniescheibe. Die Klinik

Hohwald ist eines der ersten rund 15 Krankenhäuser in Deutschland, die das

Gender Solutions Kniesystem einsetzen.

Prominente werben für Darmcheck

Bundestrainer Jogi Löw, TV-Moderatorin

Barbara Schöneberger und Boxer Wladimir

Klitschko raten ihren Mitmenschen

eindringlich zum Darmcheck. Denn: In

Deutschland sterben jährlich 29.000 Patienten

an Darmkrebs.

Endoskopische Verfahren haben die

Diagnose und Behandlung von Darmerkrankungen

revolutioniert. Ein neues Koloskop

der US-Firma Neoguide Systems

soll die Untersuchung jetzt angenehmer

machen, indem es sich aktiv der Darmform

anpasst. »Mit dem neuen Koloskop konnten

Schleifenbildung, Untersuchungsdauer

und Schmerzen deutlich reduziert werden«,

sagt Axel Eickhoff. In Europa kommt das

Gerät voraussichtlich Anfang 2008 auf den

Markt. n

Schutzimpfungen sind kein Tabu

Kinder-Rheumatologie unter besonderer

Berücksichtigung des Impfschutzes

war ein Hauptthema des 34. Kongresses

der Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

(DGRh), der mit der Jahrestagung

der Assoziation für Orthopädische Rheumatologie

einherging.

Das Augenmerk von Ärzten und Wissenschaftlern

richtet sich nicht ohne Grund

mit Nachdruck auf die Behandlung und

Versorgung rheumakranker Kinder und

Jugendlicher. In Deutschland sind mehr

als 15.000 Kinder betroffen, und analog zu

der bei Erwachsenen beklagten zeitverzögerten

Diagnostik werden die Defekte am


Bewegungsapparat auch bei den kleinen

Patienten zu spät erkannt. »Kinder neigen

dazu, schmerzende Gelenke nach Möglichkeit

nicht zu belasten und sie außen vor zu

lassen, mit der Folge, dass die Gelenke versteifen«,

so der Direktor des Zentrums für

Allgemeine Pädiatrie und Neonatologie an

der Asklepios Klinik Sankt Augustin, Professor

Gerd Horneff. Im Schnitt vergingen

acht bis zwölf Monate bis zum Befund.

Horneff beklagte, dass in Deutschland

nur wenig zum kindlichen Rheuma, bei

dem auch die Vererbung eine Rolle spielt,

getan werde. Das habe zur Folge, dass es

kaum Studien zu Verträglichkeit und Effektivität

von Medikamenten gebe, die nicht eigens

für die Behandlung von Kindern und

Jugendlichen entwickelt wurden – ihnen

jedoch verabreicht werden. Beruhigendes

kam von Horneff in puncto Schutzimpfungen:

Nach bislang durchgeführten Untersuchungen

könne es in Einzelfällen zwar

zu vorübergehenden Gelenkbeschwerden

kommen, »ausgelöst werden chronischrheumatische

Erkrankungen nach aktuellem

Kenntnisstand jedoch nicht«. Und

gerade für rheumakranke Kinder ist der

Impfschutz wichtig, weil sie an einer Infektionskrankheit

ungleich schwerer leiden

würden als andere Kinder. n

Die israelische Firma Given Imaging

hat Kapseln, die mit einer Kamera ausgestattet

sind, für die Dickdarm-Untersuchung

entwickelt. Erste Pilotstudien mit

der Kolon-Kapsel sind bereits gelaufen und

haben »vielversprechende Ergebnisse geliefert«,

sagt Martin Keuchel, Gastroenterologe

an der Asklepios Klinik Altona in

Hamburg, die an der klinischen Prüfung

des neuen Gerätes beteiligt ist. Ob die Kapsel

in Sachen Genauigkeit der herkömmlichen

Koloskopie wirklich ebenbürtig ist,

sollen umfangreiche klinische Studien zeigen,

die nun anlaufen. n

Medizin & Wissenschaft

Weserbergland-Klinik und Fachärzte kooperieren im Schlaflabor

Dem Schlaflabor gehört die Zukunft. Davon sind die Asklepios Weserbergland-Klinik und die Holzmindener

HNO-Praxis Thönnissen/Brüner überzeugt.

Seit kurzem besteht eine Kooperation der Praxis mit der WBK. Die Holzmindener nutzen – mit Krankenkassen-Zulassung

– die Apparate und das Personal des Schlaflabors der WBK, das seit fast 10

Jahren erfolgreich zur Untersuchung und Behandlung von Patienten mit Schlafstörungen eingesetzt

wird. Aus der engen Zusammenarbeit von Internisten und HNO-Ärzten ergeben sich, so Dr. Thorsten

Diercks (WBK), effektive Behandlungswege für Patienten. Nach einer Voruntersuchung in der

Praxis führt, so Dr. Georg Thönnissen, der Behandlungsweg an einen der drei Schlafmessplätze der

Klinik, wo er die Patienten weiter behandelt.

Durch die Schlafmedizin könnten Bluthochdruck, Übergewicht und viele andere Krankheiten, die

oft mit nächtlichen Atmungsstörungen assoziiert sind, besser behandelt werden. Experten wissen,

dass Schlafstörungen und Schnarchen nicht unterschätzt werden dürfen.

WBK-Geschäftsführer Oleg Giese sieht im Schlaflabor einen wichtigen Aspekt in der Außendarstellung

der Klinik. Die ambulante Schlaflaboruntersuchung ist im Kreis Höxter einzigartig. Das interdisziplinäre

Labor sei ausbaufähig, sagte Dr. Diercks.

Krankenhausapotheke der Kliniken

Hamburg erhält Innovationspreis

Eine interdisziplinäre Arbeitsgruppe

unter der Leitung der Abteilung für Klinisch-pharmazeutische

Spezialleistungen

der Krankenhausapotheke der Asklepios

Kliniken Hamburg GmbH zusammen mit

Labormedizinern und Ärzten ist für ihren

Beitrag »Dosisadaption bei Niereninsuffizienz«

mit dem Innovationspreis Klinische

Pharmazie 2007 ausgezeichnet

worden.

Die Ergebnisse zeigen

eindrucksvoll,

dass durch die Empfehlungen

der Apotheker

die Qualität

und Sicherheit der

Arzneimitteltherapie

für die im Krankenhaus

stationär behandelten

Patienten mit

eingeschränkter Nierenfunktion

erhöht

wurde. n

Harburger Ultraschall-Kurse

Die Ultraschall-Aufbau- und Abschlusskurse

nach den Richtlinien der DEGUM und der KBV

finden statt:

Ultraschall-Aufbaukurs:

31.10.2007 bis 3.11.2007

Ultraschall-Abschlusskurs/Refresherkurs:

23.4.2008 bis 25.4.2008

Mehr Infos und Anmeldung:

Asklepios Klinik Harburg

Telefon: (040) 18 18-86 20 01

E-Mail: christel.dose@ak-harburg.lbk-hh.de

ASKLEPIOS intern 32/2007


Medizin & Wissenschaft

Schmerz – Aufruhr in Körper und Seele

Was hilft, wenn die Qualen chronisch werden

Der Schmerz ist ein grausamer Freund. Reize an speziellen Nervenfasern lösen ihn aus, wenn unserem

Körper Gefahr durch Krankheiten oder Verletzungen droht. Die meisten Schmerzen gehen vorüber. Doch

Millionen kennen ihn als ständigen Begleiter. Der biblische Hiob steht als Symbol für grausame, unnöti-

ge Pein. Sein Schmerz ist Willkür, eine Geißel Gottes, die der Mensch demütig hinnehmen muss. Hiob

ist noch heute allgegenwärtig.

in europa leiden rund zwei drittel der

Bevölkerung mindestens einmal in der

Woche unter schmerzen. Besonders betroffen:

Patienten mit chronischen, also

dauerhaften Beschwerden. im normalfall

lernt der Mensch den schmerz als

Warnung kennen – als schaden, aus dem

er klug werden soll. der bedrohte Körper

tut seinen unmut kund, wenn die tas-

ASKLEPIOS intern 32/2007

tende hand der heißen herdplatte zu nahe

kommt, der ellenbogen die türkante trifft

und der Magen den leckeren schweinebraten

verdauen soll.

Bis ins 17. Jahrhundert galten im

christlichen Abendland Schmerzen

als gerechte Sünde für Untaten.

Der französische Philosoph und Naturwis-

senschaftler René Descartes verglich den

Alarm im Körper mit einer Glocke. Wird

am Seil gezogen, ertönt die Glocke, verletzen

wir uns, wird ein Impuls zum Gehirn

gesendet, der den Schmerz auslöst.

Aber warum wird kein Impuls gesendet,

wenn sich Ureinwohner im afrikanischen

Busch dicke Bambusstäbe durch die Wangen

rammen? Wo ist der Alarm, wenn Men-


schen mit bloßen Füßen über Scherben und

heiße Kohlen laufen? Das Team um die kanadisch-englischen

Schmerzforscher Ronald

Melzack und Patrick Wall fand in

den 60er-Jahren heraus, dass sogenannte

»Torwächter« auf der Schmerzbahn zum

und vom Gehirn entscheiden, ob und wie

viele Schmerzreize weitergeleitet werden.

Nervensystem und Gehirn veranlassen

die Freisetzung von Substanzen, die den

Schmerz fördern oder lindern.

Der Schmerz ist unsichtbar und den

Nächsten kaum zu vermitteln. Schmerzpatienten

ziehen sich häufig aus dem sozialen

Leben zurück, weil die Schmerzen

nicht nachlassen, das Mitleid der Umgebung

aber schon. Doch warum hat der eine

Schmerzen und der andere nicht? Die Antworten

dazu fallen vage aus. Migräne und

Rheuma können erblich sein, andere Dauerschmerzen

begleiten Krankheiten wie

Krebs und Arthrose oder tauchen nach

Operationen auf.

Was chronische Schmerzen wirklich

bedeuten, ist für denjenigen, der keine

hat, kaum nachvollziehbar. Ein normaler

Schmerz, so stark er auch sein mag, geht

vorüber. Bleibt er aber bestehen oder kehrt

er ständig wieder,

kann man nicht

mehr von einer

sinnvollen Warn-

und Schutzfunktion

für den Körper

sprechen. Aus dem

akuten wurde der chronische Schmerz

und damit der Beginn einer eigenständigen

Krankheit, die selbst alltägliche Dinge

wie Aufstehen, Waschen, Bücken, Stehen

und Sitzen zur Folter werden lassen. Chronische

Schmerzpatienten verlieren oft jegliche

Lebensfreude und werden depressiv.

Oft können diese Patienten ihren Beruf

nicht mehr ausüben, leiden unter akuten

Schlafstörungen, sind erschöpft und

appetitlos.

Bei Menschen mit chronischen Schmerzen

etabliert sich im Laufe der Zeit eine

Art »Schmerzgedächtnis« im Nervensystem,

dass mit normalen Mitteln und Methoden

nicht zu löschen ist. Denn das

Phänomen Schmerz betrifft nicht nur

den Körper, sondern auch die Psyche und

damit die Schmerzwahrnehmung und

-verarbeitung.

Die Ursache dieser Sensibilisierung

liegt in der Veränderung der Empfindlichkeit

einer zahlenmäßig recht kleinen,

bislang kaum beachteten Gruppe von Ner-

Schmerzempfinden

ohne Beteiligung der

Psyche gibt es nicht.

venzellen im Rückenmark. Diese reagieren

wie alle anderen Nervenzellen mit einer

Erregung, die an das Gehirn weitergeleitet

wird. Das Besondere daran ist jedoch,

dass die für das Schmerzgedächtnis verantwortlichen

Zellen bei starken Schmerzen

ihre Eigenschaften verändern. Kettenreaktionen

führen dabei zu einer Überempfindlichkeit

der Zellen, bereits schwache

Impulse in den Schmerzfasern veranlassen

starke Erregungen. Diese Sensibilisierung

bleibt auch dann bestehen, wenn die

eigentliche Ursache des Schmerzes längst

ausgeheilt ist.

Helfen können an dieser Stelle nur Behandlungskonzepte,

die sich mit Körper

und Psyche als Ganzheit befassen. Denn

an erster Stelle steht bei diesen Patienten

immer die Angst. Doch wo findet der Leidgeplagte

den richtigen Arzt? Wer eignet

sich am besten als Ansprechpartner? Wie

können unnötige Schmerzkarrieren oder

Ärzte-Hopping vermieden werden?

Hilfe finden chronische Schmerzpatienten

heute vor allem in Schmerzambulanzen,

speziellen Schmerzkliniken und

bei Ärzten, die als Schmerztherapeuten

ausgebildet sind. Hier werden in der Regel

ganzheitliche The-

rapiekonzepteangeboten. Neben der

Gabe von Medikamentenbeinhaltet

die Behandlung

auch Verhaltenstherapie

und Entspannungstechniken. Denn

Schmerzempfinden ohne Beteiligung der

Psyche gibt es nicht.

Doch gerade hier liegt die Chance

für die Therapie: Das Schmerzgedächtnis

kann »überschrieben« werden. Durch

sorgfältigen Einsatz von Medikamenten

wird den Patienten zunächst für einige

Tage Schmerzfreiheit verschafft. Sind

die Schmerzen groß, werden auch Opioide

verabreicht. Ziel der Behandlung ist die

absolute Schmerzfreiheit. Jetzt können die

Patienten lernen, sich auf diese befreiende

Situation vorzubereiten. Schonhaltungen

und Vermeidungsreaktionen sind nicht

mehr notwendig.

Werden normale Verhaltensmuster und

gewöhnliche Bewegungen wieder bewusst

erlebt, kann das Schmerzgedächtnis die

sonst übliche Reaktion auf schmerzhafte

Situationen vergessen. Unterstützt wird

diese Art von Schmerzbehandlung von

Physiotherapie und Entspannungsverfahren.

Helfen können auch Yoga, Meditation,

Medizin & Wissenschaft

Biofeedback, Autogenes Training, Meditation,

um nur einige zu nennen. Ziel ist es,

den Teufelskreis von Schmerzerfahrung,

Schmerzempfinden, Anspannung und

Angst vor neuen Schmerzen aufzubrechen

und Möglichkeiten eines schmerzfreien Lebens

zu eröffnen.

Wie das Entstehen von chronischen

Schmerzen nach einer Operation vermieden

werden kann, lesen Sie in unserem Interview

auf den beiden folgenden Seiten.

Mandy Wolf

Bildnis eines gekreuzigten Jesus als anatomisches

Wachsmodell, ca. 1760–1780

Schmerz

Die Ausstellung, die derzeit in Berlin im Hamburger

Bahnhof und im Medizinhistorischen

Museum gezeigt wird, spürt den vielfältigen

Darstellungen und Äußerungen des Schmerzes

nach: in einem neuzeitlichen Kreuzigungsgemälde,

dem Präparat einer Gichthand, einer

Videoinstallation Trauernder, flimmernden

elektrischen Impulsen einer Nervenzelle, einem

Schrei.

Die beiden Ausstellungsorte, der Hamburger

Bahnhof – Museum der Gegenwart und das

Berliner Medizinhistorische Museum der Charité,

sind Programm und Herausforderung zugleich.

Mit Kombinationen und Konfrontationen

von künstlerischen Arbeiten, medizinischen,

volkskundlichen, religiösen und alltäglichen

Objekten begibt sich die Ausstellung auf einen

Grenzgang zwischen Wissenschaft und Kunst.

Zur Ausstellung erscheint ein spannender

Begleitband.

Hamburger Bahnhof

Medizinhistorisches Museum

bis 5.8.2007 in Berlin

www.hamburgerbahnhof.de/cont/contd/

ASKLEPIOS intern 32/2007


Medizin & Wissenschaft

»Das Martyrium Schmerz soll überflüssig werden!«

Interview mit PD Dr. Oliver Detsch, Chefarzt der Anästhesie in der Asklepios Klinik Nord

Beinahe jeder zweite Patient im Krankenhaus

erlebt eine operation als eine sehr

schmerzhafte erfahrung. hat ein Patient

nach einem eingriff wenig schmerzen, fördert

das den heilungsprozess, kann die

Komplikationsrate senken und erhöht die

zufriedenheit. eine hohe anzahl wissenschaftlicher

abhandlungen bestätigt diese

these. doch noch immer sieht der alltag

in Krankenhäusern ganz anders aus: niemand

weiß genau, wie viel schmerzen Patienten

in deutschen Kliniken haben.

Asklepios intern sprach mit PD Dr.

Oliver Detsch, Chefarzt der Anästhesie

in der Asklepios Klinik Nord,

über den Kampf gegen die Schmerzen im

Krankenbett.

Herr PD Dr. Detsch, mehr als fünf Millionen

Menschen werden jährlich operiert.

Rund die Hälfte klagt anschließend über

starke Schmerzen. Ist der Schmerz die

unangenehme notwendige Beigabe jedes

Krankenhausaufenthaltes?

Pd dr. oliver detsch: Das Martyrium

Schmerz soll im Krankenhaus überflüssig

werden. Schließlich gibt es Medikamente,

die in den meisten Fällen fast alle Schmerzen

nehmen und keineswegs das Bewusstsein

trüben. Nur leider ist es tatsächlich so,

dass über 50 Prozent der deutschen Kliniken

kein klares Konzept zur Schmerztherapie

haben. Schmerzmittel werden noch

immer gar nicht, zu spät oder unterdosiert

gegeben. Ingesamt messen nur elf Prozent

aller Kliniken regelmäßig die Schmerzen

ihrer Patienten. Meist werden die Qualen

nur dann behandelt, wenn Patienten nachdrücklich

darüber klagen. Das Phänomen,

das wir beobachten, ist eine Art Demut

vor dem Schmerz. Das bedeutet: Viele Patienten,

die operiert wurden, teilen uns gar

nicht mit, dass sie Beschwerden haben.

Wie begegnet man Schmerzen nach der

Operation am wirkungsvollsten?

Der wichtigste Punkt ist immer die

Aufklärung des Patienten vor der Operation.

Damit er sich schmerzbewusst verhalten

kann, gehört es einfach dazu, mit ihm

vor dem Eingriff über die zu erwartenden

Schmerzen zu reden. Es ist sehr wich-

10 ASKLEPIOS intern 32/2007

tig, dem Patienten die Möglichkeiten der

Schmerztherapie zu erläutern und dabei

auch klar zu machen, dass eine zufriedenstellende

Schmerztherapie nur mit seiner

Mithilfe, also durch sein Feedback an die

Pflegenden und Ärzte auf der Station, möglich

ist.

Wichtig ist eine interdisziplinäre Zusammenarbeit

und das einheitliche Vorgehen

nicht nur in den operativen Fächern,

sondern im gesamten Krankenhaus. Gemeinsam

mit 24 weiteren deutschen Einrichtungen

beteiligte sich die Asklepios

Klinik Nord am interdisziplinären For-

schungsprojekt »Schmerzfreies Krankenhaus«,

bei dem es um die Optimierung der

Schmerztherapie in der Klinik geht.

In diesem Rahmen haben wir einige

Überlegungen angestellt, wie die Schmerzbehandlung

nach der OP effektiver und

wirkungsvoller gestaltet werden kann.

Als Erstes haben wir einen Schmerztherapie-Anordnungsbogen

als Teil der OP-Dokumentation

eingeführt. Auf diesem Bogen

werden einerseits Empfehlungen für bestimmte

Schmerzmittel und -kombinationen

bei den typischen Eingriffen gemacht,

und andererseits wird vom Operateur hier


PD Dr. Oliver Detsch, Chefarzt der Anästhesie

in der Asklepios Klinik Nord

die entsprechende Schmerztherapie durch

gezieltes Ankreuzen der Bedarfs- und Basismedikation

angeordnet. Selbstverständlich

kann in begründeten Fällen von der

Empfehlung abgewichen werden. Dieser

Bogen vereinfacht die ärztliche Anordnung

und sorgt für eine standardisierte Therapie.

Kommt der Patient nach der Operation

wieder auf der Station an, wird der Bogen

in die jeweilige Krankenakte überführt. In

einem parallelen Schritt wurde gemeinsam

mit den Pflegekräften festgelegt, dass die

Schmerzstärke jedes Patienten mehrmals

täglich mithilfe einer Schmerzskala erfasst

wird. Diese Aufzeichnungen werden wie

Vitalparameter (Blutdruck, Körpertemperatur

etc.) behandelt und in der Krankenakte

festgehalten.

Wo sehen Sie die Vorteile dieser

Dokumentation?

Ganz klar: Die Schmerzdaten sind

transparent, jederzeit verfügbar und immer

aktuell! Durch diese neu eingeführten Algorithmen

kann das pflegerische Personal

die schmerztherapeutische Behandlung der

Patienten relativ selbstständig durchführen.

Bisher war dies ausschließlich Aufgabe

des Arztes.

Gibt der Patient auf einer Skala von 0

bis 10 an, dass er Schmerzen »über 3« habe,

kann bereits ein Bedarfsanalgetikum durch

die Pflege verabreicht werden; jetzt entfällt

die zeitraubende Rückfrage beim Stationsarzt.

Um die Auswahl etwas einzuschränken,

stehen fünf Schmerzmedikamente zur

Verfügung, die nach ihren Wirkungs- und

Nebenwirkungskriterien ausgewählt wurden

und sich auf eine ökonomisch tragfähige

Basis stützen.

Welchen Nutzen hat der Patient von der

optimierten Schmerztherapie?

Das Empfinden eines Schmerzes ist

immer subjektiv. Dennoch: Schmerz ist,

was der Patient empfindet. Sinken die

Schmerzen, steigt die Zufriedenheit des

Patienten deutlich. Jetzt erhalten mehr Patienten

wirksame Schmerzmittel. Sie können

regelmäßig und nicht nur nach Bedarf

verabreicht werden.

Die optimierte Schmerztherapie bedeutet

für den Patienten auch Lebensqualität:

Essen, Aufrichten oder Lagewechsel verursachen

keine Schmerzen mehr. Aktivitäten

wie Aufstehen, Spazierengehen oder Physiotherapie

werden dadurch erst ermöglicht.

Die positiven Folgen für ein Krankenhaus

können eine kürzere Verweildauer, Reduktion

von kurzfristigen Wiedereinweisungen

und geringere Kosten sein.

Wie gehen Sie mit Patienten um, die trotz

starker Schmerzen jegliche Schmerzmittel

ablehnen?

Ich bleibe dabei: Kein Patient sollte im

Krankenhaus Schmerzen ertragen müssen.

Neben Medikamenten gibt es auch viele

Entspannungsverfahren, die den Schmerz

lindern. Jedoch sind diese in der akuten

Phase nach der Operation wenig sinnvoll.

Der Hauptgrund der Medikamentenverweigerung

ist die Angst vor eventuell eintretenden

Nebenwirkungen.

Grundsätzlich ist für mich jeder Patient

eine Persönlichkeit mit eigener Entscheidungshoheit.

Jedoch rate ich immer dazu,

an dieser Stelle auf die ärztliche Meinung

zu hören, schließlich leidet die Lebensqualität

massiv, setzt man sich unnötigerweise

dem Schmerz so bewusst aus.

Viele Menschen glauben noch heute,

dass starke Schmerzmedikamente wie

Morphin abhängig machen. Diese Medikamentenklasse

ist zu Unrecht in Verruf, darüber

sind sich die Experten weltweit einig.

Im Vergleich zu anderen europäischen

Ländern werden in Deutschland relativ

wenig Medikamente dieser Klasse verwendet.

Und wenn, dann ganz bestimmt

nicht leichtsinnig, denn sie unterliegen den

gesetzlichen Vorschriften über die Verordnung

von Betäubungsmitteln.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

Medizin & Wissenschaft

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ASKLEPIOS intern 32/2007

11


Medizin & Wissenschaft

Internist Dr. Andreas Puschmann und Dr. Lang (Viszeralchirurg/Proktologe) am Bett einer Patientin. Alle Beteiligten loben das Viszeralchirurgische Zentrum

Gemeinsam untersuchen, behandeln, helfen

Chirurgen und Internisten der Stadtklinik Bad Tölz

gründen interdisziplinäres Bauchzentrum

unter dem Motto »gemeinsam untersuchen,

behandeln, helfen« haben chirurgen

und internisten der stadtklinik Bad

tölz ein interdisziplinäres Bauchzentrum

gegründet. hier werden Patienten, die mit

zunächst unpräzisen oder komplexen erkrankungen

des Bauchraumes in die Klinik

kommen, auf einer neuen, fachübergreifenden

station internistisch und chirurgisch

betreut. das Bauchzentrum vereinigt die

beiden fachgebiete gastroenterologie und

Viszeralchirurgie. auf den Verdauungstrakt

spezialisierte internisten und chirurgen

arbeiten hier zusammen.

Nach mittlerweile einem Jahr Erfahrung

in der direkten interdisziplinären

Zusammenarbeit ist die

Bilanz durchweg positiv. Sowohl Viszeralchirurgen

wie auch Gastroenterologien

wollen das viszeralmedizinische Zentrum

nicht mehr missen.

12 ASKLEPIOS intern 32/2007

Durch tägliche interdisziplinär durchgeführte

Sprechstunden, Visiten und Fallkonferenzen

lässt sich die Versorgung von

Patienten mit Erkrankungen im Magen-

Darm-Trakt besser planen und durchführen.

Dabei verfolgt das Bauchzentrum der

Asklepios Stadtklinik Bad Tölz gleich mehrere

Ziele: vorhandene Ressourcen noch effektiver

zu nutzen,

Sch n it tstel len -

problematiken zu

verringern, Zeiteinsparungen

zu

erreichen, Leerläufe

zu vermeiden

und die vorhandenen Möglichkeiten der

Hightech-Medizin noch gezielter einsetzen

zu können. Diese Maßnahmen gründen jedoch

in einer Phase zunehmender Ressourcenverknappung

und Marktverschärfung

im Gesundheitsbereich nicht allein auf unternehmerischen

Motiven.

In erster Linie

profitiert der Patient.

In erster Linie ist es der Patient, der

von einer Effektivitätssteigerung seiner

Behandlung profitiert. Für ihn wird durch

die interdisziplinäre Zusammenarbeit das

bestmögliche Behandlungsergebnis erzielt.

Darüber hinaus wird der zeitliche Ablauf

von Diagnose und Behandlung optimiert,

Doppeluntersuchungen werden vermieden,

Verlegungen

überflüssig. Ins-

gesamt verkürzt

sich sein stationärerAufenthalt,

und er kann

schneller wieder

gesund nach Hause gehen. Notwendige

Nachsorgebehandlungen werden über

den Sozialdienst, Haus- und Fachärzte im

niedergelassenen Bereich, ambulante Pflegeeinrichtungen

bzw. rehabilitative Nachsorgeinrichtungen

schnell und effektiv

veranlasst.


Die Vorteile eines interdisziplinären

Zentrums liegen auf der Hand:



Dr. Claus Kiehling

Ärztl. Direktor – Chirurg – Viszeralchirurg

Patienten mit ähnlich gearteten Erkrankungen,

in diesem Fall des Verdauungstraktes,

sind nicht auf die

ganze Klinik verteilt, sondern befinden

sich auf einer Station.

Die nötige ärztliche Kompetenz,

Viszeralchirurgen und Gastroenterologen

kooperieren abteilungsübergreifend,

d.h., lange Gehstrecken bzw.

patientenferne Telefonate werden vermieden,

Entscheidungen fallen gemeinsam

am Krankenbett.

Dr. Frank Dorfmeister

Internist – Ltd. Gastroenterologe





Priv.-Doz. Dr. Hans Ulrich Kreider-Stempfle

Internist – Kardiologe – Diabetologe (DDG)

Auch ärztliche und pflegerische

Maßnahmen können durch die Anwesenheit

sämtlicher zuständigen

Fachbereiche besser koordiniert werden,

die Leistungsdichte wird dadurch

erhöht, Terminkollisionen und

zeitliche Leerläufe werden vermieden

und im Idealfall die Liegezeiten verkürzt.

Nicht nur die Patienten werden in

einem gemeinsamen Stationsbereich

untergebracht, auch die Ärzte

und Pflegekräfte, welche diese Station

betreuen, haben ihre Arbeitszimmer

in den großzügig umgestalteten

Räumen. Daneben stehen hier auch

Untersuchungs-, Konferenz- und Besprechungszimmer

zur Verfügung, in

denen mit Patienten, Angehörigen

und Ärzten anderer Fachrichtungen,

insbesondere Radiologen, Pathologen,

Onkologen und dem Sozialdienst

räumlich nah entscheidende Weichenstellungen

besprochen werden können.

Die für die Patientenversorgung direkt

verantwortlichen Oberärzte der

Chirurgie und der Inneren Medizin

haben ein gemeinsames Arztzimmer

direkt im Bauchzentrum, direkte

und schnelle Kommunikation und

Abstimmung sind damit gewährleistet.

Visiten werden grundsätzlich interdisziplinär

durchgeführt. Der Entlassbrief

wird zwischen Chirurgen und

Internisten abgestimmt.

Medizin & Wissenschaft

Leistungsspektrum des Bauchzentrums

Bad Tölz

· 22 Betten in Zweibettzimmern

· Ärzte: je zwei Viszeralchirurgen/Proktologen

und Gastroenterologen und je ein Assistenz-

arzt (Innere Medizin/Chirurgie)

· Gemeinsame Fallbudget- und

Kostenverantwortung

Das Bauchzentrum ist spezialisiert

auf folgende Erkrankungen

· Speiseröhre (Sodbrennen und Achalasie,

Divertikel und Tumoren)

· Magen (Geschwüre, gut- und bösartige Tu-

moren, entzündliche Erkrankungen)

· Dünn- und Dickdarm (gut- und bösartige Tu-

moren, entzündliche Erkrankungen, dro-

hender Darmverschluss)

· Bauchspeicheldrüse (gut- und bösartige Tu-

moren, Entzündungen)

· Colo-Proktologie

· Blutungen des Magen-Darmtraktes

· Erkrankungen der Gallenwege (auch kom-

plexe Gallensteinleiden und Tumoren)

· Erkrankungen der Leber

Kontakt

Bauchzentrum der Asklepios

Stadtklinik Bad Tölz

Telefon: 0 80 41 / 5 07 – 1211

E-Mail: c.kiehling@asklepios.com

oder f.dorfmeister@asklepios.com

Dr. Michael Lang

Chirurg – Viszeralchirurg – Proktologe

ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Medizin & Wissenschaft

Nuklearmedizin hat in St. Georg Tradition

Molekulare Bildgebung und Therapie im Strahlenschutzzentrum auf höchstem Niveau

die strahlenmedizin in der asklepios

Klinik st. georg hat tradition. und das seit

mehr als 100 Jahren. 1895 entdeckte Wilhelm

conrad röntgen die röntgenstrahlen.

zehn Jahre später eröffnete heinrich ernst

albers-schönberg im damaligen allgemeinen

Krankenhaus st. georg ein röntgeninstitut.

es war eines der ersten großen

einrichtungen dieser art – weltweit.

Im Jahr 1905 gründete der Pionier Albers-Schönberg

mit anderen die Deutsche

Röntgengesellschaft. 1907 wurde

ihm der Professorentitel für Röntgenologie

verliehen: eine Weltpremiere! Noch

heute ehrt die Deutsche Röntgengesellschaft

jedes Jahr herausragende Leistungen

mit der Albers-Schönberg-Medaille

und dem Holthusen-Ring, benannt nach

dem Nachfolger von Albers-Schönberg.

1936 enthüllte der Nestor der französischen

Radiologie, Antoine Béclère, einen Gedenkstein

auf dem Gelände des Krankenhauses,

der die Namen von inzwischen 359 Ärzten,

Physikern, Technikern, Laboranten und

1 ASKLEPIOS intern 32/2007

Krankenschwestern aus aller Welt trägt,

die infolge ihrer Arbeit mit den neu entdeckten

Strahlen starben.

Die Entwicklung der Nuklearmedizin

Aus dem traditionsreichen St. Georger

Strahleninstitut entwickelte sich 1974 die

Nuklearmedizin als eigenständige Abteilung.

Außer PET-CT werden alle diagnostischen

Verfahren unter Einsatz offener

radioaktiver Substanzen und modernster

nuklearmedizinischer Techniken angeboten.

Nicht nur für das eigene Haus, sondern

auch für andere Krankenhäuser im Hamburger

Großraum. Kern des Leistungsangebots

sind Schilddrüsen-, Skelett-, Myokard-,

Nieren- und Lungendiagnostik, Entzündungsnachweis,

Lymphszintigraphie zur

Vorbereitung der Wächter-Lymphknoten-

Biopsie sowie Untersuchungen des Magen-

Darm-Traktes. Außerdem stehen spezielle

Rezeptor-Szintigraphien bei neuroendokrinen

Tumoren oder bei neurologischen

Fragestellungen, insbesondere in der Differentialdiagnostik

des Morbus Parkinson

zur Verfügung. Darüber hinaus spielt die

Nuklearmedizin in der Schilddrüsendiagnostik

und -therapie eine ganz entscheidende

Rolle. Die Radiojodtherapie, ein

seit 1946 durchgeführtes und somit altbewährtes

Verfahren mit hervorragenden

Ergebnissen in der Behandlung von Überfunktionszuständen

(heiße Knoten oder

Immunhyperthyreosen), bietet eine hervorragende

Alternative zur Schilddrüsenoperation.

Pro Jahr kommt sie bei ca. 650

Patienten zum Einsatz.

In hoher Frequenz werden außerdem

Schilddrüsenkarzinom-Patienten mit Radiojod

behandelt. Die Therapiestation der

Abteilung mit sieben Betten ist für Hochdosistherapien

zugelassen.

Nach einem Informations- und Aufklärungsgespräch

in der nuklearmedizinischen

Schilddrüsenambulanz (KV-Ermächtigung

zur Überprüfung der Radiojodtherapieindikation)

erhält der Patient den Termin für

ein ambulantes Radiojodstoffwechselstudium

an zwei Nachmittagen, bei dem eine

individuell angepasste Radiojoddosierung


erechnet wird. Die stationäre Aufnahme

erfolgt nach Absprache an einem der folgenden

Tage. Das radioaktive Jod (J-131)

wird in Kapselform einmalig am ersten Tag

des stationären Aufenthaltes geschluckt.

Die Schilddrüsenzellen nehmen J-131 auf

und organifizieren es, was zu einer hohen

Konzentration führt. Die emittierte Beta-

Strahlung, die nur eine minimale Reichweite

im Gewebe hat, wirkt so direkt auf

das Schilddrüsengewebe. Diese Therapie

ist ausgesprochen nebenwirkungsarm und

sehr gut verträglich. Die Strahlenschutzverordnung

schreibt einen mindestens 48stündigen

stationären Aufenthalt vor. Die

stationäre Aufenthaltsdauer ist u.a. abhängig

von der verabreichten Radiojoddosis.

Durchschnittlich beträgt sie drei bis

vier Tage.

Neue nuklearmedizinische therapeutische

Möglichkeiten ergeben sich bei der

Behandlung von Non-Hodgkin-Lymphom-

Patienten mittels einer Radioimmuntherapie,

die ebenso wie die Schmerztherapie

bei multiplen Skelettmetastasen ambulant

durchgeführt werden kann.

Die St. Georger Abteilung für Nuklearmedizin

ist Teil q

des nationalen Kompetenz-

A-OT06076

Aesculap Orthopaedics

Weitere Informationen finden Sie unter:

www.aesculap-patienteninfo.de

netzes regionaler Strahlenschutzzentren

(RSZ), einer Einrichtung des Instituts

für Strahlenschutz der Berufsgenossenschaften

der Feinmechanik und Elektrotechnik

sowie der chemischen Industrie

in Köln. Bei Unfällen mit Einwirkung ionisierender

Strahlung stehen die regionalen

Strahlenschutzzentren (in Norddeutschland

Hamburg, Hannover, Berlin und

Greifswald) zur Messung, Dekontamination

und Behandlung von je drei bis vier

Patienten mit hoch spezialisiertem Perso-

Medizin & Wissenschaft

Brisante Themen beim 4. INTERCON in Hamburg

Seit dem Tod des russischen Ex-Spions Alexander Litwinenko durch Polonium-210 taucht immer

wieder die Frage auf, ob das Radionuklid von Terroristen eingesetzt werden könnte. Das Risiko ist

jedoch gering, da Polonium-210 sehr selten ist. »Lebensgefährlich ist es nur, wenn es in den Körper

gelangt. Behandelnde Ärzte und Krankenpfleger dürfen daher nicht mit den Ausscheidungen der

Patienten in Kontakt kommen«, erklärte Dr. Heinzpeter Moecke, Leiter des Instituts für Notfallmedizin

der Asklepios Kliniken im LBK Hamburg im Vorfeld des 4. International Emergency and Rescue

Congress and Exhibition (INTERCON), zu dem vom 13. bis 15.9.2007 mehr als 1.000 Teilnehmer

im CCH Congress Center Hamburg erwartet werden. Radiologische Schadenslagen sind neben

chemischen und biologischen ein Schwerpunkt des 4. INTERCON. Zahlreiche brisante Themen stehen

auf der Tagesordnung. Experten aus Wissenschaft und Forschung, Katastrophenschutz, Feuerwehr,

Rettungsdienst, Gesundheitswesen, aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung diskutieren neue

Erkenntnisse in Katastrophenschutz und Notfallmedizin und entwickeln gemeinsam Strategien,

um den Herausforderungen der Zukunft besser begegnen zu können. Weitere Infos und das vollständige

Tagungsprogramm finden Sie im Internet unter www.internationaler-kongress.de.

nal und entsprechenden Einrichtungen zur

Verfügung.

Michael Weber, Bernhard Leisner

Mehr Infos und Kontakt:

Asklepios Klinik St. Georg, Abt. für

Nuklearmedizin

Prof. Dr. Bernhard Leisner, Chefarzt

Telefon (040) 18 18 85-20 46

Dr. Michael Weber, Oberarzt

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ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Medizin & Wissenschaft

1 ASKLEPIOS intern 32/2007

Endoprothetik

des Sprunggelenks


Neue Therapie als Alternative zur

Versteifungsoperation in Parchim

die arthrodese (Versteifung) des oberen

sprunggelenkes bei schmerzhafter

arthrose gilt seit der erstoperation im 19.

Jahrhundert als standard-operation bei

dieser erkrankung. obwohl in der Literatur

über gute ergebnisse berichtet wird,

treten doch folgende Probleme auf, die betrachtet

werden müssen.






Die kompensatorische Überlastung

der benachbarten Gelenke, insbesondere

des Subtalargelenkes mit Arthroserate

von 66 Prozent nach 12 Jahren

Relativ häufig treten Pseudoarthrosen

und verzögerte Konsolidierungen der

Arthrodesen auf.

Die Versteifungsoperation bedingt

eine lange Ruhigstellungsdauer und

bedarf einer langen Rehabilitation.

Durch die Versteifung des Sprunggelenkes

kommt es zu Veränderungen

des Gangbildes des Patienten mit Hinken

und Schmerzen, insbesondere in

den angrenzenden Gelenken.

Die Versteifung des oberen Sprunggelenkes

verstärkt die Tibiarotation. In

Einzelfällen wurde über Ermüdungsfrakturen

der Tibia berichtet.

Vor allem die Arthrose des Subtalargelenkes

und der transversalen Fußgelenke

führt häufig zu Versteifungsoperationen

der genannten Gelenkanteile nach Arthrodese

des oberen Sprunggelenkes.

Alternativ bietet sich die endoprothetische

Versorgung des oberen Sprunggelenkes

an. Seit der Erstimplantation

durch Lord und Marotte 1970 hat sich

die Endoprothetik des oberen Sprunggelenkes

deutlich verändert. Die aktuelle

Generation der oberen Sprunggelenksendoprothesen

ist durch folgende Merkmale

gekennzeichnet:




ein anatomisches Design der Prothesen

nur minimale Knochenresektion von

Tibia und Talus

eine zementfreie Verankerung der

Prothese mit Hydroxyapathitbeschichtung

der Knochenkontaktfläche



Formflüssigkeit und vollständige Kongruenz

für den Polyethylengleitkern

eine genaue Implantationstechnik

und anatomische Oberflächen des

künstlichen Gelenkes.

Nach den aktuellen Studien aus den

Jahren 2004 bis 2005 liegen die Lockerungsraten

der jüngsten Generation der

Sprunggelenksendoprothesen über einen

Fünfjahreszeitraum zwischen zwei und 18

Prozent. Aufgrund der guten Ergebnisse

haben sich die Ärzte in der Asklepios Klinik

Parchim sich entschlossen, die Endoprothetik

des oberen Sprunggelenkes ab

2006 in das Behandlungsspektrum aufzunehmen.

Vor der Erstimplantation erfolgt

eine entsprechende Ausbildung in der Orthopädischen

Universitätsklinik Basel.

Welche Vorteile bietet der Sprunggelenksersatz

für den Patienten?

▶ Der Sprunggelenksersatz stellt eine

natürliche Lösung mit Erhalt der

Funktion des oberen Sprunggelenkes

dar mit daraus resultierender Entlastung

der benachbarten Gelenke.

▶ Die Operation führt zu einer deutlich

verkürzten Ruhigstellungs- und Reha-

Sprunggelenk seitlich: Sprunggelenksendoprothese

mit varisierender Fersenbeinosteotomie



Medizin & Wissenschaft

Dauer mit früherer voller Belastbarkeit

der betroffenen Extremität.

Der Gelenkersatz führt zu einer Wiederherstellung

des Gangbildes mit natürlichem

Abrollmechanismus des

Fußes.

Durch die minimale Knochenresektion

von Tibia und Talus bleibt die

Möglichkeit einer Versteifungsoperation,

auch zu einem späteren Zeitpunkt,

erhalten. Dies betrifft nicht

nur die Fälle, in denen die Endoprothese

versagt, sondern stellt auch

eine gute Option vor allem für jüngere

Patienten dar, bei denen dann eine

etwaige Arthrodese zu einem viel späteren

Zeitpunkt erfolgen kann und

Folgeoperationen in einen Lebensabschnitt

verlagert werden, in dem die

körperliche Aktivität deutlich geringer

ausfällt. Aufgrund der bisher vorliegenden

sehr guten Ergebnisse nach

Sprunggelenksendoprothetik kann

diese Behandlungsmethode als Alternative

zur Versteifung des oberen

Sprunggelenkes empfohlen werden.

Dr. Rüdiger Wenzel

Sprunggelenk von vorn: einliegende zementfreie

Sprunggelenksendoprothese

ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Medizin & Wissenschaft

»Mit der Diagnosestellung beginnt

für die Patienten eine Odyssee«

Behandlung unheilbar (?) Kranker in der Weserbergland-Klinik Höxter

in vielen Bereichen der Medizin haben

wir es mit chronisch Kranken zu tun. gerade

bei ständig fortschreitenden erkrankungen,

die über viele Jahre hinweg zu

einem immer höheren Maß an Körperbehinderungen

führen, ergeben sich ganz

besondere anforderungen an die therapeuten.

einzelne Krankheiten wie niereninsuffizienz,

diabetes, rheuma und Ms

haben den sprung in die etablierung fester

Langzeitbehandlungsregime und geeigneter

einrichtungen zu deren umsetzung

geschafft.

Neuromuskuläre Erkrankungen

(NME) bedeuten für die Betroffenen

ein Leben mit Schwierigkeiten,

die aus Unsicherheiten bei Ärzten,

Kostenträgern und Mitmenschen resultieren.

Zugegeben – es handelt sich bei der

Vielzahl von Varianten meistens um sehr

seltene Erkrankungen, in der Summe sind

es aber geschätzte 100.000 bis 300.000 Bundesbürger,

die an einer solchen Krankheit

leiden.

Der deutsche Name »Muskelschwund«

drückt recht plastisch aus, was passiert: Aufgrund

eines primären, genetisch fixierten

Defekts verschwindet Skelettmuskulatur

und wird zum Teil durch Binde- oder Fettgewebe

ersetzt. Dieses führt im äußeren

Erscheinungsbild zu Kontrakturen, Muskelschwund,

aber auch Pseudohypertrophie

der betroffenen Muskulatur.

Bereits mit der Diagnosestellung beginnt

für eine Reihe von Patienten eine

Odyssee, da in der Frühphase der Erkrankungen

typische Leitsymptome häufig

fehlen oder verkannt werden. Insbesondere

Schwäche und Erschöpfbarkeit führen

zu vielfältigen Überlegungen, die erst

spät in Richtung NME gelenkt werden.

Neben einer positiven Familienanamnese

kann ein erhöhter CK-Wert ebenso wie erhöhte

»Leberwerte« ein Hinweis sein. Spezifischer,

aber auch erheblich aufwendiger,

sind neurophysiologische Untersuchungen,

Muskelbiopsie und Molekulargenetik.

Ist die Diagnose gestellt, sind die Fragen

nach Prognose und Therapie meist

1 ASKLEPIOS intern 32/2007

Für Kinder und Jugendliche wird das therapeutische Programm durch spielerische Elemente ergänzt

ebenso schwer zu beantworten. Bei NME

ist derzeit kaum ein Medikament verfügbar,

das nachweislich den Erkrankungsverlauf

beeinflussen kann. Für Creatinphoshat

und Albuterol liegen nur kleine, für einzelne

Krankheitsbilder durchgeführte Untersuchungen

vor, die einen mäßigen Effekt

beschreiben. Etabliert ist trotz erheblicher

Nebenwirkungen Cortison bei Duchenne

MD. Für eine Stoffwechselkrankheit aus

der Gruppe der Speicherkrankheiten – die

Glycogenose Typ II mit einem Mangel an

saurer Maltase – ist seit Sommer 2006 eine

Enzymersatztherapie (alglucosidase alfa –

Myozyme ® ) verfügbar, die eine quasi-kausale

Behandlung ermöglicht.

Für alle Patienten mit NME bleibt die

physikalische Medizin mit den Säulen Physiotherapie,

Massage, Hydro- und Elektrotherapie

neben ergotherapeutischen

Maßnahmen und einer adäquaten Hilfsmittelversorgung

die einzige verfügbare

Therapiealternative.

Das aktuell gültige Therapieschema

umfasst neben täglicher Einzelkrankengymnastik

auch die Ergotherapie,

klassische Massagen, Atemtherapie, Elektrotherapie

in Form von Reizstrombehandlungen

oder Elektromassage sowie den

Einsatz von medizinischer Trainingstherapie,

Aquajogging, Fahrradergometrie oder

Laufbandtraining.


Gerade aufgrund der Seltenheit ihrer

Krankheitsbilder erleben die Patienten

vielerorts eine Integration in ein Standard-

Rehabilitationsschema und ein Scheitern

therapeutischer Bemühungen. Auch

die bauliche Ausstattung der Klinik sollte

Schwer- und Schwerstbehinderten ein

selbstständiges Bewegen ermöglichen.

Seit 1985 wird diese Therapie in der

Weserbergland-Klinik in Höxter bei inzwischen

ca. 2.000 Patienten in ca. 4.000

stationären Behandlungen durchgeführt.

Zuletzt an 400 Patienten pro Jahr. Jeder

von ihnen wird bei Aufnahme und Entlassung

nach einem in der Klinik entwickelten

Schema funktionell getestet, um gezielt

therapieren und Ergebnisse dokumentieren

zu können.

Wesentlich sind hier Erkenntnisse,

dass herkömmliche Skalen die Funktionalität

nicht korrekt wiedergeben, noch Behandlungsergebnisse

damit dokumentiert

werden können.

Eine stationäre Behandlung dauert

durchschnittlich vier Wochen und führt

bei der Mehrheit der Patienten zu einer Ver-

besserung diverser Funktionen, die etwa

neun Monate anhält. Bewährt hat sich bei

vielen Betroffenen eine Wiederholung im

Jahresabstand.

Außerdem werden routinemäßig bei

den spinalen Formen das Atmungssystem

und bei den Dystrophien Herz und

Atmung gezielt untersucht und ggf. medikamentös

oder apparativ behandelt (DCM,

Rhythmusstörungen, ventilatorische Insuffizienz,

Schlafapnoesyndrome…).

Bei Kindern und Jugendlichen mit

neuromuskulären Erkrankungen spielt

nicht nur die zunehmende Behinderung

eine Rolle, zusätzlich sind entwicklungstypische

Probleme für Kinder und Eltern

zu bewältigen. Seit mehreren Jahren wird

eine stetig steigende Anzahl von Kindern

und Jugendlichen mit unterschiedlichen

Erkrankungen, zumeist Muskeldystrophie

Duchenne, spinale Muskelatrophien und

FSH-Muskeldystrophien behandelt. Hier

wird das übliche therapeutische Programm

durch spielerische Elemente und Freizeitaktivitäten

erweitert und erfreut sich eines

zunehmenden Zuspruchs. Das Therapie-

Medizin & Wissenschaft

programm wird durch einen freiwilligen

Ergänzungsunterricht in den Kernfächern

Deutsch, Mathematik und Englisch in

Kleingruppen erweitert, um hier zu große

Defizite zu vermeiden.

Allein schon das Kennenlernen anderer

betroffener Kinder und der Eltern untereinander

entwickelt eine erhebliche Dynamik.

Und zu mehreren kann man auch im Elektrorollstuhl

Fußball spielen – zumindest

mit einem Softball in der Halle.

Auch Kinder profitieren von einem drei-

bis vierwöchigen Aufenthalt mit Funktionsverbesserungen

unabhängig von den

psychodynamischen Veränderungen bei

Kindern und Eltern. Hier ist besonders die

Unterstützung durch Psychologen und Seminare

hilfreich.

Fazit: »Although currently incurable,

neuromuscular diseases (NMDs) are not

untreatable« (Carter, 1997) – obwohl zurzeit

unheilbar, sind neuromuskuläre Erkrankungen

deshalb nicht unbehandelbar.

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ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Medizin & Wissenschaft

Zöliakie – Patienten müssen

lebenslang auf Gluten verzichten

Kinderklinik Heidberg untersucht gezielt auf Zöliakie

zöliakie ist eine chronische erkrankung

der dünndarmschleimhaut aufgrund

einer Überempfindlichkeit gegen gluten,

das in vielen getreidesorten vorkommende

Klebereiweiß. die unverträglichkeit ist

zum teil genetisch determiniert und bleibt

lebenslang bestehen. in deutschland ist

die Prävalenz mit regional bis zu 1:100 sehr

hoch. damit fänden sich in jedem hamburger

u-Bahnzug ein bis drei Betroffene.

Die Zöliakie teilt sich die genetische

Basis mit dem kindlichen

Diabetes Typ 1 (IDDM) und der

Schilddrüsenentzündung. Auch für diese

Erkrankungen steigt die Häufigkeit im

Falle des insulinpflichtigen Diabetes z.T.

dramatisch.

Gluten, ein Eiweiß, das in ähnlicher

Form bei Roggen, Weizen, Dinkel und

Gerste gefunden wird, stimuliert das Immunsystem

zu einer Reaktion gegen die

Dünndarmschleimhaut und andere Gewebe.

Mit vollständiger Elimination von

Gluten und ähnlichen Klebereiweißen (Prolamine)

aus der Nahrung ist die Erkrankung

abzustellen. Eine solche »glutenfreie«

Ernährung muss strikt und lebenslang eingehalten

werden.

Die Hauptfolge einer unbehandelten

Zöliakie ist der Verlust normaler Dünndarmzotten.

Daraus folgen eine gestörte

Spaltung der Kohlenhydrate, fehlende Aktivierung

der Bauchspeicheldrüsenenzyme

und eine komplexe Fehlverdauung mit sauren

Durchfällen und Fettstühlen. Kinder,

die von dieser Krankheit betroffen sind,

nehmen nicht mehr zu, entwickeln einen

aufgetriebenen Bauch, ein Tabaksbeutelgesäß

und Mangelzeichen. Oft dominiert ein

Eisenmangel, manchmal verschiedene Defizite

(Vitamin K, Zink, etc).

Durch moderne Nahrungsmittel kann

eine Zöliakie auch unerkannt und ohne typische

Symptome verlaufen. Dann führen

Bauchschmerzen (auch mit Verstopfung),

Leberwerterhöhung, Bauchspeicheldrüsenprobleme,

Osteoporose, Anämie oder

Hauterkrankungen zur Diagnose.

20 ASKLEPIOS intern 32/2007

Aktuell im Fokus des allgemeinen Interesses

stehen funktionelle Bauchschmerzen

oder »das Reizdarmsyndrom«. Auch hier

kann sich eine Zöliakie verbergen. Luft

im Bauch (Meteorismus), Konzentrationsschwächen

und Schlaflosigkeit durch

Die Dystrophie steht nicht mehr im Mittelpunkt, es dominiert ein vorgewölbter Malabsorptionsbauch


Oft fällt den Kinderärzten nur eine muskuläre

Hypotonie auf

Bauchschmerzen oder Haarausfall können

die hinweisenden Beschwerden sein, aber

auch Osteoporose, psychiatrische Erkrankungen

oder Minderwuchs.

Die Kinderklinik Heidberg bietet über

die Ermächtigungspraxis für Kindergastroenterologie

(Gastroambulanz) in enger

Zusammenarbeit mit niedergelassenen

Kinderärzten, Allgemeinärzten und Internisten

die Möglichkeit, den Verdacht auf

Zöliakie zu erhärten. Die Gastroambulanz

wird von Dr. Thomas Schneider geleitet.

Das Team der Kindertagesklinik ermöglicht

eine kindergastroenterologische Funktionsdiagnostik

und Ernährungsberatung.

Die Gastroambulanz ist Mitglied im altersübergreifenden

»Gastronetz Hamburg

Nord« und realisiert die Qualitätskontrolle

der Antikörperbestimmung. Die endoskopischen

Eingriffe finden in der Regel

ambulant statt und werden durch die Hygienequalitätskontrolle

der Asklepios Kliniken

überwacht. Die Histologie wird nach

Standard vergleichbar durch das pathologische

Institut im Hause erstellt.

Der entscheidende Schritt zur Diagnose

ist die Bestimmung der zöliakie-assoziierten

Antikörper: Im Mittelpunkt stehen

die Antikörper gegen gewebsspezifische

Transglutaminase, die nur in Zusammenhang

mit einem Wert für das Gesamt-IgA

zu bewerten sind. Die Diagnose wird erst

durch die immunhistologische Beurteilung

einer Dünndarmbiopsie gestellt.

Interessant ist der Fall eines 41-Jährigen,

der sich wegen Bauchschmerzen untersuchen

ließ. Seit vier Jahren litt er unter

zunehmenden Abdominalkrämpfen und

anfallsartigen Durchfällen. Schon länger

war aufgefallen, dass er viel essen konnte,

ohne zuzunehmen. Bei einer Größe von 186

cm wog er lediglich 67 kg.

Die Histologie zeigte eine Zöliakie.

Unter glutenfreier Ernährung stellte sich

bei dem Patienten endlich ein Wohlbefinden

ein. Daraufhin fielen gesundheitliche

Probleme bei den Kindern auf. Denn auch

die 12 Jahre alte Tochter klagte schon länger

über Bauchschmerzen und phasenweise

attackenartige Durchfälle. Ebenso

der acht Jahre alte Sohn des Patienten. Bei

beiden Kindern wurde ebenfalls Zöliakie

diagnostiziert.

Eine glutenfreie Ernährung (< 100 ppm

Gluten pro kg Nahrungsmitteltrockengewicht)

vermag alle Veränderungen an der

Darmschleimhaut sowie viele Symptome

und Begleiterscheinungen wieder zu beseitigen.

Das erhöhte Risiko für Neoplasien

und die erhöhte Sterblichkeit können

so reduziert werden. Eine Behandlung bezieht

den Ersatz von Verlusten (Infusion),

die Gabe von Pankreasenzymen, Laktase

und eine Ernährungsberatung ein.

Anhand von Klinik, Histologie und Serologie

lassen sich unterschiedliche Manifestationen

unterscheiden:





Klinik, Antikörper und Histologie

vorhanden: manifeste Zöliakie

(mit typischer oder atypischer Klinik),

Therapie: glutenfreie Ernährung

lebenslang

Antikörper und Histologie vorhanden,

keine Beschwerden: silente Zöliakie

(mit oder ohne IDDM/Thyreoiditis),

Therapie: glutenfreie Ernährung nicht

sicher sinnvoll, aber zu empfehlen,

besonders bei schwankenden BZ und

gleichzeitigem IDDM

Antikörper vorhanden, Histologie

nicht typisch, aber Infiltrat, Therapie:

glutenfreie Ernährung lebenslang

Antikörper vorhanden, Histologie

normal, keine Klinik, latente Zöliakie,

keine Therapie – Effekt einer Diät

nicht belegt.

Bei klassischen Fällen mit Ansprechen

auf eine Diät oder silenter Zöliakie mit

Assoziation ist eine Kontrollbiopsie oder

Glutenbelastung nicht sinnvoll. Kommt es

allerdings unter Diät nicht zur klinischen

Verbesserung, ist eine Kontrollbiopsie im

Verlauf, frühestens nach sechs Monaten

Diät, indiziert.

Ann-Christin Nehlsen,

Dr. Thomas Schneider

Medizin & Wissenschaft

Impressum

Herausgeber

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Hubertusstraße 12–22, 16547 Birkenwerder

www.asklepios.com

Chefredaktion

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Konzeption & Redaktion

Bundschuh – Pressedienst

Projektleitung: Sabine Bundschuh

www.bundschuh-pressedienst.de

Redaktionelle Mitarbeit

Jens-Oliver Bonnet, Andrea Materna

Redaktionsanschrift

ZD Unternehmenskommunikation & Marketing

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Satz & Gestaltung

Gero Pflüger Grafik & DTP, Hannover

www.kreativ-ackern.de

Fotos

Sabine Bundschuh (S. 56, 57), DAK (S. 28), Dana

Fumiento (S. 1, 8, 9, 46), ) Peter Hamel (S. 6, 7,

24, 29, 40, 47, 50, 54, 58, 59, 61), Dr. Kristina

Hübener (S. 52, 53), Joachim Milde (S. 60), Holger

Peters (S. 43), Robert Skarupke (S.49 ), Bertram

Solcher (S.14, 33, 38)

Schlussredaktion

Arnd M. Schuppius

Druck

Druckerei Biewald, Hannover

Erscheinungsweise

4 x jährlich bundesweit

Auflage

25.000 Exemplare

Anzeigen

Sabine Malsch DTP-Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20

E-Mail: sabine.malsch@t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 17.08.2007

Nächster Redaktionsschluss: 20.07.2007

Die nächste Ausgabe von Asklepios intern

erscheint am 28.09.2007.

Copyright

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit dem

Einverständnis der Redaktion. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine

Haftung übernommen.

Namentlich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung des Herausgebers oder der

Redaktion wieder.

ASKLEPIOS intern 32/2007

21


Medizin & Wissenschaft

Endokrine Ophthalmopathie

Therapie führt zu deutlich funktionellen Verbesserungen des Krankheitsbildes

die endokrine ophthalmopathie betrifft

etwa die hälfte der Patienten mit

einer hyperthyreose vom Basedow-typ

(graeves’ disease). sie tritt aber auch

bei anderen formen einer autoimmunhyperthyreose

auf. sie kann sowohl vor,

während oder nach einer hyperthyreose

vorkommen. dies geschieht auch ohne

nachweisbare schilddrüsenstoffwechselstörung

und antikörpertitererhöhung.

Anfangs ist die Ophthalmopathie

nur durch ein Fremdkörpergefühl

der Augen und ein Gefühl der

»schweren Lider« gekennzeichnet. Später

kommen dann die typischen klinischen

Zeichen (siehe Tabelle) mit dem meist doppelseitigen

– in zehn Prozent der Fälle

einseitigen – Exophthalmus mit weiter Lidspalte

hinzu. Die endokrine Ophthalmopathie

ist die häufigste Ursache für einen

ein- oder beidseitigen Exophthalmus beim

Erwachsenen.

Zeichen der endokrinenOphthalmopathie

22 ASKLEPIOS intern 32/2007

Klinik

Dalrymple Sichtbare Sklerasichel

durch Oberlidhochstand

Von Graefe Zurückbleiben des

Oberlides bei langsamem

Abblick

Moebius Konvergenzschwäche

Stellwag Seltener Lidschlag

Gifford Erschwertes Ektropionieren

des Oberlides

Ein Lidödem tritt bei fast allen betroffenen

Patienten auf. Zusätzlich findet man

häufig einen Widerstand gegen Retropulsation

(Zurückdrängen) der Bulbi in die Orbita

und einen erhöhten Augeninnendruck

beim Aufblick.

Komplikationen

Etwa fünf Prozent der Patienten entwickeln

ein sehr schweres Krankheitsbild

mit kompressiver Optikusneuropathie

und damit Bedrohung des Sehvermögens.

Eine Schwellung des Nervus opticus mit

Papillenstauung und nachfolgender Opti-

In der Sehschule der Augenabteilung der Klinik Nord werden alle Augenfehlstellungen untersucht

kusatrophie sowie progressive Chemosis

und Gefäßinjektion der Bindehaut, Lidretraktion

mit Expositionskeratopathie

wegen Lidschlussdefizit bis zum Ulcus

der Hornhaut und Perforationsgefahr (maligner

Exophthalmus) stellen die schwersten

Komplikationen dar. In diesen Fällen

ist eine chirurgische Druckentlastung der

Orbita unumgänglich, sie wird aber auch

bei weniger dramatischen Fällen zur Korrektur

des Exophthalmus durchgeführt.

Dazu sind verschiedene operative Verfahren

etabliert.

Ophthalmologische Stellungskorrektur

Der infiltrative entzündliche Prozess

der orbitalen Strukturen führt im Verlauf

der Erkrankung bei vielen Patienten zu

Motilitätsstörungen der Augen mit dem

Auftreten von Doppelbildern. Die ophthalmologische

Stellungskorrektur der Augen

durch Augenmuskeloperation kann immer

erst nach Stabilisierung der Stoffwechselparameter

und abgeschlossener Fibrosierung

des orbitalen Gewebes sowie nach

einer eventuell durchzuführenden Orbitaentlastung

erfolgen, da sonst die Gefahr

der Ineffektivität der operativen Maßnahmen

mit unvorhersehbaren operativen

Effekten besteht. Das Ziel einer Schieloperation

ist die Vergrößerung des binoku-

laren Blickfeldes ohne Doppelbilder unter

besonderer Berücksichtigung des Abblickes

und eine Reduktion der Kopfzwangshaltung.

Ein volles doppelbildfreies Sehen

in allen Blickrichtungen ist wegen der eingeschränkten

Beweglichkeit der fibrosierten

Augenmuskeln kaum zu erreichen. Die

operativen Techniken bevorzugen deshalb

auch die Rücklagerungen der Augenmuskeln

um bestimmte, präoperativ zu messende

Strecken.

In der Augenabteilung der Asklepios

Klinik Nord werden sämtliche Augenfehlstellungen

in der Sehschule untersucht und

die akute strabologische Versorgung der

Patienten mit Doppelbildern mit Prismenfolien

und später mit einer Schieloperation

durchgeführt. Lidchirurgische Maßnahmen

folgen immer erst nach abgeschlossener

Orbita- und Augenmuskelchirurgie,

da diese Maßnahmen die Stellung der Lider

beeinflussen.

Fazit

Die Behandlung der endokrinen Ophthalmopathie

ist nicht vorwiegend eine kosmetisch-psychische

Therapie, sondern führt

vor allem zu einer deutlichen funktionellen

Verbesserung des Krankheitsbildes.

Dr. Annette Kutschan


Medizin & Wissenschaft

»Wissenschaft ist laut, frech, teuer und fällt auf«

Prof. Dr. Christfried Tögel, Direktor des SALUS-Instituts, macht sich Gedanken

der oben zitierte satz stammt aus dem

Buch »Wider den Methodenzwang« meines

verstorbenen freundes und Kollegen Paul

feyerabend. ich möchte noch ein zitat von

thomas henry huxley hinzufügen: »die

große tragödie der Wissenschaft ist die erledigung

einer wunderschönen hypothese

durch eine hässliche tatsache.« Warum

sollen sich nun unsere Versorgungskrankenhäuser

mit dieser armseligen Wissenschaft

beschäftigen?

Zynisch gewendet könnte man sagen:

Es ist immer gut, wenn man eine

Entscheidung oder eine Forderung

»wissenschaftlich« legitimieren kann. So

hielt sich die katholische Kirche im Prozess

gegen Galilei viel enger an wissenschaftliche

Erkenntnisse und die Vernunft als

Galilei selbst. Sie konnte mit wissenschaftlichen

Argumenten ihr Urteil gegen den

Astronomen sehr gut untermauern. Auch

wir können heute mit Gewinn Ergebnisse

wissenschaftlicher Untersuchungen als Argumentationshilfe

einsetzen. Und wir sollten

es auch tun.

Es gibt auch »innere« Gründe, die dafür

sprechen, beispielsweise bei der Kontrolle

des Behandlungserfolges auf wissenschaftliche

Instrumente zu vertrauen oder Vorhersagen

über bestimmte Entwicklungen

nicht nur aus dem Bauch heraus zu treffen.

Solche Gründe sind z.B.:



Nicht nur wir haben unsere Erfahrungen,

sondern auch in wissenschaftliche

Veröffentlichungen und

empirische Untersuchungen anderer

gehen Erfahrungen ein.

Das »Advocatus-Diaboli«-Prinzip:

In der katholischen Kirche war es

jahrhundertelang üblich, im Verfahren

der Heiligsprechung Personen,

die Argumente gegen die Heiligsprechung

vorzubringen hatten, zu hören.

Heute wendet man diese Argumentationstechnik

in vielen Bereichen an

– man vertritt mit seinen Argumenten

die Gegenseite, ohne selbst zur Gegenseite

zu gehören.

Das dient der besseren Durchdringung

des Gegenstandes und damit

der Sache selbst.

Prof. Dr. Christfried Tögel (r.) war wissenschaftlicher Berater für das ZDF-Doku-Drama »Freud«. Bei den Drehar-

beiten in London traf er Hauptdarsteller Dietmar Schönherr, den er dafür gewinnen konnte, zur Voraufführung des

In unserem Fall heißt das: Je mehr kritische

Überlegungen und andere Gesichtspunkte

wir in unsere Einrichtungen holen,

umso größer werden die Chancen, dass

auch unsere Therapien sich entwickeln

und unser Behandlungserfolg besser wird.

Trotz vieler Schwierigkeiten haben unsere

Arbeitsgruppen zur Therapieevaluation ein

wenig zu diesem Ziel beigetragen.

Ein zweiter Schwerpunkt der Arbeit

des SALUS-Instituts ist die Trendforschung.

Wir haben mit dem Institut für

Computersimulation und Graphik der Ottovon-Guericke-Universität

Magdeburg mit

der Entwicklung eines Modells begonnen,

das die Zukunft der psychiatrischen Versorgung

simulieren kann. Dass wir dieses

Projekt in Angriff genommen haben, ist

bereits in vielen Ländern auf Interesse

gestoßen.

Zurück zum Thema: Natürlich wollen

wir auch auffallen. Dazu bot sich im letzten

Jahr besonders reichlich Gelegenheit. Es

war der 150. Geburtstag Sigmund Freuds,

und das zum SALUS-Institut gehörende

Sigmund-Freud-Zentrum war durch mich

bei einer Reihe von medienwirksamen

»Events« vertreten: Eine 3sat-Sendung von

der Leipziger Buchmesse, drei einstündige

Films nach Uchtspringe zu kommen

Sendungen bei Radio Bremen, dem Nordwestradio

und dem Südwestfunk. Wir

waren an der Gestaltung der Freud-Ausstellung

im Jüdischen Museum in Berlin

beteiligt, und mein Buch »Freud für Eilige«

ist als Hörbuch bei Randomhouse/Bertelsmann

erschienen. Schließlich ist der von

mir betreute ZDF-Film »Freud«* mit Dietmar

Schönherr in der Hauptrolle nun fertig

und wird im Herbst 2007 zur besten Sendezeit

zu sehen sein.

Ich glaube, dass das SALUS-Institut

zu einem Bestandteil der SALUS gGmbH

geworden ist, auf den wir alle stolz sein

können.

Prof. Dr. Christfried Tögel

Im Rahmen der

Serie »Giganten«

zeigt das ZDF den

Beitrag »Freud« im

Oktober 2007.

Zur Serie ist ein

Buch im List-Verlag

erschienen: Giganten.

Große

Wegbereiter der Moderne.

Es kostet 24

Euro.

ASKLEPIOS intern 32/2007

2


Medizin & Wissenschaft

90 Prozent der Operationen werden

ohne Vollnarkose gemacht

Klinikum in Bad Abbach ist Kompetenzzentrum für Regionalanästhesie

schon immer war es das ziel der operativen

Medizin, dem Patienten nach einer

operation eine rasche erholung mit geringen

Beschwerden zu ermöglichen. die entwicklung

und etablierung der Minimal

invasiven Medizin hat in nur 15 Jahren zu

revolutionären Veränderungen innerhalb

des gesundheitswesens geführt und durch

den einzug der »fast-track-chirurgie« traditionelle

Vorgehensweisen über Bord geworfen.

Von der Öffentlichkeit wenig

wahrgenommen, hat sich das Behandlungsspektrum

auch in der anästhesie in

richtung minimal invasiver Vorgehensweise

erheblich erweitert.

Eine Operation unter Vollnarkose

stellt oftmals eine erhebliche Belastung

für den Organismus dar.

Dr. Georg Bonnländer, Chefarzt für Anästhesie

am Asklepios Klinikum Bad Abbach,

kennt bessere Methoden für eine

schmerzfreie Operation: »Periphere Nervenblockade«

heißt die innovative Technik,

die die Vollnarkose bei den meisten

Operationen in der Orthopädie und Unfallchirurgie

überflüssig macht. Am Klinikum

in Bad Abbach kommt dieses minimal invasive,

aber maximal schonende Verfahren

bereits bei fast allen Operationen an den

Extremitäten zum Einsatz.

Bei der peripheren Nervenblockade

betäubt der Anästhesist mit einem Lokalanästhetikum

nur die Nerven der Extremität,

an der operiert wird. Durch die

Anlage von Kathetern kann die periphere

Nervenblockade auch postoperativ fortgesetzt

werden; dies führt dazu, dass der Patient

auch in den Tagen nach der Operation

schmerzfrei bleibt. »Auf diese Weise lassen

sich auch alle komplizierten Operationen,

wie zum Beispiel die Implantation

eines künstlichen Knie- oder Schultergelenkes,

ohne Vollnarkose durchführen«, erklärt

Dr. Bonnländer.

Während die Vollnarkose nur noch in

zehn Prozent aller Eingriffe verwendet

wird und sich damit auf Wirbelsäuleneingriffe

und kinderorthopädische Operationen

reduziert und sich auch die Technik

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

der Spinalanästhesie weitgehend auf die

Hüftendoprothetik beschränkt, dominieren

die innovativen Methoden der peripheren

Nervenblockade längst den Alltag

im Klinikum Bad Abbach. Rund 2.000-mal

jährlich kommt sie hier zum Einsatz.

»Gerade für ältere Menschen oder Patienten

mit Vorerkrankungen zum Beispiel

des Herz-Kreislauf-Systems wird die Operation

damit wesentlich ungefährlicher

und schonender. Genauso wie in der operativen

Medizin mit kleinen Schnitten und

Spezialinstrumenten versucht wird, den

Eingriff für den Patienten zu minimieren,

bietet sich mit dieser speziellen Methode

der Teilnarkose eine Option, um möglichst

wenig in den Gesamtorganismus des Patienten

einzugreifen.«

Während Patienten nach einer Vollnarkose

oft noch lange mit Nebenwirkungen

wie Übelkeit und Schmerzen zu kämpfen

haben und auf der Aufwachstation beobachtet

werden müssen, können sie bei einer

Operation mit peripherer Nervenblockade

das Krankenbett bereits nach wenigen

Stunden wieder verlassen. Eine schnellere

Verlegbarkeit ist ein angenehmer Nebeneffekt

dieser Technik.

Auch wer die Operation am eigenen

Körper lieber nicht bei vollem Bewusstsein

miterleben möchte, braucht nicht auf die

Vollnarkose auszuweichen: »Auf Wunsch

verabreichen wir unseren Patienten selbstverständlich

ein Schlafmittel. Sie bekommen

dann von der Operation genauso

wenig mit wie unter einer herkömmlichen

Betäubung. Dies erklärt neben dem großen

Komfort auch die hohe Akzeptanz bei den

Patienten.«

Warum bei all diesen Vorteilen in vielen

Kliniken nach wie vor die Vollnarkose

Standard ist, erklärt Dr. Bonnländer mit

den besonderen Anforderungen, die die periphere

Nervenblockade an den Anästhesisten

stellt. »Spritze und Schmerzkatheter

richtig zu setzen, erfordert eine spezielle

Technik, die in der Ausbildung zum Facharzt

zu wenig vermittelt wird. Der Anästhesist

muss sich also selbstständig fortbilden,

wenn er die Methode anwenden will.« In

Bad Abbach kommt sie seit rund fünf Jahren

intensiv zum Einsatz. Die Technik der

peripheren Regionalanästhesie entwickelt

sich zu einem wertvollen, wenn nicht sogar

unverzichtbaren Baustein auf dem Weg

zum schmerzfreien Krankenhaus.«


Grünes Licht für die Prostata

Paulinen Klinik Wiesbaden setzt Greenlight-Laser ein

eine gutartige Vergrößerung der Prostata

ist die häufigste erkrankung bei

Männern. Jetzt gibt es eine neue operationstechnik

− mit dem in den usa

entwickelten »greenlight-Laser«. erste erfahrungen

an der Paulinen Klinik in Wiesbaden

zeigen viele Vorteile. hier operiert

dr. Karl-heinz von Kellenbach, chefarzt

im zentrum für urologie und andrologie,

nach diesem Verfahren.

Auf endoskopischem Weg (unter

Sichtkontrolle) verdampft der

Greenlight-Laser das behindernde,

vergrößerte Prostatagewebe und befreit so

von störenden Blasensymptomen und stellt

auf beeindruckende Weise den natürlichen

Harnfluss wieder her.

Die Sonde des hochenergetischen

Grünlicht-Lasers wird durch die Harnröhre

unter Videokontrolle bis an die Prostata

herangeführt. Das störende Prostatagewebe

wird sofort verdampft. Es verbleiben

keine Gewebereste. Darüber hinaus wirkt

der Laser sofort blutstillend, ein Vorteil vor

allem für Patienten, die blutverdünnende

Mittel einnehmen.Im Vergleich zu herkömmlichen

Techniken hat der grüne Laserstrahl

zahlreiche Vorteile. Die Patienten

können in der Regel die Klinik nach 24 bis

48 Stunden verlassen. Da kein Blut verloren

geht, ist das Tragen eines Harnröhrenkatheters

auf wenige Stunden begrenzt.

Die Lebensqualität wird rasch wieder hergestellt,

die Patienten kehren schneller zu

ihrem normalen Alltags- und Berufsleben

zurück, was einen zusätzlichen wirtschaftlichen

Vorteil darstellt.

Das Greenlight-PVP-Verfahren (Photoselektive

Vaporisation der Prostata)

wurde an der weltberühmten Mayo-Clinic

in Rochester zusammen mit der Firma

Laserscope ® entwickelt und gehört mittlerweile

fast zur Standardtherapie der

Prostatavergrößerung in den USA und zunehmend

auch in den anderen westlichen

Industrienationen. Als bewährtes Verfahren

gilt seit Jahrzehnten die elektrische

TUR Prostata (TURP), die mithilfe des

Hochfrequenzstroms arbeitet. Im Vergleich

zu diesem »Goldstandard TURP«, bietet die

photoselektive Vaporisation der Prostata

(PVP) folgende entscheidende Vorteile:












Vergleichbare Ergebnisse (Gewebsabtragung,

Harnstrahlqualität) wie bei

der TURP

Fast blutungsfreie Operation

Auch bei Patienten unter Blutverdünnungsmittel

durchführbar

Kein Risiko eines TUR-Syndroms

Kurzer stationärer Aufenthalt (24 bis

48 Stunden)

Katheterableitung nur für kurze Zeit

erforderlich (12 bis 24 Std.)

Keine sexuelle Beeinträchtigungen

Geringes Risiko für Harnröhrenstrikturen

Verkürzte Rekonvaleszenzphase

Rasche Wiederherstellung der Lebensqualität

Wirtschaftlicher Vorteil durch kurze

Gesamtbehandlung.

Daher wird sich das Verfahren zur

operativen Behandlung der gutartigen

Prostatavergrößerung vermutlich überall

durchsetzen.

Medizin & Wissenschaft

Eine wesentliche Verbesserung stellt

jetzt die neue Greenlight-Laser-Generation

dar, der HPS (high performance system).

Im Vergleich zum bisherigen System,

dem KTP-Laser, erzeugt er wesentlich mehr

Leistung (120 statt bisher 80 Watt). Zudem

wurde speziell für den Laser ein endoskopisches

Instrumentarium (Firma Wolf,

Knittlingen) entwickelt, mit dem ein Operateur,

der die konventionelle TURP (Elektroresektion)

beherrscht, sich ohne große

Lernkurve sehr schnell einarbeiten kann.

Nach sechsmonatiger Operationserfahrung

mit dem HPS-Laser in der Paulinen

Klinik Wiesbaden können wir dieses Verfahren

guten Gewissens weiterempfehlen.

Dr. Karl-Heinz von Kellenbach

Mehr Infos & Kontakt:

Zentrum für Urologie und Andrologie

Paulinen Klinik Wiesbaden

E-Mail: k-h.vonkellenbach@asklepios.com

ASKLEPIOS intern 32/2007

2


Management

Kurz & Knapp

Bester Stand auf der Babymesse

Ulrike Kanert freut sich: »Für so einen

schönen Stand bin ich gerne der Blickfang«,

versichert die 21-jährige Krankenschwester.

Acht charmante Azubis als

Messehostessen (Foto oben) und das beste

Standkonzept – dafür bekamen die Asklepios

Kliniken Nord, Wandsbek und Bad Oldesloe

die Auszeichnung »schönster Stand

auf der diesjährigen Hamburger Babywelt«.

Der Messestand präsentierte sich als »Geburts-Schlösschen«

mit einer Vielzahl von

Möglichkeiten: »Asklepios hat in ein richtiges

Standsystem investiert und das neueste

3-D-Hightech-Ultraschallgerät von

Toshiba für die Messe besorgt. Deshalb ist

unser Stand so beliebt«, ist Karoline Richter

überzeugt.

Der Überraschungscoup am Stand war

für werdende Eltern die Möglichkeit, sich

mit dem neuesten Hightech-Ultraschallgerät

ein 3-D-Babybild fertigen zu lassen:

Zahlreiche Eltern ließen so das Geheimnis

lüften, ob sie ein Mädchen oder einen

Jungen erwarten – natürlich nur, wenn die

jungen Familien es ausdrücklich hören

wollten. n

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

Moderner Operations-PC in Rottal-Inn

Mit der Umstellung auf digitale Radiologie

wurde am Krankenhaus Eggenfelden

ein neues Zeitalter eingeläutet und

die OP-Dokumentation eingeführt. Im Vordergrund

stand die OP-gerechte Ausführung

eines PC-Arbeitsplatzes mit folgenden

Merkmalen:







Desinfizierbares, abwaschbares Gehäuse,

Tastatur und Maus

Robust und kompakt

Kein Lüfter oder Mikrofilter

Alle Teile einzeln auswechselbar

Integrierter Barcode-Scanner

17- oder 19-Zoll-TFT.

Trotz intensiver Recherchen konnte

kein System gefunden werden, das alle

Anforderungen erfüllte. Daher wurde gemeinsam

mit den medizintechnischen

Spezialisten, der Hygienefachkraft sowie

der hauseigenen EDV–Abteilung und der

FA. Fokus Technologies ein moderner OP-

PC entwickelt, der allen Anforderungen

entspricht.

Der OP-PC wurde direkt neben den

Röntgenbetrachtungs-Einheiten angebracht.

So können die Anwender den OP-

PC weiter zur OP-Dokumentation nutzen,

während gleichzeitig auf dem zweiten Arbeitsplatz

die Röntgenbilder angezeigt

werden. Die Kompaktheit der Geräte ermöglicht

eine Anordnung direkt nebeneinander.

n

Orthopädische Klinik Lindenlohe ist

»Olympiastützpunkt Bayern«

Geschäftsführer Klaus Pohlen und Jochen

Müller, Pressesprecher des Olympiastützpunktes

Bayern, haben der

Orthopädischen Klinik Lindenlohe am

18.4.2007 in einer feierlichen Zeremonie

das offizielle Prädikat »Olympiastützpunkt

Bayern« verliehen. Patin und

Ehrengast dieser fachlichen Anerkennung

der Klinik war Ski-Weltmeisterin Monika

Bergmann-Schmuderer.

Prof. Dr. Heiko Graichen, Ärztlicher

Direktor in Lindenlohe, und Geschäftsführer

Matthias Meier sind stolz auf diese

Auszeichnung. n

Pflegeforschung in der Ausbildung

Im Rahmen des zweiwöchigen Projekts

»Pflegeforschung in der Ausbildung« des

Bildungszentrums für Gesundheitsfachberufe

Wiesbaden konnten Auszubildende

ihre Forscherfähigkeiten nach entsprechender

theoretischer Einführung unter

Beweis stellen. Im Rahmen einer quantitativen

Studie untersuchte die erste Gruppe

die Dauer einer »internen Verlegung«. Mit

einem qualitativen Design erforschte die

zweite Gruppe das Erleben examinierter

Pflegepersonen bzw. Pflegebedürftiger bei

der »Übergabe am Bett«. Dazu führten die

Auszubildenden Interviews und Beobachtungen

durch. Nach Analyse und Interpretation

der Studienergebnisse hatten sie die

Chance, examinierten Pflegepersonen und

Mitgliedern des Managements mehrere

Verbesserungsvorschläge zu präsentieren.

Alle waren sich einig, mit diesem Projekt

die Notwendigkeit von Professionalität in

der Pflege erkannt zu haben. n


Neues Menü-Erfassungssystem

in Seesen

Auf Initiative des Geschäftsführers

Ulrich Gnauck in Abstimmung

mit der Küchenleiterin

Susanne Porschke wurde in Seesen

jetzt die EDV-gestützte Menü-Erfassung

SANAlogic implementiert.

Grundlage des Programms ist der

Diätkatalog des Hauses. Nach diesen

Vorgaben wurden die Kostformen

und ein fünfwöchiger

Standardspeiseplan jeweils für

Winter und Sommer mit den dazugehörigen

Rezepturen ins System

eingegeben. Dabei ist jede

Kostformkombination möglich.

Alle Lebensmittel, die Verwendung

finden, sind auf Inhaltstoffe,

Konsistenzen und Allergene

taxiert. Es kann genau nachvollzogen

werden, mit welchen Lebensmitteln

ein Patient versorgt

wurde.

Lebensmittelunverträglichkeiten

oder Allergien werden im

SANAlogic vermerkt. Nach der

Datenübermittlung läuft diese Information

zur nächsten Mahlzeit

auf und wird sofort berücksichtigt.

Diese Konfliktbereinigung

im Vorfeld reduziert die Fehler

bei der Essenproduktion und der

Vergabe am Verteilband. n

Management

Miriam Nagl mit Physiotherapeutin Dagmar Pape (links) und Oberarzt Dr. Volker Leutloff (rechts)

Deutsche Top-Golferin in Birkenwerder

Miriam Nagl (26), eine der besten deutschen Profi-Golferinnen, erholte sich in der physiotherapeutischen Einrichtung der Orthopädischen Abteilung der

Klinik in Birkenwerder von den Folgen eines Kreuzbandrisses im rechten Kniegelenk. Die Skiurlaubsverletzung musste operativ versorgt werden. Miriam

Nagl hat sich gezielt für die orthopädische Reha in dieser Klinik entschieden. »Diese Klinik hilft mir sehr professionell und dabei liebevoll, optimal wieder

zu meiner Sportart zurückzukehren. Ich fühle mich sehr wohl und kann täglich neue Therapiefortschritte wahrnehmen.« Die Orthopädische Abteilung

der Klinik stellt ihr bekanntes sportmedizinisches Know-how seit zwei Jahren auch dem Golfsport zur Verfügung und ist als Golf-Clinic-Therapiezentrum

zertifiziert. »Wir sind stolz darauf, dass sich eine so prominente Sportlerin für unsere Einrichtung entschieden hat, und freuen uns, ein kleiner Baustein

auf dem Weg zur Fortsetzung der erfolgreichen Profikarriere von Frau Nagl sein zu dürfen«, so Chefarzt PD Dr. Karsten Labs, der gemeinsam mit Oberarzt

Dr. Leutloff und der leitenden Physiotherapeutin Dagmar Pape für die Behandlung verantwortlich zeichnet.

ASKLEPIOS intern 32/2007

2


Asklepios Future Hospital News

»eHealth« fasziniert ein Millionenpublikum

Gesundheitswesen war Schwerpunktthema der CeBIT 2007

Dr. Tobias Kaltenbach auf der CeBIT 2007: »Gemeinsam mit der DAK setzen wir ein Zeichen-für mehr Qualität und

Effizienz in der Gesundheitsversorgung«

Wenn sich ein thema auf der ceBit,

der nach wie vor größten computermesse

der Welt, gegen notebooks, handys

und co. durchsetzen kann, muss es aktuell

und »schwergewichtig« sein. ehealth

– als schnittstelle zwischen gesundheitswesen

und informationstechnologie –war

2007 eindeutig ein solches thema. so war

es keineswegs überraschend, dass auf der

Messe auch eher untypische unternehmen

wie die daK präsent waren oder intel eine

Pressekonferenz veranstaltete, die unter

anderem auch den Bereich ehealth in den

fokus rückte.

Das Asklepios Future Hospital

(AFH) nutzte die Schnittstellen zu

den Partnern konsequent, um sich

in diesem Umfeld sichtbar zu verankern:

Als erste Krankenkasse stellte die DAK in

Hannover Telematik-Lösungen für die elektronische

Gesundheitskarte (eGK) vor, die

gemeinsam mit Asklepios entwickelt wurden.

Dabei wurde über die vom Gesetzge-

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

ber definierten Basisfunktionen der eGK

hinausgegangen und weiter reichende

Funktionen umgesetzt: Versicherte können

ihre Akte nicht nur mit eigenen Angaben

füllen, wie Infos zur Medikamenteneinnahme,

sondern auch vorliegende Arztbriefe,

Berichte von Krankenhäusern oder

ihrem Versicherer über diese Akte abrufen

und für die weitere Behandlung verfügbar

machen. Erst wenn der Versicherte selbst

oder der behandelnde Mediziner mit dessen

Zustimmung die Akte online aufruft,

werden die Daten zur Verfügung gestellt.

Die neue elektronische Karte ist dabei der

sichere Zugangsschlüssel. Welche Informationen

über die Akte zugänglich gemacht

werden sollen, und wer welche Dokumente

einsehen kann, entscheidet der Versicherte

selbst.

»Gemeinsam mit der DAK setzen wir

ein Zeichen – für mehr Qualität und Effizienz

in der Gesundheitsversorgung. Denn

mit der elektronischen Fallakte schaffen

wir völlig neue Voraussetzungen für

eine bessere Zusammenarbeit zwischen

niedergelassenen Ärzten und Kliniken.

Und davon profitieren vor allem die Patienten«,

sagte Dr. Tobias Kaltenbach auf der

CeBIT-Pressekonferenz.

Während der gesamten Messe wurden

darüber hinaus die neuen Lösungen

am Stand der DAK präsentiert. Das Arztportal

von Asklepios wurde zudem im

Rahmen einer Live-Präsentation am Microsoft-Hauptstand

präsentiert.

Ein weiteres Highlight war die Pressekonferenz

des AFH-Partners Intel am ersten

Messetag. Während der mit mehr als

150 Journalisten gut besuchten Veranstaltung

sprach Uwe Pöttgen, Leiter Zentrale

Dienste IT bei Asklepios, über den Mobile

Clinical Assistant (MCA) des Tablet-PC-

Herstellers Motion Computing und seinen

potenziellen Einsatz im klinischen Betrieb.

Der MCA ist das erste Produkt auf

der speziell für das Gesundheitswesen

entwickelten MCA-Plattform von Intel.

Nach erfolgreichen Tests in Großbritannien,

Kalifornien und Singapur wird die

Asklepios Klinik Barmbek den MCA als

erstes deutsches Krankenhaus testen. Das

Gerät verschafft Pflegekräften mehr Zeit

für die Betreuung ihrer Patienten, indem

sie damit zahlreiche Aufgaben mobil erledigen

sowie die Verabreichung von Medikamenten

verwalten können. Dabei sind

die MCAs jederzeit kabellos an das zentrale

Krankenhaussystem angebunden.

Mit der Testphase stellt Asklepios einmal

mehr seine Vorreiterrolle im Gesundheitswesen

unter Beweis.

»Die CeBIT war für uns eine erfolgreiche

und bedeutende Messe, bei der wir

gemeinsam mit unseren Partnern unsere

Kompetenz im Gesundheitswesen unter

Beweis stellen konnten«, so Jörg Focke,

Sprecher des Asklepios Future Hospitals.

»Auch auf der CeBIT 2008 wird sicherlich

das Thema eHealth wieder in den Blickpunkt

des Interesses rücken – dann auch

wieder mit dem AFH und seinen Partnern

als Teilnehmer vor Ort. Als Nächstes werden

wir jedoch die ITeG in Berlin als Plattform

nutzen, um Projekte, wie OneIT und

das Arztportal, vorzustellen.«

Mandy Wolf


Asklepios Future Hospital News

Asklepios Kliniken Hamburg setzen

auf Fujitsu-Siemens-Server und Intel-Architektur

Mehr Leistung der IT-Infrastruktur bei geringeren Kosten

die asklepios Kliniken in hamburg

optimieren und standardisieren ihr

Krankenhausinformationssystem (Kis).

Mit der Migration auf applikationsserver

von fujitsu siemens computers, leistungsstarker

intel-architektur

und dem einsatz von Microsoft

Windows 2003 sowie Ms

sQL setzt das Krankenhaus auf

mehr Leistung der it-infrastruktur

bei geringeren Kosten. damit arbeitet

die zentrale saP-anwendung mit erheblich

besserer Performance und ist für künftige

erweiterungen bestens gerüstet.

Eine einheitliche und effiziente IT-

Infrastruktur ist der Schlüssel für

den ökonomischen Betrieb moderner

Klinken. Insbesondere große Klinikverbunde

fordern eine entsprechende

Kompatibilität, um ein reibungsloses Zusammenspiel

aller Anwendungen zu

gewährleisten, die nur mit einer konsequenten

Standardisierung zu erreichen ist.

Die sechs Asklepios LBK Krankenhäuser –

der größte zusammenhängende Klinikverbund

in Europa – sind über ein zentrales

Rechensystem zusammengeschlossen. Die

IT steuert die Verwaltung, Kommunikation

und Rechnungsstellung. Zudem laufen

alle Informationen aus krankenhausspezifischen

Anwendungen wie Röntgen,

Labor oder Apotheken zusammen. Insgesamt

besteht das KIS-System der Asklepios

Kliniken derzeit aus 12 Fujitsu-Siemens-

Applikationsservern, die zum Teil als Cluster

zusammengeschaltet sind.

Nach im Vorfeld durchgeführten Performance-

und Schnittstellenanalysen

(Drucker, externe Systeme) wurde deutlich,

dass der anstehende Releasewechsel

der zentralen SAP-Umgebung, die im

Rahmen der unternehmensweiten IT-Konsolidierung

notwendig wurde, ein Hardwareupgrade

erforderte. In diesem Zuge

wurde eine Migration des Betriebssystems

sowie des Datenbanksystems auf Microsoft

Windows 2003 Server und SQL beschlossen.

Hardwareseitig kommen nun neue Primergy

RX300S3, RX600S3 und RX800S2

Server von Fujitsu Siemens zum Einsatz,

die mit Intel-Xeon TM -Dual-Core- und Quad-

Core-Prozessoren ausgestattet sind.

Die Gesamtstruktur besteht aus

Produktivsystem, Applikationsservern,Datenbankclusterknoten

sowie weiteren Servern

für HR oder

Qualitätssicherung.

Der Plattformwechsel

fand über einen Zeitraum

von rund vier Monaten statt und

wurde Ende Oktober 2006 abgeschlossen.

Die reale Umsetzungsdauer des letzten

Schrittes betrug lediglich 20 Stunden,

sodass die Downzeit auf ein EDV-bedarfsarmes

Wochenende konzentriert werden

konnte.

Markantestes Ergebnis der Migration

war ein signifikanter Performancesprung.

Hintergrundprozesse laufen bis zu 10-mal

schneller. Dialoganwendungen sind um

bis zu 60 Prozent beschleunigt. Des Weiteren

sind eine extrem hohe Verfügbarkeit

des Systems und ein verminderter Verwaltungsaufwand

zu verzeichnen.

»Unser IT-System war in der Vergangenheit

heterogen und über Jahre gewachsen.

Zum Teil ließen sich modernste medizinische

Geräte nicht in das bestehende

Computernetz integrieren. Mit der neuen

Infrastruktur und der Migration auf eine

neue Plattform, die wir gemeinsam mit unseren

Partnern Intel, Fujitsu-Siemens und

Microsoft geplant haben, nutzen wir alle

Vorteile, die uns eine zukunftsweisende

Technologie bietet«, so Uwe Pöttgen, Leiter

Zentrale Dienste IT.

Oliver Wohlers,

Katja Voigt

ASKLEPIOS intern 32/2007

2


Management

Emergency Room – Kollaps in den

amerikanischen Notfallaufnahmen?

Interview mit Prof. Dr. Tareg Bey, Professor für Notfall-

medizin an der University of California, USA

Knapp 15 Prozent der Bevölkerung in

den Vereinigten staaten sind nicht krankenversichert;

eine größere gruppe ist

unterversichert. das us-amerikanische

gesundheitswesen ist mit 13,6 Prozent

des Bruttoinlandsproduktes das teuerste

der Welt. die notaufnahmen werden als

»safety net« (sicherheitsnetz) bezeichnet.

alle Patienten, auch unversicherte, erhalten

laut gesetz sofortige Behandlung, jedoch

ist diese Behandlung nicht umsonst.

Jeder Patient erhält eine rechnung, aber

viele können sie nicht bezahlen. gerade

Krankenhäuser in sozial problematischen

gegenden operieren häufig im defizit.

Asklepios intern sprach mit Prof. Dr.

Tareg Bey, Professor für Notfallmedizin

an der University of California,

USA über die Entwicklung der

amerikanischen Notfallaufnahmen.

0 ASKLEPIOS intern 32/2007

Prof. Dr. Bey, es gibt zwei Modelle der

praktizierten Notfallmedizin auf der Welt,

das anglo-amerikanische und das frankodeutsche.

Wo liegen die Unterschiede und

welches favorisieren Sie?

Prof. dr. tareg Bey: Es ist wichtig zu

wissen, dass beide Systeme unter dem Begriff

»Notfallmedizin« oder Emergency Medicine

verschiedene logistische, operative

und strategische Zielsetzungen haben.

Im franko-deutschen System ist der

Begriff »Notfallmedizin« und »Notarzt«

traditionell mit den Aktivitäten im präklinischen

Bereich verbunden. Im anglo-amerikanischen

Modell wird der Patient meist

von Rettungsassistenten vor Ort versorgt

und dann einem Emergency Department

(vergleichbar einer ZNA) zugeführt. Die

organisatorische und medizinische Leitung

eines Emergency Departments liegt

bei den Emergency Physicians, die als ei-

gene Abteilung medizinisch und organisatorisch

fungieren.

Ich finde das anglo-amerikanische System

mit dem Schwerpunkt einer eigenständigen

innerklinische Notfallmedizin sehr

logisch und effizient. Es wird eher den aktuellen

medizinischen und ökonomischen

Bedürfnissen einer im Wandel begriffenen

Gesellschaft gerecht.

Sie sind ein Verfechter der Notfallmedizin

mit dem Status einer eigenen Fachrichtung.

Worin sehen Sie die Vorteile?

Ich bin starker Befürworter von (klinikbasierter)

Notfallmedizin mit zentralen

Notaufnahmestrukturen und eigener

Facharztfortbildung. Die Vorteile für den

Patienten sind offensichtlich. Die diagnostischen

und therapeutischen Abläufe sind

gestrafft, zentralisiert und konsolidiert.

Und die Zuordnung des Patienten ist nicht


abhängig von seinem Versicherungsstatus,

sondern richtet sich nach den medizinischen

Bedürfnissen.

Ein ganz entscheidender Punkt beim

Aufbau einer neuen Facharztrichtung ist

auch die Aussicht auf eine Karriere und

planbare Zukunft für motivierte und hoch

qualifizierte Ärzte.

Wie ist die Ausbildung junger Ärzte in den

amerikanischen Notfallaufnahmen geregelt?

Die meisten jungen Ärzte in den USA

starten sofort nach dem Studium die Facharztausbildung

im Fachgebiet ihrer Wahl.

Die Notfallmedizin-Ausbildung dauert 36

Monate. Ca. 60 Prozent der dreijährigen

Ausbildung findet in den Notaufnahmen

und unter fachärztlicher Aufsicht statt. 40

Prozent als Rotation in Fachabteilungen.

Die Wochenarbeitszeit beträgt in der Ausbildung

ca. 60 Stunden. Das Jahreseinkommen

liegt bei ca. 35.000 bis 40.000 US-$.

Überstunden werden nicht bezahlt.

Ein großer Anteil von Amerikanern ist

nicht krankenversichert, dennoch besteht

eine Behandlungsverpflichtung in den

Notaufnahmen. Wie wird mit diesen Einnahmeverlusten

umgegangen?

Ausgezeichnete Frage! Darüber zerbrechen

sich unsere Krankenhausverwaltungen

bis heute den Kopf. Derzeit leben

geschätzte elf Millionen illegale Ausländer

(die meisten aus Mexiko) in den USA.

Im Krankenhauswesen gibt es ein Gesetz,

dass jeder Patient im Notfall unverzüglich

und ohne Rücksicht auf finanzielle Absicherung

behandelt und stabilisiert werden

muss. Die Vergütung in Form einer staatlichen

Versicherung ist nicht geregelt. Einige

Krankenhäuser gingen dadurch schon

bankrott, andere entlassen die Patienten

teilbehandelt, sobald die akute Gefahr gebannt

ist. Eine elektive Behandlung ohne

Vorkasse ist deshalb in den USA nicht

möglich.

Sind die Notaufnahmen chronisch überfüllt,

weil jeder Patient behandelt werden muss

und an anderer Stelle keine ärztliche Versorgung

erhalten würde?

Dies ist zum Teil korrekt. In den USA

gibt es kaum Ärzte, die Hausbesuche machen.

Ein ärztlicher Notdienst existiert

nicht. Die ambulante medizinische Behandlung

ist nicht gesetzlich geregelt. Private

ärztliche und ambulante Leistungen

unterliegen den Kräften des freien Marktes.

Der niedergelassene Arzt in den USA kann

jederzeit eine elektive Behandlung ablehnen.

Für Notfälle und alles, was außerhalb

seines Tätigkeitsbereiches liegt, holt

auch der niedergelassene Arzt den Krankentransport,

der die nächste Notaufnahme

ansteuert. Ein Zugang zur Arztpraxis

an den Wochenenden oder Feiertagen ist

so gut wie unmöglich. Zudem erheben die

US-Verbraucher Anspruch darauf, Tag und

Nacht mit Serviceleistungen versorgt zu

werden. Eine gewisse Bequemlichkeit, der

Mangel an öffentlichen Transportmitteln,

das Fehlen einer gut strukturierten und flächendeckenden

allgemeinmedizinischen

Versorgung bringen die Notaufnahmen in

den USA an den Rand ihrer operativen Kapazität,

ganz besonders nachts und an den

Feiertagen.

Sind die Notaufnahmen das »Stiefkind« der

amerikanischen Gesundheitsversorgung?

Vor circa 40 Jahren war es so. Heute ist

Emergency Medicine mit ihren großen und

auch politisch einflussreichen Berufsverbänden

eine ernstzunehmende fachliche

Disziplin. Die Notaufnahmen werden von

den Krankenhäusern und deren Verwaltungen

eher ambivalent gesehen. Auf der

einen Seite machen viele Notaufnahmen

Defizite, andererseits halten sie die Krankenhaustore

auch für zahlende Patienten

rund um die Uhr offen. Für die Belegärzte

und diejenigen, die im OP oder im Katheterlabor

stehen, sind die Notaufnahmen

häufig die Rettung, weil ein qualifizierter

Facharzt die vorläufige Diagnose und Be-

Management

handlung ihrer Patienten auch nachts einleiten

kann. Längst wurde erkannt, dass

ohne die Notaufnahmen in den USA die

allgemeine Gesundheitsversorgung ernsthaft

gefährdet wäre.

Welche politischen Entwicklungen im

Gesundheitswesen erwarten Sie nach den

anstehenden Präsidentschaftswahlen?

Meine große Hoffnung für die nächste

Präsidentschaft ist, dass eine allgemeine

Krankenversicherungspflicht für alle Bürger

umgehend angegangen wird. Bei einem

Wahlsieg von Hillary Clinton bin ich mir sicher,

dass eine umfassende Gesundheitsreform

im politischen Programm steht. Beim

Wahlsieg eines Republikaners ist mit Sicherheit

damit zu rechnen, dass erhebliche

Mittel in den zivilen Katastrophenschutz

und die Terror- und Gefahrenabwehr fließen

werden. In beiden Fällen sehe ich die

Notfallmediziner als Gewinner, weil beide

Themen von der Emergency Medicine Community

intensiv bearbeitet werden.

Die Anstrengungen im Gesundheitswesen

in den USA werden aber auch zukünftig

von der militärischen Situation im

Irak schwer behindert werden. Meine Einschätzung

ist diejenige, dass der Krieg und

dessen Beendigung noch so viel Geld und

Energien verschlingen wird, dass für so

wichtige innenpolitische Themen wie Gesundheitswesen,

Bildung und Verkehr am

Schluss zu wenig Mittel vorhanden sind,

um eine Jahrhundertreform zu initieren.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Management

Die Patientenverfügung

aus der Sicht eines Arztes,

eines Juristen und eines Patienten

Nationaler Ethikrat, Juristentag, Gesetzentwür-

fe der Bundesregierung und die aktuelle Recht-

sprechung stellen das Selbstbestimmungsrecht

am Lebensende zunehmend in den Vordergrund.

Lohnt sich die Mühe? Sind Ärzte verpflichtet, sich

an eine Patientenverfügung zu halten? Liegt im

Fall des Falles wirklich der aktuelle Wille vor?

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

Die Patientenverfügung lohnt sich – sagt der Jurist

Zahlreiche Mustervordrucke sind im Umlauf. Sie gleichen sich, denn die

aus rechtlicher Sicht zu beachtenden Vorgaben sind klar: Aktive Sterbehilfe

ist verboten. Gewünscht und verfügt werden darf nur die Unterlassung der

Behandlung in einer medizinisch aussichtslosen Situation, die bereits unumkehrbar

auf den Tod des Patienten zuläuft. Instinktiv wehren sich Ärzte,

durch Unterlassung einer medizinisch möglichen Maßnahme den Tod eines

Patienten schneller herbeizuführen. Auch möchten sie ihre Therapiefreiheit

nicht durch rechtliche Erklärungen beschneiden lassen. Dabei übersehen

sie häufig, dass sie aus rechtlicher Sicht nicht verpflichtet sind, alles medizinisch

Mögliche zu tun, wenn die Situation aussichtslos ist und nur zu einer

Lebens- und Leidensverlängerung führt. Die Frage der Verbindlichkeit einer

Patientenverfügung stellt sich deshalb nur, wenn Ärzte ein medizinisches

Behandlungsangebot machen. Aber die Indikation begrenzt den Inhalt des

ärztlichen Heilauftrages, das gilt auch für eine lebensverlängernde oder

-erhaltende Behandlung (BGH, 17.3.2003, XII ZB 2/03).

Ein Arzt, der sich aus medizinischen Gründen entschließt, keine weitere Behandlung

anzubieten, sondern sich in einer aussichtslosen Situation darauf

beschränkt, die Schmerzen und Beschwerden des Patienten zu lindern,

handelt auch aus rechtlicher Sicht richtig.

Möchte der Arzt trotz infauster Prognose eine Behandlung anbieten, kommt

es auf den Patienten an. Hat er durch eine wirksame Patientenverfügung

zum Ausdruck gebracht, dass er in einer medizinisch aussichtslosen Situation

nicht (weiter) behandelt werden möchte, ist dieser Wille für den Arzt

verbindlich. Er darf keinen Patienten gegen seinen Willen behandeln. Bei

einem ausdrucksfähigen Patienten ist das für jeden Arzt selbstverständlich.

Es gilt aber auch für den Patienten, der seinen Willen nicht mehr äußern

kann und für diese Situation eine vorweggenommene Willenserklärung

abgegeben hat: die Patientenverfügung. Nach ständiger Rechtsprechung

des BGH macht das Recht des Patienten zur Bestimmung über seinen Körper

auch lebenserhaltende Behandlungen gegen seinen Willen unzulässig

(vgl. dazu Beschluss des BGH vom 8.6.2005, XII ZR 177/03).

Aus rechtlicher Sicht ist die Errichtung einer Patientenverfügung sinnvoll,

die Mühe lohnt sich: Der Arzt erhält eine klare Information über den Willen

des Patienten in Zweifelsfällen. Andererseits ist die Unterlassung der Weiterbehandlung

durch den Willen des Patienten nicht nur geboten, sondern

gedeckt, deshalb auch in rechtlicher Hinsicht einwandfrei und ohne nachteilige

Konsequenzen für den Arzt.

Uwe Brocks

Anwalt für Medizinrecht, Vertrauensanwalt

der Patienteninitiative e��V�� + der Stiftung Gesundheit in Hamburg


Selbstbestimmung und Fürsorge – will der Patient

Dr. phil. Peter Radtke, Jahrgang 1943, Schriftsteller, Schauspieler und Mitglied

des Nationalen Ethikrates, ist schwerbehindert. Er hielt anlässlich des

7. Hamburger Symposiums »Aktuelle Konzepte der Altersmedizin« der Klinik

Nord einen bemerkenswerten Vortrag, aus dem wir zitieren:

Die Patientenverfügung ist ein Schriftstück für den Fall, dass sich der Betroffene

nicht mehr selbst entscheiden kann. Hier stellt sich die Kardinalfrage:

Kann man als heute in völlig anderer Situation Lebender überhaupt seinen

eigenen Willen in einer Situation erkennen, in der man noch nie war? (…)

Jeder von uns weiß, dass er eines Tages sterben wird. So zu tun, als könne

man das Unvermeidbare nüchtern analysierend, rein objektiv abhandeln,

ist ein Selbstbetrug. Hinter jedem noch so wissenschaftlich sich gebenden

Diskurs stehen unausgesprochen die Ängste und Hoffnungen desjenigen,

der sich an diesem Diskurs beteiligt (…). Wenn wir die Stärkung des Patientenwillens

fordern und der Patientenverfügung unbeschränkte Geltung

verschaffen wollen, dann steckt dahinter unsere eigene Angst vor dem Augenblick,

in dem wir nicht mehr Herr über uns selbst sind. Es wird, so glaube

ich, ein Dilemma der Verfechter absoluter freier Autonomie deutlich. Einerseits

wollen sie verständlicherweise ein Prinzip wahren, das zum Fundament

ihres Menschenbildes gehört. Andererseits erkennen sie, dass es im

realen Leben Situationen gibt, in denen die Selbstbestimmung – auch ohne

dass sie die Freiheit anderer berührt – durch Intervention von außen eingeschränkt

werden muss (…). In jedem Altersabschnitt gibt es einen Anteil

Selbstbestimmung und einen Anteil Fürsorge. (…) Dabei ist Fürsorge aber

keinesfalls mit Fremdbestimmung zu verwechseln. Die Überbetonung der

Selbstbestimmung resultiert aus einem Argwohn gegenüber der Umwelt.

Wir trauen – zu Recht oder Unrecht – unseren Mitmenschen, den Fachkräften,

den Angehörigen nicht mehr zu, dass sie zu unserm Wohl handeln. Doch

wenn wir nicht lernen, dieses Misstrauen wieder in Vertrauen zu wandeln,

(…) dann werden wir auch durch noch so viele gesetzliche Maßnahmen den

Sterbenden (…) die Angst vor den letzten Tagen nicht nehmen können.

Dr. phil. Peter Radtke

Textentwurf für eine Patientenverfügung

www.aerztekammer-hamburg.de/patienten/patientenverfueg.htm

Formulierungshilfe Patientenverfügung

www.bmj.bund.de/media/archive/694.pdf

Management

Der Arzt dient dem Patienten – verspricht der Mediziner

Das Recht des Patienten auf Selbstbestimmung ist unstrittig und wird von

uns Ärzten anerkannt und beachtet. Es steht daher außer Frage, dass eine

einwandfreie Patientenverfügung verbindlich sein muss, auch wenn eine

lebensverlängernde Maßnahme medizinisch noch möglich wäre.

Schwieriger ist eine patientengerechte Entscheidung, wenn die Voraussetzungen

nicht eindeutig sind, weil z.B. die Patientenverfügung schon vor sehr

langer Zeit gefertigt wurde. Daher sollten Verfügungen durch den Patienten

in regelmäßigen Abständen aktualisiert werden und möglichst konkrete

Aussagen enthalten. Ein ärztlicher Gewissenskonflikt kann auch entstehen,

wenn es sich in medizinischer Sicht nicht um eine aussichtslose Situation

handelt, der Patient aber trotzdem eine Unterlassung von Therapiemöglichkeiten

verfügt hat (Beispiel: Ein hochbetagter Patient hat verfügt, dass

er nicht mehr operiert werden möchte; aktuell handelt es sich aber um ein

behandelbares subdurales Hämatom). Nach meiner Auffassung hat auch in

derartigen schwierigen Konstellationen das Selbstbestimmungsrecht des

Patienten einen hohen Stellenwert. Der Arzt sollte sich dann nachdrücklich

darum bemühen, den aktuellen mutmaßlichen Patientenwillen erneut

zu ermitteln. Dabei sind Gespräche mit nahen Angehörigen hilfreich. Wenn

der Arzt seine intensive Bemühung um Erforschung des mutmaßlichen Patientenwillens

ausführlich dokumentiert, sind nachteilige Konsequenzen

für den Arzt nicht zu erwarten, auch wenn er mögliche medizinische Maßnahmen

unterlassen hat.

Eine bedenkenswerte Alternative zu einer detaillierten Patientenverfügung

kann es sein, wenn der Patient die Grundsätze seiner Lebenseinstellung

schriftlich niederlegt und zusätzlich einem Vertrauten (z.B. dem langjährigen

Hausarzt) eine Vorsorgevollmacht für Gesundheitsangelegenheiten

erteilt.

Der aktuell behandelnde Arzt hat dann die Möglichkeit, ohne Schwierigkeiten

bei der Interpretation einer ausformulierten Patientenverfügung im

Gespräch mit dem Bevollmächtigten den Patientenwillen zu erfassen und

entsprechend zu handeln.

In den äußerst seltenen Fällen, in denen ein verfügter Patientenwille dem

Arzt in ethischer Hinsicht nicht akzeptabel erscheint, kann es hilfreich sein,

eine zuständige gerichtliche Instanz einzuschalten.

Der Arzt dient dem Patienten und führt nicht schematisch im Rahmen seiner

Therapiefreiheit medizinische Maßnahmen durch. Es ist ihm daher eine

Verpflichtung, den Patientenwillen zu achten.

Prof. Dr. Lutz Lachenmayer

Chefarzt der Neurologischen Abteilung der Asklepios Klinik Barmbek

ASKLEPIOS intern 32/2007


Management

Einführung des »Order-Entry-

Konzepts« in der Laboranalytik

Kliniken Seesen/Harz verstärken Kooperation mit Uniklinikum Göttingen

Wer kennt das nicht? für speziallaborparameter

müssen anforderungsbelege

verschiedenster art per hand ausgefüllt

werden; die Befunde kommen per Post oder

fax zurück. die Befundausdrucke müssen

verteilt, geordnet und in die Patientenakte

einsortiert werden. ein erheblicher zeitaufwand

für das ärztliche und pflegerische

Personal. und ein potenzielles risiko für

die Patienten. dieses veraltete, zeitaufwendige

system wurde in den asklepios Kliniken

seesen im Januar 2007 abgeschafft.

Im Zentrallabor der Kliniken werden

jährlich 420.000 Analysen durchgeführt.

Die Klinik verfügt über ein Liquorlabor,

in dem allein im Jahr 2006 über

2.000 Liquor-Serumprobenpaare bearbeitet

wurden. Untersuchungen, die nicht im

eigenen Labor durchgeführt werden können

(Fremdlaboranalytik), werden an externe

Labore versand.

Auf Initiative des Geschäftsführers Ulrich

Gnauck, der Leiterin des Labors Ulrike

Mette und Dr. Sylvia Menck, der ärztlichen

Leitung des Labors, wurde das Auftragsmanagement-

und Befundauskunftssystem

»ixserv« des Kölner Anbieters »ixmid« für

die Laboranalytik eingeführt. Für die Be-

Das Seesener Laborteam

ASKLEPIOS intern 32/2007

Die Probenröhrchen werden mit Barcode-Etiketten beklebt

funderstellung wurde das Laborinformationssystem

Opus: L des Anbieters OSM

implementiert. Durch die Verknüpfung

dieser beiden webbasierten Systeme stehen

sowohl Tagesbefunde als auch Kumulativbefunde

an allen Arbeitsplätzen für

die Ärzte zur Verfügung.

Das Order-Entry-Prinzip in der Laboranalytik

gewährleistet durch Barcodeetiketten

die eindeutige Zuordnung der

angeforderten Analysen zum Patienten.

Die Anforderungsbelege für die einzelnen

Laborparameter werden elektronisch

im »ixserv« abgebildet. Die gewünschten

Parameter werden über das KIS (Krankenhaus-Informations-System)

online auf

den Stationen eingegeben und angefordert.

Das Programm erzeugt abhängig von den

angeforderten Laborwerten die Barcodeetiketten

mit Auftragsnummer und Materialkennung.

Die Rückübermittlung der

Befundergebnisse wird über das KIS dem

entsprechenden Patienten zugeordnet.

Das Labor ist somit in der Lage, die

Analysenergebnisse schnell und zuverlässig

zurückzuführen. Fehllesungen oder

fälschliche Probenzuordnungen sind auf

den Stationen nahezu ausgeschlossen.

Die Einführung dieser elektronischen

Laborsysteme erfolgte in enger kooperativer

Zusammenarbeit mit der Uniklinik

Göttingen, die die genannten Systeme für

die Laboranalytik etablierte und nutzt. Ziel

des gemeinsamen Projektes war die Verknüpfung

des hauseigenen Systems mit

dem Laborsystem der Uni-Klinik zur Beauftragung

und Befundübermittlung von

Parametern, die nicht im hauseigenen

Labor analysiert werden können.

Entsprechend des Anforderungsprofils

der Kliniken Seesen wurden für die


»Fremdlaboranalytik« spezielle elektronisch

basierte Anforderungsprofile entwickelt

und im Computer abgebildet. Die

Fremdaufträge werden ebenfalls am Computer

auf den Stationen oder in der Ambulanz

eingegeben, die Probenröhrchen mit

den Barcode-Etiketten beklebt und in das

Labor gebracht.

Die Proben der Fremdlaboranalytik

werden in den Laboren der Uni-Klinik

Göttingen eingescannt und bearbeitet;

die patientenbezogene Rückübermittlung

der Befunde erfolgt elektronisch über das

»ixserv-Programm« analog dem hausinternen

Verfahren. Die Ärzte sehen alle

Befunde des hauseigenem und des Fremdlabors

im webbasierten EDV-System. Das

Sammeln und Sortieren von Belegen hat

ein Ende.

Demnächst ist die Kooperation mit

dem Institut für Neuropathologie der Uniklinik

Göttingen geplant. DRG-relevante

Diagnosen und Ergebnisse werden außerdem

direkt durch die Labormediziner

patientenbezogen im Klinik-Informations-

System verschlüsselt. Alles in allem: ein

Projekt, dass innovativ, zukunftsweisend

und effektiv ist:





Die Sicherheit für die

Patientenversorgung

wurde maßgeblich verbessert.

Die Informationen für

die Ärzte sind schneller

und übersichtlich verfügbar.

Der administrative Aufwand

für Ärzte, Labor

und Pflegepersonal ist

drastisch gesunken.

Die Kosten werden

deutlich reduziert durch

die EDV- gestützte Analytik.

Dieses Projekt wurde

in enger Kooperation mit

Prof. Dr. Michael Oellerich,

Dr. Hilmar Luthe, Susanne

Backhaus, Bernd Montag

(G3-7 Informationstechnologie

der Uni-Klinik Göttingen),

Prof. Dr. Uwe Groß, Frau Ortrud

Zimmermann (Abteilung Mikrobiologie

der Uni-Klinik Göttingen), Johannes

Kuhn (Geschäftsführer der Firma OSM)

Management

Auf dem Printer werden die Etiketten ausgedruckt

und Winfried Strauch (Firma ixserv) geplant,

entwickelt und durchgeführt.

Dr. Sylvia Menck, Ulrike Mette

ASKLEPIOS intern 32/2007


Management

Pflegeheim Weserblick in

Höxter bald schon ausgebucht

das Kurstift Bad Kreuznach hat als

erste einrichtung in rheinland-Pfalz das

zertifikat nach din 77800 für Betreutes

Wohnen erhalten. im Kurstift leben in 70

appartements und 18 vollstationären Pflegeplätzen

um die 100 ältere Menschen.





Im Einzelnen wurden überprüft:

Informationsgestaltung (schriftliche

und mündliche Darstellung des Leistungsangebotes

für den Kunden)

Dienstleistungsangebot (welche Leistung

zu welchem Preis zu welchem

Zeitpunkt)

Gebäudegestaltung und Wohnumfeld

(Barrierefreiheit, innerörtliche Lage,

Infrastruktur)

Qualitätsmanagement, insbesondere

Beschwerde-Management.

Im Ergebnis wurde dem Angebot uneingeschränkte

Konformität mit der DIN-

Norm bescheinigt.

ASKLEPIOS intern 32/2007

Mehr als 20 Bewohner haben seit dem

1.10.2006 im Pflegeheim Weserblick ein

neues zuhause gefunden. sie kommen

nicht nur aus der unmittelbaren region

höxter, sondern auch aus der näheren

und weiteren umgebung. zunehmend

werden hier auch Bewohner betreut, die

nur vorübergehend hilfe und pflegerische

Betreuung in form von Kurzzeit-

oder Verhinderungspflege benötigen.

Bald schon werden alle 34 einbettzimmer

auf den zwei ebenen des hauses belegt

sein. Verhandlungen mit den Kostenträgern

über die ausweitung des Versorgungsvertrages

stehen bevor.

Die Einrichtungen der benachbarten

Asklepios Weserbergland-Klinik

wie Schwimmbad, Sauna und

Asklepios auch in der Altenpflege führend

Kurstift Bad Kreuznach zertifiziert

Bemerkenswert ist dabei, dass der Anteil

der pflegebedürftigen Bewohner mit

konstant ca. 30 Prozent vergleichsweise

gering ist. Zurückgeführt wird dies im

Kern auf regelmäßige, präventiv

wirkende körperliche wie geistige

Aktivierungs- und Entertainmentprogramme

sowie ein

Pflegekonzept, das der Selbstständigkeit

und Eigenverantwortung

höchste Priorität einräumt.

Diese Bewohnerstruktur zeigt

aber auch, dass mit dem Konzept

des Betreuten Wohnens für die

Zukunft eine Wohnform etabliert

ist, die hilft, Pflege, wenn nicht

zu verhindern, so doch zeitlich

zu verlagern. Pflegerische Leistungen

werden im Kurstift durch

Geschäftsführer Dipl. Kfm. Kurt Reiner

Seuser und sein Team freuen sich über

das Zertifikat

Bibliothek können von den Bewohnern des

Weserblicks mitgenutzt werden. Die Therapeutischen

Leistungen stehen ihnen nach

ärztlichen Verordnungen ebenfalls zur Verfügung.

Dieses Angebot wird auch von den

neuromuskulär erkrankten Patienten der

Weserbergland-Klinik als sehr positiv empfunden.

Ist eine Pflege vorübergehend zu

Hause nicht möglich, nutzen diese gerne

das ihnen bekannte Umfeld in Kombination

mit den Therapiemöglichkeiten.

Das Pflegeheim Weserblick hält neben

den zahlreichen medizinischen Wahlmöglichkeiten

auch die notfallmäßige Erstversorgung

durch die Ärzte der Reha-Klinik

vor.

Die Ausweitung des Angebotes an

der Weserbergland-Klinik mit dem Pflegeheim

hilft nicht nur die bestehenden

Arbeitsplätze in den Bereichen Küche, Reinigung,

Technik und Wäscherei zu sichern.

Sie machte es vielmehr möglich, bereits

in den ersten Monaten neue Mitarbeiter/

-innen einzustellen.

Daniel Drubig

einen eigenen Pflegedienst erbracht, dessen

Qualität in zweijährigem Rhythmus durch

den TÜV Süddeutschland überprüft wird.

Kurt Reiner Seuser


Asklepios bietet die größte

medizinische Online-Bibliothek

Vernetzung der internen medizinischen Fachkompetenzen

asklepios bietet seinen Mitarbeitern

jetzt nicht nur den direkten online-zugriff

auf medizinische fachartikel, sondern auch

eine entsprechende online-Vernetzung zu

den fachspezifischen experten aus der unternehmensgruppe.

darüber hinaus gibt

es online-angebote zur fortbildung. als

virtuelle Bibliothek im asklepios intranet

versorgt die online-Bibliothek sämtliche

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aller Kliniken

des Konzerns.

In den vergangenen Wochen und Monaten

wurde Schritt für Schritt die Asklepios

Online-Bibliothek umgesetzt und

erweitert. Sie hat den Mitarbeitern bereits

nach der Integration der Inhalte des Springer-Verlages

Zugang zu mehr als einer Million

Volltextartikeln geboten. Inzwischen

konnte auch das Verlagsprogramm von

Thieme integriert werden. Die Verhandlungen

mit weiteren maßgeblichen Verlagen

sind fast oder bereits abgeschlossen.

Damit stellt Asklepios allen Mitarbeitern

jederzeit einen direkten Zugang zu wissenschaftlichen

Arbeiten und Journalen

zur Verfügung, vergleichbar mit einer Universitätsbibliothek

und sogar weit darüber

hinaus.

Zur Intensivierung des Austauschs der

Asklepios Mitarbeiter untereinander wird

zugleich auf interne

medizinische Kompetenzenhingewiesen:

Beim Aufruf

eines Artikels werden

automatisch

die entsprechenden

Kollegen aus den

über 90 Kliniken der

Asklepios Gruppe

mit der zum Thema

passenden Fachexpertise

angezeigt.

Die sogenanntefingerprint-basierte

Recherche

erleichtert die individuelle

Suche nach

relevanten Informationen.

Dabei liefert die Datenbank nach der

Eingabe erster Suchbegriffe neben der Ergebnisliste

weitere verfeinerte Suchbegriffe,

die aus den Ergebnissen selbst generiert

werden. Gegenwärtig werden erweiterte

Suchmöglichkeiten in externen und internen

Datenbanken umgesetzt.

Neben den medizinischen Journalen

wird den Mitarbeitern nun auch Zugang

auf CME-Module verschiedener Verlage

geboten. Die Kosten dieser Online-Fortbildungen

übernimmt der Arbeitgeber. In

der Asklepios Online-Bibliothek kann der

Nutzer systematisch nach den gewünschten

CME-Einheiten suchen. Von der Online-Bibliothek

wird ihm dann eine gültige

TAN übergeben, mit der er in seinem persönlichen

CME-Konto bei Springer oder

Thieme die Online-Fortbildungseinheit

freischalten kann. Mit diesem Angebot

und der Kostenübernahme stellt Asklepios

den ärztlichen Mitarbeitern die Möglichkeit

zur Verfügung, auf modernem Wege

– per Online-Fortbildung – die vorgeschriebenen

Fortbildungspunkte bei der jeweiligen

Ärztekammer zu erwerben und vor

allem ihre persönlichen fachlichen Kompetenzen

zu erweitern.

Neben dem Zugang zu Journalen und

CME-Modulen stärkt der ebenfalls »frisch«

freigeschaltete Asklepios Knowledge-

Management

Guide die Vernetzung der wissenschaftlich

tätigen Ärzte innerhalb der Asklepios

Gruppe: Hier kann mit wenigen Klicks

identifiziert werden, welcher Kollege an

ähnlichen Themen geforscht hat – oder wer

für die Diskussion eines komplizierten Patientenfalles

der richtige Ansprechpartner

ist – auf der Basis der Expertenprofile, die

auch im Forschungsportal auf der Homepage

unter http://www.asklepios.com/

Medizin/Medizinische_Kompetenz/Forschung_und_Lehre/default.asp

bereits

eingebunden sind.

Damit wird sowohl das Wissensmanagement

als auch die Fort-, Aus- und

Weiterbildung der Mitarbeiter um einen

entscheidenden innovativen Baustein ergänzt,

der die Qualität der Patientenversorgung

bei Asklepios weiter steigert.

Wenn Sie Anregungen, Wünsche oder

Kritik zur Asklepios Online-Bibliothek

haben, erreichen Sie uns am schnellsten

per E-Mail unter: onlinebibliothek@askle

pios.com.

Monika Dohrn

Dr. Heinzpeter Moecke

Asklepios Online-Bibliothek – ganz

einfach!

Die Asklepios Online-Bibliothek erreichen Sie

im Intranet unter https://my.asklepios.com.

»Infocenter« anklicken und »Bibliothek« auswählen.

Und schon sind Sie mittendrin

in der Zeitschriftendatenbank.

Übrigens: Sie können die Asklepios Online-Bibliothek

von jedem beliebigen

Rechner aus erreichen. Wollen Sie z.B. von

Ihrem PC zu Hause in die Asklepios

Online-Bibliothek, brauchen Sie sich nur mit

Ihrem Benutzernamen und Passwort anzumelden.

So einfach geht das!

Manchmal kommt es vor, dass man sich erneut

anmelden muss, um zum Volltext zu

kommen. In diesem Fall handelt es sich um

Texte, die im Netz frei verfügbar sind. Der Verlag

will jedoch wissen, an wen er die Inhalte

gegeben hat. Bei allen für Asklepios lizenzierten

Zeitschriften kommt das nicht vor.

ASKLEPIOS intern 32/2007


Management

»Lauter und redlich werde ich

bewahren meine Kunst!«

Der Chefarzt der Urologie an der Klinik Barmbek über den Eid des Hippokrates

sehr regelmäßig werden Ärzte an den

eid des hippokrates erinnert, und ihr tun

wird daran gemessen. Mit dem eid wird

der anspruch an ein hohes ethos und

selbstloses handeln verbunden. Keine andere

weltliche Berufsgruppe wird in diesem

Maße in die Pflicht genommen. in

einer zeit schneller technischer und wissenschaftlicher

fortschritte steht die Medizin

in der tat vor erheblichen ethischen

Konflikten.

Es scheint gerechtfertigt, den Eid

nicht nur historisch zu sehen, sondern

prospektiv als ethisches Leitbild.

Der Hamburger Medizinhistoriker

Charles Lichtenthaeler sieht ihn gemeinsam

mit dem Dekalog und der Bergpredigt

ASKLEPIOS intern 32/2007

als eines der höchsten Zeugnisse abendländischer

Ethik – Grund genug, den Eid des

Hippokrates vertiefend zu betrachten.

Es ist nicht mit Sicherheit geklärt, ob

der Eid von Hippokrates selbst stammt. In

wissenschaftlichen Arbeiten wird kontrovers

diskutiert, ob er aus seiner Feder hervorgeht,

oder ob er ihm nur zugeschrieben

werden kann (Eid des Hippokrates versus

hippokratischer Eid). Dazu müssen die nur

vage bekannten Lebensdaten von Hippokrates

selbst in Zusammenhang mit stilistischen

und inhaltlichen Merkmalen

gesetzt werden. Erkenntnisse von Lichtenthaeler

lassen zu, die Datierung des

Eides, die zwischen dem sechsten Jahrhundert

vor und dem ersten Jahrhundert

nach Christus liegen soll, auf die Zeit zwi-

schen 420 und 400 v. Chr. einzugrenzen

und folglich mit der Lebenszeit von Hippokrates

(geboren ca. 460 v. Chr.) in Einklang

zu bringen.

Es handelt sich um einen sogenannten

promissorischen Eid, bei dem man sich auf

etwas verpflichtet, was man in Zukunft zu

tun oder zu lassen gedenkt. Im Gegensatz

zu einem assertorischen Eid, der sich auf

das Gewesene bezieht. Unklar ist, wann

der Eid geschworen wurde, vor oder nach

der Ausbildungszeit. Es gibt viele Argumente

dafür, dass der Eid vor der Ausbildung

geschworen wurde, um den Schüler

auf Werkstattgeheimnisse zu verpflichten.

Der Schwur nach der Ausbildung ist erst

als Ausdruck universitärer Riten nach dem

Mittelalter aufgekommen. In Deutschland

jedenfalls wird von keinem Arzt geschworen

– im Gegensatz zu anderen Ländern.

Die meisten Ärzte in Deutschland haben

den Eid noch nicht einmal gelesen.

Der Text ist ein Meisterstück georgianischer

Kunstprosa. Gliederung, rhetorische

Figuren und Einzelbeispiele sind

literaturhistorische Höhepunkte. Kompositorisch

geschickt ist die zentrale Aussage

als fünfter der neun Paragraphen in den

Mittelpunkt des Eides gestellt:

»Lauter und redlich werde ich bewahren

meine Kunst!«

Die acht anderen Paragraphen, die diese

zentrale Aussage umranken, beschäftigen

sich umfassend mit allen Aspekten der

ärztlichen Tätigkeit und haben dialektisch

gesehen auch heute noch Bestand. Es geht

um Umgangsformen, Vertragsregelungen,

Diätetik und Pharmakologie, Chirurgie,

Geburtenregelung und Sterben, Schweigepflicht,

Umgang mit Untergebenen, Gefahren,

die vom Arzt selbst ausgehen und

den Wunsch nach einem guten Ruf.

Der Eid mag dem Buchstaben nach

veraltet sein. Inhaltlich ist er brandaktuell,

und alle nachfolgenden Eidesformeln,

wie beispielsweise das Genfer Arztgelöbnis

von 1948, das vom Weltärztebund verabschiedet

wurde, wirken im Vergleich wie

ein verflachtes Plagiat.

Prof. Dr. Andreas Gross


Management

Zehn Jahre Salus – bald ambulante Angebote

Jubiläumsfeier im Bernburger Kurhaus

hochrangige gäste kamen zur 10-Jahres-Jubiläumsfeier

ins Bernburger Kurhaus:

sachsen-anhalts gesundheits- und sozialministerin

dr. gerlinde Kuppe, staatssekretärin

Prof. dr. christiane dienel und

asklepios hauptgeschäftsführer dr. dr.

Martin f. siebert. gesundheitsministerin

Kuppe sprach ihr besonderes Lob aus

und bezeichnete die salus als ein erfolgsmodell.

die hundertprozentige tochtergesellschaft

salus-Praxis gmbh wird unter

dem dach der salus ggmbh im spätsommer

des Jahres mit medizinischen Versorgungszentren

in Bernburg und salzwedel

ambulante angebote aufbauen, kündigte

Ministerin Kuppe an. der ursprünglich auf

sieben Jahre befristete Managementvertrag

ist inzwischen bis zum Jahr 2011 ver-

Dr. Gerlinde Kuppe im Gespräch mit Manfred Huppertz

längert worden. die zusammenarbeit mit

der asklepios Kliniken gmbh erlaubt es,

das medizinisch-fachliche Know-how der

asklepios gruppe nutzen zu können.

Die Salus gGmbH arbeitet erfolgreich,

wirtschaftlich solide und

sozial engagiert«, lobte Dr. Kuppe.

Die Ministerin dankte ausdrücklich den

mittlerweile fast 1.850 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern der Salus. Kuppe, die als

Sozialministerin zugleich Gesellschafterin

der Salus ist, sagte: »Aus der Gründungsidee

– ›Hilfen aus einer Hand‹ – ist Realität

geworden. Die Gründung der Salus

gGmbH hat die Chance geboten, ein integriertes

Netz bedarfsgerechter Hilfen für

einen weitgehend selbstbestimmten Le-

Das Fachkrankenhaus Bernburg

bensweg psychisch kranker oder seelisch

behinderter Menschen zu entwickeln.

Diese Chance ist zum Nutzen dieser Menschen

genutzt worden.«

Die Salus-Aufsichtsratsvorsitzende,

Staatssekretärin Prof. Dr. Christiane Dienel,

hob insbesondere die Kooperation der

Salus mit Asklepios hervor. Diese innovative

Form der Zusammenarbeit sichere das

Erfolgskonzept, Sozial- und Managementkompetenz

zusammenzubringen, sagte

sie.

Dr. Dr. Martin Siebert, Asklepios Hauptgeschäftsführer,

wertet die Zusammenarbeit

der Salus gGmbH als Beleg, dass sich

die Asklepios Kliniken in Sachsen-Anhalt

als vertrauenswürdiger und leitungsstarker

Partner der Landespolitik etablieren konnten.

»Es hat sich gezeigt, dass die landes-

und gesundheitspolitischen Zielsetzungen

mit privatwirtschaftlichem Engagement

harmonieren. Beide Partner zeichnen sich

durch Flexibilität und hohe Innovationsbereitschaft

aus. Ich bin mir sicher, dass die

Erfolgsgeschichte Salus und Asklepios ihre

Fortsetzung findet« so Dr. Dr. Siebert.

Zur Salus

Im Frühjahr 1997 ging die Salus gGmbH

mit den damaligen Landeskrankenhäusern

Uchtspringe und Bernburg sowie dem Heim-

bereich Uchtspringe an den Start. Heute

arbeiten im Salus-Verbund mit seinen Toch-

tergesellschaften 1.850 Frauen und Männer

an verschiedenen Standorten.

Die hundertprozentige Tochtergesellschaft

des Landes betreibt unter anderem die

psychiatrischen Fachkliniken sowie die foren-

sischen Landeskrankenhäuser in Uchtspringe

und Bernburg, ein Kinder- und Jugendheim in

Pretzsch und dazu diverse stationäre, teilsta-

tionäre und ambulante Einrichtungen zur Pfle-

ge und Betreuung von älteren Menschen und

Menschen mit Behinderung. Die gemeinnüt-

zige Gesellschaft hat ihren Sitz in der Landes-

hauptstadt Magdeburg.

In den vergangenen zehn Jahren wurden mehr

als 132 Millionen Euro investiert und für In-

standhaltungen ausgegeben. Im Gründungs-

jahr 1997 wurde ein Managementvertrag mit

Asklepios geschlossen.

ASKLEPIOS intern 32/2007


Management

Bachelor of Arts in Gesundheits-

und Sozialmanagement

Neuer Studiengang an der HFH – Hamburger Fern-Hochschule

Mit Beginn des nächsten semesters,

zum 1.7.2007, bietet die hfh – hamburger

fern-hochschule, erstmalig den berufsbegleitenden

studiengang gesundheits- und

sozialmanagement mit dem abschluss

»Bachelor of arts« an.

Diese Ausbildung bereitet Berufstätige,

die bereits in Gesundheits-

oder Sozialeinrichtungen arbeiten,

auf die Übernahme von anspruchsvollen

Fach- und Führungsaufgaben vor. Im Studium

werden fachliche, methodische und persönlichkeitsbezogene

Kompetenzen in den

Bereichen Management, Betriebswirtschaft

sowie in mehreren Bezugswissenschaften

(z.B. Empirische Methoden, Soziologie, Psychologie,

Wissensmanagement, Integrierte

Versorgung) vermittelt.

Der Berufsbezug wird durch die umfassende

Spezialisierung und zahlreiche

Möglichkeiten der Profilbildung gewährleistet.

Die Spezialisierung auf die Branchen

Gesundheit und Soziales erfolgt in

eigens hierauf zugeschnittenen Modulen,

0 ASKLEPIOS intern 32/2007

in denen die ökonomischen, rechtlichen

und wissenschaftlichen Besonderheiten

beider Branchen vom ersten bis zum letzten

Semester praxisorientiert herausgearbeitet

werden. Für die individuelle Profilbildung

haben die Studierenden zahlreiche Wahlmöglichkeiten,

etwa zwischen alternativen

Versorgungsformen (z.B. ambulant, stationär,

integriert) und mehreren Zielgruppen

(z.B. Kinder, Jugendliche, Senioren, Migranten,

Behinderte).

Die Kombination aus Managementgrundlagen,

branchenbezogener Spezialisierung

und individueller Profilbildung

verschafft den Studierenden verbesserte

Berufs- und Karrierechancen in der Gesundheits-

und Sozialwirtschaft, die sich

zunehmend unter wettbewerblichen Rahmenbedingungen

entwickelt. Die Nachfrage

nach entsprechend qualifizierten

und spezialisierten Führungskräften auf

dem Arbeitsmarkt ist hoch und steigt weiter

an.

Neben dem Beruf in sieben Semestern

die in der Praxis benötigten Kenntnisse zu

vermitteln – und dies auf Hochschulniveau

–, zeichnet den neuen HFH-Studiengang

aus. Er wurde bereits durch die Zentrale

Evaluations- und Akkreditierungsagentur

(ZEvA) akkreditiert und von der Hamburger

Wissenschaftsbehörde staatlich anerkannt

und genehmigt. Das Abitur ist für

ein erfolgreiches Studium übrigens nicht

erforderlich.

Die HFH ist die größte private Hochschule

Deutschlands. Zurzeit sind dort

rund 6.000 Studierende immatrikuliert.

Für die wohnortnahe Betreuung ihrer Studierenden

und die Durchführung der Präsenzseminare

(z.B. Zukunftswerkstätten)

greift die HFH auf insgesamt 36 Studienzentren

in Deutschland und Österreich

zurück.

Weitere Informationen zum Studium

an der HFH bzw. zum Bachelor-of-Arts-

Studiengang Gesundheits- und Sozialmanagement

erhalten Interessierte unter der

Hotline Nr. 01805/23 52 10 (14 Cent pro Minute)

oder direkt im Internet unter www.

hamburger-fh.de.


Management

»Schutz vor

Nadelstich-Verletzungen?«

»Mit Clexane ® – ab sofort in der neuen Sicherheitsspritze!«

Ein kleiner Nadelstich kann Leben retten – aber auch zu Verletzungen führen.

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Patienten, Angehörige, Pflegepersonal und Ärzte zu schützen.

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ASKLEPIOS intern 32/2007 1

® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 20 mg Duo / Clexane ® 40 mg Duo / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie / Clexane ® multidose 100 mg/ml Wirkstoff: Enoxaparin-Natrium – Verschreibungspflichtig.

Zusammensetzung: Clexane ® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie: 1 Ampulle/Fertigspritze mit 0,2/0,4/0,6/0,8/1,0 ml Injektionslösung enthält 20 mg/40 mg/60 mg/80 mg/100 mg Enoxaparin-

Natrium (entsprechend 2.000 I.E./4.000 I.E./6.000 I.E./8.000 I.E./10.000 I.E. anti-Xa). Clexane ® multidose 100 mg/ml: 1 ml Injektionslösung enthält 100 mg Enoxaparin-Natrium (entspr.10.000 I.E. anti-Xa). Sonstige Bestandteile: Wasser für Injektionszwecke, zusätzlich

für Clexane ® multidose 100 mg/ml: Benzylalkohol 15 mg/ml Anwendungsgebiete: Thromboseprophylaxe und Gerinnungshemmung bei extrakorporalem Kreislauf während der Hämodialyse. Primärprophylaxe tiefer Venenthrombosen: Clexane ® 20 mg / Clexane ®

multidose 100 mg/ml peri- und postoperativ bei Patienten mit niedrigem oder mittlerem thromboembolischen Risiko (z.B.Allgemeinchirurgie); Clexane ® 40 mg / Clexane ® multidose 100 mg/ml peri- und postoperative Primärprophylaxe bei Patienten mit hohem thromboembolischen

Risiko (z.B. orthopädische Chirurgie); Clexane ® 40 mg / Clexane ® multidose 100 mg/ml bei nicht-chirurgischen Patienten mit mittlerem oder hohem thromboembolischen Risiko bei akuten schweren internistischen Erkrankungen (Herzinsuffizienz NYHA

III bzw. IV, Infektionen, respiratorische Erkrankungen) mit weitgehender Immobilisation. Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie / Clexane ® multidose 100 mg/ml: Therapie tiefer Venenthrombosen mit und ohne Lungenembolie;

Therapie der instabilen Angina pectoris und des Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarktes. Gegenanzeigen: Überempfindlichkeit gegen Enoxaparin-Natrium, Heparin oder Heparin-Abkömmlinge, einschließlich anderer niedermolekularer Heparine. Kürzlich zurückliegende

Verletzungen oder Operationen am Zentralnervensystem oder am Auge oder Ohr. Kürzlich zurückliegende klinisch relevante Blutung (z.B. gastrointestinale Blutung, makroskopisch sichtbare Urogenitalblutung oder sonstige anormale Blutung). Akuter oder < 6 Monate

zurückliegender (oder Verdacht auf) hämorrhagischer Schlaganfall oder andere intrakraniale Blutungen. Akute oder anamnestisch bekannte intrakraniale Erkrankung (Neoplasma, arteriovenöse Malformation, Aneurysma). Klinisch relevante Gerinnungsstörungen

(hämorrhagische Diathese – auch in der Anamnese, Mangel an Gerinnungsfaktoren, Thrombozytopenie). Magen- oder Darmulzera. Abortus imminens. Schwere Leber- oder Pankreaserkrankungen. Unkontrollierbare schwere Hypertonie. Endokarditis. Aktuelle oder

anamnestisch bekannte allergisch bedingte Thrombozytopenie (Typ II) auf Heparin. Verdacht auf vaskuläre Retinopathie, Glaskörperblutungen oder andere intraokulare Blutungen. Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie /

Clexane ® multidose 100 mg/ml zusätzlich bei der Indikation instabile Angina pectoris: Gabe von oralen Antikoagulantien vor Therapiebeginn (INR > 1,4 bzw. aktivierte partielle Thromboplastinzeit (aPTT) > 41 sec.); bei den Indikationen Therapie tiefer Venenthrombosen

mit und ohne Lungenembolie, instabile Angina pectoris oder Nicht-Q-Wellen-Myokardinfarkt: bei gleichzeitiger Spinal-, Peridural-, Epiduralanästhesie oder Lumbalpunktion. Beachten der Vorsichtsmaßnahmen und Warnhinweise (siehe Fachinformation Punkt 4.4) bei

der Thromboseprophylaxe und gleichzeitigen rückenmarksnahen Anästhesien bzw. Punktionen. Anwendung bei Pat. mit künstlichen Herzklappen nur nach strenger Indikationsstellung. Clexane ® multidose 100 mg/ml nicht bei Säuglingen und Kleinkindern bis zu

3 Jahren (Gehalt an Benzylalkohol), bei Überempfindlichkeit gegen Benzylalkohol anwenden. Nebenwirkungen: In seltenen Fällen allergische Reaktionen (wie z.B. Pruritus, Erythem, Urticaria, angioneurotisches Ödem, Exanthem, Übelkeit, Erbrechen,Temperaturanstieg,

Blutdruckabfall), bei Clexane ® multidose 100 mg/ml auch durch Benzylalkohol bedingt. In Einzelfällen anaphylaktische/anaphylaktoide Reaktionen mit exanthemischen Hautveränderungen, Bronchospasmus, Dyspnoe und Blutdruckabfällen bis zum Schock. In

Einzelfällen Purpura mit Hautnekrosen im Bereich der Injektionsstelle, teils auch an anderen Körperstellen mit Bevorzugung der unteren Extremität. An der Injektionsstelle Ekchymosen sowie Schmerzen. Dosisabhängig vermehrtes Auftreten von offenen oder okkulten

Blutungskomplikationen (insbesondere an Haut, Schleimhäuten, Wunden sowie im Bereich des Gastrointestinal- und Urogenitaltraktes). Selten und im Umfang begrenzt vermehrte Blutungen bei operativen Eingriffen. Berichte über schwere Blutungen (retroperitoneal,

intrakranial), in sehr seltenen Fällen mit tödlichem Ausgang. Gelegentlich zu Beginn der Behandlung mit Heparinen eine leichte vorübergehende Thrombozytopenie (Typ I), im Allgemeinen keine Komplikationen. Selten Antikörper-vermittelte schwere Thombozytopenien

(Typ II) mit Thrombozytenwerten deutlich unter 100 000/µl oder einem schnellen Abfall auf weniger als 50% des Ausgangswertes; dabei Auftreten von arteriellen und venösen Thrombosen/Thromboembolien, Verbrauchskoagulopathie, evtl. Hautnekrosen an der

Injektionsstelle, Petechien, Purpura und Meläna möglich. In einzelnen Fällen zusätzlich Organinfarkte oder Ischämien der Gliedmaßen. Mögliche Verminderung der blutgerinnungshemmenden Wirkung des Heparins (Heparin-Toleranz). Bei HIT

Typ II Enoxaparin sofort absetzen. Information des Patienten: keine weiteren Applikationen von Heparin-haltigen Präparaten. Bei der Gabe von Enoxaparin im Zusammenhang mit einer Spinal- oder Epiduralanästhesie oder postoperativen Verweilkathetern in seltenen

Fällen Berichte über spinale und epidurale Hämatome, Folge hier: neurologische Komplikationen unterschiedlicher Ausprägung wie zum Beispiel langdauernde oder permanente Paralyse. Häufig Anstieg der Leberenzyme, möglicherweise dosisabhängig (zumeist nach

Absetzen der Behandlung reversibel und klinisch nicht bedeutsam). Selten asymptomatische Thrombozytosen und Leukopenien beobachtet. Anstieg des Serum-Kaliums möglich. Nebenwirkungen wie bei unfragmentiertem

Heparin, wie Haarausfall, Kopfschmerz, Azidose, Osteoporose, Hautnekrosen, Priapismus, Hypotonie, Bradykardie, Hypoaldosteronismus, in Einzelfällen möglich. Wie bei unfragmentiertem Heparin mögliche

Verfälschungen klinisch-chemischer Untersuchungsergebnisse durch Enoxaparin (falsch niedrige Cholesterinwerte, falsch hohe T3- und T4-Werte bei nicht nüchternen Patienten, falsch hohe Blutzuckerwerte; Bromsulfalein-

Test). Stand: Clexane ® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie: Januar 2006, Clexane ® 20 mg Duo: März 2006, Clexane ® 40 mg Duo: Februar 2006,

Clexane ® multidose 100 mg/ml: Juli 2005. (3178) Angaben gekürzt – weitere Einzelheiten entnehmen Sie bitte der Fach- bzw. Gebrauchsinformation, die wir auf Wunsch gerne zur Verfügung stellen. Pharmazeutischer

Unternehmer: Clexane ® 20 mg / Clexane ® 40 mg / Clexane ® 20 mg Duo / Clexane ® 40 mg Duo / Clexane ® 60 mg Therapie / Clexane ® 80 mg Therapie / Clexane ® 100 mg Therapie: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH,

65926 Frankfurt am Main, Clexane ® multidose 100 mg/ml: Aventis Pharma Deutschland GmbH, 65926 Frankfurt am Main; Postanschrift: Sanofi-Aventis Deutschland GmbH, Potsdamer Straße 8, 10785 Berlin.

AVS 801 07 020a-4246


Figuren &

Strukturen

Kardiologische Reha

neu an Klinik Schaufling

Management

Offiziell begrüßt wurde Dr. von Sanden im Rahmen

einer kleinen Feierstunde von Bürgermeister Hermann

Hackl, dem ärztlichen Direktor Dr. Hartmut Bork und

dem Geschäftsführer Georg Detter. Ein Blumenstrauß

und ein Fachbuch wurden als herzliche Willkommens-

grüße überreicht.

Seit kurzem ist die kardiologische Rehabilitation

an der Klinik Schaufling möglich.

Dr. Gabriele von Sanden wurde zum

Der Pastor mit dem mobilen Altar

Christian Schobert ist ein Exot: Denn ein

Pastor, dessen Altar Rollen besitzt, dürfte

schwer zu finden sein. Als Seelsorger der Asklepios

Klinik Nord ist der Gottesmann in Ochsenzoll

allerdings ständig gefordert, mobile

und innovative Lösungen zu finden. Bei seinen

regelmäßigen Gottesdiensten in der Forensik

verwandelt er einen sonst nüchternen

Raum mit wenigen Handgriffen in einen Ort

der Andacht.

An einem Tag tauft Pastor Schobert einen 35jährigen

Mann im Strafregelvollzug. An einem

anderen feiert er dort Konfirmation. »Das sind

sehr bewegende Momente«, beschreibt der

Seelsorger den Stellenwert solcher Amtshandlungen

in seinem ohnehin nicht unaufregenden

Arbeitsalltag.

Dank der Unterstützung der Ergotherapeutin

Saskia Timm konnte ein leer stehender Raum

in dieser Abteilung jetzt für die Gottesdienste

als »feste Übergangslösung« eingerichtet

werden. Der mobile Altar wurde mit der Hilfe

von Patienten geschreinert und bereits feierlich

eingeweiht.

Um den Rat suchenden Psychiatrie-Patienten

langfristig und nicht nur punktuell helfen zu

können, setzt Schobert gerne auf die Zusammenarbeit

mit Psychologen, Sozialarbeitern

und Therapeuten.

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

1.4.2007 zur Chefärztin der Abteilung Kardiologie

berufen. Die gebürtige Niederbayerin

ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Von 1997 bis März 2007 war Dr. von

Sanden als selbstständige Konsiliarärztin

an der Asklepios Klinik in Schaufling tätig,

zuständig für Diagnostik und Therapie von

internistischen und kardiologischen Erkrankungen.

n

Klinik Barmbek: Neuer Chefarzt der

Augenheilkunde

PD Dr. Ulrich Schaudig (Foto) hat am

1.3.2007 als Nachfolger von Prof. Dr. Dietrich

von Domarus die Leitung der Abteilung

für Augenheilkunde in der Asklepios

Klinik Barmbek übernommen. Dr. Schaudig

wurde in Erlangen geboren und ist mit

der Gynäkologin Dr. Katrin Schaudig verheiratet.

Die Familie hat drei Kinder. Nach

dem Studium in Regensburg, München

und den USA begann er seine Tätigkeit zunächst

in der allgemeinen und plastischen

Chirurgie am Klinikum München-Bogenhausen

und absolvierte anschließend seine

Facharztausbildung in der Klinik und Poliklinik

für Augenheilkunde am Universitätsklinikum

Hamburg-Eppendorf, wo er

seit 1997 als Oberarzt und zuletzt als leitender

Oberarzt tätig war. n

Neue Koch-Ausbildung

Die Ausbildung von Köchinnen und

Köchen in Kooperation zwischen SALUS-

Service und SALUS-Integra wird zentralisiert.

In Magdeburg wird mit Beginn des

Ausbildungsjahres 2007/2008 eine Lehrküche

eröffnet, in der die jungen Leute kontinuierlich

von der Ausbildungsbeauftragten

Ulrike Rämke angeleitet werden. Das verspricht

vor allem Vorteile in der Qualität.

Bisher wurde in den Großküchen der

SALUS-Service ausgebildet, dominiert von

Ausbildungsbeauftragte Ulrike Rämke (r.) betreut künf-

tig alle Azubis in Magdeburg.

Aspekten der Gemeinschaftsverpflegung.

Der neue Rahmen ermöglicht ein breiteres

Spektrum bei der Gestaltung von Büfetts

oder Aktionswochen und der Erarbeitung

von Speisenfolgen.

Künftig können alle Auszubildenden

gemeinsam die Berufsschule in Magdeburg

besuchen. Hier soll auch ein betreutes

Wohnangebot geschaffen werden.

Die Ausbildungskooperation zielt

schließlich vor allem darauf ab, sozial benachteiligen

Jugendlichen eine Chance zu

geben. Es gehört zum Konzept, den Azubis

bei alltäglichen Fragen zu helfen, z.B. bei

der Stellung von Behördenanträgen. Das

neue Ausbildungsmodell verspricht mehr

Konstanz in Theorie und Praxis und eine

intensivere soziale Betreuung. n

Asklepios Klinik Harburg: Neuer

Chefarzt der Lungenabteilung

PD Dr. Gunther Harald Wiest hat am

1.4.2007 als Nachfolger von Prof. Dr. Eckhard

Kaukel die Leitung der Abteilung für

Lungenheilkunde in der Klinik Harburg

übernommen. Wiest wurde in Nürnberg

geboren, ist verheiratet und hat eine Tochter.

Er absolvierte seine Weiterbildung zum

Facharzt für Innere Medizin mit Schwer-


Aufsichtsrat bestellt Stephan

Leonhard und Dr. h.c. Peter Coy als

weitere Hauptgeschäftsführer

Der Aufsichtsrat der Asklepios Kliniken

Verwaltungs GmbH hat Stephan

Leonhard und Dr. h. c. Peter Coy als weitere

Hauptgeschäftsführer der Asklepios

Gruppe bestellt.

Dr. h.c. Peter Coy ist seit mehr als zehn

Jahren als Geschäftsführer für Asklepios

in verschiedenen Einheiten tätig, zuletzt

als Regionalgeschäftsführer in Wiesbaden.

Dr. Coy bringt umfassende operative

Managementerfahrung mit dem Schwerpunkt

auf Integration und Turnaround

von Kliniken mit.

Dipl.-Kfm. Stephan Leonhard, Steuerberater

und seit knapp fünf Jahren als

CFO und Prokurist bei Asklepios, hat die

Gruppe systematisch auf die Anforderungen

des Kapitalmarktes vorbereitet. In

punkt Pneumologie, Schlafmedizin und

internistische Intensivmedizin unter Prof.

Dr. Hahn in der Medizinischen Klinik I mit

Poliklinik der Universitätsklinik Erlangen-

Nürnberg, wo er seit 2003 als Oberarzt und

Leiter des Schwerpunktes Pneumologie

und der Abteilung für physikalische Therapie

tätig war.

Er ist Mitglied mehrerer nationaler und

internationaler Fachgesellschaften und

Gutachter für die Deutsche Forschungsgemeinschaft,

Lancet und das American

Journal of Respiratory and Critical

Care Medicine. Als Chefarzt der Harburger

Pneumologie wird Wiest die Schwerpunkte

der renommierten Abteilung weiter

ausbauen, insbesondere die Onkologie, das

neu gegründete Hamburger Zentrum für

Heimbeatmung, die pneumologische Intensivmedizin

sowie die allgemeine Pneumologie.

n

Wandsbek: Neuer Chef der Chirurgie I

Am 15. März übernahm Dr. Thomas

Mansfeld (Foto) die Leitung der I. Chirurgischen

Abteilung in der Asklepios Klinik

Wandsbek. Damit erfüllt sich für den 46-

Jährigen ein lang gehegter Wunsch: Der

Vater von vier Kindern kehrt in seine »Lieblingsstadt«

zurück. Hier ging er zur Schule,

studierte und erlebte eine spannende

Phase seiner Karriere als Chirurg: Nach

einer lehrreichen Zeit im Husumer Krankenhaus

sammelte er als Oberarzt in der

Abteilung von Prof. teichmann in Altona

Dipl.-Kfm. Stephan Leonhard

dieser Zeit hat Leonhard das Investment

Grade Rating (BBB, positiv) der Asklepios

fundierte Erfahrungen im gesamten Spektrum

der Bauchchirurgie. Vor dem Chefarztwechsel

nach Wandsbek am 15. März

war er Klinikdirektor der Klinik für Allgemein-

und Viszeralchirurgie im katholischen

Krankenhaus in Oldenburg.

Dr. Mansfeld ist Mitglied der Gesellschaft

für Chirurgie und der Gesellschaft

für Viszeralchirurgie und gehört dem Berufsverband

der Deutschen Chirurgen, den

Arbeitsgemeinschaften für Onkologie, Minimal

Invasive Chirurgie und Qualitätssicherung

der Deutschen Gesellschaft für

Chirurgie an. n

Asklepios Klinik Harburg: Neue

Sektion Kinderchirurgie

Zum 1.4.2007 hat die Klinik Harburg

eine neue Sektion für Kinderchirurgie als

Management

Dr. h.c. Peter Coy

Gruppe realisiert und die Finanzierung

des Wachstums sichergestellt. n

Teil der Abteilung für Allgemein-, Gefäß-

und Viszeralchirurgie (Prof. Dr. Eike Sebastian

Debus) eröffnet. Die Sektionsleitung

übernimmt der Facharzt für Kinderchirurgie

Ilias Kanellos-Becker.

Kanellos-Becker wurde in Volos (Griechenland)

geboren, studierte an der Medizinischen

Fakultät der Universität

Thessaloniki und absolvierte seine Weiterbildung

zum Facharzt für Chirurgie

im Elisabeth-Krankenhaus Berlin, in den

Städtischen Kliniken Duisburg, im Katholischen

Krankenhaus Duisburg sowie

in der Thoraxklinik Heidelberg-Rohrbach.

Seit 1991 ist Kanellos-Becker als leitender

Oberarzt der Kinderchirurgischen Abteilung

(Dr. Reifferscheid/Prof. Dr. W. Lambrecht)

und seit 2004 auch der Abteilung für

Kindertraumatologie (Prof. Dr. J.M. Rueger)

tätig. n

Jens Betker, zuvor Geschäftsführer

des Fachklinikums Stadtroda, hat die Geschäftsführung

der neu in den Konzern

übernommenen vormaligen niedersächsischen

Landeskrankenhäuser Göttingen

und Tiefenbrunn übernommen. Die Häuser

werden jetzt unter dem Namen Fachklinikum

Göttingen und Tiefenbrunn weitergeführt.

n

Prof. Andree Faridi ist seit dem 1.4. 2007

Chefarzt Gynäkologie mit Brustzentrum

in der Asklepios Klinik Barmbek. Der 47-

Jährige ist in Bonn geboren und mit einer

ASKLEPIOS intern 32/2007


Management

Tierärztin verheiratet. Das Paar hat zwei

Kinder. Dr. Faridi absolvierte seine Facharztausbildung

1993, arbeitete als Oberarzt

der Frauenklinik am Klinikum Remscheid

und ab 1995 dort als leitender Oberarzt.

Später wechselte er ans Klinikum Aachen,

wurde dort im April 2000 Stellvertreter des

Klinikdirektors der Frauenklinik am Universitätsklinikum

Aachen und 2005 zum

apl. Professor der RWTH Aachen ernannt.

Im Oktober 2004 wechselte er als Chefarzt

der Frauenklinik an das Krankenhaus Porz

am Rhein, Köln. n

Uwe Petersen arbeitet seit dem 1.4.2007

als Pflegedirektor in der Asklepios Klinik

St. Georg. Der 48-Jährige ist verheiratet

und beschäftigt sich in seiner Freizeit gerne

mit der Ausbildung junger Hunde, zudem

läuft er gern. Zuvor arbeitete Uwe Petersen

als Direktor für Patienten- und Prozessmanagement

in der Oberschwabenklinik. n

Moderator des Patientenradios

Seligenstadt ausgezeichnet

Rainer Bauer, Sie haben in der Asklepios

Klinik Seligenstadt das Patientenradio

»Radio aktiv« aufgebaut und sind

bereits im vierten Jahr ehrenamtlich tätig.

Dafür wurde Ihnen kürzlich sogar eine

Anerkennungsurkunde für besonderes

soziales Engagement durch die hessische

Sozialministerin verliehen. Warum machen

Sie das, und wie kam es dazu?

rainer Bauer: Als Tinnituspatient

bin ich mit 50 Jahren aus dem Lehramt

ausgeschieden. Was folgte, waren zwei

Jahre Nichtstun und Langeweile. So sollte

es nicht weitergehen. Und da mich die

Stimme im Radio schon immer faszinierte,

kam mir die Idee, selbst Radio zu machen

und mir damit einen Kindheitstraum zu

erfüllen. Ich ging also in die Klinik und

fragte, ob man hier ein Patientenradio

brauchen könnte.

Woher haben Sie das Equipment, all die

Technik, die nötig ist?

Vieles ist aus meinem privaten Bestand:

Mischpult, Verstärker, Platten- und

CD-Spieler. Für die fehlenden Sachen ging

ich »Klinkenputzen« bei Elektromärkten,

Banken und Radiosendern. So hatte ich

bald alles zusammen. Teils etwas antiquiert,

aber durchaus brauchbar. Und jetzt,

ASKLEPIOS intern 32/2007

Rainer Jakobi (Foto oben) ist seit dem

1.1.2007 Pflegedienstdirektor in der Asklepios

Klinik Altona. Der 51-Jährige ist verheiratet

und Vater von drei erwachsenen

Kindern. Darüber hinaus hat Familie Jakobi

noch drei Pflegekinder im Alter von 6, 11

und 15 Jahren. n

wo wir sogar zum Fernsehen (!) avanciert

sind, haben der Hessische Rundfunk

und der Offene Kanal Offenbach/Frankfurt

die entsprechende Technik wie Kameras

usw. zur Verfügung gestellt. Man

kann sagen, das Studio ist der innovativste

Raum in der Klinik, es gibt ständig

Veränderungen…

Sie machen an allen Werktagen für zwei

Stunden eine Live-Sendung. Bei großen

Radiosendern sind eine Menge Leute mit

einer Sendung beschäftigt; da gibt es

neben dem Moderator ein ganzes Team aus

Redakteuren, Technikern usw. Wie läuft das

bei Ihnen?

Ich mache alles allein – von der Putzfrau

bis zum Intendanten. Das sind acht

bis zehn Stunden Arbeit täglich. Mein Tag

beginnt bereits um 7.00 Uhr mit dem redaktionellen

Teil: Zeitung lesen, Themen

für die Sendung auswählen und dann die

Texte radiotauglich umschreiben. Von Tagespolitik

bis Klatsch & Tratsch sind alle

Themen vertreten. Danach mache ich

mich schnell »fernsehfein«, um dann zwei

Stunden lang live über Radio und Fernsehen

in die Patientenzimmer zu gehen.

Krank werden darf man da nicht. Und

mehr als zwei Wochen Urlaub im Jahr

gönne ich mir auch nicht. Im Anschluss

organisiere ich mir dann Studiogäste für

spätere Sendungen.

Dr. Christiane Thein (Foto unten) arbeitet

sei dem 1.1.2007 als Chefärztin der

Abt. Gynäkologie und Geburtshilfe an der

Asklepios Klinik Wandsbek. Sie arbeitete

zuvor als Chefärztin in der Frauenklinik

des Klinikums Peine gGmbH. n

Die Liste Ihrer Studiogäste ist beeindruckend:

Leute aus der lokalen Politik,

Prominente. Wie schaffen Sie es, dass die

Leute zu Ihnen in die Sendung kommen?

Zum einen ist es mühsames Akquirieren

am Telefon oder per E-Mail. Zum

anderen nutze ich natürlich persönliche

Kontakte. Beides ist recht erfolgreich. Ich

lade die Leute in meine Sendung ein, und

die meisten schauen gern vorbei. Wobei

mir die »lokalen Helden«, die nicht so im

Fokus der Öffentlichkeit stehen, lieber

sind als Promis, die nur noch prominenter

werden wollen. n

Das Gespräch führte Andrea Materna


Konzernschwerbehindertenvertretung

Anlässlich einer Weiterbildungsveranstaltung

stellte sich die neu

gewählte Konzernschwerbehindertenvertretung

(KSBV) bei dem

Leiter der Zentralen Dienste Arbeits-

und Tarifrecht, Dr. Dieter

Brenneis in der Konzernzentrale in

Königstein-Falkenstein vor.

Die KSBV ist als Teil der Arbeitnehmervertretung

zuständig für

die Unterstützung der örtlichen

Vertrauensperson für schwerbehinderte

Menschen. In dieser

Funktion hat sie deren Eingliederung

zu fördern, ihre Interessen zu

vertreten und ihnen beratend und

helfend zur Seite zu stehen.

Reinhard Grethe, Vorsitzender der

KSBV, und seine drei Stellvertreter

Gisela Swider, Kathrin Pareidt und

Edmund Schmidt haben sich für

ihre Amtsperiode sehr viel vorgenommen:

»Die Arbeit der KSBV ist

Dr. Gerhard Sitzler, MBA,

Facharzt für Innere Medizin

mit den Teilgebieten Kardiologie

und Spezielle internistische

Intensivmedizin, ist seit dem

01.03.207 stellvertretender Kaufmännischer

Direktor der Asklepios

Klinik St. Georg.

Nach 12-jähriger klinischer

Tätigkeit an Universitätskliniken

ist er seit acht Jahren im

Klinikmanagement einer Universitätsklinik

und bei einem

frei-gemeinnützigen Träger tätig

gewesen. Zuletzt war er in Personalunion

Klinikdirektor eines

430-Betten-Hauses, Leiter Unternehmensentwicklung

und

Vorsitzender der Medizinischen

Beirats eines frei-gemeinnützigen

Krankenhausträgers. n

Dr. Ekkehart Weber

im Ruhestand

Im Februar 2007 wurde

Oberarzt Dr. Ekkehart Weber

in seinen verdienten Ruhestand

verabschiedet. Zu seinem

65. Jubiläum wurden zwei Verabschiedungsveranstaltungen

in Birkenwerder organisiert.

Freunde, Bekannte, Politiker,

ein wesentlicher

Mosaikstein in

der Durchsetzung

der Rechte

von über

1600 schwerbehinderten

Menschen in

unserem Konzern.

Unser primäres

Ziel ist

es, gemeinsam

mit dem

Arbeitgeber

schwerbehinderteMitarbeiter

möglichst

gut zu integrieren, um dadurch für

alle Zufriedenheit und Motivation

am Arbeitsplatz zu erreichen.

2007 ist das europäische Jahr der

Chancengleichheit. Wir wollen

dafür sorgen, dass dies auch für

die schwerbehinderten Mitarbeiter

gilt.«

ehemalige Mitarbeiter und Kollegen

kamen zahlreich und würdigten

in ihren Reden das Leben

und Wirken seiner 33-jährigen

Tätigkeit an der Klinik in Birkenwerder.

Seine besonderen

Leistungen und Verdienste für

die Entwicklung der Klinik wurden

eindrucksvoll von der Asklepios

Konzernleitung, vertreten

durch Dr. med. Dr. jur. Martin

F. Siebert, und dem Ärztlichen

Direktor und Chefarzt Dr. Gruner

hervorgehoben. Das Lebenswerk

von Oberarzt Dr. Ekkehart

Weber als Mensch, Arzt, Ausbilder

und Kommunalpolitiker

wurde mit einem goldenen Ehrenkranz

honoriert.

Der Abschied von Dr. Weber

erfolgt nicht sofort, es ist sozusagen

ein Abschied auf Raten.

Die Kassenärztliche Vereinigung

Brandenburg hat dem

bewährten Orthopäden und

Rheumachirurgen eine Ermächtigung

für weitere zwei Jahre

gewährt. Die Sprechstunden finden

jeweils donnerstags in der

Chefarztambulanz der Orthopädie

der Klinik Birkenwerder

statt. n

Management

Reinhard Grethe, Gisela Swider, Katrin Pareidt und Erwin Schmidt (v.l.)

»Es ist wünschenswert, wenn es

engagierte Mitarbeiter gibt, die

sich der speziellen Probleme einer

Arbeitnehmergruppe aus eigener

Erfahrung annehmen.

Durch die KSBV halten wir ein Spezialwissen

vor, das Betroffenen

sowie Führungskräften die Arbeit

mit schwerbehinderten Menschen

in unseren Klinken erleichtert und

dazu beiträgt, etwaige mentale

Barrieren abzubauen. Auf diese

Weise können wir gemeinsam dazu

beitragen, dass bei uns Integration

gelebt wird«, sagte Dr. Dieter

Brenneis.

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ASKLEPIOS intern 32/2007

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Patienten-Forum

Langer Leidensweg – Fibromyalgie

Klinikum Bad Abbach untersucht neue neuromodulatorische Substanzen

das fibromyalgie-syndrom ist eine erkrankung

des Weichteilgewebes. typisch

für diese Krankheit ist, dass sie stets chronisch

verläuft, die Laborwerte dabei aber

unauffällig sind. in den usa ist diese

Krankheit der häufigste grund für einen

generalisierten Muskelschmerz bei frauen

zwischen dem 20. und 55. Lebensjahr.

in deutschland geht man davon aus, dass

zwischen 1,3 und 4,8 Prozent an fibromyalgie

erkrankt sind. Bei diesem Krankheitsbild

ist der frauenanteil mit 80 bis

90 Prozent besonders hoch.

Aus dem Lateinischen übersetzt

bedeutet der Name »Schmerzen

in Bindegewebe und Muskulatur«.

Erstmalig wurde die Fibromyalgie

im 19. Jahrhundert beschrieben.

An Beschwerden schildern die Patienten

typischerweise einen generalisierten

Muskelschmerz ohne direkten

Bezug zu einem Gelenk. Es werden

aber auch häufig Rückenschmerzen,

Schlafstörungen, Müdigkeit und Erschöpfung

angeben. Die Symptome

eines Reizdarm- Syndroms finden sich

ebenfalls gehäuft. In vielen Fällen ist

die Fibromyalgie auch mit Depression

oder Angstzuständen assoziiert, sie ist

jedoch nicht einfach als eine »Unterform«

der Depression

anzusehen.

Die Diag nose

wird durch die typischeBeschwerdesymptomatik,

das

Vorhandensein von

speziellen druckschmerzhaften

Punkten – sog

e n a n n t e r

Tender-Points

– u n d d a s

Feh len von

relevanten Labor

verä nde -

rungen oder

ASKLEPIOS intern 32/2007

radiologischer Befunde gestellt. Da es keinen

beweisenden Labortest oder andere eindeutige

Untersuchungsbefunde gibt, stellt

die Fibromyalgie letztlich eine Ausschlussdiagnose

dar. Hilfreich für die Diagnosestellung

sind jedoch Klassifikationskriterien,

die 1990 von Wolfe und Kollegen erarbeitet

wurden und eine Definition der generalisierten

Schmerzsymptomatik sowie der

Druckpunkte für die digitale

Palpation enthalt

e n .

Dennoch kann die Diagnosestellung

im Einzelfall schwierig sein. Häufig berichten

die Patienten über einen langen

Leidensweg.

Aufgrund der Beschwerdesymptomatik

müssen andere Erkrankungen ausgeschlossen

werden, wobei insbesondere

eine rheumatoide Arthritis, eine Polymyalgia

rheumatica und die Arthrose von der

Fibromyalgie abgegrenzt werden müssen.

Aber auch eine echte Depression oder endokrinologische

Erkrankungen wie Schilddrüsenfunktionsstörungen

müssen durch

entsprechende Diagnostik ausgeschlossen

werden.

Die Ursache der Fibromyalgie ist trotz

intensiver Forschung im Wesentlichen unbekannt.

Aktuelle Pathogenesekonzepte

gehen von einer individuellen Störung der

Schmerzwahrnehmung und -verarbeitung

aus, ohne dass hierfür bisher ein eindeutiges

neurologisches Korrelat identifiziert

werden konnte. Therapeutisch wird daher

überwiegend mit Medikamenten gearbeitet,

die auf die Schmerzwahrnehmung

und -verarbeitung einwirken, wie z.B.

Amitriptylin oder Pregabalin. Allerdings

sprechen nicht alle Patienten auf eine Therapie

mit diesen Substanzen an, weshalb

neue Therapiekonzepte benötigt werden.

Im Rahmen zweier kontrollierter Multicenter-Studien

werden gegenwärtig in

der Klinik für Rheumatologie/Klinische

Immunologie im Asklepios Klinikum Bad

Abbach zwei neue neuromodulatorische

Substanzen untersucht, die bisher für die

Behandlung von Fibromyalgie-Patienten

noch nicht zugelassen sind, sich aber in

Vorversuchen als sehr Erfolg versprechend

herausgestellt haben.

Neben der medikamentösen Therapie

sind eine intensive physiotherapeutische

bzw. physikalische Behandlung

sowie Patientenschulungen weitere wichtige

Elemente im multimodalen Therapiekonzept,

das durch eine interdisziplinäre

Patientenbetreuung umgesetzt wird. Im

Rahmen eines strukturierten stationären

Behandlungsplans können die einzelnen

Therapie-Bausteine optimal durchgeführt

werden, wobei durch die kontinuierliche


ärztliche Überwachung eine individuelle

Anpassung vorgenommen werden kann.

Da Studien ergeben haben, dass über

die Erkrankung informierte Fibromyalgie-Patienten

eine bessere Lebensqualität

besitzen als Patienten, denen ihre

Krankheit nicht ausreichend erklärt

wurde, werden auch am Klinikum

Bad Abbach regelmäßig Patientenschulungen

durchgeführt. Diese werden

von einer Psychologin geleitet, die

neben Gruppenschulungen auch Einzelgespräche

anbietet. Wichtig kann

zusätzlich eine begleitende Psychotherapie

sein, da viele Fibromyalgie-

Patienten im Langzeit-Verlauf eine

manifeste Depression entwickeln und

häufig eine schwierige Vorgeschichte

mit seelischen Traumatisierungen aufweisen.

Um hier die Betreuung der Patienten

weiter zu verbessern, wurde

eine Kooperation mit der Abteilung

für Psychosomatik des Universitätsklinikums

Regensburg etabliert, wodurch

den Patienten im Bedarfsfall eine opti-

male ambulante oder auch stationäre psychotherapeutische

Behandlung angeboten

werden kann.

Dr. Antonia Judex, Prof. Dr. Martin Fleck

Mehr Infos & Kontakt

Studien-Ambulanz

Telefon (0 94 05) 18-22 19

Auf Fibromyalgie spezialisiert: die Klinik Bad Abbach

ASKLEPIOS intern 32/2007


Patienten-Forum

Ein Drittel aller Patienten leidet

unter starken Schmerzen

Paulinen Klinik besteht Zertifizierung »Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie«

Dr. Klaus Schulz

untersuchungen belegen: noch immer

leidet ein drittel aller Krankenhauspatienten

unter starken schmerzen oder ist

nicht optimal mit analgetika versorgt.

dabei könnte ein adäquates schmerzmanagement

das physische und psychische

Wohlbefinden dieser Patienten deutlich

verbessern. schmerzbedingte Komplikationen

wären vermeidbar. eine chronifizierung

von schmerzen würde effektiv

verhindert. nicht zuletzt würde eine suffiziente

schmerztherapie die durchschnittliche

Verweildauer der Patienten deutlich

verringern.

Diese Ausgangssituation war für die

Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

der Asklepios Paulinen

Klinik Anlass, sich intensiv mit der Thematik

zu beschäftigen.

Auf der Basis der Ergebnisse einer Befragung

von 400 Patienten, die im Februar

und März 2006 durchgeführt wurde,

wurde ein neues Schmerzmanagement-

System erarbeitet und in Folge eingeführt.

Ziel war es, Schmerzen so weit wie möglich

ASKLEPIOS intern 32/2007

zu verhindern oder zumindest auf ein erträgliches

Maß zu reduzieren. Nebenwirkungen

der Schmerztherapie sollen dabei

weitestgehend vermieden und Komplikationen

zeit- und fachkompetent behandelt

werden.

Entscheidend dabei war, dass die perioperative

Schmerztherapie als eine

gemeinsame Aufgabe aller an der Patientenversorgung

beteiligten Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter verstanden wird.

Durch die konsequente Umsetzung der

interdisziplinär zwischen den operativen

Fachabteilungen abgestimmten multimodalen

Schmerzstandards wird eine hohe

Patientenzufriedenheit erreicht.

Auf der Grundlage wissenschaftlich

fundierter und evidenzbasierter Methoden

wurden Schmerztherapiestandards entwickelt.

Sie werden kontinuierlich zeitgerecht

angepasst und mit den Methoden des Qualitätsmanagements

sichergestellt.

Das bedeutet konkret: Das subjektive

Schmerzempfinden nach einer Operation

wird vom Patienten auf einer Schmerzskala

selbst festgelegt. In Abhängigkeit von

der durchgeführten Operation und dem

subjektiv ermittelten Schmerzempfinden

wird dann das entsprechende Schmerzmittel

verabreicht. Um dabei möglichst wenig

Zeit zu verlieren, sind im hauseigenen Intranet

verschiedene Therapieschemata

hinterlegt. In diesen ist festgelegt, welche

Schmerzmittel bei welcher Operation und

welchem Schmerzempfinden gegeben werden

dürfen.

Ein Novum ist bei dieser Vorgehensweise,

dass jede Pflegekraft auf der Station

dem Patienten schnell den Schmerz nehmen

kann. In Standardsituationen muss sie

nicht zwingend einen Arzt hinzuziehen.

Das gesamte Pflegepersonal der Paulinen

Klinik wurde mehrfach intensiv in der

Anwendung des neuen Schmerzkonzepts

geschult. Zusätzlich wird eine sogenannte

»Pain-nurse« eingesetzt. Sie führt die täglichen

Schmerzvisiten durch, kontrolliert

Patienten, die mit Schmerzkathetern versorgt

wurden und achtet auf auftretende

Nebenwirkungen.

In Absprache mit dem zuständigen

Facharzt wird die Medikamentengabe entsprechend

ihrer Wirksamkeit modifiziert.

Darüber hinaus ist die »Pain-nurse« für die

Fortbildung des Pflegepersonals im Bereich

der Schmerztherapie zuständig.

In einem regelmäßig stattfindenden

Qualitätszirkel »Schmerztherapie« nehmen

alle operativen Abteilungen wie Chirurgie,

Urologie, Neurochirurgie, HNO, Gynäkologie

und Geburtshilfe teil. Hier werden

u.a. unter Berücksichtigung neuester wissenschaftlicher

Erkenntnisse die hausinternen

Richtlinien zur Bekämpfung des

Schmerzes angepasst.

Ausdruck der Professionalität und

der hohen Qualität des Schmerzmanagements

an der Paulinen Klinik ist das nach

vom TÜV Rheinland verliehene Zertifikat

»Qualitätsmanagement Akutschmerztherapie«.

Damit erhielt die Paulinen Klinik

als erste medizinische Einrichtung in der

Rhein-Main-Region und als fünfte Klinik

in Deutschland dieses Qualitätssiegel.

Dr. Klaus Schulz


Weltmeisterin Marion Wagner

an Bandscheibe operiert

Sportlerin lobt Leistungen der Paulinen Klinik Wiesbaden

Marion Wagner ist eine erfolgreiche

sprinterin, deutsche Leichtathletin und

olympiateilnehmerin. Bei der Weltmeisterschaft

2001 gewann sie die goldmedaille

im 4 x 100-Meter-Lauf. im vergangenen

Jahr litt die sympathische sportlerin immer

wieder unter massiven rückenschmerzen.

im september kam die niederschmetternde

diagnose: Bandscheibenvorfall, oP

unvermeidlich.

Asklepios intern sprach mit der 29-Jährigen

und ihrem behandelnden Arzt

Dr. Michael Petermeyer, Neurochirurg

in der Paulinen Klinik Wiesbaden.

Warum haben Sie sich im Fall von Marion

Wagner für eine OP entschieden und nicht

konservativ therapiert?

dr. Michael Petermeyer: Wir haben intensiv

konservativ vortherapiert, sowohl

medikamentös als auch mit Wurzelblockaden.

Zunächst gaben wir Frau Wagner

nervennahe Infiltrationen, kombiniert mit

einer Mikrotherapie und einer minimal

invasiven Schmerztherapie. Nach anfänglicher

Besserung entschloss sich die Patientin

schließlich zur OP. Sie hatte nicht mehr

zumutbare Schmerzen.

Frau Wagner, war die Diagnose nicht ein

Schock für Sie?

Marion Wagner: Ich war nicht überrascht,

dass bei mir ein Bandscheibenvorfall

diagnostiziert wurde. Das war mir

irgendwie schon vorher klar, da ich mich

kaum noch bewegen konnte. Es war eher

eine Erleichterung. Endlich stand fest, was

ich hatte. Vorher konnte mir kein Arzt

wirklich helfen.

Dr. Petermeyer, bei einer Leichtathletin, die

sich viel bewegt, kann man sich einen

Bandscheibenvorfall kaum vorstellen.

Schützt intensiver Sport nicht davor?

dr. Petermeyer: Schwer zu sagen.

»Physiologischer« Sport schützt vor Bandscheibenvorfall.

Also ein Sport, der den

normalen Abläufen und Körperfunktionen

des menschlichen Organismus entspricht.

Leistungssport hingegen tut dem Körper

selten gut.

Wie verändert eine Bandscheiben-OP den

Alltag der Leistungssportlerin und der

Bankkauffrau?

Marion Wagner: Ich gehe seit der OP

bewusster mit meinem Körper um. Beispielsweise

mache ich regelmäßig meine

Rückenübungen und halte mich aufrechter.

Und im Büro habe ich jetzt einen bandscheibenfreundlichen

Stuhl.

Frage an den Experten: Wie kann man seine

Bandscheiben schonen, haben Sie einen

Tipp?

dr. Petermeyer: Gute Frage. Stellen Sie

sich einen Bolzen vor, der durch ein Gewicht

gestaucht wird. Wenn sie den zusätzlich

nach vorn verbiegen und dann

noch drehen, ist verständlich, warum er

Patienten-Forum

das nur sehr begrenzt mitmacht. Wenn

Sie sich vornüberbeugen, etwas aufheben

(langer Hebel) und dann noch verdrehen,

ist das ein klassischer Auslöser für Bandscheibenvorfälle.

Verschlimmernd hinzu

kommen: der aufrechte Gang, die Schwerkraft

und erbliche Faktoren. Es ist gut, sich

im vernünftigen Rahmen viel zu bewegen.

Dafür ist der Körper optimiert. Man sollte

stets seine Körpersignale wahr- und ernst

nehmen. Auch wir Menschen haben »rote

Lämpchen« – genau wie ein Auto.

Frau Wagner, fühlten Sie sich in Wiesbaden

gut versorgt?

Marion Wagner: Auf jeden Fall! Bei Dr.

Petermeyer fühlte ich mich hervorragend

aufgehoben, und das Personal war sehr

freundlich. Alle haben sich toll um mich

gekümmert.

Das Gespräch führte Sabine Bundschuh

Leichtathlethin Marion Wagner

ASKLEPIOS intern 32/2007


Patienten-Forum

»Dem Körper nicht weniger, sondern der

Seele mehr Beachtung schenken«

Therapie von psychosomatischen Erkrankungen am Fachklinikum Lübben

dass Ärger »auf den Magen schlägt«,

eine enttäuschung »weh tut«, ein Problem

»Bauchschmerzen macht«, aus angst »ein

Kloß im hals sitzt«, nach einer unerwarteten

Kränkung »die Luft wegbleibt«, ist

vielen Menschen vertraut, aber nicht bewusst.

dass anhaltender körperlicher

schmerz psychische Veränderungen hervorruft,

weiß jeder, der länger als drei tage

zahnschmerzen zu ertragen hatte.

Psychosomatik ist eine grundlegende

therapeutische Haltung, die

das Verständnis der engen Wechselwirkungen

zwischen Körper, Seele und

sozialem Umfeld ermöglicht und damit

mehrdimensionale Behandlungsansätze

schafft, ohne eine Seite zuungunsten der

anderen zu vernachlässigen. Psychosomatische

Erkrankungen sind Krankheitser-

0 ASKLEPIOS intern 32/2007

scheinungen im Bereich des Körpers, die

eng mit seelischen und sozialen Belastungen

verknüpft sind. Am häufigsten sind die

nervösen Störungen oder Befindlichkeitsstörungen,

z.B. Nervosität und Gereiztheit,

Schlappheit, Konzentrationsschwäche

sowie nervöse Herz- oder Magenbeschwerden,

Schlafstörungen und Schmerzsyndrome.

Dann kommen die funktionellen

Störungen, bei denen das Funktionieren

der Organe oder deren Zusammenspiel

gestört ist, ohne dass die Organe krankhaft

verändert sind. Dazu gehören Herzklopfen,

Durchfall, Übelkeit und sexuelle

Störungen. Seltener sind die klassischen

»psychosomatischen Krankheiten« wie

Asthma, Bluthochdruck und Darmerkrankungen.

Eine psychosomatische Störung ist

eine reale Erkrankung mit tatsächlicher Beeinträchtigung

des Körpers, es handelt sich

also nicht um eine eingebildete Krankheit.

Forscher der Universität Köln fanden heraus,

dass psychotraumatische Störungen

im Erwachsenenalter häufig Langzeitfolge

traumatischer Erlebnisse in der Kindheit

oder Jugend sind. Typische Langzeitverläufe:

Extremer Leistungsbezug (Typ

Workaholic), Überwiegen von Angst und

Vermeidung, Extremformen der Verdrängung

bzw. Dissoziation, Suchtentwicklung

und ausgeprägte Gefühlsverarmung.

Der chronische Rückenschmerz –

wirksame Therapiekonzepte

Rückenschmerzen werden besonders

dann chronisch, wenn körperliche Belastungsfaktoren

und psychosoziale Faktoren

(z.B. anhaltende Stressfaktoren im Alltag)

zusammenwirken. Auf beiden Wegen

kommt es zu Verspannungen der Musku-


latur im unteren Rücken, die, wenn sie anhalten,

verschiedenste Probleme nach sich

ziehen können (Blockierung von Wirbelgelenken,

Bandscheibenprobleme). Risikofaktoren

der Chronifizierung sind der

ungünstige Umgang mit Schmerzen, z.B.

stark ängstliches Reagieren, ein hohes Ausmaß

an Belastungsfaktoren im Alltag und

die Neigung zu depressiv/dysphorischer

Stimmungslage. Bei akuten Schmerzen sind

Analgetika und ein kurzfristiger

Wechsel von Ruhephasen

und normaler Belastung, also

nicht Ruhigstellung und längere

Bettruhe, hilfreich. Bei

chronischen Schmerzen dagegen

muss ein multimodales

Vorgehen gewählt werden:

Kräftigung der Muskeln, u.a.

über Krankengymnastik, me-

dizinische Trainingstherapie,

Sport, der keine Schmerzen

verursacht, und gezielte Verhaltenstherapie,

die sich an

den individuellen Risikofaktoren

orientiert.

Was bedeutet »chronisches

Schmerzsyndrom«?

Treten Kopf-, Rücken- oder

andere Schmerzen mehrmals

täglich auf, schmerzen mehrere

Körperteile, muss ich mehr als zehn Mal

pro Monat zu Schmerzmedikamenten greifen

und bin ich bereits mehrfach deswegen

behandelt worden? Hier besteht sehr wahrscheinlich

eine chronische Schmerzerkrankung.

Chronische Schmerzen müssen

anders als akute Schmerzen behandelt

werden, da Erstere keine sinnvolle Funktion

mehr erfüllen und sich selten eindeutige

organische Ursachen finden oder die

organische Ursache der Schmerzen nicht

oder nur unzureichend organisch behandelbar

ist. Das Hauptaugenmerk liegt hier

auf einer individuell zugeschnittenen Behandlung,

die medikamentös, organmedizinisch

und auf die psychotherapeutische

Erarbeitung von Krankheits-Bewältigungs-

Fertigkeiten ausgerichtet ist. Erst das parallele

Arbeiten auf körperlich-organischer

und psychisch entlastender Ebene macht

oft eine Linderung oder auch Besserung

spürbar.

Biofeedback –

»Selbstregulation« bei Kopfschmerzen

Biofeedback heißt: Rückmeldung von

körpereigenen Signalen, die normalerwei-

se nicht wahrnehmbar sind. Dazu werden

mittels Oberflächenelektroden Veränderungen

messbarer Körperparameter auf

einem Computerbildschirm sichtbar gemacht.

Auf dem Monitor sind die gemessenen

Körperfunktionen live zu verfolgen

und auch als Kurven darstellbar. Bei Kopfschmerzpatienten,

die unter Spannungskopfschmerz

leiden, können muskuläre

Verspannungen der Nacken- und Schul-

weiterer

Mobilitätsverlust

Teufelskreis Schmerz

Schmerz

soziale

Isolation,

Depression

Bewegungseinschränkung

terpartie zu einem Schmerzanfall führen.

Hier wird dem Patienten seine Muskelverspannung

bildlich vorgeführt. Biofeedback

zeigt dem Patienten die Zusammenhänge

zwischen psychischen und körperlichen

Prozessen und hilft ihm, diese Prozesse

bewusst und kontrolliert zu beeinflussen.

Andere Einsatzmöglichkeiten von Biofeedback:

andere Schmerzsyndrome (z.B.

chronische Rückenschmerzen), Bluthochdruck,

chronischer Tinnitus, somatoforme

Störungen.

Pychologisches Trainingsprogramm –

wirksamste Methode bei Tinnitus

Nicht jedes chronische Ohrgeräusch ist

behandlungsbedürftig aber ca. 10 Prozent

der Patienten fühlen sich erheblich beeinträchtigt.

Selbst nach Jahren massiver Störungen

durch Ohrgeräusche kann man mit

einem Tinnitus-Bewältigungstraining noch

erhebliche Linderungen, die in manchen

Fällen bis zum vollkommenen Verschwinden

der Ohrgeräusche führen, erreichen. In

dieser Therapie steht die Defokussierung

von den Ohrgeräuschen im Mittelpunkt. Es

werden aber nicht nur die Ohrgeräusche

Patienten-Forum

behandelt, sondern auch Sekundärsymptome

wie Schlafstörungen, Depression,

Spannungskopfschmerz und Schwindel,

die durch die Ohrgeräusche oft mit ausgelöst

wurden und zur Verschärfung des

Leidens beitragen. Moderne komplexe Therapieprogramme

umfassen: HNO-ärztliche,

psychosomatische und psychologische Betreuung,

Entspannungsverfahren, die Behandlung

von begleitenden psychischen

Störungen und auch die Beratung

über die Anwendbarkeit

von Hörgerätetechnik.

Therapie der Migräne –

nicht nur Medikamente

Patienten mit drei und

mehr Attacken pro Monat

sollten einer psychologischen

Mitbehandlung zugeführt

werden. Im Vordergrund stehen

nach Wirksamkeit das

Biofeedback-Training, das EntspannungstrainingProgressive

Muskelrelaxation (PMR)

und das Schmerzbewältigungstraining.Psychotherapeutische

Verfahren haben

dann besonders großen Wert,

wenn die Patienten hohen Alltagsbelastungen

ausgesetzt

sind, ausgeprägte depressive

Symptome und ein maladaptatives Bewältigungsverhalten

zeigen.

Dipl.-Med. Eberhard Böhme

Stichwort

»Schmerzbewältigungstraining«

Das Nervensystem meldet bei chronischer

Erkrankung andauernd Schmerzen, ohne

dass eine äußere Ursache noch vorhanden

sein muss. Dieser »erlernte Schmerz« hat

sich im Nervensystem festgesetzt und verselbstständigt

(Schmerzgedächtnis). Chronische

Schmerzen gehen auch mit anderen

Beschwerden wie z.B. Schlafstörungen, Appetitmangel,

Abnahme sexueller Bedürfnisse

und allgemeiner Reizbarkeit einher. Diesen

Teufelskreis zwischen Schmerzen, Depressivität

und Hilflosigkeit versuchen Schmerzbewältigungstrainingsprogramme

zu vermeiden

bzw. zu durchbrechen. Patienten lernen, den

Schmerz aktiv zu kontrollieren, sich vom

Schmerz zu distanzieren und anderen Dingen

als dem Schmerz erneut Raum in ihrem Leben

zu geben, d.h., sie verbessern trotz bestehender

Schmerzen ihre Lebensqualität.

ASKLEPIOS intern 32/2007

1


Patienten-Forum

Ein Leben mit Multipler Sklerose

Interview mit Dr. Jürgen Faiss, Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie

am Fachklinikum Teupitz

Multiple sklerose (Ms) kann jeden

treffen. die Krankheit ist hart und lebenslänglich.

Weltweit leiden schätzungsweise

zwei Millionen Menschen an Ms, in

deutschland 120.000 bis 140.000 Menschen.

70 Prozent der fälle beginnen mit

schüben. die diagnose ist zunächst ein

schock. doch viele erkrankte können

trotzdem ein normales Leben führen.

Einmal jährlich im Mai findet im Fachklinikum

Teupitz ein MS-Informationstag

statt, der gemeinsam mit

dem Landesverband der Deutschen Multiple

Sklerose Gesellschaft (DMSG) gestaltet

wird und auf reges Interesse stößt.

Die Kompetenz der Klinik in der optimalen

Versorgung von MS-Patienten – jährlich

werden mehr als 400 MS-Betroffene

kontinuierlich betreut – fand im Dezember

2005 Bestätigung mit der Übergabe des Zertifikates

»Anerkanntes MS-Zentrum« nach

den Richtlinien der DMSG.

2 ASKLEPIOS intern 32/2007

Was ist Multiple Sklerose?

dr. Jürgen faiss: MS beginnt häufig bereits

vor dem 18. Lebensjahr, auch wenn

sie erst Jahre später ausbricht. Das Durchschnittsalter

liegt zwischen dem 20. und

40. Lebensjahr, Frauen erkranken häufiger

als Männer. Die Ursache ist bis heute nicht

geklärt. Anzunehmen ist, dass der Erkrankung

ein ganzes Ursachenbündel zugrunde

liegt. Das Abwehrsystem des Körpers, das

Immunsystem, spielt dabei eine zentrale

Rolle. Bei der MS ist ein Teilbereich dieses

Abwehrsystems falsch programmiert, d.h.,

es richtet sich gegen gesunde Strukturen

des eigenen Körpers (Autoimmunerkrankung).

Das kann zu Krankheitsschüben

führen, deren akute Entzündungsprozesse

teilweise reparabel sind, sodass

sich die Schübe wieder zurückbilden können.

Neben den entzündlichen Vorgängen

kommt es auch zu einem definitiven

Absterben von Nervenzellen, was im weiteren

Verlauf der Erkrankung zu einer

dauerhaften Behinderung bei den Betroffenen

führen kann. Auch erbliche Komponenten

können eine Rolle spielen. Nach

allen bisherigen Daten tritt MS innerhalb

einer Familie häufiger auf, ist aber nicht

ansteckend.

Was raten Sie MS-Patienten?

Nach der Diagnose kann es einige Jahre

dauern, bis der MS-Patient seinen eigenen

Weg im Umgang mit der Krankheit gefunden

hat. Der wohl belastendste Aspekt der

MS ist die Ungewissheit des Krankheitsverlaufs.

Deshalb ist es umso wichtiger, seine

Lebensenergie in die Gegenwart zu leiten

und bewusst von Tag zu Tag zu leben. Es

ist sinnvoll, sich sowohl mit den besten wie

den schlechtesten Möglichkeiten auseinanderzusetzen.

Viele Untersuchungen über

Menschen mit MS haben gezeigt, dass trotz

aller Einschränkungen, die MS für die Betroffenen

bringen kann, die Mehrheit ein

aktives, erfülltes Leben führt.


Dr. Jürgen Faiss

Welche Therapie- und Behandlungsmöglichkeiten

gibt es?

An unserer Klinik sind mit einem MRT

der neuesten Generation und einem CT alle

diagnostischen Möglichkeiten vorhanden.

In der neurophysiologischen Abteilung

können alle Messungen der Nervenbahnen

durchgeführt werden, ein Liquorlabor ist

vorhanden. Darüber hinaus besteht eine

enge Zusammenarbeit mit der Neuropathologie

von Prof. Brück in Göttingen. Störungen

der Merkfähigkeit, Konzentration

und Aufmerksamkeit sowie auch das Syndrom

vorzeitiger Ermüdbarkeit (Fatigue)

können getestet und behandelt werden.

Alle modernen immunmodulatorischen

Behandlungen kommen zum Einsatz, auch

die Chemotherapie. Im akuten Schub ist

neben der etablierten Hochdosis-Therapie

mit Kortikoiden bei unzureichender

Wirkung eine Plasmapharese möglich. Bei

schweren Fällen von Spastik findet die

Gabe von Kortikosteroiden in den Spinalkanal

Anwendung.

Neben den medikamentösen Behandlungsansätzen

sind Physiotherapie, Logopädie

und Ergotherapie unverzichtbar und

werden auch ambulant angeboten.

Durch die räumliche Nähe zur psychiatrischen

Klinik können umfassende

psychotherapeutische Angebote gemacht

werden, einschließlich der Mitbetreuung

durch die Institutsambulanz. Zwei Neuropsychologinnen,

die sich wissenschaftlich

mit den MS-assoziierten Problemen Fatigue

und Kognition beschäftigen, gehören

zum Team. Hier besteht eine enge Kooperation

mit dem Rehabilitationszentrum Quellenhof

in Bad Wildbad. Außerdem werden

in unserem Haus kontinuierlich Studien

zur Lebensqualität und zu Fragen der

Depressivität im Zusammenhang mit MS

durchgeführt.

Wie qualifiziert sind die Mitarbeiter/-innen in

Ihrer Klinik und wie werden sie geschult?

Neben mir als Facharzt für Neurologie

mit Zusatzqualifikation in Neuroradiologie

und Schmerztherapie sind noch

vier weitere Fachärzte für Neurologie, für

physikalische und Rehabilitationsmedizin,

für Neurochirurgie und für Innere Medizin

tätig. Bemerkenswert ist unser MS-Schwestern-Konzept,

das federführend von uns

entwickelt wurde und mittlerweile nationale

und internationale Anerkennung

findet.

Zwei Schwestern sind ausschließlich für

MS-Kranke verantwortlich. Unser Wissen

konnten wir in ein spezielles Ausbildungsprogramm

einfließen lassen, das umfassende

Kenntnisse über die Erkrankung

und die sie begleitenden psychosozialen

Probleme, insbesondere die Krankheitsbewältigung,

Schwierigkeiten in der Familie

und am Arbeitsplatz, Therapiemüdigkeit

usw., vermittelte. Dabei wurde durch Kommunikationstraining,

Supervision und Rollenspiele

eine professionelle Problemsicht

geschult. Die erste Staffel, bei der bundesweit

120 Krankenschwestern und Arzthelferinnen

ausgebildet wurden, endete

im November 2005. Geplant ist mit dem

DMSG-Bundesverband eine Neuauflage

dieser Qualifikation in diesem Jahr.

Was wird neben der Mai-Veranstaltung

angeboten, um über MS zu informieren?

Die Mai-Veranstaltung ist in der Tat

ein »Renner« geworden. Zuletzt kamen

bis zu 100 Besucher, um sich über ver-

Patienten-Forum

schiedene Themen zu informieren. Wir

besuchen mit unseren MS-Schwestern

verschiedene Selbsthilfegruppen der Umgebung,

um über aktuelle Probleme rund

um die MS zu informieren. Auf besonderes

Interesse bei niedergelassenen Ärzten

und klinisch tätigen Kollegen stoßen die

wissenschaftlichen Veranstaltungen, die

wir mit international renommierten Referenten

anbieten. Mittlerweile finden zwei

solcher Großveranstaltungen im Jahr statt

mit jeweils sechs bis zehn Referenten und

50 bis 60 Teilnehmern.

Dabei werden neuerdings auch interaktive

Workshops mit der Vorstellung besonderer

Fälle angeboten. Hierbei sind vor

allem Assistenzärzte und -ärztinnen in

Weiterbildung die Zielgruppe.

Individuelle Beratung und Informationen

erhalten unsere Patienten von unseren

MS-Schwestern, die in ständigem

Austausch mit ihren Kolleginnen in anderen

Zentren und mit Mitarbeitern der

DMSG stehen und sich darüber hinaus auf

internationalen Kongressen fortbilden.

Das Verstehen der komplizierten

Krankheit benötigt viel Zeit. Die MS kann

auf die persönliche Lebensgestaltung erheblichen

Einfluss nehmen und betrifft

auch das persönliche Umfeld der Erkrankten.

Auch hier können Zentren wie unseres

mit einem speziellen Betreuungsprogramm

und geschulten MS-Schwestern hilfreich

zur Seite stehen. Wichtig dabei ist auch

der Kontakt zur Selbsthilfe-Organisation

DMSG.

Das Gespräch führte Dr. Kristina Hübener

Ruhezone am Fachklinikum Lübben

ASKLEPIOS intern 32/2007


Patienten-Forum

Schlaganfall – und plötzlich

ändert sich das ganze Leben

Paulinen Klinik Wiesbaden ist

auf aktivierende Pflege spezialisiert

schlaganfall – allein der gedanke löst

bei den meisten Menschen große angstgefühle

aus. Wie »ein Blitz aus heiterem

himmel« trifft es in deutschland jährlich

mehrere hunderttausend Menschen.

schlagartig ändert sich das ganze Leben

– ein schock für die Betroffenen und ihre

angehörigen. denn häufig ist ein schlaganfall

grund für eine bleibende Pflegebedürftigkeit.

das team in der Paulinen

Klinik Wiesbaden ist auf aktivierende Pflege

spezialisiert.

Sie setzt unmittelbar nach dem

Schlaganfall ein. Handlungsleitend

sind bestimmte, in der Praxis gut

eingeführte interdisziplinäre Therapien

wie das Bobath-Konzept. Ziel ist es, noch

vorhandene Fähigkeiten zu fördern bzw.

gestörte Fähigkeiten neu zu initiieren und

durch pflegerische Maßnahmen die Betroffenen

zu einer größtmöglichen Selbstständigkeit

und Eigenverantwortlichkeit

zurückzuführen.

Arbeiten nach dem Bobath-Konzept

bedeutet, dass die aktivierende therapeu-

ASKLEPIOS intern 32/2007

tische Pflege fest in den Tagesablauf des

Patienten integriert ist, und sich nicht auf

kurze Therapieeinheiten beschränkt. Dies

umfasst die Förderung von Aktivitäten

wie Bewegung, Körperpflege, Ankleiden,

Essen und Trinken sowie Ausscheidungen.

Grundlegende pflegerische Tätigkeiten, wie

das Umlagern eines Patienten, das Aufstehen

oder die Körperpflege, werden so zu

einem elementaren Teil der Therapie, weil

der Patient verstärkt angehalten wird, sich

aktiv einzubringen und zu beteiligen. Gelingen

kann dies nur in Zusammenarbeit

mit dem Patienten und seinen Angehörigen

sowie den Mitgliedern anderer Berufsgruppen,

da es bei der Umsetzung sehr wichtig

ist, dass alle Beteiligten nach dem gleichen

Prinzip arbeiten.

Nach herkömmlichen Therapieansätzen

lernte ein halbseitig gelähmter Mensch,

seine Einschränkung mit der nicht betroffenen

Seite zu kompensieren. So vernachlässigte

er seine kranke Körperhälfte

oftmals vollständig, was zu krankhaften

Haltungs- und Bewegungsmustern mit

einer zu starken Muskelspannung führte.

Spätfolgen dieser Fehl- und Schonhaltung

sind chronische Schmerzzustände, Stürze

und weitere Verletzungen.

Das Bobath-Konzept dagegen legt seinen

Fokus nicht auf Kompensation, sondern

auf das Wiedererlernen verlorener

Bewegungsfähigkeiten und Wahrnehmungen.

Es zielt auf die Regulierung der

Muskelspannung, auf eine Verbesserung

der Körperwahrnehmung und die Anbahnung

normaler Bewegungsmuster.

Mithilfe von speziellen Lagerungstechniken

im Bett oder am Tisch sowie

einem geeigneten Bewegen des Patienten,

z.B. beim Umsetzen vom Bett in den Stuhl,

werden bleibende Muskelverkrampfungen

verhindert und verloren gegangene Bewegungen

wieder angebahnt.

Ergänzt werden die methodischen

Lernangebote durch ein entsprechendes

Selbsthilfetraining (z.B. Wasch- und Anziehtraining,

Körperpflege, Umsetzen auf

die Toilette). Zur Verbesserung der Körperwahrnehmung

wird vom ersten Tag an

die betroffene Seite in die Behandlung mit

einbezogen. Dies geschieht mit dem Mittel

der »geführten Bewegung«. Dabei wird

z.B. im Rahmen des Selbsthilfetrainings

beim Waschen die betroffene Hand des Patienten

von der Pflegekraft an seinem Körper

entlanggeführt. Der Patient erspürt

sich dabei selbst neu. Gleichzeitig werden

dadurch physiologische Bewegungen wieder

angebahnt.

Abschließend bleibt festzuhalten, dass

es im Umgang mit Menschen nicht das

Konzept schlechthin gibt. Es gibt immer

nur ein individuelles Vorgehen, da das eine

für viele richtig sein kann, aber nicht für

alle gleich richtig sein muss.

Bobath sowie weitere wahrnehmungs-

und bewegungsorientierte Therapieverfahren

wie Kinästethik, Basale Stimulation

und das Affolter-Konzept, die in der Paulinen

Klinik Wiesbaden umgesetzt werden,

liefern keine Patentrezepte. Sie ermöglichen

den Pflegenden vielmehr, durch die

Berücksichtigung der verschiedenen Aspekte

ihr Verhalten und ihr Angebot an die

jeweilige Situation der Patienten anzupassen.

Wichtig ist, durch die entsprechenden

Analysen einen geeigneten Methoden-Mix

aus den verschiednen Konzepten auszuwählen,

um dauerhafte Pflegebedürftigkeit,

Abhängigkeit von fremder Hilfe und

Unterbringung in einem Heim in möglichst

vielen Fällen zu verhindern.

Inge Stapf, Stefanie Sannemann


Patienten-Forum

Neue Laser gegen alte Falten

Zwei neue Lasergeräte in der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Nordseeklinik

in den vergangenen 20 Jahren hat eine

rasante entwicklung neuer Lasersysteme

in der Medizin und besonders in der

dermatologie stattgefunden. heute ist es

möglich, mithilfe eines Lasers bestimmte

strukturen in der haut unter schonung des

umgebenden gesunden gewebes gezielt zu

zerstören. Mit dieser Methode kann man

gefäß- und Pigmentveränderungen der

haut gezielt behandeln, aknenarben und

falten glätten und unerwünschte haare

dauerhaft entfernen.

In der Klinik für Dermatologie und Allergologie

der Asklepios Nordseeklinik

Westerland stehen seit Anfang

2006 zwei Lasergeräte für einige dieser Behandlungen

zur Verfügung: ein KTP-Laser

(Wave- Light ® ) und ein IPL-Quantum / Nd:

YAG-Laser (Lumenis ® ).

Der KTP-Laser wird aufgrund seines

Lichtes mit einer Wellenlänge von 532 Nanometern

in der kosmetischen Dermatologie

zur Therapie vaskulärer Veränderungen

(Gefäßveränderungen) eingesetzt. Der

Lichtimpuls durchdringt die obere Hautschicht,

in den Blutgefäßen wird die Energie

vom roten Blutfarbstoff Hämoglobin

absorbiert. Die kleinen Gefäße erwärmen

sich dadurch kurzzeitig, ziehen sich zusammen

und »verkleben« dauerhaft. Ist

der Gefäßdurchmesser zu groß, ist dieser

Effekt nicht mehr gegeben. Vornehmliche

Anwendungsgebiete sind somit erweiterte

feine Äderchen und Adern im Gesicht (so

genannte Couperose, Teleangiektasien),

Blutschwämmchen (Hämangiome), Feuermale,

»Gefäßsternchen« (Spider Naevi)

und feine Besenreiser z.B. nach vorheriger

Verödungstherapie. Leichte Veränderungen

können in einer Sitzung behandelt werden;

für tiefer reichende oder großflächigere

Hautveränderungen werden mehrere Behandlungsdurchgänge

benötigt.

Die Einzelbehandlung dauert in der

Regel je nach Größe des behandelten Areals

nur wenige Minuten und kann oft ohne

Lokalanästhesie vorgenommen werden, da

sie kaum schmerzhaft ist. Unmittelbar nach

der Lasertherapie kann es lokal zu einer

vorübergehenden blauschwärzlichen Verfärbung

der Haut kommen, die sich innerhalb

von zwei Wochen zurückbildet. Auch

auf mögliche Blasen-, Krusten- und sehr

selten Narbenbildung sollte hingewiesen

werden. Nach den meisten Laserbehandlungen

müssen die gelaserten Areale etwa

zwei bis drei Monate lang wirksam vor

der Sonne geschützt werden, um Pigmentstörungen

zu vermeiden. Das IPL Quantum-System

von Lumenis ® kombiniert die

IPL- und Laser-Technologie. Dabei handelt

es sich um spezielle hochenergetische

Blitzlampen (IPL, intense pulsed light) und

Neodym:YAG-Laser. Sie eignen sich zur Behandlung

von Hämangiomen, Besenreisern,

Altersflecken, Teleangiektasien im Gesicht

und zur »Hautauffrischung« (Photorejuvenation/Skin

Rejuvenation).

Zusätzlich zu den Möglichkeiten des

KTP-Lasers können mit diesem Gerät auch

störende Altersflecken, flächigere Gesichtsrötungen

und größere tief liegende Gefäße

effektiv behandelt werden. Eine integrierte

Kontaktkühlung gewährleistet eine schonende

Behandlung der Haut. Die faszinierenden

Möglichkeiten der Lasertherapie

ergänzen bereits etablierte Verfahren der

kosmetisch-ästhetischen Dermatologie in

der Klinik für Dermatologie und Allergologie

der Nordseeklinik wie das Fruchtsäure-Peeling,

die Behandlung mimischer

Gesichtsfalten mit Botulinumtoxin, Besenreiser-Verödungen

(Mikrosklerosierungen)

und operative Eingriffe (zum Beispiel Entfernung

von »Alterswarzen«).

Das insgesamt geringe Risikoprofil

an Nebenwirkungen und die sehr guten

kosmetischen Behandlungsergebnisse erlauben

einen vielseitigen und patientenorientierten

Einsatz. Mit der Anschaffung

dieser zwei Lasergeräte bietet die Klinik

ihren Patienten jetzt ein deutlich erweitertes

Spektrum ästhetisch-kosmetischer

Leistungen.

Dr. Stefanie Kappes, Dr. Norbert Buhles

ASKLEPIOS intern 32/2007


Patienten-Forum

Im Urlaub fängt das Fitsein an

Sportwissenschaftler aus Hamburg gibt Tipps für den Einstieg

sport tut gut! doch bevor wir uns jetzt

muskelbepackte athleten, schmerzverzerrte

gesichter oder scheinwerferlicht

vorstellen, sagen wir lieber: ein wohldosiertes

Maß an Bewegung tut uns gut! regelmäßigen

sport und eine ausgewogene

ernährung dankt uns der Körper: sein

herz-Kreislauf-system ist leistungsfähiger

und arbeitet ökonomischer. sein Muskelkorsett

ist kräftig und stützt ein intaktes

skelett. die Blutwerte sind optimal, das

immunsystem stark und das nervenkostüm

ausgeglichen. Mit einem gesunden fitnessprogramm

können wir den ausgleich

zu unserem oft bewegungsarmen alltag

und einseitiger ernährung schaffen. so

beugen wir den sogenannten zivilisationskrankheiten

vor.

ASKLEPIOS intern 32/2007

So plausibel die Gründe für zusätzliche

Bewegung sind, so schwer ist

es, die guten Vorsätze im Alltag umzusetzen.

Wenn es so einfach wäre, sich regelmäßig

die Turnschuhe anzuziehen und

loszulaufen, oder ein Kräftigungstraining

wirklich so viel Spaß machen würde, wie

es diverse Zeitschriften beschreiben, dann

gäbe es die oben beschriebenen Probleme

gar nicht. Der Anfang ist schwer. Wenn

wir den geschafft haben, dann können

uns auch Alltagsroutinen und der innere

Schweinehund, der uns im Sessel hält,

nicht stoppen.

Der Urlaub kommt uns jedoch wie gerufen,

um unseren Lebensstil in Richtung

Bewegung und Fitness zu lenken. In einer

ungewohnten Umgebung, mit vielfältigen

Möglichkeiten vergessen wir den Alltagsstress.

Gewohnheiten im Tagesablauf spielen

keine Rolle mehr. Und das hoffentlich

gute Wetter motiviert ungemein. Nutzen

wir die ersten zwei Tage des Urlaubs vielleicht

noch, um unsere Batterien wieder

aufzuladen, ist der Rest der Zeit optimal

dazu geeignet, den Speicherplatz auszubauen.

Im Urlaub bietet sich die Zeit, neue

Dinge auszuprobieren, Stärken und Schwächen

an uns auszumachen und den Spaß an

vielen Aktivitäten (wieder-) zu entdecken.

Oftmals weiß man schon im Vorfeld

von Urlaubsreisen, mit welchen aktiven

Höhepunkten das Reiseziel aufwartet.

Die atemberaubende Bergtour, der faszinierende

Tauchausflug oder die rasante

Mountainbike-Tour sind gute Gründe, um


sich vielleicht schon vor der »Auszeit« körperlich

in Form zu bringen oder sich mit

der neuen Ausrüstung vertraut zu machen.

Blasen an den Füßen können einen Urlaub

schnell verderben. Die neuen Wander- oder

Sportschuhe kann man auch in heimischen

Gefilden einlaufen.

Der Vorteil dieser Taktik liegt auf der

Hand: Schon vor dem Highlight haben wir

es geschafft, zusätzliche Bewegung in unseren

Alltag zu

integrieren. Motiviert

durch tolle

Erlebnisse während

eines grandiosen

Urlaubs

wird das auch

in Zukunft kein

Problem sein.

H o c h m o t i -

v ie r t kön nen

uns bei sommerlichen

Temperaturen aber auch Fehler unterlaufen,

die den Spaß an der Bewegung

und dem Urlaub nachhaltig vermiesen.

Ganz wichtig sind ausreichender Hitze-

und Sonnenschutz. Helle, leichte und atmungsaktive

Kleidung kühlt den Körper.

Sonnencreme sollte nur an exponierten

Hautstellen verwendet werden, sodass die

Transpiration nicht großflächig behindert

wird.

Es gibt einen Grund, weshalb es in südlichen

Ländern während der Mittagszeit

sehr ruhig zugeht: Mittagshitze und körperliche

Aktivität vertragen sich nicht so gut

miteinander. Vor allem, wenn man diese

Die Belastung sollte in

einem Bereich liegen,

wo sie Spaß macht. Und

so gewählt sein, dass

man gestärkt aus dem

Urlaub heimkehrt.

Temperaturen nicht gewöhnt ist, kann uns

der Kreislauf das übelnehmen. Also lieber

in den Morgen- und Abendstunden trainieren

oder schattige Strecken suchen.

Ganz wichtig ist eine ausreichende

Flüssigkeitszufuhr! Harntreibende Getränke

wie Kaffee oder schwarzer Tee

zählen nicht auf der Habenseite. Hier

sind magnesium- und natriumreiches Mineralwasser,

Obstsaftschorle oder Früchtetee

vorzuziehen.

G l e i c h b e i m

Start in den Tag

sollten die »Wasserspeicher«aufgefüllt,

während

der A kt iv it ät

dann ungefähr

ein Liter Flüssigkeit

pro Stunde

»nachgetankt«

werden.

Man kennt sie, die Animateure in den

Ferienklubs, die auch nach der fünften Einheit

noch frisch und fit aussehen. Die Bergführer,

die gern noch den Proviant für die

ganze Wandertruppe mitschleppen, ohne

im Mindesten erschöpft zu wirken. Oder

die Tennistrainer, deren letzter Aufschlag

des Tages genauso kraftvoll aussieht wie

jener zehn Stunden zuvor. Es ist der Job

dieser Leute, fit zu sein. Wahrscheinlich

tun sie den ganzen Tag nichts anderes. Es

wäre fatal, aus falschem Ehrgeiz heraus

mithalten zu wollen.

Was zählt, ist der eigene Körper, die

eigene Leistungsfähigkeit. Die Belastung

Die Belastung sollte in einem Bereich liegen, wo sie Spaß macht

Patienten-Forum

Georg Kramer ist Dipl. Sportwissenschaftler in Hamburg.

Zusammen mit Patrick Görke bietet er mit dem Unter-

nehmen Pathletics gesundheitsorientierte Trainingspro-

sollte in einem Bereich liegen, wo sie Spaß

macht. Und so gewählt sein, dass man gestärkt

aus dem Urlaub heimkehrt. Wenn zu

Hause noch die Lust auf mehr da ist, dann

war alles richtig.

Die Eindrücke eines lockeren Strandlaufs

beim Sonnenaufgang, einer tollen

Radtour durch eine begeisternde Landschaft

oder das kraftvolle Gefühl nach

einem facettenreichen Work-out werden

auch im Alltag Motivation für eine bewegte

Lebensweise sein. Der Anfang ist

gemacht!

Georg Kramer

Vorher Gesundheit checken!

Sport-(Wieder)einsteigern wird ab einem

Alter von 35 Jahren geraten, sich vor der

sportlichen Betätigung einem Leistungs-

Check zu unterziehen. Hierbei geht es darum,

die Belastbarkeit des Herz-Kreislauf-Systems

zu testen sowie den Zustand des Bewegungsapparates

zu untersuchen.

Bestandteile dieses Checks sollten Belastungs-EKG,

Blutuntersuchung und Lungenfunktionstest

sein. Ein Beratungsgespräch

nach Vorlage der Ergebnisse hilft, die Erkenntnisse

optimal in das Training zu

übernehmen.

Kontakt

Internet: www.pathletics.de

E-Mail: gkramer@pathletics.de

Telefon: (040) 5 55 60-184

Mobil: (0173) 9 58 88 92

gramme auf individueller Basis an

ASKLEPIOS intern 32/2007


Patienten-Forum

»Nicht verhungern, nicht verdursten« –

Zum Problem der Sondenernährung

Klinische Ethik in den Asklepios Kliniken Hamburg GmbH – Teil I

herr a., ein 88-jähriger Patient mit

einem insulinpflichtigen diabetes, wurde

anfang Juni in seiner Wohnung von seinem

hausarzt im zustand einer deutlichen

exsikkose (austrocknung) und hypoglykämisch

(unterzuckert, mit zu niedrigem

Blutzucker) vorgefunden und daraufhin

in eine geriatrische Klinik eingewiesen.

es bestand eine diabetische gangrän

(schlecht heilende Wunde) am linken fuß.

Am 19. Juni wurde Herr A. wegen

einer Phlegmone (eitrige Infektion)

am linken Fuß bei bestehender

pAVK (peripheren arteriellen Verschlusskrankheit)

Stadium IV in eine chirurgische

Universitätsklinik verlegt. Dort musste eine

Oberschenkelamputation links durchgeführt

werden. Die Operation verlief komplikationslos,

die Wunde heilte ausreichend

gut. Herr A. verkraftete die Amputation jedoch

sehr schlecht. Da er immer wieder Su-

ASKLEPIOS intern 32/2007

izidgedanken äußerte, erfolgte am 27. Juni

ein psychiatrisches Konsil, und die antidepressive

Therapie wurde danach entsprechend

umgestellt.

Am 1. Juli übernahm eine junge Ärztin

im Praktikum an ihrem ersten Arbeitstag

den Bereich, in dem der Patient lag. Herr A.

bekräftigte auch ihr gegenüber beständig

und mit Nachdruck, er wolle unter diesen

Umständen nicht mehr leben. Er verweigerte

zunehmend Nahrung, Flüssigkeitszufuhr

und Medikamente. Zudem zeigte

er sich bei allen Maßnahmen und Bemühungen

ganz und gar unkooperativ und

nahm bis auf 45 kg Körpergewicht ab.

Nach wenigen Tagen stand die Frage

nach einer Sondenernährung bevor. Für

die Ärztin im Praktikum stellte sich die

Frage: Was tun?

Dieses Fallbeispiel durften wir mit

freundlicher Genehmigung des Springer

Verlages, Heidelberg, aus der Zeitschrift

»Ethik in der Medizin« (Ethik in der Medizin

2001, 13 (4): 253) übernehmen. Der

nicht untypische Fall wirft viele medizinische,

rechtliche und ethische Fragen auf.

Kernpunkt ist das Dilemma zwischen dem

Respekt vor der autonomen Entscheidung

des Patienten und dem Erhalt nicht nur seines

(körperlichen) Wohlbefindens, sondern

sogar seines Lebens. Die Beurteilung der

Einwilligungsfähigkeit des Patienten auf

der Basis medizinischer und anamnestischer

Informationen entscheidet hier, ob

eine Sondenernährung die Pflicht der behandelnden

Ärztin ist oder (nach § 223 Abs.

1 StGB) eine Körperverletzung darstellt.

In der Asklepios Kliniken Hamburg

GmbH werden solche Problemfälle in

ethischen Fallbesprechungen diskutiert.

Ethische Fallbesprechungen

finden im Behandlungsteam statt und

richten den Blick auf die ethische Dimen-


sion von Behandlungsfällen und Entscheidungen

im Klinikalltag. Sie ersetzen aber

weder die ärztliche Letztverantwortung

noch demokratisieren sie Behandlungsentscheidungen

im Sinne eines Abstimmungsverfahrens.

Vielmehr soll die ethische

Fallbesprechung die Entscheidungsfindung

vor allem in ethischen Konfliktfällen optimieren.

Mit einem Moderator prüft das Behandlungsteam,

ob eine Therapie mit den

Wertorientierungen des Patienten übereinstimmt,

seine Autonomie unterstützt, seinem

Wohl dient und ihm keinen Schaden

zufügt, die Würde des Patienten und der

Mitarbeiter achtet und ob sie gerecht ist.




Die letztentscheidenden Ärzte erfahren

eine bessere Unterstützung im

Team.

Die Meinung der Pflegekräfte, Therapeuten

und weiterer Berufsgruppen

fließt in die Entscheidungsfindung ein.

Die Patienten können sich auf eine

ethisch optimal verantwortete Behandlung

verlassen.

Wo der ethische Diskurs stattfindet,

wird er als bereichernd und nützlich im

Sinne einer größeren Transparenz der

Handlungsmotive sowie einer verbesserten

Handlungssicherheit empfunden.

Die Moderatorenschulung ist von der

Ärztekammer Hamburg als Fortbildungsveranstaltung

mit 30 Punkten anerkannt.

Sechs Häuser der Asklepios Kliniken

Hamburg GmbH verfügen über solche

Moderatoren. Sie sind in einem Netzwerk

organisiert und werden qualitätssichernd

supervidiert (3 FB-Punkte). Ein »Qualitätszirkel

Ethik« (3 FB-Punkte) plant quartalsweise

Strategie und Maßnahmen zur

Einführung des Konzeptes in den Häusern

und bearbeitet spezielle Themen wie eine

Tätigkeitsbeschreibung für Moderatoren

oder die Planung weiterer Fortbildungen.

Ethische Betrachtung des Fallbeispiels

Intuitiv hält der Leser die Willensäußerung

des Patienten im Fallbeispiel womöglich

für eine akute Fehleinschätzung

der eigenen Situation. Doch das ist nur eine

Hypothese, die zu überprüfen ist. Ein Behandlungsteam

darf nicht auf der Basis intuitiver

Haltungen handeln, sondern muss

das beobachtete Verhalten sorgfältig hinterfragen

und erklären. Der erste Schritt

im vorliegenden Fall wäre also, herauszufinden,

ob der Patient fähig ist, seine Lebenssituation

abwägend zu beurteilen

und daraus resultierend Entscheidungen

zu treffen. Neben Anamnese und Ergebnissen

verschiedener Assessmentverfahren

wären die Alltagsbeobachtungen des Behandlungsteams

zusammenzutragen. Unabhängig

von der Entscheidung wird das

Behandlungsteam hohen Belastungen ausgesetzt:

Bei einer Zwangsernährung gegen

den Willen des Patienten ist mit dessen

massiver Abwehr zu rechnen (z.B. Ziehen

der Sonde), die mit großer Wahrscheinlichkeit

weitere Zwangsmaßnahmen (z.B. Fixierung

durch Fesseln oder Medikamente)

und eine entsprechende Eskalation der Situation

nach sich zieht – oder der Patient

resigniert. Ohne Zwangsernährung wird

er verhungern bzw. verdursten, wenn nicht

begleitende Maßnahmen seine Einstellung

ändern. Auf diese Situation – und palliativmedizinische

Reaktionsmöglichkeiten

– sind wohl die wenigsten Behandlungsteams

vorbereitet.

In einer ethischen Fallbesprechung

würden das (körperliche) Wohl des Patienten

und seine Autonomie gegeneinander

abgewogen, im Hinblick auf die

abzuleitenden Maßnahmen gewichtet

sowie deren Folgen und ein etwaiger weiterer

Handlungsbedarf abgeschätzt. Möglicherweise

benötigt das Behandlungsteam

Unterstützung, etwa durch Supervision,

um den Anforderungen des weiteren Behandlungsverlaufs

gerecht zu werden. Dar-

Patienten-Forum

über hinaus steht die Frage im Raum, ob

die Klinik/Abteilung überhaupt der Ort ist,

an dem der Patient sterben darf. So können

aus einer konkreten medizinethischen

Frage Herausforderungen an die sogenannte

Organisationsethik entstehen, denen auf

Abteilungsebene allein nicht mehr zu begegnen

ist.

Organisationsethik richtet den Fokus

auf die Rahmenbedingungen medizinethischer

Fragestellungen. Diese Rahmenbedingungen

können die Lösung

medizinethischer Probleme erleichtern

oder erschweren. In welche Nöte gerät besagte

Ärztin in unserem Fallbeispiel, wenn

sie zum Beispiel bei Personalmangel unter

großem Zeitdruck arbeiten, ihre Entscheidung

ohne Rücksprachemöglichkeit treffen

und dabei Abteilungsbudget und -erlöse

im Auge haben muss? Organisationsethik

betrifft unter anderem den Umgang mit

knappen Ressourcen und die Qualität der

Kommunikation im Behandlungsteam, in

der Abteilung oder im ganzen Haus. Organisationsethik

ist eine Führungsaufgabe.

Ethische Fallbesprechungen sind ein

Baustein der klinischen Ethik der Asklepios

Kliniken Hamburg GmbH. Das

Konzept, Themen der Medizin- und Organisationsethik,

weitere Initiativen und Erfahrungen

werden in Teil II des Artikels

dargestellt.

Dr. Susanne Faby

ASKLEPIOS intern 32/2007


Asklepios Kollektion

Asklepios Sommerkollektion

Selbst Regentage entwickeln unter dem

riesigen Asklepios-Schirm noch einen besonderen

Charme. Auch fürs Büro und

die Klinik wurde die Kollektion mit der

eleganten Aktentasche und dem feinen

Herrenhemd um weitere attraktive Pro-

Triangel-Rucksack

Leichter und doch robuster Rucksack (100 % Nylon) mit einem

großen Innenfach. Der Clou: Am Tragegurt befindet sich eine

mit Klettverschluss verschließbare Handytasche. Der Rücken

ist weich gepolstert und mit einem Netz bezogen. »Asklepios«-

Stick in Weiß auf der Vorderseite, am rechten Rand und

www.asklepios.com am Tragegurt.

Gesamtgröße: 50 x 35 x 11 cm (H x B x T)

Best.-Nr.: GEB2002/025; UVP: 16,00 Euro

0 ASKLEPIOS intern 32/2006

dukte erweitert. Bestellen können Sie

direkt über unsere Homepage www.as

klepios.com. Gerne stehen Ihnen die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der Asklepios

Kollektion für ergänzende Informationen

zur Verfügung.

Formschöne Dokumententasche

Aus schwarzem Leder inkl. Lasergravur »Asklepios Collection«

auf einer Edelstahlplatte erhältlich. Die Tasche hat drei

große Innenfächer, verfügt über diverse Einstecktaschen, in

denen u.a. der Taschenrechner sowie das Visitenkartenetui

aus der Asklepios Kollektion Platz haben. Weiterhin sind Halterungen

für mehrere Schreibutensilien vorhanden. Inkl. verstellbarem

Schultergurt.

Größe: 39 x 31,5 cm (L x B)

Best.-Nr.: KOL2002/92; UVP: 189,00 Euro

Asklepios Service GmbH

Am See

36433 Bad Salzungen

Telefon (0 36 95) 65 11-87

Telefax (0 36 95) 65 11-99

E-Mail: kollektion@asklepios.com

Eleganter Regenschirm

Mit einer Spannweite von 1,17 m und einer

Länge von 1,00 m gehört dieser elegante Regenschirm

zu den ganz Großen. Er ist aus grünem

Nylon, windgeprüft und wird von Hand

geöffnet. Der Schirm ist in 8 Segmente unterteilt

inkl. Metallrippen, ein Segment davon

verfügt über einen weißen Druck »Asklepios«.

Der Griff besteht aus Moosgummi. Zusätzlich

verfügt er über eine Hülle (Material

wie Schirm) mit Trageschlaufe inkl. weißem

Druck »Asklepios«.

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Feines Herrenhemd von Eterna

Schickes Herrenhemd aus 100-prozentiger

gekämmter Baumwolle mit Button-down-Kragen.

Wahlweise in einer Kurz- oder Langarm-

Version mit Brusttasche auf der linken Seite

erhältlich. Ein Stick am Kragen trägt den »Asklepios«-Schriftzug.

Erhältlich in den Größen

37 bis 48 und den Farben Weiß, Hellblau und

Dunkelblau. Achtung: Dienstkleidung – nur für

klinikinternen Gebrauch!

Best.-Nr.: KOL2002/89 weiß

Best.-Nr.: KOL2002/90 hellblau

Best.-Nr.: KOL2002/91 dunkelblau


Asklepios fragt

asklepios ist in der griechischen Mythologie der gott der

heilkunst. in diesem Magazin hat er wieder einmal antworten

auf wichtige medizinische fragen gegeben.

Leser, die dieses heft aufmerksam studiert

haben, können uns sicherlich die folgenden

drei fragen beantworten. einsender, die

alle antworten richtig haben, nehmen an

der Verlosung teil. ein tipp: es können

auch mehrere antworten auf eine frage

zutreffend sein.

1. Was hilft gegen schmerzen?

A) die richtige medikamentöse

Behandlung

B) stilles, demütiges Leiden

C) verschiedene

Entspannungstechniken

3. Patienten, die unter zöliakie leiden,

A) dürfen keine Zollschranken

überqueren

B) müssen Gluten meiden

C) haben als Kinder ein

Tabaksbeutelgesäß

2. Was ist fibromyalgie?

A) eine Fieberallergie

B) Erkrankung des Weichteilgewebes

C) primär eine Frauenkrankheit

Unter den Einsendern verlosen

wir ein Exemplar des

Bestsellers »Giganten. Große

Wegbereiter der Moderne« (geb.

Ausgabe; s. auch S. 23 dieses Magazins).

Einsendeschluss der Rätselauflösung

ist der 17.8.2007. Es

gilt das Datum des Poststempels.

Lösung per Postkarte oder E-Mail

an die Redaktionsleitung:

Asklepios Kliniken Verwertungsgesellschaft

mbH

ZD Unternehmenskommunikation

& Marketing

Mandy Wolf

Hubertusstraße 12–22

16547 Birkenwerder

mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Patienten-Forum

Die korrekte Lösung unseres Rätsel aus Asklepios intern Nr. 31

lautet: 1) a+b; 2) c, 3) a+c. Werner Liebig aus Sebnitz wusste die

richtige Lösung und hat gewonnen. Herzlichen Glückwunsch!

Im nächsten Heft

Mobil bleiben trotz schwacher Hüfte

Die Hüfte ist das größte Gelenk im Körper. Überbelastungen,

falsche Körperhaltung, Verletzungen oder Fehlstellungen sind

häufig Ursache für Hüftbeschwerden. Nicht nur ältere Menschen

sind von Abnutzungserscheinungen geplagt. Bereits im

Mutterleib kann sich eine Fehlstellung entwickeln.

Ein gesundes Baby trotz Schwangerschaftsdiabetes

Wie der Diabetes mellitus ist auch der Gestationsdiabetes

(GDM) eine weltweit zunehmende Erkrankung – und eine der

häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Weltweit tritt

die GDM bei 20 Prozent aller werdenden Mütter auf. Was senkt

die Risiken, was hilft dem Ungeborenen?

Hochleistungssport ohne Doping – eine Illusion?

Aufgeputscht mit Pillen und Spritzen versuchen Sportler, sich

Vorteile zu verschaffen – oft mit fatalen Folgen. Asklepios intern

sprach mit Prof. Dr. Manfred Holzgräfe, Chefarzt der Klinik

für Neurologische Frührehabilitation der Kliniken Schildautal.

Holzgräfe war im Auftrag des Volleyball-Weltverbandes FIVB für

die Dopingkontrollen der Weltmeisterschaften 2006 in Japan

verantwortlich.

Die nächste Asklepios intern erscheint am 28. September

2007.

ASKLEPIOS intern 32/2007

1


www.asklepios.com

Das Unternehmen

Klinikübersicht

Akutkliniken – Klinikträgerschaft Anzahl Betten

1 Asklepios Klinik Altona Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 922

2 Asklepios Klinikum Bad Abbach I Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 225

3 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang Bad Griesbach Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 278

4 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie und Innere Medizin 90

5 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

6 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 198

7 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 270

8 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 180

9 Asklepios Klinik Barmbek Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 716

10 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie 175

Plastische Chirurgie und Diabetologie

11 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 374

12 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

13 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 132

14 Landeskrankenhaus Göttingen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 453

15 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 333

16 Asklepios Westklinikum Hamburg Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 540

17 International Neuroscience Institute Hannover 2 Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, stereotaktische 108

Neurochirurgie und Neuroradiologie

18 Asklepios Klinik Harburg Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 741

19 Asklepios Kreiskrankenhaus Hohenmölsen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 100

20 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und 110

Rheumaorthopädie

21 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 188

22 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 273

23 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 242

24 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 132

25 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder – und Jugendpsychiatrie 215

26 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten und 300

Thoraxchirurgie

27 Asklepios Klinik Nord Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 1.440

28 Collm Klinik Oschatz 2 Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 240

29 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 149

30 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 325

31 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 143

32 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 210

33 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 200

34 Asklepios Klinik Schildautal Seesen I Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie, 242

Gefäßchirurgie und Anästhesiologie

35 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Homberg Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 102

36 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Melsungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 76

37 Asklepios Kliniken Schwalm-Eder Klinikum Schwalmstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 192

38 Asklepios Stadtkrankenhaus Seesen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 125

39 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 133

40 Asklepios Klinik St. Georg Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 758

41 Asklepios Fachklinik Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 386

42 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 196

43 Landeskrankenhaus Tiefenbrunn Fachkrankenhaus für Psychotherapie, Psychiatrie und psychosomatische Medizin 176

44 Asklepios Klinikum Uckermark Schwedt Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 507

45 Asklepios Klinik Wandsbek Krankenhaus der Schwerpunkt- und Maximalversorgung 605

46 Asklepios Kreiskrankenhaus Weißenfels Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 355

47 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt I Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 128

48 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 331

49 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 173

50 Anaheim General Hospital Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 100

51 Bellflower Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 144

52 Buena Park Medical Center Fachkrankenhaus für Geriatrie 43

53 Hawthorne Medical Center Fachkrankenhaus für Psychiatrie 52

54 L. A. Metropolitan Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 161

55 Tustin Medical Center Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 177

Akutkliniken – Klinikmanagement

56 Salus Fachkrankenhaus Bernburg 1 Fachkrankenhaus für Psychiatrie/Psychotherapie 276

57 Kreiskrankenhaus Eggenfelden Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 294

58 Kreiskrankenhaus Pfarrkirchen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 175

59 Kreiskrankenhaus Simbach Fachkrankenhaus für Innere Medizin 140

60 Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe 1 Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 350

2 ASKLEPIOS intern 32/2007


Das Unternehmen

Akutnahe Rehakliniken – Klinikträgerschaft Anzahl Betten

61 Asklepios Klinikum Bad Abbach II Zentrum für Orthopädische und 269

Rheumatologische Rehabilitation

62 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 190

63 Asklepios Klinik Schaufling Zentrum für Neurologische, Orthopädische 350

und Geriatrische Rehabilitation

64 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen II Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

65 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt II Fachklinik für Pneumologie, Onkologie, 290

Dermatologie und Allergologie

66 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

Rehakliniken – Klinikträgerschaft

67 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Onkologie, Pneumologie und 270

Orthopädie

68 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 220

69 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie 173

70 Asklepios Klinik Helenenheim Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie, 140

Urologie und Nephrologie

71 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-/Kreislauferkrankungen 228

72 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

73 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

74 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische und Orthopädische Rehabilitation, 250

Therapiezentrum für neuromuskuläre Erkrankungen

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikträgerschaft

76 Asklepios Klinikum Brandenburg 101

77 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 80

79 Asklepios Klinikum Teupitz 20

78 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Hamburg Campus Ochsenzoll 178

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikmanagement

79 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg 1 137

80 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe 1 290

Soziale Einrichtungen – Trägerschaft

81 Asklepios Pflegeheim Ahrensburg 83

82 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

83 Asklepios Pflegeheim Reinfeld 87

84 Drogenambulanz Hamburg-Altona

85 Drogenambulanz Hamburg-Harburg

86 Drogenambulanz Hamburg-Högerdamm

87 Drogenambulanz Hamburg-Wandsbek

Soziale Einrichtungen – Management

88 Salus Pflegeheim St. Georgii I 1 109

89 Salus Pflegeheim St. Georgii II 1 48

90 Salus Altenpflegeheim Uchstpringe 1 50

91 Salus Kinder-und Jugendheim Schloß Pretzsch 1 121

92 Salus Heim zur U-Haftvermeidung Torgau 1 14

93 Salus Heim Gardelegen 1 39

94 Salus Heim Uchtspringe 1 117

95 Salus Kinder- und Jugendheim Jugend-Landhof Woltersdorf 1

96 Salus Ambulanter Pflege- und Hauswirtschaftsdienst Magdeburg 1

97 Soziotherapeutische Einrichtung Uchtspringe 11

98 Intensiv Betreutes Wohnen Gardelegen 34

Insgesamt zählen 98 Einrichtungen zum Asklepios Verbund, die ergänzt werden durch 37 Tageskliniken.

1 Bei diesen Einrichtungen handelt es sich um das gesamte Management der landeseigenen Gesellschaft SALUS gGmbH.

2 Einrichtungen mit Minderheitsbeteiligung und Managementvertrag.

ASKLEPIOS intern 32/2007

www.asklepios.com


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ASKLEPIOS intern 32/2007

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