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Ole von Beust war einer der prominentesten

Gäste auf der Eröffnungsfeier

der Klinik Barmbek. Das Potenzial

des Future Hospitals faszinierte

den Ersten Bürgermeister der Freien

und Hansestadt Hamburg.

Starke Allianzen

Sehr geehrte Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter,

am 24.2.2006 wurde in Hamburg der

Neubau der Asklepios Klinik Barmbek

eröffnet. Diese Einrichtung ist nicht nur

die modernste Klinik Europas, sondern

fungiert gleichzeitig als Referenzzentrum

für das »Asklepios Future Hospital«.

Krankenhaus der Zukunft? Was verbirgt

sich dahinter? Worum wird es in Zukunft

in der Krankenhauslandschaft und

im Gesundheitswesen gehen? Die Experten

sind sich einig: Ohne tief greifende

Reformen werden die derzeit bestehenden

Gesundheitssysteme die kommenden

15 Jahre nicht überstehen. Man muss kein

Fachmann sein, um zu erkennen, dass

diese Unsicherheiten nicht mit herkömmlichen

Mitteln zu bewältigen sind. Um mit

neuer Kraft in die Zukunft zu gehen, wird

es unvermeidlich sein, moderne Informationstechnologien

zu nutzen und in starken

Allianzen mit allen beteiligten Akteu-

ren die relevanten Prozesse zu optimieren.

Diese Einsicht war Motivation und

Grundstein für das »Future-Hospital-Programm«,

das von den Asklepios Kliniken

in Kooperation mit den zwei international

agierenden Technologiekonzernen Intel

und Microsoft initiiert wurde.

Eine langfristig ausgerichtete Zusammenarbeit

zwischen den beiden Technologieanbietern

und unserem mehr und

mehr international agierenden Klinikunternehmen

ist etwas völlig Neues. Diese

einmalige Kooperation stellt einen Wendepunkt

dar: Erstmals wurde eine gemeinsame

Vision auch gemeinsam realisiert.

Seit der Teilprivatisierung des Landesbetriebs

Krankenhäuser haben sich unsere

sieben Kliniken in Hamburg kontinuierlich

entwickelt. Asklepios ist im gesamten

Stadtgebiet mit einem exzellenten

Leistungsangebot vertreten. Selbstverständlich

machen wir hier nicht Halt, son-

Editorial

dern analysieren die Soziologie der Standorte

gründlich und eingehend, um künftig

das jeweilige Klinik-Angebot optimal

an die Bedürfnisse unserer Patienten und

Mitarbeiter anpassen zu können.

Ich freue mich daher besonders, dass

hier in Hamburg mit der Asklepios Klinik

Barmbek nicht nur ein Meilenstein auf

dem Weg zur »Integrierten Gesundheitsversorgung«

gelegt wird, sondern auch

der Gesundheitsstandort Nord eine neue

Dimension erfährt.

Allen, die mit ihrem Wissen, Können

und unermüdlichen Engagement dazu

beigetragen haben, die Integration der Asklepios

Klinik Barmbek so vorbildlich umzusetzen

und das »Asklepios Future Hospital«

Wirklichkeit werden zu lassen,

möchte ich an dieser Stelle meinen herzlichen

Dank sagen.

ASKLEPIOS intern

27/2006

3


4 ASKLEPIOS intern 27/2006

Inhalt

Editorial . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 3

Inhalt . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 4

Impressum . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 51

Klinikübersicht. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 62

Medizin & Wissenschaft

Medizin-Ticker . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 6

1 000 Mann für 100 Meter . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 8

Unternehmen 10. Dezember. . . . . . . . . . . . . . . . . . 10

Modernstes Krankenhaus Europas eröffnet. . . . . . 11

Top-Story:

1 000 Mann

für 100 Meter

Endoskopische extraperitoneale

radikale Prostatektomie . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 12

Dr. Antje Kühnemann zu Gast

bei Prof. Grifka in Bad Abbach . . . . . . . . . . . . . . . . 13

Carotischirurgie in LocoRegionalanästhesie . . . . . 14

Die Schwindsucht schleicht sich heimlich an . . . . 16

Alternativen zur »Versteifungsoperation«

an der Lendenwirbelsäule. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 18

Proresearch – die Profis für Forschung. . . . . . . . . . 20

Umzug ins Krankenhaus

der Zukunft. . . . . . . . . . . . . . . . . . Seite 8

Prostatektomie Seite 12 Schwindsucht schleicht sich heimlich an Seite 16 Drei auf einen Streich Seite 36

Altersabhängige Makuladegeneration . . . . . . . . . . 22

Reparation von Knorpeldefekten am Kniegelenk. . 24

Posterolaterale Thorakotomie

von Atrium-Septumdefekten. . . . . . . . . . . . . . . . . . 25

Management

Kurz & Knapp. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 26

Fit für die Zukunft . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 28

»Eine Vorwärtsbewegung sehen« . . . . . . . . . . . . . . 30

Asklepios Future Hospital . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 32


Mandy Wolf

Chefredakteurin

Mit dem Laptop am Patientenbett . . . . . . . . . . . . . 33

Microsoft – Innovationsmotor

für das Asklepios Future Hospital. . . . . . . . . . . . . . 34

Drei auf einen Streich . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 36

Kein Nord-Süd-Gefälle in Pasewalk . . . . . . . . . . . . 37

Ausgezeichnete Kinästhetik-Kompetenz . . . . . . . . 38

Gute Berufsaussichten

im Katastrophenmanagement . . . . . . . . . . . . . . . . 39

Asklepios jetzt auch im Reich der Mitte . . . . . . . . . 40

Liebe Leserinnen und Leser,

im Dezember 2005 gelingt den Mitarbeitern

der Klinik Barmbek die größte und

komplizierteste Operation in der Geschichte

des Krankenhauses: Innerhalb

weniger Stunden ziehen 331 Patienten aus

einer Vielzahl alter Klinikgebäude in das

modernste Krankenhaus Deutschlands.

Welche logistische Meisterleistung dahinter

steckt, erfahren Sie in unserer Titelstory

auf den Seiten 8–10.

Asklepios geht mit großen Schritten

in die Zukunft. Das »Future Hospital« ist

kaum eröffnet, da werden bereits Pläne

für den Neubau einer Universitätsklinik

in Shanghai vorgelegt. Durch diesen

Schritt baut Asklepios seine führende

Stellung im weltweiten Krankenhausmarkt

weiter aus. Lesen Sie mehr dazu auf S. 40.

Die altersabhängige Makuladegeneration

(AMD) ist eine Sehstörung, die uns

alle treffen kann. Die AMD ist in den

Industrieländern eine der führenden Ursachen

für Blindheit. Mehr Informationen

über Diagnostik und Therapie auf den Seiten

22–23.

Mediziner mit Pauken und Trompeten . . . . . . . . . . 41

Figuren & Strukturen. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 42

Patienten-Forum

»Ich habe Menschen gefunden, die mir helfen« . . 46

»Jeder hat sein eigenes Skoliosemuster«. . . . . . . . 48

Die Welt zu Gast bei Freunden . . . . . . . . . . . . . . . . 50

»Das war ein Gefühl, das ich

gar nicht beschreiben kann«. . . . . . . . . . . . . . . . . . 52

Kinder im Grenzbereich. . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 53

Inhalt

Die 18. Fußball-Weltmeisterschaft

steht vor der Tür. Deutschland befindet

sich im Fußballfieber. Lesen Sie auf den

Seiten 50–51, wie unsere Hamburger Kliniken

sich auf dieses riesige Sportereignis

vorbereiten. Unter dem Motto »Die Welt

zu Gast bei Freunden« finden einige der

64 Spiele auch in Hamburg statt. Wir

sprachen mit Dr. Heinzpeter Moecke,

Koordinator der Notarztgestellung während

der WM, über Schutzmaßnahmen

und den Ablauf im Krankheitsfall.

Durch Ihre Unterstützung konnten

wir auch in diesem Magazin wieder viele

informative und spannende Themen

zusammenstellen. Bleiben Sie uns weiterhin

verbunden!

Viel Spaß beim Schmökern in Ihrer

neuen Asklepios intern

Asklepios jetzt auch im Reich der Mitte Seite 40 Die Welt zu Gast bei Freunden Seite 50 Ängste überwinden, Kinder stärken Seite 56

Ihre

Keine Hektik im OP . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 54

Hilfe für Ahmad . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 55

Ängste überwinden und

mit dem Kind stärker werden . . . . . . . . . . . . . . . . . 56

Unfälle sind die größte Gefahr für Kinder. . . . . . . . 57

Eine offene Tür für psychiatrische Patienten . . . . . 58

Visite . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 59

Sport mit Lust . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 60

Balladen & Scharaden . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . . 61

ASKLEPIOS intern

27/2006

5


Medizin & Wissenschaft

Medizin-Ticker

Stadtklinik Bad Tölz wird universitäre

Einrichtung

Die Stadtklinik Bad Tölz wurde zum

1.2.2006 zum »Akademischen Lehrkrankenhaus

der Ludwig-Maximilians-Universität

München« erhoben. Mit dieser universitären

Auszeichnung verbinden sich

hohe Status- und Qualitätsgewinne für

die Klinik.

Innerhalb von acht Monaten ist es

durch das Engagement von Privatdozent

Dr. Ulrich Kreider-Stempfle, Chefarzt der

Inneren Abteilung, gelungen, diese Ernennung

zu erreichen.

Als Lehrbeauftragter hatte er großen

Einfluss an dem Reformprojekt »München-Harvard

Alliance«, das 1998 durch

den damaligen Bundespräsidenten Dr.

Roman Herzog die Auszeichnung für herausragende

Leistungen in der Lehre

erhielt, sowie an der Umsetzung in das

medizinischen Curriculum München.

»Ich bin glücklich, dass meine ›Alma

mater‹ für die Stadtklinik gewonnen wer-

INI Hannover ist akademisches

An-Institut der Uni Magdeburg

Die Otto-von-Guericke-Universität

Magdeburg und das International Neuroscience

Institute Hannover (INI) haben

einen Kooperationsvertrag geschlossen.

Besonders auf dem Gebiet der neurowissenschaftlichen

Forschung will man

künftig eng zusammenarbeiten und so

6 ASKLEPIOS intern 27/2006

den konnte. Dies gibt uns die Möglichkeit,

das neue Lehrkonzept mit einer praxisnahen

Ausbildung zu verknüpfen«, so

eine Verbindung von Forschung und

Lehre schaffen. Das von Prof. Dr. Madjid

Samii (Foto Mitte) geleitete INI bleibt

eigenständig, darf sich aber künftig offiziell

»An-Institut« der Magdeburger Universität

nennen. Prof. Dr. Klaus Erich Pollmann

(Foto links), Rektor der Otto-von-

Guericke-Universität, deren Neurologie

internationales Renommee hat, sagt: »Das

ist die perfekte Kooperation.«

Kreider-Stempfle. Ab 2006 können Studenten

somit ihr letztes Ausbildungsjahr

in Bad Tölz absolvieren.

Im Rahmen der neuen Zusammenarbeit

werden die Vertragspartner durch

die gegenseitige Nutzung ihrer Sach- und

Personalressourcen die anwendungsbezogene

Forschung auf den Gebieten der

Neurowissenschaften und medizinischen

Mikrotherapie fördern und ihre jeweiligen

Forschungsergebnisse in gegenseitiger

Abstimmung nutzen. Alle Professoren

des INI gehören jetzt auch zum Lehrkörper

der Magdeburger Uni. Die dortigen

Neurowissenschaftler dürfen zugleich

als Professoren in der Privatklinik

tätig werden.

Als erstes Projekt der neuen Kooperation

wird eine Magdeburger Arbeitsgruppe

unter Leitung des Neurologen Prof.

Dr. Hans-Jochen Heinze (Foto rechts),

Direktor der Klinik für Neurologie II der

Universitätsklinik Magdeburg, den 3-

Tesla-Magnet-Resonanztomographen

(MRT) am INI Hannover mitnutzen.


Stationäre Traumtherapie

weiter ausgebaut

Wegen der großen Nachfrage wurde

die stationäre Traumtherapie im Klinikum

Nord in Hamburg Ochsenzoll, in

der III. Abteilung Psychiatrie und Psychotherapie,

umstrukturiert und ausgebaut.

Die offene psychodynamisch orientierte

»Behandlungseinheit für Frauen«

(BeF) umfasst jetzt 20 stationäre, acht teilstationäre

und fünf ambulante Therapieplätze.

Die Patientinnen werden durchgängig

vom gleichen Therapeutinnenteam

behandelt. Damit wird ein therapeutisches

Setting geboten, das sowohl auf die

speziellen Bedürfnisse von Frauen ausgerichtet

ist, als auch durch die Vernetzung

von stationärer, teilstationärer und ambulanter

Therapie den Patientinnen eine

Beziehungs- und Behandlungskontinuität

Jahreshauptversammlung des

Bundesverbands Skolioseselbsthilfe

100 Mitglieder kamen ins Skoliosezentrum

der Burgseekliniken Bad Salzungen

zur Jahreshauptversammlung des

Bundesverbands Skolioseselbsthilfe e. V.

ermöglicht. Der inhaltliche Therapieschwerpunkt

liegt auch weiterhin in der

Behandlung traumatisierter Patientinnen,

daneben wird auch psychisch kranken

2005. Dr. Huber, Chefarzt der Internistischen

Klinik der Burgseekliniken, referierte

über Ursachen von Atemproblemen

bei Skoliosepatienten, gab Hinweise zu

den unterschiedlichen Therapieformen

und informierte über Selbsthilfegruppen,

die Patienten mit respiratorischen Erkrankungen

unterstützen. Der Chefarzt der

Orthopädischen Klinik und Leiter des

Skoliosezentrums, Dr. Steffan, referierte

über neue Ansätze der Korsettversorgung,

diagnostische Möglichkeiten und das

spezielle Wirbelsäulenintensivrehabilitationsprogramm

(WIR) der Burgseekliniken.

Die gute Zusammenarbeit mit den

Skolioseselbsthilfegruppen ermöglicht

den Betroffenen, die über Jahre dauernde

Therapie auch zu Hause weiterzuführen.

Paulinen Klinik eröffnet neuen Fachbereich

Urologie

Zum 1.1.2006 hat die Paulinen Klinik

(APK) ihre neue Urologie-Abteilung eröffnet.

Chefarzt des neuen Bereichs ist Dr.

Karl-Heinz von Kellenbach. Die Klinik

deckt mit diesem neuen Fachbereich die

Medizin & Wissenschaft

Müttern mit ihren Kindern (Rooming–In-

Patientinnen) sowie Frauen mit allgemein-psychiatrischen

Erkrankungen ein

Behandlungsrahmen angeboten.

Versorgungslücke, die nach der Schließung

des Rot-Kreuz-Krankenhauses entstanden

war. 22 Betten stehen auf der

Chirurgischen und Onkologischen Abteilung

zur stationären Behandlung zur Verfügung.

Neben von Kellenbach wurden

für den neuen Bereich ein weiterer Oberarzt

und zwei Assistenzärzte verpflichtet.

Mit seinen Kollegen wird von Kellenbach

auch in der interdisziplinären Tumorkonferenz

der APK mitarbeiten. Hier

stellen Spezialisten der verschiedensten

medizinischen Fakultäten wöchentlich

ihre Patienten vor und nutzen die Expertenrunde

für ihre Therapieentscheidungen.

Die interdisziplinäre Zusammensetzung

stellt sicher, dass stets das aktuelle

Wissen aus den unterschiedlichen Bereichen

der Medizin bei der Behandlung

berücksichtigt wird.

Als ausgebildeter Männerarzt will von

Kellenbach das noch neue Fachgebiet der

Männerheilkunde an der APK etablieren.

Für Paare, deren Kinderwunsch bisher

unerfüllt blieb, wird er auch zukünftig mit

der Reproduktions-Medizin Hand in

Hand arbeiten.

ASKLEPIOS intern

27/2006

7


Medizin & Wissenschaft

1000 Mann für 100 Meter

Umzug ins Krankenhaus der Zukunft

An einem Dezembertag gelingt den 1200 Mitarbeitern der Asklepios Klinik Barmbek die größte

und komplizierteste Operation in der Geschichte des Krankenhauses: Innerhalb weniger Stunden

ziehen 331 Patienten aus einer Vielzahl alter Klinikgebäude in das modernste Krankenhaus

Deutschlands um.

Der junge Möbelpacker im Blaumann

lehnt sich gegen die Metallstange

am Eingang des Kreißsaalgebäudes.

»Umzug ist mein Job. Diese

Größenordnung ist allerdings auch für

mich spektakulär«, bemerkt der Profi aus

Berlin und beißt beherzt in seine Stulle.

Die Mittagspause kommt ihm gelegen, geplant

war sie nicht. Doch bei einem Mammut-Projekt,

das gezielt 331 Patienten

und 9500 Kartons innerhalb eines Tages

von A nach B bewegt, sind Überraschungen

Teil des großen Ganzen. Und solange

sich das Baby in der Klinik nicht zur Ankunft

drängen lässt, haben die Umzugshelfer

einen Moment Leerlauf.

8 ASKLEPIOS intern 27/2006

Überall auf dem Gelände des alten AK

Barmbek erfüllen Mediziner, Pflegekräfte,

Helfer von Feuerwehr und Johannitern

ihre akribisch geplante Mission. 14 Monate

lang haben Planer und Logistiker auf

diesen Tag hingearbeitet. Das Ganze läuft

entspannter als erwartet. »Ich bin selbst

überrascht, wie gelassen die Stimmung

ist«, bekennt der Kaufmännische Direktor

der Asklepios Klinik Barmbek, Hans-

Friedrich Günther.

Der Transport der Intensivpatienten

ist eine der aufwändigsten Aktionen dieses

Tages. Umringt von einem Schwarm

Personal wird ein Schwerstkranker über

den kahlen Flur der Station 29c gescho-

ben. 400 Meter Luftlinie beträgt die Strecke

von dem alten Backsteingebäude bis

ins neue Foyer. »Patiententransport ist

bei uns im Alltag Routine. Nur sind nie

alle an einem Morgen hintereinander

unterwegs«, sagt die Stationsleiterin

Maren Eckmann. Noch kurz vor dem

Umzug hatte sich die Station gefüllt: 15

Patienten müssen mit aller Vorsicht auf

den Weg gebracht werden. Besonders

viel Zeit werden die infektiösen Patienten

am Nachmittag in Anspruch nehmen.

Aus Hygienegründen müssen

nach jedem einzelnen Transport die Rettungsfahrzeuge

komplett desinfiziert

werden.


Auf der Neonatologie-Station im Altbau

wird um 10 Uhr die kleine Laura, 800

Gramm leicht und zwei Tage alt, mit einer

XXS-Windel versorgt. »Wir versuchen,

möglichst alles so zu machen wie immer«,

sagt die Kinderkrankenschwester. »Das

gelingt natürlich nicht ganz. Der Tag ist

für alle Mitarbeiter etwas Besonderes.«

In zwei Baby-Notarztwagen, mit ehrenamtlichen

Helfern der Johanniter und

mit besonders viel medizinischem Personal,

werden 26 Babys sicher in das neue

Haus geleitet. Die großen, starken Babys,

die schon in Kürze entlassen werden, dürfen

im Autositz umziehen – eine Spazierfahrt.

Die Winzlinge werden in Spezial-

Inkubatoren transportiert – alle notwendige

Technik ist mit an Bord.

Die Asklepios Klinik Barmbek ist für

24 Stunden von der Notfallversorgung

abgemeldet. Doch in der Zentralen Notaufnahme

wird trotzdem schon der erste

Patient behandelt: Ein Umzugshelfer kollabierte

mitten im Geschehen.

Im Foyer läuft die Umzugsmaschinerie

ab dem späten Vormittag auf Hochtouren:

Die fitten Patienten stapfen zu Fuß

im Bademantel durch die Drehtür. Unter

dem Arm ihre Akte und die Karte mit

dem Strichcode. Sofort werden die Patienten-Daten

am Computer in der Rezeption

eingelesen. Auch die Software wurde natürlich

auf dieses Spezialprojekt ausgerichtet.

Einige Meter weiter, im Flur zwischen

Bistro und Seminarräumen, geht

es hektisch zu: 400 Betten werden in

Rekordtempo abgezogen, gereinigt, neu

bezogen. Zwei Dutzend Frauen arbeiten

im Akkord in der ersten und einzigen

Bettenwaschstraße der Republik. Am

Nachmittag kommt ein schwergewichtiger

Patient in das neue Gebäude. Der

220-Kilo-Mann hatte den Logistikern

Kopfzerbrechen bereitet: Die Liegen der

Rettungswagen sind auf seine Gewichtsklasse

nicht ausgelegt, so wird der

Mann kurzerhand die gesamte Umzugs-

Medizin & Wissenschaft

strecke in seinem Krankenbett gerollt.

Improvisation ist die Kür dieses Tages.

Alle Blicke auf sich zieht die junge

Frau, die dann ins Foyer geschoben wird:

Sie hält in ihrem Arm ein kleines Bündel

und ist so verzückt vom Anblick ihres

Babys, dass sie den Wirbel um sich herum

nicht zu bemerken scheint. Das letzte Baby

des Altbaus erlebt den zweiten großen

Empfang seines zweistündigen Lebens.

17.22 Uhr: Zehn Minuten nachdem

der letzte Patient sein neues Zimmer bezogen

hat, wird auf der Entbindungsstation

die kleine Olivia geboren. Das erste Baby

im neuen Krankenhaus wiegt stolze 3690

Gramm und ist 54 Zentimeter lang.

Es wird noch Wochen dauern, bis die

Mitarbeiter alle Kartons ausgepackt

haben, alle Handgriffe sitzen und in

Fleisch und Blut übergehen. Aber die

größte Klippe ist geschafft, das Tagesziel

erreicht: Alle Patienten können in Ruhe

im Neubau zu Abend essen.

Imke Wein

Designed with care –

for people who care

Scan Modul Orgasystem GmbH

Föhrenstraße 25

78532 Tuttlingen

Telefon (0 74 61) 96 74-0

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ASKLEPIOS intern

27/2006

9


Medizin & Wissenschaft

Unternehmen 10. Dezember

Interview mit Projektmanager Jörn Puls

Das Innenleben der Asklepios Klinik

Barmbek kennt niemand so gut wie Jörn

Puls: Der 38-jährige Krankenhaus-

Betriebswirt organisierte zusammen mit

dem Umzugslogistiker Peter Mohr den

Einzug von Mensch und Material in das

neue Vorzeige-Krankenhaus. Für den

Hamburger Familienvater war das »Unternehmen

10. Dezember« mit Sicherheit der

größte Umzug seines Lebens.

In der Nachbetrachtung: Was qualifiziert

Sie in besonderem Maße dafür, dass das

Großprojekt Umzug so einwandfrei über

die Bühne gehen konnte?

Vor allem gute Nerven. Als gelernter

Pfleger weiß ich, auf was es in einem

Krankenhaus ankommt. Das alte AK

Barmbek kannte ich zudem schon ewig,

und das Know-how für das Management

großer Projekte habe ich durch mein Studium

bekommen.

10 ASKLEPIOS intern 27/2006

An welcher Stelle der Planung war es mal

so richtig eng?

Zusammen mit Umzugslogistiker Peter

Mohr und den Verantwortlichen im

Haus waren wir ein großartiges Team –

wunderbar pragmatisch. Es gab aber

einen Zeitpunkt, wenige Wochen vor dem

großen Tag, da waren die Funktionspläne

für alle Räume genau fixiert. Die Änderungen

in den Raumbüchern, die es dann

doch immer wieder gab, haben schon an

den Nerven gezerrt.

Konnten sich die Mitarbeiter auf den

Umzug vorbereiten?

Es gab Konzepte und eine Detailplanung

für jede Station. Wir haben versucht,

alle Einzelheiten so klar und transparent

wie möglich zu kommunizieren.

Im Neubau gab es Prozessschulungen für

alle Bereiche. Denn auch Details wie das

System der Notausgänge oder die Telefon-

Projektmanager Jörn Puls und Peter Mohr, Umzugslogistiker

der Firma Hertling, sind zu Recht stolz auf

ihre Leistungen

anlage und der ideale Umgang mit der

neuen EDV müssen erlernt, verstanden

und verinnerlicht werden, bis sie nutzbringend

angewandt werden können.

Was hat Sie am Umzugstag am meisten

fasziniert?

Wie die Verantwortlichen auf den Stationen

das Konzept umgesetzt haben, mit

welchem Engagement sie sich an Termine

gehalten und bei Bedarf auch individuelle

Veränderungen vorgenommen haben, das

hat mich wirklich sehr beeindruckt.

Waren die Nachwehen nach dem glücklich

überstandenen Umzug heftig?

Dass am Abend des 10. Dezember alle

Spannung sofort von mir abgefallen wäre,

kann ich nicht behaupten. Noch Wochen

nach dem eigentlichen Umzug gab es

Details zu klären, die bei so einem Riesenprojekt

entstehen. Die größte Herausforderung

steckt manchmal im Detail. Inzwischen

läuft auch das kleinste Rädchen in

diesem Riesenunternehmen rund. Zudem

hatten wir in den letzten Wochen auch

noch den Auftrag, alle Bereiche des Altbaus

besenrein an die LBK Immobilien

zurückzugeben.

Sie haben sicher in den vergangenen 1,5

Jahren wahnsinnig viel erlebt und erlernt.

Was ist für Sie selbst der größte

Gewinn?

Jetzt kenne ich ein Krankenhaus mit

all seinen Schnittstellen, nicht nur in der

Theorie, sondern aus fundamental praktischer

Anschauung. Um diese Erfahrung

beneide ich mich selber. Das Gefühl, ein

derart großes Projekt erfolgreich umgesetzt

zu haben, ist ein Meilenstein in meinem

Leben.

Das Gespräch führte Imke Wein


Die Asklepios Klinik Barmbek ist ein

Erfolgsprojekt. Der logistisch aufwändige

Umzug wurde reibungslos bewältigt, und

die Patientenzahl liegt schon heute deutlich

über den Erwartungen.

Nach einigen Wochen des Eingewöhnens

wurde die Klinik Barmbek

am 24.2.2006 offiziell eröffnet.

Die Feier fand im Herzen der Klinik

im großen Innenhof statt. »Es riecht nicht

mal nach Krankenhaus«, scherzte der

Erste Bürgermeister Ole von Beust. Fast

560 Gäste waren in »Deutschlands modernster

Klinik« zum offiziellen Startschuss

gekommen.

Medizintechnische Einrichtungsplanung für das Klinikum Barmbek

Seit 1965 ist die MEDIPLAN erfolgreich auf dem Gebiet der medizintechnischen

Einrichtungsplanung tätig.

Für das neue Klinikum Barmbek

hat die MEDIPLAN die Entwurfsund

Ausführungsplanung der

gesamten medizintechnischen

Einrichtung, die Erstellung und

Auswertung der Leistungsverzeichnisse

in Absprache mit

dem Fachpersonal, die Mitwirkung

bei der Vergabe sowie die

Fachbauleitung und Kostenprüfung

übernommen und ausgeführt.

Ermöglicht wurde dieser

Klinikneubau durch

die Entscheidung der

Freien und Hansestadt

Hamburg, in das Projekt

über 100 Millionen Euro

zu investieren. An der

Planung und der Realisation

dieses Bauvorhabens

waren neben den Architekten

und Bauherren

auch viele Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter der

Klinik und des LBK Hamburg

beteiligt. Alle trugen

gemeinsam dazu bei, dass

das Projekt gelingen konnte und sowohl

die Kosten- als auch die Zeitplanung eingehalten

wurde.

Mit diesem Neubau war und ist die

Verwirklichung ehrgeiziger Ziele verbunden.

Durch intensive Vernetzung und

Zusammenarbeit sollen Effektivität und

Effizienz gesteigert werden. Dabei will

man moderne, patientenfreundliche Abläufe

mit hoher Servicequalität gestalten.

Klinikum Barmbek:

interdisziplinärer Operationssaal

Medizin & Wissenschaft

Modernstes Krankenhaus Europas eröffnet

…und die Patientenzahl liegt schon heute über den Erwartungen

Die Planungsprinizipien:

• Firmenneutralität

• Baubezogenheit

• Kostenbewusstes Handeln

• Termingerechtes Handeln

• Partnerschaftliches Arbeiten

Krankenhausplanungsgesellschaft m. b. H

Jessenstraße 13 D - 22767 Hamburg

Tel.

040

/ 38

02

08-0

Fax

040

/ 38

02

08-34

E-mail kontakt@mediplan-hamburg.de

Internet www.mediplan-hamburg.de

ASKLEPIOS intern

27/2006

11


Medizin & Wissenschaft

Endoskopische extraperitoneale

radikale Prostatektomie (EERPE)

Schonende OP-Methode des Prostatakarzinoms in Pasewalk etabliert

In Deutschland werden derzeit jährlich

etwa 31 500 Prostatakarzinome diagnostiziert.

So ist die Prostata inzwischen

die häufigste Lokalisation bösartiger

Neubildungen beim Mann und hat das

Bronchialkarzinom als häufigsten Tumor

abgelöst. Mit jährlich 12000 Todesfällen

ist das Prostatakarzinom nach dem Lungenkrebs

in der Bundesrepublik Deutschland

die zweithäufigste Krebstodesursache

des Mannes. Der Standard der operativen

Behandlung des Prostatakarzinoms

ist die radikale Entfernung der Prostata

mit der Kapsel und den Samenblasen. Als

minimalinvasive Methode kommt die

EERPE den Patienten mit deutlich verkürzter

Rekonvaleszens zugute.

Minimalinvasive Operationstechniken

finden seit Einführung

der laparoskopischen Gallenblasenentfernung

eine zunehmende Verbreitung.

So gehören laparoskopische Eingriffe

in zunehmendem Maße zum Spektrum

urologischer Kliniken.

Der entscheidende Vorteil der EERPE

zur laparoskopischen radikalen Prostatektomie

ist das Umgehen der intraperitonealen

Komplikationen (Darmverletzungen,

Ileus, Peritonitis und intraperitonea-

12 ASKLEPIOS intern 27/2006

le Blutungen). Nach der Präparation des

Präperitonealraumes findet sich ein übersichtliches

Operationsfeld.

Es ist identisch zu dem seit Jahrzehnten

in der Urologie etablierten Operationsfeld

bei der radikalen, retropubischen

Prostatektomie. Die Vergrößerung

des OP-Feldes ermöglicht eine subtile

Operationstechnik mit effektiver Schonung

wichtiger Strukturen. Hieraus ergibt

sich auch eine deutlich verringerte Transfusionsrate

gegenüber der offenen OP-

Technik. Schwer erreichbare Strukturen,

wie Gefäßnervenbündel und Harnröhre

mit Schließmuskel, können präzise dargestellt

und präpariert werden.

Nach Etablieren des Extraperitonealraumes

mittels Ballontrokar erfolgt das

Einbringen der fünf Arbeitstrokare. Als

erster Schritt der Prostatektomie wird

nach Inzision der endopelvinen Fascie der

präprostatische Veneplexus (Plexus Santorini)

ligiert. Im nächsten Schritt wird

der Blasenhals eröffnet und komplett von

der Prostata abgetrennt. Anschließend

erfolgt die Darstellung und Mobilisation

der Samenleiter und Samenblasen. Kaudal

der Prostata wird die sog. Denonvilliersche

Fascie inzidiert und das Rektum

stumpf abpräpariert. Die Durchtrennung

der lateralen Prostatapfeiler erfolgt, wenn

eine potenzerhaltende Operation geplant

ist, unter Schonung der dorsolateral verlaufenden

Gefäßnervenbündel. Die Prostata

wird temporär in einem Bergebeutel

gelagert und am Ende der Operation mit

diesem entfernt.

Anschließend wird die Harnröhre

durch Vereinigung von Blasenhals und

Harnröhrenstumpf anastomosiert. Nach

Kathetereinlage kann eine wasserdichte

Anastomose dargestellt werden. Der

Katheter verbleibt für sechs Tage und

wird nach Sicherung einer dichten Anastomose

entfernt.

Die Vorteile für den Patienten finden

sich in der geringen Traumatisierung und

dem damit verbundenen geringeren

Schmerzmittelverbrauch sowie einer

schnelleren Mobilisation, in einer verkürzten

Katheterverweildauer und in

einer geringeren Transfusions- und Komplikationsrate.

Bei entsprechender Indikation wird

die EERPE als operatives Verfahren zur

Behandlung der lokal begrenzten Prostatakarzinoms

in der Pasewalker Klinik

bevorzugt.

Dr. Katrin Gromoll-Bergmann


Dr. Antje Kühnemann zu Gast

bei Prof. Grifka in Bad Abbach

Neues zum künstlichen Hüftgelenk

Pro Jahr werden in Deutschland über

170000 künstliche Hüftgelenke eingesetzt.

Sie sollen die Belastbarkeit und

Beweglichkeit wieder herstellen. Die Implantation

neuer Gelenke ist ein Schwerpunkt

der Orthopädischen Klinik für die

Universität Regensburg im Klinikum Bad

Abbach. Dort werden jährlich etwa 600

Hüftgelenksprothesen implantiert. Prof.

Dr. Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen

Klinik Bad Abbach, ist Mitentwickler

einer neuen Kurzschafthüftprothese

und operiert mit zukunftsweisender

Navigationstechnik. Dieses Vorgehen war

Thema der Fernsehsendung »Sprechstunde«

von Dr. Antje Kühnemann.

Medizin & Wissenschaft

Die Entwicklung der Hüftendoprothetik

hat in den 60er Jahren aufgrund

neuer Materialien einen

entscheidenden Aufschwung genommen.

Bis heute wurden diese Prothesen weiter

perfektioniert – mit Titanschäften, Keramikköpfen

und dauerhaft beanspruchbarem

Polyethylen.

Die Klinik Bad Abbach ist bei der

weltweiten Entwicklung der Navigation

für den Einbau der Implantate prägend.

Das bedeutet, dass der Sitz der Hüftpfanne

und des Hüftschaftes exakt intraoperativ

bestimmt wird, um so gute Belastungsund

Beweglichkeitsverhältnisse zu erlangen

und damit die Voraussetzungen für

eine dauerhaft gute Belastung des Implantates

zu ermöglichen. Des Weiteren ist

Prof. Grifka Mitglied einer weltweiten

Expertengruppe zur Entwicklung einer

kleineren Prothese, um damit möglichst

viel Knochen zu erhalten, was insbesondere

bei jüngeren Patienten wichtig ist,

falls im Laufe der Jahre eine Wechseloperation

nötig wird.

Aufgrund dieser besonderen Vorgehensweise

von Prof. Grifka kam Dr. Antje

Kühnemann mit ihrem »Sprechstunden«-

Team nach Bad Abbach. In der Asklepios

Klinik wurde nicht nur eine Hüft-OP

gefilmt. Vielmehr produzierten 42 Mitarbeiter

des Bayerischen Rundfunks in der

Klinik die gesamte Sendung, die mit

einem Übertragungswagen nach München

übermittelt wurde. In der Erstausstrahlung

am 20.2.2006 sahen über

900000 Zuschauer die »Sprechstunde«

mit Prof. Grifka.

ASKLEPIOS intern 27/2006 13


Medizin & Wissenschaft

Carotischirurgie in LocoRegionalanästhesie (LRA)

AK Wandsbek führte neuartiges Verfahren ein

Bislang erfolgen nur fünf Prozent

aller Operationen an der Halsschlagader

in Europa am wachen Patienten (15% in

den USA). Befürworter schätzen jedoch

die Möglichkeit, am wachen Patienten

während des Eingriffs auftretende neurologische

Ausfälle sofort registrieren und

unmittelbar Konsequenzen ziehen zu

können. Dies verspricht eine Reduzierung

des OP-Risikos, die in Studien bereits

nachgewiesen wurde.

Risikoreduzierung ist für die Mediziner

an der Asklepios Klinik Wandsbek

oberstes Gebot bei der Schlaganfallprophylaxe

durch Wiedereröffnung

einer verstopften Halsschlagader. Schon

bei der präoperativen Diagnostik verzichten

sie daher auf eine arterielle DSA (digitale

Gefäßdarstellung), da sie ein eigenes

Schlaganfallrisiko von bis zu einem Prozent

beinhaltet. Voraussetzung hierfür ist

14 ASKLEPIOS intern 27/2006

aber eine qualitativ hochwertige Ultraschalluntersuchung.

Wird eine Verengung

der Halsschlagader (Carotis) festgestellt

und kommt eine Operation infrage,

spricht der untersuchende Neurologe bereits

die Möglichkeit der örtlichen Betäubung

an. Der hinzugezogene Chirurg

prüft die OP-Indikation aufgrund gesicherter

Daten. Dabei werden alle therapeutischen

Optionen erwähnt: konservativ,

interventionell und operativ.

Der Chirurg erläutert dem Patienten

die Vorteile des Neuromonitorings im

Wachzustand und das operative Vorgehen:

Wenn die Halsschlagader für die

Eröffnung der Gefäßwand abgeklemmt

ist, wird der Patient gebeten, die der

betroffenen Hirnhälfte gegenüberliegende

Hand zu bewegen. Darin hält er eine

Spielzeugente, die bei Kompression einen

Laut erzeugt (sog. »Squeeze-Technik«). Ist

der Patient hierzu nicht mehr in der Lage,

deutet das auf eine mangelhafte Blutversorgung

der betroffenen Hirnhälfte durch

die anderen Halsschlagadern hin. Gleiches

gilt bei auffälligen Vigilanzstörungen.

Oft kann der Anästhesist das Problem

allein durch Blutdruck steigernde

Maßnahmen beheben. Wird der Patient

daraufhin jedoch nicht sogleich wieder

wach oder verbleibt die Schwäche der

Hand, wird ein so genannter Shunt eingelegt.

Wer eine solche Blutumleitung tatsächlich

benötigt, lässt sich nur am

wachen Patienten beurteilen. Der Verzicht

auf einen Shunt bei Patienten, die

ihn nicht brauchen, mindert deren OP-

Risiko, da das Shunting selbst Komplikationen

verursachen kann (Ablösung von

Plaques der Gefäßwand, Shuntthrombosen,

etc.).

Die meisten Patienten verstehen die

Zusammenhänge gut und lassen sich bereitwillig

auf die Operation in Locoregio-


nalanästhesie (LRA), also in örtlich-regionaler

Betäubung, ein. Auch die Anästhesisten

stehen voll hinter dieser Vorgehensweise.

Sie wurden gemeinsam mit den

Operateuren im Rahmen einer Hospitation

am Klinikum Küchwald in Chemnitz

in die Methode eingeführt. Für die LRA

sprechen auch konstante Kreislaufverhältnisse,

die sich unter örtlicher Betäubung

leichter als in Narkose bei höheren

Blutdruckwerten halten lassen.

Ein konstanter Kreislauf trägt zur Stabilisierung

der Hirndurchblutung in der

Abklemmphase der betroffenen Halsschlagader

bei. Der gleiche Effekt ist für

die Durchblutung der Herzkranzgefäße

während der Operation zu erwarten.

Allerdings sollte einem in LRA gesteigerten

operativen Stress vorgebeugt werden.

Reichen beruhigende Gespräche und

menschliche Zuwendung nicht aus, empfiehlt

sich eine entsprechende Prämedikation,

die bei Bedarf während der Operation

erhöht werden kann.

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Weitere Informationen finden Sie unter:

www.aesculap-patienteninfo.de

Bisher führten die Experten der Asklepios

Klinik Wandsbek bei 54 Patienten

eine Carotisdesobliteration in LRA durch.

Das Verfahren wurde gut angenommen.

Vor und während der Operation wird dem

Patienten alles erklärt und enger Gesprächskontakt

zum Kranken gepflegt. Die

Patientenzufriedenheit mit dem Verfahren

ist groß. 51 von 54 Patienten würden

sich erneut dafür entscheiden. Weitere

Vorteile für die Patienten sind die eher

Medizin & Wissenschaft

mögliche Nahrungsaufnahme nach der

Operation und die geringe postoperative

Schmerzbelastung. Der wesentliche Vorteil

der LRA liegt in der Möglichkeit, beim

wachen Patienten während der Operation

die Reaktionen seines Gehirns auf das

Abklemmen der Halsschlagader zu beobachten.

Die Beurteilung ist einfach, preiswert

und sicher. Durch Vermeiden unnötiger

Shunts verspricht die Methode darüber

hinaus eine Senkung des OP-Risikos

für Schlaganfälle. Ein Schlaganfall oder

gar ein Todesfall trat bei den 54 bisher

behandelten Patienten nicht auf.

Kontakt

Dr. Peter Breuer

Leiter der Sektion Gefäßchirurgie

Asklepios Klinik Wandsbek

Alphonsstraße 14 · 22043 Hamburg

Telefon (0 40) 18 18-83 13 60

Telefax (0 40) 18 18-83 16 32

peter.breuer@ak-wandsbek.lbk-hh.de

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ASKLEPIOS intern

27/2006

15


Medizin & Wissenschaft

Die Schwindsucht schleicht sich heimlich an

Zentrum für Pneumologie und Thoraxchirurgie in Gauting zählt zu den größten

Lungenfachkliniken Deutschlands

Die Tuberkulose bricht in Deutschland

nur noch bei gut 7000 Menschen im

Jahr aus. Bis zur Mitte des vergangenen

Jahrhunderts starben Zigtausende an dieser

Lungenkrankheit. Heute bedeutet

TBC vor allem Langeweile. In Gauting

dürfen manche Patienten die größte Station

der Bundesrepublik monatelang

nicht verlassen. Einmal am Tag schlucken

die Kranken eine Hand voll Pillen – mehr

brauchen sie für ihre Genesung nicht zu

tun. Aber: Damit die Seuche unter Kontrolle

bleibt, müssen Menschen mit offener

TBC in Quarantäne. Den öden Alltag

bewältigen die Patienten im Münchner

Süden höchst unterschiedlich.

Ein Stückchen Meer, ein Stückchen

Himmel, ein Stückchen Schnee.

Rentnerin Gerda Reinsch* setzt

den Rand eines Puzzles zusammen. Dann

packt sie, als ob es eine Handtasche wäre,

ihr Sauerstoffgerät und geht aufs Zimmer.

Kurz danach macht sich der 17-jährige

Sian aus Tibet an eine Fassade in Beige,

16 ASKLEPIOS intern 27/2006

und später wühlt auch Lucia aus Peru die

Schachtel mit den 1000 Einzelteilen

durch. Bis sich alles zu einem stimmigen

Bild fügt, wird sich noch so mancher der

Tuberkulose-Patienten der Klinik in Gauting

am Puzzle versuchen. Nur Alfons

Birnbichler läuft zappelig im Raum auf

und ab. Geduldig sitzen kann er nicht.

Birnbichler strotzt vor Energie. Er

muss nach draußen. Jeden Nachmittag

spaziert er stundenlang im kleinen Wäldchen

vor der Klinik. Er trägt einen Mundschutz:

Wenn er hustet oder niest, könnten

sich andere anstecken. Fast ein Jahr

lang hustete er, ohne zu wissen warum.

Irgendwann rutschte ihm beim Kabelschneiden

der Ehering vom Finger. Der

Lagerarbeiter hatte 22 Kilogramm abgenommen.

Endlich ging er zum Arzt.

Die Schwindsucht schleicht sich

heimlich an. Hüsteln, Müdigkeit, schwitzen,

abmagern – wenn überhaupt, sind

das die einzigen Anzeichen. Je schneller

TBC entdeckt wird, umso rascher schlagen

die Antibiotika an. Eine entscheiden-

de Rolle spielt der Zufall. Asylbewerber

werden routinemäßig untersucht – viele

landen in Gauting. In Deutschland leiden

sechs von 100000 Menschen an der

Krankheit, in Entwicklungsländern sind

es mehr als hundert. Vor allem in Verbindung

mit AIDS und schlechter Ernährung

verläuft Tuberkulose oft tödlich.

Als die 22-jährige Lucia von der Diagnose

erfuhr, brach sie in Tränen aus.

Weil sich ein Bild in ihrem Kopf festgesetzt

hatte: ausgemergelte Gestalten am

Rand der staubigen Straßen Limas, auf

die gesunde Bürger voller Abscheu mit

dem Finger zeigen. Sie musste in Gauting

erst einen Aufklärungsfilm sehen,

um zu begreifen, dass Heilung in Europa

fast sicher ist. Und dass sie bald wieder

tanzen und feiern kann. Beim Puzzeln,

Rauchen und Fernsehen lacht Lucia viel

und rollt immer wieder ihre Zunge bis

zur Oberlippe. Sie flirtet mit den Männern,

die wie sie eine Prise Geselligkeit

suchen. Nur nicht alleine im Zimmer versauern.


»Ich darf in einer Woche raus, du

musst noch bleiben«, necken sich die

Patienten gegenseitig. Tatsächlich haben

Lucia und ihre Freunde auf Zeit aus Mazedonien,

Russland und der Türkei noch

Glück. Das Röntgenbild ihrer Lungen

zeigt nur einen kleinen weißen Fleck. Sie

alle wissen, dass der TBC-Spuk bald vorüber

ist. Wann und wo er begann, kann

keiner sagen. Es mag im Café, bei der

Arbeit, im Bus oder sonstwo gewesen sein.

Fast als Einziger hier glaubt Helmut

Speckbacher zu wissen, wie die Krankheit

begann. Im Traktor auf einem Feldweg in

Paraguay. Es war kurz vor Weihnachten,

40 Grad heiß und Schwärme von Moskitos

stachen auf Speckbacher ein. Von diesem

Tag an siechte er schlapp vor sich

hin. Ein anderer Patient glaubt, sein Teppichboden

habe ihn angesteckt.

Oberarzt Albert Neher, der die Station

leitet, redet sich über solche »Hirngespinste«

schnell in Rage. Aber nur kurz, denn

allzu sehr will er sich mit den Einzel-

Gezielt gegen Krebs

Merck geht neue Wege

Weitere Informationen unter

www.onkologiepartner.de

Merck Oncology | Targeting Cancer for Better Lives

schicksalen seiner Patienten nicht beschäftigen.

Viele ertränken ihren Frust in

Bier und Schnaps. Dabei schwächt Alkohol

ebenso wie eine HIV-Infektion oder

Diabetes das Immunsystem – weshalb die

Tuberkulose überhaupt erst ausbricht. 90

Prozent der Infizierten bleiben ihr Leben

lang verschont.

Sian freut sich, wenn der Oberarzt,

dessen Namen er sich nicht merken kann,

zur Visite kommt. Er fühlt sich einsam in

der Fremde. Auf seinem Nachttisch steht

ein Foto des Dalai Lama. Halt gibt ihm

das Bestreben, trotz widriger Umstände

ein guter Mensch zu sein. Eine Fliege will

nach draußen und scheitert an der Scheibe.

Sian öffnet das Fenster. Zwischendurch

reiht der Junge Puzzle-Stücke

aneinander.

Manchmal trifft er Gerda Reinsch.

Den Schlauch, der vom Brillenbügel in

ihre Nase führt, sieht man fast nicht. Seit

zehn Jahren funktioniert ihre Lunge nur

noch eingeschränkt. Ohne Sauerstoffge-

Medizin & Wissenschaft

rät kann sie nicht mehr atmen. Vor kurzem

entdeckten die Ärzte darüber hinaus

Mykobakterien in ihrer Lunge: Verdacht

auf Tuberkulose, ab nach Gauting. Frau

Reinsch hat eine mit TBC verwandte

Krankheit. Sie wird Monate im Krankenhaus

bleiben, danach ein weiteres Jahr

Tabletten nehmen müssen. Warum es

gerade sie, die nie rauchte, so schlimm

erwischt hat, begreift sie nicht.

Deshalb schmökert Gerda Reinsch in

Thomas Manns »Zauberberg«. Jetzt kann

sich die Frau vorstellen, wie dereinst Liegekuren

in einem Sanatorium abliefen.

Ihre Fragen an das Schicksal bleiben jedoch

unbeantwortet. Egal, wie viel sie

bohrt, forscht und grübelt. Nur das Puzzle

vor ihr auf dem Tisch wird demnächst

komplett sein. Und das norwegische

Städtchen Åesund zeigen. In klarer, kalter

Winterluft.

Werner Kurzlechner

*Namen aller Patienten geändert

EB-06-72-1-01


Medizin & Wissenschaft

Alternativen zur »Versteifungsoperation«

an der Lendenwirbelsäule

Klinik Birkenwerder schließt therapeutische Lücken durch dynamische Neutralisation

Der Trend beim Einsatz von Implantaten

in der Wirbelsäulenchirurgie geht zum

Erhalt der Segmentbeweglichkeit. Das

gilt für die Lenden- und Halswirbelsäule.

Hierfür darf der Verschleiß jedoch nicht

zu sehr ausgeprägt sein. Bei stärkerer Abnutzung

ist auch heute noch eine Versteifungsoperation

(auch Fusion oder Spondylodese

genannt) notwendig. Zum Erhalt

der Segmentbeweglichkeit unter Einsatz

von Implantaten finden unterschiedliche

Methoden Anwendung.

Die Bandscheibenendoprothesen

sollen einen nahezu physiologischen

Bewegungsumfang erhalten

oder wiederherstellen. Allerdings sind

sie dabei auf weitgehend intakte Abschnitte

der hinteren Wirbelsäule angewiesen

(»kleine Wirbelgelenke« oder Fassettengelenke

genannt). Somit sind sie

vor allem für die Behandlung des »reinen«

Bandscheibenverschleißes geeignet. Dieser

weist häufig lediglich einen Rücken-

18 ASKLEPIOS intern 27/2006

schmerz auf, ohne wesentliche Ausstrahlung

in die Beine. Klassischerweise nachvollziehbar

als so genannter diskogener

Schmerz, »von der Bandscheibe herrührender

Schmerz«.

Relativ neu sind die interspinösen

Implantate. Sie werden zwischen den

Dornfortsätzen des entsprechenden Segments

platziert. Diese Implantate sind

dazu geeignet, die Extension (Nach-hinten-Neigen)

der Lendenwirbelsäule im

operierten Segment zu begrenzen. Je

nach Design sind sie auch in der Lage,

die Flexion (Nach-vorn-Neigen) einzuschränken.

Die Rotation wird bei allen

Implantaten dieser Gruppe leicht bis

mäßig eingeschränkt. Durch sämtliche

interspinösen Implantate lässt sich somit

vor allem eine Entlastung der hinteren

Wirbelsäulenabschnitte erzielen. Eine

mehr oder weniger starke Neigung des

Segments nach vorn (Kyphosierung), hat

eine indirekte Erweiterung des Wirbelsäulenkanals

zur Folge. »Klassische«

Indikationen für diese Implantate sind

vor allem Verschleißprozesse der hinteren

Wirbelsäulenabschnitte (Spondylarthrose).

Je nachdem ob eine Enge des Wirbelsäulenkanals

vorliegt, ist eine Dekompression

unter Erhalt der Funktion und

Tragfähigkeit der kleinen Wirbelgelenke

erforderlich. Sie ist mit der Implantation

der interspinösen »Platzhalter« kombinierbar.

Auch bei Fusionsoperationen ist

bei einem instabilen oder leicht abgenutzten

Wirbelsäulensegment die Anwendung

eines interspinösen Implantats zur

Verhinderung bzw. zum Aufhalten einer

Anschlusssegmentlockerung möglich.

Die dynamische Neutralisation ist seit

einigen Jahren in der klinischen Anwendung.

Sie basiert auf einem ähnlichen

System wie bei der hinteren Versteifungsoperation

(transpedikuläre Stabilisierung).

Im Gegensatz zu einem festen Stab

(zumeist aus Titanlegierung) als Verbindung

der Schrauben in den Wirbeln wer-


den diese bei der dynamischen Neutralisation

durch »halbfeste« Materialien verbunden.

Hierbei handelt es sich um ein

sehr festes, elastisches Kunststoffband

und einen Kunststoffdämpfer. Prinzipiell

können nahezu alle der bereits für die

anderen Systeme genannten Indikationen

mit der dynamischen Neutralisation abgedeckt

werden. Somit bestehen für sie

auch die meisten Überschneidungen in

der Indikationsstellung zu den bereits

genannten Systemen und zur Versteifungsoperation.

Die Kopplung an konventionelles

Versteifungsmaterial ist derzeit

nicht möglich. Somit ist auch die Einbeziehung

eines an eine Fusion anschließenden

Segments nicht zu realisieren.

Die dynamische Neutralisation

schränkt die Beweglichkeit des operierten

Segments in allen Dimensionen ein. Das

ist für die Extension in den meisten Fällen

gewünscht. Durch die typische, nämlich

weit vorn liegende Positionierung der

Schraubenköpfe und der halbfesten Ver-

bindung neben den Fassettengelenken ist

eine Lastaufnahme in der Nähe des normalen

(physiologischen) Belastungsmaximums

im hinteren Abschnitt der Bandscheibenregion

möglich.

Alle genannten Verfahren sind bei

ausgeprägteren Formen der Instabilität

absolut kontraindiziert. Dies gilt vor allem

für die Bandscheibenendoprothesen. Bei

der dynamische Neutralisation hingegen

ist diese Vorgehensweise möglich.

Die genannten Verfahren – vor allem

die dynamische Neutralisation – stellen

Alternativen zur Versteifungsoperation an

der Lendenwirbelsäule dar. Somit schließen

sie therapeutische Lücken zwischen

den beiden Extrema »für eine Fusion noch

zu wenig degeneriert« und »nur noch

Fusion möglich«. Trotzdem, oder gerade

deswegen, ist eine sorgfältige Indikationsstellung

unter Einbeziehung aller anamnestischen,

klinischen, bildgebenden und

nicht zuletzt soziopsychologischen Daten

sehr wichtig.

Medizin & Wissenschaft

Versorgung mit einer dynamischen Neutralisation im

Röntgenbild. Die Kunststoffe sind auf dem Röntgenbild

nicht erkennbar, so dass nur die Titanschrauben

zu sehen sind

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ASKLEPIOS intern

27/2006

19


Medizin & Wissenschaft

Cornelia Wolf, Leiterin des zentralen Forschungsinstituts der LBK Hamburg GmbH

Proresearch –

die Profis für Forschung

20 ASKLEPIOS intern 27/2006

Klinische Studien müssen

viele Hemmschwellen passieren

Klinische Studien mit innovativen

Arzneimitteln und Behandlungsverfahren

bieten vor allem Menschen mit schweren

oder seltenen Erkrankungen neue Chancen.

Doch diese Forschung hat es in

Deutschland schwer: Patienten haben

häufig Angst, als Versuchskaninchen

missbraucht zu werden – eine Folge der

deutschen Geschichte. Ein weiteres Hindernis

ist die umfassende Gesundheitsversorgung.

Viele Patienten meinen noch

immer, Anspruch auf die beste und innovativste

Therapie zu haben. Dabei ist das

bereits seit Jahren nicht mehr der Fall.

Die gesetzliche Krankenversicherung

trägt nur noch die Kosten für notwendige

Behandlungen.

Die Angst resultiert auch aus einer

gewissen Unwissenheit«, erklärt

Cornelia Wolf, Leiterin des zentralen

Forschungsinstituts der LBK Hamburg

GmbH, die Situation. Erfahrungsgemäß

willigt in Deutschland daher nur

etwa jeder dritte geeignete Patient ein, an

einer Studie teilzunehmen. Auch unter

Medizinern gebe es oft Vorurteile. Manche

Ärzte empfänden es als unethisch,

wenn Studien bezahlt werden, andere

interessierten sich nicht dafür, weil sie

Forschung nur als zusätzliche Belastung

neben der klinischen Routine sehen. »Die

Vorteile für die Patienten stehen noch

nicht im Fokus aller an der klinischen Forschung

Beteiligten«, klagt Wolf. »Ich

würde mir wünschen, dass sich das

ändert, dass wir mehr Patienten finden,

wie zum Beispiel in den USA oder auch in

England. Dort ist es viel selbstverständlicher,

an Studien teilzunehmen.«

Dabei profitieren sowohl die Patienten

als auch die forschenden Abteilungen

in vielerlei Hinsicht von der Teilnahme an

klinischen Studien, betont Cornelia Wolf:

»Sie können teilhaben an der innovativen

Medizin von morgen. So begeistert man

junge engagierte Ärzte für den Standort.

Die Patienten profitieren besonders

davon, dass ihnen im Rahmen der Studie

oft Therapien zur Verfügung stehen, die

erst in drei Jahren Eingang in die Routine


finden und ihnen damit möglicherweise

schon heute bessere Heilungschancen

geben.« Daneben werde die Dienstleistung,

klinische Studien durchzuführen,

außerhalb des Budgets vergütet. Mit diesem

Geld lasse sich zum Beispiel das eine

oder andere Gerät für die Abteilung

anschaffen, eine Station verschönern oder

zusätzliches Personal einstellen.

Proresearch wurde vor sieben Jahren

gegründet, um die klinische Forschung in

den LBK-Kliniken nach dem so genannten

»Herzklappenskandal« aus der rechtlichen

Grauzone herauszuholen und mit

klaren Richtlinien und Verträgen Sicherheit

für alle Beteiligten zu erreichen.

Inzwischen sind die Rahmenbedingungen

klarer: Es gibt den gemeinsamen

Standpunkt der pharmazeutischen und

der Medizinprodukte-Industrie. Und

ohne Zustimmung der Klinikleitung wird

heute kaum noch geforscht. Proresearch

hat sich zu einer so genannten Site

Management Organisation (SMO) entwickelt,

die den Kliniken eine ganze

Reihe von Dienstleistungen rund um die

klinische Forschung und Entwicklung

anbietet.

Cornelia Wolf: »Wir bieten die Akquisition

von klinischen Studien an und

schauen, in welchen Krankenhäusern die

jeweils passenden Patienten behandelt

werden.« Davon können auch kleinere

Häuser profitieren, die normalerweise

wenig Zugang zur Forschung haben. Proresearch

hilft Ärzten, die vorher noch nie

geforscht haben, mit speziellen Schulungen,

die verschärften Vorschriften für die

Teilnahme an klinischen Studien zu erfüllen.

»Auf Wunsch kümmern wir uns auch

um die Regularien wie Behördenmeldungen

oder Ethikvotum und entlasten die

Ärzte von dem Papierkram. Wir können

mit Großunternehmen Verträge über

mehrere Zentren schließen und auch die

mehrwertsteuerpflichtigen Rechnungen

stellen«, ergänzt Wolf. Auch die Drittmittelverwaltung

gehört zum Angebot: In der

klinischen Forschung tätiges Personal

sollte nicht über das Krankenhausbudget

laufen, hier wird eine klare Trennung

empfohlen. Proresearch kann das Personal

übernehmen und vor Ort für die

Forschung einsetzen. Cornelia Wolf:

»Mein Wunsch ist die Travelling Study

Nurse. Sie reist umher und betreut mehrere

Zentren einer Region. So lassen

sich die Personalkosten über mehrere

Zentren verteilen.«

Besonders aktiv in der klinischen

Forschung sind bei Proresearch die Kardiologie

und alle Bereiche der Onkologie.

In den nächsten Jahren erwartet

Cornelia Wolf einen erhöhten Forschungsbedarf

in der Intensivmedizin,

insbesondere beim Thema Infektionen.

Bei rund 70 Prozent der Studien geht es

um neue Medikamente, auch Medizinprodukte

wie kardiologische oder orthopädische

Implantate werden im Auftrag

der Industrie geprüft. Daneben fördert

Proresearch aber auch Untersuchungen,

die für den leitenden Arzt wissenschaftlich

interessant sind. Das können Fragestellungen

zu Diagnoseverfahren mit

Medizinprodukten oder medizinischen

Geräten sein, versorgungsökonomische

Studien oder Datenerhebungen. Cornelia

Wolf: »Wir betreuen Studien von

Phase I (erster Einsatz am Menschen)

bis Phase III (kurz vor der Zulassung).«

Insgesamt führen die LBK-Kliniken

rund 400 Studien und Forschungsprojekte

pro Jahr durch. Diese Zahl möchte

Cornelia Wolf im Verbund der Asklepios

Kliniken noch deutlich erhöhen:

»Ich halte es für sinnvoll, diese Aktivitäten

auch auf alle anderen Asklepios

Krankenhäuser auszuweiten, die Forschung

betreiben und klinische Studien

durchführen. Gerade bei Studien, die

nicht nur in einem Haus laufen, wäre es

sinnvoll, auf unsere Expertise zurückzugreifen.

Wir haben nun fast sieben Jahre

Erfahrung mit klinischen Studien und

sind bevorzugte Ansprechpartner für

einige Großkonzerne. Ich hoffe, dass

dies künftig vielen Asklepios Kliniken

zugute kommt.«

Weitere Informationen:

www.proresearch.de

FORSCHUNG FÜR

PFLANZLICHE

ARZNEIMITTEL

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Medizin & Wissenschaft

Altersabhängige Makuladegeneration

Diagnostik in der Asklepios Klinik Nord, Campus Heidberg

Die Altersabhängige Makuladegeneration

(AMD) ist eine Sehstörung, die

durch zunehmende Beeinträchtigung

des zentralen, also scharfen Sehens

gekennzeichnet ist. Sie führt auch im

Endstadium nicht zur Erblindung, die

Orientierung im Raum bleibt erhalten.

Lesen und Autofahren sind aber nicht

mehr möglich. Die Häufigkeit nimmt

mit steigendem Lebensalter zu. Mit ihren

verschiedenen Unterformen ist die

AMD in den Industrieländern eine der

führenden Ursachen für Blindheit im

Sinne des Gesetzes, so dass ihr vor

allem in Anbetracht der sich verschie-

22 ASKLEPIOS intern 27/2006

benden Alterspyramide eine große Bedeutung

zukommt.

Man unterscheidet zwei Formen,

die häufigere trockene und

langsam fortschreitende Makuladegeneration

und die feuchte, dramatisch

verlaufende Form. Sie kann innerhalb

weniger Wochen die Stelle des

schärfsten Sehens (Makula) auf der Netzhaut,

und damit die zentrale Sehschärfe,

zerstören.

Hier sollen die verschiedenen diagnostischen

Möglichkeiten bei der AMD zur

Einteilung sowohl der Subtypen als auch

der exakten Lokalisation dargestellt werden.

Aufgrund dieser differenzierten Einteilung

können entsprechende therapeutische

Schritte eingeleitet werden.

Unumgänglich für die Erstdiagnose

und Verlaufskontrolle ist zunächst die klinische

Basisuntersuchung. Hierzu gehören

Funktionsprüfungen wie der Sehtest

mit optimaler Korrektur und der Amslertest

(s. Grafik). Beim Amslertest beurteilen

die Patienten ein Gitternetz mit einem

Auge und mit ihrer Lesekorrektur. Bei

Veränderungen im Bereich der Makula,

insbesondere bei Flüssigkeitseinlagerungen

unter der Netzhaut oder auch bei


deutlichen Pigmentveränderungen, beschreiben

die Patienten zunächst so genannte

Metamorphopsien: Sie sehen

»wellige Linien« (Zentralskotome). Insbesondere

in der Verlaufsbeurteilung ist der

Amslertest ein sensibler Parameter für die

Aktivität der AMD. Zur Basisuntersuchung

gehört immer auch eine Untersuchung

des Augenhintergrundes (Funduskopie),

um den klinischen Netzhautbefund

mit weiteren bildgebenden Verfahren

zu korrelieren.

Unangefochtener Goldstandard bei

den bildgebenden Verfahren zur Beurteilung

der Makula in Hinblick auf eine

AMD ist die Fluoreszenzangiographie

(FAG). Bei dieser Gefäßdarstellung der

Netzhaut wird eine Farbstofflösung in die

Armvene injiziert und die Verteilung des

Farbstoffes mit einer Augenhintergrundkamera

verfolgt.

Mit der FAG lässt sich die Hämodynamik

der Netzhautdurchblutung beurteilen.

Dabei sind das Netz- und das Aderhaut-Gefäßsystem

von Interesse. Die

Beurteilung der Aderhautgefäße ist mit

der FAG nicht immer einfach. Daher ist in

begründeten Einzelfällen eine weiterführenden

Angiographie mit Indocyaningrün

(ICG) sinnvoll, die aufgrund eines anderen

Verteilungsmusters sowie einer anderen

Wellenlänge der Fluoreszenz die tieferen

Schichten der Aderhaut sichtbar

machen kann.

In den vergangenen Jahren kam die

dritte Generation der optischen Kohärenztomographie

(OCT3) auf den Markt.

Dieses Verfahren ist aufgrund seiner guten

Anwendbarkeit und hervorragenden

Bildqualität inzwischen weit verbreitet

und wird ergänzend zur FAG eingesetzt.

Die generierten »Schnittbilder« sehen

histologischen Schnitten von Netz- und

Aderhaut verblüffend ähnlich, beruhen

aber auf dem Prinzip der Reflektivität der

unterschiedlichen Schichten. Das Auflösungsvermögen

des OCT3 beträgt 15 μm

im Vergleich zum konventionellen Ultraschall

mit 200 μm. Wichtig ist, dass neben

der Summe der Untersuchungsergebnisse

Medizin & Wissenschaft

Amslertest: links ein normales Amslergitter, rechts

die Wahrnehmung von Metamorphopsien eines

Patienten mit zentraler Netzhautpathologie

insbesondere auch die klinische Beurteilung

der Makula durch einen erfahrenen

Augenarzt für die Beratung des Patienten

und die sich ergebenden Therapieoptionen

von eminenter Bedeutung ist.

Kontakt:

Dr. Annette Hager

Augenabteilung

Ltd. Arzt Prof. Dr. Dr. Wolfgang Wiegand

Asklepios Klinik Nord, Campus Heidberg

Tangstedter Landstraße 400

22417 Hamburg

Telefon (0 40) 18 18-87 34 55

ASKLEPIOS intern

27/2006

23


Medizin & Wissenschaft

Reparation von Knorpeldefekten am Kniegelenk

Orthopädische Klinik Fritz-König-Stift in Bad Harzburg bietet biologische

Alternative zu Gelenkersatz

Knorpelverletzungen im Kniegelenk

können durch unterschiedliche Ursachen

hervorgerufen werden. Zerstörter Gelenkknorpel

des Erwachsenen regeneriert

sich nicht wieder. Seit Jahren wird auf

dem Gebiet der Knorpelreparation geforscht.

Jedoch wurde bisher keine Möglichkeit

gefunden, reinen hyalinen Knorpel

zu züchten. Ärzte der Orthopädischen

Klinik Bad Harzburg setzen zur Behandlung

fokaler Knorpelschäden neben der

etablierten Transplantation von autologen

Knorpel-Knochen-Zylindern vor allem

auf eine neue Methode: die matrixgekoppelte

autologe Chondrozytentransplantation

(MACT). Sie zielt darauf ab,

durch Transplantation von kultviertem

Knorpelgewebe eine stabile Reparatur

des Defekts zu ermöglichen.

Das bisherige Prinzip ist die Übernähung

des Knorpeldefekts mit

einem zuvor gewonnenen Periostlappen

und die anschließende Untersprit-

24 ASKLEPIOS intern 27/2006

Links: III- bis IV-gradiger Knorpelschaden am Kniegelenk einer 52-jährigen Patientin. Rechts: Zustand unmittelbar

nach matrix-gekoppelter autologer Chondrozytentransplantation mit vollständiger Reparation und Defektdeckung

zung mit gezüchteter flüssiger Knorpelmasse

mit dem Ziel der Regeneration von

hyalinem Knorpel. Obwohl mit dieser

Methode bisher gute klinische Ergebnisse

erzielt wurden, hat diese Methode auch

Nachteile. Hierzu zählen die Fixierung

des Periostlappens, eine geringe mechanische

Stabilität und die unsichere Zellverteilung

im Defekt. Aus diesen Gründen

wurden dreidimensionale gelartige Trägermatrizes

entwickelt, mit denen die

Transplantation autologer Chondrocyten

verbessert werden kann.

Bei dieser so genannten matrixgekoppelten

Chondrozytentransplantation

(MACT) verwendet die Orthopädische Klinik

in Bad Harzburg ein murines Typ-I-

Kollagengel als Trägersubstanz. In dieses

Gel wurden die patienteneigenen kultivierten

Zellen in einer definierten Menge

appliziert. Diese Zellen proliferieren in

der Matrix weiter und verlieren hierdurch

nicht ihre zellspezifischen Eigenschaften.

Die Kultivierungszeit, also der Zeitraum

zwischen ambulanter Zellentnahme und

der eigentlichen Zelltransplantation,

beträgt zwei Wochen. Die Trägermatrix

kann in unterschiedlicher Größe und

Dicke hergestellt werden, so dass man ein

druck- und belastungsstabiles Transplantat

erhält, das perioperativ an die Defektgröße

angepasst werden kann. Dieses

Verfahren erlaubt nicht nur die Behandlung

von isolierten femoralen und retropatellaren

Defekten, sondern auch von

kombinierten Knorpeldefekten.

Mit der in Bad Harzburg angewandten

matrix-gestützten Chondrozyten-Transplantation

steht ein innovatives Verfahren

zur Verfügung, das eine vollständige

Reparation eines Knorpeldefekts ohne

knöcherne Beteiligung erlaubt.

Die ersten Ergebnisse erscheinen sehr

optimistisch; besonders die Befunde der

Rearthroskopien zeigten eine hervorragende

Defektreparation der geschädigten

Areale. Ein besonderer Vorteil der Methode

besteht darin, dass Chondrozyten an

einer kollagenen Matrix gebunden vorliegen

und somit die gezüchteten Chondrozyten

nach Transplantation gut fixiert im

Defektareal vorliegen. Ein weiterer Vorteil

liegt darin, dass nicht wie bei der Knorpel-Knochen-Transplantation

andere Areale

des Kniegelenks geschädigt werden

müssen.

Zusammenfassend rechtfertigt diese

Behandlungsmethode die Fortführung

und intensive Auswertung für die nächsten

Jahre mit dem Ziel, die Ergebnisse

weiter zu optimieren.

Dr. Christian Liebau,

Dr. Sebastian Schmidt


Posterolaterale Thorakotomie

von Atrium-Septumdefekten (ASD)

Etwa 0,7 % der Neugeborenen kommen

mit einem Herzfehler zur Welt. Damit

zählt der angeborene Herzfehler zu

den häufigsten Fehlbildungen. In Sankt

Augustin wird für die Korrektur von ASD

ein kleiner, streng posterolateraler rechtsseitiger

Zugang (plZ) favorisiert. Hierbei

wird großer Wert auf die sensible Innervation

und die Vermeidung von Brustkorbdeformitäten

gelegt. Bei diesen Operationen

wird der Brustkorb von der Seite

statt von vorne geöffnet. Das verhindert

bei Mädchen Narben auf der Brust.

Prof. Dr. Boulos Asfour, Chefarzt der

Kinder-Herz- und Thoraxchirurgie

des Deutschen Kinderherzzentrums

an der Asklepios Klinik St. Augustin,

wurde für seine innovative Operationsmethode

kürzlich mit dem Asklepios

Award 2005 ausgezeichnet.

Bei der Operation in Rechtsseitenlage

des Kindes erfolgt der Hautschnitt mit

einer maximalen Länge von nur 6 cm

streng posterolateral, dorsal der Spitze

der Scapula.

Nach dem Hautschnitt wird lediglich

der Musculus latissimus

dorsi über eine

kurze Strecke gekerbt,

der Musculus serratus

anterior wird mit

einem zweiten Sperrer

retrahiert. Die Eröffnung

des Thorax

erfolgt im 4-Interko-

Medizin & Wissenschaft

Seitliche Brustkorberöffnung am Deutschen Kinderherzzentrum Sankt Augustin

stalraum, die Lunge wird nach hinten

retrahiert, und der N. Phrenicus auf dem

Perikard kommt zur Darstellung.

Das Perikard wird ventral des N. phrenicus

eröffnet. Danach kommen die Aorta,

die V. cava superior (VCS), und der

rechte Vorhof (RA) zur Darstellung.

Die Herzlungenmaschine wird angeschlossen,

wie über den herkömmlichen

Zugang. Das venöse Blut wird über die

Kanülen in der oberen (SVC) und unteren

Vena cava (IVC) aus dem Körper herausgeleitet

und über eine Kanüle (Ao) in die

Aorta gepumpt. Über die Kardioplegie-

Kanüle (KP) wird nach Abklemmen der

Aorta eine kalte Lösung über die Aortenwurzel

und somit die Koronararterien

infundiert, um das Herz während des

Stillstandes zu schützen. Nun kann der

rechte Vorhof eröffnet und der Vorhofseptumdefekt

(ASD) dargestellt werden.

Der ASD kann je nach Konfiguration entweder

mit einer Naht direkt oder mit

einem Flicken verschlossen werden.

Prof. Dr. Boulos Asfour fasst die

Ergebnisse zusammen: »Sämtliche

intra- und postoperativen Verläufe

gestalteten sich komplikationslos

und wiesen im Vergleich mit der konventionellen

Technik keine Unterschiede

in den klinischen Eckdaten

auf. Die echokardiographischen Kontrollen

zeigten keine Restdefekte. In

dem Nachbeobachtungszeitraum

über mehr als 2 Jahre konnten keine

Nachteile registriert werden. Das

kosmetische Ergebnis ist, wie die

nachfolgenden Abbildungen demonstrieren,

hervorragend.«

22 Monate altes Mädchen (11 kg),

3 Tage nach der Operation

ASKLEPIOS intern

27/2006

25


Management

Kurz & Knapp

Junge Künstler mit Handicap gesucht

»Meine Bilder sind bunt wie das

Leben«, sagt Lisa. Sie ist neun Jahre alt.

Seit einem Unfall vor zwei Jahren sitzt

Lisa im Rollstuhl. »Bei meinem Hobby ist

es egal, ob man im Rolli sitzt oder laufen

kann.«

Kindern mit Körperbehinderung im

Alter von vier bis 14 Jahren bietet der Bundesverband

Selbsthilfe Körperbehinderter

e.V. (BSK) die Möglichkeit, ihre Werke

in einem bundesweit erscheinenden

Kunstkalender vorzustellen. Das Bildthema

lautet: »Mein Lieblingstier«, »Meine

Lieblingsblume« oder »Mein Lieblingsbaum«.

Die Maltechnik ist frei, das Bildformat

soll A4 groß sein.

Kliniken KTQ-zertifiziert

Die Klinik Pasewalk hat als zweite

Klinik in Mecklenburg-Vorpommern das

KTQ ® -Zertifikat erhalten. Das Jahr 2005

war für die gesamte Klinik anstrengend.

Ursache dafür waren nicht nur die

Anstrengungen für das KTQ ® -Zertifikat,

26 ASKLEPIOS intern 27/2006

Unter allen Einsendern verlost der

BSK e.V. drei wertvolle Sachpreise. Eine

Jury wählt die zwölf Monatsbilder und

das Titelbild aus. Der Kalender wird im

Oktober 2006 in einer Auflage von ca.

20000 Exemplaren bundesweit verbreitet.

Einsendeschluss ist der 26.04.2006.

Teilnahmeinfos: galerie@bsk-ev.org

oder Telefon (06294) 4281-12.

Kurzzeitpflege Bad Oldesloe

Die Kurzzeitpflege Bad Oldesloe hat

im Oktober 2005 ihren Versorgungsvertrag

durch die Pflegekasse erhalten und

betreut bereits Patienten in den sanierten

Räumen der Station IV der Inneren Medizin.

Unter der Leitung von Ludger Emschermann

(46) arbeitet ein neunköpfiges

Pflegeteam.

Auch für die Pflegenden aus der häuslichen

Pflege wird ein besonderer Service

angeboten: Die so genannte Verhinderungspflege

ermöglicht es der pflegenden

Person bei Urlaub, Krankheit, Kur oder

sondern auch die umfassenden Umbaumaßnahmen

in der gesamten Klinik.

Auch das SALUS-Fachkrankenhaus

Uchtspringe hat die Prüfung nach dem

Verfahren »Kooperation für Transparenz

und Qualität im Krankenhaus« (KTQ)

unter Berücksichtigung der psychiatrie-

Prüfung bestanden: Der Ehrenvorsitzende

des Gesellschafterausschusses der KTQ-

GmbH, Dr. Hanns Dierk Scheinert, überreichte

das Qualitätszertifikat, das von MR Dr.

Volkmar Lischka (Ärztlicher Direktor), Gundula

Kölsch (Verwaltungsleiterin), Elke Meisner

(Pflegedienstleiterin) und Walter Jaskulski

(Kaufmännischer Direktor) entgegengenommen

wurde (v.r.n.l.)

anderen Ausfällen, wieder auf die Beine

zu kommen. Die häusliche Pflege des Versicherten

wird derweil von Ludger

Emschermanns Team übernommen.

Kinderklinik Parchim zieht

an den Hauptstandort

Im Januar zog die Kinderklinik aus

ihrer Altstadtvilla inmitten des Stadtzentrums

von Parchim in den rund 3 km entfernten

Hauptstandort der Klinik Parchim

am Wockersee. Der Umzug der 14

kleinen Patienten und der Technik verlief

dank der guten Vorbereitung und des

großen Einsatzes aller Mitarbeiter problemlos.

Chefarzt Dr. Geert Ruickoldt: »Wir

werden die alte Villa mit ihrem ganz eigenem

Flair nach all der Zeit vermissen.

Aber ich bin mir sicher, dass wir die

neuen, modern und nach unseren Bedürfnissen

eingerichteten Räume schon bald

nicht mehr eintauschen möchten.«

spezifischen Kriterien im Dezember 2005

bestanden.

Von links: Stefan Kruse (Zentrale Dienste DRG-,

Medizin- und Qualitätsmanagement), Oleg Giese

(stellvertretender Geschäftsführer), Kerstin Freuer

(Pflegedienstleitung), Steffen Vollrath (Geschäftsführer)

und Dr. Frank Parlow (Ärztlicher Direktor)


Marburger Bund und Hamburger

Krankenhäuser einigen sich

Der Krankenhaus-Arbeitgeberverband

Hamburg (KAH) und die Ärztegewerkschaft

Marburger Bund (mb) haben

sich in den laufenden Tarifauseinandersetzungen

auf ein arztspezifisches Arbeitszeitmodell

geeinigt. Jeder einzelne

Arzt erhält ein Mitspracherecht bezüglich

der Höhe seiner persönlichen Arbeitszeit.

Das Modell erfasst ca. 3000 Krankenhausärzte

in Hamburg.

Die Verhandlungsführer des Marburger

Bundes, Lutz Hammerschlag, und des

KAH, Dr. Dieter Brenneis (Asklepios),

sind sich einig, dass dieses Arbeitszeitmodell

wegweisenden Charakter auch über

die Grenzen Hamburgs hinaus entfalten

könnte.

Klinik Sobernheim kauft Städtische

Krankenhaus gGmbH Seesen

Die Klinik Sobernheim GmbH hat mit

der Unterzeichnung des Kauf- und Abtretungsvertrages

den vollständigen Geschäftsanteil

an der Städtischen Krankenhaus

gGmbH Seesen erworben. Das Kartellamt

hat dem Zusammenschluss zugestimmt.

Die Übernahme des Krankenhauses

wurde zum 1.1.2006 vollzogen.

Das 110-Betten-Fachkrankenhaus der

Städtischen Krankenhaus gGmbH dient

der Grund- und Regelversorgung im

Bereich Innere Medizin mit den Schwerpunkten

Chirurgie und Geburtshilfe. Die

Fusion unterstützt die Standortsicherung

des Städtischen Krankenhauses Seesen

und trägt zur Sicherung der Arbeitsplätze

bei. Ein mit den Gewerkschaften abgeschlossener

Sanierungstarifvertrag garantiert

für die nächsten fünf Jahre die

Arbeitsplätze bei gleichzeitiger Absenkung

der Arbeitszeit um 15 Prozent.

»Damit wird die Rettung des defizitären

Stadtkrankenhauses möglich«, so Asklepios

Regional-Geschäftsführer Ulrich

Gnauck.

Die benachbarten Asklepios Kliniken

Schildautal Seesen mit 380 Betten gliedern

sich in ein Akuthaus und eine Klinik

für Neurologische Rehabilitation. Das

Brandschutzübung

in der Parkklinik Bad Salzungen

»Feuer im Patientenzimmer, Menschenleben

in Gefahr«, hieß es bei der

Alarmierung der Feuerwehr. Dicker

Rauch quoll aus dem Patientenzimmer in

der 4. Etage der Parkklinik in Bad Salzungen.

Der Patient befand sich noch im

Zimmer. Mitarbeiter versuchten ihn zu

retten und weitere Patienten zu evakuieren.

Ein Szenario, vor dem selbst erfahrene

Feuerwehr- und Rettungskräfte höchsten

Respekt haben. Zum Glück handelte

es sich hier nur um eine Übung.

Die Parkklinik Bad Salzungen hat

sich im Rahmen des Qualitätsmanagements

mit dieser sensiblen Thematik

sehr realistisch auseinandergesetzt. Die

Patienten und Mitarbeiter wussten, dass

es sich hierbei nur um eine Übung handelte.

Zehn Mitarbeiter stellten sich als

Verletztendarsteller zur Verfügung. Nur

die Feuerwehr wusste – bis auf den Einsatzleiter

– nichts von der Übung.

Die Idee kam von den Zentralen

Diensten DRG-, Medizin- und Qualitätsmanagement,

dessen Mitarbeiter Stefan

Akutkrankenhaus mit ca. 200 Betten ist

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität

Göttingen. Mit der Klinik für

Chirurgie, der Klinik für Innere Medizin

und der Klinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde

aus dem Seesener Stadtkrankenhaus

bleibt das bisherige Leistungsspektrum

erhalten. Damit ist die Notfallversorgung

am Medizinstandort Seesen gesichert.

In beiden Häusern arbeiten die Mitarbeiter

mit Hochdruck an der Planung

der effektiven Zusammenarbeit.

Management

Kruse in seiner Freizeit Unfälle und

Großschadensereignisse aller Art für

professionelle Retter in ganz Deutschland

darstellt.

Der Stadtbrandmeister der freiwilligen

Feuerwehr erklärte gegenüber der

örtlichen Presse, dies sei die beste Übung

der vergangenen Jahre gewesen. Auch

die Feuerwehr habe hierbei viel gelernt.

Sie war mit 55 Einsatzkräften und 14

Fahrzeugen vor Ort. Die »echten« Patienten

wurden während der Übung in der

Cafeteria des Hauses mit Kaffee und

Kuchen verwöhnt, so dass niemand

wirklich in Gefahr war.

Fazit: Trotz Erfüllung der gesetzlichen

Vorschriften zum Brandschutz

konnten während der Übung Verbesserungspotenziale

erkannt werden, die

nun im Rahmen des kontinuierlichen

Qualitätsverbesserungsprozesses bearbeitet

werden. Besonders für die Feuerwehr

war diese Übung sehr wichtig, um

für den hoffentlich nie eintretenden

Ernstfall die örtlichen Gegebenheiten

unter Einsatzbedingungen kennen zu

lernen.

ASKLEPIOS intern

27/2006

27


Fit für die Zukunft

Interview mit der Geschäftsführung der Kliniken Hamburg

Die Eröffnung der Asklepios Klinik

im Hamburger Stadtteil Barmbek ist ein

Dr. Jörg Weidenhammer

Management

28 ASKLEPIOS intern 27/2006

Meilenstein in der Realisierung innovativer

Krankenhaus-Konzepte in Deutschland.

Für das Geschäftsführungstrio der

Asklepios Kliniken in Hamburg, Julia

Kähning, Dr. Jörg Weidenhammer und

Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck, ist das

allerdings nur der erste Schritt, um alle

sieben medizinische Leistungszentren in

der Hansestadt für die Erfordernisse der

Zukunft fit zu machen.

Seit der Teilprivatisierung des Landesbetriebs

Krankenhäuser (LBK) durch Asklepios

ist es Ihr Auftrag, Herr Dr. Weidenhammer,

die medizinischen Profile der

Hamburger Kliniken zu optimieren. Was

fanden Sie vor, als Sie vor 15 Monaten

diese Aufgabe übernahmen?

Dr. Jörg Weidenhammer: Ein großes

Gesundheitsunternehmen mit leistungsfähigen

Krankenhäusern und exzellenten

individuellen Fachangeboten. Die sinkenden

Fallzahlen waren allerdings Ausdruck

diverser struktureller Defizite. Sehr

erfreulich war für mich die Vielzahl hoch

motivierter Mitarbeiter auf allen Ebenen.

Schon seit Juli 2005 steigen nun die Fallzahlen

wieder.

Wie sahen Ihre Sofortmaßnahmen aus?

Dr. Weidenhammer: Zu den Prinzipen

unserer Geschäftsführung gehört es,

all das, was in Zahlen ausgedrückt werden

kann – ganz gleich ob in Verwaltung,

Medizin oder Pflege –, darzustellen und

transparent zu machen. Aus dieser Bestandsaufnahme

ergab sich zum Beispiel

eine Reihe vakanter Positionen bei den

Oberärzten und Leitenden Ärzten, die

schnell und hochkarätig neu besetzt wurden.

Wir konnten Fachärzte nach Hamburg

holen, die oftmals langjährige uni-


versitäre Erfahrungen mitbrachten und

neben ihrem hohen Facharztniveau auch

noch über spezialisierte diagnostische

und therapeutische Methoden verfügen,

die das Angebot insgesamt erweitern.

Der Wettbewerb lässt auf dem Hamburger

Gesundheitsmarkt einen rauen Wind

wehen. Wie werden die Asklepios Kliniken

in der Hansestadt in Zukunft die

Gunst der Patienten gewinnen?

Julia Kähning: Unser Prinzip heißt,

die Möglichkeiten zentraler Vernetzung

auszuschöpfen und ein hohes individuelles

Niveau in den Fachabteilungen aller

Krankenhäuser zu gewährleisten. Das

beste Beispiel dafür ist das künftige Hanseatische

Herzzentrum: ein Kompetenzzentrum

mit kardiologischen Standorten

in vier Kliniken und einer Herzchirurgie

zentral in St. Georg.

Julia Kähning

Die Erfahrung zeigt, dass Menschen aus

Hamburg-Harburg auch in ihrem Stadtteil

ins Krankenhaus gehen möchten –

das medizinische Spezialangebot spielt

bei der Entscheidung oft eine untergeordnete

Rolle. Welche Konsequenz hat

diese Tatsache für das medizinische

Management?

Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck: Für

eine Klinik liegt eine große Chance darin,

möglichst alles darüber zu wissen, wer

ihre Patienten sind und durch welche

soziokulturellen Parameter die Struktur

des Stadtteils gekennzeichnet ist, in dem

das Krankenhaus liegt. Unsere Kliniken

in Hamburg verteilen sich über das

gesamte Stadtgebiet. Wir sind dabei, die

Soziologie der Standorte gründlich und

eingehend zu analysieren, um künftig das

jeweilige Klinik-Angebot optimal an die

Bedürfnisse seiner Nutzer anpassen zu

können.

Fachärzte-Mangel ist ein Problem der

nahen Zukunft. Wie sorgt ein großes

Unternehmen der Gesundheitsbranche

künftig für qualifizierten Nachwuchs?

Dr. Weidenhammer: Wir haben gerade

ein Modell entwickelt, das die Weiterbildung

der Ärzte strukturiert, dokumentiert

und verbindlich festlegt. Durch die

intensive Kontaktpflege mit niedergelassenen

Ärzten wird den Jung-Ärzten der

Übergang von der Klinik in die Praxis

erleichtert. Das Modell der strukturierten

Weiterbildung verschafft im Wettbewerb

um qualifizierten Nachwuchs einen

Standortvorteil und erhöht den Wissenstransfer

innerhalb des Unternehmens.

Ein wichtiges Prinzip in der Unternehmenskultur

von Asklepios ist die Mitverantwortung.

Gestalten die Mitarbeiter

auch die Sanierung des

Unternehmens mit?

Julia Kähning: Auf jeden

Fall. Mitarbeiter unterschiedlichster

Ebenen haben in Dr. Heiner Meyer zu Lösebeck

Management

Arbeitsgruppen in allen Kliniken die individuellen

Zielvorgaben für die Mittelfristplanung

2006 bis 2009 erarbeitet und in

Abstimmung mit der Geschäftsführung

genau definiert.

Der Krankenhaus-Neubau im Stadtteil

Barmbek ist jetzt »am Netz«. Welches

sind die nächsten großen Bau-Projekte?

Dr. Meyer zu Lösebeck: In St. Georg,

im Herzen Hamburgs, wird in diesem

Jahr ein Gebäude für eine interdisziplinäre

Notfallaufnahme, Intensivbehandlung

und Röntgendiagnostik fertig gestellt.

Aber auch in der Asklepios Klinik Nord

und in der Harburg Klinik gibt es konkrete

Planungen, um zeitgemäße medizinische

Konzepte in neuen Gebäuden umzusetzen.

Das Gespräch führte Imke Wein

ASKLEPIOS intern

27/2006

29


Management

Rudi Schmidt ist Leiter der Zentralen Dienste Unternehmenskommunikation

und Marketing sowie Pressesprecher für Asklepios und die

LBK Hamburg GmbH

»Eine Vorwärtsbewegung sehen«

30

Pressesprecher Rudi Schmidt

zur Berichterstattung über Asklepios

ASKLEPIOS intern

27/2006

Früher als vereinbart

hat Asklepios die

erste Kaufpreisrate für

den LBK an die Freie

und Hansestadt Hamburg

überwiesen. Damit

ist ein weiterer entscheidender

Schritt zur Umsetzung

der Teilprivatisierung

getan. Seit Anfang des Jahres führen

alle LBK-Häuser und -Einrichtungen das

Asklepios-Logo im Namen und übernehmen

den Markenauftritt. Rudi Schmidt, seit Januar

als Leiter der Zentralen Dienste Unternehmenskommunikation

und Marketing auch

Pressesprecher für Asklepios sowie die LBK

Hamburg GmbH, beantwortet in der Asklepios

intern die bundesweit am häufigsten

gestellten Fragen und berichtet von seinen

ersten Erfahrungen bei Asklepios.

In den Medien gab es widersprüchliche

Berichte über die Zahlung der ersten Kaufpreisrate.

Was ist nun richtig?


Der Kaufvertrag regelt als Voraussetzung:

Die erste Rate ist fällig, wenn bestimmte

Eintragungen im Grundbuch erfolgt

sind. Das ist seit Ende Januar 2006

der Fall. Asklepios hätte nun laut Vertrag

noch einige Wochen Zeit für die Zahlung

gehabt. Dennoch wurde schon Anfang

Februar, also vorzeitig, die erste Rate in

Höhe von 200 Millionen Euro überwiesen.

Weshalb hat Asklepios schneller als

erforderlich gezahlt?

Auch wenn die vorzeitige Zahlung der

Hansestadt aufgrund einer bestehenden

Verzinsungsklausel keinen zusätzlichen

Zinsgewinn einbringt, hat sich Asklepios

dafür entschieden, um die Diskussionen

zu beenden.

Werden die öffentlichen Diskussionen

jetzt zur Ruhe kommen?

Zum Thema Kaufpreis sicher. Denn

immerhin haben wir nachweisen können,

dass Asklepios im Vergleich der großen

Betreiber über eine exzellente Eigenkapitalquote

verfügt und ein BBB-Rating (Investment-Grade)

vorzeigen kann. Kein anderer

deutscher Klinikbetreiber verfügt

über ein besseres Rating. Oder anders ausgedrückt:

Finanziell sind wir so stark,

dass der gesamte Kaufpreis für den LBK

mühelos und sofort am Stück aufgebracht

werden könnte.

Und trotzdem keine Ruhe

an der Pressefront?

Grundsätzlich wird Asklepios auch

weiterhin kontrovers in der Öffentlichkeit

stehen. Der Verkauf des LBK war

und ist immer noch ein Politikum und

damit »normaler« Bestandteil eines

öffentlichen Rollenspiels. Dieses Medientheater

zwischen einer Opposition,

einer Regierung, örtlichen Gewerkschaftsvertretern

und einem Unternehmen

wird auch andernorts immer wieder

aufgeführt: in wechselnden Besetzungen,

je nachdem, welche Partei gerade

im Amt und welche in der Opposition

ist.

Die öffentliche Berichterstattung

ist also normal?

Mehr oder weniger ausgeprägt ist das

schon jedem unserer Mitbewerber widerfahren.

Um diese Dinge zu verstehen,

muss man wissen: Man gerät schnell zwischen

die Fronten einer ganz anderen

Auseinandersetzung, wird instrumentalisiert.

Wenn es darum geht, einer Regierung

Vorwürfe zu machen, sind der

Opposition viele Mittel recht. Im Grunde

genommen darf man solche parteipolitischen

Keilereien daher nicht persönlich

nehmen und übebewerten. Bundesweit

hat Asklepios bei über 90 erfolgreichen

Akquisitionen und unter jeder parteipolitischen

Konstellation erfolgreich Krankenhäuser

privatisiert. Ausnahmslos hat

sich anfängliche Skepsis nach einiger Zeit

in Zustimmung gedreht.

Die Hamburger Einrichtungen führen

jetzt Asklepios im Namen, und das CI

wird eingeführt. Was erleben Sie dabei?

Der einheitliche

Markenauftritt, neudeutsch

»Corporate

Identity« (CI) genannt,

hat einen zentralen

Zweck: Wiedererkennung

und Eindeutigkeit.

Deshalb

muss man auf eine

gewisse Disziplin achten.

Andererseits werden

natürlich die dezentral

gelebte Wirklichkeit

bei Asklepios

und Hamburger Besonderheiten,zumindest

wo es möglich

ist, berücksichtigt. Bei

Flyern wird das CI

künftig erweiterte

Hilfestellung geben.

So können Agenturkosten,

Zeit und Nerven

gespart werden.

Wie war Ihr Start bei

Asklepios?

Management

Lehrreich. Ich hatte das Glück, dass

ich schon in kurzer Zeit viele Kollegen bei

meinen Antrittsbesuchen kennen gelernt

habe. Es gibt tatsächlich eine gelebte Asklepios-Kultur.

Das sind alles Menschen,

die bei ihrer Arbeit eine Vorwärtsbewegung

sehen wollen und richtig loslegen.

Aber dabei sollen die Menschen, Mitarbeiter

wie Patienten, mitgenommen werden.

Rudi Schmidt, Leiter Zentrale Dienste Unternehmenskommunikation

und Marketing

Asklepios-Zentrale Hamburg

Friedrichsberger Straße 56 · 22081 Hamburg

Telefon: (0 40) 18 18-84 21 34

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ASKLEPIOS intern 27/2005 31


Management

Asklepios Future Hospital

Interview mit Uwe Pöttgen, Leiter ZD Informationstechnologie,

über Transparenz, Vernetzung und Effizienz

Das Programm »Krankenhaus

der Zukunft« oder »Future Hospital«

wurde von den Asklepios

Kliniken initiiert. Es zielt darauf

ab, in Zusammenarbeit mit ausgesuchten

Kooperationspartnern neue Standards in

der Qualität und Effizienz im deutschen

Gesundheitswesen zu setzen.

Was ist unter dem »Future Hospital« zu

verstehen?

In der Zusammenarbeit mit Microsoft,

Intel, ausgesuchten Partnerunternehmen

und unseren Mitarbeitern wollen

wir Lösungen auf der Basis von technischen

Innovationen entwickeln und in

einem modernen Krankenhausumfeld

testen. Dabei gilt: Nur wenn Projekte

bzw. Lösungen innerhalb des »Asklepios

Future Hospital«-Programms einen

messbaren Nutzen für den Behandlungsprozess

haben und sich sinnvoll in den

Gesamtbehandlungsprozess integrieren,

werden sie für die Asklepios Kliniken

übernommen. Dabei liegt der Fokus auf

der Verbesserung der Qualität und der

Wirtschaftlichkeit der Behandlung.

Was sind die Besonderheiten dieser Initiative?

Die Hauptkriterien sind Messbarkeit,

Integrationsfähigkeit und Übertragbarkeit

in andere Krankenhäuser. Die Askle-

32 ASKLEPIOS intern

27/2006

pios Klinik Barmbek agiert hierbei als

Referenzzentrum und hat als modernstes

Klinikum Europas die Aufgabe zu zeigen,

wie sich neue technische Entwicklungen

in ein Krankenhausumfeld integrieren

und wie ein technisches Gesamtszenario

aussieht. Diese Erkenntnisse, Prozesse

und Lösungen fließen in das Programm

»Asklepios Future Hospital« und werden

weltweit in unseren Klinken eingesetzt.

Sie sprechen von transparenten, vernetzten

und messbaren IT-Prozessen. Wie sieht das

in der Praxis aus?

Jedes Projekt wird zu Beginn beschrieben,

dabei werden Messgrößen festgelegt,

die den erfolgreichen Einsatz einer Technologie

belegen. Hier zählen drei wesentliche

Betrachtungsweisen: 1. Patientenzufriedenheit,

2. Qualitätsverbesserung der

Behandlung und 3. die betriebswirtschaftliche

Verbesserung des Prozesses.

Anhand der definierten Messgrößen

wird das Projekt beurteilt. Im Falle positiver

Ergebnisse kann es als potenzielle

Lösungsmöglichkeit auf andere Krankenhäuser

übertragen werden.

Was für Projekte laufen gegenwärtig, und

welche Aktivitäten sind geplant?

Derzeit prüfen wir zum Beispiel den

Einsatz von RFID (Radio Frequency Iden-

Haben das Projekt aus der Taufe gehoben: Garbis

Bedoian (Intel), Uwe Pöttgen (Asklepios) und Jens

Dommel (Microsoft)

tification) auf Behandlungs- und Logistikprozesse

im Krankenhaus. Eine Technologie,

die in den kommenden Jahren Einzug

in das Gesundheitswesen halten wird. Mit

ihr kann man Daten auf einem Transponder

berührungslos und ohne Sichtkontakt

lesen. Dieser Transponder kann an Objekten

angebracht werden, die anhand der

darauf gespeicherten Daten automatisch

und schnell identifiziert werden können.

Welchen Nutzen hat Asklepios von der

Kooperation mit Intel und Microsoft?

Die Zusammenarbeit ermöglicht uns,

auf Basis der neuesten IT-Entwicklung

innovative Lösungen zu erarbeiten. Mit

Unterstützung von Intel und Microsoft

und deren Partnern können wir diese

für das Krankenhaus adaptieren. Nur in

Zusammenarbeit mit solchen weltweit

agierenden Unternehmen, die nebenbei

auch den IT-Standard von Asklepios repräsentieren,

ist ein derartiges Programm wie

das »Future Hospital« überhaupt realisierbar.

Darüber hinaus wird die führende

Position von Asklepios auf dem Markt des

Gesundheitswesens durch diese Kooperation

verbessert. Erstmalig werden damit

IT-Prozesse so angewendet, dass sie transparent,

vernetzt und messbar sind.

Das Gespräch führte Mandy Wolf


��� Mit ��� dem ������ Laptop �� am ��������������

Patientenbett

��������� Asklepios ��� ist ��� für ����� Intel ��� ein ������� idealer ������� Partner

������ Intel ���� hat ��� im ������� Januar ����� 2005 ���� die ����� Digi-

���� tal ����������� Healthcare ������� Gruppe ���������� formiert, ��� um ���� die

��������������� Transformation ���� des ������������������

Gesundheitswesens

��zu ������������� unterstützen. ����� Diese ���������������

Transformation

�����������������������������������������

beinhaltet eine Reihe von Anforderungen,

�����������������������������������������

die durch den Einsatz innovativer Techno-

����������������������������

logien gelöst werden können.

��������� initiiert ��� und ���������� umgesetzt. ������ Bestes �������� Beispiel ���� für

����� diese ����������� Kooperation ��� ist ��� das ������� neueste ����� Kran-

������� kenhaus ��� der ��������� Asklepios ������� Gruppe, ��� die ������� Klinik

��in ����������������

Hamburg-Barmbek.

���������� »Asklepios ��� ist ��� der �������� führende �������� Kranken-

������������� hausbetreiber ��in ������ Europa ��� und ������� verfügt ����� über

���������� zahlreiche ���������������� Kernkompetenzen, ��� von ������ denen

������ Garbis ��������� Bedoian,

���������� Healthcare ����� Indus-

���� try Manager �������� EMEA:

������ »Um diese ��� ����� Anforderungen ��������

������� zu adressieren, ��� ������������� bündeln ���� wir

����� unsere ����Kompetenz ������� ���������� mit den

���� führenden ���� ���������� Experten ��������� aus dem

���� Gesundheitswesen, ���� ������������������ wie der

��� Asklepios ��� ��������� Gruppe. �������� Gemein-

���������� sam arbeiten ��������� wir an ���� innova- ���

����������� tiven Lösungen �������� und Prozes- ����

����������� sen.«

����������������������������

Asklepios ist für Intel ein

�������������������������������

idealer Partner. Die Asklepios

������� Gruppe ��������� verfolgt ����� drei ������� wesent-

������ liche ������� Ziele, ���� die ����� sich ���� mit ���� den

������������������������

Zielen von Intel decken:

��� Das ����� erste ��� ist ��� die ��������� Erhöhung

��� der �������� Qualität ��in ��� der ������� Patien-

������� Moderne ��IT ��am �������������

Patientenbett

����������� tenpflege.

��� wir ������� lernen. ���� Auf

��� Das ������ zweite ��� ist ���������� Innovation ��im ��������� Hinblick ��� der �������� anderen

��� auf ��������� Effizienz ��� und ����������� Optimierung �������� mittels ����� Seite ����������� profitiert

�������������������������

Informationstechnologie.

��������� Asklepios ���� von

��� Das ������ dritte ��� und ����������� wesentliche ���� Ziel ��� ist ���� es, ������� unserer ������������� Kernkompetenz ��in ��� der �������� Informa-

����� diese ������ beiden �������� Bereiche ��zu �������������

verschmelzen ������������������ tionstechnologie«, ��so ������ Garbis �������� Bedoian.

��� und ��� ein ����� neues ������� Konzept ��im ������� Bereich ���� des ��� Aus ������ dieser ����������� Kooperation ������� ergeben ����� sich

����������������� Gesundheitswesens ����������� anzubieten. ��� für ��� das ���������������� Gesundheitswesen ��������������

weitreichende

������������� Möglichkeiten ��� zum ����� Wohle ��� des ����������� Patienten.

��� Das ��� ist ��� ein �����������������������

Alleinstellungsmerkmal ������ Garbis �������� Bedoian: ���� »Zum ����� einen ������ können ���� wir

��� und ����� daher ��� ein ��������� wichtiger ����� Grund ��� für ������� Intel, ����� durch ��� den ������� Einsatz ����� neuer ����������������

technologischer

��������� Asklepios ��� bei ��� der ��������� Umsetzung ��� der ������� gemein- �������� Lösungen ��� die �������� Qualität ��� der ������ Pflege �������� erhöhen

����� samen ����� Ziele ��� zum ������� Partner ��zu ������� haben. ��� und ����������� Fehlerraten ����������� reduzieren. ��� Zum �������� anderen

��� Aus ������ dieser ����������� Kooperation ��� und ��� der ������ engen ������ senken ����� diese �������� Lösungen ������ Kosten ��� und ����� stei-

�������������� Zusammenarbeit ��� mit ��������� Asklepios �������� ergeben ���� gern ��� die ���������� Effizienz. ��Im ����� neuen ������������

Krankenhaus

���� sich ������������ interessante �������������� Möglichkeiten. ������ Dabei ������� Barmbek ������ zeigen ���� wir, ��� wie ��� das �������������

funktioniert.«

������ wurden ������� bereits ���������� zahlreiche �������� Lösungen ���� und ����� Intel ���� will ����� aktiv ����� daran ���������� mitwirken, ���� die

������������ Technologien ��������� gemeinsam ��� mit ���������� Asklepios �������� Qualität ��� der ������ Pflege ��� und ��� die ����������� Sicherheit

Management

��� für ��� den ��������� Patienten ��zu �������� erhöhen. ������� Gerade

��im ���������������� Gesundheitswesen ��� ist ��� der �������� sichere

��� und �������� schnelle ��������� Austausch ��� von ����� Daten ���� und

������������� Informationen ��� von ��������� zentraler ����������� Bedeutung.

��������� Gemeinsam ��� mit ��������� Asklepios ����������� entwickelt

����� Intel �������� Lösungen ��� für ��� die ������� interne ��� und �������� externe

������������� Kommunikation ��� der ������� Klinik, ��� die ��� auf ����� Stan-

���������������� dardtechnologien ���������� basieren.

�� So ������ bietet ����� Intel �������� Lösungen ���� für

��� die ������ Mobile ������ Visite ������� (Mobile ����� Point ��� of

�����������������������������

Care). Hier können die Ärzte oder

��� das �������������� Pflegepersonal ��� mit �������� mobilen

��������� Computern ������ direkt �� am �������� Kranken-

���� bett ��� des ��������� Patienten �������� relevan-

��te ������������� Informationen ��� aus �������� anderen

����������� Abteilungen ������� abrufen ���� oder ��� an

��� sie ������������ weitergeben, �� um ��� die ��������� richtige

���������� Empfehlung ���� oder �������������

Entscheidung

��� zum ����� Wohle ��� des ��������� Patienten ����� tref-

��� fen ��zu ������� können. ������� Weitere ������� Schwer-

������ punkte ��� der ����������� Kooperation ����� sind

��� die ������� sichere ��� und ��������������

elektronische

���������� Verwaltung ��� von ���������������

Patientendaten

������� (Secure ������� Patient ���������� Framework) ���� und

��� die ������������ Technologien ��� für ��� die ������� Häusli-

��� che ������ Pflege ������������ (Homecare).

��������� Gemeinsam ������ wurden ��������� Lösungen

���������� umgesetzt. �� So �������� vernetzt ��� das �������������

Einweiserpor-

��� tal ��������������� niedergelassene ����� Ärzte ������ sicher ��� mit ���� den

��������� Asklepios ��������������� Krankenhäusern, �� um �������� Informa-

������ tionen ���������� abzurufen, ����� Daten ���������������

auszutauschen,

���� aber ���� auch ���������� Diagnosen, �������� Befunde, ������ Labor-

������ daten, ������ Bilder ���� oder ���������� Arztbriefe ����������� einzusehen

���� bzw. ��zu ����������� bearbeiten. ���� Dies ������ erhöht ���������� ebenfalls

��� die �������� Qualität ��� und ��������� Effizienz ��in ����� einem ����� sehr

����� hohen ������ Maße.

������ »Durch die ��� Zusammenarbeit �������������� mit ���� As-

����� klepios ����bündeln �������wir ��� ������ unsere ���������� Kompetenz

��� für ��� die ������������������� Gesundheitsbranche. ��� Mit ����� unse-

��� rem ������� Angebot ��� und �������� Know-how ������� stellen ���� wir

������������� Möglichkeiten ��� und �������� Lösungen ���� vor, �� um ���� die

�������������� Zusammenarbeit ��� mit ��� und ��� den ������� Service ���� für

��� den ��������� Patienten ��zu ���������� verbessern ��� und �������� darüber

������ hinaus ��� die ������������ Gesamtkosten ��zu ������������� reduzieren«,

���� sagt ������ Garbis �������� Bedoian.

ASKLEPIOS ��������� ASKLEPIOS intern

������ intern 27/2006

33


10

Management

Ein leistungsfähiges, solidarisches

und zukunftsfähiges Gesundheitssystem

für alle Bürger aufzubauen – das ist eines

der großen Ziele von Microsoft. In Hamburg

wird hier ein Meilenstein auf dem

Weg zur »Integrierten Gesundheitsversorgung«

gelegt. Auf Basis der Microsoft-

NET-Technologie und Mobility-Lösungen

ist mit dem Klinikum Barmbek ein Referenzzentrum

für »eHealth« mit internationaler

Ausrichtung entstanden.

Wenn es darum geht, die Effizienz

und Effektivität der

medizinischen Versorgung

zu verbessern, ist Microsoft ein etablierter

und zuverlässiger Technologiepartner

für Gesundheitslösungen auf allen

Ebenen. Das Unternehmen verfügt über

langjährige Erfahrung bei der Unterstützung

von internationalen und nationalen

34 ASKLEPIOS intern

27/2006

Microsoft – Innovationsmotor

für das Asklepios

Future Hospital

Projekten im Gesundheitswesen.

Die Arbeitsumgebung

im Klinikum

Barmbek ist dank

Microsoft-Technologie

eine sichere

Plattform für den

nahtlosen Datenaustausch.

Die Qualität

der Betreuung durch

Ärzte, Schwestern

und das Pflegepersonal

konnte so

durch Zeitgewinn

und Informations-

verfügbarkeit zum Wohle des Patienten

erheblich verbessert werden. Das Angebot

umfasst darüber hinaus Serviceleistungen

und Lösungen rund um die Themen

heimische Pflege, Medizinportale

und Telemedizin.

Jens Dommel, Geschäftsbereichsleiter

Öffentliches Gesundheitswesen und

Kommunen der Microsoft Deutschland

GmbH: »Mit der Umsetzung des Future

Hospitals in Barmbek setzt Asklepios

neue Maßstäbe, sowohl hinsichtlich der

Synergie aus Organisation, Prozessen und

IT im Krankenhaus als auch im Zusammenspiel

mit Ärzten, Reha-Kliniken

und Krankenkassen. In Barmbek wurde

gemeinsam mit Intel eine hoch effektive

Infrastruktur geschaffen und damit die

Grundlage für eine dynamische, serviceorientierte

IT gelegt.« So kann das »digitale

Krankenhaus« kostengünstig verwal-

Barmbek ist Referenzzentrum für »eHealth«

tet, aber auch für weitere Innovationen

vorbereitet werden. Dommel: »Asklepios

folgt dem Infrastruktur-Optimierungsmodell

von Microsoft und Gartner. Wir

haben gemeinsam ein Projekt in Rekordzeit

umgesetzt. Dies ist maßgeblich der

hervorragenden Programmatik sowie der

Motivation und Leidenschaft aller Beteiligten

zu verdanken.«

Durch die Kooperation mit Asklepios

konnte Microsoft Technologie- und

Branchen-Know-how optimal zusammenführen.

»Gemeinsam schaffen wir kompatible

Anwendungen und Systeme für

das Gesundheitswesen. So können wir

alle Akteure effizient miteinander vernetzen,

wie das Projekt Einweiserportal auf

Basis eHealth Interoperability Plattform

(eHIP) zeigt«, so Dommel.

Ziel dieser Integrations- und Kommunikationsplattform

ist es, die Akteure

im Gesundheitswesen bei der Umsetzung

der »Integrierten Versorgung« zu unterstützen

und telemedizinische Anwendungen

leichter zu ermöglichen. eHIP dient

Kunden und Partnern als Betriebs- und

Entwicklungsplattform für innovative

Lösungen. Der Datenschutz, die Einbindung

des Heilberufe-Ausweises und der

elektronischen Gesundheitskarte werden

bei der Einführung und Weiterentwicklung

gewährleistet. Die wesentlichen

Ziele sind, eine organisationsübergreifende

Vernetzung zu ermöglichen und

den sicheren, medienbruchfreien Datenaustausch

zwischen den Akteuren des

Gesundheitswesens zu fördern.

Das Klinikum Barmbek ist ein deutsches

Best Practise und dafür prädestiniert,

ein Exportschlager zu werden.


Berufsbegleitendes

Hochschulstudium

Fast 6.000 Studierende –

Ausdruck des Vertrauens

in das Studienkonzept der

staatlich anerkannten

Hamburger

Fern-Hochschule

HFH ·

Hamburger Fern-Hochschule

Alter Teichweg 19

D-22081 Hamburg

E-Mail:

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Fax: 040 35094328

Infoline: 0180 5 235210

Mo.– do. 8 –19, fr. 8 –18 Uhr (w 0,12 je Min.)

zeitgemäß studieren

Management

Unser bewährtes Fern-Studienkonzept verbindet individuelles Lernen zu Hause mit

Präsenzveranstaltungen in überschaubaren Studiengruppen.

Zurzeit sind an unserer Hochschule fast 6.000 Studierende in den Studiengängen

Betriebswirtschaft, Pflegemanagement sowie Wirtschaftsingenieurwesen

immatrikuliert. Mit dem jährlich am 01.01. und 01.07. beginnenden Studiengang

Pflegemanagement

reagiert die Hamburger Fern-Hochschule auf die wachsenden Qualifikationsanforderungen

im Pflege- und Gesundheitsbereich. Das Studienangebot richtet sich dabei vor

allem an berufserfahrene Pflegekräfte, die ihre bereits erworbene fachliche und soziale

Kompetenz durch eine wissenschaftliche Ausbildung fundieren möchten. Im Mittelpunkt

steht die Vermittlung betriebswirtschaftlicher, pflegewissenschaftlicher und

juristischer Kenntnisse.

Wir informieren Sie gerne ausführlich, wie Sie den akademischen Abschluss

Diplom-Pflegewirt/in (FH)

erlangen können – ohne Ihren Beruf

aufgeben zu müssen. Das Hamburgische

Hochschulgesetz öffnet auch

Berufstätigen ohne Abitur den

Zugang zur Hochschule. Sprechen

Sie mit uns über das zeitgemäße

Studium an der Hamburger Fern-Hochschule.

Fordern Sie einfach kostenlos

unseren Studienführer Pflegemanagement

an.

ASKLEPIOS intern

27/2006

35


Management

Drei auf einen Streich

Neu im Asklepios Verbund

Drei von vier ehemaligen Landeskliniken in Brandenburg

gehören künftig zur Asklepios Gruppe. Gesundheitsministerin

Dagmar Ziegler bescheinigt dem Asklepios Konzern, »ein verlässlicher

und kompetenter Partner für eine zukunftssichere und

qualitätsorientierte Versorgung« zu sein. Die drei Kliniken be-

Fachklinikum Brandenburg, Zentrum für Neurologie

und Psychiatrie

Das akademische Lehrkrankenhaus

der Charité ist mit 360 Akutbetten die

größte psychiatrisch-neurologische Klinik

des Landes. Das Klinikum deckt 50 Prozent

der stationären Erwachsenenversorgung

und 100 Prozent der Betten in der

Kinder- und Jugendpsychiatrie im Versorgungsgebiet

ab. Es untergliedert sich in

die Fachbereiche Neurologie, Akutpsychiatrie,

Psychotherapie, Psychosomatik und

Forensik. Zur Neurologischen Klinik gehört

eine Intensivtherapiestation mit einer

zertifizierten Stroke Unit. Neben MRT

und CT sind alle diagnostischen Möglichkeiten

gegeben. Die Klinik wird als Muskelzentrum

des Landes geführt. Die Klinik

für Kinder- und Jugendpsychiatrie und

-psychotherapie gliedert sich in einen stationären

und teilstationären Bereich mit einer

Institutsambulanz. Angegliederter Heimbereich

mit 224 Betten. Die Forensische

Psychiatrie umfasst weitere 101 Betten und

betreut psychisch kranke Straftäter.

Kontakt: (0 33 81) 78-0, Anton-Saefkow-

Allee 2, 14772 Brandenburg/Havel

36 ASKLEPIOS intern 27/2006

Fachklinikum Lübben, Zentrum für Neurologie,

Psychiatrie und Kinder- und Jugendpsychiatrie

Ein modernes Haus mit 215 Betten im

Zentrum von Lübben. Die Einrichtung umfasst

die Kliniken für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatik, Kinder- und

Jugendpsychiatrie sowie Allgemein- und

Intensivneurologie mit einer Stroke Unit

zur Initialversorgung akuter Schlaganfallpatienten.

Zur Funktionsdiagnostik gehören

u. a. das MRT und ein Liquorlabor.

Die regionale Versorgungspflicht besteht

für die Landkreise Dahme-Spreewald

und Oberspree-Lausitz sowie im Bereich

der Kinder- und Jugendpsychiatrie auch

für die Landkreise Elbe-Elster, Spree-

Neiße und Cottbus. Die Klinik für Kinderund

Jugendpsychiatrie behandelt die

Altersgruppen 4. bis 18. Lebensjahr und

genießt einen überregional guten Ruf.

Der Fachbereich für sozialpsychiatrische

Rehabilitation bietet 34 Plätze. Die

Tagesklinik verfügt über eine leistungsstarke

Institutsambulanz für Erwachsene,

Kinder und Jugendliche.

Kontakt: (0 35 46) 29-0,

Luckauer Straße 17, 15907 Lübben

schäftigen rund 1700 Mitarbeiter und verfügen zusammen über

rund 1200 Betten bzw. Plätze. Dazu gehören rund 770 Akutbetten,

53 Betten in der Rehabilitation von Suchtpatienten, 121 im

Maßregelvollzug und 296 Plätze in der sozialpsychiatrische

Rehabilitation (Heimbereich).

Fachklinikum Teupitz, Zentrum für Neurologie

und Psychiatrie

Das akademische Lehrkrankenhaus

der Charité verfügt über zwei Fachabteilungen

mit 197 Betten. Die Klinik für Neurologie

und Neurophysiologie wurde als

regionale Stroke Unit zertifiziert und verfügt

über 44 Akutbetten mit Intensivstation.

Besondere Schwerpunkte sind die

Behandlungen von Schlaganfällen, Multipler

Sklerose, Demenz und Parkinson.

Neben MRT und CT sind alle diagnostischen

Möglichkeiten gegeben.

Die Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie

und Psychosomatik bietet 152 Akutbetten

und eine umfassende psychiatrische

und psychologische Diagnostik. Auf

allen Stationen wird Gruppen- und Einzelbehandlung

mit tiefenpsychologischer

Orientierung durchgeführt. Die Klinik für

Forensische Medizin verfügt über 20 Betten.

Der Fachbereich für sozialpsychiatrische

Rehabilitation bietet Platz für 38 Bewohner.

Zwei psychiatrische Tageskliniken

sichern die gemeindenahe Versorgung.

Kontakt: (03 37 66) 66-0,

Buchholzstraße 21, 15755 Teupitz


Kein Nord-Süd-Gefälle in Pasewalk

Klinik rundum erneuert

Nach rund siebenjähriger Projektlaufzeit

zeigt sich die Klinik Pasewalk jetzt in

einem völlig neuen Gewand. Die nördlichste

Klinik innerhalb des Konzerns

zählt in puncto Organisation und Architektur

zu den modernsten Häusern. Vom

viel zitierten Nord-Süd-Gefälle kann also

absolut keine Rede sein.

Rückblick: Zur Jahreswende 1998/

1999 übernahm die Asklepios

Gruppe das Kreiskrankenhaus Pasewalk.

Damit ging auch eine Fördermittelzusage

des Sozialministeriums Mecklenburg-Vorpommern

auf Asklepios über.

Schon damals zeichneten sich Änderun-

gen bei den Randbedingungen der ambulanten

und stationären Versorgung ab. Im

Einvernehmen mit der Förderbehörde wurden

daraufhin die Inhalte des bereits erteilten

Förderbescheids angepasst. Dabei

wurde darauf geachtet, den konstruktiven

und architektonischen Aufwand von

Umbaumaßnahmen zu Gunsten der medizinischen

Ausstattung und Prozessqualität

so gering wie möglich zu halten. Vor

diesem Hintergrund ist das realisierte Verhältnis

von der Nutzfläche (NF = 15777

m2 ) zur Gesamtfläche BGF = 27885 m2 )

beachtlich. Mit 1,76 liegt es deutlich unter

dem im Krankenhausbau verkehrsüblichen

Verhältnis von 2,0 BGF/NF.

Management

Insgesamt verfügt die Klinik Pasewalk

heute über komplett modernisierte Untersuchungs-

und Behandlungseinheiten,

neue Räume für die akutstationäre Patientenunterbringung

inklusive Frühreha,

eine moderne Küche und Speiseversorgung

sowie eine berufliche Schule.

Die Klinik Pasewalk steht damit auch

unter dem Gesichtspunkt der Berufsförderung

gut gerüstet in einem wirtschaftlich

noch schwach geprägten Umfeld. Den

Wettbewerb in der Gesundheitsversorgung

muss Pasewalk weder aus infrastruktureller

noch aus baulicher Sicht

fürchten.

Dr. Wolfgang Sittel

ASKLEPIOS intern

27/2006

37


Management

Jeder Mensch

ist ständig in Bewegung.

Diese

Bewegungen

mit allen Sinnen

bewusst

wahrzunehmen,darauf

basiert

die Kinästhetik. Die

Bewegungslehre aus den

USA will helfen, zwischen produktiver

und unproduktiver Bewegung zu unterscheiden.

Das AK Harburg führte die

Kinästhetik in der Pflege ein, um die Gesundheitsentwicklung

für Patienten und

Mitarbeiter zu fördern.

Entscheidungsfähigkeit, Eigenverantwortlichkeit

und Selbstständigkeit

der Patienten werden damit im

Rahmen ihrer Möglichkeiten unterstützt.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter lernen,

falsches Heben und Tragen zu vermeiden.

Die körpergerechtere Arbeit reduziert

unter anderem Rücken- und Gelenkbeschwerden.

Die Stationen und Abteilungen des

AK Harburg hatten in einem Kinästhetik-

Assessment im Oktober 2004 neue Ziele

für das kommende Jahr festgelegt. Im

Oktober 2005 wurde die Erreichung dieser

Ziele in einem externen Audit durch

das Kinasthetics Institute Deutschland

überprüft. Das Ergebnis: Die Pflegequalität

im AK Harburg konnte in dieser Zeit

noch einmal deutlich gesteigert werden.

Auswirkungen auf die Pflegequalität

im AK Harburg

A) Pflegeberatung · Der Schwerpunkt der

Pflege verändert sich im AK Harburg

immer mehr in Richtung Pflegeberatung

für Patienten und Angehörige jeden

38 ASKLEPIOS intern 27/2006

Ausgezeichnete Kinaesthetik-Kompetenz

AK Hamburg als weltweit erstes Krankenhaus prämiert

Alters. So werden Patienten vor der Operation

beraten, wie sie nach dem Eingriff

schmerzärmer aufstehen können. Angehörige

üben vor der Entlassung mit der

zuständigen Pflegekraft, wie sie den zu

Pflegenden mobilisieren können. Dafür

bietet das AK Harburg spezielle Kurse

kostenfrei an.

B) Geringere Dekubitusrate durch Bewegungsförderung

· Bettlägerige Patienten

sind gefährdet, einen Dekubitus (Druckstelle)

mit schweren Hautdefekten zu

bekommen. In Kinästhetik-Kursen lernen

Mitarbeiter, die Patienten darin zu unterstützen,

so weit wie möglich eigene Bewegungen,

auch wenn sie noch so klein sind,

durchzuführen. Das führt zur Druckentlastung

und kann Dekubitalgeschwüre weitgehend

verhindern.

C) Hohe Mobilität der

Patienten trotz kurzer Verweildauer

im Krankenhaus

· Die Verweildauer

der Patienten in den Krankenhäusern

wird immer

kürzer. In dieser kurzen

Zeit ist der Fokus der Pflege

im AK Harburg, die

Mobilität der Patienten bis

zum Entlassungstag so

weit wie möglich zu fördern

und damit Lebensaktivität

und Lebensfreude

zu steigern.

Für die angewandte

Kinästhetik-Kompetenz

wurde das AK Harburg am

5. Dezember 2005 als

erstes Akutkrankenhaus

der Welt vom European

Institute for Human Development

(IHD), dem europäischen

Dachverband der

Kinaesthetics-Institute, ausgezeichnet. An

der Veranstaltung nahmen auch die

Kinaesthetics-Begründer Dr. Frank Hatch

und Dr. Lenny Maietta, Santa Fee, New

Mexico, USA, teil.

Das Allgemeine Krankenhaus Harburg

(AK Harburg) des LBK Hamburg ist

ein Krankenhaus der Schwerpunktversorgung

mit 765 Planbetten und 66 teilstationären

Behandlungsplätzen.

Kinästhetik

Die Kinästhetik (engl. Kinaesthetics, durch die

Sinne wahrgenommene Bewegung) ist ein Bewegungskonzept,

das in den USA entwickelt wurde.

Die Bezeichnung »Kinästhetik« ist eine Kombination

der beiden griechischen Wörter »kinesis«

(Bewegung) und »aesthesie« (Wahrnehmung).

Ganz allgemein formuliert befasst sich die Kinästhetik

mit dem Studium der menschlichen Bewegung,

die für die Ausübung der Aktivitäten des täglichen

Lebens erforderlich ist.


Gute Berufsaussichten

im Katastrophenmanagement

Studiengang »Rescue Engineering« an der HAW Hamburg

Die jüngsten Erfahrungen von Naturund

Terrorkatastrophen haben es deutlich

gemacht: Der Bedarf an kompetenten

Rettungsfachkräften ist groß. Gesucht

werden Mediziner und Techniker, die

heiklen Einsätzen bei Großschäden im Inund

Ausland gewachsen sind. Vor diesem

Hintergrund hat die Fakultät Life Sciences

der Hochschule für Angewandte Wissenschaften

(HAW) Hamburg gemeinsam

mit dem Institut für Notfallmedizin (IfN)

der LBK Hamburg GmbH und der Feuerwehr

Hamburg den Bachelor-Studiengang

»Rescue Engineering« (Rettungsingenieurwesen)

eingerichtet.

Neben den Grundlagen der klassischen

Ingenieurwissenschaften

werden hier ab dem Sommersemester

2006 Studieninhalte aus den Bereichen

Medizin, Humanbiologie, Hygiene,

Psychologie, Soziologie, Notfallmedizin,

Gefahrenabwehr, Human Ressource Management,

Umwelt und Katastrophenschutz

vermittelt. Hinzu kommen »Softskills«

wie Führungsmanagement und

Kommunikation (auch in englischer Sprache).

Das Tätigkeitsfeld des künftigen

Rettungsingenieurs umfasst u. a. Leitungsfunktionen

in der Notfallrettung, im

Katastrophen- und Zivilschutz, in internationalen

Hilfsprojekten und der Logistik

von Großschadenseinsätzen.

»Zusammen mit unseren Partnern zeigen

wir, dass wir die Zeichen der Zeit erkannt

haben: Angesichts der rasanten

technischen Entwicklungen werden leider

auch Schadensfälle und Vorbeugemaßnahmen

immer komplexer. Deshalb werden

wir Rettungsingenieure mit dem nötigen

Know-how ausbilden«, sagt Prof. Dr.

Michael Stawicki, Präsident der HAW

Hamburg.

Der Bachelor befähigt die Absolventen

für den gehobenen Dienst. Sie können

zudem durch einen für die Zukunft geplanten

Master bei entsprechender Akkreditierung

in den höheren Dienst bei

Behörden aufsteigen (Feuerwehren, Regierungsorganisationen

wie Technisches

Hilfswerk, kommunale und private Gesundheitsorganisationen

wie das Deutsche

Rote Kreuz, Technische Überwachungsvereine

und Logistikunternehmen).

Das Curriculum besteht aus sieben

Modulbereichen, die sich auf drei Studienjahre

verteilen. Bislang gibt es flächendeckend

nur eine qualifizierte Ausbildung

im Bereich des Einsatzdienstes,

die zweijährige Ausbildung zum »Rettungsassistenten«,

sowie vielfältige Schulungs-

und Fortbildungsangebote an verschiedenen

Institutionen. Dieter Farrenkopf,

Oberbranddirektor der Feuerwehr

Hamburg, sieht für die Absolventen des

neuen Studiengangs daher »gute Berufs-

Management

Jörn Schallhorn (Ltd. Branddirektor Landesfeuerwehrschule Hamburg), Dr. Heinzpeter Moecke (Institut für Notfallmedizin

LBK, Ärztlicher Direktor der Asklepios Klinik Nord), Prof. Dr. Michael Stawicki (Präsident HAW Hamburg),

Dieter Farrenkopf (Oberbranddirektor Feuerwehr Hamburg) (v.l.)

aussichten im nationalen und internationalen

Katastrophenmanagement«.

Senator Jörg Dräger, Präses der Behörde

für Wissenschaft und Gesundheit, lobt,

»dass Hochschulen mit externen Partnern

neue berufsqualifizierende Studiengänge

wie ›Rescue Engineering‹ erarbeiten und

anbieten.« Sein Kollege, Senator Udo Nagel,

Präses der Innenbehörde, schätzt die

Möglichkeit, »dass private und staatliche

Einrichtungen durch die praxisnahe Ausbildung

von Akademikern eine weitere

Möglichkeit erhalten, qualifizierte Nachwuchskräfte

zu rekrutieren«.

Weitere Informationen: www.haw-hamburg.de

ASKLEPIOS intern

27/2006

39


Management

Asklepios jetzt auch im Reich der Mitte

Kooperation zwischen Asklepios, Siemens und Tongji-Universität Shanghai

Dr. Klaus Kleinfeld, Dr. Bernard Broermann und der chinesische Staatspräsident Hu Jintao

trafen sich zur Vertragsunterzeichnung

Mit dem Neubau und späteren Betrieb

einer Universitätsklinik gemeinsam mit

der Tongji-Universität und Siemens soll

innerhalb der nächsten drei Jahre für 150

Millionen Euro ein 500-Betten-Haus in

Shanghai errichtet werden. Durch diesen

Schritt baut Asklepios seine führende

Stellung im weltweiten Krankenhausmarkt

weiter aus.

Im Rahmen einer Europa-Visite zur Verbesserung

der wirtschaftlichen Zusammenarbeit

beider Länder traf der chinesische

Staatpräsident Hu Jintao am

10.11.2005 auch mit dem Gründer und

Alleingesellschafter von Asklepios, Dr.

Bernard Broermann, sowie dem Siemens-

Vorstandsvorsitzenden, Dr. Klaus Kleinfeld,

zusammen. Anlässlich dieses Treffens

in Berlin wurde im feierlichen Ambiente

des Schlosses Charlottenburg ein

dreiseitiger Vertrag über die Zusammenarbeit

bei der Entwicklung und Umsetzung

des Neubaus eines Krankenhauses

der Tongji-Universität in Shanghai unter-

40 ASKLEPIOS intern 27/2006

zeichnet. Das Krankenhaus wird als Symbol

und Ausdruck besonderer Verbundenheit

den Namen Chinesisch-Deutsches

Freundschaftskrankenhaus, Shanghai

(CDFK) tragen.

Asklepios wird sich finanziell an diesem

Haus beteiligen, die Planung der

Betriebsorganisation und der Medizintechnik

übernehmen und Letztere komplett

als Turn-Key-Projekt liefern. Anschließend

wird Asklepios das Haus betreiben.

Asklepios verfolgt seit längerem die

Entwicklung in China und prüft verschiedene

Investitionschancen. »Wir sind überzeugt,

dass wir mit Siemens in der Tongji-

Universität den richtigen Partner zur

Umsetzung dieses anspruchsvollen Projekts

gefunden haben, vor allem, weil die

Tongji-Universität nicht nur über die entsprechende

Reputation und das Knowhow,

sondern auch über die notwendige

politische Unterstützung verfügt«, sagte

Dr. Bernard Broermann anlässlich der

Vertragsunterzeichnung.

»Darüber hinaus freuen wir uns, dass

wir mit Siemens einen nicht nur in China

außerordentlich angesehenen Partner

haben, mit dem wir bereits im Rahmen

der Umsetzung des International Neuroscience

Institute (INI) in Hannover ein

ähnliches Projekt in Deutschland erfolgreich

umgesetzt haben«, ergänzt Hauptgeschäftsführer

Elmar Willebrand.

Shanghai ist die Wirtschaftsregion

Nr. 1 in China. Mit dem Transrapid, der

Formel-1-Strecke und seiner Bankenwelt

hat Shanghai sich in den letzten Jahren einen

international positiven Namen gemacht.

Wachstums- und Bautempo sind

atemberaubend.

Tempo wird auch Projektleiter Dr.

Norbert Dörner vorgeben müssen, schließlich

ist 2010 die Weltexpo in Shanghai,

und das CDFK ist ein Expo-Partner-Projekt.

»Diese Herausforderung macht viel

Spaß«, sagt Dr. Dörner, der in der Vergangenheit

bereits vier Universitätskliniken

geplant und eingerichtet hat.

Ein chinesisches Sprichwort sagt:

Auch der weiteste Weg beginnt mit dem

ersten Schritt. Asklepios hat den ersten

Schritt im Reich der Mitte gemacht. Bis

zur Projektfertigstellung werden noch

einige folgen.

Tongji-Universität

Die Tongji-Universität hat eine lange Tradition.

1907 gründete der deutsche Arzt Erich

Paulun die »Deutsche Medizinschule für Chinesen«.

1952 wurde die Medizin ausgelagert,

und der Schwerpunkt der Universität war das

Ingenieurwesen. Erst im Jahre 2000 wurde

die medizinische Fakultät wieder gegründet.

Zu ihr gehören bereits vier bestehende Krankenhäuser.

Das CDFK soll in der ersten Phase

über 500 Betten (75 000 m 2 ) verfügen und in

drei Jahren fertiggestellt sein.


Mediziner mit Pauken und Trompeten

Chefarzt von Asklepios spielt im Deutschen Ärzteorchester

Albert Schweitzer hat es getan. Giuseppe

Sinopoli konnte nicht ohne. Und

auch Michael Scheele bereitet es großes

Vergnügen. Der Chefarzt der Geburtshilfe

und Gynäkologie der Asklepios Klinik

Nord/Campus Heidberg und seine prominenten

Kollegen sind musizierende Mediziner.

Keine selbstverliebten Hobbygitarristen,

die heimlich in der Waschküche

die Saiten malträtieren. Sondern herausragende

Mediziner, die es auch in der Musik

zu anerkannter Professionalität gebracht

haben. Dr. Scheele ist darüber hinaus

Vorstandsmitglied im Deutschen Ärzteorchester.

Seit 1989 zählt es zu den

besten Laienorchestern Deutschlands.

Die Mitglieder sind überwiegend

Ärzte oder Medizinstudenten. Da

es ein überregionales Orchester

ist, leben und arbeiten die Musiker über

ganz Deutschland verteilt. Wie muss man

sich hier die Proben, ohne die ein harmonisches

Miteinander in der Musik nicht

denkbar ist, vorstellen? »Wegen der Notund

Klinikdienste wäre für viele von uns

eine regelmäßige wöchentliche Probenarbeit

nicht möglich, ganz abgesehen von

den weiten Entfernungen«, erklärt Dr.

Scheele.

Zwei- bis dreimal pro Jahr kommen

die Mitglieder des Orchesters zu mehrtägigen

Arbeitsphasen zusammen, die jeweils

mit ein bis zwei Konzerten enden. Das

Notenmaterial wird vorher verschickt, so

dass sich jeder zu Hause vorbereiten

kann. So ist es möglich, auch schwierige

Werke in kurzer Zeit zu proben und

erfolgreich aufzuführen. Diese musikalischen

Treffen finden an unterschiedlichen

Orten statt, wo sich gute Möglichkeiten

für Unterkunft, Proben und Konzerte bieten.

Selbstverständlich ist eine solche

Arbeitsphase nicht nur ein musikalisches,

sondern auch ein geselliges Ereignis. Nach

den intensiven und anstrengenden Proben

finden sich abends oft noch spontan Kammermusikensembles

zusammen.

Manches Mitglied des Deutschen Ärzteorchesters

hat ein künstlerisches Zweitstudium

absolviert oder es als Amateur zu

musikalischer Meisterschaft gebracht. In

unterschiedlichsten Vereinigungen sind

musizierende Ärzte und Ärztinnen regional,

bundes- und europaweit organisiert

als klassisches Kammerorchester, großes

Sinfonieorchester oder Jazzband. Die meisten

lokalen Medizinerensembles sind

kleinere Kammerorchester.

Überregional bringt das Deutsche

Ärzteorchester Mediziner aus allen Teilen

Deutschlands zusammen. Mit 110 aktiven

Mitgliedern zählt es zu den größten Ärzteorchestern

Deutschlands. 80 Prozent der

Mitglieder gehören medizinischen Berufen

an (Ärzte, Medizinstudenten, Angehö-

Management

rige von Pflegeberufen). Aber auch »fachfremde

Musiker« sind sehr willkommen.

In diesem Jahr wird sich das Deutsche

Ärzteorchester zum Proben in Bad Segeberg

treffen. Ab dem 22. September stehen

ausnahmsweise mal keine OPs auf

dem Programm, sondern u.a. Brahms Violinkonzert.

Am 28.9.2006 wird das Werk

gemeinsam mit der 18-jährigen Solistin

Veronika Eberle in der Laeiszhalle in

Hamburg aufgeführt.

Das Ärzteorchester finanziert sich aus

den Mitgliedsbeiträgen. Die Kosten für

die An- und Abreise, die Unterbringung

und die Probenraumkosten tragen die

Musiker selbst. Daher sind Sponsoren –

beispielsweise für das Konzert in Hamburg

– sehr willkommen!

Kontakt:

www.aerzteorchester.de

Sekretariat des Deutschen Ärzteorchesters

Christa Schmolke

Bajuwarenstraße 141 · 81825 München

E-Mail: christa.schmolke@gmx.de

ASKLEPIOS intern

27/2006

41


Management

Figuren &

Strukturen

Zehn Jahre Asklepios

Zu diesem Firmenjubiläum gratulieren

wir Dr. Tobias Kaltenbach, Hauptgeschäftsführer

Asklepios Kliniken, Ulrich

Gnauck, Regionalgeschäftsführer Nordost

und Stefan Menzel, Geschäftsführer

der Klinik Parchim. Alle drei gehören seit

dem 1.1.1996 dem Unternehmen an.

Neue Chefärzte in Hamburg

Zum 1.12.2005 hat PD Dr. Gerian

Grönefeld die Nachfolge von Prof. Dr.

Paul Spiller als Leiter der I. Medizinischen

Abteilung/Kardiologie der Klinik

Barmbek angetreten. Zuletzt war Grönefeld

am Klinikum der J.W. Goethe-Universität

in Frankfurt am Main als Oberarzt

tätig. Priv.-Doz. Dr. Thomas Grundmann

(Foto oben) hat zum 1.12.2005 die Arbeit

von Prof. Dr. Jobst von Scheel übernommen,

der jetzt die HNO-Abteilung der Klinik

St. Georg führt. In den vergangenen

Monaten hatte Dr. Heike Auffermann die

Abteilung in Altona kommissarisch geleitet.

In der Klinik Altona sieht der 47-Jährige

seine Schwerpunkte in der advanced

und lasergestützten Mikrochirurgie, der

Onko- und Plastischen Chirurgie sowie

der Allergologie und Schlafmedizin.

Dr. Jörn Heine (Foto Mitte oben),

Chefarzt der Klinik für Anästhesie, Intensivmedizin

und Schmerztherapie der

Harzklinik Goslar, ist an der MHH der

42 ASKLEPIOS intern

27/2005

Titel »Außerplanmäßiger Professor« verliehen

worden. Seit 1993 hält er Vorlesungen

und gehört nach seiner Habilitation

im Jahre 2001 zum Lehrkörper der MHH.

Das Pflegedienstdirektorium in der

Klinik St. Georg wird jetzt von Joachim

Floren übernommen. Floren war bislang

in den Zentralen Diensten Personalmanagement

für die Personalentwicklung

zuständig. Er übernimmt die Aufgaben in

der Pflegedienstleitung von Hans-Joachim

Fietz-Mahlow.

Ursula Freifrau von Gagern-Unkel,

Pflegdienstdirektorin der Klinik Hamburg-Nord

hat zum 1.2.2006 das Unternehmen

verlassen. Ihre Aufgabe hat Thomas

Krakau (Foto unten) übernommen. Er

war bis jetzt in unterschiedlichen pflegerischen

Führungspositionen in der Klinik

Harburg tätig. Vor seinem Wechsel leitete

er den Pflegedienst als Stellvertreter.

Prof. Bernd Klausch (Foto oben

rechts), Ärztlicher Direktor und Chefarzt

der Gynäkologisch-geburtshilflichen

Abteilung der Klinik Parchim, ist zum

31.12.2005 aus dem Unternehmen ausgeschieden,

nachdem er bereits ein Jahr

»drangehängt« hatte (am 2.1.2006 feierte

er seinen 66. Geburtstag). Die kommissarische

Leitung der Abteilung für Gynäkologie

und Geburtshilfe übernimmt die vormalige

Oberärztin Kathrin Sensen. Ebenfalls

in Parchim hat Dr. Rüdiger Wenzel

(Foto unten), Chefarzt der Abteilung für

Chirurgie, Unfall- und Wiederherstellungschirurgie,

am 1.1.2006 die Nachfolge

des Ärztlichen Direktors angetreten.

Ab 1.1.2006 gehört das Stadtkrankenhaus

Seesen zu Asklepios. Ulrich Gnauck

und Jürgen Zimmermann sind die

Geschäftsführer. Zur Prokuristin wurde

Susanne Melchert, Kliniken Schildautal,

berufen.

Nach 29 Dienstjahren wurde der

Chefarzt der Inneren Abteilung des

Robert-Koch-Krankenhauses der Harzkliniken

in Clausthal-Zellerfeld, Dr. Horst


Bromm, zum Jahreswechsel in den Ruhe-

stand verabschiedet.

Dr. Stephanie Hackethal ist seit dem

1.1.2006 als stellvertretende Geschäftsführerin

im Westklinikum Hamburg-Rissen

tätig. Das Team der ZD DRG, Medizin-

und Qualitätsmanagement wird seit

1.10.2005 durch den Betriebswirt Peter

Heimscheid komplettiert, der den Bereich

Budgetverhandlungen verantwortet. Zudem

ist er Mitglied der Verhandlungskommission

zum Landesbasisfallwert

2006 in Hamburg.

Weiterbildung zum Facharzt im Umbruch –

LBK Hamburg GmbH startet einzigartiges

Programm

Vor dem Hintergrund eines zunehmenden

Nachwuchsärztemangels in

Deutschland und steigenden qualitativen

Anforderungen wird die LBK Hamburg

GmbH die ärztliche Weiterbildung in ihren

Krankenhäusern umfassend neu struktu-

JOMO-CITTI GV-Partner:

Ihr starker Partner im Osten!

Die GV-Partner-Gruppe ist der Zustellgroßhändler

mit dem Komplettsortiment, der bundesweit

Großverbraucher wie beispielsweise

Kantinen, Krankenhäuser

und Gastronomie beliefert.

In der Niederlassung Zorbau bei

Leipzig lagern auf rund 10.181 m 2

ca. 17.000 Artikel. Etwa 230 Mitarbeiter

sorgen dafür, dass die

Ware mit 48 Fahrzeugen stets

pünktlich und frisch ausgeliefert

wird. Das Liefergebiet erstreckt sich

über die Bundesländer Sachsen,

Thüringen, Sachsen-Anhalt und

das südliche Brandenburg.

www.gv-partner.de

Termine

Fortbildung zum Reha-Arzt

Vom 12. bis 14.5.2006 findet eine

Fortbildung für Ärzte aller Fachbereiche

zum verordnungsberechtigen Reha-Vertragsarzt

in der Nordseeklinik auf Syltstatt.

Asklepios kickt

Das diesjährige Fußballturnier der

Asklepios Kliniken wird durch das Salus

Fachkrankenhaus Bernburg organisiert.

Alle Fußballfreunde dieser beiden Einrichtungen

sind herzlich eingeladen. Die

Veranstalter hoffen, zahlreiche Männer

und Frauenmannschaften vom 16. bis

18.6.2006 auf dem Askania Sportplatz in

Bernburg begrüßen zu dürfen. Die Startgebühr

von 50,00 Euro pro Teilnehmer

oder Begleitperson ist bis zum 30.4. auf

Management

das Konto Nr. 849 06 00 des Salus Fachkrankenhauses

Bernburg bei der Bank

für Sozialwirtschaft Magdeburg (BLZ

810 20 500) zu entrichten. Bitte unter

Verwendungszweck Fußballturnier/Name

der Klinik angeben. Weitere Infos:

Sekretariat des Kaufmännischen Direktors,

Cornelia Barnebeck, Telefon:

(0 34 71) 34 43 64 oder per E-Mail:

c.barnebeck@salus-lsa.de

IM TEAM DAS BESTE LEISTEN

ASKLEPIOS intern

27/2005

43


44

Management

rieren und verbessern. »Ein umfassendes

Weiterbildungskonzept bedeutet für das

gesamte Unternehmen einen entscheidenden

Wettbewerbsvorteil bei der Gewinnung

sowie Bindung qualifizierter Ärzte

und wird neben einer Attraktivitäts- auch

eine Qualitätssteigerung bewirken«, sagt

Dr. Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer

für Medizin und Qualitätsmanagement der

LBK Hamburg GmbH. Das Modell ermögliche

neuen ärztlichen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern, die die Facharztausbildung

anstreben, eine strukturierte und

gesicherte Weiterbildung nach der neuen

Weiterbildungsordnung der Hamburger

Ärzte vom 21.2.05.

Qualitätsprüfer geschult

Im International Neuroscience Institute

(INI) Hannover fand im November

2005 die erste von den Zentralen Diensten

DRG-, Medizin- und Qualitätsmanagement

durchgeführte Auditorenschulung

statt. Hierbei wurden im Rahmen der

Brandenburger Landeskliniken

neu bei Asklepios

Mit Beschluss des Landtages Brandenburg

wurden rückwirkend zum

1.1.2006 drei von vier Brandenburger

Landeskliniken an die Asklepios-Gruppe

übertragen. Im Zuge der Namensgebung

wird die Bezeichnung »Landesklinik«

künftig durch »Asklepios Fachklinikum«

ersetzt.

Zur Klinikleitung des Fachklinikums

Brandenburg gehört der Leitende Chefarzt

MR Dr. Eckard Marg (Foto links). Er

ASKLEPIOS intern

27/2005

halbjährlichen QM-Regionalgruppentreffen

die Qualitätsbeauftragten der Kliniken

der Regionalbereiche Nordost 1, 2, 4 +

5 zu internen Qualitätsprüfern (Auditoren)

geschult. Die Auditoren sind dadurch

in der Lage, interne Audits in ihren Kliniken

vorzunehmen. Audits sind ein Beitrag

zum kontinuierlichen Verbesserungsprozess,

sie sollen in allen Bereichen jährlich

erfolgen und die Kontinuität im Qualitätsmanagement

sicher stellen.

4. Casemix-Performer-Seminar in Bad

Salzungen

Zum vierten Mal fand im Dezember

2005 das Casemix-Performer-Seminar der

Zentralen Dienste DRG-, Medizin- und

Qualitätsmanagement in Bad Salzungen

statt. Nach der Fusion wurden zum ersten

Mal gemeinsam mit den Teilnehmern der

Asklepios Klinken auch die Mitarbeiter

der LBK Hamburg GmbH geschult. Rund

350 Teilnehmer, vorwiegend Ärzte, nahmen

mit Begeisterung teil. Die Schulung

ist Chefarzt der Klinik für Neurologie

und kann auf eine 30-jährige Betriebszugehörigkeit

zurückblicken. Zum Team

gehören ferner Dipl.-Ing. Dorit Zahn als

kommissarische Verwaltungsleiterin und

Ilona Brosig als kommissarische Pflegedienstleiterin.

Dr. Jürgen Rimpel (Foto Mitte, 51)

gehört seit 2004 zur Leitung der Fachklinik

Lübben. Er ist Chefarzt der Klinik für

Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik.

Die diplomierte Betriebswirtin

(FH) Karin Schuppan (51) gehört seit

beinhaltete eine intensive Auseinandersetzung

mit der DRG-Systematik 2006

sowie den aktuellen und gesetzlichen

Rahmenbedingungen im Gesundheitswesen.

Neben den allgemeinen Grundprinzipien

der Kodierung wurden anhand vieler

Praxisbeispiele und alltäglicher Fallkonstellationen

spezielle Kodierprobleme

und Richtlinien für die verschiedenen

Fachbereiche vermittelt. Höhepunkt des

Seminars war ein Quiz am Ende der Veranstaltung.

1980 zur Klinikleitung, und ihr Kollege

Dipl.-Pflegewirt René Brockmann (41) ist

seit 1998 Leiter des Pflege- und Erziehungsdienstes.

Die Fachklinik Teupitz wird von

Dr. Jürgen Faiss (Foto rechts) seit 1999

ärztlich geleitet. Der 51-Jährige ist seit

zehn Jahren Chefarzt der Klinik für

Neurologie und Neurophysiologie. Zur

Klinikleitung gehören seit 1991 die Verwaltungsleiterin

Dipl.-Ing. Ökonomin

Doris Havenstein (49) und seit 1993 die

Pflegedienstleiterin Frauke Förster (46).


Asklepios ist multikulturell

Für die 12.000 Mitarbeiter der Hamburger

Asklepios Kliniken ist »multikulti«

mehr als eine gesellschaftliche Verheißung.

In den sieben Krankenhäusern

arbeiten Menschen aus 66 Nationen.

Asien – Das Arbeiten in einem internationalen

Team erlebt Soon Schwerdtfeger

(Foto oben) als exzellente Möglichkeit,

um ihren kulturellen Horizont zu erweitern.

»Ich habe viel Verständnis für ausländische

Patienten, weil ich durch meine

Kollegen, über die Eigenarten der Kulturen

alles aus erster Hand erfahre«, erzählt

die Koreanerin aus Seoul. Die Leiterin der

Station für Gastro-Enterologie erlebt Internationalität

als Bereicherung. Die zarte

Frau lernte ihren Beruf vor über 30 Jahren

in der Klinik Barmbek.

Europa – Nur der westlichste Zipfel

von Kasachstan gehört zu Europa, der

große Rest wird zu Zentralasien gerechnet.

Der Urologe Akhmat Shabajev (Foto

unten) kam vor fünf Jahren nach Deutschland:

»Ich wusste nicht, wie hart hier gearbeitet

wird«, schmunzelt der Kasache, der

mit Familie und ohne nennenswerte

Deutschkenntnisse nach Hamburg kam.

»Es ist ein Glück, in Harburg mit so großen

Kapazitäten zusammenzuarbeiten«,

versichert der Mediziner.

Australien – Der Vater Österreicher,

die Mutter Deutsche, Verwandtschaft in

den USA, ein Ferienhaus in der Türkei

und ein australischer Pass: Andrea Buichl

(Foto oben) verbrachte ihre Kinderjahre in

»Ausiland«, versteht sich als Weltbürgerin

par excellence. Auf ihrer Station im Haus

18 der forensischen Psychiatrie in der Klinik

Nord kommt der Stationsleiterin

diese Haltung sehr zu Gute.

Afrika – Wendy Traore-Asante (Foto

nächste Spalte oben) sieht sich als gesunde

Mischung aus afrikanischen Wurzeln

und westeuropäischem Lebensgefühl.

»Ich habe erst hier

gelernt, als Frau

selbstbewusst zu

sein«, erzählt die

junge Krankenschwester,

die 1989

aus Ghana kam und

sich den Weg zu

ihrem Traumberuf

hart erarbeitete.

»Wenn ich alt bin,

möchte ich in Ghana

leben und dort in einer

Klinik arbeiten«.

Amerika – Sein

Urgroßvater war ein

Abenteurer, der von

Hamburg nach Ecuador

ging, um dort

nach Gold zu suchen:

Máximo Hidalgo

(Foto rechts

unten) ging den umgekehrten

Weg. Seit

vielen Jahren arbeitet

er in Hamburg als

Anästhesist. Seine

Management

drei Brüder sind ebenfalls Mediziner, seine

Großmutter gründete eine Klinik im

ecuadorianischen Loja. Ein Familienbetrieb.

Wenn Hidalgos Kinder groß sind,

möchte er gerne dorthin zurück.

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ASKLEPIOS intern

27/2005

45


Patienten-Forum

»Ich habe Menschen gefunden, die mir helfen«

Kardiologie des Fürstenhofs arbeitet interdisziplinär

46 ASKLEPIOS intern 27/2006

Der Fürstenhof ist eine Fach- und Rehabilitationsklinik

für Herz-Kreislauf, Gefäße und Neurologie.

Das 210-Betten-Haus bietet alle Anschluss-Rehabilitationen

und Heilverfahren im Bereich der Kardiologie,

Angiologie und Neurologie. Die kardiologische Abteilung

wird aufgrund ihrer umfangreichen interdisziplinären

Möglichkeiten häufig mit äußerst schweren

Fällen betreut. Auch die 76-jährige Henriette Kramer*

fand hier neuen Lebensmut.

Die klinische Überwachungsstation ist mit monitorisierten

Betten ausgestattet. So sind auch

Aufnahmen im Rahmen der Frührehabilitation

möglich. Diese Station ist auch für alle kardiologischen

Notfälle gerüstet. Hoch qualifizierte und geschulte Mitarbeiter,

moderne Technologien und langjährige Erfahrung

gewährleisten einen optimalen Behandlungserfolg.

Dabei steht das körperliche und seelische Wohlbefinden

der Patienten stets im Mittelpunkt der Behandlung.

Die enge Zusammenarbeit mit der Neurologie im

Hause und der Stadtklinik Bad Wildungen eröffnet weitere

zusätzliche Diagnose- und Therapieangebote.

»Die Anzahl von Patienten, die nach komplexeren

kardio-chirurgischen Eingriffen auch auf dem neurologischen

Fachgebiet Symptome zeigen, ist außerordentlich

hoch einzustufen. Einerseits kann es sich hierbei

um Einschränkungen der kognitiven Leistungsfähigkeit

handeln, die häufig nur von leichtem Ausmaß sind und

nur bei intensiven neuro-psychologischen Testverfahren

evaluiert werden, die allerdings auch bis zu schwereren

Merkfähigkeitsstörungen reichen können, die dann

deutlich alltagsbeeinträchtigend sind, andererseits

kann es häufiger zu Veränderungen der Emotionalität

und der Stimmung kommen«, so Matthias auf dem

Brinke, Chefarzt der Neurologischen Abteilung der

Fachklinik.

Der Fall einer 76-jährigen Patientin illustriert die

rehabilitativen Möglichkeiten der Klinik sehr anschaulich.

Zwei Wochen nach einem massiven Eingriff, bei

dem ihre Aortenklappen in einer entsprechenden

Schwerpunktklinik ersetzt worden waren, kam Henriette

Kramer zur stationären Anschlussheilbehandlung in

die Fachklinik Fürstenhof.

Die Einweisungsdiagnose nannte Folgendes: »Physisch

schwacher Zustand nach Aortenklappenersatz


(Kunstklappe) bei vorbestehender hochgradiger

Aortenklappenverengung. Die

Patientin befindet sich in einer schweren

depressiven Episode, sie zeigt ein Durchgangssyndrom

mit optischen Halluzinationen

und wahnhaften Anteilen und eine

arterielle Hypertonie.« Nach eingehender

Diagnostik im Fürstenhof wurden darüber

hinaus »Entgleisung des Wasser- und

Elektrolythaushalts und eine Schilddrüsenüberfunktion«

festgestellt. Aufgrund

des sehr schwachen Allgemeinzustandes

musste Henriette Kramer auf der Wachstation

aufgenommen werden.

»Zu Beginn des stationären Aufenthaltes

war die frisch operierte Patientin körperlich

sehr schwach, nahezu mobilisationsunfähig.

Sie hatte sich selbst quasi

aufgegeben«, erläutert Dr. Ulf Jonas, Ärztlicher

Direktor und Chefarzt der kardiologischen

Abteilung des Fürstenhofs. Dieser

Zustand ist bei der Vorgeschichte

nicht unüblich, stellt aber jedes Mal aufs

Neue eine Herausforderung für das Team

von Ärzten, Therapeuten und Pflegekräften

dar. Der therapeutische Ansatz, die

optimalen interdisziplinären Möglichkeiten

des Fürstenhofs zu nutzen, ist für die

erfolgreiche Rehabilitation derartiger Fälle

entscheidend. In Zusammenarbeit mit

dem Chefarzt der Neurologischen Fachabteilung,

Matthias auf dem Brinke, dem

Psychologen Klaus-Gerhard Uhlig und

den Therapeuten und Pflegern wurde ein

individuelles Therapiekonzept für die 76-

Jährige aufgestellt.

Für die internistischen und neuro-psychiatrischen

Erkrankungen empfahlen die

Experten eine maximale medikamentöse

Therapie. Gleichzeitig wurde zur Restabilisierung

eine psychologische Einzeltherapie

verordnet. Eine den psychischen und

physischen Fortschritten angepasste individuelle

Physio-Einzeltherapie rundete

das Gesamt-Therapiekonzept ab.

Gerade die psychologische Aufrichtung

und Stabilisierung zeigte rasche Fortschritte.

Darauf aufbauend wurden die

therapeutischen Möglichkeiten dann zunehmend

erweitert. Nach ihrer einzelgymnastischen

Behandlung und Mobilisation

Patienten-Forum

am Rollator konnte

Henriette Kramer

im weiteren Verlauf

des stationären Aufenthaltes

bereits an

der leichten Gruppenkrankengymnastik

teilnehmen. MuskuläreVerspannungen

besserten sich

durch die Teilmassagen

und die krankengymnastischen

Übungen. Darüber

hinaus wurden zur

Prophylaxe ihrer

postoperativen Belüftungsstörungen

der Lunge zweimal Fachklinik Fürstenhof aus der Perspektive »Brunnenallee«

täglich Atemübungen

(Triggern) durchgeführt. Im Rahmen sung mit einem Rollator gut voranbe-

der Ergotherapie absolvierte die Patientin wegen, und auch ihre depressive Verstim-

ein Aufmerksamkeitstraining. Im Gesundmung hatte sich deutlich gemindert. Die

heitsbildungsprogramm hörte sie Vorträge Klinik empfahl ihr beim Abschied die

zur Ernährung bei Marcumar-Einnahme Adresse einer ambulanten Herzgruppe an

und über die Risikofaktoren ihrer Erkran- ihrem Heimatort.

kung sowie das Leben nach einer Herz- Trotz anfänglicher Zweifel fühlte sich

klappenoperation.

die 76-Jährige ihren häuslichen Anforde-

Henriette Kramer hat in ihrer Reha rungen gewachsen und konnte somit in

sehr gute Ergebnisse erzielt. In der An- die ambulante Weiterbetreuung entlassen

schlussheilbehandlung konnte eine deut- werden. Später schrieb sie in einem Danliche

Verbesserung ihres physischen und kesschreiben an Dr. Jonas, sie habe »Men-

seelischen Gesundheitszustandes erschen gefunden, die mir helfen«.

reicht werden. Sie konnte sich bei Entlas-

*Name geändert

Chefarzt Dr. Ulf Jonas und Chefarzt Matthias auf dem Brinke

ASKLEPIOS intern

27/2006

47


Patienten-Forum

»Jeder hat sein eigenes Skoliosemuster«

10 Jahre Asklepios Katharina-Schroth-Klinik in Bad Sobernheim

1995 übernahm Asklepios die Katharina-Schroth-Klinik

in Bad Sobernheim.

Nach umfangreichen Umbauarbeiten bietet

das orthopädische Rehabilitationszentrum

für Skoliose und andere Wirbelsäulendeformitäten

heute 173 Patienten stationäre

Betreuung auf höchstem Niveau.

Unter ärztlicher Leitung des Orthopäden

Dr. Hans Rudolf Weiß, des Enkels von

Katharina Schroth, wurden allein in den

vergangenen zehn Jahren mehr als 20000

Patienten stationär erfolgreich therapiert.

Asklepios intern sprach mit zwei jungen

Frauen über die Klinik, die Therapie und

ihr Leben mit Skoliose.

Juliane Gottke ist 22 Jahre alt. Eine Skoliose

sieht man der attraktiven jungen

Frau nicht an. »Ich habe mir durch die

Schroth-Therapie zwar eine sehr gute Haltung

erarbeitet und wirke gerade, ich bin

es aber nicht wirklich. Trotz Therapie

und der Tatsache, dass ich

beschwerdefrei bin, habe

ich immer noch

einen Bogen

von etwa

48 ASKLEPIOS intern

27/2006

30 Grad. Aber ich bin schmerzfrei«, sagt

sie und lächelt stolz. Juliane Gottke studiert

in Mainz Englisch und Geschichte

im 6. Semester. Seit ihrem 14. Lebensjahr

war Juliane sechs Mal zur Skoliose-Intensiv-Rehabilitation

in Bad Sobernheim.

Hier hat sie sich mit Heidi Ströher angefreundet.

Bei der 36-jährigen Finanzbeamtin

aus Gießen wurde bereits im Säuglingsalter

eine Skoliose diagnostiziert.

Auch Heidi Ströher kennt die Klinik gut.

Vor 13 Jahren war sie das erste Mal hier

zur Therapie, drei weitere Aufenthalte

folgten.

Sie waren 1993 zum ersten Mal hier.

Was hat sich durch die massiven Umbauten

und den Trägerwechsel verändert?

Heidi Ströher: Sehr viel! Die Atmosphäre

in der alten Klinik war familiärer,

aber es herrschte auch ein recht strenges

Regiment. Die Therapeuten haben mehr

Druck gemacht. Oftmals ging man bei

den Übungen über die eigene Belastungsgrenze.

Heute wird eher darauf geachtet,

gelenkschonender und patientenorientierter

zu arbeiten. Jeder hat sein eigenes

Skoliosemuster, daher ist eine individuelle

Betreuung absolut wichtig. Gruppenarbeit

allein hilft da nicht. Neben der

Schroth-Therapie gibt es in der neuen

Klinik auch Möglichkeiten, andere

therapeutische Methoden auszuprobieren

oder an sportlichen Aktivitäten

teilzunehmen, z. B. Aerobic oder

Tai Chi. Auch das Schwimmbad ist

eine feine Sache.

Sie mussten bereits mit sechs Jahren

ein Korsett tragen. Sicherlich

sah das damals anders aus als

heute.

Heidi Ströher: Mein Korsett

war sehr steif und schwer. Ich

konnte mich kaum bewegen. Das

Kopfteil war an einer Schiene befestigt.

Rechts- und Linksdrehungen mit dem

Kopf waren nicht einfach und vor allen

Dingen nicht lautlos. Dennoch habe ich

es Tag und Nacht getragen – insgesamt

zehn Jahre. Hier im Haus arbeiten zwei

Firmen nach neuester Technik. Mit einem

Bauprogramm wird am Computer, je nach

individueller Krümmung der Wirbelsäule,

das Korsett passgenau entwickelt. Von

einem solchen Korsett konnte ich nur

träumen!

Frau Gottke, wurden Sie gleich

richtig diagnostiziert und therapiert?

Juliane Gottke: Nein. Bei mir wurde

zwar eine richtige Diagnose gestellt, aber

anschließend falsch therapiert. Ich hatte

in der Vorschule nur 10 Grad Verkrümmung.

Mit 13 Jahren hat man mir gesagt,

meine Skoliose sei nicht behandlungsbedürftig.

Mit 14 Jahren waren es dann

bereits 40 Grad. Die richtige Therapie bekam

ich erst hier bei Asklepios.

Was hat Ihnen geholfen,

die schwere Zeit durchzustehen?

Heidi Ströher: Meine Eltern. Ich bin

sehr behütet aufgewachsen. Aber auch

dazu erzogen worden, selbstbewusst aufzutreten,

nach dem Motto »Angriff ist die

beste Verteidigung«. Mich hat keiner

gehänselt in der Schule. Im Gegenteil, ich

hatte viele Freunde.

Juliane Gottke: Ich habe mir immer

gesagt, der eine hat eine Brille, der andere

eine Zahnspange, ich habe eben das Korsett.

Fünf Jahre habe ich das tragen müssen,

von 14 bis 19. Aber entscheidend war

die Erfahrung, die ich hier machen konnte:

Du bist nicht allein! In der Schule war

ich die Einzige, die ein Korsett trug. Aber

hier war ich eine von vielen. Das hat mir

sehr geholfen. Nach meiner ersten Kur

hier bei Asklepios hatte ich Adressen von


Jugendlichen aus ganz Deutschland. Das

Leben in einer Gemeinschaft von Gleichgesinnten

macht es leichter.

Heidi Ströher: Leider habe ich nicht

früher von der Katharina-Schroth-Klinik

erfahren. Durch das Internet ist ja heute

vieles leichter. Früher hatte man diese

Möglichkeiten aber nicht. Und so bin ich

viele Jahre falsch therapiert worden. Vor

allem die Aufklärung ist wichtig. Hier

wird sehr viel Wert auf eine gründliche

Anatomie-Schulung gelegt. So habe ich

verstanden, wie das grundsätzliche Behandlungskonzept

funktioniert.

Können Sie uns erklären,

wie das aussieht?

Juliane Gottke: Unter Anleitung von

Schroth-Physio-Therapeuten trainieren

wir ganz spezielle Übungen, die uns helfen,

unsere Haltung zu korrigieren. Bei

der dreidimensionalen Skoliosebehand-

lung nach Katharina Schroth ist die aktive,

so genannte Drehwinkel-Atmung in

die Wirbelsäule und den Brustkorb entscheidend.

Man atmet während der

Übungen in die Partie, die sich dehnen

und strecken soll. So wird die Muskulatur

in der optimalen Korrekturhaltung gestärkt

und ihre maximale Spannung erreicht.

Die Übungen kann man dann zu

Hause auch alleine fortführen.

Wie oft muss man das tun?

Juliane Gottke: Ich mache zwei Mal

wöchentlich »Schroth«. Dann gehe ich

noch zwei bis drei Mal pro Woche Laufen,

Walken oder Schwimmen.

Das Gespräch führte

Sabine Bundschuh

Weitere Infos:

www.skoliose.com

www.asklepios.com/BadSobernheim

Das linke Röntgenbild zeigt eine Patientin vor Aufnahme der Schroth-Therapie. Nach regelmäßiger

Anwendung der Schroth-Therapie und permanentem Tragen des Korsetts sieht man eine eindeutige

Verbesserung (rechtes Röntgenbild)

Patienten-Forum

Skoliose

Bei einer seitlichen Fehlstellung der Wirbelsäule

spricht man von einer Skoliose. Sie hat

vielfältige Ursachen – von angeborenen Fehlbildungen

bis hin zu muskulären oder nervalen

Schädigungen nach Unfällen oder bestimmten

Erkrankungen. Bei etwa 85 Prozent

der Skoliosen bleibt die auslösende Ursache

jedoch unbekannt. Diese so genannte idiopathische

Form der Skoliose spielt besonders

im Kindes- und Jugendalter eine große Rolle.

Da sie zunächst meist keine Beschwerden

verursacht, wird die Skoliose häufig zufällig

vor allem von den Eltern der betroffenen Kinder

entdeckt. Später begünstigt die dauerhafte

Fehlstellung der Wirbelsäule deren Abnutzung,

so dass die Patienten mit zunehmendem

Lebensalter unter erheblichen Beschwerden

leiden können.

Die als Folge der Skoliose auftretende krankhafte

Verkürzung des Rumpfes führt zu einer

enormen Belastung innerer Organe wie Herz,

Lunge, Nieren, Magen und Darm. Bei der körperlichen

Untersuchung zeigt sich in der

Regel eine deutliche seitliche Verbiegung der

Wirbelsäule. Eine Röntgenuntersuchung sichert

die Diagnose. Die Wahl der Therapie

richtet sich nach der Ursache der Skoliose,

dem Alter des Patienten und dem Ausmaß der

Fehlstellung. Bei beginnenden Skoliosen stehen

dabei vor allem krankengymnastische

Maßnahmen im Vordergrund. Später kommt

die Behandlung mit einem Korsett hinzu. Ausgeprägte

Skoliosen müssen operativ korrigiert

werden. Bei frühzeitiger adäquater Therapie

einer Skoliose bestehen meist gute Heilungsaussichten.

Die Asklepios Katharina-Schroth-Klinik in

Bad Sobernheim hat als orthopädisches

Rehabilitationszentrum für Wirbelsäulendeformitäten

einen besonderen Schwerpunkt in

der stationären Behandlung von Skoliosepatienten.

ASKLEPIOS intern

27/2006

49


Innenraum der AOL-Arena

Patienten-Forum

Die Welt zu Gast bei Freunden

Zur medizinischen Versorgung bei der FIFA Fußball-Weltmeisterschaft 2006

Deutschland im Fußballfieber. Die

18. FIFA Fußball-Weltmeisterschaft

zählt 2006 zu den größten Ereignissen in

Deutschland. 32 Mannschaften treten gegeneinander

an. Unter dem Motto »Die

Welt zu Gast bei Freunden« finden einige

der insgesamt 64 Spiele auch im FIFA

WM-Stadion Hamburg statt. Fans, die

keine Karten mehr ergattern konnten,

treffen sich auf dem Heiligengeistfeld.

Hier werden die Spiele auf Großleinwand

übertragen.

Doch wer hilft, wenn sich ein

Zuschauer an einem zerbrochenen

Glas schneidet, wenn sich

ein Kind beim Herumtollen in den Rängen

etwas bricht oder ein Fan mitten im

euphorisierten Publikum vor Aufregung

einen Herzinfarkt bekommt?

50 ASKLEPIOS intern 27/2006

Asklepios intern fragte Dr. Heinzpeter

Moecke, ärztlicher Direktor der Asklepios

Klinik Nord, Campus Ochsenzoll, zur

Organisation, der Sicherheit und dem

Ablauf im Krankheitsfall bei der FIFA

WM 2006 in Hamburg. Dr. Moecke ist

neben seiner Eigenschaft als Ärztlicher

Direktor auch Koordinator der Notarztgestellung

durch die Hamburger Asklepios

Kliniken während der FIFA WM 2006 und

an der medizinischen Konzeption der

hospitalen und rettungsdienstlichen Behandlung

beteiligt.

Großveranstaltungen müssen gut strukturiert

und organisiert sein, damit in Notfallsituationen

schnell reagiert werden kann.

Wie sieht die Zusammenarbeit zwischen

dem Rettungsdienst der Feuerwehr Hamburg,

dem Deutschen Roten Kreuz und den

Krankenhäusern der Asklepios Kliniken in

Hamburg aus? Letztere stellen ja den größten

Teil der Ärzte pro Spieltag zur Verfügung.

Dr. Heinzpeter Moecke: Die Basis bildet

das zwischen der FIFA (Fédération

Internationale de Football Association)

und der Bundesregierung erstellte einheitliche

Nationale Sicherheitskonzept. Die

Umsetzung der Richtlinien erfolgt auf

Landesebene durch das jeweilige Innenministerium.

In Hamburg ist dies die

Behörde für Inneres, die die Feuerwehr

Hamburg zur verantwortlichen Einsatzleitung

ernannt hat. Die Feuerwehr Hamburg

stellt durch die Koordination zwischen

den einzelnen Organisationen das

zentrale Bindeglied dar. Sie koordiniert

bei einem Notruf die Rettungskräfte, die

Behandlung auf eigens hierfür bereitgestellten

Behandlungsplätzen und be-


nachrichtigt bei Bedarf die Krankenhäuser

über Art und Schwere der Verletzung.

Parallel zum Nationalen Sicherheitskonzept

hat das Deutsche Rote Kreuz

(DRK) mit der FIFA einen Vertrag über die

Sicherstellung der sanitätsdienstlichen

Betreuung in den Stadien abgeschlossen.

Zur Sicherstellung einer ausreichenden

personellen Besetzung greift das DRK

dabei auf andere Hilfsorganisationen zurück.

Was beinhaltet das Nationale Sicherheitskonzept

konkret? Und wie werden diese

Punkte in Bezug zur notärztlichen Versorgung

umgesetzt?

Das Nationale Sicherheitskonzept

regelt die individuelle Behandlung des

Einzelnen im Stadion ebenso wie einen

Massenanfall von Verletzten und Erkrankten.

Folglich müssen neben dem Rettungsfachpersonal

im Stadion ausreichend

Reservekapazitäten außerhalb in

Bereitschaft gehalten werden.

Maßgeblich ist eine Versorgungskapazität

von 50 Verletzten durch den Rettungsdienst

und 200 Verletzten durch den

verbesserten Sanitätsdienst pro Stunde.

Um dies zu gewährleisten werden im Stadion

Hamburg sowie an Public-Viewing-

Bereichen (Übertragung der Spiele auf

Großleinwänden) extra eingerichtete Behandlungsplätze

aufgestellt. Die Größe

der Behandlungsplätze an Public-Viewing-Bereichen

kann dabei variieren. Sie

richtet sich maßgeblich nach dem jeweiligen

Bedarf, bestimmt durch die Attraktivität

des Fußballspiels.

Jetzt kennen wir die Organisation zwischen

den einzelnen Akteuren vor Ort.

Aber wie sieht die Organisation in einem

Krankenhaus hinsichtlich der Kapazitäten

während der FIFA WM 2006 aus?

Wie bereitet man sich beispielsweise auf

die Folgen eines Terroranschlag s vor?

Die Asklepios Kliniken in Hamburg

sind vorwiegend Krankenhäuser mit einer

sehr hohen Bettenkapazität (zwischen

585 und 1523 Betten). Aufgrund dieser

Kapazitäten besteht nicht die Notwendig-

keit, spezielle Betten vorzuhalten. Um im

Falle eines Ausnahmezustands vorbereitet

zu sein, wird bereits unabhängig von

der FIFA WM 2006 alle ein bis zwei Jahre

eine Simulation mit 50 Verletzten pro

Krankenhaus geprobt. Die Durchführung

erfolgt nach eigens durch das Institut für

Notfallmedizin der LBK Hamburg GmbH

erstellten Alarm- und Einsatzplänen.

Hinsichtlich eines Terroranschlags

mit sehr vielen Verletzten muss situationsabhängig

reagiert werden. Das ist

schon durch die Art des Anschlags erforderlich.

In Fällen einer Vergiftung durch

Gase muss anders reagiert werden als bei

Brandverletzungen.

Angenommen, neben mir im Fanblock

erleidet jemand einen Herzinfarkt, und

der Hilferuf über ein Handy ist aufgrund

einer Netzüberlastung nicht möglich. Wie

soll ich reagieren? Wie sind die Rettungskräfte

organisiert?

Um auch diese Situationen zu kontrollieren,

werden während der FIFA WM

2006 die Sanitätskräfte in und außerhalb

des Stadions verstärkt. Allein die Feuerwehr

Hamburg stellt bis zu 200 zusätzliche

Kräfte des Rettungsfachpersonals. Es

ist also davon auszugehen, dass sich in

Ihrer unmittelbaren Nähe Sanitäter befinden.

Nach der Erstversorgung wird der

Herzinfarktpatient umgehend in ein

Krankenhaus gebracht und dort weiter

medizinisch betreut. Über eine Hotline

können Angehörige und Freunde erfragen,

in welches Krankenhaus der Notfall

eingeliefert wurde.

Das Gespräch führte Christian Keunecke

Die AOL-Arena heißt während der FIFA WM 2006

»FIFA WM-Stadion Hamburg«

Patienten-Forum

Impressum

Herausgeber

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Konzernzentrale Berlin, Hubertusstraße 12–22,

16547 Birkenwerder

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Redaktion, verantwortlich für den Inhalt

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Tel. (0 33 03) 52 24-04, Fax (0 33 03) 52 24-20

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und die jeweiligen Autoren

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Projektleitung: Sabine Bundschuh

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Satz & Gestaltung

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Fotos

Jens Oliver Bonnet (S. 39), Sabine Bundschuh

(S. 24, 48), DAK (S. 56), FIFA (S. 50–51), Peter

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Mark Hanke (S. 61), Intel (S. 33), Microsoft

(S. 34), photocase.de (S. 43), Bertram Solcher

(S. 1, 3, 8–11, 20, 27, 28–29, 30, 32), Rainer

Surrey (S. 6), Andrea Weitze (S. 5, 22)

Druck

Druckerei Biewald, Hannover

Erscheinungsweise

4 x jährlich bundesweit

Auflage

25.000 Exemplare

Anzeigen

Sabine Malsch DTP-Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20

E-Mail: sabine.malsch @ t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 19.5.2006

Nächster Redaktionsschluss: 14.4.2006

Die nächste Ausgabe von Asklepios intern

erscheint am 30.6.2006.

Copyright

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit dem

Einverständnis der Redaktion. Für unverlangt

eingesandte Manuskripte und Fotos wird keine

Haftung übernommen.

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oder der Redaktion wieder.

ASKLEPIOS intern

27/2006

51


Patienten-Forum

»Das war ein Gefühl,

das ich gar nicht beschreiben kann«

Patient findet nach Tumor-OPs wieder Kraft in der Asklepios-Reha

Im Oktober 2001 war mein Leben so

gut wie perfekt. Ich hatte einen schönen

Beruf, eine liebe Partnerin und stand mitten

im Leben. Nie hätte ich gedacht, dass

ich schon vier Tage später in der Uni-Klinik

in Göttingen liegen sollte.

Es wurden 42 Tage, und aus der Vermutung

einer »Nervenentzündung«

wurde die Diagnose »cervicaler Astrocytom,

WHO II.« In meiner Halswirbelsäule

hatte sich ein Tumor gebildet.

Als mir die Risiken der bevorstehenden

OP vermittelt wurden, brach für mich die

Welt zusammen. Ich habe zum ersten Mal

in meinem Leben wirkliche Angst gehabt.

Am nächsten Morgen wurde ich operiert.

Durch einen regelmäßigen Piepton

wurde ich geweckt. Ich war wie zerschlagen.

Langsam nahm ich immer mehr von

mir wahr. Mein Kopf schmerzte, und ich

glaubte, es würde meinen Nacken zerreißen.

Zu diesem Zeitpunkt wusste ich

noch nicht, dass sich unter meiner Halskrause

eine 16 cm lange, zugetackerte

Wunde befand. Ich wusste nur, dass ich

noch nie in meinem Leben solche Schmerzen

gehabt hatte. Irgendwann wurde mir

bewusst, dass ich meine linke Körperhälfte

nicht bewegen konnte, ich konnte mich

anstrengen, konzentrieren wie ich wollte,

aber ich konnte weder meinen Arm, die

Hand, noch mein Bein bewegen.

Ein paar Tage später musste ich erfahren,

dass ich während der OP eine Luftembolie

hatte und die OP schnellstens

abgebrochen werden musste. Durch diesen

Zwischenfall war es auch nicht möglich,

den Tumor zu entfernen. Ich war

geschockt. Die ganze OP noch einmal?!

Das war ein Gefühl, das ich gar nicht

beschreiben kann. Also wurde ich noch

ein zweites, und weil immer noch ein

52 ASKLEPIOS intern 27/2006

Tumorrest auf den MRT-Bildern zu sehen

war, ein drittes Mal operiert.

Zwischen der zweiten und dritten OP

kam ich in die Asklepios Klinik nach Seesen.

Dort sollte ich wieder »gangfähig«

gemacht werden.

Nach einem langen Aufenthalt im

Krankenhaus kam mir die Rehaklinik fast

wie ein Hotel vor. Keine nackten, sterilen

Böden. Es war alles mit Teppich ausgelegt

und relativ wohnlich. Ich fühlte mich von

Anfang an gut aufgehoben und motiviert

wie nie zuvor. Ich hatte ja ein festes Ziel

vor Augen: nach Hause zu kommen, wieder

zu laufen und vor allem wieder Sport

zu treiben.

Auch wenn es für mich total anstrengend

war, habe ich versucht, alle Therapien

mitzumachen, damit ich ganz schnell

wieder gesund werde. Ich habe immer

geglaubt, dass ich es auch schaffe. Nach

einiger Zeit konnte ich schon wenige

Schritte mit Unterstützung gehen. Dank

der netten Ärzte und Therapeuten in der

Reha vergingen diese zwölf Wochen recht

schnell.

Die nächste OP verlief glücklicherweise

völlig glatt. Meine Einschränkungen

waren nicht viel größer als davor. So

freute ich mich schon auf die Rehaklinik

und war total motiviert. Nach zwölf Wochen

Aufenthalt, in denen wir gemeinsam

versuchten, so viel wie möglich von meinen

Einschränkungen abzubauen, wurde

ich entlassen. Außer dass ich einige Meter

alleine laufen konnte, war ich sonst sehr

viel auf fremde Hilfe angewiesen. Einkaufen,

Auto fahren und vor allem wieder arbeiten

gehen, das war leider nicht möglich.

Im darauf folgenden Jahr konnte ich

mich zwar noch um einiges verbessern,

meine Beweglichkeit etwas ausbauen,

Stephan Blank ist tapfer: »Ich weiß, dass ich nie wieder

so werde, wie ich einmal war. Aber ich werde

auch nie vergessen, dass es hätte schlimmer werden

können.«

aber mein Leben, wie es früher einmal

war, bekam ich bis heute nicht wieder. Ich

musste mich ganz schön umstellen.

Da ich meinen letzten Beruf nicht

mehr ausüben kann, mache ich gerade

eine Fortbildung. Ich habe die letzten Jahre

immer gekämpft, trainiert, an mich geglaubt

und an mir gearbeitet. Auch wenn

ich mittlerweile wieder kurze Strecken gehen

kann, muss ich immer mit dem Wissen

leben, dass ich nie wieder so werde,

wie ich einmal war. Aber ich werde auch

nie vergessen, dass es hätte schlimmer

werden können. Damit ich nicht einroste

und mich weiter verbessere, gehe ich

noch immer zu meinen Anwendungen in

die Asklepios Klinik in Seesen.

Stephan Blank, Seesen


Kinder im Grenzbereich

Zur Erkennung und Behandlung des ADHS

Der vierjährige Max legte in seinem

Verhalten so ziemlich alles an den Tag,

was unsere Vorstellung von einem »bösen

Kind« bedient: Unruhig und rastlos fegte

er durchs Leben, beschimpfte seine Mutter,

fiel im Kindergarten aus der Rolle, bespuckte

und biss die anderen. Nichts

konnte ihn dazu bewegen, auch mal allein

zu spielen oder eine komplexere Aufgabe

zu erfüllen. Ergebnis einer schlechten Erziehung?

Keineswegs. Als Ursache der Dauerkrise

wurde im Fachkrankenhaus

Uchtspringe das Aufmerksamkeits-

Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHS)

diagnostiziert. Dr. med. Uwe Kordts, Stationsarzt

in der Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie,

zeigte bei einer

Fachtagung am Beispiel des kleinen Jungen

auf, wie sich die Symptomatik zuspitzen

kann. »Alle Beteiligten waren rat- und

hilflos. Die Mutter fand schließlich den

Weg zu uns, weil sie große Angst hatte,

dass Max etwas passieren könnte, denn er

war sich bei seinem Treiben auch keiner

Gefahr mehr bewusst.« Nachdem sich der

ADHS-Verdacht bestätigt hatte, konnte

dem Vierjährigen mit einer multimodalen

Therapie geholfen werden. Er ist inzwischen

viel ausgeglichener und zufriedener,

die Menschen in seinem Umfeld haben

gelernt, ihn geduldig und verständnisvoll

zu bestärken.

»Erziehungsberatung und Elterntraining

sind wichtige Elemente unserer therapeutischen

Arbeit«, erklärte Dr. Kordts.

Klare Regeln und feste Zeiten, Konsequenz,

Anerkennung, Lob und liebevolle

Zuwendung tragen maßgeblich dazu bei,

Therapieerfolge nach der Entlassung aus

dem Krankenhaus zu festigen.

Am besten geht das, wenn auch im

Kindergarten bzw. in der Schule eine verständnisvoll-zugewandte

Begleitung mög-

lich ist. »Durch eine differenzierte Unterrichtsmethodik

in Kombination mit einer

gezielten pädagogischen Arbeit, die auch

Entspannungstraining und verhaltenstherapeutische

Elemente umfasst, können

etwa 85 Prozent der Kinder später wieder

erfolgreich in ihre Heimatschule integriert

werden«, sagt Dipl.-Pädagogin Kerstin

Wiergowski, Rektorin der Förderschule

mit Ausgleichsklassen Uthmöden.

Dr. med. habil. Wolfram Kinze, Chefarzt

der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

und Psychotherapie der Landesklinik

Lübben, warnte davor, sich mit

gängigen Klassifikationssystemen zu begnügen:

»Es gibt nicht die Erkrankung, die

Ursache oder die Therapie – jedes Kind

hat sein eigenes ADHS, es gibt immer nur

den individuellen Fall.« Viele davon würden

sich im Grenzbereich zwischen »gerade

noch erträglich« bis »penetrant« abspielen.

Ob bei Unaufmerksamkeit, Hyperaktivität

und Impulsivität tatsächlich ADHS

oder aber eine andere Störung vorliegt,

könne nur im Zuge einer differenzierten

Diagnostik ermittelt werden. Dazu gehörten

insbesondere die psychopathologische

und neurologische Befunderhebung, die

Patienten-Forum

Einschätzung

der

motorischenEntwicklung,

die

Verhaltensbeobachtung

und die Messung

von Leistungen.

Die

gastgebendeUchtspringer

Chefärztin

Junge Patienten der Kinder- und

Dr. Erika Lisch- Jugendpsychiatrie Uchtspringe malten

ka plädierte da- zum Thema der Tagung. Für das Titelblatt

der Einladung wurde diese Zeichfür,

den Wisnung

des 14-jährigen Michael T. aussens-

und Erfahgewähltrungsaustausch über ADHS zwischen allen beteiligten

Fachleuten und Bezugspersonen kontinuierlich

fortzusetzen. »Eine gute Zusammenarbeit

ist notwendig, um bei den betroffenen

Kindern folgenreiche Fehlentwicklungen

bis ins Erwachsenenalter hinein

zu verhindern.«

ASKLEPIOS intern

Franka Petzke

Gastgeber und Referenten der Uchtspringer Fachtagung, von links: Dr. med. Uwe Kordts (Stationsarzt, Kinderund

Jugendpsychiatrie/-psychotherapie Uchtspringe), Dipl.-Pädagogin Kerstin Wiergowski (Rektorin Förderschule

mit Ausgleichsklassen Uthmöden), Dr. med. habil. Wolfram Kinze (Chefarzt Kinder- und Jugendpsychiatrie/Psychotherapie

Landesklinik Lübben) und Dr. med. Erika Lischka (Chefärztin Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie

Uchtspringe)

27/2006

53


Patienten-Forum

Keine Hektik im OP

Ein ganz »normaler« Tag im Leben des Chirurgen Ludwig Schmück

Zwei Gallenblasen, eine Halsschlagader,

ein 12-Jähriger mit Leistenbruch: So

sieht der Operationsplan des Chefarztes

der Chirurgie am Eggenfeldener Krankenhaus

aus. Dr. Ludwig Schmück kommt

gerade aus der täglichen Besprechung mit

den Kollegen. Jetzt steht der Arzt in der

Umkleide, bis auf die Unterhose ausgezogen,

und greift sich aus einem Regal die

»Dienstkleidung« der Operateure: grüne

Hose, Oberteil, Schuhe, Mundschutz und

Haube. Dann wäscht er sich gründlich die

Hände und Arme und lässt sich sterile

Handschuhe überstreifen.

Diese aufwändige Prozedur wird

sich an diesem Tag noch mehrfach

wiederholen, bevor der Chirurg

durch die schwere Schiebetür in den

Operationssaal geht. Fünf davon gibt es

am Kreiskrankenhaus Eggenfelden, an

einem »normalen« Tag sind mindestens

vier durchgehend belegt.

Hier wird mit einem Maximum an

Konzentration gearbeitet. Chirurgie ist

selbst für viele Ärzte noch immer die

»Königsdisziplin« der Medizin. Dr.

Schmück sieht das jedoch ganz anders:

»Der Chirurg als Alleskönner, der zwischen

Gallenblase und Tumor mal schnell

einen offenen Knochenbruch operiert,

den gibt es in Zukunft nicht mehr«, sagt

der Chefarzt, der selbst Gefäß- und

Unfallchirurg ist. Natürlich gäbe es gewisse

»Pflicht-Kenntnisse« und Fähigkeiten,

die jeder Facharzt für Chirurgie erlernen

muss. »Aber letztendlich ist es heute

wichtig, dass wir an unserem Haus Spezialisten

für die Gefäßchirurgie haben und

für die Bauch- oder Unfallchirurgie. So

befindet sich der Patient buchstäblich

54 ASKLEPIOS intern 27/2006

stets in den richtigen Händen«, erklärt

der Chefarzt.

Das Klischee vom TV-Arzt findet er

komplett falsch: »Rein in die Klinik, mal

eben auf dem Weg zum OP das Röntgenbild

studieren und dann zum Skalpell

greifen – so läuft das nicht«, sagt Dr.

Schmück. Genau das Gegenteil sei der

Fall: »Eine Operation verlangt vor allem

Teamarbeit. Der Operateur, die Assistenten,

der Anästhesist, die Schwestern und

Pfleger – alle müssen Hand in Hand

arbeiten. Jeder muss wissen, was er zu

tun hat.« Jedoch gibt es bei aller Routine

auch im Operationssaal immer wieder

unerwartete Entwicklungen. Trotz sorgfältigster

und genauester Diagnostik kann

es vorkommen, dass sich die Erkrankung

oder die Verletzung dann, wenn sie durch

das von den grünen Abdecktüchern begrenzte

Operationsgebiet zu sehen ist,

schlimmer ist als erwartet. Vor allem bei

schweren Notfällen geht es um Leben und

Tod. Dann müssen hinter den OP-Türen

schwerwiegende Entscheidungen schnell

und richtig getroffen werden, »aber gerade

dann darf niemand in Hektik verfallen«,

sagt Dr. Schmück.

Nach der OP rückt das Reinigungsteam

an, und der Raum, in dem gerade

noch Monitore leuchteten und Überwachungsgeräte

piepsten, wird nicht nur

einfach sauber gemacht, sondern mit

allergrößter Sorgfalt auf die Ankunft des

nächsten Patienten vorbereitet. Das OP-

Team kleidet sich inzwischen neu ein.

Hygiene ist oberstes Gebot: frischer Kittel,

neue Handschuhe, Mundschutz vors

Gesicht. Wieder gehen die Türen zum OP

auf. Dahinter wartet bereits der nächste

Patient, der sich darauf verlassen kann,

dass im Operationssaal alles getan wird,

um ihm zu helfen.

Gerd Kreibich

Chefarzt Dr. Ludwig Schmück und OP-Schwester Marion nehmen an der Tür zum Operationssaal

den nächsten Patienten in Empfang


Hilfe für Ahmad

Premiere für Ilisarow-Methode in Parchim

In der Parchimer Asklepios Klinik ist

– zum ersten Mal in Mecklenburg-Vorpommern

– ein Patient mit der Ilisarow-

Methode behandelt worden. Das völlig

zerstörte Schienbein eines neunjährigen

Jungen wurde durch bewusste Provokation

des Knochenwachstums geheilt.

Ahmed Zai aus Afghanistan kam

im Februar 2005 über die Initiative

Friedensdorf in die Klinik. Der

Junge hatte im Herbst 2004 durch einen

Unfall eine offene Unterschenkelfraktur

des rechten Beins erlitten. Aufgrund massiver

Infektionen drohte eine Amputation.

Die Ärzte in Parchim suchten fieberhaft

nach einer Möglichkeit, um das zu

verhindern.

Zunächst musste die starke Entzündung

heilen und der tote Knochen vollständig

entfernt werden. Nachdem die Infektion

ausgeheilt war, fehlten Ahmed neun

Zentimeter Schienbeinknochen. Mehrere

Operationen waren notwendig, um die

Knochenenden zu begradigen, geschädigtes

Gewebe zu entfernen und letztlich

eine Premiere zur Heilung des Schienbeins

zu wagen: Ende September 2005

wurde an Ahmeds krankem Bein ein künstlicher

Bruch hergestellt. Das abgetrennte

Knochenstück wird seither – punktgenau

in einem eigens für ihn gefertigten Zugund

Stützsystem – täglich viermal für ein

winziges Stück von der Bruchstelle wegbewegt.

»Es handelt

sich hierbei

um einen Segmenttransport.

Wir haben mit

Unterstützung

von Professor

Michael Weber

von der OrthopädischenUniversitätsklinik

der RWTH Aachen erstmals diese Methode

nach dem russischen Arzt Gawril Ilisarow

angewandt«, erklärt Dr. Wenzel. Gemeinsam

mit seinem Kollegen Dr. Dirk Knebler

hat er sich auf Lehrgängen ausgiebig mit

der in den 50er Jahren von Prof. Ilisarow im

sibirischen Kurgan entwickelten Methode

befasst. Ihre ersten Erfahrungen konnten

die Mediziner mittlerweile vertiefen. Sie

wollen dieses Verfahren, durch das einfache

Fehlstellungen korrigiert und Missbildungen

gemindert werden können, in Parchim

etablieren.

»Das Bein wird wieder volle Funktionstüchtigkeit

erreichen. Einen Marathon

wird Ahmed zwar nicht laufen kön-

Patienten-Forum

Ahmad mit seinen behandelnden Ärzten, Chefarzt Dr. Rüdiger Wenzel und Dr. Dirk Knebler

nen. Aber er kann sich schon bald ganz

normal bewegen«, freut sich Dr. Rüdiger

Wenzel, Chefarzt der Chirurgischen Abteilung.

Ein weiterer Patient aus der Region

wartet bereits auf die Hilfe der Parchimer

Chirurgen. Die Ilisarow-Methode

wird bislang nur an großen Kliniken wie

in Hamburg, Berlin oder Münster eingesetzt.

In Mecklenburg-Vorpommern sind

die Eldestädter Vorreiter. Die Vorteile, so

die beiden Mediziner unisono, liegen

nicht nur in der Korrektur fehlgestellter

Gliedmaßen. Das bewusst herbeigeführte

Wachstum neuer Knochensubstanz regt

auch das Gewebe in der Umgebung an,

neue Zellen zu bilden.

ASKLEPIOS intern

27/2006

55


Patienten-Forum

Ängste überwinden und

mit dem Kind stärker werden

Elterngruppengespräche in der Kinder- und Jugend-

psychiatrie Uchtspringe

»Magersucht – wir hatten darüber mal

einen Bericht im Fernsehen gesehen«,

erinnern sich Marion und Hans-Georg

Schneider.* »Schlimm, dachten wir, aber

es betraf uns nicht.« Das ist jetzt anders.

Ihre Tochter Carolin leidet an dieser Ess-

Störung und wird auf der Station 8A der

Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie/-psychotherapie

Uchtspringe behandelt.

Und wie ergeht es dabei den Eltern?

Wichtig ist, dass wir von Beginn

an in die Therapie einbezogen

wurden. Egal, welches Anliegen

oder welche Frage wir haben, ob wir

ängstlich oder besorgt sind, einfach mal

Trost brauchen: Wir finden immer ein

Dieses Bild malte die neunjährige Adriana aus Gardelegen beim

Sommerfest des Fachkrankenhauses Uchtspringe. Sie beteiligte

sich damit am Wettbewerb des Ministeriums für Gesundheit und

Soziales unter dem Leitmotiv »Familie macht stark« – wie man

hier sieht, auch die Mini-Familie

56 ASKLEPIOS intern 27/2006

offenes Ohr.« Auch in den monatlich

stattfindenden Elterngruppengesprächen

unter Leitung von Oberärztin Dr. Ute

Ebersbach haben die Schneiders eine

wertvolle Möglichkeit entdeckt, sich mit

anderen Betroffenen auszutauschen. »Das

geschieht in entspannter Atmosphäre, die

Eltern kennen sich, und Neuankömmlinge

spüren schnell, wie gut es tut, wenn

man über seine Sorgen sprechen kann

oder auch nur zuhört.« Zu einem besseren

Verständnis trage bei, dass zugleich ein

großer Fundus an Informationen anboten

werde, zum Beispiel über den Einfluss der

Familie bei der Entwicklung im Säuglingsund

Kleinkindalter oder über das tiefenpsychologisch-analytisch

orientierte Psychotherapie-Konzept

der Station.

Aus Sicht von Diana Trautmann, Stationsärztin

auf der benachbarten 8B, können

Eltern im psychodynamischen Gruppenprozess

selbst erfahren, was ihre Kinder

in der täglichen Psychotherapie leisten:

»In der Elterngruppe werden Konflikte

bewusst gemacht und bearbeitet. Es

geht um das Verstehen eigener psychischer

Prozesse, die in der Interaktion mit

den Kindern eine große Rolle spielen.«

Ziel sei es, über neue Möglichkeiten des

Miteinanders in der Familie nachzudenken

und diese später auch im Alltag

gemeinsam zu leben.

Um bei den Elterngesprächen kein

Thema auszusparen, nehmen Vertreter

vieler Berufsgruppen teil: Ärzte, Psychologen,

Stationsschwestern, Sozialarbeiter

und Lehrer. »Häufig sind Eltern in Sorge,

wie es mit ihrem Kind nach der Entlassung

weitergeht«, hat Krankenschwester

Annett Fischer von der 8B beobachtet.

»Da sind auch ganz praktische Tipps und

Ratschläge gefragt.« Zum Beispiel darüber,

welche Unterstützung man beim

Jugendamt bekommt oder wie die Rückkehr

in die Heimatschule am besten gelingen

kann.

Engagierte Eltern, die mit ihrem Kind

gemeinsam stärker werden und sich dabei

auch selbstkritisch hinterfragen, sind in

der Kinder- und Jugendpsychiatrie allerdings

keine Selbstverständlichkeit. So

leben fast 50 Prozent der 12- bis 18-Jährigen,

die auf der Uchtspringer Station 48 B

behandelt werden, im Heim. Mitunter

besteht zu den leiblichen Eltern kein Kontakt.

Andere kommen aus Familien,

denen die sozialen Probleme und ihre

Erziehungsverantwortung längst über den

Kopf gewachsen sind.

Häufig reagieren Mütter und Väter,

die unter Alkohol- oder anderen psychischen

Problemen leiden, recht unreflektiert

und unbeherrscht, wenn es um die

Entwicklungs- und Verhaltensstörungen

ihres Kindes geht. »Trotz all dieser

Schwierigkeiten geben wir nicht auf.

Diese Eltern brauchen unsere individuelle,

aufklärende und stützende Begleitung

besonders dringend«, ist Stationsärztin

Mechthild Bauer überzeugt.

Ein Vorteil der tagesklinischen Elternarbeit

sei, dass die jungen Patienten nach

der Therapie täglich zu Hause sind:

»Dadurch ist die Familie unmittelbar in

den Behandlungsprozess einbezogen,

kann Hilfen und Hinweise zur Problembewältigung

gleich im Alltag erproben.«

*Name geändert Franka Petzke


Unfälle sind die größte Gefahr für Kinder

Expertentipps vom Chefarzt der Kinderklinik Weißenfels

Jedes Jahr erleiden in Deutschland 1,8

Millionen Kinder einen Unfall. Hierbei

verletzen sie sich so schwer, dass sie zum

Arzt oder in die Klinik müssen. 303000

dieser Kinder sind noch im Vorschulalter.

532 Kinder starben allein im Jahr 2000

infolge von Unfällen – mehr als durch Infektionen

oder Krebs. 3000 Kinder behalten

bleibende Schäden oder sind lebenslang

behindert. Unfälle sind bei Kindern

die häufigste Todesursache jenseits der

Neugeborenen- und Säuglingszeit. Worauf

sollten Eltern achten, um ihre Kinder

vor Unfällen zu bewahren?

Zu Hause und in der Freizeit sind

Kinder besonders gefährdet. Der

heiße Herd in der Küche, ungesicherte

Steckdosen, offene Treppen, ein

leicht zugänglicher Balkon, Warmwasserhähne,

Pools und Regentonnen, nicht verschlossene

Medikamentenschränke und

Chemikalien (WC-Reiniger, Lampenöle,

Essigessenz), Ersticken (Kissen, Plastiktüten),

Aspirationen (Münzen, Batterien,

kleines Spielzeug, Nüsse in Schokoladen),

Strangulationen im Bett (Schnüre,

Gurte, Ketten), Hundebisse – das sind

nur einige von vielen Möglichkeiten, bei

denen es zu tragischen Kinderunfällen mit

lebenslangen Schäden oder Todesfolge

kommen kann.

Kleinkinder können selbst in einer

Badewanne mit zehn Zentimeter hohem

Wasserstand ertrinken. Verbrühungen und

Verbrennungen zählen zu den fünf häufigsten

Unfallursachen bei tödlichen Kinderunfällen.

Jedes Jahr müssen ca. 6600

Kinder aufgrund dieser Verletzungen in

Krankenhäusern behandelt werden.

Warum nehmen Säuglinge und Kleinkinder

in der Unfallthematik so einen großen

Raum ein? Hier sind viele Gründe zu

nennen. Ein Gefahrenbewusstsein ist bei

den Kleinen so gut wie gar nicht vorhanden.

Ihre motorische Koordination und

ihr räumliches Seh- und Hörvermögen

sind noch nicht voll ausgereift.

Auch als Verkehrsteilnehmer und bei

Freizeit- und Sportaktivitäten sind Schulkinder

und Jugendliche als Radfahrer,

Mitfahrer im Auto oder als Fußgänger in

Unfälle verwickelt. Hier ereignen sich 50

Prozent aller tödlichen Unfälle. Als Ursachen

kommen hohe Risikobereitschaft,

verbunden mit Imponiergehabe und Wett-

Patienten-Forum

bewerbsdenken, Überschätzungen eigener

Fähigkeiten sowie emotionale Unausgeglichenheit

für diese Altersgruppe in

Betracht. Der zunehmende Alkohol- und

Drogenmissbrauch unter Jugendlichen

leistet hierbei Schrittmacherdienste.

Alle Analysen ergeben, dass mehr als

60 Prozent der Unfälle vermeidbar sind,

bei den tödlichen Verkehrsunfällen sind

es sogar mehr als 95 Prozent. Meist werden

sie durch Unachtsamkeit, mangelnde

Aufsicht sowie Unkenntnis und Fehleinschätzung

von Gefahrensituationen durch

die Eltern und ihre Kinder verursacht.

Im Internet finden Sie unter

www.kinderaerzteimnetz.de/bvkj/pdf/

kinderunfaelle.pdf eine Checkliste, anhand

derer man überprüfen kann, ob man

alle Gefährdungsmöglichkeiten im Heim,

Garten, beim Spiel und im Verkehr erkannt

und beseitigt hat. Damit ließe sich

eine weitere Reduzierung von Kinderunfällen

erreichen. Denn jeder Unfall ist einer

zu viel und bewahrt die Betroffenen

bei Verhinderung vor Leid und eventuellen

lebenslang bestehenden Körperschäden.

Dr. Wolfgang Knopp

ASKLEPIOS intern

27/2005

57


Patienten-Forum

Eine offene Tür für psychiatrische Patienten

Klinik Nord setzt PSYNOVA ® -Konzept mit zentraler Notaufnahme fort

In der Klinik Nord wird die Psychiatrie

auf dem Campus Ochsenzoll seit Jahren

durch eine alle Mitarbeiterbereiche

umfassende Konzeptarbeit begleitet. Diese

Arbeit mit dem wohlklingenden Namen

PSYNOVA ® hat sich zum Ziel gesetzt,

die Behandlungsqualität in den psychiatrischen

Abteilungen der Klinik weiter

zu verbessern, neue Therapiekonzepte

zu entwickeln und die internen Abläufe

transparenter zu machen. Im September

2005 wurde mit der Umsetzung eines weiteren

Bausteines aus PSYNOVA ® begonnen.

Die Verbindung der zentralen psychiatrischen

Notaufnahme und

der psychiatrischen Institutsambulanz

soll gemeinsam mit der im Hintergrund

etablierten Akutstation eine weitere

strukturelle und inhaltliche Verbesserung

schaffen. Die neue Funktionseinheit

bietet in besonderer Weise die Möglichkeit,

eine geplante oder notfallmäßige Vorstellung

in der Psychiatrie effizient, aber

vor allem individuell und patientenorientiert

durchzuführen. Der Arzt der zentra-

58 ASKLEPIOS intern 27/2006

len psychiatrischen Notaufnahme bespricht

gemeinsam mit dem Patienten die

Möglichkeiten der weiteren Behandlung

und erstellt einen ersten Behandlungsplan.

Dieser Plan kann die weitere ambulante

Behandlung in der Klinik, aber auch

bei einem niedergelassenen Nervenarzt

oder Psychiater vorsehen. Bei Bedarf wird

der Patient stationär oder in einer Tagesklinik

aufgenommen. Durch die Möglichkeit,

auf alle Stationen und Einheiten der

Klinik zugreifen zu können, kann für

jeden Patienten ein passendes Behandlungskonzept

angeboten werden – von

der spezialisierten Behandlungsstation

bis zur wohnsitznahen Tagesklinik.

Um diesem hohen Anspruch gerecht

werden zu können, bietet die neue Funktionseinheit

eine Vielzahl von Berufsgruppen

zur komplexen und kompletten

Behandlung von Patienten. Neben Ärzten

sind hier Psychologen, Diplom-Pädagogen

und zahlreiche Pflegekräfte jeweils

mit speziellen Ausbildungsschwerpunkten

und Erfahrungen beschäftigt. Im Rahmen

der ambulanten oder stationären

Konzepte werden auch Untersuchungen

und Behandlungen für ganz spezifische

Patientengruppen angeboten. Hier sind

neben schweren chronischen psychiatrischen

Erkrankungen auch seltene oder

besonders aufwändig zu behandelnde Erkrankungen,

etwa Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Störungen

(ADHS)

bei Erwachsenen oder Trauma-Therapie

nach qualvollen Lebensereignissen zu

nennen. Durch den aufsuchenden fachärztlichen

Dienst der neuen Abteilung

werden Patienten betreut und versorgt,

die nicht selbst in die Klinik kommen

können, etwa wohnungslose psychisch

Erkrankte.

Ziel des PSYNOVA ® -Konzepts und

seiner Umsetzung ist, dass die neue Funktionseinheit

als offene Tür zu einer hoch

qualifizierten Befunderhebung und zu einem

modernen und qualifizierten psychiatrischen

Behandlungsangebot wahrgenommen

wird. Die immer noch bestehende

Hemmschwelle, einen Patienten an

eine psychiatrische Abteilung zu verweisen,

sollte durch dieses neue Angebot

gerade auch bei niedergelassenen Allgemeinmedizinern,

Nervenärzten und

Psychotherapeuten vermindert werden.

Spezielle Fallkonferenzen und Fortbildungsangebote

für nicht-psychiatrisch

erfahrene Mediziner sind ebenso im

Repertoire der neuen Funktionseinheit

wie eine enge Zusammenarbeit mit den

Patienten- und Angehörigengruppen.

Kontakt

Fragen zu allen Themenbereichen psychiatrischer

Erkrankungen oder psychischer Störungen,

speziell zu besonderen Leistungen und Behandlungsangeboten

in der Asklepios Klinik

Nord, beantwortet der Leitende Arzt der Psychiatrischen

Zentralen Notaufnahme (P-ZNA),

Dr. Peter Tonn, Tel. (040) 18 18-87 17 95,

E-Mail peter.tonn@k-nord.lbk-hh.de


Visite

Dietrich Grönemeyer hat mit seiner

Vision von einer Medizin der Zukunft

Aufsehen erregt. Seine Botschaft: Hightech

und Naturheilkunde müssen mit liebevoller

Medizin verbunden werden – im

Mittelpunkt steht der Mensch!

Haben Sie als Kind Angst vorm Arzt

gehabt?

Ja, extrem. Noch als Jugendlicher und

junger Erwachsener bin ich fast ohnmächtig

geworden, wenn ich Spritzen gesehen

habe.

Trotzdem sind Sie Arzt geworden?

Entschieden habe ich mich nach einer

Operation an der Nasenscheidewand.

Das tat so weh, dass ich mir gesagt habe –

jetzt wirst du Arzt! Das muss doch vorsichtiger

zu machen sein.

Jetzt haben Sie eine Abenteuergeschichte

über einen Jungen

geschrieben.

Der Junge

heißt Nanolino,

ist zwölf Jahre alt, kleinwüchsig und neugierig

auf alles, was mit dem Körper zu

tun hat. Er will allen Menschen helfen

und am liebsten sofort Arzt werden.

Nanolino lernt Micro Minitec kennen.

Sie hat einen geheimnisvollen Turbobeamer

gebaut. Was ist das?

Micro Minitec ist ein weiblicher

Daniel Düsentrieb. Ihr Turbobeamer

besteht aus einer Bildgebungsmaschine

und einem Magnetfeld. Beim Experimentieren

hat sie entdeckt, dass sie damit

Dinge und sogar Tiere verkleinern – und

nachher auch wieder vergrößern kann.

Durch Zufall wird auch Nanolino zum

Winzling gemacht. Was erlebt er?

Er wird ganz klein, kleiner als ein

rotes Blutkörperchen. Mit einem Mini-U-

Boot macht sich Nanolino auf eine

Entdeckungsreise durch den menschlichen

Körper, flitzt durch Arme und

Beine, saust durch Magen und Darm und

erkundet die Welt von innen. Das ist gar

nicht so einfach, denn überall lauern

Gefahren auf ihn.

Ihren Bruder Herbert Grönemeyer

– treffen

Sie den manchmal?

Wir haben gerade

gestern

Nacht zusammengesessen

und geredet

und freuen uns immer,

wenn wir uns sehen.

Kinder an die Macht –

gefällt Ihnen der Satz?

(zeigt auf seinen Sohn

Till, der neben ihm sitzt)

Ja, deswegen ist er

immer dabei.

Das Gespräch führte

Michael Kunitzsch

Bilder aus »Der kleine

Medicus«

Patienten-Forum

Zeit zum Lesen:

Der kleine Medicus

»Der kleine Medicus« ist ein wunderbares Kinderbuch.

Mit der spannenden Geschichte

vom kleinen Nanolino, der sich selber

»schrumpft« und durch den Körper seines

Großvaters reist, wendet sich Grönemeyer vor

allem an die jungen Leserinnen und Leser. Er

macht sie mit den Geheimnissen ihres eigenen

Körpers vertraut und erklärt, was man

selber tun kann, um gesund zu leben und sich

die Errungenschaften der Medizin zunutze zu

machen. Zugleich wird durch eindrucksvolle

Bilder und wunderschöne Illustrationen die

innere Schönheit des Menschen gezeigt.

Das Buch vermittelt viel Wissenswertes von

der Schulmedizin bis hin zu traditionellen

Hausrezepten. Farbige Themenkästen zu

Behandlungsmethoden, Anatomie, Technik,

Großmutters Gesundheitsrezepten und verschiedenen

Krankheiten erklären wichtige

Fakten und geben nützliche Hintergrundinformationen.

Dabei ist »Der kleine Medicus«

weit mehr als ein Medizinbuch für Kinder. Grönemeyer

gelingt es spielerisch, ein Bewusstsein

für den eigenen Köper zu schaffen und

für das, was ihn gesund erhält. Hier trifft

medizinische Substanz auf Humor und eine

Portion Menschlichkeit. Und das macht das

Buch auch für große Leser zu einer überaus

lohnenswerten Lektüre.

Dietrich Grönemeyer: Der kleine Medicus,

Rowohlt-Verlag 2006, 360 Seiten,

22,90 Euro

ASKLEPIOS intern

27/2006

59


Patienten-Forum

Sport mit Lust

Das medizinische Fitnesskonzept Hamburg vital

Nur 20 Prozent der Bevölkerung sind

richtig fit. 60 Prozent gehört zur amorphen

Masse der Halbtrainierten, und 20

Prozent sind in einer körperlich desolaten

Verfassung. Der Mann, der diese

Dreigliederung vornimmt, ist Dr. Oliver

Dierk, Mannschaftsarzt beim Hamburger

Sportverein und Oberarzt in der

Asklepios Klinik Eilbek. Der herrlich

undogmatische Sportmediziner macht

auch den größten Bewegungsmuffeln

Mut: Schon der regelmäßige Spaziergang

bedeutet ein deutliches Plus an Lebensgefühl.

Dagegen ist die Mammut-Joggingstrecke

unter Stress nicht zwangläufig

ein Gewinn.

Wie bei allem im Leben gilt auch

beim Sport, den individuell

besten Weg zu finden. Das

sieht beim Profi natürlich anders aus als

beim Untrainierten«, sagt der 36-Jährige.

Schmunzelnd gesteht er, selbst manchmal

hinter den eigenen sportlichen Erwartungen

zurückzubleiben. Er plädiert für Sport

mit Lust und dem richtigen Augenmaß.

Für extreme »Couch Potatoes« sei es schon

eine Herausforderung, den Küchenboden

zu wischen. Oliver Dierks Fußballprofis

müssen dagegen selbst in der Winterpause

heftig laufen und trainieren, um dem

60 ASKLEPIOS intern 27/2006

Herzen und dem Kreislauf keinen Schaden

zuzufügen.

In seinem Berufsleben hat Oliver

Dierk es mit beiden Extremen gleichermaßen

zu tun. Zwar respektiert er die unterschiedlichsten

Lebenshaltungen, ist sich

über eines aber ganz sicher: »Es gehört

zum Glücklichsein, dass man sich in seinem

Körper wohlfühlt.« Und dieses Wohlbefinden

ist über Bewegung leicht herzustellen.

Mehr noch: »Nach der WHO

(World Health Organization) dient Sport

der Prophylaxe, aber auch der Therapie

von Erkrankungen«, erläutert der Experte.

Allen, die in diesem Frühjahr mit dem

festen Vorsatz antreten, für sich und ihre

Kondition etwas zu tun, versichert er

glaubhaft: »Der Körper verzeiht erstaunlich

viel. Er ist dankbar für die positive

Veränderung. Schon nach wenigen Trainingseinheiten

fühlt man sich besser.

Nach zehn Jahren Sport ist sogar jemandem,

der extrem schlecht gelebt hat,

nichts mehr anzumerken.« Dierk empfiehlt

nach längerem sportlichen Winterschlaf,

Herz, Kreislauf und Gelenke beim

Hausarzt oder Orthopäden kontrollieren

zu lassen. Manchen Patienten rät er, ein

Bewegungs-Tagebuch zu führen, um Aufschluss

über das Ausmaß an körperlicher

Bewegung zu erhalten.

Medizinisch kompetente Fitness-Zentren

hält er für einen Trend mit Zukunft.

Oliver Dierk hat das Konzept von Hamburg

vital mitentwickelt und ist dort ärztlicher

Leiter. In den medizinischen Rehaund

Sportzentren der Hamburger Asklepios

Kliniken wird jeder Gast individuell

und fachlich qualifiziert begleitet: »Hier

finden eben nicht nur Reha-Patienten ein

sinnvolles, gesundes Trainingsprogramm.«

Das Konzept greift: Die Zahl der Mitglieder,

die ohne klinische Vorgeschichte oder

akuten Reha-Bedarf kommen, steigt stetig.

Dierk ist sicher, dass extreme Diäten

eher schaden als nützen. »Jeder kennt die

Ernährungspyramide. Sich danach zu verhalten

und diszipliniert zu essen, ist der

beste Weg. Das gelingt natürlich nicht

immer«, sagt der viel beschäftigte Orthopäde,

der sich als großer Freund von individuellen

Wegen erweist: »Zum Lebensglück

gehört auch Genuss, das bedeutet

für den einen ein Glas Wein, für den

nächsten eine Zigarre unter Freunden –

obwohl das Rauchen wirklich eine große

Dummheit ist.« Imke Wein

Hamburg vital – medizinische

Gesundheitsfitness

• Eröffnung im März 2003

• Medizinisch fundiertes Trainingskonzept in

zwölf ausgewählten Reha-Zentren in Hamburg

• Individueller Trainingsplan und Vital-Check

• Spezialprogramme für verschiedene Krankheitsbilder

• Moderne Reha-Einrichtungen, hoher Gerätestandard

• Persönliche Betreuung ausschließlich von

Fachärzten, Diplomsportlehrern und Physiotherapeuten

• Angebot für Unternehmen »Betriebliche

Gesundheitsförderung«

• Über 1300 zufriedene Mitglieder

Das medizinische Gesundheitstraining von

Hamburg vital trägt entscheidend zur Primärund

Sekundärprävention von Krankheiten bei.


Asklepios fragt

Asklepios ist in der griechischen Mythologie

der Gott der Heilkunst. In diesem

Magazin hat er wieder einmal Antworten

auf wichtige medizinische Fragen gegeben.

Leser, die dieses Heft aufmerksam

studiert haben, können uns sicherlich die

folgenden drei Fragen beantworten.

Einsender, die alle Antworten richtig

haben, nehmen an der Verlosung teil.

Ein Tipp: Es können auch zwei Antworten

auf eine Frage zutreffend sein.

1. Operation der Halsschlagader

– und der Patient bleibt wach

A.) ist völlig unmöglich

B.) wird bei 5 Prozent der europäischen

Patienten gemacht

C.) reduziert das OP-Risiko

2. Die altersabhängige

Makuladegeneration

A.) ist eine Sehstörung

B.) ist ein abnormes Bedürfnis

nach Marmelade

C.) lässt Menschen Metamorphopsien

sehen

3. Wie viele Kinder in Deutschland erleiden

pro Jahr einen Unfall?

A.) 962500

B.) 1,8 Millionen

C.) 303000

Balladen & Scharaden

Unter den Einsendern verlosen wir ein 3-teiliges Käsebesteck

für Genießer im Wert von 39,90 Euro aus rostfreiem

Edelstahl. Einsendeschluss der Rätselauflösung ist der

21.4.2006. Es gilt das Datum des Poststempels. Lösung per

Postkarte oder E-Mail an die Redaktionsleitung:

Asklepios Kliniken

Mandy Wolf, ZD Unternehmenskommunikation

& Marketing

Hubertusstraße 12–22

16547 Birkenwerder

E-Mail: mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Die Lösung unseres letzten Gewinnspiels »Asklepios

fragt« lautete: 1 b + c; 2 b und 3b. Romy Scharfenberg hat’s

gewusst und den Bestseller »Die Hüter der Rose« von Rebecca

Gablé gewonnen. Herzlichen Glückwunsch und viel Spaß

beim Lesen.

Im nächsten Heft

Alt wie Methusalem?

So alt wie Methusalem – angeblich über 900 Jahre – wird kein Mensch. Doch insgesamt steigen

die Lebenserwartungen der Europäer. Die Paulinenklinik Wiesbaden deckt das gesamte

Spektrum der Geriatrie ab. Hier verhelfen Fachärzte aus den Bereichen Innere Medizin, Orthopädie,

Neurologie und Psychiatrie älteren Menschen zu einem besseren Leben – vor allem bei

Mehrfacherkrankungen.

Eine Endorphinfabrik im Kopf

15 Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. Ein Forschungsprojekt des International

Neuroscience Institute (INI) in Hannover will diesen Patienten helfen. Das Team um

den Gehirnchirurgen Prof. Dr. Thomas Brinker verändert Stammzellen des Knochenmarks gentechnisch

derart, dass sie hohe Mengen der schmerzstillenden Substanz Endorphin produzieren.

Diese Zellen sollen in das Gehirn oder Rückenmark übertragen werden.

Blick hinter die Tapete

Mittels der Endosonographie kann man Strukturen und Nachbarorgane hinter der Schleimhaut

des Gastrointestinaltrakts sehen. Man spricht hier vom »Blick hinter die Tapete«. Der geringe

Abstand zwischen Ultraschalltransducer und den zu beurteilenden Strukturen ermöglicht eine

unübertroffene Detailauflösung. Damit hat sich die Endosonographie in der Gastroenterologie

einen wichtigen diagnostischen Stellenwert in der Bestimmung des Stadiums gastrointestinaler

Tumore erobert.

Das nächste Asklepios intern erscheint am 30.6.2006.

ASKLEPIOS intern

27/2006

61


www.asklepios.com

Das Unternehmen

Akutkliniken – Klinikträgerschaft

1 Asklepios Klinikum Bad Abbach I Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 270

2 Allgemeines Krankenhaus Altona Krankenhaus der Maximalversorgung 922

3 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang Bad Griesbach Akutkrankenhaus 178

4 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie und Innere Medizin 90

5 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

6 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 239

7 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 301

8 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 180

9 Allgemeines Krankenhaus Barmbek Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 716

10 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie, 180

Plastische Chirurgie und Diabetologie

11 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 360

12 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

13 Allgemeines Krankenhaus Eilbek Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 680

14 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Grundversorgung 171

15 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 333

16 Asklepios Westklinikum Hamburg Akutkrankenhaus 398

17 Allgemeines Krankenhaus Harburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 741

18 Asklepios Kreiskrankenhaus Hohenmölsen Krankenhaus der Regelversorgung 160

19 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und 120

Rheumaorthopädie

20 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Regelversorgung 239

21 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 321

22 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Regelversorgung 242

23 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 160

24 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder – und Jugendpsychiatrie 215

25 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Lungenkrankheiten und 302

Thoraxchirurgie

26 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Regelversorgung 149

27 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Regelversorgung 390

28 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Regelversorgung 142

29 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Maximalversorgung 219

30 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Regelversorgung 230

31 Asklepios Klinik Schildautal Seesen I Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie, 213

Gefäßchirurgie und Anästhesiologie

32 Städtisches Krankenhaus Seesen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 110

33 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 150

34 Allgemeines Krankenhaus St. Georg Krankenhaus der Maximalversorgung 758

35 Asklepios Fachklinik Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 316

36 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie 196

37 Allgemeines Krankenhaus Wandsbek Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 605

38 Asklepios Kreiskrankenhaus Weißenfels Krankenhaus der Regelversorgung 312

39 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt I Krankenhaus der Regelversorgung 135

40 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Regelversorgung 304

41 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 168

42 Anaheim General Hospital Krankenhaus der Regelversorgung 100

43 Bellflower Medical Center Krankenhaus der Regelversorgung 170

44 Buena Park Medical Center Fachkrankenhaus für Geriatrie 55

45 Hawthorne Medical Center Fachkrankenhaus für Psychiatrie 72

46 Klinikum Nord Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 1.647

47 L. A. Metropolitan Medical Center Krankenhaus der Regelversorgung 170

48 Tustin Medical Center Krankenhaus der Regelversorgung 250

Akutkliniken – Klinikmanagement

49 Salus Fachkrankenhaus Bernburg* Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 220

50 Kreiskrankenhaus Eggenfelden Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 300

51 International Neuroscience Institute Hannover Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, stereotaktische

Neurochirurgie und Neuroradiologie

108

52 Collm Klinik Oschatz Krankenhaus der Regelversorgung 258

53 Kreiskrankenhaus Pfarrkirchen Krankenhaus der Grundversorgung 215

54 Kreiskrankenhaus Simbach Fachkrankenhaus für Ganzheitsmedizin 150

55 Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe* Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie 210

62 ASKLEPIOS intern 27/2006

Betten/

Plätze


Akutnahe Rehakliniken – Klinikträgerschaft

56 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 190

57 Asklepios Klinik Schaufling Zentrum für Neurologische, Orthopädische 350

und Geriatrische Rehabilitation

58 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen II Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 176

59 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt II Fachklinik für Pneumologie, Onkologie, 290

Dermatologie und Allergologie

60 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

Rehakliniken – Klinikträgerschaft

61 Asklepios Klinikum Bad Abbach II Zentrum für Orthopädische und

Rheumatologische Rehabilitation

268

62 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Onkologie, Pneumologie und

Orthopädie

270

63 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 220

64 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie 130

65 Asklepios Klinik Helenenheim Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie,

Urologie und Nephrologie

160

66 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-/Kreislauferkrankungen 210

67 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

68 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

69 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische und Orthopädische Rehabilitation,

Therapiezentrum für neuromuskuläre Erkrankungen

250

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikträgerschaft

70 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 70

71 LBK Klinik für Forensische Psychiatrie 178

Forensische Psychiatrie (Maßregelvollzug) – Klinikmanagement

72 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg* 137

73 Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe* 210

Soziale Einrichtungen – Trägerschaft

74 Asklepios Pflegezentrum Ahrensburg 83

75 Tagesklinik Alstertor 24

76 Drogenambulanz I Altona

77 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

78 Drogenambulanz III Harburg

79 Drogenambulanz IV Högerdamm

80 Asklepios Pflegezentrum Reinfeld 87

81 Drogenambulanz II Wandsbek

Soziale Einrichtungen – Management

82 Salus Tagesklinik Dessau* 12

83 Salus Heim zur U-Haftvermeidung Haus Eisenhammer Tornau* 20

84 Salus Heimeinrichtung Gardelegen* 39

85 Altenpflegeheim Jesenwang 64

86 Salus Kinder- und Jugendheim Schloss Pretzsch* 107

87 Salus Pflegeheim St. Georgii I Magdeburg* 78

88 Salus Pflegeheim St. Georgii II Magdeburg* 48

89 Salus Ambulanter Pflege- und Hauswirtschaftsdienst Magdeburg* –

90 Salus Tagesklinik Salzwedel* 12

91 Salus Tagesklinik Stendal* 19

92 Salus Heimbereich Uchtspringe* 268

93 Salus Tagesklinik Wittenberg* 15

94 Salus Altenpflegeheim Uchstpringe* 50

Insgesamt zählen 94 Einrichtungen zu den Asklepios Kliniken.

* Bei diesen Einrichtungen handelt es sich um das gesamte Management der landeseigenen Gesellschaft SALUS gGmbH

Das Unternehmen

ASKLEPIOS intern

Betten/

Plätze

27/2006

www.asklepios.com

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M-Z864-2

Innovationen

für Menschen

www.siemens.com/medical

Proven Outcomes. Sichtbare Ergebnisse in

der Bildgebung. Innovative Verfahren in der bild-

gebenden Diagnostik ermöglichen häufig ein schnelleres

und genaueres therapeutisches Vorgehen. Dabei wird

der Patient möglichst wenig belastet und der gesamte

Therapieverlauf effizient gestaltet. So können möglichst

viele Menschen am medizinischen Fortschritt partizipieren.

Siemens Medical Solutions that help

Siemens Medical Solutions ist weltweit einer der größten

Anbieter im Gesundheitswesen, beschäftigt rund 31.000

Mitarbeiter und ist in 120 Ländern präsent.

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