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Gallenblasenentfernung: - Asklepios

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Gallenblasenentfernung:

Narbenfreie OP-Methode bei Frauen

Verletzlich – aber unbesiegbar!

Kinder aus zerrütteten Familien

Mit Sport gegen die Todesursache Nummer 1

Gezielte Therapie für Herzerkrankungen in Seligenstadt

Nr. 42 Januar 2010

Asklepios intern 42/2010 1


Editorial

Ein europäisches

Erfolgsmodell

Anmerkung der Redaktion

Weitere Informationen zur Asklepios

Medical School finden Sie auf der

Asklepios Homepage:

http://www.asklepios.com/bildung/ams/

default.asp

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

Dr. Bernard gr. Broermann

gut ausgebildete junge Ärztinnen und

Ärzte mit dem bestmöglichen klinischen,

wissenschaftlichen und menschlichen

Handwerkszeug sind für jeden Patienten

und für jedes Krankenhaus ein großer

Gewinn.

Ganz in diesem Sinne stärkt und erweitert

seit September 2008 die Asklepios Medical

School den Medizin- und Bildungsstandort

Hamburg – ein europaweit

einzigartiges Modell. Die hervorragende

praxisnahe und sichere Ausbildung der

19 Studentinnen und Studenten des ersten

Jahres hat sich in einem atemberaubenden

Tempo unter den angehenden

Medizinern der Semmelweis Universität

Budapest, unserem Kooperationspartner,

herumgesprochen. Das Herbstsemester

2009 startete bereits mit 69 neuen Studentinnen

und Studenten. Das ist eine

Zahl, die sich zu Beginn des Lehrbetriebes

keiner der Gründungsväter vorstellen

konnte. Die Studierenden schätzen

insbesondere die Nähe zu den Dozenten,

die kleinen und damit effektiven Lerngruppen,

die multimedialen Möglichkeiten

und den von Anfang an bestehenden

Kontakt zu unseren Patienten. Sie lernen

bereits während des Studiums die Abläufe

in einem Krankenhaus kennen. Und sie

können auf ihre Fragen ganz zeitnah Antworten

erhalten.

Die vielen neuen Anmeldungen verlangten

von den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

der Asklepios Medical School

hohes Organisationsgeschick. Sie sichern

mit ihrem Einsatz eine solide, praxisorientierte

Ausbildung und erleichtern damit

den jungen Medizinerinnen und Medizinern

einen reibungslosen Übergang

in ihr späteres Berufsleben. Ihnen und

den vielen medizinischen Referenten aus

dem gesamten Unternehmen Asklepios,

die sich neben dem herausfordernden

klinischen Alltag für die Ausbildung ihrer

jungen zukünftigen Kolleginnen und

Kollegen engagieren, gelten daher meine

Anerkennung und mein ausdrücklicher

Dank.

Ihr

Bernard gr. Broermann

Asklepios intern 42/2010 3


Titelthema S. 6

S. 24

S. 34

S. 50

Titelthema

▼Inhalt

6 Mit Sport gegen die Todesursache Nummer 1

Gezielte Therapie für Herzerkrankungen in Seligenstadt

Medizin & Wissenschaft

10 Medizinticker

12 Eine Fettleber ist heilbar!

14 Einzigartiges Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum in

St. Georg eröffnet

16 Gesunde Kinderhüften – fürs ganze Leben

17 ECMO-Transport als letzte Rettung für kritisch kranke

Kinder

18 Psychische Behandlung junger Erwachsener –

eine besondere Herausforderung

20 Endometriose – die verkannte Frauenkrankheit

22 Neuartige Methode bei Prostata-Operationen

23 Hoffnung für den diabetischen Fuß

24 Neue Knieprothese: Deutschland-Premiere

in Lindenlohe

26 Gallenblasenentfernung: Narbenfreie OP-Methode bei

Frauen

28 Innovatives Behandlungskonzept bei Rückenschmerzen

Gesundheit & Wirtschaft

30 Kurz und Knapp

32 Einblicke und Gespräche

33 Knieoperation hautnah für Schülerinnen und Schüler

34 Ausgezeichnete Mitarbeiter mit ausgezeichneten Ideen

40 AFH Partnergipfel: Auf dem richtigen Weg

42 Praxis- und heimatnah studieren

43 Therapeut auf vier Beinen

44 Personalia

46 25 Jahre Asklepios: Mehr Arbeitsplätze durch Sanierung

48 Trainees bei Asklepios – der Führungskräftenachwuchs

traf sich in Bad Salzungen

Patientenforum

50 Verletzlich – aber unbesiegbar! Kinder aus zerrütteten

Familien

52 Klinik Bad Oldesloe als Traumazentrum zertifiziert

53 Psychokardiologie – Asklepios erweitert sein Angebot für

Herzpatienten

54 Wie man ein Wunder erleben kann

56 Bei Schul-, Arbeits- und Wegeunfällen unbedingt zum

D-Arzt!

57 Austausch und Information

58 Nach der Krankheit zurück in den Job

60 Rheuma-Schnelltest in fünfzehn Minuten

61 Impressum

62 „Rheuma macht vor Kindern nicht Halt!“

64 Blutspende in der Fußgängerzone

65 Der Kampf um das perfekte Menü

66 Hilfe für Kinder in Krisengebieten

68 Auf keinen Fall nur Männersache!

70 Gut zu wissen

Virenalarm – nicht nur auf Kreuzfahrtschiffen

72 Asklepios Quiz

73 Buchtipps

74 Klinikübersicht

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

zum fünften Mal in Folge wurde in diesem Jahr der Asklepios

Award für medizinische Innovation und Qualität verliehen.

Unter den zahlreichen hochkarätigen Bewerbungen aus unseren

Kliniken wurden zehn Projekte ausgewählt. Lernen Sie

die Preisträger und ihre ausgezeichneten Projekte in diesem

Magazin näher kennen.

Jeff Immelt, der Vorstandsvorsitzende des weltgrößten börsennotierten

Unternehmens General Electrics (GE), hat das

Asklepios Future Hospital in Barmbek besucht und sich über

den Stand unserer Kooperation beim „Green Hospital“-Projekt

informiert.

Rheuma macht auch vor Kindern keinen Halt. Jährlich erkrankt

eines von 1000 Kindern unter 16 Jahren an einer

Gelenkentzündung. Eine flächendeckende Versorgung mit

Kinderrheumatologen, einem sehr jungen Fachgebiet, gibt

es in Deutschland noch nicht. Neben der schon langjährig

ausgewiesenen Expertise in St. Augustin hat jetzt auch unser

Krankenhaus in Weißenfels seine Kinderklinik um dieses

Leistungsspektrum erweitert. Damit kann der regionale und

überregionale Versorgungsbedarf fachlich gesichert werden.

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung bei Frauen -

jährlich erkranken mehr als 60.000 Frauen in Deutschland.

Doch die Überlebenschancen steigen. Möglich wird dies

durch eine flächendeckende Früherkennung und eine moderne,

fachübergreifende Behandlung in zertifizierten Brustzentren

– auch in zahlreichen Asklepios Kliniken. Im Brustkrebs-

Monat Oktober sind dort viele Informationsveranstaltungen

durchgeführt worden mit dem Ziel, die Bereitschaft zu Vorsorgeuntersuchungen

zu erhöhen. Den Verantwortlichen gilt

dafür mein besonderer Dank!

Ihr

Dr. Tobias Kaltenbach

Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung


Titelthema

Mit Sport gegen die

Todesursache Nummer 1

Gezielte Therapie für Herzerkrankungen in Seligenstadt

Statistiken des Deutschen Bundesamtes bestätigten auch für das Jahr 2008: Todesursache Nummer 1 sind in Deutschland

Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Immerhin 43 Prozent aller Deutschen sterben an einem Herzinfarkt oder Schlaganfall.

Fast 90 Prozent der Verstorbenen wurden über 65 Jahre alt. Eine Krankheit der Alten also? Keineswegs! Die

zunehmende Verjugendlichung der Herzpatienten wird in Zukunft erhebliche Auswirkungen auf die Volkswirtschaft

haben. Asklepios intern sprach mit Stefan Maximilian Müller, Funktionsoberarzt in der Klinik für Innere Medizin,

und Dr. Nikos Stergiou, Chefarzt der Asklepios Klinik Seligenstadt, über die Bedeutung einer frühzeitigen Rehabilitation

und sportliche Aktivitäten nach einer Herzerkrankung.

Welche Bedeutung hat Sport für Herz-Kreislauf-Erkrankte?

Sport steigert die Leistungsfähigkeit von Herzpatienten erheblich.

Durch sportliche Betätigung verbessert sich nicht nur deren

Sauerstoffzufuhr in der Muskulatur. Auch die Stimmung

hebt sich. Herz und Psyche werden entlastet. Patienten mit

koronarer Herzkrankheit sollten daher frühzeitig mit körperlichen

Aktivitäten beginnen.

Sie bieten Herzpatienten ein ganz spezielles Trainingsprogramm

unter ärztlicher Aufsicht an. Warum?

In der Regel ist es so, dass Patienten nach ihrem Krankenhausaufenthalt

eine Rehamaßnahme absolvieren und dann in ihren

Alltag zurückkehren. Die sportlichen Anregungen aus der Rehaklinik

setzen nur die wenigsten tatsächlich um. Das Krankheitsereignis

wird in der Regel schnell vergessen. Das Risiko

einer Wiedererkrankung ist aber dennoch relativ hoch. Seit

einiger Zeit beobachten wir, dass unsere Herzpatienten immer

jünger werden. Erkrankungen des Herz-Kreislauf-Systems sind

damit keine typischen Alterserscheinungen mehr. Sie werden

in Zukunft unsere Volkswirtschaft stark belasten. Eine schnelle

und dauerhafte Rehabilitation ist daher von gesamtgesellschaftlichem

Interesse.

Aus jahrelangen Erfahrungen wissen wir, dass vor allem Bewegungsmangel

für Folgebeschwerden zuständig ist. Wir empfehlen

allen unseren Herzpatienten eine spezifische sportmedizinische

Bewegungstherapie in den Räumlichkeiten unserer Klinik.

Besonders ältere Patienten schätzen das Gefühl der Sicherheit,

unter ärztlicher Aufsicht zu trainieren. Jüngere Patienten haben

einen anderen Anspruch an eine Rehabilitation. Sie finden bei

uns wieder Vertrauen zu ihrem Körper und den Einstieg in den

Sport.

Nehmen alle Herzpatienten dieses Angebot wahr?

Leider nein. Viele unserer Patienten streben unmittelbar nach

der Erkrankung wieder ihr altes Leben mit allen negativen Lebensgewohnheiten

an. Trotz umfangreicher Aufklärung nehmen

sie die Alarmzeichen ihres Körpers nicht ernst genug. Allerdings

sind das dann auch die Patienten, die wir in der Notaufnahme

wiedersehen.

Die Menschen leben heutzutage mit einem anderen, oft fahrlässigen

Krankheitsrisiko. Dem rasanten Entwicklungstempo der

Medizin ist das Bewusstsein der Menschen nicht in jedem Falle

gewachsen.

Die Ernsthaftigkeit beim Training jedes einzelnen Teilnehmers

ist uns wichtig. Jeder Patient muss daher zu Beginn einen Fragebogen

ausfüllen, Befunde und eine Verordnung beibringen.

Bereits diese vorbereitenden Maßnahmen sind vielen unserer

Patienten schon zu viel. Die jedoch die Unterlagen beschaffen,

wollen in den meisten Fällen dann auch tatsächlich etwas an

ihrer körperlichen Konstitution verbessern.

Wie sieht das Trainingskonzept Ihres Cardiosportes aus?

Unser Focus liegt ganz klar auf Ausdauertraining. Für die indi-

6 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 7


Titelthema

Preisverleihung

Das Projekt wurde im Jahre 2008 mit dem dritten Preis

beim jährlichen Asklepios Award als hervorragendes Beispiel

für die Innovationskraft und Qualitätsbereitschaft

geehrt.

viduelle Trainingssteuerung wird jeder Teilnehmer mit einem

Pulsmesser ausgerüstet. Für die Übungen stehen Kardio-Fitness-Geräte

wie Oberkörperergometer, Ellipsen- und Crosstrainer,

Fahrrad- und Sitzergometer zur Verfügung. Die Trainingsdaten

werden zentral erfasst und ausgewertet.

Wir unterscheiden zwei Übungsgruppen. In Gruppe I trainieren

Patienten, die für den Zeitraum von 6–12 Monaten ein vom Arzt

und Übungsleiter kontinuierlich überwachtes, speziell vorgegebenes

und verordnetes Trainingsprogramm absolvieren. Diese

Patienten trainieren in Gruppen von 6–8 Patienten zu vorgegebenen

Zeiten. Die Maßnahme wird von den Krankenkassen bezuschusst.

Der Patient trägt einen Eigenanteil.

Patienten der Gruppe II absolvieren ihr Training zunehmend unabhängig

von der medizinischen Überwachung und Trainingszeiten.

Sie können ohne den Sportmediziner trainieren, haben

allerdings jederzeit die Möglichkeit, ihn oder einen Übungsleiter

hinzuzuziehen. Auf diese Weise bieten wir auch diesen Patienten

weiterhin ein hohes Maß an medizinischer Überwachung

und Sicherheit. Die Kosten sind analog zu einem ortsansässigen

Fitness-Studio vom Trainierenden selbst zu übernehmen.

Die älteren Patienten bleiben uns in der Regel länger erhalten.

Das Trainieren in der Gruppe hat für sie enorme soziale und

kommunikative Vorteile. Der sogenannte „Gruppenzwang“

führt bei ihnen schnell zu sichtbaren Ergebnissen. Durch die

medizinische Betreuung und die Möglichkeiten des Austausches

untereinander fühlen sie sich sicherer und wohler. Jüngere

Patienten hingegen kommen oft nur solange zu uns, bis sie

wieder so selbstbewusst sind, um allein trainieren zu können.

Welche Motivation steckt hinter Ihrer Arbeit?

Durch unsere Arbeit möchten wir alle Herzpatienten zur Umgestaltung

ihrer Lebensführung sensibilisieren. Uns ist jedoch

nach den vergangenen vier Jahren sehr wohl bewusst, dass unser

Trainingsangebot lediglich von einem Teil der Patienten angenommen

wird. Oft sind das diejenigen, die in ihrer Kindheit

und Jugend sportlich sehr aktiv waren und dann durch Berufseinstieg

und Familiengründung lange pausierten. Nach ihrem

Krankheitsereignis wollen sie jetzt ihr Leben positiv verändern.

Sie sind hoch motiviert und möchten schnell wieder zurück in

ihren Beruf. Diesen Patienten können wir klarmachen, dass sie

durch ein gesundes Körpergefühl einfach bewusster und auch

länger leben. Tipps und Anregungen nehmen sie aufmerksam

auf. Der Austausch macht Freude und zeigt einen Erfolg auf

beiden Seiten.

Patienten jedoch, die sich nie bewusst bewegt haben, sich falsch

ernähren, Nikotin und Alkohol konsumieren, werden das auch

weiterhin tun. Wenn wir noch mehr von diesen Patienten für

unser Training gewinnen können und es schaffen, dass sie dann

noch eine weitere gesundheitliche Fehleinstellung in ihrer Lebenshaltung

überwinden, haben wir viel erreicht.

Das Training abzusagen, wenn man einmal begonnen hat, ist

für die meisten unserer Teilnehmer nicht so einfach. Der enge

persönliche Bezug zu uns Ärzten und den Übungsleitern erschwert

faule Ausreden. Hinzu kommt, dass wir einfach Spaß

miteinander haben. Das wirkt sich positiv auf eine regelmäßige

Teilnahme aus.

Als Krankenhaus im Speckgürtel mehrerer hessischer Großstädte

streben wir eine Rundumversorgung der ganzen Familie

an. Unser Cardiosport trägt einiges dazu bei. Beim diesjährigen

Seligenstädter Herz-Kreislauf rund um unsere Klinik nahmen

tatsächlich über 700 Läufer teil. Keiner davon war ein Profi.

Die meisten Erwachsenen wurden durch ihre Kinder animiert,

mitzumachen. Ganze Familien waren in Bewegung. Der Lauf

war ein gesellschaftliches Ereignis in unserer Stadt. Die 5-km-

Strecke bewältigten auch unsere Cardiosportler ganz souverän.

Das wird in der Bevölkerung wahrgenommen und stärkt das

Vertrauen in unsere Klinik.

Was wünschen Sie sich für die Zukunft?

Ganz ehrlich? Dass sich die Menschen mehr bewegen. Nichts

ist so einfach und offensichtlich auch so schwer wie körperliche

Aktivitäten. Dabei hält Bewegung nicht nur den Körper in

Schwung, sondern auch den Geist. Sport ist kommunikativ und

ausgleichend.

Unser Cardiosport befindet sich nunmehr im fünften Jahr der

Umsetzung. Wir würden uns freuen, wenn sich auch andere Asklepios

Kliniken dafür begeistern und unser Konzept übernehmen.

Für ein Gespräch stehen wir gerne zur Verfügung.

Das Interview führte Mandy Wolf

8 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 9

Kontakt

Stefan Maximilian Müller

Asklepios Klinik Seligenstadt

Dudenhöferstraße 9

63500 Seligenstadt

Tel.: (06182) 83 - 83 41

Stefan Maximilian Müller

E-Mail: max.mueller@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

+ Medizinticker

+++ 27. Symposium zur nicht-operativen Behandlung

von Wirbelsäulenverkrümmungen

Im Mittelpunkt der Veranstaltung in Bad Abbach, an der Orthopäden,

Physiotherapeuten und Orthopädie-Techniker teilnahmen, stand die

dreidimensionale Rumpfkorrektur. Ein zweitägiger Kurs zum Korsettbau

war dem Symposium vorangegangen. Dr. Jan Matussek, Leiter

der Kinderorthopädie der Orthopädischen Universitätsklinik, hatte in

diesem Jahr zusammen mit seinem Team den MOT-Forschungspreis

bei der Jahrestagung der Vereinigung Süddeutscher Orthopäden gewonnen.

25 Kursteilnehmer und 50 interessierte Zuhörer konnten

nun beim Symposium von den Erkenntnissen des interdisziplinären

Forschungsansatzes profitieren. Abgerundet wurde das Spektrum

durch Vorträge wie die „Psychologische Führung des Skoliose-Patienten“

und Erläuterungen spezifischer Krankengymnastik-Konzepte.

Kontakt

Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg

im Asklepios Klinikum Bad Abbach

Kaiser-Karl-V.-Allee 3

93077 Bad Abbach

Tel. (09405) 18-2401 (Direktionsassistentin Carola Härtel)

E-Mail c.haertel@asklepios.com

(v.l.n.r.)

Orthopädietechniker Walter

Stemper, Dr. Jan Matussek,

Leiter der Kinderorthopädie

in Bad Abbach, und

Bernd Urban, Inhaber des

Sanitätshauses Urban &

Kemmler in Weiden

+++ Klinik Triberg mit Infoständen auf

Kongressen

Die onkologische Rehabilitation ist neben der klinischen und der

ambulanten Therapie integrativer Bestandteil der Behandlung von

Tumorpatienten. Ein interdisziplinäres Team der Klinik Triberg hat

es sich zur Aufgabe gemacht, die Kooperation mit den zuweisen-

den Kliniken auf höchstem

Niveau zu gestalten. Um die

entsprechenden Kontakte zu

intensivieren, war die Klinik

nun in Stuttgart und Freiburg

auf den beiden größten deutschen

Urologenkongressen

sowie auf der 2. Prostata-

Hocketse mit einem eigenen

Stand vertreten.

Dipl.-Sozialarbeiterin Elke Merz und Urologe Dirk Weese am Klinikstand auf dem

Südwestdeutschen Urologenkongress in Freiburg 2009

+++ Bei Kopfschmerzen: Akupunktur besser

als Medikamente

Die methodisch strengste und bislang größte Studie zur Akupunktur

bei Kopfschmerzen, die Cochrane Collaboration, belegt: Akupunktur

ist eine echte Alternative zur medikamentösen Behandlung. „Sie lindert

nicht nur, sondern beugt vor und reduziert die Anzahl der Kopfschmerztage“,

so Dr. Siegfried Marr, Chefarzt für Orthopädie am Klinikum

Bad Abbach. Noch intensiver und schneller wirkt die neue,

schmerzfreie Laser-Akupunktur: Bei der Kombination aus Schmerzmittel

und Akupunktur sank die Zahl der Kopfschmerztage um die

Hälfte. Auch die Zahl der Migräneanfälle ließ sich deutlich reduzieren.

Medikamente mussten demnach deutlich länger eingenommen werden,

um die gleiche Wirkung wie die Akupunktur-Therapie zu erzielen.

Laser-Akupunktur: Eine hochmoderne Variante der

traditionellen Technik

Dr. Siegfried Marr, Chefarzt

für Orthopädie am Klinikum

Bad Abbach

+++ Ultraschall in der Regionalanästhesie

Als Alternative zur Vollnarkose werden in der Orthopädischen Klinik

Lindenlohe bei 65 Prozent der Patienten nur einzelne Nerven oder

Nervengeflechte blockiert, zusätzliche Schmerzkatheter blenden

den postoperativen Schmerz. Beim 2. Workshop Regionalanästhesie

erhielten über 40 Anästhesisten durch das Team von Chefarzt

Dr. Franz Jürgen Unterburger Einblick in den „Nervenblock gegen

akuten und chronischen Schulterschmerz”. Auch eine aus anderen

Anwendungen bekannte Technik hält mittlerweile in der Anästhesie

Einzug: Mittels Sonographie können die Nervengeflechte eindeutig

lokalisiert werden. Beim anschließenden Probandentraining konnten

die Teilnehmer mit einem Ultraschall-Gerät ihr neues Wissen testen.

+++ Stroke-Unit des Fachklinikums Teupitz

nach neuen Richtlinien zertifiziert

Die Schlaganfall-Spezialstation

des Fachklinikums ist erstmals

als überregionale Stroke-

Unit zertifiziert worden. In den

vergangenen acht Jahren hat

sich die Patientenzahl auf dieser

Station fast verdreifacht.

„Weil wir diese Behandlung

sehr häufig durchführen, haben wir auf diesem Gebiet eine höhere

Expertise als allgemeine Kliniken“, sagt Dr. Jürgen Hartmut Faiss,

Chefarzt der Klinik für Neurologie und Neurophysiologie im Fachklinikum

Teupitz. Schlaganfall-Patienten im Umkreis von etwa 80

Kilometern profitieren von der Teupitzer Kompetenz.

+++ Neues digitales Mammographiesystem im

Klinikum Schwedt

Die Mammographie ist das einzige anerkannte Verfahren zur Früherkennung

von Brustkrebs. Eine reduzierte Strahlendosis und hochmoderne

Technik ermöglichen nun die schonende und sichere Untersuchung,

die Auswertung der digitalen Bilder ist unmittelbar nach

der Aufnahme möglich. Diese Technik steht auch im Bereich der

Tumornachsorge zur Verfügung. Besonders wichtig ist die Untersu-

Chefarzt Dr. Franz Jürgen

Unterburger präsentiert

den Einsatz eines

Ultraschallgerätes.

chung für Frauen nach den Wechseljahren, da das Brustkrebsrisiko

ab diesem Alter deutlich zunimmt. Alle Frauen zwischen dem 50.

und 70. Lebensjahr werden daher im Rahmen eines Screening–

Programms persönlich zur Vorsorgeuntersuchung in die Schwedter

Klinik eingeladen.

Medizinisch-Technische

Radiologie-Assistentin Simone

Schirrmeister bei einer

Untersuchung mit dem neuen

Mammographie-Gerät

+++ Schauflinger Reha-Programm für schädelhirnverletzte

Menschen

Auf einem Fachkongress in Helsinki stellte Diplom-Psychologe

Wolfgang Kühne das Intensiv-Reintegrations-Programm (IRP) seiner

Klinik vor. Es gilt seit Jahren bundesweit als wegweisend. Die

Arbeitsgruppe um Chefarzt Dr. Peter Frommelt und Wolfgang Kühne

kombiniert dabei mehrere Therapien zur psychotherapeutischen

Unterstützung bei der Bewältigung von Unfallfolgen. Dabei werden

auch Erkenntnisse der modernen Neuropsychologie genutzt. Zum

Reha-Programm gehören ebenfalls die Beratung der Angehörigen

sowie erste Maßnahmen zur Wiedereingliederung in das soziale und

berufliche Umfeld.

Symposium der Bundesarbeitsgemeinschaft Zentrale Notaufnahme

Zum 7. Mal in Folge treffen sich Ärztinnen und Ärzte mit Krankenschwestern

und -pflegern zum Erfahrungsaustausch rund um das

Thema ZNA. Das Programm der Veranstaltung, die am 7. und 8.

Mai 2010 in Hamburg stattfinden wird, ist unter www.bag-zna.de

zu finden. Anmeldungen bitte an Frau Anette Kerrinnis per Mail:

a.kerrinnis@asklepios.com

10 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 11


Medizin & Wissenschaft

Eine Fettleber ist heilbar!

Die Leber ist die größte Drüse und das wichtigste Entgiftungsorgan im Körper des Menschen. Sie hat neben der Produktion

von Gallenflüssigkeit zahlreiche Stoffwechselaufgaben. Die häufigste Lebererkrankung in Deutschland ist die

Fettleber – mindestens 10 Millionen Menschen sind davon betroffen, und in den anderen westlichen Industrienationen

sieht es ähnlich aus. Asklepios intern sprach mit PD Dr. Siegbert Faiss, Chefarzt der III. Medizinischen Abteilung

– Gastroenterologie und Hepatologie an der Klinik Barmbek, über Möglichkeiten der Therapie und Vorsorge.

Was ist unter einer Fettleber zu verstehen?

Hierbei handelt es sich um eine vermehrte

Ansammlung von Fettzellen zwischen

den eigentlichen Leberzellen. Diese können

dadurch irreversibel degenerieren.

Eine normale Leberfunktion ist dann

nicht mehr möglich.

Was sind die Ursachen für eine Fettleber?

Am häufigsten wird eine Fettleber durch

Alkoholkonsum in großen Mengen, Fettleibigkeit,

erhöhte Blutfette und Diabetes

mellitus Typ 2 verursacht. Weitere Ursachen

sind die Einnahme leberschädigender

Medikamente und falsche Ernährung,

in seltenen Fällen auch eine Schwangerschaft.

Welche typischen Beschwerden haben Patienten

mit dieser Erkrankung?

Eine Fettleber an sich verursacht in der

Regel keine Beschwerden. Häufig wird

sie als Zufallsbefund im Verlauf einer

Routineuntersuchung diagnostiziert.

Beim Abtasten des Bauches kann eine

vergrößerte Leber festgestellt werden,

spätestens jedoch beim Ultraschall. Patienten

mit einer Fettleberhepatitis berichten

über leichte Schmerzen im rechten

Oberbauch, diese Schmerzen werden

durch eine gespannte Leberkapsel ausgelöst.

Eine Ultraschalluntersuchung sowie

eine Blutabnahme sind von entscheidender

diagnostischer Bedeutung, denn bei

einer Fettleber können bestimmte Leberwerte

im Blut erhöht sein.

Zu welchen Folgeerkrankungen kann

eine Fettleber führen?

Wie die Krankheit verläuft, hängt von

den auslösenden Faktoren ab. Wird die

Ursache jedoch nicht behandelt, so kann

es im Verlauf der Erkrankung zu einer Leberzirrhose,

in einigen Fällen auch zu Leberkrebs

und schließlich zu einem lebensgefährlichen

Leberversagen kommen.

Gibt es Heilungschancen und wenn ja,

welche?

Eine Fettleber kann gut behandelt und

sogar geheilt werden, wenn die Betroffenen

ihre Lebensführung grundlegend

ändern. Liegt die Ursache in einem Diabetes

mellitus oder in einer Adipositas

(Fettleibigkeit), kann sich die Fettleber

zurückbilden, sofern die Betroffenen auf

eine fettarme Ernährung und eine optimale

Einstellung der Blutzuckerwerte

achten. Übergewichtige Patienten sollten

sich also unbedingt mehr bewegen und

ihr Gewicht reduzieren. Bei Patienten,

deren Fettleber durch einen übermäßigen

Konsum von Alkohol hervorgerufen

wurde, rate ich zu einer absoluten Alkoholabstinenz.

Verzichtet der Patient nicht,

kann bei einem Alkoholiker der traurige

Kreislauf meist nicht mehr aufgehalten

werden. Es kommt zu einer Fettleberhepatitis,

schließlich bildet sich eine irreversible

Leberzirrhose, die in der Hälfte aller

Fälle leider mit dem Tod endet.

Kann einer Fettleber vorgebeugt werden?

Es ist wie so oft unser Lebensstil, der uns

krank macht. Zu wenig Bewegung, Übergewicht,

zu viel und zu fettes Essen, wenig

Obst und Gemüse, dazu noch reichlich

Alkohol und Rauchen. Auch die Fettleber

ist in vielen Fällen ein Produkt dieser

falschen Lebensweise. Deswegen mein

Appell: Bewegen Sie sich ausreichend!

Ernähren Sie sich abwechslungsreich,

fettarm und gesund! Genießen Sie mäßig

Alkohol! Damit vermeiden Sie nicht nur

eine Fettleber, sondern auch noch einige

andere unnötige Erkrankungen.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

Kontakt

PD Dr. Siegbert Faiss

Chefarzt III. Medizinische Abteilung

Gastroenterologie und Hepatologie

Asklepios Klinik Barmbek

Rübenkamp 220, 22291 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 82-3810

Fax: (040) 18 18 82-3809

Dr. Siegbert Faiss

E-Mail: s.faiss@asklepios.com

12 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 13


Medizin & Wissenschaft

Einzigartiges Herz-, Gefäß- und

Diabeteszentrum in St. Georg eröffnet

Mit einem Investitionsvolumen von mehr als 25 Millionen Euro hat Asklepios ein einzigartiges medizinisches und

technologisches Konzept realisiert: Das Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum (HGDZ) verfügt über den größten

Katheterbereich Europas und wurde im November feierlich eröffnet. Anwesend waren unter anderem der Erste

Bürgermeister der Freien und Hansestadt Hamburg, Ole von Beust, der Gründer und Alleingesellschafter der

Asklepios Kliniken Gruppe, Dr. Bernard gr. Broermann, sowie mehr als 200 hochkarätige Vertreter aus Medizin,

Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur.

Eröffnung im Beisein von Hamburgs Erstem Bürgermeister Ole van Beust und dem Gesellschafter Dr. Bernard gr. Broermann

„Eine derartige apparative Ausstattung

in räumlicher Konzentration mit maximalem

Hygienestandard gibt es nur

hier. Wir sind Referenzzentrum für die

führenden Medizingeräte-Hersteller

und zugleich Benchmark für Ärzte aus

der ganzen Welt“, betonte Dr. Klaus E.

Schmolling, Geschäftsführender Direktor

der Klinik St. Georg. Auch Peter Oberreuter,

Sprecher der Geschäftsführung

der Asklepios Kliniken Hamburg, hob

die herausragende Bedeutung des neuen

Zentrums hervor: „St. Georg verfügt

nun über die modernste kardiologische

und angiologische (Anm. d. Redaktion:

gefäßmedizinische) Interventionsebene

Deutschlands. Damit können alle innovativen

Eingriffe für die Patienten optimal

erbracht werden.“ Auf die Bedeutung des

neuen Zentrums im internationalen Vergleich

verwies Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck,

Im Gefäßlabor: Implantation eines CCM-Aggregates im Angiolabor Chefärztin für Angiologie Prof. Dr. Sigrid Nikol und Chefarzt der Kardiologie

Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck

Leitender Arzt der Abteilung Kardiologie:

„Zentraler Bestandteil ist der größte

Katheterbereich Europas, der Eingriffe an

den Herzklappen, an den Herzgefäßen,

den peripheren Gefäßen und am Herzmuskel

unter enger Zusammenführung

hoch spezialisierter Ärzte ermöglicht.“

Das HGDZ integriert alle Fachabteilungen

rund um die Gefäßmedizin und bietet innovative

Medizin zur Vorbeugung und

Behandlung von Herz-, Gefäß- und Diabeteserkrankungen

auf höchstem Niveau.

Das komplette Spektrum der Behandlungsmethoden

der Gefäßmedizin wird

in St. Georg direkt vor Ort angeboten

– also alle konventionellen, interventionellen,

minimalinvasiven und operativen

Verfahren. Professor Dr. Heiner Greten,

Chairman des Hanseatischen Herzzentrums,

verwies in diesem Zusammenhang

auf die besondere Bedeutung dieses modernen

Behandlungskonzeptes, das der

steigenden Zahl von Patienten mit Gefäßerkrankungen

Rechnung trägt: „Das Zusammenwirken

der Spezialisten aus den

Bereichen Prävention, Kardiologie, Herzchirurgie,

Angiologie, Gefäßchirurgie und

Diabetologie ist von großem Vorteil, denn

immer öfter leiden die Patienten gleichzeitig

unter mehreren Erkrankungen. Im

neuen Zentrum wird daher auch das Thema

Prävention eine große Rolle spielen –

Weitere Informationen

zum Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrum

der Klinik St. Georg finden Sie auch im

Internet unter: www.asklepios.com/sanktgeorg/html/fachabt/HGDZ/hgdz01.asp

etwa im Kontext von Stoffwechselerkrankungen

wie dem Diabetes.“

Auch Prof. Dr. Sigrid Nikol, Leitende

Ärztin der Abteilung Klinische und Interventionelle

Angiologie, stellt die Vorteile

des neuen Zentrums heraus: „Wenn zum

Beispiel ein Patient in der Angiologie ambulant

aufgenommen wird und sich während

der Untersuchung herausstellt, dass

er auch ein kardiologisches, gefäßchirurgisches

oder diabetologisches Problem

hat, dann kann er noch am gleichen Tag

den Spezialisten aus dem anderen Fachgebiet

vorgestellt und dann entsprechend

mitbehandelt werden.“

Zu den Besonderheiten des neuen Herz-,

Gefäß- und Diabeteszentrums gehört die

aufwändige und innovative medizintechnische

Ausstattung. Das Herzstück: zwei

Hybrid-Operationssäle, die den Medizinern

eine gestufte Eingriffsintensität

ermöglichen. Im Notfall ist dadurch der

Umstieg von einer Herzkatheter-Untersuchung

auf einen offenen chirurgischen

Eingriff möglich, ohne dass der Patient

umgelagert oder gar in einen anderen

Bereich transportiert werden muss. Die

komplette OP-Ausstattung ist verfügbar,

und eine spezielle Klimatechnik sorgt für

die notwendige sterile Arbeitsumgebung.

So sind auch Notfälle innerhalb kürzester

Die Fachabteilungen

des Herz-, Gefäß- und

Diabeteszentrums in

der Asklepios Klinik St.

Georg werden geleitet

von:

Zeit beherrschbar. Neben den beiden Hybrid-Operationssälen

verfügt das HGDZ

auch über zwei Herzkatheter-Labore,

zwei EPU-Labore (zur elektrophysiologischen

Untersuchung), ein Angiografie-

Labor sowie ein Stereotaxis-Labor (magnetfeldgesteuertes

Kathetersystem).

Eine weitere Besonderheit in der Ausstattung

des Herz-, Gefäß- und Diabeteszentrums

ist die Etablierung des derzeit modernsten

Kardio-PACS-Systems. Dieses

spezielle digitale Bildarchivierungs- und

Kommunikationssystem für die Kardiologie

ermöglicht die optimale Vernetzung

zwischen den Herzkatheter-Laboren der

Asklepios Kliniken in Hamburg und den

Spezialeinrichtungen bzw. den Herz-

Operationssälen in St. Georg. Zukünftig

sollen auch Kooperationspartner an das

Kardio-PACS-Sytem angebunden werden.

Dank der Vernetzung und dem guten

Austausch zwischen den Spezialisten

erhalten die Patienten jederzeit die optimale

Therapie. So kann beispielsweise

der Kardiologe bei Bedarf noch während

der Katheteruntersuchung die weitere

Vorgehensweise zur Behandlung des Patienten

mit dem Herzchirurgen besprechen.

Auch dies trägt zur bestmöglichen

Versorgung des Patienten bei.

Prof. Dr. Sigrid Nikol – Klinische und Interventionelle

Angiologie

Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck – Kardiologie

Prof. Dr. Michael Schmoeckel – Herzchirurgie

Priv.-Doz. Dr. Matthias Kapischke – Gefäßchirurgie

Prof. Dr. Dirk Müller-Wieland – Diabetologie/Stoffwechselerkrankungen

14 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 15

Mathias Eberenz


Medizin & Wissenschaft

Gesunde Kinderhüften –

fürs ganze Leben

Durch die frühzeitige Behandlung von Hüftschäden lassen sich häufig Folgeschäden und schwere Operationen im

Erwachsenenalter vermeiden.

Bei drei Prozent aller Neugeborenen ist

das Hüftgelenk unzureichend ausgebildet,

insbesondere bei Kindern, die in

Steißlage geboren werden. Durch die

Vermessung per Ultraschall können Orthopäden

bereits wenige Tage nach der

Geburt erste Fehlstellungen der Hüfte

diagnostizieren und behandeln. Mittels

Spreizhose oder Beugeschiene lässt sich

das Hüftgelenk dann meist innerhalb weniger

Wochen wieder normalisieren.

Die Ultraschall-Untersuchung bei Neugeborenen

sollte möglichst flächendeckend

auf jeder Geburtshilfe-Station angeboten

werden, betont Professor Joachim Grifka,

Direktor der Orthopädischen Universi-

tätsklinik in Bad Abbach. Wenn dies nicht

der Fall sei, empfiehlt er, den Säugling

dennoch so bald wie möglich durch einen

Orthopäden untersuchen zu lassen. Denn

bei Schädigungen der Hüfte sind frühes

Erkennen und schnelles Handeln das A

und O. Professor Grifka sieht sich mit seinem

erfahrenen Team in einer Aufklärer-

Rolle. Er erinnert daran, wie wichtig es sei,

auch sofort den Rat eines orthopädischen

Experten einzuholen, wenn ältere Kinder

über Schmerzen in der Hüfte oder den

Knien klagen. Denn Hüftprobleme treten

nicht nur im Babyalter auf: Ist der Hüftkopf

nicht richtig durchblutet, bekommen

die Kinder zwischen vier und acht Jahren

Knieschmerzen, hinken und sind gehfaul.

Kontakt

Auch viele Jugendliche zwischen neun

und fünfzehn Jahren mit Hüftproblemen

werden in der orthopädischen Ambulanz

in Bad Abbach behandelt.

Professor Grifka rät daher allen Eltern,

ihr Baby kurz nach der Geburt von einem

Spezialisten untersuchen zu lassen

und auch mit Kindern und Jugendlichen

schon bei ersten Schmerzanzeichen zum

Arzt zu gehen. Denn: Je zeitiger ein Hüftschaden

diagnostiziert und behandelt

wird, desto größer ist die Chance, Folgeschäden

oder künstliche Gelenke im Erwachsenenalter

zu vermeiden.

Hans-Christian Wagner

Prof. Dr. Dr. h.c.

Joachim Grifka

Prof. Dr. Dr. h.c. Joachim Grifka

Direktor der Klinik für Orthopädie

Asklepios Klinikum Bad Abbach

Kaiser-Karl-V.-Allee 3, 93077 Bad Abbach

Telefon : (09405) 18-2401

E-Mail: c.haertel@asklepios.com

ECMO-Transport als letzte Rettung

für kritisch kranke Kinder

Bei der Extrakorporalen Membranoxygenierung (ECMO) übernimmt eine Maschine die Atem- und Herzfunktion der

Patienten. Die Indikationen für eine ECMO-Therapie sind vielfältig, denn jede Erkrankung mit einer bedrohlichen

Einschränkung von Atmung und Kreislauf gehört dazu: Lungenversagen durch eine Pneumonie, eine Rauchgasvergiftung,

oder angeborene Fehlbildung wie Zwerchfellhernie; Herzversagen durch eine Entzündung des Herzmuskels

oder bei angeborenen Herzfehlern, Kreislaufversagen bei Sepsis oder nach initial erfolgreicher Reanimation unabhängig

von der Ursache, Strom- oder Ertrinkungsunfälle. Im Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin wurde jetzt

eine transportable ECMO-Lösung entwickelt.

Ein Dienstag im März 2006: Im Herzzentrum

soll ECMO die Funktion der Atmung

und des Herzens bei einem vier Monate

alten Säugling übernehmen, der lebensbedrohlich

an einer Lungenentzündung erkrankt

ist. Doch der kleine Patient befindet

sich in einer 30 Kilometer entfernten Stadt,

ist plötzlich nicht mehr transportfähig –

und verstirbt: vier Flugminuten mit dem

Hubschrauber von der lebensrettenden

ECMO-Therapie entfernt.

Dieses Erlebnis bewog die Mediziner in

Sankt Augustin, ein neues Behandlungskonzept

auf Basis einer transportablen

ECMO-Lösung zu entwickeln. Dabei wird

der Patient bereits vor dem Transport

an eine ECMO angeschlossen, sodass die

Herz- und Lungenfunktion stabilisiert

werden kann. Sind dann Kreislauf stabil

und Sauerstoffversorgung gut, kann mit

überschaubarem Risiko die Verlegung in

die Zielklinik erfolgen.

Das ECMO-Transport-Team besteht aus

Intensivmedizinern, Herzchirurgen, Intensivpflegekräften

und Kardiotechnikern

des Kinderherzzentrums Sankt Augustin

sowie Rettungsassistenten und Piloten

des ADAC . Zum Training des Teams aus

Sankt Augustin gehörte unter anderem

die Teilnahme am zertifizierten „ADAC

-Kurs Intensivtransport“ nach den Richtlinien

der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung

für Intensiv- und Notfallmedizin

(DIVI). Die Rettungsassistenten des ADAC

wiederum lernten auf der Intensivstation

des Kinderherzzentrums den Umgang mit

Patienten an der ECMO.

Dank optimierter Transportlogistik ist

das ECMO-Team nach telefonischer Alarmierung

nun innerhalb einer Stunde einsatzbereit

– und zwar Tag und Nacht.

Bei der technischen Ausstattung wurde

besonders auf geringes Gewicht, kompakte

Maße und eine lange Batterielaufzeit

der eingesetzten elektrischen Geräte

geachtet. Dadurch sind die ECMO-Transporte

für Neugeborene und Erwachsene

mit jedem üblichen Rettungshubschrauber

oder Rettungswagen möglich, auch

über lange Distanzen.

Seit März 2006 wurden zwölf Notfall-

ECMO-Transporte durchgeführt, die

jüngsten Patienten waren Neugeborene,

das älteste Kind fünf Jahre alt. Alle wurden

wegen eines Versagens der Lungenund/oder

Herzfunktion bereits in der

zuweisenden Klinik vom Sankt Augustiner

Team an die ECMO angeschlossen.

Der Transport der Patienten verlief dann

problemlos. Neun Patienten konnten er-

folgreich von der ECMO entwöhnt werden

und sind inzwischen nach Hause

entlassen, drei Kinder verstarben jedoch

aufgrund der Schwere ihrer Erkrankung.

Das ECMO-Team ist Tag und Nacht unter

der Telefonnummer 02241-249621 erreichbar.

Abhängig von der Entfernung

und der Wetterlage erfolgt der Transport

mit dem Hubschrauber oder dem Rettungswagen.

16 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 17

Kontakt

Dr. Julia Reckers

Oberärztin Kinderherzintensivmedizin

Deutsches Kinderherzzentrum Sankt

Augustin, Asklepios Klinik Sankt Augustin

Arnold-Janssen-Straße 29

53757 Sankt Augustin

Tel.: (02241) 249 621

Dr. Julia Reckers

E-Mail: j.reckers@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

Psychische Behandlung

junger Erwachsener –

eine besondere Herausforderung

Junge Erwachsene, deren psychische Erkrankung meist schon im Kindesalter ihren Ursprung hat, benötigen eine

komplex organisierte Behandlung, die sowohl störungsorientierte als auch entwicklungsbezogene Aspekte berücksichtigt.

Entsprechende Therapien wurden in den letzten Jahren im Fachklinikum Tiefenbrunn entwickelt.

Wer zwischen 18 und 25 Jahre alt ist und

an psychischen Störungen leidet, hat es

oft schwer, angemessene psychiatrischpsychotherapeutische

Hilfe zu finden.

Für Kinder- und Jugendpsychiater sind

diese Patienten „zu alt” und Psychiater,

die überwiegend Erwachsene behandeln,

orientieren sich meist an störungsspezifischen

Behandlungskonzepten, die den

besonderen Entwicklungsbedingungen

dieser Altersgruppe nicht gerecht werden.

In den letzten Jahren wurden im Fachklinikum

Tiefenbrunn zunehmend junge

Erwachsene mit seelischen Störungen

behandelt. Viele von ihnen hatten sexuellen

Missbrauch, Gewalt oder Vernachlässigung

erlebt und darauf mit sozialem

Rückzug, Ängsten, depressiven Verstimmungen

und Misstrauen reagiert. Als

Folge waren sie nicht nur in ihrer schulischen

und beruflichen Ausbildung beeinträchtigt.

Es war ihnen auch nicht möglich,

die in diesem Entwicklungsalter so

wichtigen Beziehungen zu Gleichaltrigen

aufzubauen. Sie fühlten sich nicht anerkannt

und unwert, waren in ihren sozialen

Kompetenzen eingeschränkt und litten

darunter, dass es ihnen nicht gelang,

heftige emotionale Zustände zu bewältigen.

Stattdessen griffen sie auf selbstverletzendes

Verhalten, Suizidgedanken,

übermäßiges Essen, stundenlange Computerspiele,

Alkohol und Drogen zurück.

Nach unseren Erfahrungen ist diesen

Patienten nicht ausreichend zu helfen,

wenn nur die im Vordergrund stehende

Erkrankung behandelt wird. Denn die

Störungen sind oft komplex und miteinander

verzahnt und reichen von intrusiven

Syndromen über Dissoziationen bis

zu Emotionsregulationsstörungen. Die

jungen Patienten sind ständig damit beschäftigt,

schwer erträgliche innere Zustände

aushaltbar zu machen. Gleichzeitig

erleben sie sich in der Kontakt- und

Beziehungsaufnahme zu anderen Menschen

eingeschränkt, wissen aufgrund

ihrer Erfahrungen nicht, wie sie mit anderen

in Beziehung treten können.

Wir haben für diese Patientengruppe

Behandlungskonzepte entwickelt, bei

denen störungsorientierte Ansätze zur

Behandlung der seelischen Erkrankung

mit Ansätzen verbunden werden, durch

welche die Einschränkungen in der Entwicklung

der Persönlichkeit (strukturelle

Einschränkungen) überwunden werden

sollen. Dabei ist die Gestaltung der therapeutischen

Beziehung von zentraler

Bedeutung.

Bei der psychoanalytisch-interaktionellen

Methode (PiM), die wir seit vielen Jahren

einsetzen und weiterentwickelt haben,

wird die Therapie auf Schwierigkeiten

des Patienten im Zusammensein mit anderen

und auf seine interpersonellen Beziehungen

ausgerichtet. Im Vordergrund

steht die Beeinträchtigung des jungen

Patienten, sich selbst und seine Beziehungen

zu anderen zu regulieren. Die

therapeutische Beziehung wird genutzt,

um dem Patienten transparent und verständlich

zu machen, wie er sich selber

in Beziehungen erlebt, verhält und wie er

seine Beziehungen zu anderen gestaltet

– beziehungsweise ein ums andere Mal

zum Scheitern bringt. Der Therapeut ist

dabei kein distanzierter Experte, sondern

bietet sich dem Patienten als ein Gegenüber

an, der sich in entwicklungsfördernder

Weise an der Gestaltung der Beziehung

beteiligt. Dabei teilt sich der Therapeut

dem Patienten selektiv authentisch

mit eigenen Gefühlen und Absichten mit.

So ermöglicht er dem Patienten, seine soziale

Welt und seine Beziehungen anders

als bisher zu erfahren und neue interpersonelle

Erfahrungen zu machen.

Die jungen Erwachsenen werden in einer

altershomogenen Gruppe behandelt.

Nach Anamnese und weiteren diagnostischen

Untersuchungen folgt die Planung

der Therapie. Auch der Fokus und Dauer

der Behandlung, Therapieziele sowie

Therapiemethoden werden vereinbart.

Neben dem Patienten und dem Einzeltherapeuten

nehmen an diesen Planungen

eine Sozialarbeiterin, ein Mitglied

des Pflegeteams und der zuständige

Oberarzt teil. Die therapeutischen Maßnahmen

– Einzeltherapie, Gruppentherapie,

Körper- und Bewegungstherapie, Ergotherapie

und Musiktherapie – sind alle

auf den vereinbarten Fokus der Behandlung

ausgerichtet. Zusätzlich werden

Elemente aus anderen Therapierichtungen

eingesetzt, beispielsweise Stresstoleranzübungen

zur Emotionsregulierung,

verhaltenstherapeutische Methoden zur

Bewältigung sozialer Ängste und, soweit

indiziert, eine Traumakonfrontation nach

ausreichender Stabilisierung. Gleichzeitig

reflektieren wir mit den Patienten das

Zusammenleben mit Gleichaltrigen und

versuchen, Konflikte und Entwicklungsmöglichkeiten

aufzuzeigen. Dabei wird

allen Patienten ein Übergangsraum angeboten,

in dem sie unter dem Schutz des

vom Team vertretenen Rahmens neue

interpersonelle Erfahrungen machen und

sich selbst ausprobieren können. Schul-,

Studien- und Arbeitsbelastungsversuche

unterstützen diesen Weg.

18 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 19

Kontakt

Andreas Dally

Ärztlicher Leiter „Klin. Psychotherapie

Erwachsener“

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn

37124 Rosdorf

Tel.: (0551) 50 05 - 296

Fax: (0551) 50 05 - 300

Andreas Dally


Medizin & Wissenschaft

Endometriose –

die verkannte Frauenkrankheit

Endometriose gehört zu den großen medizinischen Herausforderungen in der modernen Frauenheilkunde. Die älteste

Beschreibung der Krankheit findet sich in einer medizinischen Doktorarbeit aus dem Jahr 1690. Viele Generationen

haben seither Erkenntnisse über diese Erkrankung zusammengetragen, dennoch ergibt sich bis heute nur ein unvollständiges

Bild.

Bei der Endometriose siedelt sich funktionierende Gebärmutterschleimhaut

(Endometrium) außerhalb der Gebärmutterhöhle

an. Da die Endometriumzellen in gesunde Organe hineinwachsen

und dort zu Gefäßneubildungen, Nervenschädigungen,

Verklebungen und Verwachsungen führen können, treten

häufig erhebliche Schmerzen auf. Betroffen sind hauptsächlich

Eierstöcke, Eileiter, Darm, Bauchfell und Harnblase. Auch die

Muskulatur der Gebärmutter kann betroffen sein. Selten ist die

Endometriose auch an weit von der Gebärmutter entfernten

Organen zu finden wie am Nabel, in Operationsnarben, in der

Lunge oder im Gehirn.

In Deutschland gibt es jährlich etwa 40.000 Neuerkrankungen,

aber die Dunkelziffer ist vermutlich hoch. Die Patientinnen sind

bei der Erstdiagnose durchschnittlich 28 Jahre alt, sechs Jahre

nach dem Auftreten der ersten Symptome. Nur etwa die Hälfte

der betroffenen Frauen hat Beschwerden und ist therapiebedürftig.

Nach erfolgter Therapie haben etwa 25 Prozent der Frauen

ein Rezidiv. Unter den Sterilitätspatientinnen erkranken 20 bis

50 Prozent. Einer britischen Studie zufolge sind die Patientinnen

im Schnitt 45 Tage im Jahr arbeitsunfähig.

Um die Entstehung der Erkrankung zu erklären, gibt es unterschiedliche

Modelle, aber keine abschließenden Beweise. Nach

der Transplantationstheorie werden Endometriosezellen durch

die Blut- oder Lymphgefäße „verschleppt“ und siedeln sich an

fremder Stelle an. Eine andere Theorie besagt, dass Endometriosezellen

an Ort und Stelle aus embryonalen Bauchhöhlenzellen

entstehen. Und Frauen, die durch regelmäßige Hormoneinnahme

die Monatsblutung unterdrücken, erkranken nachweislich

seltener. Wahrscheinlich wirken also mehrere Faktoren zusammen.

Klassische Leitsymptome sind mit dem Menstruationszyklus

verbundene krampfartige Schmerzen unterschiedlicher Intensität.

Zudem werden häufig chronische Rückenschmerzen angegeben.

Auch beim Geschlechtsverkehr, bei der Darmentleerung

und beim Wasserlassen können Schmerzen auftreten. Oft

ist auch Sterilität eine Folge der Erkrankung – was nicht selten

schwere psychologische Belastungssituationen nach sich zieht.

Insgesamt lässt sich aber feststellen, dass die Schwere der Erkrankung

nicht mit der Intensität der Beschwerden korrelieren

muss.

Unabdingbar ist es, eine genaue Anamnese zum Auftreten und

zum Charakter der Beschwerden zu machen. So sind die Spekulum-

sowie die bimanuelle Tastuntersuchung äußerst sorgfältig

durchzuführen. Die vaginale Ultraschalluntersuchung ermöglicht

die Betrachtung der Gebärmutter, der Eierstöcke und der

Eileiter und kann so helfen, größere Zysten darzustellen. Zur

endgültigen Abklärung sind jedoch ein invasiver Eingriff und

die histologische Sicherung erforderlich. Ein minimal-invasiver

Eingriff unter Weißlichtbedingungen gilt zurzeit als „Goldstandart“.

Die Indikation sollte jedoch sorgfältig gestellt werden da

diese Operation immer in Vollnarkose durchgeführt werden

muss.

Aufgrund der Rezidivneigung und des chronischen Charakters

dieser Erkrankung ist häufig eine Langzeitbehandlung erforderlich.

Endometrioseherde können operativ oder medikamentös

behandelt werden. Bei großflächigem Befall oder auch zur OP-

Vorbereitung versucht man vorab, die Herde durch eine hormonelle

Therapie zum „Eintrocknen“ zu bringen. Der konservative

Therapieansatz mit Hormonen zielt auf das zyklische, hormonabhängige

Wachstum der Schädigungen. Alle bisher etablierten

medikamentösen Behandlungen beruhen auf dem Entzug der

ovariellen Östrogene. Eine solche Therapie garantiert jedoch

keine dauerhafte Heilung und muss wegen der Nebenwirkungen

(z. B. Wechseljahresbeschwerden und Abnahme der Knochendichte)

gut überlegt sein. Spezielle Diäten gibt es nicht, eine

Ernährungsumstellung sowie leichter Ausdauersport können

jedoch günstig sein.

Endometriose ist eine anerkannte Indikation für eine Rehabilitationsmaßnahme,

die bei der Rentenversicherung oder der

Krankenkasse beantragt werden kann. Im Rahmen der Reha

wird auch Hilfe zur Selbsthilfe geleistet: Durch konsequente

Schmerzbehandlung, Konditionsaufbau, gezielte Ernährungsund

Bewegungstherapie, aktive und passive entspannende

Maßnahmen, individuelle psychologische Unterstützung und

Sozialberatung sowie die intensive Wissensvermittlung werden

Voraussetzungen geschaffen, die den Umgang mit der Erkrankung,

die Schmerzverarbeitung, den Wiedereinstieg in das Berufsleben

und die Bewältigung des Alltages erleichtern.

20 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 21

Kontakt

Dr. Carola Basse

Chefärztin der Abteilung Gynäkologie

Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

Am Kurpark 6-12, 23611 Bad Schwartau

Tel.: (0451) 20 04 - 172

Fax: (0451) 20 04 - 190

E-Mail: c.basse@asklepios.com

Dr. Carola Basse


Medizin & Wissenschaft

Neuartige Methode bei

Prostata-Operationen

Klinik St. Georg setzt auf Greenlight-Laser

Männer haben es nicht leicht: Ab Mitte Fünfzig nimmt die Wahrscheinlichkeit zu, dass sie an lästigen Harnwegsproblemen

erkranken. Vor allem die gutartige Vergrößerung der Prostata, die für Probleme beim Wasserlassen sorgt, ist ein

bekanntes Ärgernis. Die Therapie-Optionen reichen je nach individueller Situation von einer medikamentösen Behandlung

bis zur Operation. Als „Gold-Standard“ bei den Operationstechniken gilt bislang der chirurgische Eingriff in Form

der Transurethralen Prostataresektion (TURP). In letzter Zeit jedoch kommt zunehmend die Lasertherapie zum Einsatz.

In der Klinik St. Georg setzen die Urolo-

gen seit Ende 2007 mit großem Erfolg eine

besonders schonende Technologie ein,

den Greenlight-Laser HPS (High Performance

System). „Bei dieser Therapie wird

mit einem Laserstrahl überschüssiges

Prostatagewebe erhitzt und verdampft“,

erläutert Dr. Claus Brunken, Leitender

Arzt der Urologie. „Damit erreichen wir

eine sofortige und hochsignifikante Verringerung

der Restharnbildung und einen

deutlich besseren Harnfluss.“ Der Patient

bleibt im Schnitt nur noch 2,4 Tage in der

Klinik und ist damit deutlich früher wieder

mobil als bei anderen OP-Methoden.

Doch die Greenlight-Lasertherapie hat

noch einen weiteren Vorteil: „Aufgrund

der speziellen Wellenlänge und der geringen

Eindringtiefe des Lasers ist das Verfahren

sehr gewebeschonend und praktisch

unblutig. Deshalb können wir damit

sogar Patienten behandeln, die mit anderen

Laserverfahren nicht zu operieren

wären“, unterstreicht Dr. Brunken. Immer

öfter habe man es mit Patienten zu tun,

die aufgrund ihrer Vorerkrankung dauerhaft

Blutgerinnungshemmer einnehmen,

sogenannte Antikoagulantien – zum Beispiel

Patienten mit beschichteten Stents in

den Herzkranzgefäßen. „Alle OP-Methoden,

bei denen Blut fließt, sind für diese

Patienten lebensbedrohlich. Deshalb ist

der Greenlight-Laser ein Segen.“

Allein im vergangenen Jahr hat das Team

der Urologie in St. Georg 108 Eingriffe

mit dem Greenlight-Laser durchgeführt,

im laufenden Jahr wird diese Zahl noch

übertroffen. Weltweit wurden mit dem

Greenlight-Laser nach Hersteller-Angaben

bereits mehr als 375.000 Behandlungen

durchgeführt.

„Siebzig Prozent der von uns behandelten

Patienten waren auf Antikoagulantien

angewiesen und das bedeutet: Sie

wären ohne den gewebeschonenden und

blutstillenden Greenlight-Laser nur mit

deutlich erhöhtem Risiko zu operieren

gewesen“, so Dr. Brunken.

St. Georg bietet bislang als einzige Klinik

in Hamburg dieses moderne Verfahren

an (neben der klassischen TURP-OP, die

weiterhin ihre Berechtigung hat). Entsprechend

groß war das Interesse der

Urologen aus norddeutschen Praxen und

Krankenhäusern, die Dr. Brunken Anfang

September zu einem OP-Symposium eingeladen

hatte – natürlich inklusive einer

Live-Operation mit dem Greenlight-Laser.

Mathias Eberenz

Kontakt

Dr. Claus Brunken

Leitender Arzt der Urologie

Asklepios Klinik St. Georg

Lohmühlenstraße 5, 20099 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 85 - 2243

Fax: (040) 18 18 85 - 2969

Dr. Claus Brunken

E-Mail: cl.brunken@asklepios.com

Hoffnung für den diabetischen Fuß

Europa-Premiere: Mit einem neuartigen Fixateur konnte der Fuß eines Diabetes-Patienten gerettet werden. Das

Hilfsmittel ermöglicht das Zusammenwachsen der ausgerichteten Fußwurzelknochen in der korrigierten Stellung.

Modell: Demonstration des

neuartigen Fußfixateurs am

künstlichen Fuß

„Solche Füße müssen wegen der starken

Deformierung und den damit verbundenen

Problemen oftmals amputiert

werden“, erklärte PD Dr. Martin Handel

vom Klinikum Bad Abbach, nachdem er

in einer dreieinhalbstündigen Operation

den Fuß des Patienten gerettet hatte. Der

Premieren-Patient, ein 69-jähriger Mann,

leidet an einer Typ-II-Diabetes, also der

klassischen Altersdiabetes. Seit mehr als einem

Jahr bereitete ihm ein Druckgeschwür

an der Fußsohle erhebliche Probleme.

Zahlreiche Operationen zur Abheilung

des Geschwürs waren erfolglos geblieben.

Wegen des stark deformierten Fußes

wurde immer wieder Druck auf die nicht

heilende Stelle übertragen. Zudem war die

Fußwurzel des Patienten schon vor mehreren

Jahren komplett zusammengebrochen.

Diese in der Fachsprache als „Charot-Fuß“

bezeichnete Symptomatik ist eine häufige

Folge der Zuckererkrankung.

Privat-Dozent Dr. Martin Handel erläutert am Röntgenbild das Operationsgebiet, die Notwendigkeit und die

Möglichkeiten des neuartigen Fixateurs zur Rettung des Patientenfußes.

Die drohende Amputation des Fußes

konnte dank des neuen Fixateurs (Wright

Medical Technology), der in Amerika entwickelt

und für Europa erstmals in Bad

Abbach eingesetzt wurde, verhindert

werden. Der Operateur Dr. Handel erläutert

den Eingriff: „Der Fuß wurde wieder

in eine funktionstüchtige Form gebracht,

das Fußlängsgewölbe aufgerichtet und

der Fuß etwas verkürzt.“ Auf diese Weise

konnte das Druckgeschwür komplett entfernt

werden. Die Fußwurzelknochen, die

bei diesem Eingriff komplett durchtrennt

werden mussten, werden nun von außen

über das neuartige, kompakte Verspanngerät

(Fixateur) unter ständigem Druck

aufeinander gepresst. Somit können die

Knochen in der korrigierten Stellung

wieder zusammenwachsen. „Aufgrund

der ständigen Besiedelung des Druckgeschwürs

durch Bakterien“, so Dr. Handel

weiter, „wäre das direkte Einbringen von

Metallplatten und Schrauben am Knochen

wegen der dann drohenden Infektion

zu riskant gewesen.“ Und wie sieht

die Prognostik für den Patienten aus?

„Voraussichtlich drei Monate nach der

OP wird der Patient wieder normal gehen

können.“ Mit einer kleinen Einschränkung:

„Er sollte – zumindest außer Haus

– orthopädisches Schuhwerk tragen.“

22 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 23

Kontakt

Carola Härtel

Direktionsassistentin

Orthopädische Klinik für die Universität

Regensburg, im Asklepios Klinikum

Bad Abbach

Kaiser-Karl-V.-Allee 3, 93077 Bad Abbach

Tel.: (09405) 18 - 24 01

E-Mail: c.haertel@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

Neue Knieprothese:

Deutschland-Premiere in Lindenlohe

25 Millionen Mal beugt und streckt die australische Radrennfahrerin Jane Armstrong pro Jahr ihr Knie. Trotz Endoprothese

hat sie bei Wettkämpfen Goldmedaillen und Weltrekorde eingefahren. Die stetige Weiterentwicklung von

Form und Materialien der Prothesen kommt jetzt auch Patienten in Deutschland zugute: Prof. Dr. Heiko Graichen,

Ärztlicher Direktor der Orthopädischen Klinik Lindenlohe, setzte einem 60-jährigen Mann eine Prothese ein, die es

offiziell erst ab 2010 in Deutschland geben wird.

Der erfahrene Operateur wird durch die Navigationstechnologie unterstützt. Eine mögliche Lockerung der Prothese soll durch die veränderte Form und verbesserte Materialien

reduziert werden.

Während der Operation wird der mögliche Beugegrad mit der neuen Endoprothese ausprobiert und über die

Navigation gemessen.

CR 150, so die Kurzbezeichnung des Kniemodells, soll vor allem

das Hauptproblem vermeiden: die frühzeitige Lockerung der

Endoprothese. „Die Prothesenrevision des künstlichen Kniegelenkes,

also der Ersatz von Knie-Endoprothesen, steigt in den

Behandlungszahlen exponentiell an“, erklärt Prof. Graichen.

„Es bestand also Handlungsbedarf, um dieses Problem zu reduzieren.“

Um die Prothesenpositionierung zu optimieren, leistet die

Einführung der Navigation im Operationssaal bereits einen

wichtigen Beitrag. Sie unterstützen den Operateur bei der Einbringung

von Gelenkersatz. Im Gegensatz zur Arbeit mit dem

Operationsroboter trifft der Behandler aber jede Entscheidung

über den nächsten Operationsschritt selbst. Langjährige Erfahrung

des Operateurs aus hohen Fallzahlen steigert die Behandlungsqualität.

In der Orthopädischen Klinik Lindenlohe

werden pro Jahr rund 450 Primär-Knieprothesen eingesetzt. Die

Klinik zählt damit zu den großen endoprothetischen Zentren in

Deutschland.

Aufgrund dieses Renommees wurde das Haus zusammen mit

sieben weiteren Zentren in Deutschland für den frühzeitigen

Einsatz der neuen Knieprothese ausgewählt. Das Besondere

dieser Prothese: Die abgerundeten Kanten am Oberschenkel-

Gleitstück schonen die künstliche Gleitpaarung und vergrößern

zugleich die Kontaktflächen. Hoch polierte Cobalt-Chrom-Legierungen

am Unterschenkel-Pass-Stück führen zu einer weiteren

Reduktion des Abriebes. Da auch die Kunststoffe für das

Zwischenstück verbessert wurden, konnte der Gesamtabrieb

aller Komponenten um 89 Prozent verringert werden.

Für die Patientinnen und Patienten wie den 60-jährigen, an einer

schweren Arthrose leidenden Mann, der als erster Patient in

Deutschland mit dem neuen Prothesenmodell versorgt wurde,

heißt das: längere Lebensdauer des Implantates, die Herabsetzung

des Lockerungsrisikos und somit des Risikos der notwendigen

Nachversorgung durch eine Prothesenrevision. Dank der

neu entwickelten Prothesenform sind darüber hinaus höhere

Beugegrade des Gelenkes möglich.

„Die Qualität aller Prothesen sowie die Qualitätsverbesserung

der neuen Prothesen kann aber letztlich nur mit dem

Endoprothesen-Register verlässlich überprüft werden“, so Prof.

Graichen. Das derzeit einzig aktive Endoprothesen-Register

Deutschlands wurde im Frühjahr 2009 ebenfalls in der Schwandorfer

Spezialklinik eingeführt, zusammen mit einem international

tätigen Prothesenhersteller. Vorbild war Schweden, das

ein solches Register bereits 1979 eingeführt hatte. Erste Ergebnisse

darüber, inwieweit das neue Implantat die Lockerungsrate

senken kann, wird es dank des deutschen Registers noch in

diesem Jahr geben.

Hans Christian Wagner

24 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 25

Kontakt

Prof. Dr. Heiko Graichen

Chefarzt und Ärztlicher Direktor

Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe

Tel.: (09431) 888 - 601

E-Mail: h.graichen@asklepios.com

Oben: Der Navigationsbildschirm zeigt den möglichen

Beugegrad mit der neuen Endoprothese an:

149,5 Grad (linke Bildschirmhälfte) liegen nahe

am Optimum.

Unten: Abgerundete Kanten am neuen Oberschenkel-Implantat

des Künstlichen Kniegelenkes

CR 150 schonen die Materialien in tiefer Beugung

bei gleichzeitig erhöhter Kontaktfläche.

Prof. Dr. Heiko Graichen


Medizin & Wissenschaft

Gallenblasenentfernung:

Narbenfreie OP-Methode bei Frauen

Seit Juli wird in der Sächsischen Schweiz Klinik Sebnitz eine hochmoderne Operationsmethode für die narbenfreie

Gallenblasenentfernung bei Frauen angeboten. Die Operation erfolgt nach dem NOTES-Konzept. Die Abkürzung

steht für „Chirurgie über natürliche Körperöffnungen” und ist ein innovatives Verfahren der Schlüsselloch–Chirurgie.

Mikroinvasive Operationsverfahren

haben in den letzten zwei Jahrzehnten

erheblich an Bedeutung gewonnen. Inzwischen

können mit dieser Methode

selbst große bauchchirurgische Eingriffe

durchgeführt werden. Weltweit wird

medizinisch-wissenschaftlich nun daran

gearbeitet, den Weg zum erkrankten Organ

über natürliche Körperöffnungen zu

wählen. Die bislang notwendige Bauchdeckenverletzung

kann so vermieden

werden und: Die Operation ist letztlich

narbenfrei. Ziel dieser Entwicklung ist es,

die Patientenzufriedenheit nachhaltig zu

erhöhen.

Diese moderne Methode hat sich nun

auch an der Sächsischen Schweiz Klinik

Sebnitz für die Gallenblasenoperation bei

Frauen etabliert. Zwei bekannte und bewährte

Operationsverfahren werden dabei

miteinander verbunden: Die Gallenblase

wird über einen in der Gynäkologie

seit vielen Jahren (beispielsweise im Rahmen

der Sterilitätsdiagnostik) bekannten

Zugang über die Scheide entfernt.

Zur Durchführung der Operation sind

keine zusätzlichen technischen Voraus-

26 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 27

Kontakt

Ulrich Faust

Sekretariat Chirurgie

Sächsische Schweiz Klinik

Dr.-Steudner-Straße 75b, 01855 Sebnitz

Tel.: (035 971) 615 65

Ulrich Faust

E-Mail: mar.richter@asklepios.com

setzungen nötig. Es werden weiterhin die

klassischen Instrumente wie bei anderen

herkömmlichen Bauchspiegelungsoperationen

verwendet. Ein kleiner, später

nicht mehr sichtbarer Hilfsschnitt wird in

der Nabelgrube durchgeführt. Die eigentliche

Operation an der Gallenblase selbst

unterscheidet sich nicht von den bisherigen

Methoden. Durch die Kombination

des etablierten Zugangs über die Scheide

mit dem Hilfszugang am Nabel kann bei

weiblichen Patienten ein kosmetisch optimales

Ergebnis erreicht werden.

Bei der klassischen Gallenblasen-OP können

die größten Probleme beim Zugang

durch die Bauchdecke entstehen. Ein größerer

Bauchschnitt verursacht auch mehr

Schmerzen, eine mögliche Entzündung

der Wunde ist mit zunehmender Größe

schwerwiegender, das Risiko von Narbenbrüchen

und Verwachsungen größer.

Neben dem kosmetischen Aspekt hat die

narbenfreie Operation daher auch deutliche

medizinische Vorteile gegenüber

der herkömmlichen Methode: weniger

Schmerzen, schnellere Genesung und ein

geringeres Folgerisiko.

Die Entfernung der Gallenblase ist üblicherweise

wegen eines Steinleidens,

manchmal auch wegen einer akuten Entzündung

notwendig. Bei der Operation

werden der Gallenblasengang sowie die

Gallenblasenarterie verschlossen und

durchtrennt. Um die Gallenblase mit den

Steinen entnehmen zu können, müssen

auch immer die vorliegenden Verklebungen

der Gallenblase zur Leber gelöst werden.

Bei der herkömmlichen Bauchspiegelungsoperation

wird dabei der Schnitt

so groß gewählt, dass die Gallenblase mit

den Steinen aus dem Bauch entfernt werden

kann. Größe und Anzahl der Gallenblasensteine

bestimmen also die Länge

des notwendigen Schnittes.

Die neue Operation nach dem NOTES-

Verfahren wurde in der Klinik Sebnitz

unter Mitwirkung der Fachabteilung für

Gynäkologie eingeführt. Sie ist für Patientinnen

ein alternatives Angebot zur

klassischen Gallenblasenoperation. Die

erfahrenen Operateure der Klinik beraten

die Patientinnen ausführlich bei der Wahl

des für sie medizinisch besten Verfahrens.

Zur Qualitätssicherung werden die in

Sebnitz durchgeführten NOTES-Operationen

im NOTES-Register der Deutschen

Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie

erfasst.

Ines Feller (39) aus Pirna hat sich für diese

neue Operationsmethode entschieden.

Asklepios intern unterhielt sich

mit ihr und dem behandelnden Oberarzt

Dipl.-Med. Ulrich Faust.

Frau Feller, wie geht es Ihnen nach dem

Eingriff? Haben Sie die OP gut überstanden?

Danke, mir geht es schon wieder sehr gut.

Zwei Tage nach der Operation habe ich

fast gar keine Beschwerden mehr.

Sie waren vor der OP doch etwas skeptisch,

was die neue Methode betrifft. Wie

konnten Ihnen die Zweifel genommen

werden? Und sind Sie mit dem Ergebnis

zufrieden?

Ja das stimmt. Da ich von dieser Methode

vorher noch nichts gehört hatte, stand ich

ihr skeptisch gegenüber. Aber nach einem

ausführlichen Patienten-Arzt-Gespräch

mit Herrn Oberarzt Faust bin ich sehr

glücklich, mich dafür entschieden zu haben.

Besonders das kosmetische Ergebnis

kann sich sehen lassen. Das ist für mich

als Hobbybauchtänzerin von großem

Vorteil.

Wie sind Sie auf die Klinik Sebnitz aufmerksam

geworden?

Viele Bekannte und Freunde haben mir

die Klinik empfohlen. Ich bin froh, mich

für diese Klinik entschieden zu haben.

Die angenehme Atmosphäre und das tolle,

engagierte Team empfinde ich als äußerst

positiv. Ich möchte mich an dieser

Stelle noch einmal ganz herzlich bei allen

Ärzten und Schwestern für die hervorragende

Betreuung, Hilfsbereitschaft und

Fürsorge bedanken.

Herr Oberarzt Faust, wann konnte Frau

Feller wieder entlassen werden?

Frau Feller konnte schon drei Tage nach

der Operation wieder nach Hause. Sie

hatte keinerlei Einschränkungen und

konnte sogar schon wieder mit leichtem

Sport anfangen. Und natürlich auch mit

dem Bauchtanz!


Medizin & Wissenschaft

Innovatives Behandlungskonzept

bei Rückenschmerzen

Die Klinik in Schaufling erprobt im Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesministeriums für Bildung und

Forschung sowie der Deutschen Rentenversicherung ein neues Behandlungskonzept. Ziel ist es, Patienten mit chronischen

Rückenschmerzen nachhaltig zu helfen und ihre berufliche Leistungsfähigkeit zu erhalten. Wissenschaftlich

federführend sind das Sportwissenschaftliche Institut der Universität Erlangen-Nürnberg und das Institut für Psychotherapie

und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg.

Rückenschmerzen bringen nicht nur großes

persönliches Leid – hohe Behandlungskosten,

lange Arbeitsunfähigkeit

und Frühberentung machen sie auch zu

einer sehr kostenintensiven Volkskrankheit:

In Deutschland belasten Rückenleiden

das Gesundheitssystem jedes Jahr

mit rund 25 Milliarden Euro. Die Therapie

in Schaufling setzt nun auf positive

Wirkungen einer Bewegungstherapie

und auf einen neuen Umgang mit den

Schmerzen: „Wir wollen eine Verhaltensänderung

der Patienten erzielen durch

gezielte Aufklärung und das Vermitteln

positiver Bewegungserfahrungen im

Rahmen der Therapie“, erklärt Dr. Hartmut

Bork, Ärztlicher Direktor und Chefarzt

der Abteilung für Orthopädie und

Traumatologie in Schaufling.

Die Patienten werden während der dreiwöchigen

Behandlung 50 Stunden in

einer festen Therapiegruppe von einem

hoch professionellen, interdisziplinären

Team aus Ärzten, Physiotherapeuten,

Sozialarbeitern und Psychologen betreut.

„Gemeinsam mit unseren Patienten arbeiten

wir heraus, woher Rückenschmerzen

kommen und welche Maßnahmen man

konkret gegen akute und chronisch wiederkehrende

Rückenschmerzen einleiten

kann“, betont der Orthopäde. Auch psychosoziale

Aspekte spielen dabei eine

Rolle.

Als Reha-Spezialist hat Dr. Bork das neue

Behandlungskonzept in Kooperation mit

den beiden Universitäten maßgeblich

vorangetrieben. Nun wird es im Rahmen

eines Forschungsprojektes mit insgesamt

etwa 400 Patienten in Schaufling und in

drei weiteren Reha-Kliniken erprobt. Drei

Jahre lang fördern das Bundesministerium

und die Deutsche Rentenversicherung

das Projekt mit insgesamt 300.000 Euro.

Konkretes Ziel dieser Rehabilitation ist

es, den Patienten die Angst vor der Bewegung

zu nehmen und es ihnen zu ermöglichen,

wieder einem normalen Alltag

nachzugehen. „Chronische Schmerzpatienten

trauen sich aufgrund ihrer Erkrankung

oftmals selbst wenig zu und vermeiden

daher körperliche Aktivitäten“,

weiß Dr. Bork. Deshalb ist es ihm wichtig,

die Patienten auch psychologisch zu unterstützen.

Gleichzeitig erfahren die Betroffenen

viel über ihren Rücken und die

Funktion der Muskulatur. Dabei lernen

sie die positiven Wirkungen einer speziellen

Bewegung kennen.

Das neu erworbene Wissen ist die Basis

für das positive Erleben körperlicher Betätigung.

Diese Erfahrung machte auch

Hans Meyer*, der an dem Programm

bereits teilgenommen hat. „Ich habe gemerkt,

dass die regelmäßige gezielte Bewegung

meine Beschwerden deutlich

Pressemitteilung

* Name von der Redaktion geändert

28 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 29

Schaufling, 2. August 2009

Bundesministerium fördert Reha-

Forschung in Schaufling

Die Asklepios Klinik behandelt Patienten mit wiederkehrenden

Rückenschmerzen nach einem neuen Konzept

SCHAUFLING. Die Asklepios Klinik in Schaufling erprobt im

Rahmen eines Forschungsprojektes des Bundesministeriums für

Bildung und Forschung (BMBF) sowie der Deutschen Rentenversicherung

ein neues Behandlungskonzept: Dieses soll Patienten

mit chronischen Rückenschmerzen nachhaltig helfen und

deren berufliche Leistungsfähigkeit erhalten. Wissenschaftlich

federführend sind das Sportwissenschaftliche Institut der

Universität Erlangen-Nürnberg und das Institut für Psychotherapie

und Medizinische Psychologie der Universität Würzburg.

Rückenschmerzen sorgen nicht nur für großes persönliches Leid

– sie gelten durch Behandlungskosten, Arbeitsunfähigkeit und

Frühberentung auch als kostenintensive Volkskrankheit: In

Deutschland belasten Rückenleiden das Gesundheitssystem

jedes Jahr mit rund 25 Milliarden Euro. Die Therapie in

Schaufling setzt auf positive Wirkungen einer Bewegungstherapie

und auf einen veränderten Umgang mit den Schmerzen:

„Wir wollen eine Verhaltensänderung der Patienten erzielen

durch gezielte Aufklärung und das Vermitteln positiver Bewegungserfahrungen

im Rahmen der Therapie“, erklärt Dr. Hartmut

Bork, Ärztlicher Direktor und Chefarzt der Abteilung für

Orthopädie und Traumatologie in Schaufling.

reduziert“, sagt er. „Vor der Reha konnte

ich mir nicht vorstellen, dass ich mich je

wieder einigermaßen schmerzfrei bewegen

werde. Nach Feierabend habe ich

kaum noch etwas unternommen.“ Heute

spannt der Bürokaufmann kraftvoll und

konzentriert die Sehne seines Bogens. In

Schaufling hat er nämlich während der

Rehabilitation das Bogenschießen für sich

entdeckt und trainiert seitdem einmal pro

Woche im Verein.

Die Ursachen für Hans Meyers Beschwerden

waren – wie bei den meisten Rückenschmerzpatienten

– in erster Linie muskulärer

Art. Langes Sitzen am Bildschirm

und wenig Bewegung trugen dazu bei,

dass sich seine Rückenmuskulatur zurückbildete.

Seit der Rückkehr aus der

Rehabilitation ist Hans Meyer viel aktiver

geworden, er entscheidet sich inzwischen

öfter für die Treppe statt für den Aufzug.

Außerdem hat er seinen Schreibtisch

nach ergonomischen Gesichtspunkten

umgestaltet. Dabei setzte er gemeinsam

mit seinem Arbeitgeber die Empfehlungen

der Schauflinger Experten um.

„Durch die Reha in Schaufling hat sich

meine Lebensqualität wesentlich verbessert”,

betont Hans Meyer.

„Wer chronische Schmerzen hat, bewegt

sich meist wenig“, beschreibt Orthopäde

Bork den Teufelskreis, der durchbrochen

Dr. Hartmut Bork

Kontakt

Dr. Hartmut Bork

Chefarzt Orthopädie

Asklepios Klinik Schaufling

Hausstein 2, 94571 Schaufling

Tel.: (09904) 77 - 3500

Fax: (09904) 77 - 3510

E-Mail: h.bork@asklepios.com

werden soll. Auch Martina Müller* hat

davon profitiert. Eine besondere Hilfe

war ihr dabei die feste Gruppe während

des Klinikaufenthaltes: „Ich habe gelernt,

mit meinen Schmerzen umzugehen. Der

intensive Austausch mit anderen Rückenpatienten

war hierbei für mich besonders

wichtig.“ Sie geht jetzt regelmäßig zum Tai

Chi. Dieser sanfte asiatische Kampfsport,

zu dem auch Meditation in der Bewegung

gehört, tut nicht nur ihrem Körper gut –

sie tankt dabei nach einem anstrengenden

Arbeitstag auch ihre Psyche auf.

Ende des Jahres werden alle Probanden

das innovative Bewegungsprogramm

abgeschlossen haben. Wie erfolgreich das

neue Therapiekonzept im Vergleich zu

den konventionellen Rehabilitationsmaßnahmen

langfristig ist, wird die nochmalige

Befragung der Teilnehmer in einem

Jahr zeigen. Dann wissen die Forscher, ob

die Patienten ihr geändertes Bewegungsverhalten

beibehalten und ihre Rückenschmerzen

„im Griff“ haben. Die ersten

Rückmeldungen stimmen Hartmut Bork

optimistisch. Und er sieht gute Chancen,

den umfassenden Therapieansatz später

in anderen Kliniken zu verbreiten: Wenn

Rückenleiden nachhaltig gelindert werden,

hilft das nicht nur den Patienten, sondern

senkt auch die Gesundheitskosten.

Jörg Wrobel


Gesundheit & Wirtschaft

»Kurz und Knapp

» TÜV-Siegel in Goslar

Seit ihrer ersten Überprüfung im Jahr 1996 haben sich die Ambulanten

Dienste – Sozialstation ununterbrochen und erfolgreich

den jährlichen Überwachungen und Rezertifizierungen gestellt.

Für die Kurzzeitpflege war die Zertifizierung eine Premiere. Die

TÜV-Urkunden wurden im September bei einer kleinen Feierstunde

übergeben.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vor dem Haupteingang der Kurzzeitpflege

Goslar mit den Urkunden.

» Vampire zapften 68 Liter Blut

Neuer Blutspendenrekord

in Schwedt: Während

der 2. Nacht der

Vampire wurden innerhalb

von fünf Stunden

136 Gäste angezapft.

Im Rahmen der ganzjährigenBlutspendekampagne

„Leben retten. Lächeln schenken“ gehen jeweils

ein Euro pro Spender sowie zwei Euro pro Erstspender an das

Netzwerk Gesunde Kinder Ostuckermark. Mehr als 450 schaurigschön

verkleidete Partygäste waren gekommen, 151 von ihnen

hatten sich zur Spende bereiterklärt. Bei Tanz und Tombola wurde

bis in die frühen Morgenstunden gefeiert. „Fortsetzung folgt!“

versprach Michael Jürgensen, Geschäftsführer des Klinikums.

» Fusion in Seesen abgeschlossen

In Anwesenheit von Mechthild Ross-Luttmann, Niedersächsische

Ministerin für Soziales, Frauen, Familie und Gesundheit,

wurde im Oktober der Neubau der Schildautal Kliniken eingeweiht

und die Integration des Städtischen Krankenhauses offiziell

abgeschlossen. Seit der Fusion von Stadtkrankenhaus und

Schildautalklinik im Jahr 2006 stand die Zusammenführung des

Komplettbetriebes aus den bisher zwei Seesener Krankhausstandorten

im Mittelpunkt. Durch Umbaumaßnahmen in Höhe

von 18.201.000 Euro (davon 5.201.000 Euro Eigenkapital)

wurden unter anderem 84 zusätzliche Bettenplätze sowie neun

ITS-Betten zur Behandlung Schwerkranker geschaffen.

» Hilfe zur Ersthilfe

Durch die 24-Stunden-Notfallambulanz sind die Orthopädische

Klinik Lindenlohe und die im Bayerischen Landessportverband

(BLSV) organisierten regionalen Sportvereine miteinander vernetzt.

Nun übergaben Lindenlohe-Geschäftsführer Matthias Meier

und Dr. Isabel Winter, Leiterin der Abteilung Unfallchirurgie

und Sportorthopädie, einen reichhaltig bestückten „Sportkoffer“

an den BLSV-Ehrenvorsitzenden Fritz Haag – und trugen

so seitens der Klinik

zum Gelingen

der Bayerischen

Tischtennis-Meisterschaften

für

geistig Behinderte

in Burglengenfeld

bei.

Dr. Isabel Winter, Fritz Haag, Matthias Meier (v.l.n.r.)

„Die Roten Teufel vom Lauterachtal” verteilten nach ihrem erfolgreichen

Überfall auf Klinik-Geschäftsführer Matthias Meier im Gegenzug für die

Trikotspende Geschenke: ein Erinnerungsfoto sowie einen schwarz-roten

Fan-Schal.

30 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 31

» Neue Trikots erbeutet

Ganz überraschend kam der Überfall der neun- bis elfjährigen E-

Juniorinnen und -Junioren des TuS Hohenburg für Matthias Meier,

den Geschäftsführer der Klinik Lindenlohe, nicht. Und auch

die Mädchen und Jungen wussten vorab genau, welche Beute sie

machen würden: Mit neuen Trikots laufen sie fortan in der Gruppe

Vilstal stilecht als die „Roten Teufel vom Lauterachtal“ dem

Leder hinterher. Betreuerin Karin Ried und Trainer Josef Kaiser

begleiteten den Beutezug, den Klinik-Mitarbeiterin und Fußball-

Mami Tanja Bergmann eingefädelt hatte.

» Sicherheit für Erstklässler

Schulanfänger sind im Straßenverkehr besonders gefährdet. Damit

ihr Schulweg in der dunklen Jahreszeit sicherer wird, stellte

die Paulinen Klinik Wiesbaden allen Schulanfängern eine reflektierende

Weste zur Verfügung, die einfach über die normale

Kleidung gezogen werden kann. Damit sind die Kinder für alle

Verkehrsteilnehmer schon aus großer Entfernung sichtbar. In einem

Brief appellierte die Geschäftsführung der Klinik zusätzlich

an die Eltern, darauf zu achten, dass ihre Kinder die Westen

auch tatsächlich tragen.

» Kurze Verbindung zwischen Abu Dhabi

und Lindenlohe

Drei Fußballer aus dem Erstliga-Kader des „Al Wahda Sports

Cultural Club“ mussten bei ihrem vierwöchigen Trainingslager in

Regensburg eine kleine Zwangspause einlegen: massive Knieprobleme.

Sie wurden in der Orthopädischen Klinik Lindenlohe

versorgt, die als Olympiastützpunkt auch über ein modernes MRT

verfügt. Der Coach des Clubs aus Abu Dhabi, der zweimalige

Österreichische Nationaltrainer Josef Hickersberger, wertete den

kurzen Weg nach Lindenlohe als glücklichen Zufall und freute

sich über die optimale Behandlung.

» Kinderfest in Weißenfels

Im August kamen viele Kinder mit ihren Eltern zum Kinderfest

der Klinik Weißenfels, um sich zu informieren und unterhalten

zu lassen. Eröffnet wurde das Fest durch einige kurze Ansprachen,

unter anderem von Uwe Bauer, Geschäftsführer der Klinik,

sowie Landrat Harri Reiche. Beim Kinderschminken wurden aus

den kleinen Besuchern wilde Raubkatzen oder seltene Schmetterlinge,

und ein Feuerwehrwagen mit Steigleiter brachte die

Besucher in einem Korb auf 32 Meter Höhe: Bei bestem Wetter

konnte man die Aussicht über das Klinikgelände und die gesamte

Stadt genießen. Ein weiterer Höhepunkt war die Neueröffnung

der Rheumasprechstunde für Kinder und Jugendliche durch Dr.

Daniel Windschall.

» Rezeption mit Qualitätssiegel

ausgezeichnet

Nach einer internen Bewertung wurden in der Klinik Am Kurpark

Bad Schwartau bei einer Vor-Ort-Auditierung durch externe Gutachter

56 Kriterien in den Kategorien Datenschutz, Sicherheit,

Information, Service, Mitarbeiterqualifikation und Erscheinungsbild

geprüft. Außerdem wurde in unangekündigten Telefontests

das Telefonverhalten der Mitarbeiter/innen getestet. Die Klinik

erhielt bei beiden Prüfungen die volle Punktzahl. Nach zwei Jahren

wird eine neue Prüfung erforderlich, denn trotz hervorragender

Ergebnisse muss die Qualität kontinuierlich weiterentwickelt

und verbessert werden. Das Asklepios-eigene Qualitätssiegel

AQR wurde mit dem LSG-Hygiene Institut TÜV Süd entwickelt.

von links: Janet Währer,

Christina Knorr, Heike Petersen,

Robert Bartel, Veronika

Barczok


Gesundheit & Wirtschaft

Einblicke und Gespräche

Schwerbehindertenvertreter besuchten den Deutschen Bundestag

Auf Einladung des stellvertretenden

Vorsitzenden des Gesundheitsausschusses

des Deutschen Bundestages,

Dr. Hans Georg Faust, konnten

im Juli Schwerbehindertenvertreter

von Asklepios Einblicke in die Arbeitsweise

des Deutschen Bundestages

nehmen und Probleme schwerbehinderter

Menschen im Beruf diskutieren.

Im Mittelpunkt des Gespräches mit

Dr. Faust standen Fragen zum neuen

Pflegeweiterentwicklungsgesetz.

Die Vertreter von Asklepios äußerten

ihre Befürchtung, dass aufgrund

dieses Gesetzes Beschäftigte mit

Handicap ihrer geforderten Arbeitsleistung

möglicherweise nicht mehr

gewachsen seien und daher schneller

entlassen oder heruntergestuft

würden. Das Resümee der zwanzigminütigen

Diskussion: Nach dem

Gesetz ist vor dem Gesetz. Durch

Änderungen im Gesetz soll die Situation

der schwerbehinderten Beschäftigten

nun stärker berücksichtigt werden.

In der darauf folgenden Diskussion mit

zwei Mitarbeitern von Dr. Faust ging es

um die Integration schwerbehinderter

Mitarbeiter. Die gesamte Klinikbranche

hat dabei gegenüber der Industrie noch

erheblichen Nachholbedarf – unter anderem

aufgrund der spezifischen Tätigkeiten

im Gesundheitswesen. Obwohl auch

bei Asklepios die Pflichtquote von fünf

Prozent noch nicht in allen Kliniken er-

Schwerbehindertenvertreter vor der Kuppel des

Bundestages

Kontakt

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft

mbH

-Konzernschwerbehindertenvertretungc/o

Asklepios Harzklinken GmbH

Kösliner Strasse 12, 38642 Goslar

Tel.: (05321) 44 17 82

E-Mail: r.grethe@asklepios.com

füllt ist, kann der Konzern aber sowohl

bei der Anzahl schwerbehinderter

Mitarbeiter als auch bei deren

Integration eine überdurchschnittliche

Entwicklung verzeichnen.

Im Anschluss an dieses in jeder

Hinsicht aufschlussreiche Gespräch

fand der Besuch einer Plenarsitzung

„bei vollem Haus“ statt. Obwohl

die im Plenum debattierte Thematik

– es ging um die Milchpreise für

die deutsche Landwirtschaft und

die Auswirkungen der EU-Subventionspolitik

auf den Welthandel –

wenig mit dem Krankenhauswesen

zu tun hatte, war es doch eine sehr

gute Möglichkeit, Einblick in die

Arbeit unserer Volksvertreter zu

bekommen. Zum Abschluss dieses

ereignis- und erlebnisreichen Tages

bestiegen die Besucher die Kuppel

des Reichstagsgebäudes.

Bei der Nachbereitung dieser Veranstaltung

wurde deutlich, dass nur durch

großes persönliches Engagement der

schwerbehinderten Beschäftigten effektive

Verbesserungen möglich sein werden.

Reinhard Grethe, Vorsitzender der Konzernschwerbehindertenvertretung,resümiert

daher: „Wir werden unsere Stimme

auch weiterhin in der Politik erheben, um

Arbeitsplätze besonders für Mitarbeiter

mit Handicap zu sichern und zu schaffen,

damit noch mehr Menschen mit Behinderung

auch durch qualifizierte Arbeit Integration

erleben.“

Knieoperation hautnah für

Schülerinnen und Schüler

Gewinner-Projekt im Hochschulwettbewerb „Alltagstauglich“ präsentiert Jugendlichen modernstes Operationsverfahren

für Gelenkprothesen

Der Computer gibt die Richtung vor: Fast

wie beim Navigationssystem im Auto

weiß der Arzt dank neuester Technik

bei der navigationsgestützten Knieendoprothetik

immer ganz genau, wie er ein

künstliches Kniegelenk millimetergenau

implantieren muss. Schülerinnen und

Schüler aus Regensburg konnten im Juli

dieses moderne Operationsverfahren live

beobachten, denn die Orthopädische Klinik

der Universität Regensburg hatte zu

einem ungewöhnlichen Exkursionstag

in das Klinikum Bad Abbach eingeladen.

Mit dieser Einladung gehört das Klinikum

zu den 15 Preisträgern des Hochschulwettbewerbs

„Alltagstauglich” im

„Wissenschaftsjahr 2009 – Forschungsexpedition

Deutschland”.

Seit 2007 richtet das Bundesministerium

für Bildung und Forschung diesen Wettbewerb

aus, an dem sich Universitäten,

Hochschulen und Fachhochschulen in

Deutschland beteiligen können. Sie bewerben

sich mit Projekten zu ausgewählten

Themen, und eine Jury wählt die 15

besten Ideen aus. Für die Umsetzung

ihres Projektes erhalten die Gewinner

dann jeweils 10.000 Euro. Die Gewinner-Projekte

sollen einer breiten Öffentlichkeit

Bedeutung und Leistungen der

Wissenschaft vermitteln, insbesondere

Schülerinnen und Schüler sind dabei die

Zielgruppe. Im Mittelpunkt des Bad Abbacher

Projektes stand daher eine reale

Operation. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer

des Exkursionstages konnten per

Videoüberwachung und Sprechverbindung

das Geschehen im Operationssaal

verfolgen und dem operierenden Arzt,

Prof. Joachim Grifka, jederzeit Fragen zu

seiner Arbeit stellen. Zusätzlich hatte das

Team um Projektleiter Dr. Markus Tingart

für die Schülerinnen und Schüler ein umfangreiches

Rahmenprogramm erarbeitet.

So konnten die Jugendlichen sich den

ganzen Tag über den aktuellen Stand der

Forschung im Bereich der Prothesen-Implantation

informieren. In Kleingruppen

erhielten sie außerdem die Möglichkeit,

ihr Können bei einer Operation an einem

Kunstknochen zu beweisen.

Mit diesem bisher einzigartigen Event

wollten die Organisatoren Jugendliche

für Wissenschaft, Medizin und moderne

Operationsverfahren begeistern. Und

nicht zuletzt war es auch Ziel der Veranstaltung,

bei den potenziellen Nachwuchsmedizinern

auf anschauliche und

unterhaltsame Weise die Leidenschaft für

die Chirurgie zu wecken.

Hans-Christian Wagner

32 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 33

Kontakt

Wettbewerbsbüro – Hochschulwettbewerb

„Alltagstauglich“ des Bundesministeriums

für Bildung und Forschung

c/o wbpr, Schumannstraße 5, 10117 Berlin

Tel.: (030) 288 761 32

Fax: (030) 288 761 11

E-Mail: karina.kliczkowski@wbpr.de

Prof. Dr. Grifka erklärt den Jugendlichen

den operativen Eingriff.


Gesundheit & Wirtschaft

Ausgezeichnete Mitarbeiter mit

ausgezeichneten Ideen

Im Rahmen der 13. Jahrestagung der Asklepios Führungskräfte wurden bereits

zum fünften Mal Mitarbeiter und ihre Teams mit dem „Asklepios Award für medizinische

Innovation und Qualität” ausgezeichnet.

Es war eine ebenso eindrucksvolle wie würdige Veranstaltung: Am Abend des 7. Oktober versammelten sich rund

150 Asklepios Führungskräfte im Kempinski Hotel in Königstein-Falkenstein. Dem Sektempfang auf der Terrasse mit

Blick auf Frankfurts einzigartige Skyline folgte das Abendessen im edlen Ambiente des Kempinski Hotels, und viele

Kollegen nutzen dabei die Gelegenheit zum Erfahrungsaustausch. Der Höhepunkt des Abends aber war die Verleihung

der Asklepios Awards, die unter großem Applaus an die Preisträger übergeben wurden. Der Jury war auch in

diesem Jahr die Entscheidung nicht leichtgefallen, denn die eingereichten Bewerbungen waren zahlreich und hochkarätig.

Letztlich wurden unter Berücksichtigung unterschiedlicher Kriterien zehn Projekte für den Asklepios Award

ausgewählt: Die Juroren vergaben drei erste, drei zweite und drei dritte Preise sowie einen Sonderpreis.

Den Rahmen für die Veranstaltung gestaltete

das Kempinski Hotel Falkenstein

34 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 35


Gesundheit & Wirtschaft

1. Preise

Stammzelltherapie bei koronarer

Herzerkrankung

Die Menschen werden immer älter. Mit

dem Lebensalter steigt aber auch das Risiko,

an Herz-Kreislauf-Erkrankungen zu

sterben. Mit jährlich rund 400.000 Fällen

ist das Herzversagen in Deutschland Todesursache

Nummer eins. Häufig ist der

Verschluss von Herzkranzgefäßen die

Ursache eines Herzversagens, und selbst

modernste kardiochirurgische und kardiologische

sowie medikamentöse Therapien

können den Patienten oftmals nicht

dauerhaft helfen.

Vor cirka acht Jahren wurde in der Klinik

St. Georg die Idee geboren, mit Hilfe einer

Stammzelltherapie die im Herzen nur

noch rudimentär vorhandenen Selbstheilungsmechanismen

zu unterstützen. So

konnte eine völlig neue Behandlungsstrategie

für Infarktpatienten entwickelt

werden: Mehr als 30 schwer herzkranke

Patienten wurden bisher erfolgreich mit

einer Zelltransplantation behandelt.

Preisträger: Dr. Kai Jaquet, Dr. Korff

Krause, PD Dr. Martin Bergmann, Prof.

Dr. Karl-Heinz Kuck, Asklepios Klinik

St. Georg, Abteilung für Kardiologie/

Zellbiologie

Dr. Kai Jaquet: „Ich nehme diesen Preis

stellvertretend für ein großartiges Team

entgegen. Diese besondere Wertschätzung

unserer Arbeit ist ein großer Ansporn,

uns auch weiterhin hochmotiviert

der Fortentwicklung dieser Therapie zu

widmen.“

Entwicklung eines Endoprothesenregisters

Die Endoprothetik der großen Gelenke

wie Hüfte, Knie und Schulter ist eine

der häufigsten Operationen in Deutschland.

Jährlich werden 180.000 bis 200.000

künstliche Hüftgelenke und 150.000

künstliche Kniegelenke implantiert. Um

die medizinische Versorgungsqualität in

diesem Bereich zu erhöhen, entwickelte

die Orthopädische Klinik Lindenlohe in

Zusammenarbeit mit einem führenden

Endoprothesenhersteller in einem Pilotprojekt

das erste Endoprothesenregister

Deutschlands. Durch die strukturierte

Erfassung der Patientendaten lassen sich

insbesondere Qualitätsdefizite besser erkennen.

Diese Erkenntnisse bilden wiederum

die Grundlage für eine weitere

Verbesserung der Patientenversorgung.

Preisträger: Prof. Dr. Heiko Graichen,

Dr. Jens Flottemensch, Asklepios Orthopädische

Klinik Lindenlohe

Prof. Dr. Heiko Graichen: „Knapp zwei

Jahre haben wir an diesem Endoprothesenregister

gearbeitet, ehe es vor einem

halben Jahr zur Umsetzung kam. Wir

sehen diese Auszeichnung als Anerkennung

für ein engagiertes Team, das sich

durch hohe Motivation, Kontinuität und

Ausdauer auszeichnet. Das gesamte Team

leistet damit einen großen Beitrag zur

Qualitätssicherung in der Versorgung mit

Endoprothesen und deren beständigen

Verbesserung. Wir bleiben dran.“

Blutspendekampagne „Leben retten.

Lächeln schenken.“

Fakt ist: Der Bedarf an Blutkonserven in

den Krankenhäusern steigt stetig. Durch

verbesserte und neue Operationstechniken

können zwar immer mehr Krankheiten gelindert

oder geheilt werden, doch Blutkonserven

sind und bleiben unersetzlich: Bis

heute ist es trotz intensiver Forschungsarbeit

nicht möglich, künstliches Blut herzustellen.

Allerdings ist die Spendenbereitschaft

in den letzten Jahren deutlich zurückgegangen.

Deshalb ist die Gewinnung

von Blutspendern aktueller und wichtiger

denn je. Das Klinikum Uckermark

in Schwedt entwickelte eine vorbildliche

und Aufsehen erregende Kampagne, um

neue Blutspender zu gewinnen, langjährige

Spender an die Blutspendezentrale des

Klinikums zu binden sowie die Wirtschaftlichkeit

der Blutspendezentrale zu stärken.

Preisträger: Sandra Kobelt, Grit Krüger,

Asklepios Klinikum Uckermark, Abteilung

für Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

Sandra Kobelt/Grit Krüger: „Wir hatten

es anfänglich nicht leicht mit unseren

etwas anderen Ideen zur Blutspendergewinnung.

Doch die Mühe hat sich gelohnt.

Allen Skeptikern zum Trotz konnten

wir die Anzahl der Blut spendenden

Biker auf unserer zweiten ,Blutsbrüdertour’

verdoppeln. Der Award ist ein Dankeschön

an all die fleißigen Helfer aus der

Blutspendezentrale, der Klinikküche und

der Technik. Er ist aber auch eine Anerkennung

für alle Blutspender aus der Ukkermark.“

36 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 37

2. Preise

Präanalytik und Patientensicherheit –

Optimierung der Labordiagnostik schon

vor der Analyse

In der Labormedizin ist die Präanalytik

eng mit der Zuverlässigkeit der Analysen

verbunden. Sie tragen in hohem Maße zur

Qualitätssicherung bei, denn 50 bis 70 Prozent

aller Labor-Fehler sind präanalytische

Fehler. Um diese zu vermeiden, muss das

Fachpersonal, das mit der Probengewinnung

betraut ist, Kenntnisse über präanalytische

Einflussfaktoren besitzen. Die

Optimierung der Prozesse im Rahmen der

Präanalytik bringt nicht nur einen medizinischen

Nutzen, der sich in einer Erhöhung

der Patientensicherheit ausdrückt.

Durch die Reduktion von Mehrfachanforderungen

konnten auch Arbeitszeit und

Materialkosten eingespart und Liegezeiten

verkürzt werden. Nicht zuletzt lassen sich

durch die Vermeidung von Schadensfällen

auch Kosten senken sowie Imageschäden

verhindern.

Preisträger: Medilys: Annette Grewe,

Dr. Thorsten Weiland, Dr. Günter Fondalinski,

Kerstin Bichowski und das gesamte

Laborteam des Basislabors Nord

Annette Grewe: „Wir freuen uns sehr

über den Award. Dieser Preis ist die Anerkennung

des außerordentlichen Engagements

aller Kolleginnen und Kollegen

unseres Teams für Prozessoptimierung

und Qualitätsverbesserung und die Erhöhung

der Patientensicherheit im Rahmen

der Labordiagnostik. Mein besonderer

Dank richtet sich auch an unsere Projektpartner

der Asklepios Klinik Nord, der

Fachabteilung für Innere Medizin I und

der Fachabteilung für Kardiologie und

Herzkatheter, deren Mitarbeiter dieses

Projekt maßgeblich unterstützt haben.“

Mach mit bei Felix Fit – Bewegte Kinder

Wissenschaftliche Studien belegen, dass

sich der Fitness- und Gesundheitszustand

unserer Kinder und Jugendlichen

in den letzten 10 bis 15 Jahren deutlich

verschlechtert hat. Körperliche Inaktivität

ist besonders bei Kindern mit niedrigem

Sozialstatus weit verbreitet, viele

Kinder und Jugendliche leiden als Folge

unter erheblichen Gesundheitsschäden.

Fitness und Bewegung sollten frühzeitig

gefördert werden. Mitarbeiter der Weserbergland-Klinik

Höxter und der AOK

Westfalen-Lippe entwickelten bereits 1993

(!) das Programm „Mach mit bei Felix Fit

– Bewegte Kinder“. Es dient der Bewegungsförderung

von Kindern im Vor- und

Grundschulalter. Im Mittelpunkt stehen

spielerische Übungsformen sowie die

kindgerechte Vermittlung von Kenntnissen

zur Steigerung der Bewegungsfreude

und zur Förderung der motorischen und

psychosozialen Entwicklung.

Preisträger: Dr. Hartmut Heinze, Dr.

Harald Stübs, Diethild Borchert, Hugo

Huppertz und Willi Fromme, Asklepios

Weserbergland-Klinik Höxter

Dr. Harald Stübs: „Die Gesundheit unserer

Kinder liegt uns am Herzen. Seit 16 Jahren

sind wir nun mit Felix aktiv. Wir sind stolz,

dass dieses Projekt, das ja außerhalb des

akutmedizinischen Klinikalltags läuft,

eine solche Aufmerksamkeit und Bestätigung

erfährt. Und wir freuen uns, dass

dem Thema Prävention im Unternehmen

ein immer höherer Stellenwert eingeräumt

wird.“

Weiterbildungsprogramm Chirurgisch-

Operativer Assistent

In Zukunft werden immer mehr hoch

betagte Menschen in Deutschland leben,

und die Anzahl der chirurgischen Eingriffe

wird sich erhöhen. Demgegenüber

werden immer weniger Ärzte im chirurgischen

Bereich arbeiten. Bisherige Ausund

Weiterbildungen im chirurgischen

Bereich verschaffen den Ärzten nur unzureichende

Entlastung. Die neue, spezialisierte

Weiterbildung und die bereits

bestehende Erfahrung im OP-Assistenz-

Bereich befähigen nun den Chirurgisch-

Operativen Assistenten zu einer optimalen

Entlastung der Ärzte: Der COA

übernimmt Aufgaben, die zuvor dem

ärztlichen Dienst vorbehalten waren. Dadurch

kann die verhältnismäßig „teure“

Arbeitszeit des Arztes ökonomisch effektiver

genutzt werden.

Preisträger: Karin Rupprecht, Bildungs-

zentrum Wiesbaden, Walburga Sprenger,

KB POP, Prof. Dr. Dr. Karl-Heinrich

Link, Oliver Zimmer, Asklepios Paulinen

Klink Wiesbaden

Karin Rupprecht: „Die Etablierung dieses

neuen Berufsbildes war ein steiniger

Weg, und es gab viele Widerstände. Das

gesamte involvierte Team hat jedoch zu

keiner Zeit an der erfolgreichen Umsetzung

gezweifelt. Ich finde es klasse, dass

unsere Arbeit auf so besondere Weise

anerkannt wird. Als Lehrerin im Bildungszentrum

freue ich mich auf weitere

Interessenten, die auf dem zweiten

Bildungsweg ihre berufliche Vita fachlich

ergänzen wollen.“


Gesundheit & Wirtschaft

3. Preise

Telemedizinische Versorgung des INI

Hannover durch das Röntgeninstitut der

AKB in Hamburg

Dieses Projekt ist ein hervorragendes

Beispiel dafür, wie durch klinikübergreifende

Kooperation konzerninterne Expertise

genutzt werden kann. Um auch

in Zukunft die neuroradiologische Befundberichterstattung

im INI in Hannover

gewährleisten zu können, wurde eine

innovative Lösung entwickelt, bei der die

zum Teil sehr komplexen neuroradiologischen

Krankheitsbilder mittels telemedizinischer

Verfahren befundet werden.

Innerhalb des Konzerns besteht im Großraum

Hamburg Expertise in mehreren

Kliniken, sodass das Röntgeninstitut der

Klinik Barmbek eine regelmäßige ärztliche

Befundberichterstellung sicherstellen

kann. Das Projekt reflektiert zugleich jene

hochmodernen telemedizinischen Verfahren,

die im Rahmen des Asklepios Future

Hospitals zum Tragen kommen.

Preisträger: Dr. Thies Fitting, Jan Höltje

und Frank Bonk, Röntgeninstitut der

Asklepios Klinik Barmbek

Jan Höltje: „Die neuroradiologische Betreuung

des INI in Hannover durch ein

Team engagierter Kollegen des Röntgeninstituts

der Klinik Barmbek in Hamburg

stellt uns immer wieder vor spannende

Herausforderungen – medizinisch wie

logistisch. Seit 14 Monaten können wir

diese Aufgaben in Kooperation mit den

Hannoveraner Kollegen bleibend lösen.

Wir freuen uns sehr, dass diese Zusammenarbeit

durch den Asklepios Award

ihre Anerkennung findet.”

ProSek – Reorganisation in der Klinik

Harburg

Das Chefarztsekretariat ist oftmals die erste

Anlaufstelle für Patienten, Einweiser

oder interne Kunden. Deshalb hat sich

das Projekt „ProSek – Reorganisation“ die

Optimierung von Arbeitsabläufen und

-prozessen zum Ziel gesetzt. Dabei ging

es auch darum, die Synergiepotenziale in

den Chefarztsekretariaten sowie in der

Arztbriefschreibung zu erhöhen und das

zentrale Schreibbüro durch Implementieren

eines Service-Centers neu auszurichten.

Daraus resultiert ein effizientes und

strukturiertes Arbeiten: Die suboptimale

Nutzung von Arbeitszeitressourcen lässt

sich vermeiden, was letztlich wiederum

auch die Mitarbeiterzufriedenheit verbessert.

Preisträger: Anette Elwert, Gudrun

Krüßmann, Anne Langer, Asklepios

Klinik Harburg, Krankenhauskommunikation/Service

Anette Elwert: „Man muss die Dinge

so nehmen, wie sie kommen. Aber man

sollte dafür sorgen, dass sie so kommen,

wie man sie zu nehmen wünscht’, meinte

schon Kurt Götz. Wir haben zum richtigen

Zeitpunkt die Unterlagen eingereicht

und den Asklepios Award nach Harburg

geholt. Besser kann Projektarbeit nicht

geplant und realisiert werden. Für das

laufende Projekt und für alle Projektgruppenmitglieder

ist der Preis eine tolle

Bestätigung.”

Implementierung eines innovativen

Blutzuckerkontrollsystems über WLAN

Als eine der ersten Kliniken in Deutschland

setzt die Klinik Schildautal Seesen

neue Blutzuckermessgeräte ein, bei denen

die Datenübertragung per WLAN funktioniert.

Die Kontrollmessung erfolgt menügeführt

und die Dokumentation läuft

automatisch ab. Dies vereinfacht sowohl

die Arbeitsabläufe als auch die Qualitätssicherung

im Klinikalltag. Auch der hoch,

sensible Aspekt der Datensicherheit wird

dabei berücksichtigt, da alle Patientenund

Messdaten verschlüsselt übermittelt

werden und überdies anonymisiert sind.

Preisträger: Ulrike Eberle, Tobias Spielmann,

Asklepios Kliniken Schildautal

Ulrike Eberle und Tobias Spielmann:

„Wir waren überrascht über die Nominierung

und den Preis. Es ist uns eine Freude,

dass Projekte, die nicht die unmittelbare

Akutmedizin betreffen, eine so große

Beachtung im Unternehmen finden.

Der Asklepios Award ist eine ganz besondere

Bestätigung der Vernetzung unserer

Arbeit im Labor und der IT“.

Sonderpreis

Kontinuierliches Engagement für

Qualität und Innovation

Stellvertretend für alle Abteilungen der

Klinik St. Augustin wurde der Sonderpreis

an Ulrike Relleke, die Pflegedienstleiterin,

und Dr. Ehrenfried Schindler, den

Ärztlichen Direktor, verliehen. Jedes Jahr

beweist die Klinik aufs Neue ihren Ideenreichtum

und ihren Innovationsgeist.

Allein im Jahr 2009 reichte sie insgesamt

sieben Vorschläge zu Innovationen für

die unterschiedlichsten Bereiche ein. Das

Spektrum reichte dabei von medizinischen

Innovationen (z. B. die Etablierung

einer neuen Operationsmethode) über

Innovationen im Management (z. B. die

Standardisierung von Verfahrensabläufen)

bis hin zu Präventionsprogrammen

(z. B. die Aufklärung über Bewegung und

Ernährung für Grundschüler).

Preisträger: Ulrike Relleke, Dr. Ehrenfried

Schindler, Asklepios Klinik St.

Augustin

Dr. Ehrenfried Schindler: „Die Verleihung

des Asklepios Award für Innovation

und kontinuierliche Qualitätsverbesserung

an die gesamte Kinderklinik St.

Augustin erfüllt uns mit großem Stolz,

und wir freuen uns sehr darüber. Für

uns ist diese Ehrung Motivation und Ansporn,

auf diesem Wege weiterzugehen.”

38 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 39


Gesundheit & Wirtschaft

AFH Partnergipfel:

Auf dem richtigen Weg

Mehr als 70 Vertreter der rund zwei Dutzend am Asklepios Future Hospital (AFH) beteiligten Firmen trafen sich am 29.

Oktober zum 3. Partnergipfel. Nach einem Rückblick auf die erstmalige und erfolgreiche AFH-Teilnahme an der Messe

für IT im Gesundheitswesen (conhIT) standen Mobility sowie neue Gesundheits-Services im Mittelpunkt der Tagung.

Blick ins Auditorium

So ermöglicht es die Lösung OneIT@

HOME, von einem beliebigen Ort aus

mittels OneIT-Notebook auf die klinischen

Applikationen zuzugreifen. „Wir

sind froh, dass wir diese Funktion zur

Verfügung haben“, führte Frau Dr. Katja

Sommer, Oberärztin der Radiologie in der

Klinik Barmbek, in ihrem Vortrag aus. Sie

berichtete über die virtuelle Zusammenarbeit

zwischen den Kliniken und zeigte

am Beispiel einer Tumorkonferenz, dass

vor allem die Patienten großen Nutzen

aus dieser Lösung ziehen. Aber auch für

die beteiligten Ärzte bringt OneIT viele

Vorteile: zum einen kann die Qualität der

Behandlung gesteigert werden, zum anderen

lassen sich Wegezeiten reduzieren.

Dr. Wolfgang Sittel, Leiter Konzernbereich

Architektur und Bau der Asklepios

Kliniken, stellte unter dem Titel „Going

Green“ das Asklepios Green Hospital

Projekt vor. Gemeinsam mit General

Electric und ausgewählten Partnern soll

in Hamburg-Harburg bis 2013 das erste

europäische Green Hospital entstehen.

Das Konzept sieht eine einzigartige Vereinigung

der Maximen „ökologische

Strategie“ und „ökonomische Vernunft“

vor. Dadurch sollen der Wirkungsgrad

der Energieerzeugung um 30 Prozent

gesteigert, der Energieverbrauch um 30

Prozent gesenkt und der Anteil an erneuerbarer

Energie im Energiemix auf

30 Prozent ausgebaut werden. Das AFH

ist in diesem Zusammenhang Vorbild

für das geplante Partner-Programm des

Green Hospital. Unter der Überschrift

„Going to Market“ referierte Oliver Mark

über die Vermarktungskooperation zwischen

Asklepios und der Firma LOGICA

im Rahmen von OneIT. Am Ende dieses

Vortragsblockes stellte Dr. Heinzpeter

Moecke unter dem Titel „Going Virtual”

das Projekt v-Campus vor. Dabei geht es

um eine neue Form des Lernens, bei der

komplexe Lerninhalte durch multimediale

Darstellung den Mitarbeitern so zur

Verfügung gestellt werden, dass diese

Zeitpunkt und Geschwindigkeit des Lernens

ihren individuellen Bedürfnissen

anpassen können.

Die beiden folgenden Vorträge von Dr.

Steffen Achenbacher (Microsoft Health

Solutions) und Dr. Michael Meyer (Sie-

mens Medical Solutions) setzten sich

dann explizit mit dem Schwerpunktthema

des Partnergipfels auseinander: Ihre

Themen waren eHealth-Services für den 2.

Gesundheitsmarkt sowie der mobile medizinische

Arbeitsplatz der Zukunft. Mit

diesen beiden Keynotes wurden zugleich

die nachfolgenden Workshops thematisch

vorbereitet. Unter Leitung von Dr.

Carsten Pohlmann, Leitender Oberarzt

Neurologie der Klinik Barmbek, beschäftigte

sich die eine Hälfte der Teilnehmer

mit dem Thema „Mobile Medical Care“.

Die andere Hälfte ging im Workshop

„Health 2.0 und mobile health services“

unter der Leitung von Uwe Pöttgen, Leiter

Konzernbereich IT, der Frage nach,

ob es sich bei diesem Thema um ein Zukunftsmodell

oder nur um einen Medien-

Hype handelt. Abschließend wurden die

Ergebnisse der beiden Workshops im Plenum

zusammengefasst, um sie allen Teilnehmern

zugänglich zu machen.

Der gesamte AFH Partnergipfel fand ein

starkes, positives Echo, und alle Teil-

nehmer waren mit dem Verlauf und den

Ergebnissen der Veranstaltung sehr zufrieden.

Während der anschließenden

Abendveranstaltung fasste Dr. Michael

Meyer stellvertretend für die AFH Partner

zusammen: „Die Ganzheitlichkeit

des Programms überzeugt uns. Wir sind

sicher, dass die richtigen Aspekte angesprochen

werden. IT, IT-Infrastrukturen,

Anwendungen, die auf diesen Strukturen

aufbauen, sowie die Konzentration auf

Patienteninteressen, auf die Interessen

der klinischen Anwender und die Fragestellung,

wie das Ganze finanziert werden

kann – all dies wird im deutschen

links: Frau Dr. Katja Sommer

rechts: Dr. Wolfgang Sittel

Gesundheitswesen auch zukünftig seinesgleichen

suchen.“

Asklepios hat auf dem 3. Partnergipfel

mit dem AFH erneut seinen Führungsanspruch

in Bezug auf Innovationen im Gesundheitswesen

eindrucksvoll unterstrichen.

Und so war bei der Verabschiedung

auch einhellig zu hören: „Wir sehen uns

nächstes Jahr – auf dem Asklepios Future

Hospital Partnergipfel 2010.“

40 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 41

Jörg Focke


Gesundheit & Wirtschaft

Praxis- und heimatnah studieren

Die Hochschule des Internationalen Bundes (IB) Berlin

Um ein Hochschulstudium neben der

beruflichen Ausbildung oder der Berufspraxis

zu ermöglichen, wurde 2007 in

Berlin die IB-Hochschule gegründet (ein

Vollzeitstudium ist nur in ausgewählten

Studiengängen möglich).

Neben dem Hauptsitz Berlin gibt es regionale

Studienzentren in Stuttgart und

Köln, die Eröffnung weiterer Studienzentren

ist 2010 in Hamburg und 2011 in

München geplant.

An allen regionalen Standorten gibt es

zugleich Medizinische Akademien, das

ermöglicht weitreichende Synergien. Die-

Der Kölner Studiengang Kommunikation mit Vertiefungsrichtung

Kommunikationsdesign findet in Kooperation mit der Akademie

für Kommunikation (AKD) in Köln statt, in Stuttgart ist neben dem

Studienzentrum Stuttgart auch das IB-Sport Med Rehabilitationsund

Gesundheitszentrum angesiedelt.

sem Prinzip folgt auch die Eröffnung des

Hamburger Studienzentrums im nächsten

Jahr: Es wird sich in den Räumen

der Medizinischen Akademie Hamburg

(MAH) befinden. Da die MAH eng mit

den Asklepios Kliniken kooperiert, werden

den Studierenden hier beste Voraussetzungen

für den Studiengang „Gesundheitswissenschaften“

geboten. Zusätzlich

zu der Ergotherapie- und Physiotherapieschule

soll es an diesem Standort auch

eine Logopädieschule geben.

Da die IB-Hochschule Berlin eine Hochschule

im Aufbau ist, kann sie marktge-

Kontakt

IB-Hochschule Berlin

Gerichtstraße 27

13347 Berlin - Wedding

Tel.: (030) 88 67 64 28

www.ib-hochschule.de

Ausbildungs- und berufsbegleitende Studiengänge

◗ Gesundheitswissenschaften mit verschiedenen Vertiefungsrichtungen,

wie Physiotherapie, Ergotherapie, Logopädie,

Krankenpflege und Osteopathie

Staatlich anerkannter Bachelor of Science (B.Sc.)

◗ Management mit verschiedenen Vertiefungsrichtungen

in den Bereichen Tourismus, Sport, Kultur, Event

und Krankenhausmanagement

Staatlich anerkannter Bachelor

of Business Administration (B.B.A.) i.G.

Die Studiengänge finden in folgenden Studienzentren statt:

Berlin . Köln . Stuttgart . Hamburg i.G.

Internationaler Bund · IB · Gesellschaft für interdisziplinäre Studien mbH

recht und schnell auf Bedürfnisse von

Studierenden reagieren. Und: Das Konzept

des heimatnahen Studierens bietet

also optimale Bedingungen für eine

Hochschulausbildung neben dem Beruf.

www.ib-hochschule.de

Therapeut auf vier Beinen

Das Pflegezentrum Ahrensburg hat seinen eigenen Therapiehund

Seit Kurzem ist Ben als ausgebildeter

Therapiehund im Einsatz. Der einjährige

Golden Retriever von Dietmar Wollenschlaeger,

der das Heim leitet, erhielt

eine entsprechende Ausbildung während

eines Wochenendseminars des „Deutschen

Instituts für die Hund-Mensch-Beziehung”

in Schneverdingen, das mit der

Johanniter-Unfall-Hilfe Hamburg zusammenarbeitet.

Die Ausbildung begann mit einem Wesenstest.

Dazu wurde der Hund unter anderem

in einem kleinen gefliesten Raum

von vier fremden Menschen bedrängt –

und im Hintergrund fiel plötzlich noch

scheppernd ein Blechtopf zu Boden.

Oder: Der Hund saß alleine im Auto,

und fremde Menschen machten „Terror“

an den Scheiben. Diese Stresssituationen

bewältigt nur ein wesensfester, ausgeglichener

Hund mit souveräner Freundlichkeit.

Ben bestand den Wesenstest mit Bravour!

Natürlich mussten auch noch ein

theoretischer Teil und Übungen auf dem

Hundeplatz absolviert werden.

Der gezielte Einsatz von Therapiehunden

hat sich inzwischen mehr als bewährt.

Die Vierbeiner finden Zugänge zu kranken

Menschen, die den Zweibeinern oft

verborgen bleiben. Im Asklepios Pflegezentrum

Ahrensburg leben viele Menschen

mit Demenzerkrankungen, der

Einsatz eines solchen Tieres bot sich also

förmlich an. „Es ist wirklich so, Hunde

öffnen Welten. Das merkte ich, als ich mit

Ben einfach mal durch meine Einrichtung

ging. Eine Bewohnerin, die immer sehr

verschlossen ist und wenig kommuniziert,

begrüßte Ben förmlich mit einem

Redeschwall. Das hat mich tief beeindruckt

und darin bestärkt, mit meinem

Hund diese Ausbildung durchzuführen“,

erklärt Dietmar Wollenschlaeger.

Wenn Ben die Heimbewohner zweimal

wöchentlich besucht, geht es nicht um gezielte

Therapie, sondern einfach darum,

was den Menschen gut tut. Spielen, streicheln,

kommunizieren – oder den Hund

einfach mal knuddeln.

Diese tiergestützten Aktivitäten haben

therapeutische Nebeneffekte wie Senkung

des Blutdrucks, Förderung der

geistigen und motorischen Fähigkeiten,

Gespräche mit der Umwelt und Ablenkung

von Schmerzen. Auch die häufig

bei Dementen anzutreffende motorische

Unruhe wird unterbrochen. Ein Hund

ist als „therapeutisches Medium“ besonders

geeignet, da er einfühlsam und anpassungsfähig

ist. Er sucht den Kontakt,

kann durch Mimik und Körpersprache

kommunizieren und genießt gemeinsame

Aktivitäten mit dem Menschen.

Die ersten dienstlichen Einsätze hat Ben

nun hinter sich – und er entwickelt sich

immer mehr zum Liebling der Bewohner.

42 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 43

Kontakt

Dietmar Wollenschlaeger

Heimleiter

Asklepios Pflegezentrum Ahrensburg

Reeshoop 38, 22926 Ahrensburg

Tel.: (04102) 666 57-0


Gesundheit & Wirtschaft

°Personalia

° Abschied: Dr. Dr. Martin Siebert verlässt

Konzern

Der Konzerngeschäftsführer

der Asklepios Kliniken, Dr.

Dr. Martin Siebert, beendet

zum Jahresende auf eigenen

Wunsch seine Tätigkeit für

den Konzern. Er war 16 Jahre

maßgeblich am erfolgreichen

Aufbau des Konzerns und an dessen kontinuierlicher Weiterentwicklung

zu einem der führenden privaten Klinikunternehmen

in Europa beteiligt. Dr. Bernard gr. Broermann bedauerte diese

Entscheidung. Über die Nachfolge wird in einem strukturierten

konzerninternen Verfahren entschieden.

° Neues Urologie-Team in Rissen

Das Westklinikum Rissen erweiterte im September das Versorgungsangebot

seiner urologischen Abteilung – der Ausbau des

Zentrums für operative Medizin war bereits seit Längerem in

Vorbereitung. Chefarzt Dr. Tobias Pottek: „Hier wird die Interdisziplinarität

zwischen Urologie, Viszeralchirurgie, Onkologie,

Palliativ-Medizin, Psychosomatik überzeugend umgesetzt.“ Mit

seinem Team will er nun die Chance auf eine überregionale Zentrumsbildung

nutzen.

° Pummpälzlauf 2009

Beim Pummpälzlauf im

Juni war auch ein 21-köpfiges

Team des Asklepios

Medical Fitness Bad Salzungen

am Start. Insbesondere

den Radfahrern machten

aber an diesem Tag die

extremen Wetterbedingungen zu schaffen. Fazit: Tolle Strecke –

tolle Leistungen – tolle Organisation – miserables Wetter!

° Asklepios Fußballturnier 2010

Das Turnier findet vom 16. bis 18. Juli 2010 im Sportzentrum

der Landessportschule Osterburg statt. Ausrichter und Organisatoren

sind die Sieger des Turniers 2009 aus dem Salus

Fachklinikum Uchtspringe. Nähere Informationen werden im

Frühjahr versandt. Bei Fragen können Sie sich bereits jetzt an

Cornelia Barnebeck, c.barnebeck@salus-lsa.de, oder an Sven

Reifke, s.reifke@salus.lsa, wenden.

° Neue Azubis in Schaufling

In der Klinik Schaufling

begannen im September

drei junge Frauen

ihre Ausbildung. Damit

beschäftigt die

Klinik nun insgesamt

zehn Auszubildende.

Für 2010 gibt es noch Ausbildungsplätze in den Berufen

Kauffrau/-mann im Gesundheitswesen, Bürokauffrau/-mann

und Fachinformatiker(in). Informationen gibt Bettina Kokott,

Telefon: 09904 77-1200.

° Quelle Challenge Roth 2009 – größter

Langdistanztriathlon der Welt

Sabine Herchet

schwamm 3,8 km, Steffi

Ulsperger fuhr 180 km

Rennrad und Falk Weber

lief Marathon. Trotz vieler

Probleme während des

Wettkampfes konnten

die drei nach 11:03,32

h die überwältigende Stimmung beim Zieleinlauf genießen. Die

Sportler bedanken sich bei der Geschäftsführung der Burgseekliniken

Bad Salzungen für die Unterstützung.

44 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 45

° Ernennung zum Leitenden Oberarzt

Seit Oktober ist Dr. Thomas Rejzek Lei-

tender Oberarzt der Abteilung für Anästhesie

und Intensivmedizin in Bad Oldesloe.

Er verfügt über eine spezielle

Weiterbildung in Intensivmedizin und

führt die Zusatzbezeichnungen Notfallmedizin

und Bluttransfusionswesen.

Für das ärztliche Team werden noch Weiterbildungsassistenten

mit mindestens 2-jähriger Berufserfahrung gesucht.

° Wechsel auf Sylt

° Abschied und Neubeginn in den

Die Geschäftsführerin in der Nordseeklinik

Westerland, Angela Bartels,

schied aus familiären Gründen im

Oktober aus dem Konzern aus: Sie

geht nach Süddeutschland. Ihre Aufgaben

auf Sylt übernahm Dr. Stefanie

Schwembauer.

Harzkliniken

Dr. Robert Riefenstahl ist seit Oktober neuer Geschäftsführer der

Harzkliniken. Heinz-Otto Nagorny schied aus dem Konzern aus.

° Neue Ansprechpartnerin

Seit November ist Cathleen Thieme im Büro des Gesellschafters

Dr. Broermann als Sekretärin tätig.

° Verstärkung für das Management

Dr. Michael Bader verstärkt seit Oktober als Regionalverantwortlicher

Nord das Team des Konzernbereiches DRG, Medizinund

Qualitätsmanagement; Dr. Martin Linke ist seit November

als Regionalverantwortlicher Süd für diesen Konzernbereich

beschäftigt.

° Neuer Mitarbeiter im Konzernbereich

Finanzen

Seit September ist Hafid Rifi Leiter Konzernrechnungswesen

(AKG) und Steuern im Geschäftsbereich Finanzen. Herr Rifi ist

Wirtschaftsprüfer und Steuerberater und hat jahrelange Erfahrung

in Prüfung und Beratung börsennotierter Krankenhauskonzerne.

° Nachwuchs in der Führungsetage

Seit Oktober ist Felix Rauschek als Trainee in der Asklepios Klinik

Langen beschäftigt.

° Nachruf

Am 12. Oktober verstarb Dipl.-Med. Olaf

Adelt, Anästhesist und langjähriger freier

Mitarbeiter am INI Hannover – während

seines Dienstes. Olaf Adelt war aufgrund

seiner Energie, seines Humors und seiner

Zuverlässigkeit äußerst beliebt. Im

Nachruf seiner Kollegen heißt es: „Danke

Olaf, dass du unseren Alltag mit deinem liebenswerten Wesen

und fachlichem Können bereichert hast …”

° Neue Chefärzte in Hamburg-Harburg

Dr. Harald Daum Prof. Dr. Michael Semik Prof. Dr. Friedrich

Kallinowski

Dr. Harald Daum übernahm im Oktober die Position des Chefarztes

der Abteilung Gefäßchirurgie und endovaskuläre Chirurgie.

Prof. Dr. Michael Semik leitet seit Oktober als Chefarzt die Abteilung

Thoraxchirurgie. Das Direktorium dankte Holger Hammelrath

und Dr. Bernd Gockel, die diese Aufgaben kommissarisch

übernommen hatten.

Prof. Dr. Friedrich Kallinowski ist seit Dezember neuer Chefarzt

der Abteilung Allgemein- und Viszeralchirurgie.

° Beachvolleyball-Turnier auf Sylt

Während des Sommerfestes

der Nordseeklinik

fand in

diesem Jahr erstmals

ein Beachvolleyball-

Turnier statt. Vor

zahlreichen Zuschauern

traten 16 Spieler in vier Mannschaften gegeneinander an.

Das Siegerteam erhielt einen Gutschein und einen Wanderpokal.

Anschließend wurde auf der überdachten Terrasse des „Hörnum”

gefeiert. Die Initiatoren des Turniers bedanken sich bei Chefarzt

Dr. Meissner und der Organisatorin Sigrid Kuhlmann.


Gesundheit & Wirtschaft

25 Jahre Asklepios:

Mehr Arbeitsplätze durch Sanierung

Was im Jahre 1984 in einem Privathaus in Kronberg begann, wurde zu einer der großen Erfolgsgeschichten des Gesundheitswesens

in Deutschland und Europa: Aus einem Unternehmen mit vier Mitarbeitern entstand ein internationaler

Konzern. Heute beschäftigt Asklepios allein in Deutschland cirka 36.000 Mitarbeiter. Asklepios intern sprach

mit Dr. Dieter Brenneis, Leiter des Konzernbereichs Tarif über die Entwicklungen der vergangenen 25 Jahre.

Herr Dr. Brenneis, muss eine Sanierung automatisch zum Verlust

von Arbeitsplätzen führen?

Dieser Vorwurf steht oft im Raum. Aber erfolgreiche Sanierungen

von Kliniken mit zum Teil extremer wirtschaftlicher

Schieflage werden nicht durch reinen Personalabbau erreicht,

der ohnehin nur zu kurzfristigen Einsparungen führt. Zukunftsträchtige

Sanierungen werden nur durch eine sinnvolle

Umstrukturierung von Arbeitsanforderungen, Steigerung der

Effektivität und des klinischen Leistungsangebots sowie über

eine zielorientierte Mitarbeiterführung erreicht.

Dr. Dieter Brenneis

Die Zahlen belegen, dass Asklepios erfolgreich saniert und zugleich

Arbeitsplätze schafft. Eine mehr als hundertprozentige

Steigerung der Belegschaftsstärken nach einer Übernahme von

mehr als 100 % ist in unserem Konzern keine Seltenheit. Der

Durchschnitt liegt über 41 % Prozent. Die Arbeitsplätze im Bereich

der Reinigungsdienste, Küchen und Instandhaltung werden

aus dem direkten Klinikbetrieb meistens in konzerneigene

Servicegesellschaften überführt und bleiben damit ebenfalls erhalten.

Wie steht es um die Mitbestimmung bei Asklepios?

In der großen Mehrheit der Fälle ist die Zusammenarbeit mit

den Betriebsräten heute sehr vertrauensvoll. Wesentlich ist

vor allem, dass sich die Gremienarbeit nicht zum Selbstzweck

entwickelt, sondern tatsächlich Entscheidungen zum Wohl der

Mitarbeiter und der Kliniken getroffen werden.

Nach welchen Prinzipien erfolgt die Vergütung?

Es gibt bei Asklepios regional sehr unterschiedliche Vergütungen.

Der Grund dafür ist das dezentrale Führungsprinzip. Jede

Klinik ist für ihr Betriebsergebnis selbst verantwortlich und

muss dementsprechenden Einfluss auf den größten Kostenblock,

die Personalkosten, haben. Der konzernweite Tarifvertrag

für Ärzte ist der Marktsituation und dem Wettbewerb um

die besten Mediziner geschuldet.

Flächentarifverträge sind auch nicht automatisch gesellschaftspolitisch

gerecht – entscheidend ist immer die regionale Kaufkraft.

Hochpreisregionen wie Sylt, München und Hamburg

sind nun einmal hinsichtlich der Lebenshaltungskosten nicht

vergleichbar mit dem Bayrischen Wald, Ostbrandenburg oder

dem Schwarzwald.

Auch eine Gleichbehandlung von Rehabilitationskliniken und

Akutkliniken oder von Kliniken mit unterschiedlichen Schwerpunktdisziplinen

kann auch aufgrund der unterschiedlichen

Erlössituationen nicht befürwortet werden.

Welche Rolle spielen flexible Vergütungen?

Asklepios arbeitet zunehmend mit Zielvereinbarungen. Die

bisherigen Erfahrungen mit diesem Entlohnungsmodell werden

von allen Beteiligten sehr positiv beurteilt. Wichtig ist, dass

die Ziele erreichbar sind und mit dem betreffenden Mitarbeiter

besprochen werden. Er erhält bei Erreichung des Zieles einen

angemessenen Bonus – und der Arbeitgeber kann sich sicher

sein, dass mit diesem Mitarbeiterführungsmodell planerische

Schwerpunkte tatsächlich engagiert umgesetzt werden.

46 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 47

Kontakt

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft

mbH

Konzernbereich Arbeits- & Tarifrecht

Debusweg 3, 61462 Königstein-Falkenstein

Tel.: (06174) 90 1440

Fax: (06174) 90 1412

E-Mail: d. brenneis@asklepios.com

Gibt es neben dem Einkommen noch andere Faktoren, um die

Arbeitsbedingungen positiv zu beeinflussen?

Unter Ausnutzung der Marktmacht kann der Konzern seinen

Mitarbeitern verschiedene Rahmenverträge zur Verfügung stellen.

Beispielsweise besonders günstige Gruppenverträge großer

Versicherungen oder auch Verträge für die ergänzende Altersvorsorge.

In vielen Kliniken zahlt der Arbeitgeber zu dem vom

Arbeitnehmer festgelegten anzusparenden Betrag zur Altersvorsorge

einen Zuschuss. Mit einer großen Krankenversicherung

besteht ebenfalls ein zentraler Gruppenvertrag.

Viele Kliniken haben für ihre Mitarbeiter Sonderkonditionen

mit örtlichen Unternehmen ausgehandelt, das betrifft sowohl

Güter des täglichen Bedarfs als auch lokale Dienstleistungen.

Oft können Mitarbeiter auch Wohnraum zu besonders günstigen

Konditionen mieten. Und die unentgeltliche Nutzung von

Einrichtungen der Kliniken wie zum Beispiel Fitnessräume,

Schwimmbäder oder Saunalandschaften gehört im Konzern fast

schon zum Standard.

Wie engagiert sich Asklepios für die Gesundheit seiner Mitarbeiter?

Wie von einem Unternehmen der Gesundheitsbranche nicht

anders zu erwarten, werden den Mitarbeitern und ihren Familien

vielerorts Möglichkeiten zur unentgeltlichen Gesundheitsvorsorge

angeboten. Steigender Beliebtheit erfreuen sich

Grippeschutzimpfungen, Kurse zur Raucherentwöhnung, Rückenschule

und Yogakurse. Sehr häufig gewähren die Kliniken

ihren Mitarbeitern auch Upgrades in der Krankenversorgung

wie Ein- bzw. Zweibettbehandlung, Privatzimmer oder Chefarztbehandlung.

Wie beurteilen die Mitarbeiter die Arbeitsbedingungen?

Wichtig ist, dass die Mitarbeiter an ihrer Arbeit Freude haben

und die Arbeit zu einer gewissen Befriedigung führt. Dies wird

aber nicht ausschließlich durch monetäre Anreize erreicht, sondern

in hohem Maß durch ein interessantes und abwechslungsreiches

Arbeitsumfeld, Kollegialität und offene Kommunikation.

Das wesentlichste Moment ist aber die Sicherheit des Arbeitsplatzes.

Und die ist nur in einem wirtschaftlich gesunden Unternehmen

mit einer verantwortungsvollen Personalpolitik

möglich.


Gesundheit & Wirtschaft

Trainees bei Asklepios

der Führungskräftenachwuchs

traf sich in Bad Salzungen

Im August hatten nun fünfzehn Nachwuchsführungskräfte

aus verschiedenen

Asklepios-Geschäftsbereichen Gelegenheit,

sich auf einer Veranstaltung über

Grundlagen der Asklepios-Unternehmensführung

und aktuelle Themen zu

informieren. Organisatoren waren Friedhelm

H. Girke, Leiter Konzernbereich

Personal, Organisation, Pflegemanagement,

und Anja Rhode, Geschäftsführerin

Asklepios Kliniken Hamburg GmbH und

Leiterin Konzern-Personalentwicklung.

Im Rahmen des Asklepios-Qualifizierungsprogramms

übernehmen die Trainees

Aufgaben in allen relevanten Bereichen

eines Krankenhauses und werden

so auf die Übernahme von Leitungspositionen

vorbereitet. Sie arbeiten in Klinik-

und Konzern-Projekten mit und verantworten

diese zum Teil auch selbständig.

Um die Management-Anforderungen

unterschiedlicher Organisationen zu

erleben, ist der Einsatz in mindestens

zwei Kliniken vorgesehen. Während des

Programms hat der Führungskräftenachwuchs

die Möglichkeit, an Seminaren

teilzunehmen, die Fach- und Managementkompetenzen

vermitteln. Weiterhin

findet eine regelmäßige Potenzialbeurteilung

statt. Bei entsprechender Eignung

kann im Anschluss an das Trainee-

Programm eine Funktion als Assistenz

der Geschäftsführung oder eine andere

geeignete Position übernommen werden.

Erklärtes Ziel des Asklepios-Qualifizierungsprogramms

ist die weitere Entwicklung

bis hin zur eigenverantwortlichen

Leitung einer Asklepios Klinik.

Bei der Veranstaltung in Bad Salzungen

stellten die Teilnehmer zunächst ihre Er-

fahrungen und Leistungen anhand von

Projekten vor. Diese Referate ließ sich

auch Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender

der Konzerngeschäftsführung, nicht

entgehen – alle Referenten bekamen

nach ihren Vorträgen aufschlussreiches

Feedback. Außerdem erhielten die Nachwuchsführungskräfte

Gelegenheit, mit

Dr. Kaltenbach in einer offenen Fragerunde

ins Gespräch zu kommen.

Auf dem weiteren Tagesprogramm standen

Referate mit aktuellem Praxisbezug,

präsentiert von erfahrenen Asklepios-

Managern. Die Teilnehmer folgten aufmerksam

den Vorträgen zu Themen wie

Projektmanagement, Einweiserbindung

und -management sowie klinisches Risikomanagement.

In einer abschließenden

Präsentation regte Frau Rhode den Führungsnachwuchs

zum Nachdenken über

„gesunde Führung“ an. Es wurde klar,

dass es DEN Führungsstil oder DAS Füh-

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rungsmodell nicht gibt. Führungskräfte

von heute müssen in einem sich ständig

in Bewegung befindlichen Führungsprozess

mit dem richtigen Führungsverhalten

die optimale Passung von Situation,

Aufgabe und Mitarbeiter erreichen. Flexibilität

und Know-how in der Führung

und Motivation von Mitarbeitern sind

der Schlüssel zum Erfolg.

Nicht nur diese Erkenntnis konnten die

Nachwuchsführungskräfte aus der anderthalbtägigen

Veranstaltung mitnehmen.

Alle äußerten sich sehr positiv über

die Veranstaltung und waren erfreut,

durch die neuen, persönlichen Kontakte

mit ihren Kollegen eine gute Basis für den

Praxisaustausch bei aktuellen Problemstellungen

vor Ort zu haben.

48 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 49

Ulrich Kräutter


Patientenforum

Verletzlich – aber unbesiegbar!

Kinder aus zerrütteten Familien

Die traditionellen Familienstrukturen haben sich in den letzten 20 Jahren einschneidend geändert und mit ihnen

viele Lebenskonzepte. Die Scheidungsrate im deutschsprachigen Raum beträgt zwischen 35 und 45 %. In

Deutschland gibt es fast 3 Millionen Alleinerziehende und entsprechend viele Kinder, die mit nur einem Elternteil

aufwachsen. Meist mit der Mutter und oft unter schwierigen finanziellen Lebensbedingungen. Das ökonomische

und soziale Gefüge gerät immer mehr ins Wanken. Arbeitslosigkeit, Schulden, Über- und Unterforderungen am

Arbeitsplatz machen es vielen Eltern schwer, sich adäquat um ihren Nachwuchs zu kümmern. Selbst bei einigen

Familien, die nach außen stabil wirken, brodeln unterschwellig Konflikte und Ängste. Verhaltens- und psychisch

gestörte Kinder und Jugendliche gibt es in zunehmendem Umfang, ebenso eine steigende Anzahl psychisch kranker

Erwachsener. Asklepios intern sprach mit dem Psychologen Sebastian Petzold, Asklepios Fachklinikum

Stadtroda, über Ursachen und Lösungen für zerrüttete Familien.

Literaturempfehlung

Margharita Zander

Armes Kind – starkes Kind? Die Chance der Resilienz,

Vs Verlag, 24,90 €

Machen zerrüttete Familien krank?

Der überwiegende Teil der Kinder und Jugendlichen in unserem

Land wächst gesund auf. 39 Prozent haben einen sehr

guten und weitere 54 Prozent einen guten Gesundheitszustand.

Die Heranwachsenden, die an gesundheitlichen Störungen

leiden, kommen tatsächlich meistens aus sozial benachteiligten

Familien. Forschungen und Statistiken der letzten Jahren

sprechen eine klare Sprache: Armut macht krank. Chronische

Armut, ein niedriger sozialer Status, familiäre Disharmonien,

Alkohol- und Drogenmissbrauch oder Kriminalität der Eltern,

ein niedriges Bildungsniveau der Eltern, psychische Erkrankungen

eines bzw. beider Elternteile, Trennungen, Scheidungen

und die Wiederheirat der Eltern sind die hauptsächlichen Gründe

für familiäre Probleme. Betroffen sind am häufigsten Hochrisikofamilien,

bei denen mehrere Faktoren zusammentreffen.

Zerrüttungen und dauerhafte Probleme in der Familie können

die Entwicklung einer stabilen physischen und psychischen Gesundheit

eines Kindes massiv behindern.

Wie machen sich erste Symptome dadurch bedingter seelischer

Belastungen bei Kindern und Jugendlichen bemerkbar?

Jedes Kind braucht Zuwendung und Liebe. Bekommt es die

nicht, leidet das Selbstwertgefühl. Die Kinder fühlen sich einsam

und allein gelassen.

Einige ziehen sich zurück, andere schlagen um sich oder suchen

anderweitig lautstark nach Aufmerksamkeit. Sie stören den Unterricht

oder bleiben ihm ganz und gar fern. Viele Symptome

fallen erst sehr spät auf, denn Kinder weinen mit dem Bauch.

Kinderarmut, Arbeitslosigkeit der Eltern oder häusliche Gewalt

sind immer wieder Themen in der Politik und in den Medien.

In welchem Ausmaße können Lehrer und Erzieher auf auffällige

familiäre Situationen einwirken?

Lehrer und Erzieher können Familienstrukturen nicht verändern.

Sie sollten dennoch genau schauen, wenn ein Kind mit

blauen Flecken zum Unterricht erscheint. Hier ist es angebracht,

nach Gründen zu fragen, den sozialen Hintergrund zu erkunden

und Hilfsangebote zu unterbreiten, ohne anzuklagen. Oft

haben die Eltern selbst genug Schwierigkeiten, sind mit der Situation

überfordert und stehen den Problemen mit ihren Kindern

hilflos gegenüber.

Es gibt zahlreiche Interventionsmöglichkeiten von Seiten des

Jugendamtes. Beispielsweise können Familien durch intensive

Beratung und Begleitung Lösungen von Alltagsproblemen

und bei der Konfliktbewältigung probieren, üben und lernen.

Eltern sollen in ihrer Erziehungskompetenz gefördert werden.

Es stehen Antiagressions- und Sozialkompetenzprogramme

zur Verfügung. Kleine Kinder lernen im Rahmen von Tagesprogrammen,

was Regelmäßigkeiten bedeuten. Greifen diese Maßnahmen

nicht, kann auch eine stationäre Hilfe im Rahmen einer

Heimunterbringung erfolgen. Erst wenn alle diese Schritte ausgeschöpft

und keine Veränderungen zu erkennen sind, ist eine

Abklärung in der Kinder- und Jugendpsychiatrie notwendig.

Warum gibt es Kinder, die aus diesem Teufelskreis herauskommen

und sich im späteren Leben behaupten, während andere

daran zerbrechen?

Dazu fällt mir spontan ein kleines, aufgewecktes Mädchen mit

roten Zöpfen und Sommersprossen ein: Pippi Langstrumpf.

Diese kesse Göre zeigt fast alle Merkmale eines benachteiligten

Kindes. Nach dem frühen Tod der Mutter kümmert sich der Vater

nur sporadisch um das Mädchen. In der Villa „Kunterbunt“

lebt sie auf sich allein gestellt. Sie schwänzt munter die Schule,

kann weder lesen noch schreiben und lügt, dass sich die Balken

biegen. Ihre Unruhe und Bewegungsdrang legen eine ADHS-

Diagnose nahe. Aber hatten Sie jemals das Gefühl, Pippi wäre

unglücklich?

Es gibt Kinder, die über eine ausgesprochen hohe psychische

Widerstandskraft verfügen. Trotz biologischer und psychosozialer

Entwicklungsrisiken entfalten sie sich gesund. Sie passen

sich an die widrigen Lebensumstände an und machen infolge

eines Interaktionsprozesses zwischen sich und ihrer Umwelt

das Beste daraus. Diese Kinder zeigen ein flexibleres und weniger

impulsives Temperament. Ihre Zukunft sehen sie realistisch.

Sie haben mehr Selbstvertrauen, sind leistungsmotivierter und

haben öfter eine feste außerfamiliäre Bezugsperson. Solche Kinder

sind davon überzeugt, dass sie geliebt werden. Sie sind verletzlich,

aber unbesiegbar. Ihre Widerstandsfähigkeit ist jedoch

zeitlich nicht stabil und kann situativ variieren. Keiner weiß, ob

Pippi Langstrumpf als junge Frau so abenteuerlustig und unbeschwert

geblieben ist.

Dennoch zeigen Forschungsergebnisse ganz eindeutig: Auch

Kinder aus Hochrisikofamilien können sich seelisch und körperlich

gesund entwickeln.

Das Gespräch führten Mandy Wolf und Cornelia Kabis

50 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 51

Kontakt

Dipl.-Psych. Sebastian Petzold

Station KJP 4

Asklepios Fachklinikum Stadtroda

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und -psychotherapie

Bahnhofstraße 1a, 07646 Stadtroda

Tel.: (036 428) 56 12 73

Fax: (036 428) 56 12 17

E-Mail: s.petzold@asklepios.com

Dipl.-Psych. Sebastian

Petzold


Patientenforum

Klinik Bad Oldesloe

als Traumazentrum zertifiziert

Die Klinik Bad Oldesloe setzt nach der erfolgreichen KTQ-Rezertifizierung ihre „Qualitätsoffensive“ mit der

Zertifizierung als Traumazentrum fort. Sie wurde dafür als eine der ersten Kliniken Deutschlands geprüft, erfüllt

nachweislich alle Anforderungen zur Mitbehandlung von Schwerverletzten und ist nunmehr anerkanntes Mitglied

im Traumanetzwerk der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie.

Geplant ist, dass alle Kliniken, die an der

Versorgung Schwerverletzter beteiligt

sind, in den nächsten Jahren eine solche

Prüfung durchlaufen und in der Folge als

ein gemeinsames regionales Traumanetzwerk

zertifiziert werden.

Voraussetzung für die bestmögliche Versorgung

ist ein organisiertes, regelmäßig

geübtes und nachvollziehbares Unfallmanagement.

Die ständige Anwesenheit von

speziell ausgebildeten Unfallchirurgen ist

ebenso erforderlich wie die Bereitstellung

von kompletten Unfallteams rund um die

Uhr: Pflegekräfte, Anästhesisten, Chirurgen,

Labor und Mitarbeiter der Röntgen-

abteilung stehen ständig für Diagnostik

und Therapie von Schwerverletzten bereit.

In bestimmten Fällen, zum Beispiel

bei Gehirnblutungen, erfolgt aber auch

eine gezielte und koordinierte Weiterverlegung

mit dem Notarztwagen oder dem

Rettungshubschrauber in Spezialkliniken.

Auf diese Weise werden Unfallverletzte

in einer organisierten Rettungskette

optimal versorgt, und es lassen sich die

für den Patienten günstigsten Behandlungsabläufe

und -ergebnisse erzielen.

Durch die Einführung des Traumanetzwerks

konnte schon in den letzten Jahren

ein wesentlicher Beitrag zur Verringerung

Kontakt

PD Dr. Günter-Willy Fröschle

Chefarzt der Abt. für Chirurgie

Asklepios Klinik Bad Oldesloe

Schützenstraße 55

23843 Bad Oldesloe

Tel.: (04531) 68 - 1080

E-Mail: g.froeschle@asklepios.com

der unfallbedingten Todesfälle in Deutschland

erreicht werden. Mittlerweile liegt

die Bundesrepublik in diesem Bereich international

an der Spitze. Durch die Zertifizierung

wurde nun auch der Klinik Bad

Oldesloe offiziell die hervorragende Qualität

ihrer Unfallversorgung bestätigt.

Psychokardiologie – Asklepios erweitert

sein Angebot für Herzpatienten

Was lange als Volksweisheit galt, wurde in den vergangenen Jahren wissenschaftlich belegt: Seelischer Stress kann

auch die Gesundheit des Herzens gefährden. Im Oktober startete das Hamburger Asklepios Gesundheitszentrum eine

neue Dienstleistung, um Herzpatienten künftig nicht nur physisch, sondern auch psychologisch besser zu betreuen.

Initiator ist der Geschäftsführer und Herzchirurg der Asklepios Cardio Clinic, Dr. Hans Martin Stubbe.

Die Psychokardiologie ist eine relativ junge

Wissenschaft, die sich mit dem Einfluss

sozialer und psychischer Faktoren auf

Herz-Kreislauf-Erkrankungen befasst. Studien

haben unter anderem bewiesen, dass

depressive Herzpatienten nicht nur sehr

viel schlechter, sondern auch kürzer leben

als nicht depressive Mitpatienten mit vergleichbaren

Herzschädigungen. 2008 veröffentlichte

die Deutsche Gesellschaft für

Kardiologie ein Positionspapier zur Bedeutung

psychosozialer Faktoren in der

Kardiologie, in dem sie Ärzte auf den aktuellen

Erkenntnisstand hinweist. Experten

unterscheiden demnach drei Gruppen

psychokardiologischer Patienten:

Menschen mit kardiologischen Erkrankungen

Für viele Menschen sind Eingriffe am

Herzen eine traumatische Erfahrung. Das

Bewusstsein, dem Tod nahe gewesen zu

sein oder bereits einen Herzstillstand erlitten

zu haben, belastet die Seele. 20 bis

30 Prozent der Betroffenen entwickeln im

Rahmen der Krankheitsbewältigung Depressionen.

Patienten mit Herzbeschwerden ohne

physischen Befund

Diese Menschen haben oft eine lange

Odyssee von Arztbesuchen hinter sich,

bevor sie psychosomatisch behandelt

werden. Ihre Herzbeschwerden haben

psychologische Hintergründe: Anstatt

Gefühle wie Trauer oder Angst wahrzunehmen,

reagieren diese Menschen mit

körperlichen Symptomen wie Herzrasen

oder Brustschmerzen.

Menschen mit Angst- und Panikstörungen

Bei ihnen sind die Herzprobleme Folge

einer psychischen Erkrankung. Eine Studie

belegt, dass diese Patienten ein um 30

Prozent höheres Risiko haben, kardiovaskuläre

Erkrankungen zu entwickeln als

Menschen ohne Angststörung.

Im Medizinischen Versorgungszentrum

(MVZ) Mitte der Hamburger Kliniken

kümmern sich ein Psychiater, ein Kardiologe

und ein Physiotherapeut um die

Patienten. Die Experten sind über eine

Hotline zu erreichen. Ist eine längerfristige

psychologische Betreuung notwendig,

finden Betroffene diese im „Ulmenhof“,

einer teilstationären Einrichtung des

Westklinikums, sowie im „Fachzentrum

Psychokardiologie” der Tagesklinik. Unter

oberärztlicher Leitung von Dr. Catrin

Mautner-Lison umfasst das Behandlungsangebot

eine Fachambulanz mit Beratung

und Coaching, einen Konsiliardienst für

kardiologische Zentren und Praxen sowie

Behandlungen in der Tagesklinik. Auch

eine berufsbegleitende oder stationäre

Betreuung wird künftig in der Psychosomatischen

Abteilung des Westklinikums

möglich sein.

52 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 53

Link

http://www.kardiopsychologie.at/

Kontakt

Dr. Hans Martin Stubbe

Geschäftsführer MVZ Nord GmbH

Tel.: (040) 18 18 85 - 2650

E-Mail: h.stubbe@asklepios.com

Dr. Hans Martin

Stubbe


Patientenforum

Wie man ein Wunder erleben kann

Ich erinnere

mich noch genau

an das Glücksgefühl,

als meine Frau Jessica mir eröffnete,

dass sie schwanger sei. Die Wochen

vergingen und ich spürte, wie meine

liebe Frau mehr und mehr in ihr Inneres

lauschte. Ihr Gang wurde gemessener,

und sie bekam dieses ganz bestimmte

Lächeln, das nicht einmal ein Buddha besitzt.

Ein bisschen kam ich mir vor wie ein

Außenstehender, obwohl ich doch stets

so nah dabei war.

Ich fing an, mich mit Windeln, Stillen,

Kinderöl und vielen, mir sonst sehr fremden

Dingen auseinanderzusetzen. Vor

allem fragte ich mich: Wo werden meine

Frau u n d

das Kind am besten aufgehoben sein?

Welches ist das beste Krankenhaus? Welcher

ist der beste aller Ärzte?

Nach Gesprächen mit unserer Frauenärztin

Frau Dr. Köster und Freunden zeichnete

sich die klare Entscheidung für einen

Kaiserschnitt ab. Den aber sollte ein begnadeter

Arzt ausführen, der seinen Beruf

mit Leidenschaft ausübt. Offensichtlich

haben wir Glück in Hamburg. Es gibt

eine Reihe hervorragender Geburtshelfer,

doch wer war speziell für uns der Beste?

Alle Wege führten

schließlich in

die Asklepios Klinik Altona,

denn im dortigen Perinatalzentrum

befinden sich ausschließlich

hervorragende Spezialisten. Allen voran

Professor Volker Ragosch.

Um mich auf das Kommende vorzubereiten,

kaufte ich einige seiner zahlreichen

Bücher zu Schwangerschaft und Geburt.

Auf das Werk „Geburtshilfe – Prüfungsfragen”

verzichtete ich allerdings.

Mit leicht trockener Kehle und etwas

zittriger Hand rief ich im Sekretariat

des berühmten Professors an. Eine fröhliche,

freundliche Stimme meldete sich,

und wir vereinbarten den ersehnten Gesprächstermin.

Es war eine herzliche Begrüßung, fast

so, als wären wir alte Bekannte. Vor uns

hatten wir nicht einen dieser Halbgötter

in Weiß, sondern einen Menschen, einen

liebenswerten Menschen sogar! Das Gespräch

mit ihm nahm uns alle Ängste und

Zweifel.

Auf unsere Frage, wie lange so ein Kaiserschnitt

dauern würde, antwortete der

Professor: „Wenn ich nicht in Form bin,

zwanzig Minuten, sonst fünfzehn Minuten.”

(Er muss am entscheidenden Tag in

bester Form gewesen sein, denn es dauerte

nur knapp zwölf Minuten!) Dann aber

kam der Schock für mich, denn er meinte

charmant: „Sie werden doch sicherlich

dabei sein!“ Sosehr ich auch unser Baby

herbeisehnte – das kam für mich überhaupt

nicht in Frage! Ich stelle mir die

Szenerie vor: ein Operationssaal, streng

blickende, ernste Gesichter, auf deren

Stirn der Schweiß der Anstrengung steht,

angespannte Atmosphäre, das Klappern

der Instrumente, Anweisungen, Tupfer,

Zange, Hammer und Meißel, Blut spritzt

im hohen Bogen, Schmerzensschreie,

nein wie grauenhaft, nichts für mich! Die

Sympathie für den Professor hatte sich

deutlich abgekühlt! Wir vereinbarten den

Termin und verabschiedeten uns schnell.

In den nächsten Wochen fühlte ich mich,

als würde ich im Regen auf einen Bus

warten – die Zeit wollte einfach nicht vergehen.

Montagmorgen. Der entscheidende Tag

begann. Die Stimme unserer Hebamme

Grit war beruhigend. Wenn es nur

nach der Stimme gehen würde, könnte

sie damit Heerscharen von Psychologen

arbeitslos machen. Ob sie eine Beruhigungsspritze

für mich hat? Gibt es hier

eine Hausbar? Warum lächeln alle nur so

entspannt? Soll hier etwas vertuscht werden?

Der Anästhesist Dr. Pfad schien die

Gelassenheit selbst zu sein.

Dann begann dieser endlose Spaziergang

über den Flur. Mir tippte jemand auf die

Schulter: Prof. Ragosch wollte mir den

Weg in den Umkleideraum zum OP weisen.

Nie im Leben! Doch nach vielen Versicherungen

und gutem Zureden fand ich

mich im Umkleideraum wieder.

Ganz in Grün gewandet und mit Mundschutz

betraten wir den Raum der Räume.

Das entspannte Lächeln meiner Frau

machte mir Mut. Hebamme Grit, der

Anästhesist und einige Assistentinnen

erkannte ich nur an den Augenlachfältchen,

die hier wohl alle zu haben scheinen.

Mein Platz war am Kopf meiner Frau. Ich

saß auf dem Stuhl des Anästhesisten, vor

mir ein Tuch, das alles verbarg. Ich versuchte

aus den Gesichtern etwas zu lesen,

was meine Unsicherheit bestätigen würde.

Doch nichts dergleichen. Ehe ich noch

fragen konnte, wann es losgeht, vernahm

ich ein leises, zartes Krähen. Ich war wie

vom Donner gerührt. Mein Kind, unser

Kind, meldete sich lebendig und gesund

in dieser Welt an! Man kann viel beschreiben,

aber nie diesen Moment! Ich bin so

dankbar für diesen wunderbaren Augenblick!

Ich durfte Zeuge sein!

Der Professor hielt ein winziges Menschlein

hoch. Unser Gottesgeschenk! Nie

werde ich jemandem dankbarer sein können

als unserem Professor Ragosch, dem

es gelungen war, mich davon zu überzeugen,

diesem Wunder beizuwohnen. Dank

für alle Zeiten, lieber Herr Professor Ragosch!

Dank all diesen fleißigen und engagierten

Menschen, die daran beteiligt

waren. Dank auch all jenen, die ich zwar

nicht gesehen habe, die aber mit dafür

sorgten, dass alles so perfekt verlief.

Wenn unsere Tochter Pia Dorothea eines

Tages diese Zeilen liest, wird sie vielleicht

verstehen, was es für mich bedeutet, sie

von der ersten Sekunde an lieben zu dürfen.

Wolfgang J. Castell

Milchstraße 19

20148 Hamburg

Tel. 040-444401

54 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 55


Patientenforum

Bei Schul-, Arbeits- und

Wegeunfällen unbedingt zum D-Arzt!

Die Klinik Lindenlohe erfüllt personell und räumlich alle Voraussetzungen, die Berufsgenossenschaften für Durchgangsärzte

fordern.

Dr. Isabel Winter (links) darf als D-Ärztin alle Arbeits-, Schul- und Wegeunfälle nach den Richtlinien der Berufsgenossenschaften

untersuchen.

In der dunklen Jahreszeit, besonders bei

Schnee- und Eisglätte, werden Straßen

und Wege schnell zu einem gefährlichen

Pflaster: Die Unfallgefahr steigt. Wenn

aber auf dem Weg zur Arbeit oder auf

dem Schulweg tatsächlich etwas passiert,

gelten – ebenso wie bei Arbeitsunfällen –

besondere Vorschriften.

Für die Behandlung von Arbeits-, Schulund

Wegeunfällen gibt es bestimmte

medizinische, apparative und räumliche

Richtlinien und Vorgaben durch die

gesetzlichen Unfallversicherungen und

Berufsgenossenschaften. Der wichtigste

Punkt dabei: Es werden nur Medizinerinnen

und Mediziner mit einer bestimmten

fachlichen Qualifikation als Durchgangsärzte

(D-Ärzte) zugelassen.

In der Orthopädischen Klinik Lindenlohe

erfüllt Dr. Isabel Winter, Leiterin der Abteilung

für Sportorthopädie und Unfallchirurgie,

seit April diese Voraussetzungen.

Die zugelassenen D-Ärzte müssen

den Nachweis erbringen, über mehrere

Jahre in berufsgenossenschaftlichen Heilverfahren

und auch gutachterlich tätig

gewesen zu sein. Fachlich zählt nicht nur

die theoretische, sondern auch die praktische

Erfahrung. Praxen oder Kliniken

müssen über Röntgen oder MRT verfügen

sowie über septische und aseptische

Operationssäle.

Die rund 3.500 D-Ärzte in Deutschland

behandeln jährlich etwa drei Millionen

Versicherte der Berufsgenossenschaften.

Der D-Arzt steuert als Vertreter des Patienten

gegenüber der Unfallversicherung

das gesamte Heilverfahren. Er ist also

Kontakt

Dr. Isabel Winter

Leiterin der Abteilung für Sportorthopädie

und Unfallchirurgie der Asklepios Orthopädischen

Klinik Lindenlohe, D-Ärztin

Tel. (09431) 888-601

Dr. Isabel Winter

E-Mail: is.winter@asklepios.com

von der Erstversorgung bis zur etwaigen

Rehabilitation koordinierend tätig, ebenso

wie gegebenenfalls bei der Beantragung

von Entschädigungsleistungen. Das

Durchgangsarzt-Verfahren regelt sowohl

die Behandlung als auch die Kostenübernahme

bei Schul- oder Arbeits- und Wegeunfällen.

Kostenträger der Behandlung

sind dabei die gesetzlichen Unfallversicherungen

der Berufsgenossenschaften.

In der Klinik Lindenlohe wurde nun

eine spezielle Berufsgenossenschaftliche

Sprechstunde (also eine D-Arzt-Sprechstunde)

eingerichtet: jeden Mittwoch von

11 bis 13 Uhr. Anmeldung telefonisch unter

(09431) 888-601, für Notfälle ist rund

um die Uhr die Rufnummer (09431) 888-

666 freigeschaltet.

Austausch und Information

2. Hamburger Brustkrebstag in der Asklepios Klinik Barmbek

Prof. Dr. Volker Ragosch, Ina Dietrich, Prof. Dr. Andree Faridi

Brustkrebs ist die häufigste Krebserkrankung

unter deutschen Frauen – jährlich

bedeutet die Diagnose für mehr als 60.000

Betroffene einen Bruch im Leben. Um das

Mammakarzinom besser behandeln zu

können und die Sterblichkeitsrate zu senken,

wird in Deutschland viel unternommen:

Um Früherkennung und Heilung

zu verbessern, wurde das Mammographie-Screening

mittlerweile bundesweit

etabliert. Zweites wichtiges Standbein ist

die Sicherstellung einer hochqualitativen,

modernen, sicheren und fachübergreifenden

Behandlung in zertifizierten Brustzentren.

Prof. Dr. Andree Faridi, Ärztlicher Leiter

des Asklepios Brustzentrums Hamburg,

fasst die Aufgaben aber noch weiter: „Es

ist wichtig, die Patientinnen in den Behandlungsprozess

einzubeziehen und

sie zu Expertinnen in eigener Sache zu

machen.“ Diesem Ziel diente auch der 2.

Erfahrungsaustausch

an den Ständen

Hamburger Brustkrebstag in der Asklepios

Klinik Barmbek Mitte September.

Vorgestellt wurden unter anderem die

Anforderungen an Brustzentren, das

Mammographie-Screening in Hamburg,

diagnostische Methoden und therapeutische

Verfahren wie die Strahlentherapie

oder medikamentöse Behandlung. Zahlreiche

Vorträge beschäftigten sich auch

mit den Möglichkeiten, die Lebensqualität

während und nach der Behandlung zu

verbessern.

So stellte die Hamburger Krebsgesellschaft

das Projekt „Jetzt aktiv“ vor, das

Patientinnen bereits in der Therapie- und

Nachsorgephase an Sport und Ernährung

heranführt. Das Thema Bewegung wurde

auch sehr eindrucksvoll von Dr. Freerk

Baumann aufgegriffen, der von einer

Wanderung auf dem Jakobsweg gemeinsam

mit Patientinnen berichtete. Eine ein-

deutige Botschaft vermittelte der Vortrag

von Prof. Andree Faridi und Dr. Jan Pasel:

Dank moderner Methoden der Brusterhaltung

und -rekonstruktion muss auch

nach einer großen Brustoperation keine

Patientin auf optisch ansprechende Brüste

verzichten.

Insgesamt bot das Tagesprogramm viel

Information, regte den Austausch unter

Betroffenen, Angehörigen und Experten -

unter anderem Breast Nurse Ina Dietrich

- an und wird mit Sicherheit auch in den

kommenden Jahren wieder angeboten.

Asklepios Brustzentrum Hamburg

Bereits im Jahr 2004 wurde die Asklepios

Klinik Barmbek als eines der bundesweit

ersten Brustzentren zertifiziert, im September

2008 erfolgte die gemeinsame

Zertifizierung der Asklepios Kliniken

Barmbek und Altona unter dem Dach des

Asklepios Brustzentrums Hamburg. Um

betroffenen Frauen überall in Hamburg

schnelle, wohnortnahe und qualitativ

hochwertige Versorgung zu bieten, wird

derzeit daran gearbeitet, das Brustzentrum

auf alle gynäkologisch ausgerichteten

Hamburger Asklepios Kliniken (neben

Altona und Barmbek auch Harburg,

Nord und Wandsbek) auszuweiten.

56 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 57


Patientenforum

Nach der Krankheit zurück in den Job

Konzentrationsstörungen, mangelnde Belastbarkeit, Bewegungseinschränkungen: Die Folgen von Unfällen und Erkrankungen

reißen Menschen oft auch aus ihrem Berufsleben heraus. Schon während des Klinik-Aufenthalts stellt

sich also die Frage: Wie geht es danach am Arbeitsplatz weiter? Asklepios intern sprach mit Diplom-Pädagogin Heike

Hinds-Johnson, die bei Salo und Partner in Hamburg den Bereich berufliche Rehabilitation leitet, über neue Wege und

Veränderungen als Chance.

Berufliche Rehabilitation ist ein in der Öffentlichkeit wenig bekannter

Begriff. Was steckt genau dahinter?

Die Berufliche Rehabilitation wendet sich an Menschen, die aufgrund

eines Unfalls oder einer Erkrankung Gefahr laufen, langfristig

nicht mehr voll oder gar nicht mehr erwerbstätig sein zu

können. Um diese Menschen wieder in das Arbeitsleben zu integrieren,

gibt es von den Arbeitsagenturen und den Rentenversicherungen

Umschulungs- und Eingliederungs-Maßnahmen.

Für welche Patienten kommt berufliche Rehabilitation infrage?

Grundsätzlich für jeden. Wenn beispielsweise ein Lkw-Fahrer

mit kaputter Lendenwirbelsäule keine Hilfestellung bekommt,

besteht das Risiko, dass er langfristig arbeitslos oder sogar erwerbsunfähig

wird. Auch wenn jemand an Depressionen erkrankt

und ein Zusammenhang zwischen der Belastung am

Arbeitsplatz und der Erkrankung besteht, ist eine berufliche

Rehabilitation erforderlich.

Wann ist der richtige Zeitpunkt für eine solche Hilfe?

Sobald man nach einem Unfall oder einer Erkrankung merkt,

dass die bisherige Tätigkeit so nicht mehr zu schaffen ist. Wenn

also zum Beispiel eine Krankenschwester oder eine Altenpflegerin

einen Burn-out hat oder wenn ein Tischler nach mehreren

Knie-Operationen Schwierigkeiten mit dem Stehen hat.

Wo können Patienten Rat und Hilfe bekommen?

In den meisten Kliniken, insbesondere in den Reha-Kliniken,

Infos über Maßnahmen und Standorte unter

www.salo-ag.de

gibt es soziale Dienste, die beraten und oft auch schon Kontakte

herstellen. So klären beispielsweise in den psychiatrischen Kliniken

von Asklepios die Sozialarbeiter Patienten während ihres

Klinikaufenthaltes darüber auf, wie sie berufliche Reha in die

Wege leiten können.

Kommen die Menschen zu früh oder zu spät zu Ihnen?

Unterschiedlich. Gerade Menschen mit psychischer Erkrankung

haben oft eine längere Leidenszeit hinter sich. Das Arbeitsleben

ist fordernder geworden, die Ansprüche sind enorm gestiegen

– sowohl, was die zeitliche Belastung angeht, als auch in Bezug

auf die Flexibilität. Wer dann in eine Depression fällt, massive

Ängste hat, kann den Belastungen am Arbeitsplatz nicht mehr

standhalten und sollte Rat und Hilfe einholen.

Ist ein Klinik-Aufenthalt Voraussetzung für berufliche Rehabilitation?

Nein, auch eine ambulant behandelte Krankheit kann ein Umdenken

erfordern. Wenn einem der ambulant behandelnde

Facharzt sagt, dass man in seinem bisherigen Beruf nicht mehr

tätig sein kann, sollte man sich an die Arbeitsagentur oder an

die Rentenversicherung wenden.

Wie können Sie helfen?

Zu Beginn der Reha-Maßnahmen erarbeiten wir ein genaues

Profil unserer Teilnehmer: Was haben wir für einen Menschen

vor uns? Was hat er für Stärken, für fachliche Kompetenzen?

Was sind seine Einschränkungen? Wo sind seine Belastungsgrenzen,

zum Beispiel bei einer möglichen Reisetätigkeit?

Dann schauen wir, wo es einen Arbeitsplatz gibt, an dem der

Betreffende eine Chance hat, mit seinen Kompetenzen wieder

eine Tätigkeit auszuüben. Wir prüfen auch, ob weitere Qualifizierungen

nötig sind oder ob die Notwendigkeit besteht, einen

ganz neuen Beruf zu erlernen. Wir steigern die Belastbarkeit der

Teilnehmer zunächst in einer Unterrichtsphase. Danach folgen

Arbeits-Erprobungen bei Praktika in Betrieben.

Müssen sich die Teilnehmer selbst einen Betrieb suchen?

Nein, das machen wir. Gerade in der Erprobungsphase ist es

wichtig, dass es sich um Betriebe handelt, von denen wir wissen,

dass die Teilnehmer dort freundlich aufgenommen werden

und Aufgaben bekommen, die ihren Fähigkeiten entsprechen.

Wird aus dem Tischler dann ein Bürokaufmann?

Das ist möglich. Ein Geselle hat vielleicht nur eine geringe

kaufmännische Vorbildung, ein Meister hingegen kann unter

Umständen eine kaufmännische Qualifizierungsmaßnahme

bekommen und im Bereich Kundenbetreuung eine neue Aufgabe

finden. Ist das alles nicht möglich, wird eine Umschulung in

Erwägung gezogen.

Aus welchen Branchen kommen Ihre Teilnehmer?

Querbeet: Handwerk, kaufmännischer Bereich, Pflege und Soziales.

Gerade die Pflegeberufe sind sehr anspruchsvoll und die

Lösungsansätze sehr individuell, je nach den Stärken der Teil-

nehmer. Manche Betroffene schulen um zu Kauffrau oder Kaufmann

im Gesundheitswesen. Andere versuchen einen Quereinstieg

im Verkauf oder im Housekeeping eines Hotels. Nichts ist

ausgeschlossen, wir suchen immer nach den besten Alternativen.

So wurde auch schon einmal aus einer Krankenschwester

eine Gärtnerin.

Wer zahlt berufliche Rehabilitation?

Unterschiedlich, zum Beispiel die Arbeitsagentur, kommunale Träger,

die Rentenversicherungen oder die Berufsgenossenschaften.

Wie hoch ist Ihre Erfolgsquote?

Rund 70 Prozent unserer Teilnehmer haben am Ende einen neuen

Arbeitsplatz oder besuchen eine weiterführende Qualifizierungsmaßnahme.

Wie alt sind die Menschen, die zu Ihnen kommen?

Von Anfang zwanzig bis Ende fünfzig. Es gibt selten Fälle, in

denen wir nicht helfen können. Viele Teilnehmer halten lange

zu uns Kontakt. Manche kümmern sich heute sogar selbst um

andere, die über berufliche Rehabilitation neue Wege zurück in

den Job finden möchten.

Heike Hinds-Johnson

58 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 59

Silvia Stammer

Kontakt

Heike Hinds-Johnson

Salo + Partner Berufliche Bildung GmbH

Spaldingstr. 57-59, 20097 Hamburg

Tel.: (040) 23916-146

E-Mail: heikehinds-johnson@salo-ag.de


Patientenforum

Rheuma-Schnelltest in fünfzehn

Minuten

Die rheumatoide Arthritis (RA) ist weltweit die häufigste chronisch-entzündliche Erkrankung der Gelenke. Für

eine erfolgreiche Therapie ist die frühe Diagnose von entscheidender Bedeutung. Dank einer neuen Methode kann

diese Erkrankung nun schneller und sicherer erkannt werden.

„Seit knapp einem Jahr

gibt es einen Schnelltest,

um das Blut auf Antikörper

gegen mutiertes

und citrulliniertes

Vimentin (Anti-MCV)

zu untersuchen“,

erklärt Prof. Dr. Martin

Fleck, Chefarzt

der Klinik und Poliklinik

für Rheumatologie/

Klinische Immunologie am Klinikum

Bad Abbach. Dieser Test ist sehr

zuverlässig und genau: Liegt eine Gelenkentzündung

vor und werden MCV-

Antikörper im Blut gefunden, kann man

mit einer Wahrscheinlichkeit von über 90

Prozent davon ausgehen, dass eine rheumatoide

Arthritis die Ursache ist. Allerdings

schließt ein negatives Testergebnis

eine rheumatoide Arthritis nicht sicher

aus, da die Antikörper nicht bei allen RA-

Patienten nachweisbar sind.

Ein wesentlicher Vorteil der neuen Methode

ist in jedem Falle der Zeitfaktor:

Bislang mussten die Patienten oft mehrere

Tage auf ein Ergebnis warten, nun

liegen die Testergebnisse bereits nach 15

Minuten vor. „Gerade bei rheumatischen

Erkrankungen ist eine frühzeitige und

exakte Diagnose wichtig, um möglichst

schnell richtig behandeln zu können und

so Folgeschäden zu vermeiden“, erklärt

Prof. Fleck. „Bei einem positiven Ergebnis

sollte der Patient deshalb unverzüg-

lich einen Rheumatologen

zur Therapieeinleitung

aufsuchen.“

Neben dem MCV-

Antikörpertest gibt es

noch andere Verfahren,

die auf eine RA

hinweisen, beispielsweise

die Bestimmung

von Rheumafaktoren

oder den Nachweis von Antikörpern

gegen cyclische citrullinierte Peptide

(Anti-CCP). Letztere galt bislang als die

treffsicherste Methode. Allerdings sind

diese Autoantikörper nur bei etwa zwei

Dritteln der RA-Patienten nachweisbar

– und Rheumafaktoren finden sich auch

bei Gesunden. So weist das Blut von rund

20 Prozent der über 60-Jährigen Rheumafaktoren

auf, doch nur wenige erkranken

tatsächlich an einer RA.

In Deutschland leiden rund 800.000 Menschen

an einer rheumatoiden Arthritis.

Die Krankheit tritt in jedem Lebensalter

auf. Frauen sind dreimal häufiger als

Männer betroffen und erkranken meistens

zwischen dem 25. und dem 35. oder

nach dem 50. Lebensjahr. Die Ursachen

der Krankheit sind nicht geklärt, es werden

jedoch neben einer genetischen Veranlagung

auch bisher nicht identifizierte

Umweltfaktoren für die Krankheitsentstehung

verantwortlich gemacht.

Bei der rheumatoiden Arthritis greift das

Immunsystem fälschlicherweise die eigenen

Gelenke sowie verschiedene Gewebe

an und zerstört sie. Erste Anzeichen

dieser Autoimmunerkrankung können

Schmerzen in den kleinen Finger- oder

Zehengelenken sein, aber auch Gelenkschwellungen,

Überwärmungen sowie

eine ausgeprägte Morgensteifigkeit sind

typisch. Viele Patienten klagen über Müdigkeit,

Leistungsschwäche oder Fieber.

Im weiteren Verlauf der Krankheit kann

es zu Gelenkzerstörungen kommen,

was eine immer stärkere Bewegungseinschränkung

zur Folge hat. Außerdem

können Rheumaknoten an den Streckseiten

der Gelenke oder Sehnenrisse

auftreten. Gefürchtet ist eine Beteiligung

innerer Organe, wobei Rippenfell- und

Herzbeutelentzündungen oder Entzündungen

der Augenwand ebenfalls zu den

Symptomen zählen, verursacht durch

eine Entzündung kleiner Blutgefäße. In

den letzten Jahren konnte zudem durch

große epidemiologische Studien nachgewiesen

werden, dass Rheumapatienten

auch ein deutlich erhöhtes Risiko für

Herzinfarkte und Schlaganfälle besitzen,

weshalb bei diesen Patienten besonders

auf eine Kontrolle kardiovaskulärer Risikofaktoren

zu achten ist.

„Bei der medikamentösen Therapie der

RA konnten in den letzten Jahren große

Erfolge erzielt werden“, berichtet Prof.

Fleck. So ermöglichen der frühzeitige

Einsatz und die Kombination von immunsuppressiven

Substanzen das Erreichen

des Therapieziels: eine Remission

der Erkrankung, die durch eine vollständige

Kontrolle der Entzündung und das

Verhindern einer Zunahme der Gelenkzerstörung

charakterisiert ist. Durch die

Einführung der neuen biologischen Medikamente

stehen hochwirksame Substanzen

zur Verfügung, mit denen erstmals

gezielt in den Krankheitsprozess

eingegriffen werden kann. Von diesen

profitierten besonders jene RA-Patienten,

bei denen durch die Behandlung mit den

klassischen Immunsuppressiva kein ausreichender

therapeutischer Erfolg zu erzielen

sei, führt der Experte aus.

Neben der medikamentösen Behandlung

helfen spezielle Bewegungstherapien,

die Gelenkfunktion zu erhalten. Sport

generell ist wichtig, da die Gelenke bei

zu wenig Aktivität noch mehr versteifen

würden. Allerdings sollte zuvor Rücksprache

mit dem Arzt gehalten werden.

Schmerzen die entzündeten Gelenke

stark, kann mit Kühl- oder Eispackungen

Linderung erzielt werden. In der Ergotherapie

lernen die Patienten, wie sie die

Gelenke richtig belasten und ihren Alltag

gelenkschonend gestalten. Auch spezielle

Geräte, die zum Beispiel das Schließen

der Knöpfe ermöglichen, ein Trinkbecher

mit zwei Henkeln oder elektrische Zahnbürsten

erleichtern das alltägliche Leben.

60 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 61

Kontakt

Prof. Dr. Martin Fleck

Chefarzt der Klinik für Rheumatologie/

Klinische Immunologie

Asklepios Klinikum Bad Abbach

Kaiser-Karl-V.-Allee 39, 3077 Bad Abbach

Tel.: (09405) 18-2221

Fax: (09405) 18-2930

E-Mail: m.fleck@asklepios.com

Prof. Dr. Martin Fleck

Impressum

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Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder,

www.asklepios.com

Chefredaktion:

Mandy Wolf (V. i. S. d. P.)

Redaktionelle Mitarbeit:

Jens Bonnet

Satz und Gestaltung:

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Redaktion:

Nora Döring, Hohen Neuendorf

E-Mail: info@doering-bildart.de

www.doering-bildart.de

Redaktionsanschrift:

Konzernbereich Unternehmenskommunikation

& Marketing

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Peter Hamel, 13, 18,21,61,70

Hans Christian Wagner 16, 24,25,56

Dietmar Wollenschlaeger 43

Cornelia Kabis 51

Bertram Solcher 12,14,15,

Holger Peters 4,5,8,34-39,46

Hammer Forum e.v. -Humanitäre Hilfe

in Erithrea“ S.66-67

Schlussredaktion:

Katja Eckert

Druck:

Möller Druck, Berlin

Erscheinungsweise:

4 x jährlich bundesweit

Auflage:

24.000 Exemplare

Anzeigen:

Sabine Malsch DTP Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20,

sabine.malsch@t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 15.01.2010

Nächster Redaktionsschluss: 31.03.2010

Die nächste Ausgabe des Magazins erscheint am

12.02.2010

Copyright:

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehal-

ten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

dem Einverständnis der Redaktion. Nament-

lich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung des Herausgebers oder

der Redaktion wieder.


Patientenforum

„Rheuma macht vor Kindern

nicht Halt!“

Rheuma tritt nicht nur bei Erwachsenen auf, die Deutsche Gesellschaft für Kinder- und Jugendrheumatologie bestätigt:

Jährlich erkrankt eines von 1000 Kindern unter 16 Jahren an einer Gelenkentzündung. In den meisten Fällen

klingt diese ohne bleibende Gelenkveränderungen wieder ab, bei 10 bis 20 Prozent jedoch verläuft sie chronisch. Asklepios

intern sprach mit Dr. Daniel Windschall, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin und Kinderrheumatologe

in Weißenfels, über Ursachen, Diagnostik und therapeutische Möglichkeiten.

Was sind die Ursachen für eine rheumatische Erkrankung?

Bei Rheuma handelt es sich um einen chronischen Entzündungsprozess,

bei dem sich das Immunsystem gegen körpereigene

Strukturen richtet. Die Ursache ist noch immer weitgehend

unklar. Wir kennen allerdings einige Botenstoffe, die an

der Störung des Immunsystems beteiligt sind. Die Anzahl der

Autoimmunkrankheiten (wozu auch Rheuma zählt) ist in den

letzten Jahren angestiegen.

Grundsätzlich handelt es sich bei Rheuma nicht um eine Erbkrankheit,

genetische Veranlagungen können jedoch nicht ausgeschlossen

werden. Wir haben beobachtet, dass es bei Geschwisterkindern

oder in Familien häufiger vorkommt. Auch äußere

Einflüsse wie Umweltfaktoren scheinen eine Rolle zu spielen.

Rheuma ist nicht heilbar, es gibt aber gute Möglichkeiten, den

Krankheitsverlauf gerade im Kindes- und Jugendalter positiv

zu beeinflussen. Voraussetzung ist eine frühzeitige Diagnosestellung.

Bei etwa 60 bis 70 Prozent der jungen Patienten heilen

die Entzündungen in der Pubertät und im frühen Erwachsenenalter

aus, die Häufigkeit bleibender Gelenkschäden ist seit zehn

Jahren stark gesunken.

Welche Symptome können auf eine Erkrankung hinweisen?

Kinder klagen seltener über Schmerzen als Erwachsene, eine

rheumatische Erkrankung bleibt oft monatelang unentdeckt.

Viele Familien haben eine lange Odyssee hinter sich, bevor ein

Facharzt die richtige Diagnose stellt und entsprechende Therapien

einleitet. Folgende Symptome können auf Rheuma hinweisen:

sichtbar geschwollene und überwärmte Gelenke

Schmerzen mit gleichzeitiger Bewegungseinschränkung

geänderte Bewegungsmuster, Schonhaltungen, Hinken

morgendliche Steifheit und Ungeschicklichkeit

Hautausschläge (z. B. Schuppenflechte)

Fieber

reduzierter Allgemeinzustand

Leider macht Rheuma auch vor Kleinkindern keinen Halt.

Frühkindliche Formen der Autoimmunerkrankung können

schon zwischen dem ersten und zweiten Lebensjahr auftreten.

Gelenkentzündungen können auch durch Zeckenstiche und

Magen-Darm-Infekte hervorgerufen werden …

Bakterielle Einflüsse wie Borrelien oder Salmonellen können das

Immunsystem stören. Die Folge kann eine akute Gelenkentzündung

sein. Bei Borrelien ist diese Form der Gelenkentzündung

aber durch ein Antibiotikum sehr gut behandelbar und heilt

schnell wieder aus. Gelenkschäden entstehen in der Regel nicht.

Welche Formen der Erkrankung treten am häufigsten auf?

Wir unterscheiden in sieben verschiedene Subarten beim kindlich-chronischen

Rheuma. Bei der häufigsten Form (Oligoarthritis)

sind hauptsächlich wenige große Gelenke entzündet. Am

häufigsten sind hier Mädchen betroffen. Auch die rheumatische

Entzündung der Augen ist möglich. Erfolgt keine rechtzeitige

Diagnostik und Therapie, können schwere, irreparable Schädigungen

der Gelenke eintreten, im schlimmsten Fall die Zer-

störung. Eine rechtzeitige medikamentöse Therapie kann das

vermeiden.

Es gibt auch immer mehr Kinder mit „Weichteilrheuma“. Die

Gelenke weisen hier keine Entzündungen auf, dennoch klagen

die Kinder über dauerhaft starke Schmerzen. Die Kinder leiden

unter einem Schmerzverstärkungssyndrom, dessen genaue Ursachen

noch nicht genau bekannt sind.

Die rheumatische Erkrankung eines Kindes bedeutet eine große

Belastung für die ganze Familie. Was raten Sie betroffenen

Eltern?

Nach dem anfänglichen Diagnoseschock setzt bei vielen Eltern

ein Verdrängungsmechanismus ein. Das Leben mit einem

chronisch kranken Kind ist für viele unvorstellbar. Es ist jedoch

wichtig, die Erkrankung des Kindes zu akzeptieren und sich der

Diagnose zu stellen. Rheuma ist eine Erkrankung, mit der man

leben kann. Es gibt natürlich Entzündungsphasen, in denen das

Kind nicht am Schulsport teilnehmen oder auf dem Spielplatz

toben kann. Diese Schübe sind jedoch zeitlich begrenzt. Einer

normalen und unbeschwerten Kindheit steht Rheuma nicht

im Wege. Ich rate dazu, Lehrer und Erzieher über die Erkrankung

zu informieren, um eine Stigmatisierung zu verhindern.

Rheumabetroffene haben sozialrechtliche Ansprüche. Selbsthilfegruppen

wie die Rheumaliga unterstützen bei Anträgen und

helfen beim „Netzwerken“.

Es gibt keine besondere Ernährungsweise, eine ausgewogene

vitamin- und kalziumreiche Nahrung sollte aber grundsätzlich

bei allen Kindern auf dem täglichen Speiseplan stehen.

Welche diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten bieten

Sie in Weißenfels an?

Die gesamte Palette diagnostischer und therapeutischer Möglichkeiten

wie Gelenkultraschall und -punktionen, immunsupressive

Therapien, immunologische Abklärung und Diagnostik,

Schienen- und Hilfsmittelversorgung, Physiotherapie, Krankengymnastik

und ergotherapeutische Behandlungen. In unserer

radiologischen Abteilung können Röntgen- und MRT-Untersuchungen

durchgeführt werden.

Leider gibt es noch keine flächendeckende Versorgung mit Kinderrheumatologen.

Wir möchten daher unser stationäres Angebot

durch eine ambulante Kinderrheumasprechstunde für die

Region und darüber hinaus ergänzen. Ein entsprechender Antrag

bei der Kassenärztlichen Vereinigung Sachsen-Anhalts läuft.

Das Gespräch führten Mandy Wolf und Anja Bergner

62 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 63

Kontakt

Dr. Daniel Windschall

Chefarzt Asklepios Klinik Weißenfels

Klinik für Kinder- und Jugendmedizin

Naumburger Straße 76, 06667 Weißenfels

Tel.: (03443) 40 - 1250

E-Mail: d.windschall@asklepios.com


Patientenforum

Blutspende in der Fußgängerzone

Blutspendedienst Hamburg eröffnete Spende-Einrichtungen in Stadtteilzentren

Wir lieben Blut!

Blutspendedienst Hamburg

Zentralinstitut für Transfusionsmedizin

Blut - jeder hat es und trotzdem könnte jeder

irgendwann auf Blut eines anderen angewiesen sein!

80% aller Deutschen brauchen

mindestens einmal im Leben Blut

oder Blutplasma-Medikamente.

Blutspenden ist lebenswichtig,

doch die Versorgung wird immer

schwieriger.

Denn Blut mit seinen vielfältigen

Funktionen kann nur der Körper

selbst bilden. Es kann nach wie vor

nicht künstlich hergestellt werden.

Blut spenden dürfen alle gesunden

Frauen und Männer im Alter von 18

bis 68 Jahre. Wer noch nie Blut

gespendet hat, sollte nicht älter

als 60 Jahre sein.

Vor der Blutspende sollten Sie

ausreichend getrunken und eine

Handzettel "Wir lieben Blut"

Kleinigkeit gegessen haben. Bitte

einen gültigen Personalausweis

mitbringen.

BSD Hamburg-City

Spitalerstraße 8 · 20095 Hamburg

BSD Hamburg-Eilbek

Eilbektal 111 · 22089 Hamburg

BSD Hamburg-Bergedorf

Johann-Adolf-Hasse-Platz 2

21029 Hamburg

BSD Hamburg-Harburg

Lüneburger Straße 25 · 21075 HH

BSD Hamburg-Nord im AK Nord

Haus 41 · Langenhorner Chaussee

560 · 22419 Hamburg

BSD Hamburg-Rissen

Sülldorfer Landstraße 128

22589 Hamburg

Für die Hamburger Spendedienste

Terminvergabe: (0800) 8842566

BSD Pinneberg im Klinikum

Fahltskamp 74 · 25421 Pinneberg

Tel. (04101) 217-275

BSD Itzehoe im Klinikum

Robert-Koch-Str. 2 · 25524 Itzehoe

Tel. (04821) 772-2531

BSD Neumünster im FEK

Friesenstr. 11 · 24534 Neumünster

Tel. (04321) 405-5001

Mehr erfahren Sie unter:

Info Hotline: (040) 2000 2200

www.blutspendehamburg.de

In der City, Eilbek und Bergedorf

können Sie auch Plasma spenden.

Weitere Informationen unter:

www.blutspendehamburg.de

In den vergangenen Monaten wurden

die Blutspendedienste der Kliniken Bergedorf,

Harburg und Rissen in Fußgängerzonen

dieser Stadtteile verlagert.

Nach der Eröffnung des Spendedienstes

in der Spitalerstraße am Hamburger

Hauptbahnhof stehen nun noch für 2010

die Umzüge der Blutspendedienste Eilbek

und Hamburg-Nord an. Helle Räume

und ansprechende Aufenthaltsbereiche

bestimmen das neue Flair aller Einrichtungen.

Längst hat sich gezeigt: Das Konzept,

näher an den potenziellen Spender zu

gehen, ist aufgegangen. Allein in den

ersten Monaten nach der Eröffnung der

Vor-Ort-Räumlichkeiten stieg die Zahl

der Neuspender um das Zwei- bis Vierfache.

Ergänzend wird seit dem Frühjahr

2008 auch ein Mobilteam eingesetzt, das

allein in diesem Jahr an 170 Tagen Einsätze

bei cirka 70 Unternehmen durchführte.

Insgesamt ist ein positiver Trend bei den

Blutspendern zu erkennen. Im Vergleich

zu 2007 konnte die Neuspenderanzahl

von 4.500 auf 10.000 pro Jahr gesteigert

werden.

Neben der Vollblutspende wurde nun

auch die maschinelle Plasmaspende eingeführt.

Während Männer sechs- und

Frauen viermal pro Jahr 500 ml Vollblut

spenden können, ist die Plasmaspende

bis zu vierzigmal jährlich möglich.

Helfen Sie Leben zu retten, spenden Sie

Blut! Zur Terminvereinbarung für die

Blut- oder Plasmaspende steht eine Hotline

unter der Nummer 0800-884 2566 zur

Verfügung.

Der Kampf um das perfekte Menü

Auszubildende im Gastgewerbe des 2.

und 3. Lehrjahres aus Bayern, Hessen

und Thüringen kämpften Anfang Oktober

2009 in Bad Salzungen unter dem

Motto „So schmeckt’s in der Rhön“ um

das perfekte Menü und das beste Serviceangebot.

Die Teilnehmer zauberten und

servierten Köstlichkeiten aus regionalen

Produkten, z.B. pochierte Rhönforellenröllchen

an Riesling-Soße auf Lauchgemüse

mit Rote-Beete-Kartoffelpüree. Beäugt

von den Mitgliedern der Jury, die

für beide Fachbereiche aus den drei Bundesländern

besetzt war, arbeiteten die

angehenden Köche und Servicefachleute

unter IHK-Prüfungsbedingungen.

Die Aufregung, einem

Restaurantleiter das

Menü zu servieren, war

natürlich groß. Auch

die Zubereitung der

Speisen in der Lehrküche

unter den Augen

eines Küchenmeisters

war für die Auszubildenden

eine enorme

Herausforderung.

Bei den angehenden Köchen wurden

Wareneinsatz, Sauberkeit und Hygiene

bei der Zubereitung, der Geschmack des

Menüs sowie dessen Aussehen und die

Art und Weise des Anrichtens bewertet.

Betriebliche Altersvorsorge

zu Sonderkonditionen

Denn als Arbeitnehmer haben Sie einen gesetzlichen Anspruch auf eine betriebliche

Altersversorgung. Dabei können Sie eine Menge Steuern und Sozialabgaben sparen. Die

Zurich Gruppe gewährleistet, dass Sie die staatlichen Vorteile voll ausschöpfen. Ihre Vorteile

als Asklepios-Mitarbeiter auf einen Blick:

• Sie profitieren von einem günstigen Gruppentarif

• Sie können auf Wunsch einen Berufsunfähigkeitsschutz integrieren

Wenn Sie mehr wissen möchten, wenden Sie sich einfach an die betreuende Bezirksdirektion.

Sie steht Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Für das Kurhausrestaurant Bad Salzungen

(das zu den Burgseekliniken Bad Salzungen

gehört) trat der Koch-Auszubildende

Johannes Rüger an: Er erhielt am

Ende den Gästepreis im Bereich Kochen.

Ihr Ansprechpartner:

Bezirksdirektion

Peter Elsner

06122 7072-0

info@ga-elsner.com

10-27-999-01_4111 1 27.10.2009 11:34:01 Uhr

64 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 65


Patientenforum

Hilfe für Kinder in Krisengebieten

Das ostafrikanische Eritrea ist ein äußerst armes und medizinisch unterversorgtes Land. Die Lebenserwartung liegt

bei nur 50 Jahren. Jahrzehntelange kriegerische Auseinandersetzungen mit dem benachbarten Äthiopien haben das

Land ausgeblutet. Die 4,4 Millionen Einwohner leben in bitterer Armut. Wer eine Spezialbehandlung oder Operation

benötigt, hat nur geringe Überlebenschancen, denn es gibt kaum Fachärzte und geeignete Operationssäle. Die

Organisation Hammer Forum e. V. leistet seit Jahren humanitäre medizinische Hilfe für Kinder aus Kriegs- und

Krisengebieten. Asklepios intern sprach mit Prof. Dr. Dieter Hellwig, Leiter der Stereotaktischen und Funktionellen

Neurochirurgie am INI Hannover, über sein Engagement am Horn von Afrika.

Wie kam es zu Ihrem Einsatz in Eritrea?

Der Orthopäde Peter Griss, emeritierter

Professor und Direktor der Klinik für

Orthopädie der Philipps-Universität

Marburg, machte uns nach seinen Eritreaaufenthalten

auf die dortige neurochirurgische

Unterversorgung aufmerksam.

Er berichtete insbesondere

darüber, dass er Kinder mit „immens

großen Köpfen gesehen habe“, die nicht

behandelt werden könnten, da das Notwendigste

für eine adäquate Behand-

lung fehle. In Mitteleuropa ist durch die

pränatale Ultraschalldiagnostik und die

sofortige operative Versorgung der Kinder

dieses Problem weitgehend unter Kontrolle.

In Eritrea sterben jedoch die meisten

der Kinder, die mit Hydrozephalus (Wasserkopf)

geboren werden. Wir waren berührt

von den Schilderungen und zögerten

nicht, Hilfe zuzusagen.

Seitdem bin ich zweimal im Jahr für eine

Woche dort und operiere jedes Mal 15

bis 20 Kinder, unterstützt von der Anäs-

Spendenkonto

Stiftung: „Hilfe für hydrozephaluskranke Kinder“

In der Stiftung „Kinderfonds“

Kontonummer: 3750230023

BLZ: 70020500

Bank für Sozialwirtschaft München

thesistin Dr. Elisabeth Pönitz-Pohl und

Kinderkrankenschwestern der Asklepios

Klinik Sankt Augustin. Weitere 80 kleine

Patienten untersuche ich.

Wie sieht Ihr Einsatz als Neurochirurg in

Eritrea aus?

Ursache des sogenannten Wasserkopfes

sind in den meisten Fällen Infektionen

wie Toxoplasmose, CMV, Influenza und

HIV. Die Familien sind meist selbst hilfsbedürftig,

ein krankes oder behindertes

Kind kann daher zu einer enormen Belastung

werden. In ganz Eritrea gibt es nur

einen einzigen chinesischstämmigen Neurochirurgen,

der jedoch nur selten operativ

tätig ist. Technisches Equipment, wie

Computer- oder Kernspintomographen,

ist alt und meist defekt. Eine operative

neurochirurgische Versorgung kann ohne

unsere Unterstützung nicht erfolgen.

Was waren Ihre ersten Aktionen?

Wir haben einen neurochirurgischen OP

eingerichtet. Selbst die für uns normalsten

Dinge gab es dort nicht. Wir müssen

auch heute noch viel improvisieren. Industrieunternehmen

stellen uns die teuren

Shunt-Systeme zur Ableitung von Nervenwasser

preisgünstig zur Verfügung.

Medikamente und Verbrauchsmaterialien

bringen wir für jeden Einsatz aus Deutsch-

land mit. Trotz aller Probleme versuchen

wir, standardisierte operative neurochirurgische

Techniken zu etablieren. Das heißt:

Neben der Hydrozephalusbehandlung

stehen mikrochirurgische Verfahren im

Vordergrund, beispielsweise die Behandlung

offener Rücken oder raumfordernder

Prozesse im Gehirn.

Gab es ein besonderes Highlight?

Vor Fünf Jahren operierte ich in Marburg

den Sohn von Florentino Perez, dem Präsi-

denten von Real Madrid. Der junge Mann

erholte sich schnell und wollte aus Dankbarkeit

ein medizinisches Hilfsprojekt unterstützen.

Ich nahm ihn mit nach Eritrea.

Dort veranstaltete er gemeinsam mit dem

damaligen Jugendbotschafter von Real,

Antonia Ruiz, ein Kinderfußballturnier

und spendierte 160 Trikotsätze. Für die

Teilnehmer ein unvergessliches Ereignis –

sie waren glücklich.

Was fasziniert Sie an diesen Einsätzen?

Der Spagat zwischen den Welten. Auf der

einen Seite erlebe ich jeden Tag hier in

Deutschland Hochleistungsmedizin auf

dem neuesten Stand der Technik. Andererseits

stehen mir in Eritrea nur geringe

Möglichkeiten zur Verfügung und ich

kann dennoch helfen. Ich erlebe dort Medizin

pur. Es kommen Eltern mit ihren

kleinen Kindern, für die wir deutschen

Ärzte oft die einzige Hoffnung sind. Die

Möglichkeiten, etwas aus eigener Kraft für

diese Menschen zu tun, ist ein sehr beglückendes

Gefühl.

Ungefähr 60 bis 65 Prozent der von mir

operierten Patienten sehe ich dann zu einer

Nachuntersuchung. In einigen Fällen

erfolgte eine Revision der Shunt-Systeme.

Wir kommen gut mit den Menschen ins

Gespräch, ein Dolmetscher unterstützt die

Kommunikation. Es ist erstaunlich, wie

die Menschen in einem solch armen Land

überleben. Diese Erfahrungen prägen sehr

stark die eigene Einstellung zum Leben

und zum Beruf.

Wie wird es weitergehen?

2006 habe ich zusätzlich die Stiftung für

„Hilfe für hydrozephaluskranke Kinder“

gegründet. Ich möchte so das Augenmerk

auf eine Erkrankung richten, die in unserem

Lande kein Problem mehr darstellt,

in anderen Teilen der Erde aber noch immer

zum Tode führen kann. Ich werde

mich auch in den kommenden Jahren im

Hammer Forum e. V. für meine Kinder in

Eritrea engagieren und die neurochirurgische

Versorgung in diesem Land weiter

etablieren.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

66 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 67

Kontakt

Prof. Dr. Dieter Hellwig

Leiter der Stereotaktischen und Funktionellen

Neurochirurgie

INI Hannover

Rudolf-Pichlmayer-Str. 4, 30625 Hannover

Tel.: (0511) 270 92 - 455

E-Mail: hellwig@ini-hannover.de


Patientenforum

Auf keinen Fall nur Männersache!

Im September konnte die Klinik für Urologie in Schwedt ihr 40-jähriges Jubiläum feiern.

Die Urologie beschäftigt sich mit Erkrankungen der harnableitenden Organe: Niere, Harnleiter, Harnblase und Harnröhre

sowie Prostata, Hoden, Samenleiter und Penis. In Schwedt werden Tumorerkrankungen, Harnsteinleiden und

Inkontinenz behandelt, bei Männern außerdem Störungen der Fruchtbarkeit und Potenz.

Das Team der ersten Stunde: Dr. Georg Lehmann (i. R.) und die Schwestern Edith Ex (i. R.) und Edith Lerm

(Foto vom 16.09.1994, Archiv der Märkischen Oderzeitung)

Viele Patienten scheuen den Weg zum

Urologen, denn es geht ja um sehr intime

Bereiche des Körpers. Die Urologie

erfordert daher ein besonderes Vertrauensverhältnis

zwischen Arzt und Patient.

In der Schwedter Klinik nimmt man sich

viel Zeit für das doch eher sehr diskrete

Gespräch, wie Professor Dr. Rüdiger Heicappell,

Ärztlicher Direktor und Chefarzt

der Klinik für Urologie betont.

Sowohl Diagnostik als auch Behandlungsmethoden

haben sich im Laufe der

40-jährigen Klinikgeschichte gravierend

verändert. So gehört die schmerzhafte

Entfernung von Blasen- oder Nierensteinen

mit Schlingen längst der Vergan-

genheit an – heute zertrümmert ein modernes

Stoßwellengerät die kleinen oder

großen „Peiniger“ im Körper. Auch von

Strahlen- und Lasertherapie sowie schonenden

Schlüssellochoperationen war

noch nicht die Rede, als im September

1969 die ersten urologischen Operationen

im alten Krankenhaus durchgeführt

wurden. Damals standen zehn Betten

im „Arbeiterwohnhotel” zur Verfügung,

in das die Patienten kurz nach der Operation

verlegt wurden. Die urologische

Ambulanz befand sich zunächst in einer

Baracke auf dem Hof des alten Krankenhauses,

später zog sie in die Kellerräume

des Gebäudes um.

Großveranstaltung für das ganze Land: Flyer vom

4. urologischen Schwesternkongress der DDR im Jahre

1985 in Schwedt

Dr. Georg Lehmann, Chefarzt der ersten

Stunde, erinnert sich trotz der heute kaum

noch vorstellbaren einfachen Arbeitsbedingungen

gern an die Anfänge: „Die

Betten waren nie leer, und die Patienten

kamen nicht nur aus Schwedt und Umgebung,

sondern auch aus Angermünde,

Eberswalde, Wriezen oder Bernau. Unsere

Abteilung war schon nach kurzer Zeit

weit über die Landesgrenzen hinaus bekannt.“

In Schwedt wurde zum Beispiel

1970 die erste Elektroresektion der Prostata

durchgeführt, und viele Ärzte aus

anderen Kliniken, sogar aus Universitätskliniken,

kamen extra zur Hospitation

nach Schwedt. Im Jahre 1972 verbesserte

sich die räumliche Situation mit dem Umzug

in die neue Poliklinik deutlich. Ein

Jahr später wurde das neue Bettenhaus

fertig. Damit standen 45 stationäre Betten

und fünf Intensivtherapie-Betten mit moderner

Untersuchungstechnik zur Verfügung.

„Zweimal in der Woche fuhren wir

nachmittags auch nach Eberswalde, um

ambulante Sprechstunden durchzuführen“,

erzählt Dr. Lehmann. „Der Tag war

dann meist erst nach 22 Uhr zu Ende.“

Dr. Lehmann beendete seine Chefarzttätigkeit

2003 nach vierunddreißig Dienstjahren

– doch ganz ohne ärztliche Tätigkeit

ging es für ihn nicht. Bis zum August

2008 leitete er noch den Onkologischen

Schwerpunkt. Seit einem Jahr genießt er

nun seinen Ruhestand und verfolgt die

Entwicklung seiner alten Klinik mit großem

Interesse. „Ich wünschte mir, die

Ärzte und Schwestern hätten heutzutage

nicht so viel Verwaltungsarbeit zu erledigen,

die wirklich persönliche Zeit am Bett

des Patienten wird immer knapper, was

ich sehr bedauere.“

Eine entscheidende Entwicklung erfuhr

die Klinik nach der Wiedervereinigung.

Ein neuer urologischer Untersuchungsraum

mit hochwertiger Röntgen- und

Operationstechnik, die Renovierung und

technische Vervollkommnung des Operationssaales

sowie die Modernisierung der

Ambulanz und der urologischen Endo-

skopie erleichterten die Arbeit erheblich.

Im März 1990 wurden dann zum ersten

Mal Nierensteine per Stoßwellentherapie

zertrümmert – Schwedt war mit dieser

Methode Vorreiter für die neuen Bundesländer.

Seit 1996 setzt man die Lasertherapie

in der Prostata- und Harnröhrenbehandlung

ein. Insbesondere bei der

Behandlung von Krebserkrankungen sind

große Fortschritte zu verzeichnen, wie

Professor Heicappell betont. Minimalinvasive

Operationsverfahren minimieren

die Belastung für den Patienten, und die

medikamentösen Therapieverfahren sind

sehr effektiv geworden. Das Wichtigste

aber bleibt die Früherkennung. „Vom 45.

Lebensjahr an sollten sich Männer regel-

Dr. med. Georg Lehmann,

Chefarzt der Klinik für

Urologie i. R., Ärztlicher

Direktor i. R.

Prof. Dr. med. Rüdiger

Heicappell, Ärztlicher

Direktor des Asklepios

Klinikums Uckermark in

Schwedt und Chefarzt der

Klinik für Urologie

mäßig auf Prostatakrebs untersuchen lassen,

falls es in der Familie bereits erkrankte

Personen gegeben hat, schon früher.”

Ob kinderurologische Eingriffe, Potenzstörungen

oder Inkontinenz, die Behandlungsmöglichkeiten

wurden erweitert

und die technischen Voraussetzungen

verbessert. „Bis auf Nierentransplantationen

decken wir im Asklepios Klinikum

das gesamte urologische Spektrum ab.

Unsere Spezialgebiete sind die große Tumorchirurgie,

die Behandlung der Harnsteine

und die Therapie der Harninkontinenz”,

erläutert Professor Heicappell

und fährt nicht ohne Stolz fort: „Im vergangenen

Jahr wurde das Klinikum sogar

als Kontinenzzentrum zertifiziert.”

68 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 69

40

Kontakt

Prof. Dr. Rüdiger Heicappell

Ärztlicher Direktor des Asklepios Klinikums

Uckermark in Schwedt und Chefarzt der

Klinik für Urologie

Asklepios Klinikum Uckermark

Auguststraße 23, 16303 Schwedt

Tel.: (03332) 53 24 52

Fax: (03332) 53 24 10

E-Mail: r.heicappell@asklepios.com


Patientenforum


Kontakt

Dr. Susanne Huggett

70 Asklepios intern 42/2010

Gut zu wissen

Ärztliche Leiterin MEDILYS und

Leitende Ärztin Krankenhaushygiene

E-Mail: s.huggett@asklepios.com

Dr. Susanne Huggett

Virenalarm – nicht nur auf

Kreuzfahrtschiffen

Epidemisch auftretende, akute Durchfallerkrankungen

beschäftigten uns in den letzten

Jahren vor allem im Winter intensiv. Von viralen

Magen-Darm-Erkrankungen waren meist

Gemeinschaftseinrichtungen wie Kliniken,

Alten- und Pflegeheime, Kindergärten und

Schulen betroffen. Speziell Noroviren sind

extrem ansteckend

• weil eine niedrige infektiöse Dosis

von 10 bis 100 Viruspartikeln für

eine Ansteckung ausreicht,

• weil im Stuhl oder in Erbrochenem

von Erkrankten hohe Viruskonzentrationen

vorliegen und

• weil Noroviren schon bis zu zwölf

Stunden vor Auftreten der akuten

Symptome ausgeschieden werden.

Die Übertragung erfolgt entweder durch

direkten Kontakt mit einer infizierten Per-

son oder durch Kontaktübertragung (Hände

oder Oberflächen wie Türklinken oder

Griffleisten). Norovirusinfektionen können

auch durch kontaminierte Lebensmittel oder

Trinkwasser verursacht werden, doch das ist

hierzulande nur selten der Fall.

Nach einer Inkubationszeit von sechs bis

fünfzig Stunden beginnt die Erkrankung

meist sehr plötzlich mit schwallartigem Erbrechen

und wässrigem Durchfall. Zusammen

mit Übelkeit, Schmerzen im Unterleib,

Kopf- und Gliederschmerzen entwickelt der

Erkrankte ein schweres Krankheitsgefühl.

Die akuten Beschwerden dauern zwar nur ein

bis drei Tage, die Ausscheidung der Erreger

erfolgt aber noch etwa 10 Tage lang.

Im Vordergrund der Therapie steht der Ausgleich

des Flüssigkeitsverlustes.

Der Nachweis von Noroviren ist durch das

Labor meldepflichtig, der behandelnde Arzt

muss bei mehr als einer Erkrankung dem Gesundheitsamt

Meldung machen.

Patienten und Personal sind in der Regel

gleichermaßen betroffen. Durch geeignete

Hygienemaßnahmen kann die Ansteckung

von Mitpatienten und Personal allerdings

deutlich reduziert werden. Beim ersten Auftreten

der Symptomatik müssen daher unverzüglich

die notwendigen Hygienemaßnahmen

eingeleitet werden.

Weil Noroviren sehr widerstandsfähig und

gegen die üblichen Hände- und Flächen

des infektionsmittel relativ unempfindlich

sind, müssen virustötende Desinfektionsmittel

verwendet werden. Die Schutzmaßnahmen

sollen bis 48 Stunden nach Ende der

Beschwerdesymptomatik fortgesetzt werden.

Erkranktes Personal sollte auch erst nach Ablauf

dieser Zeit wieder zum Dienst erscheinen.

Intensivierte Hygienemaßnahmen – ins-

besondere die zuverlässige Händedesinfektion

– sind noch 10 bis 14 Tage erforderlich.

Alle Mitarbeiter sollten über das richtige

Verhalten bei Verdacht auf eine Norovirusinfektion

sowie die notwendigen Maßnahmen

informiert sein.

Auch die leicht übertragbaren Rotaviren sind

Erreger der Magen-Darm-Grippe. Sie verursachen

in den letzten Jahren nicht nur bei

Kleinkindern, sondern zunehmend auch bei

Erwachsenen Infektionen und Ausbrüche.

Bakterielle Magen-Darm-Erkrankungen wie

Salmonellen- oder Campylobacterinfektionen

haben aber gegenüber den viralen Erkrankungen

an Bedeutung verloren.

Aktuelle Informationen: www.rki.de.

Wichtige Maßnahmen

Hygienemaßnahmen zur Eindäm-

mung von Norovirus-Infektionen in

Kliniken und Pflegeeinrichtungen müs-

sen sehr schnell umgesetzt werden,

um einen Ausbruch zu vermeiden bzw.

einzudämmen:

Isolierung des Patienten in einem

Zimmer mit eigenem WC

Sorgfältige Händedesinfektion

für Personal und Patienten und

Besucher mit einem viruswirksamen

Händedesinfektionsmittel,

z. B. Softa-Man acute, Sterillium

Virugard

Persönliche Schutzausrüstung wie

Mund-Nasen-Schutz, Handschuhe

und ein Schutzkittel bei engem

Patientenkontakt

Asklepios intern 42/2010 71


Patientenforum

? Asklepios

Im nächsten Heft

Quiz

Sie haben die aktuelle Ausgabe der „Asklepios intern“

aufmerksam gelesen? Dann rätseln Sie mit und gewinnen Sie!

Wie das geht? Ganz einfach! Beantworten Sie die nebenstehenden

Fragen und teilen Sie uns die richtige Zahlenkombination mit!

Als Preis winkt das neue Buch von Elke Heidenreich und Bernd

Schroeder „Alte Liebe“.

Bitte senden Sie Ihre Lösung bis zum 29. Januar 2010 an:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

KB Unternehmenskommunikation & Marketing

Mandy Wolf

Hubertusstraße 12 - 22

16547 Birkenwerder

E-Mail: mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Wir gratulieren der Preisträgerin unseres Rätsels aus der

Asklepios intern“ Nr. 41. Gewonnen hat Nadine Krüger

aus Parchim.

Die Würde des Menschen – Ethische

Aspekte im Krankenhaus

Jeder Mensch wünscht sich eine Krankenhausbehandlung

mit kleinstmöglichen

Risiken. Jeder Mensch erhebt den

Anspruch, in einer besonders belastenden

Situation würdevoll, mit Respekt

und Einfühlungsvermögen behandelt

zu werden. Asklepios-Experten geben

Auskunft zu ethischen Fragen – und

Frage A










warum auch der Umgang mit Fehlern

dazu gehört.

Zivilisationskrankheit: Hallux valgus

Jeder achte Deutsche leidet an einem

Hallux valgus, der sogenannten Ballenoder

Schiefzehe. Frauen sind aufgrund

zu enger und hochhackiger Schuhe häufiger

betroffen. Doch es kann geholfen

werden. Mediziner aus Bad Abbach stellen

konservative und operative Behandlungsmöglichkeiten

vor.

Der jährliche Asklepios Award wird verliehen für:

1 die meisten Zertifizierungen einer Einrichtung

2 medizinische Innovation und Qualität

3 den besten Patientenfragebogen

Frage B

Wie lang ist die Inkubationszeit von Noroviren?

1 zwölf bis zwanzig Stunden

2 sechs bis fünfzig Stunden

3 10 -14 Tage

Frage C

Wann ist ein D-Arzt aufzusuchen?

1 bei Verkehrs- und Haushaltsunfällen

2 bei Schul-, Arbeits- und Wegeunfällen

3 bei Chemie- und Wasserunfällen Coelhos gleichnishafte Romane und Geschichten über die Suche nach dem Lebenssinn

begeisterten Millionen. In seinem neuesten Buch entführt er uns für 24 Stunden zum

Filmfestival in Cannes. Ein Jahrmarkt der Eitelkeiten. Hier stehen die Reichen und Schö-

Lösung:

nen im Scheinwerferlicht. Doch sind sie auch glücklich? Das schonungslose Porträt einer

Glamourwelt zeigt Abgründe und Abwege, auf die man gelangt, wenn man nicht dem

eigenen individuellen Lebenstraum folgt, sondern falschen Träumen nachjagt.

Ein geschützter Ort für Demenzkranke

In einem Garten werden vertraute Aktivitäten

wie Unkrautzupfen, Wäscheaufhängen

oder Umtopfen verrichtet.

Ein Garten strahlt aber auch Ruhe und

Besinnlichkeit aus. Für Menschen mit

Demenz im Pflegeheim Ahrensburg

wird der Garten zu einem sicheren und

geschützten Ort.

Die nächste Asklepios intern

erscheint am 31.03.2010

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Elke Heidenreich, Bernd Schroeder: Alte Liebe

Vierzig Jahre Ehe sind nicht spurlos an Lore und Harry vorbeigegangen – und nun fürchtet

Lore, bald mit dem pensionierten Gatten untätig im Garten zu sitzen. Nur in einem

sind sich die Alt-Achtundsechziger einig: Ihre Tochter hat alles im Leben falsch gemacht!

In dritter Ehe will sie jetzt einen steinreichen Industriellen heiraten, der ihr Vater sein

könnte! Elke Heidenreich und Bernd Schroeder erzählen in umwerfenden Dialogen die

Geschichte eines Paares, in der sich eine ganze Generation wiedererkennen kann.

Elke Heidenreich, Bernd Schroeder – Alte Liebe, Hanser, 17,90 €

Paulo Coelho: Der Sieger bleibt allein

Coelho, Der Sieger bleibt allein, Diogenes, 21,90 €

Kathrin Schmidt: Du stirbst nicht

Helene Wesendahl erwacht im Krankenhaus, ohne Kontrolle über ihren Körper, sprachlos,

mit Erinnerungslücken. Ihr Weg zurück ins Leben konfrontiert sie mit einer Fremden,

die doch einmal sie selbst war. Sie entdeckt frühe Brüche in ihrer Biographie, verdrängte

Leidenschaften, aus der Not geborene Verpflichtungen. Kathrin Schmidt gelingt das Erstaunliche:

Sie macht den Orientierungs- und Sprachverlust nach einer Hirnverletzung

erfahrbar und zeigt einen Weg der Genesung, der in zwei Richtungen führt – zurück und

nach vorn.

Kathrin Schmidt, Du stirbst nicht, Kiepenheuer & Witsch, 19,95 €

72 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 73


Klinikübersicht

Kliniken in Deutschland Betten/Plätze

1 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 225

2 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Rehabilitation) Zentrum für Orthopädische und Rheumatologische Rehabilitation 269

3 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

4 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang, Bad Griesbach Spezialklinik für Orthopädie, Sportmedizin, Innere Medizin, Kardiologie und Urologie 278

5 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie 90

6 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

7 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Regelversorgung 198

8 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachkrankenhaus für Neurologie und neurologische Rehabilitation 190

9 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Onkologie, Pneumologie und Orthopädie 270

10 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 265

11 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie, Skoliosezentrum 173

12 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Regelversorgung 270

13 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Regelversorgung 180

14 Asklepios Helenenklinik Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie, Urologie und Nephrologie 140

15 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neurologie 228

16 M Salus Fachkrankenhaus Bernburg Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 413

17 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie, Plastische Chirurgie, Diabetologie 175

18 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie, Psychiatrie und KJP, Forensische Psychiatrie 475

19 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

20 M Kreiskrankenhaus Eggenfelden Krankenhaus der Regelversorgung 294

21 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

22 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Regelversorgung 132

23 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Regelversorgung 333

24 Asklepios Fachklinikum Göttingen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 458

25 Asklepios Klinik Altona, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 922

26 Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 716

27 Asklepios Klinik Harburg, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 741

28 Asklepios Klinik Nord, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 1.618

29 Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 758

30 Asklepios Klinik Wandsbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 605

31 Asklepios Westklinikum Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 540

32 Cardio CliniC Hamburg Fachklinik für Kardiochirurgie 25

33 Fachklinik Helmsweg, Hamburg Fachklinik für Gynäkologie und Chirurgie 20

34 MB International Neuroscience Institute Hannover Spezialklinik für Neurochirurgie, stereotaktische Neurochirurgie und Neuroradiologie 108

35 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumaorthopädie 110

36 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Homberg Krankenhaus der Regelversorgung 102

37 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische u. Orthopädische Rehabilitation, Neuromuskuläres Therapiezentrum 250

38 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Regelversorgung 188

39 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Regelversorgung 273

40 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Regelversorgung 242

41 Asklepios Klinik Lindau Krankenhaus der Regelversorgung 115

42 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 132

43 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie 215

44 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Melsungen Krankenhaus der Grund-und Regelversorgung 76

45 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Pneumologie und Thoraxchirurgie 300

46 MB Collm Klinik Oschatz Krankenhaus der Regelversorgung 240

47 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Regelversorgung 140

48 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Regelversorgung 325

49 M Kreiskrankenhaus Pfarrkirchen Krankenhaus der Regelversorgung 175

50 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Regelversorgung 143

51 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Maximalversorgung in der Kinder- und Jugendmedizin 210

52 Asklepios Klinik Schaufling Rehabilitationszentrum für Neurologie, Orthopädie, Kardiologie und Geriatrie 350

53 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Schwalmstadt Krankenhaus der Regelversorgung 192

54 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Regelversorgung 200

55 Asklepios Klinik Schildautal Seesen (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie und Gefäßchirurgie 242

56 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen (Rehabilitation) Fachklinik für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation 160

57 Asklepios Stadtkrankenhaus Seesen Krankenhaus der Regelversorgung 125

58 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 133

59 M Kreiskrankenhaus Simbach Fachkrankenhaus für Innere Medizin 140

60 Asklepios Fachklinikum Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Neurologie und KJP, Forensische Psychiatrie 466

61 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie, Forensische Psychiatrie 216

62 Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin 176

63 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

64 Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 507

65 M Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, Forensische Psychiatrie 640

66 Asklepios Klinik Weißenfels Krankenhaus der Regelversorgung 355

67 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Krankenhaus) Krankenhaus der Regelversorgung 128

68 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Rehabilitation) Fachklinik für Pneumologie, Dermatologie und Onkologie 290

69 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Regelversorgung 331

70 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 173

Weitere soziale Einrichtungen in Deutschland Betten/Plätze

71 Asklepios Pflegeheim Ahrensburg 83

72 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

73 M Salus Heim Gardelegen 39

74 M Salus Intensiv Betreutes Wohnen Gardelegen 34

75 Asklepios Pflegeheim Weserblick Höxter 34

76 M Salus Pflegeheim St. Georgii I, Magdeburg 109

77 M Salus Pflegeheim St. Georgii II, Magdeburg 48

78 M Salus Kinder- und Jugendheim Schloss Pretzsch 121

79 Asklepios Pflegeheim Reinfeld 87

80 M Salus Heim zur U-Haftvermeidung Torgau 14

81 M Salus Altenpflegeheim Uchtspringe 50

82 M Salus Heim Uchtspringe 117

83 M Salus Soziotherapeutische Wohngemeinschaft Uchtspringe 11

84 M Salus Kinder- und Jugend-Landhof Woltersdorf 6

835

Forensische Psychiatrie Betten/Plätze

85 Asklepios Klinikum Brandenburg 101

86 Asklepios Forensische Psychiatrie Göttingen 63

87 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 80

88 Asklepios Klinik Teupitz 20

89 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Hamburg Campus Ochsenzoll 178

90 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg 137

91 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe 290

869

92 B

Kliniken im Ausland

Athens Medical Center Athens Medical Group, Griechenland

93 B Interbalkan European Medical Center, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

94 B Athens Pediatric Center Athens Medical Group, Griechenland

95 B Psycho Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

96 B P. Faliro Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

97 B Dafni Klinik, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

98 B Iasis Piraeus, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

99 B Peristeri Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

Die hier genannten Einrichtungen werden ergänzt durch Tageskliniken, Ambulanzen und Pflegedienste.

74 Asklepios intern 42/2010 Asklepios intern 42/2010 75

Legende

Akutkliniken

Rehakliniken

Soziale Einrichtung

Trägerschaft bzw. Mehrheitsbeteiligung

M Managementvertrag

B Minderheitsbeteiligung

MB Minderheitsbeteiligung mit Managementvertrag

19.623

1.130


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