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Neue Leitung der Abteilung für - Asklepios

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Kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Nierenteilresektion in Barmbek

Haut und Sonne

Sylter Ärzte geben Tipps für gesundes Sonnenbaden

Mama – mein Kopf tut so weh!

Kopfschmerzen und Migräne bei Kindern

Nr. 44 Juli 2010

Asklepios intern 44/2010 1


Editorial

Hilfe ohne Grenzen

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

Dr. Bernard gr. Broermann

Kriege, Armut, Naturkatastrophen –

überall auf der Welt leben Menschen in

Krisengebieten. Sie benötigen unbürokratische

Hilfe und starke Partner, die sie

bei der Schaffung überlebenswichtiger

Strukturen unterstützen. Doch auch diese

Partner sind auf Hilfe angewiesen.

Geld- und Sachspenden, die unsere Kliniken

seit Jahren praktizieren, sind eine

große Hilfe aus der Ferne. Asklepios

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter helfen

aber auch vor Ort: Auf vielfältige, unterschiedliche

und ausgesprochen professionelle

Weise sind einige unserer Ärztinnen

und Ärzte, Krankenschwestern

und -pfleger in sehr armen, von Kriegen

oder Naturkatastrophen zerstörten Teilen

der Welt unterwegs. Sie engagieren sich

schon seit Jahren in Regionen, die kaum

noch öffentliche Beachtung finden und

nutzen meist ihren Urlaub für diesen humanitären

Einsatz.

Die Mediziner und Pflegenden arbeiten

in den Krisengebieten unter den denkbar

schlechtesten Bedingungen und können

mit einfachen Mitteln dennoch viel erreichen.

Sie versorgen nach Naturkatastro-

phen Menschen, die andernfalls kaum

Überlebenschancen hätten. Sie klären in

Slums und Elendsvierteln über Krankheiten

auf und helfen bei Präventionskampagnen.

Wir erfahren oft nur zufällig davon –

denn für jeden dieser Kolleginnen und

Kollegen ist ihr Engagement in den ärmsten

Regionen der Erde so selbstverständlich

wie der tägliche Dienst in einer unserer

Kliniken.

Dafür danke ich Ihnen mit Anerkennung

und Respekt. Helfen Sie auch weiterhin,

Leben zu retten und die Welt auf diese

Weise ein wenig besser zu machen!

Ihr

Bernard gr. Broermann

Asklepios intern 44/2010 3


Titelthema S. 6

S. 16

S. 24

S. 52

Titelthema

▼Inhalt

6 Mama – mein Kopf tut so weh!

Medizin & Wissenschaft

10 Medizinticker

12 Wenn Menschen anderer Kulturen psychisch erkranken

14 Eierstockkrebs: Optimale Therapie verbessert

Überlebenschance

16 Frakturen nach Kniegelenkersatz

18 Das Rückfallrisiko senken! Neues Bestrahlungsverfahren

zur Behandlung von Brustkrebs

20 Kleiner Eingriff mit großer Wirkung

22 Was tun, wenn das Herz stolpert?

23 Aus der Praxis für die Praxis

24 „Meine Klinik“ – Gesundheitsservice in Ihrer Hand

Gesundheit & Wirtschaft

26 Kurz und Knapp

28 Die Besten sind Vorbilder

30 Lebensrettender Einsatz über zweitausend Kilometer

31 Die Rezeption ist die Visitenkarte!

32 Pflegende wissen oft gar nicht, wie gut sie sind!

34 Liebe allein genügt nicht: SAFE gibt Sicherheit

36 Hotel Kempinski – Wellness für Körper und Geist

38 Zeitdieben auf der Spur

40 Prävention im großen Stil

42 Fünf Tage lang offene Türen: Die Gesundheitswoche in

Bad Oldesloe

44 Berufsziel: Kauffrau im Gesundheitswesen

45 Für zwei Wochen sind die Schüler Chef

46 Top-Qualität für Neurologische Rehabilitation

47 „Jobnavi“ im Asklepios Bildungszentrum Wiesbaden

48 Personalia

50 Arbeitszeit ist Lebenszeit

51 Impressum

Patientenforum

52 Leinen los! Der achte Herz-Segeltörn des Deutschen

Kinderherzzentrums St. Augustin

54 „Diplomierte“ Familienmitglieder

56 Darmkrebs: Aufklärung und Prävention

58 Rheumatoide Arthritis: Besser mit der Krankheit umgehen

59 Erfolgreiche Zertifizierung des Bildungszentrums

Wiesbaden

60 Haut und Sonne

62 Gut zu wissen: Biorhythmus: Leistungshochs und

Leistungstiefs

64 Asklepios Quiz

65 Buchtipps

66 Klinikübersicht

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

kaum eine Krankheit kommt in Deutschland so häufig vor

wie Kopfschmerzen und Migräne. Bei Kindern wiegen

Kopfschmerzen besonders schwer. Jedes zwanzigste Kind

leidet unter chronischen Kopfschmerzen oder Migräne-

Attacken. Die Tendenz ist steigend. Welche Behandlungsmöglichkeiten

und Heilungschancen es gibt, erfahren Sie

in der aktuellen Titelstory.

Die Arbeit im psychotherapeutisch/psychiatrischen Bereich

mit Patienten anderer ethnischer und kultureller

Herkunft erfordert besondere Kenntnisse, um Symptome

nicht als kulturelle Besonderheit abzutun, kulturgebundene

Symptome aber auch tatsächlich als solche zu erkennen.

Im Fachklinikum Göttingen wurde ein Therapiekonzept

entwickelt, das seit 1997 erfolgreich umgesetzt wird.

Lesen Sie dazu mehr in dieser Ausgabe.

Bereits zum zweiten Mal war das Asklepios Future Hospital

(AFH) mit seinen Partnern auf der Fachmesse conHIT

in Berlin rund um das Thema E-Health vertreten. Im Mittelpunkt

standen dabei die Möglichkeiten für Patienten,

ihre Behandlungsdaten selbstverwaltet und abgesichert im

Internet zu speichern, damit diese dem weiterbehandelnden

Arzt elektronisch zur Verfügung stehen. Außerdem wurde

mit „Meine Klinik“ die erste deutsche Klinik-„App“ als

Anwendung für verschiedene Smart-Phones live auf der

Messe gezeigt. Diese Innovation stellen wir Ihnen in dieser

Ausgabe vor.

Der Sommer und die Ferienzeit haben begonnen. Für Ihren

unbeschwerten Aufenthalt im Freien finden Sie in diesem

Magazin wichtige Tipps unserer Sylter Hautexperten

für den Schutz Ihrer Haut vor der Sonne.

Ich wünsche Ihnen eine angenehme Lektüre Ihrer neuen

Asklepios intern“.

Ihr

Dr. Tobias Kaltenbach

Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung


Titelthema

Oft reicht eine Reduzierung der Reizflut, um die Frequenz der Migräne-Attacken zu senken.

Mama – mein Kopf tut so weh!

Kaum eine Krankheit kommt in Deutschland so häufig vor wie

Kopfschmerzen und Migräne. Bei Kindern sind Kopfschmerzen

besonders grausam. Jedes zwanzigste Kind wird von chronischen

Kopfschmerzen oder Migräne-Attacken gepeinigt. Die Tendenz

ist steigend. Migräne ist bei Kindern oft unspezifischer als bei Erwachsenen

und daher schwerer zu diagnostizieren. Asklepios intern

sprach mit Dr. Daniel Windschall, Chefarzt der Klinik für Kinderund

Jugendmedizin in Weißenfels, über Behandlungsmöglichkeiten

An welchen Symptomen und Heilungschancen bei Migräne im Kindesalter.

seinem Schmerz-

ist eine kindliche Migräne

gedächtnis,be- klar zu erkennen?

stimmteBoten- Die Diagnostik kindlicher

stoffe und auch

Migräne ist schwierig.

das vaskuläre Sys-

Wenn Kinder über Kopftem

eine große

schmerzen klagen, han-

Rolle spielen. Was

delt es sich in den meisten

nun genau die

Fällen um Spannungs-

Attacken auslöst,

kopfschmerzen. Sind die

ist aber noch im-

Schmerzen jedoch pulsiemer

nicht komrend,

einseitig und dauern

plett aufgeklärt.

mindestens zwei bis 72

Man kann jedoch

Stunden an, liegen recht

davon ausgehen,

eindeutige Kriterien für

dass Erbfaktoren

eine Migräne vor. Oft tritt gerade bei kleinen Kindern eine Kom- eine nicht unbedeutende Rolle spielen. Leiden nahe Angehöbination

des Migräne-Kopfschmerzes mit Bauchschmerzsymrige unter Migräne, kann auch das Kind betroffen sein. Auch

ptomen auf: Kinder, die aufgrund eines Migräneanfalls erbre- bestimmte Trigger-Faktoren werden als Auslöser vermutet: Ein

chen müssen, klagen oft vordergründig über Bauchschmerzen. ungeordneter Tagesablauf, Stress, zu viele außerschulische Ter-

Eine Migräne kann gut an Zusatzsymptomen erkannt werden – mine, Computerspiele oder Reizüberflutung durch Lärm erhö-

betroffene Kinder scheuen das Licht und den Lärm. In besonders hen die Wahrscheinlichkeit einer Migräne wesentlich. Was vie-

schweren Fällen können neurologische Ausfallerscheinungen len Kindern heute fehlt, sind die gesunden Reize in der Natur

wie kurzfristige Lähmungen oder zeitweiser Sprachverlust hinzukommen.

Es ist erstaunlich, dass gelegentlich auch sehr kleine

und unverplante Zeit zum Spielen und Ausspannen.

Kinder die Symptome und den Ort des Schmerzes gut beschrei- Wie beschreiben betroffene Eltern die Migräne-Attacken ihres

ben können. Sie haben früh gelernt, mit dem Schmerz umzuge- Kindes?

hen. Ich habe vier- bis fünfjährige Patienten behandelt, die von Die meisten beobachten einen Rückzug ihres Kindes. Es sucht

sich aus Musik ausschalteten und den Raum verdunkelten, weil die absolute Ruhe. Viele Kinder wollen dann ihre CDs nicht

es ihnen dann einfach besser ging.

mehr hören, nicht fernsehen, nicht angesprochen werden. Das

ist für Kinder ausgesprochen ungewöhnlich. Einige werden

Was sind die Ursachen für die inzwischen verdreifachte Zahl sogar aggressiv und fordern lautstark ihre Ruhe. Manche Kin-

migränekranker Kinder?

der bevorzugen abgedunkelte Räume, sie werden müde und

Die kindliche Migräne ist leider noch nicht bis ins Detail er- schlafen. Eltern berichten teilweise von neurologischen Ausfälforscht.

Wir wissen aber, dass das zentrale Nervensystem mit len wie Krämpfen, Lähmungserscheinungen und kurzzeitigen

6 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 7


Titelthema

Sprachstörungen. Mitunter wurden fokale (vom Herd ausgehende)

Ausfälle beobachtet. Kindern fallen ganz plötzlich Gegenstände

aus der Hand. Einige Kinder erbrechen.

Wie sinnvoll ist das Führen eines Kopfschmerztagebuches?

Ein regelmäßig und gut geführtes Kopfschmerztagebuch ist sehr

hilfreich, um eine Migräne feststellen zu können. Es ermöglicht

uns Ärzten die richtige Diagnose. Aus den Aufzeichnungen

gehen die Dauer der Migräne-Attacken und auch die schmerzfreien

Intervalle hervor. Verlaufen die Schmerzintervalle für

eine Migräne eher untypisch, kann dies ein wichtiger Hinweis

auf eine andere Erkrankung als Ursache der Kopfschmerzen

sein. Dem muss nachgegangen werden. Das Kopfschmerztagebuch

ist auch eine hervorragende Überprüfungsmöglichkeit, ob

die Therapie erfolgreich ist.

Welche Therapiemöglichkeiten gibt es?

In der Kinderheilkunde arbeiten wir nach einem Stufenkonzept.

Als Erstes versuchen wir gemeinsam mit den Eltern, mögliche

Trigger-Faktoren, die sich bei jedem Kind individuell auf die

Migräne auswirken können, ausfindig zu machen und abzustellen.

Wir beobachten sehr häufig, dass eine Reduzierung der

Reizflut im unmittelbaren Umfeld des Kindes oft schon ausreicht,

um die Frequenz der Migräne-Attacken deutlich zu

senken. Eine leichte manuelle Therapie wie das Massieren der

Schläfen und des Nackens kann zusätzlich helfen.

Für die medikamentöse Behandlung empfehlen wir bei Kindern

zunächst die Gabe von Iboprofen oder Paracetamol. Beide

Medikamente können in Form von Tabletten, bei zusätzlichem

Erbrechen während der Attacke auch als Zäpfchen verabreicht

werden. Bei älteren Kindern und Jugendlichen eignen sich zusätzlich

Triptane. Sie hemmen die Rezeptoren im Gehirn und

können als Nasenspray eingenommen werden. Bei Erbrechen

raten wir zusätzlich zu einem Antibrechmittel. Aktuelle Studien

belegen, dass auch eine Verhaltenstherapie oder Muskelentspannungstechniken

wie autogenes Training wirksame Effekte

erzielen. Eine Biofeedbacktherapie kann helfen, gelassener zu

werden. Ausdauersportarten wie Schwimmen, Fahrradfahren

und Laufen an der frischen Luft machen den Kopf frei und sind

ebenfalls hilfreich. Grundsätzlich sollten Kinder mit Migräne –

wie alle anderen Menschen auch – viel trinken. Ziel ist es, das

Kind soweit zu stabilisieren, dass es mit den Kopfschmerzen

selber besser klar kommt. Ausschlaggebend für alle genannten

Therapieansätze ist jedoch immer der Schweregrad der Migräne-Attacken.

Kann einer Kindermigräne prophylaktisch entgegengewirkt

werden?

Wenn eine Akutbehandlung nicht greift, der Migräneanfall

länger als zwei Tage andauert oder mehr als zwei Anfälle in

kurzen Intervallen auftreten, setzen wir Prophylaxe-Medikamente

ein, die unter ärztlicher Beobachtung eingenommen wer-

den müssen. Beispielsweise kann die längerfristige Einnahme

von Kalziumantagonisten durchaus zu einer Besserung führen.

Gibt es Nahrungsmittel, die eine Migräne auslösen können?

Es gibt in diesem Kontext sehr individuelle Faktoren, die mit

der Ernährung zusammenhängen können. Am gründlichsten

untersucht wurde bisher die Wirkung von Schokolade. Dennoch

konnte kein sicherer Zusammenhang nachgewiesen werden. Ein

grundsätzliches Verbot von Schokolade halte ich daher nicht für

sinnvoll. Manche Kinder können auch auf Koffein bei zu hohem

Cola-Genuss reagieren. Ob dies nun ein tatsächlicher Auslöser

sein kann, ist ebenfalls nicht nachgewiesen. Bei jedem kleinen

Patienten ist deshalb sehr genau darauf zu achten, was gegessen

wird. Natürlich spielt auch die Psyche eine große Rolle.

Also können auch Änderungen im Umfeld des Kindes helfen,

Migräne-Anfälle zu vermeiden?

Soziale und familiäre Lebensbedingungen können durchaus

Einfluss auf die Migräne haben. Gemeinsam mit den Eltern analysieren

wir daher das Umfeld. Werden hier Trigger-Faktoren

auffällig, raten wir den Eltern, diese vorübergehend abzustellen

und den Termindruck aus Schule und Freizeitgestaltung zu reduzieren.

Manchmal ist es bereits ausreichend, wenn nach der

Schule das Fußballtraining oder der Musikunterricht ausfällt,

das Kind weniger fernsieht oder ausreichend schläft. Eltern von

Kindern mit Migräne empfehle ich in jedem Fall einen engen Di-

alog mit der Schule oder dem Kindergarten. Lehrer und Erzieher

können dann dem Kind bei einer akuten Migräneattacke Rückzugsmöglichkeiten

bieten und die Eltern zeitnah informieren.

Einmal Migräne – immer Migräne?

Beobachtungen zeigen, dass eine Migräneerkrankung mit dem

Älterwerden des Kindes zurückgehen kann. Etwa 40 Prozent

der Kinder werden im Erwachsenenalter beschwerdefrei. Bei

etwa 30 Prozent kommt es zu einer vorübergehenden Besserung.

Bei weiteren 30 Prozent bleiben die Kopfschmerzen allerdings

ein ständiger Lebensbegleiter.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

Dr. Daniel Windschall

8 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 9

Kontakt

Dr. Daniel Windschall

Chefarzt der Klinik für Kinder- und

Jugendmedizin

Asklepios Klinik Weißenfels

Naumburger Straße 76

06667 Weißenfels

Tel.: (034 43) 40-12 50

E-Mail: d.windschall@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

+

+++ 5000. Knieprothese in Bad Abbach

Medizinticker

Ingrid Fettig kam extra aus dem 130 Kilometer entfernten Passau

nach Bad Abbach, um sich dort operieren zu lassen. Dass gerade

sie dann die 5000ste Knieprothese erhielt, war natürlich Zufall.

Der ärztliche Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, Prof.

Dr. Joachim Grifka, gratulierte nach erfolgreicher Operation mit Blumen.

In den vergangenen zehn Jahren hat Professor Grifka das Klinikum

zu einem hoch angesehenen Excellence-Zentrum ausgebaut.

Pro Jahr werden etwa 900 künstliche Kniegelenke implantiert, wobei

der Oberflächenersatz, der nur die zerstörte Gelenkfläche ersetzt und

die Kniebänder weitgehend erhält, den größten Anteil ausmacht. Die

Zahl der in Bad Abbach implantierten künstlichen Hüftgelenke liegt

ebenfalls bei 900. Aber auch Sprunggelenke, Schulterprothesen,

Ellbogen- und Fingergelenkersatz gehören dort zur Routineversorgung:

Die Orthopädische Klinik für die Universität Regensburg in

Bad Abbach ist eines der größten Gelenk-Zentren in Deutschland.

Professor Grifka und sein Ärzteteam haben sich auf die Entwicklung

von Navigationssystemen zur präzisen Implantation von künstlichen

Gelenken spezialisiert und im Jahr 2008 konnte in der Klinik

Bad Abbach der weltweit erste digital integrierte orthopädische

Navigations-Operationssaal eröffnet werden. Weitere wegweisende

Forschungsarbeiten bescherten dem Team 2008 den Innovationspreis

Medizintechnik des Bundesministeriums für Forschung und

Bildung mit einer Förderung von 1,1 Millionen Euro. Jeden ersten

Montag im Monat lädt das Klinikum zu einer Patienten-Informationsveranstaltung

ein, um über Entstehung und Behandlung von

+++ Neue Medizintechnik in Langen

Prof. Dr. Grifka mit Patientin

Weitere Informationen

www.uni-regensburg.de/orthopaedie

c.haertel@asklepios.com

Kniearthrose zu informieren, denn „ein gut aufgeklärter Patient trägt

selber wesentlich aktiver zu seinem Genesungsprozess bei“, erklärt

Professor Grifka und fügt hinzu: „Aber auch die Implantate, die wir

einsetzen, müssen meiner Philosophie von langer klinischer Erfahrung

und Sicherheit bei gleichzeitig innovativer Weiterentwicklung

entsprechen.“

Die Klinik Langen hat ein neues Herzkatheterlabor eingerichtet. Das

erweiterte und mit neuer Technik ausgestattete Labor ersetzt das

bisherige am selben Standort. Die Langener Mediziner führten bisher

jährlich circa 1.200 Eingriffe durch. Die moderne Anlage, mit der

Patienten behandelt werden, deren Herzgefäße oder Nierenarterien

verengt sind, bietet durch moderne Strahlentechnik bessere Bilder

und ermöglicht genauere Diagnosen. Die neue Technik gestattet

auch die Archivierung von Patientendaten im Krankenhausinformationssystem.

Bei Bedarf können diese Daten dann von den Ärzten aller

Abteilungen abgerufen werden.

+++ Pschyrembel-Medaille für Prof. Hackelöer

Prof. Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer, Chefarzt der Geburtshilfe und

Pränatalmedizin an der Klinik Barmbek, ist ein Pionier des geburtshilflichen,

gynäkologischen und senologischen Ultraschalls sowie

der fetalen Medizin, pränatalen Diagnostik und Therapie. Einer seiner

Schwerpunkte ist die Lasertherapie innerhalb der Gebärmutter

(intrauterine Lasertherapie). Sie kann erforderlich werden, wenn

sich Zwillinge eine Plazenta teilen und es dadurch zu einem Zwillingstransfusionssyndrom

kommt. Gemeinsam mit Prof. Dr. Manfred

Hansmann vom Berliner Vivantes Klinikum Am Urban ist Prof.

Hackelöer verantwortlich für die Einführung des Ultraschallscreenings

in Deutschland im Jahr 1980.

Seit 2008 findet im Vivantes Klinikum eine jährliche Pschyrembel-

Vorlesung mit anschließender Verleihung der Pschyrembel-Medaille

statt, um die Erinnerung an den wegweisenden Arzt und Geburtshelfer

Prof. Willibald Pschyrembel am Ort seiner Wirkungsstätte

aufrechtzuerhalten. Prof. Dr. Hackelöer referierte in der nunmehr

dritten Pschyrembel-Vorlesung über das Thema „Von der Geburtshilfe

zur Geburtsmedizin“ und wurde anschließend mit der Medaille

ausgezeichnet. Die Geburtshilfe im Vivantes Klinikum im Friedrichshain

wurde 1945 durch Prof. Willibald Pschyrembel gegründet, der

bis 1961 als erster Chefarzt in der Frauenklinik wirkte. Das von ihm

zwischen 1932 und 1981 herausgegebene Klinische Wörterbuch ist

weit über die Medizingrenzen hinaus bekannt. Sein Lehrbuch für

praktische Geburtshilfe von 1947 liegt heute als „Praktische Geburtshilfe“

in der 20. Auflage vor und wird von Prof. Joachim Wolfram

Dudenhausen weitergeführt, der 2008 die erste Pschyrembel-

Prof. Dr. Bernhard-Joachim Hackelöer,

Chefarzt der Geburtshilfe und Pränatalmedizin

an der Klinik Barmbek

Medaille erhielt. Im Jahr 2009 wurde Prof. Klaus Vetter, Chefarzt der

Klinik für Geburtsmedizin am Vivantes Klinikum Neukölln, mit der

Pschyrembel-Medaille geehrt.

+++ Entbindungsstation an der Klinik Bad

Oldesloe komplett renoviert

Im Februar 2010 wurde die neue Entbindungsstation an der Klinik

Bad Oldesloe im Beisein des Bürgermeisters und der örtlichen Presse

feierlich eröffnet. Die vollständige Renovierung der Station hatte

weniger als zwei Monate gedauert. Sieben Zimmer mit insgesamt elf

Betten wurden in punkto Komfort und Sicherheit auf den neuesten

Stand gebracht. Nach den Worten von Chefarzt Dr. Rainer Gros stellt

die Entbindungsstation das Herzstück einer Klinik dar: „Eine Investition

in die Geburtshilfe ist daher auch immer eine Investition in

die Zukunft.“

10 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 11


Medizin & Wissenschaft

Wenn Menschen anderer Kulturen

psychisch erkranken

Der „Schwerpunkt Kulturen, Migration und psychische Krankheit“ im Fachklinikum Göttingen

Die Arbeit im psychotherapeutisch/psychiatrischen

Bereich mit Patienten anderer

ethnischer und kultureller Herkunft

erfordert besondere Kenntnisse, um

„Symptome“ nicht als kulturelle Besonderheit

abzutun, kulturgebundene Symptome

aber auch tatsächlich als solche zu

erkennen.

Das Therapiekonzept unseres Schwerpunkts

wird individuell auf jeden einzelnen

Patienten abgestimmt, wobei neben

den biologischen, psychologischen und

sozialen auch die kulturellen Faktoren

berücksichtigt werden. Ziel ist es weiterhin,

die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit

der Patienten wiederherzustellen

und sie zu befähigen, besser mit der

Krankheit und mit deren Auswirkungen

umzugehen.

Nach unserem Göttinger Konzept aus

dem Jahr 1997 wird jeder Patient mit Migrationshintergrund

– unabhängig von

seiner kulturellen und ethnischen Herkunft

– ausschließlich aufgrund seiner

Symptomatik/Störung auf die Akut-,

Sozial-, Sucht- und Psychotherapiestation

bzw. in die Gerontopsychiatrie aufgenommen

oder in der Institutsambulanz

behandelt. Alle Patienten können

auf Indikation und entsprechend ihrer

Wünsche alle Möglichkeiten der Psychotherapie

und Lebensschule, der Arbeitstherapie,

Sozialtherapie und des Sozialzentrums

nutzen.

Das Göttinger Konzept basiert auf vier

Elementen:

bilinguale/muttersprachliche Therapie

Konsilium (Untersuchung und Beratung

durch mehrere Ärzte) bei allen kulturoder

migrationsspezifischen Fragen

Gruppentherapie

Arbeit mit qualifizierten Dolmetschern

Menschen türkischer Herkunft können

sich also gegenüber einem muttersprachlichen

Therapeuten in ihrer Sprache ausdrücken

und mitteilen, und sie werden

auch von ihm verstanden. Viele von ihnen

haben bereits eine lange Patientenkarriere

hinter sich, denn ohne adäquate

sprachliche Fähigkeiten des Therapeuten

ist eine Beschreibung von Symptomen

nur schwer möglich. Dies führt häufig zu

Fehlinterpretationen oder einer kulturell

übersensiblen Beurteilung.

Um eine adäquate psychiatrisch/psychotherapeutische

Versorgung von Migranten

zu erreichen, entwickelten wir

weitere Konzepte. So wird beispielsweise

in Kürze eine psychoedukative Gruppe

für türkisch sprechende Patienten angeboten

werden. Diese Patienten bekommen

dann in ihrer Muttersprache Informationen

über den Stress und dessen

Auswirkungen, sie erfahren/lernen und

üben ohne Sprachbarriere Techniken im

Umgang mit diesem Problem.

Eine weiteres Gruppenangebot mit Menschen

unterschiedlicher Herkunft, in

der Verschiedenheiten und Gemeinsamkeiten

der Herkunftsländer ausgearbeitet

werden, wird ebenfalls in Kürze beginnen.

Die Patienten dieser Gruppe sollen

Gelegenheit bekommen, sich selbst und

ihre Erfahrungen über ihr Leben mit der

Krankheit in Deutschland darzustellen.

Sie können sich über ihre Erfahrungen

austauschen und zugleich Unterschiede

zum Herkunftsland reflektieren. Daneben

sollen auch andere Probleme bearbeitet

werden, die sich durch das Leben

in Deutschland ergeben haben.

Im Rahmen unserer aktiven Netzwerkarbeit

stehen wir Kollegen und Kolleginnen

für aktuelle Informationen, regelmäßige

Fortbildungen und Fragen in diesem Gebiet

gerne zur Verfügung. Das erweiterte

und aktualisierte Göttinger Konzept wird

bald veröffentlicht werden.

12 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 13

Kontakt

Ibrahim Özkan

Leitender Psychologe des Schwerpunktes

Kulturen, Migration und psychische

Krankheiten

Asklepios Fachklinikum Göttingen

Rosdorfer Weg 70, 37081 Göttingen

Telefon über Institutsambulanz:

(05 51) 4 02-16 50

E-Mail: i.oezkan@asklepios.com

Ibrahim Özkan


Medizin & Wissenschaft 100%

Eierstockkrebs: Optimale Therapie

verbessert Überlebenschance

In Deutschland erkranken jährlich 8000 Frauen an einem Eierstockkrebs

(Ovarialkarzinom) und 6000 Frauen versterben an dessen Folgen. Eine der

wesentlichen Ursachen für die hohe Sterberate ist der lange „stumme“ klinische

Verlauf ohne Frühsymptome – eine effektive Vorsorge zur Früherkennung

gibt es bisher nicht. Doch obwohl 75 bis 80 Prozent der Tumoren

erst in einem fortgeschrittenen Stadium diagnostiziert werden, hat sich die

Überlebenschance der Patientinnen in den letzten 30 Jahren kontinuierlich

verbessert.

Die Ursachen des Ovarialkarzinoms sind bisher weitgehend

unklar. Mögliche Risikofaktoren sind Lebensalter, Umweltfaktoren,

eine fleisch- und fetthaltige Ernährung, Unfruchtbarkeit

und eine Sterilitätstherapie. Vorbeugenden Effekt haben hingegen

mehrere Schwangerschaften und die Pille: Durch langjährige

Einnahme der Pille kann das Risiko auf etwa 60 Prozent gesenkt

werden. Bei fünf bis zehn Prozent der Ovarialkarzinome

liegt eine erbliche Ursache vor.

Die verbesserten Überlebenschancen bei Eierstockkrebs sind

neben der sehr wirkungsvollen Chemotherapie vor allem den

großen Fortschritten in der operativen Therapie zu verdanken.

Bei Patientinnen mit einer Tumorerkrankung, die sich bereits

Kontakt

Prof. Dr. Jörg Schwarz

Chefarzt der Klinik für Gynäkologie,

Onkologie & Brustzentrum

Leiter des Zentrums für gynäkologische

Krebserkrankungen

Asklepios Klinik Nord-Heidberg

Tangstedterlandstr. 400, 22417 Hamburg

E-Mail: j.schwarz@asklepios.com

Ovar- und onkologische Sprechstunde

Mittwoch 9:00-16:00 Uhr

Anmeldung

Tel.: (040) 18 18-87 31 26

Prof. Dr. Jörg Schwarz

im Bauch ausgebreitet hat (ca. 70 % der Patientinnen) kann

durch die Entfernung aller sichtbaren Tumoren (sogenannte Debulkingoperation)

die Prognose dramatisch verbessert und in

einem hohen Prozentsatz sogar eine Heilung erreicht werden.

Das Ovarialkarzinom breitet sich auf unterschiedlichen Wegen

aus. Die häufigste und früheste Form ist die Ablösung von Tumorzellen

von der Oberfläche. Die Tumorzellen verteilen sich

dann mit der Körperflüssigkeit in der Bauchhöhle und befallen

das Bauchfell. Allerdings „respektiert“ das Ovarialkarzinom die

Organgrenzen, es dringt also nicht in das Bauchfell ein – darum

ist die radikale Operation möglich. Der zweite typische Metastasierungsweg

ist die Ausbreitung über die Lymphe. Auch bei

kumulative

Überlebenswahrscheinlichkeit

14 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 15

90%

80%

70%

60%

50%

40%

30%

20%

10%

0%

tumorfrei n = 57 (12 Todesfälle)

Tumor bis 9 mm n = 18 (6 Todesfälle)

Tumor > 9 mm n = 22 (15 Todesfälle)

0 1 2 3 4 5 6 7

Beobachtungszeit (Jahre)

Überlebenskurven von 99 Patientinnen mit fortgeschrittenem Ovarialkarzinom

(Stadium III/IV), die in den Jahren 1996 bis 2001 in der Klinik für Gynäkologie

des UKE operiert wurden. Die Grafik zeigt das Überleben in Abhängigkeit vom

postoperativen Tumorrest. Der Unterschied bezüglich der Überlebenszeit zwischen

tumorfrei operierten Patientinnen und Patientinnen mit einem Tumorrest

bis 9 mm ist statistisch hochsignifikant (p < 0,001) im Vergleich mit Patientinnen

mit einem Resttumor größer 9 mm (aus Schwarz et al. 2007).

Tumoren, die auf das kleine Becken begrenzt sind, finden sich

bereits in 20 Prozent der Fälle Absiedlungen in Lymphknoten

im Becken oder entlang der Hauptschlagader (Aorta). Eine

Streuung der Tumorzellen über das Blut mit Metastasenbildung

in Leber oder Lunge ist hingegen äußerst selten. Sie tritt nur bei

zwei bis drei Prozent der Patientinnen auf.

Die Therapie des Ovarialkarzinoms richtet sich nach der Ausdehnung

der Tumorerkrankung (sogenanntes Tumorstadium).

In den Fällen, in denen die Tumoren auf den Eierstock beschränkt

sind, muss durch die Operationen Absiedlungen im

Bauch und in den Lymphknoten sicher ausgeschlossen werden

(Stagingoperation). Dies erfolgt über einen Bauchlängsschnitt,

Entfernung von Eierstöcken und Gebärmutter, Fettgewebe im

Bauch (großes Netz), Blinddarm, Lymphknoten im Becken und

neben der Aorta sowie Proben an verschiedenen Stellen des

Bauchfells. In fast 30 Prozent der Fälle finden sich Absiedlungen

in den Lymphknoten. In frühen Stadien mit ausschließlichem

Befall der Eierstöcke und einer geringen Aggressivität des

Tumors kann auf eine zusätzliche Medikamententherapie verzichtet

werden. In allen anderen Fällen muss nach der Operation

eine zusätzliche Medikamententherapie (Chemotherapie)

erfolgen, um verbliebene Tumorzellen abzutöten.

Bei fortgeschrittener Tumorerkrankung erfolgt die Debulkingoperation.

Diese hat zum Ziel, sämtliche sichtbaren Tumoren

zwischen Brustkorb und Becken, gegebenenfalls auch in Leber,

Bauchdecke und den Lymphknoten zu entfernen. Die vollständige

Entfernung des gesamten makroskopischen Tumorgewebes

schafft die Voraussetzung für einen optimalen Wirkungsgrad

der dann folgenden Chemotherapie.

Drei Hypothesen stützen die beschriebene operative Herangehensweise:

1. Mit zunehmender Größe verbleibender Resttumoren sinkt der Anteil

der sich teilenden Zellen im Verhältnis zur Gesamtzellzahl,

die Tumorverdopplungszeiten verlängern sich. Dadurch kommt es

zum Abflachen der Wachstumskurve und zu einer verminderten

Empfindlichkeit der Tumorzellen gegenüber einer Chemotherapie.

2. Größere Tumoren sind aufgrund ihrer Gewebestruktur schlechter

für die Chemotherapie zugänglich.

3. Vor allem bei großen Tumoren treten bereits nach zwei bis drei

Chemotherapiezyklen Resistenz und erneutes Tumorwachstum ein.

Der nach einer Operation verbleibende Resttumor im Bauch ist

der wichtigste Prognosefaktor bei Patientinnen mit fortgeschrittenem

Ovarialkarzinom. Nur bei Patientinnen, bei denen der gesamte

sichtbare Tumor komplett entfernt wurde oder der größte

Tumorrest kleiner als 1 cm ist, wird durch die Operation die Prognose

verbessert und besteht die Möglichkeit der Heilung.

Diese sehr komplexen und komplizierten Operationen, bei denen

auch häufig Teile des Dickdarms entfernt werden, sollten

durch spezialisierte Gynäkologen (sogenannte gynäkologische

Onkologen) zusammen mit einem erfahrenen Team, bestehend

aus Chirurgen und Narkoseärzten sowie Intensivmedizinern,

in spezialisierten Zentren durchgeführt werden. Eine Umfrage

der Organkommission Ovar der Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische

Onkologie (AGO) an 245 deutschen Kliniken bezüglich

der Versorgungsrealität zeigte erhebliche Qualitätsunterschiede

– insbesondere in Abhängigkeit davon, wie viele Patientinnen

pro Jahr in einer Klinik behandelt wurden.

In der Asklepios Klinik Nord wurde dieses Jahr das Zentrum

für gynäkologische Krebserkrankungen gegründet. Hier stehen

ihnen Operateure mit jahrelanger Erfahrung in der operativen

Therapie des Ovarialkarzinoms zu Verfügung. Es werden zu

über 80 Prozent optimale Operationsergebnisse mit Restumoren

unter 1 cm oder kompletter Entfernung aller sichtbaren Tumoren

bei fortgeschrittener Tumorerkrankung erreicht. Diese Ergebnisse

gehören sowohl national als auch international zu den Besten.


Medizin & Wissenschaft

Frakturen nach Kniegelenkersatz

Die Behandlung von Patienten mit Frakturen in Prothesennähe (periprothetische Frakturen) ist für den Opera-

teur eine besondere Herausforderung. Die enge Beziehung von Orthopädie und Unfallchirurgie wird hier in spe-

zieller Weise deutlich. Daher sind gute Planung der Operation, rasche Bereitstellung spezieller Implantate sowie

geschicktes und erfahrenes operatives Vorgehen wichtige Voraussetzungen für ein optimales Behandlungsergebnis.

Femurfraktur bei ungelockerter Oberschenkelkomponente –

stabilisiert mit winkelstabiler Platte

Im Jahr 2008 wurden in Deutschland rund 170.000 künstliche

Kniegelenke implantiert. Die steigende Lebenserwartung in

Europa und die damit zunehmende Häufigkeit degenerativer

Erkrankungen des Bewegungsapparates führen zu einem jährlichen

Zuwachs dieser Patientenzahl von etwa acht Prozent.

Periprothetische Frakturen sind schwerwiegende Komplikationen.

Die Häufigkeit dieser Frakturen nach Kniegelenkersatz

wird in der Literatur mit durchschnittlich einem Prozent angegeben,

wobei meist Frakturen des Oberschenkels, seltener des

Schienbeins und nur äußerst selten im Bereich der Kniescheibe

(Patella) beobachtet werden. Im Rahmen eines Prothesenwechsels

und danach ist die Frakturgefahr höher als bei der Erstimplantation.

Meist ist ein Bagatelltrauma wie beispielsweise ein Sturz auf

das Knie der Auslöser. Weitere Ursachen sind Implantatversagen

und Knocheninfarkt (avaskuläre Knochennekrose), auch

Stressfrakturen treten auf. Für all diese Frakturen gibt es eine

Vielzahl von Risikofaktoren:

Femurfraktur mit gelockerter Oberschenkelkomponente –

gewechselt auf achsgeführte Endoprothese (Typ RHK)

Rheumatoidarthritis

Neurologische Erkrankungen

Steroidtherapie (chronisch)

Osteoporose

Infektion

Implantatlockerung/Osteolysen

Achsfehlstellung

Beschädigung der äußeren Knochenschicht des Oberschenkels

nach Wechsel der Knieendoprothese

krankhaftes Übergewicht

Neben Anamnese und klinischer Untersuchung ist eine Röntgenuntersuchung

des Kniegelenkes in zwei Ebenen erforderlich,

um alle Implantate des betroffenen Beines vollständig

abzubilden. Eine Ganzbeinaufnahme ermöglicht die spätere

Verwendung langstreckiger Implantate. Liegt wahrscheinlich

eine Verletzung des Kniestreckapparates vor, ist auch die axiale

Darstellung der Patella erforderlich.

Die Therapie periprothetischer Oberschenkelfrakturen erfolgt

heute überwiegend operativ. Therapieziele sind korrektes „Zurückführen“

des Oberschenkels in die Normalstellung (Reposition),

Stabilisierung (unter Beachtung der Beinachse und der

Beinrotation), sichere Frakturheilung, gute Beweglichkeit und

schmerzfreie Gehfähigkeit. Eine Ausheilung in einer Fehlstellung

kann Überlastung und – als Folge dessen – die vorzeitige

Lockerung der Endoprothese nach sich ziehen.

Vor der Operation muss das Behandlungskonzept erstellt werden.

Die Wahrscheinlichkeit einer Femurkomponenten-Lockerung

hängt vom Frakturtyp ab. Bei sehr dicht an der Oberschenkelprothese

lokalisierter Fraktur muss immer auch eine

Wechseloperation eingeplant werden. Bei liegender „fremder

Prothese muss das entsprechende Leihset beschafft werden.

Auch eine Alternativlösung gegebenenfalls mit dem Wechsel

fester Implantate sollte immer in Erwägung gezogen werden.

Für die Osteosynthese bei fest sitzender, unbeschädigter Oberschenkelprothese

eignen sich winkelstabile Implantate. Hierbei

lassen sich die Prinzipien der biologischen Osteosynthese realisieren.

Das bedeutet: Der Zugang erfolgt von außen durch die

Haut über einen kleinen Schnitt, die Einrichtung der Knochenbruchfragmente

kann indirekt vorgenommen werden und die

Stabilisierung erfolgt mittels winkelstabiler Verschraubung der

Metallplatte über sehr kleine stichförmige Hauteröffnungen.

Eine Verriegelungsnagelung von unten (retrograd) kommt bei

offenem Design der Femurprothese („Open box Design“) in Betracht,

sofern mindestens zwei Verriegelungsbolzen vollständig

im distalen Frakturfragment platzierbar sind.

Bei gelockerter Femurkomponente sollte ein Prothesenaustausch

auf ein modulares achsgeführtes System erfolgen. Dabei

kommen zusätzliche osteosynthetische Techniken (wie

Schraubenfixation oder Zerklagen) zum Einsatz. In der Klinik

Hohwald bevorzugen wir das Rotating Hinge Knee (RHK) der

Firma Zimmer. Der Einsatz eines modularen Tumor-Endoprothesensystems

ist nur in seltenen Fällen zu erwägen.

Spezifische Komplikationen periprothetischer Femurfrakturen

sind:

verzögerter Knochendurchbau/Pseudarthrose

Fehlstellungen

Infektion

Implantatversagen/Lockerung

Reduktion der Beweglichkeit, Streckdefizit, Arthrofibrose

Refraktur

Eine genaue Analyse der Frakturursache ist unerlässlich – auch

im Hinblick auf eventuelle Implantationsfehler. Durch den differenzierten

Einsatz operativer Therapie-Algorhythmen in Abhängigkeit

vom Frakturtyp besteht die Chance, dass der Patient

wieder eine Mobilität wie vor der Fraktur erreicht. Bei den mög-

16 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 17

Völker AZ KPF10025AskI VaV.indd 1 21.04.2010 9:26:40 Uhr

Kontakt

Chefarzt Dr. Thomas-Peter Ranke

Ärztlicher Direktor der Asklepios

Orthopädischen Klinik Hohwald

Hohwaldstraße 40

01844 Neustadt in Sachsen

Telefon Sekretariat: (035 96) 56 73 00

E-Mail: t.ranke@asklepios.com

Dr. Thomas-Peter Ranke

lichen Komplikationen spielt mangelhafte Knochenqualität eine

gravierende Rolle. Um der hohen Wahrscheinlichkeit dieser

und anderer Komplikationen bis hin zur Refraktur Rechnung

zu tragen, sind differenzierte Nachbehandlung und Kontrolle

unabdingbar.

Erleichtert die Pflege: Das Völker Klinikbett Vis-a-Vis.

Das Völker Vis-a-Vis ermöglicht das Sitzen mit festem Bodenkontakt

und bietet die Aktivierung aus der Sitzposition nach

vorn heraus. Das ist mehr Teilhabe am aktiven Leben, mo ti viert

Patienten und bringt sie schneller wieder auf die Beine.

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Ask 06.10


Medizin & Wissenschaft

Das Rückfallrisiko senken!

Neues Bestrahlungsverfahren zur Behandlung von Brustkrebs

Jahr für Jahr trifft die Diagnose Brustkrebs ungefähr 60.000 Frauen in Deutschland, etwa 18.000 sterben daran. Es

ist die am meisten gefürchtete und häufigste Krebserkrankung bei der Frau. Doch die Sterblichkeit konnte in den

letzten Jahren deutlich gesenkt werden. Neben der Verbesserung der Nachbehandlung mit speziellen Medikamenten

und einer ganz gezielten Radiotherapie gibt es jetzt weitere Fortschritte in der Operationstechnik. Die Intraoperative

Bestrahlung ist ein schonenderes Verfahren, das gleichzeitig ein deutlich geringeres Rückfallrisiko ermöglichen

kann. Dr. med. Aiman Bachouri, Chefarzt der Fachabteilung Gynäkologie und Geburtshilfe der Sächsischen Schweiz

Klinik Sebnitz, berichtet im Interview über das neue Verfahren und die Erkenntnisse für die Medizin.

Seit wann arbeiten Sie in Ihrem Brustzentrum

mit dieser Methode?

Seit November 2009 werden Patientinnen

in unserem Brustzentrum mit dieser innovativen

Therapiemethode behandelt.

Die Intraoperative Bestrahlung ist eine

gute Entwicklung bei Brustkrebs-Operationen.

Früher wurde erkrankten Frauen

häufig die Brust amputiert, heute liegt

das Hauptaugenmerk darauf, die Brust

möglichst zu erhalten. Die Intraoperative

Strahlentherapie kommt diesem Ziel jetzt

noch näher. Unser Krankenhaus ist das

23. zertifizierte Brustzentrum Deutschlands,

das diese Strahlentherapie anbietet

– allerdings bislang auch das einzige in

Sachsen.

Wie funktioniert das Verfahren der Intraoperativen

Bestrahlung?

Möglich wird das neue Verfahren durch

ein medizinisches System namens „Intrabeam“

– eine Strahlenquelle, die Röntgenstrahlen

niedriger Energie aussendet. Mit

Hilfe eines Trägersystems wird die Quelle

mit einem kugelförmigen Strahlungskopf

unmittelbar nach Entfernung des Tumors

punktgenau in das Tumorbett justiert,

das anschließend mit Röntgenstrahlen in

hoher Dosis von innen heraus bestrahlt

wird. Umliegendes Gewebe bleibt somit

verschont. Die Intraoperative Bestrahlung

ist logistisch aufwendig: Ein Gynäkologenteam

übernimmt den operativen

Eingriff und justiert das Bestrahlungsgerät.

Strahlentherapeut und Physiker bedienen

das System, ein Pathologe prüft

zudem – wie bei jeder Brustkrebsoperation

– ob sämtliches vom Tumor befallene

Gewebe entfernt wurde. Doch der große

Aufwand lohnt sich durchaus.

Was ist das Besondere, der genaue Unterschied

zur konventionellen Methode?

Die Intraoperative Bestrahlung erfolgt

noch während der OP, nach der Entfernung

des Tumors. Da die Bestrahlung

mit hoher Präzision direkt im Tumorbett

appliziert wird, kann der reguläre Zyklus

einer Strahlentherapie nach der Operation

um bis zu zwei Wochen verkürzt werden.

Klinische Studien zeigen, dass sich

die Rückfallrate gegenüber der konventionellen

Methode nahezu halbieren lässt.

Nach einer Intraoperativen Bestrahlung

wird nur bei zwei Prozent der Patientinnen

erneut ein Tumor in der Brust entdeckt.

Für die Betroffenen erweist sich die neue

Methode als angenehm und elegant. Eine

hohe örtliche Strahlendosis sorgt dafür,

den früheren Krebsherd wirksam zu bekämpfen.

Auch werden in diesem Bereich

keine Wundheilungsstörungen erwartet.

Gleichzeitig wird bei dem Eingriff das

Brustgewebe geschont.

Ist dieses Verfahren für jede an Brustkrebs

erkrankte Patientin geeignet?

Geeignet ist die Intraoperative Strahlentherapie

für rund 50 Prozent der Frauen,

die an Brustkrebs erkrankt sind. Mediziner

wenden das neue Verfahren derzeit

bei Tumoren mit einer Größe von einem

bis etwa drei Zentimeter Durchmesser an.

Allerdings darf der Tumor dabei nicht direkt

unter der Haut oder zu nah an der

Brustwand liegen, denn es werden örtlich

hohe Strahlendosen verabreicht. Diese

können zwar auf das Brustdrüsengewebe

gerichtet werden, aber nicht auf Muskeln,

Haut und Knochen. Die Strahlung würde

das empfindliche Gewebe sonst irreparabel

beschädigen. Wichtig ist auch, dass

um den entfernten Tumor noch ausreichend

Brustgewebe vorhanden ist. Bei der

Strahlung wird einfach ein Sicherheitsbereich

benötigt, mindestens zwei Zentimeter

ringsum sind ideal. Daher empfehlen

Mediziner die neuartige Strahlentherapie

hauptsächlich Frauen mit mittleren und

größeren Brüsten. Bei Körbchengröße A

und B funktioniert die Behandlung nicht,

ab Größe C aber fast immer.

Das Gespräch führte Tina Winkler

18 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 19

Kontakt

Chefarzt Dr. Aiman Bachouri

Abteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe

Sekretariat Corina Füssel

Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz

Dr.-Steudner-Straße 75b

01855 Sebnitz

Tel.: (03 59 71) 6 11 34

Fax: (03 59 71) 6 18 34

E-Mail: c.füssel@asklepios.com

www.asklepios.com/sebnitz

www.bzos.de

Dr. Aiman Bachouri


Medizin & Wissenschaft

Kleiner Eingriff mit großer Wirkung

Jüngste klinische Erfahrungen an der Klinik Barmbek zeigen: Wird bei einem Tumor an der Niere nur ein Teil des

Organs entfernt, ist die Prognose ebenso gut wie nach einer vollständigen Entfernung der Niere. Zudem geht die

Tendenz immer mehr zu minimalinvasiven Operationen. Denn diese Operationsform ist schonender und hat für die

Patienten einen ganz entscheidenden Vorteil: Sie behalten die volle Nierenfunktion.

Erhaltung statt totaler Entfernung ist heute

das Credo, wenn es um die Behandlung

eines Tumors an der Niere geht. Meist erfolgt

der Eingriff mit Laparoskopen, also

von außen steuerbaren Instrumenten, die

in den Bauchraum eingeführt werden.

Der Arzt sieht dabei über eine Kamera

genau, wo sich der Tumor befindet.

Dieses Vorgehen hat sich in der jüngsten

Vergangenheit immer stärker etabliert.

Allerdings sind für einen solchen Eingriff

bestimmte Voraussetzungen erforderlich,

unter anderem darf der Tumor nicht in

die Blutgefäße eingewachsen sein. Nierentumoren

werden auf laparoskopische

Weise effektiv entfernt und die Langzeit-

prognose für die betroffenen Patienten

ist hoch. Gleichzeitig ist der Eingriff – im

Gegensatz zum offenen chirurgischen

Eingriff – risikoärmer und die Patienten

können das Krankenhaus nach kurzer

Zeit wieder verlassen.

Ein Großteil der Nierentumore wird heute

in einem sehr frühen Stadium durch

Ultraschalluntersuchungen im Rahmen

der Vorsorge oder bei der Klärung anderer

Symptome bemerkt. Die Tumore sind

dann noch sehr klein, lokal klar begrenzt

und haben noch kein gesundes Gewebe

geschädigt – ein wichtiges Argument für

den laparoskopischen Eingriff. Studien

an entnommenen Tumoren belegen, dass

rund 15 Prozent dieser Tumoren gutartig

sind. Auch dies spricht für den lokal begrenzten

Eingriff, denn bei einer anderen

Operationsform würden gesunde Nieren

ohne Not entfernt – vorab lässt sich bislang

leider nicht abklären, ob ein Tumor

gutartig oder bösartig ist.

Für den Eingriff mit Laparoskopen muss

ein Patient vollkommen gesund sein. In

manchen Fällen kann die Teilentfernung

des Tumors aber auch mit einem normalen

chirurgischen Eingriff erfolgen – insbesondere

wenn der Patient schon einmal

im Bauchraum operiert wurde oder an einer

Lungenerkrankung leidet. Bei beiden

Operationsarten wird zunächst die Nie-

Prof. Dr. Andreas Gross,

Chefarzt der Abteilung für Urologie

in der Klinik Barmbek in Hamburg

re freigelegt, dann folgen das Abbinden

der Blutgefäße und die Entfernung des

Tumors. Anschließend wird das Nierengewebe

vernäht und die Blutzufuhr wiederhergestellt.

Nach der Operation erfolgt

die Untersuchung von Tumor- und

Randgewebe. Erst wenn sich dabei ein

Befall des Randgewebes mit Krebszellen

zeigt, muss eine zweite Operation erfolgen

– oder die ganze Niere entnommen

werden.

Patienten, denen die Niere nur teilweise

entfernt wurde, haben eine ebenso hohe

Überlebensrate wie jene, bei denen das

ganze Organ entfernt wurde. Und dies

sogar bis zu einer Tumorgröße von sieben

Zentimetern! Wird die Niere nur teilweise

entfernt, profitiert der Patient vom Erhalt

seiner Niere – bei gleichem Therapieerfolg

wie bei der vollständigen Entfernung. Daher,

so berichten Dr. Holger Böhme, leitender

Oberarzt der Abteilung für Urologie

in der Klinik Barmbek in Hamburg,

und Prof. Dr. Andreas Gross, Chefarzt der

Abteilung, wird bei den meisten heute

diagnostizierten Nierentumoren die Teiloperation

zumindest grundsätzlich versucht.

Zwar erfolgen die meisten dieser

Operationen noch auf dem klassischen

Weg, doch die Laparoskopie ist auf dem

Mit KiK-TV aufschwingen!

Ihr Wohlfühlfernsehen mit

dem Gesundheitsplus.

www.kik-tv.de

Dr. Holger Böhme,

leitender Oberarzt der Abteilung für Urologie

in der Klinik Barmbek in Hamburg

20 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 21

Kontakt

Jens O. Bonnet

Redaktion „medtropole“

KB Unternehmenskommunikation

& Marketing

Asklepios Kliniken

Rübenkamp 226, 22307 Hamburg

Tel.: (040) 18 18-82 66 31

E-Mail: medtropole@asklepios.com

Vormarsch, wie auch Erfahrungen an der

Klinik Barmbek belegen.

Während beim konventionellen Vorgehen

eine Schnittlänge von 15 bis 20

Zentimetern erforderlich ist, genügen

bei der laparoskopischen Operation drei

Einschnitte von je einem Zentimeter und

ein etwas größerer Schnitt, durch den der

Tumor nach außen entfernt wird. Weniger

Schmerzen nach der Operation und

weniger Blutverlust sind weitere Vorteile.

Bei Interesse schicken wir Ihnen den Artikel

bzw. die Zeitschrift „Medtropole“

gern zu.

Schon seit über zehn Jahren verleihen wir mit unserem Wohlfühl-

Programm vielen Patienten Flügel und sind ein wichtiger und zuverlässiger

Partner für optimale Heilungsverläufe. Mit einem wohltuenden Mix

aus Dokumentationen und Reportagen (Gesundheit, Gesellschaft,

Natur u.a.), brandaktuellen und preisgekrönten Hollywood-Spielfilmen,

humorvollen Beiträgen und Informationen über die Region unterhält,

bewegt und motiviert das KiK-Programm seine Zuschauer. Darüber

hinaus können Kliniken ihre Patienten mit der KiK-Technik auch immer

ganz frisch informieren, beispielsweise über Speisepläne, Besuchszeiten

oder Freizeitangebote. Für viele Patienten sind wir in Kliniken der

beliebteste und meist gesehene TV-Sender auf dem Sendeplatz 1 und

tragen dazu bei, dass sie nach ihren Klinikaufenthalten erfrischt

aufschwingen und gesund in den Alltag zurückkehren können.

KiK-TV. Die Nummer 1 in den Asklepios-Kliniken.


Medizin & Wissenschaft

Was tun, wenn das Herz stolpert?

Revolutionäres Verfahren von Asklepios ermöglicht ersten Blick in unser wichtigstes Organ.

,,Ich hatte schon das Gefühl,

die Ärzte würden mich für

verrückt halten.“ Heinke Ehrlich

(52) schmunzelt bei diesem

Satz. Noch vor kurzem

war ihr danach nicht zumute.

Immer wieder war die Hamburgerin

zum Arzt gegangen

- mit Schwindel, Atemnot und

Herzrasen. Doch eine wirklich

eindeutige Diagnose konnte

nicht gestellt werden, denn die

Beschwerden traten unregelmäßig

auf.

Als eine medikamentöse Be- Prof. Dr. Karl-Heinz Kuck mit seiner Patientin Heinke Ehrlich

handlung keine Besserung

brachte, entschied Heinke Ehrlich, sich in und schwarz vor Augen. ,,Ich bin nicht

der Asklepios-Klinik in St. Georg unter- schwimmen gegangen, weil ich Angst

suchen zu lassen - und hatte Glück: Nach hatte zu ertrinken, wenn das Herz wieder

einer klaren Diagnose ist sie Patientin in unregelmäßig schlägt.“ Tatsächlich kann

einem Forschungsprojekt.

die Krankheit nur sehr schwer erkannt

Heinke Ehrlich hat Vorhofflimmern. Mehr werden. „Nur wenn ein Patient wirklich

als eine Millionen Menschen leiden allein das Vorhofflimmern hat, während ein

in Deutschland unter der Herzrhythmus- EKG geschrieben wird, kann eine Diag-

Störung. „Die Zahl wird sich in den nose gestellt werden“, sagt Assistenzarzt

nächsten 20 Jahren verdreifachen“, sagt Dr. Andreas Metzner.

Professor Karl-Heinz Kuck, leitender Arzt Patientin Ehrlich musste drei Langzeitder

Kardiologie in der Asklepios Klinik und sechs Belastungs-EKG auf sich neh-

St. Georg. Die Gründe: vor allem die gemen, bis ihre Diagnose gesichert war.

stiegene Lebenserwartung sowie die stei- Nun wird im Rahmen eines Forschungsgende

Verbreitung von Übergewicht und projekts bei ihr eine neue Therapie zur

Bluthochdruck. Denn besonders betrof- Beseitigung des Vorhofflimmerns angefen

sind ältere Menschen. Jeder dritte der wendet: die Laser-Ballongestützte Kathe-

über 80-Jährigen leidet darunter. Auch die ter-Ablation.

Wahrscheinlichkeit für einen Schlagan- Sie ist die 32ste Patientin in Deutschland.

fall steigt durch das Vorhofflimmern um Wie bei anderen Eingriffen wird hierbei

15 Prozent.

ein Katheter in der rechten Leistenvene

Zwei- bis dreimal pro Woche, wenn sie eingeführt. Neuartig an diesem Katheter

sich abends zur Ruhe setzte, trat das ist ein Ballon mit einer integrierten Laser-

belastende Herzrasen auf. Ihre Knie optik in der Mitte, die es möglich macht,

wurden weich, ihr wurde schummrig präziser und sicherer zu intervenieren.

Bei bisherigen Methoden

wurde mit Kälte und Hochfrequenzstrom

gearbeitet. Mit

dem Laser wird Herzgewebe

an bestimmten Stellen verödet.

Dadurch wird die Weiterleitung

von elektrischen

Impulsen, die als Ursache des

Vorhofflimmerns gelten und

von den Lungenvenen ausgehen,

beseitigt. Außerdem

besitzt der Ballon ein Endoskop,

mit dem es zum ersten

Mal in der Geschichte der Medizin

möglich ist, einen Blick

auf das Innere des Herzens zu

werfen. Asklepios in St. Georg ist neben

einer Klinik in Prag weltweit die einzige,

in der dieses neue Verfahren erforscht

wird.

Das Projekt soll am Ende dieses Jahres abgeschlossen

werden. Anschließend wird

es noch etwa drei Jahre dauern, bis die neue

Technik Einzug in anderen Kliniken hält.

Schon einen Tag nach dem Eingriff

ist Heinke Ehrlich wieder topfit. „Ich

habe keine Schmerzen und spüre auch

sonst nichts von dem Eingriff in Teilnarkose“,

sagt sie und freut sich: ,,Morgen

werde ich bereits wieder entlassen.“

Ob der Eingriff erfolgreich war?

„Die neue Technik verspricht größere

Nachhaltigkeit als die bisher bestehenden

Verfahren“, sagt Professor Kuck.

Während jetzt jeder dritte behandelte Patient

nach der ersten Intervention noch

einmal ein Krankenhaus aufsuchen muss,

liegt die Wahrscheinlichkeit nach der

neuen Methode bei 70 Prozent, dass der

Patient nicht wiederkommen muss.

Aus der Praxis für die Praxis

Die Asklepios Ärzteakademie Hamburg

Weitere Informationen unter

www.asklepios.com/aerzteakademie

Symposien, Seminare, Vortragsveranstaltungen,

Workshops, Kongresse oder

Events – ärztliche Fort- und Weiterbildung

kann in unterschiedlicher Form

stattfinden. Alle Varianten haben aber

eines gemeinsam: Ihre professionelle

Organisation ist sehr aufwändig. Aus

diesem Grund wurde 2005 die Asklepios

Ärzteakademie Hamburg gegründet

und 2006 als Fortbildungsveranstalter

durch die Ärztekammer Hamburg anerkannt.

„Die Ärzteakademie ist seit Jahren

der verlässliche und innovative Partner

bei der Organisation von ärztlicher

Fortbildung in den Asklepios Kliniken

Hamburg“, betont Dr. med. Heinzpeter

Moecke, Leiter der Akademie, im Jahresbericht

2009.

Teilnehmer der Weiterbildungen sind in

erster Linie Ärzte der Asklepios Kliniken

Hamburg, niedergelassene Ärzte sowie

Mitarbeiter anderer Kliniken. Und das

Interesse wächst: Während vor fünf Jah-

ren 3617 Teilnehmer insgesamt 85 Veranstaltungen

der Ärzteakademie besuchten,

waren es im Jahr 2009 schon 7587 Teilnehmer

und 180 Veranstaltungen.

Die medizinischen Inhalte der Veranstaltungen

werden von der ausrichtenden

Fachabteilung der Asklepios Kliniken

Hamburg gestaltet und verantwortet –

die Ärzteakademie entlastet die Kliniken

von den wichtigsten administrativen und

organisatorischen Aufgaben wie:

Punktevergabe und Beantragung der

Veranstaltungsnummer bei der Ärztekammer,

Erstellen und Versenden von

Einladungsflyern, Abwicklung sämtlicher

administrativer Aufgaben (z. B.

Teilnahmebescheinigungen), Veröffentlichung

der Veranstaltung in internen

und externen Medien (z. B. Intranet und

Hamburger Ärzteblatt), Evaluierung der

Veranstaltung, Sponsorenmanagement,

Kongressorganisation und -betreuung.

Damit die Ärzte ihrer Fortbildungspflicht

auch im individuellen Zeitmanagement

nachkommen können, werden zunehmend

E-Learning-Angebote entwickelt,

oft in Kooperation mit Spezialisten wie

Medilys, medical web tv oder Glaxo-

SmithKline (GSK). Neben den reinen E-

Learning-Kursen verknüpft das Blended

Learning den Besuch von Präsenzveranstaltungen

auf didaktisch sinnvolle Weise

mit dem virtuellen Lernen.

So wie Fortschritt und Innovation in der

Medizin kontinuierliche Fort- und Weiterbildung

erfordern, verändert sich auch

die Arbeit der Ärzteakademie. In diesem

Jahr liegen die Schwerpunkte im Sponsoring-Management,

der beginnenden Vermarktung

eigener E-Learning-Produkte

sowie der Organisation der Hanseatischen

Klinikkonferenzen der Hamburger

Asklepios Kliniken.

22 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 23

Kontakt

Dr. Heinzpeter Moecke

Leiter des Konzernbereiches Medizin

und Wissenschaft

c/o Asklepios Klinik St.Georg

Lohmühlenstraße 5, Haus P

20099 Hamburg

Tel.: (040) 18 18-85 25 40

Dr. Heinzpeter Moecke

E-Mail: h.moecke@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

„Meine Klinik“

– Gesundheitsservice in Ihrer Hand

powered by Asklepios

Meine Klinik ist die erste kostenfreie mobile

Service-Applikation der Asklepios

Kliniken für Gesundheitskunden. Die

App läuft auf allen iPhones und auf allen

Smartphones mit einem Web-Browser

und Internetanbindung. Meine Klinik

wurde von Ärzten und Krankenschwestern

entwickelt, um Gesundheitskunden

ein besseres Verständnis für medizinische

Zusammenhänge zu geben.

Meine Klinik bietet in der deutschen Version

zwei wesentliche Serviceleistungen,

zum einen die einfache und schnelle Suche

nach der für die Behandlung richtigen

Klinik und zum anderen die medizinische

Information zu Symptomen, Krankheiten

und Therapien. Rund 300 Symptome,

1000 Krankheiten und 250 Therapieverfahren

stehen hierfür als Informationsquelle

zur Verfügung. Die Applikation

erklärt medizinische Zusammenhänge

und gibt Erläuterungen für Krankheiten,

Diagnosen, Untersuchungs- und Therapieverfahren.

Über Texte, Bilder und Videos

werden in verständlicher Sprache

medizinische Inhalte verdeutlicht.

Einrichtungen von Asklepios können

über GPS oder über die Eingabe der Post-

Startseite

leitzahl schnell und einfach gefunden

werden. Dabei kann der Gesundheitskunde

den Umkreis der Suche nach einer

Asklepios Klinik eingrenzen. Zur Auswahl

stehen: 10 km, 20 km und 50 km.

„Meine Klinik ist der erste Schritt in Richtung

einfacher und nutzenrelevanter Serviceangebote

für Gesundheitskunden,


weitere Angebote und Lösungen werden

sicher sehr schnell kommen“, betont

Dr. Tobias Kaltenbach, Vorsitzender der

Konzerngeschäftsführung der Asklepios

Kliniken, die Zielsetzung der Lösung.

„Wir machen den Anfang und bereiten

den Weg, wir hoffen aber, dass sehr viele

Kliniken und niedergelassene Ärzte Meine

Klinik als Lösung und Serviceangebot

auch für sich adaptieren, denn die Applikation

kann von allen genutzt werden,

ist für alle offen. Wir werden die Anwendung

weiter entwickeln, sodass in

Zukunft der Kunde noch mehr Serviceleistungen

nutzen kann, wie etwa die

direkte Kommunikation über sein Handy

mit der Klinik, dem Arzt oder der Arztpraxis

seiner Wahl. Die technischen Lösungen

sind heute alle da und nutzbar,

diese wollen wir miteinander verbinden,

denn Service heißt für uns medizinischer

Service, medizinische Kompetenz in

Verbindung mit technologischen Innovationen,

Produkten und Plattformen @

mobile, @online und @home. Wenn wir

dies miteinander verbinden, dann kann

der Kunde auch über sein Handy direkt,

schnell und einfach die medizinische Beratung,

die Unterstützung, die Hilfe und

den Service bekommen, den er für sich in

Anspruch nehmen will. Einfach machen,

das war und ist unsere Ausgangssituation

für dieses erste Angebot eines

Gesundheits-Service, und wir freuen uns

mit Siemens, Microsoft, Vodafone, Intel

und der CompuGROUP Partner an unserer

Seite zu haben, die diese Gesundheits-Servicegedanken

mit uns teilen und

uns unterstützen.“

Wo ist und wie finde ich die Asklepios

Klinik?

Die Kliniksuche selbst ist zudem unterteilt

in: Notaufnahme, Akutkliniken und

Rehabilitationskliniken. Per Klick kommt

der Kunde dann zu der Anschrift, den Telefonnummern

und einem direkten Link

zu den Qualitätsberichten der Kliniken.

Über diese Suchfunktion lassen sich über

80 Einrichtungen von Asklepios in der

gesamten Bundesrepublik schnell und

bequem finden. Über die Kartennavigation

ist die Suche und das Finden der richtigen

Klinik extrem einfach.

Meine Klinik läuft auf allen iPhones und

Smartphones mit einem Web-Browser

und einer Internetanbindung. Die mobile

App Meine Klinik ist über www.iTriage-

Health.com verfügbar und basiert auf der

erfolgreichen mobilen Lösung iTRIAGE

von Healthagen. Die Servicelösung wurde

speziell für den deutschen Gesundheitsmarkt

adaptiert und in Zusammenarbeit

mit Healthagen für die Asklepios

Kliniken umgesetzt.

Wie kann ich „Meine Klinik“ verwenden?

Stellen Sie sich vor, Ihr Kind bekommt

plötzlich Ohrschmerzen. Nachdem Sie

die iPhone oder Android Applikation

heruntergeladen haben oder mit einem

internetfähigen Smart Phone oder Computer

auf www.iTriageHealth.com waren,

können Sie schnell Ihre Symptome

genau bestimmen und nach möglichen

Ursachen suchen, um mehr zu erfahren.

Anschließend können Sie auswählen,

welche Einrichtung (Notaufnahme, Akutklinik,

Rehabilititationsklinik) die Ursache

am besten behandeln kann.

Meine Klinik stellt dann Ihren Standort

fest und führt Sie an die nächstgelegene

Einrichtung von Asklepios. Zudem können

Kunden auf Qualitätsberichte über

die Einrichtung zugreifen und somit

mehr Informationen über die möglichen

Behandlungsmethoden, die Ihnen mit

großer Wahrscheinlichkeit vorgeschlagen

werden, erhalten. Nach dem Öffnen der

Handyapplikation, kann man, falls benötigt,

als erstes den Notruf wählen. Lehnt

man den Notruf ab, kommt man auf eine

Seite, auf der man nach Symptomen,

Krankheiten, Behandlungsmethoden und

Behandlungszentren suchen kann.

Klickt man auf den Tab für Symptome,

erscheint eine alphabetische Liste mit

Symptomen, die man anklicken kann, um

mögliche Ursachen zu erfahren.

Am Ende des Entscheidungsbaumes

kann sich der Nutzer eine gute Vorstellung

davon machen, was er erwarten

kann, sollte ärztlicher Rat gesucht werden.

Dies schließt Tests, Vorgehensweisen,

Behandlung usw. mit ein. Es wird

auch ein Weblink zur Verfügung gestellt,

der dem Benutzer erlaubt, auf das unendliche

Wissen des Internets zuzugreifen;

auch auf Informationen, die nicht von

Meine Klinik direkt zur Verfügung gestellt

werden - einschließlich Bildern und

Videos.

24 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 25


Gesundheit & Wirtschaft

»Kurz und Knapp

» Betten für Westafrika

Das

Klinikum Bad Abbach hat 20 Pflegebetten und zwei Kinderbetten

aus seinem Inventar an den Nürnberger Verein „1 Love“

gespendet. Dieser Verein unterstützt damit einen Klinikneubau

in Duekoue an der Elfenbeinküste. „In weiten Teilen der Elfenbeinküste

herrscht eine äußerst schlechte medizinische Versorgung.

Einem so tollen Projekt unter die Arme zu greifen, ist für

uns daher selbstverständlich“, sagt Raimund Rauscher, Verwaltungsdirektor

in Bad Abbach. Im Klinikum wurde das Mobiliar

ausgetauscht, weil die Betten keine elektronische Höhenverstellung

haben. Für das Krankenhaus an der Elfenbeinküste sind

diese Möbel aber noch von hohem Nutzen. Das gespendete Inventar

geht zunächst per LKW nach Hamburg, von dort wird es in

Containern an die Elfenbeinküste verschifft. Bisher mussten die

Bewohner der Kleinstadt Duekoue zwei Stunden bis ins nächste

Krankenhaus fahren. Mit dem Krankenhausneubau wird sich ihre

Lage nun erheblich verbessern.

» Reise nach St. Petersburg

Katrin Thele und die Mitglieder

von „1 Love“ nehmen

die Bettenspende des Asklepios

Klinikums Bad Abbach

in Empfang.

Prof. Dr. Joachim Grifka reiste als Mitglied einer Bayerischen

Wirtschaftsdelegation mit dessen Wirtschaftsminister Martin

Zeil vom 10. bis 12. Februar 2010 nach St. Petersburg. Die

Reise diente der Intensivierung von Wirtschaftsbeziehungen

zwischen Bayern und der Russischen Föderation, insbesondere

mit der Stadt St. Petersburg. Im Mittelpunkt der Reise standen

Gespräche mit Regierungsvertretern und Wirtschaftsverbänden.

Des Weiteren gab es Branchengespräche mit Vertretern der Medizin

und Medizintechnik. Die Delegationsreise stand unter der

Schirmherrschaft von Minister Martin Zeil.

» Klinikum gibt sich den „KIK“

Prof. Dr. Joachim

Grifka, Wirtschaftsminister

Martin Zeil

TV im Krankenhaus ist hierzulande längst Standard. Aber kostenloses

Fernsehen im Patientenzimmer, wie es das Klinikum

in Schwedt anbietet, ist längst keine Selbstverständlichkeit. Mit

KIK, dem Klinik-Info-Kanal, geht dort nun als zusätzliches, kostenloses

Angebot ein hauseigener Fernsehkanal auf Sendung.

„Das Programm ist informierend, entspannend und es motiviert

sogar“, sagt Sandra Kobelt, Mitarbeiterin für Öffentlichkeitsarbeit.

Neben einem gut sortierten Mix aus Dokumentationen,

Reportagen und gesundheitsorientierten Magazinen werden auch

Spielfilme und humorvolle Beiträge gezeigt und Informationen

aus dem Klinikum vermittelt. Dazu gehören beispielsweise Ankündigungen

von Patientenveranstaltungen, der tägliche Speiseplan

und vielleicht auch die Vorstellung der frisch geborenen Babys.

Das Projekt finanziert sich durch Sponsoringpartner aus der

Region. KIK ist ein Produkt der Böblinger Firma fx-net internet

based services GmbH. „Als erster deutscher Anbieter von Patientenfernsehen

und als Marktführer weiß KIK-TV, was Patienten

wichtig ist“, so Geschäftsführer Haas.

Der Bundesgesundheitsminister in der Kinderklinik

26 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 27

» Prostatakrebs – Selbsthilfegruppe jetzt

in Schwedt

Prof. Dr. Rüdiger

Heicappell, Chefarzt

der Klinik für Urologie

(rechts) und Gerd

Hübner, Vorstandsmitglied

des Prostatakrebs-

Regionalverbandes

Neue Bundesländer

(links) besiegeln die

zukünftige Zusammenarbeit

in Schwedt.

Prostatakrebs nimmt bei den Krebserkrankungen des Mannes die

Spitzenposition ein. In der Uckermark wurden im vergangenen

Jahr über 100 Neuerkrankungen registriert, in Brandenburg mehr

als 2.000 und deutschlandweit sogar 60.000. „Die erkrankten

Männer und ihre Angehörigen werden oft völlig unvorbereitet mit

einer Vielzahl von Fragen, Sorgen und notwendigen Entscheidungen

konfrontiert. Und den behandelnden Ärzten bleibt selten

genug Zeit, auf alle Fragen zu antworten und seelische Unterstützung

zu geben“, weiß Gerd Hübner, Leiter der Selbsthilfegruppe

Prostatakrebs in Königs Wusterhausen. Er ist Mitglied im Vorstand

des Regionalverbandes Prostatakrebs in den neuen Bundesländern

und organisiert die Gründung der Selbsthilfegruppe in

Schwedt. „Beim Kampf gegen den Krebs brauchen die Patienten

neben der ärztlichen Behandlung und pflegerischen Betreuung

vor allem soziale Unterstützung und persönlichen Rückhalt“, bestätigt

Prof. Dr. Rüdiger Heicappell, Chefarzt der Klinik für Urologie,

„Dies ist in einer Selbsthilfegruppe besonders gegeben,

weil man ein Schicksal teilt und Erfahrungen austauschen kann.“

Prof. Heicappell wird Schirmherr der Selbsthilfegruppe sein, die

sich einmal monatlich im Klinikum zusammenfindet.

» Bundesgesundheitsminister Philipp

Rösler auf Visite in der Kinderklinik

Der Minister war auf Einladung des FDP-Landtagsabgeordneten

Dr. Gerhard Papke im Rhein-Sieg-Kreis und erhielt einen kleinen

Einblick in die Asklepios Kinderklinik St. Augustin. Dies sei sein

erster Besuch eines Krankenhauses seit Amtsantritt, sagte Dr.

Rösler. Der Bundesgesundheitsminister zeigte sich beim Rundgang

durch die Klinik beeindruckt, weil hier so viele Spezialisten

Hand in Hand arbeiten. Zuvor hatte der Ärztliche Direktor, Dr.

Ehrenfried Schindler, dem Minister einen Überblick über das

Leistungsspektrum der Klinik gegeben. „Es ist faszinierend, was

heutzutage alles möglich ist“, sagte der Minister. „In Berlin weiß

man vor lauter Zahlen manchmal nicht, worüber man diskutiert.“

» 1.100 Euro für Haiti

Katastrophen wie das Erdbeben, das den karibischen Inselstaat

Haiti in großen Teilen verwüstete, kurbelten weltweit die Spendenbereitschaft

an. So konnte die Johanniter-Auslandshilfe im

Januar und Februar 2010 mehrere Soforthilfe-Teams mit medizinischen

Hilfsgütern nach Haiti entsenden. Am 18. März

überreichte Dr. med. Achim Rogge, Geschäftsführer der Klinik

Bad Oldesloe, den Johannitern einen Scheck in Höhe von 1.100

Euro, die seine Mitarbeiter gesammelt hatten. Rettungsassistent

Klaus-Peter Plötz aus dem Ortsverband Eutin nahm den Scheck

für die Johanniter entgegen. Plötz war selbst im Rahmen des dritten

Soforthilfeteams als ehrenamtlicher Helfer in Haiti vor Ort.

„Es ist wichtig, dass die Menschen in Haiti nicht in Vergessenheit

geraten“, betont er. „Den Mitarbeitern der Klinik gebührt daher

für ihre Spende ein großer Dank.“ Die Klinik hatte die Johanniter

bereits 2005 nach der Tsunami-Katastrophe mit Spenden unterstützt.

Dr. Armin Rogge und

Klaus-Peter Plötz bei der

Scheckübergabe


Gesundheit & Wirtschaft

Die Besten sind Vorbilder

Asklepios geht neue Wege zur Darstellung von Ergebnisqualität und Transparenz.

Der „Asklepios Qualitätsmonitor“

(AQM) ist ein neu entwickeltes Managementtool.

Es steht seit Beginn dieses Jahres

zur Verfügung und ermöglicht nicht

nur die transparente Darstellung der

Ergebnis- und Strukturqualität, sondern

macht beides mittels Kennzahlen auch

vergleichbar. Denn mögliche Verbesserungspotenziale

sind keine Geheimnisse,

und es geht auch nicht darum, die

„Schlechten“ herauszufiltern – im Gegenteil:

Wenn die Prozesse oder Strukturen

der „Besten“ bekannt gemacht und vermittelt

werden, können sie Vorbild für andere

Asklepios-Einrichtungen sein.

Bisher ist diese Vorgehensweise deutschlandweit

einmalig. Asklepios geht also

mit dem AQM neue Wege, um die Qualität

seiner Einrichtungen darzustellen.

Die Ergebnisse sind online in Form eines

übersichtlichen Ampelsystems nachzuvollziehen,

das gemeinsam mit der Firma

4soft GmbH in München entwickelt wurde.

Der „Asklepios Qualitätsmonitor“ ist

dabei in das webbasierte Microsoft Office

Sharepoint System eingebunden, das

über einen passwortgeschützten Zugang

einzusehen ist. Auf die seit Januar bereitstehende

erste Version des „Asklepios

Qualitätsmonitors“ können zunächst die

Geschäftsführer, die Kaufmännischen Direktoren

und die Leiter der Konzernbereiche

zugreifen.

Und so sieht der AQM konkret aus: Jede

Asklepios-Einrichtung wird in Form einer

Gesamtampel bewertet, die sich derzeit

aus fünf Qualitätskennzahlsystemen

zusammensetzt. Die aktuelle Version

dient den einzelnen Einrichtungen in erster

Linie zur Orientierung. Die fünf Qualitätskennzahlsysteme

sind aktuell:

1. Medizinische Ergebnisqualität

Hier werden Ampelwerte auf Modulebene

angezeigt. Die Gesamtampel berechnet

sich aufgrund der einzelnen

Ampelfarben innerhalb dieser Ebene. In

der Erstversion wird das System der Dar-

stellung medizinischer Qualität anhand

der bewährten BQS-Daten (Teilnahme an

der gesetzlich vorgeschriebenen, externen

vergleichenden Qualitätssicherung)

verwendet. Zukünftig soll auch die Darstellung

bis auf die Ebene der einzelnen

Indikatoren möglich sein.

2. Umsetzung des Qualitätsmanagementsystems

In diesem Kennzahlensystem wird angezeigt,

welchen Status die Klinik bei der

Umsetzung und Zertifizierung des Qualitätsmanagementsystems

erreicht hat.

3. Umsetzung des Standards „Asklepios

Qualität Rezeptionen“

Es wird dargestellt, welchen Status die

Klinik bei der Umsetzung des deutschlandweit

einmaligen Asklepios-Qualitätsstandards

für Rezeptionen erreicht hat.

Auch Ergebnisse von Überwachungsaudits

und „Mystery Calls“ werden hier einsehbar.

4. Ergebnisse des „Lufthansa Hygiene Institute“

Hier sind die Resultate der halbjährlichen

Überprüfungen der Hygiene-Reinigungsqualität

nach den Kriterien der Lufthansa

Hygiene Institute GmbH dargestellt.

Auch Ergebnisse der Patienten- und Mitarbeiterbefragungen

zur Reinigungsqualität

und Speisenversorgung sind einsehund

nachvollziehbar.

5. Klinisches Risikomanagement

In diesem Kennzahlensystem werden die

Ergebnisse von Risikoaudits dargestellt,

aktuell sind es jene aus dem Jahr 2009.

Zum Thema Patientensicherheit werden

2010 in allen akutsomatischen Kliniken

zusätzlich differenziertere Kennzahlen

erhoben.

Es ist geplant, ab Mitte 2010 in einer zweiten

Entwicklungsstufe des „Asklepios

Qualitätsmonitors“ weitere Kennzahlen

und Funktionalitäten bereitzustellen und

das Berechtigungskonzept zu erweitern.

Die Darstellung der Ergebnis- und Struk-

turqualität erfolgt im AQM mittels einer

Ampelfarbe und eines Prozentwertes für

jede einzelne Kennzahl. Diese Kennzahl

setzt sich wiederum aus „inhaltlich darunterliegenden“,

unterschiedlich gewichteten

Einzelkennzahlen zusammen. Eine

Besonderheit des „Asklepios Qualitätsmonitors“:

Durch wenige Klicks lassen

sich die unter einer Kennzahl liegenden

Einzelkennzahlensysteme aufklappen

und nachvollziehen – so wird eine maximale

Transparenz möglich. Diese Detailtiefe

soll zukünftig durch weiteres „Ausklappen“

noch ausgebaut werden.

In der Detaildarstellung ermöglicht der

AQM auch einen Benchmark der einzelnen

Einrichtungen. Ferner öffnet sich

beim Anklicken einer Ampel in der Gesamtübersicht

aller Einrichtungen ein

weiteres Fenster, in dem – neben Detailangaben

– auch die Referenzbereiche

für die Ampeln hinterlegt sind. Bei gelben

oder roten Ampeln sind so gegebenenfalls

bereits Hintergründe oder

Empfehlungen zu erkennen, ebenso Verantwortliche

und Zieltermine bereits ein-

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28 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 29

Kontakt

Stefan Kruse

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Konzernbereich DRG-, Medizin-

und Qualitätsmanagement

Asklepios Kliniken

Kösliner Straße 12, 38642 Goslar

Tel.: (0 53 21) 44 17 80

Fax: (0 53 21) 44 29 12 77

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E-Mail: s.kruse@asklepios.com

geleiteter Maßnahmen. An dieser Stelle

sei noch einmal betont: Ziel des AQM ist

immer die Orientierung an den Besten,

um bei Abweichungen eine direkte Qualitätsverbesserung

erzielen zu können.

Im Sinne einer hohen Transparenz sind

in einer zusätzlichen Dokumentenbibliothek

alle Definitionen, Messfrequenzen

und Inhalte zu den einzelnen Qualitätskennzahlen,

Ergebnissen und Ampeln

einzusehen.

Stefan Kruse

Dr. Roland Dankwardt

Dr. Christoph Mahnke


Gesundheit & Wirtschaft

Lebensrettender Einsatz über

zweitausend Kilometer

Hamburger Chefärzte reisten zu einem Notfall nach St. Petersburg

Am 15. Januar, einem Freitag, erhielten wir einen dringenden Anruf aus St. Petersburg: Ein russischer Privatpatient,

der aufgrund einer schweren Niereninsuffizienz bereits seit Jahren bei uns in medizinischer Behandlung ist,

hatte einen schweren Verkehrsunfall. Als Folge des Unfalls mussten ihm beide Unterschenkel amputiert werden, und

es kam – nicht zuletzt aufgrund der Vorerkrankung – zu akutem Nierenversagen.

Zum Zeitpunkt des Anrufes befand sich

der Patient in lebensbedrohlichem Zustand

auf der Intensivstation eines St. Petersburger

Krankenhauses. Seine Familie

aber wollte ihn nach Deutschland verlegen

und bat uns dringend um professionelle

Beratung und um die Einschätzung

seiner Transportfähigkeit. Noch am Freitagnachmittag

sagten PD Dr. Marc Schult,

Chefarzt der Fachabteilung Unfall- und

Orthopädische Chirurgie in der Asklepios

Klinik Nord-Heidberg, und PD Dr.

Karl Wagner, Chefarzt der Nephrologie,

Diabetologie und Dialyse in der Asklepios

Klinik Barmbek, ihre Unterstützung

zu. Sie waren bereit, kurzfristig nach St.

Petersburg zu fliegen, um den Patienten

zu untersuchen.

Alle Reiseformalitäten wurden am folgenden

Montag von der Firma RULA-

COM Consult GmbH, Servicepartner

der Asklepios Kliniken Hamburg für

russische Privatpatienten, erledigt. Aufgrund

des Notfalls wurden die Visa für

die Ärzte umgehend durch das Russische

Generalkonsulat in Hamburg ausgestellt.

Zwei Tage später trafen Dr. Wagner und

Dr. Schult dann in St. Petersburg ein.

Trotz vereister, schneeverwehter Straßen

und schwieriger Verkehrssituation waren

die Ärzte bereits eine knappe Stunde später

in der Klinik.

PD Dr. Marc Schult, Chefarzt,

Unfall- und Orthopädische

Chirurgie, Asklepios Klinik

Nord - Heidberg

Der Gesundheitszustand und die allgemeine

Situation des Patienten waren bedenklicher

als angenommen – er hatte

Fieber und stand unter starken Schmerzmitteln.

Die russischen Ärzte bemühten

sich zwar sehr um ihn, doch die Rahmenbedingungen

für eine qualitativ gute medizinische

Versorgung waren schwierig.

Zusammen mit ihren St. Petersburger

Fachkollegen untersuchten die beiden

Hamburger Ärzte den Patienten. Sie

stellten fest, dass Folgeoperationen unbedingt

erforderlich sind und besprachen

mit dem örtlichen Nephrologen detailliert

die weitere Therapie des Nierenversagens

– auch unter dem Aspekt einer

beginnenden Wundinfektion. Die Verlegung

nach Hamburg wurde empfohlen,

da das Überleben des Schwerverletzten

nur noch mit Hightech-Medizin gesichert

werden konnte.

PD Dr. Karl Wagner, Chefarzt

Nephrologie, Diabetologie

und Dialyse, Asklepios Klinik

Barmbek

Der medizinisch begleitete Krankentransport

ließ sich in kurzer Zeit mit einem

Ambulanzflugzeug des finnischen Unternehmens

MedFlight organisieren. Zwei

Stunden dauerte der Flug nach Hamburg,

wo der Patient von den finnischen Ärzten

an das Ärzteteam in der Klinik Barmbek

übergeben wurde. Sofort nach Aufnahme

wurde er von Dr. Wagner und Dr. Sebastian

Wirtz, Chefarzt der Fachabteilung

Anästhesiologie und operative Intensivmedizin,

untersucht. Auf der Intensivstation

konnten ihm dann optimale Therapie

und Pflege zuteil werden.

Selbstverständlich ist der Patient noch

weit von seiner Genesung entfernt. Doch

dank des Einsatzes der Hamburger Ärzte

und der medizinischen Möglichkeiten

der Klinik Barmbek besteht inzwischen

Hoffnung – für ihn und seine Familie.

Anja Birkholz

Dr. Sebastian Wirtz, Chefarzt

Anästhesiologie und operative

Intensivmedizin, Asklepios

Klinik Barmbek

Die Rezeption ist die Visitenkarte!

Innerhalb weniger Sekunden entscheidet der erste Kontakt über Sympathie oder Antipathie: Eine wirklich gute Betreuung

prägt sich ein und sie wirkt als entscheidender Imageträger. Von Mitarbeitern im Empfangsbereich werden

gleichbleibende Freundlichkeit, Umsicht, ein „kühler Kopf“ in Stresssituationen und natürlich Kompetenz erwartet.

Die Rezeption der Kliniken Schildautal

bietet diesen umfassenden Service – und

erhielt dafür ein Qualitätssiegel, das Asklepios

zusammen mit dem LSG-Hygiene

Institute TÜV SÜD (Lufthansa) entwickelt

hat. Asklepios Qualität Rezeptionen –

kurz AQR – heißt es. Am 3. März erfolgte

die Übergabe der Auszeichnung durch

Herrn Kruse, Mitarbeiter des Asklepios

Konzernbereiches DRG-, Medizin-

und Qualitätsmanaganements. Im

Vorfeld hatten die externen Gutachter

Kundenorientierung, Sicherheitsvorkehrungen

bei Notfällen sowie den Organisationsablauf

der Rezeption untersucht

und bewertet. Asklepios ist der erste

Krankenhausträger, der ein solches Verfahren

praktiziert.

Großes Lob für die Mitarbeiterinnen und

Mitarbeiter der Rezeption gab es von

Ulrich Gnauck, dem Geschäftsführer

der Kliniken Schildautal: „Als Rezeptionisten

sind Sie die erste Anlaufstelle für

Patienten und Besucher. Sie bieten einen

Service wie in einem Hotel, sichern professionell

die schnelle Weitergabe von Informationen

und sorgen im Krisenfall für

die größtmögliche Sicherheit. Das wurde

jetzt durch das Qualitätssiegel bestätigt –

und dafür danke ich Ihnen!"

Die altbekannte Pforte hat auch im

Schildautal längst ausgedient – Patienten

und Besucher werden in einem offenen

Bereich mit ansprechendem Ambiente

empfangen. Alle Mitarbeiter der Rezeption

haben die neuen Qualitätsstandards

als Voraussetzung für die Erreichung des

Qualitätssiegels aktiv umgesetzt. Es gab

Schulungsmaßnahmen (z. B. Telefontraining),

um Kundenorientierung und

einzelne Abläufe zu verbessern. Die Mitarbeiter

tragen eine einheitliche Dienst-

Stefan Kruse (Mitarbeiter des Asklepios Konzernbereichs

DRG-, Medizin- und Qualitätsmanagement),

Gabriele Hunze (Bereichsleitung

Rezeption), Team der Rezeption

bekleidung, was sich sehr positiv auf das

gesamte Erscheinungsbild auswirkt. Die

Rezeption ist 24 Stunden am Tag erreichbar.

Und es gibt unterschiedliche Serviceangebote

wie beispielsweise Informationen

zu den Nahverkehrsmitteln oder

über Veranstaltungen in der Klinik.

Die Einhaltung der Qualitätsstandards

wurde über externe und interne Prüfer

gründlich unter die Lupe genommen.

Auf der Grundlage einer Checkliste gab

es unter anderem diverse Testanrufe und

Vor-Ort-Besuche. Am Ende stand eindeutig

fest: Die Rezeption im Schildautal

wird allen Qualitätsanforderungen in

vollem Umfang gerecht! Das Qualitätssiegel

hat eine Gültigkeit von zwei Jahren.

Die ausgezeichnete Rezeption muss

sich also auch in den nächsten Monaten

wiederholt einer Überprüfung zur Einhaltung

der Anforderungsprofile stellen.

30 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 31

Kontakt

Elke Döge

Asklepios Kliniken Schildautal

Karl-Herold-Str. 1, 38723 Seesen

Tel.: (05381) 74 1388

Fax: (05381) 74 1509

E-Mail: e.doege@asklepios.com


Gesundheit & Wirtschaft

Pflegende wissen oft gar nicht,

wie gut sie sind!

Dreizehn Auszubildende der Gesundheits- und

Krankenpflege waren im vergangenen Oktober

2009 fünf Tage lang in drei Bundesländern auf

Studienreise.

Gespräche mit OTA-

Auszubildenden unseres

Bildungszentrums

Donnerstag | Berlin | Freitag

Treffen mit Studierenden des „Bachelor of Nursing“

an der evangelischen Fachhochschule Berlin

Besuch der Zentralstelle des Deutschen

Berufsverbandes für Pflegeberufe (DBfK)

Führung durch das

Konzentrationslager

Buchenwald

Mittwoch | Buchenwald

Mittwoch | Weimar

Auf Goethes

Spuren

Montag | Frankfurt

Christa Flerchinger berichtete

über ihre Erfahrungen mit Primary

Nursing.

Vortrag Prof. Dr. Ruth Schwerdt

über „MeDiA in Cura“

Christiane Ritschel

erzählte uns von ihrem

Aufgabenspektrum im

einzigen Pflegestützpunkt

Thüringens.

Dienstag | Jena

Deutschland

Erste Station: Universitätskliniken in

Frankfurt. Christa Flerchinger von der

Stabsstelle für Pflegeentwicklung berichtete

über ihre Erfahrungen mit Primary

Nursing, die Übergabe am Bett und die

Nationalen Expertenstandards. Die Auszubildenden

stellten schnell fest, dass die

erfolgreiche Umsetzung dieser Konzepte

alle Kliniken vor ähnliche Herausforderungen

stellt. Nach einem chilischarfen

Mittagssnack begann der Vortrag von

Prof. Dr. Ruth Schwerdt vom Fachbereich

Soziale Arbeit und Gesundheit der

Fachhochschule Frankfurt. Sie berichtete

sehr eindrucksvoll vom Projekt „Me-

DiA in Cura“. Im Fokus der zweiarmig

angelegten Interventionsforschung stehen

Pflegende in Seniorenheimen und

ihr Umgang mit Demenzbetroffenen.

Ein Video verdeutlichte, wie vermeint-

liche Kleinigkeiten – beispielsweise das

Klappern von Geschirr oder Klingelgeräusche

– eine immobile, kognitiv eingeschränkte

Person in ihrer Konzentration

stören können. Frau Prof. Schwerdt riet

uns, alltägliche Dinge ohne großes Gerede

einfach zu tun: In einem anderen

Video konnten wir sehen, wie eine demente

Frau erwachte und eifrig begann,

Obst zu schneiden. Die Pflegende setzte

sich zu ihr und machte mit. Dabei wurde

deutlich, wie wichtig für Demenzbetroffene

gemeinsames Essen mit anderen

Personen ist – sie erinnern sich dabei an

vor langer Zeit Gelerntes. Zum Schluss

erfuhren die Auszubildenden, wie die

Gestaltung von Türen und Zimmern bei

Demenzbetroffenen ein Sicherheitsgefühl

und Wohlbefinden erzeugen kann.

Der Aufbau von Pflegestützpunkten ist

in jedem Bundesland anders geregelt.

Am Dienstag besuchten wir in Jena den

einzigen Pflegestützpunkt Thüringens.

Christiane Ritschel, die Koordinatorin,

erzählte uns von ihrem Aufgabenspektrum:

Sie steht mit sämtlichen ambulanten

Diensten und Seniorenheimen

Jenas in Kontakt, berät Angehörige von

Demenzbetroffenen und Pflegebedürftigen

in sozialversicherungsrechtlichen

und pflegerischen Fragen oder besucht

Personen vor Ort, z. B. vor und nach

der Pflegestufenprüfung. Und sie erhält

viele Anrufe: Pflegende Angehörige riefen

schon aus dem Saarland und sogar

aus Vietnam an. Für die Auszubildenden

wurde der dringende Handlungsbedarf

deutlich, denn Angehörige sind mit der

alltäglichen Pflege häufig überfordert.

Am Mittwoch teilte sich die Gruppe. Die

einen fuhren auf Goethes Spuren nach

Weimar, die anderen fuhren ins Konzentrationslager

Buchenwald und glänzten

während der Führung mit überdurchschnittlich

gutem Geschichtswissen. Der

Gruppenleiter fragte nach dem beruflichen

Hintergrund der Auszubildenden

– und weiß nun, was ein/e „Gesundheitsund

Krankenpfleger/in“ macht.

Am Donnerstag begrüßten uns Studierende

des „Bachelor of Nursing“ an der

evangelischen Fachhochschule Berlin.

Beide Seiten werden von ähnlichen Themen

bewegt: Wie viele Praxisanleitungen

habt ihr, wie werdet ihr in der Praxis begleitet,

lernt ihr problemorientiert? Die

Berliner erfuhren, dass die Praxisanleiterinnen

an der Paulinen Klinik Wiesbaden

für ihre Anleitungsaufgaben freigestellt

sind. Dadurch lassen sich Praxisanleitungen

besser realisieren. Am Nachmittag

besuchten wir die Zentralstelle des Deutschen

Berufsverbandes für Pflegeberufe

(DBfK). Weniger als zehn Prozent der 1,3

Millionen Pflegenden sind in Berufsverbänden

organisiert, was eine Interessenvertretung

sehr schwierig macht. Wir diskutierten

kontrovers über die Absenkung

der Zugangsvoraussetzung zum examinierten

Pflegeberuf. Personen mit zehnjährigem

Hauptschulabschluss können

sich so zwar „nach oben“ qualifizieren,

doch für Schulabgänger mit Realschulabschluss

oder Fachhochschulreife/Abitur

wird der Beruf dadurch möglicherweise

weniger attraktiv. Anschließend wurde

die Weiterbildung zu(m)r Familiengesundheitspfleger/in

vorgestellt.

Den letzten Tag verbrachten wir gemeinsam

mit den OTA-Auszubildenden unseres

Bildungszentrums. Wir sprachen

darüber, was die zuständigen Ministerien

über Pflege und ihre hohe Verantwortung

wissen. Ich erinnerte mich an die Worte

der Frankfurter Professorin: „Pflegende

wissen oft gar nicht, wie gut sie sind.“

Wir danken den kooperierenden Kliniken

des Bildungszentrums im Bereich „Gesundheits-

und Krankenpflege“ sowie

„Operationstechnische Assistenz“ für die

finanzielle Unterstützung zu dieser Reise

und den Referentinnen für ihre sehr guten

und interessanten Vorträge.

32 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 33

Kontakt

Sandra Bensch

MScN, Diplom-Pflegepädagogin (FH),

Krankenschwester

Asklepios Bildungszentrum für

Gesundheitsfachberufe Wiesbaden

stellv. Schulleitung Bereich

Gesundheits- und Krankenpflege

Geisenheimer Straße 10, 65197 Wiesbaden

E-Mail: s.bensch@asklepios.com


Gesundheit & Wirtschaft

Liebe allein genügt nicht:

SAFE gibt Sicherheit

Eine sichere Eltern-Kind-Bindung ist die beste Grundlage für die gesunde seelische, körperliche und geistige Entwicklung

eines Kindes. Wie aber kann man von Anfang an eine solche Bindung schaffen? Die Geburtshilfliche

Abteilung der Klinik Nord in Hamburg bietet (werdenden) Eltern mit dem Präventionsprogramm SAFE die Möglichkeit,

ihr Neugeborenes und dessen Bedürfnisse zu verstehen.

Das Kinderzimmer ist liebevoll eingerichtet.

Um alles richtig zu machen, haben

die werdenden Eltern an Geburtsvorbereitungs-

und Wickelkursen teilgenommen.

Doch dann stehen sie doch hilflos

vor ihrem Baby und wissen nicht, warum

es schreit. Hat es Hunger, fühlt es sich

einsam, ist es erschrocken? Wie lässt es

sich beruhigen? Oder verwöhnt man sein

Kind, wenn man sich um jedes Geschrei

kümmert? Das große Glück des Elternseins

geht häufig einher mit einer großen

Unsicherheit. Wenn aber die Eltern

unsicher sind – wie kann das Baby sich

dann sicher fühlen? Statistiken besagen:

35 Prozent der Eltern-Kind-Beziehungen

in Deutschland gelten als bindungsunsicher.

Einen Ausweg aus diesem Dilemma

bieten die SAFE-Elternkurse.

SAFE bedeutet: Sichere Ausbildung für

Eltern. Das Programm wurde ursprünglich

von der Abteilung für Pädiatrische

Psychosomatik und Psychotherapie des

Dr. von Haunerschen Kinderspitals der

Münchner Universität entwickelt. Das Besondere

daran: Es hilft Müttern und Vätern

nicht nur, eine sichere Bindung zu ihrem

Kind aufzubauen – es soll zugleich verhindern,

dass Eltern eigene traumatische

Erfahrungen an ihr Kind weitergeben. Als

symptomatisch für traumatisierte Eltern

formuliert PD Dr. Karl Heinz Brisch, der

Spiritus Rektor von SAFE: „Zurücklächeln

ist nicht selbstverständlich.“

Es gibt viele gute Programme zur Stärkung

der elterlichen Kompetenz (beispielsweise

Starke Eltern – Starke Kinder

oder Triple P), aber die setzen erst bei

älteren Kindern an. Dann aber sind Interventionen

aufwendiger und oft auch

weniger erfolgreich, weil Verhaltens- und

Erlebensweisen sich verfestigt haben und

sich bereits ein Teufelskreis negativer gegenseitiger

Verstärkung zwischen Eltern

und Kind gebildet hat. Der Zeitraum von

der Schwangerschaft bis zum Ende des

ersten Lebensjahres ist eine besonders

sensible Phase der Bindungsentwicklung.

Mit SAFE lernen Eltern etwa ab dem siebenten

Schwangerschaftsmonat bis zum

Ende des ersten Lebensjahres ihres Kindes

in kleinen Gruppen, wie eine sichere

Eltern-Kind-Bindung aufgebaut werden

kann. An insgesamt zehn Sonntagen (damit

auch die Väter dabei sein können)

werden jeweils sieben spannende Stunden

lang die relevanten Themen elterngerecht

aufbereitet und durch videogestütztes

Lernen vermittelt.

Neben regelmäßigen Treffen gibt es auch

eine telefonische Hotline, um die Eltern

bei akuten Problemen zu unterstützen.

Eltern sind zunehmend unsicher, sie

sind familiär und gesellschaftlich nicht

ausreichend auf ihre Elternschaft vorbereitet.

Die Mitarbeiter der Geburtsklinik

Nord – Heidberg nehmen diese Ängste

ernst. Mit ihrem Angebot können sie fast

ausnahmslos alle werdenden Eltern erreichen,

unabhängig von deren Status, Herkunft

oder Bildungsniveau. Die Erfahrung

zeigt: Eltern nehmen Angebote von

Geburtskliniken unbelastet und unvoreingenommen

an, suchen sogar oft aktiv

nach Unterstützung. Denn: Elternkompetenz

muss mehr denn je erlernt werden –

so äußerten sich Befragte im Rahmen von

zwei Untersuchungen, die 2003 durch das

Robert-Koch-Institut bzw. 2006 von der

Bertelsmannstiftung in Auftrag gegeben

wurden. Dabei zeigte sich, dass über 95

Prozent der befragten Eltern Informationen

über Kindesentwicklung haben

wollten, bzw. qualifizierte Informationen,

um kindliches Verhalten zu verstehen (89

Prozent).

Prävention von Bindungsstörungen kann

gelingen, wenn Eltern vermittelt wird,

was elterliche Feinfühligkeit ist und wie

entscheidend eine sichere Eltern-Kind-

Bindung für die Entwicklung ihrer Kinder

ist. Was die Eltern in den SAFE-Kursen lernen,

ist daher oft das Naheliegende, das im

Alltagsstress leicht übersehen oder übergangen

wird. Im Rahmen eines „Feinfühligkeitstrainings“

erfahren Eltern, wie wichtig

es für den Bindungsaufbau ist, das Baby

beim Wickeln anzulächeln, beim Stillen

Blickkontakt zu halten (und nicht nebenbei

zu telefonieren), beruhigende Einschlafrituale

zu schaffen und angemessen zu reagieren

– auch gegenüber den Geschwistern.

34 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 35

Kontakt

Dr. Michael Scheele

Chefarzt der Abteilung Geburtshilfe

und Perinatalzentrum

Asklepios Klinik Nord

Tangstedter Landstraße 400

22417 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 87-34 58

E-Mail: m.scheele@asklepios.com

www.safe-elternkurse-hamburg.de

So zeigt eine Videosequenz eine junge

Mutter, die mit ihrem Baby und der

kleinen Tochter auf dem Sofa sitzt. Als

das Mädchen seinem Bruder halb spielerisch,

halb grob ins Gesicht fassen will,

hält die Mutter nur schützend eine Hand

zwischen die Kinder – aber sie schimpft

nicht. Ein anschauliches Beispiel für elterliche

Feinfühligkeit.

Die umfassende und kompetente Begleitung

und Beratung von Eltern während

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett

und früher Elternschaft wird in den nächsten

Jahren einen bedeutenden Wettbewerbsfaktor

der Geburtskliniken darstellen.

Schon jetzt „rüsten“ alle Kliniken auf,

Elternschulen, Stillberatungen, Ernährungsberatungen

etc. haben Hochkonjunktur.

Noch ist das SAFE-Programm an

der Geburtshilflichen Abteilung der Klinik

Nord ein Pilotprojekt in Hamburg für

die Etablierung von frühen Hilfen an einer

Geburtsklinik. Doch wenn es sich wie

in München und anderen bayerischen

Städten gut bewährt, ist die Durchführung

des SAFE-Programms durch die

Mitarbeiter der Klinik Nord in anderen

Kliniken ebenso vorstellbar wie die Bildung

eines Mentorennetzwerkes. Und

mit zunehmender Erfahrung könnte

Asklepios in Zusammenarbeit mit Priv.-

Doz. Dr. Brisch auch die Schulungen neuer

SAFE-Mentoren übernehmen.


Gesundheit & Wirtschaft

Hotel Kempinski

Wellness für Körper und Geist

Tipp: Taunus erleben

Reservierungen erhalten wir gerne unter dem Stichwort „Taunus

erleben“ an 06174-909900 oder per E-Mail an reservations@kempinski-falkenstein.com.

Falkenstein Grand Kempinski

Von Kulinarik bis Wellness – ein Genuss für alle Sinne

Zwei Übernachtungen im Superior-Doppelzimmer

inklusive Frühstücksbuffet

Ein Vier-Gang-Menü von Oliver Heberlein im „Restaurant

Siesmayer“ (exkl. Getränke)

Ein Drei-Gang-Menü in „Raffael‘s Bistro“ (exkl. Getränke)

Freie Nutzung des ASCARA SPA

Im eleganten DZ ab € 295,– pro Person

Bereits Kaiser Wilhelm II. wusste das

besondere Klima im Taunus zu schätzen

und ließ 1909 in Falkenstein ein Erholungsheim

für seine Offiziere einrichten.

Der Ort wurde bereits seit 1875 als Sanatorium

genutzt, denn der Taunus gilt

aufgrund seiner gesundheitsfördernden

Wetterbedingungen als Heilklimazone.

Aber was genau macht dieses besondere

Klima aus? „Wenn Belastungsfaktoren

wie Kälte oder schwüle Hitze nur selten

vorkommen und stattdessen schonende

sowie stimulierende Faktoren überwiegen,

dann nennt man das Heilklima“, sagt

Henning Reichel, Direktor des Falkenstein

Grand Kempinski, das sich heute

in den Gebäuden des ehemaligen kaiserlichen

Erholungsheims befindet. Je nach

individueller Verfassung oder Erkrankung

können diese klimatischen Reize

Villa Rothschild Kempinski

bewirken, dass sich der Körper schneller

erholt oder besser vor erneuter Krankheit

schützen kann. Körperlich anregend sind

dabei unter anderem kühle, frische Luft,

intensive Sonneneinstrahlung oder auch

Temperaturunterschiede.

Denn stressiger Arbeitsalltag und persönliche

Verpflichtungen lassen uns häufig

kaum Zeit, innezuhalten und uns auf

die Reize unserer Umwelt einzulassen.

So verlieren wir unsere natürliche Anpassungsfähigkeit

und fühlen uns bei

einem Wetterumschwung oft schlapp,

müde oder nervös. Diesem Zustand kann

gezieltes Training entgegenwirken: zum

Beispiel Wanderungen im Heilklima.

Viele Erholungssuchende besuchen deshalb

den Heilklima-Park Hochtaunus,

der ganz in der Nähe von Frankfurt/

Main liegt, je nach Jahreszeit und Hö-

Außergewöhnliches Ambiente, Gourmetkultur und persönlicher

Service

Eine Übernachtung inklusive Genießer-Frühstück

Ein Vier-Gang-Überraschungsmenü im Restaurant der

Villa Rothschild (exkl. Getränke)

Freie Nutzung des ASCARA SPA Wellness-Bereiches in

unserem Schwesterhotel Falkenstein Grand Kempinski

inklusive kostenfreiem Limousinen-Shuttle-Service

Im eleganten DZ ab € 180,– pro Person

henlage mit schonenden thermischen Bedingungen

lockt und zugleich Reizfaktoren

bietet. Hier laden zwei ausgezeichnete

5-Sterne-Boutiquehotels – das

Falkenstein Grand Kempinski und die

Villa Rothschild Kempinski – ein, die

regionalen Besonderheiten im dem „grünen

Herzen Deutschlands“ zu erleben.

36 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 37

Kontakt

Falkenstein Grand Kempinski

Debusweg 6-18

61462 Königstein im Taunus

Tel.: (0 61 74) 9 00

E-Mail: info@kempinski-falkenstein.com

www.kempinski.com/falkenstein

www.heilklima-park.de


Gesundheit & Wirtschaft

Zeitdieben auf der Spur

Am 15. April 2010 fand in der Klinik Barmbek der erste Lean Day statt. Dazu waren die Mitarbeiter der Klinik

und interessierte Kollegen anderer Asklepios-Häuser eingeladen. Welche Ziele das Projekt verfolgt, erklärt Hans-

Friedrich Günther, Geschäftsführender Direktor der Klinik Barmbek.

erster

Lean Day

Was ist überhaupt Lean Management?

Lean Management ist eine Methode, Arbeitsprozesse ressourcenschonend

zu organisieren. Konkret bedeutet dies, lange

Wartezeiten, Zeit für Suchvorgänge und andere unproduktive

Aktivitäten zu vermeiden. Dabei geht es aber nicht darum, dass

der Hamster das Rad immer schneller drehen soll“, sondern

Lean Management beschäftigt sich mit dem Finden und Vermeiden

von Zeitdieben.

Wie wird Lean Management in der Klink Barmbek umgesetzt?

Die Klink Barmbek hat mit der systematischen Einführung von

Lean Management im Sommer 2008 begonnen. Nach einer eintägigen

Grundschulung der Leitenden in Ärzteschaft, Pflege

und Verwaltung wurden die ersten fünf Mitarbeiter aus dem

Haus zu Lean-Management-Projektleitern ausgebildet. Als

praktisches Umsetzungsprojekt hatten wir uns dafür ein Thema

in der Zentralen Notaufnahme unseres Hauses ausgesucht. 2009

wurden weitere 22 Mitarbeiter zu Lean Managern ausgebildet.

In diesem Jahr wollen wir insgesamt 12 Projekte umsetzen

und auch eine eigene Schulung zum Thema Lean Management

anbieten, um die Lean Philosophie in unserem Haus weiter

bekannt zu machen. Ziel ist es, dass rund 15 Prozent unserer

Mitarbeiter entsprechend ausgebildet werden. Die einzelnen

Projektteams arbeiten immer fachübergreifend und setzen sich

aus mindestens einem Arzt, einer Pflegekraft und einem Mitarbeiter

aus Verwaltung, Technik oder dergleichen zusammen.

Das Entscheidende aber ist: Alle Projekte sind überschaubar. Sie

sollen nicht das große Ganze auf einen Schlag verändern, sondern

im täglichen Arbeitsprozess schnell und nachhaltig Verbesserungen

bringen.

Welche Verbesserungen im Arbeitsprozess bringt Lean Management?

Lean Management bietet den Vorteil, dass Mitarbeiter ihren eigentlichen

Tätigkeiten nachgehen können, dass dabei aber Überstunden

reduziert werden und die Produktivität steigt. Denn es

fallen Dinge weg, die als störend identifiziert werden und dem

Arbeitsprozess nicht förderlich sind. Dadurch gewinnen wir

mehr Zeit für unsere eigentliche Aufgabe: die Versorgung unserer

Patienten. Natürlich bleibt eine hohe Arbeitsbelastung immer

eine hohe Arbeitsbelastung, aber der Anteil an wertschöpfenden

und damit sinnhaften Tätigkeiten wird erhöht.

Worum ging es beim ersten Barmbeker Lean Day?

Dieser erste Lean Day war eine Informationsveranstaltung für

alle Mitarbeiter unseres Hauses und Interessierte aus anderen

Oben links: Philipp Noack, Hans-Friedrich Günther

und Rainer Buchholz (v.l.n.r.)

Unten links: Lean Manager bei der Analyse

Unten rechts: Informationsstände für Mitarbeiter

38 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 39

Kontakt

Philipp Noack

Asklepios Kliniken. Er sollte ein Anstoß sein, um das Thema

bekannt zu machen und Interesse zu wecken. Dazu wurden an

diesem Tag alle bisher umgesetzten 13 Lean Projekte in Form

von Postervorträgen vorgestellt. Die geschulten Lean Manager

standen zur Verfügung, um über ihre bisherigen Projekte zu informieren

und darüber, was sie als Nächstes planen. Zugleich

war der erste Lean Day der Startschuss für unsere Initiative in

Richtung einer eigenen Ausbildung für Lean Manager.

Welche konkreten Ergebnisse wurden an diesem Tag vorgestellt?

Bei der Vorstellung der Projekte sorgte für besonderes Erstaunen,

dass die behandelten Themen aus ganz unterschiedlichen

Bereichen stammen. So ging es beispielsweise in einem Projekt

um die Stationsschränke in der Modulversorgung. Diese waren

auf allen Stationen unterschiedlich befüllt und mit handgeschriebenen

individuellen Inventarlisten versehen – das führte

dann bei Personal- oder Stationswechseln zu vermehrtem Suchen

und Durchlesen. Dadurch war immer Orientierungs- beziehungsweise

Eingewöhnungszeit erforderlich. Im Lean Projekt

wurde nun ein neues Sortiersystem der Stationsschränke

nach „Themengebieten“ entwickelt. Dieses System umfasst

die Neufestlegung der Mengen, das Aussortieren von nicht genutztem

Material und die abteilungsweite Angleichung. Das

Asklepios Klinik Barmbek

Rübenkamp 220, 22291 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 82-64 13

Fax: (040) 18 18 82-64 09

E-Mail: p.noack@asklepios.com

Themenschranksystem wird auf die gesamte Klinik übertragen.

Fotos der Inhalte an den Türaußenseiten der Schränke ermöglichen

nun eine sofortige Orientierung der Mitarbeiter, Listen an

den Innenseiten gewährleisten weiterhin eine ordnungsgemäße

Befüllung entsprechend der Modulversorgung. Das Ergebnis:

Suchzeiten wurden minimiert, die Orientierung deutlich vereinfacht

und unnötiges Material eingespart.

Das Lean Projekt einer anderen Gruppe fokussierte die Abläufe

der gynäkologischen Ambulanz. Eine Analyse ergab, dass die

Mitarbeiterin dort täglich circa 160 unnötige Kontakte hatte.

So mussten Patienten an andere Abteilungen weitergeschickt,

zurück zur Aufnahme gebeten sowie Lieferanten gelotst werden.

Pro Tag gingen so etwa 80 Minuten Arbeitszeit für nicht

wertschöpfende Tätigkeiten verloren – und fehlten für die eigentlichen

Aufgaben. Die Idee des Lean Teams: Durch eine

räumliche Trennung der gynäkologischen Ambulanz von der

administrativen Patientenaufnahme werden Patientenströme

nun entsprechend dem idealen Prozessfluss geleitet. Dabei profitieren

nicht nur unsere Mitarbeiter, die sich ihren eigentlichen

Aufgaben voll widmen können, sondern auch die Patienten,

weil sie ohne Umwege gleich die richtige Anlaufstelle erreichen.

Das Interview führte Beate Mundig


Gesundheit & Wirtschaft

Prävention im großen Stil

Vorbeugen ist besser als heilen – unter diesem Motto haben sich die Asklepios Kliniken der Prävention für Kinder

und Jugendliche verschrieben. Auch in der Klinik Barmbek sind regelmäßig Schulklassen und Kindergartengruppen

zu Gast und erleben anschaulichen Gesundheitsunterricht zum Mitmachen. Gemeinsam mit dem Institut für Notfallmedizin

lud die Klinik im März zu einer ganz besonderen Präventionsveranstaltung ein.

Knapp 150 Siebtklässler des Ohmoor-

Gymnasiums hatten den Weg zum bisher

größten Gesundheits- und Präventionstag

in die Barmbeker Klinik gefunden. Im

Mittelpunkt des Vormittags stand eine

Reanimationsschulung durch Mitarbeiter

des Instituts für Notfallmedizin unter

Leitung von Dr. Heinzpeter Moecke. Die

Schülerinnen und Schüler erfuhren, wie

man in einem solchen Fall den Rettungsdienst

alarmiert und übten miteinander

die stabile Seitenlage. Am wichtigsten

und spannendsten war allerdings die MiniAnne,

eine Spezialpuppe zum Training

der Herz-Lungen-Wiederbelebung. Die

korrekte Ausführung der Herzmassage

signalisiert MiniAnne jeweils mit einem

Klicken. „Erschreckend, wie doll man

wirklich drücken muss, wenn man jemandem

helfen will, der einen Herzstillstand

hat", waren sich Nick, Jakob und Robin

nach ersten Versuchen einig. Die neu gewonnenen

Fertigkeiten können die Jungen

und Mädchen nun sogar in Familie

und Freundeskreis weitervermitteln, denn

jeder konnte eine eigene Puppe nebst

Trainings-DVD mit nach Haus nehmen.

Im Anschluss erklärten Mitarbeiter der

Rettungswache, wie die Profis medizi-

nische Hilfe vor Ort leisten – Besichtigung

eines Rettungswagens inklusive. Im

Innenhof der Klinik durchliefen die Siebtklässler

dann in Kleingruppen einen Parcours

mit unterschiedlichsten Gesundheits-

und Vorsorgethemen. Bei einem

Quiz wurde getestet, was die Schüler bereits

über die Gesundheitsgefahren durch

Alkohol und Rauchen wissen. Chefarzt

Dr. Sebastian Wirtz informierte in intensiven

Gesprächen über die gesundheitlichen

Gefahren von Drogenkonsum.

Dabei kamen auch Rauschbrillen zum

Einsatz, die einen Zustand von ca. 1,3

Promille Blutalkohol simulieren. Sie vermittelten

den Jugendlichen höchst eindrucksvoll,

welche Auswirkungen ein

Alkoholrausch auf Sehkraft und Koordination

hat: „Man sieht auf einmal so

Vieles doppelt, das Laufen fällt schwer,

und Lesen oder Schreiben sind fast gar

nicht mehr möglich“, beschreibt die

13-jährige Chiara ihre Rauschbrillenerlebnisse.

Beeindruckt zeigten sich viele

Schülerinnen und Schüler auch von den

Innenansichten des eigenen Körpers: Unter

Anleitung von Dr. Nils Breese und Dr.

Annett Knöppel-Frenz konnten sie mit

Hilfe eines Ultraschallgerätes ganz neue

Einsichten in körperliche Zusammenhänge

gewinnen.

Auf dem Programm stand auch die gesunde

Ernährung: Margarete Nowag

vom Optifast-Team Wandsbek beantwortete

zum Beispiel die Frage, wie viele

Stückchen Würfelzucker eigentlich in

einer Flasche Cola stecken – und ob die

fertig gekaufte Apfelschorle wirklich so

viel besser ist. Und damit ansteckende

Erkrankungen keine Chance mehr haben,

zeigte Lutz Rechlin von der Medilys

Krankenhaushygiene, wie Händedesinfektion

richtig funktioniert: Die Kinder

reinigten ihre Hände mit einem mit Fluorid

angereicherten Desinfektionsmittel

und konnten dann mit einer Schwarzlichtlampe

kontrollieren, ob sie wirklich

jeden Dreck beseitigt hatten. „Echt erstaunlich“,

fand Shirin, „was man alles

gar nicht erreicht und welche Stellen man

gar nicht wirklich gewaschen hat.”

Die Organisatoren waren begeistert von

diesem ersten großen Gesundheits- und

Präventionstag und können sich durchaus

eine Wiederholung vorstellen. Warum

auch den Schülern der Besuch in der

Klinik gut gefallen hat, fasst Mia zusammen:

„Toll, dass man nicht nur zuhören

musste, sondern so viel mitmachen und

ausprobieren konnte!“ Übrigens interessierten

sich auch die Medien für diese

außergewöhnliche Veranstaltung: NDR

Hamburg Journal und Sat1 berichteten

über das gelungene Engagement im

Sinne der Dr.-Broermann-Stiftung.

40 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 41

Karen Schäfer


Fünf Tage lang offene Türen: Die

Gesundheitswoche in Bad Oldesloe

„Gemeinsam für Gesundheit“ – so lautete das Motto der ersten Gesundheitswoche in der Klinik Bad Oldesloe. Besucher

und niedergelassene Ärzte nutzten im Februar fünf Tage lang die Möglichkeit, die neu gestalteten Räume der Klinik

kennenzulernen und vor Ort ins Gespräch zu kommen. „Wir haben uns ganz bewusst gegen einen Tag der offenen

Tür entschieden“, so Geschäftsführer Dr. Achim Rogge, „weil wir der Öffentlichkeit die gesamte Bandbreite unseres

Krankenhauses über mehrere Tage präsentieren wollten.“

Jeder Tag der Gesundheitswoche hatte ein Schwerpunktthema,

zu dem sich die einzelnen Abteilungen präsentierten. Die Vormittage

waren dabei für die Schul- und Kindergartenkinder reserviert.

Mit der Theodor-Mommsen-Schule besteht schon seit

Jahren eine Kooperation, und für über 220 Jugendliche der siebenten

bis neunten Klassen dieser Schule fanden Präventionsveranstaltungen

zum Thema Alkohol statt. Der kurzen theoretischen

Einführung folgte ein Rundgang durch die Zentrale

Notaufnahme. Auf der Intensivstation wurde den Jugendlichen

in aller Deutlichkeit gezeigt, was passiert, wenn sie nach einem

„Komasaufen“ in der Klinik aufgenommen werden. Einen

konkreten aktuellen Bezug zu diesem Thema gab es durch die

Nähe zu Lübeck: Dort wurde zu dieser Zeit das Verfahren über

gepanschten Alkohol in der Türkei verhandelt, an dem drei Jugendliche

verstorben waren.

Um die Spannung etwas aufzulockern, folgte ein „Alkoholparcours“

mit Rauschbrillen, bei dem die Jugendlichen erleben

konnten, wie sich ein Promillewert von 1,3 auf ihre motorischen

Fähigkeiten auswirkt. Besonders positiv war die Zusammenarbeit

mit der örtlichen Beratungsstelle für Suchtprävention, die

im Gespräch mit den Jugendlichen zeigte und erklärte, was man

alles im Vorfeld bedenken sollte, um nicht – alkoholbedingt – in

unkontrollierbare Situationen zu kommen.

Die 100 Kindergartenkinder konnten zusehen, was passiert,

wenn sich ein Kind bei einem Fahrradunfall die Nase bricht.

Sie erlebten, wie eine nette Krankenschwester sich um den Verletzten

kümmert, ihm eine Beruhigungsspritze gibt und seine

Nase mit einem tollen Verband versieht. Dann probierten die

Kinder aus, wie viele von ihnen in die größte Badewanne im

Kreis Stormarn passten und lernten, dass man nicht nur in der

Weihnachtsbäckerei Kekse backen kann, sondern auch in der

Fangoküche der Physikalischen Therapie. Ziel dieser Veranstaltungen

war, den Kindern bereits im frühen Alter Wissen über

gesunde Ernährung sowie die Bedeutung von Bewegung zu

vermitteln und ihnen die Angst vor Menschen in Weiß und dem

Krankenhaus zu nehmen. Bei einem abschließenden Gespräch

bekamen die Kinder leckere, gesunde Pausenbrote, die phantasievoll

„Struwwelpeter” (Brot mit Sprossen) oder „Sterntaler“

(ein Vollkornbrot in Sternenform und einem mit Tomatenpüree

gemalten Gesicht) hießen. Beschenkt mit einem Asklepios Teddybär

und einem Kinderkochbuch verließen alle die Klinik mit

einem strahlenden Lächeln.

Die Nachmittage waren dann für erwachsene Besucher reserviert.

Stündlich fanden Vorträge zu Themen wie „Der Schlaganfall

– ein Notfall“ oder „Die Radiologie: Eine Welt mit Durchblick“

statt. Dabei konnten die Gäste viel über die Behandlungsmöglichkeiten

in der Klinik Bad Oldesloe erfahren. Auch

die Möglichkeit, Fachexperten auf ganz unkomplizierte Art zu

diesen Themen zu befragen, wurde intensiv wahrgenommen.

Ein tolles Highlight am Eröffnungstag war die Autogrammstunde

mit einem Profifußballer des FC St. Pauli. „Uns war

wichtig, dass wir nicht irgendeinen Promi einladen. Mit dem

Profifußballer Rouwen Hennings ist es uns gelungen, einen

echten Bad Oldesloer Jung für die Autogrammstunde zu gewinnen,

der auch schon in unserer Klinik behandelt wurde“, so

Projektleiterin Stefanie Schwarz. Absolutes Highlight war ein

Interview, das der größte St.-Pauli-Fan der Klinik, der Chefarzt

der Radiologie Dr. Andreas Leichert, führte – stilecht mit Trikot

und Fanschal. Der Radiologe ist ein absoluter Fußballexperte

und wollte selbst einmal Profifußballer werden. Der Andrang

auf die Autogrammkarten war groß. Rouwen Hennings erfüllte

lächelnd alle Wünsche und signierte auch Bälle, Schals oder T-

Shirts.

Im Rahmen der Gesundheitswoche konnten die Besucher auch

einen OP besichtigen, einen Rollstuhl-Parcours durchlaufen

oder sich von einer Kinästhetikexpertin Tipps für die Pflege von

Angehörigen geben lassen.

Feierlicher Höhepunkt der Woche war die Eröffnung der neuen

Entbindungsstation. Zugleich wurde ein Konzertflügel eingeweiht,

den Freunde und Förderer der Klinik gestiftet hatten. Beschwingte

Musik begleitete den Besuch auf der neu gestalteten

Station.

Die Abendveranstaltungen waren den unterschiedlichen Fachvorträgen

für niedergelassene Ärzte aus der Region gewidmet.

Besonders interessant war der Vortrag eines Rechtsanwaltes

zum Thema Kooperationsverträge zwischen Krankenhäusern

und niedergelassenen Ärzten. Bei einem abschließenden Buffet

konnte die interdisziplinäre Kommunikation verstärkt werden,

und der Abend klang entspannt aus.

„Aufgrund der positiven Erfahrungen wird die Durchführung

einer Gesundheitswoche wohl fester Bestandteil der Klinik

werden“, stellte Projektleiterin Stefanie Schwarz fest. „Daran

anknüpfend werden dann über das ganze Jahr Veranstaltungen

für interessierte Bürger angeboten.“ Besonders positiv hervorzuheben

ist ihrer Meinung nach, dass im Rahmen der Gesundheitswoche

auch jene Abteilungen zusammenarbeiteten, die im

normalen Klinikalltag eher weniger Berührungspunkte haben.

42 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 43

Stefanie Schwarz


Gesundheit & Wirtschaft

Berufsziel: Kauffrau im

Gesundheitswesen

Das Gesundheitswesen hat in den vergangenen Jahren einen Strukturwandel erlebt – von der öffentlichen „Verwaltungswirtschaft”

zu einem bedeutsamen Wirtschaftssektor. 4,3 Millionen Menschen arbeiten bundesweit in der Gesundheitsbranche,

jeder zehnte deutsche Arbeitsplatz ist hier angesiedelt. Um der Komplexität der Aufgabenbereiche

und Tätigkeiten gerecht zu werden, sind spezialisierte und qualifizierte Mitarbeiter erforderlich.

Kontakt

Julia Schwennesen

Asklepios Klinik Nord - Heidberg

Langenhorner Chaussee 560

22419 Hamburg

Tel.: (040) 18 18-87 36 77

Fax: (040) 18 18-87 31 11

E-Mail: j.schwennesen@asklepios.com

Die Hamburger Asklepios Kliniken bieten

den Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau

im Gesundheitswesen“ an, der 2001 eingeführt

wurde. Die Ausbildung dauert drei

Jahre und erfolgt in den Kliniken und in

der Berufsschule. Eine der Auszubildenden

ist Julia Schwennesen. Die 22-Jährige

erlernt ihren Wunschberuf im zweiten

Lehrjahr an der Klinik Nord-Heidberg.

Warum wollen Sie Kauffrau im Gesundheitswesen

werden?

Ich habe mir diesen Beruf ausgesucht,

weil ich eine kaufmännische Ausbildung

machen wollte, bei der ich nicht nur im

Büro sitze, sondern auch mit Menschen

zu tun habe. In der Oberstufe hatte ich

als Leistungs- und Abiturprüfungsfach

„Gesundheit und Soziales“. Dort haben

wir uns mit Krankheiten und Pflegestandards

beschäftigt. Das interessierte mich

sehr, aber ich wollte keine Pflegeausbildung

machen. So bin ich auf diesen Beruf

gestoßen.

Wie gefällt Ihnen die Ausbildung in der

Klinik Nord?

Dadurch, dass ich alle vier Monate die

Abteilung wechsle, lerne ich alle Bereiche

des Krankenhauses kennen. Angefangen

habe ich im Einkauf. Es folgten die

Bereiche Medizincontrolling, Personalmanagement,

Finanzbuchhaltung, Pflegedirektion,

Patientenabrechnung, Qualitätsmanagement

und Finanzcontrolling.

Zurzeit bin ich in der Patientenaufnahme.

Wir dürfen uns aber auch Operationen

und die verschiedenen Stationen ansehen.

Ich war auch schon in der Pathologie.

Wir können Wünsche äußern – und

dann wird fast alles möglich gemacht.

Durchlaufen alle Auszubildenden dieselben

Abteilungen?

Nein, das variiert ein bisschen. Wir sind

die ersten Azubis in der Klinik Nord-

Heidberg. Und die Auszubildenden des

Jahrgangs nach uns wechseln beispielsweise

die Abteilungen schon alle drei

Monate. Sie kommen dabei auch ins „Beschwerdemanagement“

sowie ins Sekretariat

des Ärztlichen Direktors. Und dieser

Jahrgang wird auch in der Psychiatrie

in Ochsenzoll eingesetzt.

Wie stellen Sie sich ihre berufliche Zukunft

vor?

Mir gefällt es hier sehr gut, aber ich weiß

noch nicht, wie meine Chancen stehen,

übernommen zu werden. Wir sind neun

Auszubildende. Wer letztendlich genommen

wird, hängt von den Leistungen ab.

Ich glaube aber, dass meine Chancen auf

dem Arbeitsmarkt gut sind. Wir können

in Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen,

Krankenhäusern und bei Krankenkassen

arbeiten. Unsere Ausbildung ist ja

schließlich breit gefächert.

Das Gespräch führte Beate Mundig/Asklepios-Team

Für zwei Wochen sind die Schüler Chef

Zwei Azubis der Klinik Birkenwerder übernahmen einen Pflegebereich.

Der Tag beginnt mit der Dienstübergabe.

Da klingelt das Telefon, und vom Labor

werden die Blutzuckerwerte eines Patienten

durchgegeben. Sie sind zu niedrig.

Mathias muss rasch handeln. Kurzerhand

disponiert er um und entscheidet sich,

die Dienstübergabe zu unterbrechen,

denn der Patient ist das Wichtigste. Alles

andere muss warten. „In einer solchen

Situation hilft selbst der beste Tagesplan

nichts”, sagt der 25-Jährige.

Zweieinhalb Ausbildungsjahre lang haben

sich die Gesundheits- und Krankenpflegeschüler

auf diese zwei Wochen im

März vorbereitet. Unter dem Motto „Für

zwei Wochen sind die Schüler Chef”

übernehmen Mathias Albrecht aus Oranienburg

und der 24-jährige Sebastian

Obst aus Borgsdorf nun die Aufgaben

des Bereichspflegers in der Klinik Birkenwerder.

Die zwei Auszubildenden sollen

in der achtstündigen Frühschicht zeigen,

dass sie ohne die Hilfe von erfahrenen

Kollegen auskommen können. Zehn Tage

lang hintereinander sorgen sie umsichtig

dafür, dass die Patienten gewaschen, zur

Operation vorbereitet und zu den Untersuchungen

begleitet, dass Verbände

erneuert und Medikamente rechtzeitig

eingenommen werden.

Es sind die ersten Aktionswochen dieser

Art in der Klinik Birkenwerder – und für

die jungen Leute Vorprüfung und Schnupperkurs

zugleich. Denn die künftigen

Pfleger wollen in sechs Monaten ihr Examen

ablegen. „Mit Hilfe der Chefwochen

sehen wir, ob unsere Schüler selbstständig

arbeiten können”, sagt Pflegedienstleiterin

Karin Urbschat. „Außerdem soll

geprüft werden, wie sie in Stresssituationen

zurechtkommen“, ergänzt Edeltraud

Peschel, Praxisanleiterin der Klinik.

Ganz allein auf sich gestellt sind die beiden

jungen Männer aber natürlich doch

nicht: Damit im Ernstfall schnell reagiert

werden kann, stehen erfahrene Schwestern

auf den Stationen in Bereitschaft.

Doch das ist eine reine Sicherheitsmaßnahme.

„Unsere Auszubildenden gehen

gekonnt an die Sache heran”, betont die

Leitende Stationsschwester Anita Görner.

Die zwölf Patienten eines Bereiches der

Station IV für Diabetologie wurden rechzeitig

auf die jungen Chefs vorbereitet.

„Die Betreuung ist genauso gut wie sonst

bei gestandenen Schwestern”, sagt die

69-jährige Elisabeth L., die sich wegen

eines diabetischen Fußsyndroms behandeln

lassen muss. Sie fügt hinzu: „Es ist

toll zu sehen, mit welcher Freundlichkeit

und Genauigkeit die Pflegeschüler ihrer

Arbeit nachgehen.” Auch die Pflegedienstleiterin

kann das bestätigen. „Es ist

der beste Beweis für unsere erfolgreiche

Ausbildung.”

44 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 45

Kontakt

Edeltraut Peschel

Praxisanleiterin

Asklepios Klinik Birkenwerder

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder

Tel.: (0 33 03) 52 21 75

E-Mail: e.peschel@asklepios.com

Sr. Edeltraud, Mathias und

Sebastian beim Betten eines

Patienten

Yvonne Klemp


Gesundheit & Wirtschaft

Top-Qualität für Neurologische

Rehabilitation

Die Klinik für Neurologische Rehabilitation an den Kliniken Schildautal kann zu recht stolz sein: Nach dem Qualitätsbericht

2010 der Deutschen Rentenversicherung zum Peer-Review-Verfahren erzielte sie mit 89 von 100 erreichbaren

Qualitäts-Punkten das beste Ergebnis im Vergleich aller bewerteten neurologischen Rehabilitationskliniken in

Deutschland!

Teil der Teams der Klinik für Neurologische Rehabilitation unter Leitung von Prof. Dr. Manfred Holzgraefe

Die Begutachtung durch Experten (Peer

Review) ist ein wiederkehrendes Verfahren

der Deutschen Rentenversicherung

zur Überprüfung der Prozess- und Ergebnis-Qualität

von Rehabilitationsleistungen.

Die Bewertung basiert auf der

anonymen Einzelfallprüfung durch erfahrene,

geschulte Fachkollegen anderer

Kliniken. Nach einer Checkliste werden

54 qualitätsrelevante Prozessmerkmale

aus den Bereichen Krankengeschichte,

Diagnostik, Therapie, klinische und sozialmedizinische

Gesamtwertung, gesamter

Reha-Prozess sowie Vorschläge für die

weiterführende Behandlung bewertet.

Im Jahre 2009 wurden in der Klinik

für Neurologische Rehabilitation 1.766

Patienten behandelt. Bei allen lagen

ausgeprägte Funktionsstörungen des

Nervensystems vor, wie Lähmungen,

Sprach- und Sehstörungen, Störungen

des Gedächtnisses und der Sensibilität.

Die häufigsten Ursachen waren Durch-

blutungsstörungen des Gehirns sowie

Entzündungen des Gehirns und der Nerven.

Bei den jungen Patienten standen

traumatische Verletzungen der Wirbelsäule

und des Gehirns im Vordergrund.

Ziel der Bemühungen in der Rehabilitation

ist die ganzheitliche Behandlung aller

Gesundheitsstörungen und Beeinträchtigungen

der Fähigkeiten des Patienten

unter Berücksichtigung seiner Persönlichkeit

und seiner sozialen Rolle.

„Maßnahmen zur Qualitätssicherung

sind seit 15 Jahren in allen Bereichen der

Klinik fester Bestandteil der Neurologischen

Rehabilitation im Schildautal“,

meint der Leitende Oberarzt und Qualitätsbeauftragte

der Klinik, Christoph

Herrmann.

Neben den regelmäßigen Überprüfungen

durch die Rentenversicherung wurde bereits

im Jahr 2005 das Qualitätszertifikat

der wissenschaftlichen Fachgesellschaft

der Deutschen Gesellschaft für Neuro-

Kontakt

Elke Döge

Asklepios Kliniken Schildautal

Karl-Herold-Str. 1, 38723 Seesen

Tel.: (0 53 81) 74 13 88

Fax: (0 53 81) 74 15 09

E-Mail: e.doege@asklepios.com

logische Rehabilitation (DGNR) erlangt.

Besonderen Wert legt die Klinikleitung

auf den Einsatz wissenschaftlich gesicherter

Behandlungs-Standards und -Methoden

in allen Therapiebereichen und

die Darstellung objektiver Rehabilitationsergebnisse.

Erst kürzlich wurde für Patienten mit

Sprachstörungen nach Hirnschädigung

eine Spezialstation mit intensivsten Therapiemöglichkeiten

wie beispielsweise

computergestützter Sprachtherapie

eingerichtet. „Nicht immer können wir

heilen, aber wir möchten, dass es jedem

Patienten nach einem Aufenthalt in unserem

Haus spürbar besser geht“, betont

Professor Manfred Holzgraefe, Leiter der

Neurologischen Rehabilitationsklinik in

Seesen. „Dies lässt sich nur durch hohes,

kontinuierliches Engagement aller

unserer Mitarbeiter erreichen, wofür ich

allen sehr danke!“

Elke Döge

„Jobnavi“ im Asklepios Bildungs-

zentrum Wiesbaden

Mit der Infostelle „Jobnavi“, einer Wiesbadener Einrichtung der Beschäftigungsförderung, besuchten im März dieses

Jahres 25 Schülerinnen und Schüler der 9., 10. und 11. Klassen aus den umliegenden Gymnasien und Realschulen

mit ihren Eltern das Bildungszentrum der Paulinen Klinik. Dabei informierten sie sich ausführlich über den Beruf

des Gesundheits- und Krankenpflegers sowie den Bachelor-Studiengang in der Fachrichtung Pflege und Gesundheit.

Im Mittelpunkt des Besuchs standen

praxisorientierte Workshops, organisiert

von Auszubildenden des zweiten Ausbildungsjahres.

Die Schüler konnten Erste

Hilfe an einer Demo-Puppe leisten und

lernten dabei die wichtigsten Handgriffe

und Hilfsmittel einer optimalen Reanimation

kennen. Sie erfuhren, wie man Kompressionsverbände

anlegt, den Blutdruck

und den Blutzucker misst, Wunden und

Hände desinfiziert, Injektionen aufzieht

und durchführt oder Verbände anlegt.

Während eines Rundgangs lernten sie

schließlich noch verschiedene Stationen

der Klinik kennen.

Der Leiter der Schule für Gesundheitsund

Krankenpflege, Rainer Kuhn, gab

Tipps zur Berufswahl: „Im Vorfeld sollten

Sie sich überlegen: Welchen Berufswunsch

habe ich wirklich – und warum

entscheide ich mich für einen Beruf im

Gesundheitswesen? Machen Sie sich bewusst,

dass Sie sich in diesem Beruf im-

mer wieder auf neue Menschen und Extremsituationen

einstellen müssen. Pflege

heißt nicht, sich selbst aufzugeben!“ Er

stellte klar, dass Rechtschreibfehler in der

Bewerbungsmappe und Billigpassbilder

aus dem Automaten absolute k.o.-Kriterien

sind und es im Vorstellungsgespräch

besonders wichtig sei, sich authentisch

zu präsentieren. „Ein Anstarren oder ein

fehlender Blickkontakt, geflüsterte oder

einsilbige Antworten, aber auch ein Händedruck,

der sich anfühlt wie ein ‚kalter

Fisch’, wirken negativ.“

Jährlich bildet die Paulinen Klinik bis

zu 25 Gesundheits- und Krankenpfleger

aus. Die dreijährige Ausbildung beginnt

immer am 1. Oktober, sie umfasst einen

theoretischen und einen praktischen Teil

und endet mit einer praktischen, einer

schriftlichen sowie einer mündlichen Prüfung.

Für den parallel zur Ausbildung

stattfindenden Studiengang sind eine erfolgreich

bestandene Probezeit mit einem

Notendurchschnitt von 2,0 sowie die

Fachhochschulreife Voraussetzung. Das

Studium verläuft in Kooperation mit der

Katholischen Fachhochschule in Mainz.

„Die Arbeit in der Gesundheits- und

Krankenpflege ist ein Zusammenspiel

von Kopf, Herz und Hand“, erklärte die

angehende Pflegepädagogin Miriam Rivera

Stein. Organisationstalent und Beobachtungsgabe

seien wichtig, aber auch

Einfühlungsvermögen sowie praktische

Fähigkeiten seien die Basis dieses Berufes.

„Dieser Berufsschnuppertag ist auf beiden

Seiten so gut angekommen, dass im

Herbst eine Wiederholung geplant ist“,

resümierte Karin Rupprecht, Leiterin des

Asklepios Bildungszentrums. Die Paulinen

Klinik bietet darüber hinaus als „eintägige

Patenschaft“ jeweils einem Schüler

die Möglichkeit, einen Auszubildenden

bei der Arbeit zu begleiten und so den

Berufsalltag kennenzulernen.

46 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 47

Kontakt

Berufsschnuppertage sowie Praktika über

„Jobnavi“

Neugasse 15 -19, 65183 Wiesbaden

Tel.: (06 11) 31 57 31

E-Mail: jobnavi@wiesbaden.de

www.wiesbaden.de/jobnavi


Gesundheit & Wirtschaft

°Personalia

° PD Dr. Stefan Ulrich Christl zum

° Klinik Altona: Neue Leitung der Urologie

Professor ernannt

Der Chefarzt der II. Medizinischen Abteilung

in der Klinik Harburg, PD Dr. Stefan Ulrich

Christl, ist von der Universität in Würzburg

zum außerplanmäßigen Professor ernannt

worden. Er ist Facharzt für Innere Medizin

und Gastroenterologie. Christl arbeitet wissenschaftlich

zum Stoffwechsel der Darmflora.

Im April übernahm Prof. Dr. Christian Wülfing

die Leitung der Abteilung. Er trägt die

Zusatzbezeichnungen „Medikamentöse Tumortherapie“

und „Spezielle Urologische

Chirurgie“, war Leitender Oberarzt in Münster

und ist seit 2009 außerplanmäßiger

Professor an der dortigen Universität. In

Altona möchte er das medizinische Angebot um die Schwerpunkte

Uroonkologie und Laparoskopie erweitern.

° Neue Projektleitung für 12plus

Daniel Lewers, bisher Assistent der Geschäftsführung in Harburg,

hat die Projektleitung 12plus übernommen. Volker Hass

wechselte als Klinikmanager in die Asklepios Harzkliniken.

° Verstärkung in den KB IT und DRG,

Medizin- und Qualitätsmanagement

Seit 8. März verstärkt Florian Hiort als Entwickler den KB IT.

Sein Aufgabenbereich wird das Informationsmanagement sein.

Am 1. April nahm Dr. Bernd Bauß als Regionalverantwortlicher

für den Bereich Mitte/West seine Tätigkeit im KB DRG, Medizin-

und Qualitätsmanagement auf.

° Chefarztwechsel in Bad Wildungen

Dr. Heiko Lienhard ist neuer Leiter der Chirurgischen

Abteilung der Stadtklinik in Bad Wildungen.

Der Facharzt für Chirurgie und Viszeralchirurgie

studierte in Köln. Er war leitender

Notarzt der Stadt Mönchengladbach und leitender

Oberarzt am Krankenhaus Cuxhaven.

In Bad Wildungen möchte er die chirurgische

Versorgung um die moderne Bauchchirurgie erweitern.

° Neuer Chefarzt im Klinikum Uckermark

Im März trat Dr. Karl-Heinz Endres seinen

Dienst als Chefarzt in der Klinik für Anästhesie

und Intensivtherapie im Klinikum

Uckermark an. Der 49-Jährige absolvierte

sein Medizinstudium in Erlangen und die

anschließende Facharztausbildung am Universitätsklinikum

Würzburg. Anschließend

war er in verschiedenen Krankenhäusern als Oberarzt und leitender

Oberarzt tätig. Seit 2003 arbeitete er als Chefarzt im

Hessenklinikum Weilburg.

° Barmbek: Neue Leitung der Abteilung für

Onkologie und Palliativmedizin

Im April übernahm Dr. Axel Stang die

Leitung der Abteilung. Er ist Facharzt für

Innere Medizin und seit 1997 leitender

Oberarzt der Klinik Altona. Er besitzt die

Zusatzbezeichnungen „Hämatologie“ sowie

„Hämatologie und Internistische Onkologie“.

In Barmbek sind nun unter anderem

die Integration des im Aufbau befindlichen MVZ und die Beteiligung

am Aufbau des Viszeralmedizinischen Zentrums Asklepios

Barmbek vorgesehen.

48 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 49

° Neuer Chefarzt in Bad Sobernheim

° Neuer Bereich Wirbelsäulenchirurgie in

Seit Anfang des Jahres ist Dr. Kay Stef-

fan neuer Chefarzt der Katharina Schroth

Klinik Bad Sobernheim. Er war zuvor lei-

tender Oberarzt und Chefarzt der Orthopä-

die und Skoliosetherapie in den Burgseekliniken

Bad Salzungen.

Wandsbek

Im Februar übernahm Dr. Erik Fritzsche

die Leitung des neuen Bereiches. Er ist

Facharzt für Neurochirurgie sowie Funktionsoberarzt

für Wirbelsäulenchirurgie.

In der Klinik Wandsbek möchte Fritzsche

mit der Wirbelsäulenchirurgie einen neuen

Schwerpunkt aufbauen und gemeinsam

mit Unfallchirurgie und Orthopädie den Standort für den Bereich

Wirbelsäulenerkrankungen etablieren.

° Neuer Chef in der Chirurgie Melsungen

° Seesener Pflegedienstleitung geht in

° Lehre an der International Psycho-

Seit März ist Dr. Günter Aurand neuer

Chefarzt der Chirurgie am Klinikum Melsungen.

Er war zuvor als Oberarzt im Asklepios

Klinikum Homberg tätig.

den Ruhestand

Zum 31. Juli wird Margret Drüge offiziell

in den Ruhestand verabschiedet. Sie begann

1977 als Krankenschwester in den

Kliniken Schildautal und wurde 1981 zur

Pflegedienstleitung ernannt. Mehr als 30

Jahre war sie für den gesamten Pflege- und

Funktionsdienst verantwortlich.

analytic University, Berlin

Prof. Dr. Annette Streeck-Fischer, Chefärztin

der Abteilung Psychotherapie und Psychiatrie

von Kindern und Jugendlichen am Fachklinikum

Tiefenbrunn, lehrt seit dem 1. Oktober

2009 an der International Psychoanalytic

University in Berlin. Ihre Lehrveranstaltungen

beinhalten Psychoanalytische Entwicklungstheorien

und deren Diagnostik.

° Neue Regionalgeschäftsführung im

Bereich Nordost

Seit Mai ist Dr. Markus Weinland Regionalgeschäftsführer

für die Region Berlin. Er übernahm die Zuständigkeit für die

Kliniken in Birkenwerder, Pasewalk und Parchim. Zuvor war Dr.

Weinland bei den Rhön Kliniken beschäftigt.

° Geschäftsführerwechsel in Gauting

° Neue Kliniken – neue Aufgaben

Neuer Geschäftsführer in der Lungenfachklinik

München-Gauting wurde Dr. Rainer

Pfrommer. Der langjährige bisherige Geschäftsführer

Peter Rehermann verlässt das

Unternehmen.

Für die drei neu erworbenen Kliniken in der Region Schwandorf/

Bayern zeichnet der Regionalgeschäftsführer Thomas Kräh

verantwortlich. Neuer Geschäftsführer in Burglengenfeld wird

Georg Detter, bisher Geschäftsführer in der Klinik Schaufling

– dort wird jetzt Claus Seitz die Aufgaben der Geschäftsführung

übernehmen. Die geschäftsführenden Tätigkeiten in den

Kliniken in Oberviechtach und die neu zu formierende Klinik

Lindenlohe-Nabburg werden von Matthias Meier übernommen.

° Wechsel in der Verwaltungsleitung

° Führungsnachwuchs bei Asklepios

Tobias Oertel ist seit Februar neuer Verwaltungsleiter

in der Asklepios-ASB Klinik Radeberg.

Er ist seit 2003 in Radeberg als Controller

und Qualitätsmanagementbeauftragter

tätig.

Frank Förster hat seit dem 1. April im Asklepios Westklinikum

Hamburg seine Tätigkeit als Trainee begonnen. Uwe List erweitert

seit 15. April das Team des KB DRG, Medizin- und

Qualitätsmanagement.

° Neuer Leiter des Konzernbereiches

Finanzen

Der Leiter des KB Finanzen Freddy Bergmann ist zum 1. Juli

aus dem Unternehmen ausgeschieden. Hafid Rifi wird die Zuständigkeit

für den Konzernbereich übernehmen.


Gesundheit & Wirtschaft

Arbeitszeit ist Lebenszeit

Ziel der Personalentwicklung in einem Unternehmen ist es, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter so zu qualifizie-

ren, dass sie ihre Aufgaben anforderungsgerecht und motiviert erfüllen können – heute und in der Zukunft. Dabei

sollen die individuellen Wünsche und Pläne der Mitarbeiter berücksichtigt werden. Asklepios intern sprach darüber

mit Anja Rhode, verantwortlich für die Konzern-Personalentwicklung in den Asklepios Kliniken.

Warum ist Ihrer Meinung nach das Arbeitsleben

so wichtig für die menschliche

Entwicklung?

Einen Großteil ihres Lebens verbringen

die meisten Menschen an ihrem Arbeitsplatz.

Hier können sie ihre Interessen und

Fähigkeiten erweitern. Hier erfahren sie

Anerkennung, Bestätigung und Lob, aber

auch Kritik. Sie lernen im täglichen Handeln

die Auseinandersetzung mit sich

selbst und anderen.

Jeder Mensch hat eine sehr eigene und

individuelle Motivation für seinen persönlichen

Werdegang. Das Interesse

eines Unternehmens muss es daher sein,

diese Motivation zu unterstützen, sowohl

Über- als auch Unterforderung zu

vermeiden. Ein modernes Unternehmen

wird alles dafür tun, den richtigen Mitarbeiter

mit der richtigen Qualifikation am

richtigen Ort einzusetzen. Arbeitsplätze,

die den Mitarbeitern die Sicht auf die eigenen

Erfolge ermöglichen, verschaffen

Motivation und Begeisterung. Auf Dauer

werden diese Mitarbeiter auch die besten

Leistungen erbringen. Verlässliche Qualifizierung

und Förderung ist daher in aller

Interesse.

Was sind die wesentlichen Ziele einer

strategischen Personalentwicklung?

Eine strategische Personalentwicklung

ist immer an die Ziele des Unternehmens

gekoppelt. Daher stimmen wir Ziele

und Inhalte der Personalentwicklung

im Rahmen der Personalstrategie sehr

eng mit der Konzerngeschäftsführung

ab. Strategische Personalentwicklung

ist kein Selbstzweck. Sie darf nicht nur

nachfrageorientiert oder reaktiv agieren.

Die Umsetzungsvorschläge müssen

pragmatisch und vor Ort anwendbar

sein. Die direkten Auswirkungen von

Personalentwicklungsmaßnahmen sind

in den meisten Fällen erst nach längerer

Zeit nachweisbar. Wir haben daher klare

Ziele definiert: In den nächsten beiden

Jahren möchten wir Weiterbildungsverbünde

aufbauen, um für unsere Ärzte

weiterhin attraktiv zu bleiben und zugleich

ärztlichen Nachwuchs für unsere

Einrichtungen zu gewinnen. Wir werden

unseren medizinischen Führungskräften,

Chefärzte inbegriffen, Workshops zum

Thema „Ärztliche Führung“ anbieten

und mit ihnen gemeinsam die Anwendung

von Führungsinstrumenten trainieren.

Als Gesundheitsunternehmen und

verantwortungsvoller Arbeitgeber werden

wir ganz besonderes Augenmerk auf

die Gesundheitsförderung unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter legen. Dafür

stellen wir entsprechende Programme

zur Verfügung. Auch die im letzten Jahr

erfolgreich gestartete Asklepios Summer

Academy wird in Zukunft Bestandteil

der internen Weiterbildung für unseren

ärztlichen Nachwuchs sein.

Welche Instrumente kommen zum Einsatz?

Der Einsatz von Personalentwicklungsinstrumenten

richtet sich nach dem Bedarf

der Kliniken und Konzernbereiche. Unser

Angebot umfasst Personalentwicklungskonzepte,

Seminare, Schulungen und

Trainingsmaßnahmen, unter anderem zu

Themen der Kommunikation und Führung.

Dazu zählen auch themenbezogene

Veranstaltungen zur Konfliktmoderation

oder zur Teamentwicklung. In speziellen

Workshops entwickeln wir gemeinsam

mit den Teilnehmern Abteilungs- und

Teamziele. Damit unterstützen wir die

Führungskräfte bei der Umsetzung des

Asklepios-Führungsgrundsatzes „Führen

mit Zielen“. Wir bieten auch Praxisberatungsgruppen

innerhalb der Kliniken an,

in denen wir mit den Führungskräften an

konkreten Fällen aus dem Führungsalltag

arbeiten und sie so dabei unterstützen,

Lösungen zu finden und ihr Führungsverhalten

zu optimieren.

Welche Verantwortung trägt ein Unternehmen

für die Weiterbildung seiner

Mitarbeiter?

Arbeitszeit ist Lebenszeit. Die Motivation

eines Mitarbeiters liegt nicht nur in dessen

Eigenverantwortung, sondern auch

in der Verantwortung der Führungskräfte

und damit im Interesse des Unternehmens.

Wenn die Mitarbeiter sich

entwickeln und weiterbilden können,

wird damit nicht nur die Verbundenheit

zwischen Unternehmen und Mitarbeiter

gefördert, sondern auch die gegenseitige

Wertschätzung. Das wirkt sich wiederum

positiv auf die Arbeitsleistungen aus.

50 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 51

Kontakt

Anja Rhode

Geschäftsführerin

Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

Leitung Konzern-Personalentwicklung

Rübenkamp 226, 22307 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 82 67 00

Fax: (040) 18 18 82 67 09

E-Mail: a.rhode@asklepios.com

Wie unterscheidet sich die Asklepios-

Personalentwicklung von der in anderen

Unternehmen?

Seit einigen Jahren findet in der Wirtschaft

eine Umorientierung statt. Auch

die Unternehmen der Gesundheitsbranche

kommen an der stetigen Weiterentwicklung

ihrer Potenziale nicht vorbei.

Durch die Vergrößerung der Verantwortungsspielräume

für Führungskräfte im

Krankenhaus stehen neue Herausforderungen

an – hier sind Verantwortungsbewusstsein

und Unterstützung durch

uns gefragt. Eine unserer Hauptaufgaben

sehen wir dabei in der Personalentwicklung

von Führungskräften. Aber auch

nach Mitarbeiterbefragungen stehen wir

den Kliniken zur Seite, um Strategien in

der Personalentwicklung zu erarbeiten.

Diese Vorgehensweise ist durchaus nicht

in jedem Unternehmen unserer Branche

üblich – sofern es dort überhaupt eine

strategische Personalentwicklung gibt.

Das Unternehmen Asklepios verfügt

über eine traditionell dezentral geprägte

Ausrichtung, das Thema Personalentwicklung

ist jedoch auch ein zentrales

Thema. Dieses starke Spannungsfeld ist

eine Herausforderung, der wir uns gerne

und bewusst stellen.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

Anja Rhode

Impressum

Herausgeber:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder,

www.asklepios.com

Chefredaktion:

Mandy Wolf (V. i. S. d. P.)

Redaktionelle Mitarbeit:

Jens-Oliver Bonnet, Birgit Gugath,

Beate Munding

Satz und Gestaltung:

Raketik Content GmbH,

Daniela Birk, daniela.birk@raketik.com

Redaktion:

Nora Döring, Hohen Neuendorf

E-Mail: info@doering-bildart.de

www.doering-bildart.de

Redaktionsanschrift:

Konzernbereich Unternehmenskommunikation

& Marketing

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder

Tel. (0 33 03) 52 24 04

Fax (0 33 03) 52 24 20

mandy.wolf@asklepios.com

Fotos:

Andrea Weitze Titelbild, S.4,8,9,12, 56

Peter Hamel S.6, 7, 8, 9, 11, 14, 18,19,20, 28,

34, 57, 60, 62

Holger Peters S.5

Sandra Kobelt S.54

Yvonne Klemp S.45

Bertram Solcher 21, 22, 23, 36, 40-41,50

Marcel Eichenseher S.61

Schlussredaktion:

Katja Eckert

Druck:

Möller Druck, Berlin

Erscheinungsweise:

4 x jährlich bundesweit

Auflage:

24.000 Exemplare

Anzeigen:

Sabine Malsch DTP Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20,

sabine.malsch@t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 13.08.2010

Nächster Redaktionsschluss: 16.07.2010

Die nächste Ausgabe des Magazins erscheint am

30.09.2010.

Copyright:

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehalten.

Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit dem Einverständnis

der Redaktion. Namentlich gekennzeichnete

Beiträge geben nicht unbedingt die Meinung des

Herausgebers oder der Redaktion wieder.


Patientenforum

Leinen los! Der achte Herz-Segeltörn

des Deutschen Kinderherzzentrums

St. Augustin

Herzkranke Jugendliche segeln auf der Ostsee – das klingt nicht ungefährlich. Doch diese Törns fanden bereits siebenmal

statt, und nie gab es kardiologische Komplikationen oder Hinweise auf eine Überforderung der Jugendlichen.

Die medizinischen „Notfälle“ beschränkten sich auf Stürze aus Unachtsamkeit, gequetschte Finger, Platzwunden

oder kleinere Blessuren. Ein Modellprojekt der Klinik Sankt Augustin, Deutsches Kinderherzzentrum (DKHZ) unter

Leitung von Prof. Dr. Martin Schneider, Chefarzt der Abteilung für Kinderkardiologie.

Die Schirmherrschaft über den achten

Segeltörn für langzeitbetreute Patienten

des Herzzentrums im vergangenen September

hatte die Interessengemeinschaft

Das herzkranke Kind e. V. (IDHK) übernommen.

Obwohl einige Teilnehmer eine

Herztransplantation hinter sich haben,

ihre Herz-Operation erst wenige Wochen

zurückliegt, manche auch Schrittmacher

oder implantierte Defibrillatoren tragen,

lautete die Maxime der Tour: Keine nautische

Herzklinik, kein behütendes Lazarettschiff,

sondern eine Segeltour aktiver,

unternehmungslustiger Jugendlicher.

Gute Vorbereitung ist da natürlich das A

und O. Und so war neben der Crew um

Skipper Rieke Boomgarden auch erfahrenes

medizinisches Personal an Bord: Dr.

Walter Wiebe (Oberarzt der Abt. Kinderkardiologie,

DKHZ), Schwester Sina Prahl

(Intensivstation der Asklepios Kinderklinik)

und Schwester Marion Schultze

(ehemals Kardiologie im DKHZ und zurzeit

im medizinischen Dienst auf Kreuzfahrtschiffen).

Weil einige der Jugendlichen

streng auf fettfreie Diät achten

müssen, war auch Dr. Beatrix Wiebe als

Intensivmedizinerin, Logistikchefin und

für die Verpflegung dabei. Die Jugendlichen

kommen aus der Langzeitbetreuung

der Kardiologischen Abteilung des

DKHZ der Klinik St. Augustin.

In Eckernförde stach die Besatzung mit

der „Sigandor“, einem gaffelgetakelten

Zweimastsegler von 140 Tonnen, in die

dänische Südsee. Die Fahrt auf dem

mittlerweile 100-jährigen Segler führte

über Damp, Falbourg, Rund Alsen, Sonderborg,

Schleimünde/Maasholm und

zurück nach Eckernförde. Keine geringe

Distanz – und dank der sommerlichen

Winde endete nicht jeder Abend im Ha-

fen. Die Besatzung musste die dritte

Nacht des Törns vor Anker liegend auf

einer Untiefe verbringen, unweit vom

Leuchtfeuer Kalkgrund. Die Begeisterung

über diesen Ankerplatz hielt sich

in Grenzen, zumal die notwendige Ankerwache

nicht jedermanns Sache war.

Gleichzeitig wurde auch der Ruf nach

heißen Duschen und anderen Errungenschaften

der Zivilisation laut, da es nicht

jeden nach einem „Ostseequallenbad“

gelüstete.

Für die Jungmatrosen bedeutet der Segeltörn

zeitweilig durchaus körperliche

Anstrengung. Segelsetzen, Ankereinholen

oder Kombüsendienst sind schon

gewaltige Anforderungen an Jugendliche

aus dem Binnenland, die noch dazu

oft eine schwierige medizinische Vorgeschichte

haben. Für viele der Neumariner

war auch die Navigation – inklusive des

Umgangs mit Seekarten – eine gewaltige

Herausforderung. Doch Skipper Rieke

und Navigator „Zottel“ vermittelten anschaulich

und einprägsam die notwendigen

geographischen Kenntnisse.

Eine Kernaufgabe der medizinischen

Betreuer war die Durchführung der

„Herzrunde“, in der Herzfehler und ihre

Therapien besprochen wurden. Meist

entwickelte sich daraus ein intensiver

Dialog über die individuellen Befunde,

Therapien, Belastbarkeit oder Prognosen,

so dass die Runden nicht nur für die jungen

Patienten informativ und instruktiv

waren. Das Vertrauensverhältnis, das so

während der Segeltour aufgebaut wurde,

fördert natürlich die weitere Kommunikation

zwischen Arzt und Patient in

der Langzeitbehandlung des Deutschen

Kinderherzzentrums. So kann das entstehen,

was als gute Patientencompliance

bezeichnet wird – die Unterstützung der

Therapie durch Wissen und Einsicht.

Denn: Nur wenn der Patient die Behandlung

aktiv mitgestaltet, lässt sich ein optimales

Ergebnis erreichen.

Was aber macht nun den Gewinn eines

solchen Törns in den Augen der 12- bis

20-Jährigen aus? Im Mittelpunkt steht

dabei sicher die gemeinsame Freizeit mit

anderen, ebenfalls herzkranken Jugendlichen.

Daraus entwickeln sich oft langjährige

Freundschaften. Die Teilnehmer

lernen, dass sie trotz krankheitsbedingter

Einschränkungen an normalen Freizeit-

aktivitäten in der Gruppe teilnehmen und

auch ungewöhnliche Situationen meistern

können: Wer einmal am Ruder eines

140 Tonnen schweren Zweimast-Seglers

gestanden hat, der traut sich auch im Alltag

mehr zu. Das positive Feedback der

Jugendlichen auf die aktiven Tage und

Nächte in einer neuen, anspruchsvollen,

abenteuerlichen Welt, auf entdeckungsreichen

Landgängen und vergnüglichen

Erlebnissen an Bord bestätigt die Wichtigkeit

derartiger betreuter Freizeitaktivitäten.

Es ist zugleich Ansporn für weitere

Initiativen dieser Art.

Conditio sine qua non ist natürlich immer

auch die Finanzierung: Ohne die Großzügigkeit

aufgeschlossener Sponsoren wäre

ein Selbstkostenbeitrag von 175 Euro

pro Teilnehmer nicht zu erreichen gewesen.

Die IDHK sicherte wieder als Träger

den Rahmen. Auch der Förderverein des

Herzzentrums war beteiligt. Eine Premiere

war das Engagement einiger Krankenkassen:

Barmer Ersatzkasse Bonn,

AOK Rheinland/Hamburg, IKK Nordrhein,

Landwirtschaftliche KK NRW und

die Arge der BKK Rhein-Ruhr. Und die

e.on AG steuerte im Rahmen ihrer „Aktion

1.000 Förderpakete“ 1.000 Euro zur

Durchführung bei.

Das Team um Dr. Wiebe hofft, auch in

diesem Jahr diese Tradition der Segelfreizeit

fortsetzen zu können. Schon jetzt

sind wieder zahlreiche Anmeldungen

dazu eingegangen.

52 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 53

Kontakt

Dr. Walter Wiebe

Oberarzt Abteilung Angeborene Herzfehler/

Kinderkardiologie

Deutsches Kinderherzzentrum

Asklepios Klinik Sankt Augustin

Tel.: (0 22 41) 24 96 51

E-Mail: w.wiebe@asklepios.com

www.asklepios-kinderklinik.de


Patientenforum

„Diplomierte“ Familienmitglieder

Angebote für werdende Geschwisterkinder und Großeltern in Schwedt

Im Jahr 2010 fi nden unsere Kurse an folgenden Tagen statt:

22. Februar

22. März

26. April

31. Mai

28. Juni

26. Juli

23. August

27. September

25. Oktober

22. November

Die Kinderkrankenschwester und Kursleiterin Jana

Gehricke heißt Sie mit Ihrem Sohn oder Ihrer Tochter

herzlich willkommen. Für weitere Informationen steht

Ihnen das gesamte Team der Klinik für Gynäkologie und

Geburtshilfe Ihnen gern zur Verfügung.

Telefonnummer: ( 0 33 32) 53 24 25

E-Mail: gynaekologie.schwedt@asklepios.com

Die Geschwisterschule

Gemeinsam für Gesundheit

Ich bekomme ein Geschwisterchen

Kurse für große Brüder und Schwestern

Wenn die Familie wächst, weil ein Baby geboren wird, dann

ändert sich das gesamte Familienleben. Insbesondere ältere Geschwister

– meist selbst noch kleine Kinder – müssen sich auf

neue Abläufe, veränderte Gewohnheiten und geteilte Aufmerksamkeit

von Mama und Papa einstellen. Eigentlich sollen Geschwister

einander mögen und Freunde sein, aber manchmal

schleichen sich auch Gefühle wie Eifersucht und Verlustangst in

die Köpfe von älteren Brüdern oder Schwestern.

„Je mehr die großen Geschwister über das Baby wissen, umso

leichter fällt es ihnen, das Baby zu akzeptieren und von Anfang

an zu mögen“, erklärt Kinderkrankenschwester und Kursleiterin

Jana Gehricke. „Und wenn sie dann auch noch wissen,

wie sie ihrer Mami helfen können, sind die meisten unheimlich

stolz. Deshalb haben wir die Geschwisterschule eröffnet.“

In den 90-minütigen Kursen erfahren die Kleinen zuerst, wo das

Baby auf die Welt kommt, sie besichtigen den Kreißsaal und das

„Babyzimmer“ im Klinikum. Wie lange muss meine Mama ins

Krankenhaus? Warum schreit das Baby? Was bekommt es zu

essen? Wann kann es mit mir spielen? Die Kinder üben mit der

eigenen Puppe oder dem mitgebrachten Teddy, wie man das

Baby badet, wickelt, füttert – und was sie selbst tun können, um

der Mama zu helfen. Vor allem aber sollen sie begreifen, dass

ihre Eltern sie auch mit einem weiteren Kind weiterhin genau so

lieb haben werden wie bisher. „Unser Anliegen ist es, die freudige

Erwartung auf das Geschwisterchen zu steigern und vor

allem den Stolz zu wecken, der große Bruder oder die große

Schwes-ter zu sein“, so Jana Gehricke.

Zum Abschluss erhalten alle Kinder ein „Diplom“, das sie als

tollen großen Bruder oder tolle große Schwester auszeichnet.

Die Teilnahme an der Geschwisterschule ist kostenlos, das Angebot

ist für 3- bis 7-Jährige konzipiert, aber auch interessierte

ältere Kinder sind willkommen.

Im Jahr 2010 finden unsere Kurse an folgenden Tagen statt:

18. Februar

17. März

15. April

20. Mai

24. Juni

15. Juli

19. August

30. September

21. Oktober

18. November

16. Dezember

Die Hebamme und Kursleiterin Ellen Sucker lädt Sie

herzlich zu einer informativen Gesprächsrunde ein. Für

weitere Informationen steht sie Ihnen gern zur Verfügung.

Telefonnummer: ( 0 33 32) 53 28 30

E-Mail: gynaekologie.schwedt@asklepios.com

Die Großelternschule

Auch zukünftige Großeltern können sich in Schwedt auf ihre

neue Rolle in der Familie vorbereiten. Denn was früher richtig

war, ist heute oft überholt – auch im Umgang mit dem Baby. Von

wegen starre Stillzeiten, extradick Penatencreme auf den Po und

Stoffwindeln im Topf abkochen! Wie sagt man so schön? Das ist

out! Aber wie macht man es denn nun richtig?

Um gar nicht erst Konflikte zwischen frischgebackenen Eltern

und Großeltern entstehen zu lassen, bietet das Klinikum einen

Crash-Kurs für Oma und Opa an. Am Anfang steht natürlich

eine Kreißsaalbesichtigung, damit sie sehen, wie und wo ihr

Enkelkind das Licht der Welt erblicken wird. „Wir erklären die

neuen Geburtsmethoden, wollen gemeinsam die Baby-Kenntnisse

auffrischen und in Sachen Säuglingspflege auf den neuesten

Stand kommen“, sagt Kursleiterin Ellen Sucker. Sie ist Hebamme

im Klinikum.

Wenn auch vieles neu und anders ist – eines hat sich nicht verändert:

Großeltern werden gebraucht. Sie stehen mit Rat und

Tat zur Seite, wenn sich die junge Familie in den ersten Wochen

und Monaten „umorganisieren“ muss, und sie wissen selbst

am besten, wie es damals war: durchwachte Nächte, Babyblues

und großes Glück. Alles erlebt man gleichzeitig, da muss zunächst

ein neuer Rhythmus gefunden werden. Windeln wechseln,

wiegen, füttern, kuscheln – das Baby steht im Mittelpunkt,

und Oma und Opa möchten helfen, wo sie können. Nach einem

90-minütigen Großelternkurs im Klinikum können sie dies anschließend

sogar mit „Diplom“! Auch die Teilnahme an diesem

Kurs ist kostenlos.

54 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 55

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Chefarzt

Herr Dipl.-Med. A. Kleina

Telefon: 03332 – 53 23 03

Adresse

Asklepios Klinikum Uckermark

Auguststraße 23

16303 Schwedt/Oder

Telefon: 03332 - 53 0

Telefax: 03332 - 53 24 10

eMail: info.schwedt@asklepios.com

www.asklepios.com

Anfahrt

Termine Geschwisterkurse 2010

26. Juli – 23. August – 27. September – 25. Oktober –

22. November

jeweils 16.00-17.30 Uhr im Stillcafé

Asklepios Klinikum Uckermark

Kursleiterin: Jana Gehricke, Kinderkrankenschwester

Anmeldung unter 0 33 32 – 53 24 25

Sandra Kobelt

Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe

Chefarzt

Herr Dipl.-Med. A. Kleina

Telefon: 03332 – 53 23 03

Adresse

Asklepios Klinikum Uckermark

Auguststraße 23

16303 Schwedt/Oder

Telefon: 03332 - 53 0

Telefax: 03332 - 53 24 10

eMail: info.schwedt@asklepios.com

www.asklepios.com

Anfahrt

Termine Großelternkurse 2010

Gemeinsam für Gesundheit

Wir bekommen ein Enkelkind

Kurse für werdende Großeltern

15. Juli – 19. August – 30. September – 21. Oktober –

18. November – 16. Dezember

jeweils 17.00-18.30 Uhr im Tagesraum der Entbindungsstation

Asklepios Klinikum Uckermark

Kursleiterin: Ellen Sucker, Hebamme

Anmeldung unter 0 33 32 – 53 28 30


Patientenforum

Darmkrebs:

Aufklärung und Prävention

Seit 2007 findet alljährlich im März die bundesweite Aufklärungskampagne „Dem Darmkrebs auf der Spur“

statt. Sie wird getragen von einem Bündnis von Krankenkassen, Selbsthilfeorganisationen, Stiftungen und weiteren

Organisationen. Im Rahmen der Kampagne können Interessierte erfahren, wie Darmkrebs entsteht und sich

entwickelt, aber auch, wie er erkannt und behandelt werden kann. Ziele sind Information und Aufklärung über

das Krankheitsbild, wobei die Prävention im Mittelpunkt steht. In diesem Jahr war auch die Klinik Lindau mit

einer Reihe von Veranstaltungen dabei.

An Darmkrebs erkranken in Deutschland

jährlich rund 70.000 Menschen,

und rund 27.000 sterben daran. Die

Zahl der Erkrankungsfälle hat in den

letzten Jahrzehnten drastisch zugenommen,

mittlerweile ist der Darmkrebs

die häufigste Krebserkrankung

insgesamt. Wie bei vielen anderen

Krebserkrankungen treten auch

hier die Symptome erst spät auf,

und die Diagnose wird oftmals

erst im fortgeschrittenen Stadium

gestellt. Vor allem Menschen

zwischen dem 50. und 70. Lebensjahr

erkranken, wobei die

Ursachen noch nicht eindeutig

geklärt sind. Neben einer familiären

Prädisposition und

Entzündungen des Darms

werden als Risikofaktoren

häufiger Fleischverzehr,

ballaststoffarme Kost,

Übergewicht, Bewegungsmangel

und regelmäßigerAlkoholkonsum

genannt.

Der März ist allgemein

unter der Bezeichnung

Darmkrebsmonat bekannt,

da auch die Felix

Burda Stiftung in diesem

Monat viel Aufklärungsarbeit leistet. In

der Klink Lindau ging es im Rahmen der

Aufklärungskampagne neben der Darmkrebsprävention

auch um die – je nach

Erkrankungsstadium und Lokalisation

unterschiedlichen – Behandlungsmöglichkeiten:

von der Operation über die

Chemotherapie bis zur Strahlentherapie

sowie mögliche Kombinationen dieser

Behandlungsstrategien.

Die Veranstaltungen wurden gemeinsam

von dem internistisch-gastroenterologischen

Chefarzt Dr. Christoph Wittenberg

und dem allgemein-/viszeralchirurgischen

Chefarzt Dr. Bertram Wagner von

der Klinik Lindau durchgeführt. Auch

externe Partner in der Behandlungskette

der gastroenterologisch-onkologischen

Erkrankungsbilder waren anwesend:

PD Dr. Helmut Oettle, der als niedergelassener

Internist und Onkologe eine

Schwerpunktpraxis in Friedrichshafen

betreibt, sowie die beiden Internisten und

Gastroenterologen Dr. Luitgard Hill und

Dr. Hans-Peter Kaufmann aus Lindau.

Die gemeinsamen Informationsveranstaltungen

sollen den Fokus darauf richten,

dass insbesondere regionale Versorgungsstrukturen

wichtige Bausteine in

der Prävention, der Diagnostik und der

Behandlung sind.

Neben Patienteninformationsveranstaltungen

im Krankenhaus und umliegenden

Gemeinden gab es zahlreiche Berichte

und Interviews in Tageszeitungen

sowie Telefonaktionen. Vor allem aber

trug ein großer Informationsstand auf

einer überregionalen Verbrauchermesse

in Friedrichshafen (der IBO) zu einer breiten

Öffentlichkeitswirksamkeit bei. Auch

diese Veranstaltung diente der Aufklärungsarbeit

und der Prävention. Sie wurde

durch Dr. Oettle koordiniert.

Der Informationsstand mit Schautafeln

und interaktiven Terminals wurde im

Wesentlichen von einer Pharmafirma

gesponsert, die sich aber völlig im Hintergrund

hielt und keine Eigenwerbung

betrieb. Die Besucher konnten an diesem

Stand viel Wissenswertes über die

Risiken, die Symptome, die Diagnostik

sowie die Behandlungsmöglichkeiten des

Darmkrebses erfahren. Außerdem gab

es Informationsbroschüren, die natürlich

mitgenommen werden konnten. Besonderer

Anziehungspunkt aber war ein

überdimensionales Darmmodell, das die

Entstehung und die unterschiedlichen

Stadien des Darmkrebses veranschaulichte.

Man konnte es „durchwandern“

und sich so ein genaues Bild vom Verlauf

dieser Erkrankung machen.

Am Informationsstand waren ständig

Ärzte präsent und standen so als kompetente

Ansprechpartner zur Verfügung.

Für diskrete und persönliche Gespräche

mit den Ärzten gab es abgetrennte Kabinen.

Denn insbesondere ältere Menschen

haben sehr große Schamgefühle,

daraus resultieren dann Schwierigkeiten

im offenen Umgang mit Gesundheitsund

insbesondere mit Darmproblemen.

Auf breites Interesse stießen auch Interviewrunden

und moderierte Expertengespräche

am benachbarten Stand einer

großen Krankenkasse.

Auf vielfältige Weise konnten die Veranstaltungen

den Ängsten und Befürchtungen

entgegenwirken, die mit der Erkrankung

verbunden sind und häufig

zur Verdrängung führen. Dabei hat gerade

Darmkrebs besonders gute Heilungschancen

– wenn er frühzeitig erkannt

wird. Die am besten geeignete Form der

Vorsorge ist dabei die Koloskopie (Darmspiegelung),

die ab dem 55. Lebensjahr

von der gesetzlichen Krankenversicherung

in das Screening-Programm aufgenommen

ist.

56 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 57

Jochen Glöckner

Darmkrebs hat besonders gute Heilungschancen,

wenn er frühzeitig erkannt wird.

Kontakt

Tina Rottmann

Asklepios Klinik Lindau

Friedrichshafener Straße 82

88131 Lindau

Tel.: (0 83 82) 2 76-12 13

Fax: (0 83 82) 2 76-12 19

E-Mail: t.rottmann@asklepios.com


Patientenforum

Rheumatoide Arthritis:

Besser mit der Krankheit umgehen

Patientenschulung am Klinikum Bad Abbach

Dr. Andreas Freidling mit Patienten der Rheumagruppe

Patientinnen und Patienten mit rheumatoider

Arthritis lernen in Bad Abbach,

wie sie ihr Leben mit der Krankheit besser

meistern können. „Ziel der Patientenschulungen

ist es, den Betroffenen mehr

Wissen über ihre Krankheit

und die Behandlungsmöglichkeiten zu

vermitteln und sie so bei der Bewältigung

ihrer Erkrankung zu unterstützen“, sagt

Dr. Josef Seidl, Chefarzt für Rheumatologie

im Zentrum für Rehabilitation des

Klinikums. „Wir haben soeben erst wieder

eine Schulung abgeschlossen und

durchweg positive Resonanz erfahren.

Deshalb werden wir diese Schulungen

auch weiter regelmäßig anbieten.“

Das Klinikum in Bad Abbach ist eine von

drei Kliniken in Bayern, die Patienten

mit Polyarthritis eine derartige standardisierte

Schulung ermöglicht. „Sie ist

wesentlicher Bestandteil moderner Behandlungskonzepte“,

erklärt Dr. Seidl.

Die Gruppen sind mit sechs bis zehn Per-

sonen relativ klein gehalten, damit individuell

auf jeden Teilnehmer eingegangen

werden kann. In den Seminaren werden

Informationen über entzündliche rheumatische

Erkrankungen und die medikamentösen

Behandlungsmöglichkeiten

vermittelt, aber auch Techniken zur besseren

Alltags- und Schmerzbewältigung

sowie praktische Tipps zu den Themen

Gelenkschutz, Physiotherapie und Ernährung.

„Je besser ein Patient mit seiner

Erkrankung und den damit verbundenen

Problemen umgehen kann, umso leichter

fällt ihm die Bewältigung der damit verbundenen

Einschränkungen. Dies ist für

einen optimalen Behandlungserfolg unabdingbar“,

so der Chefarzt.

Patientenschulungen werden aber nicht

nur von den Betroffenen gewünscht

– auch die Versicherungsträger legen

großen Wert darauf. Durch die Seminare

gelingt es in vielen Fällen, krankheitsbedingte

Komplikationen früher zu erken-

Kontakt

Dr. Josef Seidl

Chefarzt Innere Medizin / Rheumatologie

Asklepios Klinikum Bad Abbach

Stinkelbrunnstraße 10, 93077 Bad Abbach

Tel.: (0 94 05) 18-10 10

Fax: (0 94 05) 18-10 15

Dr. Josef Seidl

E-Mail: reha.badabbach@asklepios.com

nen und so die Kosten für Folgebehandlungen

zu verringern. „Wissenschaftliche

Studien haben ergeben, dass Patientenschulungen

nicht nur die Eigenaktivität

von Rheumapatienten steigern, sondern

diese Patienten dann auch seltener in

der Arbeit fehlen und länger erwerbstätig

bleiben können. Dadurch sinken die

Krankheitskosten“, erklärt Dr. Seidl.

Die Patientenschulungen sind von der

Deutschen Gesellschaft für Rheumatologie

(DGRh) und der Deutschen

Rheuma-Liga erarbeitet und zertifiziert.

Nach deren Richtlinien werden in Bad

Abbach derzeit Patienten mit rheumatoider

Arthritis und mit Psoriasis-Arthritis

geschult, weitere standardisierte Schulungen

für den Morbus Bechterew, den

Lupus Erythematodes sowie das Fibromyalgie-Syndrom

sind geplant.

Erfolgreiche Zertifizierung des

Bildungszentrums Wiesbaden

Am Bildungszentrum in Wiesbaden werden Gesundheits- und Krankenpfleger, Operationstechnische Assistenten ausgebildet.

Daneben finden Fachweiterbildungen im Bereich der Intensiv- und Anästhesiepflege sowie der Rehabilitation

statt, außerdem Weiterbildungen zum Praxisanleiter, Chirurgischen Operationsassistenten (COA), Wundexperten

und Ernährungstherapeuten. Die Ausbildung erfolgt zusammen mit Kooperationskliniken. Insgesamt stehen an diesem

Standort der Asklepios Krankenpflegeschulen gGmbH 180 Plätze in der Aus- und Weiterbildung zur Verfügung.

Im Januar dieses Jahres wurde das Bildungszentrum

Wiesbaden nach der Anerkennungs-

und Zulassungsverordnung

Weiterbildung (AZVW) zertifiziert, ein

Erfolg, der zugleich eine Weichenstellung

für die Zukunft ist. Ein besonderer Dank

gilt dem Team des Bildungszentrums unter

Leitung von Karin Rupprecht sowie

Matthias Bothe, der als Berater für die

Zertifizierung zur Seite stand.

Diese Zertifizierung bestätigt nicht nur

die Qualität des Bildungszentrums mit

Brief und Siegel, sondern sichert auch

seine Anerkennung auf dem Bildungsmarkt.

Sie ermöglicht die Förderung der

Teilnehmer durch die Bundesagentur für

Arbeit – was wiederum den Kliniken einen

finanziellen Vorteil bringt.

Im Wiesbadener Bildungszentrum wurden

folgende Einzelmaßnahmen zertifiziert:

die Weiterbildung Praxisanleiter

die Weiterbildung Chirurgischer Operationsassistent

mit den Standorten Wiesbaden,

Hamburg Medical School und Bad

Wildungen

die Ausbildung Service- und Pflegeassistent

mit dem Standorten Wiesbaden

und Bad Wildungen. Erhalten diese Mitarbeiter

innerhalb der ersten fünf Monate

nach der Ausbildung eine Beschäftigung,

kann dies durch die Bundesagentur für

Arbeit zusätzlich honoriert werden.

Ein Schwerpunkt im Asklepios Bildungszentrum

liegt zurzeit in der Fachweiter-

bildung Intensivpflege und Anästhesie.

Aus gutem Grund: Noch in diesem Jahr

müssen ca. 50 Prozent des Personals

auf Intensivstationen über eine entsprechende

Weiterbildung verfügen. Die Förderung

durch die Bundesagentur wird es

erleichtern, diese Vorgabe zu erfüllen.

Ziel der Krankenpflegeschulen gGmbH

ist es, alle Bildungszentren, das Bildungszentrum

Hamburg sowie die Medical

School Hamburg erfolgreich zum

31.12.2010 nach AZVW zu zertifizieren.

Ein anspruchsvolles Vorhaben, welches

alle Beteiligten mit viel Engagement realisieren

wollen.

Walburga Sprenger, Rainer Kuhn, Karin Rupprecht

58 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 59


Patientenforum

Haut und Sonne

„Brauner Teint ist in und gehört zum Lifestyle.“ Nach diesem Motto leben viele Menschen, ohne sich Gedanken

über die Auswirkungen des Sonnenlichts zu machen. Dr. Stefanie Kappes und Dr. Norbert Buhles von der Klinik

für Dermatologie und Allergologie der Nordseeklinik Sylt berichten über ihre langjährigen Erfahrungen im Umgang

mit der Sonne – sowohl in Natur als auch bei der Therapie.

Ohne Sonne gäbe es kein Leben auf der

Erde. Auch aus Sicht der Hautärzte hat

Sonnenlicht in erster Linie positive Auswirkungen

wie Helligkeit, leuchtende

Farben, gehobene Stimmung, angenehme

Wärme und auch eine gute körpereigene

Vitamin-D-Produktion. Nicht zuletzt

wegen dieser positiven Aspekte dient

die „nördlichste Therapiedüne Deutschlands“

in Westerland auf Sylt der Behandlung

von Hautkrankheiten.

Sonnenlicht setzt sich aus nicht sichtbarem

UV-Licht (= Ultravioletter Strahlung),

sichtbarem Licht und Infrarot-

Strahlen zusammen. Die für uns nicht

sichtbare UV-Strahlung wiederum besteht

aus UV-A-, UV-B- und UV-C-Strahlen.

Aufgrund ihrer Eindringtiefe haben die

langwelligen UV-A-Strahlen Anteil an der

lichtbedingten Hautalterung. Auch die

Entwicklung von Hautkrebs soll durch

UV-A Strahlen begünstigt werden. Die

Eindringtiefe der kurzwelligen UV-B-

Strahlen ist deutlich geringer. Diese Strahlen

können vor allem die Erbsubstanz der

Zellen in der Oberhaut schädigen, das

UV-B ist daher wesentlich beteiligt an

der Entstehung von Hautkrebs und seinen

Vorstufen. Diese Strahlung bewirkt

aber auch die Bräunung der Haut, was

einen natürlichen Schutzmechanismus

darstellt, und sie ist ebenfalls für den Sonnenbrand

verantwortlich. UV-C-Strahlung

wird von der Ozonschicht in der Atmosphäre

größtenteils weggefiltert. Doch

infolge der zunehmenden Zerstörung der

Ozonschicht wird die UV-C-Strahlung für

uns an Bedeutung gewinnen.

Die Sonne wirkt stimulierend auf unser

Immunsystem und ist für die Vitamin-

D-Bildung in unserer Haut verantwortlich.

UV-Licht wird unter ärztlicher Kontrolle

aufgrund seiner positiven Wirkung

auch therapeutisch genutzt (z. B.

zur Behandlung der Neurodermitis, der

Schuppenflechte, der Sklerodermie und

der Ichthyosen). Ist die richtige Wellenlänge

krankheitsspezifisch ausgewählt,

entscheidet die Dosis über Heilung

oder Schädigung. So wird in der Klinik

für Dermatologie und Allergologie der

Asklepios Nordseeklinik beispielsweise

UV-A1 (das gut zum Kortisonentzug

geeignet ist) als stationäre Therapie angewandt,

selbstverständlich unter Zuhilfenahme

weiterer kombinationstherapeutischer

Behandlungselemente.

Um ein Sonnenbad ohne negative Folgen

genießen zu können, müssen wir unsere

Haut schützen. Denn die Freude an Licht

und Wärme kann nachhaltig getrübt werden,

wenn sich ein Sonnenbrand einstellt

– aufgrund der Fehleinschätzung der Sonnenintensität

oder durch einen zu niedrig

angesetzten Sonnenschutzfaktor. Durch

die wiederholte Verbrennung bzw. die

massive Schädigung der Haut erhöht sich

das Hautkrebsrisiko. Eine ebenfalls negative

Auswirkung der Sonne ist die „sonnenbedingte“

Hautalterung, wobei der

größte Teil lichtbedingter Hautschäden

bereits in den ersten zwanzig Lebensjahren

erworben wird. Daher sind Säuglinge,

Kleinkinder und Jugendliche stärker gefährdet.

Besonders empfindliche Personen

können auch mit einer „Sonnenallergie“

sowie photoallergischen und/

oder phototoxischen Krankheitsbildern

reagieren.

Durch entsprechenden Sonnenschutz lassen

sich akute und chronische UV-Schäden

vermeiden. Verantwortungsvoller

Schutz besteht generell aus mehreren

Komponenten. Leichte, lichtundurchlässige

Kleidung, Schirmmütze und Sonnenhut

verhindern, dass wir „verbrannt“

werden. Nasse Kleidung kann lichtdurchlässig

werden. Und eine Sonnenbrille

schützt die Netzhaut der Augen. Sonnenschutzpräparate

enthalten im günstigsten

Fall Breitbandfilter. Bei den Lichtschutzfiltern

unterscheidet man physikalische

und chemische Filter. Physikalische Filter

haben einen hohen Anteil an Mikropigmenten,

die das Sonnenlicht reflektieren.

Deshalb sind diese Filter für Kinder sowie

für Erwachsene mit empfindlicher Haut

besonders geeignet. Chemische Filter absorbieren

die UV-Strahlen, hier kann es in

Ausnahmefällen zu allergischen Reaktionen

an der Haut kommen.

Der Lichtschutzfaktor (LSF) sollte in

Abhängigkeit vom Hauttyp, dem Grad

der Vorbräunung und der Intensität der

Strahlung (also abhängig vom Aufent-

60 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 61

Kontakt

Dr. Stefanie Kappes

Oberärztin der Klinik für Dermatologie

und Allergologie

Asklepios Nordseeklinik

Norderstraße 81, 25980 Westerland/Sylt

Tel.: (0 46 51) 84 -15 10

Fax: (0 46 51) 84 -15 09

Dr. Stefanie Kappes

E-Mail: s.kappes@asklepios.com

haltsort wie Meer oder Hochgebirge und

der Uhrzeit) gewählt werden. Er ist das

Maß der Wirksamkeit von Sonnenschutzmitteln

und gibt einen Anhaltspunkt, um

wie viel länger man sich in der Sonne

aufhalten kann. In unseren Breiten empfehlen

wir Dermatologen im Allgemeinen

einen LSF von mindestens 20. Wichtiger

als die Verwendung noch höherer Lichtschutzfaktoren

sind der Gebrauch ausreichender

Mengen sowie das Nachcremen,

da selbst wasserfeste Präparate beim

Schwitzen, aber auch nach dem Baden

oder Duschen an Wirksamkeit verlieren.

Nach jedem Sonnenbad sollte die Haut

vorsichtig von Schweiß und den Resten

des Sonnenschutzmittels gereinigt und

anschließend mit feuchtigkeitsspendenden

Lotionen gepflegt werden. Besonders

geeignet sind dazu After Sun

Präparate, die auf die speziellen Bedürfnisse

der Haut nach dem Sonnebad abgestimmt

sind. Bei einem eventuellen Sonnenbrand

sorgen wasserhaltige Lotionen,

Gele oder Thermalwasser-Sprays für angenehme

Kühlung.

Aus hautärztlicher Sicht aber sollten wir

lieber wieder zur vornehmen Blässe zurückkehren

und als beste Präventionsmaßnahme

der bewährten Strategie des

Arztes Heinrich Hoffmann folgen, der

1844 im „Struwwelpeter“ dichtete: „Die

Sonne schien ihm aufs Gehirn, da nahm

er einen Sonnenschirm!“

Dr. med. Stefanie Kappes, Dr. med. Norbert Buhles


Patientenforum


Kontakt

Dr. Ulrich Peschel

62 Asklepios intern 44/2010

Gut zu wissen

Chefarzt der Abteilung fachübergreifende

Frührehabilitation und

Physikalische Medizin

Asklepios Klinik St. Georg

Lohmühlenstr. 5, 20099 Hamburg

Tel.: (0 40) 18 18-85 26 42

Fax: (0 40) 18 18-85 26 49

Dr. Ulrich Peschel

E-Mail: info.stgeorg@asklepios.com

Biorhythmus: Leistungshochs

und Leistungstiefs

Bereits während der Nacht bereitet sich unser

Körper mit Hilfe einer inneren Uhr auf

den nächsten Tag vor. Am Morgen erreichen

Blutdruck, Herzschlag, das Stresshormon

Cortisol und die Ausschüttung der Sexualhormone

ein Maximum: Wenn der Tag beginnt,

ist der Körper startklar. Jetzt spielen

äußere Taktgeber eine Rolle, etwa das Tageslicht

oder soziale Kontakte. Jeder Mensch

Tipps

Unterstützen Sie das Aufwachen mit einem Frühstück bei möglichst

hellem Licht.

Nutzen Sie den Vormittag, um schwierige Arbeiten konzentriert zu erledigen:

Zu dieser Zeit sind Sie am leistungsfähigsten.

Gönnen Sie sich nach dem Mittagessen eine kurze Pause, gehen Sie draußen

spazieren oder entspannen Sie sich.

Nachmittags erreichen Sie ihr zweites Leistungshoch. Jetzt gelingen Routinearbeiten

und Besprechungen am besten.

Am späten Nachmittag erreicht Ihre Schmerzempfindlichkeit ein Minimum.

Wenn ein Zahnarztbesuch ansteht, ist diese Tageszeit besonders

geeignet. Bewegung und gemeinsame Aktivitäten mit der Familie oder

Freunden tun jetzt gut. Ein leichtes Abendessen bereitet Sie auf die anschließende

Entspannungsphase vor.

Schlafen Sie nachts ausreichend lange (mindestens fünf und höchstens

zehn Stunden), das bremst die Entwicklung von Übergewicht und stärkt

Ihr Gedächtnis.

reagiert auf diese Einflüsse individuell, je

nachdem ob er eher zum Typ „Lerche“ oder

zum Typ „Eule“ zählt. Lerchen stehen früh

auf und werden abends früh müde, Eulen

schlafen lieber lange und sind abends lange

munter. Grundsätzlich kann sich aber jeder

gesunde Mensch an die täglichen Aktivitätsanforderungen

anpassen. Allen Zeit-Typen

gemeinsam sind ein Leistungshoch im

Link

www.starkimjob.de

Laufe des Vormittags, ein Leistungstief nach

dem Mittagessen und eine zweite Leistungsperiode

im Laufe des Nachmittags.

Asklepios intern 42/2010 63


Patientenforum

? Asklepios

Im nächsten Heft

Quiz

Sie haben die aktuelle Ausgabe derAsklepios intern“ aufmerksam

gelesen? Dann rätseln Sie mit und gewinnen Sie! Wie das

geht? Ganz einfach! Beantworten Sie die nebenstehenden Fragen

und teilen Sie uns die richtige Zahlenkombination mit! Als

Preis winkt das Buch „Die Kälte darf nicht siegen“ von Gisela

Mayer.

Bitte senden Sie Ihre Lösung bis zum 21. Juli 2010 an:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

KB Unternehmenskommunikation & Marketing

Mandy Wolf

Hubertusstraße 12 - 22

16547 Birkenwerder

E-Mail: mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Wir gratulieren der Preisträgerin unseres Rätsels aus der

Asklepios intern“ Nr. 43. Gewonnen hat Brigitte Zawallich

aus Hamburg.

Medizinische Versorgung im ewigen Eis

Dr. Felix Meuschke begleitete als Arzt

auf einem Forschungsschiff eine Polarexpedition.

Er berichtet, wie die medizinische

Versorgung an Bord gewährleistet

wird.

Frage A




Lösung:

Weniger Routine im (Berufs-)Alltag

E-Mails, Meetings, Kantinenbesuch …

Ein eintöniger Arbeitsalltag zehrt an den

Kräften und die Kreativität lässt nach.

Wie aber kommt man heraus aus diesem

Hamsterrad der Routine?

Wieviel Prozent der Kinder mit Migräne werden als

Erwachsene beschwerdefrei?

1 60 Prozent

2 40 Prozent

3 30 Prozent

Frage B

Was bedeutet die Abkürzung SAFE?

1

Sichere Ausbildung für Erwachsene

2

Sichere Ausbildung für Entwicklungshelfer

3 Sichere Ausbildung für Eltern


Frage C

Welchen Promillegehalt simulierten die Rauschbrillen,

die zum Gesundheitstag in der Klinik Barmbek eingesetzt

wurden?

1

ca. 1,8 Promille

2

ca. 1,5 Promille

3 ca. 1,3 Promille



Die Spuren der Zeit

Unser Gesicht zeigt die Spuren des

Lebens – und im Alter lässt die Abwehrfähigkeit

unseres größten und

zugleich zartesten Organs nach. Lesen

Sie, warum gutes Aussehen auch eine

Frage der Pflege und gesunder Lebensführung

ist.

Die nächste Asklepios intern

erscheint am 30.09.2010

! Buchtipps

Gewinnen Sie

dieses Buch!

Arno Geiger: Sally nicht vergessen

Alfred und Sally sind schon allzu lange und viel zu ruhig verheiratet. Als Einbrecher ihr

Vorstadthaus in Wien heimsuchen, ist plötzlich nicht nur die häusliche Ordnung dahin

– in einem Anfall von trotzigem Lebenshunger beginnt Sally ein Verhältnis mit Alfreds

bestem Freund. Und Alfred stellt sich endlich die entscheidende Frage: Was weiß ich von

dieser Frau, nach dreißig gemeinsamen Jahren? Arno Geiger, gefeierter Buchpreisträger

aus Österreich, schreibt einen großen Roman vom Liebesverrat.

Arno Geiger, Sally nicht vergessen, Hanser, 21,50 €

Gisela Mayer: Die Kälte darf nicht siegen

Ihre Tochter starb in Winnenden, erschossen von einem jugendlichen Amokläufer. Wie

konnte es zu diesem entsetzlichen Verbrechen kommen? Gisela Mayer kämpft seit

Langem gegen Gleichgültigkeit und Kälte in unserer Gesellschaft. Sie fragt, warum viele

Kinder und Jugendliche keinen Respekt mehr vor anderen Menschen haben. Sie lehnt

Killerspiele und Gewaltvideos ab, weil sie uns immer mehr abstumpfen lassen. Und sie

zeigt, was sich ändern muss, damit es kein zweites Winnenden mehr geben kann. Ein

mutiges Buch.

Gisela Mayer, Die Kälte darf nicht siegen, Ullstein, 19,95 €

Tanja Kinkel: Im Schatten der Königin

Als die junge Amy Robsart am 8. September 1560 tot aufgefunden wird, ist ganz England

überzeugt, den Mörder zu kennen – ihren Ehemann Robert Dudley, Günstling von

Elizabeth I. Was aber geschah wirklich, und welche Geheimnisse hat die Frau, die wie

keine andere im Schatten der Königin stand, mit ins Grab genommen? Dudleys engster

Vertrauter Thomas Blount und die Gouvernante der Königin müssen alles daransetzen,

so schnell wie möglich die Wahrheit zu finden. Doch beide haben Schuld auf sich geladen.

Tanja Kinkel, Im Schatten der Königin, Droemer/Knaur 19,95 €

64 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 65


Klinikübersicht

Kliniken in Deutschland Betten/Plätze

1 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 225

2 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Rehabilitation) Zentrum für Orthopädische und Rheumatologische Rehabilitation 269

3 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

4 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang, Bad Griesbach Spezialklinik für Orthopädie, Sportmedizin, Innere Medizin, Kardiologie und Urologie 278

5 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie 90

6 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

7 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Regelversorgung 198

8 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachkrankenhaus für Neurologie und neurologische Rehabilitation 190

9 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Pneumologie, Onkologie und Orthopädie, Skoliosezentrum 270

10 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 265

11 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie, Skoliosezentrum 173

12 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Regelversorgung 270

13 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Regelversorgung 180

14 Asklepios Helenenklinik Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie, Urologie und Nephrologie 140

15 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neurologie 228

16 M Salus Fachkrankenhaus Bernburg Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 413

17 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie, Plastische Chirurgie, Diabetologie 175

18 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie, Psychiatrie und KJP, Forensische Psychiatrie 475

19 Asklepios Klinik Burglengenfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 157

20 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

21 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

22 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Regelversorgung 132

23 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Regelversorgung 333

24 Asklepios Fachklinikum Göttingen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 458

25 Asklepios Klinik Altona, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 922

26 Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 716

27 Asklepios Klinik Harburg, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 741

28 Asklepios Klinik Nord, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 1.618

29 Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 758

30 Asklepios Klinik Wandsbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 605

31 Asklepios Westklinikum Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 540

32 Cardio CliniC Hamburg Fachklinik für Kardiochirurgie 25

33 Fachklinik Helmsweg, Hamburg Fachklinik für Gynäkologie und Chirurgie 20

34 MB International Neuroscience Institute Hannover Spezialklinik für Neurochirurgie, stereotaktische Neurochirurgie und Neuroradiologie 108

35 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumaorthopädie 110

36 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Homberg Krankenhaus der Regelversorgung 102

37 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische u. Orthopädische Rehabilitation, Neuromuskuläres Therapiezentrum 250

38 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Regelversorgung 188

39 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Regelversorgung 273

40 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Regelversorgung 242

41 Asklepios Klinik Lindau Krankenhaus der Regelversorgung 115

42 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 132

43 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie 215

44 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Melsungen Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 76

45 Asklepios Kardiologische Fachklinik Nabburg Kardiologische Fachklinik 30

46 Asklepios Klinik Oberviechtach Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 120

47 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Pneumologie und Thoraxchirurgie 300

48 MB Collm Klinik Oschatz Krankenhaus der Regelversorgung 240

49 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Regelversorgung 140

50 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Regelversorgung 325

51 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Regelversorgung 143

52 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Maximalversorgung in der Kinder- und Jugendmedizin 210

53 Asklepios Klinik Schaufling Rehabilitationszentrum für Neurologie, Orthopädie, Kardiologie und Geriatrie 350

54 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Schwalmstadt Krankenhaus der Regelversorgung 192

55 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Regelversorgung 200

56 Asklepios Klinik Schildautal Seesen (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie und Gefäßchirurgie 375

57 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen (Rehabilitation) Fachklinik für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation 160

58 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 133

59 Asklepios Fachklinikum Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Neurologie und KJP, Forensische Psychiatrie 466

60 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie, Forensische Psychiatrie 216

61 Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin 176

62 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

63 Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 507

64 M Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, Forensische Psychiatrie 640

65 Asklepios Klinik Weißenfels Krankenhaus der Regelversorgung 355

66 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Krankenhaus) Krankenhaus der Regelversorgung 128

67 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Rehabilitation) Fachklinik für Pneumologie, Dermatologie und Onkologie 290

68 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Regelversorgung 331

69 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 173

Weitere soziale Einrichtungen in Deutschland Betten/Plätze

70 Asklepios Pflegeheim Ahrensburg 83

71 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

72 M Salus Heim Gardelegen 39

73 M Salus Intensiv Betreutes Wohnen Gardelegen 34

74 Asklepios Pflegeheim Weserblick Höxter 34

75 M Salus Pflegeheim St. Georgii I, Magdeburg 109

76 M Salus Pflegeheim St. Georgii II, Magdeburg 48

77 M Salus Kinder- und Jugendheim Schloss Pretzsch 121

78 Asklepios Pflegeheim Reinfeld 87

79 M Salus Heim zur U-Haftvermeidung Torgau 14

80 M Salus Altenpflegeheim Uchtspringe 50

81 M Salus Heim Uchtspringe 117

82 M Salus Soziotherapeutische Wohngemeinschaft Uchtspringe 11

83 M Salus Kinder- und Jugend-Landhof Woltersdorf 6

84 Drogenambulanz I Altona

85 Drogenambulanz II Wandsbek

86 Drogenambulanz III Harburg

87 Drogenambulanz IV Högerdamm

835

Forensische Psychiatrie Betten/Plätze

88 Asklepios Klinikum Brandenburg 101

89 Asklepios Forensische Psychiatrie Göttingen 63

90 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 80

91 Asklepios Klinik Teupitz 20

92 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Hamburg Campus Ochsenzoll 178

93 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg 137

94 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe 290

869

95 B

Kliniken im Ausland

Athens Medical Center Athens Medical Group, Griechenland

96 B Interbalkan European Medical Center, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

97 B Athens Pediatric Center Athens Medical Group, Griechenland

98 B Psycho Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

99 B P. Faliro Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

100 B Dafni Klinik, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

101 B Iasis Piraeus, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

102 B Peristeri Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

Die hier genannten Einrichtungen werden ergänzt durch Tageskliniken, Ambulanzen und Pflegedienste.

66 Asklepios intern 44/2010 Asklepios intern 44/2010 67

Legende

Akutkliniken

Rehakliniken

Soziale Einrichtung

Trägerschaft bzw. Mehrheitsbeteiligung

M Managementvertrag

B Minderheitsbeteiligung

MB Minderheitsbeteiligung mit Managementvertrag

19.321

1.130


* weil

die ganzheitliche

kardiologische

Versorgung ein

Versprechen ist.

Integrierte kardiologische Lösungen sind der umfassendste Ansatz, aus

innovativer Technik zukunftsweisende Behandlungsformen zu entwickeln.

Aus dieser Überzeugung heraus haben wir das Konzept des Cardiology

Care Cycle entwickelt. Es stellt den Menschen konsequent in den Mittelpunkt

– den Mediziner genau wie

den Patienten. Mehr Informationen

unter www.philips.de/healthcare

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