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Jahresbericht

20062007

DIAKONISCHES WERK

AN DER SAAR


I N H A L T S V E R Z E I C H N I S

VORWORT

OFFENE SOZIALE ARBEIT

JUGENDBERUFSHILFE

JUGENDHILFEVERBUND

ZENTRALE DIENSTE

VERBINDUNGSSTELLE

02 Udo Blank, Diakoniepfarrer

04 „Was der Welt am meisten fehlt, sind Menschen, die sich mit den Nöten anderer beschäftigen“

08 Fit für die Schule werden

09 Irina P. will wieder mit Kindern arbeiten

10 Gemeinsames Unternehmen von Deutschen und Nichtdeutschen

11 Modell gegen Schwarzarbeit

12 Zukunft vorerst gesichert

14 In Deutschland „voll und ganz“ zu Hause

15 Glaubenskurse, Begegnungsabende, Sprachförderung

16 Blick in die Statistik

17 Einzigartig in Deutschland

18 Mit Ehrenamtlichen einen „Lichtblick“ setzen

19 Wichtige Hilfe in großer Not

20 Im Alter gut wohnen und leben

21 Der Glücksspielmarkt boomt

22 Die Abteilung „Offene Soziale Arbeit“

24 Täglich vor neuen Herausforderungen

30 Ein „grünes Klassenzimmer“ mitten im Wald

31 Wie St. Martin den Mantel geteilt

32 Möglichst nah an der Praxis

33 Coaching-Programm

34 Auf in die Schule

35 „Das Leben richtig lostreten“

36 Wie kommt der Honig eigentlich ins Glas?

37 „Den Tourismus ankurbeln“

38 Appoltkapelle erstrahlt in neuem Glanz

38 Spannendes Abenteuer

39 Blick in die Statistik

40 Die Abteilung „Jugendberufshilfe“

42 Verlässliche und transparente Strukturen notwendig

44 Eltern werden wieder handlungsfähig

45 Blick in die Statistik

46 Grenzerfahrungen an der Durance

48 Muttersein muss man lernen

50 Ein stärkeres „Wir-Gefühl“

51 Schulung der Sinne

52 Kräuterspiralen im Garten / Kochbuch

56 Die Abteilung „Jugendhilfeverbund“

58 Herausforderung Rechtsformänderung

59 Qualitätsmanagement auf hohem Niveau

60 Langjähriges Engagement belohnt

61 „Und die Letzten werden die Ersten sein“

62 Vielfältige Herausforderungen für die Wohlfahrt

65 Die zahlreichen Ansprüche drohen oftmals zu einer Überforderung zu werden


V O R W O R T

Gott spricht: „Siehe ich will

ein Neues schaffen, jetzt

wächst es auf, erkennt Ihr

es denn nicht?“ (Jes. 43,19) Jahreslosung 2007

Liebe Freundinnen und Freunde

der Diakonie,

die Bereitschaft sich ständig neuen

Herausforderungen zu stellen,

ist mittlerweile zu einem Markenzeichen

des DIAKONISCHEN

WERKES AN DER SAAR geworden.

Die sozialen Entwicklungen

in unserem Land und die

hektischen widersprüchlichen

Reaktionen der Politik erzwingen

die Bereitschaft zur ständigen

Veränderung. Dies betrifft sowohl

die Themen der Diakonie wie

auch ihre Ziele, Inhalte und ihre

Strukturen. Eine solche Dynamik

führt aber zugleich auch zu erheblichen

persönlichen Belastungen

für Mitarbeitende im Diakonischen

Werk.

Unter diesem Signum der Veränderung

stand der Zeitraum, über

den wir in diesem Heft berichten.

Ein zentrales Thema im DIAKO-

NISCHEN WERK AN DER SAAR

war im zurückliegenden Jahr die

Rechtsformänderung, die aus

dem unselbstständigen Werk

der drei Kirchenkreise Ottweiler,

Saarbrücken und Völklingen am

1.Januar 007 eine gemeinnützige

GmbH der Kirchenkreise

entstehen ließ. Ziel dieser Veränderung

war die Schaffung einer

flexiblen Struktur, die den ständig

neuen Anforderungen der öffentlichen

Hand sowie der notwendigen

Vernetzung mit anderen

helfenden Institutionen dienen

kann. Daneben sollte weiterhin

eine enge kirchliche Anbindung

gewährleistet bleiben. Es gehört

für uns deutlich zum Profil und

Schwerpunkt des DIAKONI-

SCHEN WERKES AN

DER SAAR, dass es unbeschadet

seiner Rechtsform Teil der

Verkündigung der Kirchenkreise

Ottweiler, Saarbrücken und

Völklingen in praktisch helfender

Form ist. Nach vielen Beratungen

wurde als angemessene neue

Rechtsform eine gemeinnützige

GmbH gewählt. Diese Gesellschaft

ist eng an die Kirchenkreise

gebunden, indem diese

alle Organe der Gesellschaft

bilden. Dadurch konnte auch die

Beibehaltung der kirchlichen Tarifstrukturen

zur Absicherung der

Mitarbeitenden garantiert werden.

Gleichzeitig bietet die GmbH die

notwendige Beweglichkeit außerhalb

der institutionellen Struktur

der kirchlichen Verwaltungsordnung,

um Arbeitsfelder und

Arbeitsverhältnisse abzusichern

und zukunftsfest zu machen.

Es war ein langer Weg, bis die

Neustrukturierung im Diakonischen

Werk zustande kam.

Ein wesentliches Element, das

diesen Prozess erst möglich

machte, war das Vertrauen der

Kreissynoden und der Mitarbeitenden

des Diakonischen Werkes

in die Gremien, die dieses Verfahren

steuerten. Nach langen

Beratungen, Beschlussfassungen

und Verabredungen konnte

dann die Rechtsformänderung

zum 1.Januar 007 umgesetzt

werden. Dabei wurde allen Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern die

Sicherung ihrer erworbenen arbeitsrechtlichen

Besitzstände garantiert.

An dieser Stelle gebührt

der Mitarbeitervertretung und den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

sowie der Verwaltung des

Diakonischen Werkes, die einen

großen Teil der notwendigen

Arbeiten zusätzlich bewältigen

musste, außerordentlicher Dank.

Nur so konnte dieser sicher nicht

einfache Weg miteinander gegangen

werden. Den Kreissynoden

Ottweiler, Saarbrücken und Völklingen

danken wir für das in ihren

Beschlüssen bewiesene Vertrauen

in ihr DIAKONISCHES WERK

AN DER SAAR.

Neben dieser großen strukturellen

Veränderung sind natürlich

auch im Berichtszeitraum die

inhaltlichen Themen für die Arbeit

bedeutend gewesen.

Die Offene Soziale Arbeit hat

sich weiterhin in besonderem

Maße mit dem Thema Armut und

soziale Ausgrenzung beschäftigen

müssen. Dieses begegnet

dort in vielen Beratungsstellen, in

der Begründung neuer Tafelprojekte

ebenso wie im Ringen um

die Zukunft des Modellprojektes

Kinderarmut in Saarbrücken.

Die Abteilung Jugendberufshilfe

konnte ihren Qualitätsentwicklungsprozess

abschließen mit

einer Zertifizierung nach DIN ISO

9001:2000. Diese Zertifizierung

beinhaltet die Möglichkeit, sich

auch in Zukunft um Maßnahmen

der Agentur für Arbeit zu bewerben.

Allen Beteiligten, die den

erheblichen Aufwand im Zertifizierungsverfahren

durch intensive

Mehrarbeit getragen haben, sei

ganz herzlich gedankt. Gleichzeitig

muss sich die Abteilung immer

wieder mit den Widersprüchlichkeiten

der Arbeitmarktgesetzgebung

auseinander setzen,

die durch kurzfristige, oft nicht

nachvollziehbare Verwaltungsentscheidungen

in den verschiedenen

ARGEn noch verschärft

wird. So nimmt der bürokratische

Aufwand, der selbst für kleinste

Fördersummen gegenüber der

europäischen Union oder der Verwaltung

des Bundes geführt werden

muss, unglaubliche Ausmaße

an. Andererseits werden die Projektbewilligungen

immer kurzfristiger,

bis zu Laufzeiten von vier

Wochen. Dies bedeutet für die

betroffenen Mitarbeitenden eine

ständige Unsicherheit bezüglich

der Zukunft ihres Arbeitsplatzes.

Es bedarf schon eines hohen

Engagements für benachteiligte

Jugendliche und eine hohe Loyalität

zum Diakonischen Werk, um

solche Arbeitsbedingungen über

Jahre auszuhalten.

Eine durch die Arbeitsrechtsregelung

der evangelischen Kirche

entstandene kontroverse Situation

bezüglich der Arbeitsverhältnisse

in der Abteilung Jugendberufshilfe

konnte in Folge der

Rechtsformänderung im Sinne

aller Beteiligten geklärt werden.

Der Jugendhilfeverbund profiliert

sich immer stärker durch eine

Ausdifferenzierung seiner Angebote

in ambulante, teilstationäre

und stationäre Hilfeformen für

Kinder, Jugendliche und ihre Familien.

Dabei wird deutlich, dass

die Problemlagen bei den Kindern

und Jugendlichen sich ständig

verschärfen. Zahlreiche In-Obhut-Nahmen

im Berichtszeitraum

verweisen darauf, dass es hier

um die Abwehr akuter Gefährdungen

für Kinder und Jugendliche

ging. Solche Aufnahmen unter

großem aktuellem Druck stellen

für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des Jugendhilfeverbundes

nahezu täglich neue große

Herausforderungen dar. Wie im

Bereich der Armutsbekämpfung

und der Maßnahmen zu Gunsten

Benachteiligter am Arbeitsmarkt,

so wird auch im Jugendhilfeverbund

immer deutlicher, dass gerade

Kinder und Jugendliche zu

den großen Verlierern der entsolidarisierenden

Entwicklungen in

unserer Gesellschaft gehören.

Die Schaffung neuer Strukturen,

die Veränderung in den aktuellen

Arbeitsfeldern, die ständige Neuorientierung

für Mitarbeitende in

den Zielen ihrer Arbeit werden

von manchen Politikern als Flexibilisierung

und moderne Beweglichkeit

in der Arbeitswelt begrüßt.

Es ist aber deutlich darauf hinzuweisen,

dass damit zum einen

die soziale Absicherung des

einzelnen auch im Stammbereich

immer wieder gefährdet wird und

zum anderen die Qualität sozialer

Arbeit ständig mehr in Frage gestellt

ist. Die Verunsicherung in

der sozialen Arbeit nimmt deutlich

zu. Es ist wesentliche Aufgabe

eines kirchlichen Trägers, dem

nicht nur im Blick auf die Klienten,

sondern auch auf die eigenen

Mitarbeitenden offensiv zu begegnen.

Neben den zahlreichen

Veränderungen in der sozialen

Wirklichkeit unseres Landes und

der sozialen Gesetzgebung, steht

darum immer wieder auch unsere

Verantwortung für unseren Auftrag

im Mittelpunkt unserer Planungen

und Beratungen.

Unser Auftrag, die Liebe Gottes

zu den Menschen durch konkrete

Maßnahmen und Projekte

spürbar zu machen und dabei

eine deutliche Option für Arme,

Ausgegrenzte und Benachteiligte

wahrzunehmen, muss allen aktuellen

gesellschaftspolitischen

Entwicklungen deutlich entgegen-

gehalten werden. Für diese nicht

immer einfache Position haben

wir Partner und Freunde, die uns

zur Seite stehen und für deren

Unterstützung wir dankbar sind.

Dabei gilt dieser Dank insbesondere

den Ehrenamtlichen in den

Gremien und Projekten des Diakonischen

Werkes, wie auch den

Spendern sowie den Sammlerinnen

und Sammlern, die durch ihr

Engagement vieles erst möglich

machen, was die Diakonie auszeichnet.

Es wäre zynisch, die Jahreslosung

007 mit ihrem Verweis auf

das entstehende Neue mit den

ständigen Veränderungen der

deutschen Sozialgesetzgebung

und ihren Auswirkungen auf

die Menschen gleichzusetzen.

Solche Entwicklungen und Strukturveränderungen

sind in der

Formulierung des Losungstextes

sicher nicht im Blick gewesen.

Aber der Satz kann sehr wohl

auch Signal der Hoffnung in

wechselhaften Zeiten sein. Das

Neue, das der Prophet Jesaja in

diesem Satz ankündigt, ist das

Reich Gottes als Perspektive

unseres Lebens und unseres

Handelns in der Kirche und der

Diakonie. Dabei ist es tröstlich

zu wissen, dass dieses Neue auf

uns zu kommt und nicht von uns

gemacht wird. Aber es ist bereits

jetzt spürbar im Alltag, oftmals nur

als ein kurzes Aufblitzen. Doch

zuweilen genügt das, um Kraft zu

geben für den weiteren Weg.

Für die Menschen, die im Diakonischen

Werk Hilfe suchen,

mag dieses Neue spürbar sein

in der Erfahrung, dass da auf

einmal jemand da ist, der ihnen in

Zeiten tiefster innerer Finsternis

zuhört und mit ihnen geht und

vielleicht sogar Rat weiß. Für die

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

mag es das Lachen eines Kindes

sein, dass nach Erfahrungen des

Leidens wieder Zuwendung und

Vertrauen spürt. Oder es ist das

zunehmend sichere Auftreten

eines Arbeitslosen, der nach Jahren

der Vereinsamung und Verunsicherung

in einer Maßnahme

des Diakonischen Werkes wieder

Struktur und Sinn findet und damit

ein Stück seiner Würde wiedererlangt.

Oder es mag im Aufatmen

einer allein erziehenden

Mutter geschehen, die angesichts

der Übermacht von staatlicher

Bürokratie in der Sozialberatung

erfährt, dass sie ihren Weg nicht

allein gehen muss und dieser

auch nicht aussichtslos ist.

Die Reihe der Beispiele lässt

sich noch lang fortsetzen. Solche

Erfahrungen machen uns im Diakonischen

Werk Mut,andere des

Misserfolges und des Scheiterns,

trotz allem Engagement für die

Menschen, wissen wir aufgehoben

in der Verheißung, dass Gott

uns auch in solchen Augenbli-

cken nahe ist.

Dies alles sind Erfahrungen, für

die wir danken und die uns immer

wieder ermutigen in unserer

Arbeit. Wir sind im Diakonischen

Werk darum bereit, uns auf Neues

einzulassen und wissen uns

dabei getragen, denn: es wächst

Neues auf und Gott steht dahinter

und wir alle in Diakonie und

Kirche sind miteinander auf dem

Weg, um dieses zu erkennen.

Udo Blank, Diakoniepfarrer


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

„Was der Welt am meisten fehlt,

sind Menschen,

die sich mit den Nöten anderer

beschäftigen“

Die Abteilung „Offene Soziale

Arbeit“ mit einem Wirtschaftsplanvolumen

von rund 6 Mio.

Euro, 88 Voll- und 8 Teilzeitstellen,

verteilt auf 171 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ( 1

Männer und 1 0 Frauen) und

verschiedene Einrichtungen

und Beratungsstellen, arbeitet

auf einem breiten Feld der

sozialen Arbeit. Dabei stehen

die Armutsproblematik mit den

damit verbundenen Auswirkungen,

die Beratungsarbeit, die

Gemeinwesenarbeit, die Arbeit

mit Freiwilligen und Ehrenamtlichen

sowie die sozialpädagogische

Betreuung von Aussiedlern

und Migranten im Mittelpunkt

der Arbeit.

Die Angebote der Abteilung

„Offene Soziale Arbeit“ erfolgen

an vielen Punkten in enger Anbindung

an die evangelischen

Kirchengemeinden in den drei

Kirchenkreisen Ottweiler, Saarbrücken

und Völklingen.

Bei der Darstellung der gesellschaftlichen

Entwicklungen, mit

denen sich die Abteilung „Offene

Soziale Arbeit“ beschäftigt

beziehungsweise die sich aus

der Arbeit vor Ort „brennglasmäßig“

ergeben, drei Themenbereiche

hervorgehoben werden

sollen: „Auswirkungen der

neuen Sozialgesetzgebung“,

„Bildung als soziale Aufgabe“

und „Armut als gesellschaftliche

Gefährdung“.

1. Auswirkungen der neuen

Sozialgesetzgebung

Im Berichtsteil des DWSAAR

00 / 006 steht geschrieben:

„…Dabei fällt ins Auge, dass

nach Einführung der Sozialgesetzgebung

II (volkstümlich

„Hartz IV“) zwar Sozialhilfe und

Arbeitslosenhilfe zusammengelegt

wurden, damit die Situation

für den Einzelnen aber nicht

besser geworden ist“

(Seite 10).

Dieser Satz gilt weiterhin. Auch

für das letzte Jahr ist zu verzeichnen,

dass Notlagen und

Konfliktsituationen vor Ort zunehmen.

In Sozialberatungen,

Gemeinwesenprojekten und

anderen Einrichtungen steigen

die Nachfragen nach materiellen

Beihilfen kontinuierlich

an. Der Aspekt der Absicherung

des tagtäglichen Lebensunterhaltes,

der Versorgung

mit Essen, Trinken, Kleidung

und Wohnung, rückt mehr und

mehr in den Vordergrund. Hier

stößt ein Arbeitslosengeld II in

Höhe von Euro pro Haushaltsvorstand

pro Monat sehr

schnell an seine Grenzen. Beispiel:

von den Euro pro

Monat steht pro Tag für ein

warmes Mittagessen ungefähr

ein Euro zur Verfügung. Betrachtet

man entsprechende

Preise, sei es im Lebensmittelbereich,

in Gaststätten, in

der Nachmittagsbetreuung an

den Schulen, in Kantinen und

ähnliches, ist es nicht verwunderlich,

dass das Angebot von

„Tafeln“ als kostenlose Weitergabemöglichkeit

von Lebensmitteln

mehr und mehr angenommen

wird. Die Diakonie

ist aktuell beteiligt an Tafeln in

Neunkirchen, Saarlouis und

Völklingen. Eine Tafel in Quierschied

ist derzeit in der Diskussion.

Insgesamt gibt es im

Saarland ungefähr zehn Tafeln.

Die Grundidee der bundesweiten

Tafelbewegung, der

sich auch das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR angeschlossen

hat, ist:

• Die Arbeit der Tafeln ist

ehrenamtlich und kann

durch Mitarbeitende, die

durch Fördermaßnahmen

finanziert und qualifiziert

werden ergänzt werden.

• Die Arbeit der Tafeln wird

durch Sponsoren ermög-

licht, die mit Lebensmitteln

und Sachspenden die Arbeit

hilfreich unterstützen.

• Die Tafeln sind nicht an Par-

teien oder Glaubensrichtun-

gen gebunden und helfen

allen Menschen, die Hilfe

bedürfen. An diese Hilfen

werden keine Bedingungen

geknüpft.

• Die Arbeit der Tafel für Be-

dürftige und mit Lieferanten

steht immer in lokalem Be-

zug. Die Tafeln respektieren

untereinander diese Wir-

kungskreise, ohne miteinan-

der zu konkurrieren.

Auch Kleiderkammern wie im

Diakonischen Zentrum Saarbrücken

oder Gebrauchtwarenbörsen

werden vermehrt

aufgesucht und genutzt.

Sozialpolitisch bedeutet dies,

dass die Einführung der Hartz

IV-Gesetzgebung für viele einen

zusätzlichen Notstand bei

der Befriedigung alltäglicher

Bedürfnisse nach Nahrung,

Kleidung und Wohnung mit

sich gebracht hat. Die in den

frühen Anfangstagen der Diakonie

entstandenen Wärmestuben,

Kleiderabgaben und Armenspeisungen

erhalten heute

wieder eine aktuelle und neue

Bedeutung.

2. Bildung als

soziale Aufgabe

Bildung ist in allen Bevölkerungsschichten

zur Schlüsselqualifikation

geworden, um

Zugangsrechte zu gesellschaftlicher

Beteiligung, Einbezug,

Wohlstand, Freude und Teilhabe

zu ermöglichen. Dies

macht sich beispielsweise im

Migrationsbereich fest. In der

nachwachsenden Generation

wird der Anteil an Kindern aus

Migrantenfamilien größer. Die

Erfahrungen unserer Migrationsdienste,

gestützt durch die

bisherigen PISA-Studien, ergeben,

dass gerade Kinder mit

dieser Prägung im Bildungssystem

benachteiligt sind.

Überdurchschnittlich viele Kinder

mit Migrationshintergrund,

aber auch viele deutsche Kinder

verfügen maximal über einen

Hauptschulabschluss und

besuchen keine weiterführenden

Schulen. Es gibt somit einen

hohen Bedarf an Unterstützung

für Kinder und ihre Eltern,

insbesondere Mütter, gerade

im vorschulischen Bereich, um

die Eingliederung der Kinder

in das Schulsystem nachhaltig

positiv zu beeinflussen und die

Erziehungsverantwortung der

Eltern zu unterstützen. Die Unterstützung

sozial benachteiligter

Familien und ihrer Kinder

sowie die allgemeine Unterstützung

von Personen in ihrem

Bildungsprozess stellen wichtige

Elemente dar, diese Personen

in die Gesellschaft zu

integrieren. Menschen werden

– wie man in der Gemeinwesenarbeit

sagt – „somit in Wert

gesetzt“ und ihre Teilhabe an

gesellschaftlichen Prozessen

ermöglicht. Der Bedarf an Bildung

nimmt zu, was sich auch

in der gesamtdeutschen Diskussion

in den Medien widerspiegelt.

Hier ist es an der Zeit,

dass die in der Diakonie entwickelten

Instrumente zur Förderung

von Bildung verstärkt

eingesetzt werden und dieser

Einsatz auch begleitend untersucht

und ausgewertet wird.

Nicht umsonst verstärkt das

DWSAAR mit Programmen wie

HIPPY („Home Instruction für

Parents of Preschool Youngsters“)

und dem Bundesmodellprojekt

„Ausbildungsorientierte

Elternarbeit im Jugendmigrationsdienst“

seine Bemühungen

im Bildungsbereich.

3. Armut als

gesellschaftliche Gefährdung

Der Wissenschaftler Professor

Roland Merten von der Universität

Jena hat in verschiedenen

Veranstaltungen erstmalig Zahlen

über das Ausmaß von Kinderarmut

im Saarland vorgelegt.

Aufgrund seiner Berechnungen

kann man davon ausgehen,

dass im Saarland fast

jedes 7. Kind unter Bedingungen

strenger Armut aufwächst.

Deutlich über 0.000 Kinder

und Jugendliche im Alter bis

1 Jahren sind davon betroffen

(Quelle: „Kinderarmut im Saarland

– Ausmaß und Auswege“,

Seiten und 6, Professor Roland

Merten, Universität Jena,

Dezember 006).

Dabei liegt derzeit nur eine Bestandszahl

an armen Kindern

und Jugendlichen vor; die Tendenz

ist absehbar steigend und

die Armut konzentriert sich auf

bestimmte Quartiere in Saarbrücken

oder andere Stadtteile

und Ortschaften im Saarland.

Auch wenn es Sachverständige

und Politiker gibt, die der

Meinung sind, Armut sei ein

„großer Glanz von innen“, so

darf nicht übersehen werden,

dass Armut auf die Lebenssituation

in der Familie sowie das

Eingebundensein in Dorf und

Stadtviertel, gravierende Auswirkung

hat. Das beginnt damit,

dass Vereinsbeiträge nicht

bezahlt werden, Kinder nicht

an Konfirmandenfreizeiten und

ähnlichem teilnehmen können.

In bestimmten Saarbrücker

Stadtteilen tragen Kinder auch

im strengen Winter keine

geeigneten Schuhe, ihr gesellschaftlicher

und kultureller

Horizont ist sehr eingeschränkt

(„Ich wusste nicht, dass durch

Saarbrücken ein Fluss fließt“)


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

und die gesellschaftlichen Ressourcen,

die dem Einzelnen

zur Verfügung stehen, eingeschränkt

sind. Es wird in der

Arbeit der Mitarbeitenden in

Kinderarmutsprojekten, in der

Gemeinwesen- und Stadtteilarbeit

und in den Diakonischen

Zentren deutlich, welche Problemstellungen

hier herrschen,

welche Bedarfe existieren. Das

Ganze entspricht einer „tickenden

Zeitbombe“ für Demokratie

und Gesellschaft.

Dazu stellen aber auch die Mitarbeitenden

im Haus der

Beratung gefährdende Aspekte

fest. So steht in deren Jahresbericht

006 geschrieben:

„Bei uns ist Armut meist ein

Stigma, wodurch die Betroffenen

ausgegrenzt werden. Doch

Armut ist viel mehr, als nur wenig

Geld zu haben. Arme Kinder

leben auf einem Einkommensniveau,

das sie vom Alltag

Gleichaltriger ausschließt.

Es gibt keinen Musikunterricht,

keinen Sportverein, keinen

Schwimmbadbesuch usw. Da

sie nicht mit anderen Kindern

mithalten könnten, sind sie oft

sozial isoliert, sind häufig krank

und leben in beengten Wohnverhältnissen

in vernachlässigten

Stadtteilen mit mangelnden

sozialen Angeboten. Wegen

schlechter Bildungschancen

kommen Kinder aus armen Familien

nur schwer aus dem Armutskreislauf

heraus. Bereits

im Kleinkindalter zeigen sich

viele Entwicklungsdefizite. Die

Wissenschaft weist wiederholt

auf die Weichen stellende Bedeutung

der ersten Lebensjahre

und die Wichtigkeit früher

Hilfen hin.“

Kinderarmut gefährdet aus

meiner Sicht das Kindeswohl

– und damit greift die UN-Kinderrechtskonvention.

Der Begriff

„Best interest of the child“

wird durch Kinderarmut mit

Füßen getreten. In der UN-

Kinderrechtskonvention sind

Kinderrechte beschrieben,

die auch ausdrücklich von der

deutschen Regierung ratifiziert

wurden. Dabei gehören zu den

Grundbedürfnissen von Kindern

und Jugendlichen unter

anderem Nahrung, Schutz und

Pflege, intellektuelle Anregungen

und die Hilfe beim Verstehen

der Innen- und Außenwelt.

Ich meine, dass unsere Gesellschaft

durch das Zulassen

von Kinderarmut in dem von

Professor Merten zahlenmäßig

bezifferten Umfang deutlich gegen

diese UN-Kinderrechtskonvention

verstößt.

Armut zeigt sich aber nicht nur

bei Kindern, obwohl sie gerade

dort ihre brutalsten Auswirkungen

hat. Sie zeigt sich verstärkt

bei Wohnungslosen – hier steigen

die Zahlen und die Perspektivlosigkeit.

Erfolge in der

Arbeit, wie beispielsweise die

Eröffnung einer medizinischen

Praxis für Wohnungslose, denen

seit langer Zeit erstmalig

wieder ein Arztbesuch ermöglicht

wird, und die Stabilisierung

von Besuchsdiensten für Wohnungslose

an deren Wohnorten

unter den Brücken “auf Platte“

sind wichtig, stellen aber nur

den sprichwörtlichen Tropfen

auf den heißen Stein dar.

Die drei Themen „Auswirkungen

der neuen Sozialgesetzgebung“,

„Bildung als soziale

Aufgabe“ und „Armut als gesellschaftliche

Gefährdung“

prägen die Arbeit der Abteilung

„Offene Soziale Arbeit“.

Bei ihnen gilt das Wort von Albert

Schweitzer: „Wer sich vornimmt,

Gutes zu bewirken, darf

nicht erwarten, dass die Menschen

ihm deswegen Steine

aus dem Weg räumen.“

Einige dieser Steine haben wir

auch 006 bewegt. „Was der

Welt am meisten fehlt, sind

Menschen, die sich mit den

Nöten anderer beschäftigen“

– auch dies ein Zitat von Albert

Schweitzer.

Es soll an dieser Stelle all den

Mitarbeitenden Dank gesagt

werden, die in der Abteilung

„Offene Soziale Arbeit“ an dieser

großen Aufgabe mitgearbeitet

haben.

Wolfgang Biehl

6 7


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Hausbesuchsprogramm HIPPY

an drei Standorten im Saarland gestartet

Fit für die Schule werden

Es geht um nur 1 Minuten

täglich, in denen Mütter mit

ihren Kindern Lernspiele machen,

Puzzles zusammensetzen

oder Bücher lesen. Dies ist

in Zuwanderer-Familien nicht

selbstverständlich und deshalb

hat das DIAKONISCHE WERK

AN DER SAAR (DWSAAR)

in Saarbrücken, Neunkirchen

und Völklingen das HIPPY-Programm

gestartet. HIPPY steht

für „Home Instruction for Parents

of Preschool Youngsters“

und bedeutet frei übersetzt

„Hausbesuchsprogramm für

Eltern mit Vorschulkindern“.

Fünf Mitarbeiterinnen, die türkisch

oder russisch sprechen

und vom DWSAAR geschult

wurden, unterstützen Eltern

aus zugewanderten Familien

dabei, ihre vier- und fünfjährigen

Kinder zu Hause in der

Entwicklung zu fördern. Diese

Aktivitäten ergänzen die Arbeit

des Kindergartens mit dem

Ziel, die Kinder fit für die Schule

zu machen. Lernende sind

aber auch die Mütter, deren

Sprachkenntnisse so gefördert

werden. Gleichzeitig werden

ihnen die Fähigkeiten vermittelt,

die es ihnen ermöglichen,

sich am Bildungsprozess ihrer

Kinder aktiv zu beteiligen.

HIPPY dauert zwei Jahre. Das

Programm baut auf die enge

Bindung zwischen Eltern und

ihren Kindern, die eine wichtige

Basis für die frühen Lernerfahrungen

von Kindern ist. Denn

Eltern sind die wichtigsten

Lehrer von Kindern im Vorschulalter.

HIPPY unterstützt

sie dabei, diese Aufgabe

kompetent und selbstbewusst

HIPPY wurde 1 6 an der Hebrew University in Jerusalem entwickelt. In den

1 80er Jahren wurde es als lizenziertes Programm in anderen Ländern eingeführt.

Zurzeit wird es in Israel, Australien, Neuseeland, Kanada, USA, Südafrika, Frankreich

und Deutschland durchgeführt, in modifizierter Form auch in den Niederlanden

und in der Türkei. In Deutschland gibt es 1 HIPPY-Standorte. Das Programm

wird von unterschiedlichen Trägern der freien Wohlfahrtspflege (Arbeiterwohlfahrt,

Caritas, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonisches Werk), Kommunen und anderen

Organisationen angeboten. Das DWSAAR hat von HIPPY-Deutschland die Lizenz

für das Saarland erworben. Finanzielle Unterstützung zur Durchführung des Programms

kommt von der Aktion Mensch, der saarländischen Landesregierung, dem

Stadtverband Saarbrücken und dem Diakonischen Werk der Evangelischen Kirche

im Rheinland.

wahrzunehmen. Wichtige

Elemente von HIPPY sind die

eigens entwickelten Spiel- und

Lernmaterialien. Sie bestehen

aus neun Geschichtenbüchern

und 0 Aktivitätenheften pro

Programmjahr. Weitere Elemente

sind geometrische Formen

in den vier Grundfarben,

Buntstifte, Wachsmalkreiden,

Schere und Kleber. Für viele

HIPPY wird gestartet. (v. l.) Manfred Hajo (Stadtverb. Saarbrücken),

Wolfgang Biehl (DWSAAR), Peter Weber (HIPPY Deutschland), Gabi

Schäfer (Staatssekretärin Innenministerium), Martin Horzella (DWSAAR).

Aktivitäten werden Gegenstände

aus der Natur oder aus dem

Haushalt eingesetzt. Jede Woche

werden die HIPPY-Aktivitätenhefte

von einer Mitarbeiterin

zu den Familien nach Hause

gebracht und im Rollenspiel

eingeübt.

Neben den regelmäßigen

Hausbesuchen finden auch

Gruppentreffen statt. Hierbei

tauschen die beteiligten Mütter

Erfahrungen aus und vertiefen

ihr Wissen über Inhalte und

Ziele der HIPPY-Aktivitäten.

Ferner wird jeweils ein Thema

aus den Bereichen Erziehung,

Gesundheit oder Ernährung

besprochen. Die Auswahl der

Themen wird mit den Teilnehmerinnen

abgestimmt.

Die „Saarbrücker Initiative Migration und

Arbeitswelt“ unterstützt höher qualifizierte

Migrantinnen und Migranten bei der

beruflichen Integration

Irina P. will wieder mit

Kindern arbeiten

Mehr als zehn Jahre ist es nun

her, dass Irina P. mit Mann Juri

und Tochter Svetlana nach

Deutschland gekommen ist. In

Russland hatte sie als Lehrerin

für Mathematik gearbeitet

und gehofft, in Deutschland

bald eine vergleichbare Tätigkeit

zu finden. Zunächst einmal

aber war es ihr wichtig,

ihre Deutschkenntnisse zu verbessern

und so besuchte sie

mehrere Sprachkurse. Parallel

dazu reichte sie ihre Diplome

und Zeugnisse bei den zuständigen

Behörden ein, um sich

ihre Ausbildung als Lehrerin

anerkennen zu lassen und sich

damit auf entsprechende Stellen

bewerben zu können. Doch

bald schon die Enttäuschung.

Ihre Ausbildung als Lehrerin

wurde hier nicht anerkannt. All

die Jahre der Ausbildung und

engagierter pädagogischer Arbeit

im Heimatland waren offensichtlich

ganz umsonst gewesen.

Sie kann noch nicht

einmal irgendwo ein Praktikum

machen oder sich weiterbilden.

Schließlich sieht sie ein, dass

sie, wenn sie überhaupt Geld

verdienen will, sich wohl oder

übel auf Jobs als Helferin bewerben

muss. Mit etwas Glück

findet sie sogar eine Teilzeitbeschäftigung

als Putzhilfe bei

einer Wohnungsgesellschaft.

Doch die Unzufriedenheit und

das Gefühl bleiben, eigentlich

was anderes im Leben machen

zu wollen.

Solche und ähnliche Geschichten

bekommt Nadeschda

Schmidt immer wieder zu hören.

Als Mitarbeiterin des DI-

AKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR (DWSAAR) arbeitet

sie mit bei der „Saarbrücker

Initiative Migration und Arbeitswelt“

(SIMA). Sie kümmert sich

insbesondere um die Situation

höher qualifizierter Migrantinnen

und Migranten. Eine

Besonderheit von SIMA ist

die enge Verknüpfung mit der

ARGE Saarbrücken. Die Projektmitarbeiterin

des DWSAAR

hat ihren Arbeitsplatz in Räumlichkeiten

der ARGE in der Hafenstraße

in Saarbrücken. Gemeinsam

mit einem Mitarbeiter

hat sie eine Aktenanalyse von

etwa 80 bei der ARGE gemeldeten

Akademikerinnen und

Akademikern mit Migrationshintergrund

durchgeführt. Dazu

kamen vertiefende Interviews.

Daneben beschäftigt sich das

SIMA-Team ARGE mit der Entwicklung

von Qualitätskriterien

für Qualifizierungsmaßnahmen

und berät Interessierte über

Weiterbildungsmöglichkeiten

– bei Bedarf in ihrer Muttersprache.

Vorschläge an das Bundesministerium

So nimmt SIMA den Prozess

der Arbeitsmarktintegration

der über -Jährigen unter die

Lupe: Vom Deutschkurs bis

zum Bewerbungstraining, von

der Kompetenzfeststellung bis

zur Existenzgründungsberatung,

von der Anerkennung

ausländischer Diplome bis zur

Arbeitsplatzsuche von Absolventinnen

und Absolventen

saarländischer Hochschulen.

Ziel ist es, dem Bundesministerium

für Arbeit und Soziales

konkrete Vorschläge zu unterbreiten,

wie die berufliche

Integration verbessert und der

Integrationsprozess optimiert

werden kann.

SIMA ist ein Verbundprojekt der EQUAL-Entwicklungspartnerschaft

„InBeZ Rhein-Saar-

Elbe“ (Informations- und Beratungszentren

für Migrantinnen und Migranten), die vom

Institut für sozialpädagogische Forschung

Mainz (ism) koordiniert wird und Mitglied im

bundesweiten Netzwerk „IQ – Integration

durch Qualifizierung“ ist. Das Projekt wird von

Dezember 00 bis Dezember 007 in Trägerschaft

der Landeshauptstadt Saarbrücken,

des DWSAAR und des Instituts FITT gGmbH

durchgeführt. Ein weiterer Partner ist die

ARGE Saarbrücken. Das Gesamtprojekt wird

wissenschaftlich begleitet und ausgewertet.

Dies alles geschieht vor dem

Hintergrund, dass sich die Beschäftigungssituation

von Migrantinnen

und Migranten überdurchschnittlich

verschlechtert

hat. So ist die Arbeitslosenquote

der ausländischen Bevölkerung

in Saarbrücken mit

0 Prozent doppelt so hoch

wie die der deutschen Bevölkerung.

Das System der Anerkennung

von Abschlüssen ist

kompliziert und unübersichtlich,

im Herkunftsland erworbene

Qualifikationen werden wie im

Fall von Irina P. meist nur sehr

eingeschränkt anerkannt. Erwerbstätige

Migrantinnen und

Migranten sind besonders

häufig als Arbeiter und Hilfskräfte

beschäftigt. Angebote


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

der Arbeitsmarktberatung und

Qualifizierung erreichen diese

Zielgruppe nur in sehr eingeschränktem

Maße.

Kooperation mit der

Gemeinwesenarbeit

Ein weiteres SIMA-Teilprojekt

des DWSAAR ist im „BürgerInnen

Zentrum Brebach“ angesiedelt,

mit dem Ziel, die

berufliche Integration insbesondere

von geringer qualifizierten

MigrantInnen zu fördern

und niedrigschwellige Zugänge

zur Zielgruppe zu erproben.

SIMA-Mitarbeiterin Anne-Marie

Marx und ihr Kollege im Bürgerzentrum,

Stefan Ortleb, beraten

und begleiten in enger

Abstimmung mit der ARGE Migrantinnen

und Migranten auf

ihrem Weg in eine geeignete

Beschäftigung oder Qualifizierung.

In beruflichen Wiedereingliederungskursen

werden

Frauen bei ihren ersten Schritten

in eine mögliche Erwerbsarbeit

unterstützt.

Vielleicht kann nun auch Irina

P. bald auf eine ihren Interessen

und Kompetenzen ange-

messene Tätigkeit hoffen. Auf

Anregung von SIMA nimmt sie

an einer eigens von der ARGE

finanzierten Qualifizierungsmaßnahme

für Pädagogen

teil. Im Schuldienst wird sie

damit wohl auch nicht arbeiten

können. Aber sie hat schon

eine Praktikumsstelle bei einer

Schülerhilfe gefunden und freut

sich sehr darauf, bald wieder

mit Kindern arbeiten zu können.

grenzt auf Menschen ausländischer

Herkunft, sondern als

gemeinsames Unternehmen

von Deutschen und Nichtdeutschen“,

so Ulli Heß, „für unsere

Modell gegen

Schwarzarbeit

Arbeit spielt es keine Rolle, ob

jemand Deutscher, Türke oder

Italiener ist, sondern dass alle

gemeinsam Brebacher Bürgerinnen

und Bürger sind. Wichtig

Am 1. Januar 006 hat das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR die „Agentur für haushaltsnahe

Arbeiten“ in Völklingen übernommen

ist es Begegnungen herzustellen,

ein positives Stadtteilimage

und eine gemeinsame Identifikation

zu unterstützen.“

Es ist eigentlich fast schon eine Kunde kann 0 Prozent be-

Quadratur des Kreises. Auf der ziehungsweise maximal 600

Bundesintegrationsbeauftragte

einen Seite gibt es Menschen, Euro pro Jahr von der Steu-

im „BürgerInnen Zentrum Brebach“

die verzweifelt jemanden stunerschuld abziehen. Darüber

denweise suchen, der die Wä- hinaus sucht die Agentur für

Gemeinsames Unternehmen

sche erledigt, die Wohnung

sauber hält, den Kühlschrank

haushaltsnahe Arbeit über ein

gezieltes Auswahlverfahren die

von Deutschen

und Nichtdeutschen

auffüllt oder Botengänge

macht. Auf der anderen Seite

suchen andere Menschen gerade

solche Arbeiten, möchten

aber einen Arbeitsplatz außer-

passenden Mitarbeiterinnen für

die Kunden, kümmert sich bei

Krankheit und Urlaub um Vertretung

und übernimmt alle Arbeitgeberpflichten.

Außerdem

halb der Schwarzarbeit haben. gibt es Fortbildungsangebote,

Hohen Besuch gab es Anfang beit, Vernetzung und Stadt- arbeit in Brebach ausmachen.

In diese Lücke stößt die AhA damit die Mitarbeiterinnen im-

des Jahres 007 im BürgerInteilentwicklung vor, die das Be- „Wir betrachten Integrationsar-

Völklingen. Sie ist Teil des Lanmer auf dem neusten Stand

nenZentrum Brebach: Maria sondere an der Integrations- beit nicht als Nischenarbeit, bedesprogramms

„Agenturen für bleiben. Regelmäßige Quali-

Böhmer, Beauftragte der Bun-

haushaltsnahe Arbeit“, zu dem tätskontrollen übernimmt die

desregierung für Integration, in-

saarlandweit neun Agenturen Agentur ebenfalls. Derzeit hat

formierte sich über die Arbeit in

gehören. Am 1. Januar 006 die Völklinger Agentur rund 0

Verbindung mit dem Gemein-

hat das DIAKONISCHE WERK Mitarbeiterinnen und Mitarbeiwesenpojekt.

Sie wurde beglei-

AN DER SAAR (DWSAAR) die ter.tet

von der saarländischen In-

Agentur in Völklingen, die zunenministerin

Annegret Kramp-

vor eineinhalb Jahre lang von Kontakt:

Karrenbauer und der Integrati-

der Ökumenischen Sozialstati- Gabriele Baumgärtner

onsbeauftragten für das Saaron

getragen wurde, übernom- Gatterstr.1 , 66 Völklingen,

land, Gabi Schäfer.

men.

Tel. 0160/8 6 (Handy),

Ulli Heß und Sigrun Krack stell-

Wolfgang Biehl, Geschäftsfüh- Fax 06898/91476-15,

ten die zielgruppenorientierten

rer des DWSAAR, sieht gera- Mail : AhA@dwsaar.de,

Förderangebote wie Integrade

in diesem Projekt eine be- Internet: www.aha-saarland.de

tionskurse, Sprachkurse für

sondere Chance, besonders

Frauen, Alphabetisierungs-

Frauen aus der Schwarzarbeit

kurse, Sprachförderung und

und der schlechten sozialen Si-

Hausaufgabenhilfe für Kinder Im Gespräch: (v. r.) Annette Hübinger (CDU-Bundestagsabgeordcherung

herauszuholen. Aber

sowie Kernaufgaben der Genete und Bezirksbürgermeisterin), Annegret Kramp-Karrenbauer

nicht nur für die Frauen und

meinwesenarbeit wie Bürger- (Innenministerin) Maria Böhmer (Bundesbeauftragte für Integrati-

Männer, die in der AhA arbeibeteiligung,

Öffentlichkeitsar- on), Gabi Schäfer (Staatssekretärin), Wolfgang Biehl (DWSAAR).

ten, gibt es große Vorteile. Der

10 11


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Die Kinderarmutsprojekte in Alt-Saarbrücken

und Malstatt können weiterlaufen. Finanzierung

durch Land und Stadtverband

Zukunft vorerst gesichert

„Die Prävention kommt zu

kurz“, sagte Dr. Armin Kuphal.

Der Geschäftsführer der Paritätischen

Gesellschaft für

Gemeinwesenarbeit in Saarbrücken

hielt im Kinderhaus

in Saarbrücken-Malstatt einen

flammenden Appell an die Jugendhilfe,

doch endlich umzusteuern.

0 Prozent der Ausgaben

würden für die stationäre

Unterbringung von Kindern und

Jugendlichen, etwa in Wohngruppen,

ausgegeben und nur

sechs Prozent in die Prävention

gesteckt. Weil das eine

eben „Pflicht“ und das andere

die „Kür“ sei. Dabei könnten

langfristig Kosten gespart werden,

wenn man jetzt in die Prävention

investiere.

Ganz konkret meint Kuphal damit

die Modellprojekte zur Bekämpfung

der Auswirkungen

von Kinderarmut, die in den

letzten drei Jahren gemeinsam

von der Paritätischen Gesellschaft

für Gemeinwesenarbeit

und dem DIAKONISCHEN

WERK AN DER SAAR (DW-

SAAR) in Alt-Saarbrücken und

Malstatt durchgeführt wurden.

Mit Erfolg, wie der Abschlussbericht

beweist, der dem Ministerium

für Inneres, Familie,

Frauen und Sport (MIFFS) als

Finanzier und dem Stadtverband

Saarbrücken als Jugendhilfeträger

überreicht wurde.

Ziel ist es, die „Vererblichkeit“

von Armut von der einen Generation

auf

die nächste zu

durchbrechen.

Basis dazu warenGemeinwesenprojekte,

die die Träger

in den beiden

Stadtteilen unterhalten.

In

Malstatt

eröffnete das

DWSAAR zudem

ein Kinderhaus.

Durch die intensive Arbeit mit

Kindern aus armen Familien

konnte das soziale Verhalten

deutlich verbessert, Bildungswege

positiv beeinflusst und

Impulse zu einer gesünderen

Ernährung gegeben werden,

berichteten die Mitarbeiter. Zu

den Eltern wurde ein Vertrauensverhältnis

aufgebaut. Neben

der Beratung wurden Elterntreffs

und Kurse zu Erziehungsfragen

initiiert. Außerdem

knüpften die Mitarbeiter

Kontakte zu anderen sozialen

Einrichtungen, Ärzten und Behörden,

die in Verbindung mit

den Familien stehen, um so

eine „Präventionskette“ aufzubauen.

In Zusammenarbeit

mit Kindergärten und Schulen

konnten schon frühzeitige Lernrückstände

verhindert werden.

Insgesamt zieht das Institut für

Sozialforschung, Praxisberatung

und Organisationsent-

wicklung (iSPO), das den Abschlussbericht

erstellte, eine

positive Bilanz. Die vielfältigen

Auswirkungen der Armut seien

deutlich abgemildert worden.

Anerkennung für die Arbeit

zollten den Trägern auch

Dr. Kurt Wahrheit, Erster Beigeordneter

des Stadtverbandes,

und Ernst-Rudolf Ollinger,

Referatsleiter im MIFFS.

Die Folge des Appells: Ein

Nachfolgeprojekt konnte am

1. Januar 007 starten, in die

die Erfahrungen der letzten drei

Jahre einfließen sollen. Unter

dem Titel „Freiraum für Prävention“

werde dabei ein besonderer

Schwerpunkt auf die Zusammenarbeit

mit Jugendamt,

Polizei und anderen sozialen

Einrichtungen in den Stadtteilen

gelegt, erläutert Wolfgang

Biehl aus der Geschäftsführung

des DWSAAR. Eben ganz

nach dem Ansatz von Kuphal,

frühzeitig vorbeugen, damit

später nicht interveniert werden

muss. Die Finanzierung

übernimmt mit einem Drittel der

Kosten das Land. Gleichzeitig

kam der Jugendhilfeträger an

Bord: der Stadtverband Saarbrücken

übernimmt die übrigen

zwei Drittel – jedenfalls für die

nächsten drei Jahre.

(aus dem SONNTAGSGRUSS)

1 1


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Befragung von ehemaligen Sprachkursteilnehmerinnen

und Sprachkursteilnehmern

erbrachte viele positive Ergebnisse

In Deutschland

„voll und ganz“ zu Hause

Das Projekt „Aussiedler und

Gemeinde“ hat eine Befragung

ehemaliger Sprachkursteilnehmerinnen

und Sprachkursteilnehmer

beim DIAKO-

NISCHEN WERK AN DER

SAAR (DWSAAR) durchgeführt.

Dazu wurden alle 7

Teilnehmerinnen und Teilnehmer

angeschrieben, die im

Zeitraum von Anfang 001 bis

Ende 00 Sprachkurse absolvierten.

Alle bekamen einen

Fragebogen auf Deutsch und

Russisch, 7 davon kamen

ausgefüllt zurück. Die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

(TN), die sich an der Befragung

beteiligten, stammen fast ausschließlich

aus den Nachfolgestaaten

der ehemaligen So-

wjetunion (71 Personen). Einige

Schlaglichter:

Berufliche Situation

nicht rosig

Zählt man die in Ausbildung

befindlichen Jugendlichen hinzu,

waren 71,6 Prozent vor

ihrer Einreise nach Deutschland

erwerbstätig – und zwar

Frauen genauso wie Männer.

In Deutschland angekommen,

stellt sich die berufliche Situation

der Zugewanderten nun

schlechter dar. Es fällt dabei

auf:

- der Anteil der Personen mit

Erwerbstätigkeit (die Jugendlichen

in Ausbildung wieder

einbezogen) sinkt auf etwa

Elke Ferner, stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende im Deutschen Bundestag (Mitte), stellte in

einem Integrationskurs des DWSAAR das politische System in Deutschland vor und überreichte die

Abschlusszertifikate.

7 Prozent (vorher waren es

über 70 Prozent);

- über 0 Prozent der ehemaligen

TN sind oder waren arbeitslos;

- über 0 Prozent der ehemaligen

TN beginnen eine „Maßnahmekarriere“

mit weiteren

Sprachkursen sowie Maßnahmen

von ARGE und Arbeitsagentur;

- knapp 10 Prozent der ehemaligen

TN (immerhin

16,7 Prozent der Frauen) werden

in Hausarbeit und Kindererziehung

als Perspektive

gedrängt. Wenn die berufliche

Situation der Zugewanderten

auch nicht gerade rosig aussieht,

so sind doch über 0

Prozent zufrieden oder sehr

zufrieden mit ihrer Lage, nur etwas

mehr als 0 Prozent sind

eher unzufrieden.

Längere Sprachkurse

wirken nach

Mit 88 Prozent guten und

sehr guten Wertungen geben

die TN den Sprachkursen des

DWSAAR ein

hervorragendes

Zeugnis. Es fällt

auf, dass die TN

an einem Kurs

längerer Dauer

(neun Monate

und mehr) die

Wirkung des

Sprachkurses

in allen Teilbereichen(Verstehen,

Sprechen,

Lesen, Schreiben)

deutlich

besser bewerteten

als die

Befragten, die

an einem kür-

zeren Kurs (bis

sechs Monate

Dauer) teilgenommen

haben.

Das beste Ergebnis erzielten

die länger dauernden Kurse

beim Sprechen: hier gaben im

Vergleich zum kürzeren Kurs

fast dreimal soviel Befragte an,

dass ihre Kenntnisse sich viel

oder sehr viel verbessert hätten.

Gerade das Sprechen ist

aber für eine erfolgreiche Integration

in Deutschland entscheidend.

Dieses Ergebnis

gibt einen wichtigen Hinweis:

Integrationskurse müssten auf

bis 1 Monate Dauer verlängert

werden. Dadurch würde

ihre integrative Wirkung deutlich

verbessert!

Gute Betreuung

durch DWSAAR

Wer hat den Zugewanderten

nun bei ihren Problemen geholfen?

Spitzenreiter sind hier das

Sozialamt beziehungsweise die

Seit Anfang 00 arbeitet im

Saarland das Projekt „Aussiedler

und Gemeinde“ des

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR als Teil der Evangelischen

Kirche im Rheinland.

Der Diplom-Pädagoge Winfried

Blum und der Pfarrer Peter

Stoll erhielten die Aufgabe,

Projekte zur Integration von

Aussiedlerinnen und Aussiedlern

in evangelischen Kirchengemeinden

zu initiieren, zu unterstützen

und zu begleiten sowie

auf neu ankommende

Arbeitsgemeinschaft (ARGE)

sowie das DWSAAR. Auffällig

ist, dass insbesondere die „alten“

Sozialämter (die ARGEn

gab es zum Zeitpunkt der Befragung

gerade mal knapp ein

Jahr) von den Zugewanderten

gute Noten erhielten. Dies gilt

auch für die Bewertung der Arbeit

des DWSAAR. Dass die

Diakonie hier weit vor den anderen

Wohlfahrtsverbänden

rangiert, hat sicher auch damit

zu tun, dass die TN in den

Sprachkursen unmittelbar von

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern

betreut wurden.

Zusammenfassend: mehr als

Prozent der Befragten fühlen

sich inzwischen in Deutschland

„voll und ganz“ oder „gut“

zu Hause. Nur etwa 0 Prozent

der TN erleben sich als „wenig“

oder „gar nicht“ zu Hause.

Das Projekt „Aussiedler und Gemeinde“

hilft bei der Integration

Glaubenskurse,

Begegnungsabende,

Sprachförderung

evangelische Aussiedler zuzugehen

und sie in unserer Kirche

zu begrüßen.

Projektarbeit mit

Kirchengemeinden

In der saarlandweiten Projektgruppe

„Aussiedler und Gemeinde“

arbeiten Haupt- und

Ehrenamtliche aus sechs bis

acht Kirchengemeinden zusammen,

um Erfahrungen und

Informationen aus der Aussiedlerarbeit

auszutauschen und

Wenn man berücksichtigt, dass

sich die Betroffenen zum Zeitpunkt

der Befragung erst zwei

bis fünf Jahre in Deutschland

aufhielten, ist dies ein erstaunlich

positives Ergebnis. In der

Zuspitzung einer weiteren Frage

wird dies noch deutlicher:

sogar über 6 Prozent der Befragten

gaben an, dass sie den

Schritt, nach Deutschland zu

kommen, (eher) wieder machen

würden. Weniger als

10 Prozent gaben hier ein

„eher nein“ an. Ein absolutes

„Nein“ kam gar nicht vor.

Ein umfassender Bericht ist

beim Projekt „Aussiedler und

Gemeinde“ erhältlich:

Zur Malstatt ,

6611 Saarbrücken,

Tel. (06 81) 700 70 und

8 8,

E-Mail aug@dwsaar.de.

neue Impulse für ihre Arbeit zu

erhalten.

Das hauptamtliche Projektteam

begleitete darüber hinaus

konkrete Vorhaben zur Integration

von Aussiedlern in den

Kirchengemeinden Lebach,

Neunkirchen, Dillingen, Saarlouis,

Völklingen, Karlsbrunn,

Sitterswald, Burbach und Malstatt.

Schwerpunkte waren

hier im Sommer 006 „Das

Russland-Deutsche Haus“ in

Lebach, das von der dortigen

1 1


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Kirchengemeinde mit einem

umfangreichen kulturellen Begleitprogramm

präsentiert wurde,

und in der Adventszeit die

Ausstellung „Die Geschichte

der Russlanddeutschen“ in der

Evangelischen Auferstehungskirche

in Völklingen. Das Projekt

„Aussiedler und Gemeinde“

organisierte beziehungsweise

unterstützte auch Theaterauftritte

(„Der weite Weg

zurück“), einen Glaubenskurs,

Begegnungsabende, Sprachförderangebote

für Kinder und

Hausaufgabenhilfen in einzelnen

Kirchengemeinden.

Zusätzlich wurde eine Befragung

ehemaliger Sprachkursteilnehmerinnen

und -teilnehmer

des DIAKONISCHEN

WERKES AN DER SAAR statistisch

ausgewertet; die Ergebnisse

können nun für die

eigene Arbeit, aber auch für die

Öffentlichkeitsarbeit genutzt

werden.

Besuche bei Aussiedlerinnen

und Aussiedlern

Durch das neue Zuwanderungsgesetz

sind im Jahr 006

nur noch 86 Aussiedler (davon

7 evangelisch) ins Saarland

gekommen ( 00 waren

es noch 6 ). Dadurch war es

Ein Blick

in die Statistik

81 Menschen betreute die

Abteilung „Offene Soziale Arbeit“

im Jahr 006. Insgesamt

hatten die 171 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in den Einrichtungen

1 660 Beratungskontakte.

Das ist eine Steigerung

um fast 7 00 Kontakte

gegenüber 00 ( ).

Hausbesuch: (v. r.) Winfried Blum und Peter Stoll begleiten und

unterstützen Aussiedler.

möglich, sich umso intensiver

um die Aussiedler und Aussiedlerfamilien

zu kümmern, zu

denen bereits ein Vertrauensverhältnis

aufgebaut war und

die die Begleitung eines evangelischen

Pfarrers wünschten.

Bei den Hausbesuchen, darunter

viele Mehrfachbesuche,

wurden insgesamt 6 Menschen

angetroffen.

Das Projekt hat zudem die

Aufgabe, evangelische Aussiedlerinnen

und Aussiedler

bei der Beheimatung in ihrer

neuen Kirchengemeinde zu unterstützen.

Hierzu wurden die

zuständigen Gemeindepfarrer

bei Neuzuweisungen evangelischer

Aussiedler über den Zuzug

informiert, um auch einen

Begrüßungsbesuch durch die

evangelische Gemeinde zu ermöglichen.

In Neunkirchen und Lebach

treffen sich in kirchlichen Räumen

wöchentlich Aussiedler,

um Gottesdienste so zu feiern,

wie sie es in ihrer Heimat gewohnt

waren. Dazu wird Pfarrer

Stoll ab und zu eingeladen.

Fahrt zum Evangelischen

Kirchentag in Köln

Im Jahr 007 ist das Projekt

„Aussiedler und Gemeinde“,

mit einer gemischten Gruppe

von Einheimischen und Aussiedlern

aus den Kirchenkreisen

Ottweiler, Saarbrücken und

Völklingen zum Evangelischen

Kirchentag in Köln gefahren.

Im Diakonischen Zentrum in Saarbrücken

sichern vier ehrenamtlich arbeitende Ärzte die

medizinische Grundversorgung für Obdachlose.

Dabei kooperiert die Diakonie mit der

Kassenärztlichen Vereinigung.

Einzigartig in Deutschland

Er sei ganz besonders stolz

auf dieses Projekt, bekannte

Diakonie-Pfarrer Udo Blank:

„auf die gute Qualität der Arbeit

und auf unsere ehrenamtlichen

Ärzte“. Im Rahmen der „aufsuchenden

sozialen Arbeit“ im

Diakonischen Zentrum in Saarbrücken

bieten vier saarländische

Ärztinnen und Ärzte einmal

in der Woche eine Sprechstunde

für Wohnungslose an.

Denn bei diesen Menschen,

im Saarland wird ihre Zahl auf

1000 geschätzt, ist die Hemmschwelle,

einen Arzt aufzusuchen,

besonders groß.

Dabei sei die gesundheitliche

Verfassung der Wohnungslosen

überwiegend schlecht,

meistens sogar sehr besorgniserregend,

berichtet Martin

Kunz, Sozialarbeiter im Diakonischen

Zentrum. Früher stießen

er und seine Mitarbeiter

dann an ihre Grenzen. Heute

ist das dank der ehrenamtlich

arbeitenden Ärzte und ihrer

Ambulanz anders geworden.

Im Notfall suchen die Mediziner

die Betroffenen auch an ihren

Schlafplätzen, etwa unter den

Brücken, in alten Autos oder

leer stehenden Wohnungen

auf. Im Jahr 00 wurden 78

Menschen in der Ambulanz

medizinisch versorgt, weitere

an niedergelassene Ärzte

oder Krankenhäuser weitergeleitet.

Und doch gab es bisher

noch immer ein großes Problem

für das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR: die Finanzierung

der notwendigen

Ausstattung zur Diagnostik sowie

der Medikamente und Verbandsmaterialien.

Zwar sind

die meisten Betroffenen versichert,

doch das Geld, Praxis-

und Rezeptgebühren zu bezahlen,

sei meist nicht vorhanden,

berichtet Dr. Rainer Herboth.

Deshalb ist er besonders

froh über eine Zusammenarbeit

mit der Kassenärztlichen Vereinigung

(KV) Saarland, die sich

im Herbst 00 angebahnt hat.

Erst stellte die KV ihre Weihnachtspendenaktion

in den

Dienst der guten Sache: In Zusammenarbeit

mit der Bank 1

Saar wurde für die Ambulanz

gesammelt. In allen 1 00 saarländischen

Arztpraxen sowie in

den Bankfilialen standen Spendendosen.

So konnte der Vorsitzende

des Vorstands der KV,

Dr. Gunter Hauptmann, 16 000

Euro an die Ambulanz übergeben.

Zudem gab es eine großzügige

Spende eines Medizingeräte-Herstellers,

sodass ein

Ultraschall-Gerät angeschafft

werden konnte.

Und im November nahm die

KV die Ambulanz dann unter

ihre Obhut - ein Kooperationsmodell,

das einzigartig ist in

Deutschland. Nun besteht die

Möglichkeit, ganz offiziell Kassenrezepte

auszustellen und

die Förderung der Ausstattung

durch das Gesundheitsministerium

ist möglich. Was sich

schon ausgezahlt hat, die

Räumlichkeiten im Diakonischen

Zentrum konnten umgestaltet

und neue Geräte für

Untersuchungen gekauft werden.

(aus dem SONNTAGSGRUSS)

16 17


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Die Freiwilligenagentur Völklingen bietet Einsatzmöglichkeiten

auf den unterschiedlichsten

Arbeitsfeldern

Mit Ehrenamtlichen

einen „Lichtblick“ setzen

Mit einer Behinderung leben

bedeutet eine große Herausforderung.

Blinde und sehbehinderte

Menschen entwickeln die

unterschiedlichsten Fähigkeiten

und Fertigkeiten, um ihren Alltag

autonom gestalten zu können.

Viele kleine Dinge des Alltags

sind aber ohne eine kleine

Unterstützung nur schwer zu

realisieren. Daher hat die Freiwilligenagentur

Völklingen des

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR in enger Kooperation

mit dem „Blinden und Sehbehinderten

Verein Saarland

e.V.“ das Projekt „Lichtblicke“

initiiert. Es wird von der Keppler

Stiftung des Diakonischen

Werkes der Evangelischen Kirche

im Rheinland gefördert und

möchte mit Ehrenamtlichen im

wahrsten Sinne des Wortes einen

„Lichtblick“ setzen.

Die Einsatzmöglichkeiten sind

vielfältig und werden entsprechend

der Interessen individuell

vereinbart, etwa die Begleitung

bei Spaziergängen und

Einkäufen, die Nutzung von

EDV sowie die Mitwirkung bei

verschiedenen Veranstaltungen

des Blinden- und Sehbehindertenvereins.

Durch solch eine

persönliche Assistenz soll blinden

und sehbehinderten Menschen

ein selbstverantwortliches

und selbst bestimmtes

Leben ermöglicht werden. Die

Ehrenamtlichen sammeln vielfältige,

neue und für sich selbst

interessante Erfahrungen.

Ohne ehrenamtliches Engagement

läuft in unserer Gesellschaft

fast nichts mehr. Wohlfahrtsverbände,

Vereine und

Initiativen können einen Teil ihrer

Arbeit nur durch die Unterstützung

freiwilliger Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter realisieren.

Das hat der Gesetzgeber

erkannt und den Aufbau und

Betrieb von Freiwilligenagenturen

gefördert. Die Freiwilligenagentur

des Diakonischen

Zentrums in Völklingen wird

vom Stadtverband Saarbrücken

und aus kirchlichen Mitteln

finanziert. Giusy Grillo bietet

im Diakonischen Zentrum in

der Gatterstraße Bürgerinnen

und Bürgern, die sich für ein

freiwilliges Engagement interessieren,

eine kostenlose und

unverbindliche Beratung an

und zeigt dann auch Möglichkeiten

für den Einsatz auf. Sie

begleitet die Menschen und

hilft Rahmenbedingungen zu

schaffen, damit die Zusammenarbeit

gelingt.

Natürlich gehört es zu den Aufgaben

der Freiwilligenagentur

auch, den Sozialraum zu beobachten

und neue Engagementfelder

für Ehrenamtliche

zu erschließen. Es ist so ein

Netzwerk entstanden, zu dem

Organisationen gehören wie

das Seniorenbüro des Stadtverbandes,

die LAG Pro Ehrenamt,

die Demenz Initiative

Völklingen, Familienbildungsstätten

und Beratungsstellen.

Mit einer intensiven Öffentlich-

keitsarbeit wird das Interesse

der Bürgerinnen und Bürger an

ehrenamtlichem Engagement

geweckt.

006 führte die Freiwilligenagentur

81 Beratungen durch.

Insgesamt hat sie über 1 0

Menschen erreicht. Nachgefragt

wurden insbesondere Arbeitsfelder

im sozialen Bereich.

Ehrenamtliche möchten sich

hauptsächlich für Kinder und

Jugendliche einsetzen, für behinderte

Menschen sowie Seniorinnen

und Senioren. Fortbildungen,

etwa zu den Themen

„Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung“

oder ein Befähigungskurs

„Pflege“ wurden

durchgeführt.

Zahlreiche Projekte sind im

Laufe der Zeit entstanden. Ein

bereits seit 00 bei der Freiwilligenagentur

Völklingen laufendes

Projekt sind die „Seniorensicherheitsberater“,

die

älteren Mitbürgerinnen und

Mitbürgern Tipps und Hilfe im

Alltag anbieten. Weiterhin im

Programm sind auch die PC-

Kurse für Seniorinnen und Senioren.

Die Freiwilligenagentur

unterstützt die Völklinger Tafel,

die im Oktober eine Ausgabestelle

in der ehemaligen Hüttenstadt

eröffnet hat. Eine neue

Initiative ist der Besuchsdienst

„Abstand von der Pflege“, der

pflegende Angehörige bei der

schweren Arbeit unterstützt, indem

er ihnen hin und wieder

mal Freizeit ermöglicht. Und

da ist das Projekt „Lichtblicke“,

das initiiert wurde, und auch

007 weiterlaufen wird. Außerdem

soll die kultursensible Altenhilfe

für Migrantinnen und

Migranten in den Blick genommen

werden.

Steigende Nachfrage bei den

saarländischen Tafeln

Wichtige Hilfe

in großer Not

„Nicht alle Menschen haben ihr

täglich Brot - und dennoch gibt

es Lebensmittel im Überfluss.

Die Tafeln bemühen sich um einen

Ausgleich - mit ehrenamtlichen

Helfern für die Bedürftigen

ihrer Stadt. Das Ziel der

Tafeln ist es, dass alle qualitativ

einwandfreien Nahrungsmittel,

die im Wirtschaftsprozess nicht

mehr verwendet werden können,

an Bedürftige verteilt werden.

Die Tafeln helfen so diesen

Menschen, eine schwierige

Zeit zu überbrücken und geben

ihnen dadurch Motivation für

die Zukunft.“ (aus den Grundsätzen

der Tafelbewegung)

Das DIAKONISCHE WERK AN

DER SAAR ist gemeinsam mit

dem jeweiligen Caritasverband

in Neunkirchen und mittlerweile

auch in Saarlouis Träger einer

Tafel. Gerade in der heutigen

Zeit, in der – wie es derzeit

auch durch die Presse geht

– relativ wenig Mittel bei Arbeitslosengeld

II-Empfängern

( Euro pro Monat) für eine

warme Mahlzeit zur Verfügung

stehen (ungefähr ein Euro pro

Tag) ist das Hilfsangebot der

Tafeln immer wichtiger geworden.

Nicht umsonst verzeichnet

das DIAKONISCHE WERK

AN DER SAAR 006 steigende

Zahlen: zum Beispiel in der

Neunkircher Tafel mit 1 . 7

Abholern, das heißt durchschnittlich

1 Abholer pro Ausgabetag,

und in der Saarlouiser

Tafel mit 1 6 Abholern pro Ausgabetag.

Allein in Saarlouis erhielten

somit seit dem 1.Juli

006 genau .01 Menschen

Lebensmittel. Durchschnittlich

werden von jedem Abholer dort

drei weitere Familienmitglieder

versorgt.

Die bundesweite Tafelbewegung,

an der die Neunkircher

und die Saarlouiser Tafel partizipieren,

hat sich Grundsätze

gegeben:

• Die Arbeit der Tafeln ist ehrenamtlich

und kann durch Mitarbeiter,

die durch Fördermaßnahmen

finanziert und qualifiziert

werden, ergänzt werden.

• Die Arbeit der Tafeln wird

durch Sponsoren ermöglicht,

die mit Lebensmitteln und

Sachspenden die Arbeit hilfreich

unterstützen.

• Die Tafeln sind nicht an Parteien

oder Glaubensrichtungen

gebunden und helfen allen

Menschen, die Hilfe bedürfen.

An diese Hilfen werden keine

Bedingungen geknüpft.

• Die Arbeit der Tafel für Bedürftige

und mit Lieferanten

steht immer in lokalem Bezug.

Die Tafeln respektieren untereinander

diese Wirkungskreise,

ohne miteinander zu konkurrieren.

Wir sind der Meinung, dass

das Tafelangebot mittlerweile

– leider – ein festes Angebot

in der Hilfepalette für bedürftige

Menschen geworden ist;

aus der Not geboren, aber als

Überbrückungs- und Unterstützungsmittel

für die Menschen

wichtig.

18 1


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

0

Seniorenberatungsstelle auf dem Eschberg

hat Arbeit aufgenommen

Im Alter gut wohnen

und leben

Im Saarbrücker Wohngebiet

auf dem Eschberg, das in den

60-er Jahren gebaut wurde,

steigt der Anteil der älteren Bevölkerung

kontinuierlich. Um

der demografischen Herausforderung

in Zukunft gerecht zu

werden, erarbeitet die Immobiliengruppe

Saarbrücken Konzepte

für die Betreuung von

Senioren in ihren Wohnungen.

Denn Älterwerden bedeutet

immer auch, sich auf neue Lebenssituationen

einzustellen,

neue Herausforderungen zu

meistern und auch kritische Lebensereignisse

zu bewältigen.

Als erstes Projekt startete vor

einigen Monaten die Seniorenberatungsstelle

Eschberg, die

vom DIAKONISCHEN WERK

AN DER SAAR (DWSAAR) getragen

wird.

Zwei Mitarbeiterinnen vor Ort

kümmern sich um die Belange

von Senioren auf dem Eschberg

und gewährleisten eine

Anlaufstelle vor Ort. Sie informieren

über Themen wie Wohnen

im Alter, Pflegeversicherung,

ambulante Dienste und

auch Hilfe zur Selbsthilfe. Oder

sie organisieren jemanden,

der einkaufen geht oder putzt,

wenn ein Bewohner nicht mehr

so gut auf den

Beinen ist. Neben

diesen

Leistungen

bietet die Seniorenberatung

auch Veranstaltungen

wie

zum Beispiel

Gedächtnistraining,

Spiele-

Nachmittage

oder Feste an.

Durch die enge

Vernetzung der

verschiedenen

Einrichtungen

des DWSAAR

können die Mitarbeiterinnen

bei (fast) allen

Problemen weiterhelfen, die

auf einen Menschen im Alter

zukommen können. Bei Bedarf

wird auch an andere Dienste

weitervermittelt – immer um die

beste Lösung für die Menschen

zu finden. Die gute Zusammenarbeit

mit anderen Einrichtungen

ist den Mitarbeiterinnen

und dem Träger ein wichtiges

Anliegen. Ein aktuelles Projekt

ist in diesem Zusammenhang

die Erstellung einer „Netzwerkkarte“

für Senioren über Einrichtungen

und Angebote im

Wohngebiet Eschberg.

Ein weiteres wichtiges Standbein

ist die Gewinnung von Ehrenamtlichen

für die Seniorenarbeit

auf dem Eschberg: Menschen

aller Altersklassen – von

Jugendlichen bis hin zu rüstigen

Rentnern – werden gezielt

angesprochen. Unter dem

Motto „Geschenkt ist nicht umsonst

– Ehrenamt lohnt sich!“

informieren die Mitarbeiterinnen

des DWSAAR über die

verschiedenen Möglichkeiten,

sich ehrenamtlich zu engagieren.

Dabei sind Menschen, die

für einen begrenzten Zeitraum

oder ein Projekt dabei sein

möchten ebenso herzlich willkommen

wie Menschen, die

sich regelmäßig über einen

längeren Zeitraum für die Seniorenarbeit

einsetzen.

Die Seniorenberatung Eschberg

hat ihr Büro im Mecklenburgring

und ist unter der

Rufnummer 06 81 / 8 1 7

oder per Mail an seniorenberatung-eschberg@dwsaar.de

erreichbar. Die Öffnungszeiten

sind montags und donnerstags

von 1 -17 Uhr sowie dienstags,

mittwochs und freitags

von 10-1 Uhr.

Fachambulanz fordert den Ausbau

der Hilfen für Spielsüchtige

Der Glücksspielmarkt

boomt

Der deutsche Glücksspielmarkt

mit seinem breit gefächerten

Angebot aus Lotterien, Sportwetten,

Casinos, Glücksspielautomaten

boomt. Die öffentlichen

Einnahmen übersteigen

die Einnahmen aus der Alkoholsteuer.

Parallel dazu hat sich

die Glücksspielsucht zu einem

ernsthaften Problem entwickelt,

wurde inzwischen als eigenständiges

Krankheitsbild anerkannt.

Zu den direkt betroffenen

Personen kommen noch Angehörige

aus dem familiären und

sozialen Umfeld, die erheblich

mit betroffen sind und die ebenso

einer Behandlung bedürfen,

hinzu.

Im Saarland geht die Psychosoziale

Beratungsstelle als Fachambulanz

für Abhängigkeitserkrankungen

und pathologisches

Glücksspiel, die gemeinsam

vom Caritas-Verband für Saarbrücken

und Umgebung e. V.

sowie dem DIAKONISCHEN

WERK AN DER SAAR getragen

wird, von über . 00 Betroffenen

aus. 00 wurden freiwillige

Spielersperren gezählt. In

ambulanter Beratung und Behandlung

befanden sich im vergangenen

Jahr 7 Personen, in

stationärer 0 und in Selbsthilfe

ebenfalls 0.

Feststellbar ist auch, je größer

das Angebot an Spielmöglichkeiten

ist, desto häufiger ist pathologisches

Glücksspiel anzutreffen.

Und da verzeichnet das

Saarland die höchste Dichte an

Spielcasinos in Deutschland. Es

werden immer mehr Spiel-

konzessionen für Automaten-

spiele ausgestellt, gleichzeitig

steigt die Zahl der staatlichen

Lotterien, wie etwa das „Keno-

Spiel“. So führt das Glücksspielangebot

einerseits zu Nettoverlusten

der Spieler in Millionenhöhe,

andererseits zu großen

Einnahmen des Staates. Dem

gegenüber stehen aber keine Finanzmittel

zur Bekämpfung der

Spielsucht zu Verfügung. Weder

das bisherige Sportwettengesetz,

noch das Vergnügungssteuergesetz

sieht eine kontinuierliche

Förderung von Maßnahmen

für Spielsüchtige vor.

Das Bundesverfassungsgericht

hat mit seinem Urteil zum staatlichen

Sportwettenmonopol am

8. März 006 festgelegt: Das

staatliche Sportwettenmonopol

ist mit dem Grundgesetz nur

dann vereinbar, wenn es „konsequent

am Ziel der Bekämpfung

von Suchtgefahren

ausgerichtet

ist“. Das

Bundesverfassungsgericht

hat

dem Gesetzgebervorgegeben,

dies

bis Ende

007 in

einem neuenStaatsvertrag

zu

regeln. Das

BVG fordert

damit

als Voraussetzung für den Erhalt

des Monopols des Staates für

Sportwetten einen „aktiven Spielerinnen-

und Spielerschutz“.

Dazu zählen:

• eine konsequente Prävention

• Jugendliche erst gar nicht

anlocken, Erwachsenen keine

falschen Versprechungen machen

• Die Aufklärungs- und Öffentlichkeitsarbeit

zu den Gefahren

des Glücksspiels intensivieren

• Stationäre und ambulante

Hilfen: die Flexibilisierung des

Übergangs zwischen stationären

und ambulanten Hilfen

ebenso die Unterstützung der

Träger, die Beratungsangebote

für Spielsuchtgefährdete qualifizieren

• Strukturelle Maßnahmen:

Verknüpfung bestehender Angebote

im Rahmen regionaler

Netze und die Erhebung von Arten

vom qualitativen und quantitativen

Ausmaß der Glücksspielsucht

im Saarland

• Repression: Es ist darauf

hinzuwirken, dass die zuständigen

Überwachungsbehörden

selbstverständlich die Einhaltung

der bestehenden Gesetze

sicherstellen.

Der im Entwurf vorliegende Staatsvertrag gibt den Ländern vor, aktiven

Spielerschutz auszuführen. Aufgaben einer saarländischen Landesfachstelle

Glücksspielsucht sollten sein:

• Konzeptentwicklung und fachliche Beratung der Landesregierung und

Einrichtungsträgern

• Sensibilisierung der Öffentlichkeit für die Risiken des Glücksspiels einschließlich

der Kommunen, der Jugendhilfeträger in Abstimmung mit der

Landesstelle für Suchtfragen

• Erfassung von Daten zum Glücksspielmarkt und zur Glücksspielsucht

• Unterstützung des Aufbaus von Glücksspieler-Selbsthilfegruppen und

Vernetzung dieser

• Multiplikatorenschulung

• Entwicklung von Konzepten zur Optimierung der Präventions- und Hilfsangebote

für Glücksspielsüchtige

• Initiierung und Unterstützung von Präventionsmaßnahmen für Jugendliche

zum Thema „Glücksspiele“

• Qualifizierungsmaßnahmen für Mitarbeitende im Suchthilfebereich und

Entwicklung von Konzepten zur Beteiligung privater Anbieter an Spielschutzmaßnahmen.


O F F E N E S O Z I A L E A R B E I T

Abteilungsleiter Wolfgang Biehl

Tel. 06821/956-202, Fax: 06821/956-205

wolfgang-biehl@dwsaar.de

Stellvertreter: Martin Horzella

Sekretariat: Ilse Löhr

Tel. 06821/956-204, Fax: 06821/956-205

osa@dwsaar.de

Diak. Zentrum Sbr.

u. Fachberatungsstelle für

Wohnungslose/Kleiderkammer

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 - 0

Fax: 0681/38983-40

dzs@dwsaar.de

Medizinische Grundversorgung/

Praxis für Wohnungslose

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 -

Fax: 0681/38983-40

ratwolo-sb@dwsaar.de

Beratungsstelle Eschberg

Mecklenburgring

661 1 Saarbrücken

Tel. 0681/8 1 7

Fax: 0681/8319372

Freiwilligenagentur Völklingen

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 1 76-10

Fax 06898/91476-15

freiw-vk@dwsaar.de

Schuldner- und

Insolvenzberatung

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 1 76-

Fax: 06898/91476-15

schuldbera-vk@dwsaar.de

Referat 1 – Gemeindliche Diakonie

Referentin: Rosie Divivier

Tel. 06821/956-350,

Fax: 06821/956-205,

rosie-divivier@dwsaar.de

Kurberatung und –vermittlung

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 - 1

Fax: 0681/38983-40

kur-sb@dwsaar.de

Sozialbeistandschaften

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 - 1

Fax: 0681/38983-40

sozbei-sb@dwsaar.de

Diakonisches Zentrum

Völklingen

Café VALZ

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 1 76-0

Fax: 06898/91476-15

dzvk@dwsaar.de

BeKo-Stelle Völklingen

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 1 76-1

Fax: 06898/91476-15

senioren-vk@dwsaar.de

Agentur für

haushaltsnahe Arbeit

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 0160/8 6

Fax: 06898/91476-15

aha@dwsaar.de

Ev. Familienbildungsstätte

Mainzer Str. 6

661 1 Saarbrücken

Tel. 0681/61 8

Fax: 0681/61340

fambild-sb@dwsaar.de

Modellprojekt

„Aufsuchende soziale Arbeit“

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 -

Fax: 06821/38983-40

dzs@dwsaar.de

Diakonisches Zentrum

Neunkirchen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

dzn@dwsaar.de

Seniorenberatungsstelle

Neunkirchen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

senioren-nk@dwsaar.de

Ökumenische Wärmestubb

Neunkirchen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

dzn@dwsaar.de

Ev. Aktionsgemeinschaft

für Familienfragen

Mainzer Str. 6

661 1 Saarbrücken

Tel. 0681/61 8

Fax: 0681/61340

Referat 2 – Beratungsstellen

Referent: Martin Horzella

Tel. 06821/956-206,

Fax: 06821/956-205

martin-horzella@dwsaar.de

Haus der Beratung

Ev. Beratungsstelle für

Erziehungs-, Ehe- und

Lebensfragen

Großherzog-Friedrich-Str. 7

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/6 7

Fax: 0681/64072

hdb-sb@dwsaar.de

Haus der Beratung

Ev. Beratungsstelle für

Schwangerschaftskonflikte,

Familienplanung und

Sexualpädagogik

Großherzog-Friedrich-Str. 7

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/6 7

Fax: 0681/64072

hdb-sb@dwsaar.de

Psychosoziale Beratungs-

und Behandlungsstelle

für Suchtkranke

Johannisstr.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 0 06- 0

Fax: 0681/30906-52

psb@caritas-saarbruecken.de

und

spielsuchtberatung@caritassaarbruecken.de

Ökum. Bahnhofsmission

Saarbrücken

Hauptbahnhof Gleis - 1

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 18 0

Fax: 0681/31850

bahnhofsmission-sb@dwsaar.de

Referat 3 – Gemeinwesenarbeit

Referentin: Rosie Divivier

Tel. 06821/956-350, Fax: 06821/956-205

rosie-divivier@dwsaar.de

Stadtteilbüro Malstatt

Breite Str. 6 , 6611 Saarbrücken

Tel. 0681/94735-0, Fax: 0681/94735-29

sbm@dwsaar.de

Modellprojekt “Freiraum für Prävention”

(Modellprojekt Kinderarmut)

Neustr. , 6611 Saarbrücken

Tel. 0681/ 71 und 0160/17 0 0

Fax: 0681/94735-29

sbm@dwsaar.de

Gemeinwesenarbeit Burbach/Sozialbüro Burbach

Bergstr. 6, 6611 Saarbrücken

Tel. 0681/76195-0, Fax: 0681/76195-22

gwaburbach@quarternet.de

Therapeutische Schülerinnen- und

Schülergruppe Matzenberg

Emsweg , 6611 Saarbrücken

Tel. 0681/791323, Fax: 0681/790064

schuelerinnenhaus@dwsaar.de

Stadtteilbüro Neunkirchen

Kleiststr. 0 b, 66 8 Neunkirchen

Tel. 06821/919232, Fax: 06821/

stadtteilbuero@asb-nkev.de

Arbeitsstelle für Integrationshilfen

im Elementarbereich

Gerhardstr. 18

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 8

Fax: 06898/984227

afi-vk@dwsaar.de

Gemeinwesenarbeit Brebach/Therapeutische

SchülerInnengruppe Brebach

Saarbrücker Str. 6 , 661 0 Saarbrücken-Brebach

Tel. 0681/87764 + 95083-25, Fax: 0681/95083-29

bzb@quarternet.de

Projekt SIMA

(Saarbrücker Initiative Migration und Arbeitswelt)

Saarbrücker Str. 6 , 661 0 Saarbrücken-Brebach

Tel. 0681/87764 + 95083-25, Fax: 0681/95083-29

bzb@quarternet.de

Betreuungsverein Saarbrücken

Ev. Kirch-Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 8 8 - /

Fax: 0681/38983-50

betreuungsverein@dwsaar.de

Referat 4 – Migrationsdienste

Referent: Martin Horzella

Tel. 06821/956-206, Fax: 06821/956-205

martin-horzella@dwsaar.de

JMD/Jugendmigrationsdienst

Sbr.

Zur Malstatt

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/70070

Fax: 0681/7020454

jmd-sb@dwsaar.de

JMD/Jugendmigrationsdienst

Vklg.

Gatterstr. 1

66 Völklingen

Tel. 068 8/ 1 76-0

Fax: 06898/91476-15

jmd-vk@dwsaar.de

JMD/Jugendmigrationsdienst/

EDV-Schulung/Integrationskurse

Neunkirchen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

jmd-nk@dwsaar.de

Projekt Aussiedler und

Gemeinde

Pommernstr. 6

66 88 Lebach

Tel. 06881/ 78

Fax: 06881/53017

Zur Malstatt

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/700/70

Fax: 0681/7020454

aug@dwsaar.de

Migrationserstberatung

Saarbrücken

Zur Malstatt

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/70070

Fax: 0681/7020454

jmd-sb@dwsaar.de

HIPPY-Projekt

Zur Malstatt

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/70070

Fax: 0681/7020454

hippy@dwsaar.de

Beratungsstelle für

Flüchtlingsfrauen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

migr-nk@dwsaar.de

Flüchtlingsberatungsstelle

Lebach

Pommernstr. 6

668 Lebach

Tel. 06881/ 78

Fax: 06881/53017

migr-leb@dwsaar.de

Bundesmodellprojekt

Elternarbeit

Zur Malstatt

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/70070

Fax: 0681/7020454

Migrationserstberatung

Neunkirchen

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

meb@dwsaar.de

Integrationskurs

Saarbrücken

Viktoriastr. 6

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/ 1007

Fax: 0681/9104843

sprachkurs-sb@dwsaar.de

Integrationskurs

JVA Ottweiler

Hospitalstr. 1

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1/ 0

Fax: 06821/21214

jva-kurs@dwsaar.de


J U G E N D B E R U F S H I L F E

Jugendsozialarbeit im Wandel

und Jugendberufshilfe im Strudel

Täglich vor neuen

Herausforderungen

Die Abteilung „Jugendberufshilfe“ im DIAKONISCHEN WERK AN DER

SAAR stellt einen umfassenden Maßnahmeverbund zur beruflichen Eingliederung

Jugendlicher, junger Erwachsener und Langzeitarbeitsloser dar.

Ihren Anfang hatte die Arbeit der Abteilung „Jugendberufshilfe“ im Projekt

Jugendarbeitslosigkeit, das 1 7 erstmals einen Hauptschulabschlusskurs

für arbeitslose Jugendliche anbot. Um der steigenden Jugendarbeitslosigkeit

adäquat zu begegnen, wurden sukzessive die Arbeitsbereiche Jugendberatung,

Berufsvorbereitung, Vermittlung in Ausbildung und Begleitung,

Ausbildung Reha, Jugendarbeit, Erwachsenenberatung und Qualifizierende

Beschäftigung entwickelt. Als Konzession an ihren Ursprung beziehungsweise

an die Hauptzielgruppe der Jugendlichen und in ihrem Schwerpunkt den

Prinzipien der Jugendsozialarbeit verpflichtet, hat die Abteilung in ihrem Namen

den Begriff „Jugend“ beibehalten.

Alle Maßnahmen der Jugendberufshilfe richten sich überwiegend an Menschen,

die aufgrund ihrer sozialen Herkunft, ihres Geschlechts und/ oder

fehlender schulischer und beruflicher Qualifikationen auf dem Arbeitsmarkt

keine beziehungsweise unzureichende Chancen haben. In Anbetracht der

Bedeutung von Erwerbsarbeit für die gesellschaftliche Teilhabe verfolgen

alle Maßnahmen der Jugendberufshilfe das Ziel einer dauerhaften beruflichen

Eingliederung als Grundvoraussetzung für ein eigenständiges, selbstverantwortliches,

materiell abgesichertes Leben. Da die Qualifikationsansprüche

auf dem 1. Arbeitsmarkt ständig steigen und so genannte Einfacharbeitsplätze

zunehmend wegfallen, ist eine berufliche Qualifizierung und

vor allem ein anerkannter Berufsabschluss unverzichtbar.

Auch wenn aufgrund fehlender Arbeitsplätze und anderer struktureller

Hemmnisse eine dauerhafte berufliche Integration nicht garantiert werden

kann, besteht weiterhin der Anspruch, die Chancen benachteiligter Menschen

zu verbessern. Dies geschieht insbesondere durch ganzheitliche und

passgenaue Förderung gemäß ihrer individuellen Fähigkeiten und schließt

die Qualifizierung ebenso ein wie die persönliche Stabilisierung und die Bewältigung

ihrer geschlechtsspezifischen Lebenslagen im Sinne einer Geschlechtergerechtigkeit

(Gender Mainstreaming).

006 arbeiteten in der Abteilung „Jugendberufshilfe“ im Rahmen von Einzelprojekten

in den drei evangelischen Kirchenkreisen Saarbrücken, Völklingen

und Ottweiler insgesamt 1 0 Mitarbeiter/innen auf 107 Vollzeitstellen

bei einem Wirtschaftsplanvolumen von insgesamt rund 9,3 Mio. €.

Während sich die so genannte

Hartz-Reform in Teilen schon

überholt und sich der Namensgeber

der größten Sozialreform

in der BRD inzwischen unehrenhaft

aus dem öffentlichen Leben

verabschieden musste, kämpft

die Jugendsozialarbeit und insbesondere

die Jugendberufshilfe

weiter mit den Folgeerscheinungen

der veränderten Arbeitsförderung

und der teilweisen

Umkehrung gut gedachter Ansätze

der Reform:

Trotz anspringender Konjunktur

sind die Chancen für benachteiligte

Zielgruppen auf dem allgemeinen

Arbeitsmarkt schlecht

geblieben. Dennoch orientieren

sich auch die Fördermaßnahmen

des SGB II (Hartz IV) umso mehr

in Manier der Bundesagentur

für Arbeit an Eingliederungsquoten.

Das lange beklagte

Stop-and-go bundesdeutscher

Arbeitsmarktpolitik hat sich im

Zuge scheinbar nicht überschaubarer

Haushaltsansätze bis hin

zu den Haushaltssperren zur

Umsetzung des SGB II weiter

verschärft. Die zu reduzierenden

Schnittstellen zwischen den

Leistungsgesetzen der Arbeitsmarkt-

und Sozialpolitik werden

eher mehr denn weniger. Und

schließlich scheint sich der Verwaltungsaufwand

aufgrund sich

kurzfristig verändernder Strategien

weiter zu potenzieren.

Gleichzeitig sind im Sinne des

geltenden Grundsatzes des „Fördern

und Fordern“ zahlreiche

Menschen und insbesondere

Jugendliche betroffen von Sanktionen,

die sie in ihren Möglichkeiten

bei weitem überfordern,

in existenzielle Krisen stürzen

und weiter ins gesellschaftliche

Abseits drängen. Dabei wird der

Eindruck erweckt, als seien eher

die Zielgruppen des SGB II als

die überzogenen Erwartungen

beziehungsweise schlecht kalkulierten

Risiken für das fiskalische

Desaster der Reformbemühungen

verantwortlich.

Im Zuge dieser widersprüchlichen

Entwicklungen musste

sich die Abteilung „Jugendberufshilfe“

mit ihrem Anliegen, der

Förderung benachteiligter Zielgruppen,

behaupten und wie in

den Jahren zuvor auch im Jahr

006 grundlegende Veränderungen

aufgrund der veränderten

Förderszenarien bewältigen. Im

Folgenden sollen die wesentlichen

Entwicklungslinien skizziert

werden:

MOBil-Jugendberatung

weiter im Übergang

Während sich in den Landkreisen

Neunkirchen und Saarlouis

die MOBil-Jugendberatung

als Übergangsbegleitung für

Abgängerinnen und Abgänger

der allgemein- beziehungsweise

berufsbildenden Schulen im

Rahmen der präventiven Hilfekonzepte

im Übergang von der

Schule in den Beruf etablieren

konnte, war im Stadtverband

Saarbrücken trotz der ältesten

Tradition der Erhalt der Jugendberatungsstellen

in Saarbrücken,

Völklingen und Sulzbach weiterhin

in Frage gestellt. Angesichts

leerer öffentlicher Kassen verhinderten

selbst erhebliche Anstrengungen

die politische Entscheidung

nicht, den Mittelansatz im

Jugendhilfehaushalt in 006

nach 0 Jahren endgültig zu

streichen und die Finanzierungsverantwortung

an die ARGE

Saarbrücken zu übertragen.

Und das obwohl die ARGE

im Sinne ihres Auftrages ausschließlich

für Arbeitslosengeld II

-Beziehende tätig sein darf und

damit nicht für Schülerinnen und

Schüler zuständig ist. Und so

war die ursprünglich sehr fortschrittlich,

mit dem Jugendamt,

der Arbeitsverwaltung und den

Schulen in einer gemeinsamen

Leistungsbeschreibung fixierte

Übergangsbegleitung für Schülerinnen

und Schüler der allgemeinbildenden

Schulen durch

MOBil nicht über die ARGE-Finanzierung

darstellbar. Die jeweils

nur für ein halbes Jahr bewilligten

Mittel der ARGE Saarbrücken

durften ausschließlich

für den abgegrenzten Auftrag

von MOBil eingesetzt werden,

Jugendliche im Leistungsbezug,

die ihrer Mitwirkungspflicht nicht

nachkommen, aufzusuchen und

dem Fallmanager zuzuführen.

Aufgrund Planungen der ARGE

in 006, eigene Maßnahmen für

diese Zielgruppe aufzubauen

(s.u. STABIL), stand die Finanzierung

des Beratungsangebotes

MOBil im Stadtverband Saarbrücken

in Gänze in Frage. Denn

ohne die nationalen Mittel der

ARGE drohte auch die Ko-Finanzierung

durch den Europäischen

Sozialfonds wegzubrechen und

damit auch die Mitfinanzierung

durch das Land.

Perspektiven zur Absicherung

von MOBil ergaben sich erst -

wenn auch sehr mühsam - sukzessive

im Laufe des Jahres:

Zunächst zeigte sich über die inhaltliche

Zusammenarbeit von

MOBil mit der Schulsozialarbeit

in den Schools’in-Projekten die

Möglichkeit, so die nationale Finanzierung

darzustellen und

zumindest die Ko-Finanzierung

über den Europäischen Sozialfonds

für immerhin drei von

sechs Jugendberaterstellen zu

erhalten. Zwei mehr oder weniger

überraschende Entwicklungen

sorgten schließlich dafür,

dass die Jugendberatungsstellen

doch noch fast ungekürzt ins

Folgejahr weitergeführt werden

konnten. Nachdem eine Evaluation

die erfolgreiche Wirkung

von MOBil quasi post mortem

wissenschaftlich belegen konnte,

brachte ein überraschender politischer

Vorstoß einen Mittelan-

satz in den Jugendhilfehaushalt

des Stadtverbandes Saarbrücken

zurück. Auf dieser Basis

konnten erneut Landesmittel eingesetzt

und mit einer inhaltlichen

Erweiterung einer Bildungsberatung

an der Wirtschaftsschule

eine weitere Jugendberatungsstelle

abgesichert werden.

Kompetenzagentur

- ein beeindruckender Name

Eine zusätzliche sinnvolle Ergänzung

brachte die Bewerbung

im Bundes-ESF- Programm

Kompetenzagentur. Dieses

Programm bot neben einer finanziellen

Absicherung von wegbrechenden

MOBil-Strukturen im

Stadtverband Saarbrücken auch

die Chance, nach dem Ausfall

von Landesmitteln die Jugendberatungsstelle

im Landkreis Neunkirchen

zu erhalten. Inhaltlich

interessant stellte sich gleichzeitig

die Weiterentwicklung des

MOBil-Ansatzes im Hinblick auf

ein Kompetenzfeststellungsverfahren

als auch auf die Möglichkeit

der Strukturentwicklung der

abgestimmten präventiven Hilfen

im Übergang von der Schule

zum Beruf insgesamt dar.

Insbesondere die Strukturentwicklung

zur Harmonisierung der

unterschiedlichen Leistungsgesetze

(SGB II, III und VIII) war

ein Hauptthema der fachpolitischen

Bemühungen der Abteilungsleitung

seit der Einführung

des SGB II in unterschiedlichsten

Bezügen (Landes- und sonstigen

Jugendhilfeausschüssen,

Landesarbeitsgemeinschaft der

Beschäftigungs- und Qualifizierungsträger

im Saarland, Liga

der freien Wohlfahrtspflege,

Fachveranstaltungen, politischen

Hearings usw.).

Auf dieser Basis und mit der Unterstützung

der Jugendämter

konnten schließlich innerhalb

der vorgegebenen Drei-Wochen-


J U G E N D B E R U F S H I L F E

Frist höchst anspruchsvolle Bewerbungen

für die Kompetenzagenturen

Saarbrücken und

im Kreis Neunkirchen mit allen

erforderlichen Kooperationszusagen

eingereicht werden. Beide

Anträge wurden im November

als förderwürdig beurteilt, im äußerst

aufwendigen Antragsprüfungsverfahren

durch bisher vier

Instanzen auf Bundesebene bis

heute (April 007) jedoch nicht

bewilligt. Die Folge: wir setzen

die sehr detailliert zu beschreibende

Fortschrittsplanung seit

dem Jahresbeginn 007 auf eigenes

Risiko um.

Mit der Kompetenzagentur hat

die Jugendberufshilfe einen weiteren

Einblick in die Umsetzung

von Programmen des Europäischen

Sozialfonds durch den

Bund bekommen, die um ein

Vielfaches aufwendiger erscheint

als die schon aufwendigen Verfahren

des Landes. Aufgrund

der Mittelverteilung in der neuen

Förderperiode ab 008 zu Ungunsten

der Länder werden die

Bundesprogramme auch für das

DWSAAR an Bedeutung gewinnen

müssen.

In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert,

dass sich die Abteilung

„Jugendberufshilfe“ auch

im Bundesprogramm „ . Chance“

zur Weiterentwicklung der

Maßnahmen gegen Schulverweigerung

auf der Basis der Erfahrungen

im Landkreis Saarlouis

(siehe auch Reportage) beworben

hat. Trotz der Unterstützung

des Landesjugendministeriums

aber leider erfolglos.

Streetwork Saarlouis

weiter auf der Straße

Im Jahr 00 hatte die Stadt

Saarlouis und die Kirchengemeinde

Saarlouis ein Kooperationsvertrag

ausgehandelt, der

für die Folgejahre eine größtmögliche

Planungssicherheit

versprach für die Umsetzung

der aufsuchenden Straßensozialarbeit.

Umgesetzt werden

präventive Maßnahmen gegen

das Auffälligwerden von Jugendlichen

im öffentlichen Raum. Da

die Kirchengemeinde ihren Beitrag

nicht mehr leisten konnte,

kündigte sie zum Ablauf des 1.

Jahres den Vertrag und traf damit

mitten in die Konsolidierungsverhandlungen

zum Haushalt der

Stadt. Diese wollte nun ihrerseits

einsparen und die Finanzierungsverantwortung

kurzfristig

an den Landkreis abtreten. Um

das als allseits notwendig anerkannte

Projekt nicht in Gänze zu

gefährden, waren alle Beteiligten

zu Übergangsregelungen bereit,

sodass das Projekt schließlich

in die Zuständigkeit des Landkreises

als kreisweites Projekt

überführt und gesichert werden

konnte.

Dualisierte Produktionsschule

als Berufsvorbereitung

Im 006 endete der Modellversuch

Dualisierte Produktionsschule

(QGA), der im Saarland

an drei Schulstandorten durch

die Katholische Hochschule für

soziale Arbeit in Kooperation mit

dem saarländischen Bildungsministerium

umgesetzt worden

war. In der alternativen Form

des Berufsvorbereitungsjahres

werden Jugendliche ohne Schulabschluss

in ihrem 10. Pflichtschuljahr

parallel in betrieblichen

Praktika und in der Berufsschule

mit zertifizierten Qualifizierungsbausteinen

auf den Beruf vorbereitet.

Für die Weiterführung des

Schulversuchs waren die jeweiligen

Schulträger mit Unterstützung

aus dem ESF angefragt.

Da das DWSAAR in dem Technisch-gewerblichenBerufsbildungszentrum

(kurz:TG BBZ)

Dillingen bereits mit der sozialpädagogischen

Begleitung des

Dualen Berufsgrundbildungsjahres

betraut war und eine gute

Kooperation mit dem dortigen

Modellversuch bestand, war es

naheliegend und inhaltlich sinnvoll,

sich um diesen Standort

zu bewerben. Leider erhielt das

DWSAAR diesen Zuschlag durch

den Landkreis nicht.

Mit der Weiterführung des Modellversuchs

am TG BBZ Völklingen

wurde die Entscheidung

für die erste Produktionsschule

im Stadtverband Saarbrücken

getroffen. Kurz vor Schuljahresende

erhielt das DWSAAR vom

Jugendamt den Auftrag für die

Umsetzung und konnte zum neuen

Schuljahr die Begleitung von

zwei dualisierten Klassen übernehmen

(siehe auch Reportage).

Wieder ein Hauptschulabschluss-

Kurs im DWSAAR

Mit der Ankündigung neuer erfolgsbezogener

Landesrichtlinien

für die Durchführung von Hauptschulabschluss-Kursen

(HSA)

sah die Jugendberufshilfe die

Möglichkeit, an der langjährigen

erfolgreichen Arbeit in diesem

Bereich anzuknüpfen und beteiligte

sich deshalb im April am

Antragsverfahren für die Kurse in

Saarlouis und Saarbrücken. Start

sollte am 1. August sein. Doch

als mit beginnender Urlaubszeit

der Bescheid des zuständigen

Ministeriums immer noch fehlte,

führte dies im Leitungsteam der

Abteilung zu erheblicher Unruhe.

Als schließlich für den als

wahrscheinlicher geltenden Kurs

in Saarlouis die Absage wegen

zu hoher Kosten erteilt wurde,

schien das Kapitel HSA wieder

einmal erledigt.

Zur allseitigen Überraschung

kam dann am 1 . Juli, mitten

in die Urlaubszeit, die Zusage

für den Saarbrücker Kurs, sodass

binnen zwei Wochen die

komplette Infrastruktur und Personalisierung

zu organisieren

war. Erhebliche Probleme verursachte

dabei, dass das im April

im Antrag geplante Personal zu

diesem späten Zeitpunkt nicht

mehr zur Verfügung stand und

die neue Besetzung erst durch

das Ministerium akzeptiert werden

musste. In einem Kraftakt

mit viel Engagement und Flexibilität

aller Mitarbeitenden konnte

der Kurs schließlich pünktlich

und ordnungsgemäß starten

und die Jugendberufshilfe an

der Tradition der HSA-Kurse als

erste Maßnahme gegen Jugendarbeitslosigkeit

im DWSAAR

anknüpfen.

Ausbildung

ein stabiler Faktor

Nachdem die Jugendberufshilfe

in 00 den Zuschlag für die

Reha-Ausbildungsmaßnahmen

über die Zentrale Ausschreibung

für die Arbeitsagentur Saarbrücken

erhalten hatte, konnte im

Jahr 006 die vorgesehene Option

gezogen werden und 6 Jugendliche

ihre Ausbildung in den

Berufsbildern Verkauf, Metall,

Holz, Maler- und Lackierer sowie

Bau beginnen.

Jugendliche konnten diese

überbetrieblichen Ausbildungsmaßnahmen

erfolgreich

abschließen, indem sie mit der

Abschlussprüfung ihren Gesellenbrief

erwarben.

Im Rahmen des Landesprogramms

„Ausbildung jetzt“,

kurz „Abj“ genannt, an dessen

Umsetzung die Jugendberufshilfe

seit Beginn beteiligt war,

konnten im letzten Jahr 11

zusätzliche Ausbildungsplätze in

Betrieben akquiriert und 58 so

genannte schwer vermittelbare

Jugendliche zum Ausbildungsabschluss

geführt werden. Darüber

hinaus wurde die Beratungs-

Hotline für Ausbildungsfragen

für Betriebe erfolgreich weitergeführt.

Der im Vorjahr neu ausgehandelte

Kooperationsvertrag

mit dem Ministerium für Wirt-

schaft und Arbeit bot in 006 die

geeignete Grundlage zur erfolgreichen

Weiterentwicklung des

bewährten Programms.

Zurück ins System durch niedrigschwellige

Beschäftigung

Im Juni wandte sich die ARGE

Neunkirchen mit dem Anliegen

an das DWSAAR, eine spezielle

Maßnahme für junge Erwachsene

im Arbeitslosengeld-II-Bezug

(kurz ALG II) zu entwickeln, die

mit den vorhandenen Angeboten

der ARGE nicht erreichbar waren.

Angetan von der Initiative,

diese Zielgruppe nun doch auch

in den Blick zu nehmen, erstellte

die Jugendberufshilfe kurzfristig

ein Konzept und startete am

1. August mit NeuStArT (= Stabilisierungs-

und Arbeits-Training).

Dabei werden die jungen

Menschen aufgesucht und in enger

Abstimmung mit der zuständigen

Fallmanagerin individuell

sozialpädagogisch begleitet.

Sinnstiftende Arbeitsangebote

dienen der Lebensbewältigung

und beruflichen Orientierung der

Jugendlichen (siehe auch Reportage).

Schon zu Jahresbeginn war die

Jugendberufshilfe mit anderen

Trägern der Aufforderung der

ARGE Saarbrücken nachgekommen,

für eben diese Zielgruppe

einen Umsetzungsvorschlag

für das im Bundesideenwettbewerb

gekürte Rahmenkonzept

STABIL (= Sozialisierung durch

Training, Arbeit, Betreuung und

Intensivierung der Leistungsbereitschaft)

einzureichen. Hier

sollten insbesondere junge ALG

II-Beziehende in verschiedenen

Förderstufen ohne festgelegte

zeitliche Vorgabe an Maßnahmen

zur beruflichen Qualifizierung

herangeführt werden. Nach

langwierigen Verhandlungen zur

Finanzierungsstruktur konnte

das DWSAAR schließlich nach

den Richtlinien des Ministeriums

für Wirtschaft und Arbeit am

1. Oktober mit jeweils 0 Jugendlichen

in Sulzbach und in

Völklingen mit STABIL inklusive

eines HSA-Kurses für jeweils

zehn Jugendliche beginnen.

Das DWSAAR ist nun einer von

sechs Trägern mit inzwischen

rund 00 Plätzen. Die Umsetzung

des Mammutvorhabens gestaltete

sich von Anfang an aufgrund

zahlreicher Unklarheiten

der organisatorischen Rahmenbedingungen

schwierig.

6 7

Sprungbrett

ins Leere

Während die Qualifizierungs-

und Beschäftigungsmaßnahmen

auf der Basis von Arbeitsgelegenheiten

mit Mehraufwandsentschädigung

(kurz AGH nach

§ 16 (1), SGB II) - auch Ein-

Euro- oder Zusatzjobs genannt

- in Kooperation mit den ARGEn

Neunkirchen und Saarlouis relativ

kontinuierlich durchgeführt

werden konnten, gab es im Einzugsbereich

der ARGE Saarbrücken

im Berichtszeitraum immer

wieder gravierende Veränderungen

der Geschäftspolitik.

So folgte die Jugendberufshilfe

zu Beginn des Jahres der Aufforderung

der ARGE Saarbrücken

verstärkt AGHs für junge Erwachsene

unter Jahren

(U 25) mit 50 Prozent Qualifizierung

umzusetzen. Die im Zuge

des ersten Bundesprogrammes

JUMP PLUS eingeführten Ansätze

zur Beschäftigung von

dieser Zielgruppe über Ein-Euro-

Jobs wurden unter dem Namen

Sprungbrett in der Völklinger

Börse und im Dienstleistungszentrum

Sulzbach weitergeführt

und in 006 nach den Vorstellungen

der ARGE Saarbrücken

weiterentwickelt. So galt es ganz

in unserem Sinne sinnstiftende

und vor allem zusätzliche Beschäftigung

gemeinsam mit den

Kommunen anzubieten.


J U G E N D B E R U F S H I L F E

8

Die Städte Völklingen und Sulzbach

als langjährige Kooperationspartner

der Jugendberufshilfe

zeigten sich äußerst kooperativ

und auch kreativ in der Gestaltung

von zusätzlichen Arbeitsprojekten.

Sie waren darüber hinaus

gemäß der Forderung der ARGE

bereit, mit uns kurzfristig verbindliche

Kooperationsverträge

zu schließen. So konnten zahlreiche

interessante Projekte zur

Erhaltung und Wiederherstellung

von Kulturdenkmälern (siehe

auch Artikel Appoltkapelle), zur

Renaturierung und Naturkunde

(siehe auch Bienenlehrpfad),

zum Aufbau touristischer Angebote

(Fahrradverleih) bis bin zu

archäologischen Ausgrabungen

(siehe Altes Brühl) von den jungen

Teilnehmenden ausgeführt

werden. Dabei zeigte sich einmal

mehr, wie motiviert und engagiert

die jungen Arbeitslosen bei der

Sache waren. Zudem lernen sie

Neues und machen die Erfahrung,

einen sinnvollen Beitrag

für das Gemeinwesen leisten

zu können und erhalten sowohl

durch das sichtbare Ergebnis

als auch die öffentliche Anerkennung

Selbstbestätigung als

Basis für ihre weitere berufliche

Entwicklung.

Die Euphorie dieser spannenden

Entwicklung wurde leider

schon bald gebremst durch die

Rahmenbedingungen, die die

ARGE für diese Maßnahmen

bot: Nur halbjährige und zum

Jahresende noch kürzere Bewilligungszeiträume

mit ständig

veränderten Konditionen, fehlende

Zuweisungen auf bewilligte

Teilnehmerplätze aufgrund Unterbesetzung,

ständiger Personal-

und Zuständigkeitswechsel

und die Einführung neuer EDV

in den ARGEn. Damit konnten

die Arbeitsprojekte nicht mehr im

geplanten Umfang durchgeführt

werden. Das fiskalische Risiko

für die vorgehaltenen Maßnahmestrukturen

aufgrund der teilnahmeabhängigen

Finanzierung

blieb komplett dem DWSAAR als

Träger überlassen.

Mit dieser Hypothek waren alle

anderen Maßnahmen im Einzugsbereich

der Saarbrücker

ARGE belastet. Die finanzielle

Belastung verschärfte sich außerdem

durch die Reduzierung

der Qualifizierungsanteile in den

Maßnahmen für Erwachsene mit

der damit verbundenen Kürzung

der Fallpauschalen und der Ko-

Finanzierung aus dem ESF.

CfA - Center für Arbeitsgelegenheiten

- ein Auslaufmodell

Im Bereich der Angebote des

Center für Arbeitsgelegenheiten

(kurz CfA genannt) hatten oben

genannte Kürzungen im Laufe

des Jahres drastische Auswirkungen.

In 00 wurde in dem Bemühen

um zusätzliche Beschäftigung

im Sinne des SGB II zum Erhalt

der Beschäftigungsfähigkeit von

„Hartz-IV-Empfängern“ das CfA

im DWSAAR eingerichtet. Insgesamt

8 Arbeitsgelegenheiten

(AGHs) waren Anfang 006 in

evangelischen Einrichtungen

(Kirchengemeinden, Kindergärten,

Ganztagsschulen, Diakonischen

Zentren usw.) installiert.

Die AGHs wurden über das CfA

verwaltungstechnisch und inhaltlich

durch Qualifizierungsmodule

sowie sozialpädagogische Unterstützung

begleitet.

Mit der Reduzierung der Fallpauschalen

durch die ARGE Saarbrücken

waren diese Dienstleistungen

nicht mehr finanzierbar.

Aufgrund der kurzfristigen Entscheidung

der ARGE, versuchte

die Jugendberufshilfe im Sinne

einer verlässlichen Zusammenarbeit

mit den Partnern und in

der Hoffnung auf eine Änderung

der ARGE-Politik zunächst dennoch

diese Angebote aufrecht zu

erhalten. Nachdem jedoch auch

die neue Bewilligungsrunde im

September keine verbesserten

Konditionen brachte und sich

die evangelischen Einrichtungen

überwiegend nicht in der Lage

sahen, einen Teil mitzufinanzieren,

musste ein Großteil der

AGHs und der professionell

entwickelten Begleitstruktur

aufgegeben werden. Nach einer

erneuten Kürzungsrunde sind

inzwischen in Neunkirchen noch

1 und in Saarbrücken nur noch

fünf AGH-Plätze, also weniger

als ein Viertel der ursprünglichen

Platzzahlen und von drei Vollzeit-

nur noch eine Teilzeitstelle zur

Begleitung übrig geblieben.

Wieder Beratung für

Arbeitslose in Saarlouis

Nachdem die Jugendberufshilfe

aufgrund der Einführung des

SGB II in 00 die gesamte

über 0 Jahre entwickelte Beratungsstruktur

für arbeitslose

Menschen in Saarlouis verlor,

gibt es seit September in Kooperation

mit der ARGE Saarlouis im

Zentrum für Qualifizierung und

Integration (siehe auch Reportage)

wieder ein Beratungs- und

Qualifizierungsangebot für ältere

Arbeitslose.

Außerdem erhielt die Jugendberufshilfe

im November die

Anfrage der ARGE Saarlouis

kurzfristig bis Jahresende über

so genannte einzelne Fördergutscheine

für bisher nicht beratene

ALG- II-Empfänger Profilings

und Bewerbungsunterlagen zu

erstellen. 0 Fälle waren vorgesehen,

60 wurden zugewiesen

und erfolgreich mit sehr viel Mitwirkungsbereitschaft

der Arbeitslosen

pünktlich abgeschlossen.

Leider ist zu konstatieren, dass

weder die Warnung, funktionierende

Beratungsangebote

vorschnell aufzugeben, noch das

hoch gelobte Ergebnis flexibler

und qualitätsvoller Beratungs-

arbeit bisher zu einer längerfristigen

und kontinuierlichen

Beauftragung durch die ARGE

geführt hat.

ESF im Übergang

der Förderperioden

Im Zuge der auslaufenden Förderperiode

des Europäischen

Sozialfonds (ESF) - als einem

der wichtigsten Förderinstrumentarien

der Jugendberufshilfe

- zeigten sich schon wesentliche

Einschnitte im Hinblick auf die

Gestaltung der Übergänge und

der kommenden Periode. So

wurden in 006 neue Förderrichtlinien

angewendet, die

insbesondere eine deutliche

Verringerung der Personalschlüssel

und der Pauschalen

für Leitungs- und Verwaltungskosten

in den Qualifizierungs- und

Beschäftigungsmaßnahmen

vorsahen. Damit veränderte sich

nicht nur die jeweilige Finanzierungsstruktur,

sondern mit jeder

Verlängerung mussten auch Personalanpassungen

umgesetzt

werden, die für erhebliche Unruhen

sorgten.

Mit Bekanntwerden der Förderszenarien

des Saarlandes in

der neuen Förderperiode wurde

Ende des Jahres deutlich, dass

mit nur noch einem Drittel der

Mittel benachteiligte erwachsene

Personengruppen zukünftig

deutlich weniger, während Jugendliche

im Übergang Schule/

Beruf verstärkt gefördert werden

sollen. Damit ist die Jugendberufshilfe

in Teilen gut aufgestellt,

befürchtet werden aber weitere

Einbrüche im Bereich der qualifizierenden

Beschäftigung.

Düstere Aussichten oder

neue Herausforderung?

Mit der Zusammenschau der

kurzfristigen Entwicklungen und

wenig planbaren Förderszenarien

ist für die Jugendberufshilfe

weder Planungssicherheit

gegeben noch sind eindeutige

Prognosen möglich. Tarifliche

Wirrnisse zwischen dem Besserstellungsverbot

des Landes mit

wechselnden Tarifwerken und

der Einführung der Sondervergütungsgruppen

innerhalb des BAT

KF für arbeitsmarktpolitische

Maßnahmen haben in den letzten

Jahren ohne nennenswerte

Fortschritte für viel Arbeitsaufwand

und Unruhe gesorgt. Sie

werden künftig weiter über die

Wettbewerbsfähigkeit der Jugendberufshilfe

entscheiden.

Der mit ständigen Politikwechseln

und dem Absicherungsbedürfnis

öffentlicher Verwaltungen

verbundene Aufwand für die bürokratische

Abwicklung, sprengt

die Möglichkeiten auch der gut

aufgestellten und flexiblen jugendberufshilfe-spezifischen

Verwaltungseinheiten.

Dennoch scheint die Jugendberufshilfe

über Strukturelemente

zu verfügen, die ein Überleben

in diesem unübersichtlichen Feld

bisher ermöglicht haben, die da

heißen: hoch motivierte, engagierte

und qualifizierte Mitarbeitende,

hohe Identifikation mit

den inhaltlichen Zielsetzungen

der Förderung benachteiligter

Zielgruppen, hohe innovative

Potenziale und sozialpolitisches

Engagement verbunden mit

Methodenkompetenz, Flexibilität

und Durchhaltevermögen sowie

eine gut entwickelte Organisationsstruktur

mit transparenten

Abläufen und definierten inhaltlichen

Kernprozessen.

Die Bestätigung ihrer Qualitätsstandards

erhielt die Jugendberufshilfe

nach einem für alle

Beteiligten aufwendigen und

langwierigen Verfahren mit der

Zertifizierung nach DIN EN

ISO 9001:2000 und nach der

Anerkennungs- und Zulassungsverordnung

– Weiterbildung

(AZWV) im September

006 durch den anerkannten

Zertifizierer CERTQUA (Bonn).

Diese Gütesiegel bilden eine

weitere Plattform für zukünftige

arbeitsmarktpolitische Beteiligungen

des DWSAAR. Damit ist

im Rückblick festzustellen, dass

die Jugendberufshilfe, trotz mancher

turbulenter Entwicklung im

Jahr 006, positive Weichenstellungen

für die Zukunft erreicht

hat.

Bärbel Heil-Trapp

Abteilungsleiterin Jugendberufshilfe


J U G E N D B E R U F S H I L F E

DIAKONISCHES WERK AN DER SAAR unter-

stützt Netzwerk Waldpädagogik in Neunkirchen

Ein „grünes Klassenzimmer“

mitten im Wald

Zur „Weltdekade Bildung für

nachhaltige Entwicklung“ hat

die Vollversammlung der Vereinten

Nationen die Jahre 00

bis 01 ausgerufen. Ganz in

diesem Sinne hat sich jetzt in

Neunkirchen ein Netzwerk gegründet,

das sich zur Aufgabe

gemacht hat, die Waldpädagogik

zu fördern und benachteiligten

Jugendlichen wieder

neue Perspektiven aufzuzeigen.

Im Rahmen der Projekte TAT

und RAT und NEU-StArTdes

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR (DWSAAR) haben

straffällig gewordene Jugendliche

und junge Menschen mit

besonderen Integrationshemmnissen

Spiel- und Lernplätze im

Wald für Kinderbetreuungseinrichtungen

und Schulen aus

dem Raum Neunkirchen selbst

geplant und gebaut. Ziel war

die Stabilisierung und Entwick-

lung der Persönlichkeit der Jugendlichen

durch Übernahme

der Verantwortung für Projekte,

die wieder der Öffentlichkeit

zugute kommen. „Es wurde

deutlich, wie die Jugendlichen

an der komplexen Aufgabe gewachsen

sind und zunehmend

wieder Selbstvertrauen gewonnen

haben“, berichtet Christine

Gierend, Mitarbeiterin des DW

SAAR. Dies sei eine Grundvoraussetzung

dafür, dass sie

wieder in die Arbeitswelt integriert

werden könnten.

Im Projekt NEUStArT haben

seit August letzten Jahres 1

Jugendliche unter Jahren,

die von der ARGE Neunkirchen

vermittelt werden, niederschwelligeArbeitsgelegenheiten

mit dem Ziel, ihre Ausbildungs-

und Arbeitsfähigkeit

wieder zu entwickeln. Dazu

gehört auch die Förderung der

Persönlichkeit. Die Sanktionsalternative

TAT & RAT

ist eine Alternative

zum

Jugendarrest

und bietet die

Möglichkeit

zur Durchführungjugendrichterlicher

Weisungen.

In beiden

Projekten

werden die

Jugendlichen

und jungen

Erwachsenen

von Psycho-

logen und Sozialpädagogen

bei der Suche nach neuen Lebensperspektiven

unterstützt.

Für Diakoniepfarrer Udo Blank

ist das Projekt wegweisend für

die arbeitsweltbezogene Jugendarbeit

mit benachteiligten

jungen Menschen. „Sie stellen

fest, dass Arbeit Spaß machen

kann, erfahren Lob und

Vertrauen in ihre Fähigkeiten

und erleben, wie sie wieder

gebraucht werden“, so Blank.

Denn die Arbeit der Jugendlichen

kommt Schulen und

Kindertageseinrichtungen zugute.

Im Rahmen der qualifizierenden

Beschäftigungen sind

in einer Bauzeit von 8 Wochen

zwei große Waldhütten

im Karsbruch bei Ludwigsthal

und im Ziehwald entstanden.

Diese dienen sechs Kindergärten

als „Waldhütten für Jungforscher“

und zwei Schulen aus

der näheren Umgebung als so

genanntes grünes Klassenzimmer.

Dem Hüttenbau folgte

der Innenausbau: Die Kinder

der einzelnen Einrichtungen

fertigten gemeinsam mit den

Jugendlichen und Heranwachsenden

Sitzgelegenheiten,

Windspiele sowie eine Garderobe

aus einer Baumkrone zum

Aufhängen ihrer Rucksäcke

und Jacken. Als nächstes sind

erlebnispädagogische Angebote

für die Kindertagesstätten

der Stadt und des Landkreises

Neunkirchen geplant.

Die guten Ergebnisse ermutigen

das DIAKONISCHE WERK

AN DER SAAR diese Netzwerkarbeit

fortzusetzen. Geplant

ist ein ähnliches Projekt

mit dem Kinderschutzbund und

dem Heimat- und Verkehrsverein

Kirkel.

Partner in diesem Netzwerk für

Jugendhilfe und Vorschulerziehung

sind

• die Projekte TAT und RAT

und NEU-StArT als Einrichtungen

der Jugendstraffälligenhilfe

und Jugendberufshilfe des

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR gGMBH,

• die UNESCO-Projekt-Schule

Bachschule Neunkirchen,

• die Sonderschule für Lernbehinderung

Ziehwald,

• der Ev. Kindergarten in der

Goethestraße,

• der Ev. Kindergarten Furpach,

• der Kath. Kindergarten Herz-

Jesu,

• der Kath. Kindergarten Furpach,

• die städtische Kindertagesstätte

Furpach,

• das Familien- und Nachbarschaftszentrum

Neunkirchen

• das Saarländische Ministerium

für Umwelt

• der SaarForst Landesbetrieb.

Finanziert und unterstützt werden

die Projekte durch

• das Saarländische Ministerium

der Justiz, Gesundheit und

Soziales

• das Saarländische Ministerium

für Umwelt

SaarForst

• die Landkreise Neunkirchen

und St. Wendel

• die Kreisstädte Neunkirchen

und St. Wendel

• Mittel der Evangelischen

Kirche

• die ARGE Neunkirchen

Elversberger Kinder unterstützen Kleider- und

Möbelbörse des DIAKONISCHEN WERKES

AN DER SAAR in Neunkirchen

Wie St. Martin

den Mantel geteilt

Wie St. Martin den Mantel teilen,

das wollten die Kinder des

Katholischen Kindergartens in

Elversberg. Und so haben sie

bei ihrer Martinsfeier im November

Kleider und Schuhe

für bedürftige und Not leidende

Menschen gesammelt. Die

„Schlaufüchse“, das sind alle,

die im nächsten Jahr eingeschult

werden, übergaben die

Sachen jetzt zusammen mit

Anja Diener, Giuseppe Aiello

und Martina Graß an Cornelia

Glosse (auf unserem Foto von

li) von der Möbel- und Kleiderbörse

des DIAKONISCHEN

WERKES AN DER SAAR in

Neunkirchen. Hier werden

die Kleider an einkommensschwache

Bürgerinnen und

Bürger weitergegeben. Cornelia

Glosse bedankte sich für die

hochwertigen Kleidungsstücke

und überreichte jedem Kind

eine kleine Stofftasche, die die

Mitarbeiterinnen der Kleiderbörse

genäht hatten.

Die Möbel- und

Kleiderbörse

Neunkirchen

besteht seit

Mai 1 87. Gebrauchte

Möbel

und Textilien

werden abgeholt,

bei Bedarf

repariert und

aufgearbeitet

und dann weitergegeben.

Derzeit sind

hier Mitar-

beiterinnen und Mitarbeiter in

so genannten Ein-Euro-Jobs

beschäftigt. Sie werden

hier qualifiziert, mit dem Ziel,

wieder größere Chancen bei

der Vermittlung in den ersten

Arbeitsmarkt zu haben.

Das Projekt wird finanziert aus

Mitteln der Arbeitsgemeinschaft

(ARGE) Neunkirchen, der Stadt

Neunkirchen, des Landkreises

Neunkirchen, des Landes, des

Europäischen Sozialfonds und

aus Mitteln der Evangelischen

Kirche.

Die Möbel- und Kleiderbörse besitzt in

Neunkirchen zwei Standorte: in der Hüttenbergstraße

0 und im ehemaligen

Schlachthof in der Wellesweilerstraße 8 .

Kontakt:

Telefon 068 1 / 177116.

0 1


J U G E N D B E R U F S H I L F E

In der dualen Produktionsschule wird der Einstieg

in die berufliche Ausbildung verbessert

Möglichst nah an der

Praxis

Seit dem Schuljahr 006/ 007

befindet sich am Technisch-gewerblich-sozialpflegerischen

Berufsbildungszentrum in Völklingen

eine Produktionsschule

in dualer Form. Sie dient als

Ergänzung zum bekannten

klassischen Berufsvorbereitungsjahr

(BVJ) und als Alternative

zur schulischen Produktionsschule.

Im Zentrum steht

der Arbeitsweltbezug. Durch

den hohen Stellenwert der

praktischen Arbeit

und einer

neuen

Form der Verbindung von Theorie

und Praxis soll die Ausbildungsreife

erreicht und die

Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit

stabilisiert werden. Damit

wird im Vergleich zum herkömmlichen

BVJ der Einstieg

in die berufliche Ausbildung

verbessert. Außerdem haben

die Schülerinnen und Schüler

die Gelegenheit, den Hauptschulabschluss

nachträglich

zu erwerben. Mit der Durchführung

der sozialpädagogischen

Be-

gleitung am Standort in Völklingen

ist DAS DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR beauftragt.

Zu unterscheiden ist die Produktionsschule

in dualer Form

wie in Völklingen von der in

schulischer Form wie sie zum

Beispiel in Lebach, die ebenfalls

durch das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR sozialpädagogisch

begleitet wird.

Hier verbleiben die Schülerinnen

und Schüler in den

Schulwerkstätten und verlassen

sie lediglich für einen begrenzten

Zeitraum um Praktika

außerhalb der Schule besuchen.

Im dualen System wie in Völklingen

besuchen die Schülerinnen

und Schüler an zwei

Wochentagen die Berufsschule

und an drei Tagen arbeiten

sie als Praktikanten in Betrieben

außerhalb der Schule. In

den Betrieben hätten die

Jugendlichen die Möglichkeit,

Teilqualifikationen in Form von

Qualifizierungsbausteinen zu

erwerben, berichtet Mitarbeiter

Markus Backes. In der Schule

würden sie dann zusammen

mit den Lehrerinnen und

Lehrern auf die Hauptschulabschlussprüfung

vorbereitet.

Die sozialpädagogische Begleitung

der Schülerinnen und

Schüler umfasst auch die Betreuung

an einem Nachmittag.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

des DWSAAR stehen für

alle Fragen der Berufs-

Berufserfahrung zählt heutzutage

oft nichts mehr. Ältere

Erwerbslose haben große Probleme,

wieder Arbeit zu finden

- selbst wenn sie lange Jahre

berufstätig waren und über

fundierte Fachkenntnisse verfügen,

ist es für Arbeitnehmer

über 0 heute schwierig, wieder

eine Anstellung zu finden.

Selbst dann, wenn der Grund

der Arbeitslosigkeit nicht bei

ihnen, sondern in betriebsbedingten

Entlassungen lag.

Das DIAKONISCHE WERK AN

DER SAAR hat sich gemeinsam

mit der ARGE Saarlouis,

die dieses Projekt finanziert,

zur Aufgabe gemacht, älteren

Arbeitssuchenden aus der Erwerbslosigkeit

zu helfen. Das

Projekt „Zentrum für Qualifizierung

und Integration (ZQI)“ will

Erwerbslosen über 0 beim

Wiedereinstieg ins Erwerbsleben

helfen oder aber beim

Übergang in den Vorruhestand

unterstützen. Dazu gibt es ein

Coaching-Programm, das von

orientierung,Berufswegeplanung, Bewerbung und Suche

nach einem Ausbildungsplatz

zur Verfügung. „Dabei kooperieren

wir mit den Arbeitsagenturen

und anderen Stellen der

Jugendhilfe“, sagt Backes. Um

familiäre und schulische Probleme

lösen zu können, bestehe

reger Kontakt zu den örtlichen

Jugendämtern, zu Lehrern,

Eltern oder Erziehungsbeiständen.

In den so genannten

sozialpädagogischen

Verfügungsstunden wird unter

Beim „Zentrum für Qualifizierung und Integration“

finden Erwerbslose über 50 Hilfe beim

Wiedereinstieg ins Erwerbsleben

Coaching-Programm

Claudia Wiehn und Dirk Kremp

vom DWSAAR durchgeführt

wird: In jedem Einzelfall wird

gemeinsam mit dem Kunden

analysiert, welche Schritte und

Lösungsmöglichkeiten für ihn

die besten sind und für welche

Beschäftigungsart er sich

am besten eignet. Die Mitarbeitenden

von ZQI helfen zudem

bei der Erstellung von Bewerbungsunterlagen

oder der

psychischen und taktischen

Vorbereitung auf ein anstehendes

Vorstellungsgespräch. Zusätzliche

Qualifizierungen im

Bereich EDV und Computeranwendung

oder das Angebot

zum Erwerb des Gabelstaplerführerscheines

sollen im Einzelfall

die Vermittlungschance

erhöhen.

Neben diesen individuellen Hilfen

sprechen die Mitarbeiterin

und der Mitarbeiter des Projektes

gezielt Firmen und Arbeitgeber

im Großraum Saarlouis

an, um Betriebe zu finden,

die bereit sind, ältere, aber im-

anderem mit erlebnispädagogischen

Konzepten wie Kanu

fahren oder Klettern gearbeitet.

Das stärke die Motivation, so

Backes. Zudem würden wichtige

soziale Kompetenzen vermittelt.

Die Produktionsschule in Völklingen

wird aus Mitteln des Europäischen

Sozialfonds (ESF),

des Stadtverbandes Saarbrücken

und aus Mitteln der Evangelischen

Kirche finanziert.

mer noch motivierte und leistungsfähige

Arbeitssuchende

einzustellen.

Das Berufsspektrum der Teilnehmenden

an der Maßnahme

ist breit gestreut, reicht vom

Lektor und Kulturgeschichtler

über die Bürofachkraft, den

PC-Spezialisten und Außendienst-Verkäufer

bis hin zum

Schreinermeister, Lagerarbeiter

und Gipser und Verputzer.

Claudia Wiehn und Dirk

Kremp berichten, dass fast alle

Teilnehmenden sehr motiviert

seien, wieder eine feste Arbeit

zu finden und Leistung zu bringen.

Gerade für jene, die gewohnt

waren, regelmäßig und

täglich zur Arbeit zu gehen, sei

das unverschuldete Leben in

„Hartz IV“ schwer erträglich.


J U G E N D B E R U F S H I L F E

DIAKONISCHES WERK AN DER SAAR

kümmert sich im Landkreis Saarlouis

um Schulverweigerer

Auf in die Schule

Es kommt häufig vor, dass Norbert

Preuß morgens vor Schulbeginn

an einer Haustür klingelt

und einen 1 -Jährigen an

den Schulbesuch erinnert. „Allein

unsere Präsenz und unser

Nachhaken kann etwas bewirken:

Schüler und Eltern werden

wach, möchten die Probleme

lösen“, sagt der Erziehungswissenschaftler.

Preuß und seine

Kollegin Helga Weber sind

die Ansprechpartner von „AN-

LAUFstelle“, ein kostenloses,

saarlandweit einmaliges Beratungsangebot,

das das DI-

AKONISCHE WERK AN DER

SAAR im Auftrag des Landkreises

Saarlouis realisiert. Es

hilft Schülern, Eltern, Lehrern

und der Schule, Auswege aus

dem Teufelskreis Schulverweigerung

zu finden.

Aufmerksam auf das Problem

wurde das Kreisjugendamt

durch die Arbeit bei der Jugendgerichtshilfe.

„Viele der

jungen Leute waren zuvor

Schulverweigerer gewesen“,

weiß Dieter Held vom Kreisjugendamt

Saarlouis. Um negative

Schullaufbahnen verhindern

zu können, gibt es jetzt die

„ANLAUFstelle“, ein weiterer

Die „ANLAUFstelle“ für Schulverweigerer des DIA-

KONISCHEN WERKES AN DER SAAR wird finanziert

durch den Landkreis und die Kreisstadt Saarlouis und

die evangelische Kirche. Das Angebot arbeitet nach dem

Prinzip der Vernetzung mit Schulen, Ämtern, Behörden,

der Polizei und mit Fachkräften der Jugendsozialarbeit

zusammen.

(Aus der Saarbrücker Zeitung, Dezember 00 ,

Kathrin Werno)

Baustein des Aktionsprogramms

des Landkreises im

Bereich der Jugendsozialarbeit.

Im Rahmen dieses Programms

arbeiten Schulen, Ämter und

andere Angebote wie Drogenberatung

oder Berufsorientierung

Hand in Hand.

„Die Vernetzung verschiedener

Angebote ist eine Errungenschaft,

die man nicht hoch genug

einschätzen kann. Deshalb

ist der Kreis mit ANLAUFstelle

bei uns auf offene Türen gestoßen“,

erklärt Bärbel Heil-

Trapp, Leiterin der Jugendberufshilfe

des DIAKONISCHEN

WERKES AN DER SAAR. Im

September wurde das Konzept

gegen Schulverweigerung an

den Gesamt- und Realschulen

im Kreis Saarlouis vorgestellt.

„Es geht nicht ums mal

Blaumachen, sondern darum,

Schüler früher wahrzunehmen,

die über einen längeren Zeitraum

hinweg nicht zum Unterricht

kommen oder bei denen

sich eine solche Entwicklung

abzeichnet“, erklärt Gerd Leidinger

vom Kreisjugendamt.

solcher Schüler haben die

Schulen bei „ANLAUFstelle“

bislang gemeldet, als Interventionsmaßnahme,

bevor

im Rahmen

der SchulpflichtOrdnungsamt

und

Polizei aktiv

werden. „Oft

treffen wir

Schüler und

Eltern zu Hause

an, die Kinder

ziehen

sich die Decke über den Kopf,

und die Eltern stehen hilflos

gegenüber“, berichtet Preuß

aus seinem Arbeitsalltag. Meist

dauere es eine Weile, bevor

Schüler und Eltern Vertrauen

schöpfen. Dann geht es zur

gemeinsamen Problemlösung.

„Die meisten Schulverweigerer

sind 13, 14 Jahre alt. Häufiger

Grund ist eine Null-Bock-Einstellung

auf Grund von Perspektivlosigkeit“,

erklärt Preuß.

Dann versuchen die Mitarbeiter

von „ANLAUFstelle“, Wege in

eine positive Zukunft aufzuzeigen.

Manchmal gibt es auch

Probleme mit Lehrern oder

Klassenkameraden, die zu

Schulangst führen und die es

zu lösen gilt. Dabei wird auch

geklärt, ob ein anderes Angebot

aus dem Aktionsprogramm

des Landkreises den jungen

Schulverweigerern helfen kann.

Bei STABIL in der Völklinger Börse werden

Jugendliche und junge Erwachsene in kleinen

Schritten an die Arbeitswelt herangeführt

„Das Leben richtig lostreten“

Emsig bearbeiten Christian Lay

und Benjamin Zwer ihre Ytong-

Steine. Autos sollen daraus

werden. Die beiden 1 -jährigen

haben keine Ausbildung und

sind schon länger ohne Arbeit.

Die ARGE Saarbrücken hat sie

jetzt ins Jugendprojekt STABIL

in der Völklinger Börse im

Nordring 6 gesteckt. Hinter

der Abkürzung verbirgt sich

„Sozialisierung durch Training,

Arbeit, Betreuung und Intensivierung,

Leistungsbereitschaft“.

Konkret heißt das: Die Jugendlichen

sollen in kleinen Schritten

an die Arbeitswelt herangeführt

werden. Bisher habe er

nur zu Hause rumgehangen,

erzählt Christian Lay, jetzt will

er die Chance ergreifen und

„das Leben richtig lostreten“.

Schreiner oder Tischler, das sei

sein Traumberuf.

Bei STABIL gibt es ein abgestuftes

System: Die Jugendlichen

beginnen in der Eingangsstufe

mit 1 Stunden

pro Woche. Dann folgen die

Grundstufe und schließlich die

Förderstufe eins, in der die Teilnehmerinnen

und Teilnehmer

bis zu 0 Stunden arbeiten.

Wer bis dahin durchgehalten

hat, kann in der Förderstufe

zwei den Hauptschulabschluss

machen oder kommt direkt in

die Vermittlungsstufe, wo die

Vermittlung in eine Schule,

eine Lehr- oder Arbeitsstelle,

zur Not auch erst einmal in einen

Ein-Euro-Job, im Mittelpunkt

steht.

STABIL gibt es in vielen Regionen

des Stadtverbandes

Saarbrücken. Das DIAKO-

NISCHE WERK AN DER

SAAR hat Standorte in Sulzbach

und Völklingen, wo

0 Plätze angeboten werden.

Zehn davon sind für die Erlangung

eines Hauptschulabschlusses

vorgesehen. Teilnehmer,

die für ein Jahr von der

ARGE zugewiesen werden,

sind arbeitslose Jugendliche

und junge Erwachsene unter

Jahren ohne Berufs- oder

Schulabschlüsse, die Schul-

und Arbeitsverweigerer sind,

und oft mit vielfältigen persönlichen

und sozialen Problemen

kämpfen. Darunter sind auch

viele Migrantinnen und Migranten,

die Schwierigkeiten

mit der Integration haben.

Mit kreativem Arbeiten oder

künstlerischem Gestalten sollen

die Teilnehmerinnen und

Teilnehmer wieder an eine regelmäßige

Beschäftigung herangeführt

werden. Außerdem

führen sie Arbeitsprojekte in

Zusammenarbeit mit den Werkstätten

in der Völklinger Börse

und der Stadt aus. So wurden

etwa an der Saar Holzbänke

aufgestellt. „Wenn die Jugendlichen

sehen,

dass sie etwas

können, stärkt

das ihr Selbstbewusstsein“,

erzählt Mitarbeiter

Günter

Jäger. Außerdem

würden

Handwerkstechnikenvermittelt

oder lebenspraktische

Dinge, wie Kochen

und

Haushalten. Ab der Förderstufe

werden die Jugendlichen auch

in Betriebe zu einem Praktikum

vermittelt. „Dabei sollen

sie ihre Fähigkeiten und Neigungen

entdecken“, sagt Mitarbeiterin

Nadine Huffer. Zu STA-

BIL gehören natürlich auch

eine sozialpädagogische Betreuung

und Gruppenaktivitäten.

Das Projekt arbeitet eng

mit der ARGE zusammen, wer

nicht regelmäßig erscheint

oder die Maßnahme abbricht,

dem droht die Kürzung seines

Arbeitslosengeld II.

Benjamin Zwer sieht STABIL

als große Chance für sich:

„Sonst lande ich noch als Penner

unter der Brücke“. Er hat

jetzt Aussicht auf eine Praktikumsstelle

als KFZ-Mechatroniker.

Das wäre schon ein prima

Anfang.

STABIL wird finanziert aus Mitteln

der ARGE Saarbrücken

und des Stadtverbandes, aus

dem Europäischen Sozialfonds

und aus Eigenmitteln der Evangelischen

Kirche.


J U G E N D B E R U F S H I L F E

Jugendliche des Völklinger Beschäftigungsprojektes

„Sprungbrett“ haben einen neuen

Bienenlehrpfad im Rosseltal angelegt

Wie kommt der Honig

eigentlich ins Glas?

„Wie schaffen es eigentlich die

Bienen, den Honig ins Glas

zu bekommen? Für diese Frage

finden seit Sommer 2006

die Kinder aus dem Großraum

Völklingen die Antwort beim

neuen Bienenlehrpfad und der

neuen Streuobstwiese im Rosseltal,

der direkt am Saarlandradweg

zwischen Geislautern

und Velsen liegt. Das Besondere

an diesem neuen Angebot

ist, dass Jugendliche im

Rahmen des qualifizierenden

Beschäftigungsprojektes „Völklinger

Börse-Sprungbrett“, das

zum DIAKONISCHEN WERK

AN DER SAAR gehört, diesen

Lehrpfad und die Streuobstwiese

angelegt haben.

Insgesamt zwölf Jugendliche

haben die Wiese gerodet,

Wege angelegt, sechs Schau-

tafeln, einen Wildbienen-Stand,

zwei Bienenstöcke und eine

Schutzhütte gebaut sowie

einige heimische Obstbäume

angepflanzt. Wie „fleißige Arbeitsbienen“

haben sie sich

angestrengt. Selbst schlechtes

Wetter konnte sie nicht aufhalten.

Schließlich wollten sie

pünktlich zur Eröffnung fertig

sein. Dass nun alles geklappt

hat, ist für sie ein großes Erfolgserlebnis.

Und nebenbei

haben sie viel für das spätere

Berufsleben gelernt. Sie wissen

nun beispielsweise, wie

Holz bearbeitet wird, wie man

eine Hütte so konstruiert, dass

sie nicht einfällt. Gleichzeitig

haben sie verstanden, unter

Termindruck im Team zusammenzuarbeiten.

Förderung als Sprungbrett

in eine berufliche Zukunft

Die Erfahrung der Fachleute

des DWSAAR zeigt, dass ein

interessantes Beschäftigungsprojekt

wie mit dem Bienenzuchtverein

Völklingen, Weiterqualifizierung,

Entwicklung

einer Berufsperspektive und

sozialpädagogischer Begleitung

ein gutes Sprungbrett zu

einer Ausbildung oder ins Berufsleben

sein kann. Denn viele

Jugendliche hatten in ihrem

Leben keine Chance, diese Fähigkeiten

zu erlernen, die für

eine Berufsausbildung unerlässlich

sind und dass Arbeit

trotz der Mühe, einen auch zufrieden

machen kann.

Und so waren die Jugendlichen

stolz, als der neue Lehrpfad

eingeweiht wurde, dass sie etwas

Sinnvolles gearbeitet haben.

Außerdem haben sie auch

nun gelernt, dass der Honig

nicht einfach so aus dem Supermarkt

kommt, sondern dass

für ein Glas ganz viele Arbeitsbienen

viel arbeiten mussten.

Die Jugendbeschäftigungsmaßnahme

„Die Völklinger

Börse -Sprungbrett“ erfolgt

im Rahmen der Schaffung

von Arbeitsgelegenheiten

mit Mehraufwandsentschädigung

(Zusatzjobs bzw.

Ein-Euro-Jobs) nach § 16

Abs. Satz SGB II. Die

Durchführung erfolgt in

enger Kooperation mit den

Arbeitsgemeinschaften

(ARGEn) Völklingen und

Saarbrücken sowie mit

der Stadt Völklingen. Die

Finanzierung erfolgt durch

die ARGEn Saarbrücken

und Völklingen, das Saarland,

den Europäischen

Sozialfonds und durch die

Evangelische Kirche.

Das Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojekt

„Sprungbrett“ hat eine Fahrrad-Verleihstation

in Völklingen eingerichtet

„Den Tourismus

ankurbeln“

„Stadtrad“ nennt sich der Fahrradverleih,

den es seit Juli

006 in der Globuspassage in

Völklingen gibt. Die Mietstation

ist Teil des Qualifizierungs- und

Beschäftigungsprojektes „Völklinger

Börse - Sprungbrett“,

mit dem das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR arbeitslose

Jugendliche unter

Jahren an den Arbeitsmarkt

heranführen möchten. Das Ladenlokal

in der Rathausstraße

, das neben dem Verleih einen

kleinen Reparaturbereich

beherbergt, hat die Stadt günstig

vom Globus Handelshof

gemietet, und der Diakonie zur

Verfügung gestellt.

Die Werkstatt und das Lager

für die Drahtesel befinden sich

in den Räumen des DIAKO-

NISCHEN WERKES AN DER

SAAR am Nordring 6 . Rund

0 gespendete Damen-,

Herren- und Kinderräder stehen

zur Verfügung. „Der Fahrradverleih

soll den Tourismus

in Völklingen ankurbeln“, betonte

Bürgermeister Jochen

Dahm mit Blick auf die zentrale

Lage nahe Bahnhof, Tourist-Information,

Weltkulturerbe und

Saar. Hotel-Gäste, die mit dem

Rad die Umgebung erkunden

möchten, können ebenso bedient

werden wie Gruppen, die

nach der Besichtigung der Hütte

noch an der Saar entlang

radeln wollen.

Hans-Peter Haag, stellvertretender

Leiter der Abteilung „Jugendberufshilfe“,

hob den Qua-

lifizierungsaspekt hervor: „Die

jungen Arbeitslosen lernen

nicht nur den Umgang mit Metall,

sondern auch die Grundlagen

von Mechanik und EDVgestützter

Bürokommunikation

kennen.“ Bis zu zehn Teilnehmer

werden in der Maßnahme

betreut.

„Die Arbeit in lockerer Atmosphäre

macht Spaß“, versichert

Ein-Euro-Jobber Kai Bauherr.

Sechs Stunden am Tag poliert

er Rahmen oder wechselt

Gangschaltungen, Bremsbeläge

und Schläuche aus. „Bei

den Reparaturen kann man

sich austoben“, erklärt der

-jährige Arbeitslose, der später

eine Ausbildung zum Tischler

oder Zweiradmechaniker

beginnen möchte.

Für eine Grundmiete von drei Euro und eine Kaution von

0 Euro kann ein Fahrrad einen Tag ausgeliehen werden.

Der Verleih ist montags bis freitags von 8 - 16 Uhr geöffnet.

Voranmeldung Telefon: 0 68 8/ 0 17

6 7


J U G E N D B E R U F S H I L F E

8

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des

Beschäftigungs- und Qualifizierungsprojektes

„Sprungbrett“ in der Völklinger Börse

unterstützen Ausgrabungen am Alten Brühl

Auch 007 soll am Alten Brühl

in Völklingen gegraben werden.

Das hat der Völklinger

Oberbürgermeister Klaus Lorig

fest versprochen. Und auch

diesmal werden wieder Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR dabei sein. Schon

006 wurden unter der Grabungsleitung

von Ines Berwanger

und der Grabungsassistenz

von Constanze Schiene die Ar-

beiten durch so genannte Ein-

Euro-Jobber, die bei der Völklinger

Börse im Nordring angestellt

sind, durchgeführt.

Für die Frauen und Männer, die

hier wieder eine Beschäftigung

finden, ist die Ausgrabung mit

Pinsel und Kelle eine Herausforderung

und ein echtes Abenteuer.

Es ist immer spannend,

was neu entdeckt wird. Im Bereich

der „Südlichen Erweite-

rung“ der alten Martinskirche

waren es 006 die so genannten„Wöchnerinnenbestattungen“

von Völklingen. Es

handelt sich hierbei um Gräber,

die ursprünglich südlich des

ersten mittelalterlichen Langhauses

des Gotteshauses im

Außenbereich lagen. Durch

weiteren Erdabtrag konnte im

Verlaufe der Kampagne geklärt

werden, dass in dem bis

jetzt geöffneten Grabungsbe-

reich keine weiteren Bestattungen

mehr liegen. Zur Zeit

befinden sich die Skelette dieser

Bestattungen, Wöchnerinnen

und andere Skelette aus

deren Umgebung, an der Uni

Mainz zur weiteren Untersuchung

durch die dortigen Anthropologen.

In der Fläche des „Südlichen

Querarmes“ von 188 wurden

weitere Gräber aus dem ehemaligen

Außenbereich der Kirche

freigelegt. Sie stammen

aus der Zeit vor 17 7. Neben

den Ausgrabungsarbeiten wurde

eine Auflistung der noch offenen,

bauhistorischen Fragen

zu den verschiedenen Bauphasen

der Kirche erarbeitet. Sie

soll als Grundlage für die weitere

wissenschaftliche Arbeit

dienen.

Spannendes Abenteuer Blick in die Statistik

680 Teilnehmerinnen und

Teilnehmer zählte die Abteilung

Jugendberufshilfe in ihren

Maßnahmen. 88 von Ihnen

sind männlich, 1 weiblich.

Sie wurden von über 1 0 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeitern

betreut. Insgesamt gibt es in

der Abteilung 10 Vollzeitstellen.

In den Jugendberatungsstellen

„MOBil“ suchten im letzten

Jahr 178 Jugendliche Hilfe,

in den Beratungsstellen für ältere

Arbeitslose 8 7 Personen.

Die Sparte Berufsvorbereitung

zählte 66 Teilnehmerinnen

und Teilnehmer. 8 Personen

wurden in Maßnahmen zur

qualifizierenden Beschäfti-

gung betreut, 1 7 Jugendliche

machten eine Ausbildung im

Reha-Bereich.

Zum Abschluss noch eine beeindruckende

Zahl: Seit 1 7

hat die Abteilung 0 66 Menschen

auf ihrer Suche nach

beruflichen Perspektiven begleitet.


J U G E N D B E R U F S H I L F E

0

Team 1 Referentin: Marina Horstmann Tel. 1 marina-horstmann@dwsaar.de

Referent: Franz Stoiber Tel. 1 franz-stoiber@dwsaar.de

Referentin: Ulrike Möller Tel. 1 ulrike-moeller@dwsaar.de

Jugendberatung Berufsvorbereitung Vermittlung in Ausbildung

und Begleitung

Kompetenzagentur

Saarbrücken ( 111)

Regiestelle

Tel. 068 1 / 6 1

Fax 06821 / 95 62 11

marina-horstmann@dwsaar.de

Jugendbüro

Alte Kirchhofstr. 6 b

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 1 61

Fax 0681 / 4 70 48

ka-sb@dwsaar.de

MOBil Stadtverband SB

101 / 10 / 10

Alte Kirchhofstr. 6 b

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 67 01

Fax 0681 / 4 70 48

mobil-sb@dwsaar.de

Sulzbachtalstr.

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 8 76

Fax 06897 / 56 81 28

mobil-su@dwsaar.de

Poststr. 8

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 1 6

Fax 06898 / 50 48 94

mobil-vk@dwsaar.de

MOBil Saarlouis ( 10 )

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 8 00 1

Fax 06831 / 4 18 68

mobil-sls@dwsaar.de

BO-SEK I ( 0 )

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 6 6 08

Fax 06831 / 41 8 68

bosek-sls@dwsaar.de

Kompetenzagentur

Neunkirchen ( 10 )

Regiestelle

Tel. 068 1 / 6 18

Fax 06821 / 95 62 11

astrid-klein-nalbach@dwsaar.de

Jugendbüro

Bahnhofstraße

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 11 06

Fax 06821 / 2 26 91

ka-nk@dwsaar.de

Produktionsschule

Lebach ( )

BBZ Lebach

Friedensstr. - 1

668 Lebach

Tel. 06881 / 0 71

Fax 06881 / 53 71 28

ps-lebach@dwsaar.de

Produktionsschule

Saarlouis ( 16 )

BBZ Saarlouis

Zeughausstr.

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 88 1 87

Fax 06831 / 9 49 83 20

ps-sls@dwsaar.de

Produktionsschule

Völklingen ( 16 )

BBZ Völklingen

Am Bachberg

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 1 8-

Fax 06898 / 29 58 34

ps-vk@dwsaar.de

Duales BGJ Saarlouis ( 17 )

BBZ Saarlouis

Zeughausstr.

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 8

Fax 06831 / 9 49 83 20

bgj-sls@dwsaar.de

Duales BGJ Dillingen ( 17 )

Techn.-Gewerbliches BBZ

Wallerfanger Str. 1

6676 Dillingen

Tel. 068 1 / 76 1 01 6

Fax 06831 / 70 27 45

tgbgj-dill@dwsaar.de

Duales BGJ Dillingen ( 17 )

Kaufmännisches BBZ

Hinterstr. 11

6676 Dillingen

Tel. 068 1 / 76 1 00 11

Tel. 068 1 / 7 61 6 (Sekretariat)

Fax 06831 / 97 61 27

Kbgj-dill@dwsaar.de

Duales BGJ Lebach ( 17 )

BBZ Lebach

Friedensstr. - 1

668 Lebach

Tel. 06881 / 0 70

Fax 06881 / 53 71 28

bgj-lebach@dwsaar.de

HSA-Kurs Saarbrücken ( 11)

Neustraße

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 16

Fax 0681 / 4163612

hsa-sb@dwsaar.de

Ausbildung jetzt ( 1 )

Sulzbachtalstr.

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 1 67

Fax 06897 / 5 38 29

abj-su@dwsaar.de

Ausbildung jetzt ( 1 )

Poststr. 8

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 78

Fax 06898 / 50 48 94

abj-vk@dwsaar.de

Ausbildung jetzt ( 1 )

Beratungszentrum Saarlouis

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 1 0 6

Fax 06831 / 4 18 68

abj-sls@dwsaar.de

Ausbildung jetzt ( 1 )

Bahnhofstr.

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 1 0 6

Fax 06821 / 2 26 91

abj-nk@dwsaar.de

ANLAUFstelle ( )

bei Schulverweigerung

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 8 7

Tel. 068 1/1 0

Fax 06831 / 41 8 68

anlauf-sls@dwsaar.de

Streetwork Saarlouis ( 18 )

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Fax 06831 / 41 8 68

streetwork-sls@dwsaar.de

Tel. 068 1 / 8 7 1

Handy 0176 / 1 8

Tel. 068 1 / 1 0

Handy 0160 / 1 60 6

Bau ( 1 / 71)

c/o Ausbildungszentrum

AGV Bau Saar

Kolbenholz

661 1 Saarbrücken

Tel. + Fax 0681 / 8 91 00 42

bau-sb@dwsaar.de

Gartenbau

( 1 / 0 / 1 / )

c/o AZB gGmbH

Ziegelstr. 1

6611 Saarbrücken

Tel. 0681/ 17 81

Fax 0681 / 94 8 83 22

gartenbau-sb@dwsaar.de

c/o Stadt Völklingen

Kühlweinstr. 6

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 1 61

Fax 06898 / 29 98 22

gartenbau-vk@dwsaar.de

Holz ( 11 / 1 / 17)

c/o Wirtschaftsverband

Holz u. Kunststoff Saar e.V.

Von-der-Heydt

6611 Saarbrücken

Tel. + Fax 0681 / 7 31 92

holz-sb@dwsaar.de

Tel. 0681 / 1 6 8 8

Fax 0681 / 75 34 4 67

holz -sb@dwsaar.de

Nordring 6

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 6 6

Fax 06898 / 16 90 8 63

holz -vk@dwsaar.de

Maler/Lackierer ( 0 / 1)

c/o AZB gGmbH

Ernst-Abbé-Str.

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 16 1

Fax 0681 / 4 16 35 49

maler-sb@dwsaar.de

Metall ( / 6 / 7 )

c/o RAG Bildung GmbH

Saarbrücker Str. 1 1

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 77 8

Tel. 068 8 / 07

Fax 06898 / 3 09 03 02

metall-vk@dwsaar.de

Verkauf ( 1 / 61 / 6 )

c/o Handwerkskammer

des Saarlandes

Hohenzollernstr. 7 -

66117 Saarbrücken

Tel. 0681 / 8 0 - 17

Tel. 0681 / 8 0 - 1 8

Fax 0681 / 58 09 - 243

verkauf-sb@dwsaar.de

Team 2 Referent: Dr. Hans-Peter Haag Tel. 1 hans-peter-haag@dwsaar.de

Referent: Fritz Dreyer Tel. 1 fritz-dreyer@dwsaar.de

Ausbildung Reha Jugendarbeit Qualifizierende Beschäftigung

Tat & Rat ( 0 )

Sanktionsalternativen

Rembrandtstr. 17-1

66 0 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 6- 0

Fax 06821 / 956-211

tatrat@dwsaar.de

Beratung

Stadtteilwerkstatt NuRzU ( 11)

Ludwigstr. 1

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 1 6 07

Tel. 0681 / 1 6 08

Tel. 0681/ 1 6 07 80

Fax 0681 / 41 63 3 09

nurzu-sb@dwsaar.de

Berufspraktische

Weiterbildung ( 1 )

Am Kleinbahnhof 7 a

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 7 1

Fax 06831 / 4 18 68

beratungszentrum-sls@dwsaar.de

Zentrum für Qualifizierung

und Integration ( )

Am Kleinbahnhof 7

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 8 70 6 1

Fax 06831 / 41 8 68

zqi-sls@dwsaar.de

CfA

Koordination ( 800)

Rembrandtstr. 17 - 1

66 0 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 6- 18

Fax 06821 / 956-211

astrid-klein-nalbach@dwsaar.de

Saarbrücken ( 801 / 8 1)

Rembrandtstr. 17 - 1

66 0 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 6- 18

astrid-klein-nalbach@dwsaar.de

Neunkirchen ( 80 )

Bahnhofstr.

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 08 6 6

Fax 06821 / 22 6 91

cfa-nk@dwsaar.de

Service-Station Malstatt ( 01)

Alte Kirchhofstr. 6 b

6611 Saarbrücken

Tel. 0681 / 17 01 1 (Büro)

Tel. 0681 / 1 (Werkstatt)

Fax 0681 / 4 70 48

ssm@dwsaar.de

Dienstleistungszentrum

Sulzbach ( )

Bahnhofstr.

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 0 16 1

Fax 06897 / 50 18 38

sprungbrett-sul@dwsaar.de

Sulzbachtalstr. 108

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 0 8 1

Fax 06897 / 56 81 28

dlz-beschaeftigung@dwsaar.de

Möbelbörse

Sulzbachtalstr. 108

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 6 7 88

Kleiderbörse

Sulzbachtalstr. 108

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 11

STABIL Sulzbach ( 6 )

Eisenbahnschachtanlage 1

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 81 01 80

Fax 06897 / 81 02 42

stabil-su@dwsaar.de

STABIL Sulzbach HSA

Bahnhofstr.

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7 / 0 17

Fax 06897 / 50 18 38

stabilhsa-su@dwsaar.de

Möbel- und Kleiderbörse

Neunkirchen ( 0 )

Wellesweilerstr. 8

66 8 Neunkirchen

Tel. + Fax 06821 / 17 71 16

Tel. 068 1 / 17 71 0

moebelboerse-nk@dwsaar.de

Kleiderbörse

Hüttenbergstr. 0

66 8 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 0 1 87 7

NEU-StArT ( 1 )

Rembrandtstr. 17-1

66 0 Neunkirchen

Tel. 068 1 / 6-

Fax 06821 / 956-211

neustart-nk@dwsaar.de

Völklinger Börse ( 7 )

Nordring 6

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 6

Tel. 068 8 / 0 00 87

Fax 06898 / 29 62 73

sprungbrett-vk@dwsaar.de

STABIL Völklingen ( 6 )

Nordring 6

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 16

Fax 06898 / 16 95 78

stabil-vk@dwsaar.de

Weltkulturerbe

Völklinger Hütte ( )

Rathausstr. 7 - 7

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 1 0 01 80

Fax 06898 / 91 0 01 31

AGH

Hauswirtschaft/Gastronomie

und Pflege ( )

Gerhardstr. 18

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 88 7

Fax 06898 / 81 03 40

hauswirtschaft-vk@dwsaar.de

RAFFINIERT ( )

Gerhardstr. 18

66 Völklingen

Tel. 068 8 / 81 01 78

Fax 06898 / 81 03 40

hauswirtschaft-vk@dwsaar.de

Möbelprojekt Saarlouis ( )

Pavillonstr.

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 8 87

Tel. 068 1 / 8 7

Fax 06831 / 4 89 47 96

moeb-recycling-sls@dwsaar.de

Frauenprojekt “Der Laden”

( )

Provinzialstr.78

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 6 8 (Büro)

Tel. 068 1 / 6 0 (Laden)

Fax 06831 / 12 54 48

laden-sls@dwsaar.de

Umweltbahnhof

Wadgassen ( )

Umweltbahnhof

66787 Wadgassen

Tel. 068 / 7 67

Fax 06834 / 46 08 54

Fahrrad-Service-Station

Saarlouis ( 6 )

Donatusstr. 1

667 0 Saarlouis

Tel. + Fax 06831 / 8 75 92

fahrrad-sls@dwsaar.de

Wertstoffhof Saarlouis ( 1 )

Industriestr. 1

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 1 8

Fax 06831 / 12 25 99

recycling-sls@dwsaar.de

Koordination FairWertung

( )

Wertstoffhof Saarlouis

Industriestr. 1

667 0 Saarlouis

Tel. 068 1 / 1 8

Fax 06831 / 12 25 99

recycling-sls@dwsaar.de

Abteilung Jugendberufshilfe

Rembrandtstraße 17 - 1 , 66 0 Neunkirchen,

Postfach 1 0 , 66 1 Neunkirchen

Tel. 06821/956-0 - Fax 06821 / 956-211

jbh@dwsaar.de - http://www.dwsaar.de

Abteilungsleiterin:

Bärbel Heil-Trapp Tel. 08 baerbel-heil-trapp@dwsaar.de

Stv. Abteilungsleiter:

Dr. Hans-Peter Haag Tel. 1 hans-peter-haag@dwsaar.de

Sekretariat

Silke Butscher Tel. 0 silke-butscher@dwsaar.de

Florentine Martin Tel. 210 florentine-martin@dwsaar.de

TeilnehmerInnenverwaltung:

Resi Poggenpohl Tel. 17 resi-poggenpohl@dwsaar.de

Monika Schönbucher Tel. 16 monika-schoenbucher@dwsaar.de

Helga Schweig Tel. 16 helga-schweig@dwsaar.de

Zuschusswesen:

Ulrike Möller Tel. 1 ulrike-moeller@dwsaar.de

Monika Fickeis Tel. 111 monika-fickeis@dwsaar.de

Uwe Rosar Tel. 1 7 uwe-rosar@dwsaar.de


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Föderalismusreform kann gravierende Auswirkungen

auf die Kinder- und Jugendhilfe haben

Verlässliche und

transparente Strukturen

notwendig

Auch im Jahr 006 wurden

bundespolitisch Rahmenbedingungen

neu gestaltet, die

in Zukunft die Bedingungen für

Kinder und Jugendliche und

ihre Familien im Bereich der

Jugendhilfe gravierend verändern

und beeinflussen können.

Am 07. Juli hat der Bundesrat

seine Zustimmung zur Föderalismusreform

erteilt und gleichzeitig

eine Richtlinie verabschiedet,

die den zweiten Reformschritt,

Neuordnung der Finanzierung

zwischen Bund und

Ländern, in die Wege leitet.

Diese als größte Reform der

bundesstaatlichen Ordnung

in der Bundesrepublik gefeierte

Entscheidung kann gravierende

Auswirkungen auf die

Kinder- und Jugendhilfe haben.

Das SGB VIII als gesetzliche

Grundlage der Kinder- und Jugendhilfe

wird weiter Bestand

haben, und so werden auch

in Zukunft die Ziele, Aufgaben

und Leistungen der Kinder- und

Jugendhilfe einheitlich geregelt

bleiben. Entsprechend sind im

Gesetz weiterhin grobe einheitliche

Standards vorgesehen.

Relevante Veränderungen können

im Bereich der Kinder- und

Jugendhilfe jedoch durch die

in Art. 8 Abs. 1 GG für die

Länder neu geschaffene Möglichkeit

erfolgen, eigene abweichende

Verfahrens- und Behördenregelungen

zu treffen. Diese

zunächst unscheinbar

wirkende Veränderung lässt

weit reichende strukturelle

Neuerungen zu. So können

das Landesjugendamt und die

örtlichen Jugendämter in ihrem

Kern aufgelöst und an andere

behördliche Strukturen angedockt

werden. Die Zweigliedrigkeit

der Jugendhilfe, bestehend

aus der Verwaltung und dem

Jugendhilfeausschuss, kann

auf Länderebene neu geregelt

werden.

Für uns bedeutet dies, für die

bisherigen Strukturen und Verfahrenswege

einzutreten, da

diese sich in der Praxis bewährt

haben. Die Aufgaben der

Jugendhilfe sollen für die Bürger

nicht „ zersplittert“ und verteilt

auf eine Vielzahl kommunaler

und staatlicher Behörden

wahrgenommen werden.

Im Saarland war die Integration

des Landesjugendamtes ins

Ministerium für Inneres, Familie,

Frauen und Sport ein erster

Schritt. Für die freien Träger

der Jugendhilfe ist die Beibehaltung

der Zweigliedrigkeit der

Jugendhilfe eine gemeinsame

Forderung. Nur so sind die

Beteiligungsstrukturen für die

freien Träger auf örtlicher und

überörtlicher Ebene zu sichern.

Im Saarland ist auf dem Hintergrund

der Diskussion der

Neuordnung der Kreise, der

vielfältigen politischen Interessenlagen

und der damit einhergehenden

Ideenvielfalt be-

züglich der Weiterentwicklung,

insbesondere im Bereich des

Stadtverbandes, Verunsicherung

eingetreten. Wir werden

weiter dafür eintreten, dass

Jugendhilfe sich in ihren Kernbereichen

durch verlässliche,

transparente und eindeutige

Strukturen auszeichnet und

nicht durch tagespolitische

oder parteipolitische Interessen

geprägt wird.

Die Hilfsangebote müssen im

Interesse von Kindern und Jugendlichen

und deren Familien

weiterentwickelt werden. Die

einzelnen Bundesländer müssen

dieser Aufgabe so nachkommen,

dass länderübergreifend

eine Chancengleichheit

für Kinder und Jugendliche gewahrt

wird und nicht die Kassenlage

des Landes darüber

entscheidet, welche Hilfen für

ein Kind zur Verfügung stehen.

Inobhutnahmen

und Eil-Fälle

Wir schauen auf ein arbeitsreiches

Jahr zurück. In all unseren

Einrichtungsteilen waren

wir gut belegt. In unseren

Wohngruppen und unserer

Mutter-Kind-Einrichtung ist die

Nachfrage gestiegen. Einerseits

ist dies auch das Ergebnis

unserer konzeptionellen

Veränderungen, insbesondere

durch den Umzug unserer

Mutter-Kind-Einrichtung. Andererseits

erleben wir eine gestiegene

Nachfrage auch nach

intensiven stationären Hilfen:

Immer mehr Familien brauchen

Unterstützung und immer öfter

kommt es zu sehr eiligen

Unterbringungen von Kindern

und Jugendlichen in unseren

Einrichtungen, weil auch der

vorübergehende Verbleib zu

Hause nicht mehr möglich erscheint.

Ein Zitat aus dem Jahresbericht

einer Wohngruppe:

„Die betroffenen Jugendlichen

befinden sich in einer Ausnahmesituation,

die plötzliche Unterbringung

verstört sie zusätzlich,

sie sind oft niedergeschlagen

beziehungsweise stehen

unter Spannung.“

Häufig wird die Erinnerung

an traumatische Erfahrungen

durch die Umstände der Unterbringung

aktiviert. Diese Eilunterbringungenbeziehungsweise

Inobhutnahmen machen

uns in der alltäglichen Arbeit

immer wieder Probleme. Unsere

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

sind in ihrer Alltagsarbeit

bemüht, den uns anvertrauten

Kindern und Jugendlichen eine

verlässliche, berechenbare und

sichere Umgebung zu bieten,

Absprachen einzuhalten, Versprechen

einzulösen. Eine ungeplante

Neuaufnahme bringt

den Zeitplan, die Beziehungsdynamik

und die Gruppenstruktur

immer wieder ins Wanken,

und so muss vieles neu

justiert werden. Unsere Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter

versuchen diesen Herausforderungen

mit einer hohen Professionalität

und einem hohen

Engagement zu begegnen. Es

bleibt aber festzuhalten, dass

durch kürzere Verweildauern,

eine steigende Zahl von Eilunterbringungen

und hohen fachliche

Erwartungen die Anforderungen

an die Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter ständig steigen.

Schulprojekte in einer

Abteilung

Bis Ende 00 waren Nachmittagsbetreuungen

in Schulen einerseits

im Jugendhilfeverbund

(School’s In) und in der Abteilung

„Offene Soziale Arbeit“

(Nachmittagsbetreuungen im

Rahmen der freiwilligen Ganztagsschule)

beheimatet. Zum

1.Januar 006 wurden beide

Betreuungssegmente für die

Grundschüler und für Schüler

an weiterführenden Schulen

im Jugendhilfeverbund zusammengefasst.

Einher ging damit

die Personalisierung einer Referentenstelle

und die Möglichkeit

zur qualifizierten fachlichen

Begleitung und Weiterentwicklung

dieses Arbeitsbereiches.

Auch weiterhin sind die Standorte,

die nur aus dem Landesprogramm

„Freiwillige

Ganztagsschule“ und mit Elternbeiträgen

finanziert werden,

sehr eng kalkuliert. Wir

würden vieles gerne anders

und besser gestalten: Kleinere

Gruppen und mehr Zeit für die

Kinder haben, die Förderung

von Kindern mit individuellen

Problemstellungen ermöglichen,

eine bessere Ausstattung,

mehr Mittel für Fachpersonal

und vieles mehr.

Als DIAKONISCHES WERK

AN DER SAAR gGmbH und als

Jugendhilfeverbund ist uns dieser

Arbeitsbereich wichtig, um

das Feld der Ganztagsbetreuung

von Kindern und Jugendlichen

mitgestalten zu können.

Die qualitative Entwicklung von

Regeleinrichtungen wie Krippen,

Kindertagesstätten und

nicht zuletzt Ganztagsschulen

wird sich zunehmend auf unsere

Bildungserfolge und Jugendhilfebedarfe

auswirken.

Jede erfolgreiche Förderung

und Integration von Kindern in

eine Regeleinrichtung ist aus

unserer Sicht wünschenswerter

als die Unterbringung in Spezialeinrichtungen.

Es gilt der

Grundsatz „Regeleinrichtung

vor Sondereinrichtung“.

Im Sommer 006 kamen zu

den drei School’s In Projekten,

den fünf Standorten an Grundschulen

zwei weitere Schulen

hinzu. In Ottweiler-Fürth konnten

wir einen weiteren Grundschulstandort

einrichten und

am Warndt-Gymnasium machen

wir erste Erfahrungen im

gymnasialen Bereich. Ergänzend

zu unseren Mitarbeiterinnen

arbeiten wir am Gymnasium

mit Schülerinnen und

Schülern aus der Oberstufe auf

Honorarbasis. Die Erfahrungen

sind sehr erfreulich. Seit letztem

Sommer nehmen immer

mehr Kinder unser Nachmittagsangebot

wahr. Schülerinnen

und Schüler, Lehrer

und Eltern sind mit dem Angebot

zufrieden. Im Rahmen

der Grundschulschließungen

erwarten wir im Jahr 007 die

Schließung von ein bis zwei

Standorten.

Eine erfreuliche Entwicklung für

alle von Jugendämtern geförderten

Kinder in den freiwilligen

Ganztagsschulen zeichnet sich

ab: Es wird keine Kinder mehr

geben, die aufgrund von Armut

nicht an den Essensangeboten

teilnehmen können. Hier hat

der Druck von Eltern, Schulen

und Trägern der Nachmittagsbetreuungen

Land und Kommunen

dazu gebracht, nach

Übergangslösungen suchen,

obwohl bundeseinheitliche Lösungen

angestrebt werden.

Volker Bourgett

Abteilungsleiter

Angela Maurer

stellvertretende Abteilungsleiterin


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Gute Rückmeldungen

beim Video-Home-Training

Eltern werden wieder

handlungsfähig

Video-Home-Training (VHT)

bietet das DIAKONISCHE

WERK AN DER SAAR (DW

SAAR) in den Familienzentren,

in der Mutter-Kind-Einrichtung,

im Sozialraumteam Illingen und

bei gezielten Einzelanfragen

der Jugendämter an. Dabei

wird VHT fast immer begleitend

zu einer bestehenden sozialpädagogischen

Familienhilfe oder

zu einer Erziehungsbeistandschaft

eingesetzt. In der Mutter-Kind-Einrichtung

kann VHT

ein möglicher Bestandteil der

Elternschulung sein.

Im Jahr 006 wurden im Familienzentrum

Sulzbachtal neun

Familien mit dem Video-Home-

Training unterstützt, am Standort

Saarbrücken-Ost Obere

Saar 17 und im Familienberatungszentrum

Illtal zwei.

Die Video-Aufnahmen und die

Rückmeldungen der Eltern sind

bereits geeignete Messinstrumente

für den Erfolg des Video

Home Trainings. Trotzdem wurde

darüber hinaus noch einmal

mit einer kleinen Erhebung, die

Einschätzung und Bewertung

der Eltern nach Abschluss des

VHT eingeholt. Eltern haben

geantwortet. Alle gaben an,

dass sie einen guten Kontakt

zur Trainerin oder zum Trainer

hatten und dass sie gut (1 )

oder eingeschränkt gut ( ) damit

zurecht kamen, gefilmt zu

werden. Beides sind elementare

Voraussetzungen dafür,

dass VHT greift. Deutlich wird

bei der Befragung auch: Die

Beziehungen der Eltern zu den

Kindern verändert sich positiv.

Da für einige Eltern das VHT

bereits einige Monate zurücklag,

zeigt dies die Nachhaltigkeit

der Methode. Aber nicht

nur die Beziehungen werden

gestärkt, die Eltern sagen übereinstimmend,

dass sie mehr

Zutrauen zu sich haben, und

verstehen, was wichtig im

Umgang mit den Kindern ist.

Es wird deutlich: Durch VHT

wächst die Handlungskompe-

tenz der Eltern.

Besonders wichtig ist den Eltern,

dass sie durch VHT die

eigenen Anteile an der Kommunikation

und Erziehung der

Kinder erkennen. Ihre Rolle

wird deutlich. So regt VHT zur

Selbstreflexion und zu Verhaltensänderungen

an. Eltern

lernen, die eigenen Stärken

und Kompetenzen zu sehen

und darauf aufzubauen. Und

es fällt auf: Besonders jüngere

Paare, die gerade Eltern geworden

sind, erleben VHT sehr

hilfreich. VHT hat Folgen für

das Verhalten, Denken und Erleben.

Die Eltern erleben sich

als Handelnde mit Einfluss im

Erziehungsgeschehen und die

Wechselwirkung, die ihr anderes

Verhalten auslöst. Sie

werden in ihrer Rolle als Mutter

oder Vater gefestigt. Die

Grundprinzipien gelungener

Kommunikation, die sie verstärkt

anwenden, geben ihnen

das Rüstzeug dafür. So kann

eine gute Atmosphäre in den

Familien entstehen, was sich

wiederum positiv auf die gesamte

Entwicklung der Kinder

auswirkt und die Eltern-Kind-

Bindung stärkt.

Video-Home-Training

Im März 006 konnte die Ausbildung

von acht Mitarbeitenden

des DWSAAR abgeschlossen

werden. Von den nun zwölf

ausgebildeten Mitarbeitenden

haben drei auch die Kompetenz

des Ausbilders und davon

wieder ein Mitarbeiter die des

Master-Ausbilders.

Kinder zu erziehen ist eine schöne Aufgabe, die viel Kraft

kostet. Manchmal kann sie aber die eigenen Kräfte übersteigen

und zur Krise werden: wenn das Baby ständig

weint, die alltäglichen Dinge wie das Essen, das Erledigen

der Hausaufgaben oder das Zu-Bett-Gehen der Kinder zu

einer großen Belastung werden. Oder wenn ein hyperaktives

Kind die Erziehenden verzweifeln lässt. Dann kann

Video-Home-Training Eltern dabei unterstützen, Ihren Weg

in der Erziehung wiederzufinden.

Die Video-Home-Trainerinnen und Trainer nehmen mit einer

Videokamera eine alltägliche Situation auf. Dabei entscheiden

die Eltern, ob das gemeinsame Essen, Spielen

oder das Nachhause-Kommen von der Schule in den Blick

genommen wird. Eine Aufnahme dauert zwischen fünf und

zehn Minuten.

Beim folgenden Treffen werden die Aufnahmen besprochen

und dabei gemeinsam nach Momenten gesucht,

in denen zwischen Eltern und Kindern ein guter Kontakt

sichtbar ist. So entdecken Eltern ihre erzieherischen Stärken

und können diese im Alltag gezielt einsetzen.

Denn bei Verhaltensauffälligkeiten ihrer Kinder reagieren

manche Eltern häufig mit negativer Aufmerksamkeit: Sie

verbieten zu viel, strafen und korrigieren. Positive Aufmerksamkeit

hingegen ist in der Erziehung erfolgreicher

und entlastender. Die Stärke des Video-Home-Trainings

liegt darin, dass die Eltern die positiven Momente im Umgang

mit ihren Kindern wiederentdecken und lernen, sie

bewusst im Alltag einzusetzen. Die Kraft der aufgenommenen

Bilder schafft bei den Eltern mehr Sicherheit, wie

der Umgang miteinander auf eine gute Weise funktionieren

kann.

Blick in die

Statistik

Der Jugendhilfeverbund des

DIAKONISCHEN WERKES AN

DER SAAR betreute 006 genau

1 10 Personen. davon

zählen zum stationären Bereich,

also leben in Wohngruppen

oder der Mutter-Kind-Einrichtung,

in Tagesgruppen

und 66 gehören zur Beruflichen

Sonderförderung. 8 Familien

nutzten die ambulanten Hilfen.

Rund 00 Kinder und Jugendliche

besuchen regelmäßig die

Betreuungseinrichtungen an

Schulen.

Anfang des Jahres führte der

Jugendhilfeverbund eine Erfassung

seiner Belegungen in

den Wohngruppen in den Jahren

1 bis 006 durch. Dabei

wird deutlich, dass die Zahl

der Inobhutnahmen, also die

der Kinder, die plötzlich in einer

Wohngruppe untergebracht

werden müssen, wächst: 006

waren von 10 Aufnahmen

Inobhutnahmen. Deutlich wird

auch, dass die Zahl der untergebrachten

Mädchen und Jungen

steigt, von 6 im Jahr 1

bis auf 10 im Jahr 006.


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Erlebnispädagogik hat einen wichtigen

Stellenwert in der Arbeit des Jugendhilfeverbundes

Grenzerfahrungen

an der Durance

Wildwasserkajakfahren, Klettern

und Mountainbiken, sind

drei erlebnispädagogische

Medien, die in der Arbeit mit

Kindern im DIAKONISCHEN

WERK AN DER SAAR schon

seit längerem einen wichtigen

Stellenwert haben. Im ver-

gangenen Sommer wurden alle

Aktivitäten in einem Erlebnispädagogik-Camp

an der Durance

in der französischen Provence

vereint.

Die Kinder und Jugendlichen

wurden jeweils für eine Woche

aus dem ihnen bekannten All-

tagsrahmen herausgenommen

und in eine neue, aufregende

Welt versetzt. Aus allen Wohngruppen

wurde das Angebot

gut angenommen. Um den

gewünschten Urlaubs-Charakter

bestmöglich mit den erlebnispädagogischenAnforderungen

zu verknüpfen, waren

neben den Gruppenbetreuern

spezielle Trainer für den Programmablauf

zuständig. Dank

qualifizierter Mitarbeiter ist es

im Jugendhilfeverbund möglich,

alle Bereiche durch eigene

Kräfte abzudecken.

Umgeben von Bergen, in der

Nähe von Seen und unmittelbar

an der Durance schlugen

wir für drei Wochen unsere

Zelte auf und das Abenteuer

konnte beginnen. Dafür war ein

fester Rahmen vorgegeben:

Am ersten Tag konnte sich jeder

für eine von vier Angeboten

anmelden. Am dritten Tag

lernten alle einen anderen

Bereich im Rahmen eines

„Schnuppertages“ kennen. Nun

konnten sich die Kinder und

Jugendlichen für die restlichen

drei Tage festlegen. Kriterien

dabei waren: „Was hat mir am

meisten Spaß gemacht?“ oder

„Worin will ich besser werden?“.

Die Kanugruppe bestand aus

sechs bis sieben Teilnehmern.

Aufgrund der günstigen Lage

des Campingplatzes konnte

direkt am Platz gestartet werden.

Die Grundlagen mussten

aber erst auf stehendem Gewässer

geübt werden. Dazu

bot sich ein nahe gelegener

Badesee an. Hier konnten die

Kinder und Jugendlichen die

ersten Schritte mit dem neuen

und ungewohnten Sportgerät

spielerisch erlernen.

Bevor es nun auf den Fluss

ging, musste sich jeder mit der

Strömung vertraut machen.

Nach einem Sprung ins kalte

Wasser schwamm jeder erst

mit der Strömung, dann gegen

die Strömung wieder ans

Ufer. „Mann, war das anstrengend!“

Anschließend befuhr die

Gruppe verschiedene Flussabschnitte

der „wilden Durance“,

auf der sich immer wieder Hindernisse

in den Weg stellten.

Knifflige Aufgaben mussten

gelöst und andere „Prüfungen“

als Gruppe bestanden werden.

Am Ende der Woche konnten

alle mit der starken Strömung,

den Wellen und Hindernissen

im Fluss locker umgehen.

Die Mountainbikegruppe hatte

sechs Fahrer fest im Sattel.

Die umliegenden Berge waren

eine echte Herausforderung.

Zu Beginn jeder Tour stand der

Bike - und Ausrüstungscheck

sowie das richtige Aufwärmen

auf dem Programm. Mit Balanceübungen,

dem Erlernen

von Brems - und Kurventechnik

konnten dann die ersten Hindernisse

bewältigt werden. In

kleinen, und deshalb auch von

Anfängern zu bewältigenden

Etappen wurden etliche Höhenmeter

bewältigt. Dabei machte

der ein oder die andere durchaus

auch konditionelle Grenzerfahrungen.

Angetrieben von

der guten Stimmung innerhalb

der Gruppe führte der Weg

über Stock und Stein, vorbei an

den malerischen Seen, Bergen

und Wäldern. Highlight war die

„Festungstour“. Über holprige

Wege ging es steil bergauf,

doch als Belohnung wartete die

rasante Abfahrt durch schmale

Pfade. Abends waren alle stolz

auf die zurückgelegten Kilometer.

Jeder Gipfelstürmer aus der

Klettergruppe bekam zu Beginn

eine passende Kletteraus-

rüstung. Nach der Einführung

in die Kletter- und Sicherungstechniken

waren alle bereit, die

von der Natur gestellte Aufgabe

gemeinsam zu meistern.

Da jeder, der den anderen sichert,

kurz darauf ebenfalls in

der Wand hängt und sich darauf

verlassen muss, dass sein

Partner dann ebenfalls seine

Aufgabe ernst nimmt, entstand

recht schnell ein Teamgefühl.

Im Laufe der Woche steigerte

sich das Niveau der Gruppe

und ab dem vierten Tag konnten

schwierige Routen bis zu

0m Höhe bewältigt werden.

Dort oben ging den Kindern

und Jugendlichen „dann schon

mal die Klammer“. Aber oftmals

hatten alle auch ganz besondere

Naturerlebnisse, konnten

Skorpione und Murmeltiere

beobachten. Zum Abschluss

unternahm die Klettergruppe

eine Canyoning-Tour. Alle seilten

sich neben einem Wasserfall

ab und die ganz Mutigen

sprangen durch das neu gewonnene

Selbstbewusstsein

sogar von meterhohen Felsen

ins Wasser.

Wer nicht ganz so mutig war,

konnte mit der Wandergruppe

auf kleinen Pfaden die malerische

Landschaft erkunden.

„The Mountain speaks for itself“

- ein Lernmodell aus der Erlebnispädagogik.

Hier hat die Freizeit

für sich selbst gesprochen.

Jeweils eine Woche Actionferien,

die durch die Aktivitäten

geprägt wurde und sicher auch

auf die Jugendlichen prägend

einwirkte. Durch die vielen positiven

Rückmeldungen ermutigt,

wird der Jugendhilfeverbund

das Camp in modifizierter

Form 007 wieder durchführen.

7


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

8

Die Mutter-Kind-Einrichtung hat in der

Saarbrücker Ursulinenstraße ein neues

Domizil gefunden

Muttersein muss

man lernen

Saarbrücken, Ursulinenstraße.

Nur ein paar Schritte von der

Innenstadt und dem Hauptbahnhof

entfernt hat das DIA-

KONISCHE WERK AN DER

SAAR (DWSAAR) für seine

Mutter-Kind-Einrichtung ein

ehemaliges Hotel angemietet.

Drumherum Handwerksbetriebe,

ein Autohaus, Banken

und andere Dienstleister - eigentlich

kein typisches Wohnviertel.

Und doch hält Volker

Bourgett, Abteilungsleiter des

Jugendhilfeverbundes beim

DWSAAR den neuen Standort

für ideal: „Hier stören wir niemanden,

wenn es auch mal etwas

lauter wird.“ Außerdem sei

eine gute Verkehrsanbindung

vorhanden und zu den Lebensmittelgeschäften

sei es nicht

so weit. Und das ist für das

Konzept der Mutter-Kind-Einrichtung

sehr wichtig. Denn die

Mütter, die hier mit ihren Kindern

leben, sollen im Laufe der

Zeit lernen, sich und den Nachwuchs

selbständig zu versorgen.

Die Mutter-Kind-Einrichtung in

dieser Form gibt es seit 1 8 .

Zuletzt war sie in Alt-Saarbrücken

in einem Haus in der Petersbergstraße

untergebracht.

Dort hatte es immer wieder mit

den Nachbarn Ärger gegeben,

wie Bourgett berichtet. Das

ehemalige Hotel in der Ursulinenstraße

biete Platz für

mehr Wohnungen, was angesichts

der steigenden Nachfrage

wichtig ist.

Rund 100 000 Euro hat das

DWSAAR in den Ausbau des

Hauses investiert. Möglich wurde

dies durch einen Zuschuss

der „Aktion Herzenssache“ des

Saarländischen Rundfunks.

Wände mussten verschoben,

das Treppenhaus

um-, Bäder

und Küchen eingebaut

werden.

„Wochenlang

waren die Handwerker

hier an

der Arbeit“, berichtet

Bourgett.

Als letztes

sind im Hof die

Holzkästen zum

Unterstellen der

Kinderwagen

fertig geworden,

die wegen der

Brandschutz-

Vorschriften

nicht im Eingangsbereich

stehen dürfen.

In den oberen

Stockwerken

sind sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen

entstanden, in denen

jeweils eine Mutter mit ihrem

Kind lebt. Weitere vier Frauen

sind extern untergebracht. Aber

auch sie haben die Einrichtung

als feste Anlaufstelle und bekommen

im Notfall rund um die

Uhr Hilfe. Im ersten Geschoss

des Hauses befinden sich das

Büro für die neun Mitarbeiterinnen

und die Gemeinschaftsräume,

im Erdgeschoss eine

Krippe. Bei gutem Wetter kann

auch der Garten hinter dem

Haus genutzt werden.

In der Regel kommen die Mütter,

die zwischen 1 und

Jahre alt sind, sechs bis acht

Wochen vor der Geburt in die

Einrichtung. Etliche lebten

bisher in Jugendhilfeeinrichtungen,

etwa in Heimen

oder Wohngruppen, andere

stammten aus einem sozial

schwierigen Milieu, in dem

die neu geborenen Kinder besonderen

Risiken ausgesetzt

wären, berichtet Inge Wagner-Schock

aus dem Mitarbeiterteam.

Zunehmend seien

es aber auch Jugendliche aus

ganz normalen Familien, sogar

aus der Mittelschicht, die

einfach noch nicht in der Lage

seien, die Verantwortung für

den Nachwuchs zu übernehmen.

Die Ursache dafür sieht

sie in der abnehmenden Familienbindung

in unserer Gesellschaft.

Kommen die Frauen in die

Mutter-Kind-Einrichtung, wird

erst einmal die Wohnung gemütlich

gestaltet. Die Mitarbeiterinnen

unterstützen die

Frauen bei Behördengängen

und Arztbesuchen. Das ist besonders

wichtig, denn gerade

bei jugendlichen Müttern aus

schwierigem sozialen Milieu

kommt es vermehrt zu Risikoschwangerschaften,

wie die

Statistiken beweisen. Dann

ist der Beistand der Mitarbeiterinnen

besonders gefragt.

Wenn gewünscht, begleiten

sie die jungen Frauen natürlich

auch während der Geburt im

Krankenhaus.

Ist das Baby auf der Welt,

muss jede Mutter ihr Kind

0 Stunden pro Woche in die

Krippe bringen, deren Öffnungszeiten

flexibel sind. Das

sei eine feste Regel, sagt Inge

Wagner-Schock. Denn im Mittelpunkt

aller Bemühungen

stehe das Wohl des Kindes.

„Hier werden die Mütter bei der

Säuglingspflege angeleitet und

bekommen Hilfen im Umgang

mit den Kindern“, erläutert die

Beraterin. Das fängt ganz konkret

bei der Wahl der Windeln

an und geht bis zur richtigen

Ernährung und Förderung der

Babys. Die Krippe biete dem

Kind Anregung und Zuwendung

durch eine weitere feste

Bezugsperson, sodass Fehlentwicklungen

schnell bemerkt

würden und rechtzeitig Fördermaßnahmen

eingeleitet werden

könnten.

Gleichzeitig gewinnen die jungen

Frauen aber so auch Zeit

für die eigene Entwicklung. In

der Regel stellt sich dann nach

einiger Zeit die Frage nach einer

beruflichen Zukunft. Etliche

der jungen Mütter besuchen

morgens die Schule oder eine

Lehrstelle. Andere sind erst auf

der Suche nach einer Perspektive.

Auf dem Weg in die Selbständigkeit

gehört es auch dazu,

wieder Kontakt zur Herkunftsfamilie

aufzunehmen. Und es

geht um die Frage, wie die Zusammenarbeit

mit dem Partner

oder dem Kindesvater aus

sieht. Sie dürfen am Wochenende

in der Einrichtung übernachten,

bei minderjährigen

Müttern natürlich nur in Absprache

mit dem Vormund. Doch all

das muss thematisiert und eingeübt

werden. Alleine seien die

Frauen damit überfordert, sagt

Wagner-Schock. Ziel sei es,

ein tragfähiges soziales Netz

aufzubauen für die Zeit da-

nach, - wenn die jungen Mütter

das Mutter-Kind-Haus wieder

verlassen.

Mindestens ein Jahr bleiben

die Frauen nach der Geburt

in der Einrichtung. „Viele auch

länger, im Ausnahmefall bis

zu drei Jahren“, sagt Wagner-

Schock. Das sei angesichts der

schwierigen Problemlage und

des jugendlichen Alters, in dem

sich viele der Mütter befinden,

auch unbedingt nötig. Es brauche

eben Zeit, bis es schließlich

zu einer tragfähigen Mutter-Kind-Beziehung

komme.

(aus dem SONNTAGSGRUSS)


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Für den Mädchenarbeitskreis war 006 ein

erfolgreiches und ereignisreiches Jahr

Der Mädchenarbeitskreis im

Jugendhilfeverbund besteht

seit mehr als zehn Jahren. Hier

treffen sich die pädagogischen

Mitarbeiterinnen - eine aus jeder

Gruppe - einmal im Monat.

Die Arbeit findet sowohl auf

der theoretischen Ebene durch

die fortwährende Überprüfung

der Ziele und deren Umsetzungsmöglichkeiten

im pädagogischen

Alltag statt, als auch

auf der Handlungsebene. Dazu

gehört die Betreuung der grup-

penübergreifendenMädchengruppe. Sie wird altersentsprechend

zusammengestellt und

wechselt nach einem halben

Jahr. Die Altersstruktur reicht

von 8 bis 18 Jahren. Seit vier

Jahren stehen der Gruppe eigene

Räume in der Tagesgruppe

Ottstraße zur Verfügung.

Für den Mädchenarbeitskreis

war 006 ein sehr erfolgreiches

und ereignisreiches Jahr. Es

gab zahlreiche Angebote, die

von den Mädchen sehr gut angenommen

wurden: Anlässlich

des Weltfrauentages trafen

sich im Jugendzentrum Völklingen

über 1 0 Mädchen hauptsächlich

aus Jugendhilfeeinrichtungen.

Im Mai nahmen alle

Mädchen des Mädchenarbeitskreises

an einem Mädchen- u.

Frauenausflug teil. Über Pfing-

sten fuhren zwei Mitarbeiterinnen

mit den Mädchen zur

„MÄDIALE“ nach Lörrach.

Das ist ein großes Kultur-Festival

für Mädchen und junge

Frauen mit und ohne Handicap.

Im Oktober nahm der

Mädchenarbeitskreis am Jugendgesundheitstag

am Saarbrücker

Schloss teil. Er stand

unter dem Motto „Von außen

nach innen“. Drei Mitarbeiterinnen

des Jugendhilfeverbundes

boten Massagen und

die Herstellung von Körperölen

an. Auch ein Mädchenpowertag

in Saarbrücken mit diversen

Workshops wie Klettern oder

Bogenschießen fand großen

Anklang.

Im Rahmen der Gesundheitskampagne

im Jugendhilfeverbund

wurden 006 für die Mädchen

spezielle Kurse angeboten:

Kanufahren, Kosmetika

herstellen und Kochen (acht

Termine mit 7- 8 Mädchen). Die

Angebote gaben den Mädchen

Gelegenheit, sich besser kennen

zu lernen und völlig neue

Erfahrungen zu machen, was

zu einem stärkeren „Wir-Gefühl“

und einer Stärkung des

Selbstbewusstseins führte.

Viele besuchen sich nun regelmäßiger

in ihren Wohngruppen

und freuen sich auf die Treffen

in der Ottstraße.

Die „Klee Arbeitsgemeinschaft“ in der

Freiwilligen Ganztagsschule in St. Arnual

Ein stärkeres „Wir-Gefühl“ Schulung der Sinne

Das in der Freiwilligen Ganztagsschule

Saarbrücken-St. Arnual

erfolgreich durchgeführte

Pilotprojekt „Architektur macht

Schule“, das mit einer Abschlussausstellung

endete, hat

Mut zu mehr gemacht. Und so

hat die Ausstellung des Saarlandmuseums

„Tempel - Städte-

Paläste “, die den künstlerischen

Blick des Malers Paul

Klee für die Architektur zum Inhalt

hatte, die Erzieherinnen inspiriert,

eine zeitlich begrenzte

Arbeitsgemeinschaft im Winter

006 anzubieten.

In drei Kleingruppen wurde malend,

tanzend und darstellend

das Thema Kunst und Architektur

kreativ mit den Kindern

erarbeitet, die sich mit großem

Eifer beteiligten. In einem

Rotationssystem erhielten alle

Mädchen und Jungen einen

Einblick in drei unterschiedliche

Gestaltungsmöglichkeiten. Mit

Farbe, Ton und Holzbausteinen

wurden Bilder, Skulpturen und

Fotografien erstellt. Der Tanz

spiegelte etwas von der Lebensfreude

der Länder wieder,

die Paul Klee bereist hat, und

die filigranen, witzig-ironischen

Bilder des Künstlers luden

dazu ein, die dargestellten Situationen

mittels Pantomime

und Schauspielerei lebendig

werden zu lassen.

Die Ergebnisse wurden dann

im Dezember bei einer Vernissage

Eltern, Gästen aus

Schule und Kooperationseinrichtungen

mit großem Erfolg

vorgestellt.

Die Freiwillige Ganztagsschule St. Arnual

ist eine von zehn Nachmittagsbetreuungseinrichtungen

beim DIAKONISCHEN

WERK AN DER SAAR.

Sie wird von 1 Mädchen und Jungen der

Grundschule St. Arnual besucht und ist seit

00 ein wichtiges und anerkanntes Bildungs-

und Betreuungsangebot in Modellkooperation

mit der Grundschule und dem

Hort der Betreuenden Halbtagsschule in

Saarbrücken.

Sie bietet:

• ein differenziertes Hausaufgabenkonzept

mit Lehrerstundeneinsatz in der Hausaufgabenzeit

• erweiterte Kreativ-, Bewegungs- und

Themenspielangebote

• ein zweiwöchiges Ferienprogramm

• und arbeitet engagiert mit der Evangelischen

Familienberatungsstelle bei thematischen

Elternabenden zu erziehungsrelevanten

Themen zusammen.

0 1


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Eine Kampagne im Jugendhilfeverbund nimmt

die Gesundheit in den Blick

Kräuterspiralen

im Garten

Die Wohngruppe Reichenbrunn

gestaltete unter dem

Motto „Von der äußeren zur inneren

Ordnung“ ihre Zimmer

wohnlicher, die Wohngruppe

Rembrandtstraße legte eine

Kräuterspirale an und lernte mit

Kräutern kochen. Eine weitere

Wohngruppe thematisierte die

gesunde Ernährung am Wochenende

durch gemeinsames

Einkaufen und Kochen. Zusammen

mit den Kindern wurde ein

Kochbuch erstellt und den Eltern

als Weihnachtsgeschenk

überreicht.

Das sind nur ein paar Beispiele

aus der Gesundheitskampagne

des Jugendhilfeverbandes.

Im Herbst 00 waren - von

außen angestoßen durch das

Rauchverbot an Schulen und

ähnlichen Initiativen in Betrieben

und anderen Einrichtungen

– Ideen entwickelt worden, um

die Gesundheitsförderung in

allen Einrichtungen zielgerichtet

in den Blick zu nehmen und

zu fördern. In Zusammenarbeit

mit Franz Gigout von der LandesarbeitsgemeinschaftGesundheitsförderung

fand dann

im April 006

in der Turnhalle

des DIA-

KONISCHEN

WERKES AN

DER SAAR die

Auftaktveranstaltung

statt.

Mit viel Kreativität,

Bewegung

und Leichtigkeit

moderierte

Franz Gigout,

und am Ende

des Vormittags

waren zwölf

TOP-Themen in

Arbeitsgruppen

entwickelt worden.

Jede Einrichtung

startete

nun mit der

Planung eines

Projektes, das

sich den Themen Bewegung,

gemeinsame Aktivitäts- und

Freizeitplanung, aber natürlich

auch Ernährung widmete. Weitere

Projekte, die im Laufe des

Jahres starteten, waren „Rundum

Gesund“, in dem sich die

Mädchenwohngruppe dem

Thema „Bewegung zwischen

Entspannung, Aktivität und Ernährung“

widmete, oder das

der „Beruflichen Sonderförderung“

in Saarbrücken, die zur

„Suchtprävention“ arbeitet.

Dies alles sind ein paar Beispiele

von vielen. Natürlich ist

das Thema „Gesundheitsförderung“

in den Einrichtungen

des Jugendhilfeverbundes

nicht neu. In vielfältiger Weise

war es auch vorher Bestandteil

der alltäglichen Arbeit mit den

Kindern und Jugendlichen. Neu

und motivierend war aber, dass

die Gruppen nun im Rahmen

der Gesundheitskampagne

durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

einer hierzu gegründeten

Steuerungsgruppe begleitet

und beraten wurden und

dass die Projektideen durch die

Vergabe von finanziellen Mitteln

gefördert wurden.

Alle Projekte sollen jetzt dokumentiert

werden, sodass alle

Mitarbeiter zukünftig auf einen

reichen Schatz an Ideen zugreifen

können.


J U G E N D H I L F E V E R B U N D


J U G E N D H I L F E V E R B U N D

Leitung: Volker Bourgett

Stellvertreterin: Angela Maurer

Sekretariat: Birgit Federkeil / Gabriele Zeyer

Tel. 06821/956-300 -301 Fax: 06821/956-303

jhv@dwsaar.de

Familienzentrum

Sulzbachtal

Sulzbachtalstr. 16

661 Saarbrücken-Dudw.

Tel.: 068 7/ 6 -0

Fax: 06897/96599-20

fz-sulzbachtal@dwsaar.de

Sozialraumbüro Illtal

Hauptstr. 78

66 7 Illingen

Tel. 068 / 0 780

Tel. 068 / 0 78 0

Fax: 06825/4047822

sozialraumbuero-illtal@dwsaar.de

Familienzentrum

Saarbrücken-Ost /

Obere Saar

Am Kieselhumes 6 - 8

661 1 Saarbrücken

Tel. 0681- 8 7-0

Fax: 0681-95827-13

fz-sb-ost-obere-saar@dwsaar.de

Offene Jugendarbeit

Jugendtreff High Life

66 0 Neunkirchen-Wbk.

Tel. 068 1/ 0 0

highlife@dwsaar.de

Psychologischer Dienst

Inge Dechmann

Olaf Fehlhaber

Margreth Hölzer-Rußhardt

Hansjörg Zimmer

School’s in

Gesamtschule Sulzbachtal

An der Mühlenschule

661 Dudweiler

Schulsozialarbeit:

068 87- 7 6

Nachmittagsbetr.:

068 7- 7 6 1

Fax: 06897-974633

schoolsin-dudw@dwsaar.de

ERS am Vopeliuspark

Parkstraße 10

66 80 Sulzbach

Schulsozialarbeit:

068 7- 778

Nachmittagsbetr.:

068 7- 77

Fax. 06897/924783

schoolsin-sulz@dwsaar.de

Gesamtschule Rastbachtal

Weißenburger Str.

66111 Saarbrücken

Tel. 0681/7 od.

7 06

Fax. 0681/7534799

schoolsin-rastbachtal@dwsaar.de

Bereichsleitung

Christiane Heßelmann-Wolf

Marie-Louise Ott

Corinna Schmalz-Kuttig

Freiw. Ganztagsschule

Ottweiler-Lehbesch

Freiherr-vom-Stein-Str. 16

66 6 Ottweiler

Handy: 0160/ 01 11 6

Schule Tel. 068 / 17

Ottweiler-Neumünster

Betzelbacher Weg 17

66 6 Ottweiler

Handy: 0160/ 01 708

Schule Tel. 068 / 10

Fax: 06824/300904

Ottweiler-Fürth

Schulstr. 16

66 6 Ottweiler-Fürth

Handy: 0160 / 10 7

Schule: 068 8/

Fax: 06858/434

Hirzweiler-Welschbach

Querstraße 7

66 7 Illingen

Handy: 0160/ 01 11 7

Schule Tel. 068 - 81

Neunkirchen-Kohlhof

Niederbexbacher Straße 30

66 Neunkirchen

Handy: 0160/ 01 11 8

Schule Tel. 068 1/ 1 1

St. Arnual, Arnulfstraße 1

6611 Saarbrücken

Handy: 0160/ 8 6

Schule: 0681/ 8 018

Fax: 0681/9850189

Spielpädagogik

Herbert Lamping

Sabine Hammes

Tagesgruppe Burbach

Ottstraße 0

6611 Saarbrücken

Tel./Fax: 0681/76220

Tagesgruppe Sulzbach

66 80 Sulzbach

Tel. 068 7/ 6

Fax: 06897/567558

tg-sulz@dwsaar.de

Berufliche

Sonderförderung

BSF Saarbrücken

Ursulinenstraße 61

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681/ 8 7 1

bsf-sb@dwsaar.de

BSF Neunkirchen

Rembrandtstraße 17 - 1

66 0 Neunkirchen-Wbk.

Tel. 068 1/ 6-

Fax: 06821/956-303

bsf-nk@dwsaar.de

Referent Schulsozialarbeit

Michael Müller-Laduga

Ambulante Jugendhilfe Bildung und Betreuung an Schulen Teilstationäre Jugendhilfe Stationäre Jugendhilfe

Wohngruppe Brunnenstraße

66 8 Neunkirchen

Tel. u. Fax: 06821/864230

Wohngruppe Heidstock

66 Völklingen

Tel. u. Fax: 06898/41095

Jungenwohngruppe

Kühlweinstraße

66 Völklingen

Tel. u. Fax: 06898/25897

Wohngruppe Reichenbrunn

66 86 Reichenbrunn

Tel. u. Fax: 06894/80778

Wohngruppe

Graf-Philipp-Straße

6611 Saarbrücken

Tel.: 0681/ 8

Fax: 0681-5959163

Stationäre Wohngruppen Stationäre Sonderformen

Fünftage-Wohngruppen

Wohngruppe Ostertalstraße

66 0 Neunkirchen-Wbk.

Tel. u. Fax: 06821/51693

Mädchenwohngruppe

Biedersberg

66 8 Neunkirchen

Tel. u. Fax: 06821/22083

Wohngruppe Riegelsberg

66 Riegelsberg

Tel. u. Fax: 06806/3517

Übergangswohngruppe

für psychisch kranke

Jugendliche

66 6 Heusweiler-Holz

Tel.: 06806/8

Fax: 06806/869859

Mutter-Kind-Einrichtung

Ursulinenstraße

66111 Saarbrücken

Tel.: 0681/ 10

Fax: 0681 / 5894847

Krippe: 0681/ 7070

mutter-kind-sb@dwsaar.de

Heilpädagogische

Pflegenester

Wolfersheim und

Fremersdorf

Betreutes Wohnen

Am Kieselhumes 6 - 8

661 1 Saarbrücken

Tel.: 0681/ 10 0

Fax: 0681/95827-13

mob-sb@dwsaar.de

Jugendwohngemeinschaften

Saarbrücken

6611 Saarbrücken

Neunkirchen

66 8 Neunkirchen

-Tage-Wohngruppe -Tage-Wohngruppe

Warndt-Gymnasium

Sulzbach

Wiebelskirchen

Am Warndt-Gynmasium 1

66 80 Sulzbach 66 0 Neunkirchen-Wbk.

66333 Völklingen-Geislautern

Tel. 068 7/ 6

Tel.u. Fax: 06821/5485

Handy: 01 1/10 886

Fax: 06897/567558

Schule: 068 8/ 7 00

tg-sulz@dwsaar.de

6 Fax: 06898/7015

7


Z E N T R A L E D I E N S T E

8

Funktionierende und kompetente

Verwaltung unverzichtbar

Herausforderung

Rechtsformänderung

Zur Durchführung und Unterstützung

der vielfältigen

fachlichen Arbeit des DIAKO-

NISCHEN WERKES AN DER

SAAR ist eine gut funktionierende

und kompetente Verwaltung

erforderlich und unverzichtbar.

Für die Steuerung

des Unternehmens liefert sie

die benötigten Daten an die

Geschäftsführung und an die

unterschiedlichen Fachabteilungen.

Bei den Überlegungen über

verschiedene verwaltungsmäßige

Organisationsformen haben

sich die Leitungsgremien

schon vor vielen Jahren für

eine zentrale Verwaltung entschieden.

Sie hat sich bis heute

bewährt. Ein wesentlicher

Vorteil ist die größtmögliche

Gewährleistung im Bereich der

Vertretungsregelung. Auch wird

davon ausgegangen, dass

diese Organisationsform die

kostengünstigste ist.

Die Verwaltung des Werkes ist

wie folgt aufgebaut:

• Personalverwaltung, Arbeitsrecht,

Vermögensverwaltung

• Finanz- und Rechnungswesen

mit den Arbeitsbereichen

Kassenabrechnung, Buchhaltung,

Zuschusswesen und Fakturierung.

Ingesamt sind Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter in Voll-

und Teilzeit beschäftigt.

Zur Bewältigung der Arbeit ist

der Einsatz einer guten, intern

gesteuerten EDV unverzichtbar.

Im Bereich der Personalverwaltung

ist ein externes

Rechenzentrum mit der Wahrnehmung

der Vergütungszahlungen

und aller dazugehörigen

notwendigen Abwicklungsarbeiten

beauftragt.

Ziel der Verwaltung ist es, in

einem kontinuierlichen Prozess

die Abläufe der verschiedenen

Arbeitsprozesse und somit

die Ergebnisse immer weiter

zu verbessern. Um betriebswirtschaftlich

notwendige Entscheidungen

rechtzeitig treffen

zu können, wird das notwendige

Zahlenmaterial analysiert

und kurzfristig der Geschäftsführung

und den Abteilungsleitungen

vorgelegt. Die Verwaltung

arbeitet eng mit den Mitarbeitenden

der einzelnen Fachbereiche

zusammen. Das wird

am Beispiel des Zuschusswesens

deutlich. Für Zuschussanträge,

Zwischen- und Endverwendungsnachweise

sind

neben der inhaltlichen Darstellung

durch die Fachabteilungen

auch die Personalverwaltung

für Personalkostenberechnungen

und die Buchhaltung

für das Zahlenmaterial beteiligt.

Dabei ist festzustellen, dass

auf Grund der Anforderungen

der öffentlichen Zuschussgeber

der Verwaltungsaufwand immer

größer und umfangreicher

wird. Die zusätzlichen Kosten

werden aber nicht anerkannt

und vergütet. Das bedeutet

eine immer stärkere Verdichtung

der Arbeit.

Eine besondere Herausforderung

war im letzten Jahr zudem

die Rechtsformänderung des

Werkes in eine gemeinnützige

Gesellschaft mit beschränkter

Haftung.

So mussten zum Beispiel:

• alle bestehenden Arbeitsverhältnisse

überführt werden,

• die Zustimmung der Vertrags-

und Kooperationspartner

des Werkes eingeholt werden,

• die Überarbeitung aller bestehenden

Formulare, der

Briefbögen und Stempel bewältigt

werden,

• alle Versicherungs- und Kreditverträge

umgestellt werden,

• alle Geschäftspartner informiert

werden,

und vieles andere mehr.

Diese zusätzlichen Arbeiten

konnten nur dank des großen

und engagierten Einsatzes aller

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

bewältigt werden.

Walter Schneider

Leiter der Verwaltung

Susanne Bleymehl

Stv. Leiterin der Verwaltung

Die Bereiche der Geschäftsführung, der

Jugendberufshilfe und der Verwaltung wurden

nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert

Qualitätsmanagement

auf hohem Niveau

Die Entwicklung des Qualitätsmanagements

im DIAKO-

NISCHEN WERK AN DER

SAAR wurde auch im Jahr

006 kontinuierlich weitergeführt.

So sind mittlerweile alle

Abteilungshandbücher sowie

das Gesamthandbuch durch

die Geschäftsführung genehmigt

und stehen den Mitarbeitenden

zur Verfügung. Die einzelnen

Abteilungshandbücher

dienen den Mitarbeitenden als

Arbeitsgrundlage und Orientierungshilfe.

Zertifizierung

sichert Qualität

Aufgrund von Vorgaben einzelner

Geldgeber in bestimmten

Abteilungen sah sich das

DWSAAR veranlasst, im Jahr

2006 eine Zertifizierung nach

DIN EN ISO 001: 000 in den

Bereichen der Geschäftsführung,

der Jugendberufshilfe

und der Verwaltung durchzuführen.

Die Zertifizierung wurde

dem DWSAAR für diese

Bereiche am 1.September

2006 durch die Firma Certqua

in Bonn ausgesprochen. Im

Zuge der Zertifizierung wurde

auch eine Zertifizierung nach

der „Anerkennung und Zulassungverordnung

Weiterbildung“

(AZWV) durchgeführt.

Das DWSAAR ist nun ein anerkannter

Träger für alle Wirtschaft-

und Bildungsbereiche

im Saarland nach der Anerkennungs-

und Zulassungsverordnung

Weiterbildung der

Bundesagentur für Arbeit und

darf aus diesem Grunde in

den Maßnahmen Bildungsgutscheine

der ARGEn verrechnen.

Bei der DIN EN ISO 001: 000

handelt es sich um die international

anerkannte Normung für

Qualitätsmanagement. Diese

Buchstaben und Zahlenabkürzung

gehören mittlerweile zum

täglichen Leben dazu. Es gibt

sie sowohl in der Autoindustrie

als auch beim Einzelhändler

vor Ort sowie immer verbreiteter

im Gesundheits- und

Sozialbereich. Aufgrund einer

frühzeitigen Entscheidung der

Geschäftsführung, das Qualitätsmanagementsystem

an dieser

Norm auszurichten und der

kontinuierlichen Weiterentwicklung

in den letzten Jahren, war

es möglich, diese beiden Zertifikate

innerhalb kürzester Zeit

zu erlangen.

Audits überprüfen

Prozessabläufe

006 wurde zum ersten Mal

ein kompletter Auditzyklus

durchgeführt. Audits sind Überprüfungen

von Prozessabläufen

innerhalb des Werkes, die

durch dafür speziell geschulte

Mitarbeitende durchgeführt

werden. Durch die Audits wird

ein Beitrag zur ständigen Verbesserung

der Qualität im

DWSAAR geleistet. Anhand

der Audits konnten Verbesserungsvorschläge

für die einzelnen

Abteilungen sowie für die

Geschäftsführung erarbeitet

werden, welche dann durch die

Abteilungsleitungen umgesetzt

werden.

Gespräche mit

Mitarbeitenden

Im Jahr 006 wurden über die

Geschäftsführung und die Abteilungsleitungen

in Zusammenarbeit

mit den Qualitätsbeauftragten

alle Voraussetzungen

geschaffen, damit im

Jahr 007 Mitarbeitenden-Entwicklungsgespräche

stattfinden

können. Es wurde ein System

für diese Gespräche erarbeitet

und durch die Geschäftsführunggenehmigt.

Die Gespräche sollen

künftig alle zwei Jahre stattfinden.

Das Qualitätsmanagementsystem

im DWSAAR steht auf

einer breiten Basis und wird

durch die Leitung und die Mitarbeitenden

getragen. Dies

zeigt sich insbesondere in den

Bereichen der Audits, wo den

Auditoren eine große Offenheit

entgegengebracht wird. Dies

ist nicht selbstverständlich. Aus

diesem Grund geht der Dank

an alle, die sich aktiv an der

Qualitätsentwicklung im DIA-

KONISCHEN WERK beteiligt

haben.


Z E N T R A L E D I E N S T E

Sechs Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

erhielten das „Goldene Kronenkreuz“

Langjähriges Engagement

belohnt

Seit Jahren arbeitet Annemarie

Marx beim DIAKO-

NISCHEN WERK AN DER

SAAR (DWSAAR). Und das in

einem Arbeitsfeld, das Menschen

in Not schnelle und unbürokratische

Hilfe leistet und

gleichzeitig Bürgerinnen und

Bürger dabei unterstützt, sich

für ihre Interessen einzuset-

zen: in der Gemeinwesenarbeit

(GWA). Also ein Arbeitsfeld

- und das ist Annemarie Marx

wichtig -, das schon immer einen

politischen Ansatz hat, indem

es die brachliegenden Fähigkeiten

der Menschen aktivieren

will. Marx war 24 Jahre

lang im Stadtteilbüro in Saarbrücken-Malstatt

tätig, arbei-

tete mit Familien und Frauen,

später dann auch mit Migrantinnen

und Migranten. Im letzten

Jahr wechselte die -jährige

Diplom-Sozialarbeiterin zur

Saarbrücken Initiative Migration

und Arbeit“ ins GWA-Projekt

nach Brebach.

Auch Frank Marx hat vor

25 Jahren seine berufliche Tätigkeit

im Rahmen des GWA-

Projektes in Malstatt begonnen:

bei der Therapeutischen Schüler-

und Familienhilfe in der

Waldstraße. Heute arbeitet der

-jährige Lehrer in einer Einrichtung

der Abteilung „Jugendberufshilfe“

in Völklingen, wo

Jugendliche den Hauptschulabschluss

nachholen können.

Seit Jahren dabei: (v. l.) Annemarie Marx, Birgit Grotzfeld-Kusch, Bettina Butscher,

Marita Farokhnia, Diakonie-Pfarrer Udo Blank, Christel Schirmbeck und Frank Marx.

Nicht nur Annemarie Marx und

Frank Marx hoffen, dass der

Stadtrat von Saarbrücken die

Arbeit in den Gemeinwesenprojekten

auch in Zukunft finanziell

ausreichend absichern

wird. Denn die Projekte tragen

dazu bei, dass die soziale Ausgewogenheit

in den Stadtteilen

der Landeshauptstadt erhalten

bleibt. Das DWSAAR ist in Kooperation

mit anderen Partnern

Träger von GWA-Projekten in

Brebach, Burbach und Malstatt.

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

beim Firmenlauf dabei

„Und die Letzten werden die

Ersten sein“. - Unter diesem

Motto beteiligten sich 17 Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter des

DIAKONISCHEN WERKES

AN DER SAAR aus allen Abteilungen

beim . Dillinger Firmenlauf.

Alle waren sich einig,

das war eine tolle Aktion, wenn

auch wegen Problemen mit

der Zeitmessung nur zwei von

fünf Teams gewertet wurden.

Denn im Mittelpunkt standen

der Spaß und die Freude am

Sport. Keine Frage, auch 007

werden wieder Teams des

DWSAAR am Start sein.

Und in absehbarer Zeit stehen

Vertragsverhandlungen für die

Jahre 00 bis 01 an.

Langjähriges Engagement,

wie das von Annemarie Marx

und Frank Marx, wird belohnt:

Sechs Mitarbeiterinnen und

Mitarbeitern überreichte Diakoniepfarrer

Udo Blank in einer

Feierstunde in der Zentrale des

DWSAAR in Wiebelskirchen

das Goldene Kronenkreuz der

Diakonie. Außerdem wurden

„Und die Letzten

werden die Ersten sein“

geehrt: die Verwaltungsangestellten

Marita Farokhnia und

Bettina Butscher (Zentrale Verwaltung,

Wiebelskirchen), die

Raumpflegerin Christel Schirmbeck

und die Diplom-Pädagogin

Birgit Grotzfeld-Kusch (Jugendberufshilfe),

Die höchste Auszeichnung der

Diakonie erhalten ehren- und

hauptamtliche Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter, die seit Jahren

in Einrichtungen der Diakonie

tätig sind.

60 61


V E R B I N D U N G S S T E L L E

Vielfältige Herausforderungen

für die Wohlfahrt

Im Leitbild des Diakonischen

Werkes der Ev. Kirche

Deutschlands heißt es: „Wir erheben

unsere Stimme für diejenigen,

die nicht gehört werden.

Gemeinsam mit anderen treten

wir für eine menschenwürdige

Gesetzgebung, chancengerechte

Gesellschaft und konsequente

Orientierung am Gemeinwohl

ein. Gerade in Zeiten

des Umbruchs halten wir an

der Verheißung von Frieden

und Gerechtigkeit fest.“

Mit diesen Worten wird die

Aufgabe des Diakonischen

Werkes als ein Spitzenverband

der Freien Wohlfahrtspflege

umschrieben. Im Mittelpunkt

stehen dabei die Interessenvertretung

der Hilfesuchenden

sowie die Orientierung am

Gemeinwohl. Konkret bedeutet

dies, dass die Wohlfahrtspflege

in die entsprechenden Gesetzgebungsverfahren

einbezogen

wird, Kontakte zu den Ministerien

auf Landes- und Bundesebene

hält und Rahmenbedingungen

für die Arbeit der Träger

sozialer Einrichtungen im

Land aushandelt. Dementsprechend

sind die Themen, mit denen

sich die Wohlfahrtsverbände

befassen, weit gefächert.

Liga beschäftigt sich mit

Hartz-Gesetzen

In der Liga der Freien Wohlfahrtspflege

des Saarlandes

standen neben der Einbeziehung

in die aktuellen landes-

spezifischen Entwicklungen im

sozialen Bereich einige Themen

im Berichtszeitraum besonders

im Mittelpunkt. So

haben wir uns mit dem Integrationskonzept

des Landes

für Migranten als Umsetzung

des Zuwanderungsgesetzes

intensiv beschäftigt und eine

entsprechende Stellungnahme

verfasst. Weiten Raum nahm

die Vorbereitung der neuen

Förderperiode 007 – 01 des

Europäischen Sozialfonds ein.

Die Mittel des Europäischen

Sozialfonds sind für die Entwicklung

sozialer Arbeit im

Saarland aufgrund der schwierigen

wirtschaftlichen Lage des

Landes besonders wichtig. Hier

ging und geht es darum, mit

dem Land zusammen Strukturen

aufzubauen, damit die

europäischen Mittel möglichst

sinnvoll und effektiv zur Förderung

Benachteiligter eingesetzt

werden können. Darüber

hinaus hat sich die Liga der

Freien Wohlfahrtspflege besonders

mit der Umsetzung der so

genannten Hartz-Gesetze befasst.

In der Zusammenarbeit

mit den Arbeitsgemeinschaften

in den Landkreisen beziehungsweise

den zuständigen

Einrichtungen im optierenden

Landkreis St. Wendel, um eine

abgestimmte Strategie zur Bekämpfung

der Arbeitslosigkeit

insbesondere bei Jugendlichen

und Langzeitarbeitslosen abzustimmen,

haben viele Sitzungen,

Besprechungen und

Beratungen stattgefunden. In

diesem Zusammenhang ist

auch eine Handreichung für die

Zusammenarbeit zwischen sozialen

Trägern und den Arbeitsgemeinschaften

in den Landkreisen

entstanden.

Ambulant

vor Stationär

Besorgnis erregend ist eine

Entwicklung im Bereich der Sozialpsychiatrie.

So wird von

Sei-ten des Landes erwartet,

dass die stationären Träger

der Sozialpsychiatrie Plätze

zu Guns-ten der ambulanten

Versorgung abbauen. Diese

Vorgabe ist sowohl für die stationären

wie auch für die ambulanten

Träger der Sozialpsychiatrie

existenzbedrohend. Offen

ist dabei auch die Frage, ob

damit zukünftig für alle Hilfebedürftigen

die richtigen Hilfen

noch zur Verfügung stehen. In

der Diakonie im Saarland betrifft

diese Entwicklung insbesondere

den Verein für Sozialpsychiatrie

und das

DIAKONISCHE WERK AN

DER SAAR.

Im Bereich des Landesjugendhilfeausschusses

hat sich die

Diakonie insbesondere eingesetzt

für die Beschreibung

neuer Anforderungen für ein

Vorschulgesetz im Saarland

sowie die Regelungen zur Umsetzung

der §§ 8 a und 7 a

SGB VIII (Kinder- und Jugendhilfegesetz),

bei denen es insbesondere

um den Schutz bei

Kindeswohlgefährdung geht.

Zunehmende Bedeutung erfährt

die grenzübergreifende

Zusammenarbeit der Wohlfahrtsverbände

im Rahmen der

europäischen Einigung. So finden

jährlich interregionale Gespräche

der Wohlfahrtsverbände

in der Großregion Saar-

Lor-Lux und Wallonien statt.

Aus diesen Gesprächen sind

mittlerweile Arbeitsgruppen entstanden,

in denen die konkrete

Zusammenarbeit grenzübergreifend

gestaltet werden soll.

Zehn Jahre

Pflegegesellschaft

Der Bereich der Pflege wird auf

Seiten der Wohlfahrtsverbände

durch die Saarländische Pflegegesellschaft

repräsentiert.

Die Pflegegesellschaft hat im

Jahr 006 ihr zehnjähriges Jubiläum

gefeiert. Sie ist in dieser

Form in Deutschland einmalig

und vertritt nahezu alle stationären

und ambulanten Träger

pflegerischer Einrichtungen

und Dienste im Saarland. Es ist

ein wesentlicher Verdienst der

Saarländischen Pflegegesellschaft

gemeinsam mit der Landesregierung

und den Kassen

in den letzten zehn Jahren die

Versorgung pflegebedürftiger

Menschen im Saarland qualitativ

und quantitativ dem Bundesniveau

angeglichen zu haben.

Im Berichtszeitraum standen

in der Arbeit insbesondere die

Bemühungen zur Förderung

der Tagespflege und der Kurzzeitpflege

als zukunftsorientierte

Angebote, die noch wenig

nachgefragt werden, im Vordergrund.

Gemeinsam mit der

Landesregierung konnte ein

Informationsblatt zum Thema

‚Risiken beim Einsatz osteuropäischer

Arbeitskräfte in

der Pflege’ erstellt werden. Die

Zusammenarbeit mit der Kassenärztlichen

Vereinigung um

Schnittstellen zwischen ärztlicher

Behandlung und Pflege

zu klären,wurden intensiviert.

Daneben nahmen die Vorbereitung

und Begleitung von Entgeltverhandlungen

sowohl

auf Landesebene, wie auch

im Blick auf einzelne Einrich-

tungen nicht unerheblichen

Raum ein. Der Landespflegeausschuss

verabschiedete

nach intensiver Vorarbeit den

aktuelle Landespflegeplan

des Saarlandes. Dieser beschreibt

neben den Bedarfsplanungen

insbesondere die qualitativen

Mindeststandards für

Altenhilfeeinrichtungen.

Im Dezember 006 wurde der

bisherige Vorsitzende der Saarländischen

Pflegegesellschaft,

Diakoniepfarrer Udo Blank, für

weitere drei Jahre in seinem

Amt bestätigt.

Diakonie übernimmt

Sozialstationen

Im Bereich der Diakonie zeichnen

sich insbesondere in der

ambulanten Pflege einige

Veränderungen ab. So hat die

Trägergesellschaft Kirchliche

Sozialstationen im Stadtverband

Saarbrücken (TKS) auf

Wunsch der evangelischen

und katholischen Kirchengemeinden

in Völklingen ab

01.01. 007 die Trägerschaft

der dortigen ökumenischen Sozialstation

übernommen. Darüber

hinaus werden zwischen

der TKS und den Träger-Kirchengemeinden

der ökumenischen

Sozialstation Halberg/

Obere-Saar intensive Gespräche

über eine eventuelle

Trägerübernahme im Sommer

007 geführt. In Neunkirchen

ist die Übernahme der Kirchlichen

Sozialstation in eine ökumenische

Trägergesellschaft

von Caritas und Diakonie im

Jahr 007 geplant. Hier wird

deutlich, dass sich die Entwicklung

in der ambulanten Pflege

von ehrenamtlich geleiteten

Stationen hin zur Trägerschaft

durch die entsprechenden

kirchlichen Verbände weiter

fortsetzt. Hintergrund sind die

hohen Anforderungen durch

das Pflegeversicherungsgesetz.

Für die Diakonie hat sich die

Arbeit in der Verbindungsstelle

und in der Saarländischen

Pflegegesellschaft deutlich verbessert,

da ab 1.August 006

Karin Best als Betriebswirtschaftliche

Fachberaterin der

Diakonie zur Verfügung steht.

Möglich war diese Wiederbesetzung

der Stelle, die der

Beratung und Begleitung von

Mitgliedseinrichtungen dient,

durch eine entsprechende vertragliche

Vereinbarung des

DIAKONISCHEN WERKES

AN DER SAAR mit dem Diakonischen

Werk der Evangelischen

Kirche im Rheinland.

Verwaltungsstrukturreform

bereitet Sorge

Sorge bereitet dem DIAKO-

NISCHEN WERK die sich abzeichnenden

Veränderungen

in der Verwaltungsstruktur

des Saarlandes. So wurde

das Landesjugendamt ins Innenministerium

integriert. Hier

wird genau zu beobachten

sein, inwieweit die Unabhängigkeit

der Jugendhilfe als Garant

für Qualität und Sicherheit

von Kindern und Jugendlichen

durch diese Maßnahme gestärkt

oder eingeschränkt wird.

Unklar ist noch die Zielrichtung

der Verwaltungsreform der

mittleren Ebene (Landkreise,

Stadtverband). Die öffentliche

Ankündigung im Zuge der Verwaltungsreform

erhebliche Mittel

in der Jugendhilfe einsparen

zu können, berührt derzeitige

verbindliche vertragliche Regelungen

zwischen den Wohlfahrtsverbänden

und dem öffentlichen

Jugendhilfeträger.

Mit großer Sorge beobachten

wir von daher solche Ankündigungen,

da aus Sicht der Wohl-

6 6


V E R B I N D U N G S S T E L L E

Verbindungsstelle Saarland

fahrtsverbände Einsparungen

in der Jugendhilfe nur noch

über massive Qualitätsminderung

zu erreichen sind. Dieses

ist aus Sicht der Diakonie angesichts

der aktuellen Entwicklungen

in der Jugendhilfe, dem

zunehmenden Hilfebedarf und

der ständig neuen Nachrichten

über Kindeswohlgefährdungen

kaum verantwortlich.

Sicher wird gerade im Saarland

dieses Thema angesichts der

angestrebten Veränderungen

im nächsten Jahr für erheblichen

Gesprächsbedarf zwischen

den Spitzenverbänden

der Wohlfahrtspflege und dem

politischen Bereich sorgen.

Da wird es wichtig sein, dass

die Diakonie gemäß dem oben

zitierten Leitbild neben der

Gemeinwohlorientierung gerade

auch für die Rechte der

Schwachen und Opfer gesellschaftspolitischerEntwicklungen

offensiv eintritt.

Die Diakonie hat neben den direkten helfenden Einrichtungen und Diensten

auch die Aufgabe sich als anerkannter Spitzenverband der freien Wohlfahrtspflege

an der sozialpolitischen Weiterentwicklung in unserem Land zu beteiligen.

Dazu gehört die Anhörung in Gesetzgebungsverfahren ebenso wie die

Aushandlung von Landesrahmenverträgen und die Begleitung, Beratung und

wenn nötig Vertretung aller ihrer Mitgliedseinrichtungen. Diese Aufgabe fällt

im Saarland dem Diakonischen Werk der Ev. Kirche im Rheinland zu. Da die

räumliche Distanz die Wahrnehmung dieser Aufgabe sehr erschwert, ist die

Leitung des DIAKONISCHEN WERKES AN DER SAAR als Verbindungsstelle

für das Diakonische Werk im Rheinland tätig. In dieser Funktion hat es auch

die Interessen anderer diakonischer Träger im Saarland von den Kindergärten

bis zur Altenhilfe zu vertreten. Geleitet wird die Verbindungsstelle vom Diakoniepfarrer.

Kindertageseinrichtungen

stehen vor großen Herausforderungen

Die zahlreichen Ansprüche

drohen oftmals zu einer

Überforderung zu werden

„Die Kindertageseinrichtungen

in kirchlicher Trägerschaft bilden

ein herausragendes Beispiel

dafür, wie die Kirchen das

Heranwachsen von Kindern

begleiten und fördern, die Familien

in ihrer Aufgabe stärken

und mit ihrem Dienst an Kindern

und Familien zur Sinnstiftung

und Wertevermittlung

in unserer Gesellschaft beitragen.“

(Bischof W. Huber, Ratsvorsitzender

der EKD)

Ungeachtet dieses deutlichen

kirchlichen Auftrags befinden

sich die Kindertageseinrichtungen

zurzeit im Mittelpunkt

zahlreicher politischer Diskussionen.

Wird auf der einen Seite

im Nachgang zum PISA-

Schock immer noch an der

Stärkung der Aufgabe der Kin-

dertageseinrichtung als Bildungseinrichtung

gearbeitet,

streiten sich auf der anderen

Seite Politikerinnen und Politiker

über die Finanzierung

zusätzlicher Krippenplätze.

Bedenkt man, dass die Politik

sich noch vor zehn Jahren vehement

gegen Versuche der

Kindergartenträger wehrte,

Struktur und Finanzierung von

Kindertageseinrichtungen zu

diskutieren, hat sich das Bild

nunmehr völlig gewandelt. So

begrüßenswert das neu aufgeflammte

Engagement für Kindertageseinrichtungen

im politischen

Bereich auch ist, es

droht auch schnell eine Überfrachtung,

wenn nahezu alle

Themen der sozialen Arbeit auf

einmal mit Kindertageseinrichtungen

verbunden werden.

So müssen sich die Einrichtungen

zurzeit neben der Einführung

des Bildungsplanes

mit Kinderschutz, Migrationsarbeit,

der Förderung bei Entwicklungsverzögerungen,

der

Integration von Kindern mit

Behinderungen, der Bilingualität,

der Erziehungsberatung

für Eltern, der Orientierung am

umgebenden Gemeinwesen

sowie an der Forderung nach

familienunterstützender Betreuung

von Kindern beschäftigen.

Die zahlreichen Ansprüche, die

so an die Einrichtungen herangetragen

werden, drohen oftmals

zu einer Überforderung

zu werden. Dennoch sind gerade

auch die evangelischen Kindertageseinrichtungen

bemüht,

sich diesen Anforderungen zu

stellen, nicht zuletzt um ihrem

oben genannten

kirchlichen

Auftrag nachzukommen.

Hierfür gebührt

den Erzieherinnen

und Erziehernaußerordentlicher

Respekt.

Neben diesen

Diskussionen

beschäftigen

wir uns im

Saarland aber

auch mit der

Schließung von

Einrichtungen

6 6


V E R B I N D U N G S S T E L L E

aus wirtschaftlichen Gründen

oder wegen zurückgehender

Kinderzahlen. Konzeptionelle

Weiterentwicklung, moderne

Qualitätsentwicklung und wirtschaftlich

bedingter Rückbau

bei den Einrichtungen finden

nahezu gleichzeitig statt. Diese

Eckpunkte beschreiben dann

auch die Tätigkeit des DIAKO-

NISCHEN WERKES AN DER

SAAR in der Beratung und Begleitung

der Kindertageseinrichtungen

und ihrer Träger.

Neues Gesetz für

Kindertageseinrichtungen

Im Berichtszeitraum standen

auf politischer Ebene im

Saarland die Beratungen der

Runden Tische für Kindertageseinrichtungen

an, die zur

Grundlage für ein neues Gesetz

für Kindertageseinrichtungen

führen sollten. Diese

Runden Tische fanden auf

Impuls der evangelischen Kirchen

statt und schlossen ihre

Arbeit im Januar 007 ab. Zum

ersten Mal liegen damit die

Vorstellungen der verschiedenen

Verbände (Städte- und

Gemeindetag, Landkreistag,

Arbeiterwohlfahrt, kath. Kirche

und ev. Kirche) bezüglich einer

Neuordnung von Struktur und

Finanzierung von Kindertageseinrichtungen

schriftlich und

verbindlich vor. Von Seiten der

Landesregierung wurde nun

zugesichert, dass im Laufe des

Jahres 007 ein neuer Gesetzentwurf

vorgelegt werden soll,

der das bisherige Vorschul-

sowie das Krippen- und Hortgesetz

ersetzt. Dabei sollen

in dem neuen Gesetz die Betriebskosten,

der Elternbeitrag,

die Trägeranteile, die Finanzierung

der Fachberatung und die

Ermöglichung alternativer Trägerstrukturen

geregelt werden.

Besonders intensiv wird zurzeit

die Schaffung von zusätzlichen

Krippenplätzen diskutiert. Derzeitige

gesetzliche Grundlage

ist das Tagesbetreuungsausbaugesetz,

nach dem bis zum

Jahre 010 erhebliche Kapazitäten

an Krippenplätzen aufgebaut

werden müssen. Damit ist

verbunden, dass ab dem Jahr

010 Eltern, die einen Krippenplatz

benötigen, um arbeiten zu

können, darauf einen Rechtsanspruch

haben. Bis dahin sind

die Landkreise als öffentliche

Jugendhilfeträger verpflichtet,

jährlich im März über den aktuellen

Stand bei der Schaffung

neuer Krippenplätze zu

berichten. An diesem Aufbau

von neuen Kapazitäten beteiligen

sich die evangelischen

Einrichtungen. Dabei werden

in der Regel keine zusätzlichen

Plätze geschaffen, sondern

aufgrund der demografischen

Entwicklung frei gewordene

Kindergartenplätze in Krippenplätze

umgewandelt.

Fortbildungen für saarländisches

Bildungsprogramm

Das saarländischeBildungsprogramm

sowie

die dazugehörige

Handreichung liegen

mittlerweile

in allen Einrichtungen

vor. Das

saarländische

Bildungsprogramm

ist ein gelungenes

Papier,

das die qualitative

Arbeit in den

Einrichtungen

in den nächsten

Jahren wesentlich

beeinflussen

wird. Im Sommer

006 haben sich

die Kirchen durch

Unterzeichnung

des Papiers verpflichtet,

dieses

Programm in ih-

ren Einrichtungen

mit Leben zu füllen.

Damit stehen

wir vor der

Herausforderung,

möglichst schnell

das Bildungsprogramm

in allen

evangelischen

Einrichtungen

einzuführen.

Dieses geschieht

zurzeit in Kooperation

mit dem

Diakonischen

Werk der Pfalz.

So ist es mit

wirtschaftlicher

Unterstützung

des Ministeriums

gelungen,

im Zeitraum

von November

006 bis März

2007 flächendeckende Fortbildungen

zum Themenfeld „Beobachten

und Dokumentieren

in Kindertageseinrichtungen“

zu organisieren, an denen alle

evangelischen Einrichtungen

im Saarland teilnehmen. Mit

dieser Fortbildung soll ein erster

Zugang zur Arbeit mit dem

Bildungsprogramm geschaffen

werden, der zugleich den Paradigmenwechsel

im Bereich

Kindergartenpädagogik einläutet.

Die Organisation dieser

Fortbildung war für das Referat

Kindertageseinrichtungen im

DIAKONISCHEN WERK AN

DER SAAR sicher ein Kraftakt.

Wir werten es aber als Erfolg,

dass sich alle Einrichtungen

und Träger daran beteiligt haben.

Miteinander haben wir

einen guten Auftakt gefunden

zur Einführung des Bildungsprogramms,

dem sicher in den

nächsten Monaten und Jahren

weitere Schritte folgen.

Neue Regelungen zum

Kinderschutz

Mit der Einführung des neuen

Kinder- und Jugendhilfegesetzes

(SGB VIII) sind auch

neue Regelungen bezüglich

des Kinderschutzes in Kraft

getreten (§§ 8a, 7 a SGB

VIII). Konkrete Anlässe haben

diese neuen Regelungen

entstehen lassen. Sie betreffen

insbesondere die Arbeit in

den erzieherischen Hilfen, in

Kindertageseinrichtungen und

in Jugendgruppen. Für die Kindertageseinrichtungenbedeuten

sie, dass zwischen dem

Jugendamt und der jeweiligen

Einrichtung eine Vereinbarung

getroffen werden muss, welche

Regelungen zum Kinderschutz

in den Einrichtungen eingeführt

werden beziehungsweise wie

mit Beobachtungen der Kindeswohlgefährdungumzugehen

ist. Zurzeit wird auf Landesebene

eine entsprechende

Musterregelung zwischen den

Verbänden und den Jugend-

ämtern ausgehandelt. Das

DIAKONISCHE WERK AN

DER SAAR wird darüber hinaus

den Einrichtungen im Bedarfsfall

mit entsprechenden

Fachkräften bei der Einschätzung

von möglichen Kindeswohlgefährdungen

zur Seite

stehen.

Kinderschutz, neues Bildungsprogramm

und die Entwicklung

neuer Angebotsstrukturen

(Krippenplätze) erzwingen es,

dass wir uns auch im evangelischen

Bereich noch einmal

verstärkt der Qualitätsentwicklung

in den Einrichtungen zuwenden.

Ein solcher verbindlicher

Prozess der Qualitätsentwicklung

kann nur gemeinsam

mit möglichst vielen evangelischen

Einrichtungen geschehen.

Ein entsprechendes Rahmenhandbuch

für Qualität in

evangelischen Kindertageseinrichtungen

liegt vor. Es wird

Aufgabe der nächsten Jahre

sein, in Qualitätszirkeln und gemeinsamen

Veranstaltungen

66 67


V E R B I N D U N G S S T E L L E

68

diese evangelische Qualität mit

Leben zu füllen. Nur so wird es

uns gelingen, gemeinsam das

besondere Profil evangelischer

Kindertageseinrichtungen zu

schärfen.

Weiterentwicklung der

Trägerstrukturen

In diesen Zusammenhang fallen

auch die Überlegungen bezüglich

der Weiterentwicklung

der Trägerstrukturen von Kindertageseinrichtungen.Während

die Einrichtungen in den

anderen Verbandsbereichen

(kath. Kirche, Arbeiterwohlfahrt,

Kommunen) bereits in übergreifenden

Trägerstrukturen

zusammengefasst worden

sind, finden sich im evangelischen

Bereich ausschließlich

Einzeleinrichtungen. Ein erster

Schritt zu einer engeren Kooperation

war die Gründung einer

Interessensgemeinschaft

für Kindertageseinrichtungen

im Bereich der Landeshauptstadt

Saarbrücken. Daneben

gibt es Impulse von Seiten der

Landeskirche, die die Bildung

von Trägerverbänden für Kindertageseinrichtungen

anregt.

Gerade die Verpflichtung zur

gemeinsamen Qualitätsentwicklung,

die auch vom neuen

Kinder- und Jugendhilfegesetz

gefordert wird, macht es nötig,

noch einmal die Möglichkeiten

größerer Trägerzusammenschlüsse

zu prüfen. Hier

geht es dann in erster Linie um

Qualitätssicherung und Ressourcenbündelung.

Wir werden

uns im Saarland im Bereich der

Kindertageseinrichtungen mit

diesem Thema in der nächsten

Zeit sicher weiterbeschäftigen

müssen, nicht zuletzt um

unsere Standards in den Einrichtungen

halten zu können.

Solche übergreifenden Trägerstrukturen

bergen die Chance,

die unterschiedlichen Entwicklungen,

die sowohl zu Schließungen

wie auch zu Gruppeneröffnungen

führen, aufeinander

abzustimmen und möglichst

sozial zu gestalten.

Viele der oben angedeuteten

Projekte und Herausforderungen

werden in den evangelischen

Einrichtungen im Saarland

umgesetzt. Damit leistet

die evangelische Kirche einen

wesentlichen Beitrag zur Bildung

und Begleitung von Kindern

und ihrer Familien. Den

Trägervertreterinnen und –vertretern

wie den Erzieherinnen

und Erziehern sei hiermit dafür

ganz besonders gedankt.

Anzahl Ev. Kindertageseinrichtungen im Saarland

Ev. Kirche im Rheinland 52

Ev. Kirche der Pfalz 16

Plätze in Kindertageseinrichtungen EKiR 3.175

Anzahl der Mitarbeitenden (in Vollzeitstellen) 275,43

Betriebskosten 14 Mio. €

Eigenteil der Kirchengemeinden 2,824 Mio. €

(Zahlen Stand 2005)


Impressum

Diakonisches Werk an der Saar gGMBH

Rembrandtstraße 17 – 19

66540 Neunkirchen

Tel. 06821/ 956-207

gf@dwsaar.de

www.dwsaar.de

Redaktion: Helmut Paulus, Öffentlichkeitsarbeit

Gestaltung: GrafikDesign E.Jacob

Fotos: Diakonisches Werk, Thomas Seeber, Kindergarten Wiebelskirchen

Druck: reha GmbH Saarbrücken

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