Gemeindebrief Winter 2011 - Evangelische Kirche der Pfalz

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Gemeindebrief Winter 2011 - Evangelische Kirche der Pfalz

KR: Wie kam es aber zu Ihrer Prädikantenausbildung?

KS: Ich wurde zunächst 1997 von dem

damaligen Pfarrer Dr. Jürgen Kaiser auf

die Möglichkeit einer Lektorenausbildung

aufmerksam gemacht. Diese Ausbildung

habe ich dann auch in den folgenden Jahren

absolviert. Am 1. Advent 1999 wurde

ich als Lektor in Germersheim eingeführt.

KR: Welche Unterschiede bestehen denn

zwischen einem Lektor und einem Prädikanten?

KS: Die Lektorentätigkeit ist sozusagen

eine Zwischenstufe zwischen einer gelegentlichen

Mitarbeit im Gottesdienst und

dem Prädikantenamt. Der Lektor wird zwar

beauftragt, Gottesdienste eigenständig zu

halten, darf dabei jedoch nur auf vorgefertigte

Predigten zurückgreifen.

KR: Sie haben sich also, in einem nächsten

Schritt, auch zum Prädikanten ausbilden

lassen?

KS: Ja, nachdem ich einige Jahre diese

Lektorentätigkeit ausgeübt habe, war es

wiederum einer unserer Pfarrer, in diesem

Fall Dekan Rainer Lamotte, der mir empfahl,

eine weitere Ausbildung, nämlich die

zum Prädikanten, zu durchlaufen. Diese

Ausbildung erfolgte in den Jahren 2003

und 2004 beim Missionarisch-Ökumenischen

Dienst (MÖD) in Landau.

Im Februar 2005 wurde ich im Rahmen

eines festlichen Gottesdienstes vom da-

maligen Dekan Lamotte ordiniert. Seitdem

habe ich in Germersheim und einigen

anderen Gemeinden des Kirchenbezirks

über 100 Gottesdienste gehalten.

KR: Erklären Sie unseren Lesern vielleicht

noch kurz, welche Aufgaben ein Prädikant

in der Kirche übernimmt, und was Ihnen

dabei besonders wichtig ist.

KS: Was den Gottesdienst betrifft, ist der

Prädikant oder die Prädikantin dem Pfarrer

gleichgestellt. In der Ordination wird er

mit der „Verwaltung der Sakramente“ beauftragt,

d.h. er oder sie kann Abendmahl

mit der Gemeinde feiern und kann taufen.

Prädikantinnen und Prädikanten können

auch die anderen sog. Kasualien vollziehen,

also neben der Taufe auch Trauungen

und Beerdigungen.

Ursprünglich war jedoch die vorhin erwähnte

Einschränkung eines Lektors, der

an Lesepredigten gebunden ist, Anlass für

mich, die Ausbildung zum Prädikant anzustreben,

da ich mit den damals zur Verfügung

stehenden Predigten oft nicht sehr

„glücklich“ war.

Heute kann ich sagen, dass mir auch die

Feier des Abendmahls sehr wichtig ist.

Hier, wie auch gerade bei der Taufe, spüre

ich die Beauftragung besonders. Wenn

Sie so wollen ist es die Heiligkeit der Handlung,

in der ich eigentlich nur Handlanger

bin, die mich jedes Mal neu beeindruckt.

KR: Soviel ich weiß, sind Sie aber auch

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