23.10.2012 Aufrufe

Mehr Lebensqualität durch weniger Schmerzen Zarte ... - Asklepios

Mehr Lebensqualität durch weniger Schmerzen Zarte ... - Asklepios

Mehr Lebensqualität durch weniger Schmerzen Zarte ... - Asklepios

MEHR ANZEIGEN
WENIGER ANZEIGEN

Erfolgreiche ePaper selbst erstellen

Machen Sie aus Ihren PDF Publikationen ein blätterbares Flipbook mit unserer einzigartigen Google optimierten e-Paper Software.

Nr. 41 Oktober 2009

Mehr Lebensqualität durch weniger Schmerzen

Ausweg aus der Schmerzspirale durch moderne Schmerztherapien

Hilfe für Übergewichtige

Maßgeschneiderte Therapien am Westklinikum Hamburg

Zarte Seelen mit starken Emotionen

Jugendliche zwischen Kindheit und Erwachsensein

Asklepios intern 41/2009 1


Editorial

Medizin muss

verständlich sein!

Anmerkung der Redaktion:

Den Medizinischen Ergebnisqualitätsbericht

2009 können Sie hier downloaden:

www.asklepios.com/medizin/Qualitaet/

Ergebnisqualitaet.asp

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

Dr. Bernard gr. Broermann

bereits zum vierten Mal wird in im Jahr

2009 der Medizinische Ergebnisqualitätsbericht

der Asklepios Kliniken veröffentlicht.

Als großes Krankenhausunternehmen

setzen wir auf diese Weise wiederholt

ein klares Zeichen für Qualität und

Transparenz. Zahlen allein ermöglichen

nur bedingt eine Einschätzung der tatsächlichen

Qualität der Behandlung.

Darum schaffen wir mit dem Medizinischen

Ergebnisqualitätsbericht eine nachvollziehbare

Verbindung zwischen der

Darstellung der Krankheiten, den Möglichkeiten

ihrer Behandlung und dem

Behandlungserfolg. Nicht nur die guten

Ergebnisse eines Jahres stehen dabei im

Mittelpunkt, sondern auch die Entwicklung

in den letzten Jahren: Unser Auftrag

ist es, kranke Menschen auf fachlich

höchstem Niveau zu versorgen – daran

arbeiten wir kontinuierlich.

Das beste Krankenhaus kann jedoch nur

wählen, wer über umfassende Informationen

verfügt und diese auch versteht.

Deshalb stellen wir in diesem Bericht auch

die medizinischen Behandlungserfolge in

einer für den Patienten verständlichen

Form dar. Fachbegriffe, Krankheitsbilder

und Therapieansätze werden erklärt, um

auch dem medizinischen Laien die Einordnung

der Ergebnisse zu ermöglichen

und die Beurteilung der Therapie zu er-

leichtern. Denn Medizin kann und muss

verständlich sein!

Zahlreiche Kliniken und Klinikverbände

informieren inzwischen über den Erfolg

der von ihnen durchgeführten Behandlungen.

Dies entspricht dem Wunsch der

Patienten nach Auskunft und Entscheidungshilfe.

Die Asklepios Kliniken gehen

jedoch noch einen Schritt weiter und

setzen ganz bewusst auf das bundesweit

etablierte Verfahren der externen Qualitätssicherung

der Bundesgeschäftsstelle

Qualitätssicherung (BQS). Aus einem einfachen

Grund: Es ist derzeit das beste und

objektivste Verfahren, das Aussagen zur

Behandlungsqualität in deutschen Krankenhäusern

macht.

Wir können zu Recht stolz darauf sein,

dass dieser vierte Bericht mit dem Siegel

„Geprüfte und zertifizierte Ergebnisse“

der Bundesgeschäftsstelle Qualitätssicherung

gGmbH versehen wurde.

Ihr

Bernard gr. Broermann

Asklepios intern 41/2009 3


Titelthema S. 6

S. 20

S. 44

S. 62

Titelthema

▼Inhalt

6 Zarte Seelen mit starken Emotionen –

Jugendliche zwischen Kindheit und Erwachsensein

Medizin & Wissenschaft

10 Medizinticker

12 Bundesweites Endoprothesen-Register:

Pilotprojekt der Orthopädischen Klinik Lindenlohe

14 Mehr Lebensqualität durch weniger Schmerzen und

Einschränkungen

16 Neurologische Beschwerden werden zur Volkskrankheit

18 Früherkennung von Morbus Parkinson

20 Hilfe für Übergewichtige

22 Signale rechtzeitig erkennen: Wenn sich ein

Schlaganfall ankündigt

23 Richtigstellung: Operative Therapie

24 Kupfer gegen Keime

Gesundheit & Wirtschaft

26 Kurz und Knapp

28 Das Gesundheitswesen bleibt ein großer

Wachstumsmarkt

30 Rauschtrinken – ein problematischer Trend

31 Auszubildende fördern Gesundheit

32 Gib Gas – Bewegung macht Spaß!

33 Weiterbildung für Datenschützer

34 Biker-Blut für einen guten Zweck

35 Eine zweite Chance

36 Asklepios Summer Academy

37 Medizinwissen für Grundschulkinder

38 Personalia

40 Erfolgreiche Rezertifizierung als Nachweis für gute Arbeit

41 Bad Wildungen: Qualitätssiegel mit hohem Stellenwert

42 Engagierte Gymnasiastinnen gegen Alkoholsucht

43 Bessere Überlebenschancen bei Herzstillstand

44 Sieg für Uchtspringer Torjäger: Fußballfest 2010 in der

Altmark

46 Everything goes: ambulant und stationär gehen Hand in

Hand

47 Neue Betten in der Klinik Am Kurpark Bad Schwartau

48 Medizin für alle – die Erfolgsgeschichte der „Hanseatischen

Nachtvorlesungen“

50 Frauen in Führungspositionen – Klinik Lindenlohe mit

weiblichem Doppel

Patientenforum

52 Null Bock auf Schule

53 Impressum

54 Laser-Akupunktur: Sanfte Therapie gegen

Kinderschmerz

56 „Menschen machen Fehler“

58 Wenn es am Kopf juckt und schuppt

60 Zwei Fliegen mit einer Klappe

62 Gut zu wissen

64 Asklepios Quiz

65 Buchtipps

66 Klinikübersicht

Sehr geehrte Leserinnen,

sehr geehrte Leser,

bei allen Sorgen um die Folgen der Wirtschaftskrise gilt

weiterhin, dass das Gesundheitswesen als größte Branche

der deutschen Volkswirtschaft langfristig über ein viel versprechendes

Wachstumspotenzial verfügt. Medizinischer

Fortschritt und demografische Entwicklung, aber auch der

„Zweite Gesundheitsmarkt“ sorgen dafür, die enge Verbindung

von Dienstleistung und Hightech unterstreicht zudem

die Möglichkeiten für den Standort Deutschland im internationalen

Maßstab.

Neurologische Beschwerden entwickeln sich verstärkt zu

Volkskrankheiten. Besonders in ländliche Regionen mit

einem überproportionalen Wachstum der älteren Bevölkerung

wird es in absehbarer Zeit einen zunehmenden Behandlungsbedarf

geben. Die Klinik in Pasewalk hat bereits

jetzt mit einem in der Region einzigartigen Modellvorhaben

reagiert: den Aufbau eines Neurologisch/Vaskulären Zentrums.

Damit können alle komplexen Krankheitsbilder mit

neurologischem Schwerpunkt fachübergreifend in der Klinik

behandelt werden.

Wie lässt sich das gute Ausbildungsniveau der vielen jungen

Medizinerinnen und Mediziner bei Asklepios noch verbessern?

Wie kann Fort- und Weiterbildung dazu beitragen, die

Motivation zu erhöhen? Und wie verstärkt man den Austausch

der Ärzte untereinander? Die erste Asklepios Summer

Academy, die im August in Hamburg stattfand, lieferte

Antworten auf diese Fragen. Die Begeisterung und das Interesse

der Teilnehmer lassen auf bemerkenswertes persönliches

Engagement schließen. Mein Dank geht an die Initiatoren

und Organisatoren für ihr großes persönliches Engagement.

Ihr

Dr. Tobias Kaltenbach

Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung


Titelthema

Zarte Seelen mit starken Emotionen –

Jugendliche zwischen Kindheit und

Erwachsensein

Die Pubertät ihrer Kinder erleben die meisten Eltern als dramatischen Einschnitt ins Familienleben. Doch auch für die

Jugendlichen handelt es sich um eine Zeit der Berg- und Talfahrten. Die biologischen Umbauarbeiten werfen sie aus

dem Gleichgewicht. Stimmungsschwankungen, Launenhaftigkeit und Trotz strapazieren den häuslichen Frieden. Die

pubertäre Sturm- und Drangzeit wird zur Herausforderung für alle Beteiligten. Probleme der Adoleszenz, des mit der

Pubertät beginnenden Übergangs vom Kind zum Erwachsenen, werden oft unterschätzt. Asklepios intern sprach mit

PD Dr. Streeck-Fischer, Chefärztin der Psychiatrie und Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters in Tiefenbrunn,

über diese besondere Zeit im Leben jedes Menschen.

Was bedeutet Adoleszenz und welchen Zeitraum umfasst sie?

Als Adoleszenz wird die Zeit der psychischen und sozialen

Reifung vom Kind zum Erwachsenen bezeichnet, während die

Pubertät die biologische Reifung umfasst. Die Pubertät beginnt

mit den ersten körperlichen Veränderungen. Mädchen bekommen

ihre erste Regelblutung, Jungen den ersten Samenerguss.

Studien zeigen, dass sich die Geschlechtsreife pro Jahrgang um

zwei Monate nach vorne verschiebt. Begann im 19. Jahrhundert

die Pubertät bei den meisten Mädchen mit ca. 17 Jahren, haben

heute bereits 11-Jährige ihre erste Menstruation. Allerdings war

die Adoleszenz dann meist nach 4 Jahren abgeschlossen, während

sie heute 8–15 Jahren dauern kann.

Gibt es Wirren Heranwachsender, die sich in allen Kulturen ähneln?

Die Phase der Adoleszenz wird stark von gesellschaftlichen

Trends und Riten geprägt.

Wir können dabei in sog. kalte und sog. heiße Kulturen unterscheiden.

In den sog. kalten Kulturen finden noch immer Initiationsriten

wie beispielsweise die Beschneidung bei Aborigine-

Jungen oder das Zufeilen der Vorderzähne von Jugendlichen

in Bali statt. Die Heranwachsenden werden nach einer 3-monatigen

Übergangszeit in den Kreis der Erwachsenen aufgenommen.

Die Kindheit ist damit vorbei.

Auch in unserer Gesellschaft, einer sogenannten heißen Kultur,

gab es früher typische Traditionen für den Eintritt ins Erwachsenenalter,

die heute kaum noch Bedeutung haben. Die Werte

und Moralvorstellungen sind einem starken Wandel unterzo-

gen, sodass sie in der Enkelgeneration in weiten Teilen von denen

der Großelterngeneration abweichen. Während noch vor 20

Jahren die Konfirmation den Startschuss ins Erwachsenenleben

signalisierte, Verlobungen und Eheschließungen in jungen Jahren

logische Schritte waren, legen sich heute die jungen Menschen

nicht gerne fest. Sie schieben Entscheidungen bei der Berufs-

und Partnerwahl vor sich her, genießen Freiheiten, lassen

gerne alles offen und lehnen Verantwortung ab.

Was geschieht im Gehirn Heranwachsender?

Das Gehirn ist enormen Umbauprozessen ausgesetzt. Die

Veränderungen werden vor allem im Detektorsystem, verantwortlich

für Informationsaufnahme und -verarbeitung, im affektiven

System, das für soziale Prozesse, sexuelles Verhalten,

soziale Bindungen und das Gedächtnis bedeutsam ist, und im

kognitiven System, welches für die Regulation der Prozesse

steht, deutlich. Die adoleszenzspezifischen Probleme haben unter

anderem damit zu tun, dass sich das kognitive System im

Jugendalter am langsamsten entwickelt. Der unreife, ventrale

präfrontale Kortex kann die Affekte der Jugendlichen nicht

ausreichend kontrollieren. Bildlich gesprochen, übersehen Heranwachsende

Haltesignale und landen auf Nebengleisen. Sie

sitzen auf einem Pulverfass, weil sie mit ihren Affekten nicht

angemessen umgehen können. Die Jugendlichen neigen dazu,

den schnellen Erfolg zu suchen, statt sich langfristige Ziele vor

Augen zu halten.

Die Hirnreifung ist erst im frühen Erwachsenenalter von 22–23

Jahren abgeschlossen. Meist gelingt es den Jugendlichen erst

6 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 7


Titelthema

dann, ihr Verhalten angemessen zu kontrollieren, Situationen

frühzeitig zu berechnen, Pläne zu schmieden oder auch Vorstellungen

und Wünsche zurückzuhalten.

Wie unterschiedlich entwickeln sich Jungen und Mädchen in

dieser Zeit?

Mädchen und Jungen entwickeln sich bereits im Kindesalter

unterschiedlich. Das bleibt auch während der Pubertät so. Physische

und psychische Veränderungen treten bei Mädchen 1 ½

bis 2 Jahre früher ein als bei Jungen. Dementsprechend geprägt

sind auch die Konflikte in dieser Zeit. Während sich Mädchen

mit sich und ihrem Körper beschäftigen und damit den selbstreflektierenden

Modus einschalten, drängt es die jungen Männer

nach außen. Sie sind handlungsorientiert und suchen die soziale

Auseinandersetzung, hin und wieder auch mit den Fäusten.

Welche Probleme treten am häufigsten auf?

Im Jugendalter kommt es zu einem enormen Zuwachs an geistigen

und körperlichen Fähigkeiten. Gleichzeitig ist dieses Alter

mit zunehmendem Risikoverhalten, Leichtsinn und der Suche

nach dem Kick verbunden. Weil die kognitiven Fähigkeiten

langsam wachsen, ist der Jugendliche in seinem Verhalten eher

unberechenbar und emotional. Die Selbstregulation und Verhaltenskontrolle

funktionieren einfach noch nicht. Bei den meisten

Teenagern führt die Pubertät zu einer Selbstentfremdung – ihr

veränderter Körper und die neue Beziehung zu sich selbst machen

ihnen zu schaffen. Sie beginnen, sich mit den Blicken der

anderen zu sehen.

Viele gesundheitliche Probleme hängen unmittelbar mit einem

erhöhten Gefährdungsverhalten und mangelnder Gefühlskontrolle

der Jugendlichen zusammen.

Die Intensität der Affekte nimmt zu. Jugendliche lieben Intensität,

Aufregung und Erregung. Sie suchen nach Ereignissen und

Substanzen, die ihre Sinne förmlich bombardieren. Der Spagat

zwischen biologischer und mangelhafter emotionaler Reife

kann im sozialen Umfeld gefährlich werden. Wussten Sie, dass

die Erkrankungen und die Sterblichkeit von 9–18-Jährigen um

300 Prozent steigen? Wussten Sie, dass Unfälle, Selbstmorde,

Tötungen, Depressionen, Alkohol, Drogen, gewaltsame Übergriffe,

unerwünschte Schwangerschaften, HIV-Infektionen und

Ess-Störungen in dieser Phase massiv zunehmen? Die Jugend

ist eine verletzbare Zeit.

Wie können Eltern und Erzieher in dieser Phase unterstützen?

Die Jugendzeit stellt für Eltern und Erzieher eine schwierige

und anspruchsvolle Herausforderung dar. Einerseits wollen die

Jugendlichen selbständig sein und sich vom Elternhaus lösen,

andererseits benötigen sie die Unterstützung von Elternhaus

und Schule. Häufig werden Jugendliche in einer schwierigen

Zeit sich selbst überlassen. In dieser Phase ist es von besonderer

Bedeutung, miteinander ins Gespräch zu kommen, Vorschläge

zu machen, aber den Heranwachsenden selbst die Entscheidung

treffen zu lassen. Familiäre Rituale sollten ebenfalls so weit wie

möglich weiter gepflegt werden.

Wann sollte eine psychiatrische Behandlung erfolgen?

Die Adoleszenz ist eine in der Kinder- und Jugendpsychiatrie

bisher vernachlässigte Episode. Viele Anzeichen, die für eine

Störung sprechen, werden gar nicht erkannt oder unterschätzt.

50 % der psychiatrischen Erkrankungen des Erwachsenenalters

beginnen in der Adoleszenz. Grund genug, sich dieser Lebensphase

vermehrt zuzuwenden und eher früher als später nach

Rat zu suchen.

Zieht sich der Jugendliche zurück, vermeidet Kontakt zu Gleichaltrigen,

treten massive Probleme in der Schule auf, finden sich

Hinweise für Drogen-, Alkoholabusus, selbstverletzende Neigungen

oder Kontakt zu problematischen Jugendgruppen, sollte

das Gespräch mit dem Kinder- und Jugendpsychiater und

Psychotherapeuten gesucht werden.

Das Gespräch führten Mandy Wolf und Bianca Dietrich

8 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 9

Kontakt

PD Dr. Annette Streeck-Fischer

Chefärztin, Abteilung Psychiatrie und

Psychotherapie des Kindes- und Jugendalters,

Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn,

37124 Rosdorf

Tel: (0551) 500 52 01

Literaturempfehlungen

Jörg M. Fegert, Annette Streeck-Fischer,

Harald J. Freyberger: Adoleszenzpsychiatrie:

Psychiatrie und Psychotherapie der

Adoleszenz und des jungen Erwachsenenalters,

Schattauer Verlag, 119,00 €

Annette Streeck-Fischer: Trauma und

Entwicklung: Frühe Traumatisierungen

und ihre Folgen in der Adoleszenz,

Schattauer Verlag, 49,95 €

PD Dr. Annette Streeck-Fischer


Medizin & Wissenschaft

+

+++ Schmerztherapie in Klinik Lindenlohe

Medizinticker

Schmerzen nach der Operation müssen

Adresse

nicht sein“, betont Dr. Franz Jürgen Asklepios Westklinikum Hamburg Unter-

Innere Medizin

Suurheid 20

22559 Hamburg

Tel.: (0 40) 81 91-20 00

burger, Chefarzt und Leiter der Fax: Abteilung (0 40) 81 91-20 01 für

Veranstaltungsort

Asklepios Westklinikum Hamburg

Anästhesiologie und Schmerztherapie Cafeteria in der

Suurheid 20

22559 Hamburg

Asklepios Orthopädischen Klinik Lindenlohe.

In der aktuellen Auswertung des bundesweiten

Rankings von über 100 Kliniken – die

wissenschaftliche Koordination obliegt dem

Dr. Franz Jürgen Unter-

Universitätsklinikum Jena – landete die Oberburgerpfälzer

Fachklinik auf Platz 4. Ziel von QUIPS

(Qualitätsverbesserung in der postoperativen Schmerztherapie) ist

es, die Akutschmerztherapie in operativen Zentren und Krankenhäusern

zu verbessern und letztlich die Liegezeiten zu verkürzen. Die

gute Bewertung des Asklepios-Hauses gibt der Abteilungsleiter an

den Projektbetreuer, Oberarzt Dr. Martin Wallinger, und sein Team

weiter: „Optimale Betreuung der Patientinnen und Patienten ist ein

Stück weit auch eine Funktion des Einfühlungsvermögens und der

psychologischen Kompetenz.“

Kontakt

Chefarzt Dr. Franz Jürgen Unterburger

Tel: (09431) 888-652

E-Mail: j.unterburger@asklepios.com

Weitere Infos unter:

www.quips-projekt.de

+++ Spitzenversorgung für Entzündungskrankheiten

am Westklinikum Hamburg

Mit einer Hochschulambulanz für Spezielle Gastroenterologie am

Westklinikum in Hamburg-Rissen eröffnete die Kieler Universität

im Juni eine neue Anlaufstelle für Patienten mit chronisch entzündlichen

Darmerkrankungen. Die von Prof. Dr. Andreas Raedler,

Chefarzt der Gastroenterologie im Asklepios Westklinikum, geleitete

Abteilung genießt einen hervorragenden Ruf weit über die Grenzen

der Hansestadt hinaus. Die neue universitäre Hochschulambulanz

Zertifi zierung

Gemeinsam für Gesundheit www.asklepios.com

Einladung

Einweihung der Hochschulambulanz

der Klinik für Innere Medizin I des UK S-H

– Spezielle Gastroenterologie –

am Asklepios Westklinikum Hamburg

Montag, 08.06.2009, 18:30-20:00 Uhr

Westklinikum Hamburg

ist Bestandteil des Exzellenzzentrums Entzündungsmedizin

des Universitätsklinikums

Schleswig-Holstein. Aufgabe der neuen Einrichtung

ist die Durchführung von Klinischen

Studien und Forschungsprojekten im Rahmen

von Lehre und Forschung sowie die Untersuchung,

Diagnose und Behandlungsempfehlung

bei gastroenterologischen entzündlichen Erkrankungen.

Die Betreuung und Versorgung der

Patienten erfolgt in Ergänzung zur Behandlung

durch den zuweisenden niedergelassenen Arzt.

+++ Klinik St. Georg: Gentherapie für neue

Gefäße

In den Beinen eines Patienten, der an einer Arteriellen Verschlusskrankheit

leidet, sollen durch Gentherapie neue Gefäße wachsen.

Denn bei diesem Krankheitsbild ist die Blutversorgung des Beines

so stark beeinträchtigt, dass eine Amputation oft unvermeidbar ist.

Durch die neuartige Therapie, die Prof. Dr. Sigrid Nikol, Leitende

Ärztin der Klinischen und Interventionellen Angiologie in der Klinik

St. Georg, durchführte, wird ein gentechnisch hergestellter Wachstumsfaktor

ins Muskelgewebe gespritzt, wo er die Bildung von Kollateralgefäßen

anregt. Die Abteilung für Klinische und Interventionelle

Angiologie der Klinik St. Georg nimmt damit an der weltweiten TA-

MARIS-Studie teil. In einer vorhergehenden Studie zur Wirksamkeit

des Präparates reduzierte die Gentherapie das Amputationsrisiko

und auch die Sterblichkeit der Patienten bereits deutlich.

Kontakt

Prof. Dr. Sigrid Nikol

Klinische und Interventionelle Angiologie

Asklepios Klinik St. Georg

Tel. (040) 18 18-85 24 01

E-Mail s.nikol@asklepios.com

Weitere Informationen unter:

www.tamaris-study.org

+++ Ausgezeichnete Teamleistung in der

Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen

Die Säulen des Erfolges (v.l.n.r.): Dr. med. Florian Oczipka, Assistenzarzt, Dipl.-

Sportwissenschaftlerin Silvia Dullien, Dr. med. Jan Matussek, Oberarzt und Leiter

der Kinderorthopädie, und Walter Stemper, Orthopädietechniker sowie Korsettbau-

Meister der Weidener Firma Urban und Kemmler mit Niederlassung in Bad Abbach

Mehr als zwei Jahre arbeitete das Team um Dr. Jan Matussek, Oberarzt

und Leiter der Kinderorthopädie der Orthopädischen Klinik für

die Uni Regensburg im Asklepios Klinikum Bad Abbach, an einem

speziellen, handgefertigten Korsett zur Behandlung von Wirbelsäulenverkrümmungen.

Nun wurde das vierköpfige Forschungsteam

mit dem „MOT-Forschungspreis” der Fachzeitschrift „Medizinischorthopädische

Technik” ausgezeichnet. Redaktionsleitung, Beirat

und Gutachterausschuss des Fachmagazins hatten die interdisziplinäre

Durchführung des Projektes und die wissenschaftliche, vorausschauende

Kontrolle über zwei Jahre bewertet. Der erste Preis an

das Bad Abbacher Team wurde für das Thema „Die systematische

dreidimensionale Spiegelung der Rumpfachsensymmetrie im modernen

handgefertigten Derotationskorsett (Typ Chêneau)“ vergeben. Im

Speziellen geht es um die individuelle Versorgung von Fehlformen

der Wirbelsäule im Brustbereich. Durch die interdisziplinäre Zusammenarbeit

zwischen Arzt, Techniker und Sportwissenschaftler können

sehr gute Ergebnisse bei der Versorgung entsprechender Fehlstellungen

erzielt werden.

Weiter Informationen unter:

www.vso-ev.de

www.ortho-online.de/news

www.orthopoint.com/cheneau_korsett.html

+++ Kompetenzzentrum für Therapie von

Gelenkknorpelschäden in Bad Abbach

Oft sind es Unfälle oder Verletzungen, die den Verlust des Gelenkknorpels

nach sich ziehen. „Ohne eine entsprechende Versorgung ist

eine Arthrose unausweichlich“, beschreibt Prof. Dr. med. Dr. h. c.

Joachim Grifka, Direktor der Orthopädischen Klinik für die Universität

Regensburg, die Notwendigkeit der adäquaten Versorgung von

Knorpelschäden mit körpereigenen Zellimplantaten. Das Klinikum

Bad Abbach wurde als erstes Kompetenzzentrum für Matrix-gekoppelte

Knorpelzellimplantate (MACI) ausgezeichnet. Bei diesem Verfahren

werden Knorpelzellen entnommen, in einem Speziallabor vermehrt

und letztlich operativ wieder eingesetzt. „Die Patienten können

einen Tag nach der minimal-invasiven Operation aufstehen“, so

die Erfahrung von Prof. Grifka für ein Knorpeltransplantat im Knie.

Nach sechs Wochen ist bei entsprechender Krankengymnastik die

Gehfähigkeit wiederhergestellt. Mehr als 150 erfolgreiche Eingriffe

mit dieser Technik waren die Grundlage für die Auszeichnung der

Orthopädischen Uniklinik durch das Biotechnologie-Unternehmen

„genzyme”.

„Unser oberstes Ziel ist der Erhalt des Gelenkes“, unterstreichen

Prof. Grifka und Oberarzt Dr. Anders ihr Engagement für die Knorpelzell-Transplantation.

Kontakt

Prof. Dr. med. Dr. h.c. Joachim Grifka

(Direktionsassistentin: Carola Härtel)

Tel. (09405) 18-2401

E-Mail: c.haertel@asklepios.com

Weitere Informationen:

www.genzyme.com

Prof. Dr. Klaus Hörauf, Medizinischer Direktor der Firma „genzyme“ (2. v. l.)

überreicht an Oberarzt Dr. Sven Anders (3. v. l.) und Prof. Dr. Dr. Joachim Grifka

(2. v. r.) eine hochwertige Metallplatte, die künftig das Kompetenzzentrum für

Gelenkknorpelschäden markieren wird. Jürgen Balthasar (links) und Dr. Kai-Uwe

Belge (rechts) von „genzyme“ begleiteten die Auszeichnung für die Klinik.

10 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 11


Medizin & Wissenschaft

Bundesweites Endoprothesen-Register:

Pilotprojekt der Orthopädischen Klinik

Lindenlohe

„Der Patient soll wissen, dass wir medizinisch

auf höchstem Niveau fahren“,

unterstrich Konzern-Geschäftsführer Dr.

h. c. Peter Coy den Anspruch von Asklepios

bei der Vorstellung des ersten bundesweiten

Endoprothesen-Registers. Der

Hintergrund: In der Orthopädischen Klinik

Lindenlohe wurde der Startschuss für

dieses Pilotprojekt gegeben. Bei endoprothetischen

Eingriffen an Schulter, Hüfte

oder Knie sollen nun alle relevanten Operationsdaten

erfasst und anonym in ein

zentrales Register eingespeist werden.

Durch die Auswertung all dieser Daten

lassen sich dann die Operationstechniken

sowie die Materialien des Gelenkersatzes

optimieren. Die Patienten selbst erhalten

einen Endoprothesen-Pass ausgehändigt,

in dem die Implantatdaten ebenso

eingetragen werden wie alle Nachuntersuchungstermine.

Auf diese Weise wird

auch die regelmäßige und regelhafte

Nachkontrolle des operierten Gelenkes

durch den Hausarzt effektiver.

In Deutschland werden pro Jahr rund

500.000 künstliche Gelenke implantiert.

Mit rund 12.000 Eingriffen ist die Asklepios-Gruppe

mit ihren über 100 Kliniken

– davon etwa 50 mit orthopädischen und

unfallchirurgischen Abteilungen oder

Ausrichtungen – bundesweit der größte

Endoprothetiker. Die Schwandorfer

Fachklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie

und Sportmedizin, die seit Ende 2004

zum Konzern gehört, startet das Pilotprojekt

gemeinsam mit der Firma DePuy,

einem der führenden Hersteller von Endoprothesen.

„Vorbild für ein derartiges Register ist

Schweden“, so Prof. Dr. Heiko Graichen,

Chefarzt und Ärztlicher Direktor in Lindenlohe.

„Dort sind die Revisionsdaten

in den letzten 15 Jahren um 70 Prozent

zurückgegangen.“ Eine Revision wird

immer dann notwendig, wenn das implantierte

Gelenk nicht oder nicht mehr

funktioniert. In Deutschland, so Graichen,

sei die Notwendigkeit für ein Endoprothesen-Register

zwar erkannt worden,

bislang konnte aber kein politischer

Konsens erzielt werden.

In der Umsetzung funktioniert das Register

in Zusammenarbeit mit den niedergelassenen

Ärzten und Fachärzten folgendermaßen:

Die Patienten werden im

Rahmen ihrer Operation auf freiwilliger

Basis in das Register eingeschrieben und

dann in regelmäßigen zeitlichen Abständen

nachuntersucht. Bei diesen Nachuntersuchungen

wird die Zufriedenheit der

Patienten ebenso erfragt wie ihre Fähigkeit,

Alltagstätigkeiten zu bewältigen.

Gleichzeitig misst der Arzt Beweglichkeit

und den Zustand des Gelenkes.

Im Rahmen der Operation werden natürlich

auch die gesamten Prothesendaten,

der operative Zugang und die technische

Durchführung (z. B. Navigation) erfasst.

Nach einem Jahr, drei, fünf, zehn, 15 und

20 Jahren erfolgt die erneute Erhebung der

beim ersten Mal erfassten Daten. Sie werden

in standardisierte Bögen eingetragen

und an eine zentrale Auswertungsstelle

gesendet (elektronisch oder per Fax),

die alles anonym erfasst und auswertet.

Kollegen, die am Projekt Endoprothesen-

Register beteiligt sind, können die Daten

Prof. Dr. Heiko Graichen erläuterte im Rahmen der

Pressekonferenz die Notwendigkeit des Endoprothesen-Registers.

Die Asklepios Vorreiterrolle von wurde

durch Konzerngeschäftsführer Dr. h.c. Peter Coy

unterstrichen.

12 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 13

Kontakt

Prof. Dr. Heiko Graichen

Chefarzt und Ärztlicher Direktor der

Orthopädischen Klinik Lindenlohe

Tel: (0 94 31) 888-601

E-Mail: nfo@endoprothesen-register.com

Gemeinsam mit dem Endoprothesen-Hersteller DePuy

präsentierte die Orthopädische Klinik Lindenlohe das

Endorprothesen-Register

(v. l .n . r.): Klinik Geschäftsführer Matthias Meier,

Thomas Benning (DePuy), Prof. Dr. Heiko Graichen,

Konzerngeschäftsführer Dr. h. c. Peter Coy.

unter höchsten datenschutzrechtlichen

Vorgaben nutzen. Des Weiteren erfolgt

die jährliche Publikation der Analyseergebnisse

auf der Homepage www.

endoprothesen-register.com. Sollte dem

Patienten irgendetwas am Implantat passieren,

kann der behandelnde Arzt sich

problemlos an das Register wenden.

Das Endoprothesen-Register in Lindenlohe

hat Pilotprojekt-Charakter, denn es

werden erstmals Erfahrungen zur Organisation

und Durchführbarkeit gesammelt.

Mittelfristig ist geplant, das Register

auf den gesamten Konzern auszudehnen,

dann soll es auch eine zentrale Auswertung

aller erhobenen Daten geben.

Weitere Informationen gibt es im Internet.

Hier besteht auch die Möglichkeit, Fragen

an das Kompetenzteam zu stellen.


Medizin & Wissenschaft

Mehr Lebensqualität durch weniger

Schmerzen und Einschränkungen

Mehr als acht Millionen Deutsche leiden unter chronischen Schmerzen. In einigen Fällen können Medikamente

nicht mehr helfen. Viele Patienten verzweifeln. Einen Ausweg aus der Schmerzspirale bieten moderne Schmerztherapien

wie beispielsweise der Einsatz elektrischer Impulse durch neurochirurgische Eingriffe. Über diese Verfahren

sprach Asklepios intern mit Prof. Dr. Dieter Hellwig, Leiter der Stereotaktischen und Funktionellen Neurochirurgie

am INI Hannover.

Kann die Neurochirurgie bei der Bekämpfung

des chronischen Schmerzes helfen?

Ja, bei vielen Patienten sogar sehr effektiv.

Klinisch unterscheidet man neuropathischen

Schmerz durch Schädigungen

des Nervensystems und somatischen

Schmerz ohne organische Ursache. Neurochirurgische

Maßnahmen sind bei

beiden Schmerzarten möglich, kommen

jedoch eher bei neuropathischen Schmerzen

in Betracht. Neurochirurgische Eingriffe

zur Behandlung von Schmerzen

gibt es bereits seit 120 Jahren, dabei wurden

üblicherweise Nerven durchschnitten

oder Nervenkerne durch das Einspritzen

von Medikamenten ausgeschaltet. Bei

den modernen Verfahren der Neuromodulation

bleibt das Nervengewebe erhalten

und wird durch die Anwendung von

elektrischem Strom reaktiviert. Diese Verfahren

sind die Zukunft bei der Behandlung

von zentralen Bewegungsstörungen

und anderen chronischen neurologischen

Erkrankungen. Es sei hier nur das Schlagwort

des „Brain-Machine-Interface“ erwähnt.

Welche neurochirurgischen Verfahren

sind besonders wirksam?

Wir unterscheiden im Wesentlichen drei

Verfahren: die Rückenmarksstimulation

(SCS), die Motorcortexstimulation (MCS)

und die Applikation von Schmerzmitteln

in den Rückenmarkskanal über Pumpsysteme.

Bei der SCS werden mit Hilfe eines implantierten,

schrittmacherähnlichen Gerätes

elektrische Impulse an die Rückenmarksnerven

abgegeben. Diese Impulse

sind unbedenklich und können das Nervensystem

nicht schädigen. Patienten, die

seit mehr als sechs Monaten an mäßigen

bis starken chronischen Schmerzen leiden,

und Patienten mit neuropathischen

Schmerzen (Kribbeln, nadelstichartigen

Beschwerden, Taubheit und/oder Jucken)

eignen sich am besten für diese Behandlung.

Die meisten sind anschließend so

gut wie beschwerdefrei, andere berichten

von einer spürbaren Verbesserung.

Die MCS ist ein nur wenig bekanntes

und erforschtes Operationsverfahren, hat

aber eine Erfolgsrate von bis zu 70 Prozent.

Sie wird hauptsächlich bei Patienten

angewandt, die unter therapieresistenten,

neuropathischen Gesichtsschmerzen leiden,

sowie an Schmerzen, die nach Hirninfarkten

auftreten. Die Hirnrinde wird

dabei über implantierte Elektroden stimuliert.

Mehrmals täglich werden über

fünf bis zehn Minuten elektrische Reize

appliziert. Der schmerzlindernde Effekt

kann über Jahre anhalten.

Bei Patienten, die an chronischen Schmerzen

leiden, ist die Implantation einer

Schmerzpumpe äußerst wirksam, ins-

b e s o n d e r e ,

wenn Medikamente

nicht

mehr wirken

oder zu

viele Nebenw

i r k u n g e n

haben. Die

Medikamentengabeerfolgt

über ei-

Prof. Dr. Dieter Hellwig

nen Katheter,

der direkt

in den Spinalkanal eingesetzt wird und

mit der Pumpe verbunden ist. Das Medikament

wirkt besser, die Dosis wird

individuell über externe Programmiergeräte

angepasst und ist etwa fünfzig- bis

einhundertmal niedriger als bei der herkömmlichen

Einnahme.

Es ist für mich immer wieder äußerst

eindrucksvoll, wie über Jahre schmerzgeplagte

Patienten durch die Anwendung

der Neuromodulationsverfahren eine

Schmerzlinderung erfahren oder sogar

schmerzfrei werden.

Welche Bedeutung hat die Tiefe Hirnstimulation

für Patienten mit Morbus Parkinson?

Operative Verfahren haben in der Behandlung

von zentralen Bewegungsstörungen,

die durch Medikamente nur ge-

ring oder gar nicht zu beeinflussen sind,

schon seit vielen Jahren eine hohe Bedeutung.

Insbesondere in der Behandlung

des Zitterns (Tremors), der Unbeweglichkeit

(Akinese) und der Muskelsteifheit

(Rigor) bei Morbus Parkinson hat sich

dieses Verfahren in den letzten Jahren

zur gängigen Operationsmethode entwickelt.

Weitere Indikationen sind andere

zentrale Bewegungsstörungen wie etwa

die Dystonie. Die Tiefe Hirnstimulation

ist eine sehr komplexe neurochirurgische

Operation. Durch den Einsatz eines Zielapparates,

spezieller rechnergestützter

Navigationsprogramme und intraoperativer

Mikroableitungen ist es möglich,

jeden Punkt im Gehirn dreidimensional

exakt zu bestimmen und die Stimulationselektroden

millimetergenau zu platzieren.

Während des gesamten Eingriffes

ist der Patient wach und orientiert, damit

anhand der Wirkungen und Nebenwirkungen

die korrekte Positionierung der

Reizelektrode festgelegt werden kann.

Das Ergebnis ist in den meisten Fällen

eine deutlich bessere motorische Funktion.

Die Medikamentendosis – und somit

auch die Nebenwirkungen – werden

geringer. Das Fortschreiten der Grunderkrankung

Morbus Parkinson ist zwar

nicht aufzuhalten, doch die Lebensqualität

steigt erheblich.

Was ist unter Neuroendoskopie zu verstehen?

Es ist ein relativ neues Verfahren innerhalb

der Neurochirurgie. Die Indikationen

für diese Methode wurden in

den vergangenen Jahren standardisiert.

Hauptsächlich werden neuroendoskopische

Operationen zur Behandlung des

sogenannten Wasserkopfes vorgenommen.

Durch die Operation können wir

natürliche Liquorableitwege wiederherstellen

oder sogar neu schaffen. Der große

Vorteil: Auf ein künstliches Shunt-System

und somit auf Fremdkörpermaterial kann

verzichtet werden – eine erhebliche Entlastung

für den Patienten. Weitere Anwendungsgebiete

sind Zysten im Schädel

und Tumore im Hirnwasser. Mittlerweile

werden neuroendoskopische Verfahren

auch bei mikrochirurgisch-neurochirurgischen

Operationen, bei Interventionen

an der Wirbelsäule und Karpaltunneloperationen

erfolgreich angewendet.

Wir verfügen hier am INI Hannover über

die modernsten technischen Voraussetzungen

für sämtliche neurochirurgischen

Eingriffe, hervorragende fachliche Expertisen

und umfassendes fachärztliches

Know-how.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

14 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 15


Medizin & Wissenschaft

Neurologische Beschwerden werden

zur Volkskrankheit

Die Anzahl cerebrovaskulärer Erkrankungen wird im kommenden Jahrzehnt um 50–60 Prozent steigen, bei Menschen

über dem 75. Lebensjahr sogar um 80 Prozent. Alarmierende Zahlen, die im Hinblick auf die Entwicklung

der Bevölkerungsstruktur aber logisch sind. Besonders in ländlichen Regionen mit überproportionalem Wachstum

der älteren Bevölkerung wird der Behandlungsbedarf für Menschen mit neurologischen Erkrankungen in absehbarer

Zeit deutlich steigen. Die Klinik Pasewalk hat auf diese zukünftige Entwicklung bereits reagiert.

Seit Oktober 2004 werden in der Klinik

Pasewalk Behandlungsmöglichkeiten

der fachübergreifenden Frührehabilitation

angeboten. Das Modellvorhaben

erbringt rehabilitative Leistungen für

alle medizinischen Fachrichtungen des

Krankenhauses. Durch die Erweiterung

des Leistungsspektrums um das Neurologisch-Vaskuläre

Zentrum können neurologische

Leistungen auch klinikintern

in einem größeren Spektrum als bisher

erbracht werden.

„Betrachtet man die demographischen

Entwicklungstendenzen in den nächsten

zwanzig Jahren, dann ist eindeutig

erkennbar, dass die Anzahl der älteren

Menschen zunehmen wird. Und damit

auch die neurologischen Erkrankungen“,

erklärt Chefarzt Andre Gille. Schlaganfall,

Demenz, Bewegungsstörungen

(z. B. die Parkinsonsche Krankheit), Anfallsleiden

wie Epilepsien, Erkrankungen

des peripheren Nervensystems, Schmerzsyndrome,

Muskelerkrankungen und

neuromuskuläre Erkrankungen werden

immer häufiger. „Wir wissen, dass im Jahre

2030 der Schlaganfall die häufigste Todesursache

sein wird. Darauf sollten wir

vorbereitet sein“ warnt Gille.

In der Stadt Pasewalk gibt es trotz des

wachsenden Bedarfs weder einen niedergelassenen

Neurologen noch einen Psychiater.

Darauf hat die Klinik nun mit einem

für die Region beispielhaften Modell reagiert.

Die moderne Zentrumsstruktur

dieses Modells ermöglicht eine optimale

Behandlung der Patienten mit den für die

Neurologie wichtigen Fachgruppen Innere

Medizin, fachübergreifende Frührehabilitation,

Intensivmedizin, Gefäßchirurgie

und Orthopädie. „Zu uns kommen überwiegend

ältere Patienten, die wohnortnah

behandelt werden möchten. Einen alten

Baum verpflanzt man schließlich nicht“,

erklärt der Arzt. Wichtig sei daher insbesondere

bei neurologischen Erkrankungen

die Einbeziehung der Angehörigen und

die Beibehaltung der gewohnten Umgebung.

Auch an einer ambulanten Versorgung

durch das Krankenhaus wird gearbeitet,

um die Situation zu entspannen.

„Bei komplexen Krankheitsbildern mit

neurologischem Schwerpunkt ist nun

eine enge fachübergreifende Zusammenarbeit

mit den am Klinikstandort befindlichen

anderen fachspezifischen Kliniken

möglich. Das ist ein großer Vorteil für die

Patienten“, so der Mediziner.

Durch die technische Ausstattung des

Neurologisch-Vaskulären Zentrums sind

die folgenden neurologischen Untersuchungen

vor Ort möglich:

Neurophysiologische Untersuchungen

wie Elektroenzephalografie,

Elektromyografie, Elektroneurografie

und evozierte Potenziale

Computertomografie, Magnetresonanztomografie

und Angiografie

Ultraschall der Gefäße

Laboruntersuchungen, einschließlich

der Untersuchung der Gehirn-Rückenmarkflüssigkeit

(Liquor)

Schlaflabor

Neuropsychologische Diagnostik

Doch nicht nur die Technik soll bei der

Gesundung helfen, sondern das Gespräch

mit dem Arzt. „Gerade ältere Patienten

haben oft Angst vor einem Krankenhausaufenthalt.

Für uns ist es wichtig,

dass die Patienten uns als Partner sehen.

Wir wollen keine unbekannten Wesen im

weißen Kittel sein“, erläutert Gille. Ziel

ist es, die Patienten über ihre Erkrankung

soweit aufzuklären, dass sie ihre Verhaltensweisen

der neuen Lebenssituation

anpassen. Oft müssen dabei jahrzehntelange

Gewohnheiten abgelegt werden,

die die ganze Familie betreffen. Das kann

im Einzelfall sehr hart sein.

Eng in die Arbeit einbezogen werden auch

Selbsthilfegruppen. Mitunter sind gerade

sie das soziale Auffangbecken nach

einer schwerwiegenden neurologischen

Diagnose. Durch den arbeitsbedingten

Wegzug junger Menschen aus der Region

verändern sich die familiären Strukturen

und ältere, erkrankte Menschen sind oft

auf sich allein gestellt. Daher schätzt Gille

die Zusammenarbeit mit den Selbsthilfegruppen

ganz besonders.

Zukünftig sollen mehr neurologische

Weiterbildungsveranstaltungen für Ärzte

der Klinik und niedergelassene Kollegen

angeboten werden. Das Interesse ist groß.

So wurden gemeinsam mit der Neurologischen

Klinik der Ernst-Moritz-Arndt-

Universität Greifswald Veranstaltungen

zum Thema Morbus Parkinson durchgeführt.

Mit großem Erfolg. „Die Zuweisungen

in unsere Klinik bestätigen die

steigende Zahl dieser Erkrankungen. Wir

sehen hier einen enorm hohen Informationsbedarf.“

Weitere Schwerpunkte sind die Behandlung

von Schmerzsyndromen wie periphere

und zerebrale Schmerzen sowie

Kopf- und Gesichtsschmerzen (z. B. Migräne).

„Auch hier gab es auf einer Weiterbildungsveranstaltung

für die klinisch

tätigen und niedergelassenen Kollegen

sehr gute Resonanz“, erklärt Gille.

16 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 17

Kontakt

Andre Gille

Chefarzt Neurologisch/ Vaskuläres

Zentrum

Asklepios Klinik Pasewalk, Prenzlauer

Chaussee 30, 17309 Pasewalk

Tel: (03973) 231391

E-Mail: a.gille@asklepios.com

Insbesondere für Schlaganfall-Patienten

soll die Behandlung mit Botolinumtoxin

weiter ausgebaut werden, denn neben

der Verbesserung der körperlichen Funktionen

erleichtert der Einsatz dieses Mittels

auch die Pflege – im Krankenhaus

und zu Hause. „Es ist in Zukunft von

einem überproportional wachsenden

Versorgungsbedarf bei neurologischen

Erkrankungen auszugehen. Wir wollen

hier in Pasewalk betroffenen Patienten

helfen, trotz ihrer Erkrankung ein weitgehend

selbständiges Leben zu führen.“

Mandy Wolf

Andre Gille


Medizin & Wissenschaft

Früherkennung von Morbus Parkinson

Bei Gefäßpatienten ist die Ultraschall-Untersuchung der Hirnbasis-Arterien ein Standardverfahren. Eher zufäl-

lig stellte man fest, dass sich auch bei Parkinson-Patienten auffällige Signalveränderungen erkennen lassen. Die

Bedeutung dieser Befunde ist zwar noch nicht in allen Einzelheiten geklärt, doch die Methode hat inzwischen das

Forschungslabor verlassen und wird – neben nuklearmedizinischen Verfahren – zur Früherkennung des Morbus

Parkinson eingesetzt.

Erstaunlicherweise zeigt die

Parkinson-Veranlagung vor.

Ultraschall-Untersuchung bei

Bei psychiatrischen Patien-

Parkinson-Patienten gewebliten,

die beruhigende Mediche

Veränderungen im Gekamente

(Neuroleptika) erhirn,

die weder mit der Comhalten,

zeigte sich ein enger

putertomographie (CT) noch

2

Zusammenhang zwischen

mit der Magnetresonanztomographie

(MRT) nachweisbar

sind. Die Untersuchung

M

T

1

der Hyperechogenität des

Mittelhirns und bestimmten

Nebenwirkungen von Medi-

erfolgt mit einem speziellen

kamenten in Bezug auf die

Schallkopf über dem Joch-

Haltungs- und Bewegungsbein

(Abb. 1). Abb. 2 zeigt den

motorik.

typischen Befund bei Mor-

Nach bisherigen Untersubus

Parkinson: Im Bereich

chungen ist die Hyperecho-

des Mittelhirns findet sich

genität des Mittelhirns unab-

eine besonders echoreiche,

hängig vom Krankheitsstadi-

man spricht auch von ener

um. Entsprechende Beobach-

„hyperechogenen” Struktur,

die sich deutlich vom sonst

Abb. 1 Untersuchungstechnik: Der Schallkopf wird am temporalen „Schallfenster“

analog der Hirngefäßdiagnostik platziert.

tungen liegen allerdings erst

für einen Zeitraum von fünf

echoarm dargestellten Mittelhirn abgrenzen lässt.

Jahren vor. Aber auch bei anderen Parkinson-Erkrankungen als

Hyperechogenität in diesem bestimmten Bereich des Gehirns dem Morbus Parkinson – zum Beispiel Multisystematrophie

ist charakteristisch für das Parkinson-Syndrom: 80 Prozent der (MSA) oder Progressive supranukläre Blickparese (PSP) – zeigt

Patienten weisen einen solchen krankhaften Ultraschallbefund die Ultraschalluntersuchung des Mittelhirns eine typische Hy-

auf, bei weiteren zehn Prozent finden sich auffällige, wenn auch

nicht eindeutig pathologische Werte. Bei Patienten, deren Erpoechogenität.krankung

bereits vor dem 60. Lebensjahr festgestellt wurde,

sind entsprechende Befunde sogar in 100 Prozent der Fälle

Methodische Probleme

nachweisbar.

Wie bei allen Ultraschall-Untersuchungen sind die Ergebnisse

Studien mit absolut verblindeten Untersuchern (die Ärzte wuss- in hohem Maße anhängig von Qualifikation und Ausbildungsten

also nicht, ob die von ihnen untersuchten Personen an Morstand des Arztes. Außerdem ist ein hochwertiges Ultraschallgebus

Parkinson erkrankt oder gesund waren) zeigen, dass eine rät mit spezieller Schallsonde erforderlich. Da sich die Messwer-

Ultraschall-Untersuchung die Diagnose Morbus Parkinson zu te verschiedener Ultraschallsysteme unterscheiden, muss jedes

86 Prozent bestätigen beziehungsweise zu 83 Prozent ausschlie- Labor zunächst seine Normwerte mit einer eigenen, altersangeßen

kann. Dabei ist bemerkenswert, dass auch bei zehn Prozent passten Kontrollgruppe erstellen.

der gesunden Personen eine krankhafte Hyperechogenität ge- Schlechte Untersuchungsbedingungen können die Ergebnisse

funden wurde – möglicherweise liegt bei diesen Personen eine ebenfalls beeinflussen: Reicht beispielsweise – oft abhängig von

Lebensalter und Geschlecht des Patienten – das Schallfenster

nicht aus, kann der Ultraschall nicht wie gewünscht ins Innere

des Schädels gelangen. Eine ausreichende Beurteilung ist daher

in 10 bis 20 Prozent der Fälle nicht möglich. Insbesondere bei

älteren Frauen ist die Durchschallung des Schädels erschwert.

Klinische Relevanz

Die Differenzierung verschiedener Parkinson-Syndrome ist

klinisch nicht immer eindeutig möglich, insbesondere in den

Frühstadien. Gerade diese Unterscheidung wäre aber wünschenswert,

da bestimmte Präparate bei Morbus Parkinson im

Frühstadium besonders wirkungsvoll sind, während Patienten

mit anderen Erkrankungen wie MSA oder PSP nicht davon profitieren.

Wenn die ersten motorischen Symptome des Morbus Parkinson

festgestellt werden, sind bereits 60 Prozent der Neuronen

des Mittelhirns zerstört, und der Botenstoff Dopamin ist in be-

Abb. 2 a Darstellung des Mittelhirns mit Ultraschall: Echoreiche Zone im anatomischen

Bereich der Substantia nigra

stimmten Teilen des Gehirns bereits um 80 Prozent reduziert.

Mit Hilfe einer Parkinson-Frühdiagnose aber könnten eventuell

das Fortschreiten oder überhaupt das Auftreten der Erkrankung

verhindert werden, wenn es gelänge, Nervenzellen und Nervenfasern

durch pharmakologische oder molekulargenetische

Methoden vor dem Absterben zu bewahren (Neuroprotektion).

Möglicherweise hat das Medikament Rasagilin, das Patienten

bisher meist im fortgeschrittenen Stadium erhalten, diese neuroprotektive

Wirkung – die Datenlage ist hier aber noch uneinheitlich.

Weitere Untersuchungen werden zeigen, ob und wie diese

oder andere Substanzen den Verlauf der Erkrankung beeinflussen

können. Zur Frühdiagnose des Morbus Parkinson trägt die

beschriebene Ultraschalluntersuchung des Gehirns aber bereits

jetzt bei.

Prof. Dr. Christian Arning, Dr. Jürgen Rieper, Dr. Haiko Kazarians

18 Asklepios intern 41/2009 05_085x125_3c_Asklepois_2.indd 1 Asklepios intern 04.08.2009 41/2009 13:05:35 19 Uhr

Kontakt

Prof. Dr. Christian Arning

Chefarzt Abteilung Neurologie

Asklepios Klinik Wandsbek

Alphonsstraße 14, 22043 Hamburg

Tel. (0 40) 18 18-83 14 14

Fax (0 40) 18 18-83 16 31

E-Mail: c.arning@asklepios.com

Asklepios

Zukunft planen –

berufsbegleitend

studieren.

Nutzen Sie die Vorteile eines Fernstudiums und

informieren Sie sich über unsere Studiengänge

mit anerkanntem Abschluss

Pflegemanagement (Diplom)

Gesundheits- und

Sozialmanagement (Bachelor)

Fordern Sie jetzt kostenlos Ihre Studienführer an.

info@hamburger-fh.de

Infoline: 040-350 94-360

Abb. 2 b Darstellung des

Mittelhirns mit MRT

zum Vergleich. (Für

Laien ist die farbliche

Zuordnung notwendig!)

(mo.-do. 8-18 Uhr, fr. 8-17 Uhr) www.hamburger-fh.de


Medizin & Wissenschaft

Hilfe für Übergewichtige

Im Adipositaszentrum des Westklinikums Hamburg entwickeln Spezialisten maßgeschneiderte Therapien.

Adipositas ist eine über das Normalmaß

hinausgehende Vermehrung des Körperfettes:

Wer einen Body-Maß-Index (BMI)

von mehr als 30 hat, gilt als adipös. Die

Gründe für die Entstehung des Übergewichts

sind vielfältig. Sie reichen von

genetischen Faktoren über soziale Umwelteinflüsse,

kulturelle Gewohnheiten

und fehlende Bewegung bis hin zu psychischen

Faktoren. Von der Weltgesundheitsorganisation

wurde Adipositas als

chronische Krankheit mit eingeschränkter

Lebensqualität und hohem Krankheits-

und Sterberisiko bewertet und zur

Epidemie des 21. Jahrhunderts erklärt.

In Deutschland sind mittlerweile jeder

zweite Mann und jede dritte Frau übergewichtig

– Tendenz steigend.

Die größte gesundheitliche Gefahr bei

Adipositas geht von der Vielzahl von Folgeerkrankungen

wie Bluthochdruck, Fettstoffwechselstörungen,

koronarer Herzkrankheit,

Diabetes mellitus Typ II und

degenerative Erkrankungen des Bewegungsapparates

aus. Auch Krebserkrankungen

werden gehäuft beobachtet. Abgesehen

von den körperlichen Folgen treten

auch erhöhte Depressivität, Ängstlichkeit,

soziale Diskriminierung, Selbstwertgefühlsminderung

und soziale Isolation auf.

Grundsätzlich ist die Behandlung adipöser

Patienten eine interdisziplinäre Herausforderung.

Doch oft bestehen Therapieempfehlungen

ausschließlich aus

Ernährungsberatung oder Verhaltens-

therapie, ohne den Patienten während

der Therapie selbst zu begleiten. Durch

Gewichtsreduktion wurde zwar in bis

zu 80 Prozent der untersuchten Fälle ein

Rückgang der Folgeerkrankungen sowie

eine höhere Lebenserwartung erreicht

– andererseits werden gerade die Folgeerkrankungen

oft isoliert therapiert, ohne

die eigentliche Ursache des Übergewichtes

zu betrachten. Da Adipositas aber eine

chronische Erkrankung mit hoher Rezidivneigung,

also „wiederkehrend“ ist,

kommt es besonders darauf an, nach der

Gewichtsabnahme auch eine langfristige

Stabilisierung des Gewichts zu erreichen.

Seit 2003 entwickeln darum Spezialisten

verschiedener Fachrichtungen im Adipo-

sitaszentrum des Westklinikums Hamburg

gemeinsame Behandlungskonzepte,

die für jeden Patienten die jeweils beste

Lösung bieten. Eingebunden sind auch

eine Selbsthilfegruppe sowie ein spezialisiertes

Fitnessstudio.

Zur individuellen Therapie zählen psychotherapeutische

Behandlungen oder

das Ernährungstherapie-Programm

„Schwerelos“, in ausgewählten Fällen

extremer Adipositas aber auch laparo-

skopische Eingriffe. Neben verstellbaren

Silikon-Magenbändern werden dabei

Magenbypassverfahren und Schlauch-

Magenbildungen sowie Magenballon-

Implantationen durchgeführt.

Tagesklinisches Konzept

Die Tagesklinik „Stoffwechselerkrankung

und Übergewicht“ bietet eine in

der Bundesrepublik bislang einmalige

Möglichkeit, die verschiedenen Therapieansätze

zu intensivieren. Das Angebot

richtet sich zunächst an Patienten mit nur

mittelschweren Störungen. Insbesondere

aber werden hier Patienten versorgt,

die nicht vollstationär behandelt werden

können, weil sie beispielsweise ihre Kin-

der betreuen müssen, oder Patienten, die

vom täglichen Wechsel des Umfeldes und

regelmäßiger Alltagserprobung profitieren.

Denn diese Patienten würden möglicherweise

nach einer rein stationären

Betreuung in ihre alten Verhaltensmuster

zurückfallen.

Patienten, bei denen eine Operation er-

forderlich ist, kommen zunächst zur Vor-

bereitung in die Tagesklinik, wo sie auch

nach ihrer Magenband- oder Magenby-

pass-OP betreut werden. Denn in der

Umstellungsphase der Essgewohnheiten

kann die begleitende Therapie eine entscheidende

Rolle spielen.

Patienten mit einem BMI von 25–30 können

von ihrem Hausarzt dem Adipositaszentrum

zugewiesen werden. Zunächst

muss der Hausarzt aber körperliche Ursachen

für das Übergewicht ausschließen,

insbesondere hormonelle Erkrankungen.

Ist eine Operation geplant, sollten auch

Gallenblasen-, Magen- und Tumorerkrankungen

ausgeschlossen werden. Während

der Adipositastherapie führt der

Hausarzt ambulante Verlaufskontrollen

durch. Dabei steht er in ständigem Kon-

takt mit den Spezialisten des Zentrums,

um gegebenenfalls schnell reagieren zu

können.

Nach abgeschlossenem Behandlungsprogramm

erfolgt die weitere lebenslange

Betreuung des Patienten, zunächst

in vierteljährlichen, später in jährlichen

Abständen. Es ist bekannt, dass rein konservative

Therapiekonzepte mit Diäten

und Verhaltenstherapien in hohem Maße

durch anschließende erneute Gewichts-

links: Lagerung zur laparoskopischen

Operation

unten: Adipositas per magna,

38-jährige Patientin unmittelbar nach

laparoskopischer Operation,

Patientin ein halbes Jahr nach laparoskopischer

Operation und Gewichtsverlust

von 30 kg

20 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 21

Kontakt

Dr. Wolfgang Tigges

Allgemein- und Viszeralchirurgie

Asklepios Westklinikum Hamburg

Suurheid 20, 22559 Hamburg

Tel. (0 40) 81 91-24 00

Fax (0 40) 81 91-24 09

E-Mail: w.tigges@asklepios.com

zunahme (JoJo-Effekt) gekennzeichnet

sind. Die derzeit wirksamste Methode,

dauerhaft eine Gewichtsreduktion zu erzielen,

ist daher die operative Therapie.

Verschiedene Behandlungsmodule, die

vom Adipositaszentrum Hamburg angeboten

werden, können sowohl den

JoJo-Effekt als auch Folgeerkrankungen

vermindern. Durch Einbindung der chirurgischen

Therapie lässt sich das Übergewicht

um 50 Prozent reduzieren – mit

dem Ergebnis, dass in den ersten beiden

Jahren wesentlich weniger Folgekrankheiten

auftreten und Lebensqualität wie

Lebenserwartung der Patienten sich

deutlich verbessern.


Medizin & Wissenschaft

Signale rechtzeitig erkennen:

Wenn sich ein Schlaganfall ankündigt

Ein neues Diagnostikprogramm der Klinik Wandsbek soll Schlaganfälle verhindern.

Pro Jahr erleiden allein in Hamburg circa

7.000 Menschen einen Schlaganfall. Dabei

gibt es im Vorfeld häufig Warnzeichen.

Würden diese besser beachtet, schneller

erkannt und behandelt, ließen sich viele

Schlaganfälle vermeiden, die das weitere

Leben der Betroffenen oft extrem beeinträchtigen.

Um optimale Voraussetzungen

für diese Prävention zu schaffen,

wurde in der Klinik Wandsbek ein spezielles

Diagnostikprogramm innerhalb

der bereits bestehenden Stroke unit eingerichtet.

„Jeder vierte Schlaganfall kündigt sich

durch eine TIA an. Diese ,Transitorische

Ischämische Attacke’ beschreibt kurzzeitige

Symptome, die an einen Schlaganfall

erinnern, aber von selbst wieder verschwinden“,

betont Prof. Dr. Christian Arning,

Chefarzt der Abteilung Neurologie

in der Klinik Wandsbek. Häufig folgt auf

eine TIA innerhalb kurzer Zeit ein schwerer

Schlaganfall. Trotz aller Fortschritte

in der Schlaganfallbehandlung durch

medikamentöse Akuttherapie (Lyse) und

Stroke-unit-Überwachung bleibe daher

Vorbeugung das beste Mittel.

Das Auftreten einer TIA ermöglicht es

Medizinern, einen drohenden Schlaganfall

gezielt zu verhindern, doch das Zeitfenster

für die entsprechenden Maßnahmen

ist extrem kurz. Die Diagnostik muss

daher schnellstmöglich in enger Kooperation

von Neurologen, Radiologen und

Kardiologen erfolgen – dann kann das

Schlaganfallrisiko gegenüber der bisher

oft üblichen ambulanten Abklärung um

80 Prozent reduziert werden.

Eine wichtige Rolle spielen dabei die

bildgebenden Verfahren, sagt Dr. Jürgen

Schönwälder, Leitender Oberarzt der

Radiologie: „Die Darstellung von Hirninfarkten

im CT oder besser noch in der

Magnetresonanztomografie ist wichtig,

da sich verschiedene Infarkt-Ursachen

unterschiedlich darstellen. Daraus ergeben

sich wichtige Konsequenzen für die

Behandlung.“

Schlaganfälle sind häufig auch durch

Herzerkrankungen verursacht, deshalb

gehört zur TIA-Diagnostik die sofortige

kardiologische Abklärung. „Häufige Ursachen

sind zum Beispiel Vorhofflimmern,

Herzklappenveränderungen oder Blutge-

rinnsel in der großen Körperschlagader“,

so Prof. Dr. Jörg Braun, Chefarzt der Abteilung

I. Medizin.

In Deutschland existieren bisher keine

Diagnostik-Standards für kleine Schlaganfälle

(TIA und minor stroke). Das neue

Programm in Wandsbek orientiert sich

an einer kürzlich publizierten amerikanischen

Empfehlung: danach sollen Gefäß-

Ultraschall und zerebrale Bildgebung (in

der Regel MRT) innerhalb von 24 Stunden

und die weiteren Untersuchungen

einschl. Herz-Ultraschall innerhalb von

48 Stunden erfolgen.

Kontakt

Prof. Dr. med. Christian Arning

Chefarzt der Abteilung Neurologie

Asklepios Klinik Wandsbek

Alphonsstraße 14, 22043 Hamburg

Tel.: (040) 18 18 83-1414

E-Mail: c.arning@asklepios.com

Richtigstellung zum Artikel „Behandlungskonzepte bei Schilddrüsenkrebs“, AI 40/2009, S. 12–13

Bei der Kürzung des o. g. Artikels auf den Seiten 12–13 der vorigen Asklepios Intern haben sich bedauerlicherweise einige

schwere Fehler eingeschlichen. Dafür bitten wir um Entschuldigung. Im Folgenden lesen Sie den korrekten Teil zur Therapie

des Schilddrüsenkarzinoms.

Operative Therapie

Die erste Therapie des Schilddrüsenkrebses

ist immer chirurgisch. Dabei richtet

sich das Ausmaß der Operation nach

Karzinomtyp, Stadium und Alter des

Patienten. Bei vor oder während des Eingriffs

gesicherten Karzinomen entfernt

der Operateur die Schilddrüse und zentralen

Lymphknoten, wobei mindestens

eine Nebenschilddrüse erhalten bleiben

soll. Ist der Tumor bereits in die Schilddrüsenkapsel

eingewachsen, werden zur

Vorsicht auch die umliegenden Muskeln

entfernt. Oft lässt sich aber erst nach dem

Eingriff sicher feststellen, ob es sich tatsächlich

um ein Karzinom handelt. Die

Prognose ist abhängig vom Tumortyp

und davon, ob er schon gestreut hat.

Wird nach einer Teilentfernung der

Schilddrüse ein einzelnes differenziertes

Mikrokarzinom (kleiner als ein Zentimeter)

gefunden, ist der Tumor im Gesunden

entfernt und sind keine Metastasen

in den Lymphknoten zu erkennen, muss

nicht noch einmal operiert werden, und

auch eine nachfolgende Radiojodtherapie

bleibt dem Patienten erspart. Bei

allen größeren, an mehreren Orten auftretenden

und metastasierten differenzierten

Schilddrüsenkrebsen wird wie

bei allen Stadien des sogenannten medullären

Schilddrüsenkarzinoms (MTC)

die Schilddrüse mit allen zentralen, even-

tuell auch mit den seitlichen Lymphknoten

komplett entfernt. Bei Verdacht auf

Resttumorgewebe wird innerhalb von 24

bis 72 Stunden erneut operiert. Gibt es

dagegen keine Hinweise auf verbliebenes

Tumorgewebe, kann eine Nachresektion

nach acht bis zwölf Wochen erfolgen, da

sich das Gewebe bis dahin vom ersten

Eingriff erholt hat und sich besser operieren

lässt.

So genannte undifferenzierte Schilddrüsenkarzinome,

deren Zellen nicht am

Jodstoffwechsel teilnehmen und die daher

auch nicht mit einer Radiojodtherapie

behandelt werden können, bedürfen

zur Therapieplanung einer subtilen Diagnostik

unter Einschluss einer kritischen

Gesamteinschätzung des Patienten inklusive

seines familiären und sozialen Umfeldes.

Das gilt besonders, wenn der Tumor

bereits über die Schilddrüse hinaus

gewachsen ist, da hier selbst nach radikaler

Entfernung des betroffenen Gewebes

ein hohes Rezidivrisiko vorliegt und

die Überlebenszeit häufig nicht mehr als

sechs bis zwölf Monate beträgt.

Radiojodtherapie

Differenzierte Schilddrüsenkarzinome

lassen sich mit einer Radiojodtherapie

behandeln, um nach der kompletten Entfernung

der Schilddrüse möglicherweise

noch vorhandene Tumorzellen im Körper

abzutöten.

Schilddrüsenhormontherapie

Abhängig von Tumortyp und Stadium

lässt sich das Wachstum von Tochtergeschwülsten

in vielen Fällen durch eine

Hormontherapie zur gezielten Unterdrückung

des schilddrüsenstimulierenden

Hormons TSH hemmen. Das funktioniert

manchmal sogar bei nicht jodspeichernden

Metastasen durch spezielle Medikamente.

Chemotherapie

Eine Chemotherapie hat bisher bei metastasierten

Schilddrüsenkarzinomen keine

überzeugenden Resultate erbracht. Trotz

einzelner Berichte über vorübergehende

Unterdrückung des Krebses ist ein lebensverlängernder

Effekt generell nicht

belegt.

Perkutane Radiotherapie

Bei bestimmten Schilddrüsenkarzinomen

und nicht operablen Tochtergeschwülsten

kann eine unterstützende Strahlentherapie

durch die Zerstörung von Mikrometastasen

in Halslymphknoten oder verbliebenem

Resttumorgewebe eine bessere

lokale Tumorkontrolle bewirken.

22 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 23

Dr. Michael Gruß

Kontakt

Dr. Michael Gruß

Leitender Oberarzt I. Chirurgische Abtei-

lung – Allgemein- und Viszeralchirurgie

Asklepios Klinik Wandsbek

Alphonsstraße 14, 22043 Hamburg

Tel. (0 40) 18 18-83 12 65

E-Mail: m.gruss@asklepios.com


Medizin & Wissenschaft

Kupfer gegen Keime

Weltweit beachteter Feldversuch in der Klinik Wandsbek in Hamburg

Manchmal ist Altbewährtes höchst innovativ.

So galt Kupfer schon in der griechischen

Antike als stark antimikrobiell.

In einem weltweit beachteten Feldversuch

wurden nun in der Klinik Wandsbek

zwei Stationen mit Türgriffen, Türplatten

und Lichtschaltern aus speziellen Kupferlegierungen

ausgestattet. Denn Keime

werden nicht nur von Hand zu Hand,

sondern oft auch über das Berühren von

Klinken und Schaltern übertragen.

Die Untersuchung lief im Sommer 2008

und im Winter 2008/2009 jeweils über

einen Zeitraum von 16 Wochen, und die

Ergebnisse waren erfreulich: Unter Alltagsbedingungen

reduzierte sich die Zahl

der Antibiotika-resistenten Bakterien

(MRSA) um ein Drittel, auch die Neubesiedlung

wurde erheblich verringert. Unabhängige

Wissenschaftler der Universität

Halle-Wittenberg hatten während des Untersuchungszeitraumes

regelmäßig Proben

genommen. Sie verglichen dabei die

Anzahl der Keime auf den verschiedenen

Kupfer-Kontaktflächen mit denen der benachbarten

Klinikbereiche, die herkömm-

liche Griffe und Schalter aus Aluminium,

Edelstahl oder Plastik behalten hatten. Der

gewünschte Effekt ließ sich insbesondere

bei den Türklinken nachweisen.

„Kontaktflächen aus Kupfer können also

eine sinnvolle Ergänzung zu bestehenden

Hygienemaßnahmen sein“, sagte

Professor Dr. med. Jörg Braun, Chefarzt

der I. Medizinischen Abteilung der Klinik

Wandsbek. Positiv zu bewerten sei auch

der Trend zum Rückgang der im Krankenhaus

erworbenen Infektionen. „Dieser

klinische Effekt hat meine Erwartung

übertroffen“, so Professor Braun. Auch

Professor Dr. Dietrich H. Nies, Direktor

des Instituts für Biologie an der Martin-

Luther-Universität Halle-Wittenberg und

Spezialist für Biometallstoffwechsel, wertete

die Ergebnisse als viel versprechend:

„Auf den Kupferoberflächen fanden sich

im Vergleich zu herkömmlichen Türgriffen,

Türplatten und Lichtschaltern nur 63

Prozent der Keime. Außerdem hat sich in

der Praxis gezeigt, dass Kupfer die Neubesiedlung

der Oberflächen mit Keimen

deutlich reduziert.“

Unterstützt wurde das Projekt vom Deutschen

Kupferinstitut (DKI). Laboruntersuchungen

hatten bereits gezeigt, dass

auch im klinischen Alltag eine signifikante

Wirksamkeit spezieller Kupferlegierungen

wahrscheinlich ist. Die aktuellen

Forschungen und die Erprobung in der

Praxis schließen nun eine wissenschaftliche

Lücke. „Die Menschheit hat seit

Jahrtausenden positive Erfahrung mit der

hygienischen Wirkung von Kupfer“, sagt

Dr. Anton Klassert vom DKI und Leiter

des europäischen Kupferkompetenzzentrums

Antimikrobielle Eigenschaften.

Weltweit wird mit Hochdruck geforscht

Der Feldversuch in der Klinik Wandsbek

steht im Kontext der weltweiten Forschung.

Auch Wissenschaftler in England,

Japan, Südafrika, Chile und den USA testen

derzeit diverse Kupferlegierungen an

den unterschiedlichsten Einsatzorten, um

die am besten geeignete Legierung und

die effektivsten Einsatzgebiete zu ermitteln.

Unter Laborbedingungen ist bereits

bewiesen, dass Oberflächen aus Kupfer

innerhalb kürzester Zeit bis zu 99 Prozent

der Keime eliminieren können.

Zwar gehört die häufige Händedesinfektion

bei Medizinern und Pflegepersonal

zum Alltag – doch das genügt auch

trotz größter Vorsichtsmaßnahmen und

strengster Hygieneregelungen nicht

immer. Gerade geschwächte Patienten

müssen besonders vor den Krankenhauskeimen

geschützt werden. „Der Kampf

gegen hoch resistente Erreger ist mit den

bisherigen Mitteln wie dem Einsatz immer

neuer Antibiotika und stärkerer Desinfektionsmaßnahmen

nicht zu gewinnen.

Wir müssen andere Wege gehen, um

das Gefahrenpotenzial für unsere Patienten

zu reduzieren“, so Professor Braun

von der Klinik Wandsbek.

Zu den häufigsten Komplikationen bei

geschwächten Patienten zählen Wundinfektionen,

Lungenentzündungen, Blutvergiftungen

und Harnwegsinfektionen. Eine

besonders große Gefahr geht dabei von

Antibiotika-resistenten Keimen aus. Nach

seriösen Schätzungen kommt es allein in

deutschen Krankenhäusern jährlich zu

mehr als einer halben Million in der Klinik

erworbener Infektionen. Europaweit sind

es nach Angaben des Europäischen Zentrums

für Prävention und die Kontrolle

von Krankheiten (ECDC) drei Millionen

Fälle, von denen 50.000 tödlich verlaufen.

Und in den USA verursachen Krankenhausinfektionen

nach Einschätzung der

Infectious Diseases Society jährlich sogar

100.000 Todesfälle – bei zwei Millionen

Infektionen. Zu der teilweise tödlichen

Gefahr kommt also auch ein enormer

wirtschaftlicher Schaden, der allein in

Deutschland in die Milliarden gehen dürfte.

Denn die infizierten Patienten liegen

nach Schätzungen im Durchschnitt bis zu

vier Tage länger im Krankenbett und verursachen

Mehrkosten von 4.000 Euro, in

Einzelfällen sogar bis zu 20.000 Euro.

Türgriffe und Lichtschalter aus Kupfer

können also ein wirksames zusätzliches

Mittel sein, um die Verbreitung von Keimen

zu stoppen. Dieser wissenschaftlich

nachgewiesene Effekt ist aber nicht nur

wirtschaftlich bedeutsam – sondern vor

allem aus Sicht der Patienten

Kontakt für Medienvertreter

Mathias Eberenz

Unternehmenskommunikation & Marketing

Asklepios Kliniken Hamburg

Tel.: (040) 18 18 82-66 32

E-Mail: m.eberenz@asklepios.com

24 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 25

Ingrid Keller

Deutsches Kupferinstitut

Tel.: (0211) 47 96 314

E-Mail: ikeller@kupferinstitut.de


Gesundheit & Wirtschaft

»Kurz und Knapp

» Zehnjähriges Jubiläum des Zentrums für

Rehabilitation Bad Abbach

Freuten sich über zehn Jahre Reha-Zentrum im Asklepios Klinikum Bad

Abbach: Raimund Rauscher, Dr. med. Josef Seidl, Thomas A. Kräh und Dr.

med. Siegfried Marr

In Bad Abbach werden schon seit 60 Jahren Menschen mit rheumatologischen

und orthopädischen Problemen behandelt. Rund

3.000 Gäste informierten sich nun beim Tag der offenen Tür über

die modernen Diagnose- und Therapiemöglichkeiten. Seit 1999

ist der Rehabilitationsbereich eine eigenständige Einrichtung,

doch die enge Verzahnung mit den Kliniken für Orthopädie und

Rheumatologie (die wiederum in enger Kooperation mit dem Universitätsklinikum

Regensburg stehen) garantiert neuestes wissenschaftliches

Know-how, gepaart mit modernster Medizintechnik.

Ein erfolgreiches Konzept, wie das KTQ-Zertifikat bestätigt, das

dem Klinikum Bad Abbach mit seinem Fachkrankenhaus und seinem

Zentrum für Rehabilitation 2007 überreicht wurde.

» Klinik Hamburg-Harburg fördert Interesse

an Politik bei Kindern

Kinder und Jugendliche auf spannende und unterhaltsame Weise

an das Thema Politik heranzuführen ist die Idee, die hinter

dem Hörspiel „Die Alster-Detektive“ steckt. Produziert wurde

die CD im Auftrag der Hamburger Bürgerschaft. Die Klinik

Harburg unterstützt die außergewöhnliche Aktion, indem sie

die CD nicht nur beim diesjährigen Girls Day verteilte, sondern

nun auch an die Patienten

ihrer Kindersta- tion verschenkt.

Auf diese Weise möchte die Klinik aktiv bei der

Werbung für ein politisches Bewusstsein unter den jüngeren Mitbürgerinnen

und -bürgern helfen. Weitere Informationen unter

www.alster-detektive.de

» Staatsrätin Dr. Kempfert besuchte Kinder-

und Jugendpsychiatrie Harburg

Dr. Christoph Mahnke, Dr. Emil Branik, Dr. Angelika Kempfert, Ralf Delker

Im Juni besuchte die Staatsrätin für Soziales, Familie, Gesundheit

und Verbraucherschutz die Kinder- und Jugendpsychiatrie, um

sich über die kinder- und jugend-psychiatrische Versorgungssituation

zu informieren. Bei ihrem eineinhalbstündigen Besuch führte

die promovierte Pädagogin und Familientherapeutin vertiefende

Gespräche zu den Aufgaben und Rahmenbedingungen der Abteilung

und besichtigte die Stationen, Funktionsbereiche und die

Tagesklinik. Frau Dr. Kempfert zeigte sich positiv beeindruckt von

den Rahmenbedingungen in der Kinder- und Jugendpsychiatrie.

Minister an unserem Zentrum für Rehabilitation. So eine Einrichtung

ist in Malaysia noch Zukunftsmusik“, erklärte Dr. Siegfried

Marr, Chefarzt für Orthopädie. Die Delegation wollte viel über

verwaltungsrechtliche Themen wissen und zeigte sich besonders

beeindruckt von den Therapiemöglichkeiten. Großes Interesse

galt auch der Ergotherapie, die mit einfachsten Hilfsmitteln optimale

Ergebnisse erzielen kann. Zustande gekommen war der

Kontakt durch die Eckert Schulen in Regenstauf, denn das Klinikum

Bad Abbach arbeitet in der Ausbildung der Ergotherapeuten

eng mit der privaten Bildungseinrichtung zusammen.

26 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 27

» Radtour „pro Organspende” machte in

Weißenfels Station

Die 2007 ins Leben gerufene Tour war ursprünglich als einmalige

Aktion gedacht. Doch die Begeisterung der Radler und der

Zuspruch der angefahrenen Krankenhäuser bewogen den Deutschen

Sportverein für Transplantierte und Dialysepatienten, das

Projekt fortzuführen. In diesem Jahr führte die Tour von Dresden

nach Erfurt. Am 19. Juni machten die Fahrer in Weißenfels

halt, denn die Klinik war im Oktober 2008 von der Ministerin

für Gesundheit und Soziales des Landes Sachsen-Anhalt und

der Deutschen Stiftung Organtransplantation (DSO) für herausragende

Leistungen im Bereich der Organspende geehrt worden.

An einem gemeinsamen Frühstück nahm auch Dr. med. Thomas

Kühnast teil, Chefarzt der Klinik für Anästhesie und Intensivmedizin

sowie ärztlicher Transplantationsbeauftragter der Klinik.

» Rehabilitation – in Malaysia ein

Zukunftsthema

Hon. Datuk Dr. S. Subramaniam, malaysischer Minister für Arbeit

und Soziales, besuchte im Juni mit einer zehnköpfigen Delegation

das Klinikum Bad Abbach. „Besonderes Interesse hatte der

» Tagesklinik für Kinderpsychiatrie in

Potsdam eröffnet

Nach dreijähriger Vorbereitungszeit eröffnete das Fachklinikum

Brandenburg/Havel in Potsdam eine Dependance mit angeschlossener

Institutsambulanz. Der Umbau des einstigen Bürohauses in

eine medizinische Einrichtung erforderte Investitionen von über

200.000 Euro. Für die Betreuung von bis zu zwölf seelisch kranken

und von psychischen

Störungen bedrohten Kindern

und Jugendlichen

wurden unter anderem

sechs neue Mitarbeiterstellen

geschaffen. Durch

Kooperation mit der Fröbel-Schule

können die

betroffenen Kinder und

Jugendlichen trotz der

teilstationären Betreuung

weiterhin Schulunterricht

erhalten.

» Paulinen Klinik Wiesbaden erneut von

UNICEF ausgezeichnet

Schon 2006 hatte die Paulinen Klinik die begehrte Auszeichnung

„Babyfreundliches Krankenhaus” erhalten. Nach erneuter

Überprüfung wurde ihr jetzt ein weiteres Mal die Plakette verliehen.

Dafür waren strenge Auflagen zu erfüllen: Speziell geschultes

Fachpersonal muss ständig den gleichen Wissensstand haben,

und die Kontinuität der Stillberatung ist zu gewährleisten.

Bereits vor der Geburt hat eine intensive Beratung der Schwangeren

zu erfolgen. Innerhalb der ersten halben Stunde nach der

Geburt muss ein erstes Anlegen des Säuglings ermöglicht werden.

Mutter und Kind sind Tag und Nacht zusammen. „Weit weg

von der Betriebsamkeit des Klinikalltages sein Kind auf die Welt

zu bringen und vor Ort gemeinsam mit dem Partner betreuen

zu können, schafft Vertrauen und eine starke Familienbindung“,

so Dr. Thorsten Mihm, Oberarzt der Klinik für Gynäkologie und

Geburtshilfe.


Gesundheit & Wirtschaft

Das Gesundheitswesen bleibt ein

großer Wachstumsmarkt

Als größte Branche der deutschen Volkswirtschaft verfügt das Gesundheitswesen über ein vielversprechendes Wachstumspotenzial.

Medizischer Fortschritt und demografische Entwicklung sorgen dafür, die Verbindung von Dienstleistung

und Hightech steht für gute Zukunftsaussichten. Aber die Krankenhäuser haben auch Sorgen. Asklepios intern

sprach mit dem Vorsitzenden der Konzerngeschäftsführung, Dr. Tobias Kaltenbach, über die wirtschaftliche Lage, die

sich daraus ergebenden Herausforderungen sowie die Zukunftsaussichten des Asklepios Konzerns.

Dr. Tobias Kaltenbach , Vorsitzender der Konzerngeschäftsführung

Welchen Einfluss haben die derzeitigen wirtschaftlichen Umbrüche

auf den deutschen Gesundheitsmarkt?

Die Wirtschaftskrise hat das Gesundheitswesen noch nicht in

einem mit anderen Branchen vergleichbaren Maße erfasst. Insbesondere

die Krankenhäuser profitieren in diesem Jahr noch

von den Ende 2008 durch den Gesetzgeber beschlossenen wirtschaftlichen

Erleichterungen. So steigen die Budgets erstmals

seit vielen Jahren stärker als die Einnahmen der Krankenkassen.

Auch das Konjunkturprogramm II kommt vielen Kliniken

zugute.

Negative Einflüsse merken bisher vor allem Kliniken in kommunaler

Trägerschaft, denn die öffentlichen Träger können

aufgrund sinkender Steuereinnahmen deren Fehlbeträge nicht

mehr so einfach ausgleichen.

Wir erwarten, dass die Auswirkungen der Wirtschaftskrise im

nächsten Jahr im gesamten Gesundheitsmarkt spürbar werden,

wenn die Krankenkasseneinnahmen sinken, unter anderem

aufgrund steigender Arbeitslosigkeit. Dann ist mit Budgetkürzungen

zu rechnen.

Wird es Ihrer Ansicht nach auch für Asklepios Veränderungen

geben? Und wenn ja, welche?

Die Asklepios Kliniken unterliegen diesen Entwicklungen genauso

wie alle anderen Krankenhäuser. Wir müssen unsere

Hausaufgaben machen, um für das, was kommt, gerüstet zu

sein. Das gilt für die wirtschaftlichen Einschränkungen genauso

wie für Kaufgelegenheiten, die sich aufgrund der Krise ergeben

können.

Können Sie das konkretisieren?

Natürlich richtet sich unser Hauptaugenmerk angesichts der

Krise auf die Stabilisierung und, wo es geht, auf die Verbesserung

der wirtschaftlichen Ergebnisse unserer Kliniken. Dies bedeutet,

den zeitlichen Vorsprung dieses Jahres für die Realisierung

von Erlöschancen zu nutzen, aber auch, die Personal- und

Sachkosten weiter zu reduzieren. Nur so werden wir in der Lage

sein, den notwendigen Handlungsspielraum für die Gestaltung

unserer Zukunft zu sichern.

Ist das Unternehmen Asklepios gesund?

Asklepios ist wirtschaftlich auf gutem Weg. Die Ergebnisse verbessern

sich stetig. Unser Rating weist uns eine hohe finanzielle

Stabilität aus. Dadurch sind wir in der Lage – und das ist eigentlich

der wichtigste Beitrag zur Zukunftssicherung-, mehr denn

je zu investieren. Hinzu kommt, dass wir als Familienunterneh-

men über eine stabile Eigentümerstruktur verfügen. Durch starke

Dezentralität und flache Hierarchien ist Asklepios außerdem

in der Lage, sich schnell an Marktveränderungen anzupassen.

Das Personal in Deutschlands Krankenhäusern wird knapp.

Die Ärztegewerkschaften spielen ihre Macht aus. Wie reagiert

Asklepios darauf?

Das Problem ist vielschichtig, die Lösung kann daher auch nicht

durch vereinzelte Maßnahmen gelingen. Viele Instrumente

müssen differenziert und nebeneinander angewendet werden.

Ein Beispiel sind die Tarifverträge. Während wir für die meisten

Ärzte mit dem Marburger Bund einen Konzern-Tarifvertrag

abgeschlossen haben, setzen wir in anderen Fällen bis heute

auf dezentrale und regional orientierte Lösungen. Wichtig sind

auch zukunftsweisende Entwicklungsmaßnahmen, zum Beispiel

die Kooperation mit der Budapester Semmelweiss-Universität

beim ersten privaten deutschen Arztstudium in Hamburg

oder die Gründung der bundesweiten ersten Ausbildungsgänge

zum Chirurgisch-Operativen Assistenten in Wiesbaden und

Bad Wildungen.

Mit ihrem Engagement in der ambulanten Versorgung stehen

die Krankenhausträger in der Kritik. Betrifft dies auch Asklepios?

In der Tat sind auch wir bei der Gründung von MVZs vereinzelt

auf heftige Kritik gestoßen. Damit muss man sich auseinandersetzen,

wir setzen auf Kooperation. Heute besteht auch an den

neuralgischen Orten Einvernehmen mit den niedergelassenen

Ärzten. Der niedergelassene Arzt als freier Beruf ist schließlich

kein Auslaufmodell. Ich rechne mit seiner Rolle – in veränderter

Form, aber als unverzichtbarer Bestandteil des Gesundheitssystems.

Asklepios hat den Anspruch postuliert, besonders innovationsfreudig

zu sein. Wo können Sie diesen Anspruch erfüllen?

Mit unserem inzwischen ins fünfte Jahr gehenden „Asklepios

Future Hospital“ ist eine international anerkannte Denkfabrik

für neue Technologien und Prozesslösungen mittels der IT im

gesamten Krankenhaus entstanden. Damit können wir zu Recht

die Innovationsführerschaft in der Branche beanspruchen. Wir

freuen uns, dass das AFH nun mit dem Green Hospital Programm

(das wir gemeinsam mit GE aus der Taufe gehoben haben)

eine Schwester bekommt, von der wir uns natürlich ähnlichen

Erfolg und positive Resonanz verhoffen.

28 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 29


Gesundheit & Wirtschaft

Rauschtrinken – ein problematischer

Trend

Mehr als ein Drittel der 12- bis 25-Jährigen betrinkt sich mindestens einmal im Monat. Das Rauschtrinken hat sich zu

einem problematischen Trend entwickelt. Jüngste Statistiken belegen: Die Zahl der Jugendlichen, die aufgrund akuten

Alkoholmissbrauchs stationär im Krankenhaus behandelt werden, hat sich in Deutschland seit 2000 mehr als verdoppelt.

Die Dr.-Broermann-Stiftung unterstützt

seit Jahren aktiv die Prävention an

Schulen – so seit 2007 auch ein gemeinsames

Projekt der Asklepios Kliniken

Schildautal, der Realschule Seesen und

des VESUV e. V. innovative Präventionsprojekte.

Zu den Schwerpunkten der Zusammenarbeit

gehören beispielsweise die

Suchtprävention und die Reduzierung

bewegungsinduzierter Krankheiten. Das

Thema Gesundheit & Computer war Inhalt

eines Elternabends.

Im Juni dieses Jahres stand das Problem

„Alkohol“ im Fokus der präventiven Arbeit.

Die Klasse 8d der Realschule Seesen

besuchte dazu mit ihrer Klassenlehrerin

Frau Rabe und der am Schulzentrum

zuständigen Sozialpädagogin Frau Weber

vom Niedersächsischen Kooperations-

und Bildungsprojekt (NIKO) die

Schildautalklinik. Auch das NIKO-Projekt

unterstützt die Kooperation der Klinik

mit der Realschule.

Einen Tag lang setzten sich die 14- bis 15jährigen

Schüler intensiv mit dem Alkoholmissbrauch

auseinander. Der Chefarzt

der Klinik der Neurologie, Dr. Matthias

Rohrberg, ging zunächst in seinem Fachvortrag

auf das Trinkverhalten im Allgemeinen

und auf das der Jugendlichen

im Speziellen ein, erläuterte Folgen der

Sucht und sprach ausführlich über Suchterkennung

und -entwöhnung. Durch die

Werbung in den Medien und die Toleranz

der Gesellschaft werde dieses Thema

verharmlost, betonte Dr. Rohrberg. Die

Schülerinnen und Schüler waren von den

Ausführungen sichtlich beeindruckt und

nutzten am Ende des Vortrages auch die

Gelegenheit, Fragen zu stellen – beispielsweise

zum Thema „Komasaufen“.

Mitarbeiterinnen der Ergotherapie hatten

einen Parcours aufgebaut, auf dem die

Jugendlichen anschließend mit Rauschbrillen

auf einem Roller – oder „gehend”

– verschiedene Aufgaben bewältigen

mussten. Die Promille-Brille simuliert einen

Alkoholgehalt von 0,8–1,8 Promille

und macht den Einfluss von Alkohol auf

die Wahrnehmung und das Gehirn erlebbar:

verzerrte und eingeschränkte Rundumsicht,

Doppelsehen, falsche Einschätzung

von Nähe und Ferne, verzögerte

Reaktion, das Gefühl von Verunsicherung

und Entscheidungsschwäche, schlechtere

Koordination.

Auch „Dinge des täglichen Lebens“ wie

Türen aufschließen, Geld zählen oder ein

Glas einschenken, konnten unter Rausch-

(Brillen-)Einfluss praktisch erprobt werden.

Selbst zu erleben, wie Alkohol sich auf

das Sehvermögen und damit auf die

Fahrtüchtigkeit und Verkehrssicherheit

auswirkt, hinterließ bei den Jugendlichen

einen besonders nachhaltigen Eindruck,

betonten sie im Abschlussgespräch. Und

so wird es für sie in Zukunft kein Zeichen

von Schwäche sein, zu sagen: „Alkohol? -

Ohne mich!“

Andreas Tappe

Auszubildende fördern Gesundheit

Die Berufsbezeichnung „Gesundheits- und Krankenpfleger/-in“ zeigt den Paradigmenwechsel im Pflegeberuf, in dem

die gesundheitlichen Ressourcen von Pflegebedürftigen immer mehr in den Mittelpunkt rücken.

Auszubildende der Gesundheitsund

Krankenpflege lernen im zweiten

Ausbildungsjahr am Bildungszentrum

für Gesundheitsfachberufe

Wiesbaden die Bedeutung

von Gesundheitsförderung und

Prävention kennen. In den vergangenen

vier Jahren beschäftigten sie

sich mit ihrer eigenen Gesundheit.

In diesem Jahr trugen sie mit einem

Projekt zur Gesundheit von elfjährigen

Kindern einer Kiedricher

Grundschule bei.

Zunächst aber setzten sich die Auszubildenden

mit ihrem persönlichen Verständnis

von Gesundheit und Krankheit

auseinander. Dabei spielten eigene Erfahrungen

aus Kindergarten oder Schule eine

große Rolle – Erinnerungen an frisch zubereitetes

Mittagessen oder freies Bewegen

beispielsweise. Weil Gesundheitsbildung

und -förderung das ganze Leben lang

andauert, sind viele heute in Sport- und

Schwimmvereinen, gehen tanzen oder

spielen ein Instrument. „Seit ich wieder

Handball spiele, bin ich ausgeglichener

und kann mich viel besser konzentrieren!“,

stellte eine Auszubildende fest. Manche

nutzen auch Angebote der Asklepios Paulinen

Klinik, um sich fit zu halten.

Die Auszubildenden recherchierten, dass

die wenigsten Präventionsmodelle bisher

wissenschaftlich untersucht wurden – so

ist zum Beispiel unklar, ob Zuschüsse der

Krankenkassen zu Rückenkursen tatsächlich

sinnvoll sind.

Mit all diesem Wissen machten sich

die zukünftigen Gesundheits- und

Krankenpfleger/-innen auf den Weg zu

zwei vierten Klassen. An Stationen wie

„Fühlen“, „Riechen und Schmecken“,

„Bewegen“ sowie „Singen, Malen und

Basteln“ konnten die Kinder sich zwei

Tage lang beschäftigen. Sie durften sich

dabei mit Fähigkeiten hervortun,

die im normalen Schulalltag weniger

gefragt sind. „Wir waren ganz

schön aufgeregt, ob alles so klappt,

wie wir uns das vorgestellt hatten“,

gaben einige Auszubildende in der

Reflexionsrunde zu.

Mitunter war auch pädagogisches

Geschick gefragt, so, wie es ja auch

im Berufsalltag erforderlich werden

kann. Aber die freiwilligen

Zugaben zum Abschlusstanz, das

gemeinsam komponierte Lied und

die vielen Danke-Bilder spiegelten

wider, dass es für die meisten Kinder

zwei unvergessliche Tage waren.

Am letzten Projekttag konnten die Auszubildenden

noch ihre eigenen Fähigkeiten

an den Kletterwänden im Bewegungsforum

Nieder-Olm ausprobieren. Einige

waren bereits „alte Hasen“, für andere

war die Entfernung vom Boden und das

Loslassen in zehn Meter Höhe eine physische

und psychische Herausforderung.

Aber letztlich meisterten sie alles mit Bravour

– und sprechen heute noch davon.

30 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 31

Kontakt

Sandra Bensch MScN

Diplom-Pflegepädagogin (FH), stellv. Leitung

Bereich Gesundheits- und Krankenpflege

Asklepios Bildungszentrum für

Gesundheitsfachberufe Wiesbaden,

Geisenheimer Straße 10, 65197 Wiesbaden

Tel.: (0611) 847-2278

s.bensch@asklepios.com

Auszubildende des Kurses GKP 07–10

Anahita Aryaie, Jennifer Broughton,

Ninja Dammers, Nils Ermentraut, Sabrina

Kockler, Jennifer Mechsner, Lucia

Minati, Vanessa Raß, Verena Seith, Katharina

Sittner, Manuela Sya, Christiane

Unterer, Katrin Wintermeyer


Gesundheit & Wirtschaft

Gib Gas – Bewegung macht Spaß!

Die Kinderklinik Sankt Augustin rief im Frühjahr 2008 ein Präventionsprogramm für Grundschüler zum Thema

Bewegung und Ernährung ins Leben. Dabei besuchten die Kinderärzte alle vierten Klassen der Grundschulen

I m m e r

mehr Kinder

leiden

unter Bewegungs-,Haltungs-

oder Koordinationsmängeln

und sind bereits

im Grundschulalterübergewichtig.

Doch eigentlich

lieben alle Kinder die Bewegung

und das aktive Spiel. Es fördert

neben der Entwicklung von Kraft, Ausdauer

und Beweglichkeit auch die geistige

und soziale Entwicklung sowie die

Gefühlsentwicklung. Und im Sport können

zusätzlich Wahrnehmungsfähigkeit,

Erinnerungsvermögen, Selbstbewusstsein,

Einfühlungsvermögen sowie die

Konfliktfähigkeit verbessert werden.

Übergewichtige Kinder sind besonders

anfällig für Entwicklungsschäden oder

langfristige Erkrankungen. Oft haben

sie neben seelischen Problemen auch ein

erhöhtes Risiko für Diabetes, Bluthochdruck

und Arteriosklerose. Aus diesem

Grund entwickelten Kinderärzte der

Klinik Sankt Augustin das Präventionsprogramm

“Gib Gas – Bewegung macht

Spaß“, das Kinder zu mehr Bewegung

und gesunder Ernährung motivieren

möchte. Der Fokus des Programms liegt

dabei auf dem Sport, der in den Alltag

der Kinder integriert werden soll. Um

möglichst noch präventiv in die Entwicklung

eingreifen zu können, arbeiten die

in Sankt Augustin. Nun beginnt die Arbeit mit einem neuen Schülerjahrgang.

Kinderärzte mit Viertklässlern. Die zusätzliche

Kooperation mit verschiedenen

Sportvereinen soll mithelfen, die Kinder

zu motivieren.

Der Treffpunkt für jeweils zwei Klassen

ist immer die Turnhalle ihrer Schule.

Zwei Ärzte der Kinderklinik erklären

dort zunächst die Wirkung von gesunder

Ernährung und Bewegung, informieren

über Nahrungsaufnahme und Verdauung,

Energieverbrauch, das Herz-Kreislauf-System,

Pulsentwicklung, alltägliche

Bewegung etc., die Wissensvermittlung

findet dabei interaktiv und spielerisch

statt. Anschließend lernen die Kinder verschiedene

Sportarten kennen: Unter der

Anleitung von Trainern der kooperierenden

Vereine können sie Judo, Tischtennis,

Turnen, Leichtathletik und Fußball für

sich ausprobieren.

Aus der Informationsmappe, die jedes

Kind erhält, kann es sich anschließend

auch selbstständig Sportart, Zeit und

Der erste Schritt

zur gesunden Entwicklung

Ihres Kindes!

Setzen Sie sich in Bewegung

– für die Gesundheit Ihrer

Familie. Die Spezialisten der

Asklepios Klinik Sankt Augustin unterstützen Sie in allen Fragen

der körperlichen und seelischen Entwicklung Ihres Kindes.

Mehr Infos „Sport in der Region“: www.ksb-rhein-sieg.de

Diese Initiative wird freundlich unterstützt von den Fördervereinen

der Asklepios Klinik Sankt Augustin. Mehr dazu im Internet:

www.asklepios-kinderklinik.de/vereinderfreundeundfrderer.html

Asklepios Klinik Sankt Augustin

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn

Arnold-Janssen-Straße 29 • 53757 Sankt Augustin

Telefon (0 22 41) 249-0 • Telefax (0 22 41) 249-402

E-Mail sanktaugustin@asklepios.com • www.asklepios.com

Gib Gas:

Bewegung macht Spaß!

Schule in Bewegung:

Eine Initiative der Asklepios Klinik Sankt Augustin

zur Elterninformation und Förderung von

Grundschulkindern


ASKLEPIOS

KLINIK SANKT AUGUSTIN

Akademisches Lehrkrankenhaus der Universität Bonn

Sportstätte heraussuchen – selbst, wenn

es vom Elternhaus nicht sportlich gefördert

wird. Und in einem Aktivpass von

Unicef lässt sich über drei Monate festhalten,

wie viel man sich täglich bewegt.

Der intensive Kontakt zu Schülern, Eltern

und Lehrern führte im letzten Jahr zu einer

stärkeren Wahrnehmung der Klinik in

der Öffentlichkeit und der lokalen Presse.

Seit Februar 2009 können übergewichtige

Grundschulkinder nun auch in das zusätzlich

angebotene Adipositasprogramm

der Asklepios Klinik aufgenommen und

dort betreut werden.

Kontakt

Dr. med. Annette Ebert

Oberärztin der Pädiatrischen Abteilung

Asklepios Klinik Sankt Augustin

Arnold-Janssen-Str. 29,

53757 Sankt Augustin

Tel.: (02241) 249-240

E-Mail: a.ebert@asklepios.com

Dr. med. Annette Ebert

Weiterbildung für Datenschützer

Unter Leitung des Konzerndatenschutzbeauftragten der Asklepios Verwaltungs GmbH, Jürgen Radde, fand Mitte

des Jahres das erste Schulungsseminar für Datenschutzbeauftragte statt: Teilnehmer aus 36 Kliniken kamen nach Bad

Salzungen in die Burgseekliniken.

In den letzten Monaten sorgten bundesweite

Datenschutzskandale immer wieder

für Schlagzeilen. Vor diesem Hintergrund

wächst auch die Bedeutung des

Datenschutzes in den Asklepios Kliniken

– denn gerade der medizinische Bereich

ist in diesem Zusammenhang ein äußerst

sensibles Thema.

Die drei Dozenten – Günther Sreball (Datenschutzaufsichtsbehörde

Hessen), Henning

Bergmann (IT Security-Manager KB

IT) und Jürgen Radde – vermittelten die

Seminarthemen auf anschauliche Weise.

Im Mittelpunkt stand dabei immer die

Frage: Wie lassen sich datenschutzrechtliche

Vorschriften in der Praxis handhaben?

In diesem Zusammenhang wurde

die besondere Bedeutung des IT-Sicherheitsmanagements

bei Asklepios deutlich.

Das novellierte Bundesdatenschutzgesetz

(BDSG) war ebenso Gegenstand

der Ausführungen wie der geplante

Aufbau eines Datenschutzmanagementsystems.

Und zum Abschluss erläuterte

Jürgen Radde seine Aufgaben als Konzerndatenschutzbeauftragter.

Von welcher Seite man sich dem Thema

auch näherte: Für alle Teilnehmer wurde

die zunehmende Komplexität und Dynamik

im Bereich Informationstechnik

deutlich – und die Herausforderungen,

die sich in diesem Zusammenhang für

den Datenschutz ergeben. Veränderte

Technologien sowie umfangreiche Applikationen

können immer auch zu neuen

Bedrohungen führen. Die Anforderungen

an die Datensicherheit steigen also stän-

dig. Und die Aufgaben der Datenschutzbeauftragten

werden demzufolge immer

anspruchsvoller. Schließlich geht es um

Vertrauen in die moderne Datenverarbeitung

– und da ist Vorbeugung gegen

möglichen Missbrauch das A und O.

Das Echo der Teilnehmer war ausgesprochen

positiv. Sie betonten die Bedeutung

des Seminars für ihre tägliche Arbeit und

waren sich einig, dass ein solches Seminar

in Zukunft regelmäßig einmal im Jahr

stattfinden sollte.

Zum Abschluss erhielten alle Teilnehmer

eine Bescheinigung über die erlangte

Fach- und Sachkunde. Denn diese ist

erforderlich, damit sie ihre Aufgaben als

Datenschutzbeauftragte auch nach den

Erfordernissen des BDSG in vollem Umfang

wahrnehmen können.

32 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 33

Kontakt

Jürgen Radde

Asklepios Harzkliniken GmbH

Kösliner Str. 12, 38642 Goslar

E-Mail: j.radde@asklepios.com


Gesundheit & Wirtschaft

Biker-Blut für einen guten Zweck

Teilnehmerzahl bei der 2. Asklepios-Blutsbrüdertour mehr als verdoppelt

Die Sonne strahlte am 15. Juni

– und Michael Jürgensen, Geschäftsführer

des Klinikums

Uckermark auch: Mehr als 300

Gäste waren an diesem Tag gekommen.

Jürgensen, selbst seit

Jahren begeisterter Biker, führte

zusammen mit der Polizei die

Kolonne aus 180 Maschinen an,

die sich am Mittag zu einer dreistündigen

Ausfahrt in Bewegung

setzte.

Nach der Tour konnten sich die

Biker zum Thema Blutspende

informieren und direkt vor

Ort zum Lebensretter werden.

Und das taten sie auch. Gleich

60 Freiwillige wollten ihr Blut

spenden für die Aktion „Leben

retten. Lächeln schenken“, die

das Klinikum seit über einem

Jahr mit vielen Veranstaltungen

organisiert. Nach ausführlicher

Beratung und ärztlicher Unter-

Biker in der Uckermark auf Blutspendetour

suchung konnten sich letztlich 57 Biker gend in den Krankenhäusern benötigt

und andere Gäste anzapfen lassen. werden, und gleichzeitig junge Familien

in der Uckermark zu unterstützen, damit

Bis in den späten Abend hinein feierten unsere Kinder gesund und glücklich auf-

die Teilnehmer auf dem Klinikparkplatz.

Gleich zwei Live-Bands spielten – und

wachsen können.“

spendeten ihre Gage für das Netzwerk Das Asklepios-Küchenteam hatte das

Gesunde Kinder Ostuckermark. Außer- Catering für die Party auf dem Personaldem

gingen je ein Euro für jeden Blutparkplatz des Klinikums übernommen.

spender und sogar zwei Euro für jeden Das Deutsche Rote Kreuz zeigte vor Ort

Erstspender in den Topf des Netzwerkes. Erste-Hilfe-Maßnahmen bei Motorrad-

Mike Bischoff, Landtagsabgeordneter unfällen, die Fahrschule Drägert prä-

und Schirmherr des Netzwerkes, war besentierte sich mit einem Slalomparcours

geistert. „Es ist eine tolle Sache, einerseits zum Üben. Die Besucher konnten sich

für mehr Blutspenden zu sorgen, die drin- außerdem informieren, wie sich Motorrä-

Kontakt

der mit Airbrush-Motiven noch

verschönern lassen. Highlights

waren auch die Bodypainting-

Schau und die Ausstellung der

neuesten Motorradmodelle, präsentiert

von Schwedter Motorradhäusern.

Die Kompass-Fahrschule

und der Motorsport-Club

Schwedt stifteten Preise für die

Blutspendertombola.

Das Asklepios Klinikum Uckermark

bedankt sich auf diesem

Wege bei allen Teilnehmern,

Blutspendern, Organisatoren,

Unterstützern und Helfern, die

diesen Tag zu einem unvergesslichen

Erlebnis gemacht haben.

Und eins ist sicher: Fortsetzung

folgt. Der 12. Juni 2010 kann

schon blutrot im Kalender angestrichen

werden, denn dann

heißt es wieder „Leben retten.

Lächeln schenken“ bei der 3.

Asklepios- Blutsbrüdertour in

Schwedt.

Sandra Kobelt

Sandra Kobelt

Asklepios Klinikum Uckermark GmbH

Abt. Marketing/Öffentlichkeitsarbeit

Auguststraße 23

16303 Schwedt/Oder

Tel. (03332) 53 25 56

Fax (03332) 53 39 27

E-Mail: s.kobelt@asklepios.com

Eine zweite Chance

Seit September 2009 werden an der Beruflichen Schule der Pasewalker Klinik 24 Männer und Frauen zu Gesundheits-

und Krankenpflegern ausgebildet, die bisher Arbeitslosengeld I bezogen haben. Denn durch die Verabschiedung

des Konjunkturpaketes II in Mecklenburg-Vorpommern werden nun alle drei, statt wie bisher nur zwei Ausbildungsjahre

komplett gefördert.

Der Bedarf an qualifizierten examinierten

Pflegekräften wird in den kommenden

Jahren weiter ansteigen. Schon heute verfügen

die deutschen Krankenhäuser kaum

noch über Fachkräftedepots. Besonders

angespannt sieht die Pflegesituation in

den ländlichen Regionen der neuen Bundesländer

aus: Viele ältere Pflegekräfte

treten in den Ruhestand, junge Menschen

suchen ihr Glück in den Großstädten. Die

Arbeitsagenturen sind kaum mehr in der

Lage, examinierte Pflegekräfte an Kliniken

zu vermitteln. Aus diesem Grund

entwickelte die Pasewalker Klinik gemeinsam

mit der Arbeitsagentur Uecker-

Randow die Idee zur Umschulung von

Arbeitslosen. Grundvoraussetzungen für

die Ausbildung sind ein entsprechender

Schulabschluss sowie die persönliche

und gesundheitliche Eignung.

Die Resonanz auf die Ausschreibung in

der regionalen Presse war enorm. „Zu

unserer Informationsveranstaltung Anfang

Juni kamen über 70 Bewerber. Mit

einem solchen Ansturm hatten wir nicht

gerechnet“, freut sich Kerstin Latzkow

von der Beruflichen Schule der Pasewalker

Klinik. 24 Plätze standen zur Verfügung.

Das Auswahlverfahren wurde am

selben Tag durchgeführt. Am Ende der

Veranstaltung war die Klasse voll.

Schon in der Vergangenheit wurden einzelne

Umschüler in den Unterricht integriert.

Eine eigene Umschüler-Klasse

gab es bisher nur einmal vor etwa zehn

Jahren. Damals wurde Fachpersonal für

den Einsatz in der Forensik ausgebildet.

„Die Bewerber sind regional stark

verwurzelt. Sie möchten hier leben und

arbeiten. Arbeitslosigkeit bedeutet nicht

nur den Verzicht auf Geld und Anerkennung,

sondern auch auf ein geregeltes Leben

mit klaren Strukturen und familiären

Ritualen. Wir können 24 Menschen überwiegend

zwischen 25 und 35 Jahren berufliche

und damit auch private Perspektiven

eröffnen. Diese Ausbildung ist ihre

zweite Chance. Sie werden sie nutzen“ ist

sich die couragierte Schulleiterin sicher.

Als öffentliche Berufsschule verfügt die

Einrichtung in Pasewalk über einen breiteren

Gestaltungsspielraum. „Das neue

Schulgesetz in Mecklenburg-Vorpommern

erlaubt uns nun mehr Offenheit

und Selbständigkeit“, so Kerstin Latzkow.

Diese Gelegenheit lassen die Pasewalker

nicht ungenutzt. Geschäftsführer Steffen

Vollrath betont: „Im Hinblick auf die

demographische Entwicklung müssen

wir vorausschauend planen. Als unsere

Schule das neue Gebäude bezog, waren

100 Schüler dabei, jetzt sind es 166. Wir

werden wohl anbauen müssen.“

34 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 35

Mandy Wolf

Kerstin Latzkow


Gesundheit & Wirtschaft

Asklepios Summer Academy

Wie lässt sich das gute Ausbildungsniveau der vielen jungen Medizinerinnen und Mediziner bei Asklepios noch

verbessern? Wie kann Fort- und Weiterbildung dazu beitragen, die Motivation zu erhöhen? Und wie verstärkt man

den Austausch der Ärzte untereinander? Antwort auf diese Fragen lieferte vom 20. bis 22. August 2009 die erste Asklepios

Summer Academy in Hamburg, an der fast 30 Assistenten aus den Fachbereichen Orthopädie/Unfallchirurgie

unterschiedlicher Kliniken sowie viele hochkarätige Referenten aus dem Konzern teilnahmen.

Rückantwort - Fax: (040) 18 18-82 67 68

Anliegend

Kurzbewerbung und OP-Katalog

Empfehlungsschreiben des Chefarztes

Hiermit bewerbe ich mich um die Teilnahme an der Veranstaltung

Asklepios Summer Academy“ vom 20.-22. August 2009

in der Asklepios Medical School.

................................................................................................................................

Titel, Name Vorname

................................................................................................................................

Institut, Klinik Abteilung

Fortsetzung Programm

Samstag, 22.08.2009, 09:00-13:30 Uhr

09:00 Das infizierte künstliche Gelenk

Dr. V. Heppert

10:00 Endoprothetik in der TU München:

Orthopädie an Knie- und Hüftgelenk

Prof. Dr. R. Gradinger

11:00 Pause

11:30 Periprothetische Fraktur an Hüfte und Knie

Prof. Dr. T. Schildhauer

12:00 Konzept der Asklepios Medical School

Dr. J. Weidenhammer

13:00 Resümee und Verabschiedung

Zielgruppe

Assistenzärzte/Assistenzärztinnen in der fortgeschrittenen

Facharzt weiterbildung und Fachärzte/

Fachärztinnen.

Bewerbungsvoraussetzungen

Kurzbewerbung und OP-Katalog des Bewerbers

sowie Empfehlungsschreiben des Chefarztes.

Bewerbung bitte an

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

(Anschrift s. Anmeldeformular)

Unterbringung

Nahegelegene Unterbringung im Suite Hotel. Die

Buchung erfolgt zentral über Asklepios.

Kosten

Die Veranstaltung ebenso wie die Unterkunft und das

Abendprogramm sind für die Teilnehmer/innen

kostenfrei. Die Reisekosten sind von der jeweiligen

Klinik zu tragen.

Die Teilnehmer reisten aus dem gesamten

Bundesgebiet an, um sich am „Austragungsort“

– der Asklepios Medical School

auf dem Gelände der Klinik St. Georg –

zwei Tage lang über neue Entwicklungen

und Trends im Bereich der Endoprothetik

auszutauschen. Zahlreiche Vorträge,

Workshops, Falldiskussionen und eine

Live-OP sorgten dabei für ein hohes Maß

an Praxisbezug.

„Die fachliche Weiterentwicklung und die

persönliche Motivation unserer Mitarbeiterinnen

und Mitarbeiter sind wesentliche

Grundlagen unseres Unternehmenserfolges.

Damit die Mediziner der Asklepios

Kliniken eine hervorragende fachliche

Expertise nachweisen können, bieten wir

ihnen exzellente Weiterbildungsmöglichkeiten

– nicht nur in der Klinik, sondern

im gesamten Verbund. „Mit der Asklepios

Summer Academy leisten wir dazu

................................................................................................................................

Straße Postleitzahl, Ort

................................................................................................................................

E-Mail Fax-Nr.

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

KB Personal, Organisation und Pflege

Sekretariat

Frau Gabriella Compagnone

Rübenkamp 226

D-22307 Hamburg

................................................................................................................................

Datum, Stempel, Unterschrift

positive Bilanz:

Referenten/innen

Dr. Christof Beimes

Collm Klinik Oschatz

Weiterführende Informationen

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

KB Personal, Organisation und Pflege

„Das Format

PD Dr. Rüdiger von Eisenhart-Rothe

Asklepios Klinik Lindenlohe

Prof. Dr. Christian Flamme

Sekretariat

Frau Gabriella Compagnone

Tel.: (0 40) 18 18-82 66 11

der Asklepios

Asklepios Klinik Harburg

E-Mail: g.compagnone@asklepios.com

Friedhelm H. Girke

KB Leiter Personal und Organisation

Prof. Dr. Reiner Gradinger

Klinikum rechts der Isar, TUM

Prof. Dr. Heiko Graichen

Asklepios Klinik Lindenlohe

Dr. Volkmar Heppert

Veranstalter / Veranstaltungsort

Asklepios Medical School

c/o Asklepios Klinik St. Georg

Haus P (Zugang Philipstraße!)

Lohmühlenstraße 5

20099 Hamburg

Summer Academy

mit sei-

BG Uniklinik Ludwigshafen

Dr. Wolfgang Leff

Collm Klinik Oschatz

PD Dr. Christian Liebau

www.asklepios.com/bildung/ams

Ärzteakademie

Asklepios

nem dichten,

Asklepios Harzklinik Bad Harzburg

Dr. Christoph Meister

Gelenkzentrum Rhein-Main, Wiesbaden

Dr. Gregor Möckel

Summer Academy qualifizieren-

Asklepios Klinik Birkenwerder

Prof. Dr. Michael Morlock

TU Harburg, Hamburg

Dr. Markus Nehring

Asklepios Harzklinik Bad Harzburg

PD Dr. Lars Perlik

Asklepios Klinik Wiesbaden

Fachbereich: Orthopädie/Unfallchirurgie

20.08.-22.08.2009

Asklepios Medical School

denVortragsangebot ist

Dr. Tobias Renkawitz

Asklepios Klinik Bad Abbach

Frau Anja Rhode

Asklepios Kliniken Hamburg GmbH

nahezu ideal

Prof. Dr. Thomas Schildhauer

Asklepios St. Georg Klinik Hamburg

Dr. Jörg Weidenhammer

Asklepios Medical School Hamburg

für unsere jun-

Reinhard Wiedemann

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Dr. Achim Ziegenbalg

gen Mediziner.

Asklepios Klinik Hohwald

Gemeinsam für Gesundheit www.asklepios.com Medical School

In diesem besonderenRahmen

können

einen weiteren Beitrag“, erläutert Anja sie auch all ihre Fragen stellen – was bei

Rhode, Leiterin der Konzern-Personal- einem wissenschaftlichen Kongress nicht

entwicklung und Geschäftsführerin der immer der Fall ist. Außerdem lassen sich

Asklepios Kliniken Hamburg GmbH. in einem solchen Kontext konzernspezifische

Themen wie Personalentwick-

„Die Rückmeldungen unserer Kollegen lung, zentraler Einkauf oder die Rolle der

waren außerordentlich gut, sie waren mit Asklepios Medical School besser darstel-

viel Engagement und Begeisterung dabei. len und diskutieren.”

Ich werte die Veranstaltung als Erfolg“,

resümiert Professor Dr. Heiko Graichen, Die fachliche Förderung unserer Mitar-

Ärztlicher Direktor und Chefarzt der beiter wird selbstverständlich weiterge-

Orthopädischen Klinik Lindenlohe. Als hen. Ob im kommenden Jahr eine Fort-

Initiator der ersten Asklepios Summer führung und Ausweitung der Asklepios

Academy hatte er sich vor allem eine kli- Summer Academy stattfindet, wird noch

nikübergreifende Vernetzung der Assis- entschieden. Nach den Orthopäden und

tenten zum Ziel gesetzt. „Hier liegt der Unfallchirurgen könnten dann auch jun-

Vorteil einer großen, bundesweit aufgege Kardiologen, Neurologen oder Gynästellten

Klinikgruppe wie Asklepios. Diekologen von den Vorträgen, Workshops

se Chance müssen wir künftig noch bes- und Live-Cases profitieren – und natürser

nutzen“, so Professor Graichen. Auch lich vom Gedankenaustausch unterein-

Dr. Jörg Weidenhammer, Geschäftsführer ander.

der Asklepios Medical School, zog eine

Mathias Eberenz, Mandy Wolf

Medizinwissen für Grundschulkinder

Erste Kindervorlesung mit Aktionen rund um die Gesundheit im Klinikum Uckermark

Seit über 10 Jahren erfreuen sich die

thematischen Sonntagsvorlesungen des

Schwedter Klinikums großer Beliebtheit.

Dabei werden medizinische Themen

auch für Laien verständlich erklärt, und

Klinikärzte beantworten die Fragen der

interessierten Gäste.

Am 16. Mai waren nun zum ersten Mal

Kinder als Gasthörer geladen. „Die Idee

einer Kindervorlesung hatten wir schon

seit längerer Zeit“, berichtet Sandra Kobelt,

Organisatorin der Veranstaltung.

„Und da ich selbst so einen wissbegierigen

Neunjährigen zu Hause habe, liegt

mir die Veranstaltung auch besonders am

Herzen.“ Denn ein früher und altersgerechter

Zugang zu Wissen rund um das

Thema Medizin weckt das Interesse für

die eigene Gesundheit.

Im Rahmen des landesweiten Tages

des offenen Unternehmens waren alle

Grundschulkinder mit Eltern oder Großeltern

eingeladen, einen aktionsreichen

Vormittag im Klinikum zu erleben. Um

10 Uhr gab es zunächst für Schüler der 1.

bis 3. Klassen einen Vortrag zum Thema

„Wo kommt mein Schnupfen her?“, den

Dr. med. Peter Seipelt, Oberarzt der Klinik

für Kinder- und Jugendmedizin hielt.

Natürlich waren auch die begleitenden

Erwachsenen herzlich willkommen, aber

die kleinen Zuhörer standen eindeutig

im Vordergrund, als es um die Verteilung

der 150 Sitzplätze im großen Konferenzraum

ging.

Die Kinder konnten dann auch ihr eigenes

Herz auf dem Ultraschallgerät beobachten

sowie bei sich Größe, Gewicht und

Blutdruck messen lassen. Der Chefarzt

der Kinderklinik, Dr. Vladimir Boldis,

stellte sich den neugierigen Fragen der

jungen Gäste. Es gab ein kleines Training

für die Balance, das Gleichgewicht und

die Geschicklichkeit. Und wer schon immer

mal mitbekommen wollte, was der

Doktor beim „Abhorchen“ eigentlich hört,

hatte auch hierzu die Gelegenheit.

Rätsel- und Bastelfans konnten sich an einem

Quiz beteiligen und selbst ein Untersuchungsgerät

herstellen, mit dem sich die

Kraft seiner eigenen Lungen messen ließ.

Nach 11.30 Uhr waren dann die etwas

Älteren an der Reihe. Oberarzt Dr. Seipelt

hielt für die Schüler der 4. bis 6. Klassen

einen Fachvortrag zum Thema: „Wo geht

mein Frühstück hin?“ Anschaulich erklärte

er, was mit dem Essen im Körper

passiert. „Wir wollen die Kids neugierig

auf den eigenen Körper machen“, betonte

er. „Und außerdem können wir auf diese

Weise manchmal sogar Ängste vor Untersuchungen,

Behandlungen und Operationen

abbauen.“

Zum Abschluss erhielten alle Kinder ein

„Zertifikat“ über die Teilnahme an ihrer

ganz persönlichen medizinischen Weiterbildung.

36 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 37

Sandra Kobelt


Gesundheit & Wirtschaft

°Personalia

° Ärztliche Direktorin der Inneren Medizin

und Kardiologie in Bad Griesbach

Dr. Petra Heizmann ist seit April

Ärztliche Direktorin der Inneren

Medizin und Kardiologie im St.

Wolfgang. Sie erlangte 1989 die

Approbation der Humanmedizin

an der Georg August Universität zu

Göttingen. Nach ihrer Niederlassung

als Internistin mit Schwerpunkt Kardiologie war sie unter

anderem als Oberärztin der kardiochirurgischen Intensivstation

im Deutschen Herzzentrum Berlin tätig.

° Neuer Chefarzt für Urologie in

Bad Wildungen

Seit August leitet Dr. Thomas Fröhlich

als Chefarzt die Urologie in der Stadtklinik

Bad Wildungen. Von 2001 bis

2009 war er Oberarzt bzw. Leitender

Oberarzt im Nephrologischen Zentrum

Niedersachsen in Hann-Münden. Zu

seinen Schwerpunkten gehören rekonstruktive

urologische Chirurgie, Inkontinenztherapie,

Laparoskopie, Brachytherapie, große Tumorchirurgie

sowie Nierentransplantation.

° Zertifizierter Spezialist

Seit Mai ist der leitende Oberarzt Dr.

Frank Schönenberg aus der gefäßchirurgischen

Abteilung der Asklepios

Klinik in Birkenwerder zum endovasculären

Spezialisten durch die Deutsche

Gesellschaft für Gefäßchirurgie (DGG)

zertifiziert.

° Chefarztwechsel in Bad König

Seit Juni ist Dr. Michael Hartwich, Arzt

für Neurologie und neurologische Intensivmedizin,

Chefarzt der Schlossberg-

Klinik in Bad König. Er war bereits von

2002 bis 2006 als Oberarzt in der Neurologischen

Klinik Bad Salzhausen tätig.

Spätestens in zwei Jahren soll nun am

Standort Bad König eine der modernsten

neurologischen Frührehabilitationskliniken Deutschlands entstehen.

° Neuer Chefarzt in der Psychotherapie

Dr. Willy Herbold-Schaar ist seit Juni Chefarzt im Bereich Psychotherapie

des Asklepios Fachklinikums Göttingen. Er studierte

an der Georg-August-Universität. Nach den Ausbildungen

zum Arzt für Psychosomatische Medizin sowie für Psychiatrie

und Psychotherapie wurde er Oberarzt im Bereich Psychotherapie

des NLKH in Göttingen.

° Asklepios Klinik Nord: Neuer Chefarzt

der Gynäkologie

Seit Juli leitet PD Dr. Jörg Schwarz die

Abteilung für Gynäkologie der Klinik

Nord-Heidberg. Er studierte an der Universität

Brescia und der RWTH Aachen,

wurde 1999 Oberarzt der Frauenklinik

im UKE und habilitierte 2003. Von

2003 bis 2009 war er Leitender Oberarzt

und Stellvertreter des Direktors der

Klinik für Gynäkologie an der Frauenklinik des UKE sowie ab

2007 Leiter des Schwerpunktes Operative Onkologie und plastisch-rekonstruktive

Chirurgie.

38 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 39

Brandenburg / Bild: PTHV

° Erster erfolgreicher Abschluss als

Master of Science in Pflegewissenschaft

innerhalb des Konzerns

Sandra Bensch, Dipl.-

Pflegepädagogin (FH)

im Bildungszentrum

für Gesundheitsfachberufe

Wiesbaden,

erhielt im Juni an der

Prof. Dr. Frank Weidner, Sandra Bensch,

Philosophisch-Theo-

Prof. Dr. Helen Kohlen, Prof. Dr. Herrmann

logischenHochschule Vallendar den akademischen Grad eines Master of Science.

Am zweijährigen Master-Studiengang nahm sie neben ihrer

Lehrtätigkeit teil. Nun ist es ihr Ziel, die erste promovierte Pflegewissenschaftlerin

im Konzern zu werden.

° Verstärkung für die Konzernbereiche

Seit Juli verstärken Dr. Jürgen Ruch-Trinkle als Regionalverantwortlicher

für den Bereich Süd-West und Manfred Nast für

den Bereich Hamburg den Konzernbereich DRG-, Medizin- und

Qualitätsmanagement.

Sabine Siehr ist seit Juni als Rechtsanwältin im Konzernbereich

Mergers & Akquisition tätig.

Ebenfalls seit Juni ist Jörg Müller als Trainee/Klinikmanager in

der Asklepios Service GmbH beschäftigt.

Anne Gehrhardt unterstützt seit August 2009 das Team des

Konzernbereiches Personal, Organisation und Pflegemanagement.

° Abschied

Dr. Norbert Dörner schied im August aus dem Unternehmen

aus und wird zukünftig als Berater für Auslandsprojekte zur

Verfügung stehen.

° Neue Stimme am Empfang

Seit Juni werden alle Besucher und Anrufer in Falkenstein von

Sina Erbskorn empfangen.

° Nachwuchsführungskraft in Barmbek

Ab Oktober nimmt Philipp Noack seine Tätigkeit als Trainee der

kaufmännischen Direktion in der Klinik Barmbek auf.

° Mission Olympic in Göttingen

Ein stolzes Ergebnis haben

die Göttinger beim

dreitägigen Sportfestival

im Juni erzielt: Sie

konnten 248.161 Aktivitätspunkte

im bundesweitenStädtewettbewerb

erreichen. Beteiligt

waren auch Mitarbeiter der Psychiatrie Niedersachsen GmbH.

° Sax-Plus Pro Familie Auszeichnung

Die Hohwald-Klinik

wurde im Juni vom

sächsischen Wirtschaftsminister

für ihre

Familienfreundlichkeit

ausgezeichnet. Sie erhielt

einen von vier

Staatspreisen als Top-

Unternehmen. Die Klinik zahlt unter anderem die Kosten für

die Kinderbetreuung und bietet Tagesmütter an. Jungen Eltern

wird durch Gleit- und Teilzeit sowie verkürzte Wochenarbeitszeiten

der Wiedereinstieg ermöglicht.

° Die „Asklepios Orthodocs“ gewinnen

zweifach Gold bei den 30. Sportwelt-

spielen der Medizin und Gesundheit

Die Orthopäden der Klinik

Birkenwerder nahmen

zum dritten Mal an

den Sportweltspielen in

Alicante teil. Das Team

aus Birkenwerder gewann

gemeinsam mit

Ärzten aus Plauen sowohl

das Hallenvolleyballturnier als auch das Finale des Beachvolleyballturniers.

Chefarzt Labs dankte der Geschäftsführerin

der Klinik Birkenwerder, Daniela Wolarz-Weigel, für die großzügige

Freistellung und Unterstützung.


Erfolgreiche Rezertifizierung als

Nachweis für gute Arbeit

Orthopädische Klinik Lindenlohe erhält wiederholt KTQ-Prädikat.

Matthias Meier und Lieselotte

Renner freuen sich über

die Rezertifizierung

Im Mai 2006 wurde die Asklepios Or-

thopädische Klinik Lindenlohe erstmals

nach den KTQ-Kriterien zertifiziert. KTQ

ist die Abkürzung von Kooperation für

Transparenz und Qualität im Krankenhaus

und steht für ein krankenhausspezifisches

Zertifizierungsverfahren, welches

die bewährten Prinzipien und Methoden

anderer Verfahren sinnvoll integriert. Drei

Jahre später stand die so genannte Rezertifizierung

an, also die Überprüfung, ob

das Qualitätsmanagement (QM) weiterhin

erfolgreich umgesetzt wurde. Während

des laufenden Betriebes überprüfte

eine mehrköpfige Kommission, wie die

Klinik im Detail und als Ganzes auf Ba-

sis einer strukturierten Selbstbewertung

einer Fremdbewertung standhält. „Der

Aufwand hat sich gelohnt“, so QM-Beauftragte

Lieselotte Renner, „wir waren

erfolgreich“. Die Rezertifizierung ist für

die Fachklinik für Orthopädie, Unfallchirurgie

und Sportmedizin Beweis für

die kontinuierliche positive Entwicklung

seit der Integration in den Asklepios-Verbund

Ende des Jahres 2004. Geschäftsführer

Matthias Meier: „Der Dank gilt den

Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern. Das

Team hat für sich und für das Haus dieses

Zertifikat verdient.“

Kontakt

Asklepios Klinik Lindenlohe GmbH

Tel.: 09431/888-652

Matthias Meier

Geschäftsführer

E-Mail: m.meier@asklepios.com

Lieselotte Renner

QM-Beauftragte

E-Mail: l.renner@asklepios.com

Gesundheit & Wirtschaft

Bad Wildungen: Qualitätssiegel

mit hohem Stellenwert

Das KTQ-Verfahren unterzieht das interne Qualitätsmanagement von Kliniken einer detaillierten Kontrolle und legt

medizinische, pflegerische und verwaltungstechnische Abläufe offen. Eine anschließende Veröffentlichung des KTQ-

Qualitätsberichtes ist für die überprüfte Klinik verpflichtend – das schafft Transparenz für Patienten, Angehörige,

Ärzte und Krankenkassen.

Gesine Dannenmaier, Charly Büchner, Dr. Dirk Fellermann, Dr. Maximilian Rommelfanger, Sebastian Lehotzk

Die Helenenklinik in Bad Wildungen

ist nun die erste Rehabilitationsklinik

Deutschlands, die das begehrte Zertifikat

in einer Rezertifizierung erhielt, bereits

2006 war sie erste zertifizierte Rehaklinik

Deutschlands. Die Asklepios Stadtklinik

bekam das Zertifikat ebenfalls zum zweiten

Mal.

Natürlich nutzen die Kliniken Synergieeffekte.

Vor allem im Bereich der Patientensicherheit

wurden gemeinsame

Konzepte und Standards erstellt, die

zum Beispiel das Hygienemanagement,

den Datenschutz oder den Umgang mit

Arzneimitteln und Medizinprodukten regeln.

Schriftliche Anweisungen zu diesen

wichtigen Themen geben Patienten und

Mitarbeitern Sicherheit.

Auch im Bereich der medizinischen

Qualität sind in beiden Kliniken die Abläufe

strukturiert geregelt und an den

jeweiligen Schnittstellen aufeinander abgestimmt

– von der Aufnahme über die

Behandlung bis hin zur Entlassung und

Weiterbehandlung.

Letztlich sind es aber Patienten, Einweiser

und Kostenträger, die die Qualität be-

werten. Deshalb führen die Kliniken seit

Jahren Befragungen durch und erhalten

dabei gute bis sehr gute Bewertungen.

Etwaige Verbesserungsvorschläge werden

vor allem im Sinne der Patientenorientierung

umgesetzt.

Den ersten Eindruck von einer Klinik bekommt

man aber bereits im Eingangsbereich,

an der Rezeption und in der Patientenaufnahme.

Dass dieser Eindruck in

der Stadtklinik Bad Wildungen tatsächlich

ausgezeichnet ist, wurde nun durch

den Konzernbereich Medizin- und Qualitätsmanagement

bestätigt. Sebastian

Lehotzki überreichte an Geschäftsführer

Dr. Dirk Fellermann das entsprechende

AQR-Qualitätssiegel.

Kriterien wie Kundenorientierung, Risikomanagement,

Erscheinungsbild und

Notfallmanagement sind laut Lehotzki

in hervorragender Weise erfüllt worden.

Für die Rezeptionsmitarbeiter der Stadtklinik

gehöre einheitliche Dienstkleidung

ebenso zum Alltag wie Übersetzungshilfen

bei möglichen Anrufen in Fremdsprachen.

Dr. Fellermann betonte: „Durch die

kundenorientierte Gestaltung des Rezeptionsbereiches

sowie das freundliche,

kompetente und seriöse Auftreten der

Mitarbeiter bekommen Patienten und

Besucher schon beim Betreten der Klinik

einen angenehmen Eindruck.”

40 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 41


Gesundheit & Wirtschaft

Engagierte Gymnasiastinnen

gegen Alkoholsucht

„Alkohol – ohne mich!“: Mit bunt bedruckten

T-Shirts gaben drei Schülerinnen

des Paul-Gerhardt-Gymnasiums

Lübben und ihre Pädagogiklehrerin Ute

Stoewe im Juni 2009 bei der Landessuchtkonferenz

Brandenburg ein sichtbares Bekenntnis

gegen Alkoholmissbrauch ab.

Auf dem „Markt der Möglichkeiten“ im

Potsdamer Tagungshaus BlauArt stellten

sie das Projekt „Baukasten statt Bierkasten“

vor, eine Gemeinschaftsaktion des

Gymnasiums und des Asklepios Fachklinikums

Lübben.

Zehn Mädchen beschäftigten sich in den

vergangenen beiden Schuljahren, unterstützt

vom Klinikum, eingehend mit der

Alkoholsucht. Den von ihnen entworfenen

Baukasten füllten sie unter anderem

mit Informationen zu gesetzlichen, medizinischen

und therapeutischen Grundlagen,

mit Flyern, T-Shirts, Spielen, einem

Psychosozialen Wegweiser voller Beratungsadressen

und einer Rauschbrille, die

1,3 bis 1,5 Promille simuliert. Zielgruppe

sind Schülerinnen und Schüler der 6.

und 7. Klasse. Stephanie Schön, Franziska

Rube und Josefin Bresan aus der Projektgruppe

nutzten die Einladung zum 4.

Plenum der Landessuchtkonferenz, um

für den Baukasten zu werben. Unermüdlich

beantworteten sie die Fragen interessierter

Standbesucher und meisterten vor

dem Fachpublikum souverän ein Interview

mit Moderatorin Sandra Wieschollek

vom Medienbüro Babelsberg. Für die

jungen Frauen war es die letzte Aktion

mit „Baukasten statt Bierkasten“, bevor

sie das Gymnasium verließen. Sie wünschen

sich engagierte Nachfolger(innen).

Stephanie Schön: „Der Kasten kann jederzeit

erweitert werden.“ Und sie hoffen,

dass sich viele Lehrer das von ihnen erarbeitete

Material für Präventionsprojekte

ausleihen. Möglich ist das im Asklepios

Fachklinikum Lübben, im Paul-Gerhardt-

Gymnasium und im Landratsamt.

Edda Gehrmann

Bessere Überlebenschancen bei

Herzstillstand

Etwa alle fünf Minuten stirbt in Deutschland ein Mensch, weil sein Herz ohne erkennbare Ursache aufhört zu

schlagen. Der plötzliche Herztod fordert damit mehr Todesopfer als Krebs und alle anderen Krankheiten.

Zum fünften Mal fand am 28. Mai 2009

ein Herz- und Schlaganfalltag in der

Hansestadt statt. Damit finden auch die

beiden Projekte „Hamburg gegen den

Herzinfarkt” und „Hamburg gegen den

Schlaganfall/Schlaganfall – ein Notfall“

ihre Fortsetzung. Die Asklepios Kliniken

Hamburg waren mit einem großen Ausstellungsstand

dabei, um die Hamburger

Bürgerinnen und Bürger zu informieren.

Außerdem boten Mitarbeiter des Instituts

für Notfallmedizin (IfN) der Hamburger

Asklepios Kliniken ein interaktives

Reanimationstraining an. 60 Gäste aller

Altersgruppen nahmen in zwei Gruppen

an dem 30 Minuten dauernden Training

teil. Viele von ihnen konnten sich nur

noch sehr vage an die Erste-Hilfe-Kurse

erinnern, die sie für den Führerschein gemacht

hatten.

Am Ende des Trainings wurden alle Teilnehmer

mit einem von der Firma Laerdal

entwickelten Lehrpaket ausgestattet, das

sie für Übungszwecke im Familien- und

Freundeskreis mit nach Hause nahmen.

Der Inhalt: ein Übungsmodell, genannt

„MiniAnne“ und ein Lehrvideo, mit dessen

Hilfe man sich in nur einer halben

Stunde Kenntnisse zur effektiven Herz-

Lungen-Wiederbelebung (CPR) aneignen

kann. Die Kompression des Brustkorbs

in der richtigen Frequenz und die Beatmung

können mit der „MiniAnne” trainiert

werden, vor allem aber lässt sich

die Qualität der Maßnahme schon beim

Üben überprüfen.

Ziel der Initiatoren des Instituts für Notfallmedizin

war und ist, möglichst viele

Laien mithilfe dieses gut handhabbaren

Lehrpaketes zu schulen, um so die Überlebenschancen

von Menschen zu erhöhen,

die einen plötzlichen Herzstillstand

erleiden. Denn etwa 40.000-mal im Jahr

wird die lebensrettende Reanimation

Behörde für Soziales, Familie,

Gesundheit u. Verbraucherschutz

5. Hamburger

Herz- und Schlaganfall-Tag

Donnerstag, 28. Mai 2009, 12.00 – 19.00 Uhr, Congress Center Hamburg

Saal 3

Veranstalter:

Hamburg Messe und Congress GmbH zus. mit Behörde für Soziales, Familie, Gesundheit und

Verbraucherschutz, Deutsche Herzstiftung u. Hamburger Arbeitsgemeinschaft Schlaganfall

notwendig, und in vielen Fällen sind die

Ernährungsberatung, Gesunde Küche, Reanimationskurse

Angehörigen dann die Ersthelfer. Jede Se-

Moderation: Marion Förster (u.a. NDR 90.3)

kunde 13.00 zählt bis ca.19.00 – die Uhr Vortragsprogramm

Zeit bis zum Eintreffen

Kurzvorträge zu Herz-Kreislauferkrankungen und Schlaganfall

des Rettungsdienstes (Programm siehe Rückseite) muss genutzt werden,

um die Überlebenschancen zu verbessern.

„Aus diesem Grund wollen wir

erreichen, dass in dieser Situation möglichst

viele Menschen richtig helfen. Das

neue Ausbildungskonzept kann dazu

beitragen, die Überlebensrate bei plötzlichem

Herzstillstand deutlich zu erhöhen“,

begründet Dr. Heinzpeter Moecke,

Programm siehe Rückseite

Leiter des Instituts für Notfallmedizin,

das Engagement von Asklepios auf diesem

Gebiet.

12.00 bis 19.00 Uhr Informationsbörse und Aktionsfläche

Beratung, Vorführungen, Messaktionen (z.B. Cholesterin, Blutzucker, Blutdruck),

Das Reanimationstraining wurde mit

großem Interesse aufgenommen. „Ich

bin froh und erleichtert, dass ich nun im

Ernstfall weiß, was bei einem plötzlichen

Herzstillstand zu tun ist“, fasste eine der

Teilnehmerinnen das Gefühl vieler zusammen.

42 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 43

Informationsstände

Albertinen-Krankenhaus u. Ev. Amalie Sieveking-Krankenhaus (Albertinen-Gruppe)

Asklepios Kliniken Hamburg und Cardio CliniC

Berufsgenossenschaftliches Unfallkrankenhaus Hamburg

DAK Hamburg

Deutsche Herzstiftung

Diakonie Klinikum Hamburg

Bethesda AK Bergedorf

Feuerwehr Hamburg

Herz in Form

KISS Hamburg

Marienkrankenhaus

Medizinisches Versorgungszentrum Prof. Mathey u.Prof. Schofer/ Univers. Herz- u.

Gefäßzentrum

Norddeutsches Herznetz

Reha-Zentrum Berliner Tor

Schön Klinik Hamburg-Eilbek

Universitätsklinikum Hamburg-Eppendorf und Universitäres Herzzentrum Hamburg

Zentrale für Ernährungsberatung e.V.


Gesundheit & Wirtschaft

Sieg für Uchtspringer Torjäger:

Fußballfest 2010 in der Altmark

12. Asklepios-Fußballturnier in Brandenburg an der Havel

Eine runde Sache war das 12. Asklepios-

Fußballturnier vom 19. bis zum 21. Juni in

Brandenburg an der Havel. Mit 19 Männer-

und 8 Frauenmannschaften verzeichnete

das sportliche Traditionstreffen der

Asklepios-Mitarbeiterinnen und -Mitarbeiter

2009 einen Teilnehmerrekord. 280

Aktive kämpften am 20. Juni auf dem Rasen

des Brandenburger „Stahl-Stadionsˮ

um den Ball, angefeuert von den jeweils

pausierenden Teams und zahlreichen Besuchern.

Auf Spielfeldern und Zuschauerrängen

herrschte ausgelassene Stimmung.

Selbst als ein Platzregen niederprasselte,

kickten die Mannschaften unverdrossen

weiter. Insgesamt hatten die Asklepios-

Fußballer – trotz sorgenvoll beobachteter

Schlechtwetter-Prognosen – einen sonnigen

Spieltag erwischt. Dessen spannendste

Momente waren, wie im „richtigenˮ

Fußballleben, die direkten Duelle im Elfmeterschießen

(hier verkürzt auf neun

Meter) und das Finale.

Die erfolgreichsten Torjäger liefen im jungen

Uchtspringer Männer-Team der Salus

gGmbH auf. In rasantem Tempo hielten

sie ihre Gegner in Schach und standen

nach einem neunstündigen Turniertag

ganz oben „auf dem Treppchenˮ, gefolgt

von der Klinik Pasewalk auf dem zweiten

und dem Fachklinikum Stadtroda

auf dem dritten Rang. Die flinksten und

treffsichersten Spielerinnen kommen in

diesem Jahr aus der Sächsische Schweiz

Kliniken GmbH Sebnitz. Platz zwei erkämpften

sich die Frauen der ASB Klinik

Radeberg, Platz drei die Damen vom

Fachklinikum Stadtroda.

Gratulation den Besten! Dass es beim

Asklepios-Fußballturnier jedoch um

mehr als gute Platzierungen geht, zeigte

die Geselligkeit und Herzlichkeit bei

den Veranstaltungen rund um die Spiele.

Am Vorabend, dem 19. Juni, luden die

Ergebnisse des 12. Asklepios-Fußballturniers

in Brandenburg an der Havel:

Frauen

1. Sächsische Schweiz Kliniken GmbH

Sebnitz

2. Asklepios ASB Klinik Radeberg,

3. AFK Stadtroda

4. Asklepios Klinik Am Kurpark Bad

Schwartau

5. Asklepios Klinik Barmbek

6. AFK Brandenburg

7. AFK Teupitz

8. AFK Lübben

Männer

1. Salus gGmbH, Fachkrankenhaus

Uchtspringe

2. Asklepios Klinik Pasewalk

3. AFK Stadtroda

4. AFK Brandenburg

5. AFK Göttingen/Tiefenbrunn

6. Asklepios ASB Klinik Radeberg

7. Asklepios Klinik Barmbek

8. Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald

9. Asklepios Kliniken Weißenfels-Hohenmölsen

GmbH

10. Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt

11. Salus gGmbH, Fachkrankenhaus Bernburg

12. Asklepios Klinik Am Kurpark Bad

Schwartau

13. AFK Lübben

14. Sächsische Schweiz Kliniken

GmbH Sebnitz

15. Asklepios Stadtklinik Bad Tölz

16. Asklepios Klinik Bad Oldesloe

17. Asklepios Paulinen Klinik, Wiesbaden

18. Asklepios Westklinikum Hamburg

19. AFK Teupitz

Gastgeber zum Auftakt ins Klubhaus

des Fachklinikums Brandenburg ein, wo

die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter

von Asklepios-Einrichtungen aus ganz

Deutschland miteinander feierten. Noch

enger zusammengerückt waren sie bis zur

Abschlussveranstaltung am Abend des

Turniertages im Brandenburger Industriemuseum.

Bei der Siegerehrung wurde

jedes Team ausgiebig bejubelt. Dass die

Gewinner der Pokale die größte Show lieferten,

liegt in der Natur der Sache.

Unübertroffen war der Applaus für eine

Mannschaft, die nicht im sportlichen

Wettkampf, dafür aber das gesamte Wochenende

über im Dauerstress gestanden

hatte: das Team rund um Küchenchefin

Marita Schweitzer. Vom Eröffnungsabend

über die Versorgung im Stadion bis zum

großen Abschlussbuffet ließ die Küche

des Fachklinikums Brandenburg keine

kulinarischen Wünsche offen.

Viel Lob ist bis heute über die gelungene

Organisation in Brandenburg an der

Havel zu hören. Dabei werden besonders

die kurzen Wege zwischen Stadion, Hotel

und dem Ort der Abschlussveranstaltung

hervorgehoben. Letztere bleibt den Gästen

sicher noch lange in guter Erinnerung.

Mit dem Industriemuseum in den Hallen

des ehemaligen Stahl- und Walzwerkes

Brandenburg hatten die Gastgeber einen

außergewöhnlichen Rahmen gewählt.

Dort ist der letzte in Westeuropa erhaltene

Siemens-Martin-Ofen als Technisches

Denkmal zu sehen. Ein Programm mit

Live-Musik, Cheerleader-Akrobatik und

Disco begleitete die Fußballerinnen und

Fußballer durch die Nacht, bevor sie

am Sonntag müde, aber gut gelaunt, die

Heimreise antraten.

Traditionell richtet der Sieger bei den

Männern im kommenden Jahr das Asklepios-Fußballturnier

aus. Damit geht

der Staffelstab an Uchtspringe. Die Salus

gGmbH lädt 2010 zum Fußballfest in die

Altmark ein.

44 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 45

Edda Gehrmann


Gesundheit & Wirtschaft

Everything goes: ambulant und

stationär gehen Hand in Hand

Niedergelassene Ärzte als Konsiliar-Operateure – Erfahrungen aus einer Kooperationsklinik

Das Vergütungssystem für niedergelassene Ärzte wird sich in den nächsten Monaten und Jahren voraussichtlich nicht

verbessern. Im Gegenteil: Gesundheitsfonds, gedeckelte Budgets und Regelleistungsvolumina ermöglichen kaum noch

höhere Leistungen für den Patienten. Daher sucht man im Gesundheitswesen nach neuen Lösungen.

Das Paulinen Klinikum Wiesbaden nutzt

bereits seit vielen Jahren unterschiedlichste

Kooperationsmodelle für die

Zusammenarbeit mit niedergelassenen

Ärzten. Die Zusammenarbeit erfolgt

durch Konsiliararztverträge, Netzwerke

mit Niedergelassenen, integrierte Versorgungsverträge

sowie durch die Einbindung

der Kliniken in niedergelassene

Arztpraxen.

Beim Konsiliararztvertrag erbringt der

niedergelassene Arzt eine OP-Leistung

im Krankenhaus. Seine Patienten werden

in der Klinik versorgt. Die Behandlung

erfolgt aus einer Hand. Für Klinik und

Arzt ergeben sich Synergien durch die

gemeinsame Nutzung der Geräte, verbesserte

Abläufe und einen intensiven Erfahrungsaustausch.

Durch die Nutzung von Konsiliarverträgen

gelingt es, erfahrene Anwender

sowie fähige Operateure und Leistungserbringer

an eine Klinik zu binden. Das

Fachwissen als Operateur, das sich Ärzte

während der Ausbildung in einer Klinik

mühevoll und aufwendig erwerben, kann

so aus der Praxis heraus gemeinsam mit

einer Klinik genutzt werden.

In der Paulinen Klinik Wiesbaden ergänzen

und erweitern aktuell über 20 Ärzte

verschiedenster Fachrichtungen als Konsiliarärzte

das Leistungsangebot der Klinik.

Dabei werden sowohl ambulante,

als auch zahlreiche stationäre Eingriffe

durch die niedergelassenen Fachärzte

durchgeführt. Die meisten Konsiliarärzte

sind im Fachgebiet Orthopädie und Unfallchirurgie

integriert, aber auch in der

Urologie, Gynäkologie und in der Inneren

Medizin werden die externen Ärzte

geschätzt.

PD Dr. Thomas Menzel,

Internist, Kardiologe, Angiologe

„Ich führe im Rahmen eines Konsiliararztmodells

unterschiedliche Katheteruntersuchungen

in der Klinik durch. Das

bringt wesentliche Vorteile für meine Patienten:

Die stationäre Aufnahme kann

je nach Notwendigkeit vor oder nach der

Untersuchung erfolgen, sie werden engmaschig

pflegerisch überwacht und gegebenenfalls

auch ärztlich betreut. Darüber

hinaus kann ich auf diese Weise kurzfristig

entscheiden, ob ich einen Patienten

stationär oder ambulant führen möchte.

Die Kooperation mit dem Klinikum ist

natürlich auch aus ökonomischen und

organisatorischen Gesichtspunkten interessant.

Ich muss kein eigenes kostenintensives

Katheterlabor betreiben. Das

von mir eingesetzte Material wie Katheter,

Ballons und Stents beziehe ich über

das Klinikum. Das erspart mir Verhandlungen

mit den verschiedenen Herstellern.

Da die Verwaltung meines Lagers

auch durch die Mitarbeiter der radiologischen

Abteilung erfolgt, werde ich an

dieser Stelle ebenfalls entlastet.”

Neue Betten in der Klinik Am Kurpark

Bad Schwartau

Die Rehabilitationsklinik zur Behandlung

in den Fachgebieten Orthopädie

und Gynäkologie eröffnete nach nur

achtmonatiger Bauzeit im August ihren

Anbau, damit stehen 40 neue Betten

zur Verfügung. Schon lange bestand der

Wunsch, im Rahmen eines Erweiterungsbaus

den räumlichen Anforderungen der

zunehmend älteren Patienten gerecht zu

werden, die eine Anschlussheilbehandlung

benötigen. Asklepios investierte dafür

nun in Bad Schwartau 3,3 Millionen

Euro. Es entstanden etwa 20 neue Arbeitsplätze

in allen Funktionsbereichen.

Norbert Schneider, Geschäftsführer der

Klinik, sieht diesen Schritt als ein klares

Bekenntnis von Asklepios zum Standort

Bad Schwartau.

Die Bettenzahl in Bad Schwartau erhöhte

sich damit von bisher 220 auf 260, sowohl

die gynäkologische als auch die orthopädische

Abteilung erhielten je 20 zusätzliche

Betten. Die Zahl der 60 Behandlungsplätze

für ambulante Rehabilitation bleibt

unverändert.

Im Hamburger Raum konnte der wachsende

Bedarf an Reha-Kapazitäten in der

Vergangenheit nicht mehr vollständig

befriedigt werden, sodass diese Erweiterung

eine logische Konsequenz war. Die

Chefärzte des Hauses, die Gynäkologin

Carola Basse und der Orthopäde Dr. Ingo

Messer, waren von Anfang an in Planung

und Gestaltung der Stationen und Patientenzimmer

involviert, um ihre Erfahrungen

aus der täglichen Praxis mit einfließen

zu lassen. So wurden beispielsweise

die einzelnen Etagen in unterschiedlichen

Farben gestaltet, um den Patienten die

Orientierung in der Klinik zu erleichtern.

„Wir haben viel Wert auf freistehende

Betten gelegt, damit Patienten von zwei

Seiten in ihr Bett einsteigen und auch

pflegerische Hilfeleistungen rückenschonender

durchgeführt werden können.

Das ist in den bestehenden Gebäuden

leider nicht immer gewährleistet. Der

Neubau ist somit auch ein Beitrag zum

Gesundheitsschutz unserer Mitarbeiter“,

so Dr. Messer.

Bereits vor Eröffnung des Anbaus wurde

das Patientenrestaurant der Klinik komplett

umgestaltet, um trotz steigender

Patientenzahlen ausreichend Raum zu

schaffen – auch für gehbehinderte Patienten.

Katharina Schramm

46 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 47


Gesundheit & Wirtschaft

Medizin für alle - die Erfolgsgeschichte

der „Hanseatischen Nachtvorlesungen“

Was macht den Körper krank? Was hält ihn gesund? Was bedeuten die Diagnosen der Mediziner? Antworten auf

diese und andere spannende Fragen erhalten medizinische Laien in den „Hanseatischen Nachtvorlesungen“ der Hamburger

Asklepios Kliniken. Seit nunmehr zwei Jahren halten Chefärzte der verschiedensten Fachgebiete Woche für Woche

halbstündige Vorträge und stellen sich anschließend den Fragen der interessierten Zuhörer. Die Veranstaltungen

finden immer donnerstags ab 19.30 Uhr in den Vortragsräumen und Hörsälen auf dem jeweiligen Klinikgelände statt.

Das kostenlose Angebot wurde von den Hamburgern in kürzester Zeit so gut angenommen, dass seit 2008 zusätzlich

jeden letzten Freitag im Monat eine „Psychiatrische Nachtvorlesung“ stattfindet. Ab dem Sommer 2009 wurde die

Veranstaltungsreihe außerdem um eine „Ethische Nachtvorlesung“ an jedem zweiten Freitag im Monat erweitert.

„Nachtvorlesung“ – das ist für viele

Hamburger inzwischen ein vertrauter

Begriff. Manche sind sogar zu Stammgästen

geworden und freuen sich auf die

renommierten Ärzte, die ihnen die faszinierende

Welt der Medizin so anschaulich

nahebringen. Die Palette der angebotenen

Themen ist riesig und reicht von Burnout

und Depression über Bandscheibenvorfall

und Herzrhythmusstörungen bis zu

Magengeschwüren und Schlafstörungen.

Auch Krebserkrankungen, Multiple Skle-

rose und Parkinson stehen regelmäßig auf

dem Vorlesungsprogramm.

Was vielen besonders gut gefällt, ist die

Tatsache, dass die Mediziner nach ihrem

Vortrag reichlich Zeit für Fragen haben.

In großer Runde – oder beim kleinen Imbiss

auch ganz privat. „Beim Haus- oder

Facharzt geht alles immer so schnell. Da

bleibt kaum Zeit zum Nachfragen. Und

wann hat man denn schon einmal die

Chance, einen Spitzenmediziner um Rat

Die Videos der Nachtvorlesungen

(„Nachtvorlesung nachgefragt“) sowie

der TV-Sendungen auf Hamburg1 („Gesundheitsmedtropole

Hamburg“) mit

Talks und Reportagen können alle Asklepios

Kliniken für ihren Internetauftritt

oder ihren Eingangsbereich nutzen.

zu bitten?“ So oder ähnlich reagieren viele

Nachtvorlesungs-Gäste. Viele haben

schon eine lange Leidensgeschichte hinter

sich und können es kaum erwarten,

ihr ganz persönliches Schicksal in großer

Runde anzusprechen. Selbst bei bekannten

Tabuthemen wie Inkontinenz oder

Impotenz ist der Vortragssaal meist gut

gefüllt. Und die anfänglichen, verschämten

Fragen mit Verweis auf angebliche

Nachbarn, die unter dem Problem leiden,

sind schnell passé. Dann schnellen die

Hände in die Höhe, und fast alle nutzen

die Chance, endlich mal unter Gleichgesinnten

zu sein und Erfahrungen auszutauschen.

Mehr als 5000 Menschen sind seit Beginn

der Vortragsreihe schon in die Hamburger

Asklepios Kliniken gekommen, um sich

über die aktuellen Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

zu informieren. „Das

zeigt, wie attraktiv unser Angebot ist“,

sagt der Initiator der Nachtvorlesungen,

Rudi Schmidt. Der Leiter des Konzernbereichs

Unternehmenskommunikation &

Marketing hat inzwischen auch viele hundert

Fragebögen ausgewertet, in denen die

Nachtvorlesungsgäste um ihre Meinung

und um Themenvorschläge gebeten wurden.

„Die Resonanz ist beeindruckend.

Das Lob für die Mediziner ist groß."

Auch wenn die Nachtvorlesungen kräftig

beworben werden, etwa über Kurznachrichten

im TV-Lokalsender Hamburg1

(„Gesundheitsmedtropole Hamburg“),

Poster in den Kliniken, mit mehrseitigen

Flugblättern in einer Auflage von einer

Million Exemplaren und mit kleinen Terminankündigungen

in Tageszeitungen,

so melden sich doch immer wieder Interessierte,

die erst im Nachhinein von einer

Veranstaltung erfahren haben. „Um das

große Interesse zu bedienen, haben wir

vor einem Jahr die Video-Reihe ‚Nachtvorlesung

nachgefragt’ ins Leben gerufen“,

sagt Jens Bonnet, medizinischer

Das TV-Team: Hinten (v. l.): Wolfgang Thomas

(Aufnahmeleitung), Georg Brand (Kamera), Bernd

Stirnat (Kamera), Peter Schwing (Kamera), Peter

Klüwer (Kamera)

Vorn: Christa Heindorf-Bär (Kamera), Theresa von

Tiedemann (Moderation), Wolfgang Bunge (Ton)
















48 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 49

Kontakt

Rudi Schmidt

Konzernbereichsleiter Unternehmens-

kommunikation & Marketing

Asklepios Kliniken, Rübenkamp 226,

22307 Hamburg

E-Mail: ru.schmidt@asklepios.com

Pressesprecher der Hamburger Asklepios

Kliniken, der die Dreharbeiten organisiert.

Einmal im Monat werden die Referenten

der Nachtvorlesungen ins Studio

geladen und von der bekannten Hamburger

Moderatorin Theresa von Tiedemann

vor laufender Kamera befragt. Gesprächsgrundlage

sind immer die interessantesten

Fragen, die kurz zuvor in den

Veranstaltungen vom Publikum gestellt

wurden. Ein engagiertes, zehnköpfiges

Team vom Krankenhausfunk Barmbek

filmt und schneidet die meist 15 oder 20

Minuten langen Beiträge, die dann wenig

später im Internet für alle Interessierten

abrufbar sind (www.asklepios.com/

nachtvorlesungen). Rund 50 Videos der

beliebten Nachtvorlesungsreihe stehen

bereits zum Anschauen im Internet, natürlich

ebenfalls kostenlos. Und jeden

Monat kommen vier neue Beiträge hinzu.

„Interessante Themen gibt es ja genug,

und von unseren Gästen kommen zusätzlich

Anregungen, sodass wir jetzt schon

den Vorlesungsplan für 2010 in Angriff

nehmen“, sagt Rudi Schmidt.

Mathias Eberenz


Gesundheit & Wirtschaft

Frauen in Führungspositionen – Klinik

Lindenlohe mit weiblichem Doppel

Als die Orthopädische Klinik Lindenlohe Ende 2004 von Asklepios übernommen wurde, waren die Entwicklungen des

Krankenhauses nicht absehbar. Heute, knapp fünf Jahre später, präsentiert sich ein modern aufgestellter, orthopädischer

Vollversorger mit 24-Stunden-Notfallambulanz für alle Verletzungen des Stütz- und Bewegungsapparates. Ein hoch

qualifiziertes Team und eine sehr gute technische Ausstattung gewährleisten eine Versorgung auf universitärem Niveau

und gehen einher mit einer sehr guten Patientenauslastung. Aber auch bei der Besetzung von Führungspositionen hat

die Klinik Lindenlohe Vorzeigecharakter: Zwei der vier medizinischen Fachabteilungen werden von Frauen geleitet.

Asklepios intern sprach mit Dr. Ulrike Laupichler, Leiterin der Abteilung Wirbelsäulenchirurgie, und Dr. Isabel

Winter, Leiterin der Abteilung Sportorthopädie und Unfallchirurgie.

Dr. Isabel Winter Dr. Ulrike Laupichler

Die Zahl der weiblichen Führungskräfte

bei den klinischen Ärzten liegt bundesweit

unter fünf Prozent. Welche Voraussetzungen

muss „Frau“ für eine Leitungsfunktion

mitbringen?

Dr. Ulrike Laupichler: Dieselben wie

„Mann“ auch – Zielstrebigkeit, emotionale

und fachliche Kompetenz sowie chirurgisch

hohe manuelle Fähigkeiten.

Dr. Isabel Winter: Grundsätzlich sollten

die Anforderungsprofile für Leitungspositionen

ja unabhängig vom Geschlecht

sein. Erfreulicherweise werden in den

operativen Fächern, besonders der Chirurgie,

Unfallchirurgie und Orthopädie,

die lange als Männerdomäne galten, Ärztinnen

zunehmend gerne eingestellt, da

in steigendem Maße die geschlechtstypischen

Attribute der „Soft skills” geschätzt

werden.

Welche Aufgaben hat die Abteilungsleitung?

Dr. Laupichler: Neben der reinen operativen

Tätigkeit und der Organisation des

OP-Ablaufes stehen Sprechstunden und

Supervisionsvisiten im Vordergrund. Einen

hohen Stellenwert haben auch die

Ausbildung der Assistenten im OP und

auf der Station, die Anleitung des Oberarztes

sowie die administrative Planung

aller Abteilungsvorgänge. Die Verantwortung

für die Patientenzahlen, der Dialog

mit den niedergelassenen Kollegen und

letztlich die Repräsentation der Klinik

nach außen gehören ebenfalls dazu.

Dr. Winter: Die Umsetzung der medizinischen

Qualifikation in der Patientenbetreuung

– operativ wie in der Sprechstunde

– steht im Vordergrund. Die Optimierung

von Behandlungsabläufen, Mitarbeitermotivation

und -weiterbildung

sowie die Integration betriebswirtschaftlichen

Sachverstandes sind als Zweites zu

nennen. Die Kooperation mit beziehungsweise

die Information von Kolleginnen

und Kollegen in der Region sind ebenfalls

wichtige Säulen der Leitungstätigkeit.

Welches sind Ihre jeweiligen Spezialgebiete?

Dr. Laupichler: Mein Fachbereich ist die

Wirbelsäulenchirurgie, insbesondere

minimal-invasive Verfahren, wie zum

Beispiel endoskopische Bandscheiben-

Operationen. Wichtig sind dabei sowohl

Bewegung erhaltende Operationen als

auch konservative Behandlungen.

Dr. Winter: Sportorthopädie und Arthroskopie

sind zuvorderst zu nennen, also

die Behandlung sämtlicher sportorthopädischer

Erkrankungen einschließlich

Verletzungen und Überlastungsschäden.

Ich repräsentiere zudem das Angebot des

gesamten operativen Spektrums der rekonstruktiven

Arthroskopie und der offenen

operativen Verfahren der Schulter,

des Kniegelenks, der Hüfte, des Sprunggelenks

und des Ellbogens einschließlich

der Knorpel ersetzenden Verfahren und

der teilweisen Oberflächenersatzprothesen.

Umstellungsoperationen bei Achsfehlstellungen

und die Versorgung aller

unfallchirurgischen Krankheitsbilder

einschließlich aller gängigen Osteosyn-

theseverfahren gehören ebenfalls zu meinen

Spezialdisziplinen.

Lässt die berufliche Zusatzbelastung Zeit

für Hobbys? Wenn ja, für welche?

Dr. Laupichler: Meine Hobbys sind vielfältig,

werden aber klar durch den Sport

angeführt. Ich finde meinen Ausgleich

beim Joggen und Radfahren und starte in

Kürze beim Triathlon am Steinberger See.

Meine Verbundenheit zu den Bergen zeigt

sich auch in meiner Leidenschaft fürs Skifahren.

Kopf, Körper und Seele pflege ich

mit viel Lesen – und Kochen.

Dr. Winter: Wenn man das als Hobby bezeichnen

darf, würde ich an erster Stelle

meine Familie (Ehemann und zwei Kinder,

Anm. der Redaktion) nennen. Dann

kommt Sport, Sport und nochmals Sport,

vor allem Fahrradfahren und Bergsteigen.

Musikmachen und Musikhören sind

für mich ebenso wichtig wie Lesen.

Was würden Sie jungen Frauen, die sich

für den Beruf der Ärztin interessieren,

mit auf den Weg geben?

Dr. Laupichler: Es ist kein Zuckerschlecken,

aber es lohnt sich. Nutzen Sie Ihre soziale

Kompetenz als Frau aus! Zeigen Sie

von Anfang an mehr Initiative! Suchen

Sie sich einen Mentor und: Verlieren Sie

nie den Mut zum berechtigten Widerspruch!

Dr. Winter: Wenn Sie Freude am Beruf

der Ärztin haben, ist es – auch unter teils

schwierigen Bedingungen in Bezug auf

Arbeitszeit und Familie – ein Traumberuf.

Lassen Sie sich nicht davon abhalten!

Gute Ärzte werden immer gebraucht.

Und gute Ärztinnen um nichts weniger!

Das Gespräch führte Hans Christian Wagner

50 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 51


Patientenforum

Null Bock auf Schule

Nicht alle Kinder und alle Jugendlichen, die sich morgens zuhause mit ihrer Mappe verabschieden, kommen auch in

der Schule an. In Deutschland gehen rund 400.000 Kinder und Jugendliche nicht mehr zur Schule: Schulverweigerer,

die wochen- und monatelang dem Unterricht fernbleiben, meist sind sie zwischen 13 und 16 Jahre alt. Asklepios

intern sprach mit Dr. Bernd Lutter, Chefarzt der Kinder- und Jugendpsychiatrie im Fachklinikum Stadtroda, über

die Ursachen dieses Phänomens und die Möglichkeiten einer Rückkehr zum schulischen Lernen.

Welche Typen von Schulverweigerern

gibt es?

Typ 1, das Schulschwänzen, betrifft bis

zu acht Prozent aller Kinder. Sie bleiben

dem Unterricht meist ohne körperliche

Beschwerden, Angst und emotionale Störungen

fern. Dafür finden sich oft andere

dissoziale Verhaltensweisen, familiäre und

psychosoziale Belastungen. Diese Kinder

besitzen oft nur eine mangelnde Gewissensbildung,

unzureichende Erziehung

und bevorzugen lustbetonte Aktivitäten.

Der zweite Typ ist die Schulangst: Verweigerung

als Ausdruck einer befürchteten

oder realen Überforderung oder Bedrohung.

Häufig haben die betroffenen Kinder

eine Lernstörung oder eine Teilleistungsschwäche.

Auslöser können Hänseleien

und Mobbing sein. Meist leiden die

Kinder auch unter Depressionen oder

Angststörungen. In einigen Fällen ist der

elterliche Erwartungsdruck zu hoch.

Bei der Schulphobie, dem dritten Typ,

handelt es sich um eine psychische Störung

mit ungeheurer Trennungsangst, die

sich auf die Eltern oder andere wichtige

Bezugspersonen bezieht. Die Betroffenen

kommen meist aus intakten sozialen Verhältnissen.

Sie klagen über körperliche

Beschwerden und werden wiederholt

und/oder lange krankgeschrieben. Wenn

bei dieser Form der Schulverweigerung

nicht rasch eingegriffen wird, kann sie

schnell chronisch werden.

Wann beginnt der „Abschied“ von der

Schule?

Sind die Familienverhältnisse eher kri-

tisch, fällt oft gar nicht auf, dass das Kind

die Schule nicht mehr besucht. Dann

merken die Eltern auch nicht, dass es von

den anderen ausgegrenzt wird. Gerade

bei Schulschwänzern, die häufig durch

aggressives Verhalten auffallen und den

Unterricht stören, kann der Kontakt zwischen

Schule und Elternhaus angespannt

sein. Manche Schulen scheinen „froh”

zu sein, wenn der Unterricht ohne die

Störenfriede abläuft. Bevor ein Kind die

Schule aber komplett verweigert, müssen

schon einige Dinge geschehen sein, die

ohne Konsequenzen blieben.

Gibt es erste Signale?

Der Beginn ist eine starke Schulunlust,

oft begleitet durch morgendliche Bauchschmerzen,

Übelkeit oder Schwindel. Die

meisten Kinder fehlen zu Beginn nur in

einzelnen Stunden oder Fächern. Oft beginnen

sie, sich zu isolieren. Diese Signale

kann man sehen, man kann sie allerdings

auch leicht übersehen.

Aus welchen Gründen kommt es zur

Schulverweigerung?

Wer nur über eine unterdurchschnittliche

Begabung verfügt oder Teilleistungsstörungen

hat, ist schnell überfordert. Wird

da nicht rechtzeitig reagiert, verlieren diese

Kinder die Motivation. Ohne häusliche

Kontrolle kann so leicht eine dissoziale

Entwicklung beginnen. Einige Kinder

bleiben aufgrund ihrer depressiven und

psychosomatischen Störungen der Schule

fern. Andere haben Probleme mit der

Kontaktaufnahme in der Schülergruppe,

fühlen sich ausgegrenzt und gehänselt.

Sind Schulverweigerer immer Problemschüler?

Nein, gerade Kinder mit Schulängsten

und -phobien sind meist durchschnittlich

bis hochintelligent und zum Lernen

motiviert. Die Eltern kümmern sich sehr,

gehen mit ihrem Kind zum Arzt, rufen

in der Schule an, sprechen mit den Lehrern.

Diese Eltern müssen ein anderes

Problembewusstsein entwickeln, wenn

sich die Schulausfälle aufgrund der Beschwerden

ihrer Kinder häufen. Organische

Ursachen sind abzuklären, aber

selten vorhanden.

Ab wann besteht Behandlungsbedürftigkeit?

Die stationäre Aufnahme ist häufig das

letzte Glied in einer langen Kette. Wird

ein Schulverweigerer erkannt, sollte

möglichst umgehend eine kinderpsychiatrisch-psychologische

Diagnostik eingeleitet

werden. Bei einer bereits bestehenden

chronischen Schulverweigerung

sowie einer kinder- und jugendpsychiatrischen

Grundstörung ist die schnelle

stationäre Aufnahme angezeigt.

Welche Angebote gibt es im Fachklinikum

Stadtroda?

Alle Kinder erhalten nach der umfangreichen

Diagnostik ein komplexes Therapieprogramm.

Wir bieten eine störungsspezifische,

psychotherapeutisch

methodenübergreifende Behandlung

einzeln und in Gruppen an, aber auch

medikamentöse Unterstützung. Entscheidend

ist die Beschulung innerhalb der

Klinikschule. Die Kinder und Jugendlichen

sollen ihre Angst überwinden und

wieder Regeln erlernen. In der letzten

Behandlungsphase gehen sie in eine der

örtlichen Schulen. Das klappt seit vielen

Jahren sehr gut. Natürlich achten wir darauf,

dass die Kinder dann schon für den

Außenschulversuch geeignet sind. Sie

lernen bei uns, sich ihren Ängsten zu stellen,

um diese Stück für Stück zu überwinden.

Häufig tragen sie schwere Probleme

mit sich herum, für die sie einen Ausweg

suchen. Deshalb ist die Arbeit mit den Eltern

fester Bestandteil unserer komplexen

Behandlung.

Wie geht es nach der Therapie weiter?

Bevor wir unsere Patienten in ihr häusliches

Umfeld entlassen, führen wir mit

Eltern und Lehrern ausführliche Gespräche.

Wir schauen gemeinsam, ob die

Voraussetzungen für die Übertragung ins

Alltagsleben gewährleistet sind, beziehen

Beratungsstellen, nachbehandelnde Ärzte

und, falls erforderlich, Jugendämter ein.

Ein gut funktionierendes Netzwerk ist für

einen guten Wiedereinstieg in das soziale

Umfeld außerordentlich wichtig.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

52 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 53

Kontakt

Dr. Bernd Lutter

Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Asklepios Fachklinikum Stadtroda

Bahnhofstraße 1a, 07646 Stadtroda

E-Mail: b.lutter@asklepios.com

Impressum

Herausgeber:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder,

www.asklepios.com

Chefredaktion:

Mandy Wolf (V. i. S. d. P.)

Redaktionelle Mitarbeit:

Jens Bonnet

Satz und Gestaltung:

Daniela Birk, daniela.birk@raketik.com

Redaktion:

Nora Döring, Hohen Neuendorf

E-Mail: info@doering-bildart.de

www.doering-bildart.de

Redaktionsanschrift:

Konzernbereich Unternehmenskommunikation

& Marketing

Hubertusstraße 12-22, 16547 Birkenwerder

Tel. (0 33 03) 52 24 04 ,

Fax (0 33 03) 52 24 20

mandy.wolf@asklepios.com

Fotos:

Andrea Weitze Titelbild, 4, 6, 8,9, 15,52, 58,63

Peter Hamel, 9, 12, 16, 23, 35, 53, 54, 60,

Hans Christian Wagner 13, 40, 50, 51

Edda Gehrmann 42, 44, 45

Ronald Geisler 44, 45

Sandra Kobelt 34, 37

Bertram Solcher 35, 36

Holger Peters 5,28

Frank Repschläger 14,15

Schlussredaktion:

Katja Eckert

Druck:

Möller Druck, Berlin

Erscheinungsweise:

4 x jährlich bundesweit

Auflage:

24.000 Exemplare

Anzeigen:

Sabine Malsch DTP Grafik & Layoutgestaltung,

Zellerodaer Weg 18, 36433 Bad Salzungen

Tel. (0 36 95) 62 86 20,

sabine.malsch@t-online.de

Nächster Anzeigenschluss: 03.11.2009

Nächster Redaktionsschluss: 07.10.2009

Die nächste Ausgabe des Magazins erscheint am

15.12.2009.

Copyright:

Alle Rechte sind dem Herausgeber vorbehal-

ten. Nachdruck, auch auszugsweise, nur mit

dem Einverständnis der Redaktion. Nament-

lich gekennzeichnete Beiträge geben nicht

unbedingt die Meinung des Herausgebers oder

der Redaktion wieder.


Patientenforum

Laser-Akupunktur: Sanfte Therapie

gegen Kinderschmerz

Die Klinik Sankt Augustin wurde 2007 als erste Kinderklinik vom TÜV Rheinland in der Akutschmerztherapie zertifiziert.

Dank der großzügigen Spende der „Aktion Hände zur Hilfe e.V.“ kann sie nun auch Laser-Akupunktur zur

Schmerzbekämpfung einsetzen. Damit entfällt für die kleinen Patienten der mitunter Furcht einflößende Umgang mit

den Akupunktur-Nadeln.

Laserlicht statt Einstich: Die rote und infrarote Strahlung der

Akupunkturgeräte wird über eine optische Faser geleitet und

auf den betreffenden Akupunkturpunkt der Haut lediglich aufgesetzt

– man spricht auch von Kontaktapplikation. Da die Laser-Akupunkturnadeln

kein Gewebe zerstören, sind sie in der

Kindermedizin ideal und gefahrlos anzuwenden.

Studien haben gezeigt, dass Laser-Akupunkturnadeln hinsichtlich

ihrer Reizwirkung am Akupunkturpunkt genauso wirksam

wie Metallnadeln sind. Ein weiterer Vorteil: Der Reiz bleibt während

der Behandlung konstant hoch. Die Reizstärke klassischer

Metallnadeln ist zwar zum Zeitpunkt des Einstiches hoch, fällt

aber wenige Sekundenbruchteile danach deutlich ab.

„Viele Erkrankungen aus dem orthopädischen, pädiatrischen,

neurologischen und psychosomatischen Bereich können per Laser-Akupunktur

erfolgreich behandelt werden. Hinzu kommen

die krampflösenden, schmerzstillenden, und immunstimulierenden

Eigenwirkungen der Lasernadeln, die zu einer deutlichen

Verstärkung der Akupunktur-Wirkungen führen“, so Dr.

Ehrenfried Schindler, Chefarzt des Zentrums für Kinderanästhesiologie

an der Klinik Sankt Augustin. Mit dem professionellen

Schmerzmanagement wird hier bereits seit Jahren während der

gesamten Behandlungsphase eine optimale Reduzierung des

Schmerzes erreicht – und das mit so geringen Nebenwirkungen

wie möglich. Ziel des interdisziplinären Behandlungskonzeptes

ist es, Schmerzen, die kurz vor, während oder nach einer Operation

auftreten können, soweit zu lindern, dass sie für die kleinen

Patienten keine Beeinträchtigung mehr darstellen.

Das Besondere am Schmerzkonzept der Kinderklinik ist dabei

die, interdisziplinäre Versorgung durch die Anästhesiologie,

Kinderchirurgie, Orthopädie und Neurochirurgie. Und ein großer

Teil der Fachkrankenschwestern der Anästhesiologie ist bereits

ausgebildete „Pain-Nurse“.

Das Gerät zur Laser-Akupunktur wurde von der „Aktion Hände

zur Hilfe e. V.“ dem „Arbeitskreis Schmerz im Kindesalter

e.V. AKSiK“ übergeben. Der Arbeitskreis unterstützt und betreibt

die Schmerzambulanz für Kinder an der Klinik Sankt

Augustin, wo Kinder mit akuten und chronischen Schmerzen

behandelt werden.

Zur A-BB09004 weiteren Unterstützung Querformat.qxd:A-BB09004 hat der Vorstand 06.05.2009 von „Aktion Hän- 9:47 Uhr Tel.: Seite (0 22 41) 1 249-300

de zur Hilfe e. V.“ beschlossen, seine Hauptveranstaltung am 30.

MonoMax ® .

In diesem Material steckt Sicherheit.

BBD Aesculap GmbH | Postfach 31 | 78532 Tuttlingen | Deutschland

Tel (0 74 61) 91 15-5 | Fax (0 74 61) 91 15-692 | www.bbraun.de

Oktober unter das Motto „Kinder sollen angst- und schmerzfrei

leben“ zu stellen. Der Erlös aus der Veranstaltung wird dann

ebenfalls der Schmerztherapie der Kinderklinik zugute kommen.

Spenden werden gerne angenommen:

Steyler Bank, Kto. 101 370, BLZ: 386 215 00

54 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 55

Kontakt

Maria Günther

Pflegedienstleitung

Asklepios Klinik St. Augustin


Patientenforum

„Menschen machen Fehler“

Die Hamburger Patienten-Initiative e. V. wird 25 Jahre

Fehleinschätzungen von Ärzten können dramatische Auswirkungen haben. Ein falsch gedeutetes Symptom, ein

vertauschtes Röntgenbild – Irrtümer, die das Leben eines Menschen abrupt verändern können. In den 25 Jahren ihres

Bestehens konnte die Patienten-Initiative e. V. die Entwicklung vom „Verschweigen” bis zur offenen Fehlerkultur

begleiten. Asklepios intern sprach mit dem Gründungsmitglied Kerstin Hagemann über die positive Bilanz der

vergangenen Jahre, das Umdenken der Ärzteschaft und die Sicherheit in deutschen Krankenhäusern.

Frau Hagemann, welcher Anlass führte

zur Gründung der Patienten-Initiative

e. V.?

Anfang der 80er Jahre gab es in Hamburg

mehr als 200 Fälle gemeldeter Behandlungsfehler

eines einzigen Arztes. Es

handelte sich um Prof. Dr. Dr. Rupprecht

Bernbeck, den damaligen Chefarzt der

Orthopädie im Krankenhaus Barmbek.

Aufgrund untragbarer hygienischer Zustände

erkrankten dort viele Patienten

an Infektionen. In einigen Fällen mussten

aufgrund von Wundinfektionen in anderen

Krankenhäusern sogar Amputationen

vorgenommen werden. Oft wurde

auch ohne Indikation operiert. In einigen

Fällen gab es grobe „handwerkliche”

Fehler. Eine kleine Gruppe geschädigter

Patientinnen und Patienten wollte sich

nicht länger mit der Floskel „Das sind

schicksalhafte Verläufe!“ abfinden. Sie

ging an die Presse. Einer der vielen angesprochenen

Journalisten titelte dann

am 10. Januar 1984 in der Hamburger

Morgenpost: „Chefarzt operierte uns zu

Krüppeln“. Das war die Geburtsstunde

unserer Patienten-Initiative.

Mit welchen Aktionen begannen Sie Ihre

Arbeit?

Die betroffenen Patienten forderten unabhängige

Aufklärung, unbürokratische

Schadensregulierung und eine unabhängige

Beschwerdestelle. In mühsamer Arbeit

kämpften wir gegen Vertuschungsversuche

an. Ein Rechtsanwalt und (ein?)

Journalist sowie einige Abgeordnete der

Hamburger Bürgerschaft unterstützten

uns. Schließlich wurde ein Parlamentarischer

Untersuchungsausschuss eingesetzt,

um die Vorkommnisse in Barmbek

zu überprüfen. Nach Vorlage des

Abschlussberichtes, der nicht nur die

Barmbeker Orthopädie untersuchte, sondern

Verbesserungsvorschläge für das

gesamte Gesundheitssystem auflistete,

gründeten wir aus der ehrenamtlich tätigen

Patienten-Initiative einen Verein. Bei

Bürgerinnen und Bürgern hatten wir in

der Zwischenzeit eine gute Lobby. Deren

Vertrauen war uns sicher.

Schwierigkeiten gab es dennoch …

Ja, von Seiten der Gesundheitsbehörde.

Sie plante, die Beratungsstelle ausschließlich

bei der Verbraucherzentrale anzubinden.

Nach erfolgreichem Protest wurden

der Patienten-Initiative dennoch Gelder

bewilligt, um ihre Arbeit fortzusetzen.

Auch an anderen Stellen stießen wir

auf Hindernisse. Die Auslage unserer

Faltblätter zu Beratungsangeboten der

Patienten-Initiative wurde von fast allen

Arztpraxen und Krankenhäusern abgelehnt.

Und die Ärztekammer beobachtete

voller Misstrauen unsere Aktivitäten.

1994 mussten wir dann wieder um unsere

Eigenständigkeit kämpfen. 1995 wurden

unsere öffentlichen Gelder gestrichen.

Das führte zur Schließung der Büros unserer

Beratungsstelle. Die Arbeit setzten

wir ehrenamtlich fort. Ein Jahr später

konnten wir wieder eine kleine Geschäftsstelle

eröffnen.

Was waren Ihre nächsten Schritte?

Wir nahmen ein neues Schwerpunktthema

in unsere Beratung auf: die Pflege – zu

Hause und stationär. Wir begleiteten auch

ein externes Prüfverfahren stationärer Altenpflegeeinrichtungen

zur Qualitätsbewertung.

1999 startete das Modellprojekt „Patienten-Initiative

im Krankenhaus“ in der

heutigen Klinik St. Georg. Wenig später

beteiligten sich auch die Kliniken Nord

und Harburg an dem Projekt, das bis heute

läuft. In diesen beiden Kliniken haben

wir Büros und beraten die Patienten vor

Ort. Selbstverständlich sind wir auch für

die Patientinnen und Patienten der anderen

Hamburger Asklepios-Häuser beratend

tätig.

Wie kam es zu der Kooperation mit den

Asklepios Kliniken?

Die „Patienten-Initiative im Krankenhaus“

wurde nach der Privatisierung der

heutigen Hamburger Asklepios Kliniken

weitergeführt, anfangs nicht ohne Konflikte.

Doch beide Parteien waren sich

schnell einig: Die Präsenz der Patientenvertreter

trägt im direkten Dialog aller

Beteiligten zu zeitnahen Lösungen bei.

Für viele Patienten ist es einfacher, ihr

Anliegen einer externen Beschwerdestelle

vorzutragen. Durch unsere enge Zusammenarbeit

mit dem Beschwerdemanagement

der jeweiligen Krankenhäuser können

wir den Interessen der Patienten eine

Stimme geben, frühzeitig Wogen glätten

und Anspruchsmeldungen noch während

des Klinikaufenthaltes nachgehen.

Jegliche Deeskalation fördert letztlich

die Akzeptanz des Krankenhauses und

trägt zur weiteren Vertrauensbildung bei.

Zwischen uns und der Unternehmensleitung

der Hamburger Kliniken findet

ein regelmäßiger Austausch statt. Diese

besondere Art der Zusammenarbeit für

das Wohl der Patienten ist einmalig und

wegweisend in der deutschen Krankenhauslandschaft.

Wir freuen uns sehr, dass sich im Krankenhaus

der Umgang mit Fehlern gewandelt

hat. Patienten erwarten heute von einem

Krankenhaus zunächst eine gute Medizin

– aber auch die Möglichkeit, Kritik zu äußern

und dafür leicht Ansprechpartner zu

finden. Die Zufriedenheit der Patienten

mit ihrer Behandlung im Krankenhaus

hat sich in den letzten 25 Jahren spürbar

erhöht. Natürlich machen Menschen

Fehler. Doch die Mediziner gehen heute

sensibler und kritischer mit den Themen

Qualität und Patientensicherheit um. Die

Entwicklung von der „Fehlheilung“, wie

Prof. Bernbeck seine Fehler nannte, zu

einer offenen Fehlerkultur haben wir als

Patienten-Initiative maßgeblich begleitet.

Darauf sind wir stolz.

Das Gespräch führte Mandy Wolf

56 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 57

Kontakt

Kerstin Hagemann

Patienten-Initiative e. V.

Moorfuhrtweg 9 e , 22301 Hamburg

Tel: (040) 279 64 65

E-Mail: info@patienteninitiative.de

www.patienteninitiative.de

Links

www.patienteninitiative.de

www.hkgev.de/hh-erklaerung.html


Patientenforum

Wenn es am Kopf juckt und schuppt

Ein Therapie-Update für Patienten mit Schuppenflechte

Die UV-Kammbestrahlung stabilisiert

den Therapieerfolg.

Ob Sommer oder Winter, für Patienten

mit Schuppenflechte (Psoriasis) im behaarten

Kopfbereich ist jede Jahreszeit

problematisch. Im ist Winter die Luft in

den Räumen oft so trocken, dass sich weiße,

auf dunkler Kleidung sehr auffällige

Schuppen bilden. Und im Sommer ist

die Kopfpsoriasis mit Schweiß, Juckreiz,

Rötung, Rissen und Schuppen nicht nur

sichtbar, sondern auch sehr störend.

Etwa zwei Prozent der deutschen Bevölkerung

leiden an Schuppenflechte, die

Hälfte davon ist auch von Problemen

im behaarten Kopfbereich betroffen. Die

Beschwerden reichen dabei von gelegentlichem

Jucken und geringer Schuppenbildung

bis hin zu massiver Rötung und

borkigen Krusten, die über den Rand der

Behaarung hinausgehen und an Stirn,

Nacken sowie hinter den Ohren sichtbar

werden. Wer damit zum ersten Mal Probleme

hat, sollte zum Hautarzt gehen,

um Pilzerkrankungen, Kontaktallergien,

Ekzemerkrankungen anderer Art usw.

auszuschließen.

Findet sich eine ausgeprägte Verschuppung,

sind erste wirksame Lokalmaßnahmen

das Abschuppen beispielsweise mit

salicylsäurehaltigen Präparaten oder modernern

Teerpräparaten. Auch Schuppen

lösende Shampoos kommen zum Einsatz.

Hausmittel und Methoden wie Schweineschmalz,

ungereinigter Birkenteer sowie

das Spülen der Kopfhaut mit Starkbier

sind hingegen längst veraltet.

Nach den ersten medizinischen Maßnahmen

lässt sich dann einschätzen, wie gut

die Schuppenproblematik mit einer evtl.

kortisonfreien Therapie in Schach gehalten

werden kann. Als kortisonfreier Weg

empfiehlt sich an dieser Stelle die Lokalbehandlung

mit Vitamin-D-haltigen Präparaten.

Im Gegensatz zu der früheren Lehrmeinung,

dass am behaarten Kopf auch starke

lokale Kortison-Therapeutika keine

Nebenwirkungen erwarten lassen, zeigen

modernere Studien: Durch stärkere

Präparate reduziert sich die Kopfhautdicke

durchaus, und bei einer Anwendung

über vier Wochen wird auch der Kortisonspiegel

im Blut beeinflusst. Dennoch

ist die lokale Kortisonbehandlung oft notwendig,

um die Entzündung der Haut zu

reduzieren und eine weitere Schuppung

sowie Bildung weiterer Schuppenflechtenherde

zu verhindern. Darum wurden

Mittel entwickelt, die schon nach kurzer

Anwendung zu einer genügend hohen

Wirkstoffkonzentration im befallenen

Gewebe, nicht aber zu den oben beschriebenen

Nebenwirkungen führen. Tensidhaltige

Shampoos bleiben zum Beispiel

als „Abspül“-(Rinse-off)-Zubereitung

nur für 15 Minuten auf dem Kopf. Diese

neuen Shampoos wurden für die mittelschwere

Kopfschuppenflechte zugelassen.

Sie sind – weil kortisonhaltig – verschreibungspflichtig

und können auch zu

Lasten der gesetzlichen Krankenversicherung

verordnet werden.

Durch die Behandlung mit den neuen

Shampoos kann auch der krankheitsbedingte

Haarausfall durchaus gestoppt

werden. Doch diese Therapie sollte nicht

zu lange eingesetzt werden, selbst wenn

Langzeitstudien über sechs Monate keinerlei

Nebenwirkungen bei bedarfsgerechtem

Gebrauch zeigten. Für Kinder

und Jugendliche gelten dabei immer besondere

Vorschriften.

Die elegante Shampoo-Behandlung erspart

den Aufwand, die Haare zu scheiteln,

und vermeidet das Verkleben der

Haare. Im Klinikum für Dermatologie

und Allergologie der Nordseeklinik in

Westerland kommt diese Behandlung – in

Kombination mit einer UV-Bestrahlung

sowie gelegentlichen Kopfkappen – auch

bei jenen Patienten zum erfolgreichen

Einsatz, die aus anderen Gründen (beispielsweise

wegen einer Ganzkörperpsoriasis)

stationär behandelt werden

Die UV-Kammbestrahlung ist dabei ein

probates Hilfsmittel, um den Therapieerfolg

zu stabilisieren und somit aufwendige

Lokaltherapeutika zu vermeiden. In

58 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 59

Kontakt

für Mitglieder von

Selbsthilfeorganisationen

Dipl.-Psychologin Angela Michelsen

Asklepios Nordseeklinik Westerland/ Sylt

Tel.: (0 46 51) 84 18 18

E-Mail: a.michelsen@asklepios.com

einigen Fällen wird Kortison auch im ambulanten

Bereich eingesetzt.

Schuppenflechte kann die Lebensqualität

der Betroffenen ebenso mindern

wie Herzinfarkt oder Krebsleiden. Die

Schwere der Erkrankung schränkt die

Pflege von Hobbys und sozialen Kontakten

ein. Es kommt zu Rückzugstendenzen

in der Partnerschaft. In der Nordseeklinik

werden deshalb moderne Therapien für

die Schuppenflechtepatienten stationär

wie auch für die ambulante Nachbetreuung

eingesetzt. Die Patienten profitieren

vom Standort der Nordseeklinik mit der

nördlichsten Therapiedüne Deutschlands

in einer geoklimatisch bevorzugten Region.

Das Bad im Meerwasser oder in der

Starksole spielt dabei eine besondere,

entzündungsreduzierende Rolle. Durch

psychologische Betreuung und Ergotherapie

wird vermittelt, wie man mit diesem

Handicap leben kann. Die Betroffenen

lernen, ihre Krankheit zu akzeptieren

und erfahren Hilfe zur Selbsthilfe.

Ziel der Kliniken ist es nach wie vor, die

Psoriasis möglichst ohne Kortison zu behandeln.

Acht von zehn Patienten können

bereits nach drei bis vier Wochen

kortisonfrei und mit einem guten individuell

zugeschnittenen therapeutischen

Konzept in das häusliche und berufliche

Umfeld entlassen werden.

Dr. Nobert Buhles


Patientenforum

Zwei Fliegen mit einer Klappe

Für Frauen, die nicht nur eine „Problemzone“, sondern gleich zwei auf einmal umformen möchten, bietet die Plastisch-Ästhetische

Chirurgie in Birkenwerder ein neues Operationsverfahren an. Dabei erfolgt der Aufbau der Brüste

ohne Implantate – sondern mit körpereigenem Fett, das zuvor an Bauch oder Beinen abgesaugt wurde. Yvonne

Klemp, Kultur- und Marketingbeauftragte der Klinik Birkenwerder, sprach mit Dr. med. Klaus Ueberreiter, Chefarzt

der Abteilung, über das von ihm entwickelte BEAULI-Verfahren und die Vorteile für die Patientinnen.

Seit wann wenden Sie das BEAULI-

Verfahren an?

Mit der Verpflanzung von Fettgewebe

wird schon seit mehr als 100 Jahren experimentiert.

Komplikationen mit defekten

Zellen begründeten lange Zeit den

schlechten Ruf der Fettverpflanzung.

Abgesaugte Fettzellen sind ausgesprochen

empfindlich – sie lösen sich ähnlich

schnell auf wie der Schaum auf einem

frisch gezapften Bier. In den 1980er Jahren

gelang es dem Amerikaner Sydney R.

Coleman erstmals, unversehrte Fettzellen

zu gewinnen: Er saugte mit geringem Unterdruck

Körperfett durch kleine Kanülen

ab. Dieses Verfahren dauert bei einer

Brustvergrößerung fünf bis sieben Stunden.

Man benötigt mehrere 100 Spritzen

für eine einzige Brustrekonstruktion. Die

Hälfte der Zellen wird beschädigt, die intakten

Zellen müssen mit einer Zentrifuge

isoliert werden.

Unser Verfahren entstand durch Zufall.

Weil gerade keine anderen Fettzellen

vorhanden waren, erhielten Forscher der

Charité von uns Fettgewebe, welches mit

einem pulsierenden Wasserstrahlverfahren

abgesaugt worden war. Überraschend

viele dieser Fettzellen waren unbeschädigt.

Damals sagte ich mir: Wenn man mit

dem so gewonnenen Fett forschen kann,

dann können wir auch damit arbeiten. Mit

der Schweriner Firma Human Med AG

entwickelte ich den einen Lipo-Kollektor,

welcher ohne das übliche Zentrifugieren

intakte Fettzellen gewinnt. Die erforderliche

Fettmenge lässt sich so in nur anderthalb

Stunden gewinnen.

Welche Vorteile bietet diese Art des

Eingriffes?

Er eignet sich insbesondere für Frauen,

bei denen das Körperfett unglücklich

verteilt ist. Sehr schlanke Frauen mit

übermäßigen Vorstellungen zur Brustvergrößerung

kommen eher nicht in

Frage. Im Regelfall kommen die Frauen

morgens zur Operation und gehen am

gleichen Tag abends wieder nach Hause.

Wir führen die Fettabsaugung in örtlicher

Betäubung durch. Dabei wird über eine

spezielle Kanüle eine Spülflüssigkeit mit

pulsierenden Sprühstößen in das Fettgewebe

eingebracht und sofort zusammen

mit den gelösten Fettzellen wieder

abgesaugt. Der sanfte Sprühstrahl führt

zu einer Lockerung des Gewebes und

ermöglicht das definitive Entfernen der

Fettzellen bei Schonung des Unterhautgewebes.

Das abgesaugte Fett lässt sich

aber nicht einlagern und muss sofort nach

der Entnahme wieder injiziert oder transplantiert

werden: Es läuft dann durch den

Lipo-Kollektor und wird mit Hilfe einer

Kanüle in die Brust gespritzt, wo das Fett

dauerhaft einheilt.

Das so aufgebaute Brustgewebe fühlt sich

sehr natürlich an, ganz anders als bei Silikon.

Es entstehen keine zusätzlichen Narben.

Man schlägt also zwei Fliegen mit

einer Klappe.

Die gängigste Methode ist jedoch noch

immer die Vergrößerung durch Silikonimplantate.

Beim Brustwiederaufbau sind

es die Muskellappenplastik vom Rücken

oder eine Bauchhautlappenplastik, beide

benötigen häufig zusätzlich ein Silikonimplantat.

Sollte dieses aber später vielleicht

entfernt werden müssen, kann man

es auch durch Eigenfett ersetzen.

Wie oft haben Sie die BEAULI-Methode

schon angewandt?

Seit Oktober 2007 konnte unser Team

zirka 50 Frauen erfolgreich mit dieser

Methode behandeln. Zusätzlich führen

wir eine klinische Studie durch, um das

Verfahren zu dokumentieren und den Erfolg

auch wissenschaftlich nachweisen zu

können. Weitere 50 Patientinnen wurden

in Süddeutschland und Frankreich mit

unserem Verfahren behandelt, das auch

weltweit auf großes Interesse stößt. Im

Mai nahmen 60 Teilnehmer aus insgesamt

17 Nationen, zum Beispiel aus Korea und

den USA, an einem Symposium teil. Und

ich wurde zu Vorträgen nach Peking, Teheran,

Taiwan und Mexiko eingeladen.

Ist das Verfahren nur für kosmetische

Zwecke geeignet?

Nein, es dient auch zum Ausgleich von

Asymmetrien oder zur Auffüllung, falls

Silikonimplantate wegen Kapselbildung

endgültig entfernt werden müssen. Bei

zehn Frauen haben wir nach einer Amputation

die Brust mit dem BEAULI-Verfahren

wieder aufgebaut. Es ist viel weniger

belastend als die traditionellen Lappenplastiken.

Die aufzubauende Brust kann

so noch besser an die gesunde Brust angepasst

werden. Die Liegezeiten für die

Patientinnen werden verkürzt.

Wie hoch ist die Erfolgsquote?

Sie liegt nahezu bei 100 Prozent, allerdings

nicht, was das Volumen anbelangt.

Um das gewünschte Ergebnis zu erzielen,

sind 2–3 Eingriffe notwendig, die jeweils

über einen einzigen Einstich vorgenommen

werden. Realistisch ist die Vergrößerung

um etwas ein halbes Körbchen pro

Eingriff. Wir lassen von den Brüsten jeweils

unmittelbar vor und sechs Monate

nach dem Eingriff eine Kernspintomographie

anfertigen. So können wir das Gesamtvolumen

berechnen und feststellen,

ob der Großteil der Fettzellen vollständig

eingeheilt ist.

In 10 Jahren sollte BEAULI sich als Verfahren

ohne Negativeffekt etabliert haben

und von den Krankenkassen für den

Brustaufbau nach Brustkrebs anerkannt

sein.

Das Gespräch führten Yvonne Klemp und Mandy Wolf

60 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 61


Patientenforum


Kontakt

Dr. med. Susanne Huggett

62 Asklepios intern 41/2009

Gut zu wissen

Dr. med.

Susanne Huggett

Ärztliche Leiterin MEDILYS und

Leitende Ärztin Krankenhaushygiene

E-Mail: s.huggett@asklepios.com

Influenza-Pandemie:

Eine Grippe breitet sich aus

Die Warnungen sind nicht neu: Bereits Ende

der 90er Jahre stufte die Weltgesundheitsorganisation

(WHO) das Risiko für eine neue

Influenzapandemie als hoch ein – aber wer

glaubte damals schon ernsthaft, dass es tatsächlich

dazu kommen würde? Ende April

2009 waren dann alle schlagartig alarmiert,

als ein bisher unbekanntes, aggressives Influenzavirus

sich in Mexiko ausbreitete und

dort (wie zunächst verlautet) in kürzester Zeit

zahlreiche Tote forderte.

Die Übertragung der „Schweinegrippe” er-

folgte von Mensch zu Mensch innerhalb

weniger Tage – zunächst auf dem amerikanischen

Kontinent, dann auch auf anderen

Erdteilen. Und am 29. April rief die WHO

die zweithöchste Warnstufe V aus. Das Pandemierisiko

war zu diesem Zeitpunkt schon

hoch, und die Infektionen von Mensch zu

Mensch häuften sich, sie bleiben jedoch örtlich

begrenzt. Das Virus passte sich schnell

und immer besser an den Menschen an, die

Ausbreitung war nicht zu stoppen. Am 11.

Juni folgte Phase VI: Die gefürchtete Pandemie

war ausgebrochen.

Beunruhigend ist dabei insbesondere die

Tatsache, dass nicht nur alte Menschen und

Kinder erkranken, sondern vor allem junge,

gesunde Erwachsene, so wie auch bei der

Spanischen Grippe von 1918/19. Damals

war gerade die Anzahl der erkrankten und

verstorbenen jungen Erwachsenen sehr groß,

und auch damals handelte es sich um die

Influenza A mit dem Subtyp H1N1. Die aktuellen

Erkrankungen verlaufen zwar bisher in

der Regel leicht, aber das Virus kann jederzeit

mutieren. Und dass infizierte Schweine

nicht zwangsläufig erkranken müssen, ist ein

zusätzliches Risiko für den Menschen.

Die Entwicklung eines Impfstoffs steht zwar

derzeit im Vordergrund der Prävention, doch

auch die Einhaltung der hygienischen Standardmaßnahmen

ist von größter Bedeutung

– im medizinischen Bereich ebenso wie im

privaten Umfeld. Ein großes Problem ist aber

die ungenügende Akzeptanz von Impfungen:

Weniger als 20 Prozent der Beschäftigten

im Gesundheitsdienst lassen sich normalerweise

gegen Grippe impfen. Das reicht aber

nicht, um im Fall einer Pandemie genügend

Personal für die Versorgung Influenzakranker

zur Verfügung zu haben. Es ist daher eine

große Herausforderung, jeden Einzelnen von

der Notwendigkeit der saisonalen Impfung

zu überzeugen.

Noch ist der Ausnahmezustand durch eine

Pandemie in Deutschland nicht eingetreten.

Doch der nächste Winter wird kommen. Prävention

kann Wirkung zeigen – zurücklehnen

können wir uns aber noch lange nicht.

Influenzaviren und das Pandemievirus

H1N1 09

Es gibt drei Typen von Influenzaviren: A, B

und C. Influenzaviren vom Typ A kommen

bei Menschen und Tieren vor, sie sind weit

verbreitet. Die Typen B und C wurden bisher

nur beim Menschen nachgewiesen und sind

seltener. Bei der Influenza spielen Schweine

und Nutz-Geflügel als Infektionsquelle eine

wichtige Rolle.

Hygienemaßnahmen oder: Was hilft, die

Verbreitung der Viren einzudämmen?

Myxoviren sind behüllte Viren mit einem erhöhten

Anteil an Lipiden in der Virushülle.

Diese Virusgruppe reagiert sehr empfindlich

auf die gängigen Desinfektionsmittel, die als

„begrenzt viruzid“ eingestuft werden. Es ist

also nicht nötig, spezielle Desinfektionsmittel

einzusetzen. Die Gefahr der Ansteckung

beginnt aber nicht erst mit den klinischen

Symptomen wie Fieber, Husten und Mattigkeit,

sondern bereits bis zu 24 Stunden

vorher! Die Ansteckung erfolgt sowohl über

Tröpfchen als auch über Kontaktinfektion

durch z. B. Hände oder Türklinken.

Bild: Hände desinfizieren

Grundlegende Hygieneregeln

Vermeidung des direkten Kontakts von

Erkrankten zu anderen Patienten und,

soweit möglich, auch zu Gesunden (Isolierung)

konsequente Händehygiene (vor dem Essen,

nach dem Kontakt mit anderen Menschen)

Vermeidung von ungeschütztem Niesen

und Husten, gegebenenfalls Mund-Nasen-Schutz

verwenden

Händeschütteln vermeiden

Schleimhautkontakt über die Hände meiden

(Augen, Mund, Nase)

Menschenansammlungen aus dem Weg

gehen

regelmäßiges Lüften der Räume

Aufklärung der Patienten über Verhaltensmaßnahmen

zur Verringerung des

Übertragungsrisikos

Schutzausrüstung

Dicht sitzender Mund-Nasen-Schutz sowie

die Verwendung von Handschuhen und

Schutzkittel bei direktem Patientenkontakt

Ein Blick zurück: Grippewellen der vergangenen 100 Jahre

1918/1919: Spanische Grippe (Influenza A H1N1)

20–40 Millionen Todesfälle weltweit, vor allem junge Erwachsene erkrankten schwer

und verstarben schnell. Die ersten Erkrankungsfälle wurden damals zwar aus Spanien

gemeldet, möglicherweise stammte das Virus aber aus den USA.

1957-1958 : Asiatische Grippe (Influenza A H2N2)

1–2 Millionen Tote. Das Virus stammte wahrscheinlich aus China. Der Erreger entstand

vermutlich aus Menschen- und Geflügelviren.

1968-1970: Hongkong-Grippe (Influenza A H3N2)

1–2 Millionen Tote. Der Erreger entstand vermutlich aus der Asiatischen Grippe.

Vogelgrippe (Influenza A H5N1)

1997 gab es einen ersten bestätigten Todesfall, 2004 die erste Mensch-zu-Mensch-

Übertragung. Bisher sind zirka 250 Menschen an der Infektion verstorben.

Asklepios intern 39/2009 63


Patientenforum

? Asklepios

Im nächsten Heft

Quiz

Sie haben die aktuelle Ausgabe der „Asklepios intern“

aufmerksam gelesen? Dann rätseln Sie mit und gewinnen Sie!

Wie das geht? Ganz einfach! Beantworten Sie die nebenstehenden

Fragen und teilen Sie uns die richtige Zahlenkombination mit!

Als Preis winkt der Bestseller Heike Fallers „Wie ich einmal

versuchte, reich zu werden – Mein Jahr unter Spekulanten“.

Bitte senden Sie Ihre Lösung bis zum 20. Oktober 2009 an:

Asklepios Kliniken Verwaltungsgesellschaft mbH

KB Unternehmenskommunikation & Marketing

Mandy Wolf

Hubertusstraße 12 - 22

16547 Birkenwerder

E-Mail: mandy.wolf@asklepios.com

Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.

Gewonnen!

Wir gratulieren dem Preisträger unseres Rätsels aus der

Asklepios intern“ Nr. 40. Gewonnen hat Peter Tschakert,

Bad Schwartau.

Mit Sport gegen die Todesursache

Nummer 1

Noch immer sterben die meisten

Deutschen an einem Herzinfarkt oder

Schlaganfall. Die betroffenen Patienten

werden immer jünger. Experten aus Seligenstadt

klären über eine frühzeitige

Rehabilitation und sportliche Aktivitäten

nach einer Herzerkrankung auf.










Lösung:

Risiko Fettleber

Die Fettleber ist die häufigste Lebererkrankung

in den Industrieländern.

Ohne Therapie führt die Krankheit zu

einer dauerhaften Leberentzündung,

chronischer Hepatitis und letztlich zur

Leberzirrhose. Mediziner aus Barmbek

informieren über rechtzeitige Diagnose,

Behandlung und Möglichkeiten der

Rückbildung.

Frage A

Was versteht man unter Adoleszenz?

1 die biologische Reifung des Kindes

2 die soziale und psychische Reifung des Kindes

3 eine psychiatrische Erkrankung im Kindesalter

Frage B

Welche Herrenmannschaft ging als Sieger aus dem

12. Asklepios-Fußballturnier hervor?

1 Stadtroda

2 Uchtspringe

3 Bad Schwartau

Frage C

Wieviel Motorräder nahmen an der 2. Asklepios-

Blutsbrüdertour in der Uckermark teil?

1 300

2 180

3 57


Verletzlich – aber unbesiegbar!

Studien zeigen, dass Kinder aus sozial

benachteiligten Familien am meisten

unter gesundheitlichen Störungen leiden.

Doch es gibt Heranwachsende, die

eine enorme Widerstandskraft aufweisen

und trotz aller Einschränkungen ein

zufriedenes Leben führen. Psychologen

aus Stadtroda sprechen über dieses

Phänomen.

Die nächste Asklepios intern

erscheint am 15.12.2009

! Buchtipps

Gewinnen Sie

dieses Buch!

Andrew Smith: Moonwalker

Zwölf Menschen flogen zwischen 1969 und 1972 im Rahmen des Apollo-Programms zum

Mond. Wie hat diese unglaubliche Erfahrung ihr Leben beeinflusst? Der Autor interviewte

die letzten Überlebenden, lässt sie von ihrer faszinierenden Reise berichten, zeichnet

ihre Lebenswege nach. So wurde Buzz Aldrin nach seiner Rückkehr von Depressionen

heimgesucht und begann zu trinken, Neil Armstrong zog sich zurück und lehrte Luftund

Raumfahrttechnik, Charlie Duke wurde Prediger und Alan Bean malt: den Mond.

Andrew Smith: Moonwalker, S. Fischer Verlag, 22,95 €

Almudena Grandes: Das gefrorene Herz

Auf dem Begräbnis seines Vaters entdeckt Alvaro eine geheimnisvolle Frau: Raquel. Von

ihr erfährt er: Das Immobilienimperium seines Vaters wurde auf einen Verrat an Raquels

Familie gegründet. Seine Welt bricht zusammen – und eine große Liebe beginnt. Über drei

Generationen gehütete Familiengeheimnisse werden gelüftet, Tabus gebrochen. Almudena

Grandes hat den großen Spanien-Roman geschrieben, tiefsinnig und leidenschaftlich.

Ein unvergessliches Porträt einer bis heute zerrissenen Gesellschaft.

Almudena Grandes: Das gefrorene Herz, Rowohlt Verlag, 24,90 €

Heike Faller: Wie ich einmal versuchte, reich zu werden

Aktienkurse, Vermögensbildung, Altersvorsorge – sind der preisgekrönten Journalistin

Heike Faller eigentlich egal. Aber Anfang 2008 nimmt sie eine Auszeit vom Job und geht

unter Investoren und Spekulanten. Erstaunt stellt sie fest, wie schnell sie selbst dem Sog

des Finanzmarktes erliegt. Dann kommt der Börsencrash. In einer wunderbaren Mischung

aus journalistischer Recherche, Selbstbeobachtung und Erfahrungsbericht beschreibt sie

(oft sehr komisch) ihre Erlebnisse an den Finanzplätzen dieser Welt.

Heike Faller: Wie ich einmal versuchte, reich zu werden, DVA , 19,95 €

64 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 65


Klinikübersicht

Kliniken in Deutschland Betten/Plätze

1 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumatologie 225

2 Asklepios Klinikum Bad Abbach (Rehabilitation) Zentrum für Orthopädische und Rheumatologische Rehabilitation 269

3 Asklepios Hirschpark Klinik Alsbach-Hähnlein Fachklinik für Innere Medizin und Orthopädie 120

4 Asklepios Klinik und Hotel St. Wolfgang, Bad Griesbach Spezialklinik für Orthopädie und Sportmedizin 278

5 Asklepios Harzklinik Bad Harzburg Fachkrankenhaus für Orthopädie 90

6 Asklepios Schlossberg Klinik Bad König Fachklinik für Neurologische Frührehabilitation 70

7 Asklepios Klinik Bad Oldesloe Krankenhaus der Regelversorgung 198

8 Asklepios Neurologische Klinik Bad Salzhausen Fachkrankenhaus für Neurologie und neurologische Rehabilitation 190

9 Asklepios Burgseekliniken Bad Salzungen Fachklinik für Onkologie, Pneumologie und Orthopädie 270

10 Asklepios Klinik Am Kurpark Bad Schwartau Fachklinik für Orthopädie und Gynäkologie 220

11 Asklepios Katharina-Schroth-Klinik Bad Sobernheim Fachklinik für Orthopädie, Skoliosezentrum 173

12 Asklepios Stadtklinik Bad Tölz Krankenhaus der Regelversorgung 270

13 Asklepios Stadtklinik Bad Wildungen Krankenhaus der Regelversorgung 180

14 Asklepios Helenenklinik Bad Wildungen Fachklinik für Innere Medizin, Orthopädie, Urologie und Nephrologie 140

15 Asklepios Fachklinik Fürstenhof Bad Wildungen Fachklinik für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Neurologie 228

16 M Salus Fachkrankenhaus Bernburg Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 413

17 Asklepios Klinik Birkenwerder Fachkrankenhaus für Orthopädie, Gefäßchirurgie, Plastische Chirurgie, Diabetologie 175

18 Asklepios Fachklinikum Brandenburg Zentrum für Neurologie, Psychiatrie und KJP, Forensische Psychiatrie 475

19 Asklepios Harzklinik Clausthal-Zellerfeld Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 44

20 M Kreiskrankenhaus Eggenfelden Krankenhaus der Regelversorgung 294

21 Asklepios Neurologische Klinik Falkenstein Fachklinik für Neurologische Rehabilitation 160

22 Asklepios Südpfalzklinik Germersheim Krankenhaus der Regelversorgung 132

23 Asklepios Harzklinik Goslar Krankenhaus der Regelversorgung 333

24 Asklepios Fachklinikum Göttingen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie, Forensische Psychiatrie 458

25 Asklepios Klinik Altona, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 922

26 Asklepios Klinik Barmbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 716

27 Asklepios Klinik Harburg, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 741

28 Asklepios Klinik Nord, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 1.618

29 Asklepios Klinik St. Georg, Hamburg Krankenhaus der Maximalversorgung 758

30 Asklepios Klinik Wandsbek, Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 605

31 Asklepios Westklinikum Hamburg Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 540

32 Cardio CliniC Hamburg Fachklinik für Kardiochirurgie 25

33 Fachklinik Helmsweg, Hamburg Fachklinik für Gynäkologie und Chirurgie 20

34 MB International Neuroscience Institute Hannover Spezialklinik für Neurochirurgie, stereotaktische Neurochirurgie und Neuroradiologie 108

35 Asklepios Orthopädische Klinik Hohwald Fachkrankenhaus für Orthopädie und Rheumaorthopädie 110

36 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Homberg Krankenhaus der Regelversorgung 102

37 Asklepios Weserberglandklinik Höxter Fachklinik für Neurologische u. Orthopädische Rehabilitation, Neuromuskuläres Therapiezentrum 250

38 Asklepios Südpfalzklinik Kandel Krankenhaus der Regelversorgung 188

39 Asklepios Klinik Langen Krankenhaus der Regelversorgung 273

40 Asklepios Klinik Lich Krankenhaus der Regelversorgung 242

41 Asklepios Klinik Lindau Krankenhaus der Regelversorgung 115

42 Asklepios Orthopädische Klinik Lindenlohe Fachkrankenhaus für Orthopädie 132

43 Asklepios Fachklinikum Lübben Zentrum für Neurologie, Psychiatrie, Kinder- und Jugendpsychiatrie 215

44 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Melsungen Krankenhaus der Grund-und Regelversorgung 76

45 Asklepios Fachkliniken München-Gauting Fachkrankenhaus für Pneumologie und Thoraxchirurgie 300

46 MB Collm Klinik Oschatz Krankenhaus der Regelversorgung 240

47 Asklepios Klinik Parchim Krankenhaus der Regelversorgung 140

48 Asklepios Klinik Pasewalk Krankenhaus der Regelversorgung 325

49 M Kreiskrankenhaus Pfarrkirchen Krankenhaus der Regelversorgung 175

50 Asklepios-ASB Klinik Radeberg Krankenhaus der Regelversorgung 143

51 Asklepios Klinik Sankt Augustin Krankenhaus der Maximalversorgung in der Kinder- und Jugendmedizin 210

52 Asklepios Klinik Schaufling Rehabilitationszentrum für Neurologie, Orthopädie, Kardiologie und Geriatrie 350

53 Asklepios Schwalm-Eder Klinikum Schwalmstadt Krankenhaus der Regelversorgung 192

54 Sächsische Schweiz Klinik Sebnitz Krankenhaus der Regelversorgung 200

55 Asklepios Klinik Schildautal Seesen (Krankenhaus) Fachkrankenhaus für Neurochirurgie, Neurologie und Gefäßchirurgie 242

56 Asklepios Kliniken Schildautal Seesen (Rehabilitation) Fachklinik für Neurologische Rehabilitation und Frührehabilitation 160

57 Asklepios Stadtkrankenhaus Seesen Krankenhaus der Regelversorgung 125

58 Asklepios Klinik Seligenstadt Krankenhaus der Grund- und Regelversorgung 133

59 M Kreiskrankenhaus Simbach Fachkrankenhaus für Innere Medizin 140

60 Asklepios Fachklinikum Stadtroda Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Neurologie und KJP, Forensische Psychiatrie 466

61 Asklepios Fachklinikum Teupitz Zentrum für Neurologie und Psychiatrie, Forensische Psychiatrie 216

62 Asklepios Fachklinikum Tiefenbrunn Fachkrankenhaus für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatische Medizin 176

63 Asklepios Klinik Triberg Fachklinik für Onkologie 140

64 Asklepios Klinikum Uckermark, Schwedt Krankenhaus der Schwerpunktversorgung 507

65 M Salus Fachkrankenhaus Uchtspringe Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Neurologie, Forensische Psychiatrie 640

66 Asklepios Klinik Weißenfels Krankenhaus der Regelversorgung 355

67 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Krankenhaus) Krankenhaus der Regelversorgung 128

68 Asklepios Nordseeklinik Westerland/Sylt (Rehabilitation) Fachklinik für Pneumologie, Dermatologie und Onkologie 290

69 Asklepios Paulinen Klinik Wiesbaden Krankenhaus der Regelversorgung 331

70 Asklepios Fachklinikum Wiesen Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie 173

Weitere soziale Einrichtungen in Deutschland Betten/Plätze

71 Asklepios Pflegeheim Ahrensburg 83

72 Asklepios Kurstift Bad Kreuznach 82

73 M Salus Heim Gardelegen 39

74 M Salus Intensiv Betreutes Wohnen Gardelegen 34

75 Asklepios Pflegeheim Weserblick Höxter 34

76 M Salus Pflegeheim St. Georgii I, Magdeburg 109

77 M Salus Pflegeheim St. Georgii II, Magdeburg 48

78 M Salus Kinder- und Jugendheim Schloss Pretzsch 121

79 Asklepios Pflegeheim Reinfeld 87

80 M Salus Heim zur U-Haftvermeidung Torgau 14

81 M Salus Altenpflegeheim Uchtspringe 50

82 M Salus Heim Uchtspringe 117

83 M Salus Soziotherapeutische Wohngemeinschaft Uchtspringe 11

84 M Salus Kinder- und Jugend-Landhof Woltersdorf 6

835

Forensische Psychiatrie Betten/Plätze

85 Asklepios Klinikum Brandenburg 101

86 Asklepios Forensische Psychiatrie Göttingen 63

87 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Stadtroda 80

88 Asklepios Klinik Teupitz 20

89 Asklepios Klinik für Forensische Psychiatrie Hamburg Campus Ochsenzoll 178

90 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Bernburg 137

91 M Salus Klinik für Forensische Psychiatrie Uchtspringe 290

869

92 B

Klinken im Ausland

Athens Medical Center Athens Medical Group, Griechenland

93 B Interbalkan European Medical Center, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

94 B Athens Pediatric Center Athens Medical Group, Griechenland

95 B Psycho Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

96 B P. Faliro Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

97 B Dafni Klinik, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

98 B Iasis Piraeus, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

99 B Peristeri Clinic, Athen, Athens Medical Group, Griechenland

Die hier genannten Einrichtungen werden ergänzt durch Tageskliniken, Ambulanzen und Pflegedienste.

66 Asklepios intern 41/2009 Asklepios intern 41/2009 67

Legende

Akutkliniken

Rehakliniken

Soziale Einrichtung

Trägerschaft bzw. Mehrheitsbeteiligung

M Managementvertrag

B Minderheitsbeteiligung

MB Minderheitsbeteiligung mit Managementvertrag

19.623

1.130


CC-Z1046-2

Wo ist Müllers Blutbild?

Wo sind Müllers Röntgenbilder?

With Innovative our innovative Softwarelösungen technologies, für einen we help effizienten industry Workflow reduce fresh im

water Gesundheitswesen. consumption. Das Thus ist sustainably gut für die conserving Patienten. Und natural senkt resources. Kosten.

Water Unser Ziel is a scarce ist die commodity. bessere und Yet schnellere industry Versorgung requires huge der amounts Patienten. to Um produce dieses our optimal everyday erreichen goods. zu With können, innovative ist ein solutions,

reibungsloser we are making Informationsaustausch sure that the volume zwischen of precious allen beteiligten fresh water Experten used is nötig. drastically Deshalb reduced. entwickeln For example, wir innovative with our Soft- Zero

Liquid warelösungen, Technology die we erstmals have created alle relevanten a system klinischen that continuously und administrativen recycles water. Patientendaten Making environmental vernetzen. protection So sorgen wir and für economic

mehr Effizienz. growth a Und combined für ein reality. Gesundheitswesen, www.siemens.com/answers

das auch in Zukunft bezahlbar bleibt.

www.siemens.com/answersforlife +49 69 797 6420

Lorem Answers ipsum for life. dolor sit am.

Wo ist eigentlich Müller?

Hurra! Ihre Datei wurde hochgeladen und ist bereit für die Veröffentlichung.

Erfolgreich gespeichert!

Leider ist etwas schief gelaufen!