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Persönliches Telemedizin vor dem Durchbruch? - Asklepios

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AFH ALLIANCE_04 CONNECTING COMPETENCE FOR eHEALTH SERVICES

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Persönliches Telemedizin vor

dem Durchbruch?

Verbleibende Hürden und viele Hoffnungszeichen

Jan Seeliger

Zuerst zur Begriffsbestimmung: Persönliche Telemedizin unterscheidet

sich von Professioneller Telemedizin, indem Sie Patienten

mit Ihren medizinischen Betreuern auf Distanz verbindet – und

nicht nur Mediziner untereinander. Aus der Sicht des Mediziners

lautet die Definition: „Virtuelle Patienten-Konsultation auf Distanz

und ohne physische Präsenz des Patienten“. Telemedizin kann bei

der Diagnosefindung unterstützen, aber niemals die ärztliche

Kom petenz und die persönliche Beurteilung von Angesicht zu Angesicht

ersetzen. Telemedizin ist definitiv kein Ersatz für eine normale

Patienten-Arzt Beziehung und auch kein technologisches

Spielzeug oder eine reines Mittel zur Steigerung der Kosteneffizienz.

Vor allem aber ermöglicht Telemedizin, die Versorgung mehr um

den Patienten zu zentrieren und dem Patienten selber mehr Möglichkeit

zum Selbstmanagement zu geben.

Wer behauptet denn, dass es nicht in Kürze personalisierte, telemedizinische

Dienstleistungen geben kann, welche dem Patienten

eine höhere Betreuungsqualität und ein höheres Sicherheits gefühl

geben, als so mancher Besuch im überfüllten Wartezimmer

mit lauter Kranken um Ihn herum sowie mit 5-8 Minuten netto

Zeit im Behandlungszimmer? Die telemedizinische Interaktion

kann nämlich z.B. heute nicht nur asynchron erfolgen, sondern

mitt lerweile auch synchron innerhalb einer persönlichen Video-

Telemedizin ist definitiv kein Ersatz für eine

normale Patienten-Arzt Beziehung und auch

kein technologisches Spielzeug oder eine reines

Mittel zur Steigerung der Kosteneffizienz. “


konferenz geschehen. Schon alleine die Ersparnis jedes zweiten

Arztbesuches kann doch sowohl für den Patienten als auch für den

Arzt und das gesamte Gesundheitswesen von Vorteil sein! Und die

Lieferung der Arzneimittel nach Hause ist ja spätestens seit der

Einführung der Versandapotheken auch kein Hexenwerk mehr.

Wer profitiert von Telemedizin? Zu allererst natürlich der Patient

selbst, der laut vielfältigen Untersuchungen möglichst lange

selbständig und selbstbestimmt leben und versorgt werden möchte.

Vor allem trifft dies natürlich auf die steigende Zahl der älteren,

chronisch Kranken Patienten zu. Speziell für diese Ziel gruppe

(z.B. Patienten mit Herzinsuffizienz, Diabetes, COPD oder Bluthoch

druck) erhöht Telemedizin die Betreuungsqualität alleine dadurch,

dass ein regelmäßiges, kontrolliertes und i.d.R. tägliches

Monitoring Verschlechterungen des Gesundheitszustandes viel

frü her erkennen kann, als die gelegentliche, unkontrollierte Selbst -

messung oder der 2-wöchentliche Arztbesuch. Ältere Patien ten

werden bevorzugt im eigenen Zuhause auf Ge sund heitsdienst leistungen

zugreifen.

Aber auch jüngere Patienten werden immer früher zu chronisch

Kranken und werden zukünftig verstärkt mobilen Zugriff

auf Ge sundheitsdienstleistungen fordern, ganz einfach weil sie

seit der Grundschule leben.

Viele dieser Dienstleistungen dienen nicht nur der Unterstützung

der Regelversorgung – z.B. der ständig steigenden Anzahl von

chro nisch kranken Patienten – sondern werden auch für Präventi

ves Monitoring, Rehabilitation, Fitness- & Wellness-Management

sowie für sonstige Gesundheits-Services angeboten.

Es müssen also neue Modelle der Gesundheitsversorgung entstehen

und diese Art der Versorgung anbieten. Eine erfolgreiche

Versorgung im eigenen Heim oder mobil erfordert verbesserte

Kom munikationswege zwischen Patienten und ihrem medizinischen

Betreuer sowie besseren Zugriff auf die Patientendaten.

Technologie wird also aller Voraussicht nach eine wichtige Rolle

bei der Gesundheitsversorgung im eigenen Heim und mobil spielen

und muss daher allen zur Verfügung stehen und leicht bedienbar

sein. Einfache, benutzerfreundliche Technologien können dazu

beitragen, dass Patienten aktiv, engagiert und mit ihrem ärztlichen

Versorgungsteam in Verbindung bleiben, ihre Lebensqualität

steigern und ihre Unabhängigkeit länger aufrecht erhalten.

Verbleibende Hürden

Datenschutz & Datensicherheit

Hier wird allgemein und zu Recht – speziell in Deutschland – im

Bereich eHealth oder bei der Telematikinfrastruktur ein sehr hoher

Standard angesetzt. Dabei besteht natürlich die Gefahr, dass

dieses Argument auch von einzelnen Interessengruppen leicht als

Vorwand für Ihre allgemeine Ablehnung genutzt werden kann.

Hierbei sollte aber bitte auch immer der Status-Quo im Blick behalten

werden, wo z.B. Arztberichte häufig noch per Fax unter p

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Kollegen versendet werden, und wo chronisch Kranke überhaupt

kein kontrolliertes, regelmäßiges Telemonitoring erfahren oder

Vitalwerte per Mail oder Fax versendet werden. Häufig stellt

jeg liches neue Szenario eine Verbesserung gegenüber dem Ist-

Zu stand dar sowohl in der Datensicherheit als auch in der Betreuungs

qualität!

„Pilotitis“

Hiermit ist die Tatsache gemeint, dass die Vielzahl der Telemedizin-

Projekte von Anfang an unter dem Titel „Studie“ oder „Pilotprojekt“

laufen und damit von Anfang an mehr oder weniger feststeht, dass

keine „Verpflichtung“ zur Überführung in den Regelbetrieb besteht.

Weiterhin sind die Anforderungen für echte, klinische

Studien so hoch, dass es aktuell nur 2 relevante Telemonitoring-

Studien in Deutschland gibt (Partnership for the Heart, CardioBeat),

welche sich beide mit Herzkrankheiten auseinandersetzen und

beide wahrscheinlich ohne Fördergelder nicht zustande gekommen

wären. Diese und weitere klinische Studien werden aber von

den Kostenträgern immer wieder gefordert, da die vielfältig vorhandenen,

internationalen Studien zur Telemedizin in Deutschland

häufig nicht anerkannt oder nicht beachtet werden und lokal neu

bewiesen werden sollen. Auch der G-BA und das IQWIG fühlten

sich bisher nicht zuständig für eine Bewertung der Telemedizin, da

diese weder als Hilfsmittel noch als Methode eingestuft wurde.

Finanzierung

Zuerst wird häufig das Fehlen einer Leistungsziffer als größte

Hürde für die mangelnde Finnanzierung telemedizinisch unterstützter

Regelversorgung genannt. Zumindest fehlt dadurch ein

finanzieller Anreiz für niedergelassene Ärzte, sich über eine telefonische

Beratung hinaus mit einem Patienten telemedizinisch zu

vernetzen und Zeit darin zu investieren, zumal er dafür sowohl

seine Praxisabläufe anpassen müsste als auch eine Investition in

die technologische Infrastruktur tätigen müsste.

Die Kassen klagen darüber, dass Sie aufgrund Ihrer Abhän gigkeit

von den politischen Rahmenbedingungen für Ihre Finan zierung

überhaupt keinen langfristigen Planungshorizont haben

können, da Sie Ihre Einnahmesituation immer erst retrospektiv

exakt festellen können und immer auch schon die nächste Gesund

heits reform vor der Tür steht. Aktuell ist es die unklare Ein -

nahmesituation aus dem Gesundheitsfonds, sowie der fast schon

überlebensnotwendige Kampf um die Vermeidung von Zusatz beiträgen,

welcher die freiwillige Investitionsbereitschaft in neue Versor

gungsformen sowie in Präventionsmodelle auf ein Minimum

reduziert, zumal die daraus erzielbaren Einsparungen selten kurzfristig

eintreffen.

Nicht zuletzt hat auch das Auslaufen der Anschubfinanzierung

für die integrierte Versorgung zu einem Rückgang der Versorgungs

projekte geführt, wobei die Datenlage bzgl. der Gründe für

das Auslaufen der Projekte hier noch uneinheitlich ist.


Selbstzahler-Motivation

Im Gegensatz z.B. zum Amerikanischen Gesundheitssystem, ist

die Selbstzahler-Motivation in Deutschland sehr gering ausgeprägt,

da hier eher eine „Vollkasko-Mentalität“ bzgl. der Gesundheitsversorgung

vorherrscht, denn der Leistungskatalog der Krankenkassen

umfasst heute (noch) fast alles – von der Schutzimpfung

bis zur Kur – inklusive teurer Diagnostik und alternativer

Heilmethoden.

Dies zeigt sich u.a. am Beispiel von IGEL, welche

von Ärzten bislang nur mit mäßigem Erfolg angeboten

werden konnten. So berichtet z.B. die Ärzte-Zeitung

vom 02.12.2008 mit Bezug auf eine Studie von TNS-

Healthcare, dass wer IGeL ablehnt, zum großen Teil

der Auffassung (37 Prozent) ist, dass die Kassen alle

Leistungen bezahlen sollen. 20 Prozent halten solche

Leistungen für nicht sinnvoll, 17 Prozent für zu teuer.

Was darf eine IGeL kosten? Gar nichts sagten elf

Prozent. 14 Prozent wären bereit, bis zu zehn Euro

auszugeben, weitere 29 Prozent würden auch bis zu 50

Euro zahlen.

Darüber, wie viele Patienten heute schon bereit wären, nicht

nur einmalig pro Jahr oder pro Quartal, sondern regelmäßig, monatlich

EUR 50,- für persönliche Telemedizin-Überwachung aus

eigener Tasche zu bezahlen, gibt es keine verlässlichen Zahlen,

aber es ist anzunehmen, dass diese Zielgruppe noch relativ überschaubar

ist – mit steigender Wahrscheinlichkeit unter chronisch

Kranken.

Berufsrecht und Kostenerstattung

Eine spannende Frage, welche in vielen Ländern (inklusive

Deutschland) noch ungeklärt ist: Stellt die Anforderung an eine

physische Präsenz des Patienten gegenüber seinem medizinischen

Betreuer im Rahmen der Behandlung oder bei der Diagnostizierung

als Grundlage für eine Kostenerstattung der Leistung, eine unfaire

Hürde für das freie Angebot medizinischer Dienstleistungen dar?

Sollte es nicht vielmehr dem Arzt überlassen werden, sich über die

Möglichkeiten und Grenzen einer telemedizinischen Behandlungs

methode zu informieren und über deren Einsatzmöglichkeiten

für seinen Behandlungsablauf zu entscheiden?

Weitere Hürden:

• Prävention wird bisher vielfach nur als PR-Instrument von

Kassen gefördert und hat politisch leider noch keine Priorität. Dies

hängt zusammen mit der fehlenden, sektorübergreifenden und

gesamtgesellschaftlichen Betrachtung von Gesundheitskosten sowie

mit der Trennung von Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung.

• Der politische Fokus im BMG liegt in den letzten Jahren eindeutig

auf dem Großprojekt Telematik-Infrastruktur/eGK – nicht

auf dem demographischen Wandel und dem Ärztemangel als

Gefahr für die Flächenversorgung. p

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Nicht zuletzt führen die o.g. Hürden dazu, dass die Ein stiegshürden

für neue Anbieter Telemedizinischer Dienst leis tungen entsprechend

hoch sind, da ein hohes Start-Up-Investment sowie ein

lang fristiges Durchhaltevermögen erforderlich sind, um sich am

Markt zu etablieren.

Wer steuert die Versorgung?

Ebenfalls eine sehr spannende Frage, deren Antwort keinesfalls

einfach ist – speziell auch vor dem Hintergrund der Verteilungskämpfe

um die Berechtigung zur Erbringung Ambulanter Leistun

gen.

Die Kassen steuern natürlich zuerst einmal dadurch, mit wem

Sie Versorgungsverträge abschließen und haben damit den größten

Einfluss. Aber mit wem werden heute die Versorgungsverträge

abgeschlossen – und damit sind nicht nur IV-Verträge sondern

auch frei vereinbarte Versorgungsverträge gemeint!

Sind es die Kassenärztlichen Vereinigungen, oder werden es

zunehmend die Hausärzteverbände oder sogar einzelne Ärztenetz

werke oder MVZ sein, welche die Ärzte

vertreten und Ver sorgungsverträge abschließen?

Zuletzt scheint das Modell mit den

Hausarztverbänden die meiste Anziehungskraft

bewiesen zu haben. Bei den Ärzte netzwerken

scheint es häufig noch am mangeln -

den Management-Organisationsgrad zu scheitern,

da häufig kein adäquater, professioneller

Verhandlungspartner mit Verhand lungs auftrag für das Ärztenetzwerk

gegenüber den Kassen zur Ver fügung steht.

Wie wäre es also mit den privaten Managementgesellschaften

sowie mit den Anbietern telemedzinischer Versorgungs management-Konzepte

mit medizin. Call-Center im Hintergrund, von

denen sich mittlerweile 10-15 am deutschen Markt versuchen?

Diese kämpfen derzeit um die wenigen Ausschreibungen von Kassen

für Versorgungsmanagement und warten darauf, dass sich bei

den Kas sen die Investitionsbereitschaft in Versorgungs pro-

gram me erhöht und die Pauschalen für das Management chronisch

kranker Patienten angehoben werden.

Aber auch Kliniken erkennen mehr und mehr die Möglichkeiten

der Versorgungssteuerung – über die eigenen Wände hinaus. Hier

bieten sich nämlich enorme Möglichkeiten zur Verlängerung der

Wertschöpfungskette:

• Post-stationäres, telemedizinisches Therapiemanagement für

die Nachbehandlung sowie als mögliches Zusatzangebot – um

dabei gleichzeitig die Patientenbindung zu erhöhen

Telemedizinische Betreuung – auch außerhalb der normalen

Sprechstunden

• Versorgung von Flächenregionen mit Unterversorgung

• Effizienter Einsatz vorhandener Personal-Kapazitäten & Vermarktung

der eigenen, mediz. Kompetenz


Dies erhöht die gesamte Wettbewerbsfähigkeit des Gesund heitsdienstleisters

Krankenhaus.

Selbstverständlich ist die Organisation des ganzheitlichen Versorgungsmanagements

nicht originär und alleine eine Aufgabe

der Kliniken – aber warum nicht hier die Lücke füllen, solange der

Staat, die Kassen sowie die niedergelassenen Ärzte diese Aufgaben

noch nicht besetzen? Denn wer zukünftig die Versorgung steuert,

der ist auch erster Ansprechpartner für den Patienten. Und welchen

besseren Zeitpunkt zur Patienten-Sensibilisierung gibt es als

während des Klinik-Aufenthaltes? Startvorteile haben Häuser, die

heute bereits an IV-Verträgen teilnehmen und in die ambulante

Versorgung über MVZ eingestiegen sind.

Die Hoffnungszeichen

EU- & nationale Förderung

Seit einigen Jahren fördert vor allem die EU in erheblichem

Umfang Telemedizin-Projekte und eHealth-Interoperabilität im

Rahmen der Framework-Programme. Dabei wurde zuletzt sehr

stark ein Augenmerk auf den Einsatz marktreifer Lösungen und

Produkte gelegt und weniger auf die Forschung nach immer neuen

Technologien.

Auch das BMBF in Deutschland fördert mittlerweile Projekte

wie die „Gesundheitsregionen der Zukunft“ – innerhalb derer Telemedizinprojekten

eine erhebliche Bedeutung zugewiesen wurde.

Wissenschaftliche Nachweise

Mittlerweile sind eine Vielzahl internationaler Studien und Meta-

Studien (z.B. J Am Coll Cardiol 2009; 54: 1683-94) über die

Wirksamkeit von Homecare-Telemonitoring sowie persönlicher

Telemedizin verfügbar. Dabei wurde vor allem die Kostenersparnis

durch die Vermeidung von akutmedizinischer Behandlung (bis zu

30% pro Jahr und mehr) mehrfach nachgewiesen. Aber auch die

Steigerung der Lebens- und Behandlungsqualität sowie das verbesserte

Sicherheitsgefühl des Patienten kamen bei einigen Studien

als dokumentierte Vorteile heraus. Auch in Deutschland gibt

es mittlerweile eine Vielzahl von Telemedizin-Projekten mit positiven,

dokumentierten Ergebnissen, wie z.B. HeiTel, Diabetive, Zertiva,

DMP Diabetes Typ 2 in Nordrhein, etc…

Politische Signale

Sowohl im Koalitionsvertrag der neuen Regierung als auch in

zahlreichen Äußerungen aus dem BMG ist zu erkennen, dass das

Thema Telemedizin eine steigende Beachtung erfährt. Auch wenn

noch keine konkreten Schritte zur Umsetzung erkennbar sind, so

scheint das Thema endlich auf der politischen Agenda angekommen

zu sein. Dies hängt sicherlich auch damit zusammen, dass

beim Thema Telematik-Infrastruktur und eGK allmählich Land in

Sicht ist und Themen wie eine zentrale Gesundheitsakte sowie

Arztbriefe als geplante Mehrwertdienste wieder verstärkt in p

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den Fokus rücken könnten. Weiterhin scheint es Signale zu geben,

dass Telemedizin zukünftig bei der Bewertung als neue Methode

betrachtet werden könnte, was eine Aufnahme in die Gebüh renordnung

erleichtern sollte.

Die Personal-Health-Infrastruktur wächst zusammen

Um eine produktive Interaktion zwischen Patienten und seinem

medizinischen Betreuer zu ermöglichen (d.h. nicht alleine passives

Monitoring von Vitalwerten) ist eine Technologische-Infrastruktur

notwendig, welche sinnvollerweise aus folgenden Komponenten

besteht:

• Medizinische Sensoren (z. B. Waage, Blutdruckmessgerät,

Blutzucker-Monitor, Puls-Oxymeter, etc…). Hier gibt es eine Vielzahl

von Herstellern und Geräten, welche teilweise auch bereits

draht los (BlueTooth, Infrarot) Daten austauschen können. Ins besondere

gibt es in diesem Segment eine erfolgeiche Stan dar disierungsinitiative,

nämlich die Continua Health Alliance (www.continuaalliance.org),

welche sich seit 4 Jahren für den Auf bau eines

offenen Marktes für interoperable, persönliche Tele health-Geräte

und -Dienstleistungen einsetzt. Mittlerweile hat die Initiative mehr

als 200 Medizintechnik-Hersteller als Mit glie der und erste

Produkte sind auf der Webseite als Continua-com pliant gelistet.

• Personal Health Systems (PHS), welche die Daten der Sensoren

automatisiert einsammeln und für den Patienten als sofortiges

Feed back mit Trendprognose aufbereiten, Ihn an tägliche Aufgaben

zur Einnahme von Medikationen, Vitalwerte-Messungen, Therapeutische

Übungen o.ä. erinnern, Ihm kontextsensitiv Multimedia-

Lerninhalte passend zu seinem Gesundheitszustand vermitteln

und dem mediz. Betreuer die Möglichkeit zur sofortigen und persönlichen

Kontaktaufnahme mit dem Patienten ermöglichen (z.B.

via Video-Conferencing). Diese PHS ersetzen die bisherige Welt

der Einbahnstraßen-Kommunikation mit iolierter Vitalwerte-Erfas

sung und separat zu vermittelnden Lerninhalten durch eine

echte, bi-direktionale Kommunikation mit integrierter Vitalwerte-

Erfassung, integrierten Lerninhalten, individualisierten und kontextsensitiven

Therapieplänen. PHS dienen der Patienten-Ermächtigung.

• Personal Health Records, welche dem Patienten die zentrale

Verwaltung einer Patientenakte sowie die Verteilung von Zugriffsrechten

auf seine medizinischen Dienstleister/Ärzte ermöglichen.

In diese Akte kann also der behandelnde Arzt oder die ambulante

Pflegekraft Einbklick bekommen, um alle bisher gesammelten Gesund

heitsdaten des Patienten im Überblick zu bekommen. Prominente

Anbieter in diesem Segment, teilweise mit unterschied -

li chen Ansätzen, sind u.a. Microsoft, InterComponentWare, Vita-X

und Google

• Web/eHealth 2.0 – ermöglicht dem Patienten darüber hinaus

die Information über seine Krankheit/Symptome im Internet auf

diversen Webseiten, in Foren, sozialen Netzwerken, Live-Chats,

etc. abzurufen.


Zusammenfassung

Telehealth und Telemedizin haben mit Sicherheit den unumkehrbaren

Punkt der Wahrnehmung Ihrer Existenz sowie Ihrer Vorteile

durch alle Beteiligten am Versorgungsprozess überschritten.

Es gibt nach wie vor eine Reihe von Hürden für die Ausweitung

des Einsatzes von Telemedizin, aber auch eine Reihe von positiven

Signalen. Die Technologie und die Infrastruktur scheinen auf jeden

Fall bereit zu sein – also wie lange dauert es noch, bis persönliche

Telemedizin ein Teil der Regelversorgung wird?

Wir von Intel werden auf jeden Fall nicht abwarten, sondern

aktiv etwas dafür tun, indem wir uns Partner wie die Asklepios

Kliniken suchen, welche unsere Vision teilen und mit uns aktiv

den Markt verändern wollen – zum Wohle des Patienten sowie der

Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystemes.

Unter www.intel.com/healthcare finden Sie weitere Informatio

nen über Intels Bemühungen, die Transformation des Gesundheitswesens

mit geeigneten Technologien und Standards voranzutreiben.

INTEL

Jens Seeliger

ist seit 4,5 Jahren bei Intel in der Digital Health

Group als Strategic Relations Manager für das

Business Development im Rahmen der Einführung

innovativer Healthcare-IT-Plattformen in den deutschen

Gesundheitsmarkt zuständig.

Die Intel Digital Health Group arbeitet bei dieser

Aufgabe eng mit einem großen Netzwerk von

Partnern aus den Bereichen Hardware-Hersteller,

Software-Hersteller, Service- und Systemhäuser

zusammen, um neue Anwendungsszenarien und

Business Modelle zu Healthcare-IT-Themen wie z. B.

Mobile Point of Care oder Homecare-Telemonitoring

zu etablieren.

Vor seiner Tätigkeit bei Intel war Herr Seeliger 3

Jahre als Vertriebsbeauftragter für Klinikinfor mations-

und Workflow-Systeme bei Agfa Healthcare/

GWI im Einsatz. Davor baute er bei der Atoss Software

AG den Vertrieb von Dienstplan- und Zeitwirtschaftslösungen

im Gesundheitswesen mit auf.

Auch im europäischen Marketing und Vertrieb

für Computer-Grafik-Karten war Jens Seeliger zu

Anfang seines Berufsweges tätig. Seinen Abschluss

machte Herr Seeliger als Internationaler Betriebswirt

General Management.

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