pdf4,1 MB Geschäftsbericht 2011 weiter - EWE AG

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pdf4,1 MB Geschäftsbericht 2011 weiter - EWE AG

Geschäftsbericht 2011

Antrieb für neue Energien


Konzernkennzahlen

EWE-Konzern und Geschäftsbereiche

EWE-GRUPPE

CORPORATE CENTRE / EWE ENERGIE SWB

NEUE MäRKTE

KONSOLIDIERUNG

UND I+K

EWE AG

VNG AG 1

EWE ENERGIE AG

EWE IMMObILIEN GmbH

2

EWE NEtZ GmbH

EWE WASSER GmbH

DOtI GmbH & Co. KG 1

Riffgat beteiligungs

GmbH & Co. KG

MVR Müllverwertung

Rugenberger Damm

GmbH & Co. KG 1

EWE Polska Sp. z o.o. 2

EWE ENERjI A. Ş. 2

EWE tEL GmbH 2

btC business technology

Consulting AG 2

htp GmbH 1

2010

in Mio. Euro 2011 angepasst Veränderung in %

Stromabsatz in Mio. kWh 18.828,4 17.809,5 5,7 %

Erdgasabsatz in Mio. kWh 60.373,8 61.660,4 -2,1 %

Umsatz

2, 3 swb AG

swb Vertrieb

bremen GmbH

swb Netze GmbH & Co. KG

swb Vertrieb bremer haven

GmbH & Co. KG

swb Netze bremerhaven

GmbH & Co. KG

swb Erzeugung

GmbH & Co. KG

swb Entsorgung

GmbH & Co. KG

1 7.455,4 6.969,6 7,0 %

Umsatzrendite in % -3,8 -3,5 6,9 %

EbItDA 470,7 698,4 -32,6 %

EbItDA-Marge in % 6,3 10,0 -37,0 %

EbIt -124,3 -30,9 302,3 %

EbIt-Marge in % -1,7 -0,4 276,1 %

Periodenergebnis -281,9 -246,6 14,3 %

Investitionen (gesamt) 626,8 631,6 -0,8 %

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 356,1 398,9 -10,7 %

Grundkapital

Eigenkapital

Eigenkapitalquote in %

Eigenkapitalrendite in %

243,0 243,0

2.556,7 3.005,3

26,1 29,7

0,0 %

-14,9 %

-12,3 %

3 -10,1 -7,8 29,6 %

bilanzsumme 9.808,5 10.113,7 -3,0 %

Finanzschulden2 Mitarbeiter (Durchschnitt)

2.823,3

8.828

2.732,5

8.464

3,3 %

4,3 %

Auszubildende und trainees (31.12.) 492 493 -0,2 %

1 Ohne Strom- und Energiesteuer

2 Teilschuldverschreibungen und Bankverbindlichkeiten

3 Die Eigenkapitalrendite stellt das Periodenergebnis ins Verhältnis zum

durchschnittlichen Eigenkapital aus aktuellem Jahr und Vorjahr.

Konzernumsatz

(in Mio. Euro)

8.000 8000 Das Corporate Centre bildet

die Konzernfunktionen 7.455,4 der

EWE AG, 6.969,6 die von ihr geführten

Beteiligungen und die Konso-

6.000 6000

lidierung auf Konzernebene ab.

In der Holding-Gesellschaft

EWE AG wird die strategische

4.000 4000

und marktübergreifende Entwicklung

und Planung der Geschäftsbereiche

gebündelt

2.000 2000

sowie die Finanzierung innerhalb

der EWE-Gruppe sichergestellt.

0

0

2010 2011

Der Bereich EWE Energie

bündelt das Energiegeschäft

in Nordwestdeutschland

(ohne Bremen), Brandenburg,

im nördlichen Vorpommern

und auf Rügen. Hierzu zählen

in erster Linie der Vertrieb

von Energie und Energiedienstleistungen,

die Produktion

72

von Strom und Wärme aus

erneuerbaren Energiequellen

sowie die Netzinfrastruktur.

1 Assoz. Unternehmen 2 Teilkonzern bzw. Führungsgesellschaft

Umsatzverteilung

(in %)

Das Segment swb beinhaltet

die Aktivitäten des gleich-

12

namigen Teilkonzerns im Land

Bremen. Das Angebotsspektrum

von swb umfasst die

Felder Strom, Gas, Fernwärme, 16

Trinkwasser und Entsorgung

sowie technische 2011 Dienstleistungen.

Hier sind zudem die

konventionelle Energieerzeugung

der EWE-Gruppe und

auch verstärkt Aktivitäten

im Bereich der erneuerbaren

Energien angesiedelt.

3 Auswahl wesentlicher Tochtergesellschaften

Aus rechentechnischen Gründen können

Rundungsdifferenzen von +/- einer Einheit

(Euro, Prozent usw.) auftreten.

Der Bereich Neue Märkte und

I+K fasst die EWE-Aktivitäten

außerhalb der ursprünglichen

Branchen- und Landesgrenzen

zusammen. Hierzu zählen

die Tochterunternehmen im

Bereich Informationstechnologie

und Telekommunikation

sowie die Auslandsbeteiligungen

im polnischen und türkischen

EWE Energiemarkt.

Energie

swb

Neue Märkte

und I+K

k

Konzerninformationen


„Die Energiewende kann nur gelingen, wenn

der Ausbau erneuerbarer Energien von sinnvollen

Maßnahmen begleitet wird, die der

Komplexität funktionierender Energieversorgungssysteme

vor Ort Rechnung tragen. “

Dr. Werner Brinker, Vorstandsvorsitzender


EWE-Regionen

Oldenburg

Bremen

Hannover

DEUTSCHLAND

Berlin

Deutschland: EWE-Hauptsitz

Polen, Türkei: Standorte von EWE-Tochter unternehmen bzw.

Konzernbeteiligungen

Międzyrzecz

Poznań (Posen) Warszawa (Warschau)

LUBUSKIE

DOLNOŚLĄSKIE

OPOLSKIE

Wieluń

ŚWIĘTOKRZYSKIE

Hamburg

Oldenburg

Bremen

LUBELSKIE

Hannover

Berlin

Międzyrzecz

Poznań (Posen)

LUBUSKIE

DOLNOŚLĄSKIE

OPOLSKIE

Bursa

POLEN

Istanbul

Wieluń

Warszawa (Warschau)

ŚWIĘTOKRZYSKIE

Ankara

TÜRKEI

LUBELSKIE

Kayseri

Titelbild

Windkraft soll bis 2050 über die Hälfte des Stroms in Deutschland liefern – mit

Windparks an Land ebenso wie auf See. Bereits seit den 1980er-Jahren investiert

EWE in die Windenergie und gilt als Schrittmacher auf diesem Gebiet. Das Bild

ist auf genommen vom Turm einer EWE-Anlage in Cuxhaven – bei ihrer Inbetriebnahme

die größte Windenergieanlage der Welt.

B


Istanbul

ursa

Ankara

EWE-Konzern und Geschäftsbereiche

CORPORATE CENTRE /

KONSOLIDIERUNG

Kayseri

EWE AG

VNG AG 1

EWE IMMObILIEN GmbH

Das Corporate Centre bildet

die Konzernfunktionen der

EWE AG, die von ihr geführten

Beteiligungen und die Konsolidierung

auf Konzernebene ab.

In der Holding-Gesellschaft

EWE AG wird die strategische

und marktübergreifende Entwicklung

und Planung der Geschäftsbereiche

gebündelt

sowie die Finanzierung innerhalb

der EWE-Gruppe sichergestellt.

Der Bereich EWE Energie

bündelt das Energiegeschäft

in Nordwestdeutschland

(ohne Bremen), Brandenburg,

im nördlichen Vorpommern

und auf Rügen. Hierzu zählen

in erster Linie der Vertrieb

von Energie und Energiedienstleistungen,

die Produktion

von Strom und Wärme aus

erneuerbaren Energiequellen

sowie die Netzinfrastruktur.

1 Assoz. Unternehmen 2 Teilkonzern bzw. Führungsgesellschaft

EWE-GRUPPE

EWE ENERGIE SWB

EWE ENERGIE AG 2

EWE NEtZ GmbH

EWE WASSER GmbH

DOtI GmbH & Co. KG 1

Riffgat beteiligungs

GmbH & Co. KG

MVR Müllverwertung

Rugenberger Damm

GmbH & Co. KG 1

2, 3 swb AG

swb Vertrieb

bremen GmbH

swb Netze GmbH & Co. KG

swb Vertrieb bremer haven

GmbH & Co. KG

swb Netze bremerhaven

GmbH & Co. KG

swb Erzeugung

GmbH & Co. KG

swb Entsorgung

GmbH & Co. KG

Das Segment swb beinhaltet

die Aktivitäten des gleichnamigen

Teilkonzerns im Land

Bremen. Das Angebotsspektrum

von swb umfasst die

Felder Strom, Gas, Fernwärme,

Trinkwasser und Entsorgung

sowie technische Dienstleistungen.

Hier sind zudem die

konventionelle Energieerzeugung

der EWE-Gruppe und

auch verstärkt Aktivitäten

im Bereich der erneuerbaren

Energien angesiedelt.

3 Auswahl wesentlicher Tochtergesellschaften

NEUE MäRKTE

UND I+K

EWE Polska Sp. z o.o. 2

EWE ENERjI A. Ş. 2

EWE tEL GmbH 2

btC business technology

Consulting AG 2

htp GmbH 1

Der Bereich Neue Märkte und

I+K fasst die EWE-Aktivitäten

außerhalb der ursprünglichen

Branchen- und Landesgrenzen

zusammen. Hierzu zählen

die Tochterunternehmen im

Bereich Informationstechnologie

und Telekommunikation

sowie die Auslandsbeteiligungen

im polnischen und türkischen

Energiemarkt.

k

Konzerninformationen


2 EWE gEschäftsbEricht 2011

Themenseiten „Antrieb für neue Energien“

Mehr auf Seite 4–19

Inhalt Finanzbericht 2011

20 Management

20 Jahresrückblick 2011

22 Vorwort des Vorstands

26 Bericht des Aufsichtsrats

30 Investor Relations

32 Corporate Social Responsibility

34 Konzernlagebericht

35 Geschäft und Rahmenbedingungen

54 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

62 Nachtragsbericht

63 Risikobericht

67 Prognosebericht


69 Konzernabschluss

70 Gewinn- und Verlustrechnung des EWE-Konzerns

71 Gesamtergebnisrechnung des EWE-Konzerns

72 Bilanz des EWE-Konzerns

74 Eigenkapitalveränderungsrechnung des

EWE-Konzerns

76 Kapitalflussrechnung des EWE-Konzerns

77 Anhang zum Konzernabschluss der EWE AG

161 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

162 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

163 Jahresabschluss der EWE Aktiengesellschaft

164 Bilanz der EWE Aktiengesellschaft

165 Gewinn- und Verlustrechnung der

EWE Aktiengesellschaft

166 Service

166 Glossar

169 Index und Abkürzungsverzeichnis

170 Finanzkalender

170 Impressum

Fünf-Jahres-Übersicht EWE-Konzern

Antrieb für neue energien

3


4 EWE gEschäftsbEricht 2011

Saubere Fahrt

mit Windkraft

Flexibler Partner für

Wind und Sonne

Biogas in Netz und

Markt integrieren

Seite 8 Seite 10 Seite 12


Intelligent zur

Wunschtemperatur

Vorsprung durch

Nachhaltigkeit

Antrieb braucht

Handwerkskunst

Antrieb für neue energien

Seite 14 Seite 16 Seite 18

5


6 EWE gEschäftsbEricht 2011

EWE hat früh erkannt, dass sich die Energieversorgung tiefgreifend verändern

muss, und sich konsequent dafür aufgestellt. Antrieb für neue

Energien bedeutet für uns: Wir stellen Energie nachhaltig bereit und

helfen unseren Kunden, damit mehr zu bewegen.

Mit der Energiewende ändert sich bedeutend, wie Energie

erzeugt, transportiert und genutzt wird. Statt weniger

leistungsstarker Kernkraftwerke und fossil betriebener

Kraftwerksblöcke werden immer mehr kleine

dezen trale Anlagen Strom und Wärme aus erneuerbaren

Quellen erzeugen. Wind und Sonne können nicht

immer genutzt werden, also sind neue Lösungen gefragt,

damit dennoch stets ausreichend Energie zur Verfügung

steht. Erzeugung und Transportkapazitäten

müssen intelligenter und flexibler als bisher gesteuert

werden, weil die Netze nicht auf starke Schwankungen

bei der Stromeinspeisung ausgerichtet sind. Und da

wir uns ohne die klassischen Grundlastkraftwerke den

unachtsamen Umgang mit Energie immer weniger

leisten kön nen, gilt es für Kunden Anreize zu schaffen,

ihren Verbrauch zu senken und Strom möglichst dann

zu nutzen, wenn er überreichlich vorhanden ist.

Für Energieversorger sind das große Herausforderungen

EWE ist hierfür bestens gerüstet: Früh stand für

uns fest, dass der Weg in eine nachhaltige Energiewirtschaft

der Weg in die Zukunft ist. Seit den 1980er-Jahren

haben wir in erneuerbare Energien investiert und

seit den 1990er-Jahren die Geschäftsfelder Telekommunikation

und Informationstechnologie aufgebaut –

Schlüsselkompetenzen für intelligente Energie systeme.

Damit können wir nicht nur neue Technolo gien in der

eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung erproben.

Wir bieten so schon heute Lösungen an, die neuer

Energie Antrieb verleihen.

Unser Antrieb ist es, Motor für den Umbau der

Energiesysteme zu sein

Jeder Antrieb braucht einen leistungsfähigen Motor,

der etwas bewegen kann. Die Energieversorgung soll in

Zukunft möglichst vollständig aus erneuerbaren Quellen

stammen. Dabei soll die Versorgungssicherheit so

hoch bleiben wie heute. Um dies sicherzustellen, muss

Energie zukünftig intelligenter übertragen und zielgerichteter

eingesetzt werden, als dies heute überwiegend

noch der Fall ist.

Es beginnt bei der Energieerzeugung: Es ist wichtig, Kapazitäten

bei erneuerbaren Energien auszubauen. Noch

besser ist es, diese aus der Subventionierung herauszuführen

und marktgängig zu machen. Kurz: Erneuerbare

Energien müssen auch wirtschaftlich sein. Deshalb engagieren

wir uns in der direkten Vermarktung von regenerativem

Strom. Zum Beispiel über Verträge mit der

Deutschen Bahn, die die komplette Erzeugung von zwei

unserer Windparks nutzt, um Züge anzutreiben (siehe

Seite 8 / 9). Oder über intelligente Steuertechnologie,

mit der die Betreiber von Biogasanlagen genau dann

Strom erzeugen, wenn er von Netzbetreibern dringend

benötigt wird, und sie deshalb gute Erträge erzielen

können (siehe Seite 12 / 13).

Die installierte Leistung, die Erzeugungsanlagen bereitstellen,

bedeutet noch nicht, dass sich verlässlich etwas

bewegt. Energie muss vielmehr genau dann verfügbar


sein, wenn sie gebraucht wird. Um Leistung in Antrieb

zu übersetzen, müssen aus vielen Einzelanlagen Netzwerke

gebildet werden, in denen eine Anlage einspringt,

wenn eine andere weniger Energie produziert – sofort

und unabhängig vom Wetter. So wie unser Gas- und

Dampfturbinen-Kraftwerk, das die Stromnetze stabilisieren

wird, wenn wenig Wind weht (siehe Seite 10 / 11).

Kompetenz für Bewegung

Der Weg zur Vollversorgung mit erneuerbaren Energien

lässt sich verkürzen, wenn es gleichzeitig gelingt, Energie

sinnvoll einzusparen. Denn jede Kilowattstunde, die

nicht verbraucht wird, muss auch nicht produziert

werden. Wir unterstützen deshalb unsere Kunden mit

Produkten, die ihre Energienutzung aufzeigen und

es ermöglichen, mit weniger Energieeinsatz das Ziel zu

erreichen. So wie eine intelligente Ausrüstung der Heizkörper,

die den Verbrauch transparent macht und die

gewünschte Temperatur mit maximaler Effizienz erzielt –

auf Tastendruck per Handy (siehe Seite 14 / 15). Es

braucht dabei nicht immer neue Technologien, um mehr

aus Energie zu machen. Mit einem breiten Spektrum

an Analysen und Beratung helfen wir Unternehmen,

ihre laufenden Prozesse kontinuierlich auf immer weniger

Emissionen und Verbrauch zu optimieren (siehe

Seite 16 / 17).

Seit 2009 erprobt EWE in Cuxhaven beim Feldversuch eTelligence die intelligente Vernetzung von Erzeugung

und Verbrauch – inklusive eigenem Marktplatz. So senken Kühlhäuser bei einem günstigen Überangebot an

Windstrom die Temperatur und brauchen damit bei Flaute weniger Energie.

Antrieb für neue energien

Damit ein Antrieb langfristig zuverlässig läuft, benötigt

er die richtige Wartung. Moderne Energiesysteme

sind komplexe Hochtechnologie: von der Dünnschichtphoto

voltaik über intelligente Stromzähler bis zum

Thermostat mit Internetanbindung. Wir entwickeln

und vermarkten diese Systeme und sorgen als ihr

Betreiber dafür, dass sie reibungslos laufen. Auch dafür

unterhalten wir zahlreiche Meistereien und Servicepunkte

vor Ort und setzen hohe Standards in unserer

Ausbildung. Und wir schulen das regionale Handwerk

im Umgang mit Technologien, die neu auf den Markt

kommen oder kurz vor der Marktreife stehen (siehe

Seite 18 / 19).

Antrieb wird zu Bewegung, wenn die richtigen Komponenten

präzise und zuverlässig ineinandergreifen. Dazu

braucht es Detailkenntnisse und das Verständnis für

das Ganze. EWE vereint über 80 Jahre Erfahrung als Energieversorger

und Netzbetreiber mit ausgewiesener

Expertise in Informations- und Kommunikationstechnologie.

Damit wollen wir auch morgen unserer Aufgabe

gerecht werden, mit dem Blick für Zusammenhänge

Antrieb für neue Energie zu sein.

7


8 EWE gEschäftsbEricht 2011

WINDPARK MäRKISCH-LINDEN

Der Windpark Märkisch-Linden

In der brandenburgischen Gemeinde Märkisch-Linden erzeugen

20 Windkraftanlagen mit je 1,5 Megawatt Leistung

rund 59 Mio. Kilowattstunden Ökostrom pro Jahr, die komplett

in den Bilanzkreis der Bahn eingespeist werden. Gegenüber

dem aktuellen deutschen Strom-Mix wird das Klima

so um jährlich 29.000 Tonnen CO 2 entlastet. swb hält 85,2

Prozent am Windpark, die übrigen Anteile hat das Unternehmen

2011 an den kommunalen Partner en.regio Wind

verkauft, eine Kooperationsgemeinschaft ostdeutscher

Stadtwerke.


ZÜGE DER DEUTSCHEN BAHN

Saubere Fahrt mit Windkraft

Der Güter- und Personenverkehr verursacht rund 20

Prozent des CO 2-Ausstoßes – umweltfreundliche Mobilität

ist ein zentrales Thema im Kampf gegen den Klimawandel.

Die Eisenbahn ist schon heute mit Abstand das

sauberste Verkehrsmittel in Deutschland. 90 Prozent

der Verkehrsleistung auf der Schiene werden elektrisch

erbracht, wobei der Anteil der erneuerbaren Energien

im Bahnstrom bereits bei 20 Prozent liegt. Bis 2030 soll

er auf mindestens 35 Prozent steigen. Immer mehr

Züge fahren deshalb mit Wind- und Wasserkraft. Den

Antrieb für neue energien

Großteil der Windenergie bezieht DB Energie, der Energiedienstleister

der Deutschen Bahn, von der EWE-

Unternehmensgruppe: 30 Gigawattstunden stammen

aus dem EWE ENERGIE Windpark Elsdorf II in Niedersachsen,

59 aus dem swb Windpark Märkisch-Linden in

Brandenburg. Insgesamt bezieht DB Energie derzeit

104 Gigawattstunden aus drei Windparks. Im Vergleich

zum herkömmlichen Strombezug spart die Bahn mit

Windstrom pro Jahr so bis zu 51.000 Tonnen CO 2 ein.

9


10 EWE gEschäftsbEricht 2011

GAS- UND DAMPFTURBINEN-KRAFTWERK BREMEN

Das Gas- und Dampfturbinen-

Kraftwerk in Bremen

Gas- und Dampfturbinen (GuD)-Kraftwerke erzeugen mit

den heißen Abgasen aus der Gasturbine Dampf und treiben

damit zusätzlich eine Dampfturbine an. So können sie fast

59 Prozent der im Erdgas gespeicherten Energie in Strom verwandeln.

Zum Vergleich: Bei durchschnittlichen Kohlekraftwerken

sind es rund 40 Prozent. GuD-Anlagen lassen sich in

wenigen Minuten hoch- und herunterfahren und damit sehr

genau regeln. Ab 2013 wird das Bremer Kraftwerk jährlich

ca. 1,8 Mrd. Kilowatt stunden Strom produzieren. swb ist

Mehr heitseigentümer und federführend bei Bau und Betrieb.


BREMER HAUSHALTE UND INDUSTRIE

Flexibler Partner für Wind und Sonne

Der Ertrag aus Wind- und Sonnenenergie schwankt

stark – und manchmal kaum vorhersehbar – mit den

Wetterverhältnissen. Haushalte und Gewerbe sind jedoch

darauf angewiesen, rund um die Uhr sicher und

bezahl bar mit Strom versorgt zu werden. Die konventionelle

Stromerzeugung entwickelt sich hier zum Partner

der erneuerbaren Energien, indem sie bei Dunkelheit

oder Flaute einspringt, um passgenau Energie zur Verfü

gung zu stellen, sodass keine Lücke entsteht. Um

Antrieb für neue energien

sofort auf Schwankungen reagieren zu können, müssen

sich die Kraftwerke sehr schnell hoch- und herunterfahren

lassen. Zugleich ist größtmögliche Effizienz

gefragt, damit die Kosten einer solchen Reserve niedrig

bleiben. In Bremen errichtet swb mit Partnern ein Gas-

und Dampfturbinen-Kraftwerk, das genau auf die

Heraus forderung hin konzipiert wurde, mit maximaler

Flexibilität und minimalem Brennstoffeinsatz die

Versorgungssicherheit zu gewährleisten.

11


12 EWE gEschäftsbEricht 2011

EWE STROM INTELLIGENTER LASTMANAGER

Der intelligente Lastmanager

für Biogasanlagen

Das Produkt EWE Strom intelligenter Lastmanager ist aus

dem Smart-Grid-Feldtest eTelligence entstanden. Über ein

Kommunikationsmodul werden Biogasanlagen mit EWE

verbunden und können so ferngesteuert werden. Per Informationstechnologie

vernetzt EWE viele Anlagen zu einem

virtuellen Kraftwerk, das Strom produziert, wenn er kurzfristig

benötigt wird. Für die Betreiber führt dies zu höheren

Er lösen. Industriekunden nutzen den Lastmanager bereits für

Kühl häuser, um verstärkt zu kühlen, wenn Strom am Markt

günstig ist. Für Biogasanlagen befindet er sich im Testbetrieb.


VERMARKTUNG VON BIOGAS

Biogas in Netz und Markt integrieren

Will man erneuerbare Energien nachhaltig in die Energieversorgung

integrieren, stellen sich drei Fragen: Wie

lassen sich kleinere, dezentrale Anlagen so kombinieren,

dass sie konventionelle Kraftwerke ersetzen können?

Wie steuert man sie, sodass sie Energie liefern, wenn

diese benötigt wird? Und wie gelingt der Übergang von

der Subventionierung zum Markterfolg? Die Lösung

sind virtuelle Kraftwerke: Kleinere Anlagen werden über

das Internet koordiniert und wirken zusammen wie

ein größeres Kraftwerk. Ferngesteuert erzeugen sie

Antrieb für neue energien

genau die benötigte Strommenge und stabilisieren so

das Netz. Auch wirtschaftlich ist das interessant, denn

der Strom wird dann geliefert, wenn der Preis tendenziell

höher ist. Weiterhin können die Kapazitäten auch

als kurzfristige Hilfestellung bei unerwartetem Strommangel

verkauft werden. Die Bereitstellung dieser sogenannten

Minutenreserve ermöglicht weitere Erlöse.

Mit dem intelligenten Lastmanager für Biogasanlagen

eröffnet EWE Betreibern die Teilnahme an diesen Vermarktungsmöglichkeiten.

13


14 EWE gEschäftsbEricht 2011

EWE SPARPAKET HEIZUNG

Das EWE Sparpaket Heizung

Das Sparpaket Heizung, das in Brandenburg und auf Rügen

bereits am Markt ist, verknüpft Energie, Telekommunikation

und IT: Fensterkontakte und fernsteuerbare Thermostate

kommunizieren per Funk mit einer Steuereinheit mit Internetverbindung.

Der Kunde kann für jeden Raum und Zeitpunkt

die Temperatur festlegen. Das System reagiert flexibel

und schaltet zum Beispiel Heizkörper ab, während ge lüftet

wird. Über das EWE-Portal und eine App kann der Kunde mobil

in die Steuerung eingreifen – zum Beispiel bei Abwesenheit

auf Energiespartemperatur schalten.


MOBILE HEIZUNGSSTEUERUNG

Intelligent zur Wunschtemperatur

Ein intelligentes Energiesystem hört nicht an der Haustür

auf – ebenso wichtig wie der Ausbau erneuerbarer

Energien und höhere Energieeffizienz ist die optimale

Nutzung von Energie. Rund 59 Prozent der Energie kosten

und 56 Prozent der direkten CO 2-Emissionen privater

Haushalte entfallen auf die Heizung. Hier liegt großes

Potenzial, selbst mit der vorhandenen Heiztechnik –

denn nicht jeder Raum muss zu jeder Tageszeit gleichermaßen

temperiert sein. Im EWE Sparpaket Heizung

Antrieb für neue energien

finden Kunden eine Lösung, die weniger Verbrauch mit

höherem Komfort verbindet: Kommunikationstech -

nik ermöglicht es, die gewünschte Temperatur für jede

Tages zeit und jeden Raum exakt und mit optimaler

Effizienz zu steuern. Die Heizung reagiert automatisch

auf änderungen der Außentemperatur oder geöffnete

Fenster – und lässt sich von unterwegs per Handy

regeln. So werden ohne Abstriche beim Komfort bis zu

20 Prozent der Heizenergie gespart.

15


16 EWE gEschäftsbEricht 2011

ENERGIE- UND CO 2-MANAGEMENT VON EWE

EWE-Dienstleistungen schaffen

Transparenz

EWE stellt nicht nur Strom und Gas bereit. Gerade bei Geschäftskunden

sind Dienstleistungen gefragt, die Verbräuche

und Emissionen transparent machen und Potenziale auf -

zei gen, wie diese zu senken sind. Mit Angeboten rund um

En ergie- und CO 2-Management erfasst EWE den energetischen

Fußabdruck von Unternehmen und unterstützt

bei der Um setzung gesetzlicher Auflagen zum Emissionshandel.

Diese Kompetenzen nutzen immer mehr Betriebe

auch bei der Einführung staatlich geförderter Energie -

managementsysteme.


HOLZBAUBETRIEB JANSSEN

Vorsprung durch Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit ist für Unternehmen eine Frage der Verantwortung

– und ein Wettbewerbsfaktor. Das gilt

besonders für die Baubranche: Bei Ausschreibungen für

große Aufträge ist neben Kosten und Haltbarkeit die

Klimabilanz der eingesetzten Materialien ein immer

wichtigeres Kriterium. Wer bei gleicher Leistungsfähigkeit

umweltfreundlichere Produkte anbieten kann,

setzt sich vor die Konkurrenz. Die Janssen Holzbau GmbH

aus Werlte arbeitet mit EWE zusammen, um die ökologischen

Vorteile von Holz als klimaschonendem

Antrieb für neue energien

Werkstoff zu dokumentieren und den produktbezogenen

CO2-Fußabdruck weiter zu senken. Durch umfassende

Erhebungen und Messungen ist transparent

geworden, wie viel CO2 im kompletten Herstellungs -

prozess anfällt und wo sich Energie sparen lässt – Maßnahmen,

die zum Beispiel bei der Anlagensteuerung

umgesetzt werden. Die objektiv überprüfte und nachgewiesene

ökologische Vorteilhaftigkeit der Produkte

sichert Holzbau Janssen Wettbewerbsvorteile auch

gegenüber größeren Anbietern.

17


18 EWE gEschäftsbEricht 2011

Das ZentrumZukunft

ZENTRUMZUKUNFT

2008 eröffnete EWE das ZentrumZukunft in Emstek, Niedersachsen.

Seitdem wurden über 15.000 Fachleute zu Energie-

und Telekommunikationstechnologien geschult. Erlernt wird

der Umgang mit dem neuesten Stand der Technik – von der

Dünnschicht-Photovoltaikanlage über stromerzeugende

Brennstoffzellen-Heizgeräte bis zur vernetzten Haustechnik,

die sich per Sprache steuern lässt. Das ZentrumZukunft

wurde im Rahmen eines Wettbewerbs an der Fachhochschule

Oldenburg /Ostfriesland / Wilhelmshaven von Architekturstudentinnen

entworfen.


SCHULUNG VON FACHLEUTEN

Antrieb braucht Handwerkskunst

Jede Technologie braucht Menschen, die sie beherrschen.

Bei neuer Technik stellt sich oftmals die Frage nach

dem reibungslosen Betrieb und ob Fehler schnell behoben

werden können. Je komplexer ein System, desto

wichtiger ist die korrekte Installation und Wartung. Ob

Photovoltaik, Brennstoffzellen als Mini-Heizkraftwerke

oder Mess- und Steuertechnik, die beim Energiesparen

hilft: Für dauerhaften Erfolg ist neue Energie auf hoch

qualifiziertes Handwerk vor Ort angewiesen. EWE

hat daher ein Demonstrations- und Schulungszentrum

Antrieb für neue energien

aufgebaut, in dem die Energie- und Kommunikationstechnologien

von morgen schon heute erlebt und

erlernt werden können: das ZentrumZukunft. Mit über

1.400 Handwerksbetrieben arbeitet EWE zudem in

einer SynergieGemeinschaft zusammen, um auch in

dünn besiedelten Regionen erreichbar zu sein und zu

den neuesten Entwicklungen weiterzubilden. So wird

das lokale Handwerk zum wichtigen Botschafter für

zukunftsweisende Energietechnik.

19


20 EWE GESCHäFTSBERICHT 2011

Jahresrückblick 2011

Februar

EWE macht den Energieverbrauch

transparent mit dem neuen Produkt

EWE trio smartbox. Die intelligente

Nutzung von IT und Telekommunikationstechnologie

ermöglicht eine

zuverlässige Analyse des privaten

Strom- und Gasverbrauchs. Energieeinsparungen

bis zu 10 Prozent sind

möglich.

Juni

EWE sucht den Dialog mit Kunden

und ruft Beiräte ins Leben. Rückmeldungen

von Kunden sollen zukünftig

stärker in Unternehmensfragen einbezogen

werden. Die Kundenbeiräte

treten mehrmals jährlich in unterschiedlichen

Regionen zusammen.

Die Tochterunternehmen EWE TEL

und BTC stellen ihre Unternehmensleitungen

neu auf. Norbert Westfal

leitet den kaufmännischen und Dirk

Brameier den technischen Bereich

bei EWE TEL. Konrad Meier übernimmt

den Vorsitz der Geschäftsführung.

Ulf Heggenberger bekleidet

weiterhin die Position für Marketing

und Ver trieb. Bei BTC übernimmt

Dirk Thole das Vorstandsressort

Finanzen und Personal.

März

EWE TEL verkauft Kabelnetzgeschäft

in Hamburg. Dies ist Teil der neuen

strategischen Ausrichtung, mit der

sich die Telekommunikationstochter

verstärkt auf Gebiete konzentriert,

in denen kombinierte Angebote mit

Ener giedienstleistungen geplant sind.

In Bremen baut swb gemeinsam mit

Partnern ein Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk

mit rund 445 Megawatt

Leistung. Nach einer geplanten

Bauzeit von 30 Monaten soll das

Kraftwerk 2013 in Betrieb gehen.

August

Die von BTC entwickelte deutschlandweite

Online-Handelsplattform

für Erdgas TRAC-X wurde termingerecht

in Betrieb genommen. TRAC-X

bietet zwölf deutschen Betreibern

von Ferngasnetzen, u. a. EWE NETZ,

die gemeinschaftliche Buchungsplattform,

zu der sie rechtlich verpflichtet

sind.


April

EWE unterbreitet seinen Kunden ein

umfassendes Angebot zur Gaspreisrückerstattung.

Hintergrund ist ein

Urteil des Bundesgerichtshofs aus

dem Jahr 2010, mit dem Preisanpassungsklauseln

von EWE für ungültig

erklärt worden waren. Rund 400.000

Kunden nehmen bis Jahresende das

Vergleichsangebot an.

Oktober

EWE TEL erweitert die Produktpalette

und bietet ein Online-TV-Paket

mit neuen regionalen Inhalten an.

Das mobile Zweitfernsehen für zu

Hause startet erfolgreich: Sieben

Wochen nach Einführung begrüßt

EWE TEL bereits den 100.000sten

Kunden für das neue Angebot.

EWE begibt erfolgreich eine Euro-

Anleihe im Volumen von 500 Mio.

Euro und neunjähriger Laufzeit. Die

Anleihe dient im Wesentlichen zur

Umfinanzierung bestehender Verbindlichkeiten

und wird für einen

Teilrückkauf der 2014 fällig werdenden

EWE-Anleihe verwendet. November

Mai

Mit dem Bremer Weserkraftwerk

nimmt das größte tidenabhängige

Laufwasserkraftwerk Europas den

Probebetrieb auf. Es wird eine Leistung

von bis zu zehn Megawatt bereitstellen

und damit 17.000 Bremer

Haushalte versorgen. swb ist zu 50

Prozent Eigentümer.

EWE TEL positioniert sich mit neuer

Markenstrategie. Die bisher unter

der Marke „EWE TEL“ angebotenen

Telekommunikationsdienstleistungen

sind nun wie die Energieprodukte

unter der Marke „EWE“ erhältlich.

In Bremen werden Telekommunikationsprodukte

nach gleichem Prinzip

unter der Marke „swb“ vermarktet.

Die Deutsche Energie-Agentur zeichnet

das von EWE entwickelte Energieprojekt

„Energiesparbuch“ für Haushaltskunden

mit dem Label „Good

Practice Energieeffizienz“

aus.

MANAGEMENT

JAHRESRÜCKBLICK 2011 VORWORT DES VORSTANDS BERICHT DES AUFSICHTSRATS INVESTOR RELATIONS CORPORATE SOCIAL RESPONSIBILITy

EWE TEL festigt seine Marktposition

für Breitband mit VDSL-Geschwindigkeit

und kündigt den Ausbau zusätzlicher

Gebiete an. Insgesamt ermöglicht

das Unternehmen damit

150.000 Haushalten in der Region

den Zugang zum schnellen Internet.

EWE TEL setzt sich für die Erschließung

„weißer Flecken“ im ländlichen

Raum ein.

21


22 EWE gEschäftsbEricht 2011

Vorwort des Vorstands

vor einem Jahr haben wir Ihnen an dieser Stelle die neue Konzernstruktur von EWE vorgestellt

– als Ausgangspunkt und Basis für die weitere erfolgreiche Entwicklung des Unternehmens

in einem veränderten Markt- und Wettbewerbsumfeld. In der Zwischenzeit

haben Ereignisse unser Geschäft beeinflusst, die vor einem Jahr noch nicht absehbar waren.

Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat die Welt erschüttert und in Deutschland die

Energiewende eingeläutet. Der geplante Verkauf unserer Anteile an der Ferngasgesellschaft

VNG konnte nicht stattfinden, nachdem die Gesellschafter im Dezember gegen eine Ver-

äußerung der Anteile an den strategischen Partner EnBW gestimmt hatten. In der Auseinandersetzung

um Gaspreisrückerstattungen mussten wir einsehen, dass unsere Be mühungen

in der Vergangenheit noch nicht die angestrebte Befriedung der Situation herbeigeführt

hatten und daher eine weitere Auszahlung an unsere Kunden notwendig war.

Dies hatte Konsequenzen: Der Umsatz im Geschäftsjahr 2011 lag mit 7,5 Mrd. Euro um 7 Prozent

über dem Vorjahresniveau. Das Ergebnis vor Zinsen und Steuern ist mit -124,3 Mio.

Euro hingegen deutlich gesunken. Das Konzernergebnis fiel mit -281,9 Mio. Euro erneut

negativ aus. Wir haben aber schnell und entschlossen gehandelt und das Projekt 15plus

zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit und Ertragskraft von EWE gestartet. Bereits 2011

konnten wir durch Kosteneffizienz, gekürzte Investitionen und kleinere Verkäufe über

200 Mio. Euro einsparen. Zudem haben wir in den vergangenen Monaten eine Vielzahl

von Maßnahmen identifiziert, die das heutige Energiegeschäft stärken und mittelfristig

profitables Wachstum sichern sollen. Langfristig planen wir über geeignete Geschäftsmodelle

den Konzern für das Jahr 2015 und darüber hinaus strategisch neu auszurichten. Dabei

werden wir uns noch deutlicher auf unsere Stärken und Kernkompetenzen konzentrieren

und wir prüfen Möglichkeiten einer optimierten Zusammenarbeit der Geschäftsbereiche.

Wir blicken deshalb zuversichtlich auf das Jahr 2012 und in die Zukunft, denn die Weichen

für einen Kurswechsel sind gestellt. Für das laufende Geschäftsjahr erwarten wir einen

moderaten Umsatzanstieg und ein deutlich positives Ergebnis vor Zinsen und Steuern.


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

Neue Herausforderungen erfordern neue Wege

Mit der Energiewende steht die Energiewirtschaft einmal mehr vor großen Herausforderungen.

Nachdem das Atom-Moratorium im März 2011 zur Abschaltung der ältesten

Kernkraftwerke in Deutschland geführt hatte, verabschiedete der Bundesrat kurz darauf

ein Gesetzespaket, das den Atomausstieg bis 2022 und den beschleunigten Ausbau von

erneuerbaren Energien zum Ziel hat. Von den Stilllegungsbeschlüssen sind auch wir indirekt

über die Beteiligung der swb AG an der Stadtwerke Bielefeld GmbH betroffen.

Überwiegend sehen wir in der Energiewende aber unternehmerische Chancen. EWE steht

wie kaum ein anderer deutscher Energieversorger schon heute für die erfolgreiche Inte gration

erneuerbarer Energien in die Energiesysteme. Früh in den 1980er-Jahren haben wir

in erste Windkraftanlagen investiert und wenig später die Geschäftsfelder Telekom m u nikation

und Informationstechnologie aufgebaut. Beides sind Schlüsselkompetenzen für

intelligente Energiesysteme der Zukunft.

Schlüsselfaktor für den erfolgreichen Umbau der Systeme sind jedoch die Netze: Schon

heute stammt jede zweite durchgeleitete Kilowattstunde in den EWE-Stromnetzen aus erneuerbaren

Quellen und die gesamte an das Verteilnetz angeschlossene Leistung übersteigt

die Jahreshöchstlast um 70 Prozent. Ein Ausbau der Netze ist unvermeidbar, aber

teuer und wird vielerorts von der Bevölkerung abgelehnt. Neue Speichertechnologien

und ein intelligentes Lastmanagement können hier Abhilfe schaffen. Deshalb engagiert

sich EWE intensiv auf diesen Zukunftsfeldern. Und wir unterstützen unsere Kunden

dabei, Energie einzusparen. Denn jede Kilowattstunde, die nicht verbraucht wird, muss

auch nicht produziert werden.

Kurz: Die Energiewende kann nur gelingen, wenn der Ausbau erneuerbarer Energien von

sinnvollen Maßnahmen begleitet wird, die der Komplexität funktionierender Energie versorgungssysteme

vor Ort Rechnung tragen. EWE wird als regionaler Energiedienstleister

weiter Vorreiter in diesem Transformationsprozess sein – dies spiegelt auch das Motto

„Antrieb für neue Energien“ für den Geschäftsbericht 2011 wider.

23


24 EWE gEschäftsbEricht 2011

Seit Juli 2011 sind die Vorstände von swb AG und EWE ENERGIE AG wechselseitig besetzt,

um die Zusammenarbeit der beiden Energiegesellschaften weiter zu verstärken. Die Entscheidung

für identische Führungsgremien in Oldenburg und Bremen zeigt, wie wir durch

gebündelte Verantwortlichkeiten effizienter vorangehen und gemeinsame Chancen in unseren

Märkten besser nutzen wollen. Wir sind überzeugt, dass wir mit dieser Weichenstellung

auf dem richtigen Weg sind, den Veränderungen in einem volatilen Umfeld zu begegnen.

Für den Wachstumsmarkt Türkei haben wir uns viel vorgenommen. Den Wertberichtigungen,

die wir aufgrund anstehender Regulierungseingriffe vornehmen mussten, wollen wir verstärkt

operative Erfolge entgegensetzen. Das exzellente Wirtschaftsumfeld in der Türkei

mit zweistelligen Wachstumsraten und die schon heute herausragende Positionierung

der beiden Gasgesellschaften in Bursa und Kayseri bieten dafür beste Voraussetzungen.

Motivation erwächst aus der Lust, etwas zu bewegen

Sehr geehrte Damen und Herren, ein schwieriges Jahr liegt hinter uns und wir haben die

Stell hebel definiert, um EWE in eine erfolgreiche Zukunft zu führen. Wir danken unseren

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern von Herzen für ihren Einsatz und ihr Engagement.

Unseren Anteilseignern danken wir für die Unterstützung und das entgegengebrachte

Vertrauen. Gemeinsam können wir viel bewegen. Unsere Kunden werden wir so auch

in Zukunft durch die Leistungsfähigkeit überzeugen, die sie von EWE zu Recht erwarten.

im März 2012

Der Vorstand

Dr. Werner Brinker Michael Wagener

Dr. Heiko Sanders

Dr. Willem Schoeber


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

Dr. Heiko Sanders

Mitglied des Vorstands

Wiesmoor, geboren 1969,

promovierter Betriebswirt,

Mitglied des Vorstands

seit Juli 2011.

Verantwortlich für das Finanzressort

und die Bereiche Controlling,

Rechnungswesen, Finanzen

und Investor Relations.

Dr. Willem Schoeber

Mitglied des Vorstands

Bremen, geboren 1948, Doktor

der Technischen Wissenschaften,

Technische Universität Eind hoven,

Mitglied des Vorstands seit 2010.

Verantwortlich für die Zusammenarbeit

mit swb, insbesondere

in dem Bereich der konventionellen

Energie erzeugung, sowie

für die Konzernaktivitäten in

Polen und der Türkei.

Dr. Werner Brinker

Vorsitzender des Vorstands

Rastede, geboren 1952,

Dr.-Ing., TU Braunschweig,

Mitglied des Vorstands

seit 1996.

Verantwortlich für die strategische

Aus richtung des EWE-

Konzerns und die Weiterentwicklung

der Geschäftsfelder

Energie und Telekommunikation.

25

Michael Wagener

Stellv. Vorsitzender des Vorstands

Rastede, geboren 1957,

Bankkaufmann,

Mitglied des Vorstands

seit 2005.

Verantwortlich für die Bereiche

Personal, IT, Recht und Einkauf

sowie für den Aufbau eines

zen tralen Energiehandels im

Konzern. Michael Wagener ist

Arbeitsdirektor der EWE AG.


26 EWE gEschäftsbEricht 2011

Bericht des Aufsichtsrats

der Aufsichtsrat hat sich während des Geschäftsjahres 2011 vom Vorstand regelmäßig und

umfassend über die Lage der Gesellschaft, alle wesentlichen Geschäftsvorfälle und die Entwicklung

des Unternehmens mündlich und schriftlich berichten lassen und die Geschäftsführung

laufend überwacht.

Im Aufsichtsrat wurden alle Maßnahmen, die nach Gesetz und Satzung der Zustimmung

bedürfen, eingehend erörtert und die notwendigen Entscheidungen getroffen. In insgesamt

sieben Sitzungen im Jahr 2011 hat sich der Aufsichtsrat insbesondere mit den Investitionen

und ihrer Finanzierung, der Ergeb nisrechnung sowie einzelnen bedeutenden Geschäftsvorgängen

befasst. Drei Entscheidungen des Aufsichtsrates sind in diesem Jahr besonders

hervorzuheben: das Vergleichsangebot an rund 680.000 Erdgaskunden, die Investition in

ein neues Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerk sowie ein Retrofit des Kraftwerksblocks 6

in Bremen.

Nachdem am 14. Juli 2010 der Bundesgerichtshof in seinem Urteil die in Normsonderkundenverträgen

für EWE-Erdgaskunden ab April 2007 verwendete Preisanpassungsklausel

für unwirksam erklärt hat, bemühte sich EWE um eine konstruktive Lösung mit den Kunden.

Die von Aufsichtsrat und Aktionären beschlossene Lösung des Vermittlers Dr. Henning

Scherf, die im Ergebnis eine Auszahlung von rund 100 Millionen Euro brutto an die EWE-

Kunden beinhaltete, führte jedoch nicht zu der erhofften Beendi gung der öffentlichen Diskussion.

In der Folge sprachen sich im Jahr 2011 Aufsichtsrat und Aktionäre dafür aus, den

etwa 680.000 betroffenen Kunden ein umfassendes Vergleichsangebot zu unterbreiten,

das bis Ende 2011 von etwa der Hälfte der Kunden in Anspruch genommen wurde. Das Vertrauen

der Kunden wurde durch diese Maßnahme gestärkt und die Zahl der Kündigungen

verringerte sich auf ein branchenübliches Niveau. Die Medien nahmen das Vergleichsangebot

ebenfalls positiv auf, woraufhin sich auch der Tenor der Berichterstattung deutlich

verbesserte.

Zwei große Investitionen im Bereich der Erzeugung in Bremen lagen dem Aufsichtsrat im

Jahr 2011 zur Entscheidung vor. Der Bau des Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks (GuD)

Mittelsbüren und ein Retrofit des Blocks 6 im Kraftwerk Bremen-Hafen. Durch die Realisierung

des GuD-Kraftwerks intensiviert der Konzern die gute Zusammenarbeit mit dem


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

Kunden DB Energie. Zudem passt das Kraftwerk durch die hohe Flexibilität, die Senkung von

CO 2-Emissionen und die Erreichung eines höheren Wirkungs grades optimal in die Erzeugungsstrategie

des Konzerns. Die Entscheidung für einen Retrofit des Kraftwerksblocks 6 in

Bremen steht ebenfalls im Einklang mit der Erzeugungsstrategie des Konzerns und sorgt

neben einer Verlängerung der Nutzungsdauer der Anlage bis zum Jahr 2025 vor allem für

eine Erhöhung des Wirkungsgrades und der Flexibilität.

Das dominierende Thema der Energiebranche im Jahr 2011 war die mit dem Reaktorunglück

von Fukushima ausgelöste Entscheidung der Bundesregierung zum beschleunigten

Ausstieg aus der Kernener gie und die damit eingeleitete Energiewende in Deutschland.

Dies betraf EWE mittelbar über die Beteiligung an den Stadtwerken Bielefeld und deren

Beteiligung am Kernkraftwerk Grohnde. Zudem steht EWE wie alle Energieversorger

vor den Herausforderungen durch den bevorstehenden Umbau des Energieerzeugungs-

und Verteilungssystems. Auch der weiter zunehmende Wettbewerb auf den Strom- und

Gasmärkten und die sich laufend ändernden politischen Rahmenbedingungen stellen

EWE vor große unternehmerische Herausforderungen. Als Reaktion hierauf beschlossen

Aufsichtsrat und Vorstand gemeinsam, das Projekt „15plus“ zu initiieren. Ziel des Pro jek -

tes ist die Sicherung der Wett bewerbsfähigkeit und der Ertragskraft des EWE-Konzerns

und die strategische Ausrichtung des Unternehmens auf das Jahr 2015 und darüber hinaus.

Die für Ende des Jahres geplante Übertragung der von EWE gehaltenen VNG-Aktien auf die

EnBW AG konnte nicht vollzogen werden. In der Hauptversammlung am 15. Dezember 2011

stimmte die Mehr heit der VNG-Anteilseigner gegen eine Übertragung. Vorstand und Aufsichtsrat

prüfen gegenwärtig alle möglichen Optionen der weiteren Vorgehensweise.

Auch personell hat es im Jahr 2011 sowohl im Vorstand als auch im Aufsichtsrat der EWE

Verände rungen gegeben. Mit Wirkung zum 1. Juli 2011 ist Dr. Heiko Sanders zum weiteren

Mitglied des Vorstandes der EWE AG bestellt worden. Er verantwortet die Bereiche Konzerncontrolling

und -rechnungswesen sowie Konzernfinanzen und Investor Relations.

27


28 EWE gEschäftsbEricht 2011

Seit dem 1. Januar 2011 gehört Uwe Borck als Vertreter der Arbeitnehmer dem Aufsichtsrat

an. Er folgt auf Immo Schlepper, der sein Aufsichtsratsmandat zum 31. Dezember 2010

niedergelegt hatte.

Die Ausschüsse des Aufsichtsrates haben mit dem Vorstand die Sitzungen und Beschlüsse

des Aufsichtsrates vorbereitet. Insgesamt fanden acht Sitzungen des Präsidiums und je

zwei Sitzungen des Finanz- und Prüfungsausschusses beziehungsweise des Arbeitsausschusses

statt.

Der vom Vorstand nach den Regeln des HGB aufgestellte Jahresabschluss der EWE und der

IFRS-Konzernabschluss sowie der zusammengefasste Lagebericht der EWE und des Konzerns

für das Geschäftsjahr 2011 sind von der PricewaterhouseCoopers AG, Wirtschaftsprüfungsgesellschaft,

Oldenburg, die auf Beschluss der Hauptversammlung vom 21. März 2011

zum Abschlussprüfer bestellt und vom Aufsichtsrat daraufhin beauftragt wurde, geprüft

und mit einem uneingeschränkten Bestätigungs vermerk versehen worden. Die Berichte des

Abschlussprüfers sind dem Aufsichtsrat ausgehändigt worden; sie wurden in die Aussprache

und Prüfung des Jahres- und Konzernabschlusses einbezogen und zustimmend zur Kenntnis

genommen. Der Abschlussprüfer hat an der Jahresabschlusssitzung des Aufsichtsrates teilgenommen,

über die wesentlichen Ergebnisse seiner Prüfung berichtet und für Erläuterungen

zur Verfügung gestanden. Nach dem abschließenden Ergebnis seiner Prüfung erhebt der

Aufsichtsrat gegen den vom Vorstand aufgestellten Jahres- und Konzernabschluss, den Bericht

über die Lage der EWE und des Konzerns sowie den Vorschlag für die Verwendung

des Bilanzgewinns keine Einwendungen. Der Aufsichtsrat hat am heutigen Tage den Jahresabschluss

festgestellt, den Konzernabschluss gebilligt und sich dem Gewinnverwendungsvorschlag

des Vorstandes angeschlossen.


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

Der nach § 312 AktG vom Vorstand aufzustellende Bericht über die Beziehungen zu verbundenen

Unternehmen gemäß § 313 AktG liegt vor. Er wurde vom Abschlussprüfer geprüft

und mit folgendem Bestätigungsvermerk versehen:

„Nach unserer pflichtmäßigen Prüfung und Beurteilung bestätigen wir, dass

1. die tatsächlichen Angaben des Berichts richtig sind,

2. bei den im Bericht aufgeführten Rechtsgeschäften die Leistung der Gesellschaft nicht

unangemessen hoch war oder Nachteile ausgeglichen worden sind,

3. bei den im Bericht aufgeführten Maßnahmen keine Umstände für eine wesentlich

andere Beurteilung als die durch den Vorstand sprechen.“

Nach eigener Prüfung stimmt der Aufsichtsrat dem Prüfungsergebnis des Abschlussprüfers

zu und erklärt, dass gegen die Erklärung des Vorstandes am Schluss des Berichtes über die

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen keine Einwendungen zu erheben sind.

Der Aufsichtsrat spricht dem Vorstand, allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern sowie

den Betriebs räten für die im Geschäftsjahr 2011 geleistete Arbeit seinen Dank und seine

Anerkennung aus.

Oldenburg, den 2. April 2012

Der Aufsichtsrat

Günther Boekhoff

Vorsitzender

Zusammensetzung des Aufsichtsrats S. 158 / 159

k

29


30 EWE gEschäftsbEricht 2011

400

350

300

250

200

150

100

50

0

Investor Relations

EWE-Anleihen und Kapitalmarkt

EWE hat aktuell vier Euro-Anleihen am Kapitalmarkt

ausstehend: Im Oktober 2004 platzierte das Unternehmen

erstmalig zwei Anleihen mit einer Laufzeit von 10

und 15 Jahren und einem Gesamtvolumen von 1,5 Mrd.

Euro. Im Juli 2009 und im Oktober 2011 emittierte

EWE jeweils eine weitere Euro-Anleihe zu 500 Mio. Euro

mit einer Laufzeit von zwölf und neun Jahren. Die 2011

begebene Anleihe wurde im Rahmen einer Liability-

Management-Transaktion begeben. Der überwiegende

Teil des Emissionserlöses wurde zum Rückkauf der

2014 fällig werdenden Anleihe aus dem Jahr 2004 verwendet,

sodass sich das insgesamt ausstehende Anleihevolumen

derzeit auf 2,14 Mrd. Euro beläuft.

Vergleichbar mit dem Jahr 2010 war die Entwicklung

an den Rentenmärkten auch 2011 von einer starken Sekundärmarktvolatilität

und steigenden Risikoprämien

geprägt. Grund dafür war die europäische Schuldenkrise,

deren Auswirkungen auf die Finanzmärkte vor allem in

der zweiten Jahreshälfte zum Tragen kamen.

Entwicklung der EWE-Anleihen 2011

Spread vs. mid-swaps (bp)

400

300

200

100

0

Jan. Feb. März April Mai Juni Juli Aug. Sep. Okt. Nov. Dez.

Auch im Sektor der Versorgungsunternehmen erhöhte

sich der durchschnittliche Risikoaufschlag signifikant.

Der iBoxx-€-Utility-Index notierte am 31. Dezember

2011 rund 124 Basispunkte höher als zu Beginn des Jahres.

Entsprechend stieg die durchschnittliche Risikoprämie

um rund 122 Prozent an. Dieser Anstieg lässt sich

auf den Indexanteil südeuropäischer Versorgungsunternehmen,

die von den Auswirkungen der Schuldenkrise

überdurchschnittlich betroffen waren, zurückführen. Darüber

hinaus wirkten sich die Folgen der Fukushima-

Katastrophe in Japan im Allgemeinen negativ auf Anleihen

von Versorgungsunternehmen aus.

Die Anleihen von EWE konnten sich dieser negativen

Entwicklung nicht vollständig entziehen und handelten

zumindest teilweise über den zu Beginn des Jahres herrschenden

Niveaus der Risikoaufschläge. Dabei stiegen

diese Risikoprämien deutlich weniger stark als bei Versorgeranleihen

im Allgemeinen, was den grundsätzlich

stabilen Charakter der Anleihen unterstreicht.

EWE 10-jährige

EWE 12-jährige

EWE 15-jährige

EWE 9-jährige

Utility Index

iBoxx Corporates


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

Die unterschiedliche Entwicklung der einzelnen EWE-

Anleihen ist auf allgemein steilere Kreditkurven sowie

unterschiedliche Handelsniveaus der Wertpapiere im

Markt zurückzuführen.

Finanzierungstätigkeit 2011

Im Juli 2011 schloss EWE die frühzeitige Refinanzierung

der bestehenden syndizierten Kreditlinie in Höhe von

850 Mio. Euro ab. Sie ersetzt die Kreditlinie, die im Mai

2013 ausgelaufen wäre, und hat eine Laufzeit von fünf

Jahren sowie zwei Verlängerungsoptionen auf insgesamt

maximal sieben Jahre. Die Kreditlinie dient der allgemeinen

Betriebsmittelfinanzierung.

Mit einer ebenso erfolgreichen wie innovativen Kapitalmarkttransaktion

hat EWE im Oktober 2011 Fremdkapital

zu attraktiven Konditionen in einem volatilen

Marktumfeld aufgenommen. EWE emittierte eine

neunjährige Anleihe mit einem Volumen von 500 Mio.

Euro bei gleichzeitigem Teilrückkaufangebot (sogenanntes

„Intermediated Exchange Offer“) einer bestehenden

EWE-Anleihe. Dies beinhaltete den Rückkauf

von rund 357 Mio. Euro der 2014 fälligen Anleihe und

reduzierte den ursprünglichen ausstehenden Anleihebetrag

von 1,0 Mrd. Euro auf rund 643 Mio. Euro. Die

Transaktion verbessert das Fälligkeitsprofil von EWE.

Die Anleihe traf auf starkes Investoreninteresse,

welches sich in einem Orderbuch über 4,0 Mrd. Euro

und einer soliden Sekundärmarktentwicklung widerspiegelt.

Rating

Trotz der erfolgten Rating-Herabstufung durch Moody’s

verfügt EWE über eine gute Bonität. Die Ratingagen -

tur hat im Januar 2012 das Rating von EWE von A2,

negativer Ausblick, auf A3, negativer Ausblick gesenkt

und dies mit gegenwärtigen Belastungen des Unternehmens

in einem schwierigen Marktumfeld sowie dem

nicht erfolgten Verkauf der VNG-Anteile begründet.

EWE 10-jährige Anleihe EWE 15-jährige Anleihe EWE 12-jährige Anleihe EWE 9-jährige Anleihe

ISIN DE000A0DLU51 DE000A0DLU69 DE000A0Z2A12 XS0699330097

WKN A0DLU5 A0DLU6 A0Z2A1 A1K0ZZ

Ausgabedatum 14.10.2004 14.10.2004 16.07.2009 04.11.2011

Fälligkeit 14.10.2014 14.10.2019 16.07.2021 04.11.2020

Währung EUR EUR EUR EUR

Volumen 0,64 Mrd. 0,5 Mrd. 0,5 Mrd. 0,5 Mrd.

Stückelung 1.000,00 1.000,00 1.000,00 1.000,00

Kupon-Art Kupon, fix Kupon, fix Kupon, fix Kupon, fix

Nominalzins 4,375 % 4,875 % 5,250 % 4,125 %

Zinszahlung jährlich jährlich jährlich jährlich

Zinstermin 14.10. 14.10. 16.07. 04.11.

Ausgabespread 2004 + 40 bp + 52 bp – –

Ausgabespread 2009 – – + 160 bp –

Ausgabespread 2011 – – – + 165 bp

Spread zum 31.12.2011 + 40 bp +136 bp + 141 bp + 125 bp

31


32 EWE gEschäftsbEricht 2011

Corporate Social Responsibility –

Zusammenhänge weiter denken

Als überwiegend kommunales Versorgungs- und Dienst -

leistungsunternehmen ist EWE fest in seinen Regionen

verwurzelt. Daher ist es für die Unternehmensgruppe

selbstverständlich, über das unternehmerische Handeln

hinaus Verantwortung vor Ort zu übernehmen. Die

Konzernunternehmen initiieren und unterstützen Projekte

in vier Bereichen: Bildung und Wissenschaft, Gesellschaft,

Klimaschutz sowie Kultur und Sport. Zudem

engagiert sich EWE für gute Arbeitsbedingungen und

die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben. Einige

Beispiele werden im Folgenden vorgestellt.

Forschung und Bildung – das Wissen für

morgen

Energie, Telekommunikation und Informationstechnologie

– die Branchen der Unternehmensgruppe sind

forschungs- und wissensintensiv und benötigen hoch

qualifizierte Mitarbeiter. Daher fördert EWE Bildung

und Forschung vom Kleinkindalter bis in die Akademien.

Das Engagement fängt bei den Jüngsten an: Initiiert von

BTC verfassten bereits zum zehnten Mal Drittklässler

„Das erste Buch“ und halfen so Erstklässlern, Lesen und

Schreiben zu lernen. In Bremer Kindergärten und Schulen

fördert swb mit der Bildungsinitiative bereits über

550 Lernprojekte, die mit innovativen Methoden Fachwissen

und Sozialkompetenz vermitteln. Junge For scher

zeigen ihr Können bei „Jugend Forscht / Schüler experimentieren“.

EWE richtet in Niedersachsen den Landeswettbewerb

für Schüler bis 14 Jahre, in Brandenburg-

Ost den Regionalwettbewerb für Jugendliche bis 21

Jahre aus. In den KundenCentern vor Ort bietet EWE

Schülern und Lehrern zahlreiche Informations- und

Weiterbildungsveranstaltungen, an denen im vergangenen

Schuljahr rund 8.000 Menschen teilnahmen.

Der Schritt von der Schule in Wirtschaft und Wissenschaft

ist eine der entscheidenden Weichenstellungen,

bei der EWE junge Menschen unterstützt. Das Programm

MINToring begleitet naturwissenschaftlich interessierte

Schüler in Oldenburg und weiteren Universitätsstädten

beim Übergang von Schule zu Studium. Am

IT College Putbus auf Rügen absolvieren Jugend liche

Aus- und Weiterbildungen rund um IT-Systeme. Und

Absolventen eines technischen Bachelorstudiums

können an der Universität Bremen mit der Stiftungsprofessur

von EWE und swb „zukunftsfähige Energiesysteme“

entwickeln.

Arbeit und Freizeit – die Balance sichern

Mitarbeiter von morgen zu qualifizieren ist unverzichtbar

für ein zukunftsorientiertes Unternehmen. Mindestens

genauso wichtig ist es, die Kreativität der Mitarbeiter

von heute zu fördern und zu erhalten. Dazu zählt

neben der fachlichen Weiterbildung eine ausgeglichene

Balance zwischen Beruf und Freizeit sowie die Pflege

der Gesundheit.

Im gesamten Konzern bestehen für die Mitarbeiter – wo

technisch möglich – Gleitzeitregelungen und die Option

auf Telearbeit. Fast alle Gesellschaften bieten oder

vermitteln Kinderbetreuung. Betriebssport, Sozialberatung

und die Betriebskrankenkasse der EWE-Unternehmen

unterstützen das emotionale und physische

Wohlbefinden. Und mit der betrieblichen Altersversorgung

sorgt die Unternehmensgruppe dafür, dass der

Einsatz auch im Ruhestand weiterhin gedankt wird.

Die einzelnen Unternehmen setzen zusätzliche Schwerpunkte.

So bietet EWE TEL Mitarbeitern in der Elternzeit

Programme an, um den Wiedereinstieg zu erleichtern,

und bekam beim Corporate Health Award „herausragendes

betriebliches Gesundheitsmanagement“ bescheinigt.

BTC gewann den Bremer Preis „Der bunte Schlüssel“

für vorbildliches Diversity Management.

Gesellschaftliches Engagement – für

ein gutes Umfeld

EWE bietet Infrastruktur, Versorgungsprodukte und

Dienstleistungen, die an den Bedürfnissen der Gesellschaft

ausgerichtet und auf ihre Stabilität angewiesen

sind. Die Förderung des sozialen Zusammenhaltes

ist daher ein wichtiger Bereich des Unternehmens -

engagements.


management

Jahresrückblick 2011 Vorwort des Vorstands bericht des aufsichtsrats inVestor relations corporate social responsibility

EWE ermutigt den ehrenamtlichen Einsatz für Mitmenschen.

So stellt die Mehrheit der Konzernunternehmen

am „Tag des Ehrenamtes“ Mitarbeiter frei, die sich für

wohltätige Zwecke einsetzen. Zudem verzichtet der

Großteil der Belegschaft auf die Auszahlung der Centbeträge

ihrer Gehälter – Geld, das von EWE verdoppelt

und gemeinnützigen Einrichtungen gespendet wird, die

sich für Kinder und Jugendliche engagieren.

Jedes Unternehmen setzt spezifische Akzente. So unterstützt

EWE ENERGIE in Brandenburg die Arbeit von

Jugendfeuerwehren, während swb mit der Stadt und

lokalen Partnern „Bremen räumt auf“ initiiert hat, eine

der bundesweit größten ehrenamtlichen Müllsammelaktionen.

Klimaschutz – mit Energie für morgen

Nachhaltigkeit und Klimaschutz sind zentrale Herausforderungen

der Energiewirtschaft. Deshalb setzt EWE

seine e³-Strategie für Energieeffizienz, Verbrauchssenkung

und erneuerbare Energien nicht nur in der eigenen

Tätigkeit um, sondern engagiert sich vielseitig, um für

den Klimaschutz zu sensibilisieren.

Energieeinsparung und der Umstieg auf emissionsarme

und -freie Energieträger sind dabei wichtige Stellhebel.

Für die Gemeinde Langeoog und lokale Unternehmen

erfasst EWE ENERGIE daher die CO 2-Emissionen und

berät, wie der Ausstoß verringert werden kann. Auch auf

den Inseln Rügen und Juist sowie in diversen weiteren

Gemeinden auf dem Festland unterstützt EWE Verwaltung

und Wirtschaft beim Senken von Verbrauch und

Emissionen. Betrieben und Kommunen bietet der Konzern

Formate zum Austausch über erfolgreiche Effizienzmaßnahmen

und prämiert herausragende Lösungen

– beispielsweise als Partner des Wettbewerbs „Klima

kommunal“.

Haushalte werden von EWE ENERGIE und swb neben

umfangreicher Energiesparberatung bei der Anschaffung

energiesparender Haushaltsgeräte und emissionsarmer

Erdgasfahrzeuge unterstützt. swb bezuschusst zudem

die Anschaffung von Elektroautos, wenn die Kunden einen

Ökostromvertrag abschließen.

Kultur und Sport – die Attraktivität der

Region stärken

Die EWE-Gruppe ist mehrheitlich in kommunaler Hand

und baut auf das Potenzial ihrer Regionen. Deren

Attraktivität als wichtigen Standortfaktor zu stärken ist

ein Kernanliegen des Engagements. Hierzu zählt die

Förderung von Kunst, Kultur und Sport. Die Unternehmen

organisieren eigene Sportveranstaltungen wie den

EWE Cup für Jugendfußballer oder den swb Marathon

und unterstützen Sportvereine vom Rollstuhlbasketballclub

RSC Oldenburg über die Fischtown Pinguins bis

zu den EWE Baskets Oldenburg. In Kunst und Kultur

unterstützt die EWE-Gruppe Initiativen, die regionale

Kultur stärken, wie den Tag der Niedersachsen oder den

Chorverband Ostwestfalen, und hilft, internationale

Highlights in die Regionen zu bringen – zusammen

beispielsweise mit dem Brandenburgischen Staatsorchester

Frankfurt, der Kunsthalle Emden oder bei der

Breminale.

EWE Stiftung – unabhängig engagiert

Bereits 2001 gründete EWE die gemeinnützige EWE

Stiftung, die ihre Projekte ausschließlich aus den Erträgen

des Stiftungskapitals finanziert, das dauerhaft

erhalten bleibt. Dadurch wird die Förderung regionaler

Projekte in den Kernbereichen Bildung, Wissenschaft

und Kultur zeitlich unbegrenzt sichergestellt. Im Vorder-

grund steht die Unterstützung von ehrenamtlichen

Initiativen und Exzellenz in der Wissensvermittlung. So

verleiht die Stiftung den Klaus-von-Klitzing-Preis für

naturwissenschaftlich engagierte Lehrerpersönlichkeiten,

die Schüler zum Forschen anregen. Die Oldenburger

Schlossgespräche bieten interessierten Bürgern einen

Wissenschaftsdialog auf hohem Niveau. Und mit der

Förderung der Weiterbildungsmaßnahme MUSEALOG

werden (Kunst-)Historikern im Weser-Ems-Gebiet

der neueste Stand des Sammlungs- und Qualitätsmanagements

für Museen nahegebracht und berufliche

Perspektiven aufgezeigt.

33


34

EWE gEschäftsbEricht 2011

Konzernlagebericht,

der mit dem Lagebericht der EWE AG zusammengefasst wurde

35 Geschäft und Rahmenbedingungen

35 Überblick über den Geschäftsverlauf

35 Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

36 Energiemarkt

38 Telekommunikationsmarkt

39 Rechtliche Rahmenbedingungen

43 Konzernstruktur und Geschäftstätigkeit

43 Corporate Centre / Konsolidierung

43 Geschäftsbereich EWE Energie

46 Geschäftsbereich swb

47 Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

48 Unternehmenssteuerung und Strategie

48 Internes Steuerungssystem

49 Konzernstrategie

50 Forschung und Entwicklung

50 Ausrichtung der F & E-Aktivitäten

51 F & E-Aufwendungen

51 F & E-Mitarbeiter

52 Wesentliche Ereignisse

53 Mitarbeiter

54 Ertrags-, Vermögens- und Finanzlage

54 Ertragslage

55 Vermögens- und Finanzlage

57 Entwicklung der Geschäftsbereiche

57 Geschäftsbereich Corporate Centre /

Konsolidierung

57 Geschäftsbereich EWE Energie

58 Geschäftsbereich swb

59 Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

60 Erläuterungen zum Jahresabschluss der EWE AG

nach deutschem Handelsrecht

60 Ertragslage

61 Investitionen

61 Finanzlage

61 Vermögenslage

62 Wichtige Ereignisse nach Abschluss

des Geschäftsjahres

62 Bericht nach § 312 AktG

62 Nachtragsbericht

63 Risikobericht

63 Struktur und Kernelemente des Chancenund

Risikomanagementsystems

63 Risikofrüherkennungsprozess

65 Chancen

66 Zusammenfassende Beurteilung der Risikosituation

66 Bericht zum internen Kontroll- und

Risikomanagementsystem

67 Prognosebericht

67 Erwartete gesamtwirtschaftliche Entwicklung

68 Erwartete Entwicklung in den Geschäftsbereichen


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Geschäft und Rahmenbedingungen

Überblick über den Geschäftsverlauf

Gesamtwirtschaftliche Rahmen-

bedingungen

Die Weltkonjunktur wurde in der ersten Jahreshälfte

2011 durch verschiedene negative Ereignisse beeinträchtigt.

Dazu zählten ein deutlicher Ölpreisanstieg

infolge politischer Umbrüche im arabischen Raum,

das schwere Erdbeben in Japan und die Eskalation der

Schuldenkrise im Euro-Raum. Während die erstgenannten

Ereignisse zur Jahresmitte weitestgehend verarbeitet

waren, beherrscht die Schuldenproblematik

weiter das gesamtwirtschaftliche Bild.

An den Finanzmärkten herrscht seit Jahresmitte 2011

wieder große Unsicherheit. Dies macht deutlich, wie

fragil die Lage der Weltwirtschaft trotz einer zwischenzeitlichen

Erholung noch ist. Viele Industrieländer stehen

vor der Aufgabe, Konsolidierungserfordernissen

nachzukommen. Dieses wird erschwert durch Faktoren

wie hohe Arbeitslosigkeit, schwache Vermögenspreisentwicklung

und eine ausgedehnte Verschuldung der

privaten Haushalte, die den Konsum dämpfen.

Die Vereinigten Staaten waren stark von der ungelösten

Schuldenproblematik betroffen. Hier drohte zeitweise

die Zahlungsunfähigkeit, weil über Wochen

hinweg im innenpolitischen Streit keine Einigung zu erkennen

war. Die US-amerikanische Schuldenstandsquote

nahm um fast 40 Prozentpunkte zu. In der Folge

stuften die Ratingagenturen die Kreditwürdigkeit herab

und die USA verloren zum ersten Mal in der Nachkriegszeit

ihren Spitzenwert AAA.

Die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe in Japan im

März 2011 erschütterte die japanische Wirtschaft und

verschlechterte die schwache konjunkturelle Entwicklung

vom Jahresbeginn weiter. Zerstörte Produktionsanlagen,

unterbrochene Lieferketten und eine unsichere

Energieversorgung ließen die Produktion im zweiten

Quartal deutlich sinken. Nachholeffekte in den Folgemonaten

werden die negativen Auswirkungen des

Erdbebens auf das Bruttoinlandsprodukt 2011 voraussichtlich

nur zu zwei Dritteln kompensieren.

Im Gegensatz zu den Industrieländern drohte vielen

Schwellenländern in der ersten Jahreshälfte noch eine

konjunkturelle Überhitzung aufgrund hoher Kapital-

zuflüsse und einer stark ausgeweiteten Kreditvergabe.

Restriktive Maßnahmen bewirkten zur Jahresmitte

die gewünschte Abkühlung der Konjunktur. Insgesamt

bleibt das Bild für die Schwellenländer positiv, insbesondere

die Länder Asiens liefern weiterhin stützende

Impulse für die Weltwirtschaft. China und Indien wiesen

mit voraussichtlich 9,2 beziehungsweise 8,4 Prozent

im Jahr 2011 die größten Wachstumsraten der

asiatischen Volkswirtschaften auf.

In mehreren Euro-Mitgliedsländern hat die Verschuldung

deutlich zugenommen, in Griechenland sogar

über die langfristige Tragfähigkeit hinaus. In der Folge

wurde die Kreditwürdigkeit einzelner Peripherieländer

des Euro-Raums durch die Ratingagenturen herabgestuft.

Das Fehlen einer dauerhaften politischen Lösung

der Staatsschuldenkrise im Euro-Raum könnte mit

steigenden Finanzierungskosten für die betroffenen Staa -

ten verbunden sein. Negative Auswirkungen auf den

Güter- und Dienstleistungsaustausch sind nicht auszuschließen.

Das konjunkturelle Geschehen in Deutschland wird vor

dem Hintergrund der nun seit vier Jahren andauernden

Finanz- und Wirtschaftskrise weitgehend vom außenwirtschaftlichen

Umfeld bestimmt. Allerdings hob sich

Deutschland während des gesamten Krisenverlaufs

aufgrund seiner besseren Ausgangslage deutlich von

den anderen Industrieländern ab. Darüber hinaus halfen

die in der Krise ergriffenen wirtschaftspolitischen

Maßnahmen steigende Arbeitslosenzahlen nach dem

konjunkturellen Einbruch zur Jahreswende 2008/09 zu

verhindern. 2011 setzte sich der wirtschaftliche Aufschwung

in Deutschland fort. Im Jahresverlauf erreichte

das Bruttoinlandsprodukt wieder das Vorkrisenniveau.

Im Zuge des sich eintrübenden weltwirt schaftlichen

Umfelds schwächte sich das konjunkturelle Tempo zum

Ende des Jahres 2011 allerdings ab. Insgesamt beträgt

die Zuwachsrate des Bruttoinlandsprodukts nach Berechnungen

des Sachverständigenrates aller Voraussicht

nach 3,0 Prozent.

Polens Wirtschaft wächst 2011 nach Angaben von Germany

Trade and Invest um 3,5 bis 4,0 Prozent. Antriebsfeder

sind öffentliche, von der Europäischen Union

kofinanzierte Projekte, etwa im Infrastrukturbau sowie in

der Energie- und Entsorgungswirtschaft. Sinkende Geschäftsklimaindizes

deuten aber darauf hin, dass sich das

Land von der Krise in der Euro-Zone hat anstecken lassen.

35


36

EWE gEschäftsbEricht 2011

200

150

100

50

0

-50

* **

Primärenergieverbrauch in Deutschland

(in Mio. t SKE)

200

150

100

50

0

160,0

155,2

104,9

94,2

* Quelle: Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen e.V.

** Die Grafik enthält nicht den Stromaustauschsaldo

57,9

Die Türkei weist für 2010 und 2011 ein ausgeprägtes

Wachstum aus. Nach einer Zunahme des Bruttoinlandsprodukts

um 9,0 Prozent im Jahr 2010 wird

für 2011 eine Steigerung von 6,0 bis 8,0 Prozent erwartet.

Das erste Halbjahr schnitt mit + 10,2 Prozent

außerordentlich gut ab. Zum Jahresende verlief die

Konjunktur schwächer, unter anderem bedingt durch

die Entwicklungen in der Europäischen Union, dem

wichtigsten Wirtschaftspartner der Türkei.

Die Geschäftslage der niedersächsischen Wirtschaft

ist äußerst stabil und blieb im dritten Quartal nahezu

auf dem sehr hohen Niveau des Frühsommers. Die

Arbeitslosenquote lag im November bei 6,2 Prozent.

Das entspricht der niedrigsten Arbeitslosenzahl in

Niedersachsen seit 19 Jahren.

In Bremen erreichte die Konjunktur im Herbst nicht

mehr die Spitzenwerte vom Sommer, wies aber ein solides

Bild auf. In einer Umfrage der Handelskammer

Bremen zeigten sich die nachlassenden Geschäftserwartungen

in rückläufigen Investitionsplanungen und

einem verlangsamten Anstieg der Beschäftigung in

Betrieben des verarbeitenden Gewerbes, für Handel

und Dienstleistungen.

Die Einschätzungen der Brandenburger Wirtschaft zeugen

2011 von einer ausgezeichneten Geschäftslage.

Das geht aus einer Umfrage der Industrie- und Handelskammer

Berlin-Brandenburg hervor. Danach sind die

Unternehmen gestärkt aus der Wirtschaftskrise hervorgegangen.

Die Stimmung bei den Unternehmen ist gut,

wird sich aber voraussichtlich in den kommenden Monaten

leicht eintrüben.

57,5

51,6 53,5 52,3 47,5

40,3

Energiemarkt

Mineralöl

Erdgas

Steinkohle

Braunkohle

2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

49,4

Eine milde Witterung und hohe Energiepreise haben den

Energieverbrauch in Deutschland 2011 gedrosselt. Nach

vorläufigen Berechnungen der Arbeitsgemeinschaft Energiebilanzen

(AGEB) lag er mit 457,6 Millionen Tonnen

Steinkohleeinheiten (Mio. t SKE) voraussichtlich um rund

5 Prozent unter dem Wert vom Vorjahr.

Der Verbrauch an Mineralöl betrug 155,2 Mio. t SKE und

sank damit auf das niedrigste Niveau seit 1990. Besonders

stark stockte die Nachfrage nach Heizöl. Neben

der milden Witterung sorgte insbesondere der kräftige

Preisauftrieb im Jahresverlauf für Kaufzurückhaltung

bei den Verbrauchern.

Der Erdgasverbrauch blieb 2010 um gut 10 Prozent hinter

dem Wert des Vorjahrs zurück und erreichte eine

Höhe von 94,2 Mio. t SKE. Obwohl sich die Konjunktur

positiv auf den Gasabsatz auswirkte, sorgten die im Vergleich

zum Vorjahr nahezu durchgängig höheren Temperaturen

für einen rückläufigen Absatz im Wärme markt.

Beim Verbrauch von Steinkohle gab es 2011 ein leich tes

Minus. Insgesamt wurden 57,5 Mio. t SKE verbraucht.

Braunkohle stieg um knapp 4 Prozent auf 53,5 Mio. t

SKE. Der Anstieg spiegelt das Abnahmeverhalten

der Kraftwerke wider, an die rund 90 Prozent der inländischen

Braunkohlegewinnung gehen.

Die Kernenergie verringerte ihren Beitrag zur Energiebilanz

infolge des Ausstiegsbeschlusses im Jahresverlauf

um rund 23 Prozent (40,3 Mio. t SKE).

8,5

Kernenergie

Erneuerbare

Energien

Sonstige

8,1


65

60

55

50

45

Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Entwicklung der Stromhandelspreise

in Deutschland

(Grundlast für Stromlieferungen in 2012 in Euro / MWh)

65

60

55

50

45

Jan.

2011

März Mai Juli Sep. Nov.

Die erneuerbaren Energien legten 2011 insgesamt um

4 Prozent zu (49,4 Mio. t SKE). Besonders stark stiegen

die Beiträge der Windkraft (+ 22 Prozent) und der Photovoltaik

(+ 67 Prozent).

Energiemix verändert sich

Die 2010 und 2011 verabschiedeten energiepolitischen

Beschlüsse zur Förderung der erneuerbaren Energien

und zum Ausstieg aus der Kernenergie schlagen sich in

der Primärenergiebilanz des Jahres 2011 in Form leicht

geänderter Anteile nieder. Der Anteil der Kernenergie

sinkt gegenüber dem Vorjahr von 10,9 auf 8,8 Prozent.

Wettbewerb im Energiemarkt

Der Wettbewerb im Energiemarkt hat 2011 weiter zuge -

nommen. Nach Berechnungen des Bundesverbands

der Energie- und Wasserwirtschaft e. V. vom Herbst 2011

wechselten seit Beginn der Liberalisierung 25,8 Prozent

der deutschen Haushalte ihren Stromanbieter. Seit Oktober

2006 ist auch im Gasmarkt der Versorgerwechsel

für alle Kundengruppen möglich. Bislang wechselten

von den Haushalten, die mit ihrem Gasversorger ein

direktes Vertragsverhältnis haben, 14,1 Prozent den Gaslieferanten.

Preisentwicklung im Energiemarkt

Die Preisentwicklung auf den Energiemärkten war 2011

wesentlich durch die Erdbeben- und Tsunami-Katastrophe

in Japan, die folgenden Ereignisse im Kernkraftwerk

Fukushima und den deutschen Atomausstieg geprägt.

Im Stromterminmarkt für 2012 führten diese Ereignisse

zu einem Preissprung von rund 10 Prozent innerhalb

von zwei Tagen. Mitte des Jahres rückte die europäische

Schuldenkrise in den Fokus und führte zu massiven

140 140

105 105

70

35

0

Entwicklung der Preise für Steinkohle

(Für Lieferungen in 2012 in Euro / t und in USD / t)

70

35

0

Jan.

2011

USD / t

Euro / t

März Mai Juli Sep. Nov.

Preisrückgängen in allen relevanten Märkten. Der Rohölmarkt

wurde vom Euro- / US-Dollar-Kurs und von den

Entwicklungen in Nordafrika und im Nahen Osten

beeinflusst. Ab Mitte des Jahres wirkte sich die Befürchtung

einer Angebotsverknappung durch eine mögliche

Boykottierung iranischen Erdöls dann preisstützend auf

den Ölpreis aus.

Zu Anfang des Jahres bewegte sich der Grundlastpreis

für Stromlieferungen im Jahr 2012 (CAL 2012 Base) in

einer Spanne von 51 bis 54 Euro pro Megawattstunde

(€ / MWh). Nach der Bekanntgabe des Atommoratoriums

stieg dieser Preis innerhalb von zwei Handelstagen

um 9,5 Prozent auf rund 59 € / MWh. Bemerkenswert

war, dass der Preissprung nur am Termin-, nicht

jedoch am Spotmarkt erfolgte. Das Jahreshoch wurde

mit 60,55 € / MWh erreicht. Ende Juni sank der Preis

erstmals nach den Ereignissen in Japan wieder unter

58 € / MWh. Im Weiteren war das Marktgeschehen

hauptsächlich von der europäischen Schuldenkrise bestimmt.

Unter dem Eindruck rückläufiger Konjunkturprognosen

und CO 2-Preise erreichte der Frontjahrespreis

im November mit knapp 52 € / MWh wieder das

Niveau vom Jahresanfang.

Die Kohlepreisnotierungen am Terminmarkt bewegten

sich am Anfang 2011 recht volatil um 120 US-Dollar

pro Tonne (USD / t). Die Verkündung des Atommoratoriums

sorgte Mitte März auch auf dem Steinkohlenmarkt

für einen Preisschub von circa 7,5 Prozent. Gleichzeitig

stieg der Wert des Euros gegenüber dem US-Dollar in

vergleichbarer Größenordnung an, sodass sich in der

Summe der Steinkohleterminkontrakt für europäische

Importeure nicht wesentlich verteuerte. Ab August

37


38

EWE gEschäftsbEricht 2011

140 140

105

70

35

0

Entwicklung der Rohölpreise (Brent)

(in USD / bbl)

105

70

35

0

Jan.

2011

März Mai Juli Sep. Nov.

wirkte sich der Einfluss der Schuldenkrise in Europa

auch im Kohlemarkt aus. Zudem lag die Nachfrage aus

China und Indien unerwartet niedrig. So konnte der

Kohlepreis das Niveau von über 125 USD / t nicht halten

und sackte zwischenzeitlich auf 113 USD / t ab. Zum

Jahresende notierte der Kontrakt zwischen 114 und

115 USD / t. Bei der Euro-Notierung machte sich der

Preisrückgang aufgrund des gesunkenen Wertes der

Gemeinschaftswährung weniger stark bemerkbar.

Neben den genannten Faktoren wirkten sich im Frühjahr

2011 die Turbulenzen in der arabischen Welt auf

den Rohölmarkt aus. Die Unruhen in Libyen und deren

Ausweitung auf weitere Länder des Nahen Ostens ließen

die Notierungen für Rohöl der europäischen Sorte

Brent teilweise auf 126 US-Dollar pro Barrel (USD / bbl)

ansteigen. Zwar tendierte der Preis ab Mai wieder nach

unten, die Marke von 100 USD / bbl wurde aber nicht

unterschritten. Im vierten Quartal stützten Sanktionsandrohungen

westlicher Länder wegen des iranischen

Atomprogramms und der Kriegsandrohung Israels gegen

den Iran den Kurs. Der europäische Brent-Kontrakt

notierte 2011 deutlich höher als der amerikanische

WTI-Kontrakt, der in der Spitze bei 114 USD / bbl notierte

und in der zweiten Jahreshälfte fast durchgängig

unter 100 USD / bbl lag.

Die CO 2-Notierungen wiesen zu Jahresbeginn eine

leicht steigende Tendenz auf. Auch auf diesen Markt

wirkte sich das Atommoratorium vom 14. März 2011

aus und der Kontrakt handelte fortan in einer Spanne

zwischen 17 und 18,50 Euro pro Zertifikat (Euro / EUA).

Im weiteren Verlauf hatte die europäische Schuldenkrise

auf diesen Markt die größten Auswirkungen. Der

2020

15 15

10 10

Preisentwicklung für CO 2-Zertifikate

(in Euro / EUA)

5 5

0 0

Jan.

2011

März Mai Juli Sep. Nov.

Kontrakt verlor stetig an Wert und erreichte im

Dezember seinen Tiefststand mit 6,90 Euro / EUA.

Grund hierfür war der enttäuschende Verlauf der UN-

Klimakonferenz in Durban, auf der trotz zweitägiger

Ver längerung kein signifikanter Durchbruch erzielt werden

konnte. Der anschließende Austritt Kanadas aus

dem Kyoto-Protokoll setzte ein weiteres entmutigendes

Zeichen.

Telekommunikationsmarkt

Der Telekommunikationsmarkt in Deutschland stand

auch 2011 unter starkem Druck. Der Wettbewerb zwischen

den etablierten Anbietern von Festnetz- sowie

Mobilfunkangeboten und den in den Markt drängenden

Kabelnetzbetreibern hat weiter zugenommen. Auch

der Preisdruck ist weiter hoch, der Umsatzrückgang im

Gesamtmarkt hat sich gegenüber den Vorjahren allerdings

verlangsamt. 14 Jahre nach der Liberalisierung des

Telekommunikationsmarkts hält die Deutsche Telekom

AG (DTAG) im Festnetzbereich nahezu die Hälfte

der Marktanteile.

Nach vorläufigen Untersuchungen des Bundesverbands

Informationswirtschaft Telekommunikation und neue

Medien e. V. (BITKOM) stiegen die Umsätze im Bereich

Informationstechnik 2011 in Deutschland um 3,2 Prozent.

Als Wachstumsbremse erweist sich zunehmend

der Fachkräftemangel. Der Anteil der ITK-Firmen, die unter

einem Mangel an Experten leiden, liegt derzeit bei

47 Prozent.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Rechtliche Rahmenbedingungen

Das Jahr 2011 stand energiepolitisch, energiewirtschaftsrechtlich

wie auch regulatorisch im Zeichen der Energiewende.

Im Fokus standen die Themen Kern energieausstieg,

erneuerbare Energien, Energieeffizienz und

der damit verbundene Aus- und Umbau der Energieinfrastruktur.

Auf europäischer Ebene wurden mit dem Entwurf

einer neuen Energieeffizienzrichtlinie und mit weitreichenden

Vorgaben für den Energiehandel wichtige

Veränderungen für die zukünftige Energieversorgung

auf den Weg gebracht.

Novelle des EEG

Im Rahmen des Energiewende-Gesetzpakets ist am

1. Januar 2012 das neue EEG in Kraft getreten. Zentrale

Themen der Novelle sind die Markt-, Netz- und Systemintegration

erneuerbarer Energien. Für den eingespeisten

Strom erhalten die Anlagenbetreiber über

20 Jahre eine feste Vergütung. Neu eingeführt wurde

eine optionale Marktprämie für die Direktvermarktung

von Strom aus erneuerbaren Quellen. Ebenfalls neu

hinzugekommen ist eine Flexibilitätsprämie für bedarfsgerechte

Stromeinspeisung. Um die Netze zu entlasten,

werden künftig Photovoltaikanlagen in das Einspeisemanagement

einbezogen. Die Möglichkeiten der Befreiung

von der EEG-Umlage wurden geändert. Ab 2012

können kleinere stromintensive Unternehmen teilweise

von der EEG-Umlage befreit werden. Für eigene Erzeugungsanlagen

und für Stromanbieter mit einem EEG-

Strom-Anteil von mehr als 50 Prozent gilt dieses Privileg

zukünftig nur noch unter bestimmten Auflagen.

Darüber hinaus werden die Einspeisevergütungen für

einzelne Technologien angepasst. Hierdurch kommt es

beispielsweise zu Kürzungen für Solarstrom, zur Einführung

des sogenannten Stauchungsmodells für Offshore-Windenergie

sowie zu neuen Kategorien für

Biomasse.

Novelle des EnWG

Am 4. August 2011 trat das neue EnWG in Kraft. Das

Gesetz ist eine zentrale Grundlage für den Umbau der

Energieversorgung. Schwerpunkte der Neuregelung

sind schärfere Entflechtungsvorgaben für Transportnetzbetreiber,

neue Entflechtungsvorgaben für Verteilernetz-

und Erdgasspeicherbetreiber sowie neue Vorschriften

zur Stärkung der Verbraucherrechte. An mehreren

Stellen wird auf noch zu erlassende Rechtsverordnungen

wie die Anreizregulierungs-, die Stromnetzentgelt-

und die Gasnetzentgeltverordnung verwiesen. Diese

Verordnungen sollen aller Voraussicht nach 2012 novelliert

werden.

Besondere Entflechtungsvorgaben für

Fernleitungsnetzbetreiber

Für Fernleitungs- wie auch für Übertragungsnetzbetreiber

gelten verschärfte Entflechtungsvorgaben. Die

Netzbetreiber können dabei zwischen drei Optionen

wählen und ihre Netze entweder verkaufen (ownership

unbundling, OU) oder einen unabhängigen Netzbetreiber

(independent system operator, ISO) beziehungsweise

einen unabhängigen Transportnetzbetreiber (independent

transmission operator, ITO) ausgründen. Als

Fern leitungsnetzbetreiber hat sich EWE NETZ für die

Alternative ITO entschieden. Alle deutschen Fernleitungsnetzbetreiber

stehen in der Pflicht, einen umfangreichen

Netzentwicklungsplan zu erstellen. Nach

Frei gabe durch die Bundesnetzagentur (BNetzA) wird

der Netzentwicklungsplan für Erdgas erstmals zum

1. April 2012 für den Zeitraum 2013 bis 2022 veröffentlicht.

Berücksichtigt werden Maßnahmen zur deutschlandweiten

Umstellung der Gasbeschaffenheit von L-Gas

auf H-Gas.

Trennung der Marken- und Kommunikationspolitik

Verteilernetzbetreiber sind künftig verpflichtet, ihre

Kommunikations- und Markenpolitik von den Vertriebsaktivitäten

zu trennen. In welcher Form die Bundesnetzagentur

die Entflechtungsvorschriften umsetzen

wird, steht noch nicht fest – ein entsprechender Leitfaden

der Behörde wird erwartet.

Rechtsrahmen für intelligente Netze

und Messsysteme

Das neue EnWG schafft erste Ansätze eines Rechtsrahmens

für sogenannte intelligente Netze. So sollen

zum Beispiel Verbraucher einen Anreiz bekommen,

ihr Lastverschiebepotenzial dem Netzbetreiber zur Verfügung

zu stellen. Die Netzbetreiber stellen in diesem

Fall ein reduziertes Netzentgelt in Rechnung. Des Weiteren

sieht das Gesetz vor, intelligente Zähler in ein

Kommunikationssystem einzubinden und diese zur

Grundlage für weitere Dienste im Netz zu machen. Diese

neuen Messsysteme zeigen den tatsächlichen Stromverbrauch

und die tatsächliche Nutzungszeit. Sie sind

ab Januar 2013 bei Neubauten, größeren Renovierungen,

bei Endverbrauchern mit einem jährlichen Strombe -

darf von mehr als 6.000 Kilowattstunden sowie bei Anlagenbetreibern

von Neuanlagen mit einer installier-

ten Leistung von mehr als sieben Kilowatt einzubauen.

Wegenutzungsverträge mit neuer Wahlmöglichkeit

Das EnWG sieht ein Wahlrecht für neue Netzbetreiber

vor. Diese haben weiterhin das Recht auf Einräumung

des Besitzes an den für den Netzbetrieb notwendigen

39


40

EWE gEschäftsbEricht 2011

Verteilungsanlagen. Der neue Netzbetreiber kann gegen

Zahlung einer angemessenen Vergütung aber auch

die Übereignung des Netzes vom bisherigen Netzeigentümer

verlangen.

Rechtliche Entflechtung von Erdgasspeichern

Die für Netzbetreiber seit 2005 geltenden Vorschriften

zur informatorischen, buchhalterischen, gesellschaftsrechtlichen

und operationellen Entflechtung wurden im

Zuge der EnWG-Novellierung auf Erdgasspeicher übertragen.

Hinsichtlich des Wahlrechts zwischen verhandeltem

und reguliertem Speicherzugang hat sich der Gesetzgeber

für den verhandelten Zugang entschieden. Die

neuen Anforderungen an Verteilernetzbetreiber hinsichtlich

ihrer Kommunikationsaktivitäten und ihrer Markenpolitik

gelten für die Speicherbetreiber allerdings

nicht.

Neue Stromnetzentgeltverordnung zur Entlastung

der Industrie

Im Rahmen der Energiewende wurde auch die Stromnetzentgeltverordnung

novelliert. Große industrielle

Unternehmen mit einem jährlichen Verbrauch ab zehn

Gigawattstunden und einer Netznutzung von mindestens

7.000 Betriebsstunden sind von den Netzentgelten

befreit. In Deutschland betrifft dies rund 500

Unternehmen. Die entfallenden Netzentgelte werden

in unterschiedlicher Abstufung auf die übrigen Netznutzer

umgelegt.

Vorgaben zum verkürzten Lieferantenwechsel

Kunden sollen ihren Lieferanten für Strom und Erdgas

künftig schneller wechseln können. Nach EnWG ist

dieser Wechsel binnen drei Wochen abzuschließen. Die

neuen Vorgaben sind zum 1. April 2012 umzusetzen

und erfordern erhebliche Anpassungen der bisherigen

Prozessabläufe. Zudem macht das EnWG detaillierte

Vorgaben zu Inhalten von Energierechnungen. Für Kundenbeschwerden

in den Bereichen Netzanschluss,

Energielieferung sowie Messung und Abrechnung wur-

de eine Schlichtungsstelle eingerichtet.

Anreizregulierung Strom

Im Rahmen der Anreizregulierungsverordnung (ARegV)

wurde zum 1. Januar 2012 das Qualitätselement Strom

mit der Zielsetzung eingeführt, einen langfristig angelegten,

leistungsfähigen und zuverlässigen Betrieb von

Energieversorgungsnetzen zu sichern. EWE NETZ hat

aufgrund des hohen Verkabelungsgrades und der damit

verbundenen Versorgungssicherheit und Zuverlässigkeit

des Stromnetzes den höchstmöglichen Zuschlag auf

die Erlösobergrenze erhalten. Für die swb-Netzgesellschaften

ermittelte die BNetzA einen Malus für Bremen

und einen geringfügigen Bonus für Bremerhaven. Es

ist jedoch zu berücksichtigen, dass die individuellen Referenzwerte

zur Bestimmung des Qualitätselements

sehr unterschiedlich ausfallen und die Netzentgelte der

swb Netze unter den städtischen Netzbetreibern in

Deutschland zu den günstigsten zählen.

Anreizregulierung Erdgas

Für die am 1. Januar 2013 startende zweite Regulierungsperiode

Erdgas wurden die Daten zur Kostenprüfung

an die BNetzA übermittelt. Ebenso erfolgte die

Datenabgabe zur Ermittlung des Effizienzwertes für die

kommende Regulierungsperiode. In diesem Zusammenhang

leitete die Regulierungsbehörde ein Konsultationsverfahren

zur Festlegung von kalkulatorischen

Eigenkapitalzinssätzen (EK-Zinssatz) ein. Diese stellen

die Eingangsgrößen für die Ermittlung der zulässigen

Erlösobergrenze eines Netzbetreibers dar. Am 2. November

2011 hat die BNetzA die Eigenkapitalzinssätze

für die zweite Regulierungsperiode veröffentlicht.

Der EK-Zinssatz vor Steuern wird für Neuanlagen von

9,29 Prozent auf nunmehr 9,05 Prozent und für Altanlagen

von 7,56 Prozent auf 7,14 Prozent abgesenkt.

Der neue Zinssatz gilt sowohl für die zweite Regulierungs

periode Erdgas als auch für die am 1. Januar 2014

beginnende zweite Regulierungsperiode Strom.

Urteile des Bundesgerichtshofes zur Festlegung

der Erlösobergrenze

Am 28. Juni 2011 hat der Bundesgerichtshof (BGH) in

zwei Verfahren zur Festlegung der Erlösobergrenzen

Entscheidungen zugunsten der Netzbetreiber verkündet.

Auf die Beschwerde der Betroffenen hin wird die

Entscheidung der BNetzA in Teilen aufgehoben und die

Behörde verpflichtet, unter Beachtung der Rechtsauffassung

des Senats erneut zu bescheiden. Als rechtswidrig

erachtete der BGH unter anderem die Berücksichtigung

eines allgemeinen Produktivitätsfaktors im

Rahmen der Festlegung der Erlösobergrenze. Bei

EWE NETZ ist ein entsprechendes Verfahren im Bereich

Strom, bei swb Netze für Strom und Erdgas anhängig.

Mit einem Schreiben forderte die BNetzA die betroffenen

Netzbetreiber zum Abschluss eines öffentlichrechtlichen

Vertrags zur vergleichsweisen Einigung auf.

EWE NETZ hat den Vertrag, der eine Rückzahlung

über einen Dreijahreszeitraum vorsieht, vorbehaltlich

der Zustimmung der Gremien unterzeichnet. Die swb-

Netzgesellschaften haben die Angebote für Strom und

für Erdgas ebenfalls angenommen.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Beschwerdeverfahren gegen die Bundesnetzagentur

Differenzierte Auslegungen geltender Rechtsverordnungen

führen immer wieder zu Beschwerdeverfahren

gegen die BNetzA. Im gerichtlichen Verfahren der

EWE NETZ zur Überprüfung der Rechtmäßigkeit des Abzugs

eines Betrages zur Vermeidung von Doppelanerkennungen

(BVD) im Rahmen genehmigter Investitionsbudgets

hat das OLG Düsseldorf mit Beschluss vom

8. Dezember 2010 bereits die Rechtsauffassung von

EWE NETZ bestätigt. Gleiches gilt mit Blick auf die Reduzierung

der kalkulatorischen Eigenkapitalverzinsung

um den Körperschaftssteueranteil. Bislang ist das Urteil

aufgrund der von der BNetzA eingereichten Rechtsbeschwerde

jedoch noch nicht rechtskräftig geworden.

EWE NETZ hält in diesem Fall weiterhin an ihrem Standpunkt

fest. Zur Umsetzung der für EWE NETZ positiven

Rechtslage wird derzeit auch über eine vergleichsweise

Einigung diskutiert.

EWE NETZ hat darüber hinaus Beschwerde gegen die

Festlegung der Eigenkapitalzinssätze eingelegt. Die

BNetzA hat sich in der Festlegung der Eigenkapitalzinssätze

einen Widerruf vorbehalten, insbesondere für

den Fall, dass die Rendite der Elektrizitäts- und Gasnetzbetreiber

durch andere Instrumente wie zum Beispiel

durch die Einführung von Risikozuschlägen beeinflusst

wird. Sollten sich die auf europäischer Ebene bereits

diskutierten Risikozuschläge aus Sicht der Netzbetreiber

positiv auswirken, so beabsichtigt die BNetzA eine

nachträgliche Absenkung der Eigenkapitalzinssätze. Die

swb-Netzgesellschaften haben Beschwerde gegen

den in der Festlegung enthaltenen Widerrufsvorbehalt

eingelegt. Des Weiteren haben sich die swb-Netzgesellschaften

gegen die Festlegung der BNetzA zur Ermittlung

von Tagesneuwerten im Erdgasfach beschwert.

swb Netze reichte Beschwerde gegen die Ablehnung eines

Investitionsbudgetantrags zum Anschluss eines

vom Gemeinschaftskraftwerk Bremen zu errichtenden

Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks ein. Der Streitgegenstand

betrifft den Anwendungsbereich der Genehmigungsvorschrift

und damit den Kern einer für An fang

2012 im Sinne der swb Netze geplanten Verordnungsänderung.

Während die schon seit 2010 laufenden Beschwerden

von swb Netze für das Strom- wie auch

für das Erdgasfach Bremen ruhend gestellt wurden, wird

die Beschwerde zur Erlösobergrenze für Erdgas Bremerhaven

derzeit in erster Instanz beim Oberlandesgericht

Bremen geführt. In diesem Verfahren überprüft das

Gericht durch Einholung eines schriftlichen Sachverständigengutachtens

erstmals, ob das beim Effizienzvergleich

angewandte Modell der BNetzA wissenschaft lichen

Standards genügt.

In einem weiteren Verfahren beschweren sich sowohl

swb Netze als auch EWE NETZ über die Festlegung der

BNetzA zum sogenannten „Pooling“. Durch diese Festlegung

wird die Zusammenfassung mehrerer Entnahmestellen

bei der Abrechnung der Netzentgelte nahezu

ausgeschlossen. Neben einem enormen Abrechnungsaufwand

führt die Einstellung dieser seit Jahren bewährten

energiewirtschaftlichen Praxis zu steigenden vorgelagerten

Netzkosten und damit auch zu einer Erhö -

hung der Netzentgelte. Die neue Regelung gilt ab dem

1. Januar 2012 mit einer Übergangsfrist bis zum Ende

der ersten Regulierungsperiode Strom in 2013.

Richtlinienentwurf für Energieeffizienz

Im Juni veröffentlichte die Europäische Kommission

den Entwurf einer Richtlinie für Energieeffizienz. Dieser

soll die bisherige KWK-Richtlinie und die Energiedienstleistungsrichtlinie

zusammenführen. Der Entwurf betont

das Ziel einer Primärenergieeinsparung von 20 Prozent

bis 2020. Zurzeit verhandeln die Europäische Kommission,

das Europäische Parlament und der Rat darüber,

mit welchen Maßnahmen die gewünschten Einsparziele

erreicht werden sollen.

Höhere Transparenz auf den Energiehandelsmärkten

Über die Neufassung des EnWG wurde bereits eine Reihe

von Instrumenten zur Steigerung der Transparenz

auf den Energiehandelsmärkten eingeführt. Dazu zählten

ein Monitoring durch das Bundeskartellamt, die

Einrichtung einer Markttransparenzstelle sowie die Einführung

umfangreicher Datenaufbewahrungs- und

Datenberichtspflichten für Energieversorgungsunternehmen.

Auf europäischer Ebene hat die Europäische

Kommission die sogenannte REMIT-Verordnung (Regulation

of the Energy Market Integrity and Transparency)

verabschiedet. Sie ist im Dezember 2011 in Kraft getreten.

Kernpunkte sind die Schaffung eines europaweiten

Registers für Handelsgeschäfte und spezielle Regelungen

zur Verhinderung von Marktmissbrauch. Auf diese Weise

sollen der Handel mit Insiderinformationen zu Energiehandelsprodukten

sowie Marktmanipulationen unterbunden

werden. Energiehändler müssen zukünftig Daten

zu Transaktionen am Energiehandelsmarkt an ein neues

Transaktionsregister übermitteln. Die europäische Agentur

für die Zusammenarbeit der Energieregulierungsbehörden,

ACER, wird Daten über die Kapazitäten von

Anlagen zur Erzeugung, zur Speicherung, zum Verbrauch

und zum Transport von Strom und Gas von den Marktteilnehmern

erheben.

41


42

EWE gEschäftsbEricht 2011

Mit der von der Kommission vorgelegten EMIR-Verordnung

(European Market Infrastructure Regulation)

soll zukünftig der Markt für OTC-Derivate geregelt werden.

Dabei handelt es sich um Transaktionen zwischen

Finanzmarktteilnehmern, die nicht über die Börse abgewickelt

werden. Die Verordnung hat zum Ziel, Clearing-

Stellen zur Transparenz dieser Geschäfte und zur Vermeidung

etwaiger Risiken zu etablieren. Zudem soll ein

Transaktionsregister den Handel mit OTC-Derivaten

transparenter gestalten.

Mit der Überarbeitung der MiFID-Richtlinie (Markets in

Financial Instruments Directive) sollen die Finanzmärkte

effizienter, widerstandsfähiger und transparenter gemacht

und Anleger besser geschützt werden. Der neue

Rechtsrahmen weitet die Aufsichtsbefugnisse der Regulierungsbehörden

aus und gibt klare Verfahrensregeln

für alle Handelstätigkeiten vor. Es ist noch offen, in welchem

Ausmaß die Energiewirtschaft letztlich betroffen

sein wird.

Regierungsprogramm Elektromobilität

2011 stellte die Bundesregierung ihr Regierungsprogramm

Elektromobilität vor, das auf den Empfehlungen

der Nationalen Plattform Elektromobilität basiert. An

dem bereits 2010 formulierten Ziel, bis 2020 eine Million

Elektrofahrzeuge auf deutsche Straßen zu bringen, wird

festgehalten. Der entstehende Strombedarf soll aus

erneuerbaren Energien gedeckt werden. Um das Stromspeicherpotenzial

der Fahrzeugbatterien zu nutzen,

sollen intelligente Netze und lastvariable Tarife gefördert

werden. Beim Aufbau der Ladeinfrastruktur hält

die Politik sich zurück – der Bedarf an öffentlichen Ladestationen

wird als gering eingeschätzt, ihr Aufbau und

ihre Finanzierung sollen Aufgabe der Privatwirtschaft

sein. Kommunen sollen zwar den Ausbau vor Ort mittels

Satzungen und Konzessionsverträgen unterstützen.

Eine gesetzliche Pflicht dazu soll es jedoch nicht geben.

Themen der Wasserwirtschaft

Seit Mai 2011 gilt die neue Trinkwasserverordnung. Teil

der Überarbeitung sind klarere Regelungen für die Über-

wachung der Trinkwasserqualität und Anzeigepflichten

zwischen den Gesundheitsämtern und den Wasserversorgungsunternehmen.

Dies betrifft auch die Definition

von Begrifflichkeiten, von Grenzwerten für Uran sowie

einer Regelung zur Überwachung von Legionellen in der

Trinkwasserinstallation. Weitere Überarbeitungen stehen

auch durch die Abwasserverordnung an. In diesem

Zusammenhang wird über die Einführung einer vierten

Reinigungsstufe im Sinne des Gewässerschutzes diskutiert.

Der hiermit verbundene Mehrenergiebedarf steht

allerdings den vielfältigen Energieeinsparbemühungen

beim Betrieb der Abwasser reinigungsanlagen entgegen.

Themen der Abfallwirtschaft

Die Abfallwirtschaft war 2011 von verschiedenen Gesetzgebungsverfahren

betroffen. Hervorzuheben ist die

Umsetzung der novellierten EU-Abfallrahmenrichtlinie

durch das neue Kreislaufwirtschaftsgesetz. Stark umstritten

bleiben die Abgrenzung von Beseitigung und Verwertung

von Abfall sowie die Zulässigkeitskriterien der

Verwertung. Das Treibhausgasemissionshandelsgesetz

legt fest, dass die Abfallverbrennung nicht in den verpflichtenden

Emissionshandel einzubeziehen ist. Im

Energiesteuergesetz bzw. in der Energiesteuerverordnung

wurde festgelegt, dass Abfälle, deren Heizwert

kleiner als 18 Megajoule ist, nicht der Energiesteuer unterliegen.

Diese Ausnahmeregelung steht noch unter

einem beihilferechtlichen Genehmigungsvorbehalt der

Europäischen Kommission.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Konzernstruktur und

Geschäftstätigkeit

Der EWE-Konzern mit Hauptsitz in Oldenburg er -

bringt umfassende Energie-, Telekommunikations- und

IT-Dienstleistungen in regional zusammenhängenden

Marktgebieten.

Corporate Centre / Konsolidierung

Das Corporate Centre bildet im Wesentlichen die Konzernfunktionen

der EWE AG, die von der EWE AG geführten

Beteiligungen sowie die auf Konzernebene durchgeführte

Konsolidierung ab. Daraus ergibt sich eine klare

Abgrenzung zu den operativen Geschäftsbereichen

EWE Energie, swb sowie Neue Märkte und I+K. In der

Holding-Gesellschaft EWE AG werden die strategische

und marktübergreifende Entwicklung und Planung

der Geschäftsbereiche gebündelt sowie die Finanzierung

innerhalb der EWE-Gruppe sichergestellt. Neben der

EWE AG sind dem Corporate Centre unter anderem die

vollkonsolidierte EWE IMMOBILIEN GmbH zugeordnet

sowie die VNG – Verbundnetz Gas AG als assoziiertes

Unternehmen.

EWE IMMOBILIEN

Die EWE IMMOBILIEN GmbH (EWE IMMOBILIEN) wurde

zum 1. Juli 2010 gegründet. Ihre zentrale Aufgabe ist

die Verwaltung der Konzernliegenschaften. Dazu gehören

neben Bürogebäuden und technischen Einrichtungen

wie Rechenzentren und Telekommunikationsknoten

CORPORATE CENTRE /

KONSOLIDIERUNG

EWE AG

VNG AG 1

EWE IMMObILIEN GmbH

EWE ENERGIE

EWE ENERGIE AG 2

EWE NEtZ GmbH

EWE WASSER GmbH

DOtI GmbH & Co. KG 1

Riffgat beteiligungs

GmbH & Co. KG

MVR Müllverwertung

Rugenberger Damm

GmbH & Co. KG 1

1 Assoz. Unternehmen 2 Teilkonzern bzw. Führungsgesellschaft

EWE-GRUPPE

auch Objekte wie das ZentrumZukunft und das Labor

für Umweltanalytik sowie mehrere Wohnimmobilien.

Darüber hinaus erbringt die Gesellschaft Dienstleistungen

auf dem Gebiet der Grundstücksverwaltung und

Gebäudetechnik. Die Erfahrung in der Betreuung einer

Gesamtbetriebsfläche von ca. 250.000 Quadratmeter

bringt EWE IMMOBILIEN auch in die Planung und Entwicklung

neuer Liegenschaften ein.

VNG

Die VNG – Verbundnetz Gas AG mit Sitz in Leipzig (VNG)

ist dem Bereich Corporate Centre zugeordnet und wird

als assoziiertes Unternehmen geführt. EWE rechnet

gegenwärtig nicht mit einer kurzfristigen Übertragung

der 47,9-Prozent-Beteiligung an der VNG und weist

diese in Einklang mit den einschlägigen IFRS-Regelungen

wieder nach der Equity-Methode aus. Als überregionales

Großhandelsunternehmen versorgt die Gesellschaft

überwiegend in Ostdeutschland Regionalversorger,

Stadtwerke und Industrieunternehmen mit Erdgas.

Geschäftsbereich EWE Energie

Der Geschäftsbereich EWE Energie bündelt das Energiegeschäft

in den Regionen Ems-Weser-Elbe, in Brandenburg,

im nördlichen Vorpommern und auf Rügen. Die

EWE ENERGIE AG (EWE ENERGIE) ist als Führungsgesellschaft

verantwortlich für den Energievertrieb und

Handel mit Treibhausgas-Emissions-Zer tifikaten sowie

für die Bereiche Produktion, Beschaffung und Erdgasspeicherung.

Weitere wesentliche diesem Bereich

SWB

2, 3 swb AG

swb Vertrieb

bremen GmbH

swb Netze GmbH & Co. KG

swb Vertrieb bremer haven

GmbH & Co. KG

swb Netze bremerhaven

GmbH & Co. KG

swb Erzeugung

GmbH & Co. KG

swb Entsorgung

GmbH & Co. KG

3 Auswahl wesentlicher Tochtergesellschaften

NEUE MäRKTE

UND I+K

EWE Polska Sp. z o.o. 2

EWE ENERjI A. Ş. 2

EWE tEL GmbH 2

btC business technology

Consulting AG 2

htp GmbH 1

43


44

EWE gEschäftsbEricht 2011

zugeordnete Unternehmen sind die EWE NETZ GmbH

(EWE NETZ), die EWE WASSER GmbH (EWE WASSER),

die Riffgat Beteiligungs GmbH & Co. KG (RIFFGAT)

sowie die assoziierten Unternehmen DOTI Deutsche

Offshore-Testfeld und Infrastruktur-GmbH & Co. KG

(DOTI), die den Offshore-Windpark alpha ventus

errichtet hat und betreibt, sowie die MVR Müllverwertung

Rugenberger Damm GmbH & Co. KG (MVR).

Vertrieb von Energie und Energiedienstleistungen

Die EWE ENERGIE AG vertreibt Strom, Erdgas und

Energiedienstleistungen an Privat- und Gewerbekunden,

industrielle Abnehmer sowie Stadtwerke und deckt

damit alle Kundensegmente ab. Der Schwerpunkt des

Vertriebsgebiets liegt in den Regionen Ems-Weser-Elbe,

in Brandenburg, im nördlichen Vorpommern und auf

Rügen. Mit mehr als 40 Servicepunkten ist EWE ENERGIE

in den Stammregionen präsent. Die Möglichkeit, aus

dem Konzern heraus Bündelangebote aus Strom, Erdgas

und Telekommunikation zu kombinieren, ist ein

Vorteil im Wettbewerb. Seit Juli 2011 werden die Energie-

und Telekommunikationsdienstleistungen unter

der gemeinsamen Marke EWE vermarktet. Industrielle

Kunden und Stadtwerke erhalten neben der klassischen

Vollversorgung innovative Produkte wie Trancheneinkauf

und ein voll flexibles Portfoliomanagement sowie

Beratung in Fragen zu CO 2-Emissionszertifikaten und

die Durchführung entsprechender Handelsgeschäfte.

In der Region Ems-Weser-Elbe und in Teilen Brandenburgs

betreibt EWE ENERGIE ein Erdgastankstellennetz

mit über 80 Tankstellen.

EWE Energie: Erzeugungskapazitäten in erneuerbaren Energien

(in MW)

110,0

82,5

55,0

27,5

0,0 0

97,5

98,4

2,0

2,8

7,1

Zur Differenzierung im zunehmenden Wettbewerb

bietet das Unternehmen Dienstleistungen für Energieeffizienz

und Energieeinsparung an. Der Beschluss zum

Ausstieg aus der Kernenergie hat zu einer deutlichen

Belebung der dezentralen Energieerzeugung im Industriesektor

geführt. Zudem haben sich die gesetzlichen

Auflagen hinsichtlich der Steigerung von Energieeffi zienz

verschärft. Dies löst einen erhöhten Beratungsbedarf

aus. Eine zentrale Säule ist das Geschäft mit Wärmedienstleistungen.

Im Bereich Contracting erarbeitet

EWE ENERGIE gemeinsam mit swb ein neues Vertragsmodell,

um den wichtigen Bereich dezentrale Stromerzeugung

optimal bedienen zu können.

2011 hat der Wettbewerb bei Strom und Erdgas erneut

zugenommen. Trotz des gestiegenen Wettbewerbsdrucks

liegen die Kundenwechselraten der EWE ENERGIE AG

weiterhin unter dem Bundesdurchschnitt. Die kumulierte

Wechselrate bei den Stromkunden betrug im Herbst

des vergangenen Jahres 15,6 Prozent (Bundesdurchschnitt:

25,8 Prozent). Von den Gaskunden entschieden

sich bis zu diesem Zeitpunkt 13,6 Prozent für einen

neuen Anbieter (Bundesdurchschnitt: 14,1 Prozent).

Abwasser und Abfall

Neben dem Energiegeschäft beinhaltet der Geschäftsbereich

Dienstleistungen der Abwasserentsorgung.

Die Gesellschaft EWE WASSER übernimmt die Betriebsführung

für kommunale und private Abwasserreinigungsanlagen

und Kanalnetze im Gebiet Ems-Weser-

Elbe. 2011 erbrachte das Unternehmen für insgesamt

34 Abwasserreinigungsanlagen eine Gesamtreinigungsleistung

von rund 10,5 Mio. Kubikmetern (m³).

2010 2011 2010 2011 2010

2011

2010 2011 2010

2011

6,1

0,7

0,0

Gesamt

107,3 107,3

Wind

Sonne

Biomasse

Wasser

Gesamt


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

EWE ist zu 20 Prozent an der Müllverwertungsanlage

Rugenberger Damm in Hamburg beteiligt. Die MVR bereitet

Abfälle thermisch auf und produziert daraus

Energie sowie weitere verwertbare Nebenprodukte wie

Gips und Schlacke.

Produktion

Die EWE ENERGIE AG ist in einem begrenzten Umfang

in der Energieproduktion von Strom und Erdgas tätig.

Im Erdgasbereich belief sich die Eigenproduktion im Jahr

2011 auf 148,1 Mio. m³ Erdgas (Vorjahr: 180,0 Mio. m³).

Im Strombereich besitzt die EWE ENERGIE AG Erzeugungskapazitäten

auf dem Gebiet der erneuerbaren

Energien (Wind, Biomasse, Sonne, Wasser) mit einer Ge -

samtleistung von 107,3 Megawatt. Hinzu kommt die

EWE zurechenbare anteilige Leistung am Hochseewindpark

alpha ventus (28,5 MW). Der Gesamtwert in Höhe

von 135,8 MW entspricht weitgehend dem Wert vom

Vorjahr.

EWE ENERGIE ist zu 47,5 Prozent an Deutschlands erstem

Hochseewindpark alpha ventus beteiligt. Der auf

EWE entfallende Anteil der installierten Leistung beträgt

28,5 MW. Der Offshore-Windpark RIFFGAT wird nicht

wie ursprünglich geplant bis Ende 2012 fertiggestellt.

Ausgelöst durch einen formal ungeklärten Grenzverlauf

finden noch Gespräche zwischen Deutschland und den

Niederlanden statt.

2011 wurden die letzten Bauabschnitte der gebäudeintegrierten

Photovoltaikanlage am Bremer Weser-

Stadion fertiggestellt und in Betrieb genommen. Die

Leistung der Anlage beträgt insgesamt 1,2 Megawatt

Peak (MWp).

EWE Energie: Erdgasbezug

(in Mio. kWh)

21.148,2

77,6

2010

6.800,5

13.188,8

20.838,9

Beschaffung

EWE ENERGIE bezieht Strom von Vorlieferanten und

über Handelsmarktplätze. Die Stromhandelsaktivitäten

für den eigenen Stromvertrieb hatten 2011 ein Gesamtvolumen

von 14,1 Mrd. Kilowattstunden (kWh).

EWE ENERGIE bezieht Erdgas von mehreren Lieferanten

auf der Basis von Vertragsvereinbarungen, deren

Laufzeiten zum Teil bis zum Jahr 2025 reichen. Ein

Großteil der langfristigen Lieferverträge ist ölpreisbasiert.

2011 verteilte sich das Gesamtaufkommen

von 38,5 Mrd. kWh wie in der Grafik unten dargestellt.

Speicherung

Die EWE ENERGIE AG betreibt an den Erdgasspeicher-

Standorten Huntorf, Nüttermoor und Rüdersdorf

insgesamt 28 Kavernen mit einer Speicherkapazität

(Arbeitsgasvolumen) von 1,6 Mrd. m³. Über die Hälfte

des Speichervolumens ist an Dritte vermarktet. Im

niedersächsischen Jemgum errichtet EWE einen

weiteren Gasspeicher mit einem geplanten Arbeits -

gas volumen von ca. 254 Mio. m³.

Netz

Die EWE NETZ GmbH ist eine 100 %ige Tochtergesellschaft

der EWE ENERGIE AG, die das Energiegeschäft

im Ems-Weser-Elbe-Raum und Brandenburg bündelt.

EWE NETZ betreibt hochmoderne, effiziente Netze, die

zu den sichersten in Europa zählen. Hierzu gehören ein

umfangreiches Strom- und Erdgasnetz im Ems-Weser-

Elbe-Gebiet und flächendeckende Erdgasnetze in Brandenburg,

Rügen und Nordvorpommern. Zu den Aufgaben

von EWE NETZ zählen die Betriebsführung, Instandhaltung,

Wartung und der Ausbau der Netzinfrastruktur

54,8

2011

6.061,9

11.508,5

Deutschland

Niederlande

Russland

Sonstige

45


46

EWE gEschäftsbEricht 2011

EWE Energie: Netzlängen

(in tkm)

100

100

80

60

40

20

0

80,5

Strom

81,1

sowie der Netzvertrieb. Darüber hinaus betreibt

EWE NETZ Trinkwassernetze und ein weit verzweigtes

Kommunikationsnetz. Im Auftrag der EWE TEL GmbH

verlegte EWE NETZ zur Breitbanderschließung 2011

1200

und 2012 ca. 1.300 km Lichtwellenleiterkabel.

Geschäftsbereich swb

55,1

Erdgas

55,4

32,2

2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

960

720

Im Geschäftsbereich swb werden die Geschäftsaktivi-

480

täten der swb AG und ihrer Tochtergesellschaften

abgebildet in den Bereichen Energie- und Wasserdienst-

240

leistungen in den Stadtgemeinden Bremen und Bremerhaven

und deren Umland. Die swb-Unternehmen stärken 0

den EWE-Konzern in der Region Norddeutschland.

Strom

Im Geschäftsfeld Strom deckt swb die gesamte Wertschöpfungskette

ab: von der Erzeugung über den Netzbetrieb

bis zum Vertrieb an private, gewerbliche und

industrielle Kunden. Insgesamt beliefert swb im Land

Bremen rund 400.000 Kunden mit Strom. Der Marktanteil

liegt bei rund 85 Prozent. 2011 gelang es dem

swb-Konzern, die Gesamtzahl der Privatkundenverträge

im Jahresvergleich auf einem nahezu unveränderten

Niveau zu halten.

Das Unternehmen betreibt konventionelle Kraftwerke

mit einer installierten Gesamtleistung von über 1.000

MW. 2011 wurde der Bau eines neuen hocheffi zienten

und flexiblen Gas- und Dampfturbinen-Kraftwerks

beschlossen. Die mit umweltfreundlichem Erdgas gefeuerte

Anlage soll eine Leistung von rund 445 MW

netto bereitstellen und voraussichtlich 2013 den Betrieb

aufnehmen. Das Projekt wird unter dem Namen

„Gemeinschaftskraftwerk Bremen“ zusammen mit

Partnern durchgeführt.

34,1

Telekommunikation

14,9

swb: Erzeugungskapazitäten aus

konventionellen Kraftwerken

(in MW)

1.200

960

720

480

240

0

14,9

1.031,0

2010

17,3

1.030,0

2011

19,1

Gesamt

Kupfer

Glasfaser

Vor dem Hintergrund endlicher fossiler Energieressourcen

und weltweiter Klimaschutzziele hat swb das

Wachstumsgeschäftsfeld „Energie aus Abfall“ entwickelt.

Derzeit werden die zwei größten Verbrennungsanlagen

des von der swb Entsorgung GmbH betriebenen Müllheizkraftwerks

(MHKW) modernisiert, um die Effizienz

und Profitabilität der Anlage zu steigern. Nach Abschluss

der Arbeiten, voraussichtlich Ende 2012, wird die An -

lage bei gleichbleibendem Abfallinput eine deutlich

höhere Strom- und Wärmeauskoppelung ermöglichen.

swb treibt den Ausbau der erneuerbaren Energien

voran. 2011 entwickelte das Unternehmen verschiedene

Projekte im Bereich Windenergie. Zudem wurde

eine weitere Biogasanlage in Betrieb genommen. Die

dazugehö rige Biogasaufbereitungsanlage wird im

ersten Halbjahr 2012 produktiv gehen. Im Rahmen

einer kommunalen Partnerschaft in Brandenburg wurde

ein Teil des Windparks Märkisch-Linden veräußert.


15

10

5

0

50

40

30

20

10

0

Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

swb: Erzeugungskapazitäten aus erneuerbaren Energien

(in MW)

50

40

30

20

10

0

39,6

2010

swb: Netzlängen

(in tkm)

15

10

5

0

29,6

2011

10,6 10,6

2010 2011

Weiterhin wurde ein Wasserkraftwerk mit 10 MW Leistung

gemeinsam mit einem Partner entwickelt und

2011 in Betrieb genommen.

Erdgas, Trinkwasser und Wärme

swb beliefert Kunden im Land Bremen mit Erdgas

(Marktanteil: 89 Prozent) und Trinkwasser. Das Unternehmen

verfügt über Erdgasspeicherkapazitäten und

fördert an mehreren Standorten jährlich rund 15 Mio. m³

Grundwasser aus eigenen Brunnen. Jährlich werden

zudem rund eine Mrd. Kilowattstunden Wärme abgesetzt,

die in swb-Kraftwerken und in kleineren Heizwerken

produziert wird.

Technische Dienstleistungen

Technische Dienstleistungen sind ein weiteres Geschäftsfeld

von swb. Die Expertise als Kraftwerks- und

Netzbetreiber nutzt das Unternehmen, um Energiedienstleistungen

zu entwickeln, wie Contracting, die

Betriebsführung von Industrienetzen und Netzen zur

Arealversorgung sowie für die öffentliche Beleuchtung.

0,2

2010

4,6

0,2

2011

4,6

39,8

2010

29,8

2011

Strom

Gas

Fernwärme

0,4 0,4

2010 2011 2010 2011

Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

Wind

Sonne

Gesamt

Der Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K beinhaltet

das Energiegeschäft des EWE-Konzerns in Polen und

in der Türkei sowie die Geschäftseinheiten Informationstechnologie

und Telekommunikation. Diesem Bereich

sind die Teilkonzerne EWE Polska Sp. z o.o. (EWE Polska)

und EWE ENERJI A.Ş. (EWE ENERJI) ebenso zugeordnet

wie die Teilkonzerne BTC AG (BTC) und EWE TEL GmbH

(EWE TEL). Die Telefongesellschaft htp GmbH (htp)

wird als assoziiertes Unternehmen abgebildet.

Polen

Die EWE Polska mit Sitz im polnischen Poznań wurde

1998 gegründet. Sie ist Führungsgesellschaft für die

Energieaktivitäten in Polen und dient als Plattform für

zukünftiges Wachstum in diesem Markt. EWE Polska

hält die Anteile an der Vertriebsgesellschaft EWE Energia

Sp. z o.o. (EWE Energia) und an der EWE Zielona

Energia Sp. z o.o. (EWE Zielona Energia), die im Bereich

erneuerbare Energien tätig ist. Ein Schwerpunkt der

Aktivitäten von EWE in Polen ist der Bau und die Verpachtung

von Hochdruck-Gasleitungen in den bisher

für Erdgas nicht erschlossenen Regionen des Landes.

2011 wurde mit dem Netzausbau in der südpolnischen

Stadt Wieluń mit rund 40.000 Einwohnern begonnen.

EWE Energia versorgt aktuell mehr als 10.000 Kunden

in 40 Gemeinden mit Erdgas. EWE Zielona Energia

hat im Berichtsjahr die Arbeiten an drei Windparkprojekten

und einem Biogasprojekt fortgesetzt.

Türkei

Anfang 2007 gründete EWE für den Aufbau des Türkeigeschäfts

die EWE ENERJI mit Sitz in Istanbul. EWE

ENERJI ist die Führungsgesellschaft für den Handel, Vertrieb

und Transport von Erdgas in der Türkei. Sie hält

die Anteile an den beiden regionalen Erdgasversorgern

47


48

EWE gEschäftsbEricht 2011

Bursagaz A.Ş. und Kayserigaz A.Ş. sowie der Gashandelsgesellschaft

EWE Doğalgaz A.Ş. Der türkische Gasmarkt

ist ein Wachstumsmarkt. Beiden Gasversorgungsgesellschaften

gelingt es, die Anzahl der Erdgaskunden kontinuierlich

auf aktuell 675.000 Kunden zu steigern. Die

Gashandelsgesellschaft verbessert die Möglichkeiten

bei Bezug und Absatz von Erdgas und bildet damit eine

sinnvolle Ergänzung zu dem Geschäft im Endkundenmarkt.

Sie konnte ihren jährlichen Gashandelsumsatz

im Jahr 2011 trotz Beschaffungsengpässen angesichts

geringe rer im Markt verfügbarer LNG-Mengen auf annähernd

840 Mio. m³ steigern.

Telekommunikation

Das Tochterunternehmen EWE TEL bietet privaten wie

gewerblichen Kunden als Komplettanbieter Telekommunikationsdienste

in den Bereichen Internet, Telefonie,

Mobilfunk und in einigen Orten Fernsehen. EWE TEL

zählt zu den größten regionalen Telefongesellschaften

in Deutschland und bediente Ende 2011 rund 590.000

Kunden. Der Rückgang gegenüber dem Vorjahr um

54.000 Kunden ist auf den Verkauf des Geschäftsgebiets

Hamburg (Martens Antennen- und Kabelanlagenbau

GmbH) zurückzuführen.

Der nachfragebezogene Ausbau der Breitbandtechnologie

ist ein Ziel von EWE TEL. In den Regionen Ems-Weser-

Elbe, Ostwestfalen und Brandenburg baut EWE TEL

dazu ein modernes Glasfasernetz auf, das eine Datenübertragung

in Hochgeschwindigkeit ermöglicht und

Basis für das wettbewerbsfähige Produkt 3Play ist, mit

dem Kunden Internet, Telefon und TV über eine Lei -

tung erhalten können. Unter anderem mit Fördermitteln

aus dem Konjunkturpaket II wurden in Zusammenarbeit

mit EWE NETZ 2011 mehr als 1.300 zusätzliche

Kabelverzweiger aufgestellt.

EWE TEL hat den im Jahr 2009 begonnenen Veränderungsprozess

fortgesetzt und 2011 eine Neuorganisation

des Unternehmens vorgenommen. Ziel ist es, das Unternehmen

in der aktuellen Wettbewerbssituation zu

stärken und die Organisation konsequent auf die Markt-

und Kundenbedürfnisse auszurichten.

Der Telekommunikationsdienstleister htp mit Sitz in

Hannover bietet Telefon- und Internetprodukte sowie

DSL-Anschlüsse mit unterschiedlichen Bandbreiten

und betreut über 80.000 Kunden.

Informationstechnologie

Die in Oldenburg ansässige Konzerntochter BTC bietet

deutschlandweit Dienstleistungen im Bereich IT-Consulting,

Systemintegration und -management sowie Geoinformationssysteme

und Netzleittechnik an. Zu den

Kunden zählen Energie-, Industrie- und Dienstleistungsunternehmen,

Telekommunikationsanbieter, der öffentliche

Bereich, Automobilhersteller und -zulieferer. Für

den Energiemarkt profiliert sich das Unternehmen mit

einer Auswahl innovativer Produkte, wie BTC Wind Farm

Center, BTC Advanced Meter Management und BTC

Virtual Power Plant. Über Tochtergesellschaften deckt

BTC auch den Bereich Multimediadienstleistungen ab.

Unternehmenssteuerung und Strategie

Internes Steuerungssystem

Der Konzernabschluss 2011 der EWE AG wird unter

Anwendung der internationalen Rechnungslegungsstandards

IFRS aufgestellt. Mit dem Übergang auf IFRS in

der externen Berichterstattung erfolgte eine Annäherung

von internem und externem Berichtswesen. Die Konvergenz

der beiden Berichtsstränge findet ihren Niederschlag

in einheitlichen Berichtsstrukturen sowie einer

gemeinsam genutzten Datenbasis und darauf aufbauenden

Kennzahlen.

Die unter IFRS abgebildete Konzernstruktur mit den

operativen Geschäftsbereichen EWE Energie, swb,

Neue Märkte und I+K orientiert sich an der internen

Berichtsstruktur. Daneben besteht als übergreifende

Konzernfunktion Corporate Centre / Konsolidierung.

Diese Organisationsstruktur dient als Ausgangspunkt

für ein mehrstufiges Steuerungssystem, welches die

Dezentralisierung von unternehmerischer Verantwortung

ermöglicht und gleichzeitig ein hohes Maß an

Transparenz schafft. Das interne Steuerungssystem

von EWE unterscheidet zwischen der Konzern- und der

Geschäftsbereichsebene. Die operativen Steuerungssysteme

der dezentralen Berichtseinheiten gehen in

ihrem Detaillierungsgrad über den des Konzernberichtswesens

hinaus.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Die interne und die externe Berichterstattung basieren

auf dem gleichen Managementinformationssystem.

Diese technologische Plattform ermöglicht die Nutzung

einer einheitlichen Datenbasis für unterschiedliche

Berichtsanlässe und gewährleistet die inhaltliche Deckungsgleichheit

der Informationen zwischen den

Berichtsebenen und innerhalb einer Berichtsebene. Auf

dieser Grundlage baut das Kennzahlensystem von EWE

auf. Auf Konzernebene stehen finanzwirtschaftliche

Kennzahlen und weitere spezifische Kennzahlen im Vordergrund.

In den Geschäftsbereichen und den darunter

liegenden Organisationseinheiten werden zusätzlich

spezifische Kennzahlen zur dezentralen Steuerung des

operativen Geschäftes betrachtet.

Das Kennzahlensystem konzentriert sich über alle

Berichtsebenen an den wesentlichen Stellgrößen zur

Konzernsteuerung. Von zentraler Bedeutung ist dabei die

Orientierung am operativen Ergebnis vor Zinsen und

Steuern (EBIT) bei Margen- und Renditebetrachtungen.

Diese aggregierte Sichtweise wird durch spezifische

Margen- und Mengenbetrachtung für die operativen Geschäftsaktivitäten

ergänzt. Die Investitionen bilden

einen weiteren Fokus innerhalb des Konzernberichtswesens

zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Konzerns.

Zusätzlich werden im Rahmen des Konzernberichtswesens

die finanzwirtschaftlichen Kennzahlen betrachtet,

die eine günstige Finanzierung und die Sicherung

des guten Ratings von EWE ermöglichen sollen. Weiterhin

werden zur Beurteilung der Rentabilität Kapital-

und Umsatzrenditen herangezogen.

Das interne und externe Konzernberichtswesen wird

laufend an die operativen Anforderungen zur Steuerung

des Konzerns und an die aktuellen gesetzlichen Anforderungen

angepasst.

Konzernstrategie

EWE ist der erste vollintegrierte Konzern, der mit Energie,

Telekommunikation und IT die Schlüsselkompetenzen

für die Energieversorgung der Zukunft in einer Hand

bündelt. Durch die Ausweitung des Kerngeschäfts Energie

auf Informations- und Kommunikationstechnologie

kann die Unternehmensgruppe moderne Energiesysteme

komplett im eigenen Haus entwickeln und betreiben.

Während jede Konzerngesellschaft marktführende

Angebote in ihrem jeweiligen Bereich bereitstellt, nutzen

alle Bereiche gemeinsam diese Synergien.

Bei der Energiegewinnung setzt EWE im Weiteren auf

den Ausbau erneuerbarer Energien, ergänzt um effiziente

und flexible konventionelle Kraftwerke. Diese liefern

die notwendige Regelenergie, um Schwankungen

in der Bereitstellung von Wind- und Sonnenkraft auszugleichen.

Die starke Position von EWE im Bereich Erdgas

komplettiert das Portfolio. Erdgas ist als effizienter

Energieträger für Strom, Wärme und Mobilität weiterhin

ein wichtiger Baustein der Energieversorgung. Mit

zuverlässigen, modernen Netzen und der konzerneigenen

Kompetenz in Informations- und Kommunikationstechnologie

stellt der Konzern sicher, dass immer mehr Energie

aus erneuerbaren Quellen zuverlässig und effizient

bereitgestellt werden kann.

Dabei werden dezentrale Energiesysteme eine immer

wichtigere Rolle spielen. Um eine von vielen kleinen Erzeugern

getragene Energieproduktion effizient zu koordinieren,

kommt es darauf an, Angebot und Nachfrage

vor Ort zu kennen und auf möglichst kurzen Wegen zu

verbinden. Aus ihrer Geschichte als Regionalversorger

sind die Unternehmen im EWE-Konzern mit den jeweiligen

Regionen vertraut und verstehen ihre Bedürfnisse

und Dynamik. So kann die Gruppe passende Lösungen

aus der Region für die Region entwickeln und gezielt

auf lokale Entwicklungen reagieren. Deshalb hat EWE

die Wachstumsstrategie auf einzelne attraktive Regionen

ausgerichtet.

Der Weg in eine nachhaltige, klimaverträgliche Energieversorgung

bedarf intensiver Forschung, insbesondere

im Bereich der Speichertechnik und der Errichtung und

Steuerung intelligenter Stromnetze. EWE hat mit der

eigenen Forschungs- und Entwicklungsabteilung, dem

EWE Forschungszentrum für Energietechnologie NEXT

ENERGy, sowie zahlreichen Forschungskooperationen

ein leistungsfähiges Netzwerk aufgebaut. Ziel ist es,

wissen schaftliche Erkenntnisse mit möglichst geringen

Reibungsverlusten in zukunftsweisende Produkte,

Dienstleistungen und Prozesse umzusetzen.

49


50

EWE gEschäftsbEricht 2011

Strategieprojekt 15plus

Vor dem Hintergrund aktueller Markt- und Unternehmensentwicklungen

hat EWE 2011 das Strategieprojekt

15plus gestartet. Ziel ist es, die Wettbewerbsfähigkeit

und Ertragskraft des EWE-Konzerns zu sichern und das

Unternehmen für das Jahr 2015 und darüber hinaus neu

auszurichten.

15plus setzt an drei Stellhebeln an:

1. EWE hat 2011 kurzfristig auf die Marktentwicklungen

reagiert und Maßnahmen in Höhe von ca. 200 Mio.

Euro erfolgreich umgesetzt. Hierbei sind insbesondere

Kürzungen von Investitionen, aber auch Kostensenkungsmaßnahmen

durchgeführt worden.

2. Die Optimierung heutiger Energiegeschäfte soll eine

nachhaltige Ergebnisverbesserung ermöglichen.

Dazu werden Optimierungsmaßnahmen entlang der

gesamten Wertschöpfungskette getroffen.

3. Mit dem zukünftigen Geschäftsmodell 15plus wird

der Konzern auf die erfolgversprechenden Geschäftsmodelle

hin ausgerichtet. Hierbei sollen auch Veränderungen

der Konzernstruktur einen Beitrag zur

stärkeren Kooperation und Integration der Konzernbereiche

leisten.

Forschung und Entwicklung

Ausrichtung der F & E-Aktivitäten

EWE betreibt Forschung und Entwicklung als zentrales

Element zur strategischen Weiterentwicklung des Konzerns

und als Basis für die Entwicklung neuer Produkte.

Im Fokus steht die Erschließung neuer Energiedienstleistungen

und effizienter Versorgungswege für die Energiewirtschaft.

Alle Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten

des Konzerns basieren auf den sogenannten

„Bullensee-Thesen“, die EWE zusammen mit Vertretern

aus Wissenschaft und Lehre erarbeitet und im Februar

2006 veröffentlicht hat. Diese Thesen sind im Internet

unter www.ewe.de/bullenseethesen nachzulesen.

Forschungsprojekt eTelligence

Im Forschungsprojekt eTelligence werden Stromproduzenten

und Stromverbraucher miteinander vernetzt,

um Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind und

Sonne optimal zu integrieren. Nach dem Start des Marktplatzes

2010 erreichte eTelligence 2011 mit der Integration

der Haushalte den nächsten wichtigen Meilenstein.

Dazu wurden 650 Cuxhavener Testhaushalte

mit elektronischen Zählern ausgestattet. Über einen

DSL-Anschluss übermitteln diese ihre Messwerte an

den Energieversorger, der die Daten wiederum für das

persönliche Energieportal im Internet aufbereitet. Informationen

über den aktuellen Stromverbrauch, eine

persönliche Kostenübersicht und Vergleichswerte beim

Energieverbrauch können alternativ auf dem Smartphone

dargestellt werden. Ein weiterer Schwerpunkt

lag auf der Einbindung virtueller Kraftwerke. In einem

dreimonatigen Feldtest wurde nachgewiesen, wie durch

das Zusammenspiel von Kühlhäusern und Erneuerbare-

Energien-Anlagen Verbrauch und Erzeugung von Energie

optimiert werden können.

Forschungsschwerpunkt Netzmanagement

Zukünftig werden nicht nur große saisonale Speicher

wie Pumpspeicherkraftwerke, sondern viele kleine

dezentrale Speicher notwendig sein, um kurzfristig Netzengpässe

zu verhindern und Energie für die lokale

Nutzung zwischenzuspeichern. Weil das Netzgebiet

von EWE einen besonders hohen Anteil erneuerbarer

Energien aufweist, sind die Auslastungsgrenzen der

Netze hier teilweise bereits erreicht. EWE erforscht deshalb

neue Geschäftsmodelle und Dienste für die gemeinsame

Speichernutzung durch verschiedene Akteure

der Energiewirtschaft unter dem Gesichtspunkt wirtschaftlicher

Attraktivität.

Die Entwicklung intelligenter Netze erfordert IT-basierte

Lösungen für deren Planung, Überwachung und Betrieb.

Eine wesentliche Herausforderung sind standardisierte

Datenmodelle und Kommunikationsstrukturen. EWE

hat dazu eine zentrale Plattform entwickelt, auf der die

Daten zu einer Netztopologie zusammengeführt und

in ein standardkonformes Format überführt werden können.

Zur Anwendung kommt die Plattform beispielsweise

in der Trafoüberlastungsvorhersage zur Vorhersage

kritischer Einspeisesituationen.

Forschungsschwerpunkt Hausenergiemanagement

2012 werden die ersten kompakten Hausspeicher -

sys teme als Serienprodukte am Markt verfügbar sein.

Mit einem Hausspeicher wird der Endkunde in die

Lage versetzt, den Überschuss der PV-Anlage nicht in

das Netz einspeisen zu müssen, sondern zwischenzuspeichern.

Die gespeicherte Energie kann zu einem

späteren Zeitpunkt, zu dem sonst Energie aus dem

Netz bezogen würde, abgerufen werden.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Da im Rahmen der Novellierung des EEG die Einspeisevergütung

von PV-Anlagen schrittweise reduziert und

gleichzeitig die Förderung für den Eigenverbrauch angehoben

wurde, kann die automatische Lastverschiebung

zu einer ökonomischen Optimierung auf Basis der Erhöhung

des Eigenverbrauchs der PV-Anlage führen. Neben

der Zyklenfestigkeit und Alterung der Batterie sind Fragen

der Einbindung in ein Hausenergiemanagement

und deren Wirtschaftlichkeit zu klären.

Forschungsschwerpunkt Erzeugungs management

Die zentralen Herausforderungen für die Erzeugung

von morgen sind Flexibilität, Vernetzung und Effizienz.

Da die Erträge aus Wind- und Sonnenenergie stark

schwanken, müssen wetterunabhängige Anlagen schnell

und gezielt einspringen. Es gilt, viele kleine, dezentrale

Erzeugungsanlagen miteinander zu vernetzen und intelligent

zu koordinieren, um die Versorgungssicherheit

zu gewährleisten, die man von Großkraftwerken kennt.

Um Ressourcenverbrauch und Kosten bei der Erzeugung

niedrig zu halten, ist eine höchstmögliche Effizienz

erforderlich.

Aus den Erfahrungen des Forschungsprojektes eTelligence

entwickelte EWE den „intelligenten Lastmanager“,

der Energieerzeugungsanlagen und Stromverbraucher

koordiniert, um Strom dann zu erzeugen, wenn er benötigt

wird, und ihn möglichst dann zu verbrauchen,

wenn besonders viel davon vorhanden ist. 2011 wurde

diese Technologie bereits bei verschiedenen Industriekunden

mit Kühlhäusern getestet. Durch ein flexibles

Verschieben des kurzfristigen Strombezugs auf Zeiten,

zu denen ein hohes Angebot herrscht und dementsprechend

die Preise niedrig sind, können die Stromnetze

entlastet und die Energiekosten der Kunden erheblich

gesenkt werden. Ab 2012 wird der intelligente Lastmanager

auch erprobt, um regenerative Erzeugungsanlagen

zu koordinieren. So lassen sich Biogasanlagen so

steuern, dass sie am Regelenergiemarkt teilnehmen

können und dann Energie produzieren, wenn sie benötigt

wird. Das optimiert die Verkaufserlöse des Stroms

und hilft, die Netze in Balance zu halten.

Die effizienteste Form der Energieerzeugung ist die

Kraft-Wärme-Kopplung in Brennstoffzellen. EWE beteiligt

sich am bundesweit größten Feldtest für dezentrale

Brennstoffzellen in Eigenheimen, Callux. Das Unternehmen

ist beauftragt, die derzeit über 200 Anlagen zu

überwachen und den Betrieb zu analysieren. Mit Hilfe

der Online-Kommunikationsschnittstelle Callux-Box

fließen die Daten im – bei der Konzerntochter BTC

entwickelten – Callux-Cockpit zusammen. Diese virtuelle

Steuerzentrale ermöglicht nicht nur die laufende

Auswertung, sondern bietet auch die Möglichkeit, Brennstoffzellen

zentral zu koordinieren und flexibel einzusetzen

und exakt die im Markt benötigte Energie zu erzeugen.

Forschungsschwerpunkt Mobilitätsmanagement

EWE hat 2011 die Förderprojekte GridSurfer und EWE

Flottenversuch Elektromobilität geleitet und koordiniert.

GridSurfer untersucht den Einsatz von Elektromobilität

in der ländlich geprägten Region zwischen Ems, Weser

und Elbe. Es wurden ein IKT-basiertes Speichermanagement,

Ladestationen, Mess- und Steuersysteme, Abrechnungs-

und Vermarktungsprozesse sowie Tarif- und

Geschäftsmodelle mit den dazugehörigen Schnittstellen

konzipiert und validiert. Der in der Modellregion Bremen

/ Oldenburg durchgeführte Flottenversuch Elektromobilität

wird vom Bundesministerium für Verkehr,

Bau und Stadtentwicklung gefördert. Ziel ist die Entwicklung

nachhaltiger und integrativer Mobilitätskonzepte

und die Vernetzung der Aktivitäten im Bereich Elektromobilität.

Die im Flottenversuch aufgezeichneten Daten

werden der weiteren Planung einer Ladeinfrastruktur

dienen. EWE entwickelt das eigene Versuchsfahrzeug E3

weiter, um das bidirektionale Laden sowie den schnellen

Austausch von Batterien zu erproben.

F & E-Aufwendungen

2011 hat die EWE AG 13,3 Mio. Euro für Forschung und

Entwicklung aufgewendet (Vorjahr: 16,3 Mio. Euro).

F & E-Mitarbeiter

Seit 2008 betreibt EWE eine eigene Abteilung für Forschung

und Entwicklung, innerhalb der die konzernweiten

Aktivitäten gebündelt werden. Die Abteilung beschäftigt

20 Vollzeit-Mitarbeiter sowie regelmäßig

mehrere Diplomanden und Praktikanten. Die Abteilung

kooperiert eng mit anderen Abteilungen im Konzern

und unterstützt diese bei der Entwicklung und Einführung

von Produkt- und Verfahrensinnovationen sowie

bei der Erschließung neuer Geschäftsfelder.

51


52

EWE gEschäftsbEricht 2011

Wesentliche Ereignisse

Rückzahlung an Normsondervertragskunden

Erdgas

In der Auseinandersetzung um die Erstattung von

Gaspreiszahlungen hat EWE den Normsondervertragskunden

eine umfassende Gaspreisrückerstattung für

Verbräuche im Zeitraum 1. April 2008 bis 30. Juni 2009

angeboten. Mit dem Angebot sind ein Forderungsverzicht

und die Akzeptanz der aktuellen Allgemeinen Geschäftsbedingungen

des Unternehmens verbunden.

Bis zum Jahresende nahmen rund 385.000 Kunden das

Vergleichsangebot an. EWE hatte bereits 2010 eine

einmalige Sonderzahlung an seine Kunden geleistet.

Nach der nun erfolgten Rückzahlung ist nur noch in

Einzelfällen von einer weiteren Verfolgung des Themas

auszugehen. Ausgangspunkt für die juristische Auseinandersetzung

und die sich anschließende öffentliche

Debatte im Versorgungsgebiet von EWE war ein Urteil

des Bundesgerichtshofs. Dieser hatte am 14. Juli 2010

die Preisanpassungsklausel in den Erdgasverträgen

„classic“ für die Zeit ab dem 1. April 2007 für ungültig

erklärt.

Keine kurzfristige Übertragung der

VNG-Anteile

In ihrer Sitzung vom 15. Dezember 2011 hat sich die

Hauptversammlung der VNG gegen die Übertragung der

von EWE gehaltenen Aktien an die EnBW Energie Baden-

Württemberg AG ausgesprochen. Die Zustimmung der

Hauptversammlung der VNG ist eine notwendige Voraussetzung,

damit EWE seine Anteile an VNG in Höhe

von 47,9 Prozent an Dritte weiterveräußern kann. Deshalb

kann der Verkauf der VNG-Aktien an EnBW zunächst

nicht vollzogen werden. Der Ausweis und die

Bilanzierung der VNG-Anteile erfolgt im EWE-Konzernabschluss

2011 nicht mehr als „zur Veräußerung gehalten“,

sondern nach der Equity-Methode.

Veränderungen in den Vorstandsgremien

Um die Zusammenarbeit zwischen der swb AG und der

EWE ENERGIE AG weiter zu verstärken, wurden zum

1. Juli 2011 die Vorstände der beiden Energieunternehmen

wechselseitig besetzt. Nach der neuen Aufgabenverteilung

vertreten die Mitglieder der Vorstände in beiden

Unternehmen das gleiche Fachressort:

• Jörg Budde, Vorstand für Beschaffung und Vertrieb

• Dr. Torsten Köhne, Vorstand für Erzeugung und

Finanzen

• Dr. Thomas Neuber, Vorstand für Energiedienstleistungen,

Speicher und IT

• Uwe Schramm, Vorstand für Personal und Netze

In der EWE AG wurde der Konzernvorstand von drei auf

vier Mitglieder erweitert. Der Aufsichtsrat bestellte

Dr. Heiko Sanders mit Wirkung zum 1. Juli 2011 als Finanzvorstand.

Der bisherige Ressortinhaber Michael

Wagener ist als stellvertretender Vorsitzender des Vorstands

für die Bereiche Personal und IT, Recht und

Einkauf verantwortlich. Außerdem fällt der Aufbau eines

zentralen Energiehandels in seinen Zuständigkeitsbereich.

Dr. Willem Schoeber ist zur gleichen Zeit als Vorsitzender

des Vorstands der swb AG ausgeschieden,

um sich vollständig auf seine Aufgaben im Vorstand der

EWE AG zu konzentrieren.

EWE TEL mit neuer Markenstrategie

EWE TEL bietet ihre Leistungen seit Juni 2011 unter der

Marke EWE an. Die Verträge der rund 590.000 Kun-

den in Niedersachsen, Bremen und in Teilen Brandenburgs

und Nordrhein-Westfalens bleiben unberührt.

Grund für den Markenwechsel ist das Zusammenwachsen

der Märkte für Telekommunikation und Energie.

Die neue Markenstrategie soll dem Rechnung tragen

und das Angebot von Kombiprodukten erleichtern.

Auch die regionale Marke Teleos (Ostwestfalen-Lippe)

tritt nun unter der Marke EWE auf. In Bremen und

Bremerhaven werden die Telekommunikationsprodukte

der bisherigen Marke nordcom nach dem gleichen

Grundprinzip nun unter der Marke swb vermarktet.

EWE TEL verkauft Kabelnetzgeschäft

EWE TEL hat ihr Hamburger Kabelnetzgeschäft (Martens)

an die ACN Telekabel Holding GmbH verkauft.

Damit ist ein weiterer Schritt getan zur neuen strategischen

Ausrichtung, mit der sich EWE TEL auf Regionen

konzentriert, in denen sie Energie- und Telekommunikationsprodukte

im Bündel anbieten kann. ACN ist die

Muttergesellschaft der DTK Deutsche Telekabel GmbH.

Alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Martens erhalten

von der ACN Telekabel Holding GmbH ein Angebot

zur Übernahme. Die Kundenvertragsverhältnisse

bleiben unverändert und werden von EWE TEL auf die

neue Eigentümerin übertragen. Der Verkauf steht noch

unter dem Vorbehalt der Zustimmung des Bundeskartellamts.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Mitarbeiter

Die ausgewiesene Mitarbeiterzahl beinhaltet die aktiven

Voll- und Teilzeitbeschäftigten, Trainees und Aushilfen.

2011 waren im EWE-Konzern im Durchschnitt 8.828 Mitarbeiter

beschäftigt. Gegenüber 2010 entspricht dies

einem Zuwachs von 4,3 Prozent.

Im Corporate Centre als steuernde Einheit innerhalb der

Holdingstruktur waren im Geschäftsjahr 2011 durchschnittlich

287 Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 246).

Im Geschäftsbereich EWE Energie lag die Anzahl der Beschäftigten

bei durchschnittlich 2.592 (Vorjahr: 2.432).

Im Geschäftsbereich swb waren durchschnittlich 2.405

Mitarbeiter beschäftigt (Vorjahr: 2.378).

Die Beschäftigtenzahl im Geschäftsbereich Neue Märkte

und I+K betrug durchschnittlich 3.544 Mitarbeiter (Vorjahr:

3.409).

Ausbildung

Als überwiegend kommunaler Konzern engagiert sich

EWE konsequent für die berufliche Qualifizierung junger

Menschen in den Regionen. Die Geschäftsbereiche

bieten daher eine Vielfalt an Ausbildungsgängen sowie

duale Studiengänge an. Die Jugendlichen können da -

bei zusätzlich zu den Ausbildungsinhalten aus umfangreichen

Bildungs-, Betreuungs- und Freizeitangeboten

wählen, die weit über das Spektrum ihres Fachs hinausgehen

– von Kommunikationstrainings über die Vertiefung

ökonomischen Wissens bis hin zu Sport und Kultur.

Der überdurchschnittlich hohe Anteil an Berufsbesten

Mitarbeiter nach Geschäftsbereichen

3.409

246

2010

Gesamt

8.465

2.432

2.378

3.544

belegt den Erfolg der Programme, die den Auszubildenden

sehr gute berufliche Perspektiven auch über den

Konzern hinaus eröffnen.

Weiterbildung

In einem dynamischen Branchenumfeld, das von zunehmendem

Wettbewerb, weitreichenden technischen

Umbrüchen und komplexen politischen Rahmenbedingungen

geprägt ist, kommt der laufenden Weiterbildung

der Mitarbeiter eine entscheidende Bedeutung zu. EWE

eröffnet seinen Beschäftigten ein breites Spektrum

an internen und externen Fortbildungsmöglichkeiten.

Zusammen mit den umfassenden Gesundheits- und

Sozialleistungen und dem Engagement zur Vereinbarkeit

von Beruf und Familie dienen diese Maßnahmen auch

zur Bindung erfahrener Mitarbeiter.

Führungskräfteentwicklung

Mit über 8.000 Mitarbeitern in drei Branchen und fünf

Regionen im In- und Ausland kann der EWE-Konzern

auf ein großes Potenzial an Kompetenz und Engagement

zurückgreifen. Das Ziel ist es, dieses Potenzial optimal

zu nutzen und die Mitarbeiter bei der Entfaltung ihrer

Stärken zu unterstützen. Konzernweit wird mit einem

Vorschlagswesen, abteilungs- und gesellschaftsübergreifenden

Projektgruppen und Workshops die aktive Teilhabe

gefördert. Führungskräfte erhalten Trainings und

Coachings, um ihre Führungskompetenzen zu reflektieren

und weiterzuentwickeln. Im April 2011 nahm die

unternehmenseigene Akademie die Arbeit auf, die ausgewählte

Führungs- und zukünftig auch Nachwuchskräfte

vernetzen und gezielt Führungs- und strategische Kompetenz

sowie das Verständnis für unternehmerische Gesamtzusammenhänge

im Konzern stärken soll.

287

2011

Gesamt

8.828

2.592

2.405

Corporate Centre

EWE Energie

swb

Neue Märkte

und I+K

53


54

EWE gEschäftsbEricht 2011

Ertrags-, Vermögens- und

Finanzlage

Der vorliegende Finanzbericht der EWE AG zum 31. Dezember

2011 wurde nach den Grundsätzen der International

Financial Reporting Standards (IFRS), wie sie in

der EU verpflichtend anzuwenden sind, aufgestellt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ergaben sich keine

wesentlichen Veränderungen im Konsolidierungskreis.

Entsprechend IAS 8 wurde im Geschäftsjahr 2010 eine

Erhöhung der Abschreibungen um 142,8 Mio. Euro

und eine korrespondierende Anpassung des Geschäfts-

oder Firmenwertes der swb AG, der in der Position

„Langfristiges Vermögen“ enthalten ist, vorgenommen.

Des Weiteren wurden der Ausweis und die Bilanzie-

rung der VNG-Anteile retrograd von „Langfristige Vermögenswerte

zur Veräußerung gehalten“ auf „Nach der

Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen“ angepasst.

Ins gesamt ergibt sich hieraus ein negativer Effekt in Höhe

von 195,8 Mio. Euro auf das Periodenergebnis 2010.

Ertragslage

Der EWE-Konzern hat im Geschäftsjahr 2011 externe

Umsatzerlöse (ohne Strom- und Energiesteuer) von

7,5 Mrd. Euro (Vorjahr: 7,0 Mrd. Euro) erwirtschaftet.

Die Umsatzerlöse des Konzerns entfallen mit 72 Prozent

Konzern-Gewinn- und Verlustrechnung

in Mio. Euro 2011 2010

auf den Geschäftsbereich EWE Energie, mit 16 Prozent

auf den Geschäftsbereich swb und mit 12 Prozent auf

den Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K. Corporate

Centre / Konsolidierung beinhaltet die EWE AG als Holding

sowie die direkt von der EWE AG geführten Beteiligungen,

die insgesamt keine nennenswerten Umsatzerlöse

erzielen. Einen wesentlichen Beitrag für den Anstieg

der Umsatzerlöse um 0,5 Mrd. Euro im Vergleich zum

Vorjahr leistete der Geschäftsbereich EWE Energie.

Die Materialeinsatzquote, gemessen als Materialaufwand

in Relation zu den Umsatzerlösen, stieg geringfügig

von 77,7 Prozent auf 78,1 Prozent an. Der Anstieg

des Personalaufwands steht im Zusammenhang mit der

Entwicklung der Mitarbeiterzahl.

Das EBITDA hat sich um 227,7 Mio. Euro beziehungsweise

um 32,6 Prozent auf 470,7 Mio. Euro deutlich

verschlechtert, was im Wesentlichen auf den Rückgang

im Beteiligungsergebnis zurückzuführen ist. Ursächlich

hierfür ist zum einen die im Zusammenhang mit der Veränderung

der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen

vorgenommene ergebniswirksame Anpassung

auf Beteiligungen in Höhe von 123,9 Mio. Euro. Im

Wesentlichen handelt es sich hierbei um die Anteile an

der Stadtwerke Bielefeld GmbH. Zum anderen ergibt

sich in Höhe von 129,8 Mio. Euro ein negativer Ergebnisbeitrag

aus der Fortführung des at-equity-Ansatzes

der Anteile an der VNG.

Veränderung

absolut Veränderung in %

Umsatzerlöse (ohne Strom- und Energiesteuer) 7.455,4 6.969,6 485,8 7,0 %

Materialaufwand -5.823,4 -5.414,6 -408,8 7,5 %

Personalaufwand -603,7 -577,6 -26,1 4,5 %

Sonstige Erträge und Aufwendungen -327,1 -307,1 -20,0 6,5 %

beteiligungsergebnis -229,3 27,1 -256,4 -946,1 %

Ergebnis aus Finanzinstrumenten -1,2 1,0 -2,2 -220,0 %

EBITDA 470,7 698,4 -227,7 -32,6 %

Abschreibungen -595,0 -729,3 134,3 -18,4 %

EBIT 1 -124,3 -30,9 -93,4 302,3 %

Zinsergebnis -184,1 -184,4 0,3 -0,2 %

Ergebnis vor Ertragsteuern -308,4 -215,3 -93,1 43,2 %

Ertragsteuern 26,5 -31,3 57,8 -184,7 %

Periodenergebnis

Davon entfallen auf:

-281,9 -246,6 -35,3 14,3 %

Eigentümer des Mutterunternehmens -265,9 -244,3 -21,6 8,8 %

Anteile ohne beherrschenden Einfluss -16,0 -2,3 -13,7 595,7 %

-281,9 -246,6 -35,3 14,3 %

1 Earnings before Interest and taxes


100

80

60

40

20

0

Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Umsatz nach Geschäftsbereichen

(in %)

100

80

60

40

20

0

2010

Neben diesen Effekten sind im Wesentlichen die aktuellen

Regulierungsbestrebungen in der Türkei, die zu

einer Anpassung der Geschäfts- und Firmenwerte so -

wie immaterieller Vermögenswerte in Höhe von 146,8

Mio. Euro führen, ursächlich für den Rückgang des

EBIT von -30,9 Mio. Euro auf -124,3 Mio. Euro im Vergleich

zum Vorjahr.

Das im Vergleich zum Vorjahr nahezu unveränderte

Zinsergebnis resultiert im Wesentlichen aus Zinsen für

vier Inhaber-Teilschuldverschreibungen (EWE-Anleihen),

aus Zinsen für laufende Bankschulden sowie aus Aufwendungen

aus der Aufzinsung von langfristigen Rückstellungen.

Konzern-Bilanz

12

16

72

12

16

Neue Märkte

und I+K

swb

EWE Energie

Aktiva

in Mio. Euro 31.12.2011 in %

Passiva

in Mio. Euro 31.12.2011 in %

Die oben dargestellten Sondereffekte führen dazu, dass

der EWE-Konzern auch für 2011 ein negatives Periodenergebnis

ausweist.

Vermögens- und Finanzlage

Die solide Bilanzstruktur des EWE-Konzerns ist im

Wesentlichen unverändert gegenüber dem Vorjahr. Der

Rückgang im langfristigen Vermögen resultiert im

Wesentlichen aus den in 2011 vorgenommenen Wertberichtigungen

auf Beteiligungen.

Der EWE-Konzern weist aufgrund seiner Geschäftstätigkeit

eine hohe Anlagenintensität mit entsprechender

Kapitalbindung auf. So beträgt der Anteil des langfristig

gebundenen Vermögens an der Bilanzsumme 75,8 Prozent.

Die im Geschäftsjahr 2011 getätigten Investitionen in

Höhe von 626,8 Mio. Euro liegen nur leicht unter denen

des Vorjahres (631,6 Mio. Euro) und dienen überwiegend

dem Ausbau der Infrastruktur einschließlich neuer

Technologien.

Die Finanzierung des langfristigen Vermögens erfolgt

durch Eigen- und langfristiges Fremdkapital.

Das langfristige Fremdkapital umfasst unter anderem

vier EWE-Anleihen mit einem Gesamtvolumen von

31.12.2010

angepasst 1 in %

Langfristiges Vermögen 7.431,1 76 % 7.950,3 79 %

Kurzfristiges Vermögen (davon zur Veräußerung

gehalten 202,0 Mio. Euro, Vorjahr 0,0 Mio Euro) 2.377,4 24 % 2.163,4 21 %

Summe Aktiva 9.808,5 100 % 10.113,7 100 %

31.12.2010

angepasst 1 in %

Eigenkapital 2.556,7 26 % 3.005,3 30 %

Langfristige Schulden 5.550,0 57 % 5.418,6 53 %

Kurzfristige Schulden 1.701,8 17 % 1.689,8 17 %

Summe Passiva 9.808,5 100 % 10.113,7 100 %

1 Siehe Abschnitt 2.5

2011

72

55


56

EWE gEschäftsbEricht 2011

2,1 Mrd. Euro und Laufzeiten von 10 (bis 2014), 12 (bis

2021), 15 (bis 2019) und 9 (bis 2020) Jahren.

Die Eigenkapitalquote liegt mit 26 Prozent zwar leicht

unter dem Vorjahr, jedoch unverändert auf einem hohen

Niveau.

Die zusammengefasste Konzern-Kapitalflussrechnung

zeigt, dass der EWE-Konzern im Berichtszeitraum einen

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit in Höhe

von 356,1 Mio. Euro erwirtschaftet hat und somit nur

geringfügig unter dem Vorjahresniveau liegt.

Der Cash Flow aus Investitionstätigkeit beträgt

-487,5 Mio. Euro und liegt aufgrund der eingeleiteten

Optimierungsprogramme erwartungsgemäß unter

dem des Vorjahres.

Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit für das laufende

Geschäftsjahr ist im Wesentlichen durch Einmaleffekte

in Form der Einzahlungen im Zusammenhang

Zusammengefasste Konzern-Kapitalflussrechnung

mit dem Anteilserwerb durch den strategischen Partner

EnBW Energie Baden-Württemberg AG (+75,0 Mio. Euro)

sowie Nettoeinzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten

positiv beeinflusst (+87,5 Mio. Euro).

Gegenläufig wirkt die Dividendenzahlung an die Anteilseigner

der EWE AG im Jahr 2011 (-88,0 Mio. Euro).

Die finanzielle Flexibilität des EWE-Konzerns ist zudem

aufgrund von Kreditlinien sowie aufgrund einer abgeschlossenen

syndizierten revolvierenden Kreditfazilität

über 850,0 Mio. Euro gesichert. Von dieser Kreditfazilität

sind am Stichtag 31. Dezember 2011 0,0 Mio. Euro

(Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) in Anspruch genommen worden.

Trotz Herabstufung durch die Ratingagentur Moody’s

verfügt EWE über eine gute Bonität. Moody’s hatte im

Januar 2012 das Rating von A2, negativer Ausblick auf

A3, negativer Ausblick gesenkt und dies mit gegenwärtigen

Belastungen des Unternehmens in einem schwierigen

Marktumfeld sowie der nicht erfolgten Übertragung

der VNG-Anteile begründet.

in Mio. Euro 2011 2010 Veränderung

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 356,1 398,7 -42,6

Cash Flow aus Investitionstätigkeit -487,5 -569,1 81,6

Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit 75,9 -111,2 187,1

Währungsumrechnung und Konsolidierungskreisänderung -10,5 5,6 -16,1

Veränderung des Finanzmittelfonds -66,0 -276,0 210,0

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 328,9 604,9 -276,0

Finanzmittelfonds am Ende der Periode 262,9 328,9 -66,0

Konzern-Segmente im Überblick

in Mio. Euro EWE Energie swb

Neue Märkte

und I+K

Corporate Centre /

Konsolidierung Konzern

2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010

Segmentumsatz 5.520,9 5.126,9 1.161,2 1.144,8 1.019,5 979,0 -246,3 -281,1 7.455,4 6.969,6

EbItDA 560,8 424,6 38,9 213,2 46,2 96,5 -175,2 -35,8 470,7 698,4

EbIt 333,1 210,6 -68,5 -33,4 -195,3 -155,2 -193,6 -52,9 -124,3 -30,9

Investitionen 373,8 370,4 140,1 129,9 72,7 77,2 40,2 54,1 626,8 631,6

Mitarbeiter Ø 2.592 2.432 2.405 2.378 3.544 3.409 287 246 8.828 8.464


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Entwicklung der Geschäftsbereiche

Geschäftsbereich Corporate Centre /

Konsolidierung

Der Geschäftsbereich Corporate Centre / Konsolidierung

umfasst die Konzern- und Verwaltungsfunktionen, die von

der EWE AG geführten Beteiligungen sowie die auf Konzernebene

durchgeführte Konsolidierung. Das Corporate

Centre generiert keine nennenswerten Umsatzerlöse.

Das EBIT beträgt -193,6 Mio. Euro und liegt damit um

140,7 Mio. Euro unter dem Vorjahreswert. Der deutliche

Rückgang ist im Wesentlichen auf die Fortführung des atequity-Ansatzes

der Anteile an der VNG zurückzuführen.

Die Investitionen im Geschäftsbereich fielen mit 40,2

Mio. Euro um 25,7 Prozent geringer aus als im Vorjahr

(54,1 Mio. Euro). Einsparungen wurden vor allem bei

Grundstücken, Gebäuden sowie der Betriebs- und Geschäftsausstattung

vorgenommen.

EWE Energie: Stromabsatz nach Kundengruppen

(in Mio. kWh)

15.000 15000

12.000 12000

9.000

6.000

3.000

0

9000

6000

3000

0

4.278

4.109

6.908

7.914

2.328

2.438

2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

EWE Energie: Erdgasabsatz nach Kundengruppen

(in Mio. kWh)

50.00050000

40.00040000

30.00030000

20.00020000

10.00010000

0 0

23.604

2010

20.493

11.592

12.277

4.871

4.473

Geschäftsbereich EWE Energie

Der Stromabsatz im Geschäftsbereich EWE Energie

stieg im Jahr 2011 um 7,0 Prozent auf 14,5 Mrd. kWh

an. Der Zuwachs stammt überwiegend aus dem Kundensegment

Sondervertragskunden. Hier wirkten sich

konjunkturelle Einflüsse sowie Kundenzugewinne positiv

aus. Bei den Tarifkunden konnte der durch Kundenabgänge

verursachte Absatzrückgang nicht durch Lieferungen

an Neukunden kompensiert werden.

Der Erdgasabsatz im Geschäftsbereich EWE Energie

belief sich 2011 auf 37,2 Mrd. kWh. Gegenüber 2010

entspricht das einem Rückgang um 7,0 Prozent. Hauptursachen

sind ein deutlicher Kundenrückgang bei den

Tarifkunden sowie witterungsbedingt geringere Gasabsatzmengen.

Bei den Sondervertragskunden führten

konjunkturelle Einflüsse zu einer Erhöhung der Absatzmenge.

Der Rückgang bei den Verteilerwerken ist im

Wesentlichen temperaturbedingt.

Gesamt

14.461

13.514

40.067

Gesamt

37.243

2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

StandardvertragskundenSondervertragskunden

Verteilerwerke

Gesamt

StandardvertragskundenSondervertragskunden

Verteilerwerke

Gesamt

57


58

EWE gEschäftsbEricht 2011

Der Geschäftsbereich EWE Energie erzielte Umsatzerlöse

in Höhe von 5.520,9 Mio. Euro (Vorjahr: 5.126,9

Mio. Euro). Umsatzsteigernd wirkten sich die erhöhten

Stromabsatzmengen aus. Hinzu kamen zwei Preismaßnahmen

im Tarifkundenbereich zum 1. Februar 2011

(Strom) und 1. September 2011 (Erdgas), als Folge gestiegener

Beschaffungskosten. Die positive Entwicklung

der Umsatzerlöse wurde durch die im Zusammenhang

mit dem Urteil des Bundesgerichtshofs stehende

Vollrückzahlung an Erdgaskunden gedämpft.

Das EBIT des Geschäftsbereichs EWE Energie lag mit

333,1 Mio. Euro um 122,5 Mio. Euro über dem Vorjahreswert.

Im Geschäftsbereich EWE Energie wurden im Berichtsjahr

373,8 Mio. Euro investiert. Wesentliche Investitionen

wurden im Bereich Offshore sowie für Anlagen in

den Bereichen Gas, Telekommunikation und IT getätigt.

swb: Stromabsatz nach Kundengruppen*

(in Mio. kWh)

5.000 5000

4.000 4000

3.000 3000

2.000 2000

1.000 1000

0 0

swb: Erdgasabsatz nach Kundengruppen

(in Mio. kWh)

10.000 10000

8.0008000

6.0006000

4.0004000

2.0002000

0 0

983

3.554

940

3.704

2.883 2.980

1.869

2.197

2.060

Geschäftsbereich swb

2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

* inkl. Mengen aus verpachteten Kraftwerksblöcken

3.552

2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011

188

198

Im Geschäftsjahr 2010 wurde eine Erhöhung der Abschreibungen

um 142,8 Mio. Euro und eine korrespondierende

Anpassung des der swb zugeordneten Geschäfts-

oder Firmenwertes vorgenommen. Hieraus ergibt sich

ein negativer Effekt in gleicher Höhe auf das EBIT des

Geschäftsbereichs im Jahr 2010.

Die im Geschäftsbereich swb abgesetzte und erzeugte

Strommenge lag mit 4,7 Mrd. kWh nur geringfügig unter

dem Vorjahreswert (4,9 Mrd. kWh). Der Gasabsatz von

swb ging im Wesentlichen aufgrund von Witterungseinflüssen

um 1,9 Mrd. kWh zurück.

Die Umsatzerlöse des Geschäftsbereichs swb betrugen

1.161,2 Mio. Euro und lagen damit nahezu auf Vorjahresniveau.

Höheren Erlösen aus der Stromvermarktung

standen dabei witterungsbedingt geringere Erlöse aus

dem Gasgeschäft gegenüber.

Gesamt

4.875

4.690

Gesamt

8.731

6.812

StandardvertragskundenSondervertragskunden

Verteilerwerke

Gesamt

StandardvertragskundenSondervertragskunden

Verteilerwerke

Gesamt


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Das EBIT fiel mit -68,5 Mio. Euro negativ aus. Ursächlich

hierfür sind vor allem Sondereffekte im Zuge der

veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen,

die eine Wertberichtigung auf die Beteiligung der

Stadtwerke Bielefeld GmbH in Höhe von 100,7 Mio. Euro

erforderlich machten.

Die Investitionen lagen mit 140,1 Mio. Euro um 10,2

Mio. Euro über dem Vorjahreswert. Sie sind wesentlich

bestimmt durch Investitionen in Stromversorgungsanlagen

wie Kraftwerke sowie das Bauvorhaben „Gemeinschaftskraftwerk

Bremen“.

Erdgasabsatz in Polen

(in Mio. kWh)

1.000 1000

800 800

600 600

400 400

200

0 0

833,8

873,7

2010 2011

Erdgasabsatz in der Türkei

(in Mio. kWh)

16.000 16000

12.800 12800

9.600 9600

6.400 6400

3.200 3200

0 0

12.066,4

15.485,8

2010 2011

Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

Alle dem Geschäftsbereich zugeordneten Auslandsbeteiligungen

verzeichneten 2011 Zuwächse bei den Absatzmengen

und Kundenzahlen. Die Gesellschaften in

Polen belieferten im Berichtsjahr 10.579 Kunden mit

insgesamt 873,7 Mio. kWh Erdgas. Das entspricht einem

Wachstum von 9,9 Prozent bzw. 4,8 Prozent gegenüber

dem Vorjahr. Die Beteiligungen in der Türkei konnten

ihren Erdgasabsatz um 28,3 Prozent auf 15,5 Mrd. kWh

steigern. Der deutliche Anstieg ist mengen- und witterungsbedingt

begründet. Die Kundenzahlen erhöhten

sich erneut kräftig um 11,1 Prozent auf aktuell 675.272.

Erdgaskunden in Polen

12.000 12000

9.600 9600

7.200 7200

4.800 4800

2.400 2400

0 0

9.630

10.579

2010 2011

Erdgaskunden in der Türkei

700.000 700000

560.000 560000

420.000 420000

280.000 280000

140.000 140000

0 0

675.272

607.604

2010 2011

59


60

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die Telekommunikations- und IT-Unternehmen des

EWE-Konzerns haben sich im Geschäftsjahr in einem

harten Wettbewerbsumfeld behauptet. Unter Einbeziehung

der htp, die als assoziiertes Unternehmen

abgebildet wird, bedienten die Telekommunikationsgesellschaften

zum 31. Dezember 2011 zusammen

rund 670.000 Kunden. Der Rückgang der Kundenzahlen

gegenüber dem Vorjahr beruhte im Wesentlichen auf

dem Verkauf des Geschäftsbereichs Hamburg (Martens

Antennen- und Kabelanlagenbau GmbH).

Insgesamt belief sich der Umsatz im Geschäftsbereich

Neue Märkte und I+K im Geschäftsjahr 2011 auf

1.019,5 Mio. Euro (Vorjahr: 979,0 Mio. Euro). Die größten

Umsatzbeiträge erbrachten mit 47 Prozent die

Geschäftseinheit Telekommunikation sowie mit 36

Prozent die Geschäftseinheit Türkei.

Das negative EBIT von -195,3 Mio. Euro ist in erster

Linie auf Wertminderungen der Geschäftseinheit Türkei

zurückzuführen. Grund sind Abschreibungen in Höhe

von 146,8 Mio. Euro als Folge eines Impairments auf

die Geschäfts- und Firmenwerte sowie immaterielle

Vermögenswerte bei Bursagaz und Kayserigaz. Zudem

belasteten rückläufige Umsatzerlöse sowie Rückstellungen

die Geschäftseinheit Telekommunikation.

Die Investitionen im Geschäftsbereich beliefen sich

auf 72,7 Mio. Euro. Sie flossen im Wesentlichen in den

Bereich Telekommunikation. In Polen wurde in den

Ausbau von Gasnetzen investiert.

Telekommunikationskunden*

700.000700000

600.000600000

500.000500000

400.000400000

300.000300000

200.000200000

100.000100000

0 0

719.827

668.426

2010 2011**

* einschließlich htp

** Rückgang bedingt durch Verkauf Martens

Erläuterungen zum Jahresabschluss der

EWE AG nach deutschem Handelsrecht

Die EWE AG führt als Holding den EWE-Konzern als

Multi-Service-Unternehmen. Ihre Aufgaben liegen in

der strategischen und marktübergreifenden Weiterentwicklung

der Geschäftsbereiche sowie in der strategischen

Planung und Sicherstellung der Finanzierung.

Ertragslage

Die Ertragslage der EWE AG wird im Wesentlichen

durch das Beteiligungs- und Zinsergebnis geprägt.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen in Höhe von -132,8 Mio.

Euro wird durch Wertberichtigungen auf die Beteiligung

an der VNG AG und auf Beteiligungen in der Türkei

geprägt. Dieser Effekt, der durch die Übernahme eines

Verlusts von der EWE TEL GmbH weiter verstärkt

wird, kompensiert die positive Ergebnisabführung der

EWE ENERGIE AG sowie die Beteiligungsergebnisse

der swb AG und der VNG AG.

Das Zinsergebnis von -108,6 Mio. Euro verbessert sich

im Vergleich zum Vorjahr. Bei höheren Zinserträgen infolge

eines Sondereffekts aus der strategischen Partnerschaft

mit der EnBW erhöht sich der Aufwand durch

die Berücksichtigung von Zinsen aus einer im November

2011 emittierten Anleihe nur leicht.

Die sonstigen betrieblichen Erträge von 111,7 Mio. Euro

entfallen überwiegend auf Erträge mit verbundenen

Unternehmen. Gegenüber dem Vorjahr wirkt sich der

Wegfall eines ergebnisneutralen Sondereffekts im

Zusammenhang mit der Strom- und Energiesteuer in

Höhe von 206,5 Mio. Euro aus.

Der Personalaufwand liegt mit 29,8 Mio. Euro im Wesentlichen

aufgrund geringerer Zuführungen zu den

Pensionsrückstellungen um 2,5 Mio. Euro unter Vorjahresniveau.

Die Abschreibungen verlaufen konstant.

Die sonstigen betrieblichen Aufwendungen in Höhe von

118,1 Mio. Euro sind durch Aufwendungen mit verbundenen

Unternehmen sowie Aufwendungen für die öffentliche

Präsentation der EWE AG geprägt, welche der

zunehmende Wettbewerb erfordert.

Das Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit (EBT)

beträgt -295,8 Mio. Euro. Die Veränderung im Steueraufwand

resultiert aus der Ergebnisentwicklung sowie


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

einem Entfall des vorjährigen ergebnisneutralen Sondereffekts

im Zusammenhang mit der Strom- und Energiesteuer

in den sonstigen Steuern.

Der Bilanzgewinn von 88,0 Mio. Euro enthält neben

dem Gewinnvortrag aus dem Vorjahr eine Entnahme

aus den Gewinnrücklagen in Höhe von 337,2 Mio. Euro.

Investitionen

Die Investitionen betragen im Berichtsjahr 88,6 Mio.

Euro und gliedern sich gemäß nachfolgend dargestellter

Übersicht:

in Mio. Euro 2011 2010

Grundstücke und Gebäude

betriebs- und

6,7 18,4

Geschäftsausstattung

Immaterielle Vermögens-

6,1 7,7

gegenstände – 4,4

Finanzanlagen 75,8 853,7

Gesamt 88,6 884,2

Die Investitionen in Finanzanlagen entfallen überwiegend

auf Ausleihungen an verbundene Unternehmen.

Finanzlage

Der Cash Flow aus der Geschäftstätigkeit beläuft sich

im Geschäftsjahr auf -119,3 Mio. Euro. Der Jahresüberschuss

als Ausgangsbasis der Berechnung liegt bei

-258,4 Mio. Euro. Abschreibungen, insbesondere im Bereich

der Finanzanlagen, und Effekte aus der Auflösung

von Rückstellungen führen zu einer Verbesserung der

Cash Flow-Position. Daher ergibt sich als Operativer

Cash Flow (Jahresergebnis + Abschreibungen + zahlungsunwirksame

Veränderungen der Rückstellungen +/- Gewinne

/ Verluste aus dem Abgang des Anlagevermögens

+/- sonstige zahlungsunwirksame Erträge und Aufwendungen)

ein Wert von 99,9 Mio. Euro gegenüber

102,7 Mio. Euro im Vorjahr. Dieser wird durch Zahlungsmittelabflüsse

im Bereich des Umlaufvermögens aufgrund

des Cash-Poolings mit verbundenen Unternehmen

überkompensiert.

Der Zahlungsmittelabfluss aus der Investitionstätigkeit

ist durch Investitionen im Bereich des Sachanlagevermögens

und die Gewährung langfristiger Ausleihungen

geprägt. Gegenläufig hat vor allem die teilweise Tilgung

langfristiger Ausleihungen durch Tochtergesellschaften

einen positiven Effekt. Der Cash Flow aus Finanzierungstätigkeit

der EWE AG spiegelt den Zahlungsmittelzufluss

aus der Emission einer neuen Anleihe sowie aus der Einzahlung

in die Kapitalrücklagen durch den strategischen

Partner EnBW wider. Gegenläufig wirkt die Zahlung der

Vorjahresdividende. Der Finanzmittelfonds zeigt den

Bestand an Liquiden Mitteln und verringert sich um

53,1 Mio. Euro.

Kapitalflussrechnung

1. Januar bis 31. Dezember 2011 /

Mittelherkunft (+), Mittelverwendung (-)

in Mio. Euro 2011 2010

Cash Flow aus laufender

Geschäftstätigkeit - 119,3 - 105,5

Cash Flow aus

Investitionstätigkeit - 63,2 + 218,4

Cash Flow aus

Finanzierungstätigkeit + 129,4 - 85,9

Veränderung des

Finanzmittelfonds - 53,1 + 27,0

Vermögenslage

Die Bilanzsumme der EWE AG in einer Höhe von

4.889,6 Mio. Euro weist ein ausgewogenes Verhältnis

der Vermögens- und Kapitalstruktur auf. Die Bilanzstruktur

bildet die Funktion der EWE AG als Muttergesellschaft

im EWE-Konzern ab, in der die strategischen

Beteiligungen gehalten werden. Mit 4.006,6 Mio. Euro

bzw. 81,9 Prozent bildet das Anlagevermögen die dominierende

Aktivgröße mit einem Finanzanlagevermögen

in Höhe von 3.738,4 Mio. Euro als größtem Posten. Im

Geschäftsjahr wirkt sich hier insbesondere die Umgliederung

der Beteiligung an der VNG AG aus dem Umlaufvermögen

aufgrund einer geänderten Einschätzung der

kurzfristigen Veräußerbarkeit bestandserhöhend aus.

Das Umlaufvermögen inklusive Rechnungsabgrenzungsposten

beläuft sich auf 883,0 Mio. Euro und liegt aufgrund

der beschriebenen Umgliederung der VNG AG

deutlich unter dem Vorjahreswert von 1.897,2 Mio. Euro.

Die dominierende Größe stellen die Forderungen gegenüber

verbundenen Unternehmen dar. Diese enthalten

insbesondere Darlehensforderungen sowie solche

aus Cash-Pooling und spiegeln somit die Finanzierungsfunktion

der EWE AG als Holdinggesellschaft für den

EWE-Konzern wider.

61


62

EWE gEschäftsbEricht 2011

Auf der Passivseite zeigt sich trotz einer Einzahlung in

die Kapitalrücklagen in Höhe von 75,0 Mio. Euro durch

den strategischen Partner EnBW ein Rückgang des

Eigenkapitals ohne Berücksichtigung des Bilanzgewinns.

Ursächlich hierfür ist die ergebnisbedingte Entnahme

aus den Gewinnrücklagen. Dennoch ergibt sich unverändert

eine hohe Eigenkapitalquote von 38,7 Prozent.

Neben dem Eigenkapital steht dem langfristig gebundenen

Vermögen langfristiges Fremdkapital in Höhe von

2.673,7 Mio. Euro gegenüber. Damit ist das langfristig

gebundene Vermögen in voller Höhe durch langfristig

verfügbares Kapital gedeckt. Vier begebene Anleihen

mit einem Gesamtvolumen von 2.142,7 Mio. Euro und

langfristige Darlehen gegenüber Kreditinstituten inklusive

eines Schuldscheindarlehens in Höhe von zusammen

453,4 Mio. Euro bilden im Wesentlichen das langfristige

Fremdkapital. Das kurzfristige Fremdkapital macht einen

Anteil von 6,6 Prozent an der Bilanzsumme aus.

Wichtige Ereignisse nach Abschluss des

Geschäftsjahres

Vorgänge von besonderer Bedeutung, die eine andere

Darstellung der Ertrags-, Finanz- und Vermögenslage

erfordert hätten, sind nach Ende des Geschäftsjahres

bis zur Aufstellung des Jahresabschlusses nicht eingetreten.

Vermögen

Bericht nach § 312 AktG

Gemäß § 312 Aktiengesetz (AktG) hat das Unternehmen

einen Bericht über die Beziehungen zu verbundenen

Unternehmen aufgestellt. Dieser Bericht schließt mit

folgender Erklärung des Vorstandes:

„Unsere Gesellschaft hat bei den im Bericht über die

Beziehungen zu verbundenen Unternehmen aufgeführten

Rechtsgeschäften und Maßnahmen nach den Umständen,

die uns in dem Zeitpunkt bekannt waren, in

dem die Rechtsgeschäfte vorgenommen oder die Maßnahmen

getroffen wurden, bei jedem Rechtsgeschäft

eine angemessene Gegenleistung erhalten und ist

dadurch, dass Maßnahmen getroffen wurden, nicht benachteiligt

worden.“

Nachtragsbericht

Nach dem Schluss des Geschäftsjahres sind keine Vorgänge

von besonderer Bedeutung eingetreten.

31.12.2011 31.12.2010

Mio. Euro in % Mio. Euro in %

Anlagevermögen 4.006,6 81,9 % 3.174,6 62,6 %

Umlaufvermögen 883,0 18,1 % 1.897,2 37,4 %

Kapital

4.889,6 100,0 % 5.071,8 100,0 %

31.12.2011 31.12.2010

Mio. Euro in % Mio. Euro in %

Eigenkapital 1 1.893,1 38,7 % 2.155,3 42,5 %

Langfristiges Fremdkapital 2.673,7 54,7 % 2.573,4 50,7 %

Kurzfristiges Fremdkapital 322,8 6,6 % 343,1 6,8 %

1 Eigenkapital ohne Berücksichtigung des Bilanzgewinns

4.889,6 100,0 % 5.071,8 100,0 %


Lagebericht 63

GESCHäFT UND RAHMENBEDINGUNGEN ERTRAGS-, VERMÖGENS- UND FINANZLAGE NACHTRAGSBERICHT RISIKOBERICHT PROGNOSEBERICHT

Risikobericht

Struktur und Kernelemente des Chancen-

und Risikomanagementsystems

Die frühzeitige Identifikation sowie ein aktives vorausschauendes

Managen von potenziellen Chancen und

Risiken sind von zentraler Bedeutung für die nachhaltige,

erfolgreiche Entwicklung des EWE-Konzerns. Integrale

Basis des darauf ausgerichteten konzernweiten

Chancen- und Risikomanagementsystems ist der standardisierte

konzernbezogene Planungs- und Controllingprozess

mit einem integrierten Chancen- und Risikofrüherkennungssystem.

Das aufbauorganisatorische

Kernelement ist das Konzernrisikomanagement, dessen

Hauptaufgabe in der Weiterentwicklung und Koordination

des prozessorientierten Risikofrüherkennungssystems

auf Basis von Konzernrichtlinien sowie der Risikoberichterstattung

an den Konzernvorstand besteht.

Energiehandelsaktivitäten im Konzern unterliegen gesonderten

Risikorichtlinien, mit denen ein in Einklang

mit den Unternehmenszielen stehender Handlungsrahmen

geschaffen wird, insbesondere hinsichtlich der

Überwachung und Funktionstrennung.

Risikofrüherkennungsprozess

Die Risiken werden auf Ebene der risikoverantwortlichen

Einzelgesellschaften in einem regelmäßigen und

strukturierten Prozess unter Beachtung der relevanten

Konzernstandards frühzeitig identifiziert, nach potenzieller

Schadenshöhe und Eintrittswahrscheinlichkeit

bewertet und unter Aufführung angemessener Maßnahmen

zur Risikobewältigung an das zentrale Risikocontrolling

der EWE AG berichtet. Speziell auf den

Energiehandel ausgerichtete Instrumente zur Risikomessung

bilden die Basis für eine laufende Berichterstattung

für diesen Bereich.

Die auf Ebene der Einzelgesellschaften identifizierten

Risiken fließen entsprechend ihrer Bedeutung bezüglich

wesentlicher Zielgrößen der Planung in eine zusammengefasste

Berichterstattung auf Segment- und Konzernebene

ein. Die Informationen aus dem regelmäßigen

systematischen Risikofrüherkennungsprozess sowie

kurzfristige Risikoeilmeldungen beim Erreichen von

Schwellenwerten bilden die Grundlage für eine Einschätzung

der aktuellen und zukünftigen Risikosituation

des EWE-Konzerns. Auf dieser Basis erfolgt regelmäßig

eine auf Wesentlichkeit ausgerichtete Berichterstattung

an den Vorstand und die Aufsichtsgremien.

Die aus aktueller Sicht für den EWE-Konzern wesentlichsten

Risikokategorien, die Geschäftsentwicklung

sowie Vermögens-, Finanz- und Ertragslage potenziell

beeinflussen können, stellen sich wie folgt dar:

Umfeldrisiken

Die zunehmenden Veränderungen des internationalen

gesamtwirtschaftlichen Marktumfeldes sowie Anpassungen

der rechtlichen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen

erhöhen das potenzielle Risiko für die

nachhaltige Geschäftsentwicklung im Hinblick auf die

wesentlichen Zielgrößen in den Geschäftsbereichen

des EWE-Konzerns. Aktuell sowie auch zukünftig von

besonderer Bedeutung für EWE sind hier neben den

Auswirkungen von Regulierungsentscheidungen in Bezug

auf den Energiemarkt in Deutschland, Polen und

der Türkei insbesondere die Wettbewerbsbedingungen

am Telekommunikationsmarkt. Die jeweilige Ausgestaltungsform

der Regulierung kann die Ertragskraft im

Netzgeschäft beeinflussen. Darüber hinaus bestehen

nach wie vor rechtliche Risiken im Zusammenhang mit

der Durchsetzbarkeit notwendiger Gaspreisanpassungen.

Durch die aktive Mitarbeit in den für die Geschäftsbereiche

relevanten Verbänden nimmt EWE die Chance

wahr, sich konstruktiv an den politischen Entscheidungsprozessen

zur Gestaltung der Rahmenbedingungen zu

beteiligen.

Marktrisiken

Durch zunehmenden Wettbewerbsdruck auf den nationalen

und internationalen Energiebezugs- und -absatzmärkten

als Folge der Finanz- und Wirtschaftskrise

sieht sich EWE sowohl in den Geschäftsbereichen EWE

Energie und swb als auch im Geschäftsbereich Neue

Märkte und I+K einem anhaltenden hohen Mengen- und

Margenrisiko sowie einem zunehmenden Bonitätsrisiko

von Geschäftspartnern ausgesetzt. Für die IT-Aktivitäten

der Geschäftseinheit I+K besteht weiterhin die Gefahr,

von einer möglichen Investitionszurückhaltung in ihren

Kernmärkten aufgrund des angespannten Marktumfeldes

betroffen zu werden.

Im Gasmarkt ist in den letzten Jahren ein steigendes

Angebot und eine zunehmende Marktliquidität (vor allem

H-Gas) sowie ein Auseinanderfallen der börslich

ermittelten Spot- und Terminmarktpreise im Vergleich


64

EWE gEschäftsbEricht 2011

zu den Bezugspreisen aus langfristigen, zumeist ölpreisindizierten

Bezugsverträgen zu beobachten. Gegenwärtig

sind auf dem Spot- und Terminmarkt deutliche Preisvorteile

gegenüber vielen Langfristverträgen zu erreichen.

EWE begegnet dieser Situation mit einem aktiven

Risikomanagement für das gesamte Gasbeschaffungsportfolio

und einer marktgerechten Anpassung einzelner

Vertragsstrukturen. Speziell im türkischen Markt bestehen

nach wie vor Risiken durch die Ölpreisbindung in

Langfristverträgen beim Gaseinkauf und durch die regulierten

Einkaufspreise. Um den vielfältigen Markt-

und Wettbewerbsanforderungen gerecht zu werden,

wurden frühzeitig flexible und kundenorientierte

Produkt- und Preisstrategien entwickelt und als marktgerechte

Produktportfolios angeboten. In diesem

Zusammenhang hat sich die erfolgreiche, geschäfts bereichsübergreifende

Zusammenarbeit bei der Entwicklung

kombinierter Energie- und Telekommunikationsprodukte

als wichtiger Wettbewerbsfaktor bewährt.

Zur Begrenzung von Preisrisiken werden derivative

Finanzinstrumente eingesetzt, denen der EWE-Konzern

im Währungs-, Zins- und Commodity-Bereich begegnet.

Grundsätzlich werden nur die Währungs-, Zins-

und Commodity-Risiken besichert, die Auswirkungen

auf die Zahlungsströme des Konzerns haben, wobei

die Risiken als Micro- oder Portfolio-Hedge abgebildet

werden. Es wird grundsätzlich geprüft, ob Hedge Accounting

zur Vermeidung von Ergebnisvolatilitäten

möglich ist, aber auch Derivate, für die Hedge Accounting

nicht möglich oder sinnvoll ist, sind Umfang von

ökonomischen Absicherungen.

Es werden keine derivativen Finanzinstrumente ohne

entsprechende Grundgeschäfte, d.h. zu rein spekulativen

Zwecken, eingesetzt.

Zur Sicherung von Preisrisiken werden im EWE-Konzern

folgende derivative Instrumente eingesetzt: Strom-

Termingeschäfte, Kohleswaps, EUA bzw. CER-Geschäfte,

Devisenoptionen und Devisentermingeschäfte sowie

Zinsswaps, -caps und -collars. Dafür kommen ausschließlich

Vertragspartner mit einwandfreier Bonität

in Betracht.

Im Commodity-Bereich werden zum einen Fair Value

Hedges zur Absicherung von Gaspreisrisiken aus künftigen

Absatzgeschäften bilanziert. Als Sicherungsinstrumente

werden Ölswaps oder TTF-basierte Absicherungen

genutzt. Zum anderen werden die Risiken im Bereich

Strom, Gas und Kohle u. a. auch mit Commodity Cash

Flow Hedges abgesichert.

Betriebsrisiken

Die Kontinuität des effizienten Betriebs von innovativen

und hochkomplexen Produktions- und Netzinfrastrukturanlagen

im Energie- sowie im Telekommunikationsbereich

und darauf ausgerichtete gezielte Investitionen

bilden die Basis für den nachhaltigen geschäftlichen Erfolg

von EWE.

Zur Reduzierung von potenziellen Risiken und konsequenter

Wahrnehmung sich bietender Chancen sind die

dort tätigen hochqualifizierten Mitarbeiter in ein kontinuierliches

Schulungssystem zur Sicherstellung und

Erweiterung des hohen Qualifizierungsniveaus in Bezug

auf aktuelle und zukunftsgerichtete Anforderungen

sowie insbesondere im Hinblick auf sicherheitsrelevante

Maßnahmen und gesetzliche Anforderungen eingebunden.

Darüber hinaus sind spezielle Qualitätssicherungs-

und abgestimmte Redundanzkonzepte zur Gewährleistung

der Prozessstabilität implementiert, die laufend

anforderungsgerecht weiterentwickelt werden.

Bezogen auf größere Projekte und Investitionen ergeben

sich im Hinblick auf eine zeit- und budgetgerechte

Fertigstellung Risiken, die einem kontinuierlichen Monitoring

unterzogen werden. Im Falle des Offshore-Windprojektes

RIFFGAT besteht mit Blick auf einen formal

ungeklärten Grenzverlauf nach wie vor eine Unsicherheit

bezüglich der bereits erteilten Genehmigung. Im Explorationsbereich

liegen in diesem Geschäft immanente

Bohrungsrisiken, Umwelthaftung und Unsicherheiten

hinsichtlich der Größe der Lagerstätten. Die großen

Investitionsprojekte im Bereich der Stromerzeugung (im

Wesentlichen in ein neues Gas- und Dampfturbinenkraftwerk

in Bremen sowie Retrofitmaßnahmen im bestehenden

Kraftwerkspark) unterliegen ebenso wie die

Projekte im Bereich der Gaskavernen neben dem eigentlichen

Projektrisiko auch einem langfristigen Vermarktungsrisiko,

dem über strukturierte Vermarktungsstrategien

Rechnung getragen wird.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Umweltrisiken

Der EWE-Konzern unterliegt zahlreichen Umweltschutzgesetzen

und -vorschriften. Auflagen müssen

strikt eingehalten werden, die Dokumentation muss

gesichert sein. Umweltrisiken aus dem laufenden Geschäftsbetrieb

wird mit vorbeugenden Maßnahmen

entgegengetreten. Gegen bestimmte Umweltrisiken

ist der EWE-Konzern versichert.

Die Tochtergesellschaft swb Erzeugung GmbH & Co. KG

ist nach der internationalen Norm DIN EN ISO 14001

für Umweltmanagement zertifiziert. Dieses System regelt

die Planung, Umsetzung und Kontrolle des Umweltschutzes.

Rechtliche Risiken

Der EWE-Konzern ist im Rahmen seiner Geschäftstätigkeit

in Deutschland und weiteren Ländern, in denen er

tätig ist, einer Vielzahl von rechtlichen Risiken ausgesetzt,

die sich sowohl aus allgemeinen gesetzlichen Regelungen

als auch aus speziellen, branchenspezifischen

gesetzlichen Regelungen, regulatorischen und sonsti -

gen Vorschriften heraus ergeben. Insbesondere Art und

Umfang der gerichtlichen Auseinandersetzungen um

Gaslieferverträge mit privaten Endkunden zeigen, dass

auch für die Zukunft diesbezügliche Risiken – insbesondere

solche mit Bezug zu der AGB-rechtlichen Ausgestaltung

solcher Verträge – nicht gänzlich ausgeschlossen

werden können. Die relevanten Entwick lungen im

gesetzgeberischen Bereich werden kontinuierlich beobachtet

und hinsichtlich möglicher Aus wirkungen auf

die Geschäftstätigkeit beurteilt. Ebenso erfolgt regelmäßig

eine rechtliche Würdigung beim Abschluss relevanter

Verträge und Projekte.

Finanzwirtschaftliche Risiken

Aus den operativen Geschäftsaktivitäten im In- und

Ausland in den jeweiligen Geschäftsbereichen ergeben

sich finanzwirtschaftliche Risiken in Form von Liquiditäts-,

Bonitäts-, Zins- und Währungsrisiken sowie Marktpreisänderungsrisiken

insbesondere auf den für EWE

bedeutsamen internationalen Bezugs- und Absatzmärkten

im Energiebereich. Vor dem Hintergrund der

Finanz- und Wirtschaftskrise wurde die laufende Überwachung,

Positionsbewertung und bezogen auf relevante

Zielgrößen angemessene aktive Risikosteuerung

durch adäquate Risikomanagementinstrumente auf

Basis bereichsspezifischer Risikorichtlinien vertieft sowie

die Bonitätsanalyse von Geschäftspartnern intensiviert.

Detailliertere Erläuterungen zu den eingesetzten finanzwirtschaftlichen

Risikomanagementinstrumenten sind

im Konzernanhang dem Bereich der Angaben zu den Finanzinstrumenten

zu entnehmen.

Der EWE-Konzern ist darüber hinaus Impairmentrisiken

ausgesetzt, die sich grundsätzlich sowohl aus steigenden

Kapitalmarktzinsen als auch aus sich dauerhaft

verschlechternden Geschäftsaussichten einzelner Gesellschaften

ergeben können. Die Werthaltigkeit von

Beteiligungen wird regelmäßig überprüft und das Controlling

sowie die Weiterentwicklung von Beteiligungen

ist Gegenstand eines kontinuierlichen Managementprozesses.

Dem grundsätzlich bestehenden Risiko einer Verschlechterung

des externen Ratings von EWE wird über ein

laufendes Monitoring sowie – nach Möglichkeit – das

Einleiten geeigneter Gegensteuerungsmaßnahmen

Rechnung getragen.

Risiken aus Querschnittfunktionen

Zur effizienten Unterstützung sämtlicher Geschäftsprozesse

der einzelnen Geschäftsbereiche wird modernste

Informations- und Kommunikationstechnologie

eingesetzt. Da die Qualität und insbesondere die

Hochverfügbarkeit der Systeme einen entscheidenden

Wettbewerbsfaktor im Hinblick auf den Geschäftserfolg

und die weitere Geschäftsentwicklung darstellen,

werden auf Hardware- und Softwareseite umfangreiche

Hochverfügbarkeitskonzepte unter Verwendung neuester

Modelle zur Verbesserung der Qualität der Softwareentwicklung

eingesetzt. Auf dieser hohen Qualitätsbasis

erfolgt eine permanente Weiterentwicklung

der Systeme unter Berücksichtigung intensiver Mitarbeiterschulungen,

Datensicherheit und Datenschutz.

Chancen

Die Rahmenbedingungen für die energiewirtschaftliche

Entwicklung werden durch die seitens der Bundesregierung

im Frühjahr 2011 beschlossene sogenannte „Energiewende“

entscheidend beeinflusst. Die Bedeutung

der regenerativen Energien wird weiter zunehmen und

intelligenten Lösungen zur Steuerung der zunehmenden

dezentralen Energie- und Lastflüsse sowie zum flexiblen

65


66

EWE gEschäftsbEricht 2011

Ausgleich von Angebot und Nachfrage in Strom- und

Gasnetzen kommt eine wachsende Bedeutung zu. Der

EWE-Konzern ist mit seiner seit Jahren auf diese Schwerpunkte

ausgerichteten Grundstrategie besonders gut

für diese künftigen Anforderungen aufgestellt. Über

eine zunehmende Verknüpfung und Verbindung von Elementen

aus der energiewirtschaftlichen Kompetenz

mit den vorhandenen Kapazitäten in den Bereichen Telekommunikation

und Informationstechnologie ergeben

sich Möglichkeiten für neue Produktangebote mit gesteigertem

Kundennutzen und deutliche Chancen zur

Differenzierung im Wettbewerb.

Im Stromerzeugungsbereich erwartet der Konzern –

neben der Fortsetzung der Investition in den On- und

Offshore-Windbereich – durch Investitionen in ein flexibles

Gas- und Dampfturbinenkraftwerk am Standort

Bremen bei gleichzeitiger Umsetzung eines langfristigen

und partnerschaftlich angelegten Konzeptes eine Verbesserung

und Verstetigung der Ertragslage. Auch erfährt

der Energiemix des Kraftwerksparks des EWE-Konzerns

dadurch eine verbesserte Struktur mit einer Verringerung

der spezifischen Emissionen.

Auf der operativen Ebene wird der EWE-Konzern in den

kommenden Jahren über eine weiter verstärkte Zusammenarbeit

der Teilkonzerne und eine optimale Nutzung

der im Konzern vorhandenen Kompetenzen und Ressourcen

die Effizienz und die Effektivität von Prozessen erhöhen

und vorhandene Synergiepotenziale nutzen, um

die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit zu sichern.

Zusammenfassende Beurteilung der

Risikosituation

Im Rahmen des etablierten und prozessorientierten

Risikofrüherkennungssystems ergab sich im Geschäftsjahr

2011 weder auf Ebene der Einzelrisiken noch aus

der Gesamtrisikoposition eine Bestandsgefährdung für

den EWE-Konzern. Die Überwachung der Funktionsfähigkeit

und Effektivität des Risikofrüherkennungssystems

sowie der Erfüllung gesetzlicher Anforderungen erfolgt

im Rahmen der regelmäßigen Prüfung durch die Konzernrevision

und den Abschlussprüfer. Auch im laufenden

Geschäftsjahr 2012 ergaben sich noch keine den Fortbestand

des EWE-Konzerns gefährdenden Risiken.

Bericht zum internen Kontroll- und

Risikomanagementsystem

Angaben nach § 315 Abs. 2 Nr. 5 und

§ 289 Abs. 5 HGB

Das Ziel der Finanzberichterstattung besteht darin, mit

unseren Jahres- und Zwischenabschlüssen die Adressaten

vollständig und richtig zu informieren. Unser rechnungslegungsbezogenes

internes Kontrollsystem (IKS)

zielt darauf ab, mögliche Fehlerquellen zu identifizieren

und die daraus resultierenden Risiken zu begrenzen.

Das rechnungslegungsbezogene IKS erstreckt sich auf

die Rechnungslegung und Finanzberichterstattung im

gesamten EWE-Konzern.

Die Ausgestaltung des rechnungslegungsbezogenen

IKS ergibt sich aus der Organisation unseres Rechnungslegungs-

und Finanzberichterstattungsprozesses.

Eine der Kernfunktionen dieses Prozesses ist die Steuerung

des Gesamtkonzerns und seiner operativen Einheiten.

Ausgangspunkt sind hierbei die Zielvorgaben des

Vorstands der EWE AG. Aus ihnen und aus unseren Erwartungen

hinsichtlich der operativen Entwicklungen

erarbeiten wir einmal im Jahr unsere Mittelfristplanung.

Diese umfasst Planzahlen für das bevorstehende

Geschäftsjahr und die Folgejahre. Für laufende Geschäftsjahre

erstellen wir Prognosen, die in regelmäßigen

Abständen überprüft und angepasst werden.

Der Vorstand der EWE AG sowie die Vorstände und Geschäftsführer

der wichtigsten Tochtergesellschaften

kommen in regelmäßigen Abständen zusammen, um

Quartals- und Jahresabschlüsse auszuwerten und

Prognosen zu aktualisieren.

Die Buchführung liegt in der Verantwortung der Einzelgesellschaften

und unterliegt den jeweiligen lokalen

Standards, wobei das rechnungslegungsbezogene IKS

auf Grundlage der konzernweiten Richtlinien entsprechend

den jeweiligen Unternehmenserfordernissen individuell

ausgestaltet ist. In ihrer Holding-Funktion

nimmt die EWE AG zentrale Aufgaben auf dem Gebiet

der Rechnungslegung wahr. Dabei handelt es sich unter

anderem um die Konsolidierung der Zahlen und die

Prüfung der Werthaltigkeit der bilanzierten Firmenwerte.

Bestimmte Verarbeitungsprozesse, wie die Berechnung

der Pensionsrückstellung, werden gebündelt

von einem externen Dienstleister erbracht und unterliegen

ebenfalls den konzerneinheitlich definierten

Qualitätsstandards.


Lagebericht

geschäft und rahmenbedingungen ertrags-, Vermögens- und finanzLage nachtragsbericht risikobericht Prognosebericht

Im Rahmen der externen Berichterstattung leisten die

Mitglieder des Vorstands der EWE AG einen externen

Bilanzeid und unterzeichnen die Versicherung der gesetzlichen

Vertreter. Sie bestätigen damit, dass die vorgeschriebenen

Rechnungslegungsstandards und die

Bilan zierungsrichtlinien des EWE-Konzerns, wie im Bilanzierungshandbuch

des Konzerns kodifiziert, eingehalten

wurden und dass die Zahlen ein den tatsächlichen Verhältnissen

entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage vermitteln.

Mögliche Risiken der Finanzberichterstattung werden

auf Ebene der Unternehmensbereiche anhand quantitativer,

qualitativer und prozessualer Kriterien identifiziert.

Fundamental für unser IKS sind unsere allgemein

verbindlichen Richtlinien. Des Weiteren haben

wir Mindestanforderungen an die wesentlichen Verarbeitungsprozesse

zur Sicherstellung einer integren

Datenerhebung und Datenverwaltung definiert. Risiken

infolge subjektiver Ermessensspielräume oder komplexer

Sachverhalte, die sich auf Bilanzpositionen auswirken

könnten, haben wir in einer Risiko- und Kontrollmatrix

erfasst.

In einem 2010 eingeführten Regelprozess führen wir

den Nachweis, ob die notwendigen Kontrollmaßnahmen

tatsächlich stattfanden und korrekt vorgenommen

wurden. Des Weiteren überprüft die Konzernrevision

unterjährig im Rahmen des Revisionsprogrammes

das eingerichtete IKS.

Der Finanz- und Prüfungsausschuss des Aufsichtsrats

befasst sich regelmäßig mit der Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen

IKS. Einmal im Jahr unterrichtet

der Vorstand den Prüfungsausschuss über die möglichen

Risiken der Finanzberichterstattung, erläutert die

ergriffenen Kontrollmaßnahmen und stellt dar, wie die

korrekte Durchführung der Kontrollen geprüft wurde.

Prognosebericht

Erwartete gesamtwirtschaftliche

Entwicklung

Das Jahr 2011 war das vierte Jahr einer weltweiten Finanz-

und Wirtschaftskrise. Die von den nationalen

Regierungen der Industrie- und Schwellenländer ergriffenen

Maßnahmen führten zwar zu einer wirtschaftlichen

Erholung, aber auch zu einer massiven Ausweitung

der staatlichen Verschuldung in den Industrieländern.

Die wechselseitige Beziehung aus Staatsschulden- und

Bankenkrise wird die wirtschaftliche Entwicklung voraussichtlich

auch noch im Jahr 2012 bestimmen. Die Abhängigkeit

von politischen Entscheidungen erschwert

insgesamt die Vorhersagen für das laufende Jahr.

Bei seinen Prognosen für die Weltwirtschaft unterstellt

der Sachverständigenrat, dass es zu keinen neuerlichen

Verwerfungen an den Finanzmärkten kommt. Unter

dieser Voraussetzung wird sich die weltwirtschaftliche

Erholung in der ersten Jahreshälfte 2012 angesichts der

spürbar gemäßigten wirtschaftlichen Dynamik in den

Schwellenländern und der bestenfalls geringen Wachstumsimpulse

in den entwickelten Volkswirtschaften

zunächst deutlich verlangsamen. Für die zweite Jahreshälfte

werden sinkende Inflationsraten in den Schwellenländern

vorhergesagt. Zudem steht zu erwarten, dass

die Probleme in den Industrieländern aufgelöst werden.

Beides soll zu einer Verbesserung beitragen, sodass die

Erwartung für das Weltwirtschaftswachstum für das

Gesamtjahr bei 4,0 Prozent liegt.

Für den Euro-Raum wird mit einem Zuwachs von 0,9

Prozent eine noch schwächere Wirtschaftsentwicklung

erwartet als 2011. Auch in Deutschland erwarten die

Experten ein geringes Wachstum. Die erwarteten Zuwachsraten

schwanken zwischen 0,4 und 0,9 Prozent.

Es wird erwartet, dass vor allem die inländische Nachfrage

anzieht. Skeptisch sehen die Experten hingegen

die Entwicklung des Außenbeitrags sowie eine Verlangsamung

des Beschäftigungsaufbaus.

In Polen wird für das Jahr 2012 nur noch mit einem

Wachstumsplus um 2,0 bis 3,5 Prozent gerechnet.

Ursächlich dafür ist die europäische Schuldenkrise.

Angesichts rapide steigender Staatsschulden haben

Ratingagenturen angedroht, Polens Kreditwürdigkeit

herabzustufen.

Die türkische Regierung hofft für die kommenden Jahre

auf eine Stabilisierung der Entwicklung. In ihrer mittelfristigen

Planung für die Jahre 2012 bis 2014 prognostiziert

sie gemäß Germany Trade & Invest Wachstumsraten

von 4,0 Prozent für 2012 und jeweils 5,0 Prozent

für die Folgejahre.

67


68

EWE gEschäftsbEricht 2011

Erwartete Entwicklung des Konzerns

Das Jahr 2011 war vor allem durch die Veränderungen

der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen in

Deutschland und die aktuellen Regulierungsvorhaben

in der Türkei geprägt. Der EWE-Konzern hat Maßnahmen

zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit eingeleitet

und geht davon aus, dass diese zusammen mit

Kosteneinsparungsprogrammen zu einer positiven Entwicklung

in den kommenden Jahren führen werden.

Für die Jahre 2012 und 2013 ist mit einem moderaten

Anstieg des Konzernumsatzes um ca. 5 Prozent zu

rechnen. Der EWE-Konzern geht davon aus, dass aufgrund

der genannten Maßnahmen und der Tatsache,

dass das Jahr 2011 durch mehrere Sondereffekte negativ

beeinflusst wurde, sowohl für 2012 als auch für

2013 ein positives EBIT im dreistelligen Millionenbereich

realisiert werden kann.

Erwartete Entwicklung im Geschäftsbereich

EWE Energie

Die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Geschäftsbereich

EWE Energie unterliegt konjunkturellen

Schwankungen und wird maßgeblich vom Verlauf der

Witterung sowie der Entwicklung des Ölpreisniveaus

bestimmt. Eine nennenswerte Beeinflussung der Ergebnisentwicklung

in den nächsten Jahren wird nach der

freiwilligen Sonderzahlung sowie der geleisteten Vollrückzahlung

als kundenfreundliche Lösung der umstrittenen

Gaspreiserhöhung aus Vorjahren nicht erwartet.

Aufgrund gestiegener Gasbezugskosten wurden die

Erdgaspreise zum 1. September 2011 erhöht. Für die

Jahre 2012 und 2013 wird ein leichter Anstieg der Umsatzerlöse

und ein entsprechend verbessertes Ergebnis

im Gasbereich erwartet. Im Strombereich wurden die

Preise zum 1. Februar 2011 angehoben. Aufgrund regulatorischer

Veränderungen wird es eine weitere Anhebung

des Strompreises zum 1. März 2012 geben. Trotz

dieser regulatorischen Veränderungen, die sich in steigenden

Bezugskosten niederschlagen werden, erwartet

der Geschäftsbereich für die Jahre 2012 und 2013 ein

verbessertes Stromergebnis.

Erwartete Entwicklung im Geschäftsbereich

swb

Die Energiewende und die Stilllegung von acht Atomkraftwerken

haben den Umbau der Erzeugungsstrukturen

deutlich beschleunigt. Mit dem Bau eines Gas- und

Dampfturbinenkraftwerks zusammen mit Partnern und

den Modernisierungsmaßnahmen bereits vorhandener

Anlagen, unter anderem zur Effizienz- und Flexibilitätssteigerung,

hat sich der Geschäftsbereich swb für die

Zukunft gut positioniert. Im Bereich der konventionellen

Erzeugung wurde eine Reihe von Maßnahmen ergriffen,

um die Wettbewerbsfähigkeit zu steigern. Im Endkundenvertrieb

für Strom und Gas wird in den kommenden

Jahren ein zunehmender Wettbewerb erwartet. Für die

Ergebnisbelastung gegenüber dem Vorjahr sind weiterhin

der starke Wettbewerb im Gasbereich und die relativ

niedrigeren Großhandelspreise für Strom ausschlaggebend.

In den kommenden Jahren wird aufgrund von

wesentlichen Kostensenkungsmaßnahmen mit steigenden

operativen Ergebnissen gerechnet.

Erwartete Entwicklung im Geschäftsbereich

Neue Märkte und I+K

Die Geschäftseinheit I+K erwartet für die Jahre 2012 und

2013 einen moderaten Ausbau der Kundenbasis und

damit einhergehend einen Anstieg der Umsätze. Grundlage

hierfür ist zum einen der weitere Ausbau der Sprach-

und Datendienste für das Land Niedersachsen und zum

anderen ein geplantes Wachstum im IT-Services-Bereich.

Aufgrund von Marktveränderungen und weiter

abnehmenden Rohmargen im Bereich Telekommunikation

werden die bereits eingeleiteten Maßnahmen konsequent

weitergeführt. Für die Jahre 2012 und 2013 erwartet

die Geschäftseinheit ein positives Ergebnis.

Die Geschäftseinheit Türkei plant in den kommenden

Jahren einen weiteren Ausbau der Netze und Gasversorgungsanlagen.

Für die Jahre 2012 und 2013 wird eine

positive Entwicklung des Gasabsatzes und der Kundenbasis

mit entsprechend positiver Auswirkung auf die

Ergebnissituation erwartet.

Für die Geschäftseinheit Polen ist die Fortsetzung des

begonnenen Netzausbaus geplant. Für die Jahre 2012

und 2013 werden sowohl moderat steigende Umsatzerlöse

als auch eine positive Ergebnisentwicklung

erwartet.

Die Aussagen beruhen auf derzeitigen Erkenntnissen

und Annahmen. Sie stellen Einschätzungen dar, die wir

auf Basis aller uns zum jetzigen Zeitpunkt zur Verfügung

stehenden Informationen getroffen haben. Sollten die

getroffenen Annahmen gegebenenfalls nicht eintreffen

oder zusätzliche Risiken entstehen, so können die tatsächlichen

Ergebnisse von den zu erwartenden Ergebnissen

abweichen. Insofern kann für die Aussagen keine

Gewähr übernommen werden.


konzernabschluss

konzernabschluss anhang zum konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Konzernabschluss

69 Konzernabschluss

70 Gewinn- und Verlustrechnung des EWE-Konzerns

71 Gesamtergebnisrechnung des EWE-Konzerns

72 Bilanz des EWE-Konzerns

74 Eigenkapitalveränderungsrechnung des

EWE-Konzerns

76 Kapitalflussrechnung des EWE-Konzerns

77 Anhang zum Konzernabschluss der EWE AG

77 Informationen zum Unternehmen

77 Rechnungslegungsmethoden

104 Wesentliche Ermessensentscheidungen,

Schätzungen und Annahmen

106 Veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend

anzuwendende Standards

109 Erläuterungen zur Gewinn- und Verlustrechnung

113 Erläuterungen zur Bilanz

161 Versicherung der gesetzlichen Vertreter

162 Bestätigungsvermerk des Abschlussprüfers

69


70

EWE gEschäftsbEricht 2011

Gewinn- und Verlustrechnung des EWE-Konzerns

vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011

in Mio. Euro Anhang 2011

2010

angepasst 1

Umsatzerlöse 5 7.901,9 7.409,8

Strom- und Energiesteuer 5 -446,5 -440,2

Umsatzerlöse (ohne Strom- und Energiesteuer) 7.455,4 6.969,6

bestandsveränderungen 2,8 -2,3

Andere aktivierte Eigenleistungen 2 6 57,3 56,7

Sonstige betriebliche Erträge 7 213,2 274,8

Materialaufwand 2 8 -5.823,4 -5.414,6

Personalaufwand 9 -603,7 -577,6

Abschreibungen 10 -595,0 -729,3

Sonstige betriebliche Aufwendungen 11 -600,4 -636,3

Ergebnis aus at-equity bilanzierten Finanzanlagen 12 -214,1 24,0

Übriges beteiligungsergebnis 13 -15,2 3,1

Ergebnis aus Finanzinstrumenten -1,2 1,0

EBIT 3 -124,3 -30,9

Zinserträge 14 27,7 22,0

Zinsaufwendungen 14 -211,8 -206,4

Ergebnis vor Ertragsteuern -308,4 -215,3

Ertragsteuern 15 26,5 - 31,3

Periodenergebnis -281,9 -246,6

Davon entfallen auf

Eigentümer des Mutterunternehmens -265,9 -244,3

Anteile ohne beherrschenden Einfluss -16,0 -2,3

1 Siehe Abschnitt 2.5

2 Angepasste Vorjahreszahl wegen Ausweisänderung

3 Earnings Before Interest and Taxes

-281,9 -246,6


konzernabschluss

konzernabschluss anhang zum konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Gesamtergebnisrechnung des EWE-Konzerns

vom 1. Januar bis zum 31. Dezember 2011

in Mio. Euro Anhang 2011

2010

angepasst 1

Periodenergebnis -281,9 -246,6

Ausgleichsposten aus der Währungsumrechnung

ausländischer tochterunternehmen 26 -63,7 33,3

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste aus

leistungsorientierten Pensionszusagen und ähnlichen Verpflichtungen 28 -61,4 -79,5

Latente Steuern auf Pensionen 18,6 24,1

Cash Flow Hedges 38 -47,1 56,3

Latente Steuern auf Rücklage für Cash Flow Hedges 15,1 -17,9

Marktbewertung von zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumenten 26 0,4 -0,6

Latente Steuern auf Rücklage für zur Veräußerung

verfügbare Finanzinstrumente -0,1 0,2

Anteil am sonstigen Ergebnis der at-equity bilanzierten Finanzanlagen 26 -17,9 0,3

Sonstiges Ergebnis nach Steuern -156,1 16,2

Gesamtergebnis nach Steuern -438,0 -230,4

Davon entfallen auf

Eigentümer des Mutterunternehmens -414,7 -230,1

Anteile ohne beherrschenden Einfluss -23,3 -0,3

1 Siehe Abschnitt 2.5

-438,0 -230,4

71


72

EWE gEschäftsbEricht 2011

Bilanz des EWE-Konzerns

zum 31. Dezember 2011

Aktiva

in Mio. Euro Anhang 31.12.2011

31.12.2010

angepasst 1

01.01.2010

angepasst 1

Langfristiges Vermögen

Immaterielle Vermögenswerte 16 1.069,1 1.293,5 1.573,7

Sachanlagen 17 5.126,9 5.014,1 4.821,0

Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen 18 877,6 1.364,4 1.412,0

Sonstige finanzielle Vermögenswerte2 19 257,3 253,6 246,4

Ertragsteuererstattungsansprüche 34 7,7 8,8 9,5

Sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte2 3,5 4,2 3,6

Latente Steuern 34 89,0 11,7 12,5

7.431,1 7.950,3 8.078,7

Kurzfristiges Vermögen

Vorräte 20 296,0 251,7 266,6

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen 21 1.049,4 944,6 732,2

Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte2 22 371,7 420,0 406,6

Ertragsteuererstattungsansprüche

Sonstige nicht finanzielle Forderungen

34 85,8 61,0 49,0

und Vermögenswerte2 23 113,1 158,4 230,9

Liquide Mittel 24 259,4 327,7 604,5

2.175,4 2.163,4 2.289,8

Langfristige Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten 25 202,0

2.377,4 2.163,4 2.289,8

Summe Aktiva 9.808,5 10.113,7 10.368,5

1 Siehe Abschnitt 2.5

2 Angepasste Vorjahreszahl wegen Ausweisänderung


Passiva

konzernabschluss

konzernabschluss anhang zum konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

in Mio. Euro Anhang 31.12.2011

Eigenkapital 26

31.12.2010

angepasst 1

01.01.2010

angepasst 1

Gezeichnetes Kapital 243,0 243,0 243,0

Kapitalrücklage 1.609,5 1.534,5 1.532,1

Gewinnrücklagen 690,4 1.192,3 1.513,3

Auf die Eigentümer des Mutterunternehmens

entfallendes Eigenkapital 2.542,9 2.969,8 3.288,4

Anteile ohne beherrschenden Einfluss 13,8 35,5 36,0

Langfristige Schulden

2.556,7 3.005,3 3.324,4

bauzuschüsse 27 758,1 750,0 749,3

Rückstellungen 28 1.477,6 1.400,3 1.314,6

Anleihen 29 2.104,0 1.990,1 1.988,9

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 637,7 708,9 731,0

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2 32 128,5 109,4 139,7

Ertragsteuerverbindlichkeiten 34 4,3 1,1 0,8

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2 33 4,4 5,4 3,5

Latente Steuern 34 435,4 453,4 474,6

Kurzfristige Schulden

5.550,0 5.418,6 5.402,4

bauzuschüsse und Emissionsrechte 27 69,6 78,3 93,1

Rückstellungen 28 158,6 169,7 94,5

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 30 81,6 33,5 36,6

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 31 856,2 903,1 690,6

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 2 32 410,0 353,0 571,8

Ertragsteuerverbindlichkeiten 34 19,8 24,2 11,5

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 2 33 106,0 128,0 143,6

1.701,8 1.689,8 1.641,7

Summe Passiva 9.808,5 10.113,7 10.368,5

1 Siehe Abschnitt 2.5

2 Angepasste Vorjahreszahl wegen Ausweisänderung

73


74

EWE gEschäftsbEricht 2011

Eigenkapitalveränderungsrechnung des EWE-Konzerns

in Mio. Euro

Gezeichnetes

Kapital des

EWE-Konzerns

Kapital-

rücklage des

EWE-Konzerns

Angesammelte

Ergebnisse

Neubewertungsrücklage

gemäß

IFRS 3

Rücklage für

Cash Flow Hedges

Stand 31.12.2009 243,0 1.532,1 1.489,7 74,5 11,9

Reklassifizierung Anteile VNG 1 -91,7

Stand am 31.12.2009 – angepasst 243,0 1.532,1 1.398,0 74,5 11,9

Periodenergebnis -48,4

Anpassung gemäß IAS 8 1 -142,8

Reklassifizierung Anteile VNG 1 -53,1

Periodenergebnis – angepasst -244,3

Reklassifizierung Anteile VNG 1

Sonstiges Ergebnis 38,4

Gesamtergebnis

Kapitalerhöhung 2,4

Dividendenzahlungen -88,0

Konsolidierungskreisänderung -2,9

Übrige Veränderungen

Stand 31.12.2010 243,0 1.534,5 1.062,8 74,5 50,3

Periodenergebnis -265,9

Sonstiges Ergebnis -32,0

Gesamtergebnis

Kapitalerhöhung 75,0

Dividendenzahlungen -88,0

transaktion unter gemeinsamer Kontrolle 0,8

Stand 31.12.2011 243,0 1.609,5 709,7 74,5 18,3

1 Siehe Abschnitt 2.5


GEWINNRÜCKLAGEN

Kumuliertes sonstiges Konzernergebnis

Rücklage für

zur Veräußerung

verfügbare

Finanzinstrumente

Unterschied aus

der Währungs-

umrechnung

konzernabschluss

konzernabschluss anhang zum konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

bewertung von

Pensions-

verpflichtungen IFRS 5

Erfolgsneutrale

Veränderungen

aus der at-equity-

bewertung

Auf die Eigentümer

des Mutterunternehmens

entfallendes

Eigenkapital

Anteile ohne

beherrschenden

Einfluss Eigenkapital

-29,8 41,3 10,3 0,8 3.373,8 36,0 3.409,8

-10,3 16,6 -85,4 -85,4

-29,8 41,3 17,4 3.288,4 36,0 3.324,4

-48,4 -2,3 -50,7

-142,8 -142,8

-53,1 -53,1

-244,3 -2,3 -246,6

0,2 0,2 0,2

-0,4 31,3 -55,4 0,1 14,0 2,0 16,0

-230,1 -0,3 -230,4

2,4 2,4

-88,0 -0,1 -88,1

-2,9 -2,9

0,0 -0,1 -0,1

-0,4 1,5 -14,1 17,7 2.969,8 35,5 3.005,3

-265,9 -16,0 -281,9

0,3 -56,4 -42,8 -17,9 -148,8 -7,3 -156,1

-414,7 -23,3 -438,0

75,0 75,0

-88,0 -0,2 -88,2

0,8 1,8 2,6

-0,1 -54,9 -56,9 -0,2 2.542,9 13,8 2.556,7

75


76

EWE gEschäftsbEricht 2011

Kapitalflussrechnung des EWE-Konzerns

1. Januar bis 31. Dezember 2011 / Mittelherkunft (+), Mittelverwendung (-)

in Mio. Euro

s. Anhang,

tz. 42 2011

2010

angepasst 1

EBIT 2 -124,3 -30,9

Abschreibungen 728,2 736,8

Zuschreibungen -33,6 -1,6

Auflösung von baukostenzuschüssen -57,9 -51,5

Gezahlte Zinsen -134,6 -134,6

Erhaltene Zinszahlungen 27,3 20,8

Ertragsteuerzahlungen / -erstattungen -55,0 -46,6

Ergebnis aus dem Abgang von Gegenständen des Anlagevermögens 10,8 5,8

Zahlungsunwirksame Fremdwährungsgewinne / -verluste 0,1

Zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen 197,8 137,1

Ergebniswirksame Veränderung aus der at-equity-bewertung 145,2 51,7

Zahlungsunwirksames Ergebnis aus derivativen Finanzinstrumenten 7,8 -34,0

Sonstige zahlungsunwirksame Aufwendungen und Erträge -5,4 18,8

Veränderung der Vorräte -45,1 17,3

Veränderung der Forderungen und sonstiger Aktiva -17,4 -265,0

Veränderung der Verbindlichkeiten und sonstiger Passiva -287,7 -25,5

Cash Flow aus laufender Geschäftstätigkeit 356,1 398,7

Einzahlungen aus bauzuschüssen 77,9 50,9

Einzahlungen aus Abgängen von immateriellen Vermögenswerten 0,1

Auszahlungen für Investitionen in das immaterielle Anlagevermögen -18,1 -20,7

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Sachanlagevermögens 12,0 5,4

Auszahlungen für Investitionen in das Sachanlagevermögen -550,7 -574,2

Einzahlungen aus Abgängen von Gegenständen des Finanzanlagevermögens 47,2 4,6

Auszahlungen für Investitionen in das Finanzanlagevermögen -55,9 -35,1

Cash Flow aus der Investitionstätigkeit -487,5 -569,1

Einzahlungen aus Eigenkapitalzuführungen 77,5 2,4

Auszahlungen an Eigner des Mutterunternehmens und Gesellschafter

ohne beherrschenden Einfluss (Dividenden) -88,2 -88,1

Einzahlungen aus der Aufnahme von Finanzverbindlichkeiten 586,1 149,8

Auszahlungen aus der tilgung von Finanzverbindlichkeiten -498,6 -177,8

Sonstige Zahlungen (netto) Finanzierungstätigkeit -0,9 2,5

Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit 75,9 -111,2

Zahlungswirksame Veränderungen des Finanzmittelfonds -55,5 -281,6

Wechselkurs- und konsolidierungskreisbedingte Änderungen des

Finanzmittelfonds -10,5 5,6

Finanzmittelfonds am Anfang der Periode 328,9 604,9

Finanzmittelfonds am Ende der Berichtsperiode 262,9 328,9

1 Siehe Abschnitt 2.5

2 Earnings Before Interest and Taxes


konzernabschluss 77

KONZERNABSCHLUSS ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS DER EWE AG VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Anhang zum Konzernabschluss der EWE AG

1. Informationen zum Unternehmen

Der Konzernabschluss für das Geschäftsjahr zum 31. Dezember 2011 wurde am 13. Februar 2012 vom

Vorstand zur Vorlage an den Aufsichtsrat freigegeben.

Der Sitz der EWE AG befindet sich in 26123 Oldenburg (Deutschland), Donnerschweer Straße 22–26. Die

Gesellschaft ist im Handelsregister unter der Nummer HRB 33 beim Amtsgericht Oldenburg eingetragen.

Die EWE Aktiengesellschaft (im Folgenden auch die Gesellschaft oder EWE AG) und ihre Tochtergesellschaften

(im Folgenden zusammen der EWE-Konzern) sind in den Bereichen Energieversorgung (ins besondere

Strom und Gas), Energieerzeugung, Wasserversorgung sowie Informationstechnologie und Tele kommu ni -

kation tätig. Regional werden diese Tätigkeiten im Gebiet Ems-Weser-Elbe, in Niedersachsen, in Bremen

und für die Gasversorgung darüber hinaus in den neuen Bundesländern, Polen und in der Türkei ausgeübt.

Strom und Gas werden überwiegend fremdbezogen.

2. Rechnungslegungsmethoden

2.1 Grundlagen der Abschlusserstellung

Der Konzernabschluss der EWE AG wurde gemäß § 315a Abs. 1 HGB zum 31. Dezember 2011 in Übereinstimmung

mit den vom International Accounting Standards Board (IASB), London, Großbritannien,

zum 31. Dezember 2011 verbindlich anzuwendenden International Financial Reporting Standards (IFRS)

und Interpretationen des IFRS Interpretations Committee (IFRS IC), soweit sie von der Europäischen

Union (EU) verabschiedet worden sind, aufgestellt. Weitergehende gesetzliche Anforderungen nach HGB

wurden berücksichtigt.

Die Erstellung des Konzernabschlusses erfolgt grundsätzlich unter Anwendung des Anschaffungs- und

Herstellungskostenprinzips. Hiervon ausgenommen sind derivative Finanzinstrumente und zur Veräußerung

verfügbare finanzielle Vermögenswerte, die zum beizulegenden Zeitwert bewertet wurden. Die

Buchwerte der in der Bilanz erfassten Vermögenswerte und Schulden, die Grundgeschäfte im Rahmen

von Absicherungen des beizulegenden Zeitwerts darstellen und sonst zu fortgeführten Anschaffungskosten

bilanziert werden, werden an die änderungen der beizulegenden Zeitwerte, die den im Rahmen von

wirksamen Sicherungsbeziehungen abgesicherten Risiken zuzurechnen sind, angepasst. Der Konzernabschluss

wird in Euro aufgestellt. Sofern nicht anderes angegeben ist, werden sämtliche Werte entsprechend

kaufmännischer Rundung auf Millionen Euro (Mio. Euro) auf- oder abgerundet.

Neben der Gewinn- und Verlustrechnung und der Gesamtergebnisrechnung werden die Bilanz, die

Kapitalflussrechnung und die Eigenkapitalveränderungsrechnung gesondert dargestellt. Die Segmentberichterstattung

ist in die Erläuterungen des Anhangs integriert.

Aufgrund von Rundungen können sich im Konzernabschluss bei Summenbildungen und bei der Berechnung

von Prozentangaben geringfügige Abweichungen ergeben.

Die Gewinn- und Verlustrechnung wird nach dem Gesamtkostenverfahren aufgestellt.

Der Konzernabschluss und der Konzernlagebericht der EWE AG für das Geschäftsjahr 2011 werden im

elektronischen Bundesanzeiger veröffentlicht.


78

EWE gEschäftsbEricht 2011

2.2 Konsolidierungsgrundsätze

Der Konzernabschluss umfasst den Abschluss der EWE AG und ihrer Tochterunternehmen zum

31. Dezember 2011.

Tochterunternehmen werden ab dem Erwerbszeitpunkt, d. h. ab dem Zeitpunkt, an dem der Konzern

die Beherrschung erlangt, vollkonsolidiert. Die Konsolidierung endet, sobald die Beherrschung durch

das Mutterunternehmen nicht mehr besteht. Die Abschlüsse der Tochterunternehmen werden unter

Anwendung einheitlicher Rechnungslegungsmethoden für die gleiche Berichtsperiode aufgestellt wie

der Abschluss des Mutterunternehmens. Alle konzerninternen Salden, Geschäftsvorfälle, unrealisierte

Gewinne und Verluste aus konzerninternen Transaktionen und Dividenden werden in voller Höhe eliminiert.

Das Gesamtergebnis eines Tochterunternehmens wird den Anteilen ohne beherrschenden Einfluss auch

dann zugeordnet, wenn dies zu einem negativen Saldo führt.

Eine Veränderung der Beteiligungshöhe an einem Tochterunternehmen ohne Verlust der Beherrschung

wird als Eigenkapitaltransaktion bilanziert.

Verliert das Mutterunternehmen die Beherrschung über ein Tochterunternehmen, so werden die folgenden

Schritte durchgeführt:

• Ausbuchung der Vermögenswerte (einschließlich Geschäfts- oder Firmenwert) und der Schulden

des Tochterunternehmens,

• Ausbuchung des Buchwerts aller Anteile ohne beherrschenden Einfluss an dem ehemaligen

Tochterunternehmen,

• Ausbuchung der im Eigenkapital erfassten kumulierten Umrechnungsdifferenzen,

• Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der erhaltenen Gegenleistung,

• Erfassung des beizulegenden Zeitwerts der verbleibenden Beteiligung,

• Erfassung der Ergebnisüberschüsse bzw. -fehlbeträge in der Gewinn- und Verlustrechnung,

• Umgliederung der auf das Mutterunternehmen entfallenden Bestandteile des Sonstigen Ergebnisses

in die Gewinn- oder Verlustrechnung oder in die Gewinnrücklagen, wenn dies von IFRS gefordert wird.

Trotz Stimmrechtsmehrheit von 51 Prozent ist es dem EWE-Konzern nicht möglich, bei der Hansewasser

Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen (HVE), die Kontrolle auszuüben. Der Grund dafür ist, dass die

Minderheitsrechte der Freien Hansestadt Bremen so weitreichend sind, dass die beherrschende Stellung

gehemmt ist. Da jedoch ein maßgeblicher Einfluss ausgeübt werden kann, wird die HVE als assoziiertes

Unternehmen in den Konzernabschluss einbezogen. Weiterhin erfolgt auch die Einbeziehung des Gemeinschaftskraftwerk

Bremen GmbH & Co. KG, Bremen (GKB), als assoziiertes Unternehmen, obgleich

eine Mehrheitsbeteiligung besteht. Die Kontrolle über das GKB ist nicht möglich, da bei wesentlichen

Beschlüssen eine qualifizierte Mehrheit notwendig ist.

Bei Beteiligungen, an denen der EWE-Konzern direkt oder indirekt 20 Prozent oder weniger der Stimmrechte

hält und die gemäß IAS 39 als finanzielle Vermögenswerte berücksichtigt werden, besteht kein

wesentlicher Einfluss auf die finanz- und geschäftspolitischen Entscheidungen. Dies wird unter anderem

dadurch dokumentiert, dass abschlussrelevante IFRS-Informationen nicht zur Verfügung gestellt werden.

Anteile an Tochterunternehmen und assoziierten Unternehmen, die aus Konzernsicht insgesamt von

untergeordneter Bedeutung sind, werden nach IAS 39 bilanziert. Dies betrifft insbesondere Tochterunternehmen

ohne originären Geschäftsbetrieb oder mit geringfügigem Geschäftsvolumen.

Die Aufstellung des Anteilsbesitzes des Konzerns gemäß § 313 Abs. 2 Nr. 1 bis 4 und Abs. 3 HGB wird

im elektronischen Bundesanzeiger bekannt gemacht. Unter Tz. 44 dieses Anhangs sind die in den Konzernabschluss

einbezogenen Tochterunternehmen, at-equity bilanzierten Beteiligungen und sonstigen

Beteiligungen aufgeführt.


Konzernabschluss 79

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Der Konsolidierungskreis veränderte sich im Geschäftsjahr 2011 wie folgt:

Art der Konsolidierung und Anzahl Inland Ausland Gesamt

Vollkonsolidierung

1. Januar 2011 33 6 39

Zugänge 1 0 1

Abgänge 0 0 0

31. Dezember 2011 34 6 40

At-equity bewertete Unternehmen

1. Januar 2011 10 0 10

Zugänge 1 0 1

Abgänge 2 0 2

31. Dezember 2011 9 0 9

Gesamt

1. Januar 2011 43 6 49

Zugänge 2 0 2

Abgänge 2 0 2

31. Dezember 2011 43 6 49

2.3 Zusammenfassung wesentlicher Rechnungslegungsmethoden

Die wesentlichen Rechnungslegungsmethoden, die bei der Erstellung des vorliegenden EWE-Konzernabschlusses

angewendet wurden, sind im Folgenden dargestellt. Die beschriebenen Methoden wurden

stetig auf die dargestellten Berichtsperioden angewendet, sofern nichts anderes angegeben ist.

a) Unternehmenszusammenschlüsse und Geschäfts- oder Firmenwert

Unternehmenszusammenschlüsse werden unter Anwendung der Erwerbsmethode bilanziert. Die Anschaffungskosten

eines Unternehmenserwerbs bemessen sich als Summe der übertragenen Gegenleistung,

bewertet mit dem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt und der Anteile ohne beherrschenden

Einfluss am erworbenen Unternehmen. Bei jedem Unternehmenszusammenschluss bewertet der Erwerber

die Anteile ohne beherrschenden Einfluss am erworbenen Unternehmen entweder zum beizulegenden

Zeitwert (sogenannte Full-Goodwill-Methode) oder zum entsprechenden Anteil des identifizierbaren

Nettovermögens (sogenannte Purchased-Goodwill-Methode) des erworbenen Unternehmens. Im Rahmen

des Unternehmenszusammenschlusses angefallene Kosten werden als Aufwand erfasst.

Erwirbt der EWE-Konzern ein Unternehmen, beurteilt er die geeignete Klassifizierung und Designation

der finanziellen Vermögenswerte und übernommenen Schulden in Übereinstimmung mit den Vertragsbedingungen,

wirtschaftlichen Gegebenheiten und am Erwerbszeitpunkt vorherrschenden Bedingungen.

Dies beinhaltet auch eine Trennung der in Basisverträgen eingebetteten Derivate.

Bei sukzessiven Unternehmenszusammenschlüssen wird der vom Erwerber zuvor an dem erworbenen

Unternehmen gehaltene Eigenkapitalanteil zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbszeitpunkt neu

bestimmt und der daraus resultierende Gewinn oder Verlust erfolgswirksam erfasst.


80

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die vereinbarte bedingte Gegenleistung wird zum Erwerbszeitpunkt zum beizulegenden Zeitwert erfasst.

Nachträgliche änderungen des beizulegenden Zeitwerts einer bedingten Gegenleistung, die einen Vermögenswert

oder eine Schuld darstellt, werden in Übereinstimmung mit IAS 39 entweder in der Gewinn- und

Verlustrechnung oder im Sonstigen Ergebnis erfasst. Eine bedingte Gegenleistung, die als Eigenkapital

eingestuft ist, wird nicht neu bewertet und ihre spätere Abgeltung wird im Eigenkapital bilanziert. Wenn

die bedingte Gegenleistung nicht in den Anwendungsbereich von IAS 39 fällt, wird sie in Übereinstimmung

mit dem entsprechenden IFRS bewertet.

Der Geschäfts- oder Firmenwert wird bei erstmaligem Ansatz zu Anschaffungskosten bewertet, die sich

als Überschuss der übertragenen Gegenleistung über die erworbenen identifizierbaren Vermögenswerte

und übernommenen Schulden des Konzerns bemessen. Liegt diese Gegenleistung unter dem beizulegenden

Zeitwert des Reinvermögens des erworbenen Tochterunternehmens, wird der Unterschiedsbetrag

in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Nach dem erstmaligen Ansatz wird der Geschäfts- oder Firmenwert zu Anschaffungskosten abzüglich

kumulierter Wertminderungsaufwendungen bewertet. Zum Zweck des Wertminderungstests wird der

im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene Geschäfts- oder Firmenwert ab dem

Erwerbszeitpunkt den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten des Konzerns zugeordnet, die vom Unternehmenszusammenschluss

erwartungsgemäß profitieren werden. Dies gilt unabhängig davon, ob andere

Vermögenswerte oder Schulden des erworbenen Unternehmens diesen zahlungsmittelgenerierenden

Einheiten zugeordnet werden.

Wenn ein Geschäfts- oder Firmenwert einer zahlungsmittelgenerierenden Einheit zugeordnet wurde und

ein Geschäftsbereich dieser Einheit veräußert wird, wird der dem veräußerten Geschäftsbereich zuzurechnende

Geschäfts- oder Firmenwert als Bestandteil des Buchwerts des Geschäftsbereichs bei der Ermittlung

des Ergebnisses aus der Veräußerung dieses Geschäftsbereichs berücksichtigt. Der Wert des veräußerten

Anteils des Geschäfts- oder Firmenwerts wird auf der Grundlage der relativen Werte des veräußerten

Geschäftsbereichs und des verbleibenden Teils der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ermittelt.

b) Anteile an einem assoziierten Unternehmen

Die Anteile des EWE-Konzerns an einem assoziierten Unternehmen werden nach der Equity-Methode

bilanziert. Ein assoziiertes Unternehmen ist ein Unternehmen, bei welchem der EWE-Konzern über

maßgeblichen Einfluss verfügt.

Nach der Equity-Methode werden die Anteile an einem assoziierten Unternehmen in der Bilanz zu

Anschaffungskosten zuzüglich der nach dem Erwerb eingetretenen änderungen des Anteils des EWE-

Konzerns am Reinvermögen des assoziierten Unternehmens erfasst. Der mit dem assoziierten Unternehmen

verbundene Geschäfts- oder Firmenwert ist im Buchwert des Anteils enthalten und wird weder

planmäßig abgeschrieben noch einem gesonderten Wertminderungstest unterzogen.

Die Gewinn- und Verlustrechnung enthält den Anteil des EWE-Konzerns am Periodenergebnis des assoziierten

Unternehmens. Unmittelbar im Sonstigen Ergebnis des assoziierten Unternehmens ausgewiesene

änderungen werden vom Konzern in Höhe seines Anteils erfasst und kumuliert in der Eigenkapitalveränderungsrechnung

dargestellt.

Der Anteil am Periodenergebnis eines assoziierten Unternehmens wird in der Gewinn- und Verlustrechnung

dargestellt. Hierbei handelt es sich um den den Anteilseignern des assoziierten Unternehmens

zurechenbaren Gewinn und somit um den Gewinn nach Steuern und Anteilen ohne beherrschenden

Einfluss an den Tochterunternehmen des assoziierten Unternehmens.

Die Abschlüsse des assoziierten Unternehmens werden grundsätzlich zum gleichen Abschlussstichtag

aufgestellt wie der Abschluss des EWE-Konzerns. Soweit erforderlich, werden Anpassungen an konzerneinheitliche

Rechnungslegungsmethoden vorgenommen.


Konzernabschluss 81

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Nach Anwendung der Equity-Methode ermittelt der Konzern, ob es erforderlich ist, einen zusätzlichen

Wertminderungsaufwand für die Anteile des Konzerns an assoziierten Unternehmen zu erfassen. Der Konzern

ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob objektive Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass der Anteil

an einem assoziierten Unternehmen wertgemindert sein könnte. Ist dies der Fall, so wird die Differenz

zwischen dem erzielbaren Betrag des Anteils am assoziierten Unternehmen und dem Buchwert des Anteils

am assoziierten Unternehmen als Wertminderungsaufwand erfolgswirksam erfasst.

Bei Verlust des maßgeblichen Einflusses bewertet der Konzern alle Anteile, die er am ehemaligen assoziierten

Unternehmen behält, zum beizulegenden Zeitwert. Unterschiedsbeträge zwischen dem Buchwert

des Anteils am assoziierten Unternehmen zum Zeitpunkt des Verlustes des maßgeblichen Einflusses

und dem beizulegenden Zeitwert der behaltenen Anteile sowie den Veräußerungserlösen werden in

der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

c) Fremdwährungsumrechnung

Der EWE-Konzernabschluss wird in Euro, der funktionalen Währung des Mutterunternehmens, aufgestellt.

Jedes Unternehmen innerhalb des EWE-Konzerns legt seine eigene funktionale Währung fest.

Die im Abschluss des jeweiligen Unternehmens enthaltenen Posten werden unter Verwendung dieser

funktionalen Währung bewertet.

Fremdwährungstransaktionen und Salden

Fremdwährungstransaktionen werden von den Konzernunternehmen zunächst zu dem am Tag des

Geschäftsvorfalls jeweils gültigen Kassakurs in die funktionale Währung umgerechnet.

Monetäre Vermögenswerte und Schulden in einer Fremdwährung werden zu jedem Stichtag unter

Verwendung des Stichtagskassakurses in die funktionale Währung umgerechnet.

Alle Umrechnungsdifferenzen werden erfolgswirksam erfasst. Hiervon ausgenommen sind monetäre

Posten, die als Teil einer Absicherung der Nettoinvestition des EWE-Konzerns in einen ausländischen

Geschäftsbetrieb designiert sind. Diese werden bis zur Veräußerung der Nettoinvestition im Sonstigen

Ergebnis und erst bei deren Abgang in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert. Aus den Umrechnungsdifferenzen

dieser monetären Posten resultierende Steuern werden ebenfalls direkt im Sonstigen

Ergebnis erfasst.

Nicht-monetäre Posten, die zu historischen Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten in einer Fremdwährung

bewertet werden, werden mit dem Kurs am Tag des Geschäftsvorfalls umgerechnet. Nicht-monetäre

Posten, die mit ihrem beizulegenden Zeitwert in einer Fremdwährung bewertet werden, werden mit dem

Kurs umgerechnet, der zum Zeitpunkt der Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts gültig ist.

Konzernunternehmen

Die Vermögenswerte und Schulden der ausländischen Geschäftsbetriebe werden im Rahmen der Konsolidierung

zum Stichtagskurs in Euro umgerechnet. Die Umrechnung von Erträgen und Aufwendungen

erfolgt zum Kurs am Tag des jeweiligen Geschäftsvorfalls. Die im Rahmen der Konsolidierung hieraus

resultierenden Umrechnungsdifferenzen werden im Sonstigen Ergebnis erfasst. Der für einen ausländischen

Geschäftsbetrieb im Sonstigen Ergebnis erfasste Betrag wird bei der Veräußerung dieses ausländischen

Geschäftsbetriebs in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert.

Jeglicher im Zusammenhang mit dem Erwerb eines ausländischen Geschäftsbetriebs nach dem 1. Januar

2005 entstehende Geschäfts- oder Firmenwert und jegliche am beizulegenden Zeitwert ausgerichtete

Anpassungen der Buchwerte der Vermögenswerte und Schulden, die aus dem Erwerb dieses ausländischen

Geschäftsbetriebs resultieren, werden als Vermögenswerte und Schulden des ausländischen Geschäftsbetriebs

behandelt und zum Stichtagskurs umgerechnet.


82

EWE gEschäftsbEricht 2011

Nachstehende Wechselkurse wurden bei der Umrechnung der Einzelabschlüsse in fremder Währung

angewandt:

1 Euro Stichtagskurs Durchschnittskurs

31.12.2011 31.12.2010 2011 2010

Polnische Zloty (PLN) 4,46 3,96 4,12 3,99

türkische Lira (tRY) 2,44 2,06 2,34 2,00

d) Ertragsrealisierung

Erträge werden erfasst, wenn es wahrscheinlich ist, dass der wirtschaftliche Nutzen dem Konzern zufließen

wird und die Höhe der Erträge verlässlich bestimmt werden kann, unabhängig vom Zeitpunkt der

Zahlung. Erträge werden zum beizulegenden Zeitwert der erhaltenen Gegenleistung oder zu beanspruchenden

Gegenleistung unter Berücksichtigung vertraglich festgelegter Zahlungsbedingungen bewertet,

wobei Steuern oder andere Abgaben unberücksichtigt bleiben. Der EWE-Konzern hat seine Geschäftsbeziehungen

analysiert, um festzustellen, ob er als Auftraggeber oder Vermittler handelt. Die Ertragsrealisierung

setzt darüber hinaus die Erfüllung nachfolgend aufgelisteter Ansatzkriterien voraus:

Verkauf von Gütern

Erträge werden erfasst, wenn die mit dem Eigentum an den verkauften Gütern verbundenen maßgeblichen

Chancen und Risiken auf den Käufer übergegangen sind. Dies tritt in der Regel mit der Lieferung

der Güter ein.

Bei der Belieferung der Kunden mit Strom und Gas ist der Übergang der maßgeblichen Chancen und Risiken

auf den Käufer gegeben, wenn der Zählerdurchfluss erfolgt ist. Da die Zählerstände zum Stichtag nicht

zeitnah abgelesen werden können, werden Teile der Umsätze auf Basis statistischer Verfahren ermittelt.

Die von den Konzerngesellschaften gezahlte Strom- und Energiesteuer wird offen von den Umsatzerlösen

abgesetzt.

Erbringung von Dienstleistungen

Telekommunikationsleistungen sowie IT-Dienstleistungen des EWE-Konzerns werden zeitnah periodisch

abgerechnet. Die Umsatzrealisierung erfolgt im Zeitpunkt der Leistungserbringung.

Erlöse aus Fertigungsaufträgen (im Berichtsjahr 3,6 Mio. Euro, Vorjahr 2,7 Mio. Euro) werden nach dem

Leistungsfortschritt vereinnahmt. Der Leistungsfortschritt bzw. Fertigstellungsgrad eines Auftrags bestimmt

sich nach dem Verhältnis der angefallenen Auftragskosten zu den am Stichtag geschätzten gesamten

Auftragskosten. Kann das Ergebnis eines Auftrags nicht verlässlich geschätzt werden, werden

Erträge nur in Höhe der angefallenen erstattungsfähigen Aufwendungen erfasst.

Die Forderungen aus Auftragsfertigung setzen sich zusammen aus den Nettobeträgen

• der angefallenen Kosten zuzüglich der ausgewiesenen Gewinne abzüglich

• der Summe der ausgewiesenen Verluste und der Teilabrechnungen

für alle Fertigungsaufträge, für die die angefallenen Kosten zuzüglich der ausgewiesenen Gewinne (abzüglich

der ausgewiesenen Verluste) die Teilabrechnungen übersteigen. Übersteigen die Teilabrechnungen

die angefallenen Kosten zuzüglich der ausgewiesenen Gewinne (abzüglich der ausgewiesenen Verluste),

so erfolgt der Ausweis passivisch unter den „Sonstigen kurzfristigen Verbindlichkeiten“.


Konzernabschluss 83

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wenn es wahrscheinlich ist, dass die Gesamtkosten die Gesamterträge eines Fertigungsauftrages übersteigen,

werden die drohenden Verluste sofort als Aufwand erfasst, indem sie mindernd in den Saldo des

Fertigungsauftrages einbezogen werden. Die drohenden Verluste umfassen nur die am Stichtag zukünftig

noch zu erwartenden Verluste.

Die ratierliche Auflösung der Baukostenzuschüsse der Kunden über den Zeitraum der Nutzungsdauer

von Hausanschlüssen wird in den Umsatzerlösen berücksichtigt.

Zinserträge

Bei allen zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten Finanzinstrumenten werden Zinserträge und

Zinsaufwendungen anhand des Effektivzinssatzes erfasst; dabei handelt es sich um den Kalkulationszinssatz,

mit dem die geschätzten künftigen Ein- und Auszahlungen über die erwartete Laufzeit des Finanzinstruments

oder gegebenenfalls eine kürzere Periode exakt auf den Nettobuchwert des finanziellen

Vermögenswerts oder der finanziellen Verbindlichkeit abgezinst werden. Zinserträge werden in der Gewinn-

und Verlustrechnung ausgewiesen.

Nutzungsentgelte

Erträge aus Nutzungsentgelten werden gemäß dem wirtschaftlichen Gehalt der relevanten Vereinbarungen

abgegrenzt und zeitanteilig erfasst.

Dividendenerträge

Erträge werden mit der Entstehung des Rechtsanspruchs auf Zahlung erfasst.

e) Zuwendungen der öffentlichen Hand

Zuwendungen der öffentlichen Hand werden erfasst, wenn hinreichende Sicherheit dafür besteht,

dass die Zuwendungen gewährt werden und das Unternehmen die damit verbundenen Bedingungen

erfüllt. Aufwandsbezogene Zuwendungen werden planmäßig als Ertrag über den Zeitraum erfasst, der

erforderlich ist, um sie mit den entsprechenden Aufwendungen, die sie kompensieren sollen, zu verrechnen.

Zuwendungen für einen Vermögenswert werden in der Bilanz als passivischer Abgrenzungsposten

angesetzt und in gleichen Raten über die geschätzte Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts

ertragswirksam aufgelöst.

Erhält der EWE-Konzern nicht-monetäre Zuwendungen, werden der Vermögenswert und die Zuwendung

zum Nominalwert erfasst und soweit möglich in gleichen jährlichen Raten über die geschätzte

Nutzungsdauer des entsprechenden Vermögenswerts ertragswirksam aufgelöst.

f) Steuern

Tatsächliche Ertragsteuern

Die tatsächlichen Steuererstattungsansprüche und Steuerschulden für die laufende Periode werden

mit dem Betrag bemessen, in dessen Höhe eine Erstattung von der Steuerbehörde bzw. eine Zahlung

an die Steuerbehörde erwartet wird. Der Berechnung des Betrags werden die Steuersätze und Steuergesetze

zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag in den Ländern gelten, in denen der EWE-Konzern

tätig ist und zu versteuerndes Einkommen erzielt.

Tatsächliche Steuern, die sich auf Posten beziehen, die direkt im Eigenkapital verbucht werden, werden

nicht in der Gewinn- und Verlustrechnung, sondern im Eigenkapital erfasst. Das Management beurteilt

regelmäßig einzelne Steuersachverhalte dahingehend, ob in Anbetracht geltender steuerlicher Vorschriften

ein Interpretationsspielraum vorhanden ist. Bei Bedarf werden Steuerrückstellungen angesetzt.


84

EWE gEschäftsbEricht 2011

Latente Steuern

Die Bildung latenter Steuern erfolgt unter Anwendung der Liability-Methode auf zum Abschlussstichtag

bestehende temporäre Differenzen zwischen dem Wertansatz eines Vermögenswerts bzw. einer

Schuld in der Bilanz und dem Steuerbilanzwert.

Latente Steuerschulden werden für alle zu versteuernden temporären Differenzen erfasst, mit Ausnahme von

• latenten Steuerschulden aus dem erstmaligen Ansatz eines Geschäfts- oder Firmenwerts oder eines

Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall, der kein Unternehmenszusammenschluss

ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche Periodenergebnis

noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

• latenten Steuerschulden aus zu versteuernden temporären Differenzen, die in Zusammenhang mit

Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen

stehen, wenn der zeitliche Verlauf der Umkehrung der temporären Differenzen gesteuert

werden kann und es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer Zeit

nicht umkehren werden.

Latente Steueransprüche werden für alle abzugsfähigen temporären Unterschiede, noch nicht genutzten

steuerlichen Verlustvorträge und nicht genutzten Steuergutschriften in dem Maße erfasst, in dem es

wahrscheinlich ist, dass zu versteuerndes Einkommen verfügbar sein wird, gegen das die abzugsfähigen

temporären Differenzen und die noch nicht genutzten steuerlichen Verlustvorträge und Steuergutschriften

verwendet werden können, mit Ausnahme von

• latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die aus dem erstmaligen Ansatz

eines Vermögenswerts oder einer Schuld aus einem Geschäftsvorfall entstehen, der kein Unternehmenszusammenschluss

ist und der zum Zeitpunkt des Geschäftsvorfalls weder das handelsrechtliche

Periodenergebnis noch das zu versteuernde Ergebnis beeinflusst,

• latenten Steueransprüchen aus abzugsfähigen temporären Differenzen, die im Zusammenhang mit

Beteiligungen an Tochterunternehmen, assoziierten Unternehmen und Anteilen an Gemeinschaftsunternehmen

stehen, wenn es wahrscheinlich ist, dass sich die temporären Unterschiede in absehbarer

Zeit nicht umkehren werden oder kein ausreichendes zu versteuerndes Ergebnis zur Verfügung

stehen wird, gegen das die temporären Differenzen verwendet werden können.

Der Buchwert der latenten Steueransprüche wird an jedem Abschlussstichtag überprüft und in dem

Umfang reduziert, in dem es nicht mehr wahrscheinlich ist, dass ein ausreichendes zu versteuerndes

Ergebnis zur Verfügung stehen wird, gegen das der latente Steueranspruch zumindest teilweise verwendet

werden kann. Nicht angesetzte latente Steueransprüche werden an jedem Abschlussstichtag

überprüft und in dem Umfang angesetzt, in dem es wahrscheinlich geworden ist, dass ein künftig zu

versteuerndes Ergebnis die Realisierung des latenten Steueranspruchs ermöglicht.

Latente Steueransprüche und -schulden werden anhand der Steuersätze bemessen, die in der Periode,

in der ein Vermögenswert realisiert wird oder eine Schuld erfüllt wird, voraussichtlich Gültigkeit erlangen

werden. Dabei werden die Steuersätze (und Steuergesetze) zugrunde gelegt, die zum Abschlussstichtag

gelten.

Latente Steuern, die sich auf Posten beziehen, die erfolgsneutral erfasst werden, werden ebenfalls

erfolgsneutral verbucht. Latente Steuern werden dabei entsprechend dem ihnen zugrunde liegenden

Geschäftsvorfall entweder im Sonstigen Ergebnis oder direkt im Eigenkapital erfasst.


Konzernabschluss 85

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Latente Steueransprüche und latente Steuerschulden werden miteinander verrechnet, wenn der EWE-

Konzern einen einklagbaren Anspruch zur Aufrechnung der tatsächlichen Steuererstattungsansprüche

gegen tatsächliche Steuerschulden hat und diese sich auf Ertragsteuern des gleichen Steuersubjekts

beziehen, die von der gleichen Steuerbehörde erhoben werden.

Im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbene latente Steuervorteile, die die Kriterien

für einen gesonderten Ansatz zum Zeitpunkt des Erwerbs nicht erfüllen, werden in Folgeperioden angesetzt,

sofern sich dies aus neuen Informationen über Fakten und Umstände, die zum Erwerbszeitpunkt

bestanden, ergibt. Die Anpassung wird entweder als Minderung des Geschäfts- oder Firmenwerts behandelt,

sofern diese während des Bewertungszeitraums entsteht (und solange sie den Geschäfts- oder

Firmenwert nicht übersteigt), oder im Ergebnis.

Umsatzsteuer

Erträge, Aufwendungen und Vermögenswerte werden nach Abzug der Umsatzsteuer erfasst. Eine Ausnahme

bilden folgende Fälle:

• Wenn die beim Kauf von Vermögenswerten oder der Inanspruchnahme von Dienstleistungen angefallene

Umsatzsteuer nicht von der Steuerbehörde zurückgefordert werden kann, wird die Umsatzsteuer

als Teil der Herstellungskosten des Vermögenswerts bzw. als Teil der Aufwendungen erfasst.

• Forderungen und Verbindlichkeiten werden mitsamt dem darin enthaltenen Umsatzsteuerbetrag

angesetzt.

Der Umsatzsteuerbetrag, der von der Steuerbehörde zu erstatten oder an diese abzuführen ist, wird in

der Bilanz unter den Forderungen bzw. Verbindlichkeiten ausgewiesen.

g) Zur Veräußerung gehaltene langfristige Vermögenswerte und aufgegebene Geschäftsbereiche

Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte langfristige Vermögenswerte und Veräußerungsgruppen sind

mit dem niedrigeren Wert aus Buchwert und beizulegendem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten

zu bewerten. Langfristige Vermögenswerte oder Veräußerungsgruppen werden als zur Veräußerung gehalten

klassifiziert, wenn der zugehörige Buchwert überwiegend durch ein Veräußerungsgeschäft und

nicht durch fortgesetzte Nutzung realisiert wird. Dies ist nur dann der Fall, wenn die Veräußerung höchstwahrscheinlich

und der Vermögenswert oder die Veräußerungsgruppe im gegenwärtigen Zustand sofort

veräußerbar ist. Das Management muss die Veräußerung beschlossen haben, die erwartungsgemäß

innerhalb von einem Jahr ab dem Zeitpunkt der Klassifizierung für eine Erfassung als abgeschlossener

Verkauf in Betracht kommen muss.

Als zur Veräußerung gehalten klassifizierte Sachanlagen und immaterielle Vermögenswerte werden

nicht planmäßig abgeschrieben.

Wird die Veräußerungsabsicht aufgegeben, ist zu diesem Zeitpunkt der betroffene Vermögenswert oder

die betroffene Veräußerungsgruppe mit dem niedrigeren der beiden folgenden Werte anzusetzen:

• fortgeführter ursprünglicher Buchwert,

• erzielbarer Betrag im Sinne von IAS 36.

Ein durch die Reklassifizierung entstehender Bewertungsunterschied ist erfolgswirksam zu buchen.


86

EWE gEschäftsbEricht 2011

h) Sachanlagen

Die Bilanzierung der Sachanlagen erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten einschließlich bestehender,

zum Barwert bewerteter Rekultivierungs- und Entfernungsverpflichtungen, abzüglich kumulierter

planmäßiger Abschreibungen und / oder kumulierter Wertminderungsaufwendungen. Die

Herstellungskosten enthalten neben den direkt zurechenbaren Einzelkosten auch direkt zurechenbare

Gemeinkosten.

Nachträgliche Anschaffungs- / Herstellungskosten, zum Beispiel aufgrund von Erweiterungs- oder

Ersatzinvestitionen, werden nur dann als Teil der Anschaffungs- / Herstellungskosten des Vermögenswerts

oder – sofern einschlägig – als separater Vermögenswert erfasst, wenn es wahrscheinlich ist,

dass daraus dem EWE-Konzern zukünftig wirtschaftlicher Nutzen zufließen wird und die Kosten des

Vermögenswerts zuverlässig ermittelt werden können. Aufwendungen für Reparaturen und Wartungen,

die keine wesentliche Ersatzinvestition darstellen (day-to-day servicing), werden in dem Geschäftsjahr

aufwandswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in dem sie angefallen sind.

Die Bilanzierung von Explorationsbohrungen zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten erfolgt nach

der Successful-Efforts-Methode. Falls eine Explorationsbohrung fündig wird, erfolgt eine Aktivierung

sämtlicher auf diese Bohrung entfallenden Kosten. Alle weiteren Ausgaben, wie Seismik und Geologie,

werden als Aufwand erfasst.

Die Vermögenswerte des Sachanlagevermögens werden – mit Ausnahme von Grund und Boden – linear

abgeschrieben. Im Bereich der Gasexploration und -produktion werden auch leistungsabhängige Abschreibungen

vorgenommen. Aufgrund des Nutzenverlaufs des Gasvorkommens in Abhängigkeit der jeweils

ausgeförderten Menge wird die Unit of Production-Methode zur Abbildung der Nutzungsdauer berücksichtigt.

Der Prozentsatz wird dabei auf den jeweiligen Restbuchwert am Anfang der Periode angewendet.

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

bauten bis zu 50

technische Anlagen und Maschinen

Stromversorgungsanlagen 8 – 45

Gasversorgungsanlagen 10 – 55

Sonstige technische Anlagen und Maschinen 3 – 50

Gasspeicher 33 – 40

Andere Anlagen, betriebs- und Geschäftsausstattung 5 – 14

Sachanlagen werden entweder bei Abgang ausgebucht oder dann, wenn aus der weiteren Nutzung

oder Veräußerung des angesetzten Vermögenswerts kein wirtschaftlicher Nutzen mehr erwartet wird.

Die aus der Ausbuchung des Vermögenswerts resultierenden Gewinne oder Verluste werden als Differenz

zwischen dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in

der Periode erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst, in der der Vermögenswert

ausgebucht wird.

Die Restbuchwerte, Nutzungsdauern und Abschreibungsmethoden der Vermögenswerte werden am

Ende eines jeden Wirtschaftsjahres überprüft und bei Bedarf prospektiv angepasst.

jahre


Konzernabschluss 87

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

i) Leasingverhältnisse

Die Feststellung, ob eine Vereinbarung ein Leasingverhältnis enthält, wird auf Basis des wirtschaftlichen

Gehalts der Vereinbarung zum Zeitpunkt des Abschlusses der Vereinbarung getroffen und erfordert

eine Einschätzung, ob die Erfüllung der vertraglichen Vereinbarung von der Nutzung eines bestimmten

Vermögenswerts oder bestimmter Vermögenswerte abhängig ist und ob die Vereinbarung ein Recht

auf die Nutzung des Vermögenswerts einräumt, selbst wenn dieses Recht in einer Vereinbarung nicht

ausdrücklich festgelegt ist.

Bei Leasingvereinbarungen, die vor dem 1. Januar 2005 abgeschlossen wurden, gilt in Übereinstimmung

mit den Übergangsvorschriften von IFRIC 4 der 1. Januar 2005 als Zeitpunkt des Abschlusses der

Leasingvereinbarung.

Finanzierungs-Leasingverhältnisse, bei denen im Wesentlichen alle mit dem Eigentum verbundenen

Chancen und Risiken am Leasinggegenstand auf den Konzern übertragen werden, führen zur Aktivierung

des Leasinggegenstands zu Beginn der Laufzeit des Leasingverhältnisses. Der Leasinggegenstand

wird mit seinem beizulegenden Zeitwert angesetzt oder mit dem Barwert der Mindestleasingzahlungen,

sofern dieser Wert niedriger ist. Leasingzahlungen werden derart in Finanzierungsaufwendungen

und den Tilgungsanteil der Restschuld aufgeteilt, dass sich über die Laufzeit des Leasingverhältnisses

ein konstanter Zinssatz auf die verbliebene Leasingverbindlichkeit ergibt. Finanzierungsaufwendungen

werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Leasinggegenstände werden über die Nutzungsdauer des Gegenstands abgeschrieben. Ist der Eigentumsübergang

auf den EWE-Konzern am Ende der Laufzeit des Leasingverhältnisses jedoch nicht hinreichend

sicher, wird der Leasinggegenstand über den kürzeren der beiden Zeiträume aus erwarteter

Nutzungsdauer und Laufzeit des Leasingverhältnisses vollständig abgeschrieben.

Leasingzahlungen für Operating-Leasingverhältnisse werden linear über die Laufzeit des Leasingverhältnisses

als Aufwand in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

j) Fremdkapitalkosten

Fremdkapitalkosten, die direkt dem Erwerb, dem Bau oder der Herstellung eines Vermögenswerts zugeordnet

werden können, für den ein beträchtlicher Zeitraum erforderlich ist, um ihn in seinen beabsichtigten

gebrauchs- oder verkaufsfähigen Zustand zu versetzen, werden als Teil der Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten des entsprechenden Vermögenswerts aktiviert. Alle sonstigen Fremdkapitalkosten

werden in der Periode als Aufwand erfasst, in der sie angefallen sind. Fremdkapitalkosten sind Zinsen

und sonstige Kosten, die einem Unternehmen im Zusammenhang mit der Aufnahme von Fremdkapital

entstehen.

k) Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten einschließlich Nebenkosten bewertet. Die Kosten für den Ersatz eines Teils einer

als Finanzinvestition gehaltenen Immobilie werden im Zeitpunkt ihres Anfalls in den Buchwert dieser

Immobilie einbezogen, sofern die Ansatzkriterien erfüllt sind. Der Buchwert beinhaltet nicht die Kosten

der laufenden Instandhaltung der Immobilien. Im Rahmen der Folgebewertung werden die als Finanzinvestition

gehaltenen Immobilien zu fortgeführten Anschaffungs- und Herstellungskosten abzüglich

Wertminderungen angesetzt.

Als Finanzinvestition gehaltene Immobilien werden ausgebucht, wenn sie veräußert werden oder wenn

sie dauerhaft nicht mehr genutzt werden können und kein künftiger wirtschaftlicher Nutzen aus ihrem

Abgang mehr erwartet wird. Die Differenz zwischen den Nettoveräußerungserlösen und dem Buchwert

des Vermögenswerts wird in der Periode der Ausbuchung erfolgswirksam erfasst.


88

EWE gEschäftsbEricht 2011

Immobilien werden nur dann aus dem oder in den Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien

übertragen, wenn eine Nutzungsänderung vorliegt. Bei einer Übertragung aus dem Bestand der

als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien in den Bestand der vom Eigentümer selbst genutzten Immobilien

entsprechen die Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten für Zwecke der Folgebewertung dem

beizulegenden Zeitwert zum Zeitpunkt der Nutzungsänderung. Wird eine bislang selbst genutzte Immobilie

dem Bestand der als Finanzinvestition gehaltenen Immobilien zugeordnet, so wird diese Immobilie

bis zum Zeitpunkt der Nutzungsänderung entsprechend der im Abschnitt „Sachanlagen“ dargelegten

Methode bilanziert.

l) Immaterielle Vermögenswerte

Immaterielle Vermögenswerte, die nicht im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben

werden, werden bei der erstmaligen Erfassung zu Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten angesetzt.

Die Anschaffungskosten von im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworbenen

immateriellen Vermögenswerten entsprechen ihrem beizulegenden Zeitwert zum Erwerbszeitpunkt.

Die immateriellen Vermögenswerte werden in den Folgeperioden mit ihren Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten

abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter Wertminderungsaufwendungen,

falls vorhanden, angesetzt. Entwicklungskosten werden mit Ausnahme ihres aktivierungsfähigen Anteils

nicht aktiviert, sondern erfolgswirksam in der Periode erfasst, in der sie anfallen.

Es wird zwischen immateriellen Vermögenswerten mit begrenzter und solchen mit unbestimmter Nutzungsdauer

differenziert.

Immaterielle Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden über die wirtschaftliche Nutzungsdauer

abgeschrieben und auf eine mögliche Wertminderung überprüft, sofern Anhaltspunkte

dafür vorliegen, dass der immaterielle Vermögenswert wertgemindert sein könnte. Die Abschreibungsdauer

und die Abschreibungsmethode werden bei immateriellen Vermögenswerten mit einer begrenzten

Nutzungsdauer mindestens zum Ende jeder Berichtsperiode überprüft. Die aufgrund von änderungen

der erwarteten Nutzungsdauer oder des erwarteten Verbrauchs des zukünftigen wirtschaftlichen

Nutzens des Vermögenswerts erforderlichen änderungen der Abschreibungsmethode oder der Abschreibungsdauer

werden als änderungen von Schätzungen behandelt. Abschreibungen auf immaterielle

Vermögenswerte mit begrenzter Nutzungsdauer werden in der Gewinn- und Verlustrechnung

unter der Aufwandskategorie erfasst, die der Funktion des immateriellen Vermögenswerts im Unternehmen

entspricht.

Bei immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer wird mindestens einmal jährlich

für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden Einheit ein

Werthaltigkeitstest durchgeführt. Diese immateriellen Vermögenswerte werden nicht planmäßig abgeschrieben.

Die Nutzungsdauer eines immateriellen Vermögenswerts mit unbestimmter Nutzungsdauer

wird einmal jährlich dahingehend überprüft, ob die Einschätzung einer unbestimmten Nutzungsdauer

weiterhin gerechtfertigt ist. Ist dies nicht der Fall, wird die änderung der Einschätzung von

unbestimmter zu begrenzter Nutzungsdauer prospektiv vorgenommen.

Gewinne oder Verluste aus der Ausbuchung immaterieller Vermögenswerte werden als Differenz zwischen

dem Nettoveräußerungserlös und dem Buchwert des Vermögenswerts ermittelt und in der Periode, in

der der Vermögenswert ausgebucht wird, erfolgswirksam erfasst.

Warenzeichen und Lizenzen

Erworbene Warenzeichen und Lizenzen werden zu ihren historischen Anschaffungs- / Herstellungskosten

erfasst. Im Rahmen eines Unternehmenserwerbs erworbene Warenzeichen und Lizenzen werden am

Erwerbstag zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Warenzeichen und Lizenzen haben bestimmte Nutzungsdauern

und werden zu ihren Anschaffungs- / Herstellungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen

bewertet. Die Abschreibung erfolgt linear über eine geschätzte Nutzungsdauer von 15 bis 25 Jahren.


Konzernabschluss 89

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Erworbene Softwarelizenzen werden auf Basis der Kosten aktiviert, die beim Erwerb sowie für die

Vorbereitung der Software auf ihre beabsichtigte Nutzung anfallen. Diese Kosten werden über eine

geschätzte Nutzungsdauer von drei bis fünf Jahren abgeschrieben.

Vertragliche Kundenbeziehungen

Vertragliche Kundenbeziehungen, die im Rahmen eines Unternehmenszusammenschlusses erworben

wurden, werden zum beizulegenden Zeitwert am Erwerbstag bilanziert. Die vertraglichen Kundenbeziehungen

haben eine begrenzte Nutzungsdauer und werden zu fortgeführten Anschaffungskosten

abzüglich planmäßiger Abschreibungen bewertet. Abschreibungen erfolgen linear über die erwartete

Laufzeit der Kundenbeziehung.

Forschungs- und Entwicklungskosten

Forschungskosten werden als Aufwand in der Periode erfasst, in der sie anfallen. Entwicklungskosten

eines einzelnen Projekts werden nur dann als immaterieller Vermögenswert aktiviert, wenn der EWE-

Konzern Folgendes nachweisen kann:

• die technische Realisierbarkeit der Fertigstellung des immateriellen Vermögenswerts, die eine

interne Nutzung oder einen Verkauf des Vermögenswerts ermöglicht;

• die Absicht, den immateriellen Vermögenswert fertigzustellen, und die Fähigkeit, ihn zu nutzen

oder zu verkaufen;

• wie der Vermögenswert einen künftigen wirtschaftlichen Nutzen erzielen wird;

• die Verfügbarkeit von Ressourcen für Zwecke der Fertigstellung des Vermögenswerts;

• die Fähigkeit, die dem immateriellen Vermögenswert während seiner Entwicklung zuzurechnenden

Ausgaben zuverlässig ermitteln zu können.

Die Entwicklungskosten werden nach ihrem erstmaligen Ansatz unter Anwendung des Anschaffungskostenmodells,

d. h. zu Anschaffungskosten abzüglich kumulierter Abschreibungen und kumulierter

Wertminderungsaufwendungen, bilanziert. Die Abschreibung beginnt mit dem Abschluss der Entwicklungsphase

und ab dem Zeitpunkt, ab dem der Vermögenswert genutzt werden kann. Sie erfolgt über

den Zeitraum, über den künftiger Nutzen zu erwarten ist. Während der Entwicklungsphase wird jährlich

ein Werthaltigkeitstest durchgeführt.

Die Entwicklungsaufwendungen im EWE-Konzern erfüllen derzeit nicht die Ansatzvoraussetzungen des

IAS 38 und bleiben daher außer Ansatz.

Emissionsrechte

Der EWE-Konzern erhält jährlich unentgeltlich Emissionsrechte im Rahmen des europäischen Systems

für den Handel mit Emissionszertifikaten. Im Gegenzug ist der Konzern zur Rückgabe von einer dem

Emissionsausstoß im Vorjahr entsprechenden Menge an Emissionsberechtigungen verpflichtet.

Emissionsrechte (CO 2-Zertifikate) werden als immaterielle Vermögenswerte unter den sonstigen kurzfristigen

Forderungen ausgewiesen. Die dem Teilkonzern swb unentgeltlich zugeteilten Emissionsrechte

werden im Ausgabezeitpunkt mit einem Wert von 0,0 Euro angesetzt. Die Zugangsbewertung bei entgeltlichem

Erwerb erfolgt mit den Anschaffungskosten, die Folgebewertung zu fortgeführten durchschnittlichen

Anschaffungskosten, wobei stets ein Vergleich mit dem Marktwert durchgeführt wird. Für die

am Bilanzstichtag vorhandenen Emissionsrechte, die im Folgejahr nach Maßgabe des effektiven Verbrauchs

zur Rückgabe vorgesehen sind, ist eine Verbindlichkeit zu bilden. Bewertet wird diese mit den

fortgeführten Anschaffungskosten der vorhandenen Rechte. Sofern sich am Bilanzstichtag eine Unterdeckung

an Emissionszertifikaten ergibt, wird eine Rückstellung in Höhe des Marktwerts der noch zu

beschaffenden Emissionsrechte gebildet.


90

EWE gEschäftsbEricht 2011

Den planmäßigen linearen Abschreibungen liegen folgende Nutzungsdauern der Vermögenswerte zugrunde:

Konzessionen, Lizenzen und Rechte 15 – 25

Computersoftware und Lizenzen 3 – 5

Kundenstamm 5 – 17

Die Begrenzung der Nutzungsdauer der immateriellen Vermögenswerte, wie Software, Lizenzen, Kundenstamm,

Nutzungs- und Betriebskonzessionen, orientiert sich an wirtschaftlichen Aspekten oder

vertraglichen Gegebenheiten.

m) Finanzinstrumente – Erstmalige Erfassung und Folgebewertung

I. Finanzielle Vermögenswerte

Erstmalige Erfassung und Bewertung

Finanzielle Vermögenswerte im Sinne von IAS 39 werden entweder als finanzielle Vermögenswerte,

die erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden, als Ausleihungen und Forderungen,

als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen, als zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

oder als Derivate, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv

sind, klassifiziert. Der EWE-Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Vermögenswerte mit

dem erstmaligen Ansatz fest.

Finanzielle Vermögenswerte werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert bewertet.

Im Falle von Finanzinvestitionen, die nicht als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet

klassifiziert sind, werden darüber hinaus Transaktionskosten berücksichtigt, die direkt dem Erwerb der

Vermögenswerte zuzurechnen sind.

Käufe oder Verkäufe finanzieller Vermögenswerte, die die Lieferung der Vermögenswerte innerhalb

eines Zeitraums vorsehen, der durch Vorschriften oder Konventionen des jeweiligen Marktes festgelegt

wird (marktübliche Käufe), werden am Handelstag erfasst, d. h. am Tag, an dem der EWE-Konzern die

Verpflichtung zum Kauf oder Verkauf des Vermögenswerts eingegangen ist.

Die finanziellen Vermögenswerte des EWE-Konzerns umfassen Zahlungsmittel und kurzfristige Einlagen,

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, Forderungen aus ausgereichten Darlehen und sonstige

Forderungen, notierte und nicht notierte Finanzinstrumente sowie derivative Finanzinstrumente.

Folgebewertung

Die Folgebewertung von finanziellen Vermögenswerten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte

Die Gruppe der erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewerteten finanziellen Vermögenswerte

enthält die zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte sowie finanzielle Vermögenswerte,

die beim erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft

werden. Finanzielle Vermögenswerte werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für

Zwecke der Veräußerung oder des Rückkaufs in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie

umfasst vom EWE-Konzern abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente

in Sicherungsbeziehungen gemäß IAS 39 designiert sind. Derivate, einschließlich getrennt

erfasster eingebetteter Derivate, werden ebenfalls als zu Handelszwecken gehalten eingestuft.

jahre


Konzernabschluss 91

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Vermögenswerte werden in der

Bilanz zum beizulegenden Zeitwert erfasst, wobei änderungen des beizulegenden Zeitwerts in der

Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen werden.

Der EWE-Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Vermögenswerte als erfolgswirksam

zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft.

Der EWE-Konzern bewertet seine zu Handelszwecken gehaltenen finanziellen Vermögenswerte (mit

Ausnahme von Derivaten) dahingehend, ob weiterhin die Absicht besteht, diese in naher Zukunft zu

veräußern. Wenn der EWE-Konzern diese finanziellen Vermögenswerte aufgrund inaktiver Märkte nicht

handeln kann und die Absicht des Managements, diese in absehbarer Zukunft zu veräußern, aufgegeben

wird, kann der EWE-Konzern beschließen, diese finanziellen Vermögenswerte unter bestimmten Umständen

umzugliedern. Die Umgliederung in Ausleihungen und Forderungen, zur Veräußerung verfügbar

oder bis zur Endfälligkeit zu haltend, ist abhängig von der Art des Vermögenswerts. Diese Umgliederung

wirkt sich nicht auf die finanziellen Vermögenswerte aus, die in Ausübung der Fair Value-Option als

erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft wurden; diese Instrumente können

nach erstmaliger Erfassung nicht reklassifiziert werden.

In Basisverträge eingebettete Derivate werden separat bilanziert und zum beizulegenden Zeitwert erfasst,

wenn ihre wirtschaftlichen Merkmale und Risiken nicht eng mit denen der Basisverträge verbunden

sind und die Basisverträge nicht zu Handelszwecken gehalten oder nicht als erfolgswirksam zum

beizulegenden Zeitwert designiert werden. Diese eingebetteten Derivate werden zum beizulegenden

Zeitwert bewertet, wobei änderungen des beizulegenden Zeitwerts erfolgswirksam erfasst werden. Eine

Neubeurteilung erfolgt nur bei einer änderung von Vertragsbedingungen, wenn es dadurch zu einer

signifikanten änderung der Zahlungsströme kommt, die sich sonst aus dem Vertrag ergeben hätten.

Ausleihungen und Forderungen

Ausleihungen und Forderungen sind nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder bestimmbaren

Zahlungen, die nicht in einem aktiven Markt notiert sind. Nach ihrer erstmaligen Erfassung

werden solche finanziellen Vermögenswerte im Rahmen einer Folgebewertung zu fortgeführten Anschaffungskosten

unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei

Akquisition sowie Gebühr oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes

darstellen. Der Ertrag aus der Amortisation unter Anwendung der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn-

und Verlustrechnung enthalten. Die Verluste aus einer Wertminderung werden in der Gewinn- und Verlustrechnung

erfasst. Dieser Kategorie wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige

finanzielle Forderungen, Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente zugeordnet.

Bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen

Nicht-derivative finanzielle Vermögenswerte mit festen oder ermittelbaren Zahlungsbeträgen und festen

Fälligkeitsterminen werden als bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestition klassifiziert, wenn der

Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, diese bis zur Fälligkeit zu halten. Nach ihrer erstmaligen

Erfassung werden bis zur Endfälligkeit zu haltende Finanzinvestitionen zu fortgeführten Anschaffungskosten

unter Anwendung der Effektivzinsmethode und abzüglich etwaiger Wertminderungen bewertet.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition

sowie Gebühr oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen.

Der Ertrag aus der Amortisation unter Anwendung der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn-

und Verlustrechnung enthalten. Die Verluste aus einer Wertminderung werden in der Gewinn- und

Verlustrechnung erfasst. Der EWE-Konzern hatte während der Geschäftsjahre zum 31. Dezember 2011

und 2010 keine bis zur Endfälligkeit zu haltenden Finanzinvestitionen.


92

EWE gEschäftsbEricht 2011

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte (Available-For-Sale – AfS) enthalten Eigenkapitalinstrumente

und Schuldtitel. Bei den als zur Veräußerung gehalten eingestuften Eigenkapitalinstrumenten

handelt es sich um diejenigen, die weder als zu Handelszwecken gehalten noch erfolgswirksam

zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft sind. Bei den Schuldtiteln in dieser Kategorie

handelt es sich um diejenigen, die für einen unbestimmten Zeitraum gehalten werden sollen und die

als Reaktion auf Liquiditätsbedarf oder änderungen der Marktbedingungen verkauft werden können.

Nach der erstmaligen Bewertung werden zur Veräußerung gehaltene finanzielle Vermögenswerte in den

folgenden Perioden zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Nicht realisierte Gewinne oder Verluste werden

im Sonstigen Ergebnis erfasst und in der sonstigen Rücklage kumuliert ausgewiesen. Wenn ein solcher

Vermögenswert ausgebucht wird, wird der kumulierte Gewinn oder Verlust in die Gewinn- und Verlustrechnung

umgegliedert. Wenn ein Vermögenswert wertgemindert ist, wird der kumulierte Verlust erfolgswirksam

in die Gewinn- und Verlustrechnung umgegliedert und aus der sonstigen Rücklage ausgebucht.

Der EWE-Konzern beurteilt bei seinen zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerten,

ob die Möglichkeit und Absicht, diese in naher Zukunft zu veräußern, noch angemessen ist. Wenn der

EWE-Konzern diese finanziellen Vermögenswerte aufgrund inaktiver Märkte nicht handeln kann und

die Absicht des Managements, diese in absehbarer Zukunft zu verkaufen, sich wesentlich ändert, kann

der EWE-Konzern beschließen, diese finanziellen Vermögenswerte unter ganz bestimmten Umständen

umzugliedern. Die Umgliederung in die Kategorie Ausleihungen und Forderungen ist dann gestattet,

wenn der finanzielle Vermögenswert die Definition von Ausleihungen und Forderungen erfüllt und der

EWE-Konzern die Absicht hat und in der Lage ist, diesen Vermögenswert auf absehbare Zeit oder bis

zu seiner Fälligkeit zu halten. Die Umgliederung in die Kategorie der bis zur Endfälligkeit zu haltenden

Finanzinvestitionen ist nur dann gestattet, wenn das Unternehmen in der Lage ist und die Absicht hat,

den finanziellen Vermögenswert entsprechend zu halten.

Bei einem finanziellen Vermögenswert, der aus der Kategorie zur Veräußerung verfügbar umgegliedert

wurde, wird der beizulegende Zeitwert zum Zeitpunkt der Umgliederung als neuer Buchwert des Vermögenswerts

bestimmt und alle mit diesem Vermögenswert verbundenen früheren Gewinne oder Verluste,

die erfolgsneutral im Eigenkapital kumuliert wurden, werden über die Restlaufzeit der Finanzinvestition

unter Anwendung der Effektivzinsmethode erfolgswirksam aufgelöst. Die Differenzen zwischen den

neuen fortgeführten Anschaffungskosten und den erwarteten Zahlungsströmen sind mittels der Effektivzinsmethode

über die Restlaufzeit des Vermögenswerts aufzulösen. Wird nachträglich eine Wertminderung

des Vermögenswerts festgestellt, ist der direkt im Eigenkapital kumulierte Betrag in die Gewinn-

und Verlustrechnung umzugliedern. Dieser Kategorie wurden im EWE-Konzern Anteile an verbundenen

Unternehmen, sonstige Beteiligungen und Wertpapiere zugeordnet.

Ausbuchung

Ein finanzieller Vermögenswert (bzw. ein Teil eines finanziellen Vermögenswerts oder ein Teil einer Gruppe

ähnlicher finanzieller Vermögenswerte) wird ausgebucht, wenn eine der folgenden Voraussetzungen

erfüllt ist:

• Die vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cash Flows aus einem finanziellen Vermögenswert sind

erloschen.

• Der EWE-Konzern hat seine vertraglichen Rechte auf den Bezug von Cash Flows aus dem finanziellen

Vermögenswert an Dritte übertragen oder eine vertragliche Verpflichtung zur sofortigen Zahlung des

Cash Flows an eine dritte Partei im Rahmen einer Vereinbarung, die die Bedingungen in IAS 39.19

erfüllt (sog. Durchleitungsvereinbarung), übernommen und dabei entweder (a) im Wesentlichen alle

Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen Vermögenswert verbunden sind, übertragen

oder (b) zwar im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die mit dem Eigentum am finanziellen

Vermögenswert verbunden sind, weder übertragen noch zurückbehalten, jedoch die Verfügungsmacht

an dem Vermögenswert übertragen.


Konzernabschluss 93

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Wenn der EWE-Konzern seine vertraglichen Rechte auf Cash Flows aus einem Vermögenswert überträgt

oder eine Durchleitungsvereinbarung eingeht und dabei im Wesentlichen alle Chancen und Risiken, die

mit dem Eigentum an diesem Vermögenswert verbunden sind, weder überträgt noch zurückbehält, jedoch

die Verfügungsmacht an dem übertragenen Vermögenswert behält, erfasst der EWE-Konzern einen

Vermögenswert im Umfang seines anhaltenden Engagements. In diesem Fall erfasst der EWE-Konzern

auch eine damit verbundene Verbindlichkeit. Der übertragene Vermögenswert und die damit verbundene

Verbindlichkeit werden so bewertet, dass den Rechten und Verpflichtungen, die der EWE-Konzern

behalten hat, Rechnung getragen wird.

Wenn das anhaltende Engagement der Form nach den übertragenen Vermögenswert garantiert, so entspricht

der Umfang des anhaltenden Engagements dem niedrigeren Betrag aus dem ursprünglichen Buchwert

des Vermögenswerts und dem Höchstbetrag der erhaltenen Gegenleistung, den der EWE-Konzern

eventuell zurückzahlen müsste.

II. Wertminderung von finanziellen Vermögenswerten

Der EWE-Konzern ermittelt an jedem Berichtsstichtag, ob objektive Hinweise bestehen, dass eine Wertminderung

eines finanziellen Vermögenswerts oder einer Gruppe von finanziellen Vermögenswerten

vorliegt. Ein finanzieller Vermögenswert oder eine Gruppe von finanziellen Vermögenswerten gilt nur

dann als wertgemindert, wenn infolge eines oder mehrerer Ereignisse, die nach dem erstmaligen Ansatz

des Vermögenswerts eintraten (eingetretener „Schadensfall“), objektive Hinweise auf eine Wertminderung

vorliegen und dieser Schadensfall eine Auswirkung auf die erwarteten künftigen Cash Flows des

finanziellen Vermögenswerts oder der Gruppe der finanziellen Vermögenswerte hat, die sich verlässlich

schätzen lässt. Hinweise auf eine Wertminderung können dann gegeben sein, wenn Anzeichen dafür

vorliegen, dass der Schuldner oder eine Gruppe von Schuldnern erhebliche finanzielle Schwierigkeiten

hat, bei Ausfall oder Verzug von Zins- oder Tilgungszahlungen, der Wahrscheinlichkeit einer Insolvenz

oder eines sonstigen Sanierungsverfahrens und wenn beobachtbare Daten auf eine messbare Verringerung

der erwarteten künftigen Cash Flows hinweisen, wie änderungen der Rückstände oder wirtschaftlichen

Bedingungen, die mit Ausfällen korrelieren.

Finanzielle Vermögenswerte, die zu fortgeführten Anschaffungskosten bilanziert werden

In Bezug auf zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertete finanzielle Vermögenswerte wird zunächst

festgestellt, ob ein objektiver Hinweis auf Wertminderung bei finanziellen Vermögenswerten, die für

sich gesehen bedeutsam sind, individuell und bei finanziellen Vermögenswerten, die für sich gesehen

nicht bedeutsam sind, individuell oder gemeinsam besteht. Stellt der EWE-Konzern fest, dass für einen

einzeln untersuchten finanziellen Vermögenswert, sei er bedeutsam oder nicht, kein objektiver Hinweis

auf Wertminderung besteht, nimmt er den Vermögenswert in eine Gruppe finanzieller Vermögenswerte

mit vergleichbaren Ausfallrisikoprofilen auf und untersucht sie gemeinsam auf Wertminderung. Vermögenswerte,

die einzeln auf Wertminderung untersucht werden und für die eine Wertberichtigung neu

bzw. weiterhin erfasst wird, werden nicht in eine gemeinsame Wertminderungsbeurteilung einbezogen.

Bestehen objektive Anhaltspunkte dafür, dass eine Wertminderung eingetreten ist, ergibt sich die Höhe

des Wertminderungsverlusts als Differenz zwischen dem Buchwert des Vermögenswerts und dem Barwert

der erwarteten künftigen Cash Flows (mit Ausnahme erwarteter künftiger, noch nicht eingetretener

Kreditausfälle). Der Barwert der erwarteten künftigen Cash Flows wird mit dem ursprünglichen Effektivzinssatz

des finanziellen Vermögenswerts abgezinst. Ist ein Kredit mit einem variablen Zinssatz ausgestattet,

entspricht der zur Bewertung eines Wertminderungsaufwands verwendete Abzinsungssatz

dem aktuellen effektiven Zinssatz.


94

EWE gEschäftsbEricht 2011

Der Buchwert des Vermögenswerts wird unter Verwendung eines Wertberichtigungskontos reduziert

und der Wertminderungsverlust erfolgswirksam erfasst. Auf den geminderten Buchwert werden weiterhin

Zinserträge erfasst; dies geschieht mithilfe des Zinssatzes, der zur Abzinsung der künftigen Cash

Flows bei der Bestimmung des Wertminderungsaufwands verwendet wurde. Die Zinserträge werden

als Teil der Finanzerträge in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst. Forderungen werden einschließlich

der damit verbundenen Wertberichtigung ausgebucht, wenn sie als uneinbringlich eingestuft werden

und sämtliche Sicherheiten in Anspruch genommen und verwertet wurden. Erhöht oder verringert

sich die Höhe eines geschätzten Wertminderungsaufwands in einer folgenden Berichtsperiode aufgrund

eines Ereignisses, das nach der Erfassung der Wertminderung eintrat, wird der früher erfasste Wertminderungsaufwand

durch Anpassung des Wertberichtigungskontos erfolgswirksam erhöht oder verringert.

Wird eine ausgebuchte Forderung aufgrund eines Ereignisses, das nach der Ausbuchung eintrat, später

wieder als einbringlich eingestuft, wird der entsprechende Betrag unmittelbar in der Gewinn- und Verlustrechnung

erfasst.

Zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte

Der EWE-Konzern ermittelt für zur Veräußerung verfügbare finanzielle Vermögenswerte an jedem Berichtsstichtag,

ob objektive Hinweise darauf schließen lassen, dass eine Wertminderung eines Vermögenswerts

oder einer Gruppe von Vermögenswerten vorliegt.

Bei als zur Veräußerung gehalten eingestuften Eigenkapitalinstrumenten würde ein signifikanter oder

anhaltender Rückgang des beizulegenden Zeitwerts des Instruments unter seine Anschaffungskosten

einen objektiven Hinweis darstellen. Das Kriterium „signifikant“ ist anhand der ursprünglichen Anschaffungskosten

der Finanzinvestition zu beurteilen und das Kriterium „länger anhaltend“ anhand des Zeitraums,

in dem der beizulegende Zeitwert unter den ursprünglichen Anschaffungskosten lag. Bestehen Hinweise

auf eine Wertminderung, wird der kumulierte Verlust – der sich als Unterschiedsbetrag aus den Anschaffungskosten

und dem derzeitigen beizulegenden Zeitwert abzüglich eines etwaigen früher erfolgswirksam

verbuchten Wertminderungsaufwands auf dieses Instrument ergibt – aus der Sonstigen Rücklage

ausgebucht und erfolgswirksam erfasst. Wertberichtigungen für Eigenkapitalinstrumente werden nicht

erfolgswirksam rückgängig gemacht; ein späterer Anstieg des beizulegenden Zeitwerts wird direkt im

Sonstigen Ergebnis erfasst.

Bei der Ermittlung der Wertminderung von als zur Veräußerung verfügbar eingestuften Schuldinstrumenten

werden die gleichen Kriterien herangezogen wie bei zu fortgeführten Anschaffungskosten bewerteten

finanziellen Vermögenswerten. Der für Wertminderungen erfasste Betrag ist jedoch der kumulierte Verlust,

der sich als Unterschiedsbetrag aus den fortgeführten Anschaffungskosten und dem derzeitigen

beizulegenden Zeitwert abzüglich eines etwaigen früher erfolgswirksam verbuchten Wertminderungsaufwands

auf dieses Instrument ergibt.

Auf den geminderten Buchwert des Vermögenswerts werden weiterhin künftige Zinserträge erfasst; die

Ermittlung wird mithilfe des Zinssatzes vorgenommen, der zur Abzinsung der künftigen Cash Flows bei

der Bestimmung des Wertminderungsaufwands verwendet wurde. Die Zinserträge werden als Teil der

Finanzerträge erfasst. Wenn der beizulegende Zeitwert eines Schuldinstruments in einer nachfolgenden

Berichtsperiode ansteigt und sich der Anstieg objektiv auf ein Ereignis zurückführen lässt, das nach der

erfolgswirksamen Verbuchung der Wertminderung auftrat, wird der Betrag der Wertaufholung erfolgswirksam

erfasst.

III. Finanzielle Verbindlichkeiten

Erstmalige Erfassung und Bewertung

Finanzielle Verbindlichkeiten im Sinne von IAS 39 werden klassifiziert als finanzielle Verbindlichkeiten,

die entweder erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert oder zu fortgeführten Anschaffungskosten

bewertet werden. Der EWE-Konzern legt die Klassifizierung seiner finanziellen Verbindlichkeiten mit dem

erstmaligen Ansatz fest.


Konzernabschluss 95

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Sämtliche finanzielle Verbindlichkeiten werden bei der erstmaligen Erfassung zum beizulegenden Zeitwert

bewertet, im Fall von Darlehen abzüglich der direkt zurechenbaren Transaktionskosten.

Folgebewertung

Die Folgebewertung von finanziellen Verbindlichkeiten hängt folgendermaßen von deren Klassifizierung ab:

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertete finanzielle Verbindlichkeiten umfassen die zu Handelszwecken

gehaltenen finanziellen Verbindlichkeiten sowie andere finanzielle Verbindlichkeiten, die

bei ihrem erstmaligen Ansatz als erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet klassifiziert werden.

Finanzielle Verbindlichkeiten werden als zu Handelszwecken gehalten klassifiziert, wenn sie für Zwecke

der Veräußerung in der nahen Zukunft erworben werden. Diese Kategorie umfasst vom EWE-Konzern

abgeschlossene derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente in Sicherungsbeziehungen

gemäß IAS 39 designiert sind. Getrennt erfasste eingebettete Derivate werden ebenfalls als zu

Handelszwecken gehalten eingestuft, mit Ausnahme von Derivaten, die als Sicherungsinstrument designiert

wurden und als solche effektiv sind.

Gewinne oder Verluste aus finanziellen Verbindlichkeiten, die zu Handelszwecken gehalten werden, werden

erfolgswirksam erfasst.

Der EWE-Konzern hat beim erstmaligen Ansatz keine finanziellen Verbindlichkeiten als erfolgswirksam

zum beizulegenden Zeitwert bewertet eingestuft.

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten bewertet zu fortgeführten Anschaffungskosten

Darlehen

Nach der erstmaligen Erfassung werden verzinsliche Darlehen unter Anwendung der Effektivzinsmethode

zu fortgeführten Anschaffungskosten bewertet. Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst,

wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden, sowie im Rahmen der Amortisation mittels der Effektivzinsmethode.

Fortgeführte Anschaffungskosten werden unter Berücksichtigung eines Agios oder Disagios bei Akquisition

sowie Gebühr oder Kosten berechnet, die einen integralen Bestandteil des Effektivzinssatzes darstellen.

Die Amortisation mittels der Effektivzinsmethode ist in der Gewinn- und Verlustrechnung enthalten.

Gewinne und Verluste werden erfolgswirksam erfasst, wenn die Verbindlichkeiten ausgebucht werden.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen und sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind Zahlungsverpflichtungen für Güter und Leistungen,

die im gewöhnlichen Geschäftsverkehr erworben wurden. Die Verbindlichkeiten werden als kurzfristige

Schulden klassifiziert, wenn die Zahlungsverpflichtung innerhalb von einem Jahr oder weniger (oder

innerhalb des normalen Geschäftszyklus, wenn dieser länger ist) fällig ist. Andernfalls werden sie als

langfristige Schulden bilanziert.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen werden bei ihrem erstmaligen Ansatz zum beizulegenden

Zeitwert bewertet. Die Folgebewertung erfolgt zu fortgeführten Anschaffungskosten.


96

EWE gEschäftsbEricht 2011

Finanzgarantien

Vom EWE-Konzern ausgereichte Finanzgarantien sind Verträge, die zur Leistung von Zahlungen verpflichten,

die den Garantienehmer für einen Verlust entschädigen, der entsteht, weil ein bestimmter

Schuldner seinen Zahlungsverpflichtungen gemäß den Bedingungen eines Schuldinstruments nicht

fristgemäß nachkommt. Die Finanzgarantien werden bei erstmaliger Erfassung als Verbindlichkeit zum

beizulegenden Zeitwert angesetzt, abzüglich der mit der Ausreichung der Garantie direkt verbundenen

Transaktionskosten. Anschließend erfolgt die Bewertung der Verbindlichkeit mit der bestmöglichen

Schätzung der zur Erfüllung der gegenwärtigen Verpflichtung zum Berichtsstichtag erforderlichen Ausgaben

oder dem höheren angesetzten Betrag abzüglich der kumulierten Amortisationen.

Ausbuchung

Eine finanzielle Verbindlichkeit wird ausgebucht, wenn die dieser Verbindlichkeit zugrunde liegende

Verpflichtung erfüllt, aufgehoben oder erloschen ist.

Wird eine bestehende finanzielle Verbindlichkeit durch eine andere finanzielle Verbindlichkeit desselben

Kreditgebers mit substanziell verschiedenen Vertragsbedingungen ausgetauscht oder werden die

Bedingungen einer bestehenden Verbindlichkeit wesentlich geändert, wird ein solcher Austausch oder

eine solche änderung als Ausbuchung der ursprünglichen Verbindlichkeit und Ansatz einer neuen Verbindlichkeit

behandelt. Die Differenz zwischen den jeweiligen Buchwerten wird erfolgswirksam erfasst.

IV. Saldierung von Finanzinstrumenten

Finanzielle Vermögenswerte und Verbindlichkeiten werden nur dann saldiert, sodass nur der Nettobetrag

in der Bilanz ausgewiesen wird, wenn zum gegenwärtigen Zeitpunkt ein Rechtsanspruch besteht,

die erfassten Beträge miteinander zu verrechnen, und beabsichtigt ist, den Ausgleich auf Nettobasis herbeizuführen

oder gleichzeitig mit der Realisierung des betreffenden Vermögenswerts die dazugehörige

Verbindlichkeit abzulösen.

V. Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf aktiven Märkten gehandelt werden, wird durch

den am Berichtsstichtag notierten Marktpreis oder öffentlich notierten Preis (vom Käufer gebotener Geldkurs

bei Long-Position und Briefkurs bei Short-Position) ohne Abzug der Transaktionskosten bestimmt.

Der beizulegende Zeitwert von Finanzinstrumenten, die auf keinem aktiven Markt gehandelt werden,

wird unter Anwendung geeigneter Bewertungsverfahren ermittelt. Zu den Bewertungsmethoden gehören

die Verwendung der jüngsten Geschäftsvorfälle zwischen sachverständigen, vertragswilligen und

unabhängigen Geschäftspartnern, der Vergleich mit dem aktuellen beizulegenden Zeitwert eines anderen,

im Wesentlichen identischen Finanzinstruments, die Verwendung von Discounted Cash Flow-Methoden

und anderer Bewertungsmodelle.

Für eine Analyse der beizulegenden Zeitwerte von Finanzinstrumenten und weitere Einzelheiten dazu,

wie Finanzinstrumente bewertet werden, wird auf Angabe 39 verwiesen.

n) Derivative Finanzinstrumente und Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen

Erstmaliger Ansatz und Folgebewertung

Der EWE-Konzern verwendet derivative Finanzinstrumente wie beispielsweise Devisenterminkontrakte,

Zinsswaps, Rohstoffterminkontrakte und -swaps, um sich gegen Wechselkurs-, Zins- und Rohstoffpreisrisiken

abzusichern. Diese derivativen Finanzinstrumente werden zum Zeitpunkt des Vertragsabschlusses

zum beizulegenden Zeitwert angesetzt und in den Folgeperioden mit dem beizulegenden Zeitwert neu

bewertet. Derivative Finanzinstrumente werden als finanzielle Vermögenswerte angesetzt, wenn ihr beizulegender

Zeitwert positiv ist, und als finanzielle Verbindlichkeiten, wenn ihr beizulegender Zeitwert

negativ ist.

Der beizulegende Zeitwert von Rohstoffterminkontrakten, die die Definition eines Derivats nach IAS 39

erfüllen, jedoch in Übereinstimmung mit dem erwarteten Einkaufsbedarf des EWE-Konzerns eingegangen

werden, wird in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.


Konzernabschluss 97

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Zum Zwecke der Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen werden Sicherungsinstrumente wie folgt

klassifiziert:

• als Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos einer

änderung des beizulegenden Zeitwerts eines bilanzierten Vermögenswerts oder einer bilanzierten

Verbindlichkeit oder einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung handelt,

• als Absicherung von Cash Flows, wenn es sich um eine Absicherung des Risikos von Schwankungen

der Cash Flows handelt, das dem mit einem bilanzierten Vermögenswert, einer bilanzierten Verbindlichkeit

oder mit einer höchstwahrscheinlich eintretenden künftigen Transaktion verbundenen Risiko

oder dem Währungsrisiko einer nicht bilanzierten festen Verpflichtung zugeordnet werden kann,

• als Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb.

Zu Beginn der Absicherung werden sowohl die Sicherungsbeziehung als auch die Risikomanagementzielsetzungen

und -strategien des EWE-Konzerns im Hinblick auf die Absicherung formal festgelegt und

dokumentiert. Die Dokumentation enthält die Festlegung des Sicherungsinstruments, des Grundgeschäfts

oder der abgesicherten Transaktion sowie die Art des abgesicherten Risikos und eine Beschreibung, wie

das Unternehmen die Wirksamkeit der änderungen des beizulegenden Zeitwerts des Sicherungsinstruments

bei der Kompensation der Risiken aus änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cash

Flows des gesicherten Grundgeschäfts, die sich auf das abgesicherte Risiko zurückführen lassen, ermittelt.

Derartige Sicherungsbeziehungen werden hinsichtlich der Erreichung einer Kompensation der Risiken aus

änderungen des beizulegenden Zeitwerts oder der Cash Flows als in hohem Maße wirksam eingeschätzt.

Sie werden fortlaufend dahingehend beurteilt, ob sie tatsächlich während der gesamten Berichtsperiode,

für die die Sicherungsbeziehung definiert wurde, hoch wirksam waren.

Sicherungsgeschäfte, die die strengen Kriterien für die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen erfüllen,

werden wie folgt bilanziert:

Absicherung des beizulegenden Zeitwerts (Fair Value Hedges)

Die änderung des beizulegenden Zeitwerts des derivativen Zinssicherungsinstruments wird in der Gewinn-

und Verlustrechnung erfasst. Die änderung des beizulegenden Zeitwerts des Grundgeschäfts, die dem

abgesicherten Risiko zugerechnet werden kann, wird als Teil des Buchwerts des gesicherten Grundgeschäfts

verbucht und ebenfalls in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Bei Sicherungsgeschäften zur Absicherung des beizulegenden Zeitwerts, die sich auf zu fortgeführten

Anschaffungskosten angesetzte Grundgeschäfte beziehen, wird die Anpassung des Buchwerts erfolgswirksam

über dessen Restlaufzeit bis zur Fälligkeit aufgelöst. Sobald es eine Berichtigung gibt, kann die

Amortisation mittels der Effektivzinsmethode beginnen, sie darf aber nicht später als zu dem Zeitpunkt

beginnen, an dem das Grundgeschäft nicht mehr um änderungen des beizulegenden Zeitwerts, die auf

das abzusichernde Risiko zurückzuführen sind, angepasst wird.

Wird das Grundgeschäft ausgebucht, wird der nicht amortisierte beizulegende Zeitwert sofort in der

Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Wird eine nicht in der Bilanz angesetzte feste Verpflichtung als Grundgeschäft klassifiziert, so wird die

nachfolgende kumulierte änderung des beizulegenden Zeitwerts der festen Verpflichtung, die auf das

abgesicherte Risiko zurückzuführen ist, als Vermögenswert oder Schuld mit einem entsprechenden Gewinn

oder Verlust im Periodenergebnis erfasst.

Absicherung von Cash Flows (Cash Flow Hedges)

Der wirksame Teil des Gewinns oder Verlusts aus einem Sicherungsinstrument wird im Sonstigen Ergebnis

erfasst und in der Rücklage zur Absicherung von Cash Flows kumuliert, während der unwirksame Teil sofort

erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst wird.


98

EWE gEschäftsbEricht 2011

Der EWE-Konzern nutzt Devisenterminkontrakte als Sicherungsinstrument zur Absicherung des aus festen

Verpflichtungen und erwarteten Transaktionen resultierenden Wechselkursrisikos sowie Rohstoffterminkontrakte

zur Absicherung des Volatilitätsrisikos bei Warenpreisen. Kohleswaps werden zur Absicherung

von Währungs- und Marktpreisrisiken im Kohlebezug eingesetzt. Für weitergehende Erläuterungen wird

auf Tz. 38 verwiesen.

Die im Sonstigen Ergebnis erfassten und in der Rücklage kumulierten Beträge werden in der Periode in

die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht, in der die abgesicherte Transaktion das Periodenergebnis

beeinflusst, z. B. dann, wenn abgesicherte Finanzerträge oder -aufwendungen erfasst werden oder wenn

ein erwarteter Verkauf durchgeführt wird. Resultiert eine Absicherung im Ansatz eines nicht-finanziellen

Vermögenswerts oder einer nicht-finanziellen Verbindlichkeit, so werden die im Sonstigen Ergebnis erfassten

Beträge Teil der Anschaffungskosten im Zugangszeitpunkt des nicht-finanziellen Vermögenswerts

bzw. der nicht-finanziellen Verbindlichkeit.

Wird mit dem Eintritt der erwarteten Transaktion oder der festen Verpflichtung nicht länger gerechnet,

werden die zuvor im Eigenkapital kumulierten Gewinne bzw. Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung

umgebucht. Wenn das Sicherungsinstrument ausläuft oder veräußert, beendet oder ausgeübt wird, ohne

dass ein Ersatz oder ein Überrollen des Sicherungsinstruments in ein anderes Sicherungsinstrument erfolgt,

oder die Kriterien für die Bilanzierung als Sicherungsbeziehung nicht mehr erfüllt sind, verbleiben

die bislang im Sonstigen Ergebnis erfassten kumulierten Gewinne bzw. Verluste so lange in der Rücklage,

bis die erwartete Transaktion oder feste Verpflichtung das Ergebnis beeinflusst.

Zur Absicherung gegen Zinsänderungsrisiken wurden Zinsswaps abgeschlossen, aus denen der EWE-

Konzern variable Zahlungsströme erhält und feste Zahlungsströme bezahlt. Sofern diese Zinsswaps

den Anforderungen des Hedge Accountings genügen, namentlich in Bezug auf Hedge-Effektivität, werden

die sich ergebenden Marktwertveränderungen dieser Finanzinstrumente während ihrer Laufzeit im

Rahmen des Hedge Accountings bilanziert. Für weitergehende Erläuterungen wird auf Tz. 38 verwiesen.

Absicherung von Nettoinvestitionen (Hedges of a Net Investment)

Sicherungsbeziehungen zur Absicherung einer Nettoinvestition in einen ausländischen Geschäftsbetrieb,

einschließlich der Absicherung von monetären Posten, die als Teil der Nettoinvestition bilanziert werden,

werden wie Sicherungsbeziehungen zur Absicherung von Cash Flows bilanziert. Gewinne oder Verluste

aus dem Sicherungsinstrument, die dem wirksamen Teil des Sicherungsinstruments zuzurechnen sind,

werden im Sonstigen Ergebnis erfasst, während Gewinne oder Verluste, die dem unwirksamen Teil des

Sicherungsinstruments zuzurechnen sind, in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst werden. Beim Abgang

eines ausländischen Geschäftsbetriebs wird der kumulierte Wert solcher im Eigenkapital erfassten

Gewinne oder Verluste in die Gewinn- und Verlustrechnung umgebucht.

Klassifizierung in kurzfristig und langfristig

Derivative Finanzinstrumente, die nicht als Sicherungsinstrumente designiert und als solche effektiv sind,

werden auf der Grundlage einer Beurteilung der Tatsachen und Umstände (d. h. der zugrunde liegenden

vertraglichen Cash Flows) als kurzfristig oder langfristig klassifiziert oder in einen kurzfristigen und einen

langfristigen Teil aufgeteilt.

• Hält der EWE-Konzern ein Derivat für einen Zeitraum von mehr als 12 Monate nach dem Abschlussstichtag

zur wirtschaftlichen Absicherung (und bilanziert es nicht als Sicherungsbeziehung), wird das

Derivat in Übereinstimmung mit der Klassifizierung des zugrunde liegenden Postens als langfristig

eingestuft (oder in einen kurzfristigen und einen langfristigen Teil aufgeteilt).

• Eingebettete Derivate, die nicht in enger Verbindung mit dem Basisvertrag stehen, werden in Übereinstimmung

mit den Cash Flows des Basisvertrags klassifiziert.

• Derivative Finanzinstrumente, die als Sicherungsinstrument designiert wurden und als solche effektiv

sind, werden in Übereinstimmung mit der Klassifizierung des zugrunde liegenden Grundgeschäfts

klassifiziert. Das derivative Finanzinstrument wird nur dann in einen kurzfristigen und einen langfristigen

Teil aufgeteilt, wenn eine verlässliche Zuordnung vorgenommen werden kann.


Konzernabschluss 99

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

o) Vorräte

Die Erstbewertung der Vorräte erfolgt zu Anschaffungs- oder Herstellungskosten. In die Anschaffungs-

oder Herstellungskosten sind alle Kosten einzubeziehen, die dem Erwerb, der Be- oder Verarbeitung

dienen, sowie sonstige Kosten, um die Vorräte an ihren derzeitigen Ort und in ihren derzeitigen Zustand

zu versetzen.

Zu den Anschaffungsnebenkosten gehören Einfuhrzölle und alle nicht abziehbaren Steuern, externe Transport-

und Verbringungskosten (z. B. Transportkosten, die auf einer Rechnung gesondert ausgewiesen

werden) sowie sonstige Kosten, die der Beschaffung von Vorräten direkt zugeordnet werden können.

Direkt zurechenbare Kosten können sowohl Einzel- als auch Gemeinkosten sein.

Skonti, Boni und Rabatte sind als Anschaffungskostenminderungen abzuziehen.

Vorräte werden mit dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- bzw. Herstellungskosten und Nettoveräußerungswert

bewertet.

Der Nettoveräußerungswert ist der geschätzte, im normalen Geschäftsgang erzielbare Verkaufserlös abzüglich

der geschätzten Kosten bis zur Fertigstellung und der geschätzten notwendigen Vertriebskosten.

Wenn die Umstände, die ursprünglich zu einer Abwertung geführt haben, nicht länger bestehen oder

klare Hinweise auf einen Anstieg des Nettoveräußerungswerts aufgrund veränderter wirtschaftlicher

Verhältnisse vorliegen, ist eine Wertaufholung vorzunehmen. Die Abwertung ist derart rückgängig zu

machen, dass der neue Buchwert dem niedrigeren Wert aus Anschaffungs- oder Herstellungskosten

einerseits und dem neu ermittelten Nettoveräußerungswert andererseits entspricht. Die Obergrenze

bilden daher die ursprünglichen Anschaffungs- oder Herstellungskosten.

p) Wertminderungen von nicht-finanziellen Vermögenswerten

Der EWE-Konzern ermittelt an jedem Abschlussstichtag, ob Anhaltspunkte für eine Wertminderung nichtfinanzieller

Vermögenswerte vorliegen. Liegen solche Anhaltspunkte vor oder ist eine jährliche Überprüfung

eines Vermögenswerts auf Werthaltigkeit erforderlich, nimmt der EWE-Konzern eine Schätzung

des erzielbaren Betrags des jeweiligen Vermögenswerts vor. Der erzielbare Betrag eines Vermögenswerts

ist der höhere der beiden Beträge aus beizulegendem Zeitwert eines Vermögenswerts oder einer zahlungsmittelgenerierenden

Einheit (ZGE) abzüglich Veräußerungskosten und dem Nutzungswert. Der

erzielbare Betrag ist für jeden einzelnen Vermögenswert zu bestimmen, es sei denn, ein Vermögenswert

erzeugt keine Mittelzuflüsse, die weitestgehend unabhängig von denen anderer Vermögenswerte oder

anderer Gruppen von Vermögenswerten sind. Übersteigt der Buchwert eines Vermögenswerts oder einer

ZGE den jeweils erzielbaren Betrag, ist der Vermögenswert wertgemindert und wird auf seinen erzielbaren

Betrag abgeschrieben. Zur Ermittlung des Nutzungswerts werden die erwarteten künftigen Cash

Flows unter Zugrundelegung eines Abzinsungssatzes vor Steuern, der die aktuellen Markterwartungen

hinsichtlich des Zinseffekts und der spezifischen Risiken des Vermögenswerts widerspiegelt, auf ihren

Barwert abgezinst. Zur Bestimmung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten werden,

falls vorhanden, kürzlich erfolgte Markttransaktionen berücksichtigt. Sind keine derartigen Transaktionen

identifizierbar, wird ein angemessenes Bewertungsmodell angewandt. Dieses stützt sich auf Bewertungsmultiplikatoren,

Börsenkurse von börsengehandelten Anteilen an Tochterunternehmen oder andere

zur Verfügung stehende Indikatoren für den beizulegenden Zeitwert.

Wertminderungsaufwendungen der fortzuführenden Geschäftsbereiche, einschließlich der Wertminderung

von Vorräten, werden erfolgswirksam in den Aufwandskategorien erfasst, die der Funktion des wertgeminderten

Vermögenswerts im Unternehmen entsprechen. Dies gilt nicht für zuvor neubewertete

Vermögenswerte, sofern die Wertsteigerungen aus der Neubewertung im Sonstigen Ergebnis erfasst

wurden. In diesem Falle wird auch die Wertminderung bis zur Höhe des Betrags aus einer vorangegangenen

Neubewertung im Sonstigen Ergebnis erfasst.


100

EWE gEschäftsbEricht 2011

Für Vermögenswerte, mit Ausnahme des Geschäfts- oder Firmenwerts, wird zu jedem Abschlussstichtag

eine Überprüfung vorgenommen, ob Anhaltspunkte dafür vorliegen, dass ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand

nicht mehr länger besteht oder sich verringert hat. Wenn solche Anhaltspunkte

vorliegen, nimmt der EWE-Konzern eine Schätzung des erzielbaren Betrags des Vermögenswerts oder

der ZGE vor. Ein zuvor erfasster Wertminderungsaufwand wird nur dann rückgängig gemacht, wenn

sich seit der Erfassung des letzten Wertminderungsaufwands eine änderung der Annahmen ergeben

hat, die bei der Bestimmung des erzielbaren Betrags herangezogen wurden. Die Wertaufholung ist dahingehend

begrenzt, dass der Buchwert eines Vermögenswerts weder seinen erzielbaren Betrag noch

den Buchwert übersteigen darf, der sich nach Berücksichtigung planmäßiger Abschreibungen ergeben

hätte, wenn in früheren Jahren kein Wertminderungsaufwand für den Vermögenswert erfasst worden

wäre. Eine Wertaufholung wird erfolgswirksam erfasst, es sei denn, der Vermögenswert wird nach der

Neubewertungsmethode bilanziert. In diesem Fall wird die Wertaufholung als Wertsteigerung aus der

Neubewertung behandelt.

Für bestimmte Vermögenswerte sind zusätzlich folgende Kriterien zu berücksichtigen:

Geschäfts- oder Firmenwert

Die Werthaltigkeit der Geschäfts- oder Firmenwerte wird einmal jährlich (zum 31. Dezember) überprüft.

Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert

gemindert sein könnte.

Die Wertminderung wird durch die Ermittlung des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit (oder der Gruppe von zahlungsmittelgenerierenden Einheiten) bestimmt, der (denen) der

Geschäfts- oder Firmenwert zugeordnet wurde. Sofern der erzielbare Betrag der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit den Buchwert dieser Einheit unterschreitet, wird ein Wertminderungsaufwand erfasst.

Ein für den Geschäfts- oder Firmenwert erfasster Wertminderungsaufwand darf in den nachfolgenden

Berichtsperioden nicht aufgeholt werden.

Immaterielle Vermögenswerte

Die Überprüfung von immateriellen Vermögenswerten mit unbestimmter Nutzungsdauer auf Werthaltigkeit

erfolgt mindestens einmal jährlich zum 31. Dezember. Die Überprüfung wird in Abhängigkeit

des Einzelfalls für den einzelnen Vermögenswert oder auf der Ebene der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit durchgeführt. Eine Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten,

dass der Wert gemindert sein könnte.

q) Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente

Zahlungsmittel und Zahlungsmitteläquivalente umfassen den Kassenbestand, Bankguthaben sowie

kurzfristige Einlagen mit einer Laufzeit von weniger als drei Monaten. Zur Ermittlung des Finanzmittelfonds

für die Kapitalflussrechnung werden zusätzlich noch Cash-Pool-Forderungen mit berücksichtigt.

r) Rückstellungen

Grundsätze

Eine Rückstellung wird dann angesetzt, wenn der Konzern eine gegenwärtige (gesetzliche oder faktische)

Verpflichtung aufgrund eines vergangenen Ereignisses hat, der Abfluss von Ressourcen mit wirtschaftlichem

Nutzen zur Erfüllung der Verpflichtung wahrscheinlich und eine verlässliche Schätzung der Höhe

der Verpflichtung möglich ist. Sofern der Konzern für eine passivierte Rückstellung zumindest teilweise

eine Rückerstattung erwartet (wie z. B. bei einem Versicherungsvertrag), wird die Erstattung als gesonderter

Vermögenswert erfasst, sofern der Zufluss der Erstattung so gut wie sicher ist. Der Aufwand aus der

Bildung der Rückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung abzüglich der Erstattung ausgewiesen.


Konzernabschluss 101

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Rückstellungen werden zum Barwert der erwarteten Ausgaben bewertet, wobei ein Vorsteuerzinssatz, der

die aktuellen Markterwartungen hinsichtlich des Zinseffekts sowie die für die Verpflichtung spezifischen

Risiken berücksichtigt, zugrunde gelegt wird. Aus der reinen Aufzinsung resultierende Erhöhungen der Rückstellungen

werden erfolgswirksam in der Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwendungen erfasst.

Die Rückstellungen werden nach ihrer Fristigkeit unterteilt. Rückstellungen oder Teile einer Rückstellung,

deren Verpflichtungen voraussichtlich innerhalb von zwölf Monaten nach dem Bilanzstichtag fällig werden,

sind als kurzfristige Rückstellungen auszuweisen. Rückstellungen, die erst nach Ablauf von zwölf

Monaten fällig werden, sind als langfristig zu klassifizieren.

Drohverlustrückstellungen

Drohverlustrückstellungen werden bei Vorliegen der allgemeinen Voraussetzungen einer Rückstellungsbildung

für belastende Verträge mit dem Betrag gebildet, um den die mit dem Vertrag verbundenen

unvermeidbaren Kosten den daraus erwarteten wirtschaftlichen Nutzen übersteigen.

Rekultivierungs- und Rückbaurückstellungen

Für Rekultivierungsverpflichtungen nach Stilllegung von Kavernen und Gasfeldern werden in Höhe des

Barwerts der Verpflichtung Rückstellungen gebildet. Diese werden aktiviert und abgeschrieben bzw. die

Rückstellung wird aufgezinst. Der Aufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung wird in

der Gewinn- und Verlustrechnung als Zinsaufwand ausgewiesen. Auflösungen von Rekultivierungsrückstellungen

werden als sonstige betriebliche Erträge erfasst.

Durch Schätzungsänderungen oder Anpassungen des Diskontierungszinssatzes bei der Bewertung der

Rekultivierungsrückstellung ergeben sich Rückwirkungen auf die Bewertung der Gaskavernen. Die Anpassungen

bei der Bewertung der Rückstellung werden im Falle einer Erhöhung der Verpflichtung den

Anschaffungskosten der Kavernen hinzugerechnet und im Fall einer Verminderung der Verpflichtung von

den Anschaffungskosten der Kavernen abgezogen. Übersteigt die Verminderung der Rückstellung auf

der Passivseite den Buchwert der Kavernen im Anlagevermögen, wird der übersteigende Betrag sofort

erfolgswirksam vereinnahmt.

Gewährleistungsrückstellungen

Wenn eine Vielzahl gleichartiger Verpflichtungen besteht – wie im Falle der gesetzlichen Gewährleistung –,

wird die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung auf Basis der Gruppe dieser Verpflichtungen

ermittelt. Eine Rückstellung wird auch dann passiviert, wenn die Wahrscheinlichkeit einer Vermögensbelastung

in Bezug auf eine einzelne in dieser Gruppe enthaltene Verpflichtung gering ist.

Rückstellung für Emissionszertifikate

Zeichnet sich eine Unterdeckung mit Emissionsrechten im laufenden Jahr ab, d. h. Emissionen sind bereits

erfolgt und die erfolgten Emissionen übersteigen den Betrag an vorhandenen Emissionsrechten

– die für das gesamte Jahr zugeteilt bzw. zugekauft wurden –, wird eine Rückstellung für noch zu erwerbende

Emissionszertifikate gebildet. Rückstellungen für zukünftige Emissionen sind hingegen nicht zulässig,

selbst wenn aufgrund von Planungen eine Unterdeckung mit Emissionsrechten wahrscheinlich ist.


102

EWE gEschäftsbEricht 2011

s) Pensionen und andere Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Pensionen

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen werden für unmittelbare Pensionsverpflichtungen

gegenüber (ehemaligen) Mitarbeitern mit Anwartschaften und Ansprüchen auf Leistungen

der betrieblichen Altersversorgung gebildet. Die Rechtsgrundlagen dieser Verpflichtungen bilden

im EWE-Konzern tarifvertragliche Regelungen sowie Betriebsvereinbarungen und Einzelzusagen. Sie

werden gemäß IAS 19 unter Anwendung der sogenannten Projected Unit Credit Method (laufendes

Einmalprämienverfahren) bilanziert. Dabei werden die zukünftigen Verpflichtungen unter Anwendung

versicherungsmathematischer Verfahren sowie Schätzung der relevanten Einflussgrößen (u. a. Zinssatz,

Sterbewahrscheinlichkeiten, Gehalts- und Rententrends) bewertet. Nach dieser Methode wird der für

den Anwartschaftszuwachs erforderliche Aufwand demjenigen Zeitraum zugerechnet, der diesem Anwartschaftszuwachs

zuzuordnen ist. Dabei ist als Anwartschaftszuwachs der Anteil der künftig planmäßig

anfallenden Gesamtleistung anzusehen, der unter Beachtung der Regelungen für die Unverfallbarkeit

auf das entsprechende Wirtschaftsjahr entfällt.

Im Zuge der Einführung der beitragsorientierten fondsgebundenen Direktzusage wurde im Jahr 2009 der

EWE-Treuhandverein e.V. gegründet. Soweit Vermögenswerte auf den EWE-Treuhandverein e.V. zur

Finanzierung der betrieblichen Altersversorgung übertragen werden, bilden diese Werte ein saldierungsfähiges

Planvermögen (plan asset) im Sinne von IAS 19.7.

Versicherungsmathematische Gewinne und Verluste werden im EWE-Konzern sofort, d. h. im Geschäftsjahr

ihres Entstehens, direkt und in voller Höhe im Sonstigen Ergebnis erfasst. Zinsen auf Pensionsverpflichtungen

werden innerhalb des Zinsaufwands ausgewiesen.

Neben den Direktzusagen sind Mitarbeitergruppen bei der Versicherungsanstalt des Bundes und der

Länder (VBL) pflichtversichert. Zur Finanzierung dieser Zusagen müssen jährlich Umlagen und Sanierungsgelder

an die VBL entrichtet werden. Diese Versorgungszusagen sind grundsätzlich als leistungsorientierter

multi-employer plan im Sinne des IAS 19 zu behandeln (defined benefit plan). Aufgrund

fehlender Informationen gemäß IAS 19.30 zu dem leistungsorientierten Versorgungsplan ist dieser als

beitragsorientierter Plan (defined contribution plan) bilanziert. Im Falle einer Unterdeckung des Plans

sind die beteiligten Arbeitgeber verpflichtet, diese Unterdeckung auszugleichen. Die Nachschussverpflichtung

wird hierbei von der VBL ermittelt und verursachungsgerecht per Umlage in Form des momentan

zeitlich unbefristeten Sanierungsgeldes auf die Mitglieder verteilt.

Zu den langfristigen ähnlichen Verpflichtungen an Arbeitnehmer gehören die langfristigen Verpflichtungen

aus Altersteilzeitvereinbarungen mit Mitarbeitern. Diese werden im EWE-Konzern grundsätzlich

in Form des sogenannten Blockmodells abgeschlossen. Die hieraus resultierenden Verpflichtungen

werden nach versicherungsmathematischen Grundsätzen ermittelt. Soweit Planvermögen diesen

Verpflichtungen gegenübersteht, werden die Verpflichtungen mit dem Zeitwert des anzusetzenden

Planvermögens saldiert.

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Leistungen aus Anlass der Beendigung des Arbeitsverhältnisses werden gezahlt, wenn ein Mitarbeiter vor

dem regulären Renteneintritt von einem Konzernunternehmen entlassen wird oder wenn ein Mitarbeiter

gegen eine Abfindungsleistung freiwillig aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet. Der EWE-Konzern

erfasst Abfindungsleistungen, wenn er nachweislich verpflichtet ist, das Arbeitsverhältnis von gegenwärtigen

Mitarbeitern entsprechend einem detaillierten formalen Plan, der nicht rückgängig gemacht

werden kann, zu beenden, oder wenn er nachweislich Abfindungen bei freiwilliger Beendigung des Arbeitsverhältnisses

durch Mitarbeiter zu leisten hat. Leistungen, die nach mehr als zwölf Monaten nach

dem Bilanzstichtag fällig werden, werden auf ihren Barwert abgezinst.


Konzernabschluss 103

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

t) Bauzuschüsse

Bauzuschüsse umfassen Investitions- und Baukostenzuschüsse.

Baukostenzuschüsse erhält der EWE-Konzern für Strom-, Gas- und Wasseranschlüsse von Standardvertrags-

und Sondervertragskunden. Die Baukostenzuschüsse werden passiviert und analog zu den bezuschussten

Anlagegütern über den Zeitraum der Nutzungsdauer aufgelöst. Die Auflösung erfolgt in den

Umsatzerlösen, da die Vereinnahmung der Baukostenzuschüsse eng verknüpft ist mit dem eigentlichen

Strom- sowie Gasgeschäft und folglich die gewöhnliche Tätigkeit des EWE-Konzerns betrifft.

Investitionszuschüsse werden passiviert und analog zu den bezuschussten Anlagegütern über den Zeitraum

der Nutzungsdauer aufgelöst. Die Auflösung erfolgt in der Gewinn- und Verlustrechnung.

2.4 änderungen der Rechnungslegungsmethoden

Neue und geänderte Standards und Interpretationen

Der IASB hat änderungen bei bestehenden IFRS sowie neue IFRS verabschiedet, die für Geschäftsjahre,

die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, verpflichtend anzuwenden sind. Die folgenden Standards

und Interpretationen werden im Berichtsjahr erstmals angewendet und haben folgende Auswirkungen

auf den EWE-Konzernabschluss:

IAS 24 „Angaben über Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen“ (geändert):

Der IASB hat eine änderung des IAS 24 veröffentlicht, die eine Klarstellung der Definitionen von nahestehenden

Unternehmen und Personen beinhaltet. Die neue Definition verstärkt den symmetrischen

Ansatz bei der Bestimmung von Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen und stellt

die Umstände klar, unter denen Personen und Personen in Schlüsselpositionen die Beziehungen zu

nahestehenden Unternehmen und Personen eines Unternehmens beeinflussen. Des Weiteren führt die

änderung eine partielle Befreiung von den Angabepflichten des IAS 24 für Geschäfte mit öffentlichen

Stellen und mit Unternehmen, die durch dieselbe öffentliche Stelle wie das berichtende Unternehmen

beherrscht, gemeinschaftlich geführt oder wesentlich beeinflusst werden. Aus der Anwendung der

änderung ergaben sich keine Auswirkungen auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns,

aber erweiterte Anhangangaben.

IAS 32 „Finanzinstrumente: Darstellung“ (geändert):

Der IASB hat eine änderung veröffentlicht, in der die Definition einer finanziellen Verbindlichkeit nach

IAS 32 geändert wird, damit Unternehmen bestimmte Bezugsrechte und Optionen oder Optionsscheine

als Eigenkapitalinstrumente klassifizieren können. Die änderung ist anwendbar, wenn die Rechte zum

Erwerb einer festen Anzahl von Eigenkapitalinstrumenten des Unternehmens zu einem festen Betrag

in beliebiger Währung berechtigen und das Unternehmen sie anteilig allen gegenwärtigen Eigentümern

derselben Klasse seiner nicht-derivativen Eigenkapitalinstrumente anbietet. Die änderung wirkt sich

nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus, da der Konzern über keine derartigen

Instrumente verfügt.

IFRIC 14 „Vorauszahlungen im Rahmen von Mindestdotierungsverpflichtungen“ (geändert):

Die änderung beseitigt eine unbeabsichtigte Folge für den Fall, dass ein Unternehmen Mindestdotierungsverpflichtungen

unterliegt und Vorauszahlungen vornimmt, um diesen Zahlungsverpflichtungen nachzukommen.

Die änderung gestattet die Klassifizierung einer Vorauszahlung künftigen Dienstzeitaufwands

durch das Unternehmen als Planvermögen. Der Konzern unterliegt in Euroland keinen Mindestdotierungsverpflichtungen;

daher hat diese änderung der Interpretation keine Auswirkungen auf die Darstellung

der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns.


104

EWE gEschäftsbEricht 2011

IFRIC 19 „Ablösung finanzieller Verbindlichkeiten mit Eigenkapitalinstrumenten“:

Die Interpretation stellt klar, dass die zur Tilgung einer finanziellen Verbindlichkeit an einen Gläubiger ausgegebenen

Eigenkapitalinstrumente als gezahltes Entgelt eingestuft werden. Die ausgegebenen Eigenkapitalinstrumente

werden zu ihrem beizulegenden Zeitwert bewertet. Falls dieser nicht verlässlich ermittelt

werden kann, ist der Bewertung der beizulegende Zeitwert der getilgten Verbindlichkeit zugrunde

zu legen. Gewinne und Verluste werden sofort erfolgswirksam erfasst. Die änderung ist auf Geschäftsjahre

anzuwenden, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen. Die erstmalige Anwendung hatte keine

Auswirkungen auf den EWE-Konzernzwischenabschluss.

Verbesserungen zu IFRS 2010:

Der IASB veröffentlichte Verbesserungen zu IFRS, einen Sammelstandard zur änderung verschiedener

IFRS. Die änderungen sind entweder für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2010 beginnen,

oder für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2011 beginnen, anzuwenden.

• IFRS 3 Unternehmenszusammenschlüsse

• IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben zu Art und Ausmaß der Risiken

• IAS 1 Darstellung des Abschlusses

• IAS 21, IAS 28, IAS 31 änderungen infolge des IAS 27R

• IFRIC 13 Kundenbindungsprogramme: Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte

• IAS 34 Zwischenberichterstattung: Anhangangaben

Die erstmalige Anwendung hatte keine wesentlichen Auswirkungen auf den EWE-Konzernabschluss.

2.5 Angepasste Vorjahreszahlen

Im Geschäftsjahr 2011 wurde festgestellt, dass der der swb zugeordnete Geschäfts- oder Firmenwert in

der Konzernbilanz zum 31. Dezember 2010 bei gleichen Bewertungsparametern zu hoch ausgewiesen

wurde. Entsprechend IAS 8 wurde der unter den immateriellen Vermögenswerten für die swb ausgewiesene

Geschäfts- oder Firmenwert von 451,1 Mio. Euro auf 308,3 Mio. Euro per 31. Dezember 2010

angepasst. Die in den Abschreibungen erfassten Wertminderungen 2010 erhöhten sich entsprechend

von 586,5 Mio. Euro auf 729,3 Mio. Euro.

Aufgrund der Ablehnung der Übertragung der Anteile an der VNG – Verbundnetz Gas Aktiengesellschaft,

Leipzig (VNG), an die EnBW Energie Baden-Württemberg AG, Karlsruhe (EnBW), in der Hauptversammlung

der VNG am 15. Dezember 2011 wurde eine Umklassifizierung der VNG-Anteile, die seit dem 30. Juni 2009

als zur Veräußerung gehalten ausgewiesen wurden, zurück zu den nach der Equity-Methode bilanzierten

Finanzanlagen erforderlich. In diesem Zusammenhang wurden in den Konzernabschlüssen 2009 bis 2010

die folgenden notwendigen Anpassungen vorgenommen.

In 2009 erfolgte die Umgliederung der Anteile von „Langfristige Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten“

(-1.000,0 Mio. Euro) in die „Nach der Equity-Methode bilanzierten Finanzanlagen“. Zum 31. Dezember

2009 belief sich der Wert der VNG-Anteile unter Berücksichtigung der at-equity-Fortschreibung auf

914,6 Mio. Euro. Zum 31. Dezember 2010 beträgt der at-equity-Ansatz der VNG-Anteile 861,7 Mio. Euro

und zum 31. Dezember 2011 705,6 Mio. Euro.

3. Wesentliche Ermessensentscheidungen, Schätzungen und Annahmen

Bei der Erstellung des EWE-Konzernabschlusses werden vom Management Ermessensentscheidungen,

Schätzungen und Annahmen getroffen, die sich auf die Höhe der zum Ende der Berichtsperiode ausgewiesenen

Erträge, Aufwendungen, Vermögenswerte und Schulden sowie die Angabe von Eventualverbindlichkeiten

auswirken. Durch die mit diesen Annahmen und Schätzungen verbundene Unsicherheit

könnten jedoch Ergebnisse entstehen, die in zukünftigen Perioden zu erheblichen Anpassungen des

Buchwerts der betroffenen Vermögenswerte oder Schulden führen.


Konzernabschluss 105

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die wichtigsten zukunftsbezogenen Annahmen sowie sonstige am Abschlussstichtag bestehende

Hauptquellen von Schätzungsunsicherheiten, aufgrund derer ein mögliches Risiko bestehen könnte,

dass innerhalb des nächsten Geschäftsjahres eine Anpassung der Buchwerte von Vermögenswerten

und Schulden erforderlich sein könnte, werden nachstehend erläutert.

Bilanzierung von Erwerben

Bei einem Anteilserwerb werden für Zwecke der Erstkonsolidierung im Rahmen einer Kaufpreisallo kation

alle identifizierbaren Vermögenswerte, Verbindlichkeiten sowie Eventualverbindlichkeiten mit beizulegenden

Zeitwerten zum Erwerbsstichtag angesetzt. Bei der Identifizierung immaterieller Vermögenswerte

werden die beizulegenden Zeitwerte unter Verwendung angemessener Bewertungstechniken ermittelt.

Geschäfts- oder Firmenwerte

Mindestens einmal jährlich, oder wenn entsprechende Indikatoren aus internen oder externen Informationsquellen

auf eine mögliche Wertminderung hindeuten, wird ein Wertminderungstest für Geschäfts-

oder Firmenwerte durchgeführt. Dieser Impairmenttest basiert auf zukunftsbezogenen Annahmen,

welche Schätzungen in Bezug auf die zukünftigen Cash Flows der zahlungsmittelgenerierenden Einheiten

erfordern, die Geschäfts- oder Firmenwerte umfassen. Diese Schätzungen können Auswirkungen auf die

Ermittlung der Cash Flows haben und zu einer außerplanmäßigen Abschreibung der Geschäfts- oder

Firmenwerte führen.

Immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen

Die Ermittlung der erwarteten Nutzungsdauern sowie die Ermittlung von Wertminderungen dieser

Vermögenswerte basieren auf Beurteilungen des Managements.

Beizulegender Zeitwert von Finanzinstrumenten

Sofern der beizulegende Zeitwert von in der Bilanz erfassten finanziellen Vermögenswerten und finanziellen

Verbindlichkeiten nicht mithilfe von Daten eines aktiven Markts bestimmt werden kann, wird er unter

Verwendung von Bewertungsverfahren einschließlich der Discounted-Cash Flow-Methode ermittelt.

Die in das Modell eingehenden Input-Parameter stützen sich soweit möglich auf beobachtbare Marktdaten.

Ist dies nicht möglich, stellt die Bestimmung der beizulegenden Zeitwerte in gewissem Maße eine

Ermessensentscheidung dar. Die Ermessensentscheidungen betreffen Input-Parameter wie Liquiditätsrisiko,

Kreditrisiko und Volatilität. änderungen der Annahmen bezüglich dieser Faktoren könnten sich

auf den erfassten beizulegenden Zeitwert der Finanzinstrumente auswirken.

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Bewertung der Pensionsverpflichtungen erfolgt unter der Berücksichtigung versicherungsmathematischer

Annahmen zu demografischen (Arbeitnehmerfluktuation, Sterbewahrscheinlichkeiten)

und finanziellen Variablen (Zinssatz, künftige Gehaltssteigerungen, Rententrend, erwarteter Ertrag

aus Erstattungsansprüchen). Hierbei wird der Rechnungszins unter Berücksichtigung der spezifischen

Struktur des Zahlungsstroms der erdienten Verpflichtungen hergeleitet. Die Berechnung basiert auf den

Pensionsverpflichtungen zum Bilanzstichtag. Die Berechnungen werden auf der Grundlage der Zinsstrukturkurve,

des DJ EuroStoxx 50 und der iBoxx-Indizes zu den am 31. Dezember 2011 vorliegenden

Tageswerten durchgeführt. Entsprechend IAS 19.78 wird der Rechnungszins in Höhe der am Kapitalmarkt

erzielten Rendite für erstrangige („high quality“) Unternehmensanleihen bestimmt, die in Währung

und Fristigkeit der bewerteten Verpflichtung entsprechen. Soweit für die benötigten Lauf zeiten kein

ausreichender Markt vorhanden ist, wird die Rendite aus der verfügbaren Renditestruktur IAS 19.81

folgend für diese Laufzeiten interpoliert oder extrapoliert.


106

EWE gEschäftsbEricht 2011

Rekultivierungs- und Rückbaurückstellungen

Die Rückstellungen für Rekultivierung und Rückbau basieren auf externen Gutachten. Für sämtliche

Kavernen werden die Kosten der Rekultivierung im Falle der Stilllegung geschätzt. Dieser Betrag wird auf

den Bilanzstichtag abgezinst. An jedem Bilanzstichtag ist die Bewertung der Rekultivierungsrückstellung

zu überprüfen und gegebenenfalls an eine abweichende, neue bestmögliche Schätzung anzupassen.

änderungen bezüglich der erwarteten Zeitpunkte und zur Höhe der für die Erfüllung der Verpflichtung

erforderlichen Zahlungen sowie änderungen des Diskontierungssatzes führen zu einer Anpassung der

Rekultivierungsrückstellungen.

Ertragsteuern

Die Berechnung tatsächlicher und latenter Steuern ist mit Annahmen verbunden. Die Nutzung aktiver

latenter Steuern hängt von der Möglichkeit der Erzielung ausreichender zu versteuernder Einkommen ab.

änderung von Schätzungen

Zum Zeitpunkt der Aufstellung des Konzernabschlusses lagen keine Erkenntnisse über wesentliche änderungen

der bei der Bilanzierung und Bewertung zugrunde gelegten Annahmen und Schätzungen vor.

4. Veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende

Standards

Veröffentlichte, jedoch noch nicht verpflichtend anzuwendende Standards werden nachfolgend aufgeführt.

Diese Aufzählung bezieht sich auf veröffentlichte Standards und Interpretationen, bei denen der

EWE-Konzern nach vernünftigem Ermessen Auswirkungen auf die Angaben sowie Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage aus der zukünftigen Anwendung erwartet. Der EWE-Konzern beabsichtigt, diese Standards

anzuwenden, sobald sie in Kraft treten.

IAS 1 Darstellung des Abschlusses – Darstellung von Bestandteilen des Sonstigen Ergebnisses:

Die änderungen des IAS 1 führen zu einer geänderten Gruppierung der im Sonstigen Ergebnis dargestellten

Posten. Dabei sind Bestandteile, für die künftig eine erfolgswirksame Umgliederung vorgesehen ist

(sog. Recycling), gesondert von Bestandteilen, die im Eigenkapital verbleiben, darzustellen. Diese änderung

betrifft allein die Darstellungsweise im Abschluss und hat daher keine Auswirkungen auf die

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns. Die änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder

nach dem 1. Juli 2012 beginnen, anzuwenden.

IAS 12 Ertragsteuern – Realisierung zugrunde liegender Vermögenswerte:

Die änderung stellt die Ermittlung latenter Steuern auf zum beizulegenden Zeitwert bewertete als Finanzinvestition

gehaltene Immobilien klar. Demnach wird (widerlegbar) vermutet, dass für die Bemessung

der latenten Steuern bei Immobilien, die nach IAS 40 zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden,

grundsätzlich eine Realisierung des Buchwerts durch Veräußerung ausschlaggebend ist. Bei den nichtabnutzbaren

Sachanlagen, die gemäß IAS 16 nach dem Neubewertungsmodell bewertet werden, soll

stets von einer Veräußerung ausgegangen werden. Die änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach

dem 1. Januar 2012 beginnen, anzuwenden.

Diese änderung hat keine Auswirkung auf den EWE-Konzernabschluss.

IAS 19 Leistungen an Arbeitnehmer (Änderung):

Der IASB hat den IAS 19 umfassend überarbeitet. Die vorgenommenen Anpassungen reichen von grundlegenden

änderungen, beispielsweise betreffend Ermittlung von erwarteten Erträgen aus dem Planvermögen

und Aufhebung der Korridormethode, bis zu bloßen Klarstellungen und Umformulierungen.

Da der EWE-Konzern versicherungsmathematische Gewinne und Verluste im Sonstigen Ergebnis erfasst,

ergeben sich diesbezüglich keine Auswirkungen auf den EWE-Konzernabschluss. Die Auswirkungen

anderer Neuregelungen im IAS 19 werden vom Konzern derzeit untersucht. Die änderung ist für

Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.


Konzernabschluss 107

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

IAS 27 Einzelabschlüsse (überarbeitet 2011):

Mit der Verabschiedung von IFRS 10 und IFRS 12 beschränkt sich der Anwendungsbereich von IAS 27

allein auf die Bilanzierung von Tochterunternehmen, gemeinschaftlich geführten und assoziierten

Unternehmen in separaten Einzelabschlüssen eines Unternehmens. Der Konzern stellt einen solchen

Einzelabschluss nicht auf. Die änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013

beginnen, anzuwenden.

IAS 28 Anteile an assoziierten Unternehmen und Gemeinschaftsunternehmen (überarbeitet 2011):

Mit der Verabschiedung von IFRS 11 und IFRS 12 wurde IAS 28 in „Anteile an assoziierten Unternehmen

und Gemeinschaftsunternehmen“ umbenannt und der Regelungsbereich, der sich bislang auf die assoziierten

Unternehmen beschränkte, auf die Anwendung der Equity-Methode auf Gemeinschaftsunternehmen

ausgeweitet. Die änderung ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen,

anzuwenden.

Änderungen an IAS 32 und IFRS 7 – Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen

Schulden:

Diese Vorschriften wurden in Bezug auf die Saldierung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen

Verbindlichkeiten überarbeitet und die Ergebnisse in Form von änderungen an IAS 32, Finanzinstrumente:

Darstellung, sowie zu IFRS 7, Finanzinstrumente: Angaben, veröffentlicht.

Die in IAS 32 formulierten Voraussetzungen zur Saldierung wurden im Grundsatz beibehalten und lediglich

durch zusätzliche Anwendungsleitlinien (Application Guidance) konkretisiert. Die ergänzten Leit linien

sind retrospektiv für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2014 beginnen, anzuwenden. Neu

sind dagegen die in IFRS 7 eingefügten Angabepflichten im Zusammenhang mit bestimmten Aufrechnungsvereinbarungen.

Die Pflicht zur Offenlegung gilt ungeachtet dessen, ob die Aufrechnungsvereinbarung

tatsächlich zu einer Aufrechnung der betroffenen finanziellen Vermögenswerte und finanziellen Schulden

geführt hat. Neben einer qualitativen Beschreibung der Aufrechnungsansprüche ist insbesondere auf

die quantitativen Angaben einzugehen. Eine Zusammenfassung der Angaben kann entweder nach Art des

Finanzinstruments oder nach Art der Transaktion vorgenommen werden. Die änderungen des IFRS 7

sind retrospektiv für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden. Die

Auswirkungen auf den EWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRS 7 Finanzinstrumente: Angaben – Verbesserung der Angaben über die Übertragung von finanziellen

Vermögenswerten:

Die änderung bestimmt umfangreiche neue Angaben über übertragene finanzielle Vermögenswerte, die

nicht ausgebucht wurden, um den Adressaten des Konzernabschlusses ein Verständnis über diese Vermögenswerte

und zugehörige Schulden zu ermöglichen. Es werden darüber hinaus Angaben über das zum

Berichtsstichtag bestehende anhaltende Engagement bei übertragenen und ausgebuchten finanziellen

Vermögenswerten gefordert, um den Adressaten ein Verständnis über die Art und die Risiken des anhaltenden

Engagements bei diesen ausgebuchten Vermögenswerten zu ermöglichen. Die änderung ist

für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Juli 2011 beginnen, anzuwenden. Die änderung betrifft lediglich

die Angaben und wirkt sich nicht auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des Konzerns aus.

IFRS 9 Finanzinstrumente: Klassifizierung und Bewertung:

IFRS 9 spiegelt die erste Phase des IASB-Projekts zum Ersatz von IAS 39 wider und behandelt die Klassifizierung

und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten und finanziellen Verbindlichkeiten nach

IAS 39. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2015 beginnen, anzuwenden.

In weiteren Projektphasen wird der IASB die Bilanzierung von Sicherungsbeziehungen und die Wertminderung

von finanziellen Vermögenswerten behandeln. Die Anwendung der Neuerungen aus der ersten

Phase von IFRS 9 wird Auswirkungen auf die Klassifizierung und Bewertung von finanziellen Vermögenswerten

des Konzerns haben, jedoch voraussichtlich keine Auswirkungen auf die Klassifizierung und Bewertung

finanzieller Verbindlichkeiten. Um ein umfassendes Bild potenzieller Auswirkungen darzustellen,

wird der Konzern die Auswirkung erst in Verbindung mit den anderen Phasen, sobald diese abgeschlossen

sind, quantifizieren.


108

EWE gEschäftsbEricht 2011

IFRS 10 Konzernabschlüsse:

IFRS 10 ersetzt die Bestimmungen des bisherigen IAS 27 Konzern- und Einzelabschlüsse zur Konzernrechnungslegung

und beinhaltet Fragestellungen, die bislang in SIC-12 Konsolidierung – Zweckgesellschaften

geregelt wurden.

IFRS 10 begründet ein einheitliches Beherrschungskonzept, welches auf alle Unternehmen einschließlich

der Zweckgesellschaften Anwendung findet. Die mit IFRS 10 eingeführten änderungen erfordern

gegenüber der bisherigen Rechtslage erhebliche Ermessensausübung des Managements bei der Beurteilung

der Frage, über welche Unternehmen im Konzern Beherrschung ausgeübt wird und ob diese

daher im Wege der Vollkonsolidierung in den Konzernabschuss einzubeziehen sind. Der Standard ist für

Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.

Die Auswirkungen der Anwendung des Standards auf den EWE-Konzernabschluss werden derzeit geprüft.

IFRS 11 Gemeinschaftliche Vereinbarungen:

IFRS 11 ersetzt IAS 31 „Anteile an Gemeinschaftsunternehmen“ und SIC-13 „Gemeinschaftlich geführte

Unternehmen – Nicht monetäre Einlagen durch Partnerunternehmen“.

Mit IFRS 11 wird das bisherige Wahlrecht zur Anwendung der Quotenkonsolidierung bei Gemeinschaftsunternehmen

aufgehoben. Diese Unternehmen werden künftig allein at-equity in den Konzernabschluss

einbezogen. Die Anwendung des neuen Standards hat diesbezüglich keine Auswirkungen auf den EWE-

Konzernabschluss.

Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.

IFRS 12 Angaben zu Beteiligungen an anderen Unternehmen:

Der Standard regelt einheitlich die Angabepflichten für den Bereich der Konzernrechnungslegung und

konsolidiert die Angaben für Tochterunternehmen, die bislang in IAS 27 geregelt waren, die Angaben

für gemeinschaftlich geführte und assoziierte Unternehmen, welche sich bislang in IAS 31 bzw. IAS 28

befanden, sowie für strukturierte Unternehmen. Des Weiteren werden neue Angabeerfordernisse formuliert.

Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.

IFRS 13 Bemessung des beizulegenden Zeitwerts:

Der Standard legt einheitliche Richtlinien für die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts fest. Nicht

zum Regelungsbereich des Standards gehört dagegen die Frage, wann Vermögenswerte und Schulden

zum beizulegenden Zeitwert bewertet werden müssen oder können. IFRS 13 gibt vielmehr Leitlinien,

wie der beizulegende Zeitwert unter IFRS sachgerecht zu ermitteln ist, wenn dieser gefordert oder erlaubt

ist. Der Konzern untersucht derzeit die Auswirkungen, die der neue Standard auf die Vermögens-,

Finanz- und Ertragskraft des Konzerns künftig haben wird. Der Standard ist für Geschäftsjahre, die am

oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen, anzuwenden.

IFRIC 20 Abraumkosten in der Produktionsphase einer über Tagebau erschlossenen Mine:

IFRIC 20 regelt ausschließlich die Bilanzierung von Abraumbeseitigungskosten, die im Verlauf der Produktionsphase

im Tagebau anfallen. Die Interpretation ist erstmals für Geschäftsjahre anzuwenden, die am

oder nach dem 1. Januar 2013 beginnen. Auf den EWE-Konzernabschluss wird die erstmalige Anwendung

keine Auswirkungen haben.


Konzernabschluss 109

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

ERLäUTERUNGEN ZUR GEWINN- UND VERLUSTRECHNUNG

5. Umsatzerlöse

Der Umsatzausweis erfolgt zunächst als Bruttoumsatz unter Einbeziehung der Strom- und Energiesteuer.

In den Umsatzerlösen ist die weiterberechnete Strom- und Energiesteuer in Höhe von 446,5 Mio. Euro

(Vorjahr: 440,2 Mio. Euro) enthalten. Als Netto-Umsatz wird der Umsatz nach Abzug von Strom- und

Energiesteuer ausgewiesen.

Die Darstellung der Umsatzerlöse nach Produkten und Dienstleistungen erfolgt im Rahmen der Segmentberichterstattung

(Tz. 41).

6. Andere aktivierte Eigenleistungen

Die aktivierten Eigenleistungen betreffen unter anderem Bau- und Erweiterungsmaßnahmen der Versorgungsnetze

und den Ausbau der Windenergieanlagen. Die Aktivierungen beinhalten auch direkt zurechenbare

Gemeinkosten.

7. Sonstige betriebliche Erträge

in Mio. Euro 2011 2010

Derivative Finanzinstrumente 58,0 142,9

Mieten und Pachten 22,0 15,1

Auflösung von Rückstellungen 13,8 28,1

Erträge Kraft-Wärme-Kopplung belastung / Zuschläge 8,6 6,8

Fremdwährungsgewinne 4,2 2,5

Abgänge von Gegenständen des Sachanlagevermögens 3,2 2,7

Verwaltung Wasserwerke 3,0 3,0

Erträge aus Wertaufholung (s. tz. 17) 33,6 0,5

Übrige 66,8 73,2

Gesamt 213,2 274,8

8. Materialaufwand

in Mio. Euro 2011 2010

Aufwendungen für Roh-, Hilfs- und betriebsstoffe und für bezogene Waren 5.169,4 4.767,2

Aufwendungen für bezogene Leistungen 654,0 647,4

Gesamt 5.823,4 5.414,6

9. Personalaufwand

in Mio. Euro 2011 2010

Löhne und Gehälter 487,5 465,5

Soziale Abgaben und Aufwendungen für Altersversorgung und für Unterstützung 116,2 112,1

Gesamt 603,7 577,6


110

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die Aufwendungen für Altersversorgung betragen 33,8 Mio. Euro (Vorjahr: 31,2 Mio. Euro). Davon entfallen

21,4 Mio. Euro (Vorjahr: 18,9 Mio. Euro) auf den Dienstzeitaufwand des Berichtsjahres und 0,0 Mio. Euro

(Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) auf nachzuverrechnenden Dienstzeitaufwand.

Die Aufwendungen aus Zahlungen des Arbeitgeberanteils zur gesetzlichen Rentenversicherung belaufen

sich auf 58,4 Mio. Euro (Vorjahr: 56,3 Mio. Euro).

Die Zahl der Mitarbeiter betrug im Jahresdurchschnitt:

2011 2010

Vollzeitbeschäftigte 7.791 7.484

teilzeitbeschäftigte 895 865

trainees und Aushilfen 142 116

Gesamt 8.828 8.465

10. Abschreibungen

Die Abschreibungen des Sachanlagevermögens und der immateriellen Vermögenswerte erfolgen entsprechend

der wirtschaftlichen Nutzungsdauer grundsätzlich nach der linearen Methode.

Auf Sachanlagen entfallen planmäßige Abschreibungen in Höhe von 380,1 Mio. Euro (Vorjahr: 371,6 Mio.

Euro) und auf immaterielle Vermögenswerte in Höhe von 43,1 Mio. Euro (Vorjahr: 47,6 Mio. Euro).

Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen auf Sachanlagen in Höhe von 23,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,7 Mio.

Euro) vorgenommen. Die Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte beliefen sich auf

148,2 Mio. Euro (Vorjahr: 292,4 Mio. Euro). Davon entfielen 58,1 Mio. Euro (Vorjahr: 286,8 Mio. Euro)

auf Geschäfts- oder Firmenwerte. Vor der Anpassung gemäß IAS 8 (siehe Abschnitt 2.5) betrugen die

Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte im Vorjahr 149,6 Mio. Euro. Darin enthalten sind

Wertminderungen auf den Geschäfts- oder Firmenwert in Höhe von 144,0 Mio. Euro.

11. Sonstige betriebliche Aufwendungen

in Mio. Euro 2011 2010

Konzessionsabgaben (s. tz. 43) 134,7 128,0

Rückstellungszuführungen 65,9 37,2

Derivative Finanzinstrumente 62,3 113,6

Honorare und beratung 41,6 38,1

Mieten und Pachten 26,2 36,3

Sonstige Steuern 14,4 9,0

Abgang von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen 13,8 9,4

Abschreibungen auf Forderungen 9,5 14,8

Exploration und Produktion von Gasvorkommen 9,3 9,8

Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz 4,7 12,5

Fremdwährungsverluste 2,4 4,0

Aufwendungen aus Grundgeschäft Hedging 0,6 9,4

Übrige 215,0 214,2

Gesamt 600,4 636,3


Konzernabschluss 111

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die Aufwendungen aus der Exploration und Produktion von Gasvorkommen resultieren aus Explorationsbohrungen,

der Produktion, dem Transport und der Verwaltung sowie aus geologischen und geophysischen

Untersuchungen.

Den Währungsaufwendungen standen 4,2 Mio. Euro Währungserträge (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro) gegenüber.

12. Ergebnis aus at-equity bilanzierten Finanzanlagen

in Mio. Euro 2011

2010

angepasst 1

Laufendes Ergebnis aus at-equity bilanzierten Finanzanlagen -110,9 24,0

Wertminderungen auf at-equity bilanzierte Finanzanlagen -103,2

Gesamt -214,1 24,0

1 siehe Abschnitt 2.5

Das Ergebnis aus at-equity bilanzierten Finanzanlagen resultiert im Wesentlichen aus den Beteiligungen

an der VNG und der Stadtwerke Bielefeld GmbH, Bielefeld. Vor der Umklassifizierung der Anteile an der

Stadtwerke Bielefeld in die langfristigen Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten wurde im Zusammenhang

mit der Veränderung der energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen eine ergebniswirksame

Anpassung vorgenommen (vgl. Tz. 18). Auf die Anteile an der VNG entfällt ein Ergebnis in Höhe von

-129,8 Mio. Euro in 2011 und in Höhe von -2,8 Mio. Euro in 2010.

13. Übriges Beteiligungsergebnis

in Mio. Euro 2011

2010

angepasst 1

Erträge aus beteiligungen 21,8 10,0

Wertminderungen auf Finanzanlagen -30,0 -7,5

Erträge aus Ergebnisübernahmen 0,3 0,7

Aufwendungen aus Verlustübernahmen -6,6 -1,0

Gewinne aus der Veräußerung von beteiligungen 0,2 0,9

Verluste aus der Veräußerung von beteiligungen -0,9

Gesamt -15,2 3,1

1 siehe Abschnitt 2.5

Bei den Wertminderungen auf Finanzanlagen handelt es sich um dauerhafte Wertminderungen in Bezug

auf Anteile an nicht konsolidierten Beteiligungen.

14. Zinsergebnis

in Mio. Euro 2011 2010

Zinsen und ähnliche Erträge 27,7 22,0

Zinsen und ähnliche Aufwendungen -148,0 -141,5

Zinsanteile an Zuführungen zu

Rückstellungen für Pensionen -57,4 -58,9

Rückstellungen für Rekultivierung -3,8 -3,3

sonstigen Rückstellungen -2,6 -2,7

Gesamt -184,1 -184,4


112

EWE gEschäftsbEricht 2011

15. Ertragsteuern

in Mio. Euro 2011 2010

Tatsächliche Ertragsteuern 29,1 48,2

Davon:

Steueraufwand der laufenden Periode 26,2 42,7

Steueraufwand / (-ertrag) aus Vorperioden 2,9 5,5

Latente Steuern

Davon:

-55,6 -16,9

temporäre Differenzen 13,0 -16,7

Verlustvorträge -68,6 -0,2

-26,5 31,3

Der gewichtete durchschnittliche EWE-Konzernsteuersatz für das Jahr 2011 beläuft sich im EWE-Konzern

auf 29,0 Prozent (Vorjahr: 29,0 Prozent). Dieser besteht wie im Vorjahr aus Körperschaftsteuer, dem

Solidaritätszuschlag und der Gewerbesteuer.

Der Anstieg der aktiven latenten Steuern auf Verlustvorträge beruht im Wesentlichen auf erstmalig steuerlich

geltend gemachten Aufwendungen im Zusammenhang mit einer ausländischen Betriebsstätte.

Aufgrund des dortigen hohen Steuersatzes führte dies zu einem Anstieg der aktiven latenten Steuern

von insgesamt 53,4 Mio. Euro, davon 27,2 Mio. Euro für Vorjahre.

Im Berichtsjahr wurde das Eigenkapital durch die Verrechnung latenter Steuern mit dem Sonstigen Ergebnis

um 33,6 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro) erhöht.

Im Sonstigen Ergebnis erfasste Ertragsteuern

in Mio. Euro 2011 2010

Latente Steuern auf Pensionen 18,6 24,1

Latente Steuern auf Rücklage für Cash Flow Hedges 15,1 -17,9

Latente Steuern auf Rücklage für zur Veräußerung verfügbare Finanzinstrumente -0,1 0,2

Gesamt 33,6 6,4


Konzernabschluss 113

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die Steuer auf das Ergebnis vor Steuern des EWE-Konzerns weicht vom theoretischen Steueraufwand,

der sich bei Anwendungen des gewichteten durchschnittlichen Konzernsteuersatzes auf das Ergebnis

vor Steuern ergibt, wie folgt ab:

Steuerüberleitungsrechnung

in Mio. Euro 2011

2010

angepasst 1

Ergebnis vor Ertragsteuern -308,4 -215,3

Fiktiver Steueraufwand -89,4 -62,4

Abweichung durch die bemessungsgrundlage für die Gewerbesteuer 5,5 4,1

Abweichungen von dem erwarteten Steuersatz

Abweichung durch Unterschiede zum Konzernsteuersatz 30,9 15,0

Permanente Abweichungen 5,0 32,8

Steuersatzänderung 0,0 -0,2

Nichtansatz aktiver latenter Steuern 0,4 0,4

Nutzung von Verlustvorträgen -0,4 -0,4

Nicht abzugsfähige Aufwendungen 17,4 46,9

Steuerfreie Erträge -10,1 -19,4

Equity-bilanzierung von assoziierten Unternehmen 34,3 14,5

Aperiodische Steuern -23,9 -2,6

Sonstige 3,8 2,6

Effektiver Steueraufwand -26,5 31,3

Effektiver Steuersatz in Prozent

1 siehe Abschnitt 2.5

8,6 -14,5

Die aperiodischen Steuern enthalten überwiegend latente Steuererträge aus dem Ansatz von Verlustvorträgen

aus Vorjahren aus einer ausländischen Betriebsstätte (-27,2 Mio. Euro).

ERLäUTERUNGEN ZUR BILANZ

16. Immaterielle Vermögenswerte

in Mio. Euro 31.12.2011

31.12.2010

angepasst 1

Konzessionen, gewerbliche Schutzrechte, Lizenzen u.ä. Rechte 292,4 440,5

Geleistete Anzahlungen 0,1 5,6

Geschäfts- oder Firmenwerte 388,4 459,2

Immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer 388,2 388,2

Gesamt

1 siehe Abschnitt 2.5

1.069,1 1.293,5


114

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die Entwicklung der immateriellen Vermögenswerte ergibt sich wie folgt:

in Mio. Euro

Konzessionen,

gewerbliche

Schutzrechte,

Lizenzen

u. ä. Rechte

Geleistete

Anzahlungen

Geschäfts-

oder Firmenwerte

Immaterielle

Vermögens -

werte mit

unbestimmter

Nutzungsdauer Summe

Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten

Stand: 01.01.2011

Veränderung Konsolidierungskreis /

Unternehmenserwerbe

Zugänge / Abgänge durch

642,6 5,6 869,3 388,2 1.905,7

Verschmelzung und Ausgliederung -5,3 -4,0 -9,3

Zugänge 18,0 0,1 18,1

Umbuchungen 8,6 -5,6 3,0

Währungsanpassungen -50,7 -50,5 -101,2

Abgänge 8,1 8,1

Stand: 31.12.2011 605,1 0,1 814,8 388,2 1.808,2

Kumulierte Abschreibungen

Stand: 01.01.2011

Veränderung Konsolidierungskreis

/ Unternehmenserwerbe

202,1 410,1 612,2

Zugänge / Abgänge durch

Verschmelzung und Ausgliederung -5,3 -4,0 -9,3

Planmäßige Abschreibungen

des berichtsjahres 43,1 43,1

Wertminderungen

des berichtsjahres 90,1 58,1 148,2

Umbuchungen

Währungsanpassungen -9,3 -37,8 -47,1

Abgänge

Zuschreibungen

8,0 8,0

Stand: 31.12.2011 312,7 426,4 739,1

Buchwerte

Stand: 31.12.2011 292,4 0,1 388,4 388,2 1.069,1


in Mio. Euro

Konzernabschluss 115

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Konzessionen,

gewerbliche

Schutzrechte,

Lizenzen

u. ä. Rechte

Geleistete

Anzahlungen

Geschäfts-

oder Firmenwerte

Immaterielle

Vermögens -

werte mit

unbestimmter

Nutzungsdauer Summe

Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten

Stand: 01.01.2010

Veränderung Konsolidierungskreis /

603,1 4,0 850,7 392,0 1.849,8

Unternehmenserwerbe 3,4 3,4

Zugänge / Abgänge durch

Verschmelzung und Ausgliederung 0,1 0,1

Zugänge 17,5 3,2 20,7

Umbuchungen 10,2 -1,6 -3,8 4,8

Währungsanpassungen 15,7 15,6 31,3

Abgänge 4,0 0,4 4,4

Stand: 31.12.2010 642,6 5,6 869,3 388,2 1.905,7

Kumulierte Abschreibungen

Stand: 01.01.2010

Veränderung Konsolidierungskreis /

Unternehmenserwerbe

Zugänge / Abgänge durch

152,4 123,7 276,1

Verschmelzung und Ausgliederung

Planmäßige Abschreibungen

0,1 0,1

des berichtsjahres

Wertminderungen

47,6 47,6

des berichtsjahres 1 5,6 286,8 292,4

Umbuchungen -0,1 -0,1

Währungsanpassungen 0,5 0,5

Abgänge

Zuschreibungen

4,0 0,4 4,4

Stand: 31.12.2010 202,1 410,1 612,2

Buchwerte

Stand: 31.12.2010

1 siehe Abschnitt 2.5

440,5 5,6 459,2 388,2 1.293,5

Entwicklungskosten wurden aufgrund fehlender Aktivierungsvoraussetzungen nicht aktiviert. Diese

wurden, ebenso wie die angefallenen Forschungskosten, als Aufwand erfasst. Im Jahr 2011 wurden

13,3 Mio. Euro (Vorjahr: 16,3 Mio. Euro) für Forschung und Entwicklung aufgewendet.

Wertminderungen auf immaterielle Vermögenswerte wurden erfolgswirksam in der Gesamtergebnisrechnung

in dem Posten Abschreibungen erfasst.

Es bestehen keine Beschränkungen der Eigentumsrechte an immateriellen Vermögenswerten; es wurden

auch keine immateriellen Vermögenswerte als Sicherheiten für Verbindlichkeiten begeben.


116

EWE gEschäftsbEricht 2011

Wertminderungstests des Geschäfts- oder Firmenwerts und der immateriellen Vermögenswerte

mit unbestimmter Nutzungsdauer

Die im Rahmen von Unternehmenszusammenschlüssen erworbenen Geschäfts- oder Firmenwerte

sowie Marken und Konzessionsverträge mit unbestimmter Nutzungsdauer wurden zur Überprüfung

der Werthaltigkeit den folgenden zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnet:

• Geschäftsbereich EWE Energie

• Geschäftsbereich swb

• Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

• Geschäftseinheit Polen

• Geschäftseinheit Türkei

• Geschäftseinheit TK

• Geschäftseinheit IT

Den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten zugeordnete Buchwerte von Geschäfts- oder Firmenwert,

Marken und Konzessionsverträgen:

in Mio. Euro Zahlungsmittelgenerierende Einheiten

EWE Energie swb türkei 1/2 tK 1 It 1 Gesamt

2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010

Geschäfts-

oder Firmenwert 3,4 3,4 308,3 308,3 3 25,6 96,3 42,8 42,8 8,3 8,3 388,4 459,1

Marken 95,9 95,9 95,9 95,9

Konzessionsverträge

292,3 292,3 292,3 292,3

1 Dem Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K zugeordnet.

2 Beinhaltet: Bursagaz, Kayserigaz, EWE Doğalgaz

3 Wie unter 2.5 erläutert, wurde die Anpassung des Geschäfts- und Firmenwertes der swb von 451,1 Mio. Euro auf 308,3 Mio. Euro vorgenommen.

Zahlungsmittelgenerierende Einheiten

Der Konzern führte seine jährliche Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember 2011 durch. Eine

Überprüfung findet ebenfalls dann statt, wenn Umstände darauf hindeuten, dass der Wert gemindert

sein könnte. Der Werthaltigkeitstest des Konzerns für Geschäfts- oder Firmenwerte basiert auf den

Berechnungen des erzielbaren Betrags der zahlungsmittelgenerierenden Einheit.

Der erzielbare Betrag ist durch die Ermittlung des beizulegenden Zeitwerts abzüglich Veräußerungskosten

(„Fair value less cost to sell“) ermittelt worden.

Dieser beizulegende Zeitwert wurde mithilfe eines Discounted Cash Flow-Verfahrens errechnet, indem

jeweils der Barwert der zukünftigen freien Zahlungsmittelüberschüsse, die voraussichtlich aus der zahlungsmittelgenerierenden

Einheit erzielt werden können, ermittelt wurde. Die kumulierten Barwerte

(je CGU) wurden um 1,0 Prozent gemindert, um die fiktiven Verkaufskosten zu berücksichtigen.

Basis der Ermittlung der zukünftigen Cash Flows für die Geschäftsbereiche Energie und swb bzw. die

Geschäftseinheiten Polen, Türkei, TK und IT sind jeweils die vom Vorstand und durch den Aufsichtsrat

der EWE AG genehmigten aktuellen Planungen. Es wurde grundsätzlich ein Planungshorizont von drei

Jahren zugrunde gelegt, an den sich ein Normaljahr als Basis für die ewige Rente anschließt. Soweit

sachgerecht, wurde der Planungshorizont entsprechend erweitert, um Investitionsrückflüsse berücksichtigen

zu können.


Konzernabschluss 117

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Im Plan sind bisherige Erfahrungen ebenso berücksichtigt wie bestimmte Prämissen, zum Beispiel im

Hinblick auf Wechselkurse und die Ölpreisentwicklung. Für die Gesellschaft EWE Doğalgaz sowie die

Geschäftseinheit Polen sind jeweils die aktuellsten vorliegenden Planungen der jeweiligen Geschäftsführungen

bzw. Geschäftsverantwortlichen als Basis der Berechnungen genutzt worden.

Die Diskontierungszinssätze sind auf Basis von Kapitalmarktdaten für branchenspezifische Peer Groups

abgeleitet worden. Sie berücksichtigen Erwartungen hinsichtlich des risikofreien Marktzinssatzes und

des spezifischen Risikos der jeweiligen zahlungsmittelgenerierenden Einheit. Der so ermittelte individuelle

WACC (Weighted Average Cost of Capital) nach Steuern ist für den jeweiligen Planungshorizont

verwendet worden. Für die ewige Rente ist ein unveränderter Abschlag für nachhaltiges Wachstum in

Höhe von 1,0 Prozentpunkten berücksichtigt worden. Die jeweils verwendeten Diskontierungszinssätze

sind der folgenden Tabelle zu entnehmen:

Zahlungsmittelgenerierende Einheit WACC Wachstumsrate

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Geschäftsbereich Energie 4,79 % / 3,79 % 4,80 % / 3,80 % 1,00 % 1,00 %

Geschäftsbereich swb 4,79 % / 3,79 % 4,80 % / 3,80 % 1,00 % 1,00 %

Geschäftsbereich Neue Märkte und I+K

teilkonzern Polen 5,53 % / 4,53 % 5,35 % / 4,35 % 1,00 % 1,00 %

bursagaz – 6,62 % / 5,62 % – 1,00 %

Kayserigaz – 6,62 % / 5,62 % – 1,00 %

EWE Doğalgaz 6,46 % / 5,46 % 6,62 % / 5,62 % 1,00 % 1,00 %

Geschäftseinheit tK 5,42 % / 4,42 % 5,08 % / 4,08 % 1,00 % 1,00 %

Geschäftseinheit It 8,59 % / 7,59 % 7,91 % / 6,91 % 1,00 % 1,00 %

Die Wachstumsraten basieren auf den Einschätzungen des Managements.

Prüfung auf Wertminderung zum 30. Juni 2011

Bei den zahlungsmittelgenerierenden Einheiten Bursagaz und Kayserigaz (Segment Neue Märkte und

I+K) erfolgte im Halbjahr 2011 eine Anpassung der prognostizierten Cash Flows aufgrund der aktuellen

Entwicklungen in der Türkei. Die Ergebnissituation wird im Wesentlichen durch die aktuellen Regulierungsmaßnahmen

negativ beeinflusst. Es wurden zum 30. Juni 2011 ein WACC von 6,76 Prozent / 5,76 Prozent

sowie aktuelle Wechselkurse verwendet. Infolge der aktualisierten Analyse identifizierte das Management

zum 30. Juni 2011 eine Wertminderung in Höhe von 157,0 Mio. Euro, welche in den Abschreibungen

ausgewiesen wurde. Die Wertminderung verteilte sich in Höhe von 62,1 Mio. Euro auf die Geschäfts-

oder Firmenwerte und in Höhe von 94,9 Mio. Euro auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter

Nutzungsdauer. Wechselkursbedingt reduzierte sich die Wertminderung zum 31. Dezember 2011 auf

insgesamt 146,8 Mio. Euro und entfiel mit 58,1 Mio. Euro auf die Geschäfts- oder Firmenwerte sowie

mit 88,7 Mio. Euro auf immaterielle Vermögenswerte mit bestimmter Nutzungsdauer.

Prüfung auf Wertminderung zum 31. Dezember 2011

Aus der Überprüfung zum 31. Dezember 2011 ergab sich kein weiterer Wertminderungsbedarf.

Eine negative änderung einer wesentlichen Annahme würde zu einem weiteren Wertminderungsaufwand

führen.

Im Berichtsjahr wurden Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte in Höhe von 58,1 Mio. Euro

(Vorjahr: 286,8 Mio. Euro) erfasst. Die Wertminderungen auf Geschäfts- oder Firmenwerte im Vorjahr

wurden angepasst (siehe Abschnitt 2.5). Auf immaterielle Vermögenswerte mit unbestimmter Nutzungsdauer

wurden wie im Vorjahr keine Wertminderungen vorgenommen.


118

EWE gEschäftsbEricht 2011

17. Sachanlagen

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Grundstücke und bauten 484,6 489,7

technische Anlagen und Maschinen

Stromversorgungsanlagen 1.282,3 1.299,9

Gasversorgungsanlagen 1.544,7 1.484,2

Sonstige 1.170,5 1.178,1

Andere Anlagen, betriebs- und Geschäftsausstattung 92,6 104,1

Geleistete Anzahlungen und Anlagen im bau 552,2 458,1

Gesamt 5.126,9 5.014,1

Die Sachanlagen haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio. Euro

Grundstücke

und bauten

technische

Anlagen und

Maschinen

Andere

Anlagen,

betriebs- und

Geschäfts-

ausstattung

Geleistete

Anzahlungen und

Anlagen im bau Summe

Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten

Stand: 01.01.2011

Veränderung Konsolidierungskreis

Zugänge / Abgänge durch

881,8 10.259,1 317,9 472,2 11.931,0

Verschmelzung und Ausgliederung -25,3 -0,5 -25,8

Zugänge 8,7 290,9 18,0 235,2 552,8

Umbuchungen 14,8 113,5 4,4 -134,9 -2,2

Währungsanpassungen -0,4 -42,0 -0,8 -1,6 -44,8

Abgänge 12,2 186,0 21,8 8,6 228,6

Stand: 31.12.2011 892,7 10.410,2 317,2 562,3 12.182,4

Kumulierte Abschreibungen

Stand: 01.01.2011

Veränderung Konsolidierungskreis

Zugänge / Abgänge durch

392,1 6.296,9 213,8 14,1 6.916,9

Verschmelzung und Ausgliederung

Planmäßige Abschreibungen

-12,9 -0,4 -13,3

des berichtsjahres

Wertminderungen

21,8 329,0 29,3 380,1

des berichtsjahres 20,1 3,4 0,1 23,6

Umbuchungen 0,9 3,7 -0,3 -3,7 0,6

Währungsanpassungen -11,8 -0,4 -0,4 -12,6

Abgänge 6,7 178,7 20,8 206,2

Zuschreibungen -33,6 -33,6

Stand: 31.12.2011 408,1 6.412,7 224,6 10,1 7.055,5

Buchwerte

Stand: 31.12.2011 484,6 3.997,5 92,6 552,2 5.126,9


in Mio. Euro

Konzernabschluss 119

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Grundstücke

und bauten

technische

Anlagen und

Maschinen

Andere

Anlagen,

betriebs- und

Geschäfts-

ausstattung

Geleistete

Anzahlungen und

Anlagen im bau Summe

Anschaffungs- bzw.

Herstellungskosten

Stand: 01.01.2010 811,1 9.841,2 331,3 455,6 11.439,2

Veränderung Konsolidierungskreis

Zugänge / Abgänge durch

10,7 10,7

Verschmelzung und Ausgliederung 5,3 11,2 0,4 16,9

Zugänge 25,3 298,0 23,1 229,4 575,8

Umbuchungen 42,8 168,4 4,8 -223,5 -7,5

Währungsanpassungen 0,1 12,9 0,2 0,3 13,5

Abgänge 2,8 72,6 41,9 0,3 117,6

Stand: 31.12.2010 881,8 10.259,1 317,9 472,2 11.931,0

Kumulierte Abschreibungen

Stand: 01.01.2010

Veränderung Konsolidierungskreis

Zugänge / Abgänge durch

369,8 6.022,2 223,1 3,2 6.618,3

Verschmelzung und Ausgliederung

Planmäßige Abschreibungen

3,1 8,5 0,4 12,0

des berichtsjahres

Wertminderungen

20,9 321,5 29,2 371,6

des berichtsjahres 5,6 0,2 11,9 17,7

Umbuchungen 1,0 0,1 -1,0 0,1

Währungsanpassungen 3,0 0,1 3,1

Abgänge 1,7 64,4 39,3 105,4

Zuschreibungen -0,5 -0,5

Stand: 31.12.2010 392,1 6.296,9 213,8 14,1 6.916,9

Buchwerte

Stand: 31.12.2010 489,7 3.962,2 104,1 458,1 5.014,1

Das Sachanlagevermögen dient im Umfang von 29,1 Mio. Euro (Vorjahr: 31,5 Mio. Euro) als Sicherheit

und unterliegt in Höhe von 38,1 Mio. Euro (Vorjahr: 40,1 Mio. Euro) Verfügungsbeschränkungen durch

das finanzierende Kreditinstitut. Das finanzierende Kreditinstitut kann von seinen Rechten nur Gebrauch

machen, wenn der Kreditnehmer seinen vertraglichen Verpflichtungen nicht nachkommt.

Auf Sachanlagen für Exploration (Gasversorgungsanlagen) wurden im Berichtsjahr 6,5 Mio. Euro (Vorjahr:

14,1 Mio. Euro) Wertminderungen ergebniswirksam erfasst. Im Geschäftsjahr wurden Zuschreibungen

in Höhe von 17,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,5 Mio. Euro) vorgenommen. Der Restbuchwert beläuft

sich zum Bilanzstichtag auf 71,5 Mio. Euro (Vorjahr: 20,0 Mio. Euro).

Insgesamt werden Wertminderungen in Höhe von 23,6 Mio. Euro (Vorjahr: 17,6 Mio. Euro) im Posten

Abschreibung der Gewinn- und Verlustrechnung ausgewiesen.

In 2010 wurden 3,1 Mio. Euro an Entschädigungsleistungen für ein durch Brand zerstörtes Kohlesilo in

Bremen-Hastedt erfolgswirksam vereinnahmt.


120

EWE gEschäftsbEricht 2011

18. Nach der Equity-Methode bilanzierte Finanzanlagen

In der nachfolgenden Tabelle sind die zusammengefassten Finanzinformationen über die nach der Equity-

Methode bewerteten Unternehmen, die alle nicht börsennotiert sind, dargestellt. Dabei werden die

Kennzahlen nicht entsprechend dem der EWE AG zustehenden Anteil (in 2010 Angaben inklusive VNG),

sondern in voller Höhe ausgewiesen.

in Mio. Euro 2011 2010

bilanzsumme 3.929,3 4.654,7

Schulden 3.057,9 2.949,4

Umsatzerlöse 8.672,6 7.165,4

Ergebnis -162,8 129,8

Die Anteile an nach der Equity-Methode bewerteten Unternehmen haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio. Euro 2011 2010

Anfangsbestand am 1. januar 1.364,4 497,4

Anpassung Reklassifizierung Anteile VNG 914,6

Korrigierter Anfangsbestand am 1. januar 1.364,4 1.412,0

Konzernanteil am Ergebnis -110,9 23,9

Vereinnahmte Gewinnausschüttungen -34,3 -75,7

Zugang 28,9 3,9

Umgliederung -211,4

Abgang -31,0

Erfolgsneutrale Veränderungen -17,9 0,3

Wertminderungen -110,2

Schlussbestand am 31. Dezember 877,6 1.364,4

Zum 31. Dezember 2011 umfassen die Beteiligungen an assoziierten Unternehmen einen Geschäfts-

oder Firmenwert in Höhe von 69,2 Mio. Euro (Vorjahr: 69,2 Mio. Euro). Dabei entfallen 50,1 Mio. Euro

(Vorjahr: 50,1 Mio. Euro) auf den Geschäftsbereich swb und 19,1 Mio. Euro (Vorjahr: 19,1 Mio. Euro) auf

die Geschäftseinheit TK.

Die Zugänge betreffen die Erhöhung der Einlagen bei dem Gemeinschaftskraftwerk Bremen GmbH & Co. KG,

Bremen, in Höhe von 24,8 Mio. Euro sowie die Erhöhung der Einlagen an der Beteiligung Weserkraftwerk

Bremen GmbH & Co. KG, Bremen, in Höhe von 4,1 Mio. Euro.


Konzernabschluss 121

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die Umgliederung betrifft die Umklassifizierung der Anteile an der Stadtwerke Bielefeld GmbH, Bielefeld,

da die Stadt Bielefeld das ihr vertraglich eingeräumte Rückkaufsrecht aufgrund des Wechsels in der

Anteilseignerstruktur der swb AG (change-of-control-Klausel) ausgeübt hat. In einem Schiedsgerichtsverfahren

wird derzeit über die Höhe des Kaufpreises befunden. Aufgrund der derzeitigen Vertragsverhandlungen

wurde die Beteiligung in die Position langfristige Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten

umgegliedert (siehe Tz. 25). Diese wurde mit dem Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten angesetzt.

Vor der Umgliederung wurde im Zuge der veränderten energiewirtschaftlichen Rahmenbedingungen

eine Wertminderung in Höhe von 100,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) vorgenommen (vgl. Tz. 12).

Die at-equity-Fortschreibung wurde ab dem Zeitpunkt der Umklassifizierung ausgesetzt.

Die Wertminderung betrifft die Abwertung des Beteiligungsansatzes der Stadtwerke Bielefeld GmbH in

Höhe von 107,7 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro), die mit dem Ertrag aus der Anpassung der Put-Option

in Höhe von 7,0 Mio. Euro verrechnet wurde und im Ergebnis aus assoziierten Unternehmen in Höhe von

100,7 Mio. Euro ausgewiesen wird.

19. Sonstige finanzielle Vermögenswerte

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Ausleihungen an verbundene Unternehmen 59,9 37,1

Anteile an Sonstigen beteiligungen 57,0 71,3

Derivative Finanzinstrumente 56,3 52,0

Anteile an verbundenen Unternehmen 55,9 65,0

Sonstige Ausleihungen 23,4 23,5

Energiespardarlehen 0,6 1,4

Übrige 4,2 3,3

Gesamt 257,3 253,6

Bei den Anteilen an verbundenen Unternehmen sowie Ausleihungen an verbundene Unternehmen handelt

es sich um nicht konsolidierte Beteiligungen.

20. Vorräte

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Gasvorräte 235,7 194,1

Roh-, Hilfs- und betriebsstoffe 45,4 34,2

Unfertige Erzeugnisse, unfertige Leistungen 11,2 19,6

Fertige Erzeugnisse und Waren 3,3 3,1

Geleistete Anzahlungen 0,4 0,7

Gesamt 296,0 251,7

Verfügungsbeschränkungen oder andere Belastungen liegen nicht vor.


122

EWE gEschäftsbEricht 2011

21. Forderungen aus Lieferungen und Leistungen

Die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig.

Erhaltene Sicherheiten in Form von Barmitteln liegen in Höhe von 4,5 Mio. Euro (Vorjahr: 3,1 Mio.

Euro) vor.

in Mio. Euro buchwert weder

überfällig

noch wertgemindert

Forderungen aus

Lieferungen und Leistungen

Forderungen aus

Lieferungen und Leistungen

zum 31.12.2011

zum 31.12.2010

davon: Zum Abschlussstichtag überfällig und nicht einzeln wertberichtigt

Gesamt

Weniger als

30 tage

Zwischen

30 und 90

tagen

Zwischen

91 und 180

tagen

Zwischen

181 und 360

tagen

Mehr als

360 tage

1.049,4 884,0 165,4 105,2 14,6 8,8 7,5 29,3

944,6 773,8 170,8 108,7 17,5 7,7 7,7 29,2

Die Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen haben sich wie folgt entwickelt:

in Mio. Euro 2011 2010

Stand Wertberichtigungen am 1. januar 39,7 38,8

Kursdifferenzen -0,5 0,2

Zuführungen 12,1 1,5

Verbrauch -4,5

Auflösungen -5,2 -1,1

Veränderung Konsolidierungskreis 0,3

Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 41,6 39,7

Der Gesamtbetrag der Wertberichtigungen resultiert aus Einzelwertberichtigungen in Höhe von 14,0 Mio.

Euro (Vorjahr: 13,1 Mio. Euro) und pauschalierten Einzelwertberichtigungen in Höhe von 27,6 Mio. Euro

(Vorjahr: 26,6 Mio. Euro).

Einzelwertberichtigt wurden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber Kunden, die sich

in unerwarteten wirtschaftlichen Schwierigkeiten befinden. Es wird angenommen, dass ein Teil der Forderungen

jedoch in Zukunft noch ausgeglichen wird.

Zuführungen zu Wertberichtigungen auf Forderungen aus Lieferungen und Leistungen spiegeln sich in

den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung wider, Beträge aus der

Auflösung von Wertberichtigungen fließen in die Sonstigen betrieblichen Erträge.


Konzernabschluss 123

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

22. Sonstige finanzielle Forderungen und Vermögenswerte

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Derivative Finanzinstrumente 134,5 124,5

Forderungen gegen verbundene Unternehmen 61,5 68,8

Wertpapiere 51,0 127,4

Forderungen gegen Unternehmen, mit denen ein beteiligungsverhältnis besteht 34,3 7,0

Forderungen gegen at-equity bewertete Unternehmen 1 27,1 43,4

Forderungen aus Auftragsfertigung 6,3 7,8

Forderungen aus KWK-Umlage / Zuschläge 3,0

Debitorische Kreditoren 2,6 3,7

Forderungen aus Erstattungsansprüchen 1,9 1,9

Forderungen aus abgegrenzten Zinsen 1,0 1,0

Energiespardarlehen 0,8 1,1

Übrige sonstige finanzielle Vermögenswerte 47,7 33,4

Gesamt 371,7 420,0

1 davon gegenüber IFRS 5-bilanzierten Unternehmen 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro)

Die sonstigen finanziellen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig.

Bei den Forderungen gegen verbundene Unternehmen handelt es sich um nicht konsolidierte Beteiligungen.

in Mio. Euro buchwert weder

überfällig

noch wertgemindert

Sonstige finanzielle Forderungen

und Vermögenswerte

Sonstige finanzielle Forderungen

und Vermögenswerte

zum 31.12.2011

zum 31.12.2010

davon: Zum Abschlussstichtag überfällig und nicht einzeln wertberichtigt

Gesamt

Weniger als

30 tage

Zwischen

30 und 90

tagen

Zwischen

91 und 180

tagen

Zwischen

181 und 360

tagen

Mehr als

360 tage

371,7 363,5 8,2 7,4 0,1 0,1 0,1 0,5

420,0 399,0 21,0 18,3 1,8 0,2 0,4 0,3

In der folgenden Tabelle sind die Wertberichtigungen auf die sonstigen finanziellen Forderungen und

Vermögenswerte dargestellt:

in Mio. Euro 2011 2010

Stand Wertberichtigungen am 1. januar 1,3 1,4

Auflösungen -0,1 -0,1

Stand Wertberichtigungen am 31. Dezember 1,2 1,3

Zuführungen zu Wertberichtigungen auf die sonstigen finanziellen Forderungen und Vermögenswerte

spiegeln sich in den Sonstigen betrieblichen Aufwendungen der Gewinn- und Verlustrechnung wider,

Beträge aus der Auflösung von Wertberichtigungen fließen in die Sonstigen betrieblichen Erträge.


124

EWE gEschäftsbEricht 2011

23. Sonstige nicht finanzielle Forderungen und Vermögenswerte

Die sonstigen nicht finanziellen Forderungen und Vermögenswerte sind innerhalb eines Jahres fällig.

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Geleistete Anzahlungen 50,9 27,3

Emissionsrechte 30,6 35,5

Aktiver Rechnungsabgrenzungsposten 12,9 4,4

Umsatzsteuer 9,0 5,1

Own Use Stromhandel 0,1 9,5

Übrige sonstige nicht finanzielle Vermögenswerte 9,6 76,6

Gesamt 113,1 158,4

24. Liquide Mittel

Zur Zusammensetzung des Finanzmittelfonds in der Kapitalflussrechnung siehe Tz. 42.

25. Langfristige Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten

Die at-equity bewerteten VNG-Anteile wurden seit dem 30. Juni 2009 als zur Veräußerung gehalten

klassifiziert. Aufgrund der Ablehnung der Übertragung der VNG-Anteile an EnBW in der Hauptversammlung

der VNG am 15. Dezember 2011 sind wesentliche Voraussetzungen für eine Bilanzierung nach

IFRS 5 nicht mehr gegeben. Der Wegfall der Voraussetzungen für eine Bilanzierung nach IFRS 5 führt

dazu, dass die Anteile an der VNG ab dem Zeitpunkt, ab dem sie als „zur Veräußerung gehalten“ eingestuft

wurden, nach der Equity-Methode bilanziert werden. Die Abschlüsse für die Perioden seit der

Einstufung als „zur Veräußerung gehalten“ wurden entsprechend angepasst. Zum 31. Dezember 2011

wurde der fortgeführte ursprüngliche Buchwert angesetzt, der unterhalb des erzielbaren Betrags im

Sinne von IAS 36 lag. Die Anteile sind dem Segment Corporate Centre/Konsolidierung zugeordnet.

Darüber hinaus erfolgte im ersten Halbjahr 2011 eine Umklassifzierung der at-equity bewerteten Anteile

an der Stadtwerke Bielefeld GmbH, Bielefeld, für die eine konkrete Veräußerungsabsicht besteht (siehe

Tz. 18). Die Bewertung erfolgt zum Zeitwert abzüglich Veräußerungskosten. Die Zeitwertanpassung in

Höhe von 9,3 Mio. Euro wird im übrigen Beteiligungsergebnis ausgewiesen. Die Anteile sind dem Segment

swb zugeordnet.


Konzernabschluss 125

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

26. Eigenkapital

Die Aufgliederung und Entwicklung des Eigenkapitals sind in der Eigenkapitalveränderungsrechnung

dargestellt.

Das Gezeichnete Kapital der EWE AG in Höhe von 242.988 Tsd. Euro (Vorjahr: 242.988 Tsd. Euro) ist

in 242.988 (Vorjahr: 242.988) Namensaktien zu je 1.000 Euro zerlegt.

Am 21. Juli 2009 wurden 26 Prozent des Grundkapitals der EWE AG an die EnBW übertragen. Die Weser-

Ems-Energiebeteiligungen GmbH (WEE), Oldenburg, ist unverändert zu 59 Prozent und die Energieverband

Elbe-Weser Beteiligungsholding GmbH (EEW), Oldenburg, ist unverändert zu 15 Prozent beteiligt.

Gesellschafter der WEE ist die Ems-Weser-Elbe Versorgungs- und Entsorgungsverband Beteiligungsgesellschaft

mbH (EWE-Verband GmbH), Oldenburg. Alleingesellschafter der EWE-Verband GmbH und

der EEW ist der Ems-Weser-Elbe Versorgungs- und Entsorgungsverband (EWE-Verband), Oldenburg.

Die Mitglieder des EWE-Verbands sind Landkreise und Städte unseres Versorgungsgebietes zwischen

Ems, Weser und Elbe.

Die Kapitalrücklage resultiert im Wesentlichen aus den Regelungen des § 272 Abs. 2 Nr. 4 HGB. In 2011

wurden von der EnBW 75,0 Mio. Euro (Vorjahr: 2,4 Mio. Euro) zur Einstellung in die Kapitalrücklage geleistet.

Die Gewinnrücklagen beinhalten die angesammelten Ergebnisse und das kumulierte sonstige Konzernergebnis.

Das kumulierte sonstige Konzernergebnis setzt sich zusammen aus der Neubewertungsrücklage

gemäß IFRS 3, den änderungen der beizulegenden Zeitwerte der Cash Flow Hedges, den erfolgsneutral

erfassten Marktbewertungen der zur Veräußerung verfügbaren Finanzinstrumente, den Währungsdifferenzen

aus der Umrechnung von ausländischen Abschlüssen, den erfolgsneutral erfassten versicherungsmathematischen

Ergebnissen, den IFRS 5-Anpassungen sowie den erfolgsneutralen Veränderungen aus

der Fortführung der at-equity-Wertansätze.

Gewinnverwendungsvorschlag

Der Vorstand schlägt der Hauptversammlung vor, aus dem Bilanzgewinn der EWE AG in Höhe von

88.000.534,08 Euro eine Dividende für das Geschäftsjahr 2011 von 88.000.534,08 Euro (362,16 Euro

je nominal 1.000,00 Euro Aktienkapital in Höhe von 242.988.000,00 Euro) an die Gesellschafter auszuschütten.

Die Anteile ohne beherrschenden Einfluss zeigen im Wesentlichen den Anteilsbesitz Dritter an Bursagaz

und AOV.

27. Bauzuschüsse und Emissionsrechte

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig

bauzuschüsse 758,1 45,8 750,0 44,8

Rückgabeverpflichtung für Emissionsrechte 23,8 33,5

Gesamt 758,1 69,6 750,0 78,3

Als Bauzuschüsse werden im Wesentlichen Baukostenzuschüsse ausgewiesen. Diese werden über die

Nutzungsdauer der bezuschussten Vermögenswerte aufgelöst. Der Ausweis der Auflösung erfolgt in

der Gewinn- und Verlustrechnung in den Umsatzerlösen.


126

EWE gEschäftsbEricht 2011

28. Rückstellungen

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Langfristig Kurzfristig Gesamt Langfristig Kurzfristig Gesamt

Rückstellungen für Pensionen und

ähnliche Verpflichtungen 1.302,9 1.302,9 1.235,8 1.235,8

Sonstige Rückstellungen

Verpflichtungen aus dem Personalbereich

Verpflichtungen aus Rekultivierung

34,5 5,7 40,2 38,4 8,4 46,8

der Gaskavernen 82,1 82,1 75,9 75,9

Übrige sonstige Rückstellungen 58,1 152,9 211,0 50,2 161,3 211,5

Gesamt 1.477,6 158,6 1.636,2 1.400,3 169,7 1.570,0

Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtungen

Die Versorgungsleistungen des EWE-Konzerns an seine Mitarbeiter entsprechen nach IAS 19 der Definition

leistungsorientierter Pläne für Leistungen nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses. Insgesamt

richten sich die Altersversorgungszusagen im Wesentlichen nach der Dauer der Betriebszugehörigkeit

sowie der Vergütung der Mitarbeiter.

Die Verpflichtungen umfassen sowohl solche aus bereits laufenden Pensionen als auch aus Anwartschaften

auf künftig zu zahlende Pensionen.

Charakteristisch für die Verpflichtung aus rein leistungsorientierten Plänen ist, dass der EWE-Konzern

die zugesagte Leistungshöhe gewährt und somit vollumfänglich sowohl das Finanzierungsrisiko als

auch die biometrischen Risiken (z. B. Langlebigkeitsrisiko) trägt.

Im Falle der 2009 neu eingeführten fondsgebundenen Direktzusage überführen die an diesem Modell

teilnehmenden Konzerngesellschaften dem EWE-Treuhandverein e.V. für jeden berechtigten Mitarbeiter

jährlich einen Versorgungsaufwand. Der über den Anwartschaftszeitraum kumuliert eingebrachte

Versorgungsaufwand zuzüglich der hierauf erzielten Rendite wird bei Eintritt des Versorgungsfalls verrentet.

Dabei garantiert die teilnehmende Konzerngesellschaft den Werterhalt der eingebrachten Nominalbeträge.

In Anlehnung an IFRIC D9 wird die Defined Benefit Obligation (DBO) der neu eingeführten

Direktzusage als das Maximum aus dem Barwert der garantierten Verpflichtung und dem Fondsvermögen

ausgewiesen. Analog hierzu ergibt sich der laufende Dienstzeitaufwand aus dem Maximum des laufenden

Dienstzeitaufwandes der Garantieverpflichtungen und den Fondsbeiträgen. Schließlich wird, sofern das

Planvermögen den Barwert der Garantieverpflichtung übersteigt, der Zinsaufwand auf die Verpflichtung

mit den erwarteten Erträgen aus dem Planvermögen gleichgesetzt, allerdings mit umgekehrten Vorzeichen.

Im Ergebnis wird erreicht, dass Verpflichtung und Kosten dem tatsächlich erreichten Ausmaß entsprechend

erfasst werden. Solange das Planvermögen den Barwert der garantierten Mindestleistung

übersteigt, kommt es zu keinem Bilanzausweis und der Aufwand entspricht regelmäßig den geleisteten

Beiträgen, was im Wesentlichen der Behandlung eines Defined Contribution Plans entspricht. Allerdings

wird dennoch sichergestellt, dass die arbeitsrechtliche Mindestverpflichtung stets durch externes Vermögen

oder erforderlichenfalls durch interne Reserven gedeckt wird, womit dem Defined Benefit Element

der Plankonstruktion ausreichend Rechnung getragen wird.

Im Ergebnis wird bei diesem Modell insbesondere das Finanzierungsrisiko der Altersversorgung vornehmlich

unter Beachtung der Nominalgarantie während der Anwartschaftsphase im Wesentlichen auf die

begünstigten Mitarbeiter übertragen. Im Gegenzug erhalten diese die Chance auf angemessene Erträge

aus der Kapitalanlage.


Konzernabschluss 127

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die laufenden Beitragszahlungen in Form des jährlichen Dienstzeitaufwandes sind als Personalaufwand

des jeweiligen Jahres im operativen Ergebnis (EBIT) ausgewiesen. Die Zinskomponente wird im

Zinsergebnis ausgewiesen.

Die Bilanzgrößen für die leistungsorientierten Pensionszusagen stellen sich wie folgt dar:

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

barwert der über den EWE-treuhandverein finanzierten Verpflichtungen 4,6 2,4

Marktwert des Planvermögens 4,6 2,4

Finanzierungsstatus 0,0 0,0

barwert der nicht über den EWE-treuhandverein finanzierten Verpflichtungen 1.302,9 1.235,8

Nicht erfasster nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,0 0,0

Aufgrund der begrenzung von IAS 19 nicht als Vermögenswert bilanzierter betrag 0,0 0,0

Bilanzwert 1.302,9 1.235,8

Die folgenden Beträge wurden in der Gewinn- und Verlustrechnung erfasst:

in Mio. Euro 2011 2010

Laufender Dienstzeitaufwand 21,4 18,9

Zinsaufwand 57,5 58,9

Erwartete Erträge aus Planvermögen -0,1 0,0

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,0 0,0

Gesamt 78,8 77,8

Der Barwert der Verpflichtungen hat sich wie folgt entwickelt:

in Mio. Euro 2011 2010

barwert zu beginn des jahres 1.238,4 1.138,8

Laufender Dienstzeitaufwand 21,4 18,9

Zinsaufwand 57,5 58,9

Erfolgsneutral erfasste versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 61,4 79,5

Nachzuverrechnender Dienstzeitaufwand 0,0 0,0

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen -69,9 -68,0

Rentenzahlungen aus Planvermögen 0,0 0,0

Änderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,0

Umbuchungen 0,0 9,4

Sonstiges -1,3 0,9

Barwert zum Bilanzstichtag 1.307,5 1.238,4


128

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die Entwicklung des Planvermögens stellt sich wie folgt dar:

in tsd. Euro 2011 2010

Marktwert zu beginn des jahres 2.437,7 834,3

Erwartete Erträge aus Planvermögen 97,5 33,4

Versicherungsmathematische Gewinne/(Verluste) -315,4 41,8

Arbeitgeberbeiträge 1.541,4 1.035,6

Entgeltumwandlung 647,7 492,6

Rentenzahlungen aus dem Planvermögen -1,2 0,0

Änderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,0

Vermögensübernahmen/(Vermögensübertragungen) 165,9 0,0

Sonstige 0,0 0,0

Marktwert zum Bilanzstichtag 4.573,6 2.437,7

Seit 2010 wird das Treuhandvermögen in Fidelity Target Fonds mit Zieldatum zwischen 2015 und 2040

investiert, wobei sich die Kapitalanlage nach dem voraussichtlichen Renteneintritt der Begünstigten richtet.

Das Treuhandvermögen setzt sich dabei aus 89 Prozent Aktien, 8 Prozent festverzinslichen Wertpapieren

und 3 Prozent Kassenvermögen zusammen.

Der Bilanzwert der Verpflichtung hat sich wie folgt entwickelt:

in Mio. Euro 2011 2010

bilanzwert zu beginn des jahres 1.235,8 1.138,0

In der Gewinn- und Verlustrechnung erfasster Aufwand 78,8 77,8

Rentenzahlungen aus Firmenvermögen und beiträge an den EWE-treuhandverein -72,1 -69,5

Versicherungsmathematische (Gewinne)/Verluste 61,4 79,5

Änderungen des Konsolidierungskreises 0,0 0,0

Umbuchungen 0,0 9,4

Sonstige -1,0 0,6

Bilanzwert am Ende des Jahres 1.302,9 1.235,8

Sämtliche versicherungsmathematischen Gewinne und Verluste in Höhe von 61,4 Mio. Euro (Vorjahr:

79,5 Mio. Euro) wurden im Sonstigen Ergebnis erfasst.

Den unter Verwendung der Richttafeln 2005 G von Klaus Heubeck berechneten Pensionsverpflichtungen

lagen folgende wesentliche versicherungsmathematische Annahmen zugrunde:

Rechnungsannahmen / Parameter (in Prozent) 31.12.2011 31.12.2010

Abzinsungssatz 4,50 4,75

Erwartete Rendite auf Planvermögen 4,00 4,00

Zukünftige Gehaltssteigerungen 2,50 2,50

Zukünftige Rentensteigerungen 1,75 1,75

Fluktuationsrate 0,00 0,00


Konzernabschluss 129

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Abweichend von den oben genannten Annahmen basieren die zum aktuellen Bilanzstichtag ermittelten

Pensionsverpflichtungen innerhalb der swb auf einem Gehaltstrend in Höhe von 2,0 Prozent p. a. und

einem Rententrend in Höhe von 1,0 Prozent p. a. (zzgl. eines Aufschlags in Höhe von 0,67 Prozent der

DBO für erwartete Einmalzahlungen anstelle von Rentenanpassungen sowie einer Fluktuationsrate von

durchschnittlich 2,0 Prozent p. a.). Im Falle von Verpflichtungen mit erfahrungsgemäß höheren Anpassungsraten

wurden diese auf Grundlage der in der Vergangenheit beobachteten und langfristig weiter

zu erwartenden Anpassungsraten mit einem Rententrend in Höhe von 4,0 Prozent p. a. bewertet.

Seit 2007 haben sich der Barwert der leistungsorientierten Verpflichtungen, der Zeitwert des Planvermögens

und die erfahrungsbedingten Anpassungen der Verpflichtungen als Unterschied zwischen der

erwarteten und tatsächlichen Entwicklung folgendermaßen entwickelt:

in Mio. Euro 2011 2010 2009 2008 2007

Am 31. Dezember

barwert der leistungsorientierten Verpflichtung 1.307,5 1.238,2 1.138,8 607,4 583,7

Zeitwert des Planvermögens 4,6 2,4 0,8 0,0 0,0

Fehlbetrag / (Überschuss)

Erfahrungswertbedingte Anpassungen

1.302,9 1.235,8 1.138,0 607,4 583,7

bei Planschulden

Erfahrungswertbedingte Anpassungen

18,9 5,6 -55,1 35,3 -6,0

bei Planvermögen -0,3 0,0 0,0 0,0 0,0

Die erwarteten Rentenzahlungen für 2012 belaufen sich auf 70,3 Mio. Euro. Die erwarteten Einzahlungen

in das Planvermögen belaufen sich auf 2,0 Mio. Euro.

Eine Erhöhung bzw. Verminderung des Rechnungszinses um einen Prozentpunkt hätte folgende Auswirkungen:

Veränderung des Rechnungszinses in Mio. Euro 2011 2010

Auswirkungen auf

Erhöhung

um 1 %

Verminderung

um 1 %

Erhöhung

um 1 %

Verminderung

um 1 %

den barwert der nicht extern finanzierten

Verpflichtungen -149,9 196,9 -143,2 187,9

den laufenden Dienstzeitaufwand

im folgenden Wirtschaftsjahr -4,0 5,8 -3,8 5,5

den Zinsaufwand auf die Verpflichtung

im folgenden Wirtschaftsjahr 4,0 -5,3 3,8 -5,0

Im EWE-Konzern beziehen sich die beitragsorientierten Pensionspläne auf die gesetzliche Rentenversicherung.

Im Jahr 2011 betrug der Aufwand bezüglich des Arbeitgeberanteils 58,4 Mio. Euro (2010:

56,3 Mio. Euro).


130

EWE gEschäftsbEricht 2011

Rückstellungsspiegel

in Mio. Euro

Stand:

01.01.2011 Zuführungen Auflösungen

Übrige

Veränderungen

1 Zinseffekte

Inanspruchnahmen

Stand:

31.12.2011

Rückstellungen für Pensionen

und ähnliche Verpflichtungen 1.235,8 81,3 -0,2 -1,5 57,4 -69,9 1.302,9

Sonstige Rückstellungen

Verpflichtungen aus dem

Personalbereich 46,8 11,1 -0,8 -3,4 1,2 -14,7 40,2

Verpflichtungen aus

Rekul ti vierung 75,9 2,3 0,1 3,8 82,1

Übrige sonstige Rückstellungen 211,5 181,3 -13,2 -2,9 1,4 -167,1 211,0

Gesamt 1.570,0 276,0 -14,2 -7,7 63,8 -251,7 1.636,2

1 Übrige Veränderungen betreffen im Wesentlichen erfolgsneutrale Veränderungen.

Die Personalrückstellungen beinhalten unter anderem Altersteilzeit- sowie Jubiläumsverpflichtungen.

Rekultivierungsrückstellungen werden im Wesentlichen für Gaskavernen für die Kosten der Rekultivierung

im Falle der Stilllegung gebildet. Die Rückstellungen werden aufgrund einer öffentlich-rechtlichen Verpflichtung

entsprechend der Bergverordnung für Tiefbohrungen, Untergrundspeicher und für die Gewinnung

von Bodenschätzen durch Bohrungen im Land Niedersachsen BVOT – (Tiefbohrverordnung)

sowie dem Bundesberggesetz (BBergG) gebildet. Der Bemessung der Rückstellung liegen externe Gutachten

zugrunde. Der Ausweis der Rückstellungen für Rekultivierungsaufwendungen erfolgt unter den

langfristigen Schulden, da in absehbarer Zeit noch nicht mit Rekultivierungsmaßnahmen zu rechnen

ist. Die Rekultivierungsrückstellungen werden mit ihrem auf den Bilanzstichtag abgezinsten Erfüllungsbetrag

angesetzt. Als Zinssatz wurden im Berichtsjahr unverändert 5,0 Prozent zugrunde gelegt. Der

Aufwand aus der Aufzinsung der Rekultivierungsrückstellung wird in der Gewinn- und Verlustrechnung

als Zinsaufwand ausgewiesen.

Rückstellungen für Verpflichtungen aus der Rekultivierung von Gaskavernen werden vollständig als langfristige

Rückstellungen klassifiziert, da die Inanspruchnahme aus heutiger Sicht im Jahr 2032 erwartet

wird. Zur Bestimmung der Rekultivierungskosten werden regelmäßig externe Gutachten eingeholt.

Für eine Flugaschedeponie gilt 2014 als wahrscheinlicher Beginn der Inanspruchnahme, die zweite Flugaschedeponie

ist verfüllt. Der Rekultivierungszeitpunkt wird von der Freien Hansestadt Bremen bestimmt.

Eine entsprechende Mitteilung liegt zum Geschäftsjahresende noch nicht vor.

Des Weiteren wird von dem Eintritt einer Rückbauverpflichtung für das Kraftwerk Hafen im Jahre 2050

ausgegangen.

Die übrigen sonstigen Rückstellungen berücksichtigen überwiegend ungewisse Verpflichtungen aus

schwebenden Geschäften, Prozessrisiken, Verpflichtungen für noch zu erwerbende Emissionszertifikate,

Verpflichtungen aus Mehrerlösabschöpfung Strom, Abrechnungs-, Entfernungs-, Aufbewahrungsverpflichtungen,

bedingte Kaufpreisverpflichtungen sowie Verpflichtungen für Umweltsanierungsmaßnahmen

und Restrukturierung.


Konzernabschluss 131

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

29. Anleihen

Die EWE AG hat zur Refinanzierung der Erwerbe von VNG und swb am 14. Oktober 2004 zwei unbesicherte

Inhaber-Teilschuldverschreibungen über insgesamt 1.500 Mio. Euro emittiert. In einer ersten

Tranche wurden dabei 1.000 Mio. Euro zu einem Angebotspreis von 99,326 Prozent mit einer Laufzeit

bis zum 14. Oktober 2014 und zu einem festen Zins von 4,375 Prozent platziert. Die zweite Tranche

über einen Betrag von 500 Mio. Euro ist am 14. Oktober 2019 rückzahlbar, mit einem festen Zins von

4,875 Prozent ausgestattet und wurde zu einem Angebotspreis von 99,791 Prozent emittiert.

Am 16. Juli 2009 hat die EWE AG eine weitere Euro-Anleihe über 500 Mio. Euro zur Umfinanzierung

bestehender Verbindlichkeiten emittiert. Die Anleihe wurde zu einem Angebotspreis von 98,976 Prozent

mit einer Laufzeit bis zum 16. Juli 2021 und zu einem festen Zins von 5,250 Prozent platziert.

Zur teilweisen Refinanzierung der am 14. Oktober 2014 fälligen Anleihe hat die EWE AG am 4. November

2011 eine unbesicherte Inhaberschuldverschreibung emittiert. Dabei wurden 500,0 Mio. Euro zu einem

Angebotspreis von 99,425 Prozent mit einer Laufzeit bis zum 4. November 2020 und zu einem festen

Zins von 4,125 Prozent platziert. Im Zuge dieser Transaktion wurden Anteile der in 2014 fälligen Anleihe

gegen Ausgabe von Anteilen an der neuen Anleihe zu einem Nennwert von 357,3 Mio. Euro zurückgekauft.

30. Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten 637,7 81,6 708,9 33,5

Die festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten in Höhe von 567,3 Mio. Euro (Vorjahr:

585,9 Mio. Euro) sind im Wesentlichen mit einem durchschnittlichen Zinssatz von 4,41 bis 5,36 Prozent

(Vorjahr: 4,92 bis 5,36 Prozent), die variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

in Höhe von 152,0 Mio. Euro (Vorjahr: 156,5 Mio. Euro) im Wesentlichen mit einem durchschnittlichen

Zinssatz von 1,66 bis 2,19 Prozent (Vorjahr: 1,07 bis 1,64 Prozent) zu verzinsen. Bei den festverzinslichen

Verbindlichkeiten beträgt die korrespondierende durchschnittliche Restzinsbindungsdauer 2,91 bis 3,54 Jahre

(Vorjahr: 3,91 bis 4,54 Jahre), bei den variabel verzinslichen Verbindlichkeiten 93 Tage bis 6,64 Jahre

(Vorjahr: 94 Tage bis 7,64 Jahre).

31. Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen

Die Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sind innerhalb eines Jahres fällig und bestehen

im Wesentlichen in Euro.


132

EWE gEschäftsbEricht 2011

32. Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig

Derivative Finanzinstrumente 74,7 146,8 44,8 114,7

Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen

Unternehmen 16,7 10,0

Verbindlichkeiten gegenüber at-equity bewerteten

Unternehmen 0,4 7,5

Verbindlichkeiten gegenüber Unternehmen,

mit denen ein beteiligungsverhältnis besteht 32,3 11,9

Kautionen 81,5 59,9

Kaufpreisverpflichtungen 3,1

Zuwendungsvereinbarung EWE Forschungsinstitut 23,7 27,4

Forschung und Entwicklung 14,8 19,6

Zinsabgrenzung Anleihen 26,7 26,9

Verbindlichkeiten Personalbereich 10,0 43,2 8,0 36,8

Übrige sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 5,3 62,4 9,6 82,2

Sonstige finanzielle Verbindlichkeiten 128,5 410,0 109,4 353,0

Bei den Verbindlichkeiten gegenüber verbundenen Unternehmen handelt es sich um nicht konsolidierte

Beteiligungen.

Die Kautionen betreffen im Wesentlichen die Sicherheiten, die Bursagaz und Kayserigaz bei Vertragsabschluss

von jedem neuen Kunden erhalten und die bei Vertragsende zurückzuzahlen sind. Wegen der

jederzeitigen Möglichkeit der Kunden, den Vertrag zu kündigen, wurden die Verbindlichkeiten als kurzfristig

klassifiziert. Eine freie Verwertung ist nicht möglich.

33. Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Langfristig Kurzfristig Langfristig Kurzfristig

Verbindlichkeiten aus Steuern 65,1 74,3

Erhaltene Anzahlungen auf bestellungen 22,2 22,1

Own Use Stromhandel 1,7 14,9

Übrige sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 4,4 17,0 5,4 16,7

Sonstige nicht finanzielle Verbindlichkeiten 4,4 106,0 5,4 128,0

34. Latente Steuern

Die aktiven latenten Steuern in Höhe von 89,0 Mio. Euro (Vorjahr: 11,7 Mio. Euro) und die passiven

latenten Steuern in Höhe von 435,5 Mio. Euro (Vorjahr: 453,4 Mio. Euro) betreffen Bewertungsunterschiede

zu den Steuerbilanzen und steuerliche Verlustvorträge.


Konzernabschluss 133

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Die aktiven und passiven latenten Steuern verteilen sich auf folgende Positionen:

31.12.2011 31.12.2010

in Mio. Euro Aktiv Passiv Aktiv Passiv

Immaterielle Vermögenswerte 5,4 177,5 6,1 207,4

Sachanlagen 4,1 555,0 2,5 538,7

Sonstige Vermögenswerte 9,8 21,0 2,9 20,1

davon derivative Finanzinstrumente 19,0 18,3

Langfristige Vermögenswerte 19,2 753,5 11,5 766,2

Vorräte 0,2 39,1 0,2 30,7

Forderungen 1,2 4,1 2,6 5,3

Sonstige Vermögensgegenstände 3,7 45,3 2,2 40,2

davon derivative Finanzinstrumente 41,6 37,5

Kurzfristige Vermögenswerte 5,0 88,5 5,0 76,2

bauzuschüsse 177,6 166,4

Pensionsrückstellungen 118,0 0,0 110,1 6,9

Übrige Rückstellungen 37,8 19,4 40,9 9,3

Schulden 36,8 20,8 30,3 3,4

Langfristige Schulden 370,3 40,2 347,7 19,6

bauzuschüsse und Emissionsrechte 10,5 6,6

Übrige Rückstellungen 18,0 12,8 8,9 12,3

Schulden 55,8 0,5 55,3 3,8

Kurzfristige Schulden 84,4 13,2 70,8 16,1

Verlustvorträge 70,1 1,5

Latente Steuern vor Saldierung 549,0 895,4 436,5 878,1

Saldierung -460,0 -460,0 -424,8 -424,8

Latente Steuern nach Saldierung 89,0 435,5 11,7 453,4

Von den aktiv ausgewiesenen latenten Steuern haben nach Saldierung 20,7 Mio. Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro)

eine Laufzeit von mehr als einem Jahr. Innerhalb eines Jahres werden von den passiven latenten Steuern

nach Saldierung 20,1 Mio. Euro (Vorjahr: 17,2 Mio. Euro) und 415,4 Mio. Euro (Vorjahr: 436,2 Mio. Euro)

außerhalb von zwölf Monaten realisiert.

Aktive latente Steuern für steuerliche Verlustvorträge sind mit dem Betrag angesetzt, zu dem die Realisierung

der damit verbundenen Steuervorteile durch zukünftige steuerliche Gewinne wahrscheinlich ist.

Die Realisierung dieser Verlustvorträge ist mit ausreichender Sicherheit gewährleistet.

Der Betrag der steuerlichen Verlustvorträge, für die keine latenten Steueransprüche angesetzt werden,

beläuft sich zum Ende des Berichtsjahres auf 3,8 Mio. Euro (Vorjahr: 2,5 Mio. Euro). Innerhalb eines

Jahres werden von den steuerlichen Verlustvorträgen 0,4 Mio. Euro und 3,4 Mio. Euro zwischen zwei

und fünf Jahren verfallen (siehe auch Tz. 15).

Auf die genannten steuerlichen Verlustvorträge werden keine aktiven latenten Steuern gebildet, da von

einer Realisierung der Steueransprüche in absehbarer Zeit nicht auszugehen ist.

Der Betrag der temporären Differenzen, für welche in der Bilanz kein latenter Steueranspruch angesetzt

wird, beläuft sich auf 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,6 Mio. Euro).


134

EWE gEschäftsbEricht 2011

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Tatsächliche Ertragsteuern 69,3 44,6

Steuerforderungen 93,5 69,8

Steuerverbindlichkeiten -24,1 -25,3

Latente Steuern -346,5 -441,7

Aktive latente Steuern 89,0 11,7

Passive latente Steuern -435,5 -453,4

-277,1 -397,1

Der Betrag aus temporären Unterschieden im Zusammenhang mit Anteilen an Tochterunternehmen

und assoziierten Unternehmen, für die nach IAS 12.39 im Berichtsjahr keine latenten Steuerschulden

bilanziert werden, beläuft sich im Berichtsjahr auf 26,5 Mio. Euro (Vorjahr: 21,7 Mio. Euro).

35. Eventualforderungen / -verbindlichkeiten und sonstige Verpflichtungen

Eventualforderungen

Zum 31. Dezember 2011 bestehen Eventualforderungen in Höhe von 4,7 Mio. Euro (Vorjahr: 10,3 Mio. Euro).

Bürgschaften und Garantien

Zum Bilanzstichtag bestehen Bürgschaften und Garantien in Höhe von 110,7 Mio. Euro (Vorjahr: 92,4 Mio.

Euro), wovon 42,3 Mio. Euro (Vorjahr: 33,8 Mio. Euro) gegenüber Gläubigern eines assoziierten Unternehmens

eingegangen wurden.

Verpflichtungen zum Erwerb von immateriellen Vermögenswerten und Sachanlagen

In Bezug auf den Erwerb von immateriellen Vermögenswerten bestehen vertragliche Verpflichtungen in

Höhe von 5,9 Mio. Euro (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro). Vertragliche Verpflichtungen für den Erwerb von Sachanlagen

bestehen in Höhe von 300,6 Mio. Euro (Vorjahr: 245,7 Mio. Euro). Diese betreffen im Wesentlichen

Bestellobligos im Zusammenhang mit Lieferverträgen für Windenergieanlagen und weitere damit

in Beziehung stehende Investitionsausgaben (227,8 Mio. Euro).

Sonstige Eventualschulden und Verpflichtungen

Es besteht eine Verpflichtung zur Kaufpreisnachzahlung in Höhe von bis zu 102,3 Mio. Euro bei Ausgliederung

des öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV) aus der Stadtwerke Bielefeld GmbH bzw. bei

dauerhafter Übernahme der ÖPNV-Verluste durch die Stadt Bielefeld. Die Beteiligung an der Stadtwerke

Bielefeld ist als langfristiger Vermögenswert zur Veräußerung gehalten (siehe Tz. 25) ausgewiesen. Bei

Verkauf dieser Beteiligung entfällt diese mögliche Verpflichtung.

Zusätzlich resultieren Verpflichtungen aus einer nicht eingeforderten, ausstehenden Einlage in Höhe

von 17,4 Mio. Euro (Vorjahr: 17,4 Mio. Euro) gegenüber einem assoziierten Unternehmen sowie übrige

Eventualverbindlichkeiten in Höhe von 4,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro).

Im Rahmen der Beteiligung an einer Kraftwerksgesellschaft besteht die Verpflichtung, für einen Kraftwerksneubau

Finanzierungsbeiträge im Verhältnis ihrer Kapitalanteile zu erbringen. Der zu erbringende

Betrag bestimmt sich nach dem vereinbarten Investitionsplan und beträgt abzüglich der bereits geleisteten

Zahlungen 26,4 Mio. Euro. Es besteht eine bedingte Nachschusspflicht bis zu maximal 5 Prozent

des Eigenkapitalanteils (2,1 Mio. Euro).

Des Weiteren bestehen geschäftsübliche langfristige Bezugsverträge für Strom- und Gaslieferungen.


Konzernabschluss 135

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

36. Leasingverhältnisse

Verpflichtungen aus Operating-Leasingverhältnissen

Die finanziellen Verpflichtungen aus Operating Leasing betreffen überwiegend Immobilien, Kraftfahrzeuge,

eine Kavernenanlage und andere Sachanlagen. Die Leasingvereinbarungen weisen unterschiedliche

Konditionen auf. Bei Bürogebäuden werden die Leasingzahlungen in regelmäßigen Abständen, an

Preisindizes orientiert, angepasst.

Die zukünftigen kumulierten Mindestleasingzahlungen aus unkündbaren Operating-Leasing-Verträgen

betragen:

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

bis zu einem jahr 25,3 19,3

nach mehr als einem jahr und bis zu fünf jahren 58,5 60,4

nach mehr als fünf jahren 55,9 70,8

Gesamt 139,7 150,5

Die erfolgswirksam erfassten Mindestleasingzahlungen aus Leasingverhältnissen in der Berichtsperiode

2011 betragen 28,4 Mio. Euro und die bedingten Mietzahlungen 0,1 Mio. Euro.

37. Kapitalmanagement

Die Ziele des Konzerns im Hinblick auf das Kapitalmanagement liegen in der Sicherstellung der Unternehmensfortführung,

der Optimierung der Kapitalstruktur und der Erhaltung der finanziellen Flexibilität.

Als Grundlage des langfristig orientierten Kapitalmanagements des EWE-Konzerns dient eine Analyse

zur Bestimmung der optimalen Kapitalstruktur unter Berücksichtigung von Fremd- und Eigenkapital. Die

Optimierung der Kapitalstruktur ist auf die Minimierung der Gesamtkapitalkosten ausgerichtet und

impliziert ein Ratingziel im A-Bereich für den EWE-Konzern.

Das Eigenkapital umfasst das auf die Anteilseigner des Mutterunternehmens entfallende Eigenkapital

und die Anteile der Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss.

Das Eigenkapital und die Bilanzsumme betrugen:

in Mio. Euro 31.12.2011

31.12.2010

angepasst 1

Summe Eigenkapital 2.556,7 3.005,3

Eigenkapitalquote 26,1 % 29,7 %

bilanzsumme

1 siehe Abschnitt 2.5

9.808,5 10.113,7

38. Derivative Finanzinstrumente und Hedge Accounting

a) Strategie und Ziele

Die Grundsätze des Risikomanagements im EWE-Konzern werden vom Vorstand der EWE AG festgelegt

und innerhalb der zuständigen Fachabteilungen im Konzern umgesetzt. Finanzielle Risiken werden identifiziert,

bewertet und gesichert. Die Umsetzung des Risikomanagements steht im Einklang mit den

Richtlinien. Von den Richtlinien abweichende Sicherungsstrategien bedürfen der vorherigen Zustimmung

durch den Vorstand, der darüber hinaus regelmäßig über den Umfang und den Betrag des aktuellen Risiko-Exposures

informiert wird. Derivative Finanzinstrumente werden zu Sicherungszwecken eingesetzt.


136

EWE gEschäftsbEricht 2011

Derivative Finanzinstrumente werden zur Begrenzung von Preisrisiken eingesetzt, denen der EWE-Konzern

im Währungs-, Zins- und Commodity-Bereich begegnet. Grundsätzlich werden nur die Währungs-, Zins-

und Commodity-Risiken besichert, die Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns haben, wobei

die Risiken als Micro- oder Portfolio-Hedge abgebildet werden. Es wird grundsätzlich geprüft, ob Hedge

Accounting zur Vermeidung von Ergebnisvolatilitäten möglich ist. Auch Derivate, für die Hedge Accounting

nicht möglich (IAS 39.88) oder sinnvoll ist, gehören zum Umfang von ökonomischen Absicherungen.

Zur Sicherung von Preisrisiken werden im EWE-Konzern folgende derivative Instrumente eingesetzt:

Strom-Termingeschäfte, Kohleswaps, EUA- bzw. CER-Geschäfte, Devisenoptionen und Devisentermingeschäfte

sowie Zinsswaps, -caps und -collars. Dafür kommen ausschließlich Vertragspartner mit einwandfreier

Bonität in Betracht.

Die Wirksamkeit der Sicherungsbeziehung (Fair Value und Cash Flow Hedges) wird mit einem Effektivitätstest

unter Anwendung der Critical-Term-Match-Methode oder der kumulierten Dollar-Offset-Methode

überprüft. Für Kohleswaps erfolgt die retrospektive Überprüfung anhand einer Regressionsanalyse.

Die Marktwerte der derivativen Finanzinstrumente sind abhängig von der Entwicklung der zugrunde

liegenden Marktfaktoren. Die Einzelbewertung wird unter Berücksichtigung der am Bewertungsstichtag

vorliegenden Marktdaten vorgenommen.

b) Fair Value Hedges

Es werden im Commodity-Bereich Fair Value Hedges zur Absicherung von Gaspreisrisiken aus künftigen

Absatzgeschäften bilanziert. Als Sicherungsinstrumente werden Ölswaps oder TTF-basierte Absicherungen

genutzt. Bei Fair Value Hedges werden sowohl das Grundgeschäft als auch das Derivat hinsichtlich

des abgesicherten Risikos erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert bewertet. Die Wertänderungen

der Grundgeschäfte werden durch die Wertänderungen der Derivate ausgeglichen. Im Berichtsjahr wurden

Wertänderungen der beizulegenden Zeitwerte der Derivate in Höhe von 8,3 Mio. Euro (Vorjahr:

9,4 Mio. Euro) erfolgswirksam erfasst. Korrespondierend dazu wurden die Marktwertschwankungen

aus den Grundgeschäften in der gleichen Höhe in der Gewinn- und Verlustrechnung gebucht. Die beizulegenden

Zeitwerte der im Rahmen von Fair Value Hedges eingesetzten Derivate setzen sich aus negativen

Marktwerten in Höhe von 0,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro) und positiven Marktwerten von

insgesamt 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 10,0 Mio. Euro) zusammen.

In dieser Tabelle werden die Derivate in einem Fair Value Hedge dargestellt:

in Mio. Euro Nominalvolumen Fair Value

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Commodity-Derivate (Fair Value Hedge) 4,1 34,9 1,0 9,2

c) Cash Flow Hedges

Cash Flow Hedges werden vor allem im operativen Bereich zur Sicherung von Fremdwährungsrisiken

im Gashandel und Kohlebezug sowie zur Sicherung von Zinsrisiken eingesetzt.

Zum Abschlussstichtag setzen sich im Devisen-Bereich die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der

im Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzten Derivate aus positiven Marktwerten in Höhe von

11,3 Mio. Euro (Vorjahr: 7,5 Mio. Euro) und negativen Marktwerten in Höhe von 0,7 Mio. Euro (Vorjahr:

2,8 Mio. Euro) zusammen. Im Berichtsjahr wurde der effektive Teil von Währungs Cash Flow Hedges

in Höhe von 3,1 Mio. Euro (Vorjahr: 7,1 Mio. Euro) im Sonstigen Ergebnis bilanziert. Im Berichtsjahr gleichen

sich Sicherungs- und Grundgeschäft vollständig aus. Das Basis Adjustment betrug 2,2 Mio. Euro

(Vorjahr: 4,4 Mio. Euro). Die Devisentermingeschäfte werden zu einem großen Teil zur Absicherung

von Fremdwährungsrisiken aus dem Rohstoffhandel abgeschlossen, sodass die Realisierung zu unterschiedlichen

Zeitpunkten innerhalb der nächsten zwölf Monate bzw. auch innerhalb der nächsten ein

bis fünf Jahre entsprechend den zu erwartenden Rohstoffgeschäften liegen kann.


Konzernabschluss 137

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Zum Abschlussstichtag setzen sich im Zins-Bereich die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der im

Rahmen von Cash Flow Hedges eingesetzten Derivate aus negativen Marktwerten in Höhe von 2,3 Mio.

Euro (Vorjahr: 2,7 Mio. Euro) zusammen. Im Berichtsjahr wurde der effektive Teil von Zins Cash Flow

Hedges in Höhe von -0,2 Mio. Euro (Vorjahr: -0,1 Mio. Euro) im Sonstigen Ergebnis bilanziert. Der ineffektive

Teil betrug 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: -0,2 Mio. Euro) und wurde im Zinsergebnis erfasst. Bis zum

31. Dezember 2011 im Eigenkapital (Rücklage für Cash Flow Hedges) kumuliert erfasste Gewinne und

Verluste aus Zinsderivaten werden kontinuierlich bis zur Rückzahlung der Bankkredite spätestens im

Juli 2014 ergebniswirksam über die Gewinn- und Verlustrechnung erfasst.

Im Commodity-Bereich ist die EWE AG folgenden Risiken ausgesetzt: Strom, Gas und Kohle. Diese werden

u. a. auch mit Commodity Cash Flow Hedges abgesichert. Zum Abschlussstichtag setzen sich im

Commodity-Bereich die bilanzierten beizulegenden Zeitwerte der im Rahmen von Cash Flow Hedges

eingesetzten Derivate aus positiven Marktwerten in Höhe von 7,6 Mio. Euro (Vorjahr: 29,2 Mio. Euro)

und negativen Marktwerten in Höhe von 39,9 Mio. Euro (Vorjahr: 7,2 Mio. Euro) zusammen. Im Berichtsjahr

wurde der effektive Teil von Commodity Cash Flow Hedges in Höhe von -40,6 Mio. Euro (Vorjahr:

31,4 Mio. Euro) im Sonstigen Ergebnis bilanziert. Der ineffektive Teil betrug -0,3 Mio. Euro (Vorjahr:

-2,4 Mio. Euro). Das Basis Adjustment betrug 3,9 Mio. Euro (Vorjahr: 9,3 Mio. Euro).

Derivate in Verbindung mit Cash Flow Hedges:

in Mio. Euro Nominalvolumen Fair Value

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Devisenderivate 206,7 167,5 10,6 4,7

Zinsderivate 30,0 30,0 -2,3 -2,7

Commodity-Derivate 257,3 174,1 -32,3 22,0

Gesamt 494,0 371,6 -24,0 24,0

d) Sonstige Derivate

Derivate, die nicht die Voraussetzungen für Hedge Accounting erfüllen, aber dennoch eine offene Risikoposition

absichern, werden aus folgender Tabelle deutlich:

in Mio. Euro Nominalvolumen Fair Value

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Devisenderivate 52,5 43,8 1,5 1,0

Zinsderivate 101,5 81,8 -5,6 -5,2

Commodity-Derivate

Strom-termingeschäfte 3.198,5 2.146,2 10,3 -15,9

Übrige Commodity-Derivate 585,3 315,0 -12,5 12,7

Andere Derivate 7,5 419,7 -1,4 -8,8

Gesamt 3.945,3 3.006,5 -7,7 -16,2

39. Zusätzliche Angaben zu den Finanzinstrumenten

und zum Risikomanagement

a) Angaben zu den Kategorien nach IAS 39, Klassen nach IFRS 7 und Fair Value-Klassen

Die Angabe zu den Kategorien nach IAS 39, den Klassen nach IFRS 7 und den Fair Value-Stufen wird aus

folgenden Übersichten deutlich:


138

EWE gEschäftsbEricht 2011

Buchwerte, Wertansätze und beizulegende Zeitwerte nach Bewertungskategorien

in Mio. Euro

bewertungskategorie

nach IAS 39

Buchwert

31.12.2011 WERTANSATZ BILANZ NACH IAS 39

Fort geführte

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten

Fair Value

erfolgs-

neutral

Fair Value

erfolgs-

wirksam

Fair Value

31.12.2011

Aktiva

Sonstige langfristige Vermögenswerte

Ausleihungen und Forderungen

Anteile an verbundenen Unternehmen,

LaR 88,2 88,2 91,5

sonstige beteiligungen

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Vermögenswerte

Derivate ohne Hedge-beziehung

AfS 112,9 112,9 112,9

(Held for trading) FAHft 47,7 47,7 47,7

Derivate mit Hedge-beziehung

Forderungen aus Lieferungen

n.a. 8,6 8,6 8,6

und Leistungen

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

LaR 1.049,4 1.049,4 1.049,4

Wertpapiere AfS 49,6 49,6 49,6

Übrige finanzielle Vermögenswerte LaR 186,2 186,2 186,2

Liquide Mittel

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig)

Derivate ohne Hedge-beziehung

LaR 259,4 259,4 259,4

(Held for trading) FAHft 123,1 123,1 123,1

Derivate mit Hedge-beziehung n.a. 11,4 11,4 11,4

Wertpapiere FAHft 1,4 1,4 1,4

Passiva

Anleihen FLAC 2.104,0 2.104,0 2.302,5

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 719,3 719,3 771,5

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 856,2 856,2 856,2

Sonstige Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Derivate ohne Hedge-beziehung

FLAC 317,0 317,0 317,0

(Held for trading) FLHft 178,5 178,5 178,5

Derivate mit Hedge-beziehung

Davon aggregiert nach bewertungskategorien

gem. IAS 39:

n.a. 43,0 43,0 43,0

Loans and Receivables (LaR) 1.583,2 1.583,2 1.586,5

Available-for-Sale Financial Assets (AfS) 162,5 112,9 49,6 162,5

Financial Assets Held for trading (FAHft)

Financial Liabilities Measured at Amortised Cost

172,2 172,2 172,2

(FLAC) 3.996,5 3.996,5 4.247,2

Financial Liabilities Held for trading (FLHft) 178,5 178,5 178,5


in Mio. Euro

Aktiva

Sonstige langfristige Vermögenswerte

Konzernabschluss 139

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

bewertungskategorie

nach IAS 39

buchwert

31.12.2010 WERTANSATZ BILANZ NACH IAS 39

Fort geführte

Anschaffungskosten

Anschaffungskosten

Fair Value

erfolgs-

neutral

Fair Value

erfolgs-

wirksam

Fair Value

31.12.2010

Ausleihungen und Forderungen LaR 65,3 65,3 66,1

Anteile an verbundenen Unternehmen,

sonstige beteiligungen AfS 136,2 136,2 136,2

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Vermögenswerte

Derivate ohne Hedge-beziehung

(Held for trading) FAHft 33,2 33,2 33,2

Derivate mit Hedge-beziehung n.a. 18,8 18,8 18,8

Forderungen aus Lieferungen

und Leistungen LaR 944,6 944,6 944,6

Sonstige Forderungen und Vermögenswerte

Wertpapiere AfS 124,3 124,3 124,3

Übrige finanzielle Vermögenswerte LaR 168,1 168,1 168,1

Liquide Mittel

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Vermögenswerte (kurzfristig)

Derivate ohne Hedge-beziehung

LaR 327,7 327,7 327,7

(Held for trading) FAHft 96,6 96,6 96,6

Derivate mit Hedge-beziehung n.a. 27,9 27,9 27,9

Wertpapiere FAHft 3,1 3,1 3,1

Passiva

Anleihen FLAC 1.990,1 1.990,1 2.126,9

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten FLAC 742,3 742,3 796,6

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen FLAC 903,1 903,1 903,1

Sonstige Verbindlichkeiten

Erfolgswirksam zum beizulegenden Zeitwert

bewertete finanzielle Verbindlichkeiten

Derivate ohne Hedge-beziehung

FLAC 302,9 302,9 302,9

(Held for trading) FLHft 146,0 146,0 146,0

Derivate mit Hedge-beziehung

Davon aggregiert nach bewertungskategorien

gem. IAS 39:

n.a. 13,5 13,5 13,5

Loans and Receivables (LaR) 1.505,7 1.505,7 1.506,5

Available-for-Sale Financial Assets (AfS) 260,5 136,2 124,3 260,5

Financial Assets Held for trading (FAHft)

Financial Liabilities Measured at Amortised Cost

132,9 132,9 132,9

(FLAC) 3.938,4 3.938,4 4.129,5

Financial Liabilities Held for trading (FLHft) 146,0 146,0 146,0


140

EWE gEschäftsbEricht 2011

Die Buchwerte der sonstigen langfristigen Vermögenswerte entsprechen im Wesentlichen dem beizulegenden

Zeitwert. Die zur Veräußerung verfügbaren finanziellen Vermögenswerte betreffen nicht

konsolidierte Beteiligungen, die nicht auf einem aktiven Markt gehandelt werden und deren Fair Value

nicht verlässlich ermittelt werden kann. Die Bewertung dieser Finanzinstrumente erfolgt zu Anschaffungskosten.

Forderungen aus Lieferungen und Leistungen, sonstige Forderungen und Vermögenswerte sowie liquide

Mittel haben kurze Restlaufzeiten. Daher entsprechen deren Buchwerte zum Abschlussstichtag im Wesentlichen

dem beizulegenden Zeitwert. Das maximale Ausfallrisiko wird durch die Buchwerte der in der

Bilanz angesetzten Vermögenswerte wiedergegeben.

Der EWE-Konzern schließt derivative Finanzinstrumente mit verschiedenen Parteien ab, insbesondere

mit Marktpartnern mit guter Bonität. Unter Anwendung eines Bewertungsverfahrens mit am Markt

beobachtbaren Input-Parametern bewertete Derivate sind hauptsächlich Zinsswaps, Devisenterminkontrakte

und -optionen, Kohleswaps, Öl- bzw. Gasswaps und CO 2-Forwards. Zu den am häufigsten

angewandten Bewertungsverfahren gehören Forward-Preis- und Swap-Modelle unter Verwendung von

Barwertberechnungen. Die Modelle beziehen verschiedene Größen mit ein, wie z. B. Devisen-Kassa- und

Termin-Kurse, Zinsstrukturkurven und Forwardsätze der zugrunde liegenden Rohstoffe.

Die beizulegenden Zeitwerte der börsengehandelten Anleihen entsprechen den Nominalwerten multipliziert

mit den Kursnotierungen zum Abschlussstichtag. Zum 31. Dezember 2011 ist der beizulegende

Zeitwert der Anleihen höher als der Buchwert.

Die beizulegenden Zeitwerte von festverzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten werden

als Barwerte der mit den Schulden verbundenen Zahlungen unter Zugrundelegung der jeweils gültigen

Zinsstrukturkurve ermittelt. Bei variabel verzinslichen Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

wird aufgrund der regelmäßigen Anpassung der Zinssätze an aktuelle Marktparameter davon ausgegangen,

dass der Buchwert im Wesentlichen dem beizulegenden Zeitwert entspricht.

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen sowie sonstige Verbindlichkeiten haben überwiegend

kurze Restlaufzeiten; die bilanzierten Werte stellen im Wesentlichen die beizulegenden Zeitwerte dar.

Die folgende Tabelle zeigt eine Zuordnung der zum Fair Value bilanzierten Finanzinstrumente zu den

drei Stufen der Fair Value-Hierarchie:

in Mio. Euro 31.12.2011

Finanzielle Vermögenswerte,

bewertet zum Fair Value

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt

Wertpapiere 51,0 51,0

Derivative Finanzinstrumente 190,8 190,8

Gesamt 51,0 190,8 241,8

Finanzielle Verbindlichkeiten,

bewertet zum Fair Value

Derivative Finanzinstrumente 220,1 1,4 221,5


Konzernabschluss 141

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

in Mio. Euro 31.12.2010

Stufe 1 Stufe 2 Stufe 3 Gesamt

Finanzielle Vermögenswerte,

bewertet zum Fair Value

Wertpapiere 127,4 127,4

Derivative Finanzinstrumente 176,4 176,4

Gesamt

Finanzielle Verbindlichkeiten,

bewertet zum Fair Value

127,4 176,4 303,8

Derivative Finanzinstrumente 150,6 8,8 159,4

Die Stufen der Fair Value-Hierarchie und ihre Anwendung auf die Vermögenswerte und Verbindlichkeiten

sind im Folgenden beschrieben:

Stufe 1: Notierte Marktpreise (unangepasst) auf aktiven Märkten für identische Vermögenswerte oder

Verbindlichkeiten.

Stufe 2: Andere Informationen als notierte Marktpreise, die direkt (zum Beispiel Preise) oder indirekt

(zum Beispiel von Preisen abgeleitet) beobachtbar sind.

Stufe 3: Informationen für Vermögenswerte und Verbindlichkeiten, die nicht auf beobachtbaren

Marktdaten basieren.

b) Entwicklung der Fair Values in Stufe 3

Die folgende Übersicht zeigt die Entwicklung der Finanzinstrumente, die der Fair Value-Stufe 3 zugeordnet

wurden:

in Mio. Euro Derivative Finanzinstrumente (Passiva)

Stand am 01.01.2011 8,8

Gesamte Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung -7,0

Sonstiges -0,4

Stand am 31.12.2011 1,4

in Mio. Euro Derivative Finanzinstrumente (Passiva)

Stand am 01.01.2010 17,4

Gesamte Erträge in der Gewinn- und Verlustrechnung -9,1

Währungsanpassungen 0,5

Stand am 31.12.2010 8,8


142

EWE gEschäftsbEricht 2011

c) Nettoergebnisse nach Bewertungskategorien

Die Nettoergebnisse (ohne Ergebnisbeteiligungen/Dividenden) aus den einzelnen IAS 39-Kategorien

gehen aus folgender Tabelle hervor:

in Mio. Euro aus Zinsen aus der Folgebewertung Nettoergebnis

zum Fair Value

Währungsumrechnung

Wertberichtigung

2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010 2011 2010

Loans and Receivables (LaR) 27,7 22,0 1,8 -1,5 -9,5 -14,8 20,0 5,7

Available for Sale Financial Assets (AfS) -30,0 -7,5 -30,0 -7,5

Financial Instruments Held for trading

(FAHft und FLHft) -5,6 30,2 -5,6 30,2

Financial Liabilities Measured

at Amortised Cost (FLAC) -148,0 -141,5 -148,0 -141,5

Summe -120,3 -119,5 -5,6 30,2 1,8 -1,5 -39,5 -22,3 -163,6 -113,1

Zinserträge und -aufwendungen aus Finanzinstrumenten werden im Zinsergebnis ausgewiesen. Die

übrigen Komponenten des Nettoergebnisses werden unter den Sonstigen betrieblichen Erträgen und

Aufwendungen bzw. im Beteiligungsergebnis erfasst.

40. Risikomanagement

Liquiditätsrisiken

Das Liquiditätsrisiko eines Unternehmens besteht darin, dass es seine finanziellen Verpflichtungen nicht

im ausreichenden Maß erfüllen kann. Der EWE-Konzern stellt die jederzeitige Zahlungsfähigkeit sicher,

indem die zur Finanzierung des Working Capital und von Investitionen benötigten finanziellen Mittel

überwiegend aus den Einnahmen des operativen Geschäfts und externen Finanzierungen bereitgestellt

werden. Der EWE-Konzern überwacht laufend das Risiko eines etwaigen Liquiditätsengpasses mittels

einer Liquiditätsplanung. Dabei werden die Laufzeiten der Finanzinvestitionen und der finanziellen Vermögenswerte

sowie erwartete Cash Flows aus der Geschäftstätigkeit berücksichtigt. Die Steuerung der

Liquidität im EWE-Konzern ist in einer Richtlinie geregelt.

Im Rahmen des operativen Liquiditätsmanagements erfolgt eine tägliche Zusammenführung von liquiden

Mitteln innerhalb des EWE-Konzerns (Cash-Pooling). Hierbei werden Konzerngesellschaften mit überschüssiger

Liquidität dazu verpflichtet, diese zentral abzuführen, und Gesellschaften mit Liquiditätsunterdeckung

werden mit notwendigen Finanzmitteln versorgt. Die Finanzmittel werden zentral von der

EWE AG aufgenommen oder angelegt. Dadurch können Liquiditätsanforderungen und -überschüsse

entsprechend den Bedürfnissen des Konzerns sowie einzelner Konzerngesellschaften gesteuert werden.

Ferner werden den Konzerngesellschaften Finanzierungen für langfristige Finanzierungszwecke zur

Verfügung gestellt. Die Beschaffung von Finanzierungsmitteln am Banken- und Kapitalmarkt erfolgt

grundsätzlich auf Ebene der EWE AG.

Zur Steuerung der Liquidität des EWE-Konzerns werden neben den Zahlungsströmen aus dem operativen

Bereich in ausreichendem Umfang liquide Mittel und Kreditlinien bei Banken vorgehalten. Die finanzielle

Flexibilität wurde durch die Refinanzierung der bestehenden syndizierten revolvierenden Kreditfazilität

über 850 Mio. Euro im Juli 2011 abgesichert. Die neue Kreditlinie über 850 Mio. Euro hat eine

Laufzeit von fünf Jahren sowie zwei Verlängerungsoptionen auf insgesamt maximal sieben Jahre und

dient der allgemeinen Betriebsmittelfinanzierung. Zum 31. Dezember 2011 wurden von der Kreditlinie

0,0 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro) in Anspruch genommen. Ferner standen zum Bilanzstichtag bilaterale

Kreditlinien in Höhe von 357,6 Mio. Euro (Vorjahr: 368,6 Mio. Euro) zur Verfügung, von denen

53,3 Mio. Euro (Vorjahr: 40,3 Mio. Euro) als Avale in Anspruch genommen wurden.


Konzernabschluss 143

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Es bestanden im EWE-Konzern keinerlei Financial Covenants aus Finanzierungsverträgen.

Die vorgehaltene Liquidität bei Banken und in Geldmarktfonds sowie die kurz- und langfristigen Kreditlinien

geben der EWE AG ausreichend Flexibilität, um den Refinanzierungsbedarf des Konzerns zu decken.

Aus der Übersicht „Fälligkeit von finanziellen Verpflichtungen“ sind die zukünftigen Auszahlungen der

originären sowie der derivativen finanziellen Verbindlichkeiten ersichtlich.

Zins- und Tilgungszahlungen:

in Mio. Euro CASH FLOWS

< 1 jahr 1 – 5 jahre > 5 jahre

Zins

Zins

Zins

31.12.2011

Zins fix variabel tilgung Zins fix variabel tilgung Zins fix variabel tilgung

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten:

Anleihen 99,4 341,2 642,7 286,9 1.500,0

Verbindlichkeiten gegenüber Kreditinstituten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

28,0 2,7 81,7 74,9 7,0 452,0 10,4 1,4 187,1

Leistungen 0,2 854,8

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 11,3 0,3 273,1 1,0 41,7 0,3 3,8

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:

Devisenderivate 32,8 11,8

Zinsderivate 4,5 3,6

Stromderivate (nicht own use) 108,5 49,5

andere Commodity-Derivate (nicht own use) 51,4 45,2

in Mio. Euro CASH FLOWS

31.12.2010

Zins fix

< 1 jahr 1 – 5 jahre > 5 jahre

Zins

variabel tilgung Zins fix

Zins

variabel tilgung Zins fix

Zins

variabel tilgung

Originäre finanzielle Verbindlichkeiten:

Anleihen

Verbindlichkeiten gegenüber

94,4 333,8 1.000,0 255,0 1.000,0

Kreditinstituten

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und

29,5 2,2 22,9 95,9 7,0 516,6 17,5 2,1 194,5

Leistungen 902,6

Übrige finanzielle Verbindlichkeiten 0,6 0,3 226,4 0,3 1,1 48,3 0,2 10,0

Derivative finanzielle Verbindlichkeiten:

Devisenderivate 101,2 93,1

Zinsderivate 5,8 4,2 4,9 3,9

Stromderivate (nicht own use) 139,4 14,1

andere Commodity-Derivate (nicht own use) 12,2 15,6


144

EWE gEschäftsbEricht 2011

Cash Flows Stromderivate (nicht own use)

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

< 1 Jahr 1 – 5 Jahre < 1 jahr 1 – 5 jahre

Cash Outflows 1.065,0 613,3 942,2 233,0

Cash Inflows -956,5 -563,8 -802,8 -218,9

Cash Flows netto 108,5 49,5 139,4 14,1

Die Cash Outflows beziehen sich auf Stromderivate mit negativen Marktwerten (135,8 Mio. Euro) sowie

auf Stromderivate mit positiven Marktwerten (146,1 Mio. Euro). Unter dem Aspekt der wirtschaftlichen

Betrachtungsweise der Abwicklung aller Stromderivate (Stromein- und -verkäufe) kann nur eine Gesamtbetrachtung

aller Cash In- und Cash Outflows als aussagefähig erachtet werden, welche die Grundlage

für die interne Liquiditätsplanung darstellt.

Kreditausfallrisiken

Das Kreditausfallrisiko beschreibt die Gefahr eines ökonomischen Verlustes, falls der Vertrags- oder Handelspartner

nicht in der Lage ist, seinen vertraglichen Verpflichtungen nachzukommen. Im operativen

Geschäft werden die Außenstände fortlaufend überwacht. Durch die Bildung von Einzelwertberichtigungen

und pauschalierten Einzelwertberichtigungen wird dem Ausfallrisiko Rechnung getragen. Die maßgeblichen

Kreditausfallrisiken des EWE-Konzerns ergeben sich in den Bereichen des Sondervertragskundengeschäfts,

des Energiehandels für das Portfoliomanagement sowie bei der Finanzanlage liquider Mittel.

Zur Begrenzung des Kreditausfallrisikos aufgrund von Zahlungsschwierigkeiten bzw. Insolvenz im Sondervertragskundengeschäft

erfolgt eine Angebotsabgabe an Neukunden ausschließlich bei guter Bonität.

Aus dem Abschluss eines Handelsgeschäfts können Risiken entstehen, die in der Zahlungsfähigkeit beziehungsweise

Lieferfähigkeit des Vertrags- und Handelspartners begründet sind. Das Risiko tritt bei Ausfall

des Handelspartners ein (z.B. durch Insolvenz) und kann bestehen im:

• Forderungsausfall physisch gelieferter Ware und bei finanziellen Geschäften,

• Wiedereindeckungsrisiko bei Kaufverträgen und gestiegenen Marktpreisen,

• Nichtabnahmerisiko bei Verkaufsverträgen und gesunkenen Marktpreisen.

Die Begrenzung potenzieller Ausfallrisiken wird durch bestimmte Vereinbarungen in Rahmenverträgen

mit Handelspartnern sichergestellt. In diesen Rahmenverträgen sind zum Zweck einer effizienten Abwicklung

die allgemeinen Bedingungen für die Einzelverträge festgelegt. Zusammen mit den bilateral

abzustimmenden Anpassungsvereinbarungen zum jeweiligen Rahmenvertrag – in der Regel ein Rahmenvertrag

der European Federation of Energy Traders (EFET) – tragen sie zu einem geordneten und

risiko orientierten Geschäftsablauf bei. Im Rahmenvertrag sind unter anderem Vereinbarungen über gegebenenfalls

zu leistende Sicherheiten oder auch über Schutzmechanismen der Parteien vor insolvenzbedingten

Verlusten getroffen.

Um das Bonitätsrisiko der Handelspartner im Energiehandel gering zu halten, werden vorzugsweise nur

Geschäftsabschlüsse mit Handelspartnern guter bis sehr guter Bonität getätigt. Zur Beurteilung ihrer

Bonität durchlaufen alle Handelspartner regelmäßig ein internes Verfahren, wobei nach Einordnung in

eine Ratingkategorie der maximale Marktwert möglicher offener Positionen gegenüber einem Handelspartner

limitiert wird. Das interne Rating bezieht sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren mit

ein. Sofern erhältlich, werden dabei bevorzugt auch Ergebnisse externer Ratingagenturen und Wirtschaftsinformationsanbieter

(Standard & Poor’s, Moody’s, Fitch, D&B) verwendet. Es sind ausschließlich

Geschäftsabschlüsse mit Handelspartnern zulässig, für die ein Euro-Limit vergeben wurde und bei

denen dieses Limit nicht ausgelastet ist. Der Energiehandel ist verpflichtet, dafür Sorge zu tragen, dass

die Limitierungen nicht überschritten werden. Das Risikocontrolling überwacht die Limiteinhaltung

kontinuierlich.


Konzernabschluss 145

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Im Zusammenhang mit der Anlage liquider Mittel ist der EWE-Konzern Verlusten ausgesetzt, falls ein

Kontrahent seinen vertraglichen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommt. Daher erfolgt die Anlage

der liquiden Mittel ausschließlich bei Finanzinstituten als Tages- und Termingelder sowie in täglich verfügbaren

Geldmarktfonds erstklassiger Bonität. Darüber hinaus wird das Risiko durch Diversifizierung

der Kontrahenten über ein Limitsystem gesteuert.

Marktrisiken

Währungen

Unter dem Währungskursrisiko versteht man das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen

Zahlungsströme eines Finanzinstruments in Fremdwährung aufgrund von änderungen des Wechselkurses

schwanken.

Der Konzern unterliegt hauptsächlich Währungsrisiken aus dem Rohstoffhandel in Fremdwährung, vor

allem Gas und Kohle. Das Risiko besteht in der Variabilität zukünftiger Cash Flows aufgrund volatiler

Wechselkurse, insbesondere EUR / USD und EUR / PLN. Um dieses Risiko zu minimieren, werden gemäß

der Risikorichtlinie Sicherungsgeschäfte abgeschlossen.

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Sonstigen Ergebnisses (aufgrund der änderungen von

beizulegenden Zeitwerten der Kohleswaps und der Devisenterminkontrakte) gegenüber einer nach vernünftigem

Ermessen grundsätzlich möglichen Wechselkursänderung der relevanten Fremdwährungen.

Dabei geht der EWE-Konzern von einer hoch effizienten Sicherungsbeziehung für die als Sicherungsinstrumente

eingesetzten Kohleswaps und Devisenterminkontrakte aus. Alle anderen Variablen bleiben konstant.

Übersicht Währungsrisiko:

in Mio. Euro

Kohleswaps

Kursentwicklung

Euro / Fremdwährung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

im Hedge Accounting +10 % 0,7 -2,1

im Hedge Accounting -10 % 0,1

nicht im Hedge Accounting +10 % -0,9 2,6

nicht im Hedge Accounting -10 % -0,1 0,1

Devisentermingeschäfte

im Hedge Accounting +10 % -14,2 -12,2

im Hedge Accounting -10 % 18,2 15,4

Call-Optionen

im Hedge Accounting +10 % 0,5

im Hedge Accounting -10 %

Forderungen in Fremdwährung

nicht im Hedge Accounting +10 % -0,9 0,1

nicht im Hedge Accounting -10 % 1,2 0,5

Verbindlichkeiten in Fremdwährung

nicht im Hedge Accounting +10 % -0,7 -0,9

nicht im Hedge Accounting -10 % 0,8 1,1

Gesamt +10 % -2,5 1,8 -13,5 -13,8

Gesamt -10 % 1,9 1,7 18,3 15,4


146

EWE gEschäftsbEricht 2011

Bei den Forderungen in Fremdwährung handelt es sich zum Bilanzstichtag im Wesentlichen um Bankbestände

in USD zur Begleichung von Verbindlichkeiten aus Kohlelieferungen.

Das Währungsrisiko der Kohleswaps und Devisentermingeschäfte bezieht sich auf die im Rahmen des

Hedge Accounting durchgeführten Transaktionen zum jeweiligen Jahresende.

Der überwiegende Teil der abgeschlossenen Devisentermingeschäfte dient der preislichen Absicherung

künftiger, als hoch wahrscheinlich eingestufter physikalischer Kohleanlieferungen (Zeitraum bis 2014),

die ihrerseits gemeinsam mit anderen Grundgeschäften (in der Regel Stromverkäufe und EUA-Käufe)

zur mittel- und langfristigen Stabilisierung und Absicherung von Deckungsbeiträgen aus der Stromproduktion

beitragen.

Ferner werden Devisentermingeschäfte zur preislichen Absicherung zukünftiger Gaslieferungen mit einem

Sicherungshorizont von ca. vier Jahren abgeschlossen. Der Sicherungshorizont ergibt sich aus der geplanten

und hochwahrscheinlichen Verkaufsmenge bis Januar 2016.

Weitere Devisentermingeschäfte werden zur preislichen Absicherung des Gasbezugs in der Türkei abgeschlossen.

Der Sicherungshorizont von sechs Monaten ergibt sich aus der Planbarkeit von Bezugsmengen

und Bezugspreisen.

Zinsen

Unter dem Zinsrisiko versteht man das Risiko, dass der beizulegende Zeitwert oder die künftigen Zahlungsströme

eines Finanzinstruments aufgrund von Marktzinssatzänderungen schwanken.

Aufgabe des Zinsrisikomanagements der EWE ist die Steuerung und Überwachung der verzinslichen und

zinssensitiven Aktiva und Passiva in der Bilanz. Es ist das Ziel, den Einfluss von Zinsschwankungen bzw.

-risiken auf die Ertrags- und Vermögenslage zu begrenzen. Die Zinssätze der Finanzverbindlichkeiten

des EWE-Konzerns sind zum großen Teil direkt oder indirekt vertraglich fixiert, sodass sich eine änderung

des Zinsniveaus im Wesentlichen nur bei Neuaufnahmen und anstehenden Refinanzierungen auf

das Zinsergebnis der EWE auswirkt.

Die Zinsänderungsrisiken der originären Finanzinstrumente werden mittels individueller Sensitivitätsanalysen

dargestellt. Diese stellen die Effekte von Marktzinsänderungen auf Zinserträge und -aufwendungen,

andere Posten der Gewinn- und Verlustrechnung sowie gegebenenfalls auf das Sonstige Ergebnis dar.

Den Sensitivitätsanalysen für das Zinsrisiko liegen die folgenden Annahmen zugrunde:

Marktzinsänderungen von originären festverzinslichen Finanzinstrumenten wirken sich nur dann auf das

Periodenergebnis aus, wenn diese zum Fair Value bewertet sind. Die zu fortgeführten Anschaffungskosten

bewerteten Finanzinstrumente mit fester Verzinsung unterliegen keinen Zinsänderungsrisiken.

Variabel verzinsliche Finanzverbindlichkeiten bzw. Zinsderivate, die auf variablen Zinsen basieren, können

zu Ergebnisvolatilitäten führen.


Konzernabschluss 147

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Übersicht Zinsänderungsrisiko:

in Mio. Euro

Zinsderivate

Veränderung der

Zins entwicklung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

im Hedge Accounting +100bp 0,7 1,0

im Hedge Accounting -100bp -0,7 -1,1

nicht im Hedge Accounting +100bp 2,2 2,2

nicht im Hedge Accounting -100bp -1,9 -2,6

Variabel verzinsliche Verbindlichkeiten

gegenüber Kreditinstituten +100bp -1,5 -1,6

gegenüber Kreditinstituten -100bp 1,5 1,6

Gesamt +100bp 0,7 0,6 0,7 1,0

Gesamt -100bp -0,4 -1,0 -0,7 -1,1

Sonstige Preisrisiken

Unter den sonstigen Preisrisiken sind die Risiken zu verstehen, dass der beizulegende Zeitwert oder

künftige Zahlungsströme eines Finanzinstruments aufgrund von anderen als den zuvor genannten

Marktrisiken schwanken. Im EWE-Konzern betrifft dies die Preisrisiken aus dem Commodity-Bereich.

Marktrisiken im Stromhandel

Zur Messung, Steuerung und Limitierung der Marktpreisrisiken, die auf das Gesamtstromportfolio wirken,

werden unterschiedliche Strategien mit dynamischen Preisgrenzen kombiniert. Die Höhe dieser

Limite werden bezogen auf ein Lieferjahr festgelegt und vom Risikocontrolling regelmäßig auf Einhaltung

geprüft.

Andererseits erfolgt eine Risikobegrenzung auf Basis von Mengenlimiten. Durch diese wird gewährleistet,

dass erzeugungsseitig stets der Spread vermarktet wird und dass die verabschiedete Vermarktungsstrategie

(Erzeugung) und Eindeckungsstrategie (Vertrieb) eingehalten werden. Soweit erforderlich,

erfolgt eine Erweiterung um Sonderlimite.

Im Bedarfsfall werden zudem Sensitivitätsanalysen in Form von Szenarioanalysen und Stresstests durchgeführt,

die die Auswirkungen zukünftiger Preisentwicklungen auf den Wert des aktuellen Port folios abbilden.

Die folgende Tabelle stellt die Wertveränderung der bilanzierten Stromforwards bei einer angenommenen

Veränderung des jeweiligen Strompreises um + / -10 % dar, getrennt nach Auswirkung in der Gewinn-

und Verlustrechnung („MtM through Profit and Loss“) und im Eigenkapital („Hedge Accounting“).


148

EWE gEschäftsbEricht 2011

Übersicht Marktpreisrisiko Strom:

in Mio. Euro

Veränderung der

Preisentwicklung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Stromtermingeschäfte

nicht im Hedge Accounting +10 % 14,7 8,1

nicht im Hedge Accounting -10 % -14,7 -8,1

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Marktrisiken im Gashandel

Im Gegensatz zu den Gaslieferverträgen an Endkunden mit Ölpreisbindung unterliegen die Lieferverträge

an Endkunden mit einem fixen Gaspreis einem Marktrisiko. Zur Minimierung dieses Risikos schließt der

Energiehandel darauf ausgerichtete Finanztermingeschäfte in Form von Ölswaps oder TTF-basierte Absicherungen

unter Berücksichtigung der individuellen Liefervertragsmodalitäten ab.

Übersicht Marktpreisrisiko Gas:

in Mio. Euro

Veränderung der

Preis entwicklung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Gastermingeschäfte

im Hedge Accounting +10 % 0,3 2,0

im Hedge Accounting -10 % -0,3 -2,0

nicht im Hedge Accounting +10 % 18,4 14,2

nicht im Hedge Accounting -10 % -18,4 -14,2

Ölswaps

im Hedge Accounting +10 % 0,1 1,4

im Hedge Accounting -10 % -0,1 -1,4

nicht im Hedge Accounting +10 % 21,0 -4,0

nicht im Hedge Accounting -10 % -21,0 4,0

Gesamt +10 % 39,4 10,2 0,4 3,4

Gesamt -10 % -39,4 -10,2 -0,4 -3,4

Kohlesicherung / CO 2-Zertifikate

Die wesentlichen Marktpreisrisiken bei Commodities betreffen die Kohlepreisentwicklung und die

Entwicklung der Preise für CO 2-Zertifikate.


Konzernabschluss 149

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Kohlesicherung

Die nachfolgende Tabelle zeigt die Sensitivität des Eigenkapitals (aufgrund der änderungen von beizulegenden

Zeitwerten der Kohleswaps) gegenüber einer nach vernünftigem Ermessen grundsätzlich

möglichen änderung der Kohlepreise auf Basis des in US-Dollar notierten API-2-Index. Dabei geht der

EWE-Konzern von einer hoch effizienten Sicherungsbeziehung für die als Sicherungsinstrumente eingesetzten

Kohleswaps aus. Es bestehen Absicherungsgeschäfte für Kohlelieferungen mit einer Laufzeit

bis maximal 2014, wobei sich grundsätzlich je nach Erfüllungsdatum unterschiedliche Lieferpreise ergeben

können. Bei der Sensitivitätsanalyse wurde ein gleichmäßiger Anstieg des Kohlepreises über alle

Lieferzeiträume unterstellt, die Umrechnung der Effekte von US-Dollar in Euro erfolgte zum jeweiligen

Stichtagskurs.

Übersicht Marktpreisrisiko Kohle:

in Mio. Euro

Veränderung der

Preisentwicklung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

Kohleswaps

im Hedge Accounting +10 % 19,9 18,6

im Hedge Accounting -10 % -19,9 -18,6

nicht im Hedge Accounting +10 % 0,4

nicht im Hedge Accounting -10 % -0,4

Sicherung CO 2-Zertifikate

Es entsteht ein Bedarf an Emissionszertifikaten aufgrund einer strukturellen Unterausstattung. Die

Unterausstattung resultiert aus der geplanten Strom- und Wärmeproduktion sowie der Minderzuteilung

von CO 2-Zertifikaten durch die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt). Seit Beginn der zweiten

Handelsperiode (2008–2012) ergibt sich infolgedessen in jedem Jahr bzw. über den gesamten Zeitraum

des NAP II (Nationaler Allokationsplan) eine offene Zertifikate-Position, die entsprechend der festgelegten

Eindeckungsstrategie zu schließen ist.

Die vermarkteten Einheiten Strom und Wärme, für die keine Emissionsberechtigungen zugeteilt werden,

sind durch Zukauf von Zertifikaten abzusichern. Als Absicherungsprodukte werden EUAs (EU-Allowances)

und CERs (Certified Emission Reductions) eingesetzt.

Bei der Sensitivitätsanalyse wurde eine 10 %ige Veränderung der CO 2-Preise über alle Lieferzeiträume

unterstellt.

Übersicht Marktpreisrisiko CO 2-Zertifikate:

in Mio. Euro

Veränderung der

Preisentwicklung

Auswirkungen auf die

Gewinn- und Verlustrechnung

Auswirkungen auf das

Sonstige Ergebnis

31.12.2011 31.12.2010 31.12.2011 31.12.2010

CO2-termingeschäfte im Hedge Accounting +10 % 2,2 0,8

im Hedge Accounting -10 % -2,2 -0,8

nicht im Hedge Accounting +10 % 0,5

nicht im Hedge Accounting -10 % -0,5


150

EWE gEschäftsbEricht 2011

41. Segmentberichterstattung

Das Management hat sich bei der Festlegung der Geschäftssegmente (Geschäftsbereiche) auf die Berichte

gestützt, die den Hauptentscheidungsträgern zur strategischen Entscheidungsfindung zur Verfügung

stehen. Der Hauptentscheidungsträger ist für Entscheidungen über die Allokation von Ressourcen zu

den Geschäftssegmenten und für die Überprüfung von deren Ertragskraft zuständig.

Die Segmentierung des EWE-Konzerns entspricht der internen Berichterstattung (Management Approach).

Eine änderung der Struktur der internen Organisation im Geschäftsjahr 2010 führte zu einer Veränderung

in der Zusammensetzung der berichtspflichtigen Segmente. Diese wurden neu ausgerichtet, um

den Anforderungen an ein Multi-Service-Unternehmen optimal zu entsprechen.

Die sich hieraus ergebenden neuen Segmente sind wie folgt:

EWE Energie

• swb

• Neue Märkte und I+K

• Corporate Centre / Konsolidierung

Im berichtspflichtigen Geschäftsbereich EWE Energie werden der Strom- und Erdgasvertrieb und -handel,

die Erdgasförderung, -beschaffung und -speicherung, die Stromerzeugung aus erneuerbaren Quellen

und weitere unter der Marke EWE vertriebene energienahe Leistungen gebündelt. Die Geschäftseinheit

EWE NETZ wurde dem Geschäftsbereich EWE Energie zugeordnet. Diese Einheit plant, baut und betreibt

Strom-, Erdgas- und Telekommunikationsnetze in den Regionen Ems-Weser-Elbe und Brandenburg.

Des Weiteren sind hier alle Aktivitäten der Trinkwasserversorgung in Bremervörde, Cuxhaven,

Oldenburg, Scheeßel und Varel gebündelt.

Der berichtspflichtige Geschäftsbereich swb umfasst den swb-Teilkonzern. Die Geschäftsaktivitäten der

swb AG und ihrer Tochtergesellschaften konzentrieren sich auf die Erbringung von Energie- und Wasserdienstleistungen,

insbesondere die Versorgung mit Energie und Wasser in den Stadtgemeinden Bremen

und Bremerhaven und deren Umland, sowie die Stromproduktion und die Entsorgung von Abfall.

Alle sonstigen Segmente werden im Einklang mit IFRS 8.16 zusammengefasst und als Segment Neue

Märkte und I+K bezeichnet. Dies beinhaltet die Aktivitäten in Polen und in der Türkei sowie das Informationstechnologie-

und Telekommunikations-Geschäft.

Corporate Centre / Konsolidierung beinhaltet neben der EWE AG als Holding die direkt von der EWE AG

geführten Beteiligungen sowie die auf Konzernebene durchzuführenden Konsolidierungen. Hier werden

die Anteile an der VNG ausgewiesen.

Die Konzern-Innenumsätze geben die Höhe der Umsätze zwischen den Segmenten an. Sie werden

grundsätzlich zu Bedingungen wie unter fremden Dritten abgerechnet. Die Summe aus Außen- und

Innenumsätzen ergibt die Segmentumsätze.


in Mio. Euro

EWE

Energie

2011

Konzernabschluss 151

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Das Segmentergebnis entspricht dem Jahresergebnis ohne Berücksichtigung des Zinsergebnisses und

der Ertragsteuern (EBIT).

Die Abschreibungen betreffen immaterielle Vermögenswerte und Sachanlagen.

Die Investitionen entfallen auf immaterielle Vermögenswerte, Sachanlagen (einschließlich der Aktivierung

aus der Bildung von Rückstellungen) und Finanzanlagen.

Die Außenumsatzerlöse nach Produkten und Dienstleistungen stellen sich wie folgt dar:

EWE

Energie

2010

swb

2011

swb

2010

Neue

Märkte

und I+K

2011

Neue

Märkte

und I+K

2010

Corporate

Centre /

Konsolidierung

2011

Corporate

Centre /

Konsolidierung

2010

Konsolidiert

2011

Konsolidiert

2010

Strom 3.624,5 3.397,6 640,8 581,5 4.265,3 3.979,1

Gas 1.595,0 1.437,1 283,5 296,6 398,7 341,6 2.277,2 2.075,3

I+K 515,0 506,0 515,0 506,0

Sonstiges

Externe

163,8 158,9 227,4 237,0 3,2 12,2 3,4 1,1 397,9 409,2

Verkäufe 5.383,3 4.993,6 1.151,7 1.115,1 916,9 859,8 3,4 1,1 7.455,4 6.969,6

Der Außenumsatz, das Vermögen und die Investitionen stellen sich nach Regionen wie folgt dar:

in Mio. Euro

Deutschland

2011

Deutschland

2010

Ausland

2011

Ausland

2010

EWE-Konzern

2011

EWE-Konzern

2010

Externe Verkäufe

Segment-

7.054,3 6.615,7 401,1 353,9 7.455,4 6.969,6

vermögen 7.986,5 7.606,21 537,2 759,5 8.523,7 8.365,7 1

Investitionen 607,5 619,8 19,3 11,8 626,8 631,6

1 Vorjahreswerte angepasst

Aufgrund der großen Anzahl von Kunden und der Vielzahl der Geschäftsaktivitäten gibt es keine Kunden,

deren Geschäftsvolumen im Vergleich zum Gesamtgeschäftsvolumen des EWE-Konzerns wesentlich ist.


152

EWE gEschäftsbEricht 2011

Segmentberichterstattung 31.12.2011

in Mio. Euro

UMSATZERLöSE

EWE Energie

31.12.2011

EWE Energie

31.12.2010

swb

31.12.2011

swb

31.12.2010

Externe Verkäufe 5.383,3 4.993,5 1.151,7 1.115,2

Verkäufe zwischen den Segmenten 137,6 133,4 9,5 29,6

Gesamte Umsatzerlöse 5.520,9 5.126,9 1.161,2 1.144,8

ERGEBNIS

Segmentergebnis (EbIt) 333,1 210,6 -68,5 -33,4

Zinserträge

Zinsaufwendungen

Periodenergebnis vor Ertragsteuern (EBT)

Ertragsteuern

Periodenergebnis

ANDERE INFORMATIONEN

Segmentvermögen 4.410,9 4.213,4 2.709,7 2.522,9

Finanzanlagen und Wertpapiere

Anteile an nach der Equity-Methode bilanzierten

assoziierten Unternehmen 118,7 136,8 16,7 329,5

Ertragsteuererstattungsansprüche und

aktive latente Steuern

Konsolidierte Vermögenswerte

Segmentschulden 2.934,4 2.845,2 1.363,4 1.215,8

Finanzverbindlichkeiten (Anleihen,

Verbindlichkeiten ggü. Kreditinstituten)

Latente Steuern, Steuerrückstellungen und

Ertragsteuerschulden

Konsolidierte Schulden

Investitionen 373,8 370,4 140,1 129,9

Sonstige betriebliche Erträge 184,2 416,9 25,6 51,3

Materialaufwand -4.551,0 -4.247,6 -749,9 -713,9

Personalaufwand -193,9 -182,0 -191,7 -182,4

Planmäßige Abschreibungen -206,4 -199,9 -106,0 -103,8

Wertminderungen -21,3 -14,1 -1,4 -142,8

Sonstige betriebliche Aufwendungen -427,2 -704,6 -122,0 -130,7

Ergebnis aus Beteiligungen -8,0 -3,2 -2,7 3,3

Ergebnis aus Beteiligungen an assoziierten

Unternehmen 8,9 0,2 -93,4 25,4

Wesentliche zahlungsunwirksame Posten -35,5 -64,6 -27,7 9,4

1 siehe Abschnitt 2.5


Neue Märkte

und I+K

31.12.2011

Konzernabschluss 153

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Neue Märkte und

I+K

31.12.2010

Corporate Centre /

Konsolidierung

31.12.2011

Corporate Centre /

Konsolidierung

31.12.2010

Konsolidiert

31.12.2011

Konsolidiert

angepasst 1

31.12.2010

916,9 859,8 3,5 1,1 7.455,4 6.969,6

102,6 119,2 -249,7 -282,2

1.019,5 979,0 -246,3 -281,1 7.455,4 6.969,6

-195,3 -155,2 -193,6 -52,9 -124,3 -30,9

27,7 22,0

-211,8 -206,4

-308,4 -215,3

26,5 -31,3

-281,9 -246,6

1.026,3 1.267,3 376,8 362,1 8.523,7 8.365,7

224,7 302,0

36,6 36,4 705,6 861,7 877,6 1.364,4

182,5 81,6

9.808,5 10.113,7

543,0 545,1 -872,6 -709,5 3.968,2 3.896,6

2.823,3 2.732,5

460,4 479,3

7.251,9 7.108,4

72,7 77,2 40,2 54,1 626,8 631,6

23,5 30,6 -20,1 -224,0 213,2 274,8

-670,6 -625,0 148,1 171,9 -5.823,4 -5.414,6

-189,1 -182,4 -29,0 -30,8 -603,7 -577,6

-92,3 -98,5 -18,4 -17,1 -423,1 -419,3

-149,2 -153,1 -171,9 -310,0

-146,5 -120,3 95,3 319,3 -600,4 -636,3

0,2 0,5 -4,7 2,5 -15,2 3,1

0,2 1,1 -129,8 -2,8 -214,1 24,0

-34,1 -7,2 -156,6 -58,1 -253,9 -120,5


154

EWE gEschäftsbEricht 2011

42. Kapitalflussrechnung

Die Kapitalflussrechnung zeigt die Mittelflüsse aus der laufenden Geschäftstätigkeit, der Investitionstätigkeit

und der Finanzierungstätigkeit.

Der Finanzmittelfonds setzt sich zusammen aus den liquiden Mitteln der Bilanz in Höhe von 259,4 Mio.

Euro (Vorjahr: 327,7 Mio. Euro) sowie aus Cash-Pool-Forderungen in Höhe von 3,5 Mio. Euro (Vorjahr:

1,2 Mio. Euro). Die liquiden Mittel beinhalten Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten.

Im Rahmen der Ermittlung des Cash Flows aus der laufenden Geschäftstätigkeit werden die Zuführungen

und Auflösungen zu den Rückstellungen als zahlungsunwirksame Veränderungen der Rückstellungen und

die Inanspruchnahme der Rückstellungen bei den Veränderungen der Verbindlichkeiten sowie anderer

Passiva ausgewiesen.

Im Cash Flow aus der Finanzierungstätigkeit sind Ausschüttungen bzw. Dividenden in Höhe von

88,0 Mio. Euro (Vorjahr: 88,0 Mio. Euro) an EWE-Aktionäre und 0,2 Mio. Euro (Vorjahr: 0,1 Mio. Euro)

an Gesellschafter ohne beherrschenden Einfluss enthalten.

Die nicht zahlungswirksamen Investitionen sind im Wesentlichen die Aktivierung von Rekultivierungsrückstellungen

bzw. Entfernungsverpflichtungen in Höhe von 2,1 Mio. Euro (Vorjahr: 0,4 Mio. Euro).

Zum 31. Dezember 2011 unterlagen die flüssigen Mittel wie im Vorjahr keinen Verfügungsbeschränkungen.

43. Angaben zu Wegenutzungsverträgen

Zwischen Unternehmen des EWE-Konzerns und den Gebietskörperschaften der EWE-Versorgungsbereiche

bestehen eine Reihe von Wegenutzungsverträgen im Strom-, Erdgas- und Wasserbereich.

In den Wegenutzungsverträgen wird den EWE-Konzernunternehmen das Recht eingeräumt, im Vertragsgebiet

öffentliche Wege für die Errichtung, den Betrieb und die Erhaltung von Leitungen und deren Zubehör

zu nutzen, die der unmittelbaren Versorgung von Letztverbrauchern mit Strom, Erdgas und Wasser dienen.

Für die Nutzung der öffentlichen Wege ist eine Konzessionsabgabe an die Gebietskörperschaften zu zahlen.

Die Laufzeit der Verträge beträgt in der Regel 20 Jahre. Bei Nichtverlängerung der Wegenutzungsverträge

besteht eine gesetzliche Pflicht zur Überlassung der örtlichen Verteilungsanlagen an das neue

Energieversorgungsunternehmen gegen Zahlung einer angemessenen Vergütung an den EWE-Konzern.


Konzernabschluss 155

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

44. Wesentliche Beteiligungen

Beteiligungen zum 31.12.2011

in tsd. Euro

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil in % Eigenkapital jahresergebnis

Verbundene Unternehmen

Konsolidiert:

AOV It.Services GmbH, Gütersloh 50,07 % 1 6.561 736 4

bCC business Communication Company GmbH, Wolfsburg 100,00 % 1 4.106 -1.169 4

bremer Kommunikationstechnik GmbH, bremen 100,00 % 1 14.709 848 4

btC business technology Consulting AG, Oldenburg 100,00 % 13.049 2, 4

btC It Services GmbH, Oldenburg 100,00 % 1 1.463 2, 4

bursagaz bursa Şehiriçi Doğalgaz Dağıtım ticaret ve taahhüt A.Ş.,

bursa, türkei 80,00 % 1 86.224 20.717 4

EWE Doğalgaz Sanayi ve ticaret A.Ş., Istanbul, türkei 100,00 % 5 5.336 1.977 4

EWE ENERGIE AG, Oldenburg 100,00 % 639.440 2, 4

EWE Energia Sp. z o. o., Międzyrzecz, Polen 99,98 % 1 48.500 2.289 3

EWE Enerjia A.Ş., Istanbul, türkei 100,00 % 6 420.802 197 4

EWE IMMObILIEN GmbH, Oldenburg 100,00 % 25 2, 4

EWE NEtZ GmbH, Oldenburg 100,00 % 1 251.357 2, 4

EWE Polska Sp. z o.o., Poznań, Polen 100,00 % 99.867 -2.596 3

EWE tEL GmbH, Oldenburg 100,00 % 95.908 2, 4

EWE WASSER GmbH, Cuxhaven 100,00 % 1 216 2, 4

hmmh multimediahaus AG, bremen 100,00 % 1 4.409 1.261 4

Kayserigaz Kayseri Doğalgaz Dağıtım Pazarlama ve ticaret A.Ş.,

Kayseri, türkei 80,00 % 1 5.285 -1.715 4

nordcom Niedersachsen GmbH, Oldenburg 100,00 % 1 525 2, 4

Offshore Windpark RIFFGAt GmbH & Co. KG, Oldenburg 99,14 % 7 157.493 -1.241 4

PRO CONSULt Management- und Systemberatung GmbH, Mainz 100,00 % 1 390 288 4

Riffgat beteiligungs GmbH & Co. KG, Oldenburg 100,00 % 1 46.986 -17 4

swb AG, bremen 100,00 % 277.960 -64.395 4

swb beleuchtung GmbH, bremen 100,00 % 1 250 786 4

swb bremerhaven GmbH, bremerhaven 100,00 % 1 1.980 7.131 4

swb CREA GmbH, bremerhaven 100,00 % 1 77 -391 4

swb Entsorgung GmbH & Co. KG, bremen 100,00 % 1 143.721 -8.240 4

swb Erzeugung GmbH & Co. KG, bremen 100,00 % 1 12.509 -46.075 4

swb Erzeugung und Entsorgung AG & Co. KG, bremen 100,00 % 1 189.463 4.518 4

swb Gasportfoliomanagement GmbH, bremen 100,00 % 9 25 -317 4

swb Messung und Abrechnung GmbH, bremen 100,00 % 1 517 2.764 4

swb Netze bremerhaven GmbH & Co. KG, bremerhaven 100,00 % 1 31.611 5.410 4

swb Netze GmbH & Co. KG, bremen 100,00 % 1 212.487 36.673 4

swb Services GmbH & Co. KG, bremen 100,00 % 1 5.460 279 4

swb Vertrieb bremen GmbH, bremen 100,00 % 1 7.249 -4.995 4

swb Vertrieb GmbH, bremen 100,00 % 1 25 503 4

swb Vertrieb bremerhaven GmbH & Co. KG, bremerhaven 100,00 % 1 554 1.760 4

swb Windpark am Zolltor GmbH & Co. KG, bremerhaven 100,00 % 1 2.000 301 3

swb Windpark Industriehäfen GmbH & Co. KG, bremerhaven 100,00 % 1 1.600 174 3

Windfarm Märkisch Linden GmbH & Co. KG, Kränzlin 100,00 % 1 10.511 -1.044 4


156

EWE gEschäftsbEricht 2011

in tsd. Euro

Name und Sitz der Gesellschaft Anteil in % Eigenkapital jahresergebnis

Andere Anteile:

bIbER GmbH – bildung, betreuung, Erziehung, Oldenburg 100,00 % 73 2, 4

E & D Energie- und Dienstleistungs GmbH & Co. KG, Köln 84,76 % 29.500 -86 3

ENRO Ludwigsfelde Energie GmbH, Ludwigsfelde 100,00 % 1 6.877 494 3

Entwässerungsgesellschaft Cuxhaven mbH, Cuxhaven 100,00 % 1 2.777 3

EWE biogas GmbH & Co. KG, Wittmund 100,00 % 1 1.045 165 3

EWE Urbanisation Dienstleistungs GmbH (UDG), bremervörde 100,00 % 2.374 2, 4

NaturWatt GmbH, Oldenburg 90,00 % 1 993 -317 3

Pbb GmbH, Oldenburg 100,00 % 1 1.381 2, 4

SOCON Sonar Control Kavernenvermessung GmbH, Giesen 62,00 % 1 6.915 3.469 3

tEWE Energieversorgungsgesellschaft mbH Erkner, Erkner 100,00 % 1 4.749 428 3

Assoziierte Unternehmen

Konsolidiert:

DOtI Deutsche Offshore-testfeld- und Infrastruktur-GmbH & Co. KG,

Oldenburg 47,50 % 1 246.461 -7.445 3

Gemeinschaftskraftwerk bremen GmbH & Co. KG, bremen 57,40 % 1 26.820 -2.116 4

hanseWasser bremen GmbH, bremen 38,20 % 1 65.385 8.809 4, 10

Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, bremen 51,00 % 1 45.631 11.718 4

htp GmbH, Hannover

MVR Müllverwertung Rugenberger Damm GmbH & Co. KG,

50,00 % 22.401 3.897 3

Hamburg 20,00 % 1 35.439 19.388 3

swb Weserwind GmbH & Co. KG, bremen 50,00 % 1 1.309 517 4

VNG – Verbundnetz Gas AG, Leipzig 47,90 % 734.428 59.361 3

Weserkraftwerk bremen GmbH & Co. KG, bremen 50,00 % 1 11.571 -2.013 4

Andere Anteile:

Gasversorgung Angermünde GmbH, Angermünde 49,00 % 1 1.505 270 3

Stadtwerke bielefeld GmbH, bielefeld 49,90 % 8 262.049 33.902 4

Stadtwerke Ludwigsfelde GmbH, Ludwigsfelde 20,00 % 1 9.624 2.474 3

Stadtwerke Strausberg GmbH, Strausberg 38,38 % 1 11.748 1.008 3

Städtische betriebswerke Luckenwalde GmbH, Luckenwalde 20,00 % 1 10.373 2.070 3

Verkehr und Wasser GmbH, Oldenburg 26,00 % 8.000 -1.045 3

1 Mittelbare Beteiligung

2 Mit diesem Unternehmen bestehen Beherrschungs-, Gewinn- bzw. Ergebnisabführungsverträge.

3 Angabe Eigenkapital und Jahresergebnis aus 2010

4 Angabe Eigenkapital und Jahresergebnis aus 2011

5 99,97 Prozent der Anteile werden mittelbar gehalten

6 0,01 Prozent der Anteile werden mittelbar gehalten

7 28,5 Prozent der Anteile werden mittelbar gehalten

8 Die Anteile werden als langfristige Vermögenswerte zur Veräußerung gehalten.

9 50,0 Prozent der Anteile werden mittelbar gehalten.

10 Gesellschaft wird bei der Hansewasser Ver- und Entsorgungs-GmbH, Bremen, nach der Equity-Methode einbezogen.


Konzernabschluss 157

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

45. Beziehungen zu nahestehenden Unternehmen und Personen

Geschäftsvorfälle zu den in den Konzernabschluss einbezogenen Tochterunternehmen wurden im Zuge

der Konsolidierung eliminiert. Der Kreis der nahestehenden Unternehmen des EWE-Konzerns hat sich

aufgrund der überarbeiteten Definition des IAS 24 erweitert. Zu den nahestehenden Unternehmen des

EWE-Konzerns gehören:

• der beherrschende Gesellschafter (EWE-Verband GmbH) bzw. der oberste beherrschende Gesellschafter

(EWE-Verband) der EWE AG,

• Unternehmen, die einen maßgeblichen Einfluss auf die EWE AG ausüben (Investor EnBW),

• Parteien, die unter Einfluss der Gesellschafter oder des Investors stehen,

• nicht konsolidierte verbundene Unternehmen,

• nach der Equity-Methode bewertete assoziierte Unternehmen sowie

• nach IFRS 5 bewertete Vermögenswerte.

Zu den nahestehenden Personen, die eine Schlüsselposition begleiten, gehören für den EWE-Konzern

die Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder der EWE AG.

Mit der Gruppe der Gesellschafter bestehen im Wesentlichen Finanzbeziehungen sowie Beziehungen

bezüglich kaufmännischer Dienstleistungen. Die Kapitalerhöhung erfolgte durch die EnBW durch Einzahlung

in die Kapitalrücklage.

Mit der Gruppe der nach der Equity-Methode bewerteten assoziierten Unternehmen und der nach IFRS 5

bewerteten Vermögenswerte bestehen überwiegend Lieferungs- und Leistungsbeziehungen bezüglich

Erdgas sowie Finanzbeziehungen. Alle Geschäfte sind zu marktüblichen Konditionen abgeschlossen worden.

Die folgenden Geschäfte wurden mit nahestehenden Unternehmen getätigt:

Gesellschafter / Investor der EWE AG

in Mio. Euro 2011 2010

Kapitalerhöhung 75,0 2,4

Finanzierungen 8,9

Sonstige nahestehende Unternehmen

in Mio. Euro 2011 2010

bezug von Energie 18,6 9,1

Verkauf von Energie 55,8 23,6


158

EWE gEschäftsbEricht 2011

Nach der Equity-Methode bewertete assoziierte Unternehmen sowie nach IFRS 5 bewertete Unternehmen

in Mio. Euro 2011 2010

Geleistete Dienstleistungen 29,5 9,1

Kauf von Gütern 3,5

Verkauf von Gütern 24,5

bezug von Energie 29,2 140,3

Verkauf von Energie 3,0 17,0

bezogene Dienstleistungen 6,2 6,1

Finanzierungen 6,2 0,4

Forderungen 1 27,1 43,4

Verbindlichkeiten 0,4 14,1

1 davon gegenüber IFRS 5-bilanzierten Unternehmen 0,9 Mio. Euro (Vorjahr: 0,0 Mio. Euro)

Nicht konsolidierte verbundene Unternehmen

in Mio. Euro 2011 2010

Ausleihungen 59,9 37,1

Forderungen 57,9 67,6

Forderungen Cash-Pool 3,5 1,3

Verbindlichkeiten aus Lieferungen und Leistungen 4,8 2,6

Verbindlichkeiten Cash-Pool 6,6 7,5

Sonstige Verbindlichkeiten 5,3 0,2

Die Mitglieder des Ems-Weser-Elbe Versorgungs- und Entsorgungsverbands sind Landkreise und Städte

unseres Versorgungsgebietes zwischen Ems, Weser und Elbe. Diese werden mit Strom, Gas sowie Telekommunikations-

und Informationsdienstleistungen zu marktüblichen Konditionen versorgt.

Der EWE-Konzern hat keine wesentlichen Geschäfte mit nahestehenden Personen getätigt. Lieferungen

von Strom und Erdgas sowie die Erbringung von Telekommunikationsdienstleistungen an nahestehende

Personen erfolgen zu den Bedingungen, wie sie auch mit vergleichbaren fremden Dritten vereinbart werden.

Angaben zu den Organen der EWE AG

Aufsichtsrat

Günther Boekhoff Vorsitzender

Ehrenbürgermeister der Stadt Leer, Leer

Rainer Janßen 1. stellv. Vorsitzender

Bezirksmeister der EWE NETZ GmbH, Varel

Hans-Peter Villis 2. stellv. Vorsitzender

Vorsitzender des Vorstands der EnBW AG, Castrop-Rauxel

Martin Döscher 3. stellv. Vorsitzender

Ehrenlandrat des Landkreises Cuxhaven, Köhlen


Konzernabschluss 159

Konzernabschluss anhang zum Konzernabschluss der eWe ag Versicherung der gesetzlichen Vertreter

Hans Eveslage 4. stellv. Vorsitzender

Landrat des Landkreises Cloppenburg, Barßel

Wolfgang Behnke Systemintegrator der EWE AG, Osterholz-Scharmbeck

Uwe Borck Landesbezirksfachbereichsleiter bei ver.di, Königs Wusterhausen,

seit 1. Januar 2011

Hermann Bröring Landrat a. D., Lingen

Claus Christ Bezirksmeister der EWE NETZ GmbH, Remels

Dr. Hans Michael Gaul Düsseldorf

Carsten Hahn Sachbearbeiter der EWE NETZ GmbH, Osterholz-Scharmbeck

Gregor Heller Beratungsmeister der EWE AG, Haselünne

Dr. Stephan-Andreas Kaulvers Vorsitzender des Vorstands der Bremer Landesbank, Bremen

Aloys Kiepe Bezirksfachbereichssekretär der ver.di, Emden

Sigrid Leidereiter Bezirksfachbereichssekretärin der ver.di, Bremen

Ulrike Schlieper Vorsitzende der SPD-Fraktion im Kreistag des Landkreises

Friesland, Sande

Alwin Schlörmann Leiter der EWE-Geschäftsregion Oldenburg / Varel,

Bad Zwischenahn

Prof. Dr. Gerd Schwandner Oberbürgermeister der Stadt Oldenburg, Oldenburg

Dierk Schwarting Bezirksmeister der EWE NETZ GmbH, Ganderkesee

Dr. Hans-Josef Zimmer Mitglied des Vorstands der EnBW AG, Steinfeld (Pfalz)

Vorstand

Dr. Werner Brinker Vorsitzender des Vorstands der EWE AG, Rastede

Michael Wagener Stellvertretender Vorsitzender des Vorstands der EWE AG, Rastede

Dr. Heiko Sanders Mitglied des Vorstands der EWE AG, Wiesmoor,

seit 1. Juli 2011

Dr. Willem Schoeber Mitglied des Vorstands der EWE AG, Bremen

Die gewährten Gesamtbezüge der Vorstände für ihre Tätigkeiten im Vorstand und in Gremien bei Tochtergesellschaften

betrugen im Geschäftsjahr 3,5 Mio. Euro (Vorjahr: 6,4 Mio. Euro). Dem Aufsichtsrat

wurden Vergütungen in Höhe von 1,1 Mio. Euro (Vorjahr: 1,1 Mio. Euro) gewährt.

Zu den Pensionsrückstellungen für aktive Mitglieder des Vorstands der EWE AG wurden für das Geschäftsjahr

2,5 Mio. Euro (Vorjahr: 4,0 Mio. Euro) zugeführt.

Für die Pensionsverpflichtungen gegenüber früheren Mitgliedern des Vorstands und ihren Hinterbliebenen

wurden insgesamt 9,1 Mio. Euro (Vorjahr: 9,1 Mio. Euro) zurückgestellt; die Gesamtbezüge betrugen

2,3 Mio. Euro (Vorjahr: 0,8 Mio. Euro).


160

EWE gEschäftsbEricht 2011

46. Honorare und Dienstleistungen des Abschlussprüfers

Die Gesellschaften des EWE-Konsolidierungskreises haben folgende Dienstleistungen vom Konzernabschlussprüfer,

PricewaterhouseCoopers Aktiengesellschaft Wirtschaftsprüfungsgesellschaft (PwC),

sowie von Gesellschaften des internationalen PwC-Netzwerks in Anspruch genommen:

in Mio. Euro 2011 2010

Abschlussprüfungsleistungen 1,4 1,7

Andere bestätigungsleistungen 0,6 0,1

Steuerberatungsleistungen 0,1 0,2

Sonstige Leistungen 1,8 3,4

Gesamt 3,9 5,4

47. Inanspruchnahme von § 264 Absatz 3 HGB

Die folgenden Tochterunternehmen haben im Geschäftsjahr 2011 von den Befreiungen des § 264 Absatz 3

HGB Gebrauch gemacht:

• BTC Business Technology Consulting AG, Oldenburg

• BTC IT Services GmbH, Oldenburg

EWE TEL GmbH, Oldenburg

EWE IMMOBILIEN GmbH, Oldenburg

EWE WASSER GmbH, Cuxhaven

48. Konzernverhältnisse

Der Konzernabschluss der EWE AG wird in den Konzernabschluss der EWE-Verband GmbH einbezogen.

49. Ereignisse nach dem Bilanzstichtag

Über den Gewinnverwendungsvorschlag (Tz. 26) hinaus sind keine wesentlichen Ereignisse nach dem

Bilanzstichtag bekannt.

Oldenburg, den 13. Februar 2012

Der Vorstand

Dr. Werner Brinker Michael Wagener

Dr. Heiko Sanders

Dr. Willem Schoeber


konzernabschluss 161

KONZERNABSCHLUSS ANHANG ZUM KONZERNABSCHLUSS DER EWE AG VERSICHERUNG DER GESETZLICHEN VERTRETER

Versicherung der gesetzlichen

Vertreter

Wir versichern nach bestem Wissen, dass gemäß den anzuwendenden Rechnungslegungsgrundsätzen

der Konzernabschluss ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz-

und Ertragslage des Konzerns vermittelt und im Konzernlagebericht der Geschäftsverlauf einschließlich

des Geschäftsergebnisses und die Lage des Konzerns so dargestellt sind, dass ein den tatsächlichen

Verhältnissen entsprechendes Bild vermittelt wird, sowie die wesentlichen Chancen und Risiken der

voraussichtlichen Entwicklung des Konzerns beschrieben sind.

Oldenburg, den 13. Februar 2012

Der Vorstand

Dr. Werner Brinker Michael Wagener

Dr. Heiko Sanders

Dr. Willem Schoeber


162

EWE gEschäftsbEricht 2011

Bestätigungsvermerk des

Abschlussprüfers

Wir haben den von der EWE Aktiengesellschaft, Oldenburg, aufgestellten Konzernabschluss – bestehend

aus Bilanz, Gewinn- und Verlustrechnung und Gesamtergebnisrechnung, Eigenkapitalveränderungsrechnung,

Kapitalflussrechnung und Anhang – sowie den Konzernlagebericht der EWE Aktiengesellschaft,

Oldenburg, der mit dem Lagebericht der Gesellschaft zusammengefasst ist, für das Geschäftsjahr vom

1. Januar bis 31. Dezember 2011 geprüft. Die Aufstellung von Konzernabschluss und zusammengefasstem

Lagebericht nach den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB

anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften liegt in der Verantwortung des Vorstands der Gesellschaft.

Unsere Aufgabe ist es, auf der Grundlage der von uns durchgeführten Prüfung eine Beurteilung

über den Konzernabschluss und den zusammengefassten Lagebericht abzugeben.

Wir haben unsere Konzernabschlussprüfung nach § 317 HGB unter Beachtung der vom Institut der Wirtschaftsprüfer

(IDW) festgestellten deutschen Grundsätze ordnungsmäßiger Abschlussprüfung vorgenommen.

Danach ist die Prüfung so zu planen und durchzuführen, dass Unrichtigkeiten und Verstöße,

die sich auf die Darstellung des durch den Konzernabschluss unter Beachtung der anzuwendenden

Rechnungslegungsvorschriften und durch den zusammengefassten Lagebericht vermittelten Bildes der

Vermögens-, Finanz- und Ertragslage wesentlich auswirken, mit hinreichender Sicherheit erkannt werden.

Bei der Festlegung der Prüfungshandlungen werden die Kenntnisse über die Geschäftstätigkeit und über

das wirtschaftliche und rechtliche Umfeld des Konzerns sowie die Erwartungen über mögliche Fehler be -

rücksichtigt. Im Rahmen der Prüfung werden die Wirksamkeit des rechnungslegungsbezogenen internen

Kontrollsystems sowie Nachweise für die Angaben im Konzernabschluss und im zusammengefassten

Lagebericht überwiegend auf der Basis von Stichproben beurteilt. Die Prüfung umfasst die Beurteilung

der Jahresabschlüsse der in den Konzernabschluss einbezogenen Unternehmen, der Abgrenzung des

Konsolidierungskreises, der angewandten Bilanzierungs- und Konsolidierungsgrundsätze und der wesentlichen

Einschätzungen des Vorstands sowie die Würdigung der Gesamtdarstellung des Konzernabschlusses

und des zusammengefassten Lageberichts. Wir sind der Auffassung, dass unsere Prüfung eine hinreichend

sichere Grundlage für unsere Beurteilung bildet.

Unsere Prüfung hat zu keinen Einwendungen geführt.

Nach unserer Beurteilung aufgrund der bei der Prüfung gewonnenen Erkenntnisse entspricht der Konzernabschluss

den IFRS, wie sie in der EU anzuwenden sind, und den ergänzend nach § 315a Abs. 1 HGB

anzuwendenden handelsrechtlichen Vorschriften und vermittelt unter Beachtung dieser Vorschriften

ein den tatsächlichen Verhältnissen entsprechendes Bild der Vermögens-, Finanz- und Ertragslage des

Konzerns. Der zusammengefasste Lagebericht steht in Einklang mit dem Konzernabschluss, vermittelt

insgesamt ein zutreffendes Bild von der Lage des Konzerns und stellt die Chancen und Risiken der zukünftigen

Entwicklung zutreffend dar.

Oldenburg, den 14. Februar 2012

PricewaterhouseCoopers

Aktiengesellschaft

Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Thomas Dräger Carsten Engelhardt

Wirtschaftsprüfer Wirtschaftsprüfer


Bestätigungsvermerk des ABschlussprüfers JAhresABschluss der eWe AktiengesellschAft 163

Jahresabschluss

der EWE Aktiengesellschaft 2011

163 Jahresabschluss der EWE Aktiengesellschaft

164 Bilanz der EWE Aktiengesellschaft

165 Gewinn- und Verlustrechnung der EWE Aktiengesellschaft


164

EWE gEschäftsbEricht 2011

Bilanz der EWE AG, Oldenburg

zum 31. Dezember 2011

Aktiva

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Anlagevermögen

Immaterielle Vermögensgegenstände 5,7 6,2

Sachanlagen 262,5 276,5

Finanzanlagen 3.738,4 2.891,9

4.006,6 3.174,6

Umlaufvermögen

Forderungen und Sonstige Vermögensgegenstände 648,4 1.562,1

Wertpapiere 49,6 124,3

Flüssige Mittel 147,2 200,3

845,2 1.886,7

Rechnungsabgrenzungsposten 37,8 10,5

4.889,6 5.071,8

Passiva

in Mio. Euro 31.12.2011 31.12.2010

Eigenkapital

Gezeichnetes Kapital 243,0 243,0

Kapitalrücklage 1.633,1 1.558,1

Gewinnrücklagen 17,0 354,2

bilanzgewinn 88,0 97,2

1.981,1 2.252,5

Rückstellungen 100,2 80,3

Verbindlichkeiten 2.808,3 2.739,0

4.889,6 5.071,8


Jahresabschluss der eWe aktiengesellschaft 165

Gewinn- und Verlustrechnung der EWE AG, Oldenburg

vom 1. Januar bis 31. Dezember 2011

in Mio. Euro 2011 2010

Ergebnis aus Finanzanlagen -132,8 133,3

Zinsergebnis -108,6 -115,5

Sonstige betriebliche Erträge 111,7 315,6

-129,7 333,4

Personalaufwand 29,8 32,3

Abschreibungen 18,2 18,0

Sonstige betriebliche Aufwendungen 118,1 106,5

166,1 156,8

Ergebnis der gewöhnlichen Geschäftstätigkeit -295,8 176,6

Außerordentliches Ergebnis – -0,1

Steuern 37,4 -130,3

Jahresfehlbetrag / -überschuss -258,4 46,2

Gewinnvortrag aus dem Vorjahr 9,2 51,0

Entnahme aus den Rücklagen 337,2 –

Bilanzgewinn 88,0 97,2


166

EWE gEschäftsbEricht 2011

Glossar

alpha ventus

Der erste deutsche Offshore-Windpark

in der Nordsee, rund 45 Kilometer

nördlich der Insel Borkum. alpha

ventus ist ein gemeinsames Pionierprojekt

von EWE, E.ON Climate & Renewables

und Vattenfall Europe New

Energy. Betreiber des Windparks ist

die Deutsche Offshore-Testfeld

und Infrastruktur-GmbH & Co. KG

(DOTI), ein Konsortium der drei Projektunternehmen.

EWE AG ist mit

47,5 Prozent Führungsgesellschaft.

App

Eine App (Kurzform für „application“,

englisch für „Anwendung“) ist ein

Programm für mobile Geräte wie

Smartphones und Tablet-Computer.

Im Gegensatz zu gängiger Computer-

Software, die meist eine große Bandbreite

von Funktionen anbietet, ist

eine App in der Regel für einen einzigen,

spezifischen Zweck entwickelt –

zum Beispiel, mit wenigen Fingerbewegungen

die Heiztemperatur von

unterwegs zu steuern.

Biogas

bezeichnet ein Gemisch aus den

Hauptkomponenten Methan und

Kohlenstoffdioxid. Der wertgebende

Anteil, der energetisch genutzt wird,

ist das Methan, das aus Biomasse

gewonnen wird.

Biomasse

bezeichnet die Gesamtheit der Masse

an organischem Material in einem

definierten Ökosystem, das biochemisch

synthetisiert wurde.

Brennstoffzelle

In der Brennstoffzelle reagieren Wasserstoff

und Sauerstoff miteinander

zu Wasser. Beide Gase sind durch einen

sogenannten Elektrolyten voneinander

getrennt und tauschen nur

über einen elektrischen Leiter Elektronen

aus. Dieser Elektronenfluss

macht die Brennstoffzelle zur Stromquelle.

Genutzt wird jedoch auch die

entstehende Wärme. Als Reaktions-

produkt entsteht reines Wasser, was

die Brennstoffzelle so umweltfreundlich

macht.

Brent

ist die für Europa wichtigste Rohölsorte.

Brent ist leichtes Rohöl

mit niedrigem Schwefelgehalt. Es

stammt aus der Nordsee. Gehandelt

wird es unter anderem an der Londoner

Warenterminbörse International

Petroleum Exchange.

Bundesnetzagentur

Bundesoberbehörde im Geschäftsbereich

des Bundeswirtschaftsministeriums,

die seit Juli 2005 gemeinsam

mit den zuständigen Landesbehörden

unter anderem für die Regulierung

der deutschen Gas- und Stromnetze

zuständig ist.

CO 2

Kohlenstoffdioxid ist ein farb- und

geruchloses Gas, das in sehr geringer

Konzentration ein natürlicher Bestandteil

der Luft ist. Darüber hinaus

entsteht Kohlendioxid bei Verbrennungsprozessen

kohlenstoffhaltiger

Substanzen, wie den fossilen Brennstoffen

Kohle und Gas.

CO 2-Emissionen

In der Energiewirtschaft entsteht

Kohlenstoffdioxid bei der Verbrennung

kohlenstoffhal tiger Brennstoffe.

Das in die Atmosphäre abgegebene

Gas wird klimatisch mit für den

Treibhauseffekt – die Erwärmung der

Erdoberfläche – verantwortlich gemacht

(Treibhausgas).

CO 2-Emissionshandel /

Zertifikate

EU-weites System auf der Basis des

Kyoto-Protokolls und der EU-Klimaschutzbeschlüsse

für den Handel von

CO 2-Emissionsrechten in zwei Handelsperioden

(2005–2007 bzw.

2008–2012). Anlagenbetreiber müssen

für ihre CO 2-Emissionen Rechte

vorweisen, die vom Staat zugeteilt

werden. Produzieren sie mehr CO 2,

müssen sie die CO 2-Emissionen ihrer

Anlagen verringern oder sich Emissionsrechte

zukaufen. Produzieren sie

weniger CO 2, können sie die überschüssigen

Berechtigungen auf dem

freien Markt verkaufen.

CO 2-Fußabdruck

Als CO 2-Fußabdruck bezeichnet

man die Erfassung von Kohlendioxidemissionen

in Form einer CO 2-Bilanz.

Hierbei können Emissionen zum

Beispiel für Produkte (Herstellung,

Nutzung, Entsorgung), Unternehmensstandorte

(Energie, Prozesse,

Fuhrpark) und für Regionen (Kommunen,

Städte, Landkreise) erfasst

werden. Die Erfassung beruht überwiegend

auf der Auswertung von Verbrauchsdaten.

Contracting

(engl. Vertrag schließend)

ist die Übertragung von eigenen Aufgaben

eines Unternehmens auf ein

Dienstleistungsunternehmen. In seiner

Hauptanwendungsform des Liefer-,

Anlagen-, Wärme- oder Energie-

Contractings bezieht sich der Begriff

auf die Bereitstellung bzw. Lieferung

von Betriebsstoffen (Wärme, Kälte,

Strom, Dampf, Druckluft usw.) und

den Bau und Betrieb zugehöriger

Anlagen.

Deutsche Emissionshandelsstelle

(DEHSt)

Zuständige nationale Stelle im Umweltbundesamt

zur Umsetzung der

marktwirtschaftlichen Klimaschutz -

instrumente Emissionshandel sowie

projektbasierte Mechanismen

(Joint Implementation und Clean

Development Mechanism) des

Kyoto-Protokolls.

DSL (Digital Subscriber Line)

Breitbandtechnik (schneller Datentausch

über das Internet) auf der

Basis einfacher Kupferleitungen,

wie beispielsweise herkömmlicher

Telefonleitungen. Bei diesem Übertragungsstandard

können Daten mit

hohen Übertragungsraten (bis zu 16

Mbit / s im Privatkundenbereich) gesendet

und empfangen werden.


Energiewende

Energiewende bezeichnet den Umbau

der Energieversorgung weg von

der Nutzung endlicher Rohstoffe und

hin zur Nutzung erneuerbarer Energien.

Im Zuge der Energiepolitik der

Bundesregierung bedeutet sie den

Ausstieg aus der Atomenergie und

das Ziel, fossile Rohstoffe wie Öl, Gas

und Kohle durch einen immer höheren

Anteil erneuerbarer Energien zu

ersetzen. In der Umsetzung bedeutet

dies nicht nur einen massiven Ausbau

der erneuerbaren Energien, sondern

auch einen Aus- und Umbau der

Stromnetze, um mit dem schwankenden

Ertrag aus Wind- und Sonnenenergie

umzugehen und regionale

Ungleichgewichte auszugleichen

(z. B. mehr Wind im Norden, mehr

Sonne im Süden).

Energie- und CO 2-Management

Energiemanagement bezeichnet die

Erfassung, Planung und Steuerung

von Energieerzeugung und -nutzung

mit dem Ziel, die Energieeffizienz zu

steigern und den Verbrauch zu senken.

Das Energiemanagement eines

Betriebs umfasst z. B. die Erhebung

sämtlicher Energieverbräuche im Unternehmen,

die genaue Untersuchung,

wie diese zustande kommen

und wie der Bedarf gedeckt wird. So

lässt sich feststellen, wie sich z. B.

durch eine optimierte Steuerung von

Anlagen, den Einsatz effizienterer Geräte

und punktgenauere Stromerzeugung

bzw. Strombezug Energie sparen

lässt. CO 2-Management überträgt

dasselbe Prinzip auf CO 2-Emissionen.

Erneuerbare Energien

Auch regenerative Energien genannt,

bezeichnet Energien aus nachhaltigen

Quellen. Hierzu zählen Sonnenenergie,

Wasserkraft, Windenergie,

Biomasse und Erdwärme.

Erneuerbare-Energien-

Gesetz (EEG)

Ziel des „Gesetzes für den Vorrang

Erneuerbarer Energien“ ist die Förderung

des Ausbaus der Stromerzeugung

aus erneuerbaren Energien.

Gemäß der novellierten Fassung aus

dem Jahr 2008, die zum 1. Januar

2009 in Kraft getreten ist, soll der

Anteil erneuerbarer Energien an der

Stromversorgung in Deutschland bis

2020 auf 25 bis 30 Prozent ausgebaut

werden.

eTelligence

Im Rahmen des E-Energy-Programms

vom Bundeswirtschafts ministerium

gefördertes Projekt. eTelligence erforscht,

wie Stromerzeuger, Verbraucher,

Energiedienstleister und

Netzbetreiber auf einem regionalen

Energiemarktplatz in der Modellregion

Cuxhaven zusammengeführt werden

können. Dabei werden die Stromverbräuche

von Großabnehmern und

Privathaushalten mithilfe moderner

IT- und Telekommunikationstechnologien

intelligent auf die Stromerzeugung

aus dezentralen Energiequellen

abgestimmt.

EWE bio trio

EWE-Produkt, das Telekommunikation

/ Internet, Strom und Erdgas aus einer

Hand bietet und dabei durchgängig

auf erneuerbare Energien setzt.

EWE Sparpaket Heizung

Ein Produkt von EWE, das Fenstersensoren

und funkferngesteuerte

Heizungsthermostaten mit Internetanbindung

sowie eine Smartphone-Anwendung

(„App“) und den

Zugang zu einem Online-Portal

umfasst. So lässt sich am Compu -

ter oder per Handy für jede Uhrzeit

und jeden Raum die Wunschtemperatur

einstellen, die dergestalt

ferngesteuert von den Heizkörpern

angesteuert wird.

EWE trio smartbox

Hierbei handelt es sich um ein intelligentes

Erdgas- und Stromzählersystem

für den Endverbraucher.

EWE-Kunden können so jederzeit erkennen,

wie viel Energie im Haus verbraucht

wird, wo sich mögliche „Energiefresser“

verbergen und wie durch

ein verändertes Nutzungsverhalten

Energie eingespart werden kann.

Fernwärme

Wärme, die in einem zentralen Heizkraftwerk

oder einem dezentralen

Blockheizkraftwerk erzeugt und dann

mittels Wärmeleitungen an einzelne

Haushalte oder Unternehmen geleitet

wird.

Grundlastkraftwerke

Mit Grundlast ist die Mindestmenge

an Strom gemeint, die während

eines Tages immer im Netz ist, um

den vorhersehbaren Strombedarf abzudecken.

Als Grundlastkraftwerke

bezeichnet man jene Stromerzeuger,

die den ganzen Tag hinweg ununterbrochen

eine vorab bestimmte

Strommenge einspeisen, die möglichst

nah der Grenze dessen liegt,

was sie leisten können („Volllast“).

Daher werden für diese Aufgabe

Kraftwerke mit möglichst geringen

Brennstoffkosten und möglichst

gleichmäßiger, verlässlicher Stromeinspeisung

bevorzugt.

GuD-Kraftwerk

Gas- und Dampfturbinen (GuD)-

Kraftwerke nutzen ihren Brennstoff

doppelt aus: Zunächst treiben sie mit

Gas eine erste Turbine an, vergleichbar

mit einem Flugzeugtriebwerk.

Die heißen Abgase aus diesem Prozess

nutzt das GuD-Kraftwerk dann

weiter, um Wasser zu Dampf zu erhitzen,

mit dem eine zweite Turbine

angetrieben wird. So lässt sich die

Energie des eingesetzten Brennstoffs

mit optimaler Effizienz ausnutzen.

Intelligenter Lastmanager

Ein Produkt von EWE, das Industrie-

oder Biogasanlagen über ein Kommunikationsmodul

mit EWE verbindet,

sodass sie ferngesteuert werden

können. Per Informationstechnologie

vernetzt EWE viele Anlagen zu einem

virtuellen Kraftwerk, das Strom produziert,

wenn er kurzfristig benötigt

wird, bzw. optimiert den Strombezug

von Industrieanlagen so, dass das

Stromnetz entlastet wird. Betreiber

von Biogasanlagen können so höhere

Erträge erzielen, Betreiber von Industrieanlagen

Energiekosten senken.

service 167


168

EWE gEschäftsbEricht 2011

Kaverne / Kavernenbohrung

Sind ausgespülte unterirdische

Hohlräume in Salzformationen, die

mehrere hundert Meter tief liegen.

Kavernen finden beispielsweise Verwendung

bei der Speicherung von

Erdgas. Dort dienen sie dem Ausgleich

saisonal bedingter Schwankungen

beim Erdgasabsatz.

Kraft-Wärme-Kopplung

(KWK) / KWK-Anlagen

Bei einer mit KWK betriebenen Anlage

wird sowohl die bei der Umwandlung

von Primärenergie erzeugte elektrische

Energie als auch die anfallende

(Ab-)Wärme genutzt. Dadurch lässt

sich der Wirkungsgrad dieser Anlagen

entscheidend erhöhen.

Megawatt

1 Million Watt. Watt ist eine Leistungseinheit

für elektrische Lei stung.

1 Watt ist die Energie, die aufgebracht

werden muss, um bei einer Spannung

von 1 Volt mit einer Stromstärke von

1 Ampere fließen zu lassen. 1 Watt

beträgt auch die mechanische Arbeit,

die man benötigt, um 100 Gramm

binnen 1 Sekunde 1 Meter anzuheben.

Minutenreserve / Minutenreservemarkt

Mit der Grundlast wird der vorhersehbare

Strombedarf aller Stromkunden

abgedeckt. Wird mehr Strom

benötigt als vorhergesehen, werden

schnell regelbare Kraftwerke kurzfristig

hochgefahren, um diesen zusätzlichen

Strom bereitzustellen;

wird weniger Strom benötigt als gedacht,

muss der überschüssige Strom

kurzfristig verbraucht oder einspeisende

Kraftwerke heruntergefahren

werden, damit das Netz in Balance

bleibt. Diese Kompensation in beide

Richtungen heißt Regelenergie und

wird in drei Stufen vorgenommen.

Können die Netzbetreiber in den ersten

zwei Stufen Abweichungen nicht

selbst ausgleichen, rufen sie bei Lieferanten

an, die kurzfristig den ge-

wünschten Strombedarf bereitstellen

bzw. das Überangebot abnehmen

oder reduzieren. Für diese Dienstleistung

existiert ein Markt, der sogenannte

Minutenreservemarkt.

NExT ENERGy

Das EWE-Forschungszentrum für

Energietechnologie NEXT ENERGy

ist ein naturwissenschaftliches An-

Institut der Carl von Ossietzky Universität

Oldenburg. Organisiert ist

das Institut unter dem Dach des gemeinnützigen

Vereins „EWE-Forschungszentrum

für Energietechnologie

e.V.“, dem unter anderen die

EWE AG als maßgeblicher Förderer

sowie die Universität Oldenburg und

das Land Niedersachsen angehören.

Rund 80 Mitarbeiter erforschen, wie

Energiespeicher, Brennstoffzellen

und Photovoltaik leistungsfähiger

und wirtschaftlicher werden.

Offshore-Windpark

Eine räumliche Ansammlung von

Windenergieanlagen (WEA), welche
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