REALER NUTZEN AUS EINER VIRTUELLEN WELT - Fahrerclub

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REALER NUTZEN AUS EINER VIRTUELLEN WELT - Fahrerclub

Galen Faidley, Valerie Wiest und

Abhishek Seth (von links)

Galen Faidley, Valerie Wiest und

Abhishek Seth begehen ein

Caterpillar Werk der Zukunft

GEBÄUDE F − WEGWEISER IN DIE ZUKUNFT

Besonderes Merkmal des Gebäudes F ist die breite

Anwendung der virtuellen Produktentwicklung. Hier

werden neue Technologien und Konstruktionen

simuliert, sodass man auf den Einsatz echter Werkstoffe

verzichten kann. Neben anderen Aktivitäten geht es

dabei auch um die Motorenforschung. Im Gebäude

ist einer von nur drei weltweit vorhandenen

Hochtemperatur-Einspritzbehältern installiert, der eine

präzise Reproduktion des Verbrennungsablaufs unter

Laborbedingungen erlaubt. Caterpillar Wissenschaftler

nutzen diese Simulation, um die Auswirkungen

des Kraftstoff-Einspritzstrahls auf die Werkstoffe im

Motor zu analysieren. Damit werden Möglichkeiten

ausgelotet, Cat Motoren noch umweltfreundlicher,

sparsamer und beständiger zu machen.

Darüber hinaus beherbergt das Gebäude F Caterpillars

innovativste virtuelle Produktentwicklungs-

Einrichtung − das Zentrum für immersive

Visualisierung auf dem neuesten Stand der Technik.

Dr. Valerie Wiest, Leiterin der Abteilung Virtuelle

Produktentwicklung, hat theoretische und

angewandte Mechanik studiert und ist seit ihrer

Einstellung im Jahr 1994 in diesem Bereich tätig. „Die

Computersimulation wurde bereits in den 1970er Jahren

als Entwurfsunterstützung eingesetzt. Wir haben in

den 1990ern begonnen, die Konstruktion mithilfe der

virtuellen Realität weiter zu verbessern”, erzählte Valerie

Wiest kürzlich einem Besucher des neuen Laboratoriums.

„Aber unsere neue immersive Visualisierung brachte

uns einen Riesenschritt voran, denn sie gestattet

im Entwicklungsprozess viel früher als bisher eine

groß angelegte menschliche Interaktion mit einem

virtuellen Produkt oder einer virtuellen Umgebung.“

DER MENSCH ALS BESTIMMENDER FAKTOR

Was ist unter immersiver Visualisierung

zu verstehen, und wie verbessert sie den

Produktentwicklungsprozess?

Galen Faidley, Computertechnikexperte und Teamleiter

für immersive Visualisierung im Technikzentrum,

hat sich seit 2004 auf die Anwendung der virtuellen

Realität bei der Konstruktion von neuen Maschinen

spezialisiert. Gemeinsam mit Dr. Abhishek Seth, der

Maschinenbau und Mensch-Maschine-Interaktion

studierte, ist er eng in die Entwicklung von Tools

und Anwendungen der immersiven Visualisierung

bei Caterpillar eingebunden. „Bis jetzt wurde bei

der virtuellen Produktentwicklung alles auf dem

Computermonitor erledigt, also Desktopvisualisierung,“

stellt Galen Faidley fest. „Für diesen Zweck erstellt man

mit dem Computer ein digitales Konstruktionsmodell,

das auf dem Bildschirm sichtbar ist und beliebig

gedreht und manipuliert werden kann. Dabei handelt

es sich allerdings um keine echte 3D-Darstellung,

„Immersive Visualisierung mit echter

dritter Dimension im Maßstab 1:1“

sondern eigentlich um eine 2D-Präsentation. Erst bei

der immersiven Visualisierung kommt die authentische

dritte Dimension hinzu. Und das im Maßstab 1:1,

statt verkleinert auf einem Computermonitor.“

Abhishek Seth ergänzt: „Sie platziert den Menschen − ob

Fahrer, Techniker oder Konstrukteur − zusammen mit

der Maschine und ihren in Entwicklung befindlichen

Teilsystemen oder Komponenten direkt in der

virtuellen Umgebung. Von hier aus kann der Mensch

mit der vom Computer generierten Welt interagieren.

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